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Buckelwal endet in dänischer Fabrik – und im Museum von Kopenhagen

Nach der Obduktion und dem Transport von Teilen des als „Timmy“ bekannten Buckelwals auf das Festland werden die Überreste des Tiers in einer dänischen Fabrik verwertet. Das bestätigte die Firma Daka Dänemark, die sich des Kadavers annimmt.
In der Fabrik des Unternehmens in Randers werden die Überreste von Walen wie „Timmy“ laut einem Sprecher zunächst in drei Bestandteile getrennt.
Das Wasser wird gereinigt und in den Fjord geleitet. Alles Fett – zum Beispiel aus der Speckschicht des Wals – wird in Biodiesel umgewandelt.
Alles andere – Knochen, Sehnen und Haut – wird zu einer Art Mehl verarbeitet, die als Biomasse zur Verbrennung in einer Zementfabrik endet.
Der Buckelwal war vor einigen Wochen tot am Strand der dänischen Insel Anholt angespült worden. Die Obduktion des Tiers hatte vergangene Woche ergeben, dass der Wal ein Weibchen war. Die Todesursache blieb dagegen unklar.
In solchen Containern wie rechts auf dem Bild wurden die Überreste des Buckelwals abtransportiert. (Archivbild)

In solchen Containern wie rechts auf dem Bild wurden die Überreste des Buckelwals abtransportiert. (Archivbild)

Foto: Kai Moorschlatt/dpa

Wal-Knochen kommen ins Museum – der Rest wird verwertet

Bei der mehrstündigen Untersuchung war der Wal geöffnet und zerteilt worden. Ein Bagger hatte die Kadaver-Teile in vorbereitete Container gehievt.
Am 5. Juni waren die Überreste des Tiers vom Strand entfernt und drei Tage später abtransportiert worden.
Manche Knochen des Tiers kommen in die Sammlung des Naturhistorischen Museums in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Diese Teile wurden bereits am 5. Juni abgeholt.
Das Tier war ab Ende März mehrfach vor der deutschen Ostseeküste gestrandet.
Ein Bagger hievte während der Obduktion immer wieder Teile des Wals in Richtung der Container. (Archivbild)

Ein Bagger hievte während der Obduktion immer wieder Teile des Wals in Richtung der Container. (Archivbild)

Foto: Kai Moorschlatt/dpa

Rätsel um „Timmys“ Tod: Warten auf die Trackerdaten

An dem Wal hatte die Initiative einen Tracker angebracht, der an dem Tier entdeckt wurde. Die Trackerdaten sind laut dem Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern inzwischen erhoben.
Sie lägen der Initiative vollständig und dem Ministerium in Teilen vor, erklärte eine Sprecherin auf dpa-Anfrage.
„Die Daten sollen möglichst zügig abschließend ausgewertet werden. Sobald dies geschehen ist, wird die Öffentlichkeit über die hieraus folgenden Erkenntnisse informiert.“ (dpa/red)
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Sophia und Noah: Dauerbrenner bei den beliebtesten Vornamen

Sophia und Noah sind im vergangenen Jahr erneut die beliebtesten Vornamen für Neugeborene in Deutschland gewesen.
Damit behauptete sich das Namensduo das dritte Jahr in Folge an der Spitze, wie die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden mitteilte.

Emma, Ella, Paul, Henry

Bei den Mädchen folgen auf Sophia beziehungsweise die Schreibweise Sofia die Erstnamen Emma und Emilia, die im vergangenen Jahr ihre Platzierung tauschten. Die weiteren Plätze belegen Mia, Lina, Ella, Hanna/Hannah, Klara/Clara, Mila sowie Lia/Liah.
Bei den Jungen kommen nach dem Dauerspitzenreiter Noah die Erstnamen Mat(h)eo beziehungsweise Matt(h)eo, Theo, Leo, Emil, Leon, Elias, Paul, Luca/Luka und Henry/Henri auf den weiteren Plätzen.

Zwei Jungennamen werden beliebter

Während es bei der Mädchenliste nur unwesentliche Verschiebungen innerhalb der Top zehn gab, gibt es laut Statistik bei den Jungen zwei klare Aufsteiger – Theo verbesserte sich von Platz sieben auf Platz drei, und Leo schaffte den Sprung von Platz zwölf auf Platz vier.
Seit 1977 veröffentlicht die Gesellschaft jährlich die Liste der beliebtesten Vornamen, die sich auf die Daten der deutschen Standesämter stützt.
Diesmal beteiligten sich bundesweit 749 Standesämter, die mehr als 830.000 Einzelnamen übermittelten. Damit sind fast 91 Prozent aller im vergangenen Jahr vergebenen Vornamen für Babys erfasst.(afp/red)
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11 Meter hohe Wellen: Hunderte Menschen in Neuseelands Hauptstadt evakuiert

In Neuseelands Hauptstadt Wellington sind am Dienstag hunderte Menschen vor einer Sturmflut mit elf Meter hohen Wellen in Sicherheit gebracht worden.
Wellingtons Bürgermeister Andrew Little rief für die südlichen Küstenvororte Owhiro Bay, Island Bay, Houghton Bay und Breaker Bay den Notstand aus und forderte die Menschen auf, in höher gelegene Gebiete zu fliehen. Zurückbleibenden werde nicht geholfen.
Am Dienstagmorgen trat eine Evakuierungsanordnung in Kraft. Die Polizei beaufsichtige die Evakuierungsaktion und richtete Straßensperren ein, um zu verhindern, dass Menschen an die Küste fahren.

Am 9. Juni 2026 peitschen stürmische Wellen gegen die Küste im Wellingtoner Vorort Island Bay. Hunderte Menschen mussten ihre Häuser am Meer verlassen.

Foto: Ben Strang/AFP via Getty Images

Flüge gestrichen, Menschen umgerissen

Im Hafen von Wellington wurden nach Angaben des neuseeländischen Wetterdienstes am Dienstag elf Meter hohe Wellen registriert. Bei einem Sturm im Jahr 2021 mit 6,5 Meter hohen Wellen waren nach Angaben der Behörden viele Häuser in Breaker Bay überschwemmt worden.
In Island Bay war der Wind am Dienstag so stark, dass zwei Frauen auf einer überschwemmten Straße umgerissen wurden, wie ein AFP-Journalist berichtete.
Am Flughafen von Wellington, wo Windböen von bis zu 128 Stundenkilometern gemessen wurden, wurden mehrere Flüge gestrichen. Ein parkendes Kleinflugzeug ohne Menschen an Bord wurde umgeweht. (afp/red)
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Erfurt ist Deutschlands glücklichste Großstadt

In Erfurt ist die allgemeine Lebenszufriedenheit der Menschen unter 40 deutschen Großstädten am höchsten. Das geht aus dem aktuellen „Glücksatlas“ hervor, den die Universität Freiburg in Zusammenarbeit mit der Süddeutschen Klassenlotterie erstellt hat.
Die Thüringer Landeshauptstadt liegt in dem Großstadtranking auf Platz eins, gefolgt von Augsburg in Bayern und Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen. Schlusslicht ist Rostock.

Erfurt sticht im Osten heraus

Erfurt sei das beste Beispiel einer ruhigen ostdeutschen Großstadt, schreiben die Autoren der Studie.
„Die Mieten sind gering, die Umweltqualität hoch und die wirtschaftliche Lage ist im Städtevergleich sogar leicht überdurchschnittlich.“ Erfurt hat rund 215.000 Einwohner, auf dem Glücksindex der Studie erreicht es einen Wert von 7,74.
Schlusslicht Rostock kommt nur auf 5,8. Unter den anderen ostdeutschen Städten sticht Erfurt damit heraus, denn in dem Städtevergleich zählen die Einwohner ostdeutscher Großstädte zu den unglücklichsten.

Frankfurt und Wiesbaden im hinteren Feld

Die ostdeutschen Großstädter seien im Durchschnitt älter, leben häufiger allein und seltener im Wohneigentum. Auch die Arbeitslosenquoten seien noch höher als im Westen und das verfügbare Einkommen geringer.
Berlin (Platz 35) und Dresden (Platz 31) liegen eher im hinteren Feld des Rankings. Mit Frankfurt (Platz 38) und Wiesbaden (Platz 39) sind auch zwei westdeutsche Städte weiter hinten.
Für das Ranking wurden insgesamt 23.286 Menschen zwischen 16 und 84 Jahren vom Institut für Demoskopie Allensbach im Zeitraum von Januar 2023 bis April 2026 repräsentativ befragt.
Die Befragten leben in den 40 größten Städten Deutschlands mit mehr als 200.000 Einwohnern. (dpa/red)
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Schweres Beben auf Philippinen – Opferzahlen steigen, Schäden auch am Flughafen

Die Zahl der Todesopfer nach dem schweren Erdbeben auf den Philippinen ist auf mindestens 37 gestiegen. Zudem wurden mehr als 480 Menschen verletzt, vier weitere gelten als vermisst.
Das teilte Bernardo Rafaelito Alejandro vom Zivilschutz des südostasiatischen Inselstaats am Morgen (Ortszeit) mit. Die Behörden befürchten, dass die Opferzahlen weiter steigen werden.
Das Beben der Stärke 7,8 – laut der US-Erdbebenwarte USGS das weltweit stärkste des Jahres – hatte am frühen Montagmorgen die südliche Insel Mindanao erschüttert.
Besonders betroffen war die Stadt General Santos City mit rund 700.000 Einwohnern, die für ihre Thunfischindustrie bekannt ist. Dort sowie in den umliegenden Provinzen stürzten Gebäude ein, Straßen und Brücken wurden beschädigt und die Stromversorgung fiel zeitweise aus.
Das Ausmaß der Schäden ist noch immer nicht ganz klar.

