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Überhöhte Werkstattkosten – BGH entlastet Kaskoversicherer

Wer mit seinem Fahrzeug in einen Unfall verwickelt ist, weiß: Jetzt beginnt der Ärger. Versicherung informieren, gegebenenfalls Gutachten einholen, Fahrzeug reparieren lassen – und die Werkstattrechnung bezahlen.
Doch wer zahlt beim sogenannten Werkstattrisiko – also dann, wenn eine Autowerkstatt überhöhte Kosten berechnet? Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe nun auch für Kaskoversicherer sehr klar beantwortet. (Az. IV ZR 235/25).

Was hat der BGH entschieden?

Kaskoversicherungen sind in der Regel nicht zuständig für zu Unrecht erhobene Werkstattkosten. Das Werkstattrisiko verbleibe hier beim Versicherungsnehmer, entschied der BGH.
Denn in den allgemeinen Versicherungsbedingungen, auf die sich auch die nun unterlegene Klägerin berufen hatte, habe sich die Kaskoversicherung zur Übernahme „erforderlicher Kosten“ für die fachgerechte Reparatur verpflichtet. Dazu gehörten überteuerte Positionen oder unnötige Arbeiten aber ausdrücklich nicht, hieß es in der Begründung des Senats.

Worum ging es im vorliegenden Fall?

Geklagt hatte eine vollkaskoversicherte Frau, die im Dezember 2020 beim Einparken ihr Auto beschädigt hatte. Sie ließ es reparieren und meldete den Schaden bei ihrem Versicherer HUK24, einer Online-Tochter der HUK-Coburg. Diese zahlte zwar – zog aber neben dem vereinbarten Selbstbehalt zusätzlich rund 390 Euro von der Gesamtrechnung ab.
Sie begründete dies mit überhöhten Kosten der Werkstatt. Diese habe Positionen abgerechnet, die für die Instandsetzung des Unfallwagens nicht erforderlich gewesen seien. Die Frau zog vor Gericht, verlor in den Vorinstanzen vor dem Amtsgericht und dem Landgericht Heilbronn – und unterlag nun auch vor dem BGH.

Was bedeutet eigentlich Werkstattrisiko?

Das Werkstattrisiko regelt, wer die Kosten trägt, wenn nach einem Unfall eine Werkstatt unnötige Reparaturen abrechnet. Dazu zählen Arbeiten, die überteuert sind, fehlerhaft oder gar nicht durchgeführt, aber dennoch in Rechnung gestellt wurden.
Solche Kosten dürfen im Haftpflichtrecht grundsätzlich nicht zulasten des Geschädigten gehen. Für das Kaskoversicherungsrecht gelten diese Grundsätze aber nicht, stellte der 4. Senat nun unmissverständlich klar.

Was hatte der BGH denn bisher zum Werkstattrisiko gesagt?

Im Haftpflichtrecht sprach er bereits deutliche Worte. Der Kern: Nach einem unverschuldeten Unfall trägt nicht der Geschädigte, sondern der Unfallverursacher beziehungsweise dessen Kfz-Haftpflichtversicherung das Risiko für überhöhte, fehlerhafte oder verzögerte Werkstattleistungen.
Das gilt nach einem jüngsten BGH-Urteil aus dem Jahr 2024 sogar dann, wenn die Werkstatt Positionen für Arbeiten abrechnet, die gar nicht durchgeführt wurden. Damit soll verhindert werden, dass jemand, der nicht schuld an einem Unfall ist, auf solchen Kosten sitzenbleibt.

Was sagt der Versicherer zum Urteil?

Er begrüßt die aktuelle Entscheidung. „Für uns als Versicherer ist es wichtig, dass nur tatsächlich erforderliche und angemessene Reparaturkosten erstattet werden – das dient letztlich auch der Beitragsstabilität für alle Versicherten“, so ein Sprecher der HUK-Coburg.
Das Urteil bestätige die Rechtsauffassung, dass das sogenannte Werkstattrisiko im Kaskoversicherungsrecht anders zu bewerten sei als im Haftpflichtrecht.

Welche Folgen hat das Urteil für Verbraucher?

Höhere Versicherungsbeiträge wegen des Werkstattrisikos sind damit nicht zu befürchten, da der Versicherungsnehmer das Risiko trägt. Verbraucher sollten bei Abschluss einer Kaskoversicherung aber darauf achten, dass sie mit Blick auf das aktuelle Urteil aufgeklärt und informiert werden, sagte Peter Grieble, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.
Er erwarte im Übrigen auch, dass die Versicherer in Beratungen zu einer Kaskoversicherung ihre potenziellen Kunden künftig sehr deutlich darauf hinweisen, dass sie für das Werkstattrisiko im Zweifel nicht einstehen.
Auch sollten Verbraucher Werkstattrechnungen sehr genau prüfen und kontrollieren. Am besten sei es allemal, dem Versicherer im Schadensfall einen Kostenvoranschlag der Werkstatt vorzulegen und diesen absegnen zu lassen, rät Experte Grieble.
Gegen Rabatte böten Kaskoversicherer zudem auch Verträge an, bei denen man im Schadensfall an eine bestimmte, vom Versicherer ausgewählte Werkstatt gebunden ist. In solchen Fällen dürfte das Werkstattrisiko nicht beim Verbraucher liegen, wie auch der BGH andeutete. (dpa/red)
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US-Rüstungsfirma will Marschflugkörper in Sachsen bauen

Das US-Rüstungsunternehmen Covenant will in Sachsen eine umfangreiche Produktion weitreichender Marschflugkörper aufbauen. „Im ersten Jahr werden wir etwa 1.000 Stück produzieren und dann auf 5.000 Stück hochfahren. Das ist unser Ziel für die Jahresproduktion“, sagte Covenant-Chefin Abigail Denburg.
Die Produktion des Marschflugkörpers Anthem soll demnach im kommenden Jahr im Raum Leipzig für europäische Kunden beginnen. Das in Washington ansässige Unternehmen hat auch noch eine Fabrik in Dallas/Texas zur Versorgung der US-Streitkräfte sowie einen Standort in Israel.
„Das Werk von Covenant im Norden Israels unterstützt die Bereiche Technik und Fertigung, und das Unternehmen greift in hohem Maße auf israelische Fachkräfte aus dem Bereich der Verteidigungstechnik zurück“, schrieb die „Jerusalem Post“ dazu. „Haaretz“ berichtete, vor einem geheimen Waffentest in Marokko habe ein Frachtflugzeug das Material dafür in Israel abgeholt.
Anthem kann einen 200 Kilogramm schweren Gefechtskopf tragen. Zu Medienberichten, wonach die Reichweite 1.500 Kilometer beträgt, äußert sich das Unternehmen nicht. Anthem wird als Waffe für Präzisionsschläge tief im gegnerischen Gebiet („deep strike“) bezeichnet.
Das Unternehmen will das Waffensystem deutlich günstiger anbieten als bislang auf dem Markt verfügbare Systeme. Covenant erklärt dazu, Anthem werde einen sechsstelligen Betrag kosten, also weniger als eine Million, während andere Waffensysteme dieser Art üblicherweise mehrere Millionen US-Dollar pro Stück kosten. Tests mit der Waffe gab es Berichten zufolge in den USA und in Marokko.

Umfangreiche Waffenarsenale sollen Gegner abschrecken

Die Massenproduktion hat eine militärische Bedeutung und soll Kunden durchhaltefähig machen. Denburg sagt dazu: „Abschreckung ist eine Kalkulation des Feindes, und diese Kalkulation ändert sich, wenn man über umfangreiche Waffenarsenale verfügt. Wenn man ein Ziel erreichen und einmal angreifen kann, schreckt das den Feind nicht unbedingt ab.“
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist Covenant bereits in Gesprächen mit der Bundeswehr und der Beschaffungsbehörde, ohne dass dies offiziell bestätigt wird. Denburg sagte – ohne einen direkten Bezug zu Deutschland – es gebe bereits einen Produktionsvertrag für Lieferungen von Deutschland aus beginnend im ersten Quartal 2027. „Dieser europäische Kunde wird selbst entscheiden, wann er dies bekanntgeben möchte“, sagte sie dazu.

Covenant hat Ex-General als Berater

Covenant wurde erst 2024 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Washington. Der Standort Leipzig biete sich für eine Fabrik an, weil es dort hervorragende Fachkräfte gebe, so das Unternehmen.
Die Firma hat nach eigenen Angaben in drei Finanzierungsrunden mehr als 250 Millionen US-Dollar (215 Millionen Euro) von Investoren eingeworben. Unter den Geldgebern ist auch der Founders Found, bei dem Peter Thiel zu den Mitgründern zählt. Er ist bekannt für seine libertären und rechtskonservativen Positionen, seine Nähe zu US-Präsident Donald Trump und seine Kritik an liberalen Demokratien.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte in der Vergangenheit „ausdrücklich“ Bedenken gegen Thiel geteilt. Öffentlich diskutiert wurde auch, ob neue Abhängigkeiten entstehen oder ob nicht die Gefahr größer ist, im Spannungsfall ohne ausreichend gefüllte Munitionslager dazustehen.
In Deutschland hat das Unternehmen nach eigenen Angaben Generalleutnant a.D. Andreas Marlow als Berater. Er war bis 2025 Stellvertreter des Heeresinspekteurs und leitete von 2022 an auch die EU-Ausbildungsmission für die ukrainischen Streitkräfte. Ein in Europa produziertes Programm für Langstreckenflugkörper sei „das fehlende Puzzlestück in unserer Abschreckungsarchitektur“, wird Marlow zitiert.

Ist Anthem eine Alternative für den Tomahawk?

Deutschland und die europäischen Nato-Verbündeten bemühen sich derzeit, weitreichende Waffensysteme als Antwort auf die russische Bedrohung zu beschaffen und auch selbst zu entwickeln. Beim Nato-Gipfel in Ankara hatte sich die Bundesregierung mit den USA auf den Kauf von US-Marschflugkörpern des Typs Tomahawk geeinigt.
Die Deutsche Marine hatte Anfang September einen zuvor geheim gehaltenen Test des israelischen Raketensystems Lora – eine ballistische Rakete – erfolgreich abgeschlossen. Deutschland selbst verfügt bereits über den Marschflugkörper Taurus des Rüstungskonzerns MBDA, ist damit aber von einer Massenproduktion weit entfernt.
Die europäischen Nato-Staaten verfügen derzeit auch noch nicht über eigene Mittelstreckenwaffen. Mittelfristig wollen mehrere Verbündete ein eigenes Waffensystem für weitreichende Präzisionsangriffe („deep precision strike“) auf sogenannte Hochwertziele eines Gegners beschaffen. Dazu wurde 2024 auf dem Nato-Gipfel in Washington das Projekt Elsa („European Long-Range Strike Approach“) angestoßen. (dpa/red)
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Schlechte PISA-Ergebnisse: Merz bietet Ländern Zusammenarbeit bei Bildung an

Nach Bekanntwerden der schwachen Ergebnisse der neuen PISA-Studie hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den Bundesländern eine Zusammenarbeit zur Stärkung der Bildung angeboten.
„Ich will den Ländern ausdrücklich anbieten, dass wir noch einmal gemeinsam zu einer großen Kraftanstrengung finden, um die Situation der Bildung in Deutschland zu verbessern“, sagte Merz am Mittwoch im Bundestag.
Bildungsministerin Karin Prien (CDU) verwies auf eine nötige Altersgrenze bei Social Media.
Schulbildung ist in Deutschland Ländersache, der Bund kann aber begrenzt unterstützen. Bildung sei „eine der zentralen Aufgaben unseres Landes, dafür zu sorgen, dass Kinder und Jugendliche eine Chance haben“, betonte der Kanzler. Die am Dienstag bekannt gewordenen Ergebnisse, wonach Deutschlands Schülerinnen und Schüler in Mathematik und Lesekompetenz schlechter abschnitten als je zuvor, bezeichnete Merz als „ernüchternd“.

SPD will sich stärker um Bildung kümmern

Auch SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf sagte im Bundestag, über die Pisa-Ergebnisse müsse gesprochen werden – auch selbstkritisch. Er werbe dafür, „dass wir, auch wenn das nicht primär unsere Zuständigkeit ist, uns viel, viel stärker um die Bildungspolitik in diesem Land kümmern“.
Kanzler Merz wies in seiner Rede zugleich darauf hin, dass der Staat alleine nicht die Bildungsprobleme des Landes lösen könne. „Man kann Bildung und Erziehung nicht an den Staat outsourcen“, sagte Merz. „Auch die Familien, auch die Eltern gehören dazu und haben eine Verantwortung. Wenn wir das gemeinsam wahrnehmen, dann können wir das Problem lösen.“

Grüne fordern mehr Zusammenarbeit

Die Grünen forderten ebenfalls eine bessere Zusammenarbeit der Länder. „Wir müssen endlich raus aus dem föderalen Klein-Klein“, sagte Parteichefin Franziska Brantner der „Rheinischen Post“ vom Mittwoch.
„Die Länder bleiben für Bildung verantwortlich. Aber sie und der Bund müssen viel stärker zusammenarbeiten, voneinander lernen und erfolgreiche Konzepte verbindlich übernehmen.“

Prien fordert Altersgrenze bei Social Media

Bildungsministerin Prien, die die PISA-Ergebnisse am Dienstag vorgestellt hatte, zeigte sich im RBB überzeugt, dass das schlechte Abschneiden auch mit der Social-Media-Aktivität der jungen Menschen zusammenhängt.
„Dass die Kinder sich nicht mehr konzentrieren können, dass sie keine Ausdauer mehr haben, dass sie auch nicht mehr in der Lage sind, sinnentnehmend zu lesen, hat etwas mit Social Media und Bildschirmzeit zu tun.“
Deshalb seien sowohl eine Altersbeschränkung als auch eine bessere Medienerziehung nötig, betonte die CDU-Politikerin: „Wir können nicht riskieren, dass unsere Kinder im digitalen und KI-Zeitalter immer weniger in der Lage sind, kritisch zu denken und immer weniger in der Lage sind, sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen.“ Sie werde deshalb in den nächsten Wochen entsprechende Vorschläge im Kabinett vorlegen. Zugleich setzt sie auf eine europäische Lösung.

Prien sieht Zusammenhang mit Social Media: Die Bildungsministerin fordert eine Altersbeschränkung und bessere Medienerziehung für Kinder und Jugendliche. (Symbolbild)

Foto: Saeed Khan / AFP via Getty Images

Expertenkommission schlägt Altersgrenze vor

Ende Juni hatte eine vom Familienministerium eingesetzte Expertenkommission ihre Empfehlungen für eine Gesamtstrategie zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt vorgelegt.
Die Kommission schlug dabei entweder eine Mindestaltersgrenze von 13 Jahren oder Beschränkungen für einzelne Social-Media-Angebote vor. Prien ließ bereits da erkennen, dass sie eine Altersgrenze von 13 Jahren für den richtigen Weg hält, auch mit 14 Jahren gehe sie noch mit.

