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Kreißsaal-Schließung im Krankenhaus – vier Hebammen finden neue Wege


In Kürze

  • Zum 30.September 2026 hat das Krankenhaus Heinsberg den Kreißsaal dicht gemacht.
  • Einige Hebammen haben sich mit einem innovativen Konzept neu ausgerichtet.
  • Sie bieten jetzt eine individuelle Begleitung von Beginn der Schwangerschaft.
  • Doch die bürokratischen und finanziellen Hürden wachsen für Hebammen.
  • Fast jede zweite Hebamme denkt ans Aufhören.

Es war ein trauriger Moment, als sich am 30. September 2026 die Tür der Geburtsstation des Städtischen Krankenhauses Heinsberg für immer schloss.
Am Zaun versammelten sich Familien mit ihren Kindern, um sich von den Hebammen zu verabschieden. Darunter waren nicht nur Mütter, die ihre Kinder erst kürzlich in Heinsberg zur Welt gebracht hatten. Es waren auch jene gekommen, die bereits vor vielen Jahren in Heinsberg das Licht der Welt erblickten – einige vor mehr als 40 Jahren.
Sie alle hatten selbstgebastelte bunte Herzen dabei, die mit ihrem Namen und dem Geburtsdatum beschriftet waren und befestigten diese am Zaun unterhalb der Geburtsstation. Dem emotionalen Abschied waren Proteste vorausgegangenen.

Herzen für die Hebammen am letzten Tag vor der Schließung der Geburtsstaion im Städtischen Krankenhaus Heinsberg.

Foto: Simone Maria Vossen

Versorgung sichergestellt

Die Klinik hat erklärt, dass die stationäre Versorgung im Kreis Heinsberg auch nach der Schließung der Geburtsstation sichergestellt bleibt. Das Hermann-Josef-Krankenhaus in Erkelenz soll als alternative Anlaufstelle dienen und über ausreichende Kapazitäten für zusätzliche Geburten verfügen.
Drei der bisherigen Heinsberger Beleghebammen kooperieren ab Januar 2027 mit dem Krankenhaus in Erkelenz. Julia Jansen, Laura Hahn und Brigitte Hülden bilden das neue Begleit-Beleghebammen-Team.
Das neue und innovative Konzept ist im Gegensatz zum früheren Dienstsystem im Heinsberger Krankenhaus auf Ganzheitlichkeit ausgerichtet.
Bislang mussten die Hebammen im Schichtdienst und in zugewiesenen Kreissälen freiberuflich arbeiten.  Jetzt setzt das Team auf eine ganzheitliche und individuelle Begleitung der Schwangeren.
Die werdenden Mütter können von Beginn der Schwangerschaft, über die Geburt bis zur Nachsorge im Wochenbett kontinuierlich von derselben Hebamme betreut werden. Die intensive 1:1-Betreuung schafft ein besonderes Vertrauen, erklärt Hebamme Julia Jansen. Und Hebamme Laura Hahn ergänzt:
„Es ist nicht egal, wie wir geboren werden.“
Bislang kam es im Krankenhaus Heinsberg je nach Dauer der Geburt und dem Takt des Dienstplans immer wieder zu stetigen Wechseln der Hebammen. Das soll mit dem neuen Konzept anders werden.
Besonders bei der Geburt, die für viele Frauen eine äußerst intime Erfahrung bedeutet, möchte das Team Geborgenheit spenden. Julia Jansen macht die Essenz des neuen Konzepts deutlich:
„Wir wollen die Frauen wieder in ihre eigene Kraft und Stärke bringen.“

