Seniorin schaut von einem Balkon (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Im Streit um die Zukunft der sogenannten Rente mit 63 nimmt Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) nun auch Bundessozialministerin Bärbel Bas (SPD) in die Pflicht.
Soll die Reform noch in diesem Jahr den Bundestag passieren, müsse Bas im Herbst einen Referentenentwurf vorlegen, sagte Frei der „Rheinischen Post“. Dieser müsse dem Vorschlag der Alterssicherungskommission entsprechen – „einschließlich der Abschaffung der Rente mit 63“. Das habe die Sozialministerin bei Vorlage des Kommissionsberichts selbst zugesagt.
Widerstand gegen Abschaffung
In den vergangenen Tagen hatten mehrere ostdeutsche CDU-Ministerpräsidenten sowie SPD-Politikerinnen und -Politiker aus verschiedenen Teilen Deutschlands gefordert, an der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte festzuhalten.
Ein Argument der Befürworter ist, dass besonders in Ostdeutschland viele Menschen im Alter ausschließlich auf die gesetzliche Rente angewiesen sind.
Frei warnt vor Aufweichung des Reformpakets
Frei verteidigte das Reformpaket erneut als Gesamtkonzept. „Wer einen der Bausteine herausbricht, muss mit weiteren Änderungswünschen rechnen – und bringt am Ende das ganze Gebäude zum Einsturz“, warnte er.
Zu dem Konzept gehöre auch die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Dadurch ließen sich Ausgaben in Milliardenhöhe vermeiden. „Ich habe noch keinen Vorschlag gehört, wie diese Summe kompensiert werden könnte“, sagte Frei.
Auf die Frage, ob er bei einem Kompensationsvorschlag gesprächsbereit sei, antwortete Frei: „Das würde dann gelten, wenn er einigungsfähig ist und die Kosten kompensiert werden.“ Die Einsetzung einer Kommission aus Expertinnen und Experten sowie hochqualifizierten Abgeordneten sei schließlich nicht ohne Grund erfolgt.
Auch der frühere Caritas-Chef Georg Cremer widerspricht der Kritik an den Reformvorschlägen der Rentenkommission. Die Politik mache Gutverdienern ein Geschenk zulasten der Allgemeinheit, sagte er dem „Focus“.
Cremer argumentierte, dass die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren vor allem Gutverdienern zugutekomme. „Diejenigen, die die abschlagsfreie Rente nutzen, haben – allein schon wegen der langen Versicherungszeit – deutlich höhere Renten als diejenigen, die diese Regelung nicht nutzen können“, sagte er.
Viele Erwerbstätige mit hoher beruflicher Belastung erreichten die erforderlichen 45 Versicherungsjahre nicht. „Gerade der sprichwörtliche Dachdecker wird daher eben nicht erreicht.“
Seit Einführung der Regelung hätten fast drei Millionen Neurentner davon Gebrauch gemacht, sagte Cremer. Darunter seien viele gesunde und gut qualifizierte Erwerbstätige, die nicht wegen Erschöpfung, sondern aus freien Stücken aufgehört hätten.
Da Rentner ohne Begrenzung hinzuverdienen könnten, bestehe ein Anreiz, die Rente zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu beziehen.
Für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht bis zum Regelrentenalter arbeiten könnten, schlage die Kommission eine Härtefallregelung mit individueller Gesundheitsprüfung vor. „Die Kommission war also nicht sozial blind“, sagte Cremer.
Streit um Begriff der Lebensleistung
Die Argumentation der Ministerpräsidenten, die Regelung würdige die Lebensleistung, weist Cremer zurück. „Verdient man nach 42 Jahren weniger Respekt?“, fragte er.
Die Grenze von 45 Jahren sei willkürlich und werde moralisch überhöht. (afp/dts/red)
AfD kommt im „Deutschlandtrend“ auf 28 Prozent. (Archivbild) - Foto: Carsten Koall/dpa
Die Unionsparteien sind im ARD-„Deutschlandtrend“ weiter abgesackt. In der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Instituts Infratest dimap kommt die CDU/CSU nur noch auf 21 Prozent. Das sind ein Prozentpunkt weniger als Anfang Juli und der schwächste Wert seit November 2021.
Die AfD legte dagegen um einen Punkt auf 28 Prozent zu und vergrößerte damit ihren Vorsprung vor der Union.
Grüne auf Platz drei
Die Werte der übrigen Parteien blieben unverändert. Die Grünen erreichen 15 Prozent und liegen damit auf dem dritten Platz. Die SPD kommt auf zwölf Prozent, dicht gefolgt von der Linkspartei mit elf Prozent.
Alle weiteren Parteien bleiben unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde, darunter auch FDP und BSW.
Mit der Arbeit der Bundesregierung sind wie im Vormonat 13 Prozent der Befragten zufrieden. 85 Prozent äußerten sich unzufrieden, ein Prozentpunkt weniger als im Vormonat.
Mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigten sich 14 Prozent zufrieden (plus ein Punkt), während 84 Prozent unzufrieden waren.
Die aktuelle Kabinettsumbildung wird von den Befragten eher skeptisch bewertet. Zwölf Prozent erwarten, dass die Bundesregierung dadurch besser arbeiten wird. Elf Prozent rechnen mit einer Verschlechterung.
Zwölf Prozent gehen davon aus, dass die Regierung genauso gut arbeiten wird wie bisher. 57 Prozent erwarten, dass sie genauso schlecht arbeiten wird wie bisher.
Umfrage mit 1297 Befragten
Für den „Deutschlandtrend“ befragte Infratest dimap vom 3. bis 5. August insgesamt 1297 Wahlberechtigte. Die statistische Fehlerquote wurde mit zwei bis drei Prozentpunkten angegeben. (afp/red)
Die Verbraucherschützer warnen derzeit vor Spielzeug des Einzelhändlers Woolworth. Es könnte der giftige Asbest enthalten. (Symbolbild) - Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Der Einzelhändler Woolworth ruft vier Produkte aus seinem Spielzeug-Sortiment zurück. Bei „Stretchy Sand mit Geruch“ (Watermelon und Blueberry), „Stretchmaus 12 Zentimeter“ und „Stretchy Soldat“ könnte es zu einer Verunreinigung mit Asbest im verarbeiteten Sand gekommen sein, teilen Verbraucherschützer auf der Lebensmittelwarnung.de mit.
Verbraucher können das Spielzeug im Handel bei Woolworth zurückgeben und erhalten den Kaufpreis auch ohne Vorlage eines Kassenbons erstattet. Betroffen sind alle Bundesländer in Deutschland. Der Rückruf bezieht sich auf alle Packungen und ist nicht auf eine bestimmte Produktionscharge begrenzt, wie Woolworth in Unna mitteilt.
Erste Funde in Australien
Berichte von Asbestfunden im Spielsand gab es zuerst in Australien und Neuseeland. Auch dort ging es um Sand aus China. Daraufhin ließ die niederländische Tageszeitung AD auch Proben von Spielsand in Laboren untersuchen und veröffentlichte Anfang 2026 eine Übersicht der Asbestfunde.
Es geht um Sand für Spieltische und zum Basteln, aber auch um den sogenannten kinetischen Sand, der auch als magischer Sand bekannt ist. Bisher ist aber unklar, wie groß die Gesundheitsrisiken für Kinder sind, die mit dem Sand spielen.
Was ist Asbest?
Das Umweltbundesamt schreibt auf seiner Internetseite über den gefährlichen Stoff: „Asbest ist die Sammelbezeichnung für natürlich vorkommende, faserartige silikatische Minerale mit Faserdurchmessern bis herab zu 2 Mikrometern (1 Mikrometer entspricht einem Tausendstel Millimeter).“ Der Stoff wurde über Jahrzehnte in sehr großen Mengen beim Bauen verwendet.
Asbest sei eindeutig krebserregend, heißt es. Charakteristisch sei, dass er sich in feine Fasern zerteile, die sich weiter aufspalten und dadurch leicht eingeatmet werden können. Die Fasern können sich langfristig in der Lunge festsetzen. (dpa/red)
Xenia Fedorova leitete einst das Pariser Büro von Russia Today und geriet zuletzt in Frankreich zunehmend in die Kritik. (Archivbild) - Foto: Xavier Galiana /AFP via Getty Images
Nach der Ausweisung der russischen Journalistin Xenia Fedorova aus Frankreich hat Moskau Paris eine „politische Verfolgung“ von Medienschaffenden vorgeworfen.
„Jede abweichende Meinung wird als russische Propaganda bezeichnet, worauf Versuche folgen, Journalisten und ganze Medien zu vertreiben“, sagte der stellvertretende Sprecher des russischen Außenministeriums, Alexej Fadejew, am Donnerstag.
Es gebe in Frankreich eine „Zensur von Meinungen, die nicht der offiziellen Linie entsprechen“, sagte Fadejew. Er warf Paris eine „politische Verfolgung von Journalisten auf Grundlage trügerischer Anschuldigungen“ vor.
Nach Ansicht Fadejews stünden solche Maßnahmen im Widerspruch zur französischen Rhetorik über die Verpflichtung gegenüber den Prinzipien der Meinungsfreiheit. Französische Politiker würden außerdem „verbissen“ einen russischen Einfluss hinter „allen Problemen des Landes“ suchen, sagte der Sprecher.
Das französische Innenministerium hatte Ende Juli Fedorovas Ausweisung angeordnet. Die Regierung in Paris sieht die russische Journalistin als Sprachrohr für von Russland aus dirigierte „Desinformationskampagnen“, mit denen die „öffentliche Ordnung destabilisiert“ werden solle.
Fedorova leitete früher das Büro des russischen Senders Russia Today in Paris. Zuletzt geriet sie in Frankreich zunehmend in die Kritik.
