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Erneut tödlicher Hai-Angriff vor der Küste Australiens

Vor der Küste Australiens ist es abermals zu einem tödlichen Hai-Angriff gekommen. Ein 39-jähriger Speerfischer wurde nach Polizeiangaben vom Sonntag am Korallenriff Kennedy Shoal an der Nordostküste des Landes noch an Land gebracht, wo er dann aber seinen schweren Kopfverletzungen erlag.
Erst vor einer Woche war in einer Urlaubsregion im Westen Australiens ein Mann bei einem Hai-Angriff getötet worden. Insgesamt starben in diesem Jahr schon drei Menschen durch Hai-Attacken in Australien.
Nach Angaben der Polizei waren die Rettungskräfte gegen Mittag (Ortszeit) zur Bootsrampe Hull River Heads gerufen worden. Der Rettungsdienst erklärte, der Mann sei noch an der Bootsrampe gestorben. Der Ort liegt etwa 160 Kilometer südlich der bei Urlaubern beliebten Stadt Cairns, wo der Getötete lebte.
„Er wurde von einer anderen Person, die zum Zeitpunkt des Angriffs mit ihm im Wasser war, aus dem Wasser gezogen“, sagte Elaine Burns von der Polizei des Bundesstaates Queensland. „Das ist eine ziemlich schreckliche Sache, wenn sie vor einem passiert“, fügte sie hinzu. Sie rief Besucher auf, sich „weiter an unserer schönen Küste zu erfreuen und auf die Umgebung zu achten“.
Drei Männer wurden nach Polizeiangaben betreut, die einen Notruf an die Küstenwache abgesetzt hatten und dann gemeinsam mit ihrem verletzten Freund eine Stunde lang an Land gefahren waren. An der Bootsrampe warteten dann die Rettungskräfte, die dem Mann aber nicht mehr helfen konnten.
Gererd Pike von dem Bootsverleih „Hooked Up Fishing“ sagte der Nachrichtenagentur AFP, er hätte etwa zehn Kilometer von dem bei Anglern beliebten Riff entfernt eine große Zahl aggressiver und „unberechenbarer“ Bullenhaie gesehen. Sein Fang sei von einer Gruppe Haien gefressen worden. „Wir hätten nicht einmal unsere Zehen ins Wasser gehalten“, sagte Pike.
Ein anderer Bootverleiher, Rob Parsonage von „Mission Beach Dive“, sagte, Hai-Angriffe seien in der Region „überhaupt nicht üblich“. Laut Daryl McPhee von der Bond University in Queensland gab es in dem Bundesstaat seit 2020 jetzt insgesamt sechs tödliche Hai-Attacken.
Seit 1791 hat es in Australien etwa 1300 Zwischenfälle mit Haien gegeben, mehr als 250 davon endeten tödlich. Im vergangenen Jahr war im September ein Surfer an einem beliebten Strand in Sydney von einem Weißen Hai getötet worden, im Dezember kam eine Schwimmerin bei einem Hai-Angriff an einem abgelegenen Strand nördlich von Sydney ums Leben.
Die steigende Zahl von Wassersportlern führt dazu, dass auch die Zahl der Hai-Angriffe zunimmt. Besonders betroffen sind Surfer, denen Haie in die Extremitäten beißen, weil die Raubfische sie für Robben halten. (afp/red)
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Windrad an der A7 brennt – Polizei ruft zur Vorsicht auf

An der Autobahn 7 ist in Kitzingen in Bayern ein Windrad in Brand geraten. Wie das Polizeipräsidium Unterfranken am Sonntag mitteilte, wurde der Bereich weiträumig abgesperrt.
Die Polizei forderte die Bevölkerung „eindringlich“ dazu auf, den Absperrbereich nicht zu betreten und sich insbesondere nicht unter das betroffene Windrad zu begeben.
„Auf Grund möglicher weiterer herabstürzender Teile besteht erhöhte Verletzungs- und Lebensgefahr.“
Das Windrad war am Samstag in Brand geraten. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort – das Feuer konnte jedoch bislang nicht gelöscht werden. Die Polizei nahm Ermittlungen zur Brandursache und zur Höhe des Schadens auf. (afp/red)
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Pfingstwetter: Sonnig, trocken, ohne Hitzewarnung

Der Frühsommer läuft auf Hochtouren. Spitzenwerte bis zu 35 Grad sind nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes am Dienstag der letzten Maiwoche im Südwesten Deutschlands möglich.
An diesem Pfingstsonntag erwartet der DWD im Süden und Südwesten Deutschlands Höchstwerte bis zu 34 Grad. Dabei ist es meist sonnig, nur im Norden und der Mitte zeigt sich der Himmel teilweise dunstig.

An der See und im Nordosten etwas kühler

Auch am Pfingstmontag (25. Mai) wird es vielfach sonnig und trocken. Die Temperaturen steigen laut DWD erneut auf 25 bis 34 Grad mit den höchsten Werten im Südwesten. An der See und im Nordosten werden 19 bis 25 Grad erwartet.
Am Dienstag (26. Mai) ist im Norden vor allem von Schleswig-Holstein bis Brandenburg mit dem Durchzug von Wolkenfeldern zu rechnen, jedoch nur vereinzelt mit Schauern. Ansonsten wird es erneut sehr sonnig.
Im Tagesverlauf ziehen über dem Schwarzwald und an den Alpen Quellwolken mit einem geringen Schauer- und Gewitterrisiko auf. Die Temperaturen liegen im Norden bei 20 bis 28 Grad. Im Südwesten sind sogar bis zu 35 Grad möglich.

Keine Hitzewarnung

„Für eine Hitzewarnung reicht dies aber noch nicht“, erklärt der Meteorologe Lars Kirchhübel von der Wettervorhersagezentrale des DWD. „Besonders die Nächte kommen noch kühl daher und sorgen für ausreichend Entspannung.“ Zudem seien auch die Gebäude bislang nicht entsprechend aufgeheizt.
Ende Mai habe die Sonne etwa die gleiche Strahlkraft wie Ende Juli, erklärte er. Dabei könne auch eine beachtliche Menge an UV-Strahlung in den bodennahen Luftschichten ankommen, erklärte er.
Am Montag und Dienstag werde entsprechend der teils wolkenlosen Bedingungen und der Sonnenkraft etwa südlich von Eifel, Westerwald, Rhön und Erzgebirge bei einem UV-Index von häufig 8 schon recht verbreitet eine sehr hohe gesundheitliche Gefährdung erwartet.

UV-Index von 9 im Allgäu und den Alpen möglich

Im Allgäu sowie allgemein auf den Alpenhöhen werde teilweise sogar ein Index von 9 erreicht, warnte der Meteorologe.
Moderater werde der UV-Index mit einem Wert von 4 und 5, was einer mittleren Gefährdung entspreche, im Norden, wo zeitweise Wolken die Sonne ausbremsten. (dpa/red)
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Mann nach Angriff auf Pfingstfest schwer verletzt

Bei einem Angriff auf einem Pfingstfest in Niedersachsen ist ein Mann schwer verletzt worden. In der Nacht zum Sonntag griffen mehrere junge Männer Besucher des „Auhagen Pfingsbiers“ an, wie die Polizei mitteilte.
Der Übergriff hat sich laut Zeugenaussagen ohne vorangegangenen Streit auf der Straße vor dem Festzelt zugetragen. Dabei seien neben dem 41 Jahre alten Schwerverletzten auch weitere Menschen verletzt worden.
Der 41-Jährige wurde den Angaben nach in ein Krankenhaus gebracht. Er befinde sich in einem kritischen Zustand.
Die Identität der Angreifer ist nicht bekannt, da sie vom Tatort geflohen seien. Die Polizei bittet um Zeugenhinweise. Das Pfingstfest fand in Auhagen westlich von Hannover statt. (dpa/red)
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Ärger in Gefängnis in Hamburg – Zwei verletzte Justizmitarbeiter

