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Vatikan restauriert Raffaels Meisterwerk

Ein Meisterwerk der Renaissance im Vatikan wird aufwendig restauriert: Die Arbeiten an den Fresken der Raffael-Loggia im Herzen des Apostolischen Palastes sollen fünf Jahre dauern, mit moderner Laser-Technik ausgeführt werden und etwa 20 Fachleute beschäftigten, wie die Vatikanischen Museen bei der Präsentation des Vorhabens am Mittwoch, 24. Juni, mitteilten.
Damit bei der Restaurierung die Fresken und der Stuck nicht beschädigt werden, sollen sie „trocken“ gereinigt werden.
Der 65 Meter lange und vier Meter breite Säulengang befindet sich im zweiten Stock des Palastes und wurde zwischen 1517 und 1519 von dem Meistermaler Raffael für Papst Leo X. ausgestaltet.
Für das Publikum ist sie nicht zugänglich, hohe Besucher des Papstes werden hier durchgeführt. Die letzte Teilrestaurierung liegt etwa 50 Jahre zurück.

Verschmutzungen verdecken Originalfarben

Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge sind die Fresken und der Stuck stark verschmutzt. Die Schichten aus tierischem Leim, Wachsen und Fixiermitteln, die über die Jahrhunderte aufgetragen wurden, sind vergilbt und haben Ablagerungen eingeschlossen, die zarten Pastelltöne des ursprünglicher Werkes sind überdeckt.
Laut Chef-Restaurator Paolo Violini zeigte die Untersuchung der Oberfläche, dass es notwendig sei, eine „trockene Reinigungsmethode“ anzuwenden, um die empfindlichen Original-Schichten zu erhalten, die sehr empfindlich auf chemische Vorgänge reagierten.
Deshalb sei die Laser-Technologie „die einzige Möglichkeit“, um die gewünschte Präzision bei der Reinigung zu erzielen und die Oberflächen trocken zu lassen, sagte Violini vor Journalisten.
Die Direktorin der Vatikanischen Museen, Barbara Jatta, sprach von einem „entscheidenden Moment sowohl für die Geschichte der Restaurierung als auch für die der italienischen Renaissance“.
Die im April begonnenen Arbeiten umfassen etwa 1300 Quadratmeter Fläche. Die Kosten werden in Höhe von 5,5 Millionen Dollar (rund 4,8 Millionen Euro) von internationalen Gebern der Nichtregierungsorganisation World Monuments Fund unterstützt, die sich der Erhaltung außergewöhnlicher Werke des Welterbes widmet. (afp/red)
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„Architekt Gottes“: Papst-Messe in Sagrada Família zum 100. Todestag von Gaudí

Am 100. Todestag von Antoni Gaudí feiert Papst Leo XIV. am 10. Juni eine Messe im Meisterwerk des katalanischen Architekten – der weltberühmten Sagrada Família in Barcelona.
Leo XIV. wird auch den 172,5 Meter hohen Christus-Turm weihen. Dieser wurde in diesem Jahr fertiggestellt und macht die Basilika zur höchsten Kirche der Welt.

Die Sagrada Família – Wahrzeichen und Touristenmagnet

Schon seit mehr als 140 Jahren wird an der Sagrada Família gebaut. Ein Ende der Bauarbeiten ist noch nicht in Sicht. Doch die Basilika ist schon seit langer Zeit in Barcelona Wahrzeichen und Touristenmagnet gleichermaßen.
Im vergangenen Jahr besuchten fast fünf Millionen Menschen die Kirche, die damit das meistbesuchte kostenpflichtige Monument Spaniens ist.
Das Bauwerk im Stile des Modernisme – der katalanischen Variante des Jugendstil – begeistert mit seiner ebenso kühnen wie organischen Architektur und den von der Natur inspirierten Verzierungen. 2005 wurden die Geburtsfassade und die Krypta der Sagrada Família in das Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen.
Gaudí hat Barcelona noch weitere bedeutende Werke hinterlassen, darunter den Park Güell und die Gebäude Casa Batlló und Casa Milà.
An die Sagrada Família reicht aber keines heran – auch wenn manche Einheimische sich an den Touristenmassen rund um die Basilika stören.