Der Unternehmer Vincent Bolloré öffnete ihr die Türen zu seinem Medienimperium. Dort vertrat die Journalistin häufig die offizielle Linie Moskaus. Kritiker befürchteten, dass Fedorova insbesondere die französische Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr beeinflussen könnte.
Journalistin hat Frankreich verlassen
Fedorova hat Frankreich bereits verlassen. Sie erklärte kürzlich, sie habe fast zehn Jahre lang in dem Land gelebt, sich an das Gesetz gehalten und ihre Steuern gezahlt. Sie habe aber auch „eine Meinung, die ich im Rahmen meiner Arbeit als Journalistin ausdrücke“.
Fedorova hatte in der Vergangenheit auch in Deutschland gelebt. Hier wurde ihr bereits die Einreise untersagt. (afp/red)
Das Bundesverkehrsministerium soll laut einer Vorlage der Landesverkehrsminister ein Flottenförderprogramm für niedrigwassergeeignete Schiffe vorlegen. - Foto: Oliver Berg/dpa
Wegen des Niedrigwassers in deutschen Flüssen hat Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) als Notfallmaßnahme eine vorübergehende Aufhebung des Sonn- und Feiertagsfahrverbots für Lastwagen ins Spiel gebracht.
„Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, dass wir Sonn- und Feiertagsfahrverbote für Lkw aufheben, wenn es nötig sein sollte“, sagte Bilger am Donnerstag, den 6. August, dem Fernsehsender Phoenix. Am frühen Nachmittag begann in Bonn ein Spitzengespräch zum Niedrigwasser.
Die niedrigen Pegelstände sind unter anderem ein Problem für die Binnenschifffahrt. Die Schiffe können derzeit deutlich weniger Ladung transportieren. Das erhöht die Transportkosten und belastet vor allem Industriebranchen, die auf Massenguttransporte angewiesen sind.
In der Branche stieß Bilgers Vorschlag zur Aufhebung des Sonntagsfahrverbots auf Skepsis. „Die Fahrer müssten dann stattdessen an anderen Tagen den Lkw stehen lassen, um die mit hohen Bußgeldern versehenen Vorgaben der Lenk- und Ruhezeitenverordnung einzuhalten“, sagte der Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr und Logistik (BGL), Dirk Engelhardt, der „Rheinischen Post“.
Man könnte allenfalls besonders wichtige Transporte vorziehen. Die verfügbare Lenkzeit erhöhe sich nicht. Zudem fehle es in Deutschland derzeit an mehr als 100.000 Lkw-Fahrern, fügte Engelhardt hinzu.
Zustimmung und Kritik aus der Politik
Der Grünen-Verkehrspolitiker Tarek Al-Wazir nannte eine kurzfristige Aufhebung des Sonn- und Feiertagsfahrverbots „sinnvoll“. „In einer akuten Notlage müssen Bund, Länder, Häfen, Bahn und Wirtschaft gemeinsam dafür sorgen, dass wichtige Lieferketten aufrechterhalten werden“, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses dem Portal t-online. Zugleich müsse geprüft werden, ob zusätzliche Transportkapazitäten auf der Schiene möglich gemacht werden könnten.
Offen zeigte sich auch die AfD für eine Aufhebung des Verbots. „Es sollte aber nur für die Zeit dieser Niedrigwasserkrise und nur für Transporte bestimmter Güterklassen aufgehoben werden“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der AfD im Bundestag, Wolfgang Wiehle, t-online.
Die Linke kritisierte den Vorstoß Bilgers scharf. Das Niedrigwasser sei nur ein Vorwand, um das Sonntagsfahrverbot „Stück für Stück auszuhöhlen“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Linken-Fraktion, Jorrit Bosch, zu t-online. „Die Union wollte diese Schutzregel seit Jahren lockern, jetzt wird die Klimakrise dafür instrumentalisiert.“
Das anhaltende Niedrigwasser sei „ein Warnsignal der Klimakrise“. Die Antwort darauf könne nicht sein, noch mehr Lkw auf die Straßen zu schicken, sagte Bosch. Er forderte, Güter auf die Schiene zu verlagern.
Mehr Güter auf die Schiene und Anpassung an Trockenheit
Die Verlagerung zusätzlicher Transporte auf die Schiene wird laut Bilger geprüft. „Wir sind mit der Bahn dazu im Kontakt, wie zusätzlich Güter auf die Schiene verlagert werden können“, sagte er der „Bild“-Zeitung.
Langfristig müsse Deutschland seine Wasserstraßen besser auf die Trockenheit vorbereiten, betonte der Minister. Dazu gehörten der Ausbau von Fahrrinnen sowie Förderprogramme für Binnenschiffe, damit diese auch bei Niedrigwasser mehr Ladung transportieren können. Bilger verwies in der „Bild“ ausdrücklich auf den Klimawandel: „Der Klimawandel findet statt. Wir müssen uns daran gewöhnen, dass solche Situationen öfter auftreten werden.“
Niedrigwasser am Rhein: Verkehrsminister Bilger fordert Anpassungen der Wasserstraßen an häufigere Trockenperioden. (Archivbild)
Foto: Thomas Lohnes/Getty Images
Kritik an geplantem Niedrigwasser-Gipfel
In Bonn begann das Spitzengespräch zum Niedrigwasser mit Vertretern von Schifffahrt, Häfen und Wirtschaft. Der ökologische Verkehrsclub VCD kritisierte die fehlende Beteiligung von Umwelt- und Verkehrsverbänden.
Der Verband warnte vor einer weiteren Vertiefung der Fahrrinnen: „Eine solche Maßnahme würde erhebliche finanzielle Mittel binden und die eigentlichen Ursachen nicht lösen – im Gegenteil.“ Tiefere Fahrrinnen beschleunigten den Wasserabfluss und erhöhten die Anfälligkeit der Flusssysteme. Es handele sich daher um eine „Scheinlösung“.
Der verkehrspolitische VCD-Sprecher Michael Müller-Görnert erklärte, es brauche „klimaresiliente Flüsse und einen leistungsfähigen Schienengüterverkehr“. „Vor allem brauchen wir endlich eine wirksame Klimaschutzpolitik, die den Ausstoß von Treibhausgasen konsequent senkt.“
Die Grünen-Fraktionsvize Julia Verlinden forderte „Notfall-Klimamaßnahmen“, die „sehr kurzfristig die Emissionen von CO2 und Methan senken“. (afp/red)
Kanadische Angelsportler suchten und entdeckten ein schwimmendes urzeitliches Tier. - Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Sturgeon Slayers
Es war ein ganz gewöhnlicher Morgen zu Hochwasserzeiten am Fraser River in British Columbia, Kanada. Dünne Nebelschleier lagen über dem angeschwollenen Fluss nahe der Stadt Chilliwack. Die Luft war frisch um 4:30 Uhr morgens, als der 44-jährige Kevin Estrada sich in die heiße Sauna begab. An diesem Tag Anfang Juni sollte es auf die Jagd nach riesigen prähistorischen Fischen gehen.
Estrada ist Besitzer von Sturgeon Slayers, einem Unternehmen, das seit 18 Jahren geführte Angeltouren anbietet. An diesem Tag wurden Firmenkunden als Gäste erwartet und Estrada begab sich gegen 7 Uhr zum Treffpunkt und wartete in seinem 6,70 Meter langen Alu-Kahn der Marke Thunder Jet auf die Mitarbeiter der Firma Diamond Truck Centres aus Alberta. Die Männer trafen entspannt gegen acht Uhr ein.
Das Angel-Abenteuer beginnt
Estrada versprach ihnen, einen Stör für sie zu fangen. Wie groß dieser sein würde? Dafür gab es keine Garantie.
Die Gruppe teilte sich auf zwei Boote auf. Bei Estrada fuhren zwei Manager des Transportunternehmens aus Fort McMurray mit, Shawn North und Elvis Penton. Im anderen Boot, gesteuert von Estradas Angestelltem, folgten die übrigen Gästen.
Estrada gab bekannt, dass er eine Stelle nördlich von Chilliwack kenne. Dort habe er 2024 den Eishockey-Profispieler Nick Leddy geführt, der dort einen über drei Meter langen Stör fing. Für viele Angler sei das der Fang ihres Lebens.
„Dieser Platz ist bekannt für große Fische“, erklärte Estrada gegenüber der Epoch Times. Den genauen Ort wollte er nicht preiszugeben. „Das würde den Angelplatz ruinieren, weil dann zu viele Leute kommen würden“, sagte er. „Das würde unserem Geschäft schaden.“
Er erzählte, dass viele Angelführer ihr ganzes Leben fischen würden, aber niemals einen Stör von über 3,3 Meter Länge zu Gesicht bekämen. Er nannte solche Fische „Einhörner“. Estrada hingegen hatte in seiner Karriere am Fraser River bereits zwei Exemplare von über 3,35 Metern gefangen. Der Rekord seines Unternehmens lag bei einem 3,52 Meter langen Stör, den ein anderer Kunde der NHL (National Hockey League), der legendäre Eishockey-Torhüter Pete Peters, im Jahr 2021 an Land zog.
Das war der Rekord.
Bis zu jenem Tag im Juni.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Sturgeon Slayers
Ein gewaltiges Urzeit-Monster am Haken
Der Morgen verlief zunächst ruhig, doch bald schon bog sich die Angelrute durch und signalisierte Estrada, dass sich etwas am anderen Ende tat. Gegen 10 Uhr hatten die Männer einen großen Fisch am Haken und der erfahrene Guide wusste, dass er sich mit dem Fisch flussabwärts treiben lassen musste. Er musste ihn dorthin lenken, wo er ihn haben wollte. Währenddessen wechselten sich die beiden Lkw-Manager an der Rolle ab.
