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SIM-Karten-Betrug: So können Betrüger Ihre Nummer stehlen und Ihr Konto plündern


In Kürze:

  • Betrüger übernehmen eine Mobilfunknummer, um SMS-Sicherheitscodes abzufangen und auf Konten zuzugreifen.
  • Plötzlicher Netzverlust, unerwartete Passwortänderungen oder unbekannte Transaktionen können auf einen Angriff hindeuten.
  • Bei Verdacht sofort Mobilfunkanbieter und Bank informieren. Authenticator-Apps bieten eine sichere Alternative zur SMS.

 
Das Handy selbst wird dabei meist nicht gehackt. Stattdessen übernehmen die Betrüger die Mobilfunknummer und lassen sie auf eine von ihnen kontrollierte SIM- oder eSIM-Karte übertragen. So landen Sicherheitscodes per SMS direkt bei den Tätern.
Für die Betroffenen kommt der Schock oft plötzlich: Das Handy hat auf einmal keinen Empfang mehr. Erst danach entdecken sie möglicherweise geänderte Passwörter oder unautorisierte Transaktionen. Auch im französischen Département Somme wird derzeit wieder vor dieser Betrugsmasche gewarnt, so „RMC Conso“.
„Die Übernahme einer SIM-Karte – der Betrug, der Ihre Konten in 60 Sekunden leert“ lautet die Überschrift einer Warnung, die die Gendarmerie der Somme auf Facebook veröffentlicht hat.

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Die Telefonnummer wird zum Angriffsziel

SIM-Swapping funktioniert über Identitätsdiebstahl: Die Betrüger geben sich beim Mobilfunkanbieter als Inhaber der Telefonnummer aus und beantragen eine neue SIM-Karte oder eSIM. Die bisherige Nummer wird dabei auf die Karte der Täter übertragen.
An die dafür nötigen Daten gelangen die Kriminellen beispielsweise durch Phishing, öffentlich zugängliche Informationen oder Datenlecks. Auch ein unbeaufsichtigtes Handy oder eine SIM-Karte – etwa während einer Reparatur – kann zum Einfallstor werden.
Das Ziel: Die Täter wollen SMS mit Sicherheitscodes abfangen. Der Cyberexperte Damien Bancal erklärt gegenüber „RMC Conso“:
„Der Hacker erhält die Zwei-Faktor-Authentifizierung per SMS.“
Damit können Betrüger unter Umständen Käufe bestätigen, Geld überweisen oder sogar neue Konten eröffnen.

Eine Schwachstelle bei der Authentifizierung per SMS

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung per SMS ist weiterhin ein nützlicher Schutz gegen die einfache Verwendung eines gestohlenen Passworts. Sie wird jedoch angreifbar, wenn Kriminelle die Mobilfunknummer selbst übernehmen.
Das sogenannte SIM-Swapping bedeutet deshalb nicht, dass eine Zwei-Faktor-Authentifizierung grundsätzlich sinnlos ist. Vielmehr zeigt die Betrugsmasche die Grenzen von SMS als einzigem zweiten Authentifizierungsfaktor auf.
Betrüger können versuchen, Passwörter zurückzusetzen und anschließend die per SMS erhaltenen Codes zu nutzen, um eine Anmeldung oder Transaktion zu bestätigen. Besonders gefährdet sind Dienste, bei denen die Kontowiederherstellung oder die Bestätigung von Vorgängen hauptsächlich über die Telefonnummer erfolgt.
Die französische Zeitung „Le Monde“ berichtet aktuell über einen Fall, bei dem einem Opfer nach der Übernahme seiner Mobilfunknummer 16.964 Euro gestohlen wurden. Ein Gericht verurteilte daraufhin den Mobilfunkanbieter und die Bank zur Zahlung von Schadenersatz.
„Le Monde“ beschreibt SIM-Swapping als die Übernahme einer Mobilfunkleitung. Dabei beantragen die Täter beim Mobilfunkanbieter eine SIM-Karte oder eSIM, die mit der Telefonnummer des Opfers verknüpft ist.

