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Kolumbien: Verschütteter Vater rettete Baby in seinen Armen

Ein Baby und dessen Vater sind nach dem schweren Erdbeben im Westen Kolumbiens lebend aus einem eingestürzten Haus gerettet worden.
Der Mann schützte das etwa zwei Monate alte Kind mit seinem Körper, als das fünfstöckige Gebäude kollabierte, wie kolumbianische Medien berichten. Die Details der Rettung am 10. August wurden jetzt bekannt.

Rettung durch Polizisten

Zwei Polizisten, die gerade in der Gegend waren, seien auf den Trümmerberg geklettert, berichtete der Sender „Caracol“. „Wir hörten Weinen und Stöhnen“, erzählte einer der Beamten, Ronald García. Es habe auch stark nach Gas gerochen.
„Ich bin selbst Vater und habe eine vierjährige Tochter. Ohne groß nachzudenken, haben wir angefangen, zu graben.“ Anwohner hätten dabei geholfen. Sie hätten schließlich zu dem Vater und seinem Sohn namens Salomón vordringen können.
Der noch halb vergrabene Mann hielt das Baby fest in seinen Armen, um es zu schützen, wie der Polizist weiter berichtete. „Er bat uns nur, sein Kind nicht sterben zu lassen.“ Schließlich konnten beide in ein Krankenhaus gebracht werden.
Ihr Zustand sei stabil, heißt es in den Berichten. Die Mutter und deren Bruder seien aber noch unter den Trümmern. „Möge Gott, dass sie am Leben sind“, sagte der Polizist. Die Suche geht weiter.

Rettungskräfte und Freiwillige suchen am 11. August 2026 in Cali, Kolumbien, in den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes nach Überlebenden.

Foto: Joaquin Sarmiento/AFP via Getty Images

Rettungskräfte bargen derweil auch am 11. August eine 32-jährige Frau lebend aus den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes. Daniela Largo wurde in eine blaue Decke gehüllt aus den Trümmern getragen, während sich die Rettungskräfte umarmten und Angehörige vor Freude jubelten.

Bisher mindestens 216 Tote und über 2.500 Verletzte

Das Erdbeben der Stärke 7,4 hatte sich am 10. August ereignet. Das Epizentrum lag nahe der westkolumbianischen Gemeinde San José del Palmar im Departamento Chocó, einer relativ armen Region an der Pazifikküste. Mehr als hundert Wohn- und Bürogebäude in mehreren Städten und Orten stürzten in sich zusammen.
Soldaten, Feuerwehrleute und Freiwillige durchsuchen weiter eingestürzte Gebäude. In Pereira und in Cali setzten Rettungskräfte Kräne, Spürhunde und schwere Maschinen ein.
Freiwillige bildeten Menschenketten, um die Trümmer von Hand zu räumen, in der Hoffnung, unter den Trümmern verschüttete Menschen zu erreichen.
Bei dem Beben sind nach jüngsten Zahlen der Regierung mindestens 216 Menschen getötet und mehr als 2.500 verletzt worden. Die Behörden hatten die Zahl der Todesopfer zuvor mit 241 angegeben.
Allein in Cali, der Hauptstadt des Departments Valle del Cauca, gab es 95 Tote, mehr als 180 Menschen gelten noch als vermisst. Die Stadt hat rund 2,3 Millionen Einwohner. (dpa/afp/red)
 
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Inflation: Energiepreise bleiben zentraler Preistreiber – 2 Euro pro Liter Sprit an Tankstellen neue Normalität

Kräftig steigende Energiepreise nach dem Auslaufen des Tankrabatts haben die Teuerungsrate in Deutschland im Juli auf 2,8 Prozent getrieben. Von Juni auf Juli des laufenden Jahres zogen die Verbraucherpreise um 0,8 Prozent an. Das Statistische Bundesamt bestätigte seine vorläufigen Berechnungen.
„Die Energiepreise verteuerten sich weiterhin überdurchschnittlich und blieben somit zentraler Preistreiber“, erläuterte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand.
In den nächsten Monaten könnte es mit der Teuerung weiter nach oben gehen. Die Hoffnung, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet wird, hat sich vorerst zerschlagen.
Die für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtige Meerenge ist wegen des seit Ende Februar schwelenden Konflikts am Persischen Golf faktisch blockiert. Das bekommt eine Volkswirtschaft wie Deutschland, die von Rohstoffimporten abhängig ist, deutlich zu spüren.

Energiepreise steigen sprunghaft an

Im Mai und im Juni hatte die Bundesregierung mit einer Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um knapp 17 Cent pro Liter den Preisauftrieb gedämpft. Die Inflationsrate sank bis auf 2,3 Prozent im Juni.
Noch im April hatte der Ölpreisschock infolge des Irakriegs die Teuerungsrate mit 2,9 Prozent auf den höchsten Stand seit Januar 2024 getrieben.
Nun zogen die Energiepreise in Deutschland wieder sprunghaft an: Im Juli mussten Verbraucher fürs Tanken und Heizen 8,3 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor, wie die Wiesbadener Statistiker errechnet haben. Im Juni hatten die Energiepreise nur um 3,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen.
Inzwischen sind Spritpreise von mehr als zwei Euro je Liter an Tankstellen hierzulande wieder die Regel. Die Dürre könnte Sprit zumindest regional zusätzlich verteuern.
Das Niedrigwasser auf wichtigen Transportwegen wie dem Rhein erhöhe die Logistikkosten für den Transport von Kraftstoffen und einzelnen Vorprodukten teilweise deutlich, erklärte der ADAC.