Das Ausmaß der Schäden ist noch immer nicht ganz klar.

Foto: Uncredited/Philippine Coast Guard via AP/dpa

Schäden am Flughafen

Zu den beschädigten Einrichtungen gehört auch der internationale Flughafen von General Santos City, ein wichtiger Knotenpunkt im Süden Mindanaos. Nach Angaben von Verkehrsminister Giovanni Lopez wurden der Kontrollturm und die Terminalgebäude beschädigt, die Start- und Landebahnen blieben jedoch intakt.
Das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) registrierte bisher rund 1.100 teils heftige Nachbeben, die die Rettungsarbeiten erschwerten.
Das heftigste hatte eine Stärke von 6,7. Nach Angaben des Zivilschutzes sind insgesamt rund 88.000 Menschen von den Folgen des Bebens betroffen. Etwa 20.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen und kamen in Evakuierungszentren oder bei Verwandten und Freunden unter.
Zunächst ausgegebene Tsunami-Warnungen für die Philippinen und Indonesien wurden bereits am Montag wieder aufgehoben. In mehreren Küstengebieten waren kleinere Flutwellen registriert worden.
In Straßen taten sich große Risse auf.

In Straßen taten sich große Risse auf.

Foto: -/XinHua/dpa

Viele stehen unter Schock

Rettungskräfte und Soldaten bemühen sich derweil weiter, abgeschnittene Ortschaften zu erreichen. Gesundheitsminister Ted Herbosa sagte dem Radiosender DZMM, beschädigte Straßen und Brücken erschwerten den Zugang. Auch stünden viele in der Region unter Schock. Betreuer seien im Einsatz, um traumatisierte Menschen zu unterstützen.
Das Erdbeben hatte sich ausgerechnet am ersten Schultag nach den Ferien ereignet. Über 6.200 öffentliche und private Schulen blieben zunächst geschlossen. Zunächst soll die Sicherheit der Gebäude überprüft werden.
Die Philippinen liegen am Pazifischen Feuerring, einer der seismisch aktivsten Regionen der Erde. Dort stoßen mehrere Erdplatten aufeinander, weshalb es regelmäßig zu starken Erdbeben und Vulkanausbrüchen kommt. (dpa/red)
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Reutlingen: Ermittler sichern Brandbeschleuniger

Nach dem Brand in einem Umspannwerk mit großflächigem Stromausfall in Reutlingen verdichten sich die Hinweise auf eine mögliche Brandstiftung. Ermittler konnten einen möglichen Brandbeschleuniger sichern. Alle Spuren würden nun ausgewertet, teilte das Landeskriminalamt mit. Der Staatsschutz und das Antiterrorzentrum beim LKA ermitteln.
Reutlingen hat insgesamt knapp 120.000 Einwohner und liegt am Fuße der Schwäbischen Alb. Nach Angaben von Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel (CDU) waren rund 7.600 Gebäude und etwa 40.000 Menschen von dem Stromausfall betroffen.
Eine Hundertschaft der Polizei wurde nach Reutlingen verlegt, um Präsenz an kritischer Infrastruktur und in den vom Stromausfall betroffenen Gebieten zu zeigen.

Ermittler: Keine Hinweise auf Täter und Motiv

Die Ermittlungen konzentrieren sich inzwischen auf den Verdacht der vorsätzlichen Brandlegung sowie der gezielten Störung öffentlicher Betriebe.
Hagel sagte, man werde den Fall ergebnisoffen in alle Richtungen untersuchen – also auch, ob ein Brandanschlag oder gar ein terroristischer Akt dahinterstecken könnte. Auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach im ZDF von einem wahrscheinlichen Brandanschlag.
Das LKA teilte mit, bislang gebe es weder Hinweise auf Tatverdächtige noch auf ein Motiv. Die Ermittlungen der Spurensicherung einschließlich des Einsatzes eines Brandmittelspürhundes seien noch nicht abgeschlossen.
Unklar ist weiterhin, wann die Stromversorgung vollständig wiederhergestellt sein wird.
Ermittler stehen am Umspannwerk Reutlingen.

Ermittler stehen am Umspannwerk Reutlingen.

Foto: Christoph Schmidt/dpa

Zehntausende für Stunden ohne Strom

Der Brand im Umspannwerk Reutlingen-West war in der Nacht zu Montag ausgebrochen. In der Folge fiel das Umspannwerk aus, eine weitere Anlage wurde in Mitleidenschaft gezogen. Zeitweise waren dadurch Zehntausende Menschen ohne Strom, auch ein Krankenhaus war betroffen.
Nach dpa-Informationen entstand durch den Brand und den Stromausfall ein Schaden von mehreren Millionen Euro.
Am Montagmorgen war die Stromversorgung in Teilen der Kernstadt und dem dortigen Krankenhaus wieder hergestellt.
Am Nachmittag wurde dann ein großer Teil der Privathaushalte in Betzingen und Ohmenhausen wieder ans Elektrizitätsnetz angeschlossen. Auch Schulen und Kindergärten seien dort wieder mit Strom versorgt, teilte die Stadtverwaltung mit.
Die Ermittler gehen allen Hinweisen und Spuren nach.

Die Ermittler gehen allen Hinweisen und Spuren nach.

Foto: Christoph Schmidt/dpa

Erinnerungen an Berliner Brandanschläge

Der Vorfall erinnert an zwei mutmaßlich von Linksextremisten begangene Brandanschläge auf die Stromversorgung in Berlin. Nach dem ersten Anschlag am 9. September 2025 auf zwei Strommasten waren zeitweise rund 50.000 Privathaushalte und rund 2.000 Gewerbebetriebe ohne Strom.
Der Ausfall dauerte rund 60 Stunden, erst am Nachmittag des 11. September waren alle Haushalte wieder am Netz. Beim zweiten Anschlag am 3. Januar wurden 15 Kabel auf einer Kabelbrücke zerstört. Erst am 7. Januar, also nach rund 100 Stunden, war die Stromversorgung wieder flächendeckend hergestellt. (dpa/red)
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Darf Høiby nach Hause? Höhere Instanz soll Entscheidung prüfen

Ein Gericht will den Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit aus der Untersuchungshaft entlassen, damit dieser bei seiner schwer kranken Mutter sein kann.
Damit gaben die Richter in Oslo einem Antrag von Marius Borg Høiby am Montagabend statt. Gegen die Entscheidung legte die Staatsanwaltschaft jedoch umgehend Berufung mit aufschiebender Wirkung ein. Høiby muss deshalb in U-Haft bleiben, bis eine höhere Instanz den Fall geprüft hat.
Die Polizei hatte sich zuvor gegen eine Freilassung ausgesprochen. Das Gericht sah das anders: „Die Fortsetzung der Inhaftierung wäre nicht nur für Høiby, sondern auch für seine Mutter in der ohnehin schwierigen Lage, in der sie sich befinden, sehr belastend“, zitierte die Zeitung „Verdens Gang“ das Gericht.
In einer Woche wird das Urteil im Vergewaltigungsprozess gegen den 29-Jährigen verkündet. Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre und sieben Monate Gefängnis gefordert, die Verteidigung einen Freispruch von den schwersten Vorwürfen – vier Fällen von Vergewaltigung.
„Da drinnen zu sitzen, während Mama so krank ist, ist nicht auszuhalten“, sagte Høiby bei dem Gerichtstermin in Oslo laut der Zeitung „Verdens Gang“.
Es sei sehr hart für ihn, seiner Mutter in ihrer Situation nicht beistehen zu können. Vor Gericht beteuerte der Norweger, dass er jetzt „niemals etwas tun würde, dass die Situation verschlimmert. Das ist undenkbar für mich.“
Ein Bild aus glücklicheren Zeiten: Mette-Marit (links) und ihr Sohn Marius. (Archivbild)

Ein Bild aus glücklicheren Zeiten: Mette-Marit (links) und ihr Sohn Marius. (Archivbild)

Foto: Vegard Wivestad Grott/NTB SCANPIX/EPA/dpa

Høiby: Jeder Besuch von Mama im Gefängnis könnte der letzte sein

Zuvor hatte Høiby das Gefängnis am Montag Medienberichten zufolge für einige Stunden verlassen dürfen, um an einem Informationstreffen zum Gesundheitszustand der Kronprinzessin teilzunehmen. Dieser hatte sich nach Angaben des norwegischen Hofs in letzter Zeit erneut drastisch verschlechtert.
Wegen ihrer „lebensbedrohlichen chronischen Lungenkrankheit“ sei Mette-Marit nun auf eine Warteliste für eine Transplantation gekommen, hieß es am Freitag. Bereits im Dezember hatte das Königshaus mitgeteilt, dass die Kronprinzessin eine neue Lunge braucht. Sie leidet an der unheilbaren Krankheit Lungenfibrose. Im Alltag benutzt sie inzwischen ein Sauerstoffgerät.
Das Informationstreffen habe am Sitz der Kronprinzenfamilie, Schloss Skaugum, stattgefunden, sagte Høiby laut „Verdens Gang“ vor Gericht: „Mama zu Hause zu sehen war ein ganz anderes Erlebnis, als sie im Gefängnis in Oslo zu sehen. Das war eine ganz andere Mama, das war unglaublich gut zu sehen.“
Am Sonntag hatte Mette-Marit ihren ältesten Sohn gemeinsam mit ihrem Mann Haakon in der Haft besucht. „Jeder Sonntag, an dem wir uns sehen, kann das letzte Mal sein, dass wir uns sehen“, sagte Høiby den Angaben zufolge.