Zu dieser Jahreszeit machen die Schmelzwasser der Berge den Fraser River breit, tief und trüb. Gelegentlich treiben Baumstämme oder ganze Äste im Wasser, denen man ausweichen muss. Das macht das Störangeln besonders anspruchsvoll: Der Guide muss das Boot geschickt manövrieren und gleichzeitig den Fisch in Richtung der flachen Uferbereiche ziehen. Dort können die Störe vermessen und für wissenschaftliche Untersuchungen der Regierung markiert werden.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Sturgeon Slayers
Estrada meisterte die Situation. Der 40-minütige Kampf zwischen den Männern und dem Stör endete im Pflanzenbereich einer überfluteten Sandbank. So hatte es Estrada geplant. Im hüfthohen Wasser fasste er den gewaltigen Kiefer des Störs, drehte den erschöpften Riesen vorsichtig auf den Rücken und versetzte ihn dadurch in eine bewegungsarme Starre. Estrada war überwältigt von der Größe des Urzeitfisches. Dann wurden die Maßbänder herausgeholt, um das lebende Fossil zu vermessen.
Ein einziges 3-Meter-Maßband reichte nicht aus. Die endgültigen Werte waren beeindruckend: knapp über 3,56 Meter (11 Fuß und 8,2 Zoll) bei einem Umfang von über 1,52 Metern (60 Zoll). Das geschätzte Gewicht lag zwischen 500 und 550 Kilogramm. Der Fisch musste über hundert Jahre alt sein. Der Urzeitriese übertraf mit seinen Maßen sogar den bestehenden Firmenrekord von 2021. Einen Ortungschip fanden die Männer nicht an ihm.
„Glückwunsch, Jungs“, sagte Estrada zu den beiden Männern. „Wir alle sind Teil eines historischen Moments.“
Kevin Estrada, Inhaber von Sturgeon Slayers, posiert am 4. Juni 2026 mit dem Rekordfang eines Störs im Fraser River, den sein Unternehmen erzielte.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Sturgeon Slayers
Als führendes Mitglied der Naturschutzgemeinschaft am Fraser River hat Estrada Zugang zu Daten, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind – darunter Größenangaben von Stören, die über Jahrzehnte markiert wurden. Auch wenn er einräumt, dass dieser Fisch kein Weltrekord ist, weiß er, dass er historisch bedeutsam ist. Er nennt ihn „den neuen Rekord“.
Die beiden Boote trafen sich wieder. Fotos wurden mit den Anglern und dem nun ruhigen Riesen gemacht. Gefeiert wurde mit alkoholfreiem Bier.
Für Estrada jedoch, der für seine frühere Forschung zur Fischerei und seine Einsätze bei Hochwasserrettungen mit der King Charles III Coronation Medal ausgezeichnet wurde, bedeutete der Fang mehr als nur einen neuen Rekord. Dass der Fisch keinen Markierungschip trug, war für ihn ein Beweis für einen gesunden Fluss.
„Die größte Erkenntnis daraus ist, dass Naturschutz funktioniert“, sagte er und verwies auf das strenge Fang-und-Freilass-System in British Columbia. „Es ist ein Kreislauf. Man schützt die Fische, man tötet sie nicht. Und dann fließt das Geld aus den Lizenzen wieder zurück in dieses System. Diejenigen, die die Ressource nutzen, sind auch diejenigen, die sie schützen.“
Kevin Estradas Kunden posieren mit dem riesigen Stör, den sie am 4. Juni 2026 an Land gezogen haben.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Sturgeon Slayers
200 Millionen Jahre
Weiße Störe haben 200 Millionen Jahre und zwei Eiszeiten überlebt. Ihre Sterblichkeitsrate beim Fang-und-Freilass-Verfahren liegt bei erstaunlich niedrigen 0,012 Prozent. „Diese Fische haben keine Zunge, deshalb gibt es keine Zungenblutungen“, erklärt Estrada. „Das ist eine der nachhaltigsten Fischereien der Welt.“
Durch die Erfassung wichtiger Daten halten freiwillige Guides wie Estrada die Fischerei stabil. „Wir bekommen ein immer besseres Verständnis für die Fischgrößen in den verschiedenen Altersklassen“, sagt er. „Zu wissen, wie viele Fische es gibt, ist entscheidend. Sonst hat man keine Ahnung, was im Fraser River passiert.“
Nachdem sie dem Stör einen winzigen Mikrochip für das Regierungsregister unter die Haut gesetzt hatten, führten die Männer den Fisch von der Sandbank zurück in die Tiefe des Flusses. Mit einem langsamen, kraftvollen Schlag seiner uralten Schwanzflosse verschwand der Stör im trüben Wasser – und ließ die beiden Lkw-Manager aus Fort McMurray voller Staunen zurück.
„Dass dieser Fisch so groß geworden ist, zeigt, dass sie überleben“, meint Estrada und blickt auf die sich langsam glättende Wasseroberfläche. „Und sie haben die Chance, tatsächlich so groß zu werden.“
(LR) Elvis Penton, Ryan Hunden, Joe Verbeek, Carter Kowal, Travis Meiklejohn, Anders Sorensen und Shawn North posieren mit dem rekordverdächtigen Stör, der am 4. Juni 2026 im Fraser River gefangen wurde.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Sturgeon Slayers
Die Zahl der Drohnensichtungen an deutschen Flughäfen ist im ersten Halbjahr deutlich gestiegen. (Archivbild) - Foto: Jan Woitas/dpa
Die Zahl der Drohnensichtungen an deutschen Flughäfen ist im ersten Halbjahr deutlich gestiegen. An den 15 internationalen Verkehrsflughäfen wurden in den ersten sechs Monaten 166 Drohnen gemeldet, wie aus Zahlen der Deutschen Flugsicherung (DFS) hervorgeht. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 101 Fälle.
BER und Frankfurt besonders betroffen
Mit 28 Drohnensichtungen führt der Berliner Hauptstadtflughafen BER die Statistik an. In sieben Fällen musste der Flugbetrieb vorübergehend unterbrochen werden. Im gesamten Jahr 2025 waren dort lediglich acht Sichtungen registriert worden. Auf Platz zwei folgt der Frankfurter Flughafen mit 27 gemeldeten Drohnen.
Neues System könnte mehr Drohnen erfassen
Warum die Zahl bundesweit gestiegen ist, geht aus den Daten der Flugsicherung nicht hervor. Für den BER gibt es jedoch eine mögliche Erklärung: Nach Angaben der DFS hat die Bundespolizei dort in diesem Jahr ein neues Detektionssystem installiert, das Drohnen schneller und zuverlässiger erkennen soll. Die Bundespolizei äußerte sich dazu zunächst nicht.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte ein Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle: In der Nacht zum Mittwoch wurde auf der Südpiste eine Sprengstoffdrohne gefunden. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen lag sie in der Nähe einer ukrainischen Transportmaschine. Spezialisten der Bundespolizei entschärften die Sprengvorrichtung. (dpa/red)
Drei Menschen sind bei einem schweren Unfall auf der Autobahn 3 in der Oberpfalz ums Leben gekommen, als ihr Wagen von der Fahrbahn abkam und auf eine Bahnstrecke geriet. - Foto: Armin Weigel/dpa
Drei Menschen sind bei einem schweren Unfall auf der Autobahn 3 in der Oberpfalz ums Leben gekommen. Ihr Wagen kam von der Fahrbahn ab und geriet auf Bahngleise, wie die Polizei mitteilte.
Zwar kollidierte das Auto dort nicht mit einem Zug. Dennoch erlitten die Beteiligten schwerste Verletzungen, an denen sie trotz aller Bemühungen der Rettungskräfte noch am Unglücksort starben.
Der Unfall bei Nittendorf (Landkreis Regensburg) hatte erhebliche Auswirkungen auf Autofahrer und Fahrgäste der Bahn. Wegen der Bergungsarbeiten wurden die Bahnstrecke Regensburg-Nürnberg sowie die über den Gleisen querende A3 in Fahrtrichtung Nürnberg vorübergehend komplett gesperrt.
Wegen der Bergungsarbeiten sind sowohl die A3 als auch die Bahnstrecke gesperrt.
Foto: Armin Weigel/dpa
Stau im Berufsverkehr
„Es staut sich relativ weit zurück im Berufsverkehr, deshalb leiten wir schon in der Ausfahrt Sinzing raus“, sagte ein Polizeisprecher am Morgen.
Die Bergung des völlig demolierten Autos war mit erheblichem Aufwand verbunden. Das Wrack wurde mit einem Kran auf die über den Gleisen führende Autobahnbrücke gehievt.
Nach ersten Erkenntnissen war das Auto gegen 7:00 Uhr ohne Beteiligung eines weiteren Fahrzeugs nach rechts von der Autobahn abgekommen und über eine Böschung gerutscht.
Wie es zu dem Unfall kam und wie es passieren konnte, dass der Wagen auf den Gleisen landete, ließ sich zunächst nicht endgültig klären. Laut Polizei wurde ein unfallanalytischer Gutachter hinzugezogen.
Zug evakuiert
Bei dem Unfall wurde die Oberleitung entlang der Bahnstrecke beschädigt. Ein Zug strandete in Regensburg, weil er stromlos wurde.
In dem Zug saßen nach Polizeiangaben etwa 80 Passagiere. Für diese sei auf einem zweiten Gleis ein Zug bereitgestellt worden, in den sie umsteigen konnten. Der evakuierte Zug wurde abgeschleppt, sagte ein Sprecher des Bahnunternehmens Agilis. (dpa/red)
Vor dem Landgericht Berlin hat der Prozess gegen einen 68-Jährigen wegen der Vergewaltigung betäubter Frauen begonnen. - Foto: Soeren Stache/dpa
Im Prozess um eine Serie von Vergewaltigungen zuvor betäubter Frauen hat ein 68-Jähriger gestanden. Der Mann, dem Übergriffe auf 14 Frauen vorgeworfen werden, erklärte vor dem Landgericht Berlin über seinen Verteidiger Jochen Schöfthaler: „Die Vergewaltigungen räume ich ein.“
Auch der in der Anklage geschilderte Ablauf der Taten sei zutreffend. Auf Details ging der Berliner, der seit März in Untersuchungshaft sitzt, zunächst nicht ein. Dies erfolge möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt, hieß es.
