Categories
gesellschaft ticker

Ausländische Investitionen in Deutschland legen deutlich zu

Ausländische Unternehmen haben 2025 rund 86 Milliarden Euro in Deutschland investiert. Das entspricht einem Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) auf Basis von Daten der Deutschen Bundesbank zeigen.
Nach einem Rückgang der Investitionen um fast 32 Prozent im Jahr 2024 stabilisierten sich die Auslandsinvestitionen wieder. Der Gesamtwert für 2025 lag um fast elf Prozent über dem Median der Jahre 2015 bis 2024. Die Investitionen aus den USA gingen um fast 44 Prozent zurück, während das Vereinigte Königreich seine Investitionen um 284 Prozent auf 26 Milliarden Euro steigerte.

Vereinigtes Königreich liegt vor den USA

Mit einem Anteil von fast 31 Prozent an allen ausländischen Investitionen in Deutschland liegt das Vereinigte Königreich damit klar vor den USA. Chinesische Investitionen legten zwar um rund 51 Prozent zu, blieben mit 199 Millionen Euro aber ein Randphänomen: Ihr Anteil liegt bei gerade einmal 0,2 Prozent. Auch die Investitionen aus Chile und Saudi-Arabien legten kräftig zu, um jeweils über 40 Prozent.
Der größte Teil des ausländischen Investitionskapitals kam weiterhin aus Europa. Die EU-Staaten (ohne Deutschland) investierten rund 43 Milliarden Euro in Deutschland, was gut 50 Prozent aller ausländischen Investitionen entspricht. Zählt man das Vereinigte Königreich hinzu, kommen mehr als 80 Prozent der ausländischen Investitionen aus Europa. (dts/red)
Categories
ausland gesellschaft ticker

Ein 43-jähriger Tatverdächtiger festgenommen – Deutsche unter Verletzten des Schweizer Technofestivals

Nach den tödlichen Schüssen bei einer Techno-Party im schweizerischen Aarau haben die Behörden einen Verdächtigen festgenommen.
Es handele sich um einen 43-jährigen Schweizer, teilte die Polizei am Montag mit. Er wurde demnach in der Nacht kurz vor 1 Uhr im Zuge der Fahndungsmaßnahmen angehalten und daraufhin „unter dringendem Tatverdacht“ festgenommen.
Die Ermittlungen zum genauen Hergang der Tat sowie zu den Hintergründen und dem möglichen Motiv sind weiterhin im Gang. Zum aktuellen Zeitpunkt gehen die Behörden von einem Einzeltäter aus.
Nach Polizeiangaben wurden die Schüsse an zwei verschiedenen Orten abgegeben – auf dem Rave-Gelände in Aarau und in der Nähe eines angrenzenden Wohnwagenlagers.

Terrorakt, Amoklauf oder andere Straftat?

Ermittler wollten sich bisher nicht festlegen, ob sie einen Terrorakt, einen Amoklauf oder eine Abrechnung im kriminellen Milieu untersuchen – und ob es einen oder mehrere Täter gibt.
Eine 22-jährige Italienerin wurde bei den Schüssen getötet. Vier Schweizer Männer und eine deutsche Frau erlitten leichte bis schwere Verletzungen, wie die Aargauer Kantonspolizei nach Angaben der Nachrichtenagentur „Keystone-SDA“ am späten Abend mitteilte. Die Verletzten im Alter von 24 bis 31 Jahren wurden ins Krankenhaus gebracht.
Die Schüsse am frühen Sonntagmorgen waren nach Angaben der Ermittler aus mindestens zwei Waffen abgegeben worden. Es seien unterschiedliche Hülsen von Patronen gefunden worden, die zu einer Pistole oder Maschinenpistole sowie zu einem Sturmgewehr passten.
Ob das auf zwei Täter hindeute oder ein Schütze beide Waffen nutzte, ließ die Polizei offen. Das Motiv hinter den Schüssen ist weiterhin unklar.

Erste Notrufe kurz nach dem Ende des Raves

Kurz nach dem Ende des Raves, zu dem der Veranstalter rund 3.500 Besucher erwartet hatte, gingen bei der Polizei die ersten Notrufe ein. Augenzeugen schilderten, dass viele Schüsse gefallen seien.
Da der Ernst der Lage laut Polizei sofort deutlich wurde, rückten die Einsatzkräfte mit einem Großaufgebot aus. Zum Zeitpunkt der Schüsse hielten sich demnach noch weit mehr als 100 Personen auf dem Festivalgelände auf.
Der Vorfall spielte sich bei einem seit Jahren etablierten Rave-Event auf dem Gelände des Aargauischen Rennvereins ab – etwa 40 Kilometer westlich von Zürich. Das italienische Todesopfer wohnte in der Region.

Deutsche Polizei an Fahndung beteiligt

Die Ermittler baten darum, Video- und Bildmaterial an den Instagram-Kanal der Kantonspolizei Aargau zu senden. An den allgemeinen Fahndungsmaßnahmen war routinemäßig auch die Polizei auf deutscher Seite beteiligt, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Freiburg sagte.
Angaben zu den konkreten Maßnahmen machte er nicht. Der Kanton Aargau liegt an der deutschen Grenze, eine Flucht bis nach Deutschland dauert nach Polizeiangaben von Aarau aus nur etwa 40 Minuten. (dpa/afp/red)
Categories
ausland gesellschaft ticker

Tatverdächtiger festgenommen – Deutsche unter Verletzten des Schweizer Technofestivals

Nach den tödlichen Schüssen bei einer Techno-Party im schweizerischen Aarau haben die Behörden einen Verdächtigen festgenommen.
Es handele sich um einen 43-jährigen Schweizer, teilte die Polizei am Montag mit. Er wurde demnach in der Nacht kurz vor 1 Uhr im Zuge der Fahndungsmaßnahmen angehalten und daraufhin „unter dringendem Tatverdacht“ festgenommen.
Die Ermittlungen zum genauen Hergang der Tat sowie zu den Hintergründen und dem möglichen Motiv sind weiterhin im Gang. Zum aktuellen Zeitpunkt gehen die Behörden von einem Einzeltäter aus.
Nach Polizeiangaben wurden die Schüsse an zwei verschiedenen Orten abgegeben – auf dem Rave-Gelände in Aarau und in der Nähe eines angrenzenden Wohnwagenlagers.

Terrorakt, Amoklauf oder andere Straftat?

Ermittler wollten sich bisher nicht festlegen, ob sie einen Terrorakt, einen Amoklauf oder eine Abrechnung im kriminellen Milieu untersuchen – und ob es einen oder mehrere Täter gibt.
Eine 22-jährige Italienerin wurde bei den Schüssen getötet. Vier Schweizer Männer und eine deutsche Frau erlitten leichte bis schwere Verletzungen, wie die Aargauer Kantonspolizei nach Angaben der Nachrichtenagentur „Keystone-SDA“ am späten Abend mitteilte. Die Verletzten im Alter von 24 bis 31 Jahren wurden ins Krankenhaus gebracht.
Die Schüsse am frühen Sonntagmorgen waren nach Angaben der Ermittler aus mindestens zwei Waffen abgegeben worden. Es seien unterschiedliche Hülsen von Patronen gefunden worden, die zu einer Pistole oder Maschinenpistole sowie zu einem Sturmgewehr passten.
Ob das auf zwei Täter hindeute oder ein Schütze beide Waffen nutzte, ließ die Polizei offen. Das Motiv hinter den Schüssen ist weiterhin unklar.

Erste Notrufe kurz nach dem Ende des Raves

Kurz nach dem Ende des Raves, zu dem der Veranstalter rund 3.500 Besucher erwartet hatte, gingen bei der Polizei die ersten Notrufe ein. Augenzeugen schilderten, dass viele Schüsse gefallen seien.
Da der Ernst der Lage laut Polizei sofort deutlich wurde, rückten die Einsatzkräfte mit einem Großaufgebot aus. Zum Zeitpunkt der Schüsse hielten sich demnach noch weit mehr als 100 Personen auf dem Festivalgelände auf.
Der Vorfall spielte sich bei einem seit Jahren etablierten Rave-Event auf dem Gelände des Aargauischen Rennvereins ab – etwa 40 Kilometer westlich von Zürich. Das italienische Todesopfer wohnte in der Region.

