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Apple kämpft vor neuer iPhone-Saison mit Bauteile-Engpässen

Vor dem erwarteten Start der nächsten iPhone-Generation hat der US-Techkonzern Apple mit Engpässen bei wichtigen Bauteilen zu kämpfen. Das Problem seien aktuell vor allem knappe Produktionskapazitäten bei kombinierten Chipsystemen, die das Herzstück von Apple-Geräten wie iPhones und Mac-Computern sind, sagte Konzernchef Tim Cook.
Apple habe die Nachfrage nach iPhones und Macs in den vergangenen Monaten trotz bereits hoher Absatzprognosen unterschätzt, gestand Cook, der im September nach 15 Jahren seinen Posten räumt.
In anderen Jahren wäre das kein allzu großes Problem gewesen – als Riesen-Kunde hat Apple viel Gewicht bei Zulieferern. Doch aktuell gebe es „weniger Flexibilität“ als üblich, beklagte Cook in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Deshalb gebe es gravierende Engpässe und nur eingeschränkte Möglichkeiten zum Gegensteuern.
Die Chipkapazitäten sind ausgebucht, weil wegen des boomenden Geschäfts mit Künstlicher Intelligenz gerade enorm viele Halbleiter für den beschleunigten Ausbau von Rechenzentren bestellt werden.
Dabei ist jetzt die Zeit, in der Apple traditionell die Produktion neuer iPhone-Modelle rechtzeitig zur Markteinführung im Herbst hochfährt. Wie immer äußerte sich der Konzern nicht dazu, ob neue Modelle des Telefons auch diesmal wieder im September vorgestellt werden.
Branchenkenner gehen aber fest davon aus. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg soll in diesem Jahr auch das erste aufklappbare iPhone-Modell auf den Markt kommen.

Starkes iPhone-Quartal

Im vergangenen Quartal stieg der iPhone-Umsatz im Jahresvergleich um nahezu 22 Prozent auf 54,25 Milliarden Dollar (47 Milliarden Euro). Damit übertraf der Konzern die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten.
Marktforschern zufolge legte der iPhone-Absatz im vergangenen Vierteljahr zu – und auch der durchschnittliche Verkaufspreis dürfte höher gewesen sein. Eigene Absatzzahlen nennen die großen Anbieter schon lange nicht mehr.
Das iPhone ist damit weiterhin das wichtigste Apple-Produkt. Es macht rund die Hälfte des Geschäfts aus. Insgesamt stieg der Apple-Umsatz um 16 Prozent auf gut 109,4 Milliarden Dollar. Unterm Strich legte der Gewinn um 27 Prozent auf knapp 29,8 Milliarden Dollar zu.
Dazu trugen laut Apple auch bereits verbuchte Rückzahlungen von US-Importzöllen bei, die dem Konzern zustehen, nachdem das Oberste Gericht der USA einige Maßnahmen von Präsident Donald Trump gekippt hatte.
Bei Dienstleistungen und dem Geschäft in der Region China konnte Apple trotz Zuwächsen die noch höheren Erwartungen der Analysten nicht erfüllen. Die Aktie fiel im US-Handel am Freitag zeitweise um mehr als neun Prozent.
Analyst Gil Luria von der Finanzfirma DA Nathanson verwies im US-Sender CNBC darauf, dass die Apple-Aktie als so etwas wie ein sicherer Hafen bei Wetten auf die KI-Zukunft galt: Egal, wer bei Künstlicher Intelligenz gewinnt, werde man die Software auf Geräten wie iPhones und Mac-Computern nutzen.
Die Anleger seien aber enttäuscht, dass Apple für das laufende Quartal ein verlangsamtes Wachstum vorhersagte. Die Apple-Aktie war in den vergangenen Monaten rasant gestiegen.