Diese Warnsignale sollten Sie ernst nehmen

Ein unerklärlicher Verlust des Mobilfunknetzes in einem Gebiet, in dem normalerweise Empfang besteht, ist das erste Warnzeichen, auf das man achten sollte.
Auch folgende Anzeichen können auf einen laufenden Betrug hindeuten:
  • plötzlich können keine Anrufe mehr getätigt oder empfangen werden,
  • SMS können nicht mehr gesendet oder empfangen werden,
  • der Zugriff auf bestimmte Apps funktioniert nicht mehr,
  • man erhält Benachrichtigungen über Änderungen von Passwörtern, die man selbst nicht vorgenommen hat.
Bei solchen Anzeichen sollte man als Erstes den Mobilfunkanbieter von einem anderen Telefon aus kontaktieren und überprüfen lassen, was mit der eigenen Leitung passiert ist.
Nach den von „RMC Conso“ genannten Empfehlungen sollte man „den Betrug dem Mobilfunkanbieter melden, die Deaktivierung der neuen SIM-Karte verlangen und die alte Karte wieder aktivieren lassen“.
Auch die Bank sollte unverzüglich informiert werden, damit verdächtige Transaktionen blockiert und die betroffenen Zugänge gesichert werden können.
Eine Anzeige bei der Polizei sowie die Sicherung aller relevanten Beweismittel – etwa Kontoauszüge, Screenshots, die Uhrzeit des Netzausfalls und empfangene Nachrichten – können die weiteren Schritte erleichtern.
Außerdem wird empfohlen, zunächst das Passwort des eigenen E-Mail-Kontos zu ändern. Dieses wird häufig verwendet, um den Zugang zu anderen Diensten zurückzusetzen.

So können Sie das Risiko einer Übernahme verringern

Der Schutz beginnt beim Kundenkonto des Mobilfunkanbieters. Ein einzigartiges und starkes Passwort sowie – sofern verfügbar – ein vertraulicher Sicherheitscode für besonders sensible Vorgänge erschweren es Betrügern, einen unberechtigten Austausch der SIM-Karte zu veranlassen.
Nutzer sollten außerdem vermeiden, ihre Telefonnummer öffentlich zu verbreiten. Einen per SMS erhaltenen Code sollte man niemals an eine Person weitergeben, die Sie unaufgefordert kontaktiert – selbst dann nicht, wenn sich diese Person als Bankmitarbeiter oder Mitarbeiter eines Telekommunikationsunternehmens ausgibt.
Nachrichten oder Anrufe, die ein Gefühl von Dringlichkeit erzeugen, sollten dazu führen, dass man das betreffende Unternehmen selbst über die offiziellen Kontaktdaten kontaktiert. Schließlich empfiehlt die Gendarmerie der Somme, „SMS durch Anwendungen wie Google Authenticator oder Microsoft Authenticator zu ersetzen“.
Diese Anwendungen erzeugen die Anmeldecodes direkt auf dem Gerät und sind nicht darauf angewiesen, dass SMS über die Mobilfunkleitung empfangen werden.
Diese Maßnahme ersetzt zwar nicht die notwendige Vorsicht, verringert jedoch den Nutzen einer übernommenen Telefonnummer für Betrüger erheblich.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.fr unter dem Titel „Arnaque à la carte SIM : comment les escrocs peuvent détourner votre numéro et vider votre compte“ (redaktionelle Bearbeitung: vm)
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Tatort Internet: LKA warnt vor Identitätsdiebstahl im Netz


In Kürze:

  • Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein warnt vor Identitätsdiebstahl.
  • Etwa jeder Zehnte ist in Deutschland davon betroffen.
  • Durch den bewussten Umgang mit Passwörtern, TANs und anderen Zugangsdaten kann man sich schützen.

 
Um sich finanziell zu bereichern, wenden Kriminelle immer wieder den sogenannten Identitätsdiebstahl an. Vor dieser Methode warnen jetzt das Landeskriminalamt und der Weiße Ring, Deutschlands größte Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität, in Schleswig-Holstein.
Demnach kann sich der Identitätsdiebstahl auf verschiedene Arten bemerkbar machen. Es können unbekannte Abbuchungen auf dem Bankkonto auftauchen oder Inkassoschreiben für Waren, die man nie bestellt hat. Im schlimmsten Fall können den Opfern Straftaten vorgeworfen werden, die sie nicht begangen haben.
Die Täter missbrauchen dabei die gestohlenen persönlichen Daten anderer Menschen. Hierzu zählen Namen, Anschriften, Geburtsdaten, Telefonnummern oder Bankverbindungen. An solche Daten können Kriminelle unter anderem über das Darknet gelangen. Je umfangreicher ein Datensatz ist, desto größer sind die Möglichkeiten für Betrug und weitere Straftaten.
In Deutschland wurden laut einer YouGov-Umfrage aus dem Jahr 2024 bereits rund 11 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Opfer von Identitätsdiebstahl. Somit war bereits fast jeder neunte Bürger davon betroffen.

Wie stehlen Kriminelle Ihre Daten?

Ob Bankaktivität, Einkäufe im Internet oder Online-Kommunikationswege: Unsere Handlungen im Alltag haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend digitalisiert. Im Zuge dessen hat sich auch die Cyberkriminalität stark weiterentwickelt. Die Methoden werden immer professioneller und schwerer zu erkennen.
Ein heute gängiger Weg des Datendiebstahls sind laut dem Kriminalhauptkommissar Henning Dibbern von der Zentralstelle Cybercrime im Landeskriminalamt (LKA) die sogenannten Phishing-Angriffe. Diese können die Verbraucher per E-Mail, SMS oder Kurznachricht auf Messenger-Diensten erreichen.
Auf den ersten Blick stammen sie angeblich von Banken, Paketdiensten, Online-Shops oder Behörden. Diese Nachrichten wollen die Nutzer dazu bewegen, dem Absender ihre Zugangsdaten, Passwörter, TANs oder Kreditkarteninformationen mitzuteilen. „Das läuft häufig über Links, die man per E-Mail oder SMS zugeschickt bekommt“, teilt Dibbern mit.
Ergänzt werden die Daten einer Person durch Informationen, die unter anderem durch Datenlecks bei Unternehmen oder durch Schadsoftware auf Computern abgegriffen werden. „Man kann mit echten Daten quasi eine Person herstellen und im Namen dieser Person Straftaten begehen“, erklärt der Kriminalhauptkommissar.