Høiby blitzte mit früherem Antrag bei Gericht ab

Die Freilassung aus der U-Haft mit einer elektronischen Fußfessel hatte Høiby bereits im Mai beantragt – ohne Erfolg. Damals ging die Sache bis vor das höchste norwegische Gericht. Den neuen Antrag hatten die Verteidiger mit Mette-Marits verändertem Gesundheitszustand begründet.
Der Sohn der Kronprinzessin sitzt seit Anfang Februar in Untersuchungshaft. Er hatte mehrfach gegen ein Kontaktverbot gegenüber einer Ex-Freundin verstoßen, die auch als mutmaßliches Opfer im Prozess gegen ihn ausgesagt hatte. Høiby bestreitet, dass Wiederholungsgefahr bestehen könnte.
Seine Ex-Freundin scheint das nicht so zu sehen: Mehrere Personen in Høibys Umfeld hätten in letzter Zeit versucht, ihre Mandantin dazu zu bewegen, das Kontaktverbot aufheben zu lassen, sagte die Anwältin der Ex-Freundin, Mette Yvonne Larsen, der Zeitung „Aftenposten“. „Sie hat gesagt, dass sie das Kontaktverbot aufrechterhalten möchte“, sagte Larsen der Zeitung. (dpa/red)
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Wird Stuttgart 21 erst 2031 fertig? Bahn verweist auf Infos Ende Juni

Das Bahnprojekt Stuttgart 21 könnte Medienberichten zufolge später in Betrieb gehen als zuletzt angenommen. Wie zuerst die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) unter Berufung auf das Umfeld der mit dem Projekt vertrauten Personen berichtete, müsse die Eröffnung des Durchgangsbahnhofs auf Ende 2031 verschoben werden. Der SWR berichtete unter Berufung auf Kreise der Projektpartner davon, dass Stuttgart 21 im Dezember 2031 vollständig in Betrieb genommen werden soll.
Ein Bahnsprecher teilte mit, dass man sich zu derartigen Spekulationen nicht äußere. „Die DB wird die Öffentlichkeit nach dem Stuttgart-21-Lenkungskreis Ende Juni über das neue Inbetriebnahmekonzept des Projekts informieren“. Die Sitzung des Lenkungskreises findet am 26. Juni statt.
Sowohl FAZ als auch „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ berichteten, dass Bahnkunden in der Landeshauptstadt Baden-Württembergs ab Ende 2027 beziehungsweise ab Dezember 2027 mit ersten Entlastungen rechnen können. Derzeit sind lange Umwege zu den Bahngleisen nötig, die dann verkürzt werden sollen.

Teileröffnung bereits im Herbst abgesagt

Das Bahnprojekt macht immer wieder durch Verzögerungen von sich reden. Die zuletzt für Ende 2026 geplante Teileröffnung des Tiefbahnhofs war bereits im November abgeblasen worden.
Als Grund für die erneute Verschiebung nannte Bahnchefin Evelyn Palla Probleme bei der Digitalisierung des Bahnknotens. Ein neues Datum für den Start hatte es damals zunächst nicht gegeben. Stattdessen hatte Palla eine umfassende Überprüfung des Projekts angekündigt, an deren Ende ein neuer Termin genannt werden sollte.
Gebaut wird an dem Großprojekt bereits seit dem Jahr 2010. Bei Abschluss der Finanzierungsvereinbarung 2009 war man noch von einer Eröffnung 2019 ausgegangen.
Das Projekt Stuttgart 21 steht nicht nur für den Bau des neuen Hauptbahnhofs, sondern für die komplette Neuordnung des Bahnknotens Stuttgart. Gebaut werden neue Bahnhöfe – zum Beispiel ein neuer Fernbahnhof am Flughafen -, Dutzende Kilometer Schienenwege und Tunnelröhren, Durchlässe sowie Brücken.

Komplette Digitalisierung des Bahnknotens macht Probleme

Das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm schließt neben Stuttgart 21 auch den Neubau der bereits 2022 eröffneten Schnellfahrstrecke Wendlingen-Ulm ein. Herzstück von Stuttgart 21 ist der neue unterirdische Hauptbahnhof, der im Gegensatz zum bisherigen Kopfbahnhof ein Durchgangsbahnhof sein wird.
Im Rahmen von Stuttgart 21 wird der Bahnknoten in Stuttgart zugleich als erster bundesweit komplett digitalisiert. Züge des Fern- und Regionalverkehrs sowie S-Bahnen sollen dann mit dem digitalen Zugsicherungssystem ETCS fahren – und zwar nur damit. Klassische Lichtsignale werden im Stuttgarter Bahnknoten nicht mehr verbaut. Die Arbeiten gestalten sich aber komplizierter als gedacht und waren auch mit ein Grund für die erneute Absage des jüngsten Starttermins.
Auch die Kosten für das Projekt haben sich über die Jahre steil nach oben entwickelt. In einem Finanzierungsvertrag aus dem Jahr 2009 ist nur die Verteilung von Kosten bis zu einer Höhe von gut 4,5 Milliarden Euro geregelt. Zuletzt bezifferte die Bahn die Kosten auf rund 11,3 Milliarden Euro. Die Mehrkosten muss die Bahn einem Gerichtsurteil zufolge alleine tragen. (dpa/red)
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Fünf Tipps, um schwierige und einschüchternde Aufgaben anzupacken

Ein überschwemmtes Badezimmer muss aufgewischt werden. Ein unangenehmer Telefonanruf schwebt wie ein Amboss über Ihrem Kopf. Auf Ihrem Schreibtisch starrt Sie ein massives Arbeitsprojekt mit trotzigen Augen an.
Gefürchtete Aufgaben können Ihre Knie in Wackelpudding verwandeln und Sie in einem Sumpf der Lähmung verharren lassen. Manchmal verhindert der bloße Gedanke an das Bevorstehende, den ersten Schritt in der Sache zu unternehmen.
Genau das ist der Moment, in dem Sie handeln sollten, um diese fesselnden Kräfte mit Klugheit zu überwinden. Es gibt bestimmte Strategien, die Sie in eine bessere Startposition bringen und es Ihnen einfacher machen, eine einschüchternde Aufgabe anzupacken. Manche davon hören sich einfach an, werden aber dennoch häufig vergessen.

1. Machen Sie sich einen Plan

Erfolg entspringt einem Plan. Große Ziele können nicht erreicht werden, ohne dass derjenige, der sie erreicht, eine Vorstellung davon hat, wie er sie in kleinere, überschaubare Teile zerlegt. Einen Marathon zu laufen, ist eine einschüchternde Aufgabe. Zu versuchen, dies ohne einen Aktionsplan zu erreichen, ist wie der Aufbruch zu einer langen Reise ohne Karte, in der bloßen Hoffnung, dass man irgendwann zufällig auf sein Ziel stößt. Kein Wunder, dass Sie sich überwältigt fühlen.
Erfolgreiche Marathonläufer setzen sich Zwischenziele und finden heraus, wie sie dorthin gelangen: eine gesunde Ernährung einhalten, die richtige Laufform erlernen, 1 Meile laufen, einen 5-Kilometer-Lauf absolvieren und so weiter und so fort. Einzeln für sich ist jede Aufgabe durchaus machbar. Dann kombiniert der Läufer diese einzelnen Aufgaben und der Fortschritt explodiert geradezu nach vorn in Richtung des Endziels.
Wenn eine komplexe Aufgabe in einfache Schritte zerlegt wird, wird sie weniger einschüchternd und Sie wissen, wo Sie anfangen müssen. Das bringt uns zum nächsten Tipp.

2. Die „2-Minuten-Regel“: Senken Sie die Hemmschwelle

Bestsellerautor James Clear erklärt auf seinem Blog und in seinem Buch „Atomic Habits: Tiny Changes, Remarkable Results“ („Die 1%-Methode – Minimale Veränderung, maximale Wirkung“), wie man neue Gewohnheiten aufbaut, indem man sie in überschaubare Schritte unterteilt.
Dasselbe Prinzip lässt sich auf jede neue Aktivität anwenden, selbst auf eine scheinbar schwierige Aufgabe. Clear nennt es die „2-Minuten-Regel“: „Wenn Sie eine neue Gewohnheit beginnen, sollte es weniger als 2 Minuten dauern, sie umzusetzen.“ Er erklärt, dass fast jede neue Gewohnheit auf eine Miniaturversion von 2 Minuten reduziert werden kann.
Zum Beispiel wird „für den Unterricht lernen“ zu „mein Notizbuch öffnen“. „3 Meilen laufen“ wird zu „meine Laufschuhe binden“. Jemand kann diese neuen Gewohnheiten aufbauen, indem er sich anfangs darauf konzentriert, die 2-Minuten-Version beständig auszuführen, bevor er zur vollständigen Gewohnheit übergeht.
Ein komplexes Ziel in kleinere Schritte zu unterteilen, erleichtert den Einstieg und den Fortbestand des Ziels. Foto: Jelena990/iStock

Ein komplexes Ziel in kleinere Schritte zu unterteilen, erleichtert den Einstieg und den Fortbestand des Ziels.