In einem Jugendgefängnis in Hamburg sind bei einer Auseinandersetzung zwei Justizmitarbeiter verletzt worden. Daran seien Insassen beteiligt gewesen, teilte die Polizei mit. Was genau vorgefallen ist, wurde noch nicht mitgeteilt.
Der Zwischenfall ereignete sich den Angaben zufolge am Samstagnachmittag. Demnach handelte es sich um eine kurze Auseinandersetzung, die bereits „anstaltsintern geregelt“ worden sei, als die Polizei eintraf.
Medienberichte über einen Ausbruchsversuch könnten nicht bestätigt werden, hieß es von den Beamten weiter.
Die Polizei nahm den Angaben nach Anzeigen auf und ermittele nun zu den weiteren Hintergründen des Zwischenfalls.
Die Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand wird von Hamburg betrieben, liegt aber in Niedersachsen. Sie befindet sich auf einer kleinen Elbinsel kurz hinter der Bundeslandgrenze im Landkreis Stade. (dpa/red)
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Tank-Explosionsgefahr in Kalifornien: Notstand ausgerufen

Angesichts der gefährlichen Lage rund um einen explosionsgefährdeten Chemikalientank im Großraum Los Angeles hat Gouverneur Gavin Newsom den Notstand für den betroffenen Bezirk Orange County ausgerufen. Die Einsätze der kalifornischen Behörden, das Explosionsrisiko zu mindern oder zu beseitigen, liefen weiter, schrieb Newsom auf der Plattform X weiter.
Mit dem Ausrufen des Notstandes kann der Bundesstaat nun auf mehr Hilfe und Geld der US-Regierung in Washington hoffen.
Der etwa 129.000 Liter fassende Tank befindet sich auf dem Firmengelände von GKN Aerospace, eines Luft- und Raumfahrtunternehmens im Großraum Garden Grove südöstlich von Los Angeles. Der Hersteller stellt Bauteilen für zivile und militärische Flugzeuge her.

Temperatur steigt im Tank

Der undichte, mit entzündlicher Flüssigkeit gefüllte Tank habe sich weiter erhitzt, sagte der Notfall-Einsatzleiter der Feuerwehr von Orange County, Craig Covey, in einem in Online-Netzwerken veröffentlichtem Video. Die Temperatur des Chemietanks sei seit Freitagmorgen von 77 Grad auf 90 Grad Fahrenheit (32 Grad Celsius) gestiegen.
Zwischenzeitlich gemeldete Erfolge, der Tankinhalt habe von außen heruntergekühlt und damit die Gefahr einer Explosion geschmälert werden können, erwiesen sich als Irrtum.
Eine über dem Tank fliegende Drohne habe nur die Außentemperatur messen können, sagte Craig Covey.

Umgebung evakuiert

Die Flüssigkeit Methylmethacrylat – eine hochgiftige und leicht entzündliche Chemikalie – wird bei der Herstellung von Kunststoffen verwendet. Bisher konnte das Risiko einer Explosion des Tanks oder eines Riesenlecks US-Medien zufolge nicht geschmälert werden.
Die Feuerwehr bemühte sich laut Covey weiter, den Chemikalientank zu kühlen. Wegen des drohenden Chemieunglücks mussten etwa 40.000 Menschen ihre Häuser und die Umgebung des Chemietanks zu verlassen.
Zunächst weigerten sich viele, mittlerweile seien die Anwohner der Evakuierungsaufforderung jedoch nachgekommen, so dass nur noch die Einsatzkräfte vor Ort einem Risiko ausgesetzt seien, sagte Covey.

Abgesperrte Straßen am 23. Mai 2026 in Garden Grove, Kalifornien.

Foto: Apu Gomes/Getty Images

Laut der US-Umweltbehörde EPA verursacht die Chemikalie beim Menschen Reizungen der Haut, Augen und Schleimhäute. Außerdem kann sie zu neurologischen und Atemproblemen führen.

Feuerwehr will Explosion verhindern

Covey sagte zunächst, es blieben „buchstäblich nur noch zwei Optionen“: „Entweder gibt der Tank nach und lässt insgesamt bis zu 26.000 Liter hochgefährlicher Chemikalien auf den angrenzenden Parkplatz laufen.“
Oder aber der Behälter explodiere, wobei er vermutlich auch umliegende Tanks in Mitleidenschaft ziehen würde, die ebenfalls Chemikalien oder Kraftstoffe enthalten.
Später sagte Covey über den undichten Tank: „Dieses Ding einfach kaputt gehen und in die Luft fliegen lassen, ist nicht hinnehmbar.“ Die Feuerwehr verfolge das Ziel, „das nicht zuzulassen, das nicht unserer Gemeinde oder unserer Umwelt Schaden zufügen zu lassen“.
Das Leck im Tank war am 21. Mai entdeckt worden. Hinweise auf die Ursache des Schadens lagen zunächst nicht vor. (afp/red)
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SMS-Nutzung bricht ein: Von 59,8 Milliarden Meldungen auf 2,9 Milliarden

Der Niedergang der Kurznachricht SMS hat sich beschleunigt. Wie die Bundesnetzagentur mitteilte, wurden 2025 in Deutschland 2,9 Milliarden SMS verschickt.
Damit hat sich die Anzahl binnen eines Jahres fast halbiert, 2024 waren es 5,2 Milliarden gewesen – pro aktiver SIM-Karte monatlich im Schnitt etwa zwei SMS.

Keine Verifikation mehr mit SMS

Die Nachfrage nach den Kurznachrichten sinkt seit langem, da die Handynutzer immer stärker auf Chatdienste wie WhatsApp, Threema, Signal oder Facebook Messenger zurückgreifen.
Dabei hilft auch nicht, dass die einst relativ teuren Nachrichten inzwischen keine Zusatzkosten erzeugen, da sie in der Regel in den üblichen Flatrate-Tarifen enthalten sind.
Allerdings fielen die SMS-Rückgänge für einige Zeit eher moderat aus: 2022 wurden laut Bundesnetzagentur 5,8 Milliarden SMS verschickt, 2023 waren es 5,3 Milliarden und 2024 noch 5,2 Milliarden – es ging nach unten, aber nicht besonders stark. Das hat sich geändert.
Der besonders deutliche Rückgang im vergangenen Jahr dürfte auch daran gelegen haben, dass viele Banken und andere Firmen keine SMS mehr verschicken, damit sich ihre Kunden verifizieren können.
Stattdessen nutzen Interessenten andere Sicherheitsmechanismen. Die meisten SMS verschickten sie im Jahr 2012, damals waren es in Deutschland 59,8 Milliarden und damit etwa zwanzigmal mehr als im vergangenen Jahr.

Vodafone rechnet mit weiteren Rückgängen bei SMS-Nutzung

Vodafone bestätigte die Entwicklung, auch im Vodafone-Netz sackte die Anzahl der SMS deutlich ab.
„Die SMS verliert an Bedeutung: Wir chatten längst über WhatsApp und Co. – vor allem die Jüngeren“, sagt Vodafone-Deutschlandchef Marcel de Groot.
„Und auch Banken und Online-Dienste steigen immer öfter auf Apps und moderne Sicherheitsverfahren um. Das Ergebnis ist ein deutliches Datenwachstum im Netz und immer weniger SMS.“ Der Manager geht davon aus, dass sich der Trend weg von der SMS in den kommenden Jahren fortsetzen wird.

