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„Nürnberg“: Russell Crowe und Rami Malek sorgen für jede Menge Spannung

Sechs Monate nach Ende der Kampfhandlungen in Europa im Zuge des Zweiten Weltkriegs schlossen sich die USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion zusammen, um 22 Mitglieder der NS-Führung wegen Kriegsverbrechen zu verfolgen. Dies führte schließlich zu den Nürnberger Prozessen.
Seit den Nürnberger Prozessen ist die Hauptfigur der Prozesse, Hermann Göring, in mittlerweile 44 Filmen, Fernsehproduktionen und Dokumentationen zu sehen. Merkwürdigerweise wich der prominenteste Film über die Nürnberger Prozesse, „Urteil von Nürnberg“ aus dem Jahr 1961, so stark von den Fakten ab, dass die Namen aller Hauptfiguren geändert wurden, einschließlich dem von Göring.
Russell Crowe liefert in James Vanderbilts großangelegtem Film „Nürnberg“ seine wohl beste Leistung seit fast einem Jahrzehnt und verkörpert Göring. Man könnte meinen, es sei nahezu unmöglich, einer solch geschichtsträchtigen, bereits vielfach verfilmten Figur noch etwas Neues abzugewinnen – doch Crowe gelingt genau das und sogar noch mehr.
Statt – wie viele frühere Darstellungen – stark zu überzeichnen, zeigt Crowe Göring als sorgfältig kontrollierte, in sich gespannte Figur, eine bedrohliche Präsenz mit ausdruckslosem Gesicht. Nur eine Woche nach dem Tod Adolf Hitlers ergab sich Göring den alliierten Soldaten, da er wusste, dass ein Weiterkämpfen oder eine Flucht mit ziemlicher Sicherheit zu seinem – vermutlich gewaltsamen – Tod führen würden.

Russell Crowe spielt Hermann Göring in „Nürnberg“.

Foto: Vivien Killilea/Getty Images for Sony Pictures Classics

Selbsttäuschung

Von einem Selbstvertrauen erfüllt, das bis zur Verblendung reicht, ist Hermann Göring fest davon überzeugt, dass er aus dem fast zehnmonatigen internationalen Prozess als Sieger hervorgehen kann und wird. Göring ist sich seiner Freisprechung von den vier Anklagepunkten so sicher, dass er als einer der drei Angeklagten während des Prozesses eine Militäruniform trägt.
Noch bevor das Verfahren im November 1945 beginnt, wird Göring mehrere Monate lang von mehreren Psychiatern, vor allem dem Oberstleutnant Douglas Kelley (Rami Malek), beobachtet und befragt. Ziel ist es, seine Verhandlungsfähigkeit zu prüfen. Göring täuscht dabei zu keinem Zeitpunkt eine psychische Erkrankung oder Unzurechnungsfähigkeit vor.

Regisseur James Vanderbilt nimmt am 24. Oktober 2025 an der Premiere von „Nürnberg“ in Hollywood teil.

Foto: Vivien Killilea/Getty Images für Sony Pictures Classics

Andererseits gewährt Göring kaum Einblicke in seine Psyche, die über das hinausgehen, was Kelley und andere bereits wissen. Kelley, der Göring in dem sich langsam zuspitzenden Wortgefecht Schlag auf Schlag pariert, betrachtet ihn als die ultimative berufliche Herausforderung. Dem Arzt geht es weniger darum, seinen Patienten zu bezwingen, als vielmehr darum, ihn dazu zu bewegen, sich freiwillig zu öffnen.

Endlich überzeugt Malek

Rami Malek, den ich bisher für stark überbewertet gehalten habe, liefert in diesem Kinofilm endlich eine sehenswerte Leistung ab. Ähnlich gut wie in der Fernsehserie „Mr. Robot“, wenn auch auf ganz andere Weise, zeigt Malek eine emotionale und intellektuelle Bandbreite, die er bisher nur angedeutet hatte. Die Szenen, in denen er an der Seite von Crowe zu sehen ist, sind Gold wert und machen den Großteil der ersten Hälfte des 148-minütigen Films aus.
Obwohl sich die beiden Hauptdarsteller die Leinwandzeit teilen, ist „Nürnberg“ in erster Linie ein Ensemblefilm. Vier männliche Nebendarsteller liefern Oscar-würdige Darbietungen ab. Am beeindruckendsten ist dabei Michael Shannon in der Rolle des Richters am Obersten Gerichtshof der USA, Robert H. Jackson.

Rami Malek bei der britischen Premiere von „Nürnberg“ am 6. November 2025 in London.

Foto: Eamonn M. McCormack/Getty Images für Sky Cinema

Jackson, den Präsident Harry S. Truman zum Chefankläger der USA bei den Prozessen ernannte, passt mit seiner eisernen Entschlossenheit perfekt zu Shannons intensiver, oft finsterer Ausstrahlung. Shannons Darstellung von Jacksons umfangreichen Eröffnungs- und Schlussplädoyers gehört zu den besten, die je in einem Gerichtsdrama zu sehen waren.
Was zunächst wie eine undankbare Nebenrolle wirkt, gewinnt durch die Darstellung des Dolmetschers, Unteroffizier Howie Triest von Leo Woodall, nach und nach an Bedeutung und Intensität. Seine überwiegend alleinige Szene mit Malek im dritten Akt stellt den emotionalen Höhepunkt des Films dar.

Ein unnötiger Fehlgriff

Vanderbilts einziger erzählerischer Fehltritt – und zwar ein erheblicher – ist die Aufnahme von Lydia Peckham in Gestalt der fiktiven Journalistin Lila McQuaide – obgleich es keineswegs ungewöhnlich ist, in dokumentarisch geprägten Filmen fiktive oder aus mehreren Vorbildern zusammengesetzte Figuren einzuführen.
Zunächst scheint es, als könne sich zwischen McQuaide und Kelley eine Romanze entwickeln, doch dieser Handlungsstrang wird nie wirklich aufgelöst. Darüber hinaus ist McQuaide in ein „Nachrichtenereignis“ verwickelt, das in Wirklichkeit nie stattgefunden hat. Dies führt zu einer Wendung, die den weiteren Verlauf der Erzählung grundlegend verändert.
Wie schon bei seinem Drehbuch zum ebenso umfangreichen Film „Zodiac – Die Spur des Killers“ nimmt sich Vanderbilt Zeit für die Ausarbeitung der Handlung und die Entwicklung der Charaktere. Dabei streut er immer wieder historische Details ein, wie zum Beispiel die technischen Einzelheiten der Verabschiedung der „Nürnberger Gesetze“ von 1935, die Teil von Görings Verteidigungsstrategie waren.
Wer das Schicksal der im Film dargestellten Personen noch nicht kennt, sollte sich einen Gefallen tun und sich erst nach dem Anschauen des Films darüber informieren.
Die Vergangenheit ist nur der Anfang. Was sich zwischen den einzelnen Bildern in „Nürnberg“ abspielt, hätte eine Lektion sein sollen, die die Menschheit niemals vergessen sollte – und doch ist sie irgendwie in Vergessenheit geraten. Wenn wir nicht aufpassen, könnte sich all das durchaus jederzeit wiederholen.
Ab dem 7. Mai 2026 deutschlandweit im Kino.
„Nürnberg“
Regie: James Vanderbilt
Darsteller: Rami Malek, Russell Crowe, Michael Shannon, Leo Woodall
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: 2 Stunden, 28 Minuten
Bewertung: 4 von 5 Sternen
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „‘Nuremberg’: Russell Crowe and Rami Malek Generate Major Sparks“. (redaktionelle Bearbeitung: ee)
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gesellschaft

Studie: Klimasorgen hoch – Umweltängste in den 1980er-Jahren größer

Die Bundesbürger machen sich wegen des Klimawandels deutlich mehr Sorgen als noch vor 16 Jahren – sie liegen aber unter dem Niveau der Ängste vor Umweltschäden in den 1980er-Jahren.
Das zeigt eine Auswertung von Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP) durch das DIW Berlin, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorlag.
Dabei zeigen jüngere Jahrgänge sich grundsätzlich deutlich besorgter über die Auswirkungen des Klimawandels als ältere.
Seit 2009 wird im Rahmen des SOEP abgefragt, ob und in welchem Ausmaß Menschen sich mit Blick auf die Zukunft Sorgen wegen des Klimawandels machen. Das Jahr 2009 hat das DIW-Team als Referenzjahr zugrunde gelegt und Standardabweichungen dazu berechnet.
Eine Standardabweichung von 0,1 Punkt kann dabei laut DIW als kleine Verschiebung gelten, 0,5 bedeutet eine große Verschiebung.
Seit 2013 gibt es dabei laut DIW-Auswertung einen grundsätzlichen Aufwärtstrend: 2022 lag die Abweichung bei den Klimasorgen mehr als 0,4 Punkte über dem Referenzwert, 2023 knapp darunter.
Fast parallel verläuft die Kurve zu Sorgen über den Zustand der Umwelt. Diese Frage wird seit dem Start des SOEP 1984 gestellt.

Jüngere Generation besonders besorgt

Jüngere Jahrgänge zeigten sich grundsätzlich deutlich besorgter über die Auswirkungen des Klimawandels als ältere. Gleichzeitig wächst über alle Generationen hinweg das Bewusstsein.
„Das Grundniveau der Sorgen ist in den vergangenen Jahren deutlich höher als zu Beginn der Datenreihe zu Klimasorgen. Und die Sorgen wachsen mit dem Alter“, sagte Franziska Holz, stellvertretende Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt und Mitautorin der Untersuchung.
Heute 70-Jährige würden sich im Schnitt mehr Sorgen über das Klima machen als zu dem Zeitpunkt, als sie 60 waren. „Und sie sorgen sich mehr, als 70-Jährige vor zehn Jahren das getan haben.“

Frühere Umweltängste noch höher

Während Klimasorgen in den vergangenen Jahren gewachsen sind, haben Umweltängste in der Vergangenheit eine noch deutlich größere Rolle gespielt.
1987, im Jahr nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl, lagen die Umweltsorgen bei 0,65 Punkten Abweichung, zwei Jahre später sogar noch weiter oben.
„Themen wie Luftverschmutzung und saurer Regen spielten damals eine viel größere Rolle“, sagte Holz. „Und dann kam Tschernobyl, und in den Daten sehen wir danach einen starken Anstieg der Besorgnis bei den Menschen.“
Ausgewertet wurden den Angaben zufolge Daten bis 2023. Das SOEP ist eine sozialwissenschaftliche Langzeitstudie, für die jedes Jahr Menschen in 20.000 Haushalten in Deutschland zu unterschiedlichen Themen befragt werden. (afp/red)
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gesellschaft

Europäische X-Alternative „W Social“ startet mit Fokus auf Datenschutz und Werbefreiheit

 

In Kürze:

  • W Social will sich von amerikanischen Plattformen abgrenzen.
  • Der Hauptsitz ist in Schweden.
  • Deutsche Politiker löschen ihre Accounts auf X.
  • Die Plattform soll frei von Werbung und Tracking sein.