Kaufkraft unter Druck

Immerhin steigen die Nahrungsmittelpreise seit Monaten vergleichsweise moderat. Im Juli lagen sie wie in den beiden Vormonaten um 0,4 Prozent über dem Vorjahresmonat.
Teurer binnen Jahresfrist waren im Juli etwa Fleisch und Fleischwaren (plus 1,9 Prozent) sowie Zucker und Süßwaren (plus 4,0 Prozent). Deutlich günstiger als im Vorjahresmonat war Butter (minus 30,1 Prozent).
Wenn Energie nicht bald wieder erschwinglicher wird, könnten auch die Lebensmittelpreise stärker anziehen: Transport, Kühlung und Lagerung kosten derzeit mehr und Ökonomen erwarten, dass sich dies auch in Preisen im Supermarkt niederschlagen wird. Dazu kommt die Trockenheit, die der Landwirtschaft zusetzen und die Ernte schmälern könnte.
Dienstleistungen, zu denen Restaurantbesuche und Reisen zählen, verteuerten sich im Juli um 2,9 Prozent und damit etwas weniger als in beiden Vormonaten zuvor.
Höhere Teuerungsraten schmälern die Kaufkraft: Die Menschen können sich dann für einen Euro weniger leisten. Das bremst den privaten Konsum, der eine wichtige Stütze der Binnenkonjunktur ist. (dpa/red)
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Inflation: 2 Euro pro Liter Sprit an Tankstellen neue Normalität

Kräftig steigende Energiepreise nach dem Auslaufen des Tankrabatts haben die Teuerungsrate in Deutschland im Juli auf 2,8 Prozent getrieben. Von Juni auf Juli des laufenden Jahres zogen die Verbraucherpreise um 0,8 Prozent an. Das Statistische Bundesamt bestätigte seine vorläufigen Berechnungen.
„Die Energiepreise verteuerten sich weiterhin überdurchschnittlich und blieben somit zentraler Preistreiber“, erläuterte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand.
In den nächsten Monaten könnte es mit der Teuerung weiter nach oben gehen. Die Hoffnung, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet wird, hat sich vorerst zerschlagen.
Die für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtige Meerenge ist wegen des seit Ende Februar schwelenden Konflikts am Persischen Golf faktisch blockiert. Das bekommt eine Volkswirtschaft wie Deutschland, die von Rohstoffimporten abhängig ist, deutlich zu spüren.

Energiepreise steigen sprunghaft an

Im Mai und im Juni hatte die Bundesregierung mit einer Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um knapp 17 Cent pro Liter den Preisauftrieb gedämpft. Die Inflationsrate sank bis auf 2,3 Prozent im Juni.
Noch im April hatte der Ölpreisschock infolge des Irakriegs die Teuerungsrate mit 2,9 Prozent auf den höchsten Stand seit Januar 2024 getrieben.
Nun zogen die Energiepreise in Deutschland wieder sprunghaft an: Im Juli mussten Verbraucher fürs Tanken und Heizen 8,3 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor, wie die Wiesbadener Statistiker errechnet haben. Im Juni hatten die Energiepreise nur um 3,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen.
Inzwischen sind Spritpreise von mehr als zwei Euro je Liter an Tankstellen hierzulande wieder die Regel. Die Dürre könnte Sprit zumindest regional zusätzlich verteuern.
Das Niedrigwasser auf wichtigen Transportwegen wie dem Rhein erhöhe die Logistikkosten für den Transport von Kraftstoffen und einzelnen Vorprodukten teilweise deutlich, erklärte der ADAC.

Kaufkraft unter Druck

Immerhin steigen die Nahrungsmittelpreise seit Monaten vergleichsweise moderat. Im Juli lagen sie wie in den beiden Vormonaten um 0,4 Prozent über dem Vorjahresmonat.
Teurer binnen Jahresfrist waren im Juli etwa Fleisch und Fleischwaren (plus 1,9 Prozent) sowie Zucker und Süßwaren (plus 4,0 Prozent). Deutlich günstiger als im Vorjahresmonat war Butter (minus 30,1 Prozent).
Wenn Energie nicht bald wieder erschwinglicher wird, könnten auch die Lebensmittelpreise stärker anziehen: Transport, Kühlung und Lagerung kosten derzeit mehr und Ökonomen erwarten, dass sich dies auch in Preisen im Supermarkt niederschlagen wird. Dazu kommt die Trockenheit, die der Landwirtschaft zusetzen und die Ernte schmälern könnte.
Dienstleistungen, zu denen Restaurantbesuche und Reisen zählen, verteuerten sich im Juli um 2,9 Prozent und damit etwas weniger als in beiden Vormonaten zuvor.
Höhere Teuerungsraten schmälern die Kaufkraft: Die Menschen können sich dann für einen Euro weniger leisten. Das bremst den privaten Konsum, der eine wichtige Stütze der Binnenkonjunktur ist. (dpa/red)
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12.08.2026 | Inflationsrate von 2,8 Prozent im Juli bestätigt | Geheimdienstreform vor Verabschiedung | Sachsen-Anhalt: Spitzenkandidaten im MDR-Gespräch

HEUTE8:28 Uhr

Bilger will private Investoren für Infrastruktur-Sanierung

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) will für die Sanierung der Infrastruktur in Deutschland verstärkt private Investoren aktivieren. Öffentlich-private Partnerschaften sollen ausgebaut werden. Private Betreiber könnten dafür Haushaltsmittel für die Bereitstellung und den Erhalt eines Autobahnabschnitts erhalten. 

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HEUTE8:17 Uhr

Inflationsrate von 2,8 Prozent im Juli bestätigt

Das Statistische Bundesamt bestätigt für Juli 2026 eine Inflationsrate von 2,8 Prozent (Juni: 2,3 Prozent). Energie verteuerte sich binnen eines Jahres um 8,3 Prozent, Kraftstoffe um 23 Prozent, Leichtes Heizöl um 34,7 Prozent. Die Preise für Nahrungsmittel steigen um 0,4 Prozent – am stärksten Rind- und Kalbfleisch sowie Süßwaren. Günstiger wurden Butter, Speisefette und -Öle.