Wegen 22 Fällen angeklagt
Die Staatsanwaltschaft Berlin hat 22 Fälle in der Zeit von 2016 bis 2022 angeklagt. Die Vorwürfe lauten unter anderem Vergewaltigung, gefährliche Körperverletzung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs. Vier der betroffenen Frauen treten im Prozess als Nebenklägerinnen auf.
Laut Anklage soll der Deutsche die Frauen im Alter von 50 bis 60 Jahren über Online-Dating-Plattformen kennengelernt haben.
Mit Schlafmitteln in Kombination mit Alkohol soll der Elektriker sie dann bewusstlos gemacht und vergewaltigt haben. Bei einem Teil der Taten habe er Fotos und Videos aufgenommen, so der Vorwurf.
Hinweis aus Niedersachsen
Entdeckt wurden diese Aufnahmen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Berlin nach einem Hinweis der Polizei in Verden an der Aller in Niedersachsen.
Diese ermittelte wegen ähnlicher Vorwürfe Anfang 2025 gegen einen Mann, der inzwischen gestorben ist. Dieser soll ein Chat-Partner des Berliners gewesen sein, der nun vor Gericht steht.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wussten die Frauen nichts von den Taten und erfuhren erst im Rahmen der Ermittlungen aufgrund von Videos, was ihnen widerfahren ist. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es insgesamt 58 Betroffene gibt. Zehn mutmaßliche Opfer seien bislang nicht identifiziert worden, hieß es bei Anklageerhebung.
Das Landgericht hat für den Prozess Verhandlungstage bis zum 1. Oktober eingeplant. Der Prozess soll am 18. August fortgesetzt werden.
Die Staatsanwaltschaft strebt nach eigenen Angaben neben der Verurteilung des Mannes auch eine Anordnung der Sicherungsverwahrung nach einer Haftstrafe an. (dpa/red)
2025 fuhr in München ein Auto in eine Menschenmenge. (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Im Prozess um den tödlichen Autoanschlag auf die Münchner ver.di-Demonstration ist der Angeklagte Farhad N. wegen Mordes und versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Das Oberlandesgericht der bayerischen Landeshauptstadt stellte bei dem aus Afghanistan stammenden 25-Jährigen am Donnerstag außerdem die besondere Schwere der Schuld fest.
Bei dem Anschlag im Februar vergangenen Jahres kamen eine 37 Jahre alte Mutter und ihr zweijähriges Kind ums Leben. Mehr als 40 Menschen wurden verletzt.
Verteidigung plädierte auf 15 Jahre Haft
Das Gericht zeigte sich überzeugt, dass N. absichtlich von hinten mit einem Auto in den Demonstrationszug fuhr. Der Vorsitzende Richter Michael Höhne sagte, der Tatort sei „ein einziges Trümmerfeld“ auf einer Breite von zwölf Metern und einer Länge von 23 Metern gewesen.
Mit dem Strafmaß folgte das Gericht der Forderung der Bundesanwaltschaft. Die Verteidigung hatte hingegen auf 15 Jahre Haft sowie die Unterbringung ihres Mandanten in der Psychiatrie plädiert.
Das Gericht verurteilte N. wegen zweifachen Mordes und 23-fachen versuchten Mordes, damit wertete die Kammer einen Fall mehr als versuchten Mord als die Bundesanwaltschaft. Außerdem verurteilte das Gericht den 2016 nach Deutschland gekommenen Angeklagten wegen 19-facher gefährlicher Körperverletzung und dreifacher vorsätzlicher Körperverletzung.
Die Bundesanwaltschaft stellte bei N. ein komplexes Motivbündel fest. Bei ihm sollen sowohl religiöse als auch politische Gründe eine Rolle für den Anschlag gespielt haben, dazu kamen Einsamkeit und diffuse Ängste. N. machte im Prozess keine Angaben zu seinem Motiv. (afp/red)
An seiner Festnahme waren Einsatzkräfte des bayerischen LKA und der Thüringer Polizei beteiligt. - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Wegen der Ausspähung eines Rüstungsbetriebs in Bayern ist ein Ukrainer festgenommen worden. Der 33-jährige mutmaßliche Agent wurde am Sonntag wegen Sabotageverdachts in Thüringen gefasst, wie die Generalstaatsanwaltschaft München und das Bayerische Landeskriminalamt mitteilten.
Er soll im Auftrag eines ausländischen Nachrichtendienstes im Juni zur Vorbereitung von Sabotageaktionen Aufnahmen vom Betriebsgelände eines bayerischen Rüstungsunternehmens gemacht und diese an seinen Auftraggeber weitergeleitet haben.
Haftbefehl gegen „Low-Level-Agent“ erlassen
Das Amtsgericht München erließ gegen den Beschuldigten am Montag Haftbefehl. Er befindet sich nun in Untersuchungshaft. An seiner Festnahme waren Einsatzkräfte des bayerischen LKA und der Thüringer Polizei beteiligt.
Bei dem Beschuldigten handelt es sich nach Angaben der Ermittlungsbehörden um einen sogenannten Low-Level-Agenten.
Laut Bundesamt für Verfassungsschutz handelt es sich dabei um Menschen, die niedrigschwellig durch ausländische Nachrichtendienste angeworben und für vergleichsweise einfache Operationen eingesetzt werden.
Die Festnahme sei das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit von Sicherheitsbehörden und Nachrichtendiensten unter dem Dach des neu gegründeten GAZ-Hybrid, hieß es. Weitere Auskünfte wurden aufgrund der laufenden Ermittlungen zunächst nicht erteilt. (afp/dts/red)
Ein Facebook-Rechenzentrum von Meta in Eagle Mountain, Utah, am 18. Juli 2024. Das Rechenzentrum besteht aus einem Komplex von fünf großen Gebäuden, von denen jedes mehr als vier Fußballfelder lang ist. - Foto: George Frey/AFP via Getty Images
Nach den KI-Firmen OpenAI und Anthropic muss auch der Facebook-Konzern Meta einräumen, dass seine KI-Software sich in Computersysteme eines anderen Unternehmens gehackt hat.
Ähnlich wie bei einigen Vorfällen der beiden Rivalen lag das Problem auch hier in einer Fehlkonfiguration des Systems bei demselben Testpartner, wie Meta unter anderem dem Sender CNN mitteilte. Durch die falsche Einstellung hatten die KI-Modelle Zugang zum Internet – was eigentlich gar nicht vorgesehen war.
Meta machte keine Angaben zu dem Unternehmen, in dessen Systeme die KI des Konzerns durch die Ausnutzung einer Schwachstelle eindrang. Der Facebook-Konzern erfuhr von dem Zwischenfall nach eigenen Angaben durch eine Mitteilung des Testpartners.
Künstliche Intelligenz des ChatGPT-Entwicklers OpenAI war bei einem Test ungeplant in Computer einer anderen KI-Firma, der Plattform Hugging Face, eingedrungen.
Das hatte den Rivalen Anthropic veranlasst, seine eigenen Testläufe zu überprüfen, wobei weitere Vorfälle ans Licht kamen. Zudem stellten britische Sicherheitsforscher Cyberattacken durch KI von Anthropic und OpenAI fest, denen sie in ihren Versuchen ungehinderten Zugang zum Internet gewährt hatten.
Die ungeplanten Attacken richteten keinen Schaden an, verstärkten aber allgemein die Angst vor Cyberangriffen mit Hilfe Künstlicher Intelligenz.
KI-Modelle vereinbarten unentdeckt ihr Ausbrechen
Forscher von OpenAI berichteten unterdessen, dass KI-Modelle der Firma schon Wochen vor der Attacke auf Hugging Face unentdeckt miteinander kommuniziert hätten, um gemeinsam aus der eigentlich abgeschirmten Testumgebung auszubrechen.
Ihr Ziel dabei sei gewesen, im Internet nach der Antwort auf die im Test gestellte Aufgabe zu suchen, sagten Eric Wallace und Michael Dalton in einer Präsentation auf der Hacker-Konferenz Black Hat dem Finanzdienst Bloomberg zufolge.
Zu den Erkenntnissen der Forscher gehört, dass die Top-KI-Modelle oft schummeln wollten, um die Testaufgaben zu lösen.
Ein Problem der Testläufe sei zudem gewesen, dass die KI zum Teil Aufträge bekommen habe, die nicht erfüllbar gewesen seien. In einem Fall sei eine Tabelle, in der sie eine Aufgabe lösen sollte, ohne Internet-Zugang nicht abrufbar gewesen.
In einem anderen Fall habe das Team vergessen, eine zum Auftrag gehörende Datei hochzuladen. Die KI-Modelle hätten zunächst Kontakt untereinander aufgenommen, weil sie in der unlösbaren Situation Hilfe gesucht hätten, hieß es. (dpa/red)
Auffälliger Alkoholkonsum blieb 2025 die häufigste Ursache für eine MPU. (Symbolbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa
In Deutschland gibt es immer weniger medizinisch-psychologische Untersuchungen (MPU). Mit den Tests werden Verkehrsteilnehmer überprüft, die auffallen, weil sie Verkehrsregeln missachten und damit andere gefährden – zum Beispiel aufgrund von Alkohol- oder Cannabismissbrauch. Umgangssprachlich werden die Prüfungen auch „Idiotentest“ genannt.
Nach Angaben der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) in Bergisch Gladbach bei Köln sank die Zahl der MPU im Jahr 2025 auf 70.135. Das waren fast 7 Prozent weniger als 2024. Auch in den Jahren zuvor war die Zahl bereits zurückgegangen.