Deutsche Polizei an Fahndung beteiligt

Die Ermittler baten darum, Video- und Bildmaterial an den Instagram-Kanal der Kantonspolizei Aargau zu senden. An den allgemeinen Fahndungsmaßnahmen war routinemäßig auch die Polizei auf deutscher Seite beteiligt, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Freiburg sagte.
Angaben zu den konkreten Maßnahmen machte er nicht. Der Kanton Aargau liegt an der deutschen Grenze, eine Flucht bis nach Deutschland dauert nach Polizeiangaben von Aarau aus nur etwa 40 Minuten. (dpa/afp/red)
Categories
gesellschaft ticker wirtschaft

Sicheres Netz aus dem All: OHB bekommt Milliardenauftrag

Das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB soll 18 Satelliten für die Europäische Union bauen. Dafür bekommt der Konzern nach eigenen Angaben knapp eine Milliarde Euro. Die ersten Satelliten für das Programm „Iris²“ sollen 2029 ins All starten.
Das Projekt soll Europas Antwort auf das amerikanische Satellitennetzwerk Starlink werden. Es soll Behörden, Militär, Unternehmen und Privatpersonen eine schnelle und sichere Kommunikation ermöglichen.
Das System wird aus 348 Satelliten bestehen, die in niedriger und mittlerer Erdumlaufbahnen fliegen. OHB soll dafür 18 Satelliten für eine mittlere Umlaufbahn beisteuern, wie das Unternehmen mitteilte.
„Iris²“ ist das dritte große Raumfahrtprojekt der Europäischen Union nach dem Navigationssystem „Galileo“ und dem Erdbeobachtungsprogramm „Copernicus“.
Das Projekt sei ein bedeutender weiterer Schritt Europas in die Unabhängigkeit, sagte OHB-Vorstandschef Marco Fuchs. In einer digitalisierten Welt sei eine eigenständige Kommunikationsinfrastruktur unabdingbar. (dpa/red)
Categories
gesellschaft ticker

Großeinsatz in Kölner Südstadt nach Schüssen auf Café

In der Kölner Südstadt ist es am Montagmorgen zu einem Großeinsatz der Polizei gekommen.
Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, sollen Unbekannte auf ein Café auf der Bonner Straße in der Kölner Südstadt geschossen haben. Mehrere Einschusslöcher sollen an dem Café gefunden worden sein, Patronenhülsen wurden zudem sichergestellt. Ob es Verletzte oder Tote gibt, war zunächst unklar.
Die Polizei teilte mit, dass die Bonner Straße ab Chlodwigplatz stadtauswärts sowie Bereiche rund um Elsaßstraße, Zugweg und Kurfürstenstraße wegen des Polizeieinsatzes gesperrt wurden. Die Beamten riefen dazu auf, den Bereich weiträumig zu umfahren. (dts/red)
Categories
gesellschaft ticker

In Deutschland leben mehr Frauen als Männer

In Deutschland leben mehr Frauen als Männer. Insgesamt kamen zum Jahresende 2025 bundesweit 1.027 Frauen auf 1.000 Männer, wie das Bundesstatistikamt in Wiesbaden am Montag mitteilte.
In den jüngeren Altersgruppen gab es einen deutlichen Männerüberschuss. Ende 2025 kamen demnach bei den 18- bis 29-Jährigen im Schnitt 912 Frauen auf 1.000 Männer.

Mehr junge Männer

Bei den unter 18-Jährigen lag das Verhältnis bei 947 Frauen je 1.000 Männer, bei den 30- bis 49-Jährigen bei 969.
Ein Grund für den Männerüberschuss in den jüngeren Altersgruppen sei, dass grundsätzlich etwa fünf Prozent mehr Jungen als Mädchen geboren werden. Zudem seien etwas mehr Männer als Frauen nach Deutschland eingewandert.
Ab dem Alter von 50 Jahren dreht sich das Verhältnis um: Bei den 50- bis 64-Jährigen kamen bundesweit 1.011 Frauen auf 1.000 Männer. Unter den mindestens 65-Jährigen waren es 1.260 Frauen je 1.000 Männer.
Hauptgrund sei dabei die höhere Lebenserwartung von Frauen. Auch die stärkere Abwanderung von Männern in dieser Altersgruppe spiele eine Rolle, hieß es weiter.

Den höchsten Frauenüberschuss hat Schleswig-Holstein

Regional zeigten sich ebenfalls deutliche Unterschiede. Insgesamt lebten Ende 2025 in allen Bundesländern mehr Frauen als Männer. Den größten Frauenüberschuss gab es allerdings in Schleswig-Holstein mit 1.044 Frauen je 1.000 Männer, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit 1.043 und Hamburg mit 1.042 Frauen.
Am ausgeglichensten war das Verhältnis in Baden-Württemberg, Bayern und Bremen – mit zwischen 1.016 und 1.019 Frauen auf 1.000 Männer.
Der Männerüberschuss bei Jüngeren sei hingegen besonders deutlich unter den 18- bis 29-Jährigen in den ostdeutschen Flächenländern.
In Sachsen-Anhalt kamen nur 856 Frauen auf 1000 Männer, in Brandenburg 862 und in Thüringen 867. Bei den 30- bis 49-Jährigen waren Männer ebenfalls in allen Ländern in der Mehrheit, allerdings mit geringeren Unterschieden. (afp/red)
Categories
gesellschaft ticker

Bald ist Herbst! Neun Dinge, die einen jetzt erfreuen können

Der Sommer verabschiedet sich langsam, die Tage werden kürzer. Damit rücken wieder Dinge in den Fokus, die in der heißen Jahreszeit zu kurz gekommen sind. Neun Gründe, warum wir den Herbst willkommen heißen:

Der Schlaf wird wieder erholsamer

Im Sommer ist der Schlaf oft zu einer unruhigen Angelegenheit geworden. „Für den Körper sind Tropennächte oftmals sehr belastend, denn an einen erholsamen Schlaf ist bei fehlender nächtlicher Abkühlung kaum zu denken“, erklärt der Deutsche Wetterdienst.
Er definiert eine Tropennacht als eine, in der die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt. Kürzere Tage, eine tiefer stehende Sonne und damit niedrigere Temperaturen machen den Herbst zum Wohltäter des Schlafs. Die optimale Temperatur bei der nächtlichen Ruhe liegt bei 16 bis 18 Grad Celsius, so der Tipp von Schlafexperten.

Sport macht wieder mehr Spaß

Die große Sommerhitze ist vorbei, die Luft ist angenehm kühl – perfekte Bedingungen also für eine Runde Joggen, eine Radtour oder eine Wanderung durch buntes Laub. Gerade Ausdauersport fällt bei moderaten Temperaturen oft leichter als bei großer Hitze.
So zeigte etwa die Auswertung von fast 1,8 Millionen Marathonläufen, dass steigende Temperaturen die Laufleistung zunehmend beeinträchtigen. Bewegung im Freien tut zudem nicht nur dem Körper gut, sondern kann auch die Stimmung heben und Stress abbauen, stellt die WHO fest.

Mücken werden träge – Wespenvölker lösen sich auf

Wer sich einen Sommer lang über lästige Wespen bei Picknick und Barbecue geärgert hat, kann bald aufatmen: Wespenvölker lösen sich zwischen August und Oktober auf. Allerdings können Gemeine und Deutsche Wespe bei warmem Wetter bis in den Herbst hinein an Kaffeetafeln und auf der Suche nach süßen Lebensmitteln auftauchen.
Auch Stechmücken verschwinden bei Herbstanfang nicht sofort. Mit sinkenden Temperaturen werden die Tiere jedoch träger, fliegen weniger und ziehen sich in geschützte Verstecke zurück.
Im Spätsommer sind die Wespen besonders lästig, weil sie auf Suche nach süßer Nahrung sind.

Im Spätsommer sind die Wespen besonders lästig, weil sie auf Suche nach süßer Nahrung sind.

Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Die Natur legt einen großen Auftritt hin

Im Herbst zeigt sich die Natur noch einmal von ihrer spektakulären Seite: Laub verwandelt sich von Grün in Gelb, Rot und Orange. Die bunten Blätter tanzen durch die Luft und verwandeln den Boden in einen bunten Teppich.
Die tief stehende Sonne taucht Landschaften in warmes Licht, und morgens liegt oft ein geheimnisvoller Nebelschleier über Wiesen und Wäldern. Der Herbst-Spaziergang wird so zur Farb- und Sinnenreise.

Das Essen darf wieder wärmen

Wenn die Temperaturen sinken, darf das Essen wieder wärmen: Suppen, Eintöpfe, Ofengemüse oder ein warmes Frühstück sorgen für ein angenehmes Bauchgefühl und bringen saisonale Zutaten wie Kürbis, Kohl und Wurzelgemüse auf den Teller.
Ernährungswissenschaftlich ist eine warme Mahlzeit nicht grundsätzlich gesünder als eine kalte – entscheidend sind vor allem die Zutaten und ihre Zusammensetzung, so die Empfehlungen etwa des Bundesgesundheitsministeriums. Heiße Gerichte können aber das Wohlbefinden verstärken, weil der Körper bei der Verdauung Wärme freisetzt.

Der Kleiderschrank wird abwechslungsreicher

Mit dem Herbst kehrt Kleidung in den Alltag zurück, bei der Alltagstauglichkeit im Vordergrund steht: Strick, Jacken, Schals und Stiefel stehen für eine Jahreszeit, in der Kleidung wärmen, schützen und Bewegungsfreiheit lassen soll.
Im Herbst und Winter sind vielfach Komfort, funktionale Materialien und entspannte Silhouetten gefragt. Zugleich kommen vertraute Kleidungsstücke als verlässliche Begleiter durch wechselhaftes Wetter wieder zum Vorschein.

Sonnenschein wird wieder etwas Besonderes

Auch wenn der Oktober sich oft golden gibt: Die Sonne zeigt sich deutlich seltener über Deutschland als im Hochsommer. Fachleute des Deutschen Wetterdienstes geben an, dass sich die Zahl der Sonnenstunden zwischen Juli und Oktober im langjährigen Mittel halbiert.
Im Juli wurden im Zeitraum von 1991 bis 2020 durchschnittlich etwa 225 Sonnenstunden verzeichnet, im Oktober dagegen nur etwa 108 Stunden.

Die Abende werden länger

Im Herbst wird es morgens später hell und abends früher dunkel. Der Deutsche Wetterdienst beschreibt, dass der „lichte Tag“ zu dieser Jahreszeit besonders schnell kürzer wird.
Das verändert auch den Tagesablauf. Der Abend beginnt früher und lädt dazu ein, den Tag bei einem Buch, langen Gesprächen, Gesellschaftsspielen oder einer Tasse Tee ausklingen zu lassen – Fernsehen oder Streaming locken natürlich auch. Wenn draußen das Licht schwindet, entsteht drinnen Raum für Gemütlichkeit zum Beispiel bei Kerzenschein.