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HEUTE7:51 Uhr

Junge Union NRW will mit Ukraine bei Drohnenabwehr kooperieren

Die Junge Union NRW fordert nach dem Drohnenvorfall in Leipzig einen engeren Austausch deutscher Sicherheitsbehörden mit der Ukraine. Künftig sollen Polizei-, Sicherheits- und Katastrophenschutzbehörden dauerhaft zusammenarbeiten. Geplant sind regelmäßige Hospitationen, gemeinsame Fortbildungen und ein strukturierter Austausch unter anderem zum Erkennung von Drohnen, Schutz und Warnsysteme für die Bevölkerung. Die Staatskanzlei unterstützt dies.
HEUTE7:30 Uhr

Nach 45 Versicherungsjahren: Jede 2. Frau erhält weniger als 1.450 Euro Rente

53,6 Prozent der Frauen und 21,5 Prozent der Männer, die 45 Jahre lang in die Rente eingezahlt haben, erhalten weniger als 1.450 Euro monatlich. Ohne weiteres Einkommen liegt dies unterhalb der Armutsgrenze. Bei Männern waren es in Sachsen-Anhalt und Sachsen fast 40 Prozent beziehungsweise 45 Prozent, in NRW 15,3 Prozent.

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HEUTE7:22 Uhr

Bilger fordert Rücknahme der Cannabis-Teillegalisierung

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) fordert angesichts der Zunahme der Verkehrstoten in Deutschland die Rücknahme der Teillegalisierung von Cannabis. Mit Blick auf die Verkehrssicherheit sei das ein „großer Fehler“. Die vereinbarte Evaluierung solle durchgeführt werden.

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HEUTE6:46 Uhr

Sachsen-Anhalt: Spitzenkandidaten im MDR-Gespräch

Knapp vier Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stellen sich die Spitzenkandidaten von CDU, AfD, SPD, Grünen, Linkspartei, FDP und BSW am Mittwochabend im MDR den Bürgern (21:00 Uhr). In der Sendung „Fakt ist! Wahlarena aus Magdeburg“ werden auch Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) und Ulrich Siegmund (AfD) live Fragen beantworten.

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HEUTE6:31 Uhr

Warken verteidigt Geheimdienstreform – Scharfe Kritik von Kubicki

Das Bundeskabinett will heute die Geheimdienstreform verabschieden. Laut Kanzleramtschefin Nina Warken ist dies die umfangreichste Reform der Nachrichtendienste seit ihrem Bestehen. Ziel sei, Verfassungsschutz und BND zu stärken und mehr Möglichkeiten zu geben. FDP-Chef Wolfgang Kubicki nennt dies einen „historischen Tabubruch“ und will in Deutschland keine Geheimpolizei.

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HEUTE6:18 Uhr

Polizei: Waldbrand in Südhessen war offenbar Brandstiftung

Der Waldbrand bei Rodenbach in Südhessen nahe der Landesgrenze zu Bayern dürfte laut Ermittlern vorsätzlich ausgelöst worden sein. Die Kriminalpolizei ermittelt in alle Richtungen und sicherte verdächtige Spuren. Nach mehreren Feuern wurden die Menschen zum Wassersparen aufgerufen, um genug Reserven für die Löscharbeiten zu haben.
In dem betroffenen Waldgebiet bei Rodenbach stehen Nachlöscharbeiten an.

In dem betroffenen Waldgebiet bei Rodenbach stehen Nachlöscharbeiten an.

Foto: Andreas Arnold/dpa

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HEUTE6:05 Uhr

EU-Regeln verbieten PFAS in Fast-Food-Verpackungen

Ab heute dürfen in der EU keine fettabweisenden Burger-Boxen oder Gebäckpapiere mit bestimmten Schadstoffen mehr auf den Markt gebracht werden – es gelten neue Grenzwerte für PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen). Was in Lagern liegt, darf noch verwendet werden. Die Stoffe stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Ab 2030 greifen weitere Verpackungsregeln.

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HEUTE5:45 Uhr

Rund 40 Staaten warnen vor Gefahren unangekündigter Tests ballistischer Raketen

Die USA und rund 40 weitere Staaten warnen gemeinsam vor den Gefahren unangekündigter Tests atomwaffenfähigen ballistischer Raketen. Sie erhöhten das Risiko von Fehleinschätzungen und bedrohten Frieden und Sicherheit. Ohne China direkt zu nennen, verweisen sie auf „jüngste Raketentests“ im Pazifik, bei denen Standards „nicht eingehalten“ worden seien. Gefordert wird, derartige Tests mindestens 24 Stunden zuvor anzukündigen.

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HEUTE5:34 Uhr

Sachsen-Anhalt: BSW für überparteilichen Ministerpräsidenten – AfD lehnt ab

Das BSW schlägt einen überparteilichen Ministerpräsidenten für Sachsen-Anhalt vor. Konkrete Namen fielen nicht. Sollten die anderen Parteien dieses Modell ablehnen, „werden wir uns im dritten Wahlgang enthalten“, sagte Wagenknecht in Bezug auf die Wahl eines Ministerpräsidenten im Landtag. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund wies den Vorschlag zurück.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen
 

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Viele Unternehmen erwarten sinkende Löhne wegen KI

Viele Unternehmen in Deutschland erwarten durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) eher sinkende Löhne in den nächsten fünf Jahren. Das ergab eine aktuelle Umfrage des ifo-Instituts.
Vor allem Arbeitskräfte mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung haben mit niedrigeren Löhnen zu rechnen – das gab etwa jedes zweite Unternehmen an, das KI bereits nutzt. Bei Arbeitskräften mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung rechnen rund 40 Prozent mit Lohnkürzungen.