Alkohol bleibt häufigster Grund
Der häufigste Anlass für den Eignungstest war weiterhin auffälliger Alkoholkonsum. Er machte 44 Prozent der Untersuchungen aus. Dahinter folgten Untersuchungen, bei denen ein Zusammenhang mit Drogen und Medikamenten bestand (rund 21 Prozent).
Bei den Ergebnissen gab es kaum Veränderungen. 58 Prozent der begutachteten Personen wurden als „geeignet“ eingestuft (2024: 56 Prozent). 38 Prozent wurden als „ungeeignet“ bewertet (2024: 39 Prozent). Etwa 4 Prozent wurde ein Aufbaukurs empfohlen.
Der Rückgang der MPU-Zahlen hat nach Einschätzung des ADAC mehrere Gründe. „Ein Faktor wird sein, dass der Alkoholkonsum in der Gesellschaft insgesamt zurückgeht und gleichzeitig das Bewusstsein für die Gefahren von Alkohol am Steuer gestiegen ist“, sagte ein Sprecher.
Das zeige sich auch in den Unfallzahlen. „Weniger Alkoholfahrten führen folglich auch zu weniger Fällen, in denen eine MPU angeordnet wird.“
Eine MPU wird angeordnet, wenn das Risiko für eine erneute Auffälligkeit im Straßenverkehr als besonders hoch gilt. (dpa/red)
Handgeschriebene Briefe sind heute eher eine Rarität. - Foto: fermate/iStock
Latein mag als tote Sprache gelten, doch gerade sie ermöglichte eine ungewöhnlich lebendige Freundschaft zwischen dem beliebten irischen Schriftsteller C. S. Lewis und dem 1999 heiliggesprochenen italienischen Priester Giovanni Calabria.
Obwohl die beiden Männer sich nie trafen, schrieben sie sich zwischen 1947 und 1961 zahlreiche Briefe – alle durchgehend in Latein verfasst, eine Herausforderung, die gut zu einem Altphilologen und einem römisch-katholischen Priester passt.
„Sie waren klar, fließend und von außerordentlicher Frische“, schrieb Martin Moynihan in seinem kurzen Buch über den Briefwechsel dieser beiden außergewöhnlichen Männer. (Alle folgenden Zitate ebendort entnommen, frei übersetzt aus dem Englischen).
„Sie besaßen zudem den Hauch des Besonderen – nicht zuletzt durch ihren kunstvollen Anfang und Abschluss, also die stets leicht variierten förmlichen Anreden und Abschiedsformeln. Jede Anrede war eine Unziale, jeder Schluss ein Kolophon – jeweils mit ihren ganz eigenen charakteristischen Verzierungen.“
Die Entdeckung der Lewis-Briefe
Moynihan freute sich ungemein, als er in den Archiven des Wheaton College die Briefe von Lewis an „einen Korrespondenten in Italien“ entdeckte. Es gab 25 Briefe von Lewis, geschrieben in makellosem Latein, ein bis zwei pro Jahr zwischen 1947 und 1961.
Es sind jedoch keine Kopien von Calabrias Antworten mehr erhalten. Moynihan erklärte, es sei Lewis’ Gewohnheit gewesen, Briefe, die er erhielt, nicht lange aufzubewahren, und er habe Calabrias Briefe verbrannt, nicht weil er sie nicht geschätzt habe, sondern weil er der Meinung war, sie verdienten den Respekt des Schweigens.
Mit seinen eigenen Worten: „Denn heutzutage graben investigative Forscher all unsere Angelegenheiten aus und besudeln sie mit dem Gift der ‚Öffentlichkeit‘ – um einer barbarischen Sache einen barbarischen Namen zu geben.“ Lewis wollte nicht, dass Calabria diese Schande erleide, und bewahrte daher die Briefe des Priesters an sich selbst nicht auf.
Calabria war ein in Verona lebender italienischer Priester und der Gründer von zwei religiösen Kongregationen, den „Armen Dienern der göttlichen Vorsehung“ und den „Armen Dienerinnen der göttlichen Vorsehung“. Er gründete auch Waisenhäuser und Heime für verlassene Jugendliche.
Calabria wurde 1873 geboren und 1901 zum Priester geweiht. Eine Begebenheit, die sich während seines Studiums im Priesterseminar ereignete, offenbarte Calabrias mitleidiges Herz. In einer eiskalten Novembernacht im Jahr 1897, Calabria kam gerade von einem Besuch bei den Kranken im Hospital zurück, entdeckte er vor seiner Haustür einen Jungen. Er kauerte dort und zitterte.
Wie sich herausstellte, war der Junge auf der Flucht vor jemandem, von dem er befürchtete, dass er ihn verprügeln würde. Calabria nahm den Jungen bei sich auf. Diese Begegnung markierte den Beginn seiner Fürsorge für die Waisen und Verlassenen.
Nach seiner Priesterweihe wirkte Calabria als Beichtvater und Kaplan an der Stephanuskirche zu Verona. Hier stand er den Menschen in der Beichte bei, vollbrachte Werke der Barmherzigkeit und nahm sich der Ausgestoßenen und Vergessenen an.
Calabrias Wege durch die gewundenen und sonnengebleichten Straßen Veronas würden sich wohl kaum mit denen eines Oxford-Gelehrten kreuzen. Doch genau das taten sie. Im Jahr 1947 geriet eine italienische Übersetzung von Lewis’ „Dienstanweisungen für einen Unterteufel“ (Originaltitel: „The Screwtape Letters“) in die Hände des Priesters. Calabria beschloss umgehend, dem Autor des Buches zu schreiben. Doch es gab ein Problem: Er konnte kein Englisch.
Er vermutete jedoch – und lag damit richtig –, dass Lewis als geschätzter Altphilologe wohl des Latein mächtig sein würde. Und so schrieb er am 1. September 1947 in der antiken Sprache einen Brief an den Professor.
Zu seiner Freude antwortete Lewis und eine langjährige Brieffreundschaft zwischen den beiden Seelenverwandten begann. Ihre Gespräche streiften gar viele Themen, persönliche als auch theologische.
Porträt des Heiligen Giovanni Calabria. Verona, Privatsammlung.
Spirituelle Verwandtschaft in einer Welt im Wandel
Ein wiederkehrendes Thema betraf ihren gemeinsamen Wunsch nach Einheit unter den Christen. Für Calabria war dieses Fundament der Einheit im Papsttum zu finden.
Lewis hatte als Anglikaner wahrscheinlich eine andere Vorstellung vom Wesen der christlichen Einheit, doch auch er betete für die Einheit unter den verschiedenen Konfessionen. Lewis schien in der Freundschaft zwischen sich und dem Priester jenen kleinen Akt der Versöhnung zu sehen, die er sich für alle Christen erhoffte.
Er fand es „eine wunderbare Sache und eine Stärkung des Glaubens, dass zwei Seelen, die sich in Lebensort, Nationalität, Sprache, Ordensgehorsam und Alter voneinander unterscheiden, in herzliche Vertrautheit geführt worden sind: So weit übersteigt die Ordnung der geistigen Wesen die materielle Ordnung“, zitierte Moynihan in seinem Buch.
Er merkte außerdem an, dass die Konfrontation mit gemeinsamen Feinden dazu beitragen könnte, eine gemeinsame Basis unter Christen zu schaffen, und nannte die Verfolgungen durch Hitler als konkretes Beispiel. „Diejenigen, die dasselbe von denselben Leuten für dieselbe Sache erleiden, können kaum umhin, Liebe untereinander zu empfinden.“
Lewis und Calabria blickten düster auf den Zustand Europas, das sich ihrer Ansicht nach immer weiter von seinen christlichen Wurzeln entfernte. In einem Brief vom 17. März 1953 stellte Lewis fest, dass die Abkehr des Westens vom Christentum nicht mit seinem vorchristlichen Zustand verglichen werden könne.
Er schrieb: „Was Sie über den gegenwärtigen Zustand der Menschheit sagen, ist wahr; ja, er ist sogar noch schlimmer, als Sie sagen.
Denn die Menschen vernachlässigen nicht nur das Gesetz Christi, sondern selbst die natürliche Ordnung, wie sie auch die Heiden erkannt haben. Heute erröten sie nicht mehr angesichts von Ehebruch, Verrat, Meineid, Diebstahl und anderen Verbrechen – Verbrechen, von denen ich nicht einmal sagen will, dass nur christliche Lehrer sie verurteilt haben; auch die Heiden und die Barbaren selbst haben sie verurteilt.
Diejenigen irren, die sagen: ‚Die Welt wird wieder heidnisch.‘ Ach, wäre es doch so! In Wahrheit fallen wir in einen weit schlimmeren Zustand zurück.
Der ‚nachchristliche Mensch‘ ist nicht dasselbe wie der ‚vorchristliche Mensch‘. Er ist so weit davon entfernt wie eine Jungfrau von einer Witwe: Es gibt nichts Gemeinsames außer dem Mangel an einem Ehepartner; aber es gibt einen großen Unterschied zwischen einem zukünftigen Ehepartner und einem verlorenen Ehepartner.“
Lewis verstand jedoch, dass die Heilung der Übel dieser Welt damit beginnt, die Probleme vor der eigenen Haustür anzugehen. Die Verbesserung des Loses der Menschheit beginnt mit der Verbesserung des Loses des eigenen Nächsten. „Hüten wir uns davor, dass wir, während wir uns vergeblich wegen des Schicksals Europas quälen, Verona oder Oxford vernachlässigen“, warnte er.
Die beiden Männer tauschten auch persönlichere Gedanken aus, etwa als Calabria so lange über seine eigene Sündhaftigkeit klagte, dass Lewis sich dazu veranlasst sah, ihn davor zu warnen, darüber in Traurigkeit oder ängstliche Sorge zu verfallen.