Klassisches Festnetz-Telefon baut ab

Nicht nur das Interesse an SMS, sondern auch am klassischen Festnetz-Telefon sinkt merklich.
Der Bundesnetzagentur zufolge waren es im vergangenen Jahr 47 Milliarden Gesprächsminuten über Festnetz-Telefone und damit 10 Milliarden weniger als 2024. Auch hier hat sich der Rückgang beschleunigt, 2024 hatte das Minus noch sieben Milliarden Minuten betragen.
Die Mobilfunk-Minuten wiederum sanken 2025 um 16 auf 132 Milliarden Gesprächsminuten: Anstatt klassische Telefonate zu führen, nutzen viele Bundesbürger die Video- oder Audio-Funktion für Gespräche über Internetdienste wie WhatsApp und Co. (dpa/red)
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Drohendes Chemieunglück in Kalifornien: Undichter Tank erhitzt sich weiter

Die Gefahr eines Chemieunglücks im kalifornischen Garden Grove südöstlich von Los Angeles hat am Samstag weiter zugenommen.
Der undichte, mit 26.000 Litern entzündlicher Flüssigkeit gefüllte Tank habe sich weiter erhitzt, sagte der Notfall-Einsatzleiter der Feuerwehr von Orange County, Craig Covey, in einem in Online-Netzwerken veröffentlichtem Video. Die Temperatur des Chemietanks sei seit Freitagmorgen von 77 Grad auf 90 Grad Fahrenheit (32 Grad Celsius) gestiegen.
Das Problem tritt bei dem Unternehmen GKN Aerospace auf, einem Hersteller von Bauteilen für zivile und militärische Flugzeuge. Die automatische Sprinkleranlage der Anlage schaltete sich ein.

Umgebung evakuiert

Die Feuerwehr bemühte sich laut Covey weiter, den Chemikalientank zu kühlen. Wegen des drohenden Chemieunglücks mussten etwa 40.000 Menschen ihre Häuser und die Umgebung des Chemietanks zu verlassen.
Zunächst weigerten sich viele, mittlerweile seien die Anwohner der Evakuierungsaufforderung jedoch nachgekommen, so dass nur noch die Einsatzkräfte vor Ort einem Risiko ausgesetzt seien, sagte Covey.

Abgesperrte Straßen am 23. Mai 2026 in Garden Grove, Kalifornien.

Foto: Apu Gomes/Getty Images

Der Tank enthält den Angaben zufolge Methacrylsäuremethylester, auch als Methylmethacrylat oder MMA bekannt – eine flüchtige und entzündliche Flüssigkeit, die zur Herstellung von Kunststoffen verwendet wird.
Laut der US-Umweltbehörde EPA verursacht die Chemikalie beim Menschen Reizungen der Haut, Augen und Schleimhäute. Außerdem kann sie zu neurologischen und Atemproblemen führen.

Feuerwehr will Explosion verhindern

Notfall-Einsatzleiter Covey sagte zunächst, es blieben „buchstäblich nur noch zwei Optionen“: „Entweder gibt der Tank nach und lässt insgesamt bis zu 26.000 Liter hochgefährlicher Chemikalien auf den angrenzenden Parkplatz laufen.“
Oder aber der Behälter explodiere, wobei er vermutlich auch umliegende Tanks in Mitleidenschaft ziehen würde, die ebenfalls Chemikalien oder Kraftstoffe enthalten.
Später sagte Covey über den undichten Tank: „Dieses Ding einfach kaputt gehen und in die Luft fliegen lassen, ist nicht hinnehmbar.“ Die Feuerwehr verfolge das Ziel, „das nicht zuzulassen, das nicht unserer Gemeinde oder unserer Umwelt Schaden zufügen zu lassen“.
Das Leck im Tank war am Donnerstag entdeckt worden. Hinweise auf die Ursache des Schadens lagen zunächst nicht vor. (afp/red)
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Chemieunglück droht: Undichter Tank erhitzt sich weiter

Die Gefahr eines Chemieunglücks im kalifornischen Garden Grove südöstlich von Los Angeles hat am Samstag weiter zugenommen.
Der undichte, mit 26.000 Litern entzündlicher Flüssigkeit gefüllte Tank habe sich weiter erhitzt, sagte der Notfall-Einsatzleiter der Feuerwehr von Orange County, Craig Covey, in einem in Online-Netzwerken veröffentlichtem Video. Die Temperatur des Chemietanks sei seit Freitagmorgen von 77 Grad auf 90 Grad Fahrenheit (32 Grad Celsius) gestiegen.
Das Problem tritt bei dem Unternehmen GKN Aerospace auf, einem Hersteller von Bauteilen für zivile und militärische Flugzeuge. Die automatische Sprinkleranlage der Anlage schaltete sich ein.

Umgebung evakuiert

Die Feuerwehr bemühte sich laut Covey weiter, den Chemikalientank zu kühlen. Wegen des drohenden Chemieunglücks mussten etwa 40.000 Menschen ihre Häuser und die Umgebung des Chemietanks zu verlassen.
Zunächst weigerten sich viele, mittlerweile seien die Anwohner der Evakuierungsaufforderung jedoch nachgekommen, so dass nur noch die Einsatzkräfte vor Ort einem Risiko ausgesetzt seien, sagte Covey.

Abgesperrte Straßen am 23. Mai 2026 in Garden Grove, Kalifornien.

Foto: Apu Gomes/Getty Images

Der Tank enthält den Angaben zufolge Methacrylsäuremethylester, auch als Methylmethacrylat oder MMA bekannt – eine flüchtige und entzündliche Flüssigkeit, die zur Herstellung von Kunststoffen verwendet wird.
Laut der US-Umweltbehörde EPA verursacht die Chemikalie beim Menschen Reizungen der Haut, Augen und Schleimhäute. Außerdem kann sie zu neurologischen und Atemproblemen führen.

Feuerwehr will Explosion verhindern

Notfall-Einsatzleiter Covey sagte zunächst, es blieben „buchstäblich nur noch zwei Optionen“: „Entweder gibt der Tank nach und lässt insgesamt bis zu 26.000 Liter hochgefährlicher Chemikalien auf den angrenzenden Parkplatz laufen.“
Oder aber der Behälter explodiere, wobei er vermutlich auch umliegende Tanks in Mitleidenschaft ziehen würde, die ebenfalls Chemikalien oder Kraftstoffe enthalten.
Später sagte Covey über den undichten Tank: „Dieses Ding einfach kaputt gehen und in die Luft fliegen lassen, ist nicht hinnehmbar.“ Die Feuerwehr verfolge das Ziel, „das nicht zuzulassen, das nicht unserer Gemeinde oder unserer Umwelt Schaden zufügen zu lassen“.
Das Leck im Tank war am Donnerstag entdeckt worden. Hinweise auf die Ursache des Schadens lagen zunächst nicht vor. (afp/red)
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27 Millionen Menschen engagieren sich ehrenamtlich – Verbände fordern weniger Bürokratie

Zum bundesweiten Ehrentag anlässlich des 77-jährigen Bestehens des deutschen Grundgesetzes haben Verbände eine Stärkung des Ehrenamts gefordert.
Weniger Bürokratie für die ehrenamtliche Arbeit und eine bessere Vereinbarkeit mit dem Beruf verlangten am Samstag etwa die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt sowie der Sozialverband Deutschland. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bekräftigte: „Das Ehrenamt ist das Rückgrat unserer Demokratie.“

Das Grundgesetz feiern

Der „Ehrentag“ wurde auf Anregung des Bundespräsidenten am 23. Mai zum ersten Mal begangen – er fiel damit auf den Tag der Verabschiedung des Grundgesetzes im Jahr 1949.
Bundesweit luden Initiativen, Vereine, Verbände und Nachbarschaften dazu ein, gemeinsam mit anzupacken und sich für die Gemeinschaft zu engagieren. Steinmeier las unter anderem gemeinsam mit seiner Frau in einer Bibliothek in Berlin-Wedding Kindern vor, half beim Gärtnern und wollte am Abend eine Senioreneinrichtung besuchen.
Das Grundgesetz zu feiern „tun wir am besten dadurch, indem wir uns gemeinsam vornehmen, etwas für das Land zu tun, für die Nachbarschaft, für die Gemeinde, für die Region“, sagte Steinmeier in Berlin.
Ehrenamtliche Arbeit sei „zentral wichtig“ in Deutschland. Sie bringe Gewinn und mache Spaß. „Wer gedacht hat, wir seien ein Land der schlechten Laune, der hätte mich in der Woche vor dem Ehrentag durch Deutschland begleiten sollen“, sagte der Präsident.
Steinmeier: «Die Demokratie braucht aktive Bürger. Sie braucht Tatkraft.»