Jedes Dritte Unternehmen sieht die Löhne stabil

Jedoch erwartet gleichzeitig, abhängig von der Qualifikation der Beschäftigten, ein Drittel bis die Hälfte der Unternehmen stabile Löhne.
„Künstliche Intelligenz wird aus Sicht vieler Unternehmen die Löhne nicht für alle Beschäftigten gleichermaßen beeinflussen“, sagte Ifo-Forscherin Anna Ruffert. „Am ehesten rechnen sie bei weniger erfahrenen Arbeitskräften mit sinkenden Löhnen.“

Dienstleister, Handel und Bau sehen das unterschiedlich

Am häufigsten rechnen Dienstleister mit sinkenden Löhnen für ihre Arbeitskräfte. Bei Beschäftigten mit kurzer Berufserfahrung sagen dies 53,3 Prozent, bei Beschäftigten mit längerer Berufserfahrung 44,2 Prozent.
Unter den Händlern sind es 47,9 Prozent beziehungsweise 41,3 Prozent, gefolgt vom Verarbeitenden Gewerbe mit 46,5 Prozent und 38,9 Prozent.
Die Bauunternehmen geben seltener an, dass die Löhne wegen KI sinken: 39 Prozent bei kürzerer Berufserfahrung und 31,3 Prozent bei längerer. Diese Angaben beziehen sich auf Beschäftigte ohne (Fach-)Hochschulabschluss.
Ein Arbeiter inspiziert die Baustelle eines Mehrfamilienhauses aus dem 3D-Drucker.

Ein Arbeiter inspiziert die Baustelle eines Mehrfamilienhauses aus dem 3D-Drucker.

Foto: Dieter Menne/dpa

Hochschulabsolventen sehen Chance auf steigenden Lohn

Für Beschäftigte mit einem (Fach-)Hochschulabschluss verändern sich die Erwartungen für einen sinkenden Lohn kaum. Jedoch gibt es für sie öfter die Chance auf einen steigenden Lohn, insbesondere zusammen mit einer längeren Berufserfahrung.
So erwarten 26 Prozent der Unternehmen bei dieser Gruppe einen positiven Effekt des KI-Einsatzes auf die Löhne, bei kurzer Berufserfahrung sehen immer noch 16,3 Prozent eine Verbesserung des Gehalts.
Zum Vergleich: Bei Niedrigqualifizierten mit kurzer Berufserfahrung liegt der Anteil bei nur 5,9 Prozent. „Für Arbeitskräfte mit formalen Abschlüssen – besonders in Kombination mit längerer Berufserfahrung – halten Unternehmen häufiger positive Lohneffekte durch KI für möglich“, so Ruffert.

KI am Bau – Löhne steigen

Insbesondere die KI-nutzenden Unternehmen im Bau erwarten hier steigende Löhne für Höherqualifizierte. Der Anteil liegt mit kurzer Berufserfahrung bei 24,0 Prozent und bei 29,8 Prozent, wenn die Arbeitskraft mehr als fünf Jahre Berufserfahrung hat.
Unter den Dienstleistern sind es 14,9 Prozent und 27,3 Prozent, im Handel 15,9 Prozent und 24,9 Prozent und im Verarbeitenden Gewerbe 15,6 Prozent und 24,2 Prozent. (dts/red)
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12.08.2026 | Geheimdienstreform vor Verabschiedung | Sachsen-Anhalt: Spitzenkandidaten im MDR-Gespräch | Jede 2. Frau erhält weniger als 1.450 Euro Rente

HEUTE7:30 Uhr

Nach 45 Versicherungsjahren: Jede 2. Frau erhält weniger als 1.450 Euro Rente

53,6 Prozent der Frauen und 21,5 Prozent der Männer, die 45 Jahre lang in die Rente eingezahlt haben, erhalten weniger als 1.450 Euro monatlich. Ohne weiteres Einkommen liegt dies unterhalb der Armutsgrenze. Bei Männern waren es in Sachsen-Anhalt und Sachsen fast 40 Prozent beziehungsweise 45 Prozent, in NRW 15,3 Prozent.

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HEUTE7:22 Uhr

Bilger fordert Rücknahme der Cannabis-Teillegalisierung

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) fordert angesichts der Zunahme der Verkehrstoten in Deutschland die Rücknahme der Teillegalisierung von Cannabis. Mit Blick auf die Verkehrssicherheit sei das ein „großer Fehler“. Die vereinbarte Evaluierung solle durchgeführt werden.

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HEUTE6:46 Uhr

Sachsen-Anhalt: Spitzenkandidaten im MDR-Gespräch

Knapp vier Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stellen sich die Spitzenkandidaten von CDU, AfD, SPD, Grünen, Linkspartei, FDP und BSW am Mittwochabend im MDR den Bürgern (21:00 Uhr). In der Sendung „Fakt ist! Wahlarena aus Magdeburg“ werden auch Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) und Ulrich Siegmund (AfD) live Fragen beantworten.

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HEUTE6:31 Uhr

Warken verteidigt Geheimdienstreform – Scharfe Kritik von Kubicki

Das Bundeskabinett will heute die Geheimdienstreform verabschieden. Laut Kanzleramtschefin Nina Warken ist dies die umfangreichste Reform der Nachrichtendienste seit ihrem Bestehen. Ziel sei, Verfassungsschutz und BND zu stärken und mehr Möglichkeiten zu geben. FDP-Chef Wolfgang Kubicki nennt dies einen „historischen Tabubruch“ und will in Deutschland keine Geheimpolizei.