 
Eine europäische Alternative zu X (ehemals Twitter) soll am Samstag, 9. Mai, dem „Europatag“, an den Start gehen. Die Plattform trägt den Namen „W Social“ und verfolgt das Ziel, sich bewusst von US-amerikanischen Anbietern abzugrenzen und einen stärker europäisch geprägten, datenschutzorientierten Ansatz umzusetzen.

Ex-Vizekanzler Rösler im Beratungsgremium

W Social ist in Stockholm, der Hauptstadt Schwedens, ansässig. Als Geschäftsführerin tritt Prof. Dr. Anna Zeiter auf. Die deutsche Juristin mit Wohnsitz in Zürich ist vor allem als Datenschutzexpertin sowie für ihr Engagement für digitale Grundrechte bekannt. Zuvor war sie elfeinhalb Jahre beim Internetauktionshaus eBay tätig, unter anderem im Bereich Datenschutz. Sie promovierte in Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg und studierte später an der Stanford University. An der Universität Bern ist sie Professorin für Datenschutz und Datenrecht.
Im Beratungsgremium finden sich einige prominente Namen. Hierzulande dürfte der frühere FDP-Politiker und Vizekanzler Philipp Rösler am bekanntesten sein, wie „t-online“ berichtet. Auch die belgische Energieexpertin Sandrine Dixson-Declève, die bis 2024 Präsidentin des Club of Rome war, gehört dazu.
Im Beirat ist zudem die EuroStack Foundation vertreten, angeführt von ihrer Leiterin Cristina Caffarra. EuroStack verfolgt das Ziel, durch koordinierte industriepolitische Initiativen die digitale Souveränität Europas zu stärken, und wird dabei von mehr als 300 europäischen Unternehmenschefs unterstützt. Zeiter betont, dass EuroStack der Plattform den Zugang zur Tech-Szene eröffnen soll, um weitere Mitstreiter zu gewinnen. Im Interview mit dem „Deutschlandfunk“ sagte sie, dass mittlerweile auch Investoren aus Deutschland, Italien, der Schweiz und weiteren europäischen Ländern beteiligt seien.
Der Großteil der Finanzierung stammt von schwedischen Technologieinvestoren. Dazu gehört Ingmar Rentzhog, Gründer und Geschäftsführer der in Stockholm ansässigen Klimaaktivismusplattform „We Don’t Have Time“. Vom Hauptanteilseigner kommt auch ein großer Teil der Startfinanzierung für W Social. Neben dem Hauptsitz des neuen sozialen Netzwerks in Schweden sind Büros in Berlin, Paris und London geplant. Das Tech-Team sitzt in der Ukraine.

Kampf gegen systematische Desinformation

Zeiter stellte die neue Plattform am 20. Januar 2026 während des Jahrestreffens des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos erstmals öffentlich vor. Sie erklärte, W Social solle eine Plattform sein, die „in Europa entwickelt, reguliert und betrieben wird“ und darauf abzielt, „systematische Desinformation“ zu bekämpfen. „In ganz Europa und darüber hinaus untergräbt systematische Desinformation das Vertrauen der Öffentlichkeit und schwächt die demokratische Entscheidungsfindung. Viele erkennen das Problem, aber nur wenige tragen dazu bei, die Zukunft aktiv zu gestalten“, sagte sie damals.
Gegenüber „heise online“ betonte sie, es gehe „nicht unbedingt darum, Menschen von X wegzuholen, sondern eine europäische Alternative zu schaffen“. In einem Interview mit „t-online“ formulierte sie es noch deutlicher: „Wenn das politische Brüssel auf W postet statt auf X, haben wir schon viel gewonnen.“
Ob deutsche Politiker den Start von W Social aktiv erwarten, ist unklar. In jüngerer Zeit haben mehrere Mandatsträger ihre Aktivitäten auf X reduziert oder ihre Accounts dort deaktiviert. Laut einem Bericht des „Deutschlandfunks“ betrifft das neben SPD und Grünen auch die Linke, wobei einzelne Sozialdemokraten bereits in den vergangenen zwei Jahren ausgestiegen sind.
In der Selbstdarstellung auf der Startseite heißt es, W Social sei ein soziales Netzwerk, das mit einem grundlegenden Bekenntnis zum Schutz der Privatsphäre entwickelt wurde. Jedes Konto soll mit einer verifizierten menschlichen Identität verknüpft sein, um die Integrität und Authentizität der Nutzerbasis sicherzustellen.
Trotz dieser Verifizierung würden keine Daten erhoben oder gespeichert, die eine eindeutige Rückverfolgung der realen Identität ermöglichen. Zudem soll die Plattform werbefrei sein, ohne Tracking und algorithmisch gesteuerte Feeds auskommen und für Nutzer kostenlos bleiben.

Datenschutz und Meinungsfreiheit

W Social ist als zentral betriebenes soziales Netzwerk konzipiert. Im Gegensatz zu dezentralen Alternativen wie Mastodon setzt das Projekt auf eine einheitliche Plattformarchitektur, um eine direkte Alternative zu X zu schaffen. Ein zentrales Merkmal ist die verpflichtende Identitäts- und Fotoverifikation, durch die anonyme Konten und Bots reduziert bzw. ausgeschlossen werden sollen.
Nach Angaben von Anna Zeiter steht der Name „W“ für „We“, „Values“ und „Verified“. Das Logo, bestehend aus zwei sich überlappenden „V“, soll diese Idee visuell symbolisieren.
Für das Projekt sollen die europäischen Digitalregeln gelten, insbesondere der Digital Services Act (DSA) und die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Diese sollen einen sicheren digitalen Raum schaffen, in dem Nutzerrechte geschützt und illegale Inhalte bekämpft werden. Plattformen sind dabei verpflichtet, Risiken wie Desinformation, Missbrauch und Datenschutzverstöße zu minimieren, transparent zu agieren und klare Melde- und Beschwerdewege bereitzustellen.
Im Gespräch mit dem „Deutschlandfunk“ betont Zeiter, dass ihr der Datenschutz „ein zentrales Anliegen“ sei. Sie verweist darauf, dass Datenschutz und Meinungsfreiheit eng miteinander verbunden seien. Nutzer sollten Inhalte teils öffentlich und teils bewusst nur im privaten Rahmen teilen können, ohne dass Unternehmen oder staatliche Stellen mitlesen.
Daher umfasst der Beirat laut Angaben auch Datenschutzexpertise aus verschiedenen Bereichen. Unter anderem sei die Bundesdatenschutzbeauftragte Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider beteiligt gewesen, die jedoch im vergangenen März aus gesundheitlichen Gründen ihren Rücktritt angekündigt hatte und bis zur Nachfolgeentscheidung im Amt bleibt. Ein Termin für die Neubesetzung steht bislang noch aus.

W Social setzt auf menschliche Moderation

Im Gegensatz zu vielen anderen Plattformen verzichtet W Social beim Betrieb bewusst auf bestimmte KI-Technologien. Die Plattform will weder KI-gestützte Empfehlungssysteme noch automatisierte Moderation oder Profilbildung einsetzen. Statt einer algorithmischen Sortierung soll der Feed chronologisch bleiben, um Manipulation und intransparente Steuerungsmechanismen zu reduzieren. Auch für das Training von KI-Modellen sollen keine Nutzerdaten verwendet werden. Im Interview mit dem „Deutschlandfunk“ betonte Zeiter, dass W Social auf „menschliche Moderation“ und die bereits genannten europäischen Datenschutzstandards setze.
Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2026 erklärte sie zudem, dass viele Menschen – insbesondere jüngere – soziale Medien inzwischen als Nachrichtenquelle statt klassischer Medien nutzen. „Deshalb ist es wichtig, vertrauenswürdige soziale Plattformen zu schaffen, die Qualitätsjournalismus und faktenbasierte Berichterstattung fördern und echte menschliche Interaktion statt des Austauschs mit KI-Bots ermöglichen.“
Aus ihrer Sicht sei „Geopolitik der Schlüssel zu allem“, insbesondere in einer Phase erhöhter internationaler Spannungen. Informationen, Desinformation und Medien seien eng miteinander verflochten: „Alles hängt zusammen. Geopolitik, Informationen, Desinformation und Medien – das lässt sich nicht getrennt betrachten. Medienrollen und ihre Akteure kann man nur verstehen, wenn man die geopolitischen Zusammenhänge mitdenkt.“
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gesellschaft

Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Zwei Erkrankte und Kontaktperson evakuiert

Nach dem tödlichen Hantavirus-Ausbruch auf einem niederländischen Kreuzfahrtschiff vor Kap Verde sind zwei erkrankte Besatzungsmitglieder und eine Kontaktperson von Bord geholt worden.
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus, sagte am Mittwoch, die drei Betroffenen seien nun auf dem Weg in die Niederlande. Bei Labortests in Südafrika und der Schweiz wurde unterdessen eine Übertragung von Mensch zu Mensch bestätigt.
Die „Hondius“ liegt seit Sonntag mit rund 150 Menschen an Bord vor Kap Verde vor der Westküste Afrikas vor Anker, nachdem zuvor das Virus an Bord festgestellt worden war. Drei Menschen, darunter eine Deutsche, starben bisher an den Folgen. Bei der Deutschen handelt es sich laut einem Bericht der „Mediengruppe Bayern“ um eine 78-jährige Frau aus Passau.

Betroffene sind „stabil“ – eine Kontaktperson kommt in Düsseldorfer Uniklinik

Am Mittwochvormittag gab die WHO-Vertreterin in Kap Verde, Ann Lindstrand, den Beginn der Evakuierung bekannt.
Zwei Crewmitglieder aus Großbritannien und den Niederlanden, die nach Angaben des niederländischen Kreuzfahrtveranstalters Oceanwide Expeditions schwer erkrankt sind, und eine Kontaktperson der am 2. Mai auf dem Schiff gestorbenen Deutschen wurden laut WHO im Hafen der kapverdischen Hauptstadt Praia von Bord geholt und zum Flughafen gebracht.
Der Gesundheitszustand der drei Betroffenen sei „stabil“, Symptome hätten bisher nur zwei von ihnen, sagte Lindstrand der Nachrichtenagentur AFP.
Wie ein Sprecher der Düsseldorfer Feuerwehr AFP bestätigte, sollte die Kontaktperson am Flughafen Amsterdam von der Feuerwehr abgeholt und am Abend zur Düsseldorfer Universitätsklinik gebracht werden.