Steinmeier: «Die Demokratie braucht aktive Bürger. Sie braucht Tatkraft.»

Foto: Christophe Gateau/dpa

Bürokratie behindert Helfer

Die deutsche Botschaft in London erklärte im Portal X, Demokratie lebe „von der Beteiligung der Menschen“. Daher werde der Ehrentag begangen, inspiriert von einem ähnlichen Tag in Großbritannien, dem „Big Help Out“ („Das große Aushelfen“).
Ehrenamtliche in Deutschland verbringen jedoch nach Einschätzung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt immer mehr Zeit mit Bürokratie.
„Ein durchschnittlich großer Verein benötigt rund 42 Tage pro Jahr oder 6,5 Stunden pro Woche für Verwaltungsaufgaben“, sagte der Vorstand der Stiftung, Jan Holze, der „Rheinischen Post“. Dies sei „zu viel, wenn man bedenkt, dass drei Viertel aller Vereine rein ehrenamtlich, ohne hauptamtliche Unterstützung arbeiten“.
Bundesweit engagierten sich rund 27 Millionen Menschen ehrenamtlich, sagte er der Zeitung. „Allerdings sind das fast zwei Millionen weniger als noch vor fünf Jahren“ vor der Corona-Pandemie. Die Politik müsse dringend Bürokratie beim Ehrenamt abbauen.
Graugänse gehen mit ihrem Nachwuchs ordnungsgemäß über eine Ampel vom Maschsee in den Maschpark in Hannovers Innenstadt.

Graugänse gehen mit ihrem Nachwuchs ordnungsgemäß über eine Ampel vom Maschsee in den Maschpark in Hannovers Innenstadt.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Schenderlein: Bürger als „Motor der Demokratie“

Auch die Vorsitzende des Sozialverbands Deutschland, Michaela Engelmeier, forderte die Politik auf, mehr für das Ehrenamt zu tun. „Ehrenamt braucht selbst Unterstützung und ermöglichende Strukturen – vielleicht sogar künftig gesetzlich verankert“, sagte Engelmeier.
Wichtig sei etwa „eine bessere Vereinbarkeit von Ehrenamt und Beruf“. Denn das Ehrenamt sei „gerade in Zeiten politischer Polarisierung und gesellschaftlicher Unsicherheit ein wichtiger Teil des Fundamentes für unseren Zusammenhalt und die Stärkung der Demokratie“.
Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, bezeichnete aktive Bürger als „Motor der Demokratie“. „Wer mitmacht, anpackt, etwas verändern kann“, sei nicht nur zufriedener, sondern „stärkt unsere Demokratie durch Teilhabe“, sagte sie der „Rheinischen Post“.

Ein Blick auf die Kinder

Das Deutsche Kinderhilfswerk und der Kinderschutzbund forderten die Bundesregierung und den Bundestag auf, die Rechte von Kindern und Jugendlichen ausdrücklich im Grundgesetz zu verankern.
„Gerade in Zeiten vielfältiger Krisen zeigt sich, dass ihre Interessen in politischen Entscheidungen noch immer nicht ausreichend berücksichtigt werden“, erklärten die Verbände.
Kinder und Jugendliche seien eine „demografische Minderheit ohne Wahlrecht“ und zugleich besonders von politischen Entscheidungen betroffen – etwa bei Bildung, Armut, Gesundheit, Klimaschutz, Schutz vor Gewalt oder gesellschaftlicher Teilhabe. (afp/red)
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Zwei Straßenbahnen stoßen frontal zusammen – zahlreiche Verletzte

Beim Zusammenstoß zweier Straßenbahnen in Düsseldorf sind am Samstag zahlreiche Menschen verletzt worden.
Die Bahnen kollidierten aus zunächst ungeklärter Ursache frontal an einer Kreuzung in der Düsseldorfer Innenstadt.
Der Rettungsdienst versorgte viele Verletzte: 28 von ihnen wurden zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht, bei 28 weiteren versorgten Fahrgästen war keine weitere Behandlung in einer Klinik erforderlich.
Die Polizei nahm Ermittlungen zur Unfallursache auf. Feuerwehr und Rettungsdienste waren den Angaben zufolge rund zwei Stunden an der Unfallstelle im Einsatz. (afp/red)
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Nur Steine und Vögel: Studentin aus Halle gewinnt schwedische Insel

Sie ist rund 180 Meter lang, etwas mehr als 50 Meter breit, von Kormoranen besiedelt – und liegt an der Westküste von Schweden. Die kleine Insel Marsten wird nun ein Jahr lang von der Studentin Miriam Wiskemann aus Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt verwaltet.
Wie die schwedische Tourismusagentur bekanntgab, ist die 27-Jährige eine der Gewinnerinnen der internationalen Kampagne „Your Swedish Island“.
Schweden hat offiziell 267.570 Inseln – und damit so viele wie kein anderes Land auf der Welt. Fünf Inseln waren bei der Aktion im Angebot; für jeweils ein Jahr.
Es habe 2.242 Bewerbungen aus 100 Ländern gegeben, hieß es. Die anderen Gewinner kommen aus Kanada, den USA, den Niederlanden und der Schweiz.

Keine Unterkünfte auf der Insel – nur Steine und Vögel

„Es gibt keine besonderen Pflichten“, sagte die aus Düsseldorf stammende Miriam Wiskemann. Wichtig sei nur, dass schwedische Jedermannsrecht nicht einzuschränken, das besagt, dass andere Personen das Grundstück weiterhin besuchen oder durchqueren dürfen.
Die 27 Jahre Kunststudentin Miriam Wiskemann aus Halle (Saale) ist für ein Jahr Verwalterin einer schwedischen Insel.

Die 27 Jahre Kunststudentin Miriam Wiskemann aus Halle (Saale) ist für ein Jahr Verwalterin einer schwedischen Insel.

Foto: Privat/-/dpa

Ein Jahr auf der Insel bleiben muss Wiskemann nicht. Auf Marsten gibt es laut Gemeinde ohnehin keine Unterkünfte. Die Insel besteht nur aus Steinen und wurde in den 1990er Jahren von Kormoranen besiedelt.
Sie ist nur per Kajak oder SUP erreichbar und liegt rund sechs Kilometer vor der Westküste Schwedens in einem Schärengarten nahe einem Naturschutzgebiet.
Ende August oder Anfang September will Miriam Wiskemann zusammen mit einer Freundin „ihre“ Insel besuchen. „Der Hauptgewinn ist eigentlich die Reise dahin“, sagt sie.
Neben der Urkunde, die sie als Verwalterin der Insel auszeichnet, gibt es nach Angaben der Veranstalter einen Reisegutschein in Höhe von 20.000 Schwedischen Kronen (rund 1.800 Euro).