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Polizei: Waldbrand in Südhessen war offenbar Brandstiftung

Der Waldbrand bei Rodenbach in Südhessen nahe der Landesgrenze zu Bayern dürfte laut Ermittlern vorsätzlich ausgelöst worden sein. Die Kriminalpolizei ermittelt in alle Richtungen und sicherte verdächtige Spuren. Nach mehreren Feuern wurden die Menschen zum Wassersparen aufgerufen, um genug Reserven für die Löscharbeiten zu haben.
In dem betroffenen Waldgebiet bei Rodenbach stehen Nachlöscharbeiten an.

In dem betroffenen Waldgebiet bei Rodenbach stehen Nachlöscharbeiten an.

Foto: Andreas Arnold/dpa

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HEUTE6:05 Uhr

EU-Regeln verbieten PFAS in Fast-Food-Verpackungen

Ab heute dürfen in der EU keine fettabweisenden Burger-Boxen oder Gebäckpapiere mit bestimmten Schadstoffen mehr auf den Markt gebracht werden – es gelten neue Grenzwerte für PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen). Was in Lagern liegt, darf noch verwendet werden. Die Stoffe stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Ab 2030 greifen weitere Verpackungsregeln.

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HEUTE5:45 Uhr

Rund 40 Staaten warnen vor Gefahren unangekündigter Tests ballistischer Raketen

Die USA und rund 40 weitere Staaten warnen gemeinsam vor den Gefahren unangekündigter Tests atomwaffenfähigen ballistischer Raketen. Sie erhöhten das Risiko von Fehleinschätzungen und bedrohten Frieden und Sicherheit. Ohne China direkt zu nennen, verweisen sie auf „jüngste Raketentests“ im Pazifik, bei denen Standards „nicht eingehalten“ worden seien. Gefordert wird, derartige Tests mindestens 24 Stunden zuvor anzukündigen.

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Sachsen-Anhalt: BSW für überparteilichen Ministerpräsidenten – AfD lehnt ab

Das BSW schlägt einen überparteilichen Ministerpräsidenten für Sachsen-Anhalt vor. Konkrete Namen fielen nicht. Sollten die anderen Parteien dieses Modell ablehnen, „werden wir uns im dritten Wahlgang enthalten“, sagte Wagenknecht in Bezug auf die Wahl eines Ministerpräsidenten im Landtag. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund wies den Vorschlag zurück.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen
 

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Verkehrsminister: Versorgung trotz Niedrigwasser gesichert – Bauwirtschaft warnt

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) sieht trotz der anhaltenden Niedrigwasserlage auf wichtigen Wasserstraßen derzeit keine Versorgungsengpässe.
„Stand jetzt ist die Versorgung gewährleistet“, sagte Bilger der „Rheinischen Post“ vor einer Schaltkonferenz mit den Verkehrsministern der Länder an diesem Mittwoch. Je mehr Güterverkehr von der Wasserstraße auf Schiene und Straße verlagert werde, desto geringer sei das Risiko von Versorgungsproblemen.
Die Beratungen mit den Ländern dienten der Abstimmung, man werde auch über zusätzliche Maßnahmen sprechen. Denn es sei davon auszugehen, dass die Niedrigwasserproblematik bis Ende August anhalte. Deshalb müsse man weiter handeln.

Ausbau der Wasserstraßen

Bilger setzt sich für den Ausbau der Flüsse in Deutschland ein. Grundsätzlich sollten alle ein Verständnis dafür haben, dass die Wasserstraße Unterstützung verdiene, weil sie der „umweltfreundlichste Verkehrsträger“ sei, sagte er dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“.

Schiffe am 7. August 2026 auf dem Rhein in Godorf bei Köln.

Foto: Ina Fassbender/AFP via Getty Images

Vertrauen in die Binnenschifffahrt könne nur bestehen, wenn es nicht regelmäßig zu Niedrigwasserproblemen komme. Deswegen brauche es einen Ausbau der Wasserstraße, um langfristig für mehr Zuverlässigkeit zu sorgen, so Bilger.
Die Kritik von Naturschutzverbänden, die einen Ausbau ablehnen und stattdessen für lebendige Flüsse werben, ist ihm bekannt. „Ich werde darüber auch mit den Umweltverbänden sprechen“, sagte er mit Blick auf seine Ausbaupläne.

Niedrigwasserschiffe weiter fördern – Lob für die Bahn

Der Minister setzte sich ebenso dafür ein, die Förderung von Niedrigwasserschiffen in voller Höhe beizubehalten. Diese war von zunächst 36 Millionen Euro für 2027 zwischenzeitlich aus Haushaltsgründen halbiert worden.
„Das Anliegen bringen wir in die parlamentarischen Haushaltsberatungen ein“, sagte Bilger. Parallel würden die erforderlichen europäischen Abstimmungen vorangetrieben, damit eine Fortführung der Förderung nicht unnötig verzögert werde. Die Rückmeldung der Branche zu dem Thema sei deutlich gewesen.
Die Pegelstände im Rhein in NRW wie hier in Duisburg fallen weiter

Die Pegelstände im Rhein in NRW wie hier in Duisburg fallen weiter

Foto: Federico Gambarini/dpa

Der Deutschen Bahn sprach Bilger ein Lob aus: „Ich bin dankbar, dass die Bahn sich umgehend gekümmert und zusätzliche Kapazitäten bereitgestellt hat.“ Dazu gehörten weitere Waggons, deren Zahl noch steigen solle. Entscheidend seien aber auch die verfügbaren Strecken und das notwendige Personal. Dazu bleibe man im Austausch mit der Bahn, sagte Bilger.