Foto: Jelena990/iStock

Eine ähnliche Logik lässt sich auch auf eine konkrete, scheinbar unüberwindbare Aufgabe anwenden. Zerlegen Sie sie in überschaubare Stücke. Setzen Sie sich nicht selbst unter Druck, das Ganze auf einmal fertigzustellen. Das Geheimnis ist, in eine Art Schwung zu kommen, und manchmal erfordert das, die Aufgabe in einer Form zu vereinfachen, die Sie nicht mehr einschüchtert.
Müssen Sie das ganze Haus putzen? Verbringen Sie einfach 2 Minuten damit, ein paar Dinge wegzuräumen. Das kann jeder – kein Schweiß.
Oftmals werden Sie, sobald Sie erst einmal in Fahrt sind, feststellen, dass Sie mehr tun können, als Sie anfangs dachten. Ehe Sie sich versehen, ist die Aufgabe zur Hälfte erledigt.
An dieser Stelle kann uns auch der sogenannte Zeigarnik-Effekt helfen. Dabei handelt es sich um ein Phänomen, bei dem wir uns an unerledigte Aufgaben erinnern und über sie nachdenken, was uns dazu antreibt, sie abzuschließen. Ein noch so einfacher Einstieg in die Aufgabe reicht aus, um den psychologischen Impuls aufzubauen, sie auch zu beenden.

3. Nutzen Sie Ihr eigenes Überraschungsmoment

Die Zeit ist der Feind. Damit meine ich: Je mehr Zeit Sie sich selbst geben, bevor Sie sich in die schwierige Aufgabe stürzen, desto mehr Raum bieten Sie für das Auftauchen von Hindernissen. Der wahre Krieg spielt sich im Kopf ab. Je länger Sie zögern, desto leichter ist es für Zweifel, Ängste und Ablenkungen, Ihre Gedanken zu überfluten, und genau diese halten Sie zurück.
Ich mache mir oft selbst etwas vor, dass ich mich zu Beginn des Arbeitstages erst einmal „einrichten“ müsste, bevor ich mit meinen Projekten beginne. Ich bilde mir ein, ich müsste meine E-Mails überprüfen, vielleicht ein paar Schlagzeilen überfliegen, etwas Tee kochen und einige Papiere ordnen.
Aber all dies gibt dem Feind – der Prokrastination, auch bekannt als Aufschieberitis – mehr Gelegenheiten, zuzuschlagen. Um diesen Krieg zu gewinnen, muss man das Überraschungsmoment nutzen – in diesem Fall, sich selbst zu überraschen. Sie sollten bereits an der schwierigen Aufgabe arbeiten, noch bevor Sie es überhaupt bemerken.
Gretchen Rubin, Autorin von „The Happiness Project“, schrieb für „Psychology Today“: „Geloben Sie sich selbst am Vorabend, die gefürchtete Aufgabe zu erledigen. Und am nächsten Tag, sobald es möglich ist – sobald Sie zur Arbeit kommen oder wenn das Büro öffnet oder wann immer Sie wollen –, tun Sie es einfach. Erlauben Sie sich nicht, nachzudenken oder es aufzuschieben.“

4. In Schwung bleiben – durch kleine tägliche Anstrengungen

Wie Jeff Olson in „The Slight Edge“ („Slight Edge – Der kleine Vorsprung“) erklärt, stammt atemberaubender Erfolg letztendlich von scheinbar unbedeutender täglicher Disziplin, die sich im Laufe der Zeit exponentiell anhäuft. Schreiben Sie 200 Wörter pro Tag und Sie werden am Ende des Jahres ein Buch haben. Sparen Sie 20 Dollar pro Tag, und das summiert sich auf 7.300 Dollar an Ersparnissen für das Jahr.
Beständigkeit ist der Schlüssel. Große Dinge passieren, wenn wir jeden Tag auftauchen, selbst wenn es nur für 10 oder 20 Minuten ist. An manchen Tagen fließt die Arbeit mühelos wie ein Gebirgsbach. An anderen Tagen fühlt es sich wie ein schlammiges Moor an. Aber das spielt keine Rolle. Ob viel oder wenig in der zugewiesenen Zeit passiert, Sie machen Fortschritte und halten den Schwung aufrecht.
Leo Tolstoi, einer der größten Romanautoren aller Zeiten, der im Laufe seiner Karriere Tausende Seiten schrieb, sagte: „Ich muss jeden Tag ohne Ausnahme schreiben, nicht so sehr für den Erfolg der Arbeit, sondern um nicht aus meiner Routine zu kommen.“
Wer sofort mit der Arbeit beginnt, kann sich besser auf das Wesentliche konzentrieren. Foto: YakobchukOlena/iStock

Wer sofort mit der Arbeit beginnt, kann sich besser auf das Wesentliche konzentrieren.

Foto: YakobchukOlena/iStock

5. Bearbeiten Sie Ihr mentales Gerüst neu

Die Psychologin Jennice Vilhauer rät allen, die mit Motivationsproblemen zu kämpfen haben, ihre Einstellung zu der schwierigen Aufgabe zu ändern. „Wenn Sie sich selbst immer wieder erzählen, was für eine langweilige, schreckliche Aufgabe es ist, wird sie in Ihrem Kopf umso mehr genau so erscheinen“, erklärt sie in einem Artikel für „Psychology Today“.
Eine andere Sichtweise auf die Aufgabe kann die aufkommenden negativen Gefühle lindern. Vilhauer empfiehlt: „Erinnern Sie sich selbst daran, warum Sie es tun und wie gut es sich anfühlen wird, wenn es erst einmal erledigt ist. Denken Sie an die Vorteile, die sich durch die Erledigung der Aufgabe ergeben, wie zum Beispiel weniger Stress, ein sauberes Zuhause oder positives Feedback von Ihrem Chef.“
Die Vorteile, die sich aus dem Erledigen der Aufgabe ergeben, können selbstbelohnender Natur sein: ins Restaurant gehen oder etwas von der Wunschliste kaufen. Sie könnten aber auch naturgemäß mit der Aufgabe verbunden sein: der Aufstieg in der Karriereleiter am Arbeitsplatz, die Beruhigung einer schwierigen Situation mit einem Familienmitglied, das Erwirtschaften von benötigtem Einkommen oder das Erleichtern des Lebens für jemand anderen.
Manchmal kann das Zurücktreten, um den Panoramablick auf das Ganze und Ihre Gründe für das Ausüben der Aktivität aufzunehmen, die Reibung verringern, die damit verbunden ist, seine Hand jeden Tag an den Pflug zu legen.
Manchmal kann es helfen, einen Schritt zurückzutreten und das Ganze aus der Vogelperspektive zu betrachten. So kann man sich der eigenen Beweggründe für die jeweilige Tätigkeit bewusst werden. Man kann dadurch auch Reibungsverluste verringern, die mit der täglichen Arbeit verbunden sind.
Unangenehme Aufgaben durchziehen unser ganzes Leben. Es führt kein Weg daran vorbei. Doch oft erweisen sich diese Aufgaben als einige der bedeutungsvollsten, die wir ausführen. Alles, was wir tun müssen, ist anzufangen.
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Tackling Difficult and Daunting Tasks: 5 Tips to Get Started“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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Die Bergpredigt ist brandaktuell

Es gibt Texte, die altern, und es gibt Texte, an denen ein jedes Zeitalter altert. Die Bergpredigt, überliefert in den Kapiteln 5 bis 7 des Matthäusevangeliums, gehört zur zweiten Art.
Seit nahezu 2.000 Jahren liegt sie wie ein stiller Maßstab über jeder Epoche, die sich für aufgeklärt, fortgeschritten oder vollendet hält – und stets ist es die Epoche, die sich an ihr blamiert, nicht der Text. Wer diese Rede ernst liest, der wird sie nicht als ferne Frömmigkeit empfinden, sondern als eine Provokation, die ihn unmittelbar meint. Lassen Sie uns ihren Inhalt in seiner ganzen Breite betrachten und ihn anschließend gegen die Strömungen halten, die unsere Gegenwart bestimmen.
Jesus eröffnet seine Rede nicht mit einem Gebot, sondern mit einer Reihe von Seligpreisungen (Mt 5,3–12), und schon hier vollzieht sich die eigentliche Sprengung. Selig, so heißt es, sind die Armen im Geiste, die Trauernden, die Sanftmütigen, die nach Gerechtigkeit Hungernden, die Barmherzigen, die Reinen im Herzen, die Friedensstifter und die um der Gerechtigkeit willen Verfolgten. Man muss sich die Ungeheuerlichkeit dieser Sätze vergegenwärtigen. Sie stellen die gesamte Wertordnung der Welt vom Kopf auf die Füße – oder, je nach Standpunkt, vom Kopf auf den Kopf.
Nicht die Starken, die Lauten, die Erfolgreichen und die Sichtbaren werden gepriesen, sondern jene, die nach den Maßstäben der Macht als Verlierer gelten.
Halten Sie diese Umwertung einen Augenblick gegen das, was unsere Gesellschaft tatsächlich verehrt. Eine Kultur, die Sichtbarkeit mit Bedeutung verwechselt, die Reichweite für Recht hält und die Lautstärke einer Stimme mit dem Gewicht ihrer Argumente gleichsetzt, steht zu diesen Sätzen in vollkommenem Widerspruch. Wir feiern die Durchsetzungsfähigen und belächeln die Sanftmütigen; wir nennen Demut bestenfalls naiv und Trauer ein zu therapierendes Defizit. Die Bergpredigt aber behauptet das Gegenteil, nämlich dass im Verzicht auf Selbstbehauptung eine Würde liegt, die keine Karriere und keine Followerzahl verleihen kann.
Es folgt das Wort vom Salz der Erde und vom Licht der Welt. (Mt 5,13–16) Der Mensch ist berufen, Geschmack und Helligkeit in eine fade und finstere Umgebung zu tragen, aber, und das ist entscheidend, nicht um seiner selbst willen. Das Licht soll leuchten, damit die Menschen das Gute sehen, nicht den, der es tut. Hier kündigt sich bereits ein Motiv an, das die gesamte Rede durchzieht und das in unserer Gegenwart von beklemmender Brisanz ist: die Unterscheidung zwischen einer Tugend, die wirkt, und einer Tugend, die sich zeigt.