Lewis seinerseits teilte Calabria den Schmerz mit, den die Krankheit seiner geliebten Frau Joy verursachte (Lewis nannte es auf Latein „letalis morbus“, ihre „tödliche Krankheit“). Doch selbst in diesen schweren Stunden bemerkte Lewis, dass jene dunklen Tage des Leids und des schmerzlichen Abschieds nicht ohne Freude und Trost geblieben waren. „Und wie sollte es auch anders sein?“, schrieb er. „Hat Er doch verheißen, die Trauernden zu trösten?“
Einige Bemerkungen waren jedoch heiterer Natur, etwa als Lewis erklärte, er habe nicht schneller antworten können, weil er unter „dem Fluch unseres Ur-Vaters“ gelitten habe – womit er die Last meinte, seinen Lebensunterhalt verdienen zu müssen, indem er sich zu Beginn des Semesters mit einer Flut zurückkehrender Studenten beschäftigte.
Moynihan fasste den Briefwechsel zwischen C.S. Lewis und Giovanni Calabria so zusammen: „Wenn man auf das Ganze zurückblickt, sieht man, dass Lewis und Father John sich darin einig sind, einen Dienst der Nächstenliebe zu lehren.“ Diese Tugend scheint in den Worten, die diese Männer schrieben, ebenso aufzuleuchten und Licht zu spenden wie in dem Leben, das sie führten.
Sie setzten ihren Austausch bis zu Calabrias Tod fort. Er starb am 4. Dezember 1954, nachdem er Gott sein Leben für das des kränkelnden Papstes Pius XII. angeboten hatte (der sich erholte und noch weitere vier Jahre lebte).
Nach Calabrias Tod setzte Lewis den Briefwechsel mit anderen Mitgliedern von Calabrias Gemeinschaft bis in die frühen 1960er-Jahre fort. Calabria wurde 1999 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.
Neben dem Zeugnis für die brüderlichen Herzen zweier guter Männer besitzt dieser einzigartige Briefwechsel zwischen Lewis und Calabria auch einen besonderen literarischen Wert: Er erinnert uns an die (weitgehend verloren gegangene) Kunst des Briefeschreibens.
Pater George Rutler schrieb 2018 im „Crisis Magazine“, das edle Latein dieser beiden Freunde sei ein letzter Nachhall einer Denk- und Schreibweise gewesen, die bereits zu ihrer Zeit im Begriff war, aus der Welt zu verschwinden – und die in unserer eigenen Zeit noch viel mehr verloren gegangen ist.
„Der rhythmische Briefwechsel zwischen dem Oxforder Akademiker und dem Priester aus Verona erinnert uns unter anderem an den Zusammenbruch des Briefeschreibens als Prüfstein der Kultur. Für viele ist die einzige Post heute die E-Mail. Textnachrichten verhindern das Nachsinnen und blockieren jeden inneren Cicero.“
Die Beständigkeit und Mühe, die diese beiden in ihre Briefe steckten, helfen, uns an die Würde zu erinnern, die sogar eine „beiläufige“ Kommunikation begleiten kann.
Ganz zu schweigen davon, dass es uns das Studium des Lateinischen empfiehlt – man weiß schließlich nie, wann man es brauchen könnte.
Die Rentenkommission empfiehlt die Abschaffung der «Rente mit 63». (Archivbild) - Foto: Kay Nietfeld/dpa
Das geplante Aus für die abschlagsfreie vorgezogene Rente für Menschen mit mindestens 45 Versicherungsjahren stößt in der SPD weiter auf Widerstand. Menschen, „die 45 Jahre gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt haben“, müssten von ihrer Lebensleistung profitieren, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ laut Mitteilung vom Mittwoch. Weitere SPD-Politikerinnen und -Politiker äußerten sich ähnlich.
Lies bekannte sich grundsätzlich zur geplanten Rentenreform. Zugleich forderte er, Bund und Länder müssten gemeinsam Lösungen finden, die unterschiedliche Lebensleistungen und Lebensrealitäten ausreichend berücksichtigten. Es dürfe keine „Lösungen mit der Gießkanne“ geben.
AGS fordert strukturelle Reformen
Die Arbeitsgemeinschaft Selbstständige in der SPD (AGS) erklärte: „Wer 45 Jahre gearbeitet hat, soll nicht zum Sparmodell der Rentenreform werden.“ Diese Menschen hätten Anspruch auf Verlässlichkeit, betonten die AGS-Vorsitzenden Ralph Weinbrecht und Renate Kürzdörfer. Die abschlagsfreie Rente sei keine Sonderleistung, sondern Ausdruck eines fairen Generationenvertrags.
Zur Sicherung der Rentenfinanzierung fordert die AGS strukturelle Reformen. Dazu zählen die schrittweise Einbeziehung aller Erwerbstätigen in die Sozialversicherung, die vollständige Finanzierung versicherungsfremder Leistungen aus Steuermitteln, eine stärkere Orientierung der Rente an tatsächlichen Beitragszeiten sowie der Ausbau der betrieblichen und privaten Altersvorsorge.
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sprach sich dafür aus, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren auch für heutige Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger zu erhalten. Dem TV-Sender Welt sagte sie, es sei nicht gerecht, wenn jemand, der mit 16 Jahren ins Berufsleben starte, länger arbeiten müsse als jemand, der erst mit 26 beginne.
Krach schlägt Gegenfinanzierung vor
Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach verwies bei RTL und ntv darauf, dass laut einer Umfrage 81 Prozent der Deutschen das Reformpaket der Bundesregierung nicht für sozial ausgewogen hielten. Das sei ein „Alarmsignal“. Er schlug vor, den Erhalt der Rente nach 45 Beitragsjahren unter anderem durch Einschränkungen beim steuerlichen Dienstwagenprivileg und die Wiedereinführung der Vermögensteuer zu finanzieren.
SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese räumte ein, dass das Aus der sogenannten Rente mit 63 für die SPD „nicht auf Platz eins“ stehe. Er warnte jedoch davor, einzelne Elemente aus den Vorschlägen der Reformkommission herauszulösen. Das sei „wie bei einem Jenga-Turm“ – ziehe man einzelne Bausteine heraus, werde das gesamte Konzept instabil.
Stattdessen sprach sich Wiese für Härtefallregelungen aus, insbesondere für stark belastete Beschäftigte wie Schichtarbeiter. Viele von ihnen erreichten die derzeitige Altersgrenze von 64,5 Jahren für den abschlagsfreien Renteneintritt nicht. Eine frühere Härtefallregelung könne dies abfedern.
Zudem pochte Wiese auf Vertrauensschutz. Viele Menschen hätten ihre Lebensplanung auf die geltenden Regeln ausgerichtet. „Es darf keine harte Abbruchkante geben“, sagte er. Seine Vorschläge bewegten sich im Rahmen der Empfehlungen der Reformkommission, die auf die Zeit ab 2032 zielten.
Unterstützung auch aus Ostdeutschland
In den vergangenen Tagen hatten mehrere ostdeutsche CDU-Ministerpräsidenten sowie SPD-Politikerinnen und -Politiker aus verschiedenen Teilen Deutschlands gefordert, an der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte festzuhalten. Ein Argument lautet, dass insbesondere in Ostdeutschland viele Menschen im Alter ausschließlich auf die gesetzliche Rente angewiesen seien.
Experte warnt vor hohen Kosten
Der Rentenexperte Jörg Rocholl wies in der „Bild“-Zeitung darauf hin, dass ein Festhalten an der vorgezogenen Rente nach 45 Versicherungsjahren den angestrebten Entlastungseffekt um rund zehn Milliarden Euro verringern würde. Dieses Geld würde dann für den geplanten Aufbau eines Kapitalstocks in der Rentenversicherung fehlen. (afp/red)
Fast jeder zweite Arbeitsschritt ist automatisierbar – doch wer ersetzt den Apotheker? - Foto: iStock Rafmaster
In Kürze:
Fast jeder zweite Arbeitsschritt eines Apothekers könnte heute theoretisch automatisiert werden, bei PTA sind es sogar 77 Prozent.
Künstliche Intelligenz übernimmt zunehmend Routineaufgaben – doch Beratung, Erfahrung und menschliches Urteilsvermögen bleiben zentrale Bestandteile des Berufs.
Der Beruf verändert sich durch KI und Reformen grundlegend – nicht durch Abschaffung, sondern durch eine neue Aufgabenverteilung.
Fast 50 Prozent der Tätigkeiten eines Apothekers könnten heute grundsätzlich von Computern oder computergesteuerten Maschinen übernommen werden. Bei Pharmazeutisch-Technischen Assistenten (PTA) liegt dieser Wert sogar bei 77 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt die Bundesagentur für Arbeit in ihrer aktuellen Fachkräfteanalyse.
Das sogenannte „Substituierbarkeitspotenzial“ beschreibt laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit, „in welchem Ausmaß Berufe gegenwärtig potenziell durch den Einsatz von Computern oder computergesteuerten Maschinen ersetzbar sind“. Gemeint ist dabei nicht der gesamte Beruf, sondern einzelne Tätigkeiten, die theoretisch bereits heute durch digitale Systeme oder automatisierte Prozesse übernommen werden könnten.
In Apotheken betrifft dies beispielsweise die Lagerhaltung, das Bestellwesen, die Dokumentation, die Inventur oder standardisierte Prüfungen von Wechselwirkungen und Dosierungen. Die Analyse zeigt damit vor allem, welche Aufgaben sich künftig verändern und möglicherweise stärker verlagert werden könnten.
Hinzu kommt eine weitere Entwicklung: Apotheker und PTA gelten in der aktuellen Statistik nicht mehr als Engpassberufe. Der offiziell ausgewiesene Fachkräftemangel besteht in diesen Berufsgruppen damit derzeit nicht mehr.
Routine für die Maschine
Bedeutet das, dass Maschinen den Apotheker bald ersetzen – oder zeigt die Statistik vielmehr, dass sich vor allem Routineaufgaben automatisieren lassen, während der Kern des Berufs menschlich bleibt?