Resilienten Kraft durch eine sanfte Geburt

Viele werdende Mütter sind oft verunsichert und trauen sich nur wenig zu, erklärt Jansen. Die Kraft, die während der Geburt von Mutter und Kind aufgebracht wird, kann bei späteren Herausforderungen zur resilienten Kraft werden, so das Hebammen-Team.
Monika Boylan, die zukünftig zwar nicht mehr in der aktiven Geburtshilfe arbeitet, stattdessen aber mit ihrer Erfahrung in der Hebammen-Praxis unterstützt sagt: „Der Schichtdienst hat mir irgendwann mehr zugesetzt“. Deshalb begrüßt sie das neu entwickelte Konzept der Begleit-Beleghebammen sehr.
Für Boylan ist die „sanfte Geburt“ nach Michel Odent einer der besten Wege in einer Klinik Geburtshilfe anzubieten. Das Konzept beschreibt, wie Natürlichkeit und Freiheit auch im Krankenhaus möglich sind. Es bewirkt zum Beispiel, dass Geburtsräume eine natürliche Atmosphäre ausstrahlten. Für Odent war es wichtig, ein Minimum an Eingriffen in den natürlichen Geburtsprozess anzustreben.

Vier Hebammen mit neuem Konzept (von l.): Julia Jansen, Monika Boylan, Brigitte Hülden und Laura Hahn.

Foto: Simone Maria Vossen

Krise als Chancen nutzen

Allerdings bringt das neue System der Begleit-Beleghebammen auch Kapazitätsgrenzen mit sich. Maximal können zwölf Schwangere Frauen pro Monat für die Geburtsbegleitung aufgenommen werden.
Die Kosten für die Rufbereitschaft müssen in Eigenleistung erbracht werden. Allerdings werden von einigen Krankenkassen die Kosten anteilig übernommen.
Wie das Städtische Krankenhaus Heinsberg blickt auch das Hermann-Josef-Krankenhaus Erkelenz auf eine lange Tradition in der Geburtshilfe zurück. Nun wird Erkelenz zum zentralen Ort der neuen Begleit-Beleghebammen. Laut Julia Jansen sei das erste Treffen mit dem bestehenden Hebammen-Team sehr freundlich und offen gewesen.
Die ehemaligen Heinsberger Hebammen kümmern sich auch um die ambulante und präventive Versorgung. Mit ihrer bereits seit vielen Jahren bestehenden Hebammenpraxis „Hebammen von Anfang an“, die Julia Jansen gemeinsam mit Monika Boylan gegründet haben, decken sie ein breites Portfolio an Unterstützung für die werdenden Mütter ab. Neben Akupunktur, Low-Level-Laser-Therapie und Kinesio-Taping ist die Praxis auch Treffpunkt für Austausch und Begegnung.

Der schwere Stand der Hebammen

Trotz der nervenraubenden gesundheitspolitischen Entwicklungen blickt das Team mutig und mit Tatendrang in die Zukunft. Mit ihrem neuen Weg wollen die Hebammen zeigen, dass Krisen auch als Chancen genutzt werden können.
Die vier Frauen setzen sich auch politisch für ihre Belange ein. Julia Jansen und ihr Team suchen kontinuierlich den Austausch mit den lokalen Parteiverbänden im Kreisgebiet. Ihr Anliegen ist es auch überregional auf die Missstände aufmerksam zu machen und aufzuklären. Dabei blicken sie auf eine langjährige Berufserfahrung zurück. Laura Hahn betont:
„Ich bin froh, überhaupt noch Geburtshilfe machen zu können.“
Hebammen hatten in Deutschland in den vergangenen Jahren immer wieder mit vielen Hürden zu kämpfen, wie beispielsweise stark ansteigende Haftpflichtversicherungen. Julia Jansen sagt: „Wir sind fast täglich mit bürokratischen Herausforderungen beschäftigt.“
Viele Hebammen hören wegen den wachsenden bürokratischen Hürden mit ihrer Arbeit auf und kehren der Geburtshilfe dauerhaft den Rücken, erklärt Julia Jansen. Eine bundesweite Studie der open data-Zukunftsstiftung in Essen und dem Institut für Zukunftspsychologie und Zukunftsmanagement an der Berliner Sigmund Freud Privatuniversität vom Oktober 2025 unterstreicht die Aussage. Sie zeigt, dass fast jede zweite der etwa 26.000 Hebammen in Deutschland ans Aufhören denkt.
Die dafür verantwortlichen Faktoren sind:
  • Kritische Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel der neue Hebammenhilfevertrag
  • Der schwierige Spagat zwischen Berufung und Belastung. 83 Prozent üben ihre Tätigkeit gerne aus; 51 Prozent klagen über zu viel Bürokratie und 35 Prozent bemängeln die hohen laufenden Kosten.
  • Schlechte Bezahlung: Das Durchschnittsbruttogehalt liegt bei rund 4.380 Euro monatlich.
Der Studienleiter Prof. Dr. Thomas Druyen erklärt:
„Ohne Hebammen keine Zukunft.“
Für Monika Boylan steckt hinter den verschlechterten Bedingungen eine Methode, den Berufsstand der Hebammen abzuschaffen. Für viele ist ihre Existenz bedroht. Der seit dem 1. November 2025 in Kraft getretene Hebammenhilfevertrag (HHV) sorgt für Unsicherheiten bei den Hebammen. In der klinischen Geburtshilfe und auch bei Beleghebammen drohen demnach Verdiensteinbußen von bis zu 30 Prozent.
Michelle Rump, Vorsitzende des Landesverbands der Hebammen NRW erklärt: „Mit dem neuen Vertrag gehen viele freiberuflich tätige Hebammen in die Ungewissheit, ob sie weiterhin von ihrem Beruf leben können.“