Das radikalste ethische Vermächtnis des Abendlandes und seine unbequeme Gegenwart

Im Zentrum des fünften Kapitels stehen die sogenannten Antithesen. (Mt 5,21–48) Jesus stellt klar, dass er nicht gekommen sei, das Gesetz aufzulösen, sondern es zu erfüllen. Und diese Erfüllung bedeutet keine Erleichterung, sondern eine radikale Verinnerlichung. Es genügt nicht, nicht zu töten; schon der Zorn wird gerichtet.
Es genügt nicht, nicht zu brechen, was eingegangen wurde; schon der begehrliche Blick verfehlt das Maß. Der Eid wird überflüssig, denn das Ja soll ein Ja sein und das Nein ein Nein.
Dem Bösen soll man nicht mit Gleichem vergelten, sondern die andere Wange hinhalten. Und schließlich, in der äußersten Zuspitzung: „Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.“
Dieser letzte Satz ist die schärfste Klinge der ganzen Rede, und er schneidet quer durch alles, was unsere öffentliche Auseinandersetzung heute prägt. Wir leben in einer Zeit, die das Gegenteil zur Methode erhoben hat.
Der politische Gegner ist nicht mehr der Andersdenkende, sondern der moralisch Disqualifizierte; die Debatte ist nicht mehr Ringen um die Sache, sondern Feststellung der Schuld. Die Empörung hat den Status einer Tugend angenommen und das Verzeihen gilt beinahe als Verrat an der eigenen Position. Die Bergpredigt mutet uns das Unmögliche zu und entlarvt damit, wie weit wir uns von der bloßen Vorstellung entfernt haben, dem Gegner Gutes zu wünschen. Bemerkenswert ist dabei, dass diese Zumutung kein politisches Lager verschont. Sie trifft den Zorn der einen ebenso wie die Selbstgerechtigkeit der anderen.

Das Verborgene gegen das Schaufenster

Mit dem sechsten Kapitel (Mt 6,1–18) wendet sich die Rede dem Verborgenen zu. Und hier liegt aus meiner Sicht der entscheidende Berührungspunkt mit unserer Gegenwart. Wer Almosen gibt, soll es im Verborgenen tun, sodass die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut. Wer betet, soll in seine Kammer gehen und die Tür schließen, nicht an den Straßenecken stehen, um gesehen zu werden. Wer fastet, soll sein Gesicht waschen, damit niemand es bemerke. In der Mitte dieses Abschnitts steht das Vaterunser – ein Gebet von solcher Knappheit und Wucht, dass es jede fromme Geschwätzigkeit beschämt.
Die Diagnose, die Jesus hier stellt, ist von prophetischer Genauigkeit: Es gibt eine Tugend, die ihren Lohn bereits empfangen hat, sobald sie gesehen wurde. Sie ist nicht falsch, weil sie nichts Gutes täte, sondern weil sie das Gute zum Mittel der Selbstdarstellung macht. Und nun fragen Sie sich, in welcher Epoche dieser Befund je dringlicher war als in der unseren. Wir haben uns eine Architektur des permanenten Schaufensters errichtet, in der die Haltung öffentlich getragen wird wie ein Abzeichen.
Die gute Gesinnung wird zur Schau gestellt, das richtige Bekenntnis verkündet, die moralische Überlegenheit dokumentiert und geteilt. Es ist die vollkommene Umkehrung der Bergpredigt: nicht das Tun im Verborgenen, sondern das Bekennen vor aller Augen; nicht die stille Barmherzigkeit, sondern die laute Pose. Eine Gesellschaft, die das Zeigen der Tugend mit dem Üben der Tugend verwechselt, hat ihren Lohn bereits erhalten. Sie weiß es nur nicht.

Der Mammon und die Sorge

Es schließt sich die Warnung vor den irdischen Schätzen an. (Mt 6,19–34) „Sammelt euch nicht Schätze auf Erden, wo Motte und Rost sie zerfressen“, sondern „Schätze im Himmel“. „Niemand kann zwei Herren dienen […] ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ Und dann jenes große, fast zärtliche Wort: „Sorgt euch nicht um euer Leben“, um Essen und Kleidung; schaut auf die Vögel des Himmels und die Lilien auf dem Felde.
Man darf diese Sätze nicht zur Aufforderung zur Sorglosigkeit verharmlosen. Sie sind etwas Schärferes: eine Absage an die Vergötzung der Sicherheit. Unsere Gegenwart aber hat aus der Sorge ein Daseinsprinzip gemacht. Wir leben in einer beinahe ununterbrochenen Folge von Krisen, von denen jede die nächste ablöst, und in einem Dauerton der Beunruhigung, der uns gefügig hält. Die Angst ist zur politischen und kommerziellen Ressource geworden. Wer sie zu schüren versteht, beherrscht den Menschen. Der Mammon hat dabei längst neue Gestalten angenommen. Er heißt heute Konsum, Statussymbol, Optimierung des eigenen Ich.
Die Bergpredigt durchschneidet diesen Knoten mit einer Frage, die unbequem bleibt: Wem dienen wir eigentlich? Und sie behauptet, was kaum jemand mehr zu sagen wagt: dass ein Leben, das sich gänzlich der Absicherung des Vergänglichen verschreibt, am Wesentlichen vorbeigeht.

Richtet nicht – und prüfet die Früchte

Das siebte Kapitel beginnt mit einem Satz, der wie kaum ein anderer aus dem Zusammenhang gerissen wird: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!“ (Mt 7,1) Es folgt das berühmte Bild vom Splitter im Auge des Bruders und vom Balken im eigenen. Dann die Goldene Regel: „Wie immer ihr wollt, dass die Leute mit euch umgehen, so geht auch mit ihnen um!“ Es folgen das Wort von der engen Pforte und dem schmalen Weg, die Warnung vor den „falschen Propheten“, an deren Früchten man sie erkennen werde. Und schließlich das Gleichnis vom klugen Mann, der sein Haus auf den Felsen baut, und vom törichten, der auf Sand baut – auf dass es einstürze, wenn die Stürme kommen.
Auch hier öffnet sich ein doppelter Blick auf unsere Zeit. Das Wort vom Nicht-Richten wird heute gern als Lizenz zur Beliebigkeit missverstanden. Dabei meint es etwas Strengeres: die Demut, sich nicht zum letzten Richter über den Menschen aufzuschwingen. Gerade darin versagt eine Kultur, die das Urteil über andere zur Freizeitbeschäftigung gemacht hat, die Verfehlungen archiviert und die Vergebung verlernt.
Zugleich aber – und das ist kein Widerspruch – fordert die Bergpredigt sehr wohl das Urteilsvermögen: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ Sie verlangt, die falschen Propheten von den wahren zu unterscheiden, das Wort vom Geschwätz, die Substanz von der Fassade. In einer Zeit, in der wir täglich mit Behauptungen, mit Narrativen und mit professionell erzeugter Empörung überschüttet werden, ist diese Aufforderung zur nüchternen Prüfung der Früchte vielleicht das aktuellste Vermächtnis der ganzen Rede. Sie ruft nicht zum bequemen Glauben auf, sondern zur wachen Unterscheidung – und sie warnt davor, das Haus des eigenen Denkens auf den Sand der jeweils herrschenden Stimmung zu bauen.
Wer die Bergpredigt zu Ende liest, der versteht, weshalb das Volk, wie es am Schluss heißt, über diese Lehre erschrak. Sie redet mit Vollmacht und sie schmeichelt niemandem. Sie ist kein Programm für eine Partei, kein Werkzeug einer Ideologie und kein bequemer Trost. Sie lässt sich von keiner Macht vereinnahmen, weil sie jede Macht überragt – die der Herrschenden ebenso wie die der lautstark Empörten, die der Reichen ebenso wie die der selbstgewissen Frommen. Sie hält uns allen denselben Spiegel vor, und das Bild, das er zurückwirft, ist selten schmeichelhaft.
Vielleicht liegt genau darin ihre bleibende Aufgabe an unsere Gegenwart. In einer Epoche, die das Vorläufige zur Dauer und die Pose zur Haltung erklärt, erinnert die Bergpredigt an die Vorrangstellung des Wesentlichen vor dem Sichtbaren, der Substanz vor der Oberfläche, des stillen Tuns vor dem lauten Bekenntnis. Man muss kein gläubiger Mensch sein, um diese Mahnung zu hören.
Man muss nur bereit sein, den Spiegel nicht wegzudrehen.
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Stromausfall in Reutlingen – Brandstiftung vermutet

Nach dem großflächigen Stromausfall in Reutlingen vermuten die Ermittler Brandstiftung als Ursache. Der Verdacht laute auf „vorsätzliche Brandlegung und Störung öffentlicher Betriebe“, sagte der baden-württembergische Innenminister Manuel Hagel (CDU) am Montagabend in Reutlingen.
Der Staatsschutz und das Antiterrorzentrum des Landeskriminalamts hätten die Ermittlungen übernommen: „Wir werden die Täter mit aller Härte zur Rechenschaft ziehen“, sagte Hagel weiter.