Teure Speicherchips

Wie auch anderen Computer-Anbietern macht Apple der drastische Preisanstieg bei Speicherchips zu schaffen. Unter Verweis auf die Kostenexplosion erhöhte der Konzern vor wenigen Wochen die Preise für mehrere Gerätekategorien. Die iPhones blieben davon ausgenommen.
Cook verwies nun darauf, dass der DRAM-Speichermarkt nur drei große Anbieter habe. „Es wäre gut, wenn es mehr Lieferanten gäbe“, sagte er. In der Branche wird das als Aufruf gedeutet, Apple und anderen US-Firmen den Kauf chinesischer Speicherchips zu erlauben. Dagegen gibt es aufgrund des Handelskonflikts zwischen Washington und Peking Widerstände in der US-Regierung.
Das Ende Juni abgeschlossene Vierteljahr war das letzte volle Quartal unter Cooks Regie. Er übergibt die Konzernführung zum September an den bisherigen Hardware-Boss John Ternus. (dpa/red)
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BMW-Gewinn bricht um mehr als ein Drittel ein

BMW brechen die Gewinne weg. Im zweiten Quartal verdiente der Konzern nach Steuern nur noch 1,2 Milliarden Euro – 35 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie er mitteilte. Auch die Umsätze sanken deutlich – von 34 Milliarden auf 31 Milliarden Euro. Die Zahlen kommen einen Tag, nachdem ein Stellenabbauprogramm bekannt wurde.
Blickt man nur auf den Bereich Automobile, ist der Einbruch sogar noch drastischer. In diesem Geschäftsbereich sackte das operative Ergebnis (Ebit) um mehr als 60 Prozent auf 629 Millionen ab. Das führt zur Situation, dass BMW im abgelaufenen Quartal mehr mit seinen Finanzdienstleistungen verdiente als mit der Herstellung von Autos.
Vor allem die Geschäfte in China liefen für die Münchner schlecht, die Verkäufe dort brechen ein, während sich der Wettbewerb immer weiter verschärft. Der BMW-Absatz war dort im zweiten Quartal um fast ein Drittel eingebrochen.

Schwerer Einstieg für den neuen Chef

Es ist ein schwerer Einstand für den neuen BMW-Chef Milan Nedeljkovic, der Mitte Mai vom Produktionsvorstand zum Vorstandsvorsitzenden aufgestiegen ist.
In den nicht einmal drei Monaten seiner Amtszeit musste er schon eine kräftige Gewinnwarnung verkünden, und gestern wurde aus Unternehmenskreisen bekannt, dass BMW weltweit 8.000 Stellen abbauen will. Dazu legt der Konzern unter anderem ein Abfindungsprogramm in Deutschland auf.
BMWs neuer Chef muss schon in den ersten Monaten unerfreuliches verkünden. (Archivbild)

BMWs neuer Chef muss schon in den ersten Monaten unerfreuliches verkünden. (Archivbild)

Foto: Sven Hoppe/dpa

Nedeljkovic sagte: „Die Herausforderungen in der gesamten Automobilindustrie nehmen rasant zu: Ein harter globaler Wettbewerb, steigende regulatorische Anforderungen und die Auswirkungen geopolitischer Konflikte werden unser Geschäftsmodell in den nächsten Jahren prägen. Daher gilt es, schlank und agil zu sein.“
Auch Finanzvorstand Walter Mertl verweist auf den verschärften Wettbewerb. „Nach Einsparungen von 2,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr intensivieren und beschleunigen wir unsere Effizienzmaßnahmen und gehen strukturelle
Veränderungen gezielt an. Unser Ziel ist weniger Komplexität und eine niedrigere Kostenbasis“, sagt er. Schon vergangenes Jahr war die Zahl der Mitarbeiter bei BMW gesunken.
Lange war BMW etwas besser als die beiden anderen großen deutschen Autokonzerne Mercedes-Benz und Volkswagen durch die Krise gekommen. Inzwischen holen die Probleme aber auch die Münchner immer stärker ein. Immerhin liegen sie in Sachen Gewinn im zweiten Quartal noch vor Mercedes, der auf 1,09 Milliarden nach Steuern kam. Volkswagen hat mit 1,54 Milliarden zwar die Nase vorn, ist aber auch sehr viel größer.