Die Debatte reicht weit über die Apotheke hinaus. Künstliche Intelligenz hält Einzug in nahezu alle Bereiche des Gesundheitswesens. In vielen Bereichen arbeitet KI längst im Hintergrund: Sie erkennt Auffälligkeiten auf Röntgenbildern, formuliert Arztbriefe, prüft Wechselwirkungen und unterstützt Ärzte wie Apotheker bei Routineentscheidungen. Oft merken Patienten gar nicht, dass Künstliche Intelligenz bereits beteiligt ist.
Auch in Apotheken sind digitale Systeme längst Alltag. Kommissionierautomaten übernehmen seit Jahren Teile der Lagerhaltung. Software unterstützt bei Rezepturen, verwaltet Bestände und warnt vor möglichen Risiken bei der Arzneimittelabgabe. Was vor wenigen Jahren noch wie Zukunftsmusik klang, gehört heute vielerorts zur täglichen Praxis.
Doch bedeutet das zwangsläufig, dass der ansprechbare Mensch hinter dem Apotheken-Tresen überflüssig wird?
Wenn Maschinen tatsächlich einen großen Teil der Routinetätigkeiten übernehmen könnten, bliebe Apothekern mehr Zeit für das, was keine Maschine ersetzen kann: die persönliche Beratung. Davon ist Karola H. überzeugt, die eine Apotheke im Südwesten Berlins betreibt. Dennoch sagt sie: „Die Entwicklung lässt sich nicht aufhalten. Künstliche Intelligenz wird unseren Berufsalltag verändern und hat es schon. Aber der Kern unserer Arbeit bleibt menschlich.“
Menschen kämen nicht nur wegen eines Medikaments in die Apotheke. „Sie kommen mit Sorgen, Unsicherheit oder Fragen, deren Lösungen oder auch pharmazeutische Behandlungsmöglichkeiten sich oft erst im Gespräch zeigen.“ Besonders für ältere Menschen sei die Apotheke eine wichtige Anlaufstelle – nicht nur für Beratung und Unterstützung bei gesundheitlichen Problemen, sondern auch als Ort der Begegnung und des sozialen Kontakts.
Diagnose aus der Hosentasche
Nicht nur Apotheken digitalisieren sich zunehmend, auch die Kunden verändern ihren Umgang mit Gesundheitsthemen. Immer häufiger kämen Menschen in die Apotheke, erzählt die 43-Jährige, „die sich vorher selbst eine Diagnose via ChatGPT gestellt hatten und auch schon das passende Medikament dazu. Dann wollen sie aber doch Beratung. Oft zeigt sich erst im Gespräch und durch gezieltes Nachfragen, wo das eigentliche Problem liegt.“
Karolas Beobachtung passt zu einer breiteren Entwicklung: Künstliche Intelligenz wird zunehmend für medizinische Fragen genutzt. Selbst bei den über 60-Jährigen hat bereits rund jede vierte Person in Deutschland eine KI wie ChatGPT für gesundheitlichen Rat herangezogen. Fast die Hälfte der Deutschen hat sich vor einem Arztbesuch bereits eine Einschätzung zu möglichen Beschwerden von einer KI geben lassen. Das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Studie der Pronova BKK zur KI-Nutzung im privaten Alltag 2026, die den wachsenden Einsatz von KI im Gesundheitsbereich untersucht.
Jahrhundertelang beruhte die Autorität des Apothekers auf einem Wissensvorsprung. Heute trägt fast jeder dieses Wissen zumindest scheinbar in der Hosentasche. Suchmaschinen und KI liefern innerhalb von Sekunden Informationen über Wirkstoffe, Dosierungen oder Nebenwirkungen. Was sie jedoch nicht leisten können, ist Erfahrung, Einordnung und verantwortungsvolles Abwägen.
Der eigentliche Wert des Apothekers liegt für Karola deshalb immer weniger im reinen Wissen, sondern in der persönlichen Beratung, der Einordnung und der Rolle als sozialer Anlaufpunkt. Dass Maschinen den Menschen hinter dem Apothekentresen vollständig ersetzen könnten, hält sie derzeit nicht für realistisch.
Für die Apothekerin ist der Einsatz von KI aktuell vor allem eine Arbeitserleichterung – besonders bei Routineaufgaben – und weniger eine Bedrohung für Arbeitsplätze. Viele Verwaltungs- und Standardprozesse lassen sich dadurch effizienter und schneller erledigen. Eine Software kann innerhalb von Sekunden Millionen Daten abgleichen und auf mögliche Risiken hinweisen. Sie erkennt statistische Zusammenhänge oft schneller als ein Mensch, das ist Karola bewusst.
„Doch sie weiß nicht und fragt auch nicht danach, warum die 84-jährige Stammkundin heute ungewöhnlich still ist. Sie sieht nicht, dass ein Patient beim Gehen leicht schwankt. Sie hört nicht den zögernden Unterton in einer Frage, hinter der sich möglicherweise eine viel größere Sorge verbirgt.“
Ob Künstliche Intelligenz den Apotheker eines Tages teilweise ersetzt, wird sich zeigen. Sicher ist jedoch schon heute: Der Beruf verändert sich aus zwei Richtungen – durch den Einsatz von KI und durch politische Reformen.
Mit dem im Mai 2026 beschlossenen Gesetz zur Weiterentwicklung der Apothekenversorgung (ApoVWG) erhalten Apotheken zusätzliche Aufgaben. Künftig können sie unter anderem ihr Impfangebot erweitern; entsprechend geschulte PTA können auch bestimmte Impfungen durchführen. Hinzu kommen neue Möglichkeiten bei Vorsorge- und Präventionsleistungen sowie bestimmte diagnostische Angebote wie venöse Blutentnahmen bei Erwachsenen. Gleichzeitig soll Bürokratie abgebaut und die Organisation der Arbeitsabläufe flexibler gestaltet werden. Vorgesehen sind außerdem höhere Zuschüsse für Nacht- und Notdienste sowie erleichterte Strukturen für die Sicherung der Arzneimittelversorgung im ländlichen Raum.
Dass Künstliche Intelligenz den Apotheker vollständig ersetzen könnte, hält auch die Apothekerschaft selbst für eine falsche Annahme. In ihrem Positionspapier zum KI-Einsatz betont die ABDA, dass KI vor allem Routineaufgaben übernehmen könne. Die Verantwortung für Arzneimittelabgabe und Beratung müsse jedoch beim Apotheker bleiben. Dieser schaffe „die Brücke zwischen Mensch und Technologie“.
Während Computer und Künstliche Intelligenz Routineaufgaben zunehmend schneller erledigen, könnte sich die Apotheke stärker zu einer wohnortnahen Gesundheits- und Beratungsstelle entwickeln. Vielleicht liegt genau darin die Zukunft des Berufs: weniger Logistik, mehr persönliche Versorgung.
Maschinen können Medikamente verwalten, Daten analysieren und Millionen Datensätze in Sekunden auswerten, aber Vertrauen, Erfahrung und das persönliche Gespräch lassen sich bislang nicht automatisieren.
Am Flughafen Leipzig/Halle hat die Polizei eine verdächtige Drohne sichergestellt. - Foto: Tobias Junghanns/dpa
Am Leipziger Flughafen kam es in der Nacht zu mehreren Vorfällen. Zum einen ist laut einem NATO-Sprecher eine Drohne in der Nähe eines ukrainischen Flugzeugs sichergestellt worden. Die Ermittlungen würden von deutschen Behörden geführt, hieß es.
Nach Informationen aus Sicherheitskreisen vom Morgen soll an der Drohne ein Sprengstoff mit Zünder befestigt gewesen sein. Zuvor hatte „BILD“ über den Vorfall berichtet. Ein Sprengstoffroboter war im Einsatz.
Innenministerium: Kollision mit unbekanntem Objekt – Flugzeug landete dann in Hannover
Das Bundesinnenministerium hat den Fund der Drohne offiziell bestätigt. Aufgrund laufender Ermittlungen könne man aktuell dazu keine weiteren Details veröffentlichen.
Ein Sprecher des Innenministeriums sagte in Berlin zudem, in der Nähe des Flughafens sei in der Nacht eine Maschine mit einem bislang unbekannten Objekt kollidiert. Ein Flugzeug konnte wegen des Funds einer Drohne dort nicht landen und musste durchstarten. Dabei sei es „anscheinend mit etwas kollidiert“ und habe anschließend in Hannover landen können.
Laut „BILD“ handelte es sich um eine DHL-Frachtmaschine. Sie sei durch den Zusammenstoß im Frontbereich beschädigt worden.
Das Verteidigungsministerium teilte mit, in die Ermittlungen nicht involviert zu sein. Das sei „reine Sache der Bundespolizei“, hieß es.
Vom Verkehrsministerium hieß es, man sei sich „der Gefährdung des Luftverkehrs durch unbemannte Luftfahrtsysteme durchaus bewusst“. „Unsere Aufgabe ist es, die Sicherheit des Flugbetriebs aufrechtzuerhalten. Manchmal ist das nur durch vorübergehendes Einstellen des Flugbetriebs gewährleistet.“
Die Polizei sprach von einem „sicherheitsrelevanten Vorfall“. Akute Gefahr besteht demnach nicht.
Sprengstoff und Zünder
Die Polizei habe das Fluggerät gesichert, hieß laut Sicherheitskreisen. Die Drohne war demnach kurz vor Mitternacht nahe einer ukrainischen Antonow-Transportmaschine bemerkt worden.
Die Bundespolizei war nach Angaben aus Sicherheitskreisen am frühen Morgen im Einsatz. Die Drohne sei inzwischen mit einem Röntgengerät untersucht worden.
Der Flughafen Leipzig/Halle hatte in der Nacht den Flugbetrieb eingestellt, nachdem ein unbekanntes Flugobjekt in der Nähe des Flughafens und zudem ein verdächtiger Gegenstand im Bereich der Südpiste gefunden wurden.