Was wir wissen

  • Brand: Die Feuerwehr wurde um 1.43 Uhr über den Stromausfall informiert. Zwei Minuten später erhielt die Feuerwehr den Hinweis auf den Brand im Umspannwerk. Nach Angaben der Einsatzkräfte standen zwei Trafos in Flammen. Gegen 5.00 Uhr war das Feuer gelöscht. Das Umspannwerk Mitte ist laut Stadt seit 6.00 Uhr wieder in Betrieb.
  • Stromausfall: Auch Stunden nach dem Brand waren rund 7.600 Haushalte ohne Strom, das betrifft nach Angaben der Stadt etwa 30.000 Menschen. Unter anderem waren die Stadtteile Betzingen, Ohnenhausen, und das Industriegebiet Mark West nicht am Netz, auch die Gemeinden Kirchentellinsfurt und Wannweil waren ohne Strom. Wichtig sei es vor allem, die Bevölkerung wieder mit Strom zu versorgen – auch mit Provisorien, sagte Jens Balcerek von den Reutlinger Stadtwerken.
  • Einschränkungen: Die Behörden gehen offenbar davon aus, dass viele Menschen noch länger ohne Stromversorgung bleiben. Für die Nacht wird ein Notfalltreffpunkt eingerichtet, sagte Bürgermeister Roland Wintzen. Dort sollen Menschen etwa ihr Handy laden oder Babynahrung erwärmen können. Die Einschränkungen für die Menschen sollten so gering wie möglich gehalten werden. Betroffen war auch das Reutlinger Kreisklinikum. Die Notstromaggregate seien sofort angesprungen, hieß es dort. Insgesamt seien zehn Operationen verschoben worden.
  • Spuren: Nach Angaben des Netzbetreibers Netze BW sind drei Brandstellen gefunden worden. Außerdem seien der Zaun und das Gelände vor der Anlage beschädigt, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Die Ermittler äußern sich dazu nicht.

Was wir nicht wissen

  • Ursache: Die Polizei hält sich mit Vermutungen zur Brandursache im Umspannwerk noch zurück. „Unsere Ermittlungen sind in jeglicher Richtung“, sagte Tina Rempfer vom Polizeipräsidium Reutlingen. „Wir beziehen ein, ob es eventuell ein technischer Defekt sein könnte oder eine Brandlegung, eventuell fahrlässig oder auch vorsätzlich“, sagte die Polizistin. Es würden alle Möglichkeiten in Betracht gezogen.Nach Angaben von Oberbürgermeister Thomas Keck müssten drei zeitgleiche Brände auch nicht zwangsläufig auf eine Brandstiftung hindeuten. „Bei technischen Dingen kann es auch sein, dass Brände gleichzeitig ausbrechen.“
  • Dauer: Unklar ist, wann die Stadt und die umliegenden Gemeinden wieder ohne Einschränkungen am Netz hängen. „Eine belastbare Prognose zur vollständigen Wiederherstellung der Stromversorgung ist derzeit noch nicht möglich“, teilte die Stadtverwaltung mit. Nach Angaben von Richard Huber (Netze BW) könnte es bis zur Vollversorgung rund 48 Stunden dauern.
  • Schaden: Bislang wird der Schaden nach dpa-Informationen auf mehrere Millionen Euro geschätzt. Offizielle Schätzungen dazu gibt es nicht.
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Terroranschlag geplant: Jahrelange Haft und Psychiatrie

Das Landgericht Bremen hat einen 35-jährigen Mann wegen eines geplanten Terroranschlags zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt.
Die Richter legen dem Angeklagten Verabredung zum Mord, Verabredung zur Herbeiführung einer Explosion und Terrorismus-Finanzierung zur Last. Sein psychisch kranker Komplize und Neffe sei nur eingeschränkt steuerungsfähig, entschied das Gericht. Der 20-Jährige wurde freigesprochen, muss jedoch in eine Psychiatrie. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Denkbare Ziele: Öffentliche Großveranstaltung oder Synagoge

Das Gericht zeigte sich davon überzeugt, dass die beiden Deutschen im vergangenen Sommer ihre Pläne konkretisiert hatten. Sie wollten demnach mit Schusswaffen möglichst viele Menschen töten. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte habe sich der 20-Jährige mit einer selbst gebastelten Sprengstoffweste in die Luft sprengen sollen. Als denkbares Ziel hätten sie eine Klinik ins Auge gefasst, eine öffentliche Großveranstaltung oder eine Synagoge in Bremerhaven.
Die Männer wollten die Sprengstoffweste bei der Mutter des 35-jährigen Angeklagten bauen, so das Gericht in der Urteilsbegründung. Die Frau bestellte drei Stoffe für einen Test in ihrer Küche. Am Ende durchkreuzten Beamte die Pläne. Sie stießen im Rahmen anderer Ermittlungen zufällig auf Chats zwischen den Männern und nahmen sie fest.
Der jüngere Angeklagte legte im Prozess ein Geständnis ab, sein Onkel schwieg zu den Vorwürfen. (dpa/red)
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Staat und Wirtschaft schließen Milliardenpakt für Netzausbau

Ein breiter Schulterschluss zwischen Staat und Wirtschaft soll den Netzausbau in Deutschland spürbar beschleunigen. Vertreter von Bund, Ländern, Kommunen und der Telekommunikationsbranche haben dafür das weitreichende Memorandum of Understanding (MoU) „Bestes Netz für Deutschland“ unterzeichnet.
„Wir wollen mehr Tempo, weniger Bürokratie und verlässliche Rahmenbedingungen, damit der Ausbau von Glasfaser und Mobilfunk in Deutschland spürbar vorankommt“, sagte Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU).
Indem man den Fortschritt mit konkreten Kenngrößen transparent mache, schaffe man mehr Verbindlichkeit für Investitionen, Genehmigungsprozesse und die Umsetzung der gemeinsam vereinbarten Ziele.

Milliarden für Glasfaser und schnellen Mobilfunk

Die Vereinbarung wurde von Wildberger, Vertretern der Bundesländer und Kommunen, den Chefs (CEO) der größten Telekommunikationsunternehmen sowie Verbandsvertretern unterzeichnet.
In dem Papier macht die Industrie massive finanzielle Zusagen: Allein im Jahr 2026 plant die Telekommunikationsbranche, rund 8,5 Milliarden Euro in den Glasfaserausbau und 2,4 Milliarden Euro in Mobilfunknetze zu investieren.
Mit diesen Mitteln sollen im laufenden Jahr 3,2 Millionen direkt nutzbare Glasfaseranschlüsse („Homes Connected“) und 2,5 Millionen vorbereitete Anschlüsse („Homes Passed“) realisiert werden. Auch für die kommenden Jahre sind bereits weitere Milliardeninvestitionen fest eingeplant, etwa mindestens 6,6 Milliarden Euro für Glasfaser und 2,4 Milliarden Euro für Mobilfunk im Jahr 2027.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Um die Umsetzung dieser ehrgeizigen Ausbauziele sicherzustellen, setzt das Bündnis auf strenge, halbjährliche Erfolgskontrollen anhand konkreter Kennzahlen. Diese Indikatoren erfassen unter anderem den tatsächlichen Ausbaufortschritt, die konkreten Investitionshöhen und die Dauer der behördlichen Genehmigungsverfahren. Dabei soll primär auf bereits bestehende Daten der Bundesnetzagentur (BNetzA) zurückgegriffen werden, um keine neuen bürokratischen Hürden für die beteiligten Unternehmen zu schaffen.
Die Bundesnetzagentur erhält im Zuge des Memorandums zudem eine neue, stärkere Kontrollfunktion: In einem standardisierten Verfahren nimmt die Behörde künftig Hinweise aus den Kommunen entgegen, wenn vor Ort erhebliche Zweifel an der Fachkunde oder Zuverlässigkeit einzelner Bau- und Telekommunikationsunternehmen bestehen. Die Netzagentur kann daraufhin weitere Überprüfungsschritte einleiten, um die Erfüllung der Verpflichtungen sicherzustellen.

Wettbewerber sollen Infrastruktur gemeinsam nutzen

Ein weiterer zentraler Baustein des Papiers ist das klare Bekenntnis der Branche zu „Open Access“. Offene und diskriminierungsfreie Netzzugänge sollen den Anbietern ermöglichen, auf derselben Infrastruktur aktiv zu werden. Das stärkt den Wettbewerb um die Endkunden, senkt die Investitionsrisiken für die Ausbauer und verbessert die wirtschaftliche Auslastung der neu gebauten Netze.
Aufseiten der öffentlichen Hand verpflichten sich Länder und Kommunen im Gegenzug, die Genehmigungsverfahren drastisch zu beschleunigen und konsequent zu digitalisieren. Hierfür sollen standardisierte digitale Anwendungen wie das OZG-Breitbandportal flächendeckend zum Einsatz kommen, um die Bearbeitungs- und Umsetzungszeiten für Bauprojekte spürbar zu verkürzen.
Marcel de Groot, der CEO von Vodafone Deutschland, sagte: „Vor allem die zügigeren und digitalen Genehmigungsverfahren für neue Mobilfunk-Masten und Gigabit-Leitungen, die die Vereinbarung mit Bund, Ländern und Kommunen für alle Regionen in Deutschland vorsieht, helfen uns schnelle Verbindungen zu allen Menschen und Unternehmen zu bringen.“ Denn genau hier verliere man heute oft noch zu viel Zeit. (dpa/red)
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Studie zeigt Job-Sorgen: Weniger Studenten erwarten schnellen Berufseinstieg

Deutlich weniger Studenten als noch vor zwei Jahren gehen sicher davon aus, im Anschluss an ihr Studium zügig einen Job zu finden, der ihren Erwartungen und Qualifikationen entspricht. Das geht aus einer Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hervor.
Demnach rechnen nur noch 39 Prozent der Befragten sicher mit einem raschen und passenden Berufseinstieg. Das sei ein Rückgang von 15 Prozentpunkten im Vergleich zur Umfrage aus dem Jahr 2024.
Immerhin knapp die Hälfte (49 Prozent) rechnet eher mit einem erfolgreichen Jobeinstieg, ein Plus von neun Prozentpunkten. Zwölf Prozent sind hingegen pessimistisch. Vor zwei Jahren waren das nur sechs Prozent der Befragten gewesen.
EY hat eigenen Angaben zufolge im März dieses Jahres mehr als 2.000 Studenten in Deutschland durch ein Marktforschungsinstitut online befragt. Die Umfrage sei repräsentativ und werde bereits seit 2014 alle zwei Jahre durchgeführt.