Mit einminütigem Instagram-Video zur Insel

Die 27-Jährige ist Illustratorin und studiert an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle (Saale). Den Aufenthalt wolle sie auch für ihre Bachelorarbeit nutzen, berichtete sie.
Vor allem die Natur inspiriere und begeistere sie in Schweden. Daher habe sie nach dem Abitur auch zunächst ein paar Semester Skandinavistik studiert und Schwedisch gelernt. Zuletzt habe sie ein Jahr in Stockholm gelebt.
Wiskemann hatte mit einem einminütigen Instagram-Video an dem Wettbewerb der schwedischen Behörden teilgenommen. (dpa/red)
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Ebola: Wenn Rebellen das Gesundheitswesen kontrollieren

Ein Ausbruch der hochgefährlichen Ebola-Infektionskrankheit würde das Gesundheitssystem in jedem Land vor enorme Herausforderungen stellen.
Bei dem aktuellen Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo kommen zusätzliche Komplikationen hinzu: Das zweitgrößte afrikanische Land ist riesig – und in weiten Teilen davon ist das Straßennetz sehr dürftig.
Vor allem aber ist das vom Ebola-Ausbruch betroffene Gebiet von Unsicherheit, bewaffneten Rebellengruppen und einer großen Zahl von Binnenflüchtlingen geprägt. Das macht die Lage vor Ort schwierig.

Anhaltende Kämpfe im Ostkongo

Die östlichen Provinzen des Landes werden seit Jahrzehnten von schweren Kämpfen erschüttert. Der Einfluss der Regierung in der fernen Hauptstadt Kinshasa und der Regierungsarmee FARDC erreicht längst nicht alle Gebiete.
Mehr als 100 Milizengruppen sind im Land aktiv – von Warlords, die ihr Heimatdorf kontrollieren, bis hin zur Rebellengruppe M23: Diese hat große Teile der Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu einschließlich der Provinzhauptstädte Goma und Bukavu unter Kontrolle, treibt in den Gebieten Steuern ein und stellt eigene Bürgermeister.
Häufig finanzieren die Milizen ihren Kampf und Waffenkäufe durch den Abbau von Rohstoffen in der Region, die hohe Vorkommen seltener Mineralien und Metalle birgt.
Der jetzige Ebola-Ausbruch betrifft nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC Africa eine Bergbauregion, die durch dichte Besiedlung und hohe Mobilität geprägt ist.
Im Ostkongo leben bis zu vier Millionen Binnenflüchtlinge oft unter sehr beengten Verhältnissen. (Archivbild)

Im Ostkongo leben bis zu vier Millionen Binnenflüchtlinge oft unter sehr beengten Verhältnissen. (Archivbild)

Foto: Moses Sawasawa/AP/dpa

Hunderttausende Binnenflüchtlinge

Allein in der Provinz Ituri, die die Mehrzahl der Krankheitsfälle verzeichnet, leben nach UN-Angaben mehr als 920.000 Binnenflüchtlinge. Mehr als 100.000 Menschen mussten in den ersten drei Monaten des Landes vor wieder aufgeflammten Kämpfen flüchten.
Insgesamt gibt es im Ostkongo bis zu vier Millionen Binnenflüchtlinge, die oft unter sehr beengten Verhältnissen in provisorischen Lagern leben. Ein Ebola-Ausbruch in einem Flüchtlingslager wäre für Experten ein Schreckensszenario.
In Ituri gibt es vier bewaffnete Gruppen, darunter die islamistische Terrorgruppe ADF. Allein im vergangenen Monat wurden dort rund 70 Menschen bei Angriffen der Miliz Codeco getötet. Und während die Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs anlief, überfiel die ADF christliche Dörfer und verübte dort Massaker.

Reise zu Gesundheitseinrichtungen kann lebensgefährlich sein

„Die Arbeit findet statt in einem Kontext, wo es ständig Gewalt gibt“, sagt der Berliner Epidemiologe Maximilian Gertler, der für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) schon mehrfach im Ebola-Einsatz war.
Das gilt aber nicht nur für Helfer, sondern auch für die Menschen vor Ort. „Das Verlassen des Dorfes oder die Reise zur nächsten Stadt mit einer medizinischen Einrichtung kann unter Umständen lebensgefährlich sein“, betont er – abgesehen davon, dass sich viele Menschen das nicht leisten könnten.
In viele abgelegene Orte kommen Helfer nur sehr schwer. Setzt erst die Regenzeit ein, verwandeln sich Straßen häufig in Schlammpisten.
Der Berliner Arzt Maximilian Gertler bei einem Ebola-Einsatz für Ärzte ohne Grenzen (Handout)

Der Berliner Arzt Maximilian Gertler bei einem Ebola-Einsatz für Ärzte ohne Grenzen (Handout)

Foto: Medecins sans Frontieres/dpa

„Ärzte ohne Grenzen verfügt über viele Angestellte in der Region, die wir zum Beispiel mit Motorrädern ausrüsten. Das ist oft eines der besten Mittel, um abgelegene Orte zu erreichen und dort auch neue Cluster aufzuspüren“, erläutert Gertler ein wichtiges Element der Epidemie-Bekämpfung. „Denn nur dort, wo die Übertragung auch entdeckt wird, kann man sie stoppen.“

Rebellen machen Gesundheitsmanagement

Eine besondere Lage besteht in den M23-Gebieten, wo die Rebellen zum Teil seit Jahren eigene Verwaltungsstrukturen haben und nun auch das Gesundheitswesen betreiben.
So gab es in Goma, der Provinzhauptstadt von Nord-Kivu, zwei Ebola-Fälle, ein weiterer Fall wurde in Süd-Kivu bestätigt. Der Sprecher der Miliz informierte in Kommuniqués und über soziale Medien über Fallzahlen.
Die Miliz M23 kontrolliert große Teile der Kivu-Provinzen im Ostkongo. (Archivbild)

Die Miliz M23 kontrolliert große Teile der Kivu-Provinzen im Ostkongo. (Archivbild)

Foto: Brian Inganga/AP/dpa

„Für den ersten Todesfall in Goma hat die M23 189 Kontakte erfasst“, sagt Ursula Langkamp, Leiterin des dortigen Büros der Welthungerhilfe. Allerdings wurde diese Zahl in Lageberichten der Regierung nicht genannt.
„Das wirft die Frage auf, ob die Zusammenarbeit zwischen der kongolesischen Regierung und den M23-Rebellen schon klappt“, meint Langkamp.
Offiziell reden Regierung und Rebellen nicht miteinander, und eine formelle Zusammenarbeit gibt es auch nicht bei Ebola. In einem Statement des politischen Arms der Miliz wurde jedoch betont, Leben und Gesundheit der Kongolesen müssten über allen politischen Gräben stehen.
Eine Epidemie kenne keine Verwaltungsgrenzen, Kampflinien und politischen Zugehörigkeiten, betonte Corneille Nangaa, Chef der Congo River Alliance, dem politischen Flügel der M23. Die Lage erfordere Verantwortung, Zusammenarbeit und Prävention.
Der kongolesische Gesundheitsminister Roger Kamba sagte in Kampala, es gebe zwar keine direkten Gespräche mit der M23, aber Gespräche über die Partner USA und Katar, die bereits als Vermittler in Gesprächen über eine Waffenruhe auftraten.
Wichtig sei eine einheitliche Reaktion auf Ebola, die in der gesamten Region umgesetzt werde, betonte er. Er bemühe sich daher um die Öffnung des Flughafens Goma und Zugang zu Süd-Kivu. (dpa/red)
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Bahn: Brand sorgt auf Strecke Berlin-Leipzig für Probleme

Wegen eines Böschungsbrandes kommt es zu Einschränkungen auf der Bahnstrecke Berlin-Leipzig. In Brandenburg sei die Strecke zwischen Jüterbog und Ludwigsfelde wegen des Feuers derzeit gesperrt, teilte die Deutsche Bahn auf ihrer Internetseite mit.
Ein ICE nach Hamburg musste in Trebbin südlich von Berlin halten und nach Leipzig zurückfahren, wie eine Sprecherin sagte.
Züge im Fernverkehr werden laut Bahn umgeleitet. Es könne vereinzelt zu Zug- oder Halteausfällen kommen, teilte die Bahnsprecherin mit. Betroffen seien folgende Verbindungen im Fernverkehr:
  • ICE-Züge zwischen Berlin und Halle(S)/Leipzig
  • ICE-Sprinter zwischen Berlin und Erfurt
  • einzelne IC-Züge zwischen Berlin und Riesa/Dresden.