Beruf ist Berufung

Für die Frauen aus dem Team ist ihr Beruf auch ihre Berufung. Doch das System macht es vielen jungen Hebammen zunehmend schwer, ihre Berufung leben zu können.
Julia Jansen wünscht sich, dass werdende Mütter zu Beginn der Schwangerschaft den Erstkontakt mit ihrer Hebamme haben. Weiterhin wünscht sie sich, dass sich niedergelassene Gynäkologen auch mehr öffnen und den Hebammen mehr Raum, Gewichtung und Mitgestaltung schenken.
Vielleicht kann das Beispiel der Heinsberger Hebammen für andere Kommunen eine nachhaltige Antwort auf die gesundheitspolitischen Veränderungen liefern – damit Versorgung kein Auslaufmodell wird.
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Faucis SMS veröffentlicht: Bedenken zu Corona-Impfung für Schwangere


In Kürze:

  • Fauci und andere US-Gesundheitsbeamte diskutierten Anfang 2021 über fehlende Daten zu Corona-Impfungen bei Schwangeren.
  • Fauci verwies einerseits auf theoretisch mögliche Risiken im ersten Schwangerschaftsdrittel, andererseits aber auch auf erste verfügbare Erkenntnisse.
  • Diese Nachrichten wurden von den republikanischen Senatoren Ron Johnson und Rand Paul im Rahmen einer Untersuchung veröffentlicht.

 
Neu veröffentlichte SMS-Nachrichten aus den USA werfen ein Schlaglicht auf die damalige Unsicherheit bezüglich der Corona-Impfung während der Schwangerschaft. Anfang 2021 diskutierten hochrangige US-Gesundheitsvertreter untereinander über die noch begrenzte Datenlage und mögliche Risiken für Schwangere.
Zwei republikanische Senatoren veröffentlichten am Montag, 10. August, Nachrichten von Dr. Anthony Faucis Diensthandy. Die Nachrichten stammen aus dem Januar 2021, als Fauci das National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) leitete. Sie sind Teil eines Bestands von mehr als 34.000 Nachrichten, die von dem Gerät abgerufen wurden.
Neben Fauci waren an dem Austausch die damalige Direktorin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Dr. Rochelle Walensky, sowie Dr. Vivek Murthy, der unter US-Präsident Joe Biden der oberste medizinische Berater der US-Regierung in Gesundheitsfragen war, beteiligt.
Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Erkenntnisse zur Sicherheit der Corona-Impfung in den verschiedenen Phasen der Schwangerschaft damals vorlagen.