PISA zeigt Zusammenhang mit sozialem Hintergrund

Die PISA-Studie hatte auch gezeigt, dass sich Leistungsunterschiede weiterhin auch mit dem gesellschaftlichen Hintergrund der Schülerinnen und Schüler erklären lassen. Der Paritätische forderte vor diesem Hintergrund Sofortmaßnahmen zur Bekämpfung von Kinder- und Familienarmut.
„Wir können es uns nicht leisten, dass Kinder aus einkommensarmen Haushalten schon in der Kindheit abgehängt werden“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Wohlfahrtsverbands, Joachim Rock. „Deshalb brauchen wir jetzt eine deutliche Anhebung der Teilhabeleistungen und mehr Familien, die davon profitieren können.“

Linke kritisieren Merz

Die Linken kritisierten unterdessen Merz für dessen Äußerung, Bildung und Erziehung könne man „nicht an den Staat outsourcen“. Das sei „zynisch“, erklärte Bildungsexpertin Nicole Gohlke. Eltern „können keine fehlenden Lehrkräfte einstellen, keine maroden Schulgebäude sanieren und keine Schulsozialarbeit ersetzen“.
Dafür sei die Politik zuständig. „Statt Verantwortung ins Wohnzimmer abzuschieben, braucht es endlich eine echte Bildungswende: mit dauerhaft auskömmlicher Finanzierung von Kitas und Schulen, ausreichend Personal, guten Ganztagsangeboten für alle und der Abschaffung des Kooperationsverbots.“ (afp/red)
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König Harald an letzte Ruhestätte gebracht

Norwegens verstorbener König Harald V. ist nach einem Trauerzug durch Oslo an seiner letzten Ruhestätte eingetroffen. Wie Live-Aufnahmen des norwegischen Rundfunksenders NRK zeigten, kam der Sarg mit dem Leichnam des Monarchen am frühen Nachmittag an der Schlosskirche der Festung Akershus an. Dort befindet sich das königliche Mausoleum, in dem der Vater des neuen Königs Haakon VIII. kurz darauf beigesetzt werden sollte.

Letzte Ruhestätte neben Haralds Großeltern und Eltern

Nach Angaben des Königshauses sollte es nach der Überführung des Sargs in die Schlosskirche eine private Zeremonie für die Königsfamilie sowie royale Gäste und andere staatliche Würdenträger geben.
Letztlich sollte Haralds Sarg in die Krypta gebracht werden, in der sich bereits auch die Sarkophage der ersten beiden Königspaare des unabhängigen Norwegens befinden – die von Haralds Großeltern König Haakon VII. und Königin Maud sowie Haralds Eltern König Olav V. und Kronprinzessin Märtha.

Mitglieder der Königlichen Garde tragen den Sarg des verstorbenen norwegischen Königs Harald V. zur Festung Akershus, wo er im königlichen Mausoleum beigesetzt werden soll.

Foto: Tor Richardsen / POOL / AFP via Getty Images

Nach der Zeremonie werden der neue König Haakon und seine Frau Königin Mette-Marit planmäßig in den Hof der Festung kommen. Die auf halbmast wehenden Flaggen werden dann wieder nach oben gezogen und ein doppelter Königssalut wird abgefeuert. Gleichzeitig sollen die Kirchenglocken im ganzen Land für eine Stunde läuten.

Abschied von Harald V.: König Haakon VIII., Königin Mette-Marit und Königin Sonja bei der Trauerfeier im Osloer Dom.

Foto: Paul S. Amundsen / POOL / AFP via Getty Images

Zehntausende in Oslo auf den Straßen

Später am Nachmittag wollte sich die Königsfamilie um Haakon, Mette-Marit, ihre beiden gemeinsamen Kinder Kronprinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus sowie Haralds Frau Königin Sonja auf dem Balkon des Osloer Königsschlosses zeigen.
Es wurde damit gerechnet, dass die Familie von einer riesigen Menschenmenge empfangen wird – bereits während des Trauerzugs durch die norwegische Hauptstadt säumten Zehntausende Menschen die Straßenränder.
König Harald war am 28. August im Alter von 89 Jahren gestorben. Der beim norwegischen Volk äußerst beliebte Monarch war mehr als 35 Jahre lang Staatsoberhaupt des wohlhabenden skandinavischen Landes gewesen.
Sein Sohn Haakon wurde im Moment des Todes zum neuen König, wenige Tage darauf legte der 53-Jährige im Parlament von Oslo auch den Eid auf die Verfassung ab. (dpa/red)
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Digitalministerium: Digitale Brieftasche „d-you“ startet am 2. Januar

Führerschein, Personalausweis und Krankenkassenkarte in einer App – am 2. Januar will das Digitalministerium dafür das staatliche Angebot „d-you“ freischalten. Minister Karsten Wildberger (CDU) stellte am Mittwoch den Namen, das Logo und die ersten Partner für die Umsetzung der digitalen Brieftasche vor.
Perspektivisch sollen auf der Plattform auch viele weitere Dokumente gespeichert werden können. Dazu gehören etwa Uni-Zeugnisse und Gehaltsabrechnungen sowie Mitarbeiterausweise oder Kundenkarten.

„Echten Mehrwert“ schaffen

„Mit d-you entwickeln wir eine digitale Anwendung, die echten Mehrwert bietet, den Menschen in den Mittelpunkt stellt und Vertrauen schafft“, erklärte Wildberger. „Um d-you herum entsteht ein Ökosystem, das neue Anwendungen, innovativere Geschäftsmodelle und effizientere Verwaltungsleistungen ermöglicht.“

Digitale Brieftasche „d-you“: Ab Januar sollen Führerschein, Personalausweis und Krankenkassenkarte per App verfügbar sein. (Symbolbild)

Foto: Miguel Medina / AFP

Umsetzung einer EU-Verordnung

Mit der d-you-App setzt das Digitalministerium eine EU-Verordnung um. Sie sieht vor, dass die 27 Mitgliedstaaten bis zum Ende des Jahres die Möglichkeit einer digitalen Brieftasche – der EUDI-Wallet – schaffen. EUDI steht für European Digital Identity.
In Wildbergers Vorstellung soll dieses Angebot deutlich ausgeweitet werden und neben Behörden auch Unternehmen offen stehen.
Mit der App sollen sich Bürgerinnen und Bürger gegenüber Behörden und Unternehmen identifizieren können. Unternehmen könnten die Plattform nutzen, um etwa Mitarbeiterausweise, Versicherungszertifikate oder Kundenkarten auszustellen.

40 Partner zum Start

Die erste Liste von 40 Partnerunternehmen und -organisationen, die laut Digitalministerium am 2. Januar mit eigenen Anwendungen der App starten wollen, ist breit gefasst:
Neben Behörden wie der Bundesagentur für Arbeit oder der Deutschen Rentenversicherung finden sich darauf Unternehmen wie die Post, Vodafone oder Rossmann, mehrere Universitäten, Landkreise und Stadtverwaltungen oder der Hamburger Verkehrsverbund. (afp/red)
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Katastrophenvorsorge: „Deutschland ohne Strom völlig geliefert“


In Kürze:

  • Laut einer Studie sind alle Länder der Welt nicht optimal auf große, für viele tödliche Katastrophen vorbereitet.
  • Ein Atomkrieg, Naturkatastrophen oder ein langandauernder Blackout würde das alltägliche Leben weltweit komplett in Chaos versetzen.
  • Am besten schneidet im internationalen Vergleich Australien ab.
  • Wäre Deutschland für längere Zeit stromlos, würde vieles zusammenbrechen.
  • Die Studie soll die Menschen sensibilisieren – jeder kann sich auch selbst vorbereiten.

 
Tödliche Seuche, langandauernder Blackout, nuklearer Konflikt: Mehrere mögliche Katastrophenszenarien können vernichtende Auswirkungen auf unsere globale Zivilisation haben.
Eine neue internationale Forschungsarbeit des Umweltwissenschaftlers Dr. Florian Ulrich Jehn und einem internationalen Team kommt zu dem Schluss, dass kein Land der Erde gegen alle Risiken eines solchen Extremszenarios abgesichert ist. Jehn ist seit diesem Jahr an der FernUniversität in Hagen tätig.
Die Studie trägt den Titel „No place to hide? Regional resilience and vulnerability to global catastrophic risk“, zu Deutsch: Kein Ort zum Verstecken? Regionale Resilienz und Anfälligkeit gegenüber globalen Katastrophenrisiken. Sie zeigt, auf welche Schutzfaktoren es im Ernstfall ankommt und wie gut die Erfolgschancen stehen.

Welche Katastrophen berücksichtigt die Studie?

Es gibt einige mögliche Szenarien, die dafür sorgen könnten, ein globales Chaos auszulösen – und viele Menschenleben auszulöschen. Die Studienautoren haben die Auswirkungen verschiedener katastrophaler Großereignisse untersucht. „Es geht uns um Szenarien, die mindestens zehn Prozent der Menschheit auf einen Schlag auslöschen könnten. In einem kurzen Zeitraum schaffen das nicht viele Katastrophen“, erklärte Jehn.
Dazu zählen ein Atomkrieg oder der Ausbruch eines Supervulkans wie der Yellowstone in den USA oder die Campi Flegrei in Italien. Diese Ereignisse können einen nuklearen Winter, also eine längerfristige Reduzierung des Sonnenlichteinfalls verursachen. Das hätte unter anderem Auswirkungen auf unsere Lebensmittelproduktion. Viele Pflanzen würden eingehen, da ihnen das wichtige Sonnenlicht fehlt. Es käme zu massiven Ernteausfällen.
Noch unmittelbarer würde dies unsere Stromerzeugung betreffen: Die Erzeugung der „Erneuerbaren“ würde nahezu vollständig wegfallen. Ebenso sinken die Temperaturen. „So etwas würde dazu führen, dass es global kälter wird“, sagte Jehn.
Katastrophen

Bricht ein kleiner Vulkan wie hier in Island aus, ist das meist ein spannendes Naturspektakel, das man aus sicherer Entfernung bestaunen kann. Bricht jedoch ein weitaus großflächigerer Supervulkan aus, kann er unter Umständen die ganze Welt für längere Zeit mit gigantischen Aschewolken verdunkeln.

Foto: Thorir Ingvarsson/iStock

Ein anderes Katastrophenszenario wäre ein großflächiger und langandauernder Stromausfall, auch Blackout genannt. Dass dies passieren kann, hat die iberische Halbinsel im vergangenen Jahr gezeigt. Störfrequenzen von Wechselrichtern haben in Spanien, Portugal und bis in Teilen Südfrankreichs zu einem Komplettausfall geführt. „Ohne Elektrizität haben wir auch schnell keinen Brennstoff mehr, ja nicht einmal Dünger für die Felder“, merkte Jehn hierzu an.
Weitere Katastrophenszenarien könnte ein Asteroideneinschlag sein, sowie elektromagnetische Impulse in großer Höhe oder geomagnetische Stürme. Auch großangelegte Cyberangriffe und Pandemien können zu einem globalen Chaos führen.

Deutschland wenig resilient

Obwohl wie erwähnt kein Land der Welt eine Absicherung gegen alle Katastrophenszenarien bietet, so gibt es dennoch Unterschiede zwischen den Staaten. Die Studienautoren nennen zwar keine Rangliste, erwähnen aber konkret einzelne Staaten hinsichtlich ihrer Resilienz und Widerstandsfähigkeit.
„Deutschland ist jedenfalls keines der resilienteren Länder. Ohne Strom ist es völlig geliefert“, urteilte Jehn. „Wo es zumindest punktet, ist bei der demokratischen Stabilität und der Nahrungsproduktion.“ Letzteres dürfte jedoch bei einer verdunkelten Sonne schnell zusammenbrechen – nach aktuellem Stand.
Zu einem ähnlichen Ergebnis kam vor rund vier Jahren schon eine Analyse in Hessen, wonach die Folgen nach einem Blackout gravierend wären. Demnach sei bereits binnen den ersten 96 Stunden eines solchen Ausfalls mit „mehreren Hundert Toten“ zu rechnen. Es würde die schwächsten der Gesellschaft treffen, vor allem Patienten in Kliniken und Pflegeeinrichtungen.

Australien am besten gewappnet

Weitaus besser sind die Resultate auf der anderen Seite der Erdkugel – besonders in Australien. Nach Aussage von Jehn „schneidet es bei uns gut ab.“ Sollte ein nuklearer Winter auftreten, wären die meist hohen Temperaturen ein Vorteil für die hiesigen Einwohner.
„Es ist eine Insel, sodass es sich einfacher abschotten und isolieren kann. Australien produziert unheimlich viel Nahrung, hat viel eigene Industrie und Bergbau“, schilderte der Umweltwissenschaftler. „Außerdem ist es reich und eine recht stabile Demokratie – all das sind Sachen, die ein Land resilienter machen.“ Auch das benachbarte Neuseeland erfülle viele dieser Punkte, habe jedoch weniger Industrie, sei bedeutend kleiner und dadurch weniger autark.
Doch Kontinent auf anderen Seite der Erde wies bei der Untersuchung der Forscher auch Nachteile auf. Australien sei laut Jehn stark auf Importe wichtiger Produkte wie Medikamente, Treibstoffe und Düngemittel angewiesen. Brechen diese im Ernstfall weg, könne es auch dort bald kritisch werden.
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Entscheidend bei der Krisenbewältigung ist unter anderem ein gut funktionierendes Gesundheitssystem. Wie gut es in welchem Land ist, zeigt der Weltweite Gesundheitssicherheitsindex (Global Health Security Index)

Ziel ist die Sensibilisierung

Der FernUni-Forscher erläuterte zudem den Zweck dieser Ausarbeitung. „Unser Ziel ist es, […] fürs Thema zu sensibilisieren“, so Jehn. „Es ist etwas, worüber wir als Gesellschaft dringend nachdenken sollten.“
Weiter sagte er: „Katastrophen in dieser Größenordnung kommen in deutschen Debatten kaum vor. Wenn man sich aber gar nicht vorbereitet, läuft’s auf jeden Fall schief.“ Auch der Krisen- und Energieexperte Stefan Spiegelsperger sagt passend dazu immer wieder: „Wer es schafft, sich vorzubereiten, ist vorbereitet, es zu schaffen.“
Dabei gäbe es laut Jehn Spielräume. Diese beinhalten beispielsweise Handelsverträge mit anderen Ländern, die den Austausch von überlebenswichtigen Waren auch im Notfall garantieren. Dabei stellt sich allerdings die Frage, ob der Handelspartner im Ernstfall wirklich die Waren ausliefern kann oder will.
Ebenso spricht Jehn von „sogenannten ‚resilient foods‘. Das sind Nahrungsmittel, die auch im Katastrophenfall große Produktionsmengen erlauben würden.“ Dazu zählen etwa spezielle Bakterien, die in Bioreaktoren Nährstoffe zu gehaltvollem Proteinpulver verstoffwechseln. Generell verfüge Deutschland über viel technisches Wissen und, abgesehen von den Haushaltslücken, finanzielle Mittel – eigentlich gute Voraussetzungen, um sich zu wappnen.