Ein gläubiger Architekt als Baumeister

Gaudí hatte das Bauprojekt der Sagrada Família 1883 ein Jahr nach der Grundsteinlegung übernommen. Der 1852 geborene Architekt entstammte einer sehr gläubigen katholischen Familie. Nach dem Tod mehrerer Menschen aus seinem Umfeld unterzog er sich 1894 einer sehr strengen Fastenzeit, die seine Religiosität noch verstärkt haben soll.
Gaudí – bekannt auch als „Architekt Gottes“ – starb am 10. Juni 1926 im Alter von 73 Jahren. Er war Tage vorher in Barcelona von einer Straßenbahn erfasst worden, als er zum Beten in eine Kirche gehen wollte. Sein Grab befindet sich in der Krypta der Sagrada Família.
Im April 2025 erkannte der Vatikan Gaudí als „ehrwürdigen Diener Gottes“ an. Dies ist eine Vorstufe zur Seligsprechung. Derzeit prüft eine Vatikan-Kommission eine Kindesheilung als mögliches Wunder – denn ein Wunder ist eine notwendige Voraussetzung für eine Seligsprechung.

Die höchste Kirche der Welt

Zum 100. Todestag Gaudís wird Leo XIV. am Mittwochabend eine Messe in der Sagrada Família halten, es ist einer der Höhepunkte der einwöchigen Spanien-Reise des Papstes. Das Oberhaupt der katholischen Kirche wird dann auch den im Februar vollendeten Christus-Turm weihen.
Der 172,5 Meter hohe Turm macht die Sagrada Família zur höchsten Kirche der Welt – ein Titel, den zuvor das Ulmer Münster innehatte.
Die Sagrada Família hatte das Ulmer Münster im vergangenen Oktober als höchstes Kirchengebäude abgelöst. Damals wurde auf dem Christus-Turm ein Kreuzelement angebracht, mit dem die Sagrada Família den knapp 162 Meter hohen Kirchturm des Ulmer Münster übertraf.
Das fast 100 Tonnen schwere Kreuz auf der Spitze des Christus-Turms wurde von der deutschen Firma Gartner aus Gundelfingen gefertigt. (afp/red)
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gesellschaft

Papst in Barcelona: Rekord-Weihe und Friedensappell

Auf seiner einwöchigen Spanien-Reise hat Papst Leo XIV. die Metropole Barcelona erreicht. Dort plant er, am kommenden Mittwoch einen Gottesdienst in der weltberühmten Basilika Sagrada Família zu feiern.
Bereits bei seiner Ankunft am Dienstag, dem 9. Juni, bereiteten ihm zahlreiche Gläubige in der gotischen Kathedrale der Stadt einen begeisterten Empfang – viele von ihnen hatten dort bereits stundenlang gewartet.
Für den späteren Tagesverlauf steht zudem eine vom Kirchenoberhaupt geleitete Gebetswache im Olympiastadion auf dem Programm.

Weihe der höchsten Kirche am Gaudí-Gedenktag

Neben der Messe in der Sagrada Família will Leo XIV. am Mittwoch den kürzlich vollendeten 172,5 Meter hohen Jesus-Christus-Turm weihen, der das Gotteshaus zur höchsten Kirche der Welt macht.

Die höchste Kirche der Welt: Mit der Weihe des 172,5 Meter hohen Christus-Turms durch den Papst erreicht die Sagrada Família ihren historischen Höchstpunkt.

Foto: Dan Kitwood/Getty Images

Die Zeremonie findet am 100. Todestag des katalanischen Architekten Antoni Gaudí statt, dem Baumeister der noch immer unvollendeten Basilika. Im vergangenen Jahr besuchten fast fünf Millionen Menschen die Kirche, die damit das meistbesuchte kostenpflichtige Monument Spaniens ist.
Vor der Feier steht für den Papst in Barcelona noch ein Gespräch mit Häftlingen an sowie der Besuch einer Abtei auf dem Berg Montserrat unweit der Stadt. Am Montag hatte Leo XIV. in der Hauptstadt Madrid als erster Papst der Geschichte vor dem spanischen Parlament eine Rede gehalten.