Kreuzfahrtschiff fährt weiter nach Spanien

Nach Abschluss der Evakuierungsaktion sollte das Kreuzfahrtschiff die Kapverden verlassen. Nach Angaben von Oceanwide Expeditions soll die „Hondius“ Kurs auf die Kanaren nehmen und entweder Teneriffa oder Gran Canaria ansteuern.
Das spanische Gesundheitsministerium hatte am Dienstag mitgeteilt, das Schiff werde die Kanaren in drei oder vier Tagen erreichen. Wie der Kreuzfahrtveranstalter mitteilte, reisten zwei Infektiologen nach Kap Verde, die bis zur Ankunft auf den Kanaren an Bord bleiben sollen.
Hantaviren werden üblicherweise über die Ausscheidungen von Nagetieren übertragen und lösen meist schwere Atemwegserkrankungen aus. In seltenen Fällen ist auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich, allerdings nur bei dem in Südamerika verbreiteten Andes-Virusstamm. Die „Hondius“ hatte ihre Reise am 1. April in Ushuaia in Argentinien begonnen.

82 Flugpassagiere gesucht

Ein erster Passagier aus den Niederlanden war nach Angaben von Oceanwide Expeditions am 11. April an Bord gestorben. Seine Frau ging am 24. April auf der Insel St. Helena im Südatlantik von Bord, flog nach Johannesburg und starb dort am 26. April in einem Krankenhaus.
Die WHO und Südafrikas Behörden versuchen nun, die 82 Passagiere und sechs Crewmitglieder ausfindig zu machen, die mit der Frau in der Maschine der südafrikanischen Fluggesellschaft Airlink gewesen waren.
Zwei weitere Passagiere, die ausgeflogen wurden, werden derzeit in Johannesburg und Zürich behandelt. Wie Südafrikas Gesundheitsminister Aaron Motsoaledi am Mittwoch bekanntgab, wurde bei dem Patienten in Johannesburg der von Mensch zu Mensch übertragbare Andes-Virusstamm nachgewiesen. Auch beim Andes-Virus komme eine Übertragung aber „nur bei sehr engem Kontakt zwischen Menschen“ vor, sagte Motsoaledi.
Wie das Schweizer Referenzlabor für neu auftretende Virusinfektionen an der Universitätsklinik in Genf mitteilte, wurde auch bei den Tests in der Schweiz das Andes-Virus nachgewiesen.
Nach Angaben der WHO waren anfangs 88 Passagiere und 59 Besatzungsmitglieder an Bord der „Hondius“. Sie geht bisher von drei Infektions- und fünf Verdachtsfällen aus. WHO-Chef Tedros betonte, die Gesundheitsgefahr für die Allgemeinbevölkerung sei „weiterhin niedrig“. (afp/red)
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wirtschaft

G7-Treffen: Reiche warnt Vor wirtschaftlichen Folgen der Hormus-Blockade

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat zum Auftakt eines G7-Ministertreffens vor den wirtschaftlichen Folgen der Blockade der Straße von Hormus gewarnt.
„Jeden Tag, an dem die Straße von Hormus geschlossen ist, kostet uns das Geld: hohe Energiepreise, gebrochene Lieferketten und steigende Kosten für unsere Produktion sind die Folge“, sagte sie am Mittwoch in Paris. „Deshalb zählt jeder Tag, um zu deeskalieren und die Passierbarkeit der Straße von Hormus wieder sicherzustellen“, fügte sie hinzu.

Straße von Hormus weiterhin unsicher

Kurz zuvor hatte die französische Reederei CMA CGM den Beschuss eines ihrer Schiffe gemeldet, das unter maltesischer Flagge fährt. Die USA setzten ihren Militäreinsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der Meerenge nur einen Tag nach Beginn wieder aus.
Die Wirtschaftsminister der G7-Staaten beraten zudem mit Blick auf China über die Förderung des weltweiten fairen Wettbewerbs. „Wenn Staaten bewusst Überproduktion subventionieren und mit unfairen Produkten Weltmärkte überschwemmen, dann schadet das unserer Industrie und unserer Wettbewerbsfähigkeit“, betonte Reiche.
Die G7-Staaten, zu denen neben Deutschland und Frankreich auch die USA, Kanada, Japan, Italien und Großbritannien zählen, seien sich einig, dagegen geschlossen vorzugehen.

(l-r) EU-Kommissar für Handel und wirtschaftliche Sicherheit Maros Sefcovic, die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, der britische Minister für Wirtschaft und Handel Peter Kyle, der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer, der französische Staatssekretär für Außenhandel Nicolas Forissier, der kanadische Minister für internationalen Handel Maninder Sidhu, die italienische Staatssekretärin für auswärtige Angelegenheiten Maria Tripodi, der japanische Minister für Wirtschaft und Handel Akazawa Ryosei und der japanische Staatsminister für auswärtige Angelegenheiten Horii Iwao posieren am 6. Mai 2026 beim G7-Handelsgipfel in Paris.

Foto: Aurelien Morissard/POOL/AFP via Getty Images

Weitere Themen: Zölle und Onlinehandel

Mit Blick auf die von den USA erneut angedrohten Strafzölle auf Autos zeigte sich Reiche zuversichtlich. Sie habe mit US-Wirtschaftsminister Howard Lutnick und dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer darüber gesprochen.
Das Thema Automobilbau und -export sei für Deutschland zentral, betonte sie. „Und ich bin guter Hoffnung, dass wir auch diese Herausforderung gut miteinander gelöst bekommen“, fügte sie hinzu.
US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag eine Steigerung der Einfuhrzölle auf Autos und Lkw aus der EU von 15 auf 25 Prozent angekündigt. Dies würde deutsche Autobauer besonders hart treffen.
Auch die Folgen des Onlinehandels sind Thema des zweitägigen Ministertreffens, das am Mittwoch endet. Reiche prangerte einen „Tsunami von Paketen“ an, der täglich in der EU ankomme. Zudem würden zahlreiche gefährliche oder giftige Produkte eingeführt, sagte sie und nannte Kinderspielzeug als Beispiel.
Es ist das zweite G7-Wirtschaftsministertreffen unter französischem G7-Vorsitz nach einer Videokonferenz im Februar. Ob es am Ende eine gemeinsame Erklärung geben wird, stand zunächst nicht fest. (afp/red)
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gesellschaft

Polizist stirbt bei Verfolgungsjagd: Zehneinhalb Jahre Haft für 27-Jährigen

Nach dem Tod eines sächsischen Polizisten bei einer Verfolgungsjagd im brandenburgischen Lauchhammer ist ein Mann zu einer Freiheitsstrafe von zehneinhalb Jahren verurteilt worden.
Das Landgericht Cottbus sprach den 27-Jährigen am Mittwoch des verbotenen Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge und Gefährdung des Straßenverkehrs schuldig, wie ein Gerichtssprecher in der brandenburgischen Stadt sagte. In die Gesamtfreiheitsstrafe wurden frühere Urteile mit einbezogen.

Verfolgungsjagd mit der Polizei

Laut Anklage hatte der 27-Jährige im Januar 2025 mit weiteren Beschuldigten ein Auto gestohlen und sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei über die sächsisch-brandenburgische Landesgrenze hinweg geliefert.
Nachdem die Beamten die Diebe in Brandenburg zunächst stoppten, erfasste der Beschuldigte den 32-jährigen Polizeibeamten mit hoher Geschwindigkeit, als dieser gerade einen Stoppstick auf der Fahrbahn auslegen wollte.
Der Beamte starb noch an der Unfallstelle. Er hinterließ eine Lebensgefährtin und eine kleine Tochter. Sein Tod sorgte bundesweit für Bestürzung.
Aus Sicht der Staatsanwaltschaft handelte der Beschuldigte in der Absicht, den Autodiebstahl zu verdecken. Sie sah daher das Mordmerkmal der Verdeckungsabsicht erfüllt. Sie beantragte in dem Prozess, der im Januar begonnen hatte, eine lebenslange Freiheitsstrafe. Dem schloss sich auch die Nebenklage an.
Die Verteidigung plädierte auf eine Verurteilung wegen verbotenen Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge und Gefährdung des Straßenverkehrs. Unter Einbeziehung der früheren Urteile beantragte sie eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als achteinhalb Jahren. (afp/red)
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Zehnjähriger überfährt eigene Mutter mit Transporter

Ein Zehnjähriger hat in Hessen seine Mutter mit einem Transporter totgefahren. Der Unfall ereignete sich beim Rangieren des Fahrzeugs, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Darmstadt am Mittwoch mitteilten.
Demnach soll der Zehnjährige am Dienstag auf einem Privatgrundstück in Alsbach-Hähnlein versucht haben, den Transporter umzuparken. Dabei verlor er die Kontrolle über das Fahrzeug.
Die Mutter wollte eingreifen, wurde dabei aber von dem Wagen erfasst. Die 39-Jährige erlag ihren Verletzungen vor Ort. Der Junge durchbrach mit dem Transporter noch das Hoftor und stieß gegen ein weiteres Fahrzeug. Er blieb unverletzt. Die Ermittlungen liefen.(afp/red)
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gesellschaft

Schicksal von gerettetem Buckelwal unklar: Wo ist „Timmy-Hope“?


In Kürze:

  • Schicksal von Buckelwal „Timmy“ bleibt nach Freilassung unklar
  • Museum hält Tod für wahrscheinlich, Retter sehen Lebenszeichen
  • GPS-Daten liefern bislang keine eindeutigen Erkenntnisse

 
Vier Tage nach seiner Freilassung in der Nordsee ist das Schicksal des Buckelwals „Timmy“, auch bekannt als „Hope“, weiterhin unklar. Am Samstag, 2. Mai, endete der Transport des Tieres auf einem Lastkahn, der von einer privaten Rettungsinitiative organisiert wurde. Seitdem befindet sich der Wal im offenen Meer, rund 70 Kilometer vor der dänischen Stadt Skagen im Skagerrak.
„Am Anfang war das alles eigentlich nur eine Idee, fast ein Gespräch, das sich dann verselbstständigt hat. Niemand konnte ahnen, dass daraus eine internationale Rettungsaktion wird, die so viele Menschen bewegt“, sagte Nicoletta DeVidar, die die Initiative maßgeblich mit angestoßen hat, im Gespräch mit Epoch Times.

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Doch seit seiner Freilassung gibt es keine verifizierten Informationen mehr über den Aufenthaltsort oder den Gesundheitszustand des Wals, der Deutschland so bewegt hat. Im Meeresmuseum Stralsund geht man davon aus, dass „Timmy“ vermutlich nicht mehr lebt.
In einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung heißt es: „Da sich der Wal in einem extrem geschwächten Zustand befand und nach früheren Rettungsversuchen innerhalb kurzer Zeit immer wieder strandete, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er nicht genug Kraft besaß, um längerfristig im tiefen Wasser zu schwimmen und nicht mehr lebt.“

GPS-Tracker sendet „Pins“ – Retter sehen Lebenszeichen von „Timmy“

Demgegenüber gehen Kreise der privaten Rettungsinitiative davon aus, dass der Wal noch am Leben ist. Nach Angaben der Initiative habe das im Vorfeld der Freilassung angebrachte GPS-Gerät bereits mehrfach sogenannte „Pins“ gesendet. Dabei handelt es sich um Positionsdaten, die an Satelliten oder andere Empfangssysteme übermittelt werden.
Karin Walter-Mommert, eine der Geldgeberinnen der Rettungsaktion, bestätigte gegenüber „BILD“, dass es seit der Freilassung insgesamt rund 25 Signale gegeben habe.
Ein „Pin“ bezeichnet eine Standortmeldung bestehend aus einer GPS-Koordinate und einem Zeitstempel. Eine exakte Lokalisierung des Tieres sei daraus jedoch nicht ableitbar. Die Initiatoren werten die Signale dennoch als mögliches Lebenszeichen, da sie davon ausgehen, dass diese nur bei Aufenthalten an der Wasseroberfläche entstehen können.