„Die Löscharbeiten sind im Gange“

Die Feuerwehr ist seit dem Nachmittag im Großeinsatz. Der Brand ist nach Angaben der Bahn auf eine heiß gelaufene Achse eines Güterzugs zurückzuführen.
„Die Löscharbeiten sind im Gange. Jedoch können wir derzeit weder den Zeitbedarf für die Löscharbeiten noch die Schäden durch Brandeinwirkung abschätzen“, teilte die Bahnsprecherin mit. „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für die Reisenden.“
Ein Sprecher der Regionalleitstelle der Feuerwehr sagte, die Feuerwehr sei zwischen Thyrow und Trebbin mit 65 Kräften im Einsatz.
Es seien Flammen zu sehen und es qualme sehr stark. Oberste Priorität habe für die Feuerwehr, dass sich der Brand nicht in den Wald bei Trebbin ausbreite. Wo der Brand genau ausbrach, konnte die Regionalleitstelle nicht sagen. (dpa/red)
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Walforscher: Timmy könnte explodieren – Backhaus verteidigt Rettung von Buckelwal

Bei dem an der dänischen Küste liegenden toten Buckelwal besteht einem Experten zufolge inzwischen eine hohe Explosionsgefahr. „Der Druck im Innern baut sich immer weiter auf, und irgendwann könnte das Tier mit einem großen Knall in die Luft fliegen“, sagt der Walforscher Fabian Ritter der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Eine solche Situation ist schon fast abzusehen.“
Derartige Fälle seien bereits wiederholt dokumentiert worden – etwa als vor mehreren Jahren in Taiwan ein Pottwal beim Transport zur Obduktion in einer Stadt explodiert sei. „In diesem Regen aus Blut, Partikeln und Fäulnisgasen möchte man nicht gestanden haben“, so Ritter.

Timmys Kehlsack ist ballonartig aufgebläht

Abwenden ließe sich eine solche Explosionsgefahr, wenn man den aufgeblähten Kadaver gezielt punktieren oder aufschneiden würde, meint der Meeresbiologe. Allerdings hätte ein solcher Eingriff früh erfolgen sollen, jetzt wäre er bereits riskant. Und wegen der dicken Haut und der darunterliegenden Speckschicht bräuchte man dazu gewöhnlich eine Lanze oder ein großes scharfes Messer.
Bilder von dem als Timmy bekannten Buckelwal zeigten jedoch, dass hier vor allem der Kehlsack ballonartig aufgebläht sei. Dessen Haut sei wie bei einer Ziehharmonika gefaltet und extrem elastisch und könne sich aufdehnen wie ein Ballon. „Das wäre wahrscheinlich die beste Stelle für einen gezielten Schnitt. Aber auch der wäre nicht ganz ungefährlich.“
Möglicherweise, so Ritter, könnte sich die Lage auch ganz unspektakulär entspannen: In dem Gewebe könnte sich ein natürlicher Riss bilden, so dass die Gase ohne Explosion entweichen könnten.

Backhaus verteidigt Rettungsaktion

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat die umstrittene Rettungsaktion für den gestrandeten und inzwischen gestorbenen Buckelwal verteidigt und mit einer persönlichen Bindung begründet. „Ich habe verantwortungsbewusst gehandelt“, sagte er dem „Stern“ laut Meldung vom Samstag. „Was wir in Deutschland versucht haben, war einmalig: einen jungen Wal zu retten, ihm seine Freiheit zu schenken.“
Er habe eine „emotionale Bindung zu dem Wal“ gehabt, sagte Backhaus, er sei mehrfach bei ihm gewesen und habe ihm in die Augen geschaut. „Er hatte Hilfe verdient. Er hatte sein Leben noch vor sich.“ Zugleich habe er sich verantwortlich gefühlt, sagte der Minister: „Gucken Sie mal nach Schleswig-Holstein. Wer von der Regierung war denn da wie oft vor Ort? Wir als Landesregierung haben uns gekümmert. Ich habe mich gekümmert.“
Es ist das Ende einer langen Geschichte: Wal «Timmy» ist tot, wie die Behörden nun mitgeteilt haben.

Es ist das Ende einer langen Geschichte: Wal «Timmy» ist tot, wie die Behörden nun mitgeteilt haben.

Foto: Marcus Golejewski/dpa

Gutachter kritisierten die Rettung

Der als Timmy weltweit bekannt gewordene Wal war wochenlang vor der deutschen Ostseeküste umhergeirrt und mehrfach gestrandet. Nach mehreren gescheiterten Hilfsversuchen gab Backhaus Mitte April grünes Licht für den Rettungsversuch einer Privatinitiative. Das Tier wurde in die Nordsee und schließlich ins offene Meer gebracht. Mitte Mai wurde das Tier dann tot vor Dänemark entdeckt.
Das Verfahren war im Vorfeld kritisiert worden, unter anderem von Gutachtern, die Backhaus zuvor beauftragt hatte. Er sagte dem „Stern“, die Gutachter hätten den Wal letztmalig vor Ostern gesehen, danach habe sich die Lage geändert. „Die Wissenschaft kann sich im Übrigen auch irren. So wurde gesagt, der Wal könnte in fünf Tagen sterben, vielleicht auch in 21.“ Letztlich habe er viel länger gelebt. (afp/red)
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gesellschaft

Gesetzliche Pflegeversicherung: Kassen rechnen 2026 mit einer Milliarde Euro Defizit

Die Finanzlage der gesetzlichen Pflegeversicherung hat sich seit Jahresanfang nach neuen Zahlen weiter verschlechtert. Im ersten Quartal habe die Pflegeversicherung ein Minus von 667 Milliionen Euro verzeichnet, obwohl sie gleichzeitig 800 Millionen Euro aus einem Darlehen bekommen habe, teilte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) mit, der auch die Pflegekassen vertritt. Für dieses Jahr rechnet er nun mit einem Defizit von einer Milliarde Euro. Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet. Vor rund drei Monaten hatte der Verband für 2026 noch einen Überschuss von 400 Millionen Euro erwartet.
Eingerechnet ist den Angaben zufolge bereits das Darlehen des Bundes in Höhe von insgesamt 3,2 Milliarden Euro in 2026. Das echte Ergebnis für dieses Jahr sei also ein erwartetes Defizit in Höhe von 4,2 Milliarden Euro, erläuterte der Verband. „Bei der Pflegeversicherung brennt die Hütte und wir müssen uns dringend ans Löschen machen“, sagte GKV-Chef Oliver Blatt dem „Spiegel“.