Fehlende Daten zur Impfung in der Schwangerschaft

Murthy fragte in einer Nachricht vom 25. Januar 2021, ob es „Daten oder theoretische Gründe“ dafür gebe, eine Corona-Impfung eher zu Beginn oder eher gegen Ende der Schwangerschaft vorzuziehen. Zudem wollte er wissen, wann umfangreichere Daten zu möglichen Impfrisiken für Schwangere verfügbar sein würden.
Walensky antwortete, nach ihrem damaligen Kenntnisstand gebe es zu den Impfstoffrisiken für Schwangere noch keine ausreichende Datenbasis. Gleichzeitig verwies sie darauf, dass mehr als 15.000 Schwangere am Sicherheitsüberwachungssystem der CDC teilgenommen hätten und dadurch weitere Daten gesammelt würden.
Fauci erklärte, es lägen keine Daten vor, um zu bestimmen, ob eine Impfung zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt der Schwangerschaft vorzuziehen sei. Er wies darauf hin, dass Zytokinreaktionen und Fieber nach einer zweiten Dosis „theoretisch mit einer Fehlgeburt im ersten Trimester in Verbindung stehen könnten“, was sowohl Walensky als auch Murthy als berechtigten Einwand anerkannten.
In einem weiteren Austausch vom 26. Januar 2021 ging es um eine damalige Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), in der aufgrund der begrenzten Datenlage von einer Moderna-Impfung während der Schwangerschaft abgeraten wurde.
Fauci erklärte, bei Impfstoffen, für die Daten zu Schwangeren fehlten, müssten die möglichen Risiken gegen den erwarteten Nutzen abgewogen werden. Schwangere waren nicht in die ursprünglichen Impfstoffstudien aufgenommen worden. Gleichzeitig hätten sich nach seinen Angaben bereits mehr als 10.000 Schwangere für eine Impfung entschieden.
„Es sind keine Probleme aufgetreten. Tierexperimentelle toxikologische Studien haben keine Warnsignale ergeben“, sagte Fauci.

Senatoren sehen offene Fragen

Johnson und Paul erklärten, die veröffentlichten Nachrichten könnten Auswirkungen auf die damalige Gesundheitspolitik haben. Aus ihrer Sicht stelle sich dabei auch die Frage, ob Menschen bei ihren Impfentscheidungen ausreichend über die zu diesem Zeitpunkt noch begrenzte Datenlage und mögliche Risiken informiert worden seien.
Die Senatoren veröffentlichten zudem öffentliche Aussagen von Fauci, Walensky und Murthy, in denen diese trotz der damals begrenzten Datenlage eine Corona-Impfung für Schwangere empfahlen.
Die englischsprachige Ausgabe der Epoch Times bat Faucis Rechtsbeistand um eine Stellungnahme. Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag jedoch keine Antwort vor.

Faucis dienstliches iPhone im Fokus

Fauci leitete das NIAID von 1984 bis zu seinem Ausscheiden im Dezember 2022 und stand damit fast 39 Jahre an der Spitze der US-Bundesbehörde. Anfang 2020 wurde er weltweit bekannt, als er während der Corona-Pandemie regelmäßig in Pressekonferenzen und Medieninterviews auftrat.
In der vergangenen Woche erhielt der Ständige Unterausschuss für Untersuchungen des US-Senats, dem Senator Ron Johnson vorsitzt, vom US-Gesundheitsministerium eine Kopie von Faucis dienstlichem iPhone. Fauci hatte das Gerät während seiner amtlichen Tätigkeit genutzt. Die Übergabe erfolgte im Rahmen einer Untersuchung seines Umgangs mit der Corona-Pandemie.
Am 29. Juli verweigerte Fauci bei einer Senatsanhörung die Beantwortung von Fragen und berief sich dabei auf sein verfassungsmäßiges Recht, sich nicht selbst belasten zu müssen. Die Anhörung folgte auf die Veröffentlichung von Tagebucheinträgen, die Fauci während seiner Tätigkeit als zentraler Berater der US-Regierung in der Pandemie geführt hatte.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „GOP Senators Release Fauci’s Texts on COVID Vaccine Concerns for Pregnant Women“. (deutsche Bearbeitung: zk)
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Zeitpunkt verpasst – und ein Leben lang kinderlos