Die Vorfreude auf Weihnachten beginnt

Noch lange hin bis zum Advent? Die Supermarktregale vermitteln spätestens mit Beginn des Septembers anderes: Da türmen sich die Spekulatiuspackungen, frische Lebkuchen werden gesichtet.
Der frühe Verkaufsstart wird mit der Kundennachfrage begründet, mit dem Ende der Urlaubszeit wachse die Vorfreude auf die ruhigere Winterzeit, so Experten des Lebensmittelhandels. Auch Deko-Artikel in Herbstfarben liegen jetzt in allen Auslagen – etwa Laubkränze und Zierkürbisse. (dpa/red)
Categories
gesellschaft meinung ticker

„Genug gearbeitet“ – Selbstführung: Warum der Kopf zuerst aufgeräumt werden muss

Führung beginnt selten im Team. Sie beginnt im Kopf der Führungskraft. Das klingt schlicht, ist aber im Alltag unbequem. Denn es ist leichter, über unklare Mitarbeiter, politische Rahmenbedingungen, Bürokratie, Kunden oder Technik zu sprechen als über die eigene innere Ordnung.
Viele Führungskräfte sind nicht fachlich überfordert. Sie sind mental überfüllt. Zu viele offene Schleifen. Zu viele unausgesprochene Erwartungen. Zu viele Entscheidungen, die innerlich schon getroffen, aber äußerlich noch nicht ausgesprochen sind.
Diese innere Unordnung bleibt nicht privat. Sie wirkt. Im Ton. In der Geduld. In der Art, wie Aufgaben übergeben werden. In der Neigung, zu kontrollieren oder Gespräche zu vermeiden.
Ein Unternehmer sagte: „Ich merke, dass ich schneller genervt bin, aber ich weiß nicht warum.“ Wir schauten nicht zuerst auf sein Team, sondern auf seinen Kopf. Dort lagen: ein ungeklärtes Personalthema, drei nicht priorisierte Projekte, ein Konflikt mit einem Kunden und die Angst, im Herbst nicht genug Tempo zu haben. Kein Wunder, dass kleine Rückfragen plötzlich groß wirkten.
Genug gearbeitet. Genug im Außen repariert, wenn innen keine Klarheit ist.
Selbstführung ist keine Wellness. Sie ist Führungsfähigkeit. Drei Fragen helfen:
  • Was beschäftigt mich, ohne dass ich es entschieden habe?
  • Wo reagiere ich aus Müdigkeit statt aus Haltung?
  • Welche Erwartung habe ich nie klar ausgesprochen?
Ein kurzes Ritual kann reichen: freitags 20 Minuten Führungsinventur. Was ist offen? Was muss entschieden werden? Welches Gespräch ist fällig? Was muss nächste Woche nicht passieren?
Das klingt unspektakulär. Aber es verhindert, dass Führung zur Reaktion wird.
Selbstführung zeigt sich besonders unter Druck. Wenn die Politik neue Anforderungen bringt, Kunden unruhig werden, Mitarbeiter Orientierung suchen und KI zusätzliche Fragen aufwirft, braucht es Führungskräfte, die nicht nur funktionieren, sondern sich selbst sortieren können.
Ein starker Satz lautet: „Ich nehme mir Zeit zum Sortieren, damit ich nicht unsortiert führe.“ Dieser Satz wirkt zunächst wie Luxus. In Wahrheit ist er Verantwortung.
Wer sich selbst nicht führt, führt andere oft aus Reflex. Und Reflexe sind selten strategisch.
Genug gearbeitet. Welche Entscheidung liegt zuerst in Ihrem eigenen Kopf, bevor sie im Unternehmen wirksam werden kann?
Rolf Hempel | www.b-steps.de/summit | b-steps summit
Categories
ausland gesellschaft ticker

Nach Schüssen: Deutsche unter Verletzten des Schweizer Technofestivals

Nach Schüssen bei einem Technofestival in der Schweiz läuft die Fahndung auf Hochtouren. Auch Stunden nach der Tat in Aarau mit einem Todesopfer und mehreren Verletzten wollten sich die Ermittler weiterhin nicht festlegen, ob sie einen Terrorakt, einen Amoklauf oder eine Abrechnung im kriminellen Milieu untersuchen – und ob es einen oder mehrere Täter gibt.
Die Schüsse waren in der Nacht zum Sonntag gefallen. Eine 22-jährige Italienerin wurde getötet.
Vier Schweizer Männer und eine deutsche Frau erlitten leichte bis schwere Verletzungen, wie die Aargauer Kantonspolizei nach Angaben der Nachrichtenagentur „Keystone-SDA“ am späten Abend mitteilte. Die Verletzten im Alter von 24 bis 31 Jahren wurden ins Krankenhaus gebracht.
Die Schüsse am frühen Sonntagmorgen waren nach Angaben der Ermittler aus mindestens zwei Waffen abgegeben worden. Es seien unterschiedliche Hülsen von Patronen gefunden worden, die zu einer Pistole oder Maschinenpistole sowie zu einem Sturmgewehr passten.
Ob das auf zwei Täter hindeute oder ein Schütze beide Waffen nutzte, ließ die Polizei offen. Das Motiv hinter den Schüssen ist weiterhin unklar.

Erste Notrufe kurz nach dem Ende des Raves

Kurz nach dem Ende des Raves, zu dem der Veranstalter rund 3.500 Besucher erwartet hatte, gingen bei der Polizei die ersten Notrufe ein. Augenzeugen schilderten, dass viele Schüsse gefallen seien.
Da der Ernst der Lage laut Polizei sofort deutlich wurde, rückten die Einsatzkräfte mit einem Großaufgebot aus. Zum Zeitpunkt der Schüsse hielten sich demnach noch weit mehr als 100 Personen auf dem Festivalgelände auf.
Der Vorfall spielte sich bei einem seit Jahren etablierten Rave-Event auf dem Gelände des Aargauischen Rennvereins ab – etwa 40 Kilometer westlich von Zürich. Das italienische Todesopfer wohnte in der Region.

Deutsche Polizei an Fahndung beteiligt

Die Ermittler baten darum, Video- und Bildmaterial an den Instagram-Kanal der Kantonspolizei Aargau zu senden. An den allgemeinen Fahndungsmaßnahmen war routinemäßig auch die Polizei auf deutscher Seite beteiligt, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Freiburg sagte.
Angaben zu den konkreten Maßnahmen machte er nicht. Der Kanton Aargau liegt an der deutschen Grenze, eine Flucht bis nach Deutschland dauert nach Polizeiangaben von Aarau aus nur etwa 40 Minuten. (dpa/red)
Categories
deutschland gesellschaft ticker

Wechselhaftes Wetter mit einzelnen Gewittern

Die neue Woche startet mit wechselhaftem Wetter. In der Nacht zum Montag verlagern sich von Westen und Südwesten nach Osten teils schauerartige Regenfälle. „Örtlich ist auch Blitz und Donner mit von der Partie“, sagt Meteorologe Nico Bauer vom Deutschen Wetterdienst.
Nachdem der Regen aus der Nacht im Südosten rasch abzieht, beginnt der Montag laut DWD zunächst weitgehend trocken „Zwischendurch kommt vor allem in der Südhälfte auch die Sonne zum Vorschein.“
Im Tagesverlauf ziehen von Nordwesten teils kräftige Schauer und Gewitter auf. „Regenfeste Kleidung ist somit im Tagesverlauf vor allem in der Nordwesthälfte angebracht“, sagt Bauer.
Diese einzelnen Gewitter können vom Westen und Norden bis zur Mitte ausgreifen und mit kleinkörnigem Hagel, stürmischen Böen und vereinzelt Sturmböen aufwarten. Die Temperaturen gehen am Montag etwas zurück und erreichen zwischen 20 und 26 Grad.

Wechselhafter im Norden, wärmer im Süden

Am Dienstag setzt sich im Norden das wechselhafte Wetter fort – dort gibt es wiederholt Schauer und vereinzelt Gewitter. Im Süden bleibt es bei zeitweiligem Sonnenschein häufig trocken. An der Nordsee werden um 20, an der Donau bis 25 Grad erreicht.
„Und auch am Mittwoch bleibt uns die Zweiteilung zwischen einem wechselhaften Norden und einem freundlichen und spätsommerlich warmen Süden erhalten“, sagt Meteorologe Bauer.
So gebe es in den südlichen Mittelgebirgen und in den Alpen bestes Wanderwetter, während vor allem in Nordseenähe etwas Regen dabei sei.

Und wie geht es danach weiter?