Früher wurde deutlich mehr verdient

BMW steckt – wie die anderen deutschen Hersteller – derzeit in einer Abwärtsspirale. Wie steil sie ausfällt, macht ein Blick in den Rückspiegel klar.
Im gerade abgelaufenen Halbjahr machten die Münchner insgesamt 2,9 Milliarden Euro Gewinn. 2025 waren es noch 4,0 Milliarden Euro, 2024 rund 5,7 Milliarden und 2023 sogar 6,6 Milliarden. 2022 waren es sogar mehr als 13 Milliarden – wegen eines extrem positiven Sondereffekts ist zumindest diese Zahl aber kein fairer Vergleich.
Hoffnung setzt BMW unter anderem auf die Fahrzeuge der Neuen Klasse. Das erste Modell iX3 ist inzwischen mehr als 50.000-mal gebaut worden. Die Zahl der Bestellungen insgesamt soll sich sogar schon auf dem Weg zur 100.000 befinden.
Eine schnelle Erholung ist nicht in Sicht. Zum einen werden die Belastungen aus der geplanten Restrukturierung im zweiten Halbjahr aufs Ergebnis drücken. Zum anderen ist der weltweite Automarkt derzeit zu herausfordernd, um eine schnelle Kehrtwende hinzulegen. (dpa/red)
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Deutsche Bank überrascht: Milliardengewinn auf Rekordniveau

Sprudelnde Gewinne im Geschäft mit Wertpapieren, Währungen und mit der Begleitung von Börsengängen haben der Deutschen Bank im zweiten Quartal einen Milliardengewinn auf Rekordniveau beschert.
Das Vorsteuerergebnis des DAX-Konzerns war mit 2,68 Milliarden Euro nur minimal geringer als im gleichen Zeitraum des Rekordjahres 2007, wie Deutschlands größtes Geldhaus in Frankfurt mitteilte.
Dazu trug die Investmentbank mit einem Sprung um etwa 60 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro fast die Hälfte bei – jene Sparte also, von der sich die Deutsche Bank nach den Skandalen und teuren Rechtsstreitigkeiten der Vergangenheit unabhängiger machen wollte.
Die Erträge, also die gesamten Einnahmen, in der Sparte stiegen mit rund 3,2 Milliarden Euro auf den höchsten Wert seit der Neuaufstellung des Geschäftsbereichs im Jahr 2019.
Unter dem Strich stehen für Deutschlands größtes Geldhaus für den Zeitraum April bis Juni 1,64 Milliarden Euro Gewinn – zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor, aber etwas weniger als 2007. Angesichts der guten Ergebnisse, die die Markterwartungen übertrafen, will die Bank weitere 500 Millionen Euro in den Rückkauf eigener Aktien stecken.

Konzernchef Sewing will Rendite nach oben treiben

„Zusammen mit unseren bisherigen Rekordergebnissen in diesem Jahr stärken diese Entwicklungen unsere Zuversicht, dass wir unsere Ziele für 2028 übertreffen können“, sagte Konzernchef Christian Sewing.
Der Manager, der die Führung des Geldhauses nach etlichen Krisenjahren im April 2018 übernommen hatte, will die Eigenkapitalrendite auf mehr als 13 Prozent steigern. Im zweiten Quartal lag sie bei 11 Prozent. Diese Rendite zeigt, wie effizient Banken ihr Kapital zur Erzielung von Gewinnen einsetzen.
Künstliche Intelligenz (KI) eröffne „neue Möglichkeiten, Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen und zusätzliche Einsparungen zu erzielen“, bekräftigte Sewing. Die Bank will bis 2028 für einen Euro Ertrag weniger als 60 Cent aufwenden. Im ersten Halbjahr waren es noch fast 61 Cent.
Getrübt wurde der Aufschwung zuletzt erneut durch Ermittlungen der Justiz. Nachdem Ermittler von Staatsanwaltschaft und Bundeskriminalamt (BKA) bereits im Januar die Zentrale des größten deutschen Geldhauses durchsucht hatten, folgte im Juli eine weitere Durchsuchung.
Diesmal ging es um Beweise für fragwürdige Aktiengeschäfte aus früheren Postbank-Zeiten. Die Deutsche Bank ist in diesem Fall Rechtsnachfolgerin der Postbank.

Nach sechs Monaten auf Rekordkurs

Die Bank sieht sich auf gutem Weg, ihre Erträge im Gesamtjahr 2026 wie geplant auf rund 33 Milliarden Euro zu steigern. Nach sechs Monaten stehen rund 17,2 Milliarden Euro Erträge in der Zwischenbilanz.
Der Halbjahresgewinn von rund 3,6 Milliarden Euro unter dem Strich kommt nicht ganz an das Ergebnis von 2007 heran: Im letzten Jahr vor dem Höhepunkt der Finanzkrise entfielen auf die Aktionäre der Deutschen Bank in den ersten sechs Monaten knapp 3,9 Milliarden Euro.
Im Gesamtjahr 2025 hatte die Deutsche Bank mit gut 9,7 Milliarden Euro das bisher höchste Vorsteuerergebnis ihrer Geschichte erzielt. Unter dem Strich standen 6,1 Milliarden Euro Überschuss. Höher war der auf die Anteilseigner entfallende Gewinn nur im Rekordjahr 2007 mit damals rund 6,5 Milliarden Euro. (dpa/red)
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Porsche-Verkäufe weiter im Sinkflug – China-Absatz um 32 Prozent eingebrochen