Ich war eine karriereorientierte junge Frau, geprägt von feministischer Ideologie. Ich arbeitete hart, kämpfte hart und konnte mich schließlich in der männerdominierten Welt der Restaurants und Profiküchen durchsetzen. Heute denke ich, es hätte leicht passieren können, dass ich ungewollt kinderlos geblieben wäre.
Ich bekam mein erstes Kind erst mit 37. Und irgendwie schaffte ich es trotzdem noch, vier Kinder zu bekommen. Aber wenn ich mich in meinem Freundeskreis so umschaue – und im erweiterten Familienkreis –, erkenne ich, dass mein Leben auch völlig anders hätte verlaufen können.

Wenn sich das Zeitfenster leise schließt

Es ist nicht so, dass ich überall sehen würde, dass Frauen die Mutterschaft bewusst ablehnen. Sie schieben sie auf: Karriere zuerst, Stabilität zuerst, Reisen zuerst, finanzielle Freiheit zuerst, Selbstentwicklung zuerst. Doch dann beginnt sich das Fruchtbarkeitsfenster leise zu schließen.
Einige meiner engen Freundinnen fanden nach 40 liebevolle Partner, aber Kinder kamen nie. Andere heirateten in ihren späten 30ern in der Annahme, dass Kinder ganz natürlich folgen würden, nur um Jahre und enorme Summen an Geld für Fruchtbarkeitsbehandlungen auszugeben, die letztendlich scheiterten.
Einige sagen, sie hätten überhaupt nie Kinder gewollt. Vielleicht ist das für manche wirklich wahr. Aber ich vermute, dass viele Frauen einfach gelernt haben, eine Sehnsucht zu unterdrücken, von der ihnen beigebracht wurde, sie als weniger wichtig anzusehen als die individuelle Leistung.
Ich weiß auch, dass es außergewöhnliche Frauen ohne Kinder gibt, die ein zutiefst erfülltes Leben führen, und ich weiß, dass es nicht für jede Frau möglich ist, Mutter zu werden. Aber ich möchte hier darüber sprechen, was ich bei mir selbst, bei meinen Freunden und in meiner Generation beobachtet habe.
Ich sage das ohne Wertung, weil ich es zutiefst verstehe. Ich habe dieses Leben auch gelebt.

Mein Haus, mein Auto, mein Job…

Ich hatte das große Haus in einer geplanten Lebensgemeinschaft, das teure Auto, den schönen Pool, finanziellen Komfort, endlose soziale Möglichkeiten und eine Karriere, die mir Lob und Identität einbrachte. Ich dachte, ich sei zufrieden. Und in vielerlei Hinsicht war ich das auch.
Blick von oben auf ein Projektmeeting. Foto: master1305/iStock

Blick von oben auf ein Projektmeeting.

Foto: master1305/iStock

Aber nichts davon ist mit Kindern zu vergleichen.
Nichts ist vergleichbar mit dem Gefühl, das Wort „Mama“ an einen selbst gerichtet zu hören. Nichts ist vergleichbar damit, Leben zu schenken, es in sich zu tragen, es zu ernähren, es zu beschützen. Und zu beobachten, wie Teile von einem selbst durch einen anderen Menschen in die Welt treten.
Für mich war die Mutterschaft das, was mich schließlich erwachsen fühlen ließ. Ich weiß, dass manche Kinderlose das ungern hören werden, aber es ist die Wahrheit meiner eigenen Erfahrung.
Eine Sache, die ich selten ehrlich diskutiert höre, ist, wie schwierig es sein kann, sich spät im Leben an die Mutterschaft anzupassen.