„Ab der zweiten Wochenhälfte könnte der Sommer mit lupenreinem Badewetter im Süden nochmals sein Comeback geben. Dann gelangt nämlich im Südwesten auch wieder die 30-Grad-Marke in Reichweite“, sagte Bauer.
Zum kommenden Wochenende nähmen die Unsicherheiten in der Vorhersage deutlich zu: „Ob es sich dabei nur um ein kurzes Intermezzo oder um eine längere Phase mit teils hochsommerlichen Temperaturen handelt, ist noch ungewiss.“ (dpa/red)
Categories
ausland gesellschaft ticker

Schüsse bei Rave-Party in der Schweiz – Eine Tote und fünf Verletzte

Bei einer Rave-Veranstaltung ist in der Schweiz eine 22-jährige Frau durch einen oder mehrere Schüsse getötet worden. Vier Männer und eine Frau im Alter von 24 bis 27 Jahren seien teils schwer verletzt worden, berichtete die Kantonspolizei Aargau.
Alle Opfer hätten ihren Wohnsitz in der Schweiz, so die Behörden weiter. Ein oder mehrere Täter hatten am frühen Sonntagmorgen zahlreiche Schüsse abgegeben. Das Motiv für das Geschehen ist noch unklar. Nach dem oder den Tätern wurde intensiv gefahndet.
Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, das Gebiet zu meiden. Aarau im Kanton Aargau liegt etwa 40 Kilometer westlich von Zürich. Die Polizei bat darum, Video- und Bildmaterial an den Instagram-Kanal der Kantonspolizei Aargau zu senden.
Nach dem Vorfall war auch die Polizei auf deutscher Seite an den allgemeinen Fahndungsmaßnahmen beteiligt. Dies sei reine Routine in der Polizeiarbeit, betonte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Freiburg. Angaben zu den konkreten Maßnahmen machte er nicht. Der Kanton Aargau liegt an der deutschen Grenze.

Polizisten sichern am 30. August 2026 in Aarau in der Nordschweiz den Bereich hinter einem Plakat ab, auf dem für eine Rave-Party geworben wird.

Foto: Harold Cunningham/AFP via Getty Images

Tausende wurden zum Event auf Rennbahn erwartet

Tatort war das Rave-Event auf dem Gelände des Aargauischen Rennvereins. Der Verein sprach allen Angehörigen sein Mitgefühl aus.
„Die Aarauer Rave-Party wurde von einem schweren Ereignis überschattet. Die zuständigen Einsatzkräfte wurden umgehend alarmiert und waren mit den notwendigen Mitteln vor Ort, um die Situation zu bewältigen und die erforderlichen Massnahmen einzuleiten“, schrieb der Verein in einer Mitteilung.
Die Veranstalter hatten rund 3.500 Personen erwartet, wie es auf der Website hieß. Wie viele Personen zum Zeitpunkt der Schüsse auf dem Gelände waren, blieb vorerst unklar. „Das Eventgelände rund um die grösste Rennbahn der Schweiz bietet eine Location, die spezieller nicht sein könnte“, hatte der Veranstalter den „grössten Rave in der Nordwestschweiz“ im Vorfeld beworben.

DJ tief betroffen

Nach den nächtlichen Schüssen im schweizerischen Aarau hat sich der DJ der betroffenen Veranstaltung geäußert. Was auf dem Rave passiert sei, sei absolut herzzerreißend, schrieb DJ Tekibo in einer Instagram-Story. „Techno und Raves sollten ein Ort der Freiheit und Sicherheit sein.“
Er versuche immer noch, das Ganze zu verarbeiten. Er habe einen wichtigen Menschen verloren und finde einfach nicht die richtigen Worte. Er werde sich für eine bestimmte Zeit zurückziehen, kündigte er an.
Augenzeugen sagten der „Blick“, sie hätten die Schüsse zunächst für Feuerwerk gehalten. Anschließend seien viele Besucher der Technoparty in eine nahegelegene Turnhalle geflüchtet. Ein Zeuge sprach von „Schusssalven“.
Auf einem Video, das eine Einwohnerin von Aarau in Onlinenetzwerken veröffentlichte, sind menschenleeren Straßen zu sehen, während im Hintergrund offenbar mehrere Schüsse zu hören sind.

Schüsse statt Feuerwerk

Eine andere Gruppe habe sich daraufhin unter dem DJ-Pult versteckt. Eine Frau sei von einer Kugel getroffen worden. Alle Besucher des Raves seien von der Polizei in eine Turnhalle gebracht worden.
„Es war schrecklich“, so die Zeugin gegenüber der Zeitung. Das Ganze habe sich unmittelbar nach dem Ende der Veranstaltung abgespielt.
„Die

Die Polizei ist mit vielen Kräften im Einsatz.

Foto: Michael Buholzer/KEYSTONE/dpa

Die Feuerwehr sperrte das Gebiet großräumig ab. Neben der Kantonspolizei und der Feuerwehr sind mehrere Rettungsdienste vor Ort. Ebenfalls wurde das Kantonale Katastrophen Einsatzelement des Kantons Aargau aufgeboten. (afp/dpa/red)
Categories
gesellschaft ticker

Spektakulärer Ausbruch: Häftling floh über das Dach

Mit einem hollywoodreifen Ausbruch ist ein 35 Jahre alter Untersuchungsgefangener am frühen Morgen gegen 3:20 Uhr aus der JVA Duisburg-Hamborn entkommen. Das teilte das Justizministerium NRW mit. Von dem Mann gab es am frühen Vormittag keine Spur, wie ein Sprecher der Duisburger Polizei bestätigte. Die Fahndung laufe.
Der wegen Diebstahlverdachts inhaftierte Mann habe einen der Gitterstäbe vor dem Fenster seiner Zelle im dritten Stock des Gebäudes auf bisher unklare Art entfernt – möglicherweise durchgesägt, sagte ein Sprecher des Justizministeriums. Dann habe er die weitere Feinvergitterung vor dem Fenster beiseite gedrückt, sei durch den sehr schmalen Spalt geklettert und offensichtlich über das Dach geflohen.

Außen über die Fassade auf das Dach – und weg

Zuvor müsse er außen über die Fassade vom dritten in den vierten Stock geklettert sein und auch noch die Sicherung der Dachkante überwunden haben, sagte der Sprecher.
„Der heutige Ausbruch ist absolut inakzeptabel. Die oberste Priorität hat jetzt die schnelle Ergreifung des flüchtigen Untersuchungshäftlings“, erklärte NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Bündnis90/Die Grünen). Parallel müsse der Vorfall umfassend aufgeklärt werden.
Ein Sicherheitsexperte des Ministeriums sei bereits vor Ort in der Anstalt und habe die Ermittlungen aufgenommen. „Wir werden lückenlos aufklären, wie diese Sicherheitslücke entstehen konnte, um aus den Ergebnissen umgehend die notwendigen Konsequenzen zu ziehen“, kündigte der Minister an.

Häftling wurde zu sechs Jahren verurteilt

Der Mann saß laut Ministerium wegen des Diebstahlsvorwurfs seit dem 10. Februar in Untersuchungshaft. Zwischenzeitlich sei er aber zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Dieses Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. (dpa/red)
Categories
gesellschaft ticker

Spektakulärer Ausbruch in NRW: Häftling floh über das Dach

Mit einem hollywoodreifen Ausbruch ist ein 35 Jahre alter Untersuchungsgefangener am frühen Morgen gegen 3:20 Uhr aus der JVA Duisburg-Hamborn entkommen. Das teilte das Justizministerium NRW mit. Von dem Mann gab es am frühen Vormittag keine Spur, wie ein Sprecher der Duisburger Polizei bestätigte. Die Fahndung laufe.
Der wegen Diebstahlverdachts inhaftierte Mann habe einen der Gitterstäbe vor dem Fenster seiner Zelle im dritten Stock des Gebäudes auf bisher unklare Art entfernt – möglicherweise durchgesägt, sagte ein Sprecher des Justizministeriums. Dann habe er die weitere Feinvergitterung vor dem Fenster beiseite gedrückt, sei durch den sehr schmalen Spalt geklettert und offensichtlich über das Dach geflohen.

Außen über die Fassade auf das Dach – und weg

Zuvor müsse er außen über die Fassade vom dritten in den vierten Stock geklettert sein und auch noch die Sicherung der Dachkante überwunden haben, sagte der Sprecher.
„Der heutige Ausbruch ist absolut inakzeptabel. Die oberste Priorität hat jetzt die schnelle Ergreifung des flüchtigen Untersuchungshäftlings“, erklärte NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Bündnis90/Die Grünen). Parallel müsse der Vorfall umfassend aufgeklärt werden.
Ein Sicherheitsexperte des Ministeriums sei bereits vor Ort in der Anstalt und habe die Ermittlungen aufgenommen. „Wir werden lückenlos aufklären, wie diese Sicherheitslücke entstehen konnte, um aus den Ergebnissen umgehend die notwendigen Konsequenzen zu ziehen“, kündigte der Minister an.

Häftling wurde zu sechs Jahren verurteilt

Der Mann saß laut Ministerium wegen des Diebstahlsvorwurfs seit dem 10. Februar in Untersuchungshaft. Zwischenzeitlich sei er aber zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Dieses Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. (dpa/red)
Categories
ausland gesellschaft ticker

Schüsse in der Schweiz – was wir wissen und was nicht

Bei einer Veranstaltung im schweizerischen Aarau sind in der Nacht Schüsse gefallen. Es gibt mehrere Opfer, die laut Polizei Besucher auf einem Rave-Festival auf einer Pferderennbahn gewesen waren.

Was wir wissen

  • Zeitpunkt: Bei einer Veranstaltung in Aarau in der Schweiz sind in der Nacht Schüsse gefallen.
  • Opfer: Nach vorläufigen Erkenntnissen der Kantonspolizei Aargau gibt es ein Todesopfer und fünf Verletzte. Einige wurden schwer verletzt. Die Opfer sind laut Polizei Besucher eines Rave-Festivals.
  • Tatort: Tatort war die Pferderennbahn in Schachen, auf der zum Zeitpunkt des Geschehens laut Polizei ein Rave stattfand.
  • Einsatz: Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt. Auch auf deutscher Seite ist die Polizei nach Angaben des Polizeipräsidiums Freiburg auch an den allgemeinen Fahndungsmaßnahmen beteiligt.
  • Zeugen: Die Bevölkerung wurde aufgefordert, das Gebiet zu meiden, Zeugen wurden von der Polizei aufgefordert Fotos und Videos des Vorfalls zur Verfügung zu stellen.