Porsche im Abwärtssog: Der Sportwagenbauer hat im ersten Halbjahr in allen Märkten Abstriche machen müssen – und daher erneut weniger Autos verkauft. Von Januar bis Juni setzen die Schwaben weltweit gut 122.300 Fahrzeuge ab, wie das Unternehmen aus Stuttgart mitteilte.
Das waren 16 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025. Auch im Vergleich zum Jahresbeginn hat sich die Situation damit leicht verschlechtert.

Steuervergünstigungen fielen weg

Wesentliche Gründe sind demnach entfallene Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge in den USA sowie die hohe Nachfrage nach dem vollelektrischen Macan im Vorjahreszeitraum. Damals kam das Modell auf den Markt.
Hinzu komme das Produktionsende von Cayman und Boxster mit Verbrennungsmotor im Oktober 2025. Die Modellreihe lief unter anderem wegen Cybersicherheitsregeln aus. Direkte Nachfolger gibt es nicht.
Im ersten Halbjahr liege man unter dem Vorjahreszeitraum, aber im Bereich der eignen Erwartungen, teilte Vertriebsvorstand Matthias Becker mit.
„Seit Ende Juni liefern wir den Cayenne Electric an unsere Kundinnen und Kunden aus und freuen uns über die positive Resonanz aus dem Handel.“
Auf welches Niveau sich der Absatz 2026 einpendeln wird, ließ Becker offen. Er verwies stattdessen auf einen Kapitalmarkttag im Oktober, bei dem der neue Porsche-Chef Michael Leiters seine Strategie für Unternehmen und Modellpalette vorstellen will.

Minus in allen Weltregionen

Besonders deutlich fiel der Rückgang in China aus: Dort übergab die VW-Tochter rund 14.500 Autos an ihre Kunden – und damit 32 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025.
Vor allem in China sanken die Zahlen deutlich. (Archivbild)

Vor allem in China sanken die Zahlen deutlich. (Archivbild)

Foto: Marijan Murat/dpa

Wesentliche Gründe für den Rückgang blieben das weiter herausfordernde Marktumfeld und der Fokus auf einen wertorientierten Absatz, hieß es. Letzteres bedeutet unter anderem, dass sich Porsche nach eigenen Angaben nicht an Preiskämpfen in China beteiligt.
Aber auch in allen anderen Weltregionen läuft es nicht rund: Nach China am deutlichsten verloren hat Porsche in den Übersee- und Wachstumsmärkten – dazu gehören zum Beispiel Afrika, Lateinamerika, Australien, Südkorea und Japan (minus 18 Prozent).
In der größten Vertriebsregion Nordamerika sanken die Zahlen um 13 Prozent auf gut 37.700 Auslieferungen. Ebenfalls abwärts ging es in Deutschland (minus 6 Prozent) und im Rest Europas (minus 14 Prozent).

Nur 911er mit Zuwächsen

Der SUV Cayenne war im ersten Halbjahr das bestverkaufte Modell – trotz eines Rückgangs von 9 Prozent. Porsche verkaufte davon mehr als 38.100 Stück.
Das Minus dürfte auch an der Einführung des E-Modells liegen, die aktuell an erste Kunden ausgeliefert wird. Auch bei anderen Baureihen ging es bergab:
  • Macan: rund 35.300 Fahrzeuge (minus 22 Prozent)
  • Panamera: rund 9.300 Fahrzeuge (minus 38 Prozent)
  • 718 (Boxster und Cayman): rund 2.800 Fahrzeuge (minus 73 Prozent)
  • Taycan: rund 6.200 Fahrzeuge (minus 25 Prozent).
Einzig der Sportwagenklassiker 911 legte um 19 Prozent zu. Insgesamt wurden mehr als 30.500 Fahrzeuge an Kunden verkauft. Wie hoch der Anteil der reinen Stromer am Gesamtabsatz war, wies Porsche nicht mehr gesondert aus.