Im Kreis um sich selbst drehen

Bis viele Frauen heute Kinder bekommen, haben sie fast zwei Jahrzehnte damit verbracht, ein Leben aufzubauen, das sich ausschließlich um sie selbst dreht. Ihre Zeitpläne, Karrieren, Reisen, der Schlaf, Routinen, Ambitionen, Finanzen und Wohnungen drehen sich um persönliche Autonomie und Selbstbestimmung.
Dann kommt plötzlich ein winziger Mensch an, der vollkommen abhängig, wild, ineffizient, zutiefst bedürftig und völlig unbekümmert um deinen Zeitplan, deinen Schlaf, deine Karriereziele oder deine emotionale Bandbreite ist.
Kinder unterbrechen alles.
Und vielleicht ist das ein Teil ihres Zwecks.
Die moderne Welt fragt immer häufiger: „Wie bewahre ich mir meine Freiheit?“ Kinder stellen die gegenteilige Frage: „Wer zu werden bist du – für jemand anderen – bereit ?“
Die Mutterschaft hat mich auf wunderschöne Weise verändert, aber auch auf eine Art, die nicht unbedingt angenehm war. Sie hat mich gezwungen, weniger egozentrisch zu werden. Weniger besessen von meinem eigenen Komfort, meinen Ambitionen, meinem Image und meiner Kontrolle.
Kinder verlangen endloses Geben. Kein darstellerisches Geben. Echtes Geben. Geben um 3 Uhr morgens, geben, wenn man krank ist, geben, wenn niemand einem applaudiert. Geben, auch wenn es unmittelbar keine Gegenleistung dafür gibt.

Leise Fragen aus tiefstem Herzen

Und ich frage mich manchmal, ob die moderne Gesellschaft uns von dieser Art der Aufopferung weggezerrt hat.
Leise Gespräche finden an den seltsamsten Orten statt.
Vielleicht telefoniere ich gerade mit einer Anwältin, die eine geschäftliche Angelegenheit regelt, und sie sagt leise zu mir: „Darf ich Sie etwas fragen? Ich habe gerade meine Eizellen einfrieren lassen. Wie alt waren Sie, als Sie Ihr letztes Kind bekamen?“
Vielleicht ist es eine Flugbegleiterin, die meinen Schwangerschaftsbauch mit 44 Jahren bemerkt, sich sanft vorbeugt und fragt: „Ich hoffe, das ist nicht unhöflich, aber wie alt sind Sie?“ Wenn ich es ihr dann sage, faltet sie die Hände zusammen und sagt: „Sie geben den Frauen da draußen Hoffnung.“
Oder vielleicht ist es eine Frau hinter dem Tresen in einer Tierarztpraxis, die leise zugibt: „Ich bin über 40 und hoffe immer noch, eines Tages Kinder zu haben.“
Ich habe Versionen dieser Gespräche immer und immer wieder geführt. Frauen, die nach Beweisen suchen, dass es immer noch passieren kann.
Und es kann passieren.
Aber es gibt einen Unterschied zwischen möglich und wahrscheinlich.