Vorbereitung für alle Fälle

„Man kann schon vieles machen“, ermutigte Jehn zu proaktivem Handeln. „Gesellschaften können so einiges überstehen, wenn sie sich nur vorbereiten und solidarisch bleiben.“ Und im besten Fall, so ein hoffnungsvoller Schluss der Studie, lassen sich Schreckensszenarien völlig abwenden. „Prävention ist natürlich immer besser als Resilienz“, da ist sich der Forscher sicher.
Spiegelsperger wird da konkreter und hat eine umfassende Checkliste für einen Blackout oder andere Katastrophenfälle für jede Privatperson erstellt, die in verschiedene Rubriken unterteilt ist. Hierzu zählen besonders Erste Hilfe, Wärme, Licht, Wasser, Nahrung, Kommunikation und Hygiene. Seiner Ansicht nach sollte man sich mindestens drei Wochen lang ohne externe Versorgung selbst versorgen können.
Ebenso empfiehlt der Krisenexperte einen Fluchtrucksack bereitzuhalten, falls man schnell seine Wohnung verlassen muss. „Ein Notfallrucksack kann leider schneller nötig werden, als einem lieb ist. Siehe Ahrtal“, schreibt er. Auch Kälte, ein Chemieunfall, ein Supergau sowie Feuer könnten einen akuten Fluchtgrund darstellen.
Die Studie erschien am 23. August 2026 in der Fachzeitschrift „Global Challenges“.
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Aufgeheizte Generaldebatte: Weidel attackiert Regierung, Merz verteidigt Reformkurs


In Kürze:

  • Alice Weidel kritisiert die Politik der Bundesregierung scharf und warnt vor einer weiteren Verschuldung sowie einer fortschreitenden Deindustrialisierung Deutschlands.
  • Friedrich Merz verteidigt den Kurs der Koalition, räumt aber Fehler in der Energiepolitik ein und wirbt für Investitionen in Wirtschaft, Sicherheit und Digitalisierung.
  • Grüne, SPD und Linke setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Sie warnen vor den Folgen eines AfD-Erfolgs, verteidigen Investitionen oder kritisieren soziale Kürzungen und steigende Rüstungsausgaben.

 
Am Mittwoch, 9. September, stand im Bundestag die mit großem Interesse erwartete Generaldebatte zur Politik der Bundesregierung an. Anlass für den Schlagabtausch sind traditionell in der Haushaltswoche die Beratungen zum Etat des Kanzlers und Kanzleramtes.
Die Aussprache war von einer aggressiven Stimmung gekennzeichnet. Die Rede des Bundeskanzlers wurde mehrfach durch Zwischenrufe und Pfeifen, insbesondere aus der AfD‑Fraktion, unterbrochen. Julia Klöckner, Präsidentin des Bundestages, ermahnte die Abgeordneten mit den Worten: „Wenn so etwas noch einmal passiert, schmeiß’ ich Sie heraus.“
Die Debatte stand diesmal ganz im Zeichen der AfD, die am Sonntag deutlich die Wahl in Sachsen-Anhalt gewonnen hatte.

Weidel: Fundamentalkritik am Haushalt und an der Regierung

Bei der Generaldebatte hat die größte Oppositionsfraktion üblicherweise als Erste das Rederecht.
Für die AfD sprach die Fraktionsvorsitzende Alice Weidel. Sie stellte den Haushaltsentwurf als Fortsetzung einer aus ihrer Sicht gescheiterten Politik dar. Sie kritisierte insbesondere die hohe Neuverschuldung und warnte vor einer „Staatspleite“. Bis 2030 werde die Verschuldung ihrer Darstellung zufolge auf mehr als 1 Billion Euro steigen. Sie warf der Bundesregierung vor, trotz hoher Steuereinnahmen immer neue Schulden aufzunehmen und dadurch künftige finanzielle Spielräume zu zerstören.
Ein zweiter Schwerpunkt ihrer Rede war die wirtschaftliche Lage im Land. Weidel machte die Bundesregierung für eine von ihr wahrgenommene Deindustrialisierung verantwortlich. Sie verwies unter anderem auf den Stellenabbau bei BASF und Volkswagen sowie auf die Verlagerung von Produktionskapazitäten ins Ausland. Sie machte dafür vor allem die Energie- und Klimapolitik verantwortlich – aber auch die Spitzenmanager von Konzernen, die sich gegen eine „wirtschaftsfeindliche Energiewende“ nicht gewehrt hätten. Deutschland habe zu hohe Stromkosten und verliere industrielle Substanz.
Die Energiewende schaffe zudem kostspielige, dysfunktionale Strukturen, während man intakte und bewährte wie hochmoderne Kohle- und Kernkraftwerke zerstöre.
Die „Migrationskrise“ sei entgegen der Darstellung der Bundesregierung nicht beendet. Deutschland sei nach Kolumbien das weltweit größte Aufnahmeland für Flüchtlinge. Dabei lebten in Deutschland mehr als 1 Million mehrfach abgelehnter Asylsuchender, die ausreisepflichtig wären.
Außenpolitisch warf Weidel der Bundesregierung vor, „Kriegspropaganda und Konfrontation mit Russland“ fortzusetzen, während die USA sich für einen Frieden in der Ukraine einsetzten.
Weidel skizzierte auch die Schwerpunkte eines von ihr geforderten Politikwechsels. Die AfD wolle unter anderem Subventionen, Entwicklungshilfe und bestimmte EU-Zahlungen reduzieren, den Staatsapparat verkleinern, eine „Massenmigration in die Sozialsysteme“ begrenzen sowie Energiewende und CO₂-Abgabe beenden. Zudem forderte Weidel eine Rückkehr zur Kernkraft und „günstigerem Erdgas aus Russland“.

Generaldebatte im Bundestag: Die AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel spricht am 9. September 2026, während Bundeskanzler Friedrich zuhört.

Foto: John Macdougall/AFP via Getty Images

Merz: Reformkurs verteidigt – gleichzeitig Selbstkritik bei Energie

Die Gegenrede von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) war teils von einer Abgrenzung zur AfD und teils von einer Verteidigung des Regierungskurses gekennzeichnet. Er räumte ein, dass der AfD in Sachsen-Anhalt ein „bemerkenswertes Wahlergebnis“ gelungen sei. Er betonte aber, dass sie ihr Wahlziel einer absoluten Mehrheit nicht erreicht habe – und erklärte, er rechne nicht damit, dass der Partei eine solche irgendwo gelingen werde.
Besonders scharf kritisierte Merz die AfD-Position zur Ukraine und verteidigte die weitere Unterstützung des im Krieg mit Russland befindlichen Landes. Er warf Weidel vor, kein Wort zu dem offiziell Russland zugeschriebenen Drohnenvorfall vom 4. August verloren zu haben. Auch über die Waldbrände, für die der Kanzler den Klimawandel verantwortlich machte, habe die AfD-Fraktionsvorsitzende nicht gesprochen.
Beim Thema Wirtschaft verwies Merz auf ein erwartetes Wachstum von 1,3 Prozent in diesem Jahr und führte dies auf die Reformpolitik der Bundesregierung zurück. Gleichzeitig räumte er ausdrücklich ein, dass in der Energiepolitik „schwere Fehler“ gemacht worden seien.
Die Bundesregierung setze nun auf eigene Gaskraftwerke und erneuerbare Energien und wolle die Versorgungssicherheit gewährleisten. Der AfD warf er Panikmache mit Blick auf die Füllstände der Gasspeicher vor. Man kümmere sich um die Gewährleistung der Versorgung. Hastiges Mahnen zum zeitnahen Kauf treibe nur die Preise in die Höhe.
Der Kanzler ging außerdem auf Themen wie KI und Digitalisierung ein. Die Bundesregierung habe eine Taskforce zur KI-Nutzung eingesetzt und wolle unter anderem mit dem Ausbau von Rechenzentren sicherstellen, dass deutsche Unternehmen von der nächsten industriellen Entwicklungsstufe profitieren.
Merz verteidigte außerdem einen differenzierteren Umgang mit Migration und wandte sich scharf gegen den AfD-Begriff „Remigration“, den er als synonym mit jenem einer „ethnischen Säuberung nach Herkunft und Hautfarbe“ bezeichnete. Die Position der AfD stelle eine Gefahr für zentrale Bereiche wie Handwerk, Krankenhäuser und Pflege dar, die auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen seien.

Grüne: Sorge wegen des AfD-Erfolgs und Kritik an der Kommunikation der Koalition

Für die Grünen sprach Fraktionschefin Katharina Dröge vor allem über die möglichen politischen Folgen des AfD-Erfolgs in Sachsen-Anhalt. Sie sprach von einem „absoluten Desaster“ und forderte Union und SPD auf, sich stärker gegen Rechtsextremismus und für die Zivilgesellschaft einzusetzen. Zugleich räumte sie ein, dass auch die Grünen in vielen Bereichen den Kontakt zu Teilen der Bevölkerung verloren hätten.
Dröge kritisierte die bisherige Strategie von CDU und CSU gegenüber der AfD: Diese sei offenbar davon ausgegangen, dass eine möglichst harte Migrationspolitik die Konkurrenz von rechts wieder zurückdrängen würde. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) habe seit seinem Amtsantritt „größtmögliche Härte“ in der Migrationspolitik durchgesetzt – und die AfD sei nur noch stärker geworden.
Die Union, so Dröge, müsse ihre Unterschiede zur AfD deutlicher machen. Gleichzeitig kritisierte sie soziale Kürzungen und forderte, Wohlhabende stärker zur Finanzierung heranzuziehen.
Rechtsextremismus gedeihe insbesondere in strukturschwachen Regionen, wo Industrie abwandere und kommunale Einrichtungen geschlossen würden. Dröge brachte zudem ausdrücklich ein mögliches AfD-Parteiverbot ins Gespräch.

SPD: Verteidigung der Investitionen, aber Eingeständnis von Erklärungsproblemen

Für die SPD griff Fraktionschef Matthias Miersch die Aussagen Weidels scharf an. Diese habe in ihrer Rede erneut „Hass ausgesprüht“ – unter anderem mit pauschalen Angriffen gegen Syrer, von denen viele heute als Pflegekräfte oder Ärzte tätig seien. Miersch warnte insbesondere auch vor den Folgen eines EU-Austritts, mit dem Teile der AfD liebäugelten. Dieser sei ein „Schredder für Wohlstand und Arbeitsplätze“.
Miersch räumte jedoch ein, dass viele Bürger verunsichert seien und die Regierung ihre Reformen besser erklären müsse. Bei der Rente verwies Miersch darauf, dass die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren und Kürzungen bei Sozialleistungen dem Gerechtigkeitsempfinden vieler Menschen widersprächen.
Zugleich verteidigte er strukturelle Veränderungen bei Rente und gesetzlicher Krankenversicherung. Als Gegenargument zur Kritik an den Ausgaben verwies er auf „Rekordinvestitionen“: So sei eine „Steigerung von 60 Prozent“ an Mitteln in Forschung und Entwicklung investiert worden.

Linke: Regierung betreibt „Kanonen statt Butter“-Politik

Sören Pellmann, der Co-Chef der Fraktion der Linken, konzentrierte sich auf die sozialen Folgen des Haushalts. Er bezeichnete die Kürzungen als „sozialen Kahlschlag“ und kritisierte, dass ein erheblicher Teil der Ausgaben in die Aufrüstung fließe.
Die Koalition betreibe eine „Kanonen statt Butter“-Politik – dabei seien Investitionen in die Rüstung diejenigen, die am wenigsten an Folgeeffekte bewirkten. Auch der AfD warf Pellmann „Doppelzüngigkeit“ vor: Insbesondere im Osten stelle sie sich als Friedenspartei dar, in den Ausschüssen hingegen stimme sie jedoch der Aufrüstung zu.
Deutlich kritisierte Pellmann auch die Auswirkungen der Sparpolitik auf Kommunen und Zivilgesellschaft. Wenn Schwimmbäder, Jugendklubs und andere Einrichtungen geschlossen würden, gefährde dies letztlich auch den demokratischen Zusammenhalt. Als Alternative forderte Pellmann einen mindestens zehnjährigen Wiederaufbauplan für Infrastruktur, Wohnungsbau und Schulen.
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Verbände: US-Zollstreit mit Kanada Chance für Deutschland

Der Zollstreit zwischen den USA und Kanada birgt nach Einschätzung von Wirtschaftsverbänden Chancen für Deutschland und Europa. „Wenn der Zugang zum US-Markt für kanadische Unternehmen schwieriger wird, dürfte ihr Interesse an alternativen Absatzmärkten wachsen“, sagte Volker Treier, Außenwirtschaftschef der DIHK, der Deutschen Presse-Agentur. „Europa kann davon profitieren.“
Mit Kanada habe die EU durch das Handelsabkommen CETA bereits eine Grundlage, um die Wirtschaftsbeziehungen weiter zu verbessern, sagte Treier. „Seit dem vorläufigen Inkrafttreten des Abkommens 2017 ist der Warenhandel zwischen der EU und Kanada um 76 Prozent gewachsen – dennoch ist das Potenzial längst nicht ausgeschöpft.“

„Erhebliches Wachstumspotenzial“

Auch Dirk Jandura, Präsident des Exportverbands BGA, sieht Chancen für mehr Handel mit Kanada. „Wir sehen tatsächlich bereits erste deutliche Anzeichen dafür, dass Kanada seine Exporte stärker auf Märkte außerhalb der USA ausrichtet.“
Nach Angaben von Statistics Canada seien die kanadischen Exporte in Länder außerhalb der USA im Juli den dritten Monat in Folge gestiegen und hätten mit 25,6 Milliarden kanadischen Dollar (etwa 15,9 Milliarden Euro) einen Rekordwert erreicht. „Deutschland gehörte dabei zu den wichtigsten Zielländern.“
Die jüngste Eskalation im Zollstreit dürfte den Trend verstärken, meint Jandura. Kanada spiele im deutschen Außenhandel bisher eine relativ kleine Rolle. „Deshalb gibt es erhebliches Wachstumspotenzial.“
DIHK-Außenhandelschef Treier verweist darauf, dass die Zolleskalation zwar auch deutsche Firmen mit Niederlassungen in Nordamerika belaste. Er plädiert dafür, die Beziehungen zu Kanada strategisch weiterzuentwickeln. „Dabei geht es um weit mehr als Handel: Europa und Kanada sind enge Partner bei Innovation, kritischen Rohstoffen, wirtschaftlicher Sicherheit und resilienten Wertschöpfungsketten.“

Zollkonflikt eskaliert

Im Zollstreit mit Kanada haben die USA Einfuhrverbote für bestimmte Produkte aus dem Nachbarland angekündigt. Einige Molkereiprodukte, alkoholische Getränke und Motorräder sollen ab dem 29. September nicht mehr in die USA eingeführt werden dürfen, wie aus Dekreten von Präsident Donald Trump hervorgeht.
Bereits in der Nacht auf Dienstag waren kanadische Gegenzölle auf US-Importe in Kraft getreten. Betroffen sind Produkte aus den Bereichen Stahl und Aluminium, Haushaltsgeräte, landwirtschaftliche Ausrüstung, Zellstoff und Papier sowie Elektronik. Dabei geht es um bis zu 50 Prozent, die auf US-Einfuhren aufgeschlagen werden. Handelsgespräche zwischen den USA und Kanada waren zuvor gescheitert. (dpa/red)
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09.09.2026 | Mehrere Schiffe nach Beschuss in der Straße von Hormus in Brand | Merz sagt Telefonat mit Trump kurzfristig ab

HEUTE13:33 Uhr

Zug in Polen kollidiert mit Laster und entgleist

In Polen ist ein mit 95 Passagieren besetzter Intercity-Zug auf einem Bahnübergang mit einem Laster kollidiert und entgleist. Vier Personen wurden verletzt, zwei davon ins Krankenhaus gebracht. Von den sechs Waggons entgleisten alle teilweise, die Lokomotive sprang vollständig aus dem Gleis.
In Polen ist ein Intercity entgleist. (Symbolfoto)

In Polen ist ein Intercity entgleist. (Symbolfoto)

Foto: Doris Heimann/dpa

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HEUTE13:17 Uhr

Merz sagt Telefonat mit Trump kurzfristig ab

Kanzler Merz hat ein für Mittwoch geplantes Telefonat mit Trump abgesagt, wie Regierungssprecher Kornelius mitteilte. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Das Gespräch war im Kontext des 25. Jahrestags von 9/11 verabredet worden; zu den Absagegründen machte Kornelius keine Angabe.