Absatz in der Abwärtsbewegung

Die Verkaufszahlen waren bereits 2024 und 2025 rückläufig. Im vergangenen Jahr setzten Porsche gut 279.400 Sport- und Geländewagen ab.
Das war ein Zehntel weniger als 2024 und der niedrigste Stand seit dem Corona-Jahr 2020. Besonders schwierig war und ist die Situation China. Zwischen 2021 und 2025 haben sich die Verkaufszahlen dort mehr als halbiert.
Beobachter und Experten rechnen nicht damit, dass sich der chinesische Markt in absehbarer Zeit erholt. Im Gegenteil.
Porsche muss sich anpassen – und die eigenen Strukturen schrumpfen. Ende Juli soll ein zweites Sparpaket stehen, dass auch einen weiteren Stellenabbau umfassen dürfte. (dpa/red)
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Siemens trotzt den Krisen – nicht ohne Schrammen

Siemens hat in der von Unsicherheit und Belastungen geprägten Weltlage solide Zahlen vorgelegt.
Zwar sank der Gewinn des Konzerns im zweiten Geschäftsquartal von Januar bis März um 8 Prozent, wie er mitteilt. Viele andere deutsche Unternehmen können von 2,2 Milliarden Plus unter dem Strich nur träumen. Zudem hatte Siemens vor einem Jahr noch von einem Sondereffekt profitiert.
Der Umsatz blieb trotz eines Verkaufs bei 19,8 Milliarden Euro stabil, der Auftragseingang stieg dagegen um 11 Prozent auf 24,1 Milliarden.
Bei allen Zahlen machten sich negative Währungseffekte bemerkbar. Wie stark sie auf das Ergebnis wirkten, beziffert Siemens nicht, bei Auftragseingang und Umsatz waren es dem Konzern zufolge aber 7 beziehungsweise 6 Prozentpunkte.

Digital Industries erholt sich

Vor allem Digital Industries konnte sich im zweiten Quartal weiter erholen. Die Sparte war lange Zeit die profitabelste im Konzern, hatte dann aber einige Zeit unter anderem wegen zu großer Lagerbestände bei den Kunden geschwächelt und den Abbau mehrerer tausend Jobs im Automatisierungsgeschäft angekündigt. Nun geht es wieder aufwärts: Das Ergebnis stieg von 634 Millionen auf 857 Millionen Euro.

Techniker bereiten humanoide Roboter am Siemens-Messestand auf der Hannover Messe 2026 am 20. April 2026 in Hannover vor.

Foto: Sean Gallup/Getty Images

Den höchsten Ergebnisanteil steuerte erneut Smart Infrastructure bei. Das Ergebnis dort sank aber um 20 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro – hier hatte der Vergleichswert aus dem Vorjahr allerdings den bereits erwähnten positiven Sondereffekt von mehr als 300 Millionen gehabt.
„Wir haben ein erfolgreiches zweites Quartal abgeliefert, trotz des weiterhin sehr anspruchsvollen geopolitischen Umfelds“, sagt Siemens-Chef Roland Busch. Siemens hat erst vor kurzem seine Prognose für das laufende Jahr erhöht. Diese Werte bestätigte der Konzern nun.
Zudem kündigte Finanzvorständin Veronika Bienert ein neues Aktienrückkaufprogramm an. In den kommenden fünf Jahren will Siemens bis zu 6 Milliarden Euro dafür einsetzen. (dpa/red)
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BMW: Gewinne gingen um 23 Prozent zurück

Im letzten Quartal unter seinem scheidenden Chef Oliver Zipse hat BMW erneut einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Unter dem Strich verdienten die Münchner von Januar bis März knapp 1,67 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilt.
Das sind rund 23 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Im Vorjahresquartal galten die derzeitigen US-Zölle noch nicht. Die Zölle werden BMW auch im weiter laufenden Geschäftsjahr belasten, erwartet der Konzern – wenn auch etwas weniger als im Gesamtjahr 2025.
Auch der Umsatz schrumpfte – um 8,1 Prozent auf 31 Milliarden Euro – unter anderem, wegen Währungseffekten und weil der Absatz um 3,5 Prozent auf 565.780 Autos sank.
Hier machte sich die Schwäche in China bemerkbar, unter der alle deutschen Hersteller leiden. Gute Geschäfte in Europa konnten dies nicht ausgleichen.