Minister Backhaus warnt vor voreiligen Schlüssen

Es bleibt jedoch unklar, ob sich der Sender überhaupt noch am Tier befindet und ob die Signale noch eindeutig dem Wal zugeordnet werden können. Der mit der Thematik befasste „WELT TV“-Reporter Gerrit Schröder erläuterte dazu, dass eine Verbindung zu möglichen Empfangsstationen nur zustande komme, wenn sich der Tracker über dem Wasser befinde. Er logge sich zwar in ein Netzwerk ein, allerdings gebe es Probleme bei der Datenübermittlung.
Um eine Verbindung zu ermöglichen, müsse „Timmy“ jedes Mal für einen längeren Zeitraum aufgetaucht sein. Schröder wies jedoch auch darauf hin, dass sich erst nach längerer Zeit – möglicherweise erst nach Wochen – ein belastbares Muster aus den vorhandenen GPS-Daten ableiten lasse. Zudem setze jede Auswertung voraus, dass der üblicherweise mit Saugnäpfen oder Halterungen am Wal befestigte Tracker tatsächlich noch am Tier sei.
Auch Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus warnt angesichts der unklaren Datenlage vor vorschnellen Schlüssen. Er nehme die aktuelle Diskussion und die Einschätzung des Deutschen Meeresmuseums „zur Kenntnis“. Gleichzeitig betonte er am Dienstagnachmittag: „Den Spekulationen über den möglichen Tod des Wals schließe ich mich zum jetzigen Zeitpunkt ausdrücklich nicht an. Ich richte mein Urteil an Fakten aus. Sollte das Deutsche Meeresmuseum Erkenntnisse haben, die wir nicht haben, bitte ich um entsprechende Herausgabe.“

Museum fordert vollständige Datenoffenlegung

Das Meeresmuseum Stralsund fordert umfassende Transparenz über die Rettungsaktion, insbesondere hinsichtlich Technik und Datenlage. Gefordert werden unter anderem das exakte Modell des Trackers, die Art der Befestigung am Tier sowie vollständige Rohdaten.
Zudem verlangt das Museum Zugang zu den Livedaten durch eine unabhängige Organisation.
„Ich verstehe, dass von außen vieles widersprüchlich wirkt. Aber man darf nicht vergessen, dass Entscheidungen dort draußen unter Bedingungen getroffen werden, die kaum jemand vollständig überblicken kann“, sagte DeVidar angesichts der wachsenden Ungewissheit.
Ein Peilsender kann auch nach dem Tod des Wals noch für eine gewisse Zeit Signale senden, solange die Batterie funktioniert und der Sender weder untergegangen noch deaktiviert ist. Nach aktuellem Stand liegen dem zuständigen Ministerium weiterhin keine von der Initiative übermittelten GPS-Rohdaten vor. Daher sind auch keine verlässlichen Standorte von „Timmy“ nachvollziehbar.

Konflikte begleiteten Rettungsaktion

Im Umfeld der Rettungsaktion kam es zudem zu Spannungen zwischen der privaten Initiative und Teilen der Schiffsbesatzung. So habe die Crew der Barge „Fortuna B“ der Tierärztin Kerstin Tönnies die Mitfahrt an Deck verwehrt.
„Natürlich gab es Reibungen, wenn so viele unterschiedliche Menschen unter Druck zusammenarbeiten. Aber im Kern waren alle von derselben Idee getragen, auch wenn die Wege dorthin unterschiedlich waren“, sagte DeVidar.
Auch der Zeitpunkt der Freilassung sorgte für Differenzen, da er von Teilen der Initiative als zu früh eingeschätzt wurde.
Die Geldgeber Karin Walter-Mommert und Walter Gunz distanzierten sich in einem Schreiben vom Vorgehen der Crew. Zudem gibt es Hinweise, dass „Timmy“ bei der Freilassung Verletzungen am Maul erlitten haben könnte.

„Viele haben geweint vor Freude“

„Im ersten Moment war es eine Erleichterung, ihn schwimmen zu sehen. Das war wirklich ein Moment, in dem alle einfach nur gespürt haben: Es hat geklappt, er ist draußen, er ist im Wasser, er hat es geschafft. Und viele haben geweint vor Freude, weil die Anspannung der ganzen Wochen in diesem Augenblick einfach abgefallen ist“, erzählte DeVidar.
Weiter sagte sie: „Aber gleichzeitig war da sofort diese zweite Ebene: dieses Gefühl von Unsicherheit, von ‚Was ist da eigentlich genau passiert?‘ und ‚Ist das wirklich der richtige Weg gewesen?‘ – das hat uns alle emotional sehr beschäftigt.“
Sie betonte zudem: „Am Ende ging es immer um eines: dem Tier die beste Chance zu geben, die es in diesem Moment hatte. Alles andere musste sich diesem Ziel unterordnen.“
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Polizei: Dritter NRW-Castortransport verläuft ohne Zwischenfälle

Der dritte Castortransport durch Nordrhein-Westfalen von Jülich bei Aachen nach Ahaus in Münsterland ist nach Angaben der Polizei Münster ohne besondere Zwischenfälle verlaufen.
Der von Einsatzkräften der Polizei zum Schutz der Atommüllbehälter abgesicherte Konvoi erreichte am frühen Mittwochmorgen das Brennelemente-Zwischenlager Ahaus, wie die Beamten in Münster mitteilten. Der Transport sei am Dienstagabend planmäßig gestartet.
Um diesen Atommüll geht es. Er soll von Jülich ins 170 Kilometer entfernte Ahaus transportiert werden. (Archivbild)

Um diesen Atommüll geht es. Er soll von Jülich ins 170 Kilometer entfernte Ahaus transportiert werden. (Archivbild)

Foto: Andreas Endermann/dpa

Mehrere Versammlungen mit wenigen Teilnehmern

Bei der Polizei Münster waren im Vorfeld vier Versammlungen angemeldet worden. In Jülich und in Ahaus fanden jeweils zwei Versammlungen mit einer Gesamtteilnehmerzahl von etwa 200 Menschen statt.
Die zwei Demonstrationen in Ahaus verzeichneten insgesamt rund 170 Teilnehmer. An den Versammlungen in Jülich nahmen etwa zehn Menschen teil. Die Versammlungen seien störungsfrei verlaufen, erklärte die Polizei.
Im Anschluss an die Versammlungen in Jülich stellten Einsatzkräfte die Personalien von drei Menschen fest, wie die Polizei mitteilte.
Die Polizei habe zuvor Hinweise erhalten, dass die drei sich am Zaun eines Privatgeländes auffällig verhalten hätten. Unter anderem sollen sie Fotos von dem Gelände gemacht haben. Sie seien nach erfolgter Identitätsfeststellung vor Ort wieder entlassen worden.
Auf der rund 170 Straßenkilometer langen Strecke kam es der Polizei zufolge zu temporären Verkehrsbehinderungen. Ende März war ein erster Castortransport von Jülich nach Ahaus bereits ohne besondere Zwischenfälle verlaufen. Ein zweiter Transport im April erfolgte ebenfalls problemlos. (afp/red)
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Erfolgsrezept Natürlichkeit: Wenn Oma viral geht

In eine Panade gehören keine Eier, statt mit Wasser wird Rotkohl besser mit Traubensaft gekocht und damit eine Suppe klar bleibt, müssen die Nudeln extra abgekocht werden. Diese und weitere Küchen-Kniffe lernen mehrere Tausend Follower jede Woche auf den Social-Media-Accounts von Vanessa und ihrer Oma Annemarie.
„Wir machen heute eine Rindfleischsuppe“, sagt Oma Annemarie in die Handykamera ihrer 37 Jahre alten Enkeltochter. Oma kocht und Vanessa filmt – sie zeigen Schritt für Schritt, wie aus einfachen Zutaten traditionelle Gerichte entstehen.
Oma kocht, Vanessa filmt - wie lange die zwei noch Videos machen, hängt ganz davon ab, wie lange Annemarie noch möchte.

Oma kocht, Vanessa filmt – wie lange die zwei noch Videos machen, hängt ganz davon ab, wie lange Annemarie noch möchte.

Foto: Christoph Reichwein/dpa

Über Generationen weitergegebenes Wissen hat so längst seinen Weg in die sozialen Medien gefunden. Was TikTok oder Instagram eigentlich genau sind, weiß Oma Annemarie nicht – es interessiert sie aber auch nicht. Sie freut sich einfach, dass sie Menschen „irgendwo im Internet“ helfen kann.

Ein Krustenbraten geht viral

Angefangen hat das alles mit einem Krustenbraten. „Oma macht einfach den besten“, sagt ihre Enkeltochter. Das Rezept dafür will Vanessa für sich festhalten, aber nicht nur in Form von Mengenangaben mit Zettel und Stift. Deswegen hält Vanessa die Handykamera drauf, als Oma Annemarie den Braten im Topf gart, die Schwarte einschneidet und das Fleisch salzt.
Aus einer Laune heraus lädt Vanessa das Video auf ihrem TikTok-Account hoch, auf dem sie damals selbst schon Videos aus ihrem Alltag postet. Kurze Zeit später hat das digitale Krustenbraten-Rezept mehrere Millionen Aufrufe.
Seit diesem ersten Video im September 2024 kamen zahlreiche weitere hinzu – und damit Tausende Follower und Millionen Klicks. Gefilmt wird am Wochenende oder abends, wenn Vanessa von ihrem eigentlichen Job in einer Apotheke kommt. Viel Arbeit für die 37-Jährige, doch das Drehen mit ihrer Oma macht ihr nicht nur Spaß, sondern trägt auch Früchte: Jetzt haben sie ein eigenes Kochbuch veröffentlicht.
Von der Küche in die Sozialen Medien - und jetzt in ein Kochbuch: Die Rezepte von Vanessa und ihrer Oma Annemarie sind jetzt auch dort zu lesen.

Von der Küche in die Sozialen Medien – und jetzt in ein Kochbuch: Die Rezepte von Vanessa und ihrer Oma Annemarie sind jetzt auch dort zu lesen.