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HEUTE13:10 Uhr

Mehrere Schiffe nach Beschuss in der Straße von Hormus in Brand

Laut UKMTO stehen mehrere Handelsschiffe im Persischen Golf und Golf von Oman nach Beschuss in Flammen, ein weiteres liegt mit Schlagseite vor den Emiraten. Der Iran erklärte, 20 Schiffe angegriffen zu haben, die die Straße von Hormus passieren wollten. Die Meerenge ist seit Kriegsbeginn weitgehend blockiert.

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HEUTE11:50 Uhr

Spritpreise steigen deutlich – Super E10 und Diesel teurer

Die Spritpreise in Deutschland sind im Wochenvergleich kräftig gestiegen: Super E10 kostet nun 2,259 Euro (+7,6 Cent), Diesel 2,321 Euro (+9 Cent) je Liter. Der ADAC verweist auf den gestiegenen Ölpreis, sieht darin aber keine vollständige Erklärung und fordert mehr Transparenz bei der Preisbildung.

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HEUTE11:15 Uhr

Google investiert 13 Milliarden Euro in Rechenzentren in Finnland

Google baut seine Präsenz in Finnland massiv aus: In den kommenden zwei Jahren fließen 13 Milliarden Euro in Rechenzentren in Hamina, Kajaani, Muhos und Vaala – Googles größte Einzelinvestition in Europa.

Google (Archiv)

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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HEUTE11:00 Uhr

Razzia gegen illegales Online-Glücksspiel in Milliardenhöhe

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt gegen fünf Beschuldigte wegen illegalen Onlineglücksspiels mit Einsätzen von 5,86 Milliarden Euro seit 2021. Ermittler vollstreckten einen Vermögensarrest über 82 Millionen Euro, ein Beschuldigter wurde festgenommen.

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HEUTE10:41 Uhr

Rentendauer nach Renteneintritt oft länger als prognostiziert

Die bei Renteneintritt ermittelte Lebenserwartung unterschätzt laut einer BIB-Analyse regelmäßig die tatsächliche Rentendauer – in manchen Jahrgängen um bis zu zwei Jahre. Grund sind vor allem medizinische Fortschritte, etwa bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das BIB hält den Wert dennoch für belastbar genug, um das Renteneintrittsalter daran zu koppeln.

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HEUTE10:20 Uhr

Merz bietet Ländern Kraftanstrengung für Bildung nach Pisa-Schock

Nach den schlechtesten deutschen Pisa-Ergebnissen aller Zeiten hat Kanzler Merz den Bundesländern eine gemeinsame „große Kraftanstrengung“ für die Bildung angeboten. Man könne Bildung und Erziehung aber nicht allein an den Staat „outsourcen“, auch Familien trügen Verantwortung. Die Studie zeigte zudem weiterhin starke Leistungsunterschiede nach sozialer Herkunft.

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HEUTE10:14 Uhr

Vom Rad gestürzt: Klingbeil reißt sich Kreuzband

Vizekanzler und SPD-Chef Lars Klingbeil hat sich beim Radtraining das Kreuzband gerissen. Auf Instagram zeigte er sich mit Schiene am Knie vor dem Bundestag und schrieb, seine „Fußballer-Karriere“ sei damit vorbei. Laut Sprecher stürzte er mit dem Gravelbike im Wald über einen Stein.

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HEUTE10:06 Uhr

Pistorius weist Kritik an Bundeswehr-Ausrüstung zurück

Verteidigungsminister Pistorius wehrt sich gegen den Vorwurf, die Bundeswehr rüste vor allem mit veralteten Waffensystemen auf. Etwa die Hälfte der Ausgaben fließe in neue Technologien wie KI, Drohnen und Satellitenkommunikation, die andere Hälfte in klassisches Gerät. Es gehe um die richtige Mischung, so Pistorius.

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HEUTE9:51 Uhr

Schweinestall mit 1800 Tieren bei Brand in Niedersachsen zerstört

In Essen im Landkreis Cloppenburg ist ein Schweinestall mit rund 1800 Tieren vollständig ausgebrannt, viele Tiere kamen ums Leben. Rund 170 Einsatzkräfte kämpften bis in die Nacht gegen die Flammen, der Sachschaden liegt bei rund zwei Millionen Euro. Die Brandursache ist noch unklar.

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HEUTE9:35 Uhr

Preis für Brent-Rohöl steigt über 100 Dollar

Der Brent-Ölpreis ist am Donnerstag erstmals seit Juli wieder über 100 Dollar gestiegen. Grund sind neue Angriffe zwischen USA und Iran: Das US-Militär zerstörte fünf iranische Tanker, der Iran griff daraufhin mit Raketen die US-verbündete Jordanien an. Jordanien fing 20 Raketen ab.

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HEUTE8:35 Uhr

Bundesregierung plant Reform der Kryptobesteuerung ab 2027

Die Bundesregierung will laut einem Referentenentwurf die einjährige Steuerfreiheit für Kryptogewinne abschaffen: Ab Käufen nach dem 31. Dezember 2026 soll unabhängig von der Haltedauer Abgeltungssteuer fällig werden. Ein automatischer Steuerabzug der Plattformen ist ab 2028 geplant, erwartete Einnahmen bis zu 350 Millionen Euro jährlich.

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HEUTE8:10 Uhr

„South Park“ wird zu „South America“ – Spitze gegen Trump

Als Reaktion auf US-Präsident Trumps geografische Umbenennungen taufen „South Park“-Macher Trey Parker und Matt Stone ihre Serie in „South America“ um. Trump hatte zuvor den Golf von Mexiko und den Lake Ontario umbenannt und brachte zuletzt auch eine Umbenennung von New Mexico ins Spiel.

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HEUTE6:30 Uhr

Zinserhöhung: EZB tagt in Berlin unter Preisdruck durch Iran-Krieg

Wegen anhaltend hoher Energiepreise und einer Inflation von 3,3 Prozent im August erwarten Analysten am Donnerstag eine erneute EZB-Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Die Sitzung findet in Berlin statt. Kritiker warnen jedoch, ein angebotsseitiger Preisschock lasse sich nicht mit strafferer Geldpolitik bekämpfen.
Die steigende Inflation in der Eurozone setzt die EZB unter Druck.

Die steigende Inflation in der Eurozone setzt die EZB unter Druck.

Foto: Boris Roessler/dpa

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HEUTE6:11 Uhr

Trump eröffnet Republikaner-Parteitag in Dallas vor Midterms

Der Republikaner-Parteitag in Dallas beginnt am Mittwoch mit US-Präsident Trump als Hauptredner – knapp zwei Monate vor den Kongresswahlen am 3. November. Umfragen zufolge droht den Republikanern der Verlust der Mehrheit im Repräsentantenhaus, im Senat ein Patt. Der Parteitag soll unentschlossene Wähler von Trumps Bilanz überzeugen.

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HEUTE6:00 Uhr

Vorsitzender des Kontrollgremiums verteidigt AfD- und Linken-Ausschluss

Der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums, CDU-Politiker Marc Henrichmann, hat den Ausschluss von AfD und Linkspartei aus dem Geheimdienst-Kontrollgremium verteidigt. „Feinde unserer Demokratie“ hätten dort nichts verloren, sagte er. Zugang einer AfD-geführten Landesregierung zu Geheimdienstinformationen sieht er durch bestehende Sicherheitsüberprüfungsgesetze bereits geregelt.

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HEUTE5:50 Uhr

Banken locken mit Zinsen bis 4,25 Prozent um neue Sparer

Banken buhlen aktuell mit hohen Tagesgeldzinsen um neue Kunden: Bei mindestens elf Geldhäusern gibt es zeitweise über 3,5 Prozent. Spitzenreiter ist Revolut mit 4,25 Prozent. Bestandskunden profitieren davon aber kaum.

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HEUTE5:30 Uhr

TÜV-Report: Jedes fünfte Nutzfahrzeug fällt mit erheblichen Mängeln durch

Mehr als jedes fünfte Nutzfahrzeug fällt bei der TÜV-Hauptuntersuchung mit „erheblichen“ oder „gefährlichen“ Mängeln durch, zeigt der neue Nutzfahrzeug-Report des TÜV-Verbands. Häufigste Schwachstellen sind Ölverlust und defekte Beleuchtung. Gleichzeitig werden die Fahrzeuge im Schnitt immer älter – aktuell 8,9 Jahre.

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HEUTE5:11 Uhr

Suche nach vermisstem Boot bei Vulkan Anak Krakatau dauert an

Fünf Journalisten und drei weitere Passagiere werden seit Tagen bei Indonesiens Vulkan Anak Krakatau vermisst. Ihr Boot brach am Montag den Kontakt ab. Wegen Vulkanasche und schlechten Wetters suchen Einsatzkräfte nun mit Wärmebild-Drohnen nach der Gruppe.
Der Anak Krakatau spuckte gewaltige Mengen Asche in den Himmel.

Der Anak Krakatau spuckte gewaltige Mengen Asche in den Himmel.

Foto: –/PVMBG via XinHua/dpa

Mit Material der Nachrichtenagenturen

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Europäischer Gaspreis erreicht höchsten Stand seit Ende 2022

Der Preis für europäisches Erdgas hat am Mittwoch angesichts der Zuspitzung der Lage im Nahen Osten seinen Höhenflug fortgesetzt. Erstmals seit Ende 2022 stieg der richtungsweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat an der Börse in Amsterdam bis auf 79,11 Euro je Megawattstunde (MWh). Zuletzt kostete er 78,64 Euro. Das waren 1,22 Prozent mehr als am Vortag.
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran um die Kontrolle der Straße von Hormus ist zuletzt weiter eskaliert. Das US-Militär zerstörte nach eigenen Angaben als Vergeltung für Teherans Angriffe auf ein US-Kriegsschiff fünf iranische Rohöltanker und versenkte einen davon. Irans Revolutionsgarden reagierten nach eigenen Angaben mit „schweren Raketenangriffen“ auf das mit den USA verbündete Königreich Jordanien. Laut der staatlichen jordanischen Nachrichtenagentur Petra fing die Armee 20 ballistische Raketen ab.
Mit dem jüngsten Preissprung ist Erdgas im Großhandel teurer als zu Beginn des Iran-Kriegs, als die Notierung im März kurz über 70 Euro je MWh gestiegen war. Höher war der Preis zuletzt 2022, als er nach einem russischen Lieferstopp infolge des Ukraine-Kriegs zeitweise über 300 Euro gestiegen war.

Gaspreis im Juli noch bei gut 40 Euro

Aktueller Preistreiber ist die Sorge, dass Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) aus den Fördergebieten am Persischen Golf dauerhaft blockiert sein könnten. Eine nachhaltige Öffnung der Straße von Hormus ist nicht in Sicht. An den Finanzmärkten gibt es kaum noch Hoffnung auf eine Verhandlungslösung.
Der Gaspreis steigt seit Anfang Juli. Damals hatte er noch bei gut 40 Euro gelegen. Der wichtigste Erdgasproduzent in der Region ist Katar. Der katarische Staatskonzern QuatarEnergy hat seine Produktion angesichts der Lage an der Straße von Hormus weitgehend heruntergefahren.
Eine Trendwende am Gasmarkt sehen Experten nicht. „Nun wird in Asien durch das Wetterphänomen El Niño generell ein kälterer Winter erwartet, wodurch die LNG-Nachfrage dort höher ausfallen könnte“, erwartet Commerzbank-Experte Norman Liebke. „Durch die niedrigen Gasspeicher in Europa wird auch die LNG-Nachfrage hierzulande hoch bleiben, wodurch sich der Wettbewerb verstärken und daraus folgend die Preise weiter erhöhen könnten.“ (dpa/red)
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SIM-Karten-Betrug: So können Betrüger Ihre Nummer stehlen und Ihr Konto plündern


In Kürze:

  • Betrüger übernehmen eine Mobilfunknummer, um SMS-Sicherheitscodes abzufangen und auf Konten zuzugreifen.
  • Plötzlicher Netzverlust, unerwartete Passwortänderungen oder unbekannte Transaktionen können auf einen Angriff hindeuten.
  • Bei Verdacht sofort Mobilfunkanbieter und Bank informieren. Authenticator-Apps bieten eine sichere Alternative zur SMS.

 
Das Handy selbst wird dabei meist nicht gehackt. Stattdessen übernehmen die Betrüger die Mobilfunknummer und lassen sie auf eine von ihnen kontrollierte SIM- oder eSIM-Karte übertragen. So landen Sicherheitscodes per SMS direkt bei den Tätern.
Für die Betroffenen kommt der Schock oft plötzlich: Das Handy hat auf einmal keinen Empfang mehr. Erst danach entdecken sie möglicherweise geänderte Passwörter oder unautorisierte Transaktionen. Auch im französischen Département Somme wird derzeit wieder vor dieser Betrugsmasche gewarnt, so „RMC Conso“.
„Die Übernahme einer SIM-Karte – der Betrug, der Ihre Konten in 60 Sekunden leert“ lautet die Überschrift einer Warnung, die die Gendarmerie der Somme auf Facebook veröffentlicht hat.