Ein Passagierflug und mehrere Frachtmaschinen mussten umgeleitet werden. Die Passagiermaschine landete zunächst am Flughafen Nürnberg und erreichte später in der Nacht Leipzig. Der Frachtverkehr am DHL-Hub war ungefähr ab Mitternacht erheblich behindert.
Betrieb zum Teil wieder angelaufen
Der Nordbereich ist seit den frühen Morgenstunden wieder in Betrieb. Die Südpiste ist für die Ermittlungen derzeit noch gesperrt.
Der Flugbetrieb im Nordbereich wurde demnach kurz vor 2:00 Uhr morgens wieder aufgenommen. Die Landespolizei habe die Ermittlungen in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei aufgenommen.
GdP sieht Bundespolizei gut gerüstet für Drohnenabwehr
Die Gewerkschaft der Polizei begrüßte die Zusammenarbeit der Behörden und hob die gute technische Ausstattung der Bundespolizei hervor.
Die Vorkommnisse am Leipziger Flughafen hätten gezeigt, dass sich die hochmoderne Ausrüstung auszahle und die Alarmsysteme gut funktioniert hätten, sagte der GdP-Chef für die Bundespolizei, Andreas Roßkopf, der „Rheinischen Post“.
Auch hätten die Behörden wie die Flugsicherung, die Landespolizei und die Feuerwehr gut mit der Bundespolizei zusammengearbeitet.
Die Bundespolizei sei an den deutschen Flughäfen mittlerweile gut dafür ausgestattet, um die Flugbewegungen von Drohnen zu beobachten und Gegenmaßnahmen einzuleiten, sagte Roßkopf. Zugleich sagte er: „Vollständig verhinderbar sind mutmaßliche Attacken durch Drohnen aber nicht.“ (dpa/afp/dts/red)
Am Flughafen Leipzig/Halle hat die Polizei eine verdächtige Drohne sichergestellt. - Foto: Tobias Junghanns/dpa
Am Leipziger Flughafen ist nach Angaben eines NATO-Sprechers eine Drohne in der Nähe eines ukrainischen Flugzeugs sichergestellt worden. Die Ermittlungen würden von deutschen Behörden geführt, hieß es.
Nach Informationen aus Sicherheitskreisen vom Morgen soll an der Drohne ein Sprengstoff mit Zünder befestigt gewesen sein. Zuvor hatte „BILD“ über den Vorfall berichtet. Ein Sprengstoffroboter war im Einsatz.
Sprengstoff und Zünder
Die Polizei habe das Fluggerät gesichert, hieß laut Sicherheitskreisen. Die Drohne war demnach kurz vor Mitternacht nahe einer ukrainischen Antonow-Transportmaschine bemerkt worden.
Die Bundespolizei war nach Angaben aus Sicherheitskreisen am frühen Morgen im Einsatz. Die Drohne sei inzwischen mit einem Röntgengerät untersucht worden.
Der Flughafen Leipzig/Halle hatte in der Nacht den Flugbetrieb eingestellt, nachdem ein unbekanntes Flugobjekt in der Nähe des Flughafens und zudem ein verdächtiger Gegenstand im Bereich der Südpiste gefunden wurden.
Mehrere Maschinen, unter anderem eine Passagiermaschine, wurden laut einer Mitteilung der Polizeidirektion Leipzig umgeleitet. Die Polizei sprach von einem „sicherheitsrelevanten Vorfall“. Demnach besteht keine akute Gefahr.
Betrieb zum Teil wieder angelaufen
Der Nordbereich ist seit den frühen Morgenstunden wieder in Betrieb. Die Südpiste ist für die Ermittlungen derzeit noch gesperrt.
Der Flugbetrieb im Nordbereich wurde demnach kurz vor 2:00 Uhr morgens wieder aufgenommen. Die Landespolizei habe die Ermittlungen in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei aufgenommen. (dpa/red)
Am Flughafen Leipzig/Halle hat die Polizei eine verdächtige Drohne sichergestellt. - Foto: Tobias Junghanns/dpa
Am Leipziger Flughafen ist nach Angaben eines NATO-Sprechers eine Drohne in der Nähe eines ukrainischen Flugzeugs sichergestellt worden. Die Ermittlungen würden von deutschen Behörden geführt, hieß es.
Nach Informationen aus Sicherheitskreisen vom Morgen soll an der Drohne ein Sprengstoff mit Zünder befestigt gewesen sein. Zuvor hatte „BILD“ über den Vorfall berichtet. Ein Sprengstoffroboter war im Einsatz.
Die Polizei sprach von einem „sicherheitsrelevanten Vorfall“. Akute Gefahr besteht demnach nicht.
Sprengstoff und Zünder
Die Polizei habe das Fluggerät gesichert, hieß laut Sicherheitskreisen. Die Drohne war demnach kurz vor Mitternacht nahe einer ukrainischen Antonow-Transportmaschine bemerkt worden.
Die Bundespolizei war nach Angaben aus Sicherheitskreisen am frühen Morgen im Einsatz. Die Drohne sei inzwischen mit einem Röntgengerät untersucht worden.
Der Flughafen Leipzig/Halle hatte in der Nacht den Flugbetrieb eingestellt, nachdem ein unbekanntes Flugobjekt in der Nähe des Flughafens und zudem ein verdächtiger Gegenstand im Bereich der Südpiste gefunden wurden.
Ein Passagierflug und mehrere Frachtmaschinen mussten umgeleitet werden. Die Passagiermaschine landete zunächst am Flughafen Nürnberg und erreichte später in der Nacht Leipzig. Der Frachtverkehr am DHL-Hub war ungefähr ab Mitternacht erheblich behindert.
Betrieb zum Teil wieder angelaufen
Der Nordbereich ist seit den frühen Morgenstunden wieder in Betrieb. Die Südpiste ist für die Ermittlungen derzeit noch gesperrt.
Der Flugbetrieb im Nordbereich wurde demnach kurz vor 2:00 Uhr morgens wieder aufgenommen. Die Landespolizei habe die Ermittlungen in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei aufgenommen.
GdP sieht Bundespolizei gut gerüstet für Drohnenabwehr
Die Gewerkschaft der Polizei begrüßte die Zusammenarbeit der Behörden und hob die gute technische Ausstattung der Bundespolizei hervor.
Die Vorkommnisse am Leipziger Flughafen hätten gezeigt, dass sich die hochmoderne Ausrüstung auszahle und die Alarmsysteme gut funktioniert hätten, sagte der GdP-Chef für die Bundespolizei, Andreas Roßkopf, der „Rheinischen Post“.
Auch hätten die Behörden wie die Flugsicherung, die Landespolizei und die Feuerwehr gut mit der Bundespolizei zusammengearbeitet.
Die Bundespolizei sei an den deutschen Flughäfen mittlerweile gut dafür ausgestattet, um die Flugbewegungen von Drohnen zu beobachten und Gegenmaßnahmen einzuleiten, sagte Roßkopf. Zugleich sagte er: „Vollständig verhinderbar sind mutmaßliche Attacken durch Drohnen aber nicht.“ (dpa/afp/dts/red)
Forschung an intelligenten Flügeln: Die Wissenschaftler starten die Simulation mit einem Mausklick (Symbolbild). - Foto: Carmen Jaspersen/dpa
Die Bundesregierung hält die Zahl abgelehnter Forschungsvisa für chinesische Wissenschaftler unter Verschluss. Das geht aus der Antwort des Auswärtigen Amts auf eine schriftliche Frage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Marcel Emmerich hervor, über die das „Handelsblatt“ berichtet.
Die Angaben zu abgelehnten Anträgen wurden demnach als Verschlusssache („Nur für den Dienstgebrauch“) eingestuft.
Zahlen könnten diplomatische Spannungen auslösen
Zur Begründung verweist die Bundesregierung auf eine frühere Antwort aus dem Jahr 2023. Veröffentlichte Zahlen könnten zu „unsachgemäßen Schlussfolgerungen“ führen und diplomatische Spannungen auslösen.
Als Beispiel nennt sie Vorwürfe der Türkei, Deutschland habe Visa aus politischen Gründen verschärft. Ähnliche Vorwürfe anderer Staaten könnten bilaterale Beziehungen oder die Rolle Deutschlands als Vermittler in internationalen Konflikten belasten.
Die Geheimhaltung fällt in eine anhaltende Debatte über Forschungssicherheit.
Hintergrund sind unter anderem Untersuchungen zu Forschungskooperationen des Helmholtz-Zentrums für Informationssicherheit Cispa mit chinesischen Einrichtungen sowie Warnungen von Sicherheitsexperten vor Risiken bei Kooperationen deutscher Hochschulen mit militärnahen Universitäten in China.
2024 über 3.200 Anträge bearbeitet
Das Auswärtige Amt veröffentlichte lediglich Zahlen zu bearbeiteten Forschungsvisa. 2024 bearbeiteten die Behörden insgesamt 3.273 Anträge chinesischer Staatsangehöriger zu Forschungszwecken, nach 2.147 im Jahr 2021.
2025 sank die Zahl auf 2.627, im ersten Halbjahr 2026 wurden 856 Anträge abschließend bearbeitet. Wie viele Visa die Behörden aus Sicherheitsgründen ablehnten, bleibt unklar.
Emmerich kritisierte die Geheimhaltung. Er sagte der Zeitung, Hochschulen fehlten „verbindliche Schutzstandards, ausreichende Beratung und eine wirksame Sicherheitsstrategie gegen Wissenschaftsspionage“.
Zugleich mahnte der Grünen-Politiker einen differenzierten Umgang mit Forschern aus autoritär regierten Staaten an. Wer frei forschen wolle, sei willkommen.
Wer im Auftrag autoritärer Regime spioniere, müsse konsequent gestoppt werden. Die Bundesregierung schweige sich aber genau zu dieser Differenzierung aus. (dts/red)