Sicherer Arbeitsplatz wichtiger als Gehalt

Wichtigster Faktor bei der Arbeitgeberwahl ist laut der Umfrage unter den Studenten die Jobsicherheit. Der sichere Arbeitsplatz wird von mehr als der Hälfte (52 Prozent genannt). Neun Prozentpunkte dahinter folgen das Gehalt und mögliche Gehaltssteigerungen. Dieser Faktor hatte 2024 noch vorn gelegen. Auf Rang drei folgen flexible Arbeitszeiten (41 Prozent).
„Die Ergebnisse zeigen einen klaren Paradigmenwechsel: Für die Generation Studenten wird Sicherheit zum immer stärkeren Orientierungsfaktor – über Karriere, Gehalt und Entwicklung hinweg“, sagte Jan-Rainer Hinz, Mitglied der Geschäftsführung und Leiter Personal und Unternehmenskultur bei EY.
Dies habe auch mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage zu tun, die auch bei den Studenten auf die Stimmung drücke. „Der Optimismus, nach dem Studium rasch einen passenden Job zu finden, lässt nach“, sagte Hinz. Angesichts steigender Arbeitslosenzahlen auch unter Akademikern sei dies aber auch nicht überraschend. (dpa/red)
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IG Metall ruft Tausende Stahl-Beschäftigte zu Protesten auf

In der Krise der deutschen Stahlindustrie ruft die IG Metall zu einer Großkundgebung mit den Spitzen der Grünen und Linken in Berlin auf. An diesem Freitag (12. Juni) sollen Beschäftigte aus dem gesamten Bundesgebiet für die Belange der Stahlbranche demonstrieren und vom Brandenburger Tor zum Bundeswirtschaftsministerium ziehen, wie die IG Metall in Frankfurt mitteilte. Es würden Tausende Teilnehmer erwartet.
„Die Politik hat in den vergangenen Monaten – auf unseren Druck hin – einiges für die Stahlindustrie getan“, sagte Jürgen Kerner, Zweiter Vorsitzender der IG Metall. „Sie darf jetzt nicht auf halbem Weg stehen bleiben. Sie muss ihre Versprechen erfüllen.“
Neben Kerner sollen an der Kundgebung die Parteichefs von Grünen und Linken, Felix Banaszak und Ines Schwerdtner, teilnehmen. Sprechen sollen auch Betriebsratsvorsitzende und Arbeitsdirektoren aus der Stahlbranche.

Stahlbranche von vielen Seiten unter Druck

Die deutsche Stahlindustrie leidet unter der Krise in Abnehmerbranchen, insbesondere der Autoindustrie. Dazu kommen hohe Energiepreise, Billigimporte vor allem aus China und die Kosten für den Umbau hin zu einer klimafreundlicheren Stahlproduktion. Auch hohe US-Zölle auf Stahlimporte machen der Branche zu schaffen.
Im vergangenen Jahr war die Produktion der deutschen Stahlindustrie auf 34,1 Millionen Tonnen Rohstahl gefallen – der niedrigste Wert seit der Finanzkrise 2009. Der Stahlkonzern Thyssenkrupp Steel Europe hat eine harte Sanierung beschlossen und will rund 11.000 Stellen streichen oder auslagern.
Die Bundesregierung hatte bereits im November zu einem Stahlgipfel im Kanzleramt eingeladen. Sie hat einen Industriestrompreis auf den Weg gebracht, um energieintensive Branchen wie die Stahlindustrie zu entlasten. Hilfe kommt auch aus Brüssel: Die EU hat sich im April darauf geeinigt, die zollfreie Einfuhrmenge in die Europäische Union fast zu halbieren. Weitere Importe sollen mit einem Strafzoll von 50 Prozent belegt werden. (dpa/red)
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Papst Leo warnt vor Aufrüstung und KI: „Besorgniserregend“

Papst Leo XIV. hat im spanischen Parlament vor einer zunehmenden Militarisierung und dem Einsatz künstlicher Intelligenz in Waffensystemen gewarnt. Es sei „besorgniserregend, dass sich an verschiedenen Orten der Welt, auch in Europa, die Aufrüstung erneut als fast unvermeidliche Antwort auf die Instabilität der internationalen Lage darstellt“, sagte der Papst am dritten Tag seines Spanien-Besuchs.
Die Welt befinde sich in einer „tiefen geistigen und kulturellen Krise“, die sich in Gewalt, Polarisierung und gegenseitigem Misstrauen äußere. Das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken forderte deshalb mehr Orientierung an Diplomatie und Völkerrecht. Aufrüstung und Kriege seien keine Lösung.
Wahre Sicherheit entstehe durch Gerechtigkeit, Dialog, die Achtung des Völkerrechts und eine Politik, die das Wohl der Menschen über Kriegsinteressen stelle, sagte der 70 Jahre alte US-Amerikaner. Mit Blick auf die militärische Nutzung künstlicher Intelligenz betonte er, Entscheidungen über Leben und Tod dürften niemals automatisierten Systemen überlassen werden.

Spaniens König Felipe VI. und Königin Letizia begrüßen Papst Leo XIV. bei seiner Ankunft am internationalen Flughafen Madrid-Barajas am 6. Juni 2026.

Foto: Stefano RELLANDINI / AFP via Getty Images

Papst fordert humane Migrationspolitik

Mit Verweis auf seine jüngst veröffentlichte Enzyklika „Magnifica humanitas“ betonte Leo, technologische Entwicklung sei niemals neutral. Sie nehme „die Züge derjenigen an, die sie konzipieren, finanzieren, regulieren und nutzen“. Entscheidend sei, welchen Platz der Mensch in politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen einnehme.
Leo sprach auch die „tragische Migrationskrise“ an. Die Situation von Migranten und Flüchtlingen erfordere eine Politik, die den Menschen in den Mittelpunkt stelle und Fluchtursachen bekämpfe. Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Religion, Sprache oder sozialer Lage verletze den Grundsatz der gleichen Würde aller Menschen.
Das Thema sei keine bloße demografische oder wirtschaftliche Frage, sondern vor allem eine moralische und rechtliche Herausforderung für die internationale Gemeinschaft. Der Papst forderte sichere und legale Zugangswege sowie eine stärkere Bekämpfung der Fluchtursachen. Zum Abschluss seines Spanien-Besuchs will er auf den Kanarischen Inseln Migranten treffen.
Wie in Madrid sind auch in Barcelona und auf den Kanarischen Inseln Großveranstaltungen mit Papst Leo XIV. geplant.

Wie in Madrid sind auch in Barcelona und auf den Kanarischen Inseln Großveranstaltungen mit Papst Leo XIV. geplant.

Foto: A. Pérez Meca/EUROPA PRESS/dpa

Minutenlange Standing Ovations und zahlreiche „Bravo“-Rufe

Zudem warnte Leo vor gesellschaftlicher Polarisierung und rief zu mehr Respekt im politischen Diskurs auf. Unterschiede dürften nicht zur Abwertung politischer Gegner führen, sondern müssten demokratisch ausgehandelt werden.
Nach der Rede erhielt der Papst minutenlangen Applaus, begleitet von „Bravo“- und „Viva“-Rufen. Die Standing Ovations hätten laut Medien sieben Minuten gedauert. Kommentatoren des Senders RTVE und weiterer Medien bezeichneten den Auftritt als „historisch“ und verwiesen auf die erste Rede eines Papstes im spanischen Parlament. Zudem habe Leo gezeigt, dass er den Kurs seines Vorgängers Franziskus fortsetzen wolle und klare Worte zu den drängendsten Problemen der Gegenwart finde, hieß es. (dpa/red)
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Stromausfall in Reutlingen – Was wir wissen und was nicht

Nach einem Brand in einem Umspannwerk ist der Strom in der Region Reutlingen in Tausenden von Haushalten ausgefallen. Der Netzbetreiber spricht von Hinweisen auf eine Brandstiftung. Waren tatsächlich Saboteure am Werk? Und wie lange dauern die Einschränkungen noch? Vieles bleibt bislang unklar.