Rekord bei Auftragseingängen in Europa

Positiv sieht man bei BMW aktuell sehr starke Bestellungen in Europa. „Nie zuvor haben wir in Europa so viele Auftragseingänge erzielt wie in den ersten drei Monaten des Jahres“, sagt Konzernchef Zipse und betont: Man habe mit der Einführung der Neuen Klasse die richtige Entscheidung getroffen.
Insgesamt sieht er das Unternehmen „richtig aufgestellt, um auch unter herausfordernden Bedingungen nachhaltig erfolgreich zu sein“.
BMW will angesichts der aktuellen Entwicklung dennoch sparen – wenn auch ohne große Sparprogramme anzukündigen.
„Im wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld blicken wir stets auf die Kosten“, sagt Finanzvostand Walter Mertl. „Wir setzen an diversen Stellhebeln im Unternehmen an, und unser Kostenmanagement zielt auf nachhaltige Wirkung.“
Zipse ist noch bis zur BMW-Hauptversammlung am 13. Mai Konzernchef. Am 14. Mai übernimmt Milan Nedeljkovic – bislang ist er Produktionsvorstand, ein Amt das auch Zipse vor seinem Aufstieg an die Unternehmensspitze bekleidet hatte. (dpa/red)
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Audis Gewinne schrumpfen immer weiter

Audi macht immer weniger Gewinn. Im ersten Quartal verdiente der zu VW gehörende Teilkonzern nach Steuern 559 Millionen Euro, wie er mitteilt. Das waren gut 11 Prozent weniger und der vierte Rückgang in einem ersten Quartal in Folge.
Zum Vergleich: In den ersten drei Monaten des Jahres 2022 hatte Audi noch 2,9 Milliarden nach Steuern verdient.
Seither hat sich für die ganze Autoindustrie der Wind gedreht und er bläst auch Audi kalt ins Gesicht: Die US-Zölle sorgten für eine Belastung im niedrigen dreistelligen Millionenbereich, wie Finanzchef Jürgen Rittersberger sagt.
Ohne die US-Zölle hätte es laut Rittersberger im ersten Quartal für ein Gewinnwachstum vor Steuern gereicht.

China-Ergebnis schrumpft

Das andere Dauerproblem für Audi ist China. Dort verdiente der Konzern sehr viel weniger. Das China-Geschäft, das Audi im Finanzergebnis verbucht, trug dort nur noch 28 Millionen Euro bei.
Vor einem Jahr waren es noch 170 Millionen. Hier leidet Audi, wie alle deutschen Hersteller, unter dem sehr harten Wettbewerb auf dem chinesischen Markt. Zudem fiel Förderung für Elektroautos weg, was zu Kaufzurückhaltung führte.
Audi bekam darüber hinaus auch noch den Modellwechsel beim wichtigen A6 zu spüren, wie Rittersberger sagt. Hier sei im Laufe des Jahres eine Verbesserung zu erwarten.
Dazu soll auch Audis für China entwickelte Wortmarke ohne die berühmten vier Ringe beitragen. Hier wird im Laufe des Jahres das zweite Modell eingeführt.
Auch beim Umsatz musste Audi Federn lassen. Er sank von 15,4 auf 14,2 Milliarden Euro. Alle Zahlen beziehen sich auf den Audi-Konzern zu dem neben der Kernmarke auch Bentley und Lamborghini gehören.

Erheblichen Handlungsdruck

„Unsere Ergebnisentwicklung zeigt klar, dass wir erheblichen Handlungsdruck haben“, sagt Rittersberger. Deswegen treibe man Kosten- und Effizienzmaßnahmen weiter voran. Im ganzen VW-Konzern wird derzeit darüber diskutiert, wie weiter gespart werden kann.
Natürlich prüfe man permanent, wo es weitere Einsparmöglichkeiten gebe, sagt Rittersberger darauf angesprochen. Man habe bei Audi aber schon „wirklich viel“ umgesetzt.
Zum Werk Neckarsulm, über das es zuletzt Spekulationen gab, sagte er, es sei ein „ganz entscheidendes Werk“ für Audi. Zudem modern, gut aufgestellt und ausgelastet. (dpa/red)