Welche Betrugsmaschen treten besonders häufig auf?

Die Behörde nennt dabei die aktuell häufigsten Formen des Identitätsdiebstahls. Dazu zählen:
  • Phishing-E-Mails und SMS mit gefälschten Internetseiten.
  • Übernahme von E-Mail- und Social-Media-Konten durch gestohlene Passwörter.
  • Fake-Shops oder gefälschte Verkaufsplattformen, auf denen persönliche Daten abgegriffen werden.
  • Bestellungen oder Vertragsabschlüsse unter fremdem Namen.
Die Vorgehensweisen der kriminellen Datenjäger folgen dabei häufig ähnlichen Mustern. Die Nachrichten sind so aufgebaut, dass sie beim Empfänger entweder Zeitdruck erzeugen oder vor angeblichen Sicherheitsproblemen warnen. Inzwischen sind die Nachrichten oftmals so gestaltet, dass sie einen seriösen Eindruck erwecken.

So können Sie sich schützen

Betrügerische Nachrichten kann man meist beim genauen Blick etwa auf die Absendeadresse erkennen. Vorsicht ist geboten, wenn diese nicht erkennbar vom angegebenen Unternehmen oder der Behörde stammt.
Generell sollten Verbraucher mit digitalen Nachrichten stets kritisch umgehen. Ein bewusster Umgang mit persönlichen Daten, auch in den sozialen Medien, ist ein wichtiger Schutz vor Identitätsdiebstahl.
Im Folgenden sind wichtige Sicherheitsvorkehrungen aufgeführt, auf die Verbraucher achten sollten:
  • Geben Sie Passwörter, TANs oder Sicherheitscodes niemals auf Aufforderung per E-Mail, SMS oder Telefon weiter.
  • Prüfen Sie Internetadressen sorgfältig und öffnen Sie Links nur, wenn deren Echtheit zweifelsfrei feststeht.
  • Verwenden Sie für verschiedene Online-Dienste unterschiedliche, starke Passwörter und aktivieren Sie nach Möglichkeit die Zwei-Faktor-Authentifizierung.
  • Installieren Sie Sicherheitsupdates zeitnah auf all Ihren Geräten.
  • Seien Sie misstrauisch bei Nachrichten, die Zeitdruck erzeugen oder ungewöhnliche Forderungen enthalten.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Kontoauszüge und Online-Konten auf unberechtigte Aktivitäten.

Was Nutzer im Verdachtsfall tun sollten

Wer vermutet, Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden zu sein, sollte unverzüglich seine Passwörter ändern. Bei dringendem Verdacht ist zudem gegebenenfalls ratsam, betroffene Konten sperren zu lassen und die jeweilige Bank oder den betroffenen Dienst zu informieren.
„Auch wenn die Daten weg sind, ist nicht zwangsläufig ein finanzieller Schaden entstanden“, betont Dibbern. „Oft kann man den durch überlegtes Handeln verhindern.“
Der Kriminalhauptkommissar rät Betroffenen, verdächtige Nachrichten zu dokumentieren. Anschließend sollte Anzeige bei der örtlich zuständigen Polizeidienststelle oder über die Online-Wache der Landespolizei erstatt werden.

Welche Folgen hat Identitätsdiebstahl für Betroffene?

Zu bedenken ist auch, dass die Täter lange Zeit nach einem Datendiebstahl noch Identitäten missbrauchen können. Stellt das Opfer Unregelmäßigkeiten fest, sind ebenfalls Konten zu sperren, Passwörter zu ändern und Strafanzeige zu erstatten. Ebenso sollten Betroffene ihre Bonität überprüfen.
Oftmals müssen Geschädigte nachweisen, dass sie abgeschlossene Verträge oder Bestellungen nicht selbst getätigt haben. „Das Perfide ist auch, dass Daten als eine Art wiederverwertbarer Rohstoff gehandelt werden“, bestätigt Dibbern. „Wir kennen Fälle, wo Daten gestohlen und Jahre später erneut für die Erstellung eines Fake-Accounts benutzt wurden.“
Ein solches Erlebnis sorgt nicht nur für einen organisatorischen Aufwand. Der Nutzer verliert zudem das Vertrauen in digitale Angebote und Dienste.