Was wir nicht wissen

  • Zusammenhang mit dem Festival: Bisher gibt es von den Behörden keine Angaben dazu, wo genau die Schlüsse fielen und welchen Zusammenhang es genau zu der Rave-Veranstaltung gab. Die Organisatoren haben sich noch nicht geäußert.
  • Täter: Wer geschossen hat, ist bislang nicht bekannt. Die Fahndung nach der Täterschaft läuft. Es ist bislang nicht bekannt, ob es einen oder mehrere Täter gab.
  • Opfer: Ob es weitere Opfer gibt, ist noch unklar.
  • Hintergrund: Warum die Schüsse fielen, die genauen Umstände und der Ablauf der Tat sind bisher noch unklar und Gegenstand der Ermittlungen.
Die Polizei ist mit vielen kräften im Einsatz.

Die Polizei ist mit vielen kräften im Einsatz.

Foto: Michael Buholzer/KEYSTONE/dpa

(dpa/red)
Categories
gesellschaft meinung ticker

Radikale, die diese Welt verneinen

Pazifismus und Gewaltlosigkeit sind zwei Erscheinungsformen desselben religiösen Prinzips der Weltverneinung (oder Weltüberwindung). Beide sind Sache der Spiritualität, nicht der Politik.
Wer das versteht, wird die Vertreter dieses religiösen Prinzips im politischen Raum nicht einfach als „Träumer“ verspotten. Diese Einsicht sollte aber auch denen zu denken geben, die tatsächlich zu Spott Anlass geben, indem sie behaupten, ihre Religion sei die beste Politik – denn sie ist gar nicht Politik und verliert, als solche missverstanden, den heilsamen Einfluss einer spirituellen Weisheit.

Gewaltlosigkeit ist extrem und radikal

Gewaltlosigkeit ist nur dann die richtige moralische Haltung, wenn es niemals eine Rechtfertigung für Gewaltanwendung gibt. Und der Pazifismus ist nur dann die richtige politische Position, wenn es niemals eine Rechtfertigung für Kriegshandlungen gibt. Die Sachlogik des Pazifismus wie der Gewaltlosigkeit ist dieselbe; sie ist sowohl extrem als auch radikal, das heißt prinzipiell nicht kompromissfähig mit dem üblichen Diskurs.
Bei uns wird im Zwischenmenschlichen auch da, wo keine gesetzlichen Vorgaben bestehen, Gewaltanwendung im Allgemeinen nicht völlig verurteilt. Wird man körperlich bedrängt, so ist es moralisch in Ordnung, Gewalt anzuwenden, um sich zu schützen; eskalieren Wortwechsel in traumatisierender oder ehrabschneidender Weise, so sind verbale und gestische Drohungen, in krassen Fällen auch sanfte körperliche Gewalt wie Festhalten oder Schubsen akzeptiert, um ernsthafte Gewalt zu verhindern.
All das fällt in unserer Kultur unter Stichworte wie „auf den Tisch hauen“ oder „jemandem beistehen“; anlässlich von Videos aus dem Nahverkehr spricht die Presse auch schon mal von der „Rettung“ eines Fahrgastes durch einen „Helden“.
Der Pazifismus ist dem allgemeinen politischen Diskurs ebenso fremd wie das Prinzip der Gewaltlosigkeit den normalen moralischen Diskussionen. Schon der Aufbau unserer Staaten dreht sich nur darum, wer Zwangsgewalt auch gegen den Körper warum und wie ausüben darf. Die Gewaltenteilung ist die Zuteilung des Rechts, Gewalt über die Beherrschten auszuüben. Gewaltlose und Pazifisten können schon Staaten nicht mögen.
Trotz des zwischenstaatlichen Gewaltverbots der UN-Charta sind aktuell weltweit viele Dutzend kriegerische Konflikte im Gange. Und die politische Diskussion dreht sich etwa in Sachen Ukraine, Iran und Palästina darum, unter welchen Bedingungen die Kriegshandlungen beendet werden könnten – nicht darum, ob sie prinzipiell erlaubt sind. Alle meinen, dass es rechtmäßige Kriegshandlungen geben kann.

Sind Pazifisten dumm?

Ernsthafte Vertreter von Gewaltlosigkeit und Pazifismus sind folglich dieser sozialen Welt fremd und werden in diesem Sinne von ihren Einwohnern zu Recht als „weltfremd“ bezeichnet. Sie gehen an die Wurzel, die Grundvoraussetzung des üblichen Diskurses in Moral und Politik, dass nämlich Gewalt manchmal gerechtfertigt ist, und bestreiten das.
Sie können in privaten Konflikten außer durch ihr mildes Beispiel keinen Einfluss nehmen – denn jemand, der pauschal jede Gewalt ablehnt, kann auch ein harsches Wort von Eltern an ihre Kinder nicht akzeptieren, dürfte den Sonntagskrimi gar nicht erst einschalten und wird nicht im Fußballstadion darüber jubeln, dass die „eigene“ Mannschaft eine andere „besiegt“.
In einen politischen Diskurs, der nur die Modalitäten von Gewaltanwendung verhandelt, ja der im Kriegsfall zur Propaganda-Show wird, in der die einen Bombenwerfer „menschenverachtende Kriegsverbrecher“ und die anderen „Verteidiger der Freiheit“ sein sollen, kann der Pazifist gar nicht erst eintreten.
Redet er doch mit, wird er einen fairen Interessenausgleich als Voraussetzung für Frieden ansprechen und Tatsachen zum Konflikt anführen. Schon an dieser Stelle hat der Pazifist Glück, wenn er nur als „Diktatorenversteher“ oder „Knecht“ irgendeiner Imperialmacht bezeichnet wird; sein Friedensappell wird als Parteinahme interpretiert. Der Pazifist kann tatsächlich nichts anderes zur Kriegsdiskussion beitragen als die Bemerkung, dass es diese Diskussion gar nicht geben dürfte.
Gewaltlose geben, so scheint es, jeden realen Einfluss auf Verlauf und Ausgang aktueller Diskussionen auf. Warum tun sie das? Ist so etwas für den Frieden zu erreichen? Sind die Prediger der Gewaltlosigkeit einfach dumme Leute?
Nein. Pazifisten wissen etwas, was die Allgemeinheit nicht weiß. Deshalb haben sie eine vernünftige Begründung dafür, dass Gewalt niemals gerechtfertigt sein kann – während alle anderen bloß rationale Gründe für ihre Gewaltausübung finden.

Verbundenheit über alles

Pazifisten glauben, dass die Welt etwas ist, das überwunden werden muss – und dazu muss unser Handeln dem richtigen Prinzip folgen. Gewaltlosigkeit ist ein moralisches Prinzip. Damit beansprucht es, ein Maßstab der Maßstäbe zu sein – ein Kriterium, das sich an alle menschengemachten Situationen und Verhältnisse anlegen lässt, um ihre Rechtmäßigkeit zu beurteilen.
Der Pazifist ist also jemand, der für sich eine letztgültige Einsicht gewonnen hat, der sich nun alles in der Welt beugen soll. Und dazu muss er über das Ganze der Welt und seinen Sinn oder Unsinn zu einem Urteil gelangt sein. Dazu muss er philosophieren oder religiös glauben, oder aber – auch eine Möglichkeit – eine Philosophie für sich als Religion, als letzte Rückversicherung, gelten lassen.
Was ist die letztgültige Einsicht des Pazifisten? Wir können sie erschließen, indem wir uns fragen, welche Absicht hinter der Forderung nach Gewaltlosigkeit steht. Gewalt entsteht, wenn jemand sein Interesse nicht durch Überzeugen und Kooperation durchsetzen kann, und dies nicht akzeptieren will.
Normale Leute und Realpolitiker verhalten sich manchmal so: Sie finden rationale Gründe für die Anwendung von Gewalt im Zwischenmenschlichen und unter Staaten. Sie achten Kooperation und Überzeugung durch Gründe im Zweifel geringer als die Durchsetzung ihres Interesses. Sie bleiben mit dem anderen nur so lange in Verbundenheit, wie es ihnen nützt.
Das Grundprinzip ist hier egoistisch: Es geht ihnen zwar um Sachen, aber um Sachen für sich. Das Einzige, was sich in dieser Mentalität im Konfliktfall nicht zu rechtfertigen hat, was also absolut gesetzt wird, ist die Befriedigung der eigenen Interessen.
Was wäre das nun für ein Mensch, der, nachdem seine Argumente und Kooperationsangebote nicht gefruchtet haben, auf sein Interesse verzichtet? Und der jedem Staatslenker raten würde, im Zweifel einen Angriff auf sein Land nicht abzuwehren? Denn das bedeutet es, Gewaltanwendung konsequent abzulehnen und damit den Gewalttätigen im Begegnungsfall (der kein Konfliktfall sein würde) das Feld zu überlassen.
Es müsste jemand sein, der etwas für wichtiger erachtet als jedes seiner eigenen Interessen und als jedes denkbare Interesse eines Staates. Der Gewaltlose entscheidet sich, die Verbundenheit mit dem anderen nie aufzugeben, auch wenn dieser ihn zu etwas nötigt, ihn verletzt oder anders beeinträchtigt. Verbundenheit muss der absolut gesetzte Wert des Pazifisten sein, ja noch mehr, eine als motivierend, als erhebend, als beglückend empfundene Verbundenheit: Liebe.