Bauindustrie: Erste Engpässe angekündigt

Die Bauindustrie sieht die Lage kritischer. „Lieferengpässe für erste Baustoffe sind von den Lieferanten bereits angekündigt worden für den Fall, dass die Situation noch länger anhält, wovon derzeit auszugehen ist“, sagte Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“.
Flächendeckende Baustopps sehe er aktuell nicht. Je länger und ausgeprägter die Niedrigwasserphase allerdings anhalte, desto größer werde das Risiko von Engpässen, höheren Logistikkosten und Verzögerungen.
Wasserstraßen seien für den Transport großer Mengen schwerer Güter von besonderer Bedeutung. Bitumen beispielsweise komme in der Asphaltproduktion zum Einsatz und werde in großen Mengen auf Binnenschiffen transportiert. Gerade bei großen Mengen lasse sich ein Binnenschiff nicht ohne Weiteres durch Lkw oder Züge ersetzen, so Müller.
Hinzu komme, dass die Schiffe derzeit nicht mehr voll beladen werden könnten, weil der Tiefgang dann zu groß wäre. Das erhöhe die Kosten je transportierter Tonne.
Für die Bauwirtschaft bedeute das zunächst vor allem: Die Versorgung mit Baustoffen kann teurer und schwieriger planbar werden, warnte der Verbandschef. (dpa/dts/afp/red)
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Peking besteuert private Auslandsvermögen mit 20 Prozent – mehr Kapitalflucht und Auswanderung erwartet


In Kürze:

  • Steuerbehörden in Peking und Hangzhou erheben nun eine Einkommensteuer von 20 Prozent für Auslandsvermögen.
  • Steuerprüfungen erfolgen teilweise rückwirkend bis ins Jahr 2000.
  • „Das wird Kapitalflucht und Auswanderung der Wohlhabenden beschleunigen“, sagte ein Kapitalmarktexperte.
  • Die Ausreisekontrollen wurden verschärft.

 
Chinesische Steuerbehörden in Peking und Hangzhou erheben seit einigen Tagen eine 20-prozentige Einkommensteuer für Privatpersonen auf Erträge aus in Hongkong abgeschlossenen ausländischen Versicherungsverträgen.
Dies geschah im Zuge der Einführung neuer Steuerregelungen für das Auslandsvermögen chinesischer Staatsbürger am 24. Juli durch das Finanzministerium.
Analysten erklärten gegenüber Epoch Times, dass das chinesische Regime zur Bewältigung seiner finanziellen Schwierigkeiten auf private Vermögenswerte im Ausland abzielt – was zu einer Abwanderung wohlhabender Chinesen führt.
Das große, vom chinesischen Staat zensierte Finanzmedium „Caixin“ berichtete am 5. August von der Steuer. Seither fallen die von Festlandbewohnern auf Hongkonger Versicherungskonten gehaltenen Gelder in den Prüfungsbereich der Steuerbehörden des Festlandchinas. Ein einheitliches landesweites Verfahren wurde laut dem Bericht bislang noch nicht festgelegt.

Auch Chinesen mit anderer Staatsbürgerschaft betroffen

Auch nach dem Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit oder eines dauerhaften Aufenthaltsstatus im Ausland können Chinesen steuerlich in China ansässig bleiben, wenn dort ihre wirtschaftlichen Hauptinteressen liegen.
Die neuen Vorschriften verlangen zudem, dass bestehende Trusts bisher nicht gezahlte Steuern innerhalb von 90 Tagen nachzahlen. Andernfalls werden die Steuerbehörden die nicht oder zu wenig gezahlten Steuern sowie die Verzugszinsen einziehen und eine Strafe verhängen.
Ein Trust verwaltet in diesem Fall Vermögen für chinesische Familien außerhalb Chinas und kann beispielsweise Aktien, Immobilien, Anleihen und andere Wertpapiere, Bankguthaben, Kryptowährungen, Edelmetalle oder auch Unternehmensbeteiligungen halten. Oft übernehmen Treuhänder in Hongkong diese Arbeit.

Steuerprüfung rückwirkend bis 25 Jahren

Das chinesische Regime nutzt den internationalen Datenaustausch Common Reporting Standard, um Informationen über ausländische Finanzkonten chinesischer Steuerpflichtiger zu erhalten. Laut einem Bericht der „Financial Times“ prüfen die chinesischen Behörden diese Vermögen in einigen Fällen bis zurück ins Jahr 2000.
Xu Zhen, hochrangiger Experte auf dem chinesischen Kapitalmarkt, bestätigte Epoch Times, dass die chinesischen Behörden Steuererhebungen auf das Auslandsvermögen chinesischer Staatsbürger durchführen, die bis zu 25 Jahre zurückreichen.
„Die rückwirkende Steuererhebung für einen Zeitraum von 25 Jahren wird die Kapitalflucht und die Auswanderung der Wohlhabenden beschleunigen.“
Xu weiter: „Unternehmer und Gründer von Start-ups stellen das wertvollste Kapital einer Nation für die wirtschaftliche Entwicklung dar. Wenn Kapital und Wohlhabende das Land verlassen, wird Chinas Wirtschaft weiter an Wachstumsdynamik und Innovationskraft verlieren. Dadurch wird sich die Kluft zwischen China und den Vereinigten Staaten in Bezug auf die wirtschaftliche und technologische Wettbewerbsfähigkeit erheblich vergrößern.“

Schock für Chinas mächtige Familien

Bei den neuen Steuervorschriften für Auslandsvermögen gehe es um mehr als die Steuerprüfung, sagte Sun Kuo-hsiang, Professor für internationale Beziehungen und Wirtschaft an der Universität Nanhua in Taiwan. Vielmehr ziele sie darauf ab, Offshore-Vermögenswerte transparent, nachvollziehbar und steuerpflichtig zu machen.
„Für Chinas wohlhabende und mächtige Familien ist der größte Schock der Verlust des Sicherheitsgefühls, das sie einst daraus gewonnen haben, Hongkonger Versicherungsverträge, Offshore-Trusts, ausländische Brokerkonten und Family Offices zu nutzen, um ihr Vermögen abzuschirmen“, so Sun.
Über die Auswirkungen sagte er: „Strategien zur Vermögensallokation werden zwangsläufig in Richtung konformer Berichterstattung, der Nachzahlung von Steuern, interner Umstrukturierungen und sogar einer beschleunigten Auswanderung von Familienmitgliedern verlagert.“