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Die Telefonnummer wird zum Angriffsziel

SIM-Swapping funktioniert über Identitätsdiebstahl: Die Betrüger geben sich beim Mobilfunkanbieter als Inhaber der Telefonnummer aus und beantragen eine neue SIM-Karte oder eSIM. Die bisherige Nummer wird dabei auf die Karte der Täter übertragen.
An die dafür nötigen Daten gelangen die Kriminellen beispielsweise durch Phishing, öffentlich zugängliche Informationen oder Datenlecks. Auch ein unbeaufsichtigtes Handy oder eine SIM-Karte – etwa während einer Reparatur – kann zum Einfallstor werden.
Das Ziel: Die Täter wollen SMS mit Sicherheitscodes abfangen. Der Cyberexperte Damien Bancal erklärt gegenüber „RMC Conso“:
„Der Hacker erhält die Zwei-Faktor-Authentifizierung per SMS.“
Damit können Betrüger unter Umständen Käufe bestätigen, Geld überweisen oder sogar neue Konten eröffnen.

Eine Schwachstelle bei der Authentifizierung per SMS

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung per SMS ist weiterhin ein nützlicher Schutz gegen die einfache Verwendung eines gestohlenen Passworts. Sie wird jedoch angreifbar, wenn Kriminelle die Mobilfunknummer selbst übernehmen.
Das sogenannte SIM-Swapping bedeutet deshalb nicht, dass eine Zwei-Faktor-Authentifizierung grundsätzlich sinnlos ist. Vielmehr zeigt die Betrugsmasche die Grenzen von SMS als einzigem zweiten Authentifizierungsfaktor auf.
Betrüger können versuchen, Passwörter zurückzusetzen und anschließend die per SMS erhaltenen Codes zu nutzen, um eine Anmeldung oder Transaktion zu bestätigen. Besonders gefährdet sind Dienste, bei denen die Kontowiederherstellung oder die Bestätigung von Vorgängen hauptsächlich über die Telefonnummer erfolgt.
Die französische Zeitung „Le Monde“ berichtet aktuell über einen Fall, bei dem einem Opfer nach der Übernahme seiner Mobilfunknummer 16.964 Euro gestohlen wurden. Ein Gericht verurteilte daraufhin den Mobilfunkanbieter und die Bank zur Zahlung von Schadenersatz.
„Le Monde“ beschreibt SIM-Swapping als die Übernahme einer Mobilfunkleitung. Dabei beantragen die Täter beim Mobilfunkanbieter eine SIM-Karte oder eSIM, die mit der Telefonnummer des Opfers verknüpft ist.

Diese Warnsignale sollten Sie ernst nehmen

Ein unerklärlicher Verlust des Mobilfunknetzes in einem Gebiet, in dem normalerweise Empfang besteht, ist das erste Warnzeichen, auf das man achten sollte.
Auch folgende Anzeichen können auf einen laufenden Betrug hindeuten:
  • plötzlich können keine Anrufe mehr getätigt oder empfangen werden,
  • SMS können nicht mehr gesendet oder empfangen werden,
  • der Zugriff auf bestimmte Apps funktioniert nicht mehr,
  • man erhält Benachrichtigungen über Änderungen von Passwörtern, die man selbst nicht vorgenommen hat.
Bei solchen Anzeichen sollte man als Erstes den Mobilfunkanbieter von einem anderen Telefon aus kontaktieren und überprüfen lassen, was mit der eigenen Leitung passiert ist.
Nach den von „RMC Conso“ genannten Empfehlungen sollte man „den Betrug dem Mobilfunkanbieter melden, die Deaktivierung der neuen SIM-Karte verlangen und die alte Karte wieder aktivieren lassen“.
Auch die Bank sollte unverzüglich informiert werden, damit verdächtige Transaktionen blockiert und die betroffenen Zugänge gesichert werden können.
Eine Anzeige bei der Polizei sowie die Sicherung aller relevanten Beweismittel – etwa Kontoauszüge, Screenshots, die Uhrzeit des Netzausfalls und empfangene Nachrichten – können die weiteren Schritte erleichtern.
Außerdem wird empfohlen, zunächst das Passwort des eigenen E-Mail-Kontos zu ändern. Dieses wird häufig verwendet, um den Zugang zu anderen Diensten zurückzusetzen.

So können Sie das Risiko einer Übernahme verringern

Der Schutz beginnt beim Kundenkonto des Mobilfunkanbieters. Ein einzigartiges und starkes Passwort sowie – sofern verfügbar – ein vertraulicher Sicherheitscode für besonders sensible Vorgänge erschweren es Betrügern, einen unberechtigten Austausch der SIM-Karte zu veranlassen.
Nutzer sollten außerdem vermeiden, ihre Telefonnummer öffentlich zu verbreiten. Einen per SMS erhaltenen Code sollte man niemals an eine Person weitergeben, die Sie unaufgefordert kontaktiert – selbst dann nicht, wenn sich diese Person als Bankmitarbeiter oder Mitarbeiter eines Telekommunikationsunternehmens ausgibt.
Nachrichten oder Anrufe, die ein Gefühl von Dringlichkeit erzeugen, sollten dazu führen, dass man das betreffende Unternehmen selbst über die offiziellen Kontaktdaten kontaktiert. Schließlich empfiehlt die Gendarmerie der Somme, „SMS durch Anwendungen wie Google Authenticator oder Microsoft Authenticator zu ersetzen“.
Diese Anwendungen erzeugen die Anmeldecodes direkt auf dem Gerät und sind nicht darauf angewiesen, dass SMS über die Mobilfunkleitung empfangen werden.
Diese Maßnahme ersetzt zwar nicht die notwendige Vorsicht, verringert jedoch den Nutzen einer übernommenen Telefonnummer für Betrüger erheblich.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.fr unter dem Titel „Arnaque à la carte SIM : comment les escrocs peuvent détourner votre numéro et vider votre compte“ (redaktionelle Bearbeitung: vm)
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Freiburg: 74-Jähriger auf offener Straße erstochen – Tatverdächtiger gefasst

In Freiburg ist ein 74-jähriger Mann auf offener Straße erstochen worden. Ein Tatverdächtiger wurde kurz darauf am Dienstagabend festgenommen, wie ein Polizeisprecher am Mittwoch in der baden-württembergischen Stadt sagte. Das Motiv und die Hintergründe waren zunächst unklar. Die Tat ereignete sich nahe einem kirchlichen Gemeindezentrum im Stadtteil Rieselfeld. Ein religiöses Tatmotiv schloss die Polizei nach ersten Erkenntnissen aus.
Ein Zeuge hatte demnach am Dienstagabend den Notruf gewählt. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen konnte der leblos aufgefundene 74-Jährige nicht mehr gerettet werden. In welchem Verhältnis er zu dem Verdächtigen stand, war zunächst unklar. Zum Alter des Verdächtigen konnte der Sprecher keine Angaben machen. Die Ermittlungen dauerten an.
Bereits am Sonntag war in Freiburg ein 29-Jähriger bei einem Messerangriff verletzt worden. Er hatte sich nach bisherigen Erkenntnissen mit einem Unbekannten auf einem Gebäudevorplatz getroffen. Dort soll der Mann den 29-Jährigen aus zunächst ungeklärten Gründen unvermittelt mit einem Messer angegriffen haben. Ob zwischen den beiden Taten ein Zusammenhang besteht, ist nach Angaben des Sprechers Gegenstand der Ermittlungen. (afp/red)
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Warnung vor Massaker ignoriert? Netanjahu will „Haaretz” verklagen

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigt eine Klage gegen die Zeitung „Haaretz“ wegen eines Berichts an, dem zufolge der emiratische Präsident ihn im Herbst 2023 vor einer großangelegten Offensive der Hamas gewarnt haben soll. Der israelische Regierungschef habe seine Anwälte angewiesen, eine Klage wegen Verleumdung einzureichen, teilte er auf der Plattform X mit. Diese solle sich unter anderem gegen das Blatt sowie den Autoren Schlomi Eldar richten.
Es habe zwischen Anfang September und dem 7. Oktober 2023 kein Gespräch zwischen ihm und dem emiratischen Präsidenten gegeben, teilte Netanjahu weiter mit. Sein Büro hatte den Bericht bereits zuvor dementiert.

Bericht über Warnung aus den Vereinigten Arabischen Emiraten

Laut dem Zeitungsbericht rief der emiratische Präsident Mohammed bin Sajid den israelischen Ministerpräsidenten eineinhalb Wochen vor dem 7. Oktober 2023 aus dem Präsidentenpalast in Abu Dhabi an. In dem Gespräch habe er Netanjahu gewarnt, dass der damalige Chef der islamistischen Terrororganisation Hamas, Jihia al-Sinwar, eine großangelegte Offensive gegen Israel plane. Demnach wurden drei hochrangige ausländische Regierungsvertreter über den Inhalt des Telefonats informiert. Als Quelle wurde ein Berater des emiratischen Präsidenten genannt, der mit dem Gespräch vertraut gewesen sei.
Netanjahu habe die israelischen Sicherheitschefs trotz der persönlichen Warnung nicht informiert und nichts mit diesen Informationen unternommen, meldete die „Haaretz“ weiter. Der emiratische Präsident drängte Netanjahu demnach dazu, die Lage ernst zu nehmen und sich auf einen Angriff vorzubereiten. Zu seiner Überraschung habe dieser jedoch „relativ gelassen“ reagiert und versichert, Israel sei „auf jegliches Szenario vorbereitet“.

Weiterer Bericht über die Angelegenheit

Auch die „Times of Israel“ berichtete unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute emiratische Quelle, dass der emiratische Präsident Netanjahu nur Tage vor dem Hamas-Massaker telefonisch gewarnt haben soll, dass die Terrororganisation einen großangelegten Angriff auf Israel plane.
Die Vereinigten Arabischen Emirate erklärten, sich nicht zu Medienberichten und Spekulationen über Gespräche zwischen Regierungschefs äußern zu wollen.

Brisanz vor Parlamentswahl in Israel

Der Bericht ist auch wegen der anstehenden Parlamentswahl in Israel brisant. Die „falsche Geschichte“ sei „Teil des Wahlkampfs der Linken“, hieß es in Netanjahus Mitteilung weiter.
Seine Kritiker werfen ihm hingegen vor, keine persönliche Verantwortung für das Massaker vor fast drei Jahren übernommen zu haben und Theorien zu unterstützen, wonach Mitglieder der Armee angeblich von den Überfallplänen der Hamas gewusst, Netanjahu aber nicht informiert haben sollen.
Laut Meinungsumfragen können bei der Wahl am 27. Oktober weder Netanjahus Lager noch das seiner Gegner mit einer absoluten Mehrheit rechnen. (dpa/red)
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Aus dem Hamsterrad: Mann baut autarkes Eigenheim – und hat eine Idee

Es ist zu einer weitverbreiteten Herausforderung geworden: In der aktuellen Wirtschaftslage scheint der Kauf eines Traumhauses für viele nur noch ein Traum zu sein. Vor einem Jahrzehnt geriet Cameron Ringland, ein Mann aus Ontario, in diesen nur allzu bekannten Kreislauf. Der seinerzeit in Europa und Südostasien als Pädagoge tätige Kanadier musste mit ansehen, wie die galoppierende Inflation den Immobilienmarkt in seiner Heimat in eine lebenslange Falle verwandelte.
„Meine Frau und ich wussten beide, dass wir eines Tages nach Kanada zurückkehren wollten“, erzählte der mittlerweile 58-jährige Ringland gegenüber Epoch Times aus seiner gemütlichen Wohnung in der Nähe von Budapest. „Aber ich erinnere mich noch genau, wie ich ihr sagte: Wir kehren nicht zurück, nur um uns fünf Jahre lang die Seele aus dem Leib zu schuften und Geld in eine traditionelle Mietfalle zu stecken.“
Für Ringland, einen ehemaligen Baumpflanzer, der 20 Jahre lang mehr als 1 Million Setzlinge in kanadischen Boden gepflanzt hatte, bestand die Lösung nicht darin, einen besseren Job innerhalb des Systems zu finden. Vielmehr ging es ihm darum, ganz aus diesem Hamsterrad auszusteigen.

Gekauft, ungesehen …

Am Neujahrstag 2019, bei einer Tasse Kaffee in Da Nang in Vietnam, fand er online seinen Ausweg: ein nicht erschlossenes, vollständig bewaldetes 1,5 Hektar großes Grundstück auf Cape Breton in Nova Scotia. Er kaufte es ohne Besichtigung und unterzeichnete einen vom Eigentümer finanzierten Vertrag, der lediglich eine Anzahlung von 10 Prozent vorsah, womit er traditionelle Bankinstitute vollständig umging.
„Wenn man im Netz lebt, lebt man in einer Blase der Illusion“, sagte Ringland, der ursprünglich aus dem ländlichen Ontario stammt. „Man merkt gar nicht, dass diese Blase überhaupt existiert, bis sie platzt.“
Als die Corona-Pandemie im Jahr 2020 die Weltwirtschaft zum Erliegen brachte und die Stadtbevölkerung in ihren vier Wänden festhielt, befanden sich Ringland und seine Frau tief im Wald und setzten dort einen radikalen alternativen Plan um. Als die regionale Baumpflanzsaison aufgrund von Sicherheitsvorschriften für Fahrgemeinschaften abrupt abgebrochen wurde, leitete er seine verlängerten saisonalen Arbeitslosengeldzahlungen systematisch in Vollzeit-Baukapital um.

In den Mühlen der Bürokratie

Das größte Hindernis waren nicht die Witterungsbedingungen, sondern die starre lokale Bürokratie. Die kommunalen Baubehörden in Richmond County lehnten seinen alternativen Entwurf zweimal ab, da sie einem netzunabhängigen Wohnhaus, das vollständig mit Strohballen gedämmt und aus direkt auf dem Grundstück geschlagenen Baumstämmen errichtet werden sollte, äußerst skeptisch gegenüberstanden.
„Der örtliche Bauinspektor dachte, ich käme vom Mars“, sagte Ringland.
Um aus dieser Sackgasse herauszukommen, entwickelte er einen taktischen Kompromiss. Er kaufte digitale Architekturpläne für 60 US-Dollar von einem Designer in Bangladesch, beauftragte einen örtlichen Bauingenieur, um die kommunalen Sicherheitsvorschriften zu erfüllen, und gab einen zertifizierten lokalen Bauunternehmer als Berater an, um seinen dritten Antrag genehmigt zu bekommen – endlich.