In Liebe die Welt überwinden

Ein Pazifist ist jemand, der sich in der Liebe sieht und in ihr bleiben wird, es komme, was da wolle. Jemand, der sich existenziell sicher ist, dass, wie Jesus, Nietzsche und der Buddha es fast in denselben Worten sagen, „Hass nie durch Hass, sondern durch Liebe zu Ende kommt“ und dass er selbst entweder durch Gott geliebt ist oder – die buddhistische Variante – durch die Kultivierung von Liebe zu allen Wesen sein Leid überwinden kann.
Es geht Pazifisten um die Gestaltung einer liebenden Seele, eines liebevollen Geisteslebens und – soweit sie können – einer liebevollen Gemeinschaft. Sie sind nicht Parteipolitiker. Solche Menschen können wir immer an einer oder zwei Händen abzählen.
Sie sind Radikale, die diese Welt, wie sie ist, verneinen und sie zur Vernunft der Liebe ermahnen, um derentwillen sie ihre rationalen Gründe für ihre Gewalt vergessen sollen. Es gibt solche Menschen fast nicht. Und doch scheinen sie es zu sein, um deren Beispiel dafür, was möglich ist, sich die Geschichte dreht.
Und ersparen wir den „Weltlingen“ unter uns diese Wahrheit nicht: Unter Pazifisten gibt es keinen Krieg. Folglich lautet die sittlich richtige Frage nicht, wann die Pazifisten endlich Gewalt zu akzeptieren lernen, sondern wie lange ich noch brauche, Pazifist zu werden.
Vom Autor: Der Bestseller „Im Moralgefängnis: Spaltung verstehen und überwinden“ von Michael Andrick ist erhältlich im Epoch Times Shop.
Categories
ausland gesellschaft ticker

Schüsse nahe Rave-Party in der Schweiz – Polizei: „Mehrere Opfer“

Am Rande einer Rave-Party in Aarau im Norden der Schweiz sind Schüsse gefallen. Es gebe „mehrere Opfer“, erklärte die Kantonspolizei Aarau am Sonntag. Ein Großeinsatz der Polizei laufe, teilten die Beamten weiter mit.
Die Menschen wurden aufgefordert, dem Gebiet fernzubleiben. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht gemacht.
Örtliche Medien berichteten, der laufende Polizeieinsatz könne bedeuten, dass noch nach Verdächtigen gefahndet werde. Die Schweizer Zeitung „Blick“ berichtete, dass die Schüsse vor 3:00 Uhr am Rande des „Aarauer Rave“ gefallen seien.

Party mit 3.500 Besuchern

Dabei handelt es sich um eine Techno-Party von Samstagnachmittag bis in die Nacht zum Sonntag mit rund 3.500 Besuchern auf der Pferderennbahn von Aarau.
Der Vorfall sei auf die „Pferderennbahn lokalisiert“, zitierte „Blick“ Polizeisprecherin Vanessa Rumpold. Die Polizei könne „mehrere Schussabgaben bei einer größeren Personengruppe“ bestätigen. (afp/red)
Categories
ausland gesellschaft ticker

Schüsse bei Rave-Party in der Schweiz – Polizei: Ein Toter und fünf Verletzte

Am Rande einer Rave-Party in Aarau im Norden der Schweiz sind Schüsse gefallen. Es gebe „mehrere Opfer“, erklärte die Kantonspolizei Aarau am Sonntag. Später meldete die Polizei einen Toten und fünf Verletzte.
Ein Großeinsatz der Polizei laufe, teilten die Beamten weiter mit. Auf einem Video, das die Schweizer Zeitung „Blick“ veröffentlicht hat und das von der Nähe des Tatorts stammen soll, sind rund zehn Schüsse zu hören.
Demnach fielen diese vor 3:00 Uhr am Rande des „Aarauer Rave“. Unklar ist, wer die Schüsse abgegeben hat. Die Menschen wurden aufgefordert, dem Gebiet fernzubleiben. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht gemacht.

Party mit 3.500 Besuchern

Dabei handelt es sich um eine Techno-Party von Samstagnachmittag bis in die Nacht zum Sonntag mit rund 3.500 Besuchern auf der Pferderennbahn von Aarau.
Der Vorfall sei auf die „Pferderennbahn lokalisiert“, zitierte „Blick“ Polizeisprecherin Vanessa Rumpold. Die Polizei könne „mehrere Schussabgaben bei einer größeren Personengruppe“ bestätigen.
Die Polizei bittet darum, Video- und Bildmaterial an den Instagram-Kanal der Kantonspolizei Aargau zu senden. (afp/dpa/red)
Categories
gesellschaft meinung ticker

Warum manche Nutzer den Kommentarbereich mehr lieben als den Artikel

In den letzten Jahrzehnten hat sich ein relativ neues Genre von Internetinhalten herausgebildet. Man könnte es treffender als „Meta-Inhalte“ bezeichnen – also Inhalte über Inhalte. Ich beziehe mich auf die Kommentarbereiche unter YouTube-Videos, Nachrichtenartikeln und Social-Media-Beiträgen – eine chaotische Umgebung, die abwechselnd humorvoll, herzzerreißend und erschreckend ist.
„Ein Kommentar ist weit mehr als eine stille Erweiterung eines Beitrags – er offenbart das Wesen einer Community und deren Werte“, schrieb Laurent Francois, Kreativstratege und Social-Media-Experte für Luxus- und Lifestyle-Marken. „Er ist zu einem Medium innerhalb des Mediums geworden.“
Kommentarbereiche mit ihren schrägen Witzen, leidenschaftlichen Debatten und überraschenden Perspektiven sind zu einem so lebendigen Bestandteil des Online-Diskurses geworden, dass sie manchmal sogar den Hauptinhalt (den Nachrichtenbeitrag, den Social-Media-Beitrag oder das Video, aus dem sie hervorgegangen sind) in den Schatten stellen.

Was eine Studie herausfand

Eine aktuelle Studie der University of Texas at Austin belegte, was viele bereits vermutet hatten: Eine große Zahl von Internetnutzern interessiert sich mehr für den Kommentarbereich als für den Artikel oder das Video selbst.
Wie Corinne Purtill für das Magazin „Quartz“ berichtete: „Mehr als die Hälfte der Menschen, die Kommentare zu Nachrichtenbeiträgen hinterlassen, verbringen laut der Studie genauso viel oder mehr Zeit mit den Kommentaren als mit dem eigentlichen Beitrag. … Fast 20 Prozent geben zu, mehr Zeit im Kommentarbereich zu verbringen als mit dem Beitrag selbst.“
Zwar meiden die meisten Nutzer die Kommentarbereiche von Nachrichtenseiten (teilweise wegen ihrer potenziellen Boshaftigkeit), doch gibt es immer noch eine beträchtliche Minderheit, die den Artikel kaum liest, bevor sie sich in den Kommentarbereich stürzt, um ihre Meinung zu äußern. Nutzer, die mindestens einmal pro Woche Kommentare hinterlassen, waren der Studie zufolge eher Männer und Personen mit einem High-School-Abschluss.

Vom wertvollen Diskurs bis hin zur Schlangengrube

Der Kommentarbereich kann sogar für diejenigen attraktiv sein, die nicht vorhaben, ihre eigenen Ansichten zu teilen. Jeder dritte Nutzer überfliegt zumindest die Kommentare, auch wenn er nicht vorhat, selbst einen Kommentar zu hinterlassen. Ein Teil der Anziehungskraft hängt mit der Unvorhersehbarkeit dieser Bereiche zusammen. „Im besten Fall sind Kommentarbereiche blühende Beispiele für einen zivilisierten Diskurs“, schrieb Purtill. „Im schlimmsten Fall sind sie von Trollen befallene Gruben der Grausamkeit, Bigotterie und Ignoranz, in denen persönliche Angriffe und Beleidigungen als Dialog gelten.“
Als Autor bin ich sicherlich schon auf Fälle gestoßen, in denen Leser das, was ich geschrieben habe, völlig falsch interpretiert und mir die böswilligsten Absichten unterstellt haben. Gleichzeitig gab es zahlreiche Kommentatoren, die verstanden haben, was ich geschrieben habe, und mir dafür auf die freundlichste Art und Weise ihre Wertschätzung ausgedrückt haben. In Kommentarbereichen findet man beide Extreme.

Anonyme Offenheit

Die meisten von uns haben wahrscheinlich schon einmal einen Dialog in einem Kommentarbereich mit entsetztem Interesse, mit Gelächter oder vielleicht sogar mit einem echten Gefühl menschlicher Solidarität verfolgt. Manche Menschen zeigen sich in Kommentarbereichen überraschend verletzlich und berichten von tiefen persönlichen Kämpfen oder Verlusten.
Der Kommentarbereich wird teils auch dafür genutzt, ganz persönliche Einblicke zu geben. Foto: dusanpetkovic/iStock

Der Kommentarbereich wird teils auch dafür genutzt, ganz persönliche Einblicke zu geben.