Foto: Christoph Reichwein/dpa

Generationen-Duos im Netz

Mit ihren Videos treffen Vanessa und Oma Annemarie einen Nerv. In den sozialen Medien sind immer mehr Generationen-Duos und ältere Creator unterwegs.
„Sie wirken besonders glaubwürdig, weil sie manchen Mechanismen einfach widersprechen und für Überraschungsmomente sorgen“, sagt Hanna Klimpe von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Der Trend könne zu „einer emotionalen Stabilisierung und gegenseitigem Verständnis“ beitragen.
Ruth Gehrmann von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz meint außerdem: „Eine Chance ist das Aufbrechen von älteren Menschen als homogene Gruppe.“

Mit viel Liebe und Heißluftfritteuse

Der Erfolg in der großen Social-Media-Welt ändert nichts daran, wie und was in der kleinen Küche in Recklinghausen gekocht wird: Statt mit der glanzvollen elektrischen Pfeffermühle würzt Oma Annemarie die Rindfleischsuppe immer noch am liebsten mit der Mühle, die Vanessa ihr vor 20 Jahren geschenkt hat.
Der Spargel und die Kräuter werden ganz einfach mit einer Küchenschere geschnitten. Gestellt ist dabei nichts. „Das könnte Oma auch gar nicht“, sagt Vanessa. Dass ihre Enkelin sie filmt, merke Oma Annemarie die meiste Zeit gar nicht.
Trotzdem ist längst nicht alles so, wie damals zu Omas Zeiten: „Oma möchte eine moderne Oma sein“, erzählt Vanessa. Deshalb sind die zwei Heißluftfritteusen treue Helfer in ihrer Küche.
Mittlerweile ist Oma Annemarie richtiger Fan: „Hähnchen da drin, oh! Das Hähnchen, das ist ja einmalig“, sagt die 79-Jährige. Die Wertschätzung von Essen und Kochen will sie auch auf Social Media zeigen.
Oma Annemarie und ihre Enkelin Vanessa genießen die gemeinsame Zeit, die sie durch das Video-Projekt miteinander verbringen.

Oma Annemarie und ihre Enkelin Vanessa genießen die gemeinsame Zeit, die sie durch das Video-Projekt miteinander verbringen.

Foto: Christoph Reichwein/dpa

Kochen ist für Oma Annemarie mehr als eine veraltete gesellschaftliche Pflicht. Eine Aufgabe zu haben, erfüllt die 79-Jährige. „Ich habe ja Zeit“, sagt sie. Vom Einkaufen bis zum Aufräumen der Küche – das macht sie gerne noch selbst, egal ob für Social Media oder nicht.

Von Hate-Kommentaren bis Heiratsantrag

Wurde da zweimal derselbe Löffel zum Abschmecken benutzt? Wieso hat die Schüssel mit dem Brot jetzt eine andere Farbe als in dem Clip davor? Und Soja-Soße gab es doch früher noch gar nicht, so wie das im Video erzählt wird. Den Detektiven in Vanessas und Oma Annemaries Community fällt alles auf. „Die suchen an jedem bisschen was“, berichtet Oma Annemarie.
Richtige Hate-Kommentare richten sich aber nicht gegen die 79-Jährige, sondern an Vanessa. Dann wird sie manchmal als „die Faule“ beschimpft, die ihrer Oma nicht beim Kochen helfe.
Dass Oma Annemarie „Hummeln im Hintern“ hat und aus Perfektionismus ihre Enkelin eigentlich lieber gar nicht an die Kochtöpfe lässt, können sie nicht wissen. Manchmal antwortet Vanessa dann ironisch. Wenn das Geschriebene unter die Gürtellinie geht, blockiert sie die Verfasser. Ihrer Oma erzählt sie nichts davon.
Die meiste Zeit steht das Generationen-Duo aber in der Gunst ihrer Followerschaft. „Ich habe auch schon einige Heiratsanträge bekommen, nur weil sie bei Oma essen wollen“, erzählt Vanessa.
„Ich kriege auch so viele herzergreifende Nachrichten, manche sagen sogar, sie hätten bei den Videos geweint.“ Oma Annemarie gibt nicht nur Kochtipps, sondern vielen auch das Gefühl von Geborgenheit.

Die virtuellen Großeltern

„Man kriegt virtuell ein paar Großeltern dazu“, sagt Wissenschaftlerin Klimpe. „In einer Gesellschaft, in der sehr viele eben nicht in dieser Dorfstruktur leben, bei der man Eltern oder Großeltern in derselben Stadt hat, bedient das natürlich eine Sehnsucht nach familiärem Zusammenhalt und intergenerationalem Austausch.“
Manche aus der Community lernen durch Oma Annemarie aber auch Deutsch, weil sie so langsam und deutlich in den Videos spricht.
Wie lange das Generationen-Duo im Netz noch Kochvideos teilt, hängt ganz von Oma Annemarie ab: „Wenn Oma morgen sagt, sie hat keinen Bock mehr, dann ist das so“, sagt Vanessa, „aber die Zeit mit ihr gerade kann mir keiner nehmen“. (dpa/red)
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china

Peking verschärft Drohnenverbot – Kurswechsel bei Sicherheitsstrategie


In Kürze:

  • Drohnen in Peking praktisch vollständig eingeschränkt
  • Verkauf, Transport und Nutzung stark reguliert oder verboten
  • Analysten sehen Wandel zu präventiver Sicherheitsstrategie

 
Chinas Hauptstadt hat ihre bislang strengsten Drohnenvorschriften erlassen und damit den Verkauf, Transport und die Nutzung ziviler Drohnen faktisch untersagt – ein Schritt, der nach Ansicht von Experten die zunehmenden Sicherheitsbedenken der Führung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) unterstreicht.
Die neuen Regeln, die am 1. Mai in Kraft traten, erklären ganz Peking zum kontrollierten Luftraum und verlangen eine vorherige Genehmigung für alle Drohnenflüge im Freien. Die Einschränkungen gehen jedoch über die Luftraumregulierung hinaus: Drohnen dürfen weder in die Stadt verkauft, noch von außerhalb eingeführt oder vor Ort gewartet werden.

Umfassende Markt- und Nutzungsbeschränkungen

Nach den vom Pekinger Volkskongress – einem als formell bestätigenden Gremium geltenden Parlament – verabschiedeten Vorschriften gibt es keine „sicheren“ Zonen mehr für den Freizeitgebrauch von Drohnen. Alle Flüge im Freien benötigen eine vorherige Genehmigung, wodurch bisherige Graubereiche für Hobbyanwender entfallen.
Die Regeln untersagen zudem Nichtansässigen, Drohnen in die Hauptstadt mitzubringen, und verbieten verbieten Händlern, sowohl online als auch stationär, den Verkauf oder die Vermietung von Drohnen und zentralen Komponenten innerhalb der Stadt.
Der chinesische Drohnenhersteller DJI hat seine Produkte bereits aus Pekinger Geschäften zurückgezogen. Seit dem 29. April um 16 Uhr haben sämtliche Verkaufsstellen in der Stadt den Vertrieb von DJI-Drohnen eingestellt, und E-Commerce-Plattformen liefern nicht mehr an Adressen in Peking. Dies berichtete das chinesische Techmedium „MyDrivers News“ unter Berufung auf das Medienunternehmen „Sina“.
Auch der Gebrauchtmarkt reagierte: Anfang 2026 stieg die Zahl der Angebote für gebrauchte Drohnen deutlich, während die Preise für populäre Modelle spürbar sanken, wie das chinesische Medium „Red Star News“ berichtete.

Strikte Sicherheits- und Kontrollstrategie in Peking

Zwei China-Analysten aus Taiwan sehen in Pekings Vorgehen einen grundlegenden Wandel der Regulierung. Sun Kuo-hsiang, Professor für internationale Beziehungen und Wirtschaft an der Nanhua-Universität in Taiwan, erklärte gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times, die Maßnahme gehe weit über klassische Flugbeschränkungen hinaus. „Das ist nicht nur ein Verbot von Flügen – es geht darum, den Erwerb von Drohnen für den Freizeitgebrauch grundsätzlich unmöglich zu machen“, sagte er.
Sun bezeichnete die Politik als Übergang von der Regulierung des Flugverhaltens hin zur Kontrolle von Risiken an der Quelle durch eine „durchgängige Steuerung entlang der gesamten Kette“.
De facto würden Drohnen damit von Konsumgütern zu politisch sensiblen Objekten umklassifiziert.
Eine ähnliche Einschätzung äußerte Hsieh Pei-shiue, Forschungsmitarbeiterin am taiwanischen Institut für Nationale Verteidigungs- und Sicherheitsforschung. Sie sagte gegenüber der englischsprachigenEpoch Times, die Vorschriften seien durch lokale Gesetzgebung erlassen worden und hätten damit eine stärkere rechtliche Verbindlichkeit als übliche Verwaltungsmaßnahmen.
„Das spiegelt einen Wandel von nachträglicher Nachverfolgung hin zur präventiven Risikobeseitigung wider“, sagte Hsieh und ergänzte, Peking könne als Modell für eine landesweite Ausweitung dienen.

Kriegslehren verändern Sicherheitsdenken

China ist seit Langem der weltweit größte Produzent und Nutzer kommerzieller Drohnen, wobei DJI laut dem US-Thinktank Special Competitive Studies Project mehr als 90 Prozent des globalen Verbrauchermarkts und nahezu 70 Prozent des gesamten Drohnensektors kontrolliert.
Die abrupt verschärften Vorschriften werfen die Frage auf, welche Faktoren Pekings Sicherheitsdenken bestimmen.
Sun erklärte, jüngste Konflikte – darunter der Krieg zwischen Russland und der Ukraine sowie Auseinandersetzungen im Nahen Osten – hätten die Wahrnehmung von Drohnenrisiken grundlegend verändert. Kleine, kostengünstige Drohnen würden zunehmend für Aufklärung, gezielte Angriffe und sogar Attentate eingesetzt.
Angesichts der Konzentration politischer Führungszentren, militärischer Einrichtungen und ausländischer Botschaften in Peking sei die Führung besonders besorgt über mögliche überraschende Angriffe auf sensible Ziele, so Sun. „Es ist, als würde man eine Glasscheibe über die gesamte Stadt legen“, sagte er. „Nicht, weil jede Drohne gefährlich ist, sondern weil ein einziger Vorfall zu einem gravierenden sicherheitspolitischen Ereignis werden könnte.“

Eine Drohne ist während der Consumer Electronics Expo in Peking am 2. August 2019 ausgestellt.