Immer mehr Gegenkräfte wirken

Die moderne Medizin hat die Fruchtbarkeit auf bemerkenswerte Weise verlängert, aber sie kann die Biologie nicht vollständig außer Kraft setzen. Gleichzeitig werden wir ständig mit endokrinen Schadstoffen, verarbeiteten Lebensmitteln, chronischem Stress, Mikroplastik, Pestiziden und Umweltchemikalien bombardiert. Viele Forscher glauben, dass sie zum Rückgang der Fruchtbarkeit bei Männern und Frauen beitragen.
In vielerlei Hinsicht verlängern wir die Fruchtbarkeit technologisch, während wir sie gleichzeitig verschlechtern.
Die Wahrheit ist, dass sich die Biologie nicht gänzlich der Ideologie, dem Karrierezeitpunkt, der finanziellen Bereitschaft oder dem modernen Lebensstil beugt. Unsere besten Chancen liegen im Allgemeinen immer noch in der Jugend, auch wenn unsere Kultur die Jugend zunehmend als eine Zeit exklusiv für Selbstfindung und Unabhängigkeit behandelt.
Männer sind an diesem Wandel ebenfalls nicht unschuldig. Das moderne Erwachsenenalter dreht sich für beide Geschlechter zunehmend um persönliche Freiheit, endloses Verweilen in der Adoleszenz, Konsum, Erlebnisse und Selbstkonstruktion.
Die viele Zeit, die ich mit Tieren verbringe, hat diese Beobachtungen für mich nur noch vertieft. Wenn man Kühe Jahr für Jahr beobachtet, dreht sich ihr gesamter biologischer Rhythmus um Fortpflanzung, Geburt, Fürsorge und den Neubeginn. Die Natur selbst orientiert sich ständig am Fortbestehen.
Menschliche Wesen sind möglicherweise die einzigen Säugetiere, die in der Lage sind, diesen Instinkt vollständig außer Kraft zu setzen.
Zwei engverbundene Seelen... Foto: morrowlight/iStock

Zwei eng verbundene Seelen…

Foto: morrowlight/iStock

Fehlgeleitete Mutter-Energie?

Manchmal frage ich mich, wo stattdessen all diese Energie hinfließt.
Ich sehe oft, insbesondere unter meinen progressiveren Freunden, wie dieser Instinkt in Richtung Aktivismus, sozialer Anliegen und Schutz der Schwachen umgeleitet wird. Ich bezweifle nicht, dass viele dieser Bemühungen aus ehrlichem Mitgefühl und guten Absichten entstehen. Aber ich denke auch, dass einiges davon zu einer fehlgeleiteten mütterlichen Energie werden kann, die von der Familie losgelöst und nach außen auf die Gesellschaft allgemein umgeleitet wird.
Wenn der Instinkt zu nähren, zu schützen, zu verteidigen und zu opfern nicht mehr Kinder oder die Familie im Zentrum behält, verschwindet diese Energie nicht einfach. Sie bricht sich oft politisch, sozial und ideologisch Bahn.
Manchmal konstruktiv, manchmal destruktiv, manchmal auf eine Weise geschehend, bei der es weniger darum zu gehen scheint, tatsächlich schutzbedürftigen Menschen zu helfen. Vielmehr handelt es sich um eine Suche nach Sinn, Identität und moralischer Bedeutung – und dies in einer Welt, die zunehmend von Familie und Gemeinschaft entkoppelt ist.
Vor Kurzem haben wir für ein Paar ein Rehearsal Dinner ausgerichtet, gleich nach der Generalprobe für die Hochzeit. Die beiden waren 22 und 25 Jahre alt und Absolventen der Texas A&M University, tief katholisch, offen familienorientiert und fest entschlossen, ein Leben an gemeinsamen Werten orientiert aufzubauen, statt endloser Selbstoptimierung. Ihre Tischdekoration bestand aus wiederverwendeten Dosen, die mit lebenden Pflanzen gefüllt und Bildern von Heiligen dekoriert waren.
Als ich 22 war, waren meine Prioritäten ganz andere.
Aber ehrlich gesagt glaube ich, dass diese jungen Leute vielleicht die richtige Idee haben.
Unsere Kultur erzählt jungen Menschen, sie sollen die Ehe aufschieben, Bindungen vermeiden, die Freiheit maximieren, reisen, Karrieren aufbauen und die Jugend genießen, solange sie können. Kinder werden oft als Einschränkung dargestellt, anstatt als Erfüllung.
Ich frage mich zunehmend, ob unsere Kultur Freiheit mit Erfüllung verwechselt, nur damit viele von uns erst zu spät entdecken, dass beides nicht immer dasselbe ist.
Junge Mutter mit Baby übt Gymnastik. Foto: Maryviolet/iStock

Junge Mutter mit Baby übt Gymnastik.

Foto: Maryviolet/iStock

Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Accidentally Childless“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)