Unser kleines Haus

In einem viermonatigen, zermürbenden Kraftakt errichtete das Paar Seite an Seite ein rund 58 Quadratmeter großes Haus auf sechs hochbelastbaren Stahlschraubpfählen, die tief bis unter die regionale Frostgrenze getrieben wurden. Um die unerschwinglichen Kosten von 30.000 Dollar für eine Brunnenbohrung zu vermeiden, nutzte Ringland das natürliche Gefälle des Grundstücks von 6 Prozent, um eine pumpenlose, durch Schwerkraft gespeiste Wasserleitung von einem 1.000-Liter-Regenwassersammelbehälter direkt zu seinen Sanitäranlagen im Haus zu verlegen.
Die Energieversorgung sicherten sie mit einer vertikalen 400-Watt-Solaranlage, die so ausgerichtet war, dass im Winter angesammelter Schmutz einfach abrutschen konnte, und heizten über ein komplexes Mischbrennstoffsystem, bestehend aus einem luftdichten Holzofen, Kerosinöfen und einem dieselbetriebenen Heizgerät. Dadurch entfielen laufende Nebenkosten vollständig, sodass sie nur noch 650 Dollar an jährlichen Grundsteuern zahlen mussten.
Für kurze Zeit sah es nach einem vollständigen Triumph über das Wirtschaftssystem aus. Geschafft! Doch Freiheit, so musste Ringland bald erfahren, hat einen hohen physischen und psychischen Preis.

Das Feuer muss brennen

Am Cedar Drive, der noch nicht erschlossenen Straße, an der sie bauten, waren 17 Grundstücke verkauft worden. Doch die Ringlands waren die einzigen Bewohner, die tatsächlich eine Unterkunft errichteten. Als die anfängliche Romantik langsam verblasste, forderte der Betrieb mehrerer Heizsysteme seinen Tribut. Die unablässigen Schneestürme mit Minusgraden hielten regelmäßig bis weit in den April hinein an. Die Arbeit war unerbittlich: Sie mussten unzählige Male zweieinhalb Meter lange Baumstämme heranschleppen, sie zuschneiden und dann von Hand mit der Axt spalten. All das nur, um die Öfen am Brennen zu halten. Die Tageslichtstunden wurden von dieser erschöpfenden Arbeit vollständig aufgezehrt.
Und dann war da noch die intensive kulturelle Isolation. Die alternde, abgeschottete ländliche Bevölkerung betrachtete die Ringlands mit stiller Skepsis und bezeichnete sie als „Come From Aways“, „die Auswärtigen“.
Im Winter 2025 zerbrach der Traum unter der Last der Einsamkeit. Auf der Suche nach körperlicher Erholung und einer Flucht vor den sozialen Spannungen vor Ort packten sie ihre Koffer und nahmen einen befristeten Beraterjob in der Nähe von Budapest in Ungarn an. Das Paar bot sein Objekt auf dem traditionellen Immobilienmarkt für 144.500 Dollar (circa 124.000 Euro) zum Verkauf an. Die Anzeige las sich wie eine bittersüße Mahnung: „Die Wildnis hat gesiegt. Es erwies sich als unmöglich, der modernen Maschinerie dauerhaft zu entkommen, ohne die menschliche Gemeinschaft zu verlieren.“
So flog Ringland Mitte Mai dieses Jahres allein nach Cape Breton zurück, in der Absicht, das Haus zu räumen und das Grundstück für den endgültigen Verkauf vorzubereiten. Doch als er die Schwelle überschritt und sein makelloses, eigenhändig erbautes Refugium betrachtete, das ruhig unter dem Frühlingshimmel lag, vollzog sich eine radikale Wandlung.
Innenansichten des Ringland-Gehöfts in den Wäldern von Cape Breton, Nova Scotia. Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Cameron Ringland

Innenansichten des Hauses der Ringlands in den Wäldern von Cape Breton, Nova Scotia.

Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Cameron Ringland

Ein neuer Blickwinkel

„Die Erkenntnis kam mir in den letzten zwei Wochen“, sagte er. „Als mir bewusst wurde, wie viel eigene Arbeit in diesen Ort geflossen war, wusste ich: Wenn ich mich komplett davon abwenden und ihn verkaufen würde, würde ich es mein ganzes Leben lang bereuen.“ Der Traum war nicht gescheitert. Es fehlten ihm einfach die Menschen.
Anstatt sich der vollständigen Veräußerung zu ergeben oder in die isolierte Selbstversorgung zurückzukehren, leitete Ringland eine kreative Umstrukturierung seines netzunabhängigen Modells ein. Er nahm das Grundstück vom Markt. Dann begann er, eine neue Zufahrtsstraße zu den unteren Teilen des Grundstücks anzulegen, um die Fläche in drei separate Miteigentumsanteile aufzuteilen.
In Zusammenarbeit mit spezialisierten Rechtsberatern für gemeinschaftliches Wohnen entwarf der Siedler rechtsverbindliche Verträge und wandelte sich vom einsamen Überlebenskünstler zum Organisator eines Gemeinschaftsverbunds, der Gleichgesinnten Anteilsbeteiligungen für 50.000 Dollar (circa 42.800 Euro) anbietet – genau ein Drittel des geschätzten Gesamtwerts des Grundstücks. Nach diesem neuen Modell erhalten neue Partner eine gerechte Eigentumsurkunde für das Land und ein natürlich gerodetes Baugrundstück, um ihre eigenen netzunabhängigen Rückzugsorte zu errichten. Während der Bauphase erhalten sie sogar vorübergehend Zugang zum ursprünglichen Wohnmobil des Paares.

Kanada, Italien, Ungarn – oder anderswo

Die Strategie der Teilhaberschaft trägt auf elegante Weise zwei Realitäten Rechnung. Die anfänglichen Anzahlungen liefern das Kapital, das die Ringlands benötigen, um eine Anzahlung für einen Zweitwohnsitz an der sizilianischen Küste zu leisten. Dort stehen aufgrund des demografischen Wandels historische Häuser leer und sind für weniger als 85.000 Dollar zu haben. Gleichzeitig entsteht damit eine lokale Mikrogemeinschaft in Kanada. Wenn sie jedes Frühjahr zurückkehren, werden die hohen physischen Belastungen des netzunabhängigen Lebens auf ein vertrauenswürdiges Netzwerk von Nachbarn verteilt.
Für Ringland, der nun bequem in seiner Wohnung in der Nähe von Budapest sitzt, während seine Frau einen Lehrauftrag erfüllt, ist die Rechnung nicht mehr nur finanzieller Natur. Es ist eine persönliche Angelegenheit.
„Alles ist einfach da“, sagte er und dachte über den tiefen Frieden eines hypothekenfreien Daseins nach. „Das Leben abseits des Stromnetzes hat etwas sehr Überschaubares. Es nimmt tatsächlich den Druck von diesem ganzen Geld-, Finanz- und Rechnungszahlungswahnsinn, in dem sich die Menschen heutzutage befinden. Für mich ist es einfach eine sehr wertvolle Art zu leben.“
Wohnen mit der Natur. Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Cameron Ringland

Wohnen mit der Natur.

Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Cameron Ringland

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Canadian Man Builds Off-Grid Homestead to Escape the Rat Race“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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Aus dem Hamsterrad: Mann baut autarkes Eigenheim – und hat eine Idee

Es ist zu einer weitverbreiteten Herausforderung geworden: In der aktuellen Wirtschaftslage scheint der Kauf eines Traumhauses für viele nur noch ein Traum zu sein. Vor einem Jahrzehnt geriet Cameron Ringland, ein Mann aus Ontario, in diesen nur allzu bekannten Kreislauf. Der seinerzeit in Europa und Südostasien als Pädagoge tätige Kanadier musste mit ansehen, wie die galoppierende Inflation den Immobilienmarkt in seiner Heimat in eine lebenslange Falle verwandelte.
„Meine Frau und ich wussten beide, dass wir eines Tages nach Kanada zurückkehren wollten“, erzählte der mittlerweile 58-jährige Ringland gegenüber Epoch Times aus seiner gemütlichen Wohnung in der Nähe von Budapest. „Aber ich erinnere mich noch genau, wie ich ihr sagte: Wir kehren nicht zurück, nur um uns fünf Jahre lang die Seele aus dem Leib zu schuften und Geld in eine traditionelle Mietfalle zu stecken.“
Für Ringland, einen ehemaligen Baumpflanzer, der 20 Jahre lang mehr als 1 Million Setzlinge in kanadischen Boden gepflanzt hatte, bestand die Lösung nicht darin, einen besseren Job innerhalb des Systems zu finden. Vielmehr ging es ihm darum, ganz aus diesem Hamsterrad auszusteigen.

Gekauft, ungesehen …

Am Neujahrstag 2019, bei einer Tasse Kaffee in Da Nang in Vietnam, fand er online seinen Ausweg: ein nicht erschlossenes, vollständig bewaldetes 1,5 Hektar großes Grundstück auf Cape Breton in Nova Scotia. Er kaufte es ohne Besichtigung und unterzeichnete einen vom Eigentümer finanzierten Vertrag, der lediglich eine Anzahlung von 10 Prozent vorsah, womit er traditionelle Bankinstitute vollständig umging.
„Wenn man im Netz lebt, lebt man in einer Blase der Illusion“, sagte Ringland, der ursprünglich aus dem ländlichen Ontario stammt. „Man merkt gar nicht, dass diese Blase überhaupt existiert, bis sie platzt.“
Als die Corona-Pandemie im Jahr 2020 die Weltwirtschaft zum Erliegen brachte und die Stadtbevölkerung in ihren vier Wänden festhielt, befanden sich Ringland und seine Frau tief im Wald und setzten dort einen radikalen alternativen Plan um. Als die regionale Baumpflanzsaison aufgrund von Sicherheitsvorschriften für Fahrgemeinschaften abrupt abgebrochen wurde, leitete er seine verlängerten saisonalen Arbeitslosengeldzahlungen systematisch in Vollzeit-Baukapital um.

In den Mühlen der Bürokratie

Das größte Hindernis waren nicht die Witterungsbedingungen, sondern die starre lokale Bürokratie. Die kommunalen Baubehörden in Richmond County lehnten seinen alternativen Entwurf zweimal ab, da sie einem netzunabhängigen Wohnhaus, das vollständig mit Strohballen gedämmt und aus direkt auf dem Grundstück geschlagenen Baumstämmen errichtet werden sollte, äußerst skeptisch gegenüberstanden.
„Der örtliche Bauinspektor dachte, ich käme vom Mars“, sagte Ringland.
Um aus dieser Sackgasse herauszukommen, entwickelte er einen taktischen Kompromiss. Er kaufte digitale Architekturpläne für 60 US-Dollar von einem Designer in Bangladesch, beauftragte einen örtlichen Bauingenieur, um die kommunalen Sicherheitsvorschriften zu erfüllen, und gab einen zertifizierten lokalen Bauunternehmer als Berater an, um seinen dritten Antrag genehmigt zu bekommen – endlich.

Unser kleines Haus

In einem viermonatigen, zermürbenden Kraftakt errichtete das Paar Seite an Seite ein rund 58 Quadratmeter großes Haus auf sechs hochbelastbaren Stahlschraubpfählen, die tief bis unter die regionale Frostgrenze getrieben wurden. Um die unerschwinglichen Kosten von 30.000 Dollar für eine Brunnenbohrung zu vermeiden, nutzte Ringland das natürliche Gefälle des Grundstücks von 6 Prozent, um eine pumpenlose, durch Schwerkraft gespeiste Wasserleitung von einem 1.000-Liter-Regenwassersammelbehälter direkt zu seinen Sanitäranlagen im Haus zu verlegen.
Die Energieversorgung sicherten sie mit einer vertikalen 400-Watt-Solaranlage, die so ausgerichtet war, dass im Winter angesammelter Schmutz einfach abrutschen konnte, und heizten über ein komplexes Mischbrennstoffsystem, bestehend aus einem luftdichten Holzofen, Kerosinöfen und einem dieselbetriebenen Heizgerät. Dadurch entfielen laufende Nebenkosten vollständig, sodass sie nur noch 650 Dollar an jährlichen Grundsteuern zahlen mussten.
Für kurze Zeit sah es nach einem vollständigen Triumph über das Wirtschaftssystem aus. Geschafft! Doch Freiheit, so musste Ringland bald erfahren, hat einen hohen physischen und psychischen Preis.

Das Feuer muss brennen

Am Cedar Drive, der noch nicht erschlossenen Straße, an der sie bauten, waren 17 Grundstücke verkauft worden. Doch die Ringlands waren die einzigen Bewohner, die tatsächlich eine Unterkunft errichteten. Als die anfängliche Romantik langsam verblasste, forderte der Betrieb mehrerer Heizsysteme seinen Tribut. Die unablässigen Schneestürme mit Minusgraden hielten regelmäßig bis weit in den April hinein an. Die Arbeit war unerbittlich: Sie mussten unzählige Male zweieinhalb Meter lange Baumstämme heranschleppen, sie zuschneiden und dann von Hand mit der Axt spalten. All das nur, um die Öfen am Brennen zu halten. Die Tageslichtstunden wurden von dieser erschöpfenden Arbeit vollständig aufgezehrt.
Und dann war da noch die intensive kulturelle Isolation. Die alternde, abgeschottete ländliche Bevölkerung betrachtete die Ringlands mit stiller Skepsis und bezeichnete sie als „Come From Aways“, „die Auswärtigen“.
Im Winter 2025 zerbrach der Traum unter der Last der Einsamkeit. Auf der Suche nach körperlicher Erholung und einer Flucht vor den sozialen Spannungen vor Ort packten sie ihre Koffer und nahmen einen befristeten Beraterjob in der Nähe von Budapest in Ungarn an. Das Paar bot sein Objekt auf dem traditionellen Immobilienmarkt für 144.500 Dollar (circa 124.000 Euro) zum Verkauf an. Die Anzeige las sich wie eine bittersüße Mahnung: „Die Wildnis hat gesiegt. Es erwies sich als unmöglich, der modernen Maschinerie dauerhaft zu entkommen, ohne die menschliche Gemeinschaft zu verlieren.“
So flog Ringland Mitte Mai dieses Jahres allein nach Cape Breton zurück, in der Absicht, das Haus zu räumen und das Grundstück für den endgültigen Verkauf vorzubereiten. Doch als er die Schwelle überschritt und sein makelloses, eigenhändig erbautes Refugium betrachtete, das ruhig unter dem Frühlingshimmel lag, vollzog sich eine radikale Wandlung.
Innenansichten des Ringland-Gehöfts in den Wäldern von Cape Breton, Nova Scotia. Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Cameron Ringland

Innenansichten des Hauses der Ringlands in den Wäldern von Cape Breton, Nova Scotia.

Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Cameron Ringland

Ein neuer Blickwinkel

„Die Erkenntnis kam mir in den letzten zwei Wochen“, sagte er. „Als mir bewusst wurde, wie viel eigene Arbeit in diesen Ort geflossen war, wusste ich: Wenn ich mich komplett davon abwenden und ihn verkaufen würde, würde ich es mein ganzes Leben lang bereuen.“ Der Traum war nicht gescheitert. Es fehlten ihm einfach die Menschen.
Anstatt sich der vollständigen Veräußerung zu ergeben oder in die isolierte Selbstversorgung zurückzukehren, leitete Ringland eine kreative Umstrukturierung seines netzunabhängigen Modells ein. Er nahm das Grundstück vom Markt. Dann begann er, eine neue Zufahrtsstraße zu den unteren Teilen des Grundstücks anzulegen, um die Fläche in drei separate Miteigentumsanteile aufzuteilen.
In Zusammenarbeit mit spezialisierten Rechtsberatern für gemeinschaftliches Wohnen entwarf der Siedler rechtsverbindliche Verträge und wandelte sich vom einsamen Überlebenskünstler zum Organisator eines Gemeinschaftsverbunds, der Gleichgesinnten Anteilsbeteiligungen für 50.000 Dollar (circa 42.800 Euro) anbietet – genau ein Drittel des geschätzten Gesamtwerts des Grundstücks. Nach diesem neuen Modell erhalten neue Partner eine gerechte Eigentumsurkunde für das Land und ein natürlich gerodetes Baugrundstück, um ihre eigenen netzunabhängigen Rückzugsorte zu errichten. Während der Bauphase erhalten sie sogar vorübergehend Zugang zum ursprünglichen Wohnmobil des Paares.

Kanada, Italien, Ungarn – oder anderswo

Die Strategie der Teilhaberschaft trägt auf elegante Weise zwei Realitäten Rechnung. Die anfänglichen Anzahlungen liefern das Kapital, das die Ringlands benötigen, um eine Anzahlung für einen Zweitwohnsitz an der sizilianischen Küste zu leisten. Dort stehen aufgrund des demografischen Wandels historische Häuser leer und sind für weniger als 85.000 Dollar zu haben. Gleichzeitig entsteht damit eine lokale Mikrogemeinschaft in Kanada. Wenn sie jedes Frühjahr zurückkehren, werden die hohen physischen Belastungen des netzunabhängigen Lebens auf ein vertrauenswürdiges Netzwerk von Nachbarn verteilt.
Für Ringland, der nun bequem in seiner Wohnung in der Nähe von Budapest sitzt, während seine Frau einen Lehrauftrag erfüllt, ist die Rechnung nicht mehr nur finanzieller Natur. Es ist eine persönliche Angelegenheit.
„Alles ist einfach da“, sagte er und dachte über den tiefen Frieden eines hypothekenfreien Daseins nach. „Das Leben abseits des Stromnetzes hat etwas sehr Überschaubares. Es nimmt tatsächlich den Druck von diesem ganzen Geld-, Finanz- und Rechnungszahlungswahnsinn, in dem sich die Menschen heutzutage befinden. Für mich ist es einfach eine sehr wertvolle Art zu leben.“
Wohnen mit der Natur. Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Cameron Ringland

Wohnen mit der Natur.

Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Cameron Ringland

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Canadian Man Builds Off-Grid Homestead to Escape the Rat Race“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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Gefährlicher als gedacht: Beliebter Zuckerersatz mit erhöhtem Risiko für Herzerkrankungen verbunden

Ein hoher Xylit-Spiegel im Blut könnte das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich erhöhen. Zu diesem Ergebnis kommt eine groß angelegte Beobachtungsstudie mit Daten von über 17.700 Teilnehmenden aus zwei Langzeituntersuchungen, die Ende August auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) vorgestellt wurde.

Demnach erlitten Personen mit den höchsten Xylit-Werten signifikant häufiger Herzinfarkte, Schlaganfälle oder verstarben an den Folgen, und das unabhängig von klassischen Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhten Blutfettwerten.

Da es sich um eine reine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich zwar ein statistischer Zusammenhang, aber noch kein direkter ursächlicher Beweis erbringen. Dennoch schlagen Fachleute Alarm:

„Künstliche Süßstoffe werden konsumiert, weil man sie für gesünder als Zucker hält. Zudem gelten sie bei Aufsichtsbehörden allgemein als sicher“, sagt Dr. Marco Witkowski vom Universitätsklinikum Charité in Berlin. „Unsere Daten zeigen jedoch, wie wenig wir über die kardiovaskuläre Sicherheit von Xylit wissen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass immer mehr Lebensmittel damit angereichert werden.“

Natürlicher Stoff mit Nebenwirkungen

Xylit (auch als Birkenzucker bekannt) ist ein natürlich vorkommender Zuckeralkohol, der in manchen Obst- und Gemüsesorten sowie Holzfasern vorkommt. Das weiße, kristalline Pulver besitzt eine ähnliche Süßkraft wie Haushaltszucker und steckt heute in zahlreichen zuckerfreien Kaugummis, Zahnpasten, Getränken und Lebensmittel-Produkten.

Neben den potenziellen Gefahren für das Herz-Kreislauf-System ist bekannt, dass Xylit in größeren Mengen den Magen-Darm-Trakt belasten und Symptome wie Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall auslösen kann.

Tödliche Gefahr für Hunde

Besondere Vorsicht gilt zudem für Haustierhalter: Für Hunde ist Xylit hochgradig giftig. Schon geringe Mengen können zu lebensbedrohlichem Blutzuckerabfall, schwerem Leberversagen oder Tod führen. Bei Verdacht auf Aufnahme sollte umgehend eine Tierarztpraxis aufgesucht werden.

Produkte, die als „zuckerfrei“ oder „ohne Zuckerzusatz“ beworben werden, enthalten nicht zwingend Xylit. Die Industrie greift auf eine Vielzahl weiterer Alternativen zurück, darunter natürliche Süßungsmittel wie Stevia oder Erythrit sowie synthetische Stoffe wie Aspartam, Sucralose und Saccharin.

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Zuerst erschienen auf theepochtimes.com unter dem Titel „Common Sugar Substitute Associated With Higher Heart Attack and Stroke Risk, Study Finds“. (deutsche Bearbeitung kr)

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Sachsen-Anhalt: Auswirkungen auf die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin

„In MV [Mecklenburg-Vorpommern] kann und muss verhindert werden, dass die AfD stärkste Kraft wird“, sagte Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin des Bundeslandes, kurz nach der Schließung der Wahllokale in Sachsen-Anhalt. Das Wahlergebnis sei gefährlich für Sachsen-Anhalt und Deutschland insgesamt, fügte Schwesig laut dem NDR in einer Stellungnahme hinzu.
Mit Stand vom 3. September erreicht in der jüngsten Wahlumfrage von infratest dimap die AfD in MV 35 Prozent, während die SPD mit 32 Prozent dahinter liegt.
In den vergangenen Wochen konnte die SPD mehrere Prozentpunkte zulegen, während in der Heimat der ehemaligen CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel deren Partei mit 8 Prozent einen historischen Tiefststand aufweist und die Grünen um ihren Einzug ins Landesparlament bangen müssen.

AfD spürt „enormen Rückenwind“

Leif-Erik Holm, AfD-Ministerpräsidentenkandidat in MV, nannte das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt „eine Zeitenwende“. Auf X schrieb er: „Uns in Mecklenburg-Vorpommern gibt dieser grandiose Erfolg enormen Rückenwind.“
Auch der Wahlgewinner aus Magdeburg, Ulrich Siegmund, plant, dazu beizutragen, dass die AfD im nordöstlichen Bundesland bei der Landtagswahl stärkste politische Kraft wird. Einen Tag nach seinem Wahlsieg kündigte Siegmund im Haus der Bundespressekonferenz an, er wolle Holm in den nächsten beiden Wochen persönlich im Wahlkampf unterstützen.
Er machte auch vor der Presse deutlich, dass „diese historische Wahl“ nicht nur für Sachsen-Anhalt „entscheidend“ sei. „Sie ist für Deutschland entscheidend“, sagte der AfD-Politiker. Deshalb sei sein „Anspruch“, diesen Rückenwind anderen „mitzugeben“.
Er glaubt, dass die „Welle des Erfolges“ der AfD „durch alle Bundesländer geschwappt“ sei. Ziel sei es, dass die AfD-Co-Chefin Alice Weidel Bundeskanzlerin werde. „Das ist das Ziel, das wir gemeinsam verfolgen. Deshalb werde ich auch meine Ressourcen in den nächsten Wochen und Monaten darin investieren […], dass wir es in der Bundesrepublik Deutschland schaffen“, so Siegmund.

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Berlin: CDU und Linke vorn

Auch in Berlin wird am 20. September das Abgeordnetenhaus neu gewählt. Der Generalsekretär der regierenden Berliner CDU, Lukas Krieger, betonte, dass seine Partei „niemals“ mit der AfD zusammenarbeiten werde. Ebenso distanzierte sich Krieger von der Berliner Linken. Dies berichtete der rbb.
In einem ähnlichen Sinne äußerte sich der Berliner SPD-Spitzenkandidat, Steffen Krach. Die AfD sei „auch hier in Berlin eine Gefahr für unsere Demokratie“ und dürfe „niemals wieder stärkste Kraft werden“.
Laut jüngster INSA-Umfrage vom 4. September können in Berlin mehrere Parteien einen ähnlichen Zuspruch für sich verzeichnen. Dort führt die CDU mit 20 Prozent, gefolgt von der Linken mit 19 Prozent. Die AfD kommt unter den Befragten auf 18 Prozent und die SPD sowie die Grünen auf 15 Prozent. FDP und das BSW liegen in der Umfrage bei 3 Prozent.
Gestärkt durch das hohe Umfrageergebnis gibt sich die Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp, kämpferisch und sagt: „Ich bin die Antwort auf Sachsen-Anhalt.“
Der innenpolitische Sprecher der Berliner Grünen, Vasili Franco, forderte bei der Gelegenheit ein AfD-Verbot.

NRW: Wüst will AfD-Verbot

In die gleiche Richtung äußerte sich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst am Montag, 7. September, auf einer Berliner Bühne. Wie die Zeitung „WELT“ berichtete, habe der CDU-Politiker während eines öffentlichen Interviewformats gefordert, einen ersten konkreten Schritt zu einem möglichen AfD-Verbotsverfahren zu unternehmen.
Er regte an, eine „Arbeitsgruppe“ einzusetzen. Diese habe nicht das vorher festgelegte Ziel, ein Verbot zu prüfen, „sondern diese Partei zu prüfen und die etwaigen Rechtsfolgen. Das kann ein Verbot sein, das kann auch etwas anderes sein“, wird Wüst von dem Springermedium zitiert. Er ließ aber offen, was er unter „etwas anderem“ verstehe.
Der Vorstoß Wüsts in Richtung eines AfD-Verbots kommt nicht von ungefähr. Auch in NRW wuchs in den vergangenen Jahren die Zustimmung zur AfD, und am 25. April nächsten Jahres wird im bevölkerungsstärksten Bundesland Deutschlands ebenfalls ein neuer Landtag gewählt.
Die letzte Umfrage von infratest dimap vom 28. Juni zeigt die CDU mit 32 Prozent vorn, gefolgt von SPD und AfD gleichauf bei 17 Prozent. Die Grünen haben eine Zustimmung von 15 Prozent, die Linke liegt bei 6 Prozent und die FDP als Wackelkandidat bei 5 Prozent. Wüst regiert derzeit gemeinsam mit den Grünen.

Brandmauer und „gesichert rechtsextremistisch“ haben AfD genützt

Der renommierte Politikwissenschaftler Thomas Meyer, emeritierter Professor des Instituts für Philosophie und Politikwissenschaft der TU Dortmund, hat sich auf Anfrage von Epoch Times zu der Frage geäußert: „Welche Auswirkung könnte der AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt auf die anstehenden Wahlen in Berlin und MV haben?“
Meyer, dessen Schwerpunkte in der Erforschung der sozialen Demokratie, der politischen Kommunikation sowie den kulturellen Grundlagen der Politik liegen, glaube, dass sich die Frage erst haltbar beantworten lasse, „wenn wir sehen, was die beteiligten Parteien in Magdeburg und Berlin daraus machen. Also zum Beispiel, ob sie zur Tagesordnung übergehen oder irgendeine Art von Neubeginn in die Wege leiten und wenn ja, welchen“.
Generell meint er, dass die Brandmauer und „pauschale Ausgrenzungen wie ‚gesichert rechtsextremistisch‘“ der AfD eher nützen. Würde man ihre Argumente ernstnehmen und eine „sachlich scharfe Auseinandersetzung mit ihren Positionen“ führen, würde dies „die meisten Wähler wohl am ehesten überzeugen“, so Meyer. Wobei der Politikwissenschaftler hinzufügt, die Gesellschaft erwarte, dass „die konkurrierenden Parteien […] selbst in der Sache liefern“.
„Vielleicht reichen ja auch die Fehler und Zumutungen, die von einer AfD beherrschten Landesregierung jetzt schnell zu erwarten sind, für eine zügige Ernüchterung der Öffentlichkeit und des Wahlvolkes aus“, so das Fazit Meyers.

Annäherung an AfD würde zum Zerfall der CDU führen

Der Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt glaubt ebenfalls, dass die Auswirkungen der Wahl in Sachsen-Anhalt „ganz wesentlich davon abhängen, wie die Konkurrenz der AfD auf diesen Wahlsieg reagiert, allen voran die CDU“.
Würden sich die Christdemokraten auf ein Anti-AfD-Bündnis einlassen, „und zwar notwendigerweise unter Einschluss der Linken, dann signalisiert das allen Wählern: Wer einen Politikwechsel hin zu einer Mitte-rechts-Politik will, muss die AfD wählen, denn andernfalls macht die CDU weiterhin Mitte-links-Politik“, so Patzelt. Er war von 1991 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2019 Gründungsprofessor des Instituts für Politikwissenschaft an der TU Dresden und Inhaber des Lehrstuhls für Politische Systeme und Systemvergleich.
Eine Annäherung der CDU an die AfD sei laut Patzelts Auffassung vor den Wahlen in MV und Berlin „sehr unwahrscheinlich“. Deshalb gelte es, „die CDU-Reaktion auf die dann auch dort zu erwartenden CDU-Verluste“ abzuwarten. Ein anhaltendes „Weiter so!“ der Union werde jedoch „weitere Stimmenverluste auch in NRW nach sich ziehen, eine Öffnung der CDU hin zur AfD hingegen einen Zerfall der Union riskieren“.
Er glaubt: „Das Schema der Auswirkungen wird deshalb im Wesentlichen sein: CDU sinkt, AfD steigt, SPD bleibt auf niedrigem Niveau stabil, Grüne profilieren sich als schärfste Alternativpartei zur AfD und streichen dafür Stimmengewinne ein.“

Sollbruchstelle für die Bundesregierung?

Danach gefragt, welches Wahlergebnis in Berlin und in MV eine „Sollbruchstelle“ für die Koalition auf Bundesebene sein könnte, sagt Patzelt: „Keines davon brächte die Koalition auf Bundesebene zum Einsturz. Die zentrale Bruchstelle wäre erst eine unter Beweis gestellte Bereitschaft der CDU zum Zusammenwirken mit der AfD.“
Seiner Auffassung nach wäre „die alternative Bruchstelle ein Verzicht der Union darauf, weiterhin vielen Wünschen der SPD nach einer – wie es der CDU meist scheint – ‚Verwässerung‘ der anstehenden oder noch zu erarbeitenden Reformen nachzukommen“.
Diese „Bruchstelle“ stehe „ohnehin schon unter Druck, weil die Klientel der SPD die wirtschafts- und sozialpolitischen Reformvorhaben der Bundesregierung meist für zu weitgehend, die Klientel der Union hingegen als unzureichend einschätzt“, so Patzelt.
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Mutmaßlicher Stromsaboteur festgenommen – NRW geht von Einzeltäter aus


In Kürze:

  • Der mutmaßliche Saboteur Daniel V. wurde nahe dem Kraftwerk Weisweiler in NRW festgenommen.
  • Bei ihm und in einem Zelt fanden Ermittler weitere Sprengmittel und Abschussvorrichtungen.
  • Innenminister Herbert Reul geht derzeit von einem Einzeltäter aus.