Friedensappell vor Millionen Kulisse

Vor den versammelten Abgeordneten und Senatoren forderte er angesichts der kriegerischen Konflikte in der Welt, Staaten müssten Differenzen auf „friedlichen Wegen“ beilegen, „die das Völkerrecht bereitstellt“.
Spanien ist eine historische Bastion des Katholizismus in Europa, auch wenn die Zahl der Katholiken in den vergangenen Jahrzehnten stark geschrumpft ist. An einer Freiluft-Messe mit dem Papst hatten am Sonntag in Madrid 1,5 Millionen Menschen teilgenommen. (afp/red)
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gesellschaft

Papst Leo warnt vor Aufrüstung und KI: „Besorgniserregend“

Papst Leo XIV. hat im spanischen Parlament vor einer zunehmenden Militarisierung und dem Einsatz künstlicher Intelligenz in Waffensystemen gewarnt. Es sei „besorgniserregend, dass sich an verschiedenen Orten der Welt, auch in Europa, die Aufrüstung erneut als fast unvermeidliche Antwort auf die Instabilität der internationalen Lage darstellt“, sagte der Papst am dritten Tag seines Spanien-Besuchs.
Die Welt befinde sich in einer „tiefen geistigen und kulturellen Krise“, die sich in Gewalt, Polarisierung und gegenseitigem Misstrauen äußere. Das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken forderte deshalb mehr Orientierung an Diplomatie und Völkerrecht. Aufrüstung und Kriege seien keine Lösung.
Wahre Sicherheit entstehe durch Gerechtigkeit, Dialog, die Achtung des Völkerrechts und eine Politik, die das Wohl der Menschen über Kriegsinteressen stelle, sagte der 70 Jahre alte US-Amerikaner. Mit Blick auf die militärische Nutzung künstlicher Intelligenz betonte er, Entscheidungen über Leben und Tod dürften niemals automatisierten Systemen überlassen werden.

Spaniens König Felipe VI. und Königin Letizia begrüßen Papst Leo XIV. bei seiner Ankunft am internationalen Flughafen Madrid-Barajas am 6. Juni 2026.

Foto: Stefano RELLANDINI / AFP via Getty Images

Papst fordert humane Migrationspolitik

Mit Verweis auf seine jüngst veröffentlichte Enzyklika „Magnifica humanitas“ betonte Leo, technologische Entwicklung sei niemals neutral. Sie nehme „die Züge derjenigen an, die sie konzipieren, finanzieren, regulieren und nutzen“. Entscheidend sei, welchen Platz der Mensch in politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen einnehme.
Leo sprach auch die „tragische Migrationskrise“ an. Die Situation von Migranten und Flüchtlingen erfordere eine Politik, die den Menschen in den Mittelpunkt stelle und Fluchtursachen bekämpfe. Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Religion, Sprache oder sozialer Lage verletze den Grundsatz der gleichen Würde aller Menschen.
Das Thema sei keine bloße demografische oder wirtschaftliche Frage, sondern vor allem eine moralische und rechtliche Herausforderung für die internationale Gemeinschaft. Der Papst forderte sichere und legale Zugangswege sowie eine stärkere Bekämpfung der Fluchtursachen. Zum Abschluss seines Spanien-Besuchs will er auf den Kanarischen Inseln Migranten treffen.
Wie in Madrid sind auch in Barcelona und auf den Kanarischen Inseln Großveranstaltungen mit Papst Leo XIV. geplant.

Wie in Madrid sind auch in Barcelona und auf den Kanarischen Inseln Großveranstaltungen mit Papst Leo XIV. geplant.

Foto: A. Pérez Meca/EUROPA PRESS/dpa

Minutenlange Standing Ovations und zahlreiche „Bravo“-Rufe

Zudem warnte Leo vor gesellschaftlicher Polarisierung und rief zu mehr Respekt im politischen Diskurs auf. Unterschiede dürften nicht zur Abwertung politischer Gegner führen, sondern müssten demokratisch ausgehandelt werden.
Nach der Rede erhielt der Papst minutenlangen Applaus, begleitet von „Bravo“- und „Viva“-Rufen. Die Standing Ovations hätten laut Medien sieben Minuten gedauert. Kommentatoren des Senders RTVE und weiterer Medien bezeichneten den Auftritt als „historisch“ und verwiesen auf die erste Rede eines Papstes im spanischen Parlament. Zudem habe Leo gezeigt, dass er den Kurs seines Vorgängers Franziskus fortsetzen wolle und klare Worte zu den drängendsten Problemen der Gegenwart finde, hieß es. (dpa/red)
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Mehr als 1,2 Millionen Menschen bei Papst-Messe in Madrid