Bundesregierung arbeitet an Reform

Gesundheitsministerin Nina Warken arbeitet an einer Pflegereform, um die Finanznot der Kassen zu lindern. Eigentlich sollten die Pläne bis Mitte Mai vorgelegt werden. Bislang ist nicht bekannt, wann das Bundeskabinett sich damit befassen wird.
Vor gut zwei Wochen hatte die CDU-Politikerin gewarnt, bereits in diesem Jahr sei die Zahlungsfähigkeit der Pflegekassen gefährdet. „Es werden immer mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft, was aber nur zu einem kleinen Teil mit der demografischen Entwicklung zu erklären ist“, sagte sie damals der „Rheinischen Post“. In der Vergangenheit beschlossene Leistungsausweitungen würden sich rächen, argumentierte die Ministerin.

„Pflege in Deutschland lebt auf Pump“

Nach den GKV-Zahlen werden die Mittel der Pflegeversicherung insgesamt am Ende dieses Jahres nur noch bei 4,3 Milliarden Euro liegen, wovon dann 4,2 Milliarden Euro Schulden gegenüber dem Bund seien. „Die Pflege in Deutschland lebt also auf Pump“, warnte Verbandschef Blatt. Die Regierung müsse „jetzt das Ruder herumreißen, denn sonst werden die Finanzprobleme im nächsten Jahr unbeherrschbar“.
Der Verband bezifferte den zusätzlichen Finanzbedarf der Pflegeversicherung für das kommende Jahr auf rund 10 Milliarden Euro. Für die Finanzierung der laufenden Pflegekosten rechne man mit einem zusätzlichen Bedarf von 7,5 Milliarden Euro, hieß es. Damit die Pflegeversicherung auch in einnahmeschwachen Monaten stets voll leistungsfähig sei, brauche es für den sogenannten Ausgleichsfonds außerdem zusätzliche Mittel in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. (dpa/red)
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Dramatische Finanzlage: Pflegekassen rechnen 2026 mit einer Milliarde Euro Defizit

Die Finanzlage der gesetzlichen Pflegeversicherung hat sich seit Jahresanfang nach neuen Zahlen weiter verschlechtert. Im ersten Quartal habe die Pflegeversicherung ein Minus von 667 Milliionen Euro verzeichnet, obwohl sie gleichzeitig 800 Millionen Euro aus einem Darlehen bekommen habe, teilte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) mit, der auch die Pflegekassen vertritt. Für dieses Jahr rechnet er nun mit einem Defizit von einer Milliarde Euro. Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet. Vor rund drei Monaten hatte der Verband für 2026 noch einen Überschuss von 400 Millionen Euro erwartet.
Eingerechnet ist den Angaben zufolge bereits das Darlehen des Bundes in Höhe von insgesamt 3,2 Milliarden Euro in 2026. Das echte Ergebnis für dieses Jahr sei also ein erwartetes Defizit in Höhe von 4,2 Milliarden Euro, erläuterte der Verband. „Bei der Pflegeversicherung brennt die Hütte und wir müssen uns dringend ans Löschen machen“, sagte GKV-Chef Oliver Blatt dem „Spiegel“.

Bundesregierung arbeitet an Reform

Gesundheitsministerin Nina Warken arbeitet an einer Pflegereform, um die Finanznot der Kassen zu lindern. Eigentlich sollten die Pläne bis Mitte Mai vorgelegt werden. Bislang ist nicht bekannt, wann das Bundeskabinett sich damit befassen wird.
Vor gut zwei Wochen hatte die CDU-Politikerin gewarnt, bereits in diesem Jahr sei die Zahlungsfähigkeit der Pflegekassen gefährdet. „Es werden immer mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft, was aber nur zu einem kleinen Teil mit der demografischen Entwicklung zu erklären ist“, sagte sie damals der „Rheinischen Post“. In der Vergangenheit beschlossene Leistungsausweitungen würden sich rächen, argumentierte die Ministerin.

„Pflege in Deutschland lebt auf Pump“

Nach den GKV-Zahlen werden die Mittel der Pflegeversicherung insgesamt am Ende dieses Jahres nur noch bei 4,3 Milliarden Euro liegen, wovon dann 4,2 Milliarden Euro Schulden gegenüber dem Bund seien. „Die Pflege in Deutschland lebt also auf Pump“, warnte Verbandschef Blatt. Die Regierung müsse „jetzt das Ruder herumreißen, denn sonst werden die Finanzprobleme im nächsten Jahr unbeherrschbar“.
Der Verband bezifferte den zusätzlichen Finanzbedarf der Pflegeversicherung für das kommende Jahr auf rund 10 Milliarden Euro. Für die Finanzierung der laufenden Pflegekosten rechne man mit einem zusätzlichen Bedarf von 7,5 Milliarden Euro, hieß es. Damit die Pflegeversicherung auch in einnahmeschwachen Monaten stets voll leistungsfähig sei, brauche es für den sogenannten Ausgleichsfonds außerdem zusätzliche Mittel in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. (dpa/red)
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Backhaus verteidigt Rettung von Buckelwal: „Hatte emotionale Bindung“

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat die umstrittene Rettungsaktion für den gestrandeten und inzwischen gestorbenen Buckelwal verteidigt und mit einer persönlichen Bindung begründet. „Ich habe verantwortungsbewusst gehandelt“, sagte er dem „Stern“ laut Meldung vom Samstag. „Was wir in Deutschland versucht haben, war einmalig: einen jungen Wal zu retten, ihm seine Freiheit zu schenken.“
Er habe eine „emotionale Bindung zu dem Wal“ gehabt, sagte Backhaus, er sei mehrfach bei ihm gewesen und habe ihm in die Augen geschaut. „Er hatte Hilfe verdient. Er hatte sein Leben noch vor sich.“ Zugleich habe er sich verantwortlich gefühlt, sagte der Minister: „Gucken Sie mal nach Schleswig-Holstein. Wer von der Regierung war denn da wie oft vor Ort? Wir als Landesregierung haben uns gekümmert. Ich habe mich gekümmert.“
Es ist das Ende einer langen Geschichte: Wal «Timmy» ist tot, wie die Behörden nun mitgeteilt haben.

Es ist das Ende einer langen Geschichte: Wal «Timmy» ist tot, wie die Behörden nun mitgeteilt haben.

Foto: Marcus Golejewski/dpa

Gutachter kritisierten die Rettung

Der als Timmy weltweit bekannt gewordene Wal war wochenlang vor der deutschen Ostseeküste umhergeirrt und mehrfach gestrandet. Nach mehreren gescheiterten Hilfsversuchen gab Backhaus Mitte April grünes Licht für den Rettungsversuch einer Privatinitiative. Das Tier wurde in die Nordsee und schließlich ins offene Meer gebracht. Mitte Mai wurde das Tier dann tot vor Dänemark entdeckt.
Das Verfahren war im Vorfeld kritisiert worden, unter anderem von Gutachtern, die Backhaus zuvor beauftragt hatte. Er sagte dem „Stern“, die Gutachter hätten den Wal letztmalig vor Ostern gesehen, danach habe sich die Lage geändert. „Die Wissenschaft kann sich im Übrigen auch irren. So wurde gesagt, der Wal könnte in fünf Tagen sterben, vielleicht auch in 21.“ Letztlich habe er viel länger gelebt. (afp/red)
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Von Rosi bis Layla: Die Stadt Erlangen will ein Dutzend Lieder auf Bergkirchweihfest nicht hören


In Kürze:

  • „Skandal im Sperrbezirk“ nach 45 Jahren erneut auf dem Index.
  • Ballermann-Star Mickie Krause steht gleich mit vier Songs auf der Liste.
  • Gleichstellungsstelle will ein sicheres Feiern ermöglichen.