Verschärfte Ausreisekontrollen

Unterdessen haben die chinesischen Behörden auch kürzlich eine neue Fassung der „Regelungen zur Ein- und Ausreisekontrolle“ erlassen, mit der die Kontrollen für Chinesen, die das Land verlassen, verschärft werden.
Betroffen sind auch diejenigen, die bereits Staatsbürger anderer Länder geworden sind. Diese neuen Vorschriften sollen offiziell am 15. September in Kraft treten.
Gemäß diesen Vorschriften sind Behörden und Regierungen auf Kreisebene befugt, eigenständig Entscheidungen zu treffen, welche die Ausreise von Einwohnern beschränken. Zudem sollen sie eine umfassende Aufsicht über Vermittlungsagenturen für Ein- und Ausreisen ausüben.
Auch für chinesische Staatsbürger ist es immer schwieriger, einen Reisepass zu erhalten; einige wurden sogar dazu aufgefordert, ihre Pässe abzugeben.
Die neuen Ein- und Ausreisebestimmungen haben zu einer gewissen Dezentralisierung geführt, sagte Xu. Damit werde die Kontrolle über den grenzüberschreitenden Personenverkehr in die Hände untergeordneter lokaler Behörden gelegt – was zu mehr Korruption führe.
„Wenn wohlhabende Personen das Land verlassen wollen, könnten sie dazu aufgefordert werden, höhere Steuern zu zahlen oder den lokalen Beamten und den für ihren Fall zuständigen Mitarbeitern höhere ‚Tribute‘ zu zahlen“, sagte er.
„Außerdem könnte ein Mehrheitsaktionär dazu gezwungen werden, als Geisel oder Verhandlungsmasse zu dienen, um die Ausreisegenehmigung für den Rest der Familie zu sichern – Szenarien wie diese sind durchaus möglich.“

Wird China zu einem „neuen Nordkorea“?

Wenn wohlhabende Chinesen das Land verlassen möchten, dies aber aufgrund der Ausreisekontrollen nicht können, greifen sie oft auf Strategien zurück, die eine Trennung und Risikominimierung beinhalten. Professor Sun aus Taiwan nennt als Beispiel „die vorzeitige Verlagerung von Kapital, Aufenthaltsstatus, Familienangehörigen oder Unternehmensstrukturen ins Ausland“.
„Zu diesen Maßnahmen gehören die Nachzahlung von Steuern zur Absicherung, die Diversifizierung von Vermögenswerten, die Nutzung des Aufenthaltsstatus von Familienmitgliedern im Ausland sowie die Umstrukturierung von Treuhandfonds oder Unternehmensbeteiligungen. Solche Schritte bergen jedoch ein höheres Risiko im Zusammenhang mit dem Abfluss von ‚grauem‘ Kapital“, sagte er.
Was die „rote Elite“ – die Elitefamilien der regierenden Kommunistischen Partei Chinas – angehe, so seien diese von solchen Beschränkungen ausgenommen, sagte Sun. Der Grund: „Selektive Durchsetzung ist ein fester Bestandteil des Systems der KP Chinas, auch wenn die konkreten Umstände einzelner Familien öffentlich schwer zu überprüfen sind.“
Die eigentliche Folge sei, dass privates Kapital und Unternehmergeist abfließen würden, so Sun.
„China wird zunehmend einem geschlossenen Staat ähneln, der durch hohe Kontrolle, geringe Mobilität und geringe Innovationskraft gekennzeichnet ist – einem ‚neuen Nordkorea‘.“

Finanzielle Schwierigkeiten Pekings

Die chinesische Wirtschaft schwächelt seit Jahren. Für dieses Jahr legte die Führung das niedrigste Ziel für das Bruttoinlandsprodukt seit Jahrzehnten fest.
Unterdessen beliefen sich Chinas wachsende Staatsschulden nach öffentlichen Angaben Ende 2025 auf 96 Billionen Yuan (12,5 Billionen Euro).
Am 22. Juli veröffentlichte das chinesische Finanzministerium Daten zu den Steuereinnahmen für das erste Halbjahr. Daraus ging hervor, dass die finanzielle Selbstversorgungsquote jeder Provinz unter 100 Prozent lag. Anders gesagt: Die Ausgaben überstiegen in allen Provinzen die Einnahmen.
Ein Sprecher des Ministeriums sagte am selben Tag auf einer Pressekonferenz, es sei nicht ungewöhnlich, dass die lokale Selbstversorgungsquote unter 100 Prozent falle. Die Zentralregierung habe die Mittelübertragungen an die lokalen Verwaltungen erhöht, wodurch diese ein Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben erreichen könnten.

Eine ältere Frau kauft am 11. Mai 2026 in einem Supermarkt in Peking Gemüse. Wie aus offiziellen Daten vom 11. Mai hervorgeht, sind die Verbraucherpreise in China im April gestiegen, da die Rohölpreise angezogen haben.