Am zweiten Tag seiner Spanien-Reise hat Papst Leo XIV. mit mehr als 1,2 Millionen Menschen einen Gottesdienst in Madrid gefeiert.
Die Gläubigen begingen die Messe gemeinsam mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche auf dem zentralen Cibeles-Platz der spanischen Hauptstadt. An seinem ersten Besuchstag hatte der Papst mit Blick auf das Thema Migration zur Überwindung von „spaltenden und polarisierenden Debatten“ aufgerufen.
Auch König Felipe VI. und Königin Letizia nahmen an dem Gottesdienst auf dem Cibeles-Platz teil, auf dem sich die Gläubigen fahnenschwenkend zusammenfanden.
Der Papst forderte während der Messe seine Zuhörer auf, Religion nicht als „Museum der Vergangenheit“ zu betrachten. Vielmehr sei diese „eine Schule des Glaubens“, aus der auch heute noch geschöpft werden könne.
Im Anschluss an die Messe führte Leo XIV. eine traditionelle Fronleichnams-Prozession entlang einer mit weißen und gelben Nelken gesäumten Route an – den Farben der vatikanischen Flagge. Die Großveranstaltung wurde von einem großen Sicherheitsaufgebot begleitet.
Der Papst sei eine „einende Kraft in einer Zeit, in der wir an so vielen verschiedenen Fronten Spaltungen erleben“, sagte der 28-jährige Nico Aldeanueva am Rande der Veranstaltung. Die 64-jährige Ana Milagros bezeichnete den in den USA geborenen Pontifex als „zugänglich“ und „sehr aufrichtig“.
Das katholische Kirchenoberhaupt war am Vortag vom Königspaar zum Auftakt seines einwöchigen Besuchs empfangen worden. Dabei würdigte Leo XIV. die Haltung der linksgerichteten Regierung in Madrid, die sich „der treuen Einhaltung des Völkerrechts und des Multilateralismus verpflichtet“ habe.
Mit Kritik am Vorgehen Israels und der USA gegen den Iran hatte der Papst in der Vergangenheit den Zorn von US-Präsident Donald Trump auf sich gezogen.
Auch die linksgerichtete spanische Regierung steht den Angriffen der USA und Israels im Iran skeptisch gegenüber. Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte dem US-Militär unter anderem untersagt, Stützpunkte in Spanien für die Angriffe zu nutzen.
Damit hatte er sich ebenfalls Kritik Trumps eingehandelt. Außerdem hatte Sánchez das Vorgehen Israels im Gazastreifen wiederholt einen „Völkermord“ genannt.
Am Samstagabend hielt der 70-jährige Pontifex eine Gebetswache mit Jugendlichen vor dem Bernabéu-Stadion von Real Madrid. Rund 500.000 überwiegend jüngere Menschen umjubelten den Papst.
„Angesichts der Leere der Gleichgültigkeit und des Konformismus, angesichts der Gewalt des Krieges und der Lüge, seid selbst der Funke einer neuen Menschlichkeit“, appellierte der Papst an die Jugendlichen.
Weitere Stationen seiner einwöchigen Reise sind Barcelona und die Kanarischen Inseln. Dabei stehen eine Reihe weiterer Termine auf dem Programm, unter anderem ein Treffen mit Opfern sexuellen Missbrauchs.
Im März hatten die Regierung und die Kirche in Spanien nach jahrelangen Verhandlungen ein Abkommen zur Entschädigung von Opfern sexueller Übergriffe geschlossen. Eine Untersuchungskommission hatte die Zahl der Opfer seit dem Jahr 1940 mit mehr als 200.000 angegeben.
Spanien ist traditionell eine Bastion des Katholizismus in Europa, die Zahl der Gläubigen ist in den vergangenen Jahrzehnten aber deutlich zurückgegangen.
Laut einer Umfrage bezeichneten sich zuletzt 56 Prozent der Spanier als katholisch – in den 1970er-Jahren waren es noch rund 90 Prozent. Nur 18 Prozent der Spanier bezeichnen sich demnach als praktizierende Katholiken.(afp/red)