Foto: FRED DUFOUR/AFP

Sicherheitsrisiken und politische Wahrnehmung

Hsieh betonte, Peking fürchte insbesondere modifizierte Drohnen, die gegen hochrangige Funktionäre oder sensible Einrichtungen eingesetzt oder zur Informationsgewinnung über Führungskomplexe genutzt werden könnten.
Beide Analysten sehen für DJI sowohl wirtschaftliche als auch symbolische Folgen. Sun sprach von „doppeltem Druck“: strengere inländische Kontrollen, die den Konsumentenmarkt in der Hauptstadt faktisch eliminieren, sowie anhaltende Einschränkungen und Prüfungen auf internationalen Märkten, insbesondere in den USA.
Hsieh hob hervor, dass das Verschwinden von DJI-Produkten aus Pekings Geschäften weitreichende Signalwirkung habe. „Die weltweit größte Drohnenmarke für Verbraucher ist nun ausgerechnet in der Hauptstadt ihres eigenen Landes aus den Regalen verschwunden“, sagte er. „Das sendet ein starkes Signal.“
Zugleich könnten Chinas innenpolitische Sicherheitsmaßnahmen internationale Bedenken gegenüber der Technologie verstärken, während Wettbewerber – darunter Hersteller aus Taiwan – auf den globalen Märkten stärker in den Fokus rücken.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Beijing’s Drone Crackdown Signals Shift to Preemptive Security Control: Analysts“. (deutsche Bearbeitung: zk)
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gesellschaft

Nach Amokfahrt in Leipzig: Motiv des Täters weiter unklar

Zwei Tage nach der tödlichen Amokfahrt eines 33-Jährigen in Leipzig herrscht weiter Rätselraten über dessen Beweggründe. Die Ermittler gehen nicht von einem politischen oder religiösen Motiv aus.
Er habe den Erkenntnissen nach „im Zustand der zumindest erheblich verminderten Schuldfähigkeit“ gehandelt, so die Staatsanwaltschaft.
Von ihm gehe weiterhin Gefahr für die öffentliche Sicherheit aus. Deswegen wurde er auf Anordnung eines Ermittlungsrichters in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht.

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Der Deutsche steht den Angaben zufolge in dringendem Tatverdacht des zweifachen Mordes sowie des versuchten Mordes in vier Fällen.
Es sei wahrscheinlich, dass er weitere „Taten vergleichbarer Schwere begehen wird“, hieß es von der Staatsanwaltschaft Leipzig.
 

Stadt will Einkaufsstraße besser sichern

Die betroffene Einkaufsstraße ist inzwischen wieder für Passanten frei. Die Stadt hat angekündigt, sie dauerhaft gegen das Befahren mit Fahrzeugen zu sichern. Das soll voraussichtlich an diesem Mittwoch umgesetzt werden.
Am Montagnachmittag war der 33-jährige Deutsche aus Leipzig dort mit seinem Wagen in die Fußgängerzone gefahren und hatte mehrere Menschen mit seinem Auto angefahren. Zwei Menschen starben, sechs weitere wurden verletzt – zwei von ihnen schwer.
Seither herrscht große Trauer und Fassungslosigkeit in der Stadt. Viele Menschen haben Kerzen und Blumen niedergelegt und bei Andachten der Opfer gedacht. Sachsens Regierung ordnete Trauerbeflaggung an allen Gebäuden von Behörden und Dienststellen des Freistaates an.
„Unser Mitgefühl gilt den Familien und Angehörigen der Opfer“, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). „In Gedanken sind wir bei ihnen und allen, die von diesem schrecklichen Ereignis betroffen sind.“ (dpa/red)
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wirtschaft

Zoll kontrolliert heute bundesweit die Paket-Branche

Mehr als 2.900 Zollbeamte kontrollieren seit dem frühen Morgen Paketzusteller im gesamten Bundesgebiet.
Es gehe um Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung in der Kurier-, Express- und Paketbranche, teilte die Generalzolldirektion mit. Kontrolliert werde vor allem in großen Depots und Verteilzentren – also dort, wo viele Fahrer und Zusteller anzutreffen seien.
Beamte aus allen Hauptzollämtern in Deutschland seien im Einsatz. Die Kontrollen seien dabei verdachtsunabhängig und sollen bis in den Abend weitergehen.

Zoll: Immer wieder Verstöße gegen gesetzlichen Mindestlohn

Man stelle in der Branche immer wieder fest, dass den Fahrern ihre Arbeitszeiten nicht oder nicht vollständig vergütet würden.
„So werden beispielsweise Überstunden sowie die Zeiten für die Beladung der Fahrzeuge oder die Fahrten zwischen den Paketzentren und dem ersten Zustellort nicht entlohnt“, sagte eine Sprecherin. Dadurch werde der gesetzliche Mindestlohn von derzeit 13,90 Euro pro Stunde immer wieder unterlaufen.
Anfang Februar forderte der Bundesrat ein Verbot von Fremdpersonal bei Sortierung, Verladung und Auslieferung.

Anfang Februar forderte der Bundesrat ein Verbot von Fremdpersonal bei Sortierung, Verladung und Auslieferung.

Foto: Sebastian Gollnow/dpa

„Ebenfalls zu beobachten ist der Einsatz von Subunternehmen – unter anderem mit dem Ziel, Sozialversicherungsbeiträge vorzuenthalten beziehungsweise zu veruntreuen und Steuern zu hinterziehen“, teilte der Zoll weiter mit.

Geschäftsunterlagen werden jetzt geprüft

Mit ersten Ergebnissen der bundesweiten Aktion sei erst Ende der Woche zu rechnen. Die Schwerpunktkontrollen am Mittwoch seien erst der Beginn der Arbeit, sagte ein Sprecher des Kölner Hauptzollamts.
Später werde bei genaueren Prüfungen von Geschäftsunterlagen und der Lohnfinanzbuchhaltung der Paketzusteller untersucht, ob der Mindestlohn auch gezahlt werde.
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls (FKS) kontrolliert regelmäßig verschiedene Branchen, um Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung aufzudecken. Vor allem lohnintensive Branchen stehen dabei im Fokus. (dpa/red)
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china kultur

Shen Yuns Rückkehr nach Bombendrohungen: Neue Aufführungen in Toronto


In Kürze:

  • Sechs Vorstellungen in Toronto wurden zuvor wegen Drohungen abgesagt.
  • Polizei sieht keine glaubwürdige Gefahr, Ermittlungen laufen
  • Juni-Termine mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen bestätigt

 
Nach sechs abgesagten Vorstellungen Ende März und Anfang April infolge von Bombendrohungen gegen das Theater kehrt Shen Yun Performing Arts nach Toronto zurück. Im Juni wird das US-amerikanische Tanzensemble sein Programm „China vor dem Kommunismus“ im Four Seasons Centre in Toronto aufführen. Damit erhalten auch Tausende wartende Karteninhaber doch noch die Gelegenheit, die Aufführungen zu besuchen. Obwohl die Polizei von Toronto die Drohungen als unbegründet einstufte, wurden die Vorstellungen von der Theaterleitung im März vorsorglich abgesagt.
Die Vorfälle in Toronto ähneln mehr als 150 weiteren Bedrohungen, denen das in New York ansässige Ensemble für klassischen chinesischen Tanz in den vergangenen zwei Jahren ausgesetzt war. Auch die anschließenden Veranstaltungen in Vancouver Mitte April wurden durch Bombendrohungen überschattet. Die Polizei von Vancouver teilte mit, dass die verwendete Droh-E-Mail-Adresse identisch mit jener aus Toronto gewesen sei; zudem sei die zugehörige Telefonnummer in China registriert.

Erhöhte Sicherheitsstufe für Shows vom 26. bis 28. Juni

Der Falun Dafa Verein von Toronto, der lokale Veranstalter von Shen Yun, teilte mit, dass die Aufführungen nach der Bestätigung der Polizei, dass die Bombendrohungen nicht glaubwürdig seien, unter zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen stattfinden werden. Das Four Seasons Centre for the Performing Arts und der Veranstalter hätten sich auf verstärkte Schutzvorkehrungen verständigt, darunter Metalldetektortore, K-9-Einheiten, Polizeipatrouillen vor Ort sowie ein professionelles Sicherheitsteam, um einen sicheren Ablauf der Juni-Aufführungen zu gewährleisten.
Die verschobenen Vorstellungen sollen vom 26. bis 28. Juni nachgeholt werden. Ticketinhaber der ursprünglich ausgefallenen Termine vom 29. März bis 5. April würden für die Umbuchung kontaktiert. Weitere Informationen seien über die angegebene Website verfügbar, heißt es seitens des Veranstalters.
„Shen Yun Performing Arts ist weithin und international für seine Präsentation von klassischem chinesischem Tanz und Musik anerkannt, die ein reiches kulturelles Erbe durch künstlerische Darbietung zum Leben erweckt“, so der Verein in einer Erklärung. Weiter hieß es dort: „Die Rückkehr des Unternehmens nach Toronto außerhalb seines regulären Tourneeplans spiegelt ein starkes Engagement für das Publikum in dieser Stadt wider.“

Toronto, 29. März 2026: Der konservative Abgeordnete Roman Baber mit einem Shen-Yun-Programmheft vor dem Four Seasons Centre for the Performing Arts neben einem Shen-Yun-Moderator.

Foto: Epoch Times

Shen Yun wurde 2006 von führenden klassischen chinesischen Künstlern gegründet, um die traditionelle Kultur Chinas wiederzubeleben. Seither tritt das Ensemble weltweit unter dem Motto „China vor dem Kommunismus“ auf.
Die Künstler des Ensembles praktizieren Falun Dafa, auch bekannt als Falun Gong, eine spirituelle Meditationspraxis, die in China einst wegen ihrer gesundheitlichen Vorteile öffentlich anerkannt wurde. Laut chinesischen Regierungsstatistiken sollen in den 1990er-Jahren rund 70 bis 100 Millionen Menschen diese Praxis ausgeübt haben. Später wurde sie vom kommunistischen Regime als Bedrohung eingestuft und ab 1999 zur Zielscheibe staatlicher Verfolgung.

Immer wieder Störversuche

Die Absage der geplanten Vorstellungen im Four Seasons Centre war auch für Shen Yun eine Premiere. Die Organisatoren und Künstler bestätigten, dass in vergleichbaren Bedrohungslagen die Aufführungen bislang stets stattgefunden hätten, nachdem die Polizei Ermittlungen durchgeführt und die Bombendrohungen als unbegründet eingestuft hatte. Die Canadian Opera Company, der das Theater gehört und die es betreibt, erklärte, die Entscheidung zur Absage der Vorstellungen sei „aus reiner Vorsicht“ getroffen worden.
Ein Plakat von Shen Yun Performing Arts vor dem Four Seasons Centre in Toronto am 2. April 2026. Foto: Teng Dongyu/The Epoch Times

Ein Plakat von Shen Yun Performing Arts vor dem Four Seasons Centre in Toronto am 2. April 2026.

Foto: Teng Dongyu/Epoch Times

„Die Kommunistische Partei Chinas setzt Drohungen und Zwang ein, um die Menschen davon abzuhalten, unsere Aufführungen zu sehen. Wenn man zulässt, dass solche Druckversuche Erfolg haben, wird dies nur zu weiteren Einmischungen ermutigen“, sagte Jared Ren, Solotänzer von Shen Yun, am 2. April auf einer Pressekonferenz in Toronto nach den ersten beiden Absagen von geplanten Shows.
Laut den lokalen Organisatoren gab es in den vergangenen zwei Jahren Dutzende von falschen Bombendrohungen gegen Shen Yun in Kanada.