Was wir wissen

  • Brand: Die Feuerwehr wurde um 1.43 Uhr über den Stromausfall informiert. Zwei Minuten später erhielt die Feuerwehr den Hinweis auf den Brand im Umspannwerk. Nach Angaben der Einsatzkräfte standen zwei Trafos in Flammen. Gegen 5.00 Uhr war das Feuer gelöscht. Das Umspannwerk Mitte ist laut Stadt seit 6.00 Uhr wieder in Betrieb.
  • Stromausfall: Auch Stunden nach dem Brand waren rund 7.600 Haushalte ohne Strom, das betrifft nach Angaben der Stadt etwa 30.000 Menschen. Unter anderem waren die Stadtteile Betzingen, Ohnenhausen, und das Industriegebiet Mark West nicht am Netz, auch die Gemeinden Kirchentellinsfurt und Wannweil waren ohne Strom. Wichtig sei es vor allem, die Bevölkerung wieder mit Strom zu versorgen – auch mit Provisorien, sagte Jens Balcerek von den Reutlinger Stadtwerken.
  • Einschränkungen: Die Behörden gehen offenbar davon aus, dass viele Menschen noch länger ohne Stromversorgung bleiben. Für die Nacht wird ein Notfalltreffpunkt eingerichtet, sagte Bürgermeister Roland Wintzen. Dort sollen Menschen etwa ihr Handy laden oder Babynahrung erwärmen können. Die Einschränkungen für die Menschen sollten so gering wie möglich gehalten werden. Betroffen war auch das Reutlinger Kreisklinikum. Die Notstromaggregate seien sofort angesprungen, hieß es dort. Insgesamt seien zehn Operationen verschoben worden.
  • Spuren: Nach Angaben des Netzbetreibers Netze BW sind drei Brandstellen gefunden worden. Außerdem seien der Zaun und das Gelände vor der Anlage beschädigt, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Die Ermittler äußern sich dazu nicht.

Was wir nicht wissen

  • Ursache: Die Polizei hält sich mit Vermutungen zur Brandursache im Umspannwerk noch zurück. „Unsere Ermittlungen sind in jeglicher Richtung“, sagte Tina Rempfer vom Polizeipräsidium Reutlingen. „Wir beziehen ein, ob es eventuell ein technischer Defekt sein könnte oder eine Brandlegung, eventuell fahrlässig oder auch vorsätzlich“, sagte die Polizistin. Es würden alle Möglichkeiten in Betracht gezogen.Nach Angaben von Oberbürgermeister Thomas Keck müssten drei zeitgleiche Brände auch nicht zwangsläufig auf eine Brandstiftung hindeuten. „Bei technischen Dingen kann es auch sein, dass Brände gleichzeitig ausbrechen.“
  • Dauer: Unklar ist, wann die Stadt und die umliegenden Gemeinden wieder ohne Einschränkungen am Netz hängen. „Eine belastbare Prognose zur vollständigen Wiederherstellung der Stromversorgung ist derzeit noch nicht möglich“, teilte die Stadtverwaltung mit. Nach Angaben von Richard Huber (Netze BW) könnte es bis zur Vollversorgung rund 48 Stunden dauern.
  • Schaden: Bislang wird der Schaden nach dpa-Informationen auf mehrere Millionen Euro geschätzt. Offizielle Schätzungen dazu gibt es nicht.
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Frau stirbt nach schwerem Unfall in Kassel – insgesamt zwei Todesopfer

Nach einem schweren Unfall mit zahlreichen Beteiligten in Kassel ist eine 69-jährige Frau ihren Verletzungen erlegen. Damit starben insgesamt zwei Menschen infolge des Unfalls am 30. Mai, wie die Polizei am Montag in Kassel mitteilte. In der vergangenen Woche war bereits der 67-jährige Unfallverursacher im Krankenhaus gestorben. Bei der 69-Jährigen handelt es sich um seine Beifahrerin.

Einsatz mehrerer Rettungskräfte

Der 67-Jährige war am Abend des 30. Mai aus bislang ungeklärter Ursache auf ein vor ihm fahrendes Auto aufgefahren. Anschließend kam er von der Straße ab und prallte mit seinem Fahrzeug gegen einen Baum. Das Auto, auf das er aufgefahren war, geriet dadurch ins Schleudern und kollidierte mit einem entgegenkommenden Fahrzeug.
Die 45-jährige Fahrerin und vier ebenfalls im Auto sitzende Kinder im Alter von acht und neun Jahren wurden leicht verletzt, genauso wie der 53-jährige Fahrer und die 25-jährige Beifahrerin des entgegenkommenden Autos. Sie alle kamen in Krankenhäuser, konnten diese am nächsten Tag aber wieder verlassen. (afp/red)
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Verdacht auf Brandstiftung nach Stromausfall in Reutlingen – Tausende weiter ohne Strom

Nach einem großflächigen Stromausfall in Reutlingen gibt es nach Angaben des Netzbetreibers Anzeichen für eine Brandstiftung in einem Umspannwerk. Es seien drei Brandstellen gefunden worden, außerdem seien der Zaun und das Gelände vor der Anlage beschädigt, sagte ein Sprecher von Netze BW. Ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) Baden-Württemberg sagte, die Polizei ermittle in alle Richtungen.
LKA-Brandsachverständige seien in die Ermittlungen eingebunden. Das sei bei Vorfällen ab einer bestimmten Dimension aber üblich, erklärte er.

Rund 10.000 Kunden weiter ohne Strom

Nach Angaben von Netze BW ist das Umspannwerk Reutlingen-West betroffen. Seit 1.45 Uhr sei das Umspannwerk ausgefallen. Fünfeinhalb Stunden später sei etwa die Hälfte der betroffenen rund 20.000 Kunden der Fairnetz GmbH, des Strom- und Gasnetzbetreibers in der Region Reutlingen, wieder versorgt.
Die beiden Energieunternehmen teilen sich den Angaben zufolge das Umspannwerk. Dem Sprecher zufolge leistet Netze BW beim Wiederaufbau der Stromversorgung Amtshilfe.

Erinnerungen an Berliner Brandanschläge

Der Vorfall erinnert an einen mutmaßlich linksextremen Brandanschlag auf die Stromversorgung eines Berliner Technologieparks. Nach dem Anschlag am 9. September 2025 auf zwei Strommasten waren zeitweise rund 50.000 Privathaushalte und rund 2.000 Gewerbebetriebe von einem Stromausfall betroffen. Ein weiterer Anschlag auf Starkstromkabel in Berlin war 3. Januar verübt worden. Er dauerte noch länger als der im September. (dpa/red)
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Messerangriff in New York: Sechs Verletzte in Penn Station vor WM-Start

Wenige Tage vor Beginn der Fußball-WM sind im belebten Bahnhof Penn Station in der US-Metropole New York nach Angaben von Bürgermeister Zohran Mamdani sechs Menschen bei einem Messerangriff verletzt worden. Bei dem Angriff am Sonntagabend (Ortszeit) seien „nach derzeit vorliegenden Informationen sechs Personen niedergestochen“ worden, erklärte Mamdani im Onlinedienst X.
Der mutmaßliche Täter sei „in Gewahrsam“. Die Umstände und Motive der Tat waren zunächst unklar. Der Verwaltungsbeamte Mark Levine deutete an, dass der Verdächtige unter schweren psychischen Problemen leide.

Verletzte im Krankenhaus

Die örtliche Feuerwehr hatte zunächst von fünf Opfern gesprochen. Bei ihnen handele es sich ausschließlich um Zivilisten, hieß es. Demnach wurde ein Mensch schwer verletzt, die anderen Opfer erlitten mittelschwere und leichte Verletzungen. Alle Opfer seien ins Krankenhaus gebracht worden.
In einer später am Abend im Onlinedienst X veröffentlichten Mitteilung sprach New Yorks Bürgermeister Mamdani dann aber von sechs Verletzten. Seinen Angaben zufolge griffen die Sicherheitskräfte der staatlichen Eisenbahngesellschaft Amtrak ein, um den Angriff zu beenden und den Angreifer festzunehmen.
Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP, der später am Ort des Geschehens eintraf, sah Verbandszeug, medizinische Handschuhe und Blut auf dem Boden nahe des von der Polizei abgesperrten Bereichs an den Gleisen.
Laut dem Beamten Levine stellen sich „viele wichtige Fragen“ zu dem Vorfall. Unter anderem müsse untersucht werden, ob der Verdächtige „durch die Maschen eines zu durchlässigen Systems der psychischen Gesundheitsversorgung gerutscht ist“.

Sicherheitslage verschärft sich

Gouverneurin Kathy Hochul verurteilte den Angriff als „einen Akt schrecklicher Gewalt“. Die New Yorker verdienten es, „sich überall sicher zu fühlen, und wir werden nicht aufhören, daran zu arbeiten, dass dies Realität wird“, erklärte sie.
Die Penn Station ist einer der meist genutzten Knotenpunkte für den Bahn- und Metro-Verkehr in New York. Durchschnittlich passieren ihn täglich rund 600.000 Reisende. Die Notfallbehörde NYC Emergency Management forderte die Öffentlichkeit auf, den Bereich zu meiden.
Der Vorfall ereignete sich am Vorabend des ersten Spiels der Finalserie der Basketball-Profiliga NBA in der Stadt sowie wenige Tage vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft. Die Sicherheitsvorkehrungen in der Stadt wurden im Vorfeld der beiden Veranstaltungen verstärkt. Die Fußball-WM wird vom 11. Juni bis zum 19. Juli ausgetragen. Ausrichter sind die USA, Mexiko und Kanada.

Sportgroßevents in New York

Direkt über der Penn Station liegt der Madison Square Garden. Dort finden am Montag und Mittwoch die Spiele drei und vier der NBA-Finalserie zwischen den New York Knicks und den San Antonio Spurs statt. Im MetLife Stadium im benachbarten Bundesstaat New Jersey steht am Samstag zudem das erste Spiel der Fußball-WM an.
US-Präsident Donald Trump wird voraussichtlich das NBA-Spiel am Montag im Madison Square Garden besuchen. Er hatte kürzlich erklärt, er habe eine Einladung des Knicks-Eigentümers James Dolan angenommen. (afp/red)