 
Die tagelange Fahndung nach dem mutmaßlichen Verantwortlichen für eine Serie von Sabotageakten gegen Umspannwerke ist zu Ende. Wie die Polizei Köln am Dienstag, 8. September, mitteilte, gelang es ihnen, einen 48-jährigen Tatverdächtigen nahe dem Kraftwerk Weisweiler festzunehmen. Ein offener Haftbefehl wurde vollstreckt, er ließ sich widerstandslos festnehmen.

Sprengmittel bei Festnahme von Daniel V. sichergestellt

Bei seiner Festnahme soll der Mann, den Medien Daniel V. nennen, weitere Sprengmittel bei sich gehabt haben. In unmittelbarer Nähe des Festnahmeortes fanden die Beamten ein im Unterholz aufgestelltes Zelt. Dort befanden sich den Angaben der Einsatzkräfte zufolge weitere Sprengladungen.
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) erklärte im weiteren Verlauf des Tages gegenüber Medien, dass die Festnahme der Aufmerksamkeit einer Beamtin und ihrer Kollegen zu verdanken gewesen sei. Eine frühere Pressemitteilung der Polizei Köln legt die Annahme nahe, dass auch Hochspannungsleitungen in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler als Anschlagsziele vorgesehen gewesen sein könnten.
So habe man am Montagnachmittag dort mehrere Abschussvorrichtungen vorgefunden. In deren Bereich sei auch ein weiteres Bekennerschreiben aufgetaucht. Am Montagabend seien während der Absuche am Kraftwerk Weisweiler gegen 21 Uhr „Blitze und Knallgeräusche zu vernehmen“ gewesen. Wegen der einsetzenden Dunkelheit seien keine weiteren Untersuchungen möglich gewesen. Die Bundespolizei Aachen stellte für weitere Suchmaßnahmen eine Drohne mit Wärmebildkamera zur Verfügung.

Zelt und Fahrrad des Verdächtigen gefunden

Das Zelt, in dem sich der Verdächtige offenbar vorübergehend aufgehalten hatte, stand bisherigen Erkenntnissen zufolge in einer Schneise parallel zur Aldenhovener Straße. Die Spurensicherung soll auch das Fahrrad des Verdächtigen sichergestellt haben.
Wie der WDR berichtet, stammt Daniel V. aus Nordrhein-Westfalen. Seine letzte Wohnanschrift habe sich in Gevelsberg im Ennepe-Ruhr-Kreis befunden.
Ermittler gehen davon aus, dass eine Reihe weiterer Anschläge geplant gewesen sein könnte.
Die Vorrichtungen sollten dazu dienen, durch den Abschuss selbstgebauter, mit einem Draht versehenene Raketen Kurzschlüsse herbeizuführen.
Zumindest in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg wurden Vorrichtungen dieser Art vorgefunden. In mindestens zwei Fällen erreichte der Verdächtige offenbar sein Ziel. Daraufhin mussten einzelne Blöcke nahegelegener Kraftwerke vorübergehend abgeschaltet werden.

Reul geht von Daniel V. als Einzeltäter aus

Minister Reul geht derzeit davon aus, dass Daniel V. allein gehandelt und keine Mittäter gehabt habe. Die Ermittlungen dazu seien jedoch noch nicht abgeschlossen. Zwei Bekennerschreiben konnten die Ermittlungsbehörden dem Tatverdächtigen mittlerweile zweifelsfrei zuordnen. Ein drittes Schreiben werde noch geprüft.
In den ersten beiden Schreiben habe er der Politik mangelnde Bemühungen beim Klimaschutz vorgeworfen.
Als Hauptmotivation habe er demnach das „Abwenden oder Vermeiden von unermesslichem Leid, das durch die Nutzung fossiler Brennstoffe verursacht wird“ angegeben. Offenbar habe er noch weitere Sabotageakte geplant. Nach Angaben von Reul gebe es zudem „Hinweise auf psychische Probleme“. Auch diesen Hinweisen wollen die Ermittler nun nachgehen.
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Anthropic-Forscher tritt aus Sorge vor unkontrollierbarer KI zurück

Ein Forscher der KI-Firma Anthropic ist mit einer drastischen Warnung zurückgetreten: Die großen Entwickler Künstlicher Intelligenz handelten unverantwortlich „und spielen mit unseren Leben“. Bald werde es Computersysteme geben, deren Fähigkeiten die von Menschen überträfen, betonte Jacob Coxon auf der Online-Plattform X. Künstliche Intelligenz würde dann „alles hacken können“ und die Möglichkeit haben, sich „Zugang zu echter Macht und Ressourcen“ zu verschaffen.
„Die Leute, die KI entwickeln, glauben ernsthaft, dass sie zum Ende des Jahrzehnts alle töten könnte“, warnte Coxon. Dem „Wall Street Journal“ sagte der 27-jährige Brite, nach den „aggressivsten Szenarien“ könnten die Dinge bereits Ende kommenden Jahres außer Kontrolle geraten. Als eine zentrale Gefahr sieht er Künstliche Intelligenz, die sich selbst weiterentwickeln kann – und damit schwerer zu kontrollieren wird.
Anthropic-Forscher Evan Hubinger, der mit dafür zuständig ist, dass KI mit den Interessen der Menschen im Einklang bleibt, bestätigte wenig später Coxons Sorgen. Er persönlich denke, die Gefahr, dass KI die Menschheit töte, liege im kommenden Jahrzehnt bei mehr als zehn Prozent, schrieb er bei X.

„Extreme Vorsicht“

Zuvor mahnte auch der Forschungschef des ChatGPT-Entwicklers und schärfsten Anthropic-Rivalen OpenAI, Jakub Pachocki, „extreme Vorsicht“ an. Er sei besorgt, dass niemand auf eine rapide Weiterentwicklung der Fähigkeiten Künstlicher Intelligenz vorbereitet sei, schrieb Pachocki in einem Blogeintrag. Man sei an einem Moment der Geschichte angelangt, in dem die Intelligenz von Maschinen beginne, die der Menschen zu übertreffen.
Der OpenAI-Manager umschrieb ausführlicher, warum moderne KI-Systeme schwerer zu kontrollieren seien. Man lasse diese Künstliche Intelligenz eher „wachsen“, statt sie zu designen. KI-Systeme seien ein Produkt komplexer Prozesse. „Unsere groß angelegten Trainingsläufe sind Experimente – und wir sind manchmal überrascht von ihren Ergebnissen.“ Und je mehr die Fähigkeiten der Maschinen die menschlichen überträfen, desto schwieriger werde es zu verstehen, zu was sie in der Lage seien.
Zugleich sieht Pachocki ein Argument für die Fortsetzung rapider Forschung: Künstliche Intelligenz zu entwickeln, die gegen die Gefahren anderer KI verteidigen könnte. Man werde sie unter anderem brauchen, um Infrastruktur zu schützen und ganz neue Verteidigungsmechanismen zu entwickeln.

Hacking-Attacken als Alarmsignal

Ein Weckruf für die Branche waren in den vergangenen Monaten Hacking-Attacken, bei denen sogenannte KI-Agenten in Testläufen eigenständig in Systeme anderer Unternehmen eindrangen. Solche Agenten sind Programme mit Künstlicher Intelligenz, die selbstständig Aufgaben für die Nutzer erfüllen sollen. Bei OpenAI fand ein KI-Modell in einem Test einen Weg, aus einer eigentlich isolierten Testumgebung ins offene Internet zu gelangen – und hackte sich dann ins Computersystem der KI-Plattform Hugging Face. Dabei suchte es nur nach einer Lösung für die Testaufgabe und richtete keinen Schaden an. Allerdings zeigte der Vorfall, wie weit KI-Systeme ungeplant auf eigene Faust gehen können, ohne dass ihre Entwickler das mitbekommen.
Zuletzt wurde auch bekannt, dass KI-Agenten von OpenAI bereits im Frühjahr eine deutschsprachige Wiki-Seite in großem Stil für Absprachen untereinander missbraucht hatten. Ein aktueller Schutzmechanismus der KI-Entwickler ist, dass die Modelle mit Künstlicher Intelligenz ihr Handeln in menschlicher Sprache erklären müssen. Die KI-Agenten nutzten die Kommunikationsmöglichkeit in Testläufen, um sich über Notizen auf der Wiki-Seite untereinander zu Antworten auf gestellte Fragen auszutauschen. (dpa/red)
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Trump verschärft mit neuen Einfuhrsperren und Zöllen Handelsstreit mit Kanada

US-Präsident Donald Trump hat den Handelsstreit mit Kanada durch weitere Schritte verschärft. Als Reaktion auf kanadische Gegenzölle verhängte Trump am Dienstag per Dekret eine Einfuhrsperre für bestimmte kanadische Produkte. Zudem erhöhte er auf weitere Waren aus Kanada die Zölle um 50 Prozent. Zuvor waren von Kanada verhängte Gegenzölle in Kraft getreten. Der Handelsstreit zwischen den Nachbarländern war nach dem Scheitern von Verhandlungen eskaliert.

Einfuhrverbot und neue Zollaufschläge

Von dem neuen Einfuhrverbot betroffen sind alkoholische Getränke sowie einige Milchprodukte wie Molke. Es gilt laut der Verordnung ab dem 29. September. Der Zollaufschlag betrifft dem Präsidentendekret zufolge Waren wie Matratzen, Motorboote und Golf-Mobile und wird demnach ab dem 15. September erhoben.
In einer der Erklärungen zu den Maßnahmen hieß es, dass bestimmte kanadische Exportgüter von dieser Strafabgabe befreit seien. Die Liste dieser Produkte ist jedoch deutlich kürzer. Sie umfasst unter anderem Toilettenpapier.
Trump tue dies, „um erneut sicherzustellen, dass wir gleiche Wettbewerbsbedingungen wahren, Vergeltungsmaßnahmen verhindern und natürlich die amerikanische Produktion schützen“, hieß es aus Regierungskreisen.
Zur Rechtfertigung des Einfuhrverbots für alkoholische Getränke verwies Trump auf die aus seiner Sicht „diskriminierende“ Behandlung von US-Spirituosen in Kanada. Das Weiße Haus hatte bei der Einführung der Zölle eine „diskriminierende Behandlung“ von Alkohol-, Automobil- und Milchprodukten aus den USA durch die kanadische Regierung geltend gemacht.

Kanadas Gegenzölle treten in Kraft

Der Handelsstreit zwischen den USA und Kanada war im August nach dem Scheitern von Verhandlungen eskaliert. Vor gut zwei Wochen traten US-Zölle in Höhe von 50 Prozent unter anderem auf alkoholische Getränke, Milchprodukte, Hockeyschläger und Sperrholz aus Kanada in Kraft. Kanadas Premierminister Mark Carney kündigte daraufhin Gegenzölle an.
Die von Kanada verhängten Gegenzölle traten am Dienstag in Kraft. Die Aufschläge in Höhe von 15 bis 50 Prozent betreffen eine Reihe von US-Waren im Gesamtwert von 20 Milliarden Dollar (17,2 Milliarden Euro), darunter Stahl- und Aluminiumprodukte sowie Milchprodukte. Einige Meeresfrüchteprodukte wurden von der ursprünglichen Liste jedoch gestrichen.
Kanadas Premierminister Carney stellte seine Landsleute nach dem Inkrafttreten der Gegenzölle darauf ein, dass weniger intensive Wirtschaftsbeziehungen mit den USA nicht ohne Preis seien. „Wir haben alles, was wir brauchen, um einen Kurswechsel vorzunehmen und zu gedeihen“, sagte Carney am Dienstag in einer Videobotschaft.
Dieser „Kurswechsel“ sei aber mit einem „Preis“ verbunden. „Handlungen haben immer einen Preis. Aber dieser ist nicht annähernd so hoch wie der Preis des Stillstands.“

Drohungen gegen Beschaffungsprogramm und Bombardier

Trump drohte nach dem Inkrafttreten der Gegenzölle damit, kanadische Produkte aus einem staatlichen US-Beschaffungsprogramm auszuschließen. Er weise die Behörden an, „Produkte kanadischen Ursprungs aus den Multiple Award Schedules der GSA zu entfernen“, erklärte er in Onlinediensten, wobei er sich auf ein Programm der Beschaffungsbehörde General Services Administration für langfristige Verträge bezog.
Diese Verträge hätten einen Umfang von mehr als 50 Milliarden Dollar (43 Milliarden Euro) pro Jahr, fügte Trump hinzu. Die von ihm angekündigte Maßnahme gelte, „sofern Kanada nicht wieder vollständige und faire Gegenseitigkeit für amerikanische Landwirte und Unternehmen herstellt“.
Am Montag hatte Trump bereits damit gedroht, den Verkauf von Flugzeugen des kanadischen Herstellers Bombardier in den USA zu blockieren und rief den in Quebec ansässigen Konzern auf, seine Flugzeuge künftig in den USA zu bauen. „Wenn sie unseren Markt wollen, müssen sie hier produzieren“, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social.
Das kanadische Unternehmen betonte, dass es durch seine Aktivitäten in den USA zehntausende Arbeitsplätze im Nachbarland geschaffen habe und jährlich über 2,5 Milliarden Dollar bei Zulieferern in den USA ausgebe. Zwei republikanische Senatoren aus Kansas, wo der Flugzeugbauer mehr als tausend Mitarbeiter beschäftigt, äußerten sich besorgt. Senator Jerry Moran teilte im Onlinedienst X mit, er habe „die Trump-Regierung kontaktiert, um sicherzustellen, dass der Präsident sich des wichtigen Beitrags von Bombardier“ in diesem Bundesstaat bewusst ist.

Trumps Umbenennungen sorgen für Verstimmung

Trump hat in seiner zweiten Amtszeit wiederholt mit Ansprüchen auf ausländisches Territorium für Irritationen gesorgt. Er forderte wiederholt, Kanada zum 51. US-Bundesstaat zu machen. Zuletzt sorgte er mit der Unterzeichnung eines Dekrets zur Umbenennung des Ontariosees in „Lake America“ (Amerikasee) beim nördlichen Nachbarn für Empörung.
Durch den Ontariosee verläuft die Grenze zwischen der kanadischen Provinz Ontario und dem US-Bundesstaat New York. Das Gewässer gehört zu den fünf Großen Seen Nordamerikas. (afp/red)