Foto: dusanpetkovic/iStock

Wahrscheinlich gibt ihnen die relative Anonymität das Gefühl, sich online auf eine Weise öffnen zu können, wie sie es persönlich niemals könnten. Solche Kommentare sind kurz und gewähren flüchtige Einblicke in die verborgenen Sorgen, die wir mit uns tragen – normalerweise verborgen unter dem Mantel des Alltags und gesellschaftlicher Erwartungen. Online durchbrechen Offenheit und sogar Verletzlichkeit manchmal die Fassade.
Warum sind diese Online-Dialogräume so verlockend? Auf Reddit, dem „Kommentarbereich“ par excellence, schrieb ein Nutzer: „Warum willst du die Kommentare lesen? Wahrscheinlich, um menschliche Verbindung zu suchen, d. h., um die Leere der Einsamkeit zu füllen.“
Manche gehen aus Einsamkeit in die Welt der Kommentare. Foto: Aleksandr Golubev/iStock
Ein anderer Reddit-Nutzer meinte, der Grund, warum sich die Leute direkt den Kommentarbereichen zuwenden, sei, dass sie dadurch einen Dopamin-Kick bekommen. „Man wird durch das Neue belohnt (Dopamin-Schub!). Kommentare sind immer neu und anders, und manchmal sind sie sogar richtig, richtig gut (was EXTRA lohnend ist, da probabilistische Belohnungen beim Training noch besser wirken als sichere, kleine Belohnungen). Man wurde also darauf trainiert: ‚Wenn ich zu den Kommentaren nach unten scrolle, bekomme ich einen Dopamin-Schub.‘ Also scrollt man weiter.“
Eine andere weit verbreitete Meinung wird von einem dritten Kommentator in dem Reddit-Thread zum Ausdruck gebracht: „Mir ist klar geworden, dass ich in gewisser Weise sehen will, was andere denken, um meine eigenen Meinungen zu bestätigen, was völlig daneben ist.“

Der „Unterhaltungsteil“ unter dem Artikel

Manchmal sind die Kommentarbereiche einfach unterhaltsamer als der Inhalt selbst. Ein Beispiel dafür ist das Genre der absichtlich witzigen Amazon-Rezensionen. Dabei handelt es sich um offensichtlich übertriebene und absurde Scheinkritiken zu seltsamen Produkten auf Amazon, wie etwa einem UFO-Detektor, einer Pferdemaske und dem Buch „How to Avoid Huge Ships“ (dt. etwa: „Wie man großen Schiffen ausweicht“). Um diese Produkte hat sich eine kleine Kult-Anhängerschaft gebildet – nicht wegen der Produkte selbst, sondern wegen der zum Schreien komischen Kommentare dazu, bei denen jeder Nutzer versucht, die anderen an Kreativität und Humor zu übertreffen.
Für manche ist der Kommentarbereich eine ganz eigene Subkultur, in der sie Spaß mit Gleichgesinnten haben können. Foto: fizkes/iStock

Für manche ist der Kommentarbereich eine ganz eigene Subkultur, in der sie Spaß mit Gleichgesinnten haben können.

Foto: fizkes/iStock

Humor kann auch mit gesellschaftskritischen Anmerkungen, Satire oder politischem Widerstand verbunden sein. Ich habe einmal beobachtet, wie eine Gruppe von Tolkien-Fans die von Tolkien inspirierte Streaming-Serie von Amazon „The Rings of Power“, regelrecht verriss, indem sie abwegige Kommentare zu einer Reihe von YouTube-Trailern der Serie veröffentlichte.
Die Kommentatoren etablierten eine feste Formel, bei der sie eine absurde Sequenz, die in der eigentlichen Serie gar nicht vorkommt, als ihren „Lieblingsteil“ bezeichneten. Es war eine ausgeklügelte und spielerische Art, das zu verspotten, was Fans in der neuen Adaption als Untreue gegenüber Tolkiens Werk empfanden. Und es wurde unglaublich beliebt, sodass einige Kommentarbereiche unter „Rings of Power“-Videos fast ausschließlich aus diesen urkomischen, spöttischen Kommentaren bestanden.
„Der Rattenfänger von Hameln“ – eine alte deutsche Sage aus dem 13. Jahrhundert, wurde auch von den Gebrüdern Grimm aufgegriffen. Das Verschwinden von 130 Kindern der Stadt hatte in den ältesten Überlieferungen eher mit einem flötespielenden Verführer und später mit dem Teufel als mit einer Rattenplage zu tun. Märchen gehörten in der Vor-Internet-Ära zur Grundausstattung der Kindheit – eine Art Offline-Dopamin-Kick mit Lerneffekt. Heutzutage ist Unterhaltung oft mehr oberflächlicher Natur und schnelllebig. Foto: NGvozdeva/iStock

„Der Rattenfänger von Hameln“ – eine alte deutsche Sage aus dem 13. Jahrhundert, wurde auch von den Gebrüdern Grimm aufgegriffen. Das Verschwinden von 130 Kindern der Stadt hatte in den ältesten Überlieferungen eher mit einem flötespielenden Verführer und später mit dem Teufel als mit einer Rattenplage zu tun. Märchen gehörten in der Vor-Internet-Ära zur Grundausstattung der Kindheit – eine Art Offline-Dopamin-Kick mit Lerneffekt. Heutzutage ist Unterhaltung oft mehr oberflächlicher Natur und schnelllebig.

Foto: NGvozdeva/iStock

Digitale „Brotkrumen“ sammeln

Während ich mich von Video zu Video klickte und die Gegenreaktion der Fans auf die Serie verfolgte, beschäftigte ich mich mit dem, was Laurent Francois als „Kommentar-Surfen“ bezeichnet: „die Praxis, einem Kommentar-Faden von einem Video zum nächsten, von einem Account zum nächsten zu folgen, so als würde man Brotkrumen durch einen digitalen Wald verfolgen.“ Er erklärt: „Es ist nicht der Beitrag, der uns in seinen Bann zieht, sondern der Kommentar, der Neugier weckt und uns dazu anregt, ‚den Kontext‘ zu ergründen.“
Die Meta-Inhalte rund um die „Rings of Power“-Videos boten Tolkien-Fans einen Raum, sich miteinander zu vernetzen, sich gegen die kommerzielle Ausbeutung geliebter Literatur zu wehren und für Lacher zu sorgen. Kommentarbereiche wie jene unter den „Rings of Power“-Videos sind zu Mikrogemeinschaften geworden, mit eigenen Sprachen und Bräuchen. Mit Francois’ Worten: „Ein Kommentar ist ein Medium innerhalb eines Mediums. … Der Kommentar ist nicht mehr nur eine Reaktion – er ist ein Teil der kulturellen Weitergabe.“ Diese Weitergabe umfasst das Reflektieren und sogar das Verändern der Botschaft oder Geschichte, die im Primärinhalt enthalten ist. Kommentare „bereichern den Kontext, verdrehen Bedeutungen und erzählen Geschichten innerhalb der Geschichte.“

„Kommentarkultur“ als Produkt

Clevere Marken und Influencer haben begonnen, diese neue Form des Diskurses zu ihrem Vorteil zu nutzen und eine für ihre Produkte spezifische „Kommentarkultur“ zu entwickeln. Aus Marketingsicht können Kommentare ein wirkungsvolles Instrument sein, um das Publikum einzubinden, Meinungen zu mobilisieren und Markenimages aufzubauen. (Das sollte sich „Rings of Power“ zu Herzen nehmen.)
Die Höhen und Tiefen der Kommentarbereiche spiegeln eine Form der kulturellen Teilhabe wider, die nur im Internetzeitalter existieren kann. In kurzen, oft grammatikalisch fehlerhaften Einwürfen sehen wir die Menschlichkeit oft lebendiger zum Ausdruck kommen, als wir es im realen Leben tun würden – sowohl das Gute als auch das Schlechte.
Online-Kommentarbereiche haben zweifellos die Qualität des öffentlichen Diskurses verschlechtert und zu voreiligen Urteilen, irrationalen persönlichen Angriffen und alarmistischen Klagen geführt. Aber sie bieten auch Raum für bürgerschaftliches Engagement, gesellschaftliche Kommentare sowie menschliche Solidarität und Mitgefühl in einem schrägen, unvorhersehbaren Format.
Es ist ein wilder Ort – der Dschungel der Internetkommentare. Aber es überrascht wohl kaum, dass manche Menschen sich mehr zu diesem widerspenstigen Gewirr hingezogen fühlen, in dem sowohl die Blumen als auch die Dornen der Menschheit zur Schau gestellt werden, als zu dem Artikel oder Video, um das es sich dabei eigentlich dreht.

Ob durch Influencer oder andere Unternehmen: Zunehmend wird auch die Kommentarwelt profitorientiert erschlossen.

Foto: ronstik/iStock

Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Why Some Users Care More About the Comments Section Than the Article“. Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: (sm)
Categories
etplus gesellschaft meinung ticker

Wenn trotz ungeahnter Übereinstimmung alles aus dem Lot läuft

Das negative Mediensentiment gegen das Merz-Kabinett wird weniger.
Kaum hatte Schwarz-Rot im vergangenen Jahr gestartet, da dominierte schon der Vorwurf des „Betrugs“. Die sonst üblichen 100 Tage Einarbeitungszeit schienen nicht zu gelten. Zwölf Monate überboten sich die meisten Journalisten im Spiel „Wer findet die meisten Haare in der Suppe“. Das gipfelte im Mai dieses Jahres, als Kanzler Merz von deutschen Leitmedien selbst im Vergleich mit dem Medienimage von Russlands Präsident Wladimir Putin schlechter dargestellt wurde.
Doch jetzt nach der Sommerpause sind die Trenddaten in Sachen Wirtschaftsaufschwung nicht länger zu verdrängen – mit dem Resultat, dass dies am Ende natürlich auch auf das Konto der Amtsinhaber einzahlen wird.
Die spannende Frage: Erreicht dieser Umschwung in der Auswahl, welche Fakten und wie dem Wahlvolk präsentiert werden, den Souverän, der im September erst in Sachsen-Anhalt, dann in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern seine Entscheidung trifft?