Ermittlungen zur Bombendrohung von Vancouver

Erst kürzlich erhielt das Queen Elizabeth Theatre in Vancouver ebenfalls eine per E-Mail versandte Bombendrohung, kurz vor den für den 8. bis 12. April geplanten Shen-Yun-Aufführungen. In der Nachricht hieß es, dass eine „große Menge“ Sprengstoff im Theater platziert worden sei und gezündet werde, falls die Vorstellungen nicht abgesagt würden.
Die Polizei von Vancouver teilte mit, dass die Drohung nach einer Untersuchung als „unbegründet“ eingestuft wurde. Die Vorstellungen von Shen Yun Performing Arts fanden daraufhin planmäßig statt, wie ein Polizeisprecher bestätigte.
Die Cybercrime-Einheit der Polizei habe zudem festgestellt, dass die mit der verwendeten E-Mail-Adresse verknüpfte Telefonnummer in China registriert sei, wie die lokalen Organisatoren berichteten. Dieselbe E-Mail-Adresse sei auch im Zusammenhang mit Drohungen gegen Shen-Yun-Veranstaltungen in Toronto genutzt worden.
Bereits im vergangenen Jahr habe das taiwanesische Kriminalamt eine ähnliche E-Mail-Adresse im Zusammenhang mit Bombendrohungen gegen Theater untersucht und die Spur bis in die Region Xi’an in Zentralchina zurückverfolgt. In Taiwan seien laut Berichten der englischsprachigen Epoch Times mindestens 17 Droh-E-Mails an Behörden und Veranstaltungsorte in mehreren Städten gesendet worden, um Aufführungen zu verhindern.

Die Spur führt nach China

Nach der Absage der Veranstaltungen in Toronto soll der Absender der E-Mail zwei weitere Nachrichten an die lokalen Organisatoren geschickt haben, in denen er nach eigenen Angaben seinen „Erfolg“ hervorhob und zugleich Verbindungen zur Kommunistischen Partei Chinas erwähnte.
In einer am 3. April an den Moderator der Show gesendeten E-Mail in chinesischer Sprache heißt es: „Der Vorfall im Toronto Four Seasons war mein erfolgreichster … Haha!“ Zudem wird geschrieben: „Kanada ist kaum ernst zu nehmen … nicht einmal die Kommunistische Partei meines Heimatlandes konnte den Shen-Yun-Moderator zum Weinen bringen, und ich habe es tatsächlich geschafft.“
Die Polizei von Toronto bestätigte, dass die Bombendrohungen im Four Seasons Centre unbegründet waren. Der Vorfall werde weiterhin untersucht, wie gegenüber der Epoch Times mitgeteilt wurde.
Der konservative Abgeordnete Costas Menegakis (2. v. l.) und der ehemalige konservative Abgeordnete Colin Carrie (r.) überreichen den Gastgebern von Shen Yun am 28. März 2026 im Four Seasons Centre for the Performing Arts in Toronto eine Urkunde. Foto: Epoch Times

Der konservative Abgeordnete Costas Menegakis (2. v. l.) und der ehemalige konservative Abgeordnete Colin Carrie (r.) überreichen den Gastgebern von Shen Yun am 28. März 2026 im Four Seasons Centre for the Performing Arts in Toronto eine Urkunde.

Foto: Epoch Times

Mehrere kanadische Abgeordnete verurteilten die Einmischungsversuche gegen Shen Yun in Kanada und forderten die Wiederaufnahme der Aufführungen. „Die Kanadier sollten darüber sehr besorgt sein“, sagte der konservative Abgeordnete Garnett Genuis gegenüber der Epoch Times. „Es ist entscheidend, darüber zu sprechen und sicherzustellen, dass solche Veranstaltungen künftig nicht mehr abgesagt werden.“
Die liberale Abgeordnete Judy Sgro verurteilte das „eskalierende Muster ausländischer Einschüchterungsversuche“ auf kanadischem Boden. In einer Erklärung sagte sie: „Diese Organisation ist Ziel einer koordinierten Kampagne von Drohungen geworden, darunter falsche Bombendrohungen. Einige davon konnten auf Akteure zurückgeführt werden, die mit der Kommunistischen Partei Chinas in Verbindung stehen.“
Die Tickets für die neu angesetzten Shen-Yun-Aufführungen im Juni in Toronto sind über die offizielle Website erhältlich. Es handelt sich dabei um die letzten Termine der Shen-Yun-Welttournee 2026.

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Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Shen Yun Returning to Toronto After China-Linked Bomb Threats Cancelled 6 Shows“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung sm)
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gesellschaft

Razzien in zwölf Bundesländern bei mutmaßlichen Neonazis

Mit einer Razzia in zwölf Bundesländern ist der Generalbundesanwalt gegen 36 junge mutmaßliche Rechtsextremisten vorgegangen. Sie sollen wichtige Mitglieder der Gruppen „Jung & Stark“ oder „Deutsche Jugend voran“ beziehungsweise „Neue Deutsche Welle“ sein, wie die Karlsruher Behörde mitteilte.
In sozialen Medien und bei Treffen der Gruppierungen wird demnach zu Gewalttaten gegen politische Gegner und vermeintlich Pädophile aufgerufen.
Einige Beschuldigte sollen Angehörige der linken Szene oder Menschen angegriffen haben, die sie für pädophil hielten. Die Opfer wurden jeweils von mehreren Angreifern geschlagen und verletzt, wie die Bundesanwaltschaft ausführte.
Im Fokus der Ermittlungen stehen 36 Beschuldigte, denen die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen wird. Teils soll es sich um Jugendliche oder Heranwachsende handeln.
Beide bundesweit organisierten Gruppen existieren den Angaben zufolge seit Mitte 2024 und haben in den Ländern Regionalgruppen. Den meisten Beschuldigten wirft die Bundesanwaltschaft vor, Rädelsführer der Gruppen zu sein. Gegen acht von ihnen werde auch wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Keine Festnahmen

Festgenommen wurde am Mittwoch niemand. Die Durchsuchungen sollten die bestehenden Verdachtsmomente aufklären. In den zwölf Bundesländern sind den Angaben nach mehr als 600 Polizeikräfte im Einsatz.
Sie durchsuchen etwa 50 Objekte in Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Ausgenommen waren also nur Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg und Thüringen.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) erklärte: „Militante rechtsextreme Gruppen haben Zulauf – erschütternderweise gerade auch unter jungen Menschen.“
Ihre Aktionen richteten sich „gegen alle Menschen, die sie in ihrem rechtsextremen Weltbild als Feinde identifiziert haben – und zugleich gegen unsere Demokratie“, führte die Ministerin aus. „Rechtsextremismus ist die größte Gefahr, die Deutschland von innen droht“, ergänzte sie.
Im Mai vergangenen Jahres war mit der „Letzten Verteidigungswelle“ bereits eine mutmaßliche Zelle von jugendlichen Rechtsextremisten zerschlagen worden.
Die Gruppe soll potenziell tödliche Anschläge auf Linke und Geflüchtete verübt und weitere bereits geplant haben. Vor dem Hamburger Oberlandesgericht begann Anfang des Monats der Prozess gegen acht mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer. (afp/red)
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wirtschaft

Rekorde bei Rohstoffpreisen: Fast alle Metalle verteuern sich erheblich

Neben Öl und Gas haben sich in den vergangenen Monaten nahezu alle Metalle erheblich verteuert. Nach Berechnung der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft haben die Rohstoffpreise auf den Weltmärkten fast wieder ihr Rekordhoch von 2021 erreicht.
Das teilte der Verband in München mit. „Der Irankrieg befeuert diese Entwicklung zusätzlich“, sagte Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. „Kaum eine Branche bleibt von den Preissteigerungen unberührt.“

Edelmetalle an der Spitze

Den größten Preisanstieg verzeichneten demnach im Lauf des ersten Quartals Edelmetalle mit einem Plus von über 34 Prozent – und das, obwohl Gold und Silber im Laufe des März wieder billiger wurden.
An zweiter Stelle folgten seltene Erden mit einem Preisanstieg von 29,3 Prozent. Hierfür seien hauptsächlich die Exportkontrollen der chinesischen Regierung verantwortlich, die den Großteil des Weltmarkts für die seltenen Erden kontrolliert.
Industriemetalle verteuerten sich demnach um 14,3 Prozent. Auffällig: Lithium wurde um über 80 Prozent teurer, Wolfram sogar um mehr als 130 Prozent. Ersteres wird unter anderem für Elektroauto-Batterien benötigt, letzteres laut Brossardt für KI-Chips und Waffen. (dpa/red)
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wirtschaft

BMW: Gewinne gingen um 23 Prozent zurück

Im letzten Quartal unter seinem scheidenden Chef Oliver Zipse hat BMW erneut einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Unter dem Strich verdienten die Münchner von Januar bis März knapp 1,67 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilt.
Das sind rund 23 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Im Vorjahresquartal galten die derzeitigen US-Zölle noch nicht. Die Zölle werden BMW auch im weiter laufenden Geschäftsjahr belasten, erwartet der Konzern – wenn auch etwas weniger als im Gesamtjahr 2025.
Auch der Umsatz schrumpfte – um 8,1 Prozent auf 31 Milliarden Euro – unter anderem, wegen Währungseffekten und weil der Absatz um 3,5 Prozent auf 565.780 Autos sank.
Hier machte sich die Schwäche in China bemerkbar, unter der alle deutschen Hersteller leiden. Gute Geschäfte in Europa konnten dies nicht ausgleichen.

Rekord bei Auftragseingängen in Europa

Positiv sieht man bei BMW aktuell sehr starke Bestellungen in Europa. „Nie zuvor haben wir in Europa so viele Auftragseingänge erzielt wie in den ersten drei Monaten des Jahres“, sagt Konzernchef Zipse und betont: Man habe mit der Einführung der Neuen Klasse die richtige Entscheidung getroffen.
Insgesamt sieht er das Unternehmen „richtig aufgestellt, um auch unter herausfordernden Bedingungen nachhaltig erfolgreich zu sein“.
BMW will angesichts der aktuellen Entwicklung dennoch sparen – wenn auch ohne große Sparprogramme anzukündigen.
„Im wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld blicken wir stets auf die Kosten“, sagt Finanzvostand Walter Mertl. „Wir setzen an diversen Stellhebeln im Unternehmen an, und unser Kostenmanagement zielt auf nachhaltige Wirkung.“
Zipse ist noch bis zur BMW-Hauptversammlung am 13. Mai Konzernchef. Am 14. Mai übernimmt Milan Nedeljkovic – bislang ist er Produktionsvorstand, ein Amt das auch Zipse vor seinem Aufstieg an die Unternehmensspitze bekleidet hatte. (dpa/red)
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wirtschaft

Gewinn von Daimler Truck um 80 Prozent eingebrochen

Der Gewinn beim Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck ist in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 80 Prozent eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sei das Konzernergebnis von 749 Millionen Euro auf 149 Millionen Euro gesunken, teilte der DAX-Konzern aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart mit.
Der Umsatz ging um 13 Prozent auf 9,98 Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis (Ebit) fiel um 71 Prozent von einer Milliarde Euro auf 292 Millionen Euro.
Die Finanzergebnisse seien in erster Linie durch eine geringere Profitabilität bei den Geschäften in Nordamerika beeinflusst worden.
Sie wollen Daimler Truck profitabler machen: Chefin Karin Radström (rechts) und Finanzvorständin Eva Scherer (links). (Archivbild)

Sie wollen Daimler Truck profitabler machen: Chefin Karin Radström (r) und Finanzvorständin Eva Scherer (l).

Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Der schwächelnde US-Markt und weniger verkaufte Busse sorgten bei Daimler Truck für einen erneuten Absatzrückgang. Im ersten Quartal dieses Jahres verkaufte der Nutzfahrzeughersteller weltweit 68.849 Lastwagen und Busse. Das entsprach einem Rückgang von neun Prozent.

Auftragseingänge erholen sich

Von einer „positiven Dynamik“ sprach der Konzern hingegen bei den Auftragseingängen. Diese seien im ersten Quartal um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen. In den USA hätten sich die Auftragseingänge noch deutlicher erholt.
„Wir sind gut aufgestellt, um im weiteren Jahresverlauf trotz eines herausfordernden ersten Quartals weitere Verbesserungen zu erzielen“, sagte Daimler-Truck-Chefin Karin Rådström laut Mitteilung.
In den USA hätten sich die Auftragseingänge deutlich erholt. „Diese Dynamik dürfte sich in den kommenden Quartalen positiv auf unsere Geschäftsentwicklung auswirken“, sagte Rådström.

5.000 Stellen in Deutschland sollen wegfallen

Der Gewinn des unter Druck stehenden Nutzfahrzeugstellers war im vergangenen Jahr um 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf zwei Milliarden Euro eingebrochen. US-Zölle und eine schwache Nachfrage in Nordamerika hatten das Geschäft stark belastet. Auch der Umsatz und Absatz waren zurückgegangen.
Um wettbewerbsfähiger zu werden, hatte Daimler Truck bereits im vergangenen Jahr das Sparprogramm „Cost Down Europe“ aufgelegt. Bis 2030 sollen damit die laufenden Kosten auf dem Heimatkontinent um mehr als eine Milliarde Euro sinken.
In Deutschland sollen deshalb ungefähr 5.000 Stellen wegfallen. Betroffen ist insbesondere die Lkw-Marke Mercedes-Benz. Aber auch in Nordamerika soll gespart werden. (dpa/red)
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Gamestop-Chef will Ebay kaufen – und dann massiv Stellen abbauen

Der Chef des Videospiele-Händlers Gamestop, Ryan Cohen, plant im Falle eines Erfolgs seines Kaufangebots für Ebay drastische Stellenkürzungen bei der Online-Handelsplattform.
„Ich könnte dieses Geschäft von meinem Haus aus betreiben“, sagte Cohen in einem Interview des Podcasts „TBPN“. „Sie haben 11.500 Beschäftigte – und das ergibt keinen Sinn.“ Je mehr Mitarbeiter ein Unternehmen habe, desto langsamer werde es. Kostensenkungen seien der einzige Weg, das Geschäft von Ebay effizienter zu machen.
Ebay hatte nach jüngsten Angaben zum Ende vergangenen Jahres 12.300 Mitarbeiter, davon 7.200 in den USA.

Cohen: „Ich will Ebay besitzen“

Gamestop hatte am Wochenende ein rund 56 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot für Ebay vorgelegt. Es soll laut Cohen zur Hälfte in bar und zur Hälfte in Aktien beglichen werden. Details der Finanzierung blieben jedoch zunächst unklar.
Unter anderem müsste Gamestop sehr viele neue Aktien ausgeben, um zum aktuellen Kurs auf einen Wert von 28 Milliarden Dollar zu kommen. Cohen sprach nun bei „TBPN“ von einer Bündelung der Aktien beider Unternehmen.
Zugleich bekräftigte er seine Ambitionen: „Mein Ziel ist: Ich will Ebay besitzen. Ich will Ebay führen. Ich will, dass es mein Baby ist.“

Konkurrenten zu Amazon aufbauen

Am Wochenende sagte er, er wolle mit der Kombination aus Gamestop und Ebay einen stärkeren Konkurrenten zum weltgrößten Online-Händler Amazon aufbauen. Gamestop ist deutlich kleiner als Ebay.
Cohen hatte vor seiner Zeit bei Gamestop als Mitgründer den auf Haustierartikel spezialisierten Online-Händler Chewy geführt. Er hatte 2020 eine hohe Beteiligung bei dem Spielehändler aufgebaut, dessen Management er als zu langsam beim Online-Geschäft kritisierte, und übernahm 2023 den Chefposten.
Er ließ viele Läden schließen und setzte stattdessen auf das Geschäft etwa mit Sammelkarten und Retro-Konsolenspielen, die Nostalgie bei Gamern wecken. (dpa/red)
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Richter an Fabians Vater gerichtet: „Ich flehe Sie fast an“

Mit verschränkten Armen dreht sich die Angeklagte im Gerichtssaal 2.002 des Landgerichts Rostock auf ihrem Drehstuhl hin und her. Gerade gibt das Gericht Einblick in die Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft Rostock, die sie beschuldigt den achtjährigen Fabian aus Güstrow ermordet zu haben.
Da ist das Video einer Überwachungskamera, das während der Verhandlung abgespielt wird. Es zeigt den Wagen der Angeklagten binnen weniger Minuten zweimal unweit Fabians Adresse am Vormittag des 10. Oktobers 2025.
Im entsprechenden Zeitraum wurde Auswertungen zufolge nach zuvor permanenter Aktivität das Display von Fabians Handy deaktiviert. Es wurde demnach erst wieder am Nachmittag angeschaltet, als seine Mutter nach Hause kam, dort das Handy, aber nicht den Jungen auffand.
Außerdem wird das Foto eines Waldweges gezeigt, das am Vormittag des mutmaßlichen Tattages mit dem Handy der 30-Jährigen gemacht wurde und auch ihren Hund zeigt. Laut Ermittlern befindet sich der Weg unweit des späteren Fundortes von Fabians Leiche.

Auffällige Internet-Suchen

Die Angeklagte schweigt vor Gericht bislang zu den Vorwürfen. Ihr wird vorgeworfen, den Jungen am 10. Oktober vergangenen Jahres mit einem Messer getötet zu haben.
Das Tatmotiv soll mit dem Ende der mehrjährigen Beziehung zusammenhängen, die sie zu Fabians Vater hatte, und die er im August 2025 beendete.
Den Ermittlungen zufolge wurde mit dem Account der Angeklagten am Tag des Verschwindens frühzeitig nach Stichworten wie „Polizei“ oder auch „Person vermisst“ im Internet gesucht.
Den Ausführungen des Gerichts zufolge passierte dies schon, bevor Fabians Vater ihr mitteilte, dass sein Sohn vermisst wird.
Über den Account der 30-jährigen Beschuldigten wurde demnach ferner am Tag nach Verschwinden des Jungen mit Stichworten gesucht wie „fressen Wildschweine tote Menschen“.

Vater glaubt an Unschuld der Angeklagten

Mittlerweile sind beide nach Aussage des Vaters wieder ein Paar. Er habe die Frau, für die bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt, regelmäßig in der Untersuchungshaft besucht. Und er sagt: „Ich glaub‘ an ihre Unschuld.“
Im Gericht werden auch Audionachrichten der Angeklagten abgespielt, in denen sie einem Bekannten vorschlägt, unter anderem bei Klein Upahl südwestlich von Güstrow nach dem damals noch vermissten Jungen zu suchen. Schlussendlich wurde die Leiche unweit des Ortes gefunden. Den Fund hatte die Beschuldigte der Polizei gemeldet.
Der dritte Verhandlungstag im Prozess um Fabians Tod ist eine Marathonsitzung – einziger Zeuge: der Vater des Jungen. Seine Befragung hatte bereits am zweiten Verhandlungstag vergangene Woche begonnen.
Anhand der im Prozess präsentierten Nachrichten wird deutlich, wie der Vater und die Angeklagte auch nach der Trennung vom Sommer 2025 ausgiebig die Probleme der Beziehung diskutierten. „Sie drehen die Beziehung hin und her“, sagt der Vorsitzende Richter Holger Schütt.

„Angst davor, die Wahrheit zu erfahren?“

Dabei ging es wiederholt auch um das angespannte Verhältnis der Beschuldigten zur Familie von Fabians Vater. Demnach störte sie, dass er für Absprachen den Sohn betreffend Kontakt mit der Mutter hielt.
Bereits kurz vor Fabians Verschwinden hatten sich der Vater und die Angeklagte zeitweise wieder angenähert.
Der Vater relativiert auf Nachfrage Chat- und Audionachrichten oder auch eigene vorhergehende Aussagen, die zuungunsten der Beschuldigten ausgelegt werden könnten.
Oberstaatsanwalt Harald Nowack zeigt sich vom zurückhaltenden Engagement des Vaters im Verfahren irritiert, der sich anders als Fabians Mutter nicht als Nebenkläger anwaltlich vertreten lässt.
Er hatte bislang nach eigener Aussage keine direkte Akteneinsicht und bezieht seine Informationen nur aus den Medien oder von Dritten. „Haben Sie Angst davor, die Wahrheit zu erfahren?“, fragt Nowack ihn.
Auch Richter Schütt wird angesichts der teilweisen zurückhaltenden Aussagen des Zeugen deutlich: „Ich flehe Sie fast an, das ist Ihr Sohn, nicht meiner.“

Trauerrede per ChatGPT

Deutliche Emotionen zeigt die Beschuldigte kaum. Auch Fabians Mutter gibt sich bewusst gefasst, aufrecht sitzend den Blick nach vorn gerichtet mit den Händen auf dem Tisch.
Tränen fließen bei der Beschuldigten, als es um den Tod eines Pferdes vor wenigen Jahren geht. Dieses kannte sie laut Fabians Vater seit ihrer Jugend und bestritt mit ihm erfolgreich Turniere. Bei den entsprechenden Schilderungen muss die Angeklagte zum Taschentuch greifen.
Gegen Ende des langen Prozesstages liest Rechtsanwalt Thomas Löcker eine berührende Trauerrede für Fabian vor, wohl in dem Versuch, die Beschuldigte als einfühlsamen Menschen darzustellen.
Sie hatte die Rede für den Vater verfasst, nachdem dieser vor der Beerdigung um Hilfe gebeten hatte. Allerdings verweist Richter Schütt später auf die Auswertung des Handys der Frau.
Demnach stammten die Formulierungen nur zum Teil von ihr. Sie fütterte damit die Künstliche Intelligenz von ChatGPT, die letztlich die Rede verfasste. (dpa/red)