 
Als das Lied „Skandal im Sperrbezirk” der bayerischen Rock-’n’-Roll-Band Spider Murphy Gang auf den Markt kam, waren nicht alle Radiosender begeistert. Ob des Gebrauchs des Wortes „Nutten“ in dem Song, in dem es um die Rosi ging, die man unter 32168 erreichen konnte, setzten ihn vor allem Sender im Heimat-Bundesland der „Gang“ auf den Index.
Dem Lied brachte das mehr Popularität und der Band den größten Erfolg in ihrer nunmehr fast 50-jährigen Geschichte. Mindestens 750.000 Mal ging die Platte ab 1981 über die Verkaufstheken. Im Februar 1982 erklomm sie Platz eins der deutschen Charts.

Kein Spielverbot, vielmehr ein Appell

Später beruhigte sich der Aufruhr ums Lied – bis es nun erneut auf dem Index landet, und zwar beim Bergkirchweihfest (21. Mai bis 1. Juni) in Erlangen. Dieses Mal ist es die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Réka Lörincz, die den Bann über Rosi verhängt. Diese befindet sich in guter Gesellschaft mit den Interpreten von elf weiteren Liedern. Gleich mehrfach trifft es etwa den Party-Schlagersänger Mickie Krause, dessen Hits „Geh mal Bier holen“ und „Zehn nackte Friseusen“ auf der Sperrliste landeten. Ebenso sollen die Wirte den Sommerhit des Jahres 2022, „Layla“, nicht spielen.
Lörincz hat sich die Lieder, die schließlich auf ihrer Liste landeten, gemeinsam mit Kollegin Nora Hahn-Hobeck angehört, die wie sie Gleichstellungsbeauftragte ist. Das sei nicht besonders angenehm gewesen, sagen beide. Sie betonten aber auch, dass es sich nicht um ein Spielverbot, sondern vielmehr um einen Appell handele. „Uns geht es nicht um Verbote oder einen Kulturkampf.“ Man wolle ein sicheres Feiern ermöglichen und einen Rahmen schaffen, in dem sich jede Besucherin und jeder Besucher wohlfühle. „Es darf nicht sein, dass Frauen überlegen müssen, wo sie hingehen können und wo nicht“, sagt Lörincz.
Gegenüber den „Nürnberger Nachrichten“ kommentierte ein verständnisloser „Spider Murphy Gang“-Manager Jürgen Thürnau das Vorgehen mit den Worten: „So einen Quatsch habe ich schon lange nicht mehr gehört. Als wir in der DDR gespielt haben, da mussten wir jedenfalls keine Setliste vorlegen“.
Réka Lörincz begründet den Bann für das älteste Bierfest mit einer Beschwerde aus dem vergangenen Jahr. Eine Frau habe sich über sexistische Songs beklagt und sei Opfer von Übergriffen und Belästigungen geworden. Man wolle mit der Liste „gemeinsam eine respektvolle Atmosphäre und sicheres Feiern“ gewährleisten, heißt es in einer Begründung der Gleichstellungsstelle. Ziel sei es, dass man „gemeinsam“ dafür sorgt, „dass sich alle Gäste und Mitarbeiter auf dem Berg wohl und sicher fühlen“.

Wirtssprecher zeigt Verständnis

Auf der Liste, die unter anderem den Wirten übermittelt wurde, stehen nun zwölf Lieder, die die Gleichstellungsstelle als frauenfeindlich oder sexistisch einstuft. Die Empfänger der Aufstellung werden daher gebeten, diese Titel nicht zu spielen. Das Schreiben zitiert Textstellen und erläutert knapp, warum die Gleichstellungsstelle die Inhalte problematisch bewertet.
Unter den genannten Beispielen finden sich unter anderem Titel wie „Nein heißt ja“ des Schlagersängers G. G. Anderson. Die Erläuterungen kritisieren, dass die Textzeilen ein „Nein“ als Zustimmung darstellen und damit Grenzüberschreitungen verharmlosen.
Till Stürmer, Sprecher der Vereinigung der Bergwirte und Betreiber des Altstädter Schießhauses sowie des Birkner Kellers, zeigt Verständnis. Gleichzeitig mahnt aber Zurückhaltung bei der praktischen Umsetzung an. „Ich bin absolut der Meinung, dass man diskriminierende Lieder möglichst nicht spielen sollte“, sagt der Gastronom. Er verweist auf die besondere Situation während der Bergkirchweih.
So strömten alljährlich Tausende Besucher mit sehr unterschiedlichen Erwartungen auf den Berg. „Es gibt Menschen, die sich an so etwas stören – und andere, die genau diese Lieder hören wollen. Beides muss man zur Kenntnis nehmen“, so Stürmer. Zugleich relativiert er: „Ich glaube nicht, dass jemand wegbleibt, nur weil ein bestimmtes Lied nicht gespielt wird.“
Auf der Liste stehen folgende Lieder: „Olé, wir fahr‘n in den Puff nach Barcelona“; „Zehn nackte Friseusen“; „Geh mal Bier holen“ (alle Mickie Krause); „Donaulied“ (verschiedene Interpreten, unter anderem Mickie Krause); „Skandal im Sperrbezirk“ (Spider Murphy Gang); „Nein heißt ja“ (G. G. Anderson); „Baby Bell“ (Breitner); „Joana (du geile Sau)“ (Peter Wackel); „Layla“ (DJ Robin und Schürze); „Deine Freundin“ (SDP); „20 Zentimeter“ (Mirja Boes); „Die Glöcknerin von Dingolfing“ (Dorfrocker).
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Freibadsaison startet: Personalmangel in Bädern hat Folgen

Deutschlands Schwimmbädern fehlen zum Start der Freibadsaison weiterhin Bademeisterinnen und Bademeister. „Leider ist es so, dass wir immer noch Fachkräftemangel haben“, sagte Peter Harzheim, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister, im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Der Mangel resultiere aus der Coronazeit und den Babyboomern, die in Rente gehen.
„Die, die jetzt in Rente gegangen sind oder noch in Rente gehen, können durch das momentane Ausbildungspotenzial, das wir haben, nicht aufgefangen werden“, sagte Harzheim. „Es ist aber eine Tendenz zu erkennen, dass es wieder mehr werden.“ Man müsse daran arbeiten, den Beruf attraktiv zu machen.

Umfrage: Nur etwas mehr als die Hälfte der Stellen besetzt

Einer Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) unter 94 Badbetreibern zufolge, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorlag, sind die Lücken vielerorts groß. Anfang Mai war laut VKU nur etwas mehr als die Hälfte (58 Prozent) der Stellen besetzt. Fast jedes dritte Schwimmbad meldete noch einen zweistelligen Personalbedarf. Jeder zehnte Betreiber gab sogar an, dass mehr als 30 Prozent der Stellen noch offen seien.
Für viele Badegäste dürfte der Personalmangel spürbar werden: Es gebe Bäder, die aufgrund des Personalmangels schließen müssen oder von vornherein zubleiben, sagte Harzheim. „Man hat dann nicht mehr sieben Tage die Woche, sondern nur fünf Tage und nicht mehr zehn Stunden oder zwölf Stunden am Tag, sondern nur acht Stunden auf, weil wir auch nach dem Arbeitszeitgesetz arbeiten müssen.“
Auch wegen Geldmangels müssten viele Bäder geschlossen bleiben oder reduziert betrieben werden. Harzheim forderte die Bundes- und Landespolitik auf, mehr zu unterstützen – „nicht in der Finanzierung einzelner Positionen, sondern in einer Dauerfinanzierung, um die Betriebskosten am Laufen zu halten.“ (dpa/red)