Verblüffende Ergebnisse

Die aktuelle „Common Sense Index“-Umfrage verblüfft: Wer die Ergebnisse der Schlüsselfrage („Glauben Sie, dass Ihr Bundesland gesellschaftlich und politisch derzeit eher auf einem guten
Weg oder eher nicht auf einem guten Weg ist?“) nach Parteizugehörigkeit auswertet, sieht Zustimmung für den eingeleiteten Wandel von CDU über SPD, Grüne bis zur FDP. Im Verhältnis von 60:40.
Da die Anhänger der AfD dies jedoch extrem anders sehen (18:82) und dies von denen, die sich bislang noch nicht einer bestimmten Partei zuordnen lassen wollen, geteilt wird (26:74), liegt der Gesamtwert zum Sommer allerdings bei 39:61.

Foto: Institut für Medienwirkungsforschung Media Tenor International

Für alle Wahlkämpfer ist entscheidend: Seit dem Zweiten Weltkrieg hellen sich die Einschätzungen auf, sobald der Wahlkampf in die entscheidenden letzten zwei bis drei Wochen kommt.
Dann wird bei Umfragen mehr nachgedacht, weil es nicht mehr um Denkzettel, sondern um das reale eigene Leben in den kommenden Jahren geht. Dabei bieten die Ergebnisse der Medienanalyse wie auch der frischen Umfrage zu „Common Sense“ und Meinungsfreiheit weitere Überraschungen.

Foto: Institut für Medienwirkungsforschung Media Tenor International

Hohe Übereinstimmung

Zum einen zeigen die Daten, dass nicht nur die Menschen in Berlin, Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern, sondern alle Deutschen in wichtigen Fragen in hohem Maße übereinstimmen. Bei einer Zustimmung von über 90 Prozent legen alle beispielsweise höchsten Wert auf:
  1. Die Wahrnehmung der eigenen Ansichten wie auch die des politischen Gegners
  2. Die Sehnsucht, das eigene Leben sicher planen zu können
  3. Sicherheit sowie Gestaltungsfreiheit für das eigene Leben
  4. Heimatverbundenheit – so ist der Stolz auf die Heimat ungebrochen
Ob es um den Ausbau des Energieangebotes – unter anderem auch unter Einbeziehung moderner KKW (dem bundesweit inzwischen 59 Prozent der Deutschen zustimmen) – geht, um die Reduktion der Zahl gesetzlicher Krankenkassen von derzeit 93 auf 10 (bundesweit 64 Prozent Zustimmung), um die Reduktion der Gewalt gegen Frauen (bundesweit 60 Prozent Zustimmung), um die Intensivierung der Reformen im Gesundheitssektor (bundesweit 67 Prozent Zustimmung) oder um die Inflationsbekämpfung, Alterssicherung und soziale Sicherheit: Über 20 konkrete Politikfelder wurden vor der Wahl abgefragt und zeigen, dass die Deutschen mehr eint als trennt.

Foto: Institut für Medienwirkungsforschung Media Tenor International

Selbst die Umfragen zum Gesamtkomplex „Was ist typisch deutsch?“ liefern umfangreiche Impulsdaten, die eine gut vorbereitete Diskussion ermöglichen: Denn nahezu keine der vermeintlichen Bedrohungen (Migration, Globalisierung, Digitalisierung und demographischer Wandel) liefert besorgniserregende Werte.
Als Max Weber Politik als „das Bohren dicker Bretter“ umschrieb, warnte er nicht nur diejenigen, die für die unterschiedlichen Parteien als Repräsentanten nach errungenem Mandat über Kompromisse das Leben möglichst vieler zu verbessern versuchen. Er sprach auch diejenigen an, die über dieses Arbeiten informieren.

Dominanz des Negativen

Wenn insbesondere bei den öffentlich-rechtlichen Medien seit Jahrzehnten mit einem Anteil von um die 40 Prozent Beitrag für Beitrag das Negative dominiert, wenn insbesondere die Volksvertreter, die als Repräsentanten der Menschen mit einem Anteil von mehr als 50 Prozent vor allem als Versager und raffgierige Egoisten vermittelt werden, wenn die Leistungsträger in Medizin, Bildung und vor allem Wirtschaft kaum zu Wort kommen, dann entsteht ein Grundklima, das weder von gutem Willen noch von Hoffnung oder gar Respekt geprägt ist.
Nach über 40 Jahren in diesem Metier würde ich nicht so weit gehen, dass dies bewusst geschieht. Viele der ausgestrahlten Beiträge verdienen Aufmerksamkeit. Aber bei Wirkungsfragen gilt für Medien die Erfahrung aus der Medizin. Die Dosis entscheidet darüber, ob das beabsichtigte Ziel erreicht oder verfehlt wird. Und der Sound, den ARD, Deutschlandradio und ZDF ohne Not seit mehr als 20 Jahren verbreiten, ähnelt sehr den Sprüchen bei der AfD oder der Linke.

Foto: Institut für Medienwirkungsforschung Media Tenor International

Es geht aber nicht allein um den ÖRR, der seit 40 Jahren wissenschaftlich unterlegt seine Funktionsaufträge zu Vielfalt, Integration, Konvergenz und Vorbild eher verfehlt als erfüllt.

Vorwürfe gegen Springer

Es geht auch um Vorwürfe, die in den vergangenen Wochen gegenüber dem Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer SE, Dr. Mathias Döpfner, laut wurden. Allein die Diskussion darüber, ob ein Verleger einen Politiker zu einem bestimmten Verhalten auffordert und bei Nichtberücksichtigung mit entsprechend negativer Berichterstattung bedroht, ist gefährlich.
Die Grafik zeigt jedoch, dass die Vorwürfe gegen Springer nicht zu 100 Prozent aus der Luft gegriffen sind. Mittlerweile rudert „BILD“ teilweise wieder zurück.

Foto: Institut für Medienwirkungsforschung Media Tenor International

Entsprechend gilt es – wie wie beim ÖRR – auch bei den privaten Medien das Gespräch zu starten, ob in den vergangenen Wochen und Monaten tatsächlich überall noch die Standards des Journalismus eingehalten wurden.
Das gilt insbesondere im Zusammenhang mit der Darstellung von Meinungsumfragen – die in den meisten Fällen eher Medienreflexe sind als Ergebnis eigenständiger Urteilsbildung. Dass der europäische Verband der Meinungsforscher auf vermehrte Fehldarstellungen hingewiesen hat, könnte ebenfalls zum Nachdenken beitragen.
Categories
gesellschaft ticker

Expertenanalyse: Buckelwal-DNA-Daten doch identisch

Im Juli hatte es großes Rätselraten um vermeintliche Erkenntnisse zu Buckelwal Timmy aus der Analyse zweier Gewebeproben gegeben. Nun bestätigt die Auswertung eines Experten, dass es sich bei dem tot vor der dänischen Insel Anholt angespülten Tier tatsächlich um den in einer Art Becken Richtung Nordsee transportierten Timmy handelte.
Die beiden analysierten Datensätze wiesen rund 99,91 Prozent Übereinstimmung auf, was bedeute, dass sie „praktisch identisch“ seien, teilte der Molekulargenetiker Bertram Brenig von der Universität Göttingen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Andere Fachleute bestätigten, dass es sich bei einem solchen Grad an Übereinstimmung um ein und dasselbe Tier handele.
Brenig äußerte sich nicht zur Herkunft der untersuchten Proben und auch nicht dazu, ob sie sachgemäß behandelt wurden. Seine Analyse beziehe sich rein auf die zur Verfügung gestellten DNA-Daten.

Verwirrende Aussagen

Die Kleintierärztin Kirsten Tönnies, die der privaten Initiative zum Transport des Wals angehört hatte, hatte bei einer Pressekonferenz im Juli erklärt, sie habe Gewebeproben des Wals – vom Schiff und von der Insel Anholt – von einem chinesischen Labor auswerten lassen.
Die Abweichungen seien so groß, dass die DNA nicht einmal von derselben Tierart stammen könne, sagte sie, erklärte aber zugleich, von DNA-Analysen keine Ahnung zu haben.
Die Tierärztin Anne Herrschaft, die ebenfalls zur Initiative gehört hatte, hatte darauf bezogen direkt betont, sie habe keinerlei Zweifel daran, dass der tot vor Anholt angespülte Wal derjenige war, der zuvor von der Ostsee-Insel Poel aus Richtung Nordsee gebracht wurde. „Er hat Merkmale, die ich auf Anholt erkannt habe.“ Zudem sei sie dabeigewesen, als Taucher den Tracker vom Wal abnahmen.
Hinzu kommt, dass die Daten des von der Initiative angebrachten und ausgewerteten Senders klar zeigten, dass der Wal nach dem Aussetzen wieder Richtung Ostsee schwamm. Kurz vor Anholt erlosch das Signal – ein Tracker sendet nur an der Wasseroberfläche, sinkt das Tier tot auf den Grund, gibt es keine Übertragung mehr.
Der Buckelwal war am 3. März in Wismar gesichtet worden. Am 23. März wurde er auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand entdeckt und strandete später mehrfach erneut.
Ab dem 31. März lag das schwer geschwächte Tier vor der Insel Poel, bis die Initiative am 28. April mit ihm Richtung Nordsee startete. Etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt wurde es am 2. Mai im Skagerrak ausgesetzt. Knapp zwei Wochen später, am 14. Mai, wurde das Buckelwal-Weibchen tot vor Anholt angespült. (dpa/red)