Foto: Wang Zhao/AFP via Getty Images

Lengyan Caijing, ein langjähriger unabhängiger chinesischer Finanzkommentator, sagte Epoch Times, dass die Ausweitung der Steuerverfolgung durch die KP Chinas auf im Ausland befindliches Vermögen in erster Linie auf den Zusammenbruch der öffentlichen Finanzen Chinas zurückzuführen sei.
„Die Regierung bemüht sich verzweifelt, Mittel zusammenzukratzen. Wohlhabende Personen ohne mächtige politische Rückendeckung könnten durchaus damit rechnen, ‚abgeschöpft‘ zu werden [durch die Beschlagnahmung von Vermögenswerten].“
Er fügte an: „Im Gegensatz dazu haben die Familien der obersten Elite der KP Chinas ihre Vermögensregelungen im Ausland wahrscheinlich schon vor langer Zeit abgeschlossen und dürften von den neuen Vorschriften kaum nennenswert betroffen sein.“

„Wunschdenken“ bei leeren Staatskassen

Die Besteuerung der Reichen mag aus Sicht der KP Chinas wie ein Weg erscheinen, ihre Haushaltslage zu verbessern, ohne den Unmut der Öffentlichkeit gegenüber der Regierung zu schüren, sagte Xu.
„Das ist jedoch bloßes Wunschdenken. In Wirklichkeit hat es vor dem Hintergrund einer wirtschaftlichen Rezession und leerer Staatskassen kaum Auswirkungen auf die Lebensqualität der Reichen, wenn man sie zwingt, weiterhin Steuern zu zahlen – stattdessen beschleunigt es ihre Flucht ins Ausland.“
„Unterdessen sind normale Bürger existenziellem Druck durch Arbeitslosigkeit und sinkende Einkommen ausgesetzt und müssen weitaus größere Härten erdulden. Im Laufe der Geschichte und weltweit begann der Zusammenbruch autoritärer Regime typischerweise mit einer Finanzkrise und gipfelte in einer sozialen Krise“, sagte er.
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Waldbrand: Für Plauen „größter Brand der letzten 30 Jahre“

Ein Waldbrand bei Plauen im Vogtlandkreis ist für die Stadt einer der größten Brände der letzten Jahrzehnte. „Wir reden hier von dem größten Brandereignis, das wir in den Wäldern und auf den Feldern in den letzten 30 Jahren hatten“, sagte Oberbürgermeister Steffen Zenner.
Insgesamt sind dem Stadtoberhaupt zufolge etwa sieben Hektar betroffen, was einer Fläche von knapp zehn Fußballfeldern entspricht.

Schwierige Löscharbeiten

Feuerwehrleute können den Brand, der seit Dienstagabend wütet, nur mit großer Mühe löschen. Das Gelände liege teilweise an einem steilen Hang und sei mit Feuerwehrautos nicht befahrbar, hieß es.
Feuerwehrleute müssten sich daher zu Fuß vorarbeiten und die Schläuche kontinuierlich verlängern. Einsatzkräfte hatten zudem eine Schneise in den Wald geschlagen, um die Flammen zu stoppen. Ein Ende der Löscharbeiten sei bislang nicht in Sicht.
Ein weiteres Problem sei das viele Totholz, erklärte Feuerwehrchef Patrick Heinritz. Bei dem betroffenen Wald handelt es sich demnach um einen sogenannten Renaturierungswald. Dort werden umgestürzte Bäume häufig liegengelassen, um Lebensräume für Käfer und Insekten zu werden.

Löschhubschrauber ab dem Morgen

Die Einsatzkräfte pendelten mit mehreren Tanklöschfahrzeugen in den Wald um ausreichend Wasser zu dem Feuer zu bekommen. Ab dem Morgen sollen drei Hubschrauber die Feuerwehrleute unterstützen.
Die Helikopter werden Löschwasser über dem Brandgebiet abwerfen, wie die Stadt mitteilte. Die Feuerwehr hofft so auch die Flammen am Hang zu löschen.
Wegen des Brandes sind Teile der nahegelegenen Bundesstraße 173 gesperrt. Die Stadt ruft die Bevölkerung in einem Radius von zwei Kilometern auf, Fenster und Türen wegen des Rauchs geschlossen zu halten. (dpa/red)
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12.08.2026 | Geheimdienstreform vor Verabschiedung | Waldbrand in Südhessen war wohl Brandstiftung | Sachsen-Anhalt: Spitzenkandidaten im MDR-Gespräch

HEUTE7:22 Uhr

Bilger fordert Rücknahme der Cannabis-Teillegalisierung

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) fordert angesichts der Zunahme der Verkehrstoten in Deutschland die Rücknahme der Teillegalisierung von Cannabis. Mit Blick auf die Verkehrssicherheit sei das ein „großer Fehler“. Die vereinbarte Evaluierung solle durchgeführt werden.

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HEUTE6:46 Uhr

Sachsen-Anhalt: Spitzenkandidaten im MDR-Gespräch

Knapp vier Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stellen sich die Spitzenkandidaten von CDU, AfD, SPD, Grünen, Linkspartei, FDP und BSW am Mittwochabend im MDR den Bürgern (21:00 Uhr). In der Sendung „Fakt ist! Wahlarena aus Magdeburg“ werden auch Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) und Ulrich Siegmund (AfD) live Fragen beantworten.

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HEUTE6:31 Uhr

Warken verteidigt Geheimdienstreform – Scharfe Kritik von Kubicki

Das Bundeskabinett will heute die Geheimdienstreform verabschieden. Laut Kanzleramtschefin Nina Warken ist dies die umfangreichste Reform der Nachrichtendienste seit ihrem Bestehen. Ziel sei, Verfassungsschutz und BND zu stärken und mehr Möglichkeiten zu geben. FDP-Chef Wolfgang Kubicki nennt dies einen „historischen Tabubruch“ und will in Deutschland keine Geheimpolizei.

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HEUTE6:18 Uhr

Polizei: Waldbrand in Südhessen war offenbar Brandstiftung

Der Waldbrand bei Rodenbach in Südhessen nahe der Landesgrenze zu Bayern dürfte laut Ermittlern vorsätzlich ausgelöst worden sein. Die Kriminalpolizei ermittelt in alle Richtungen und sicherte verdächtige Spuren. Nach mehreren Feuern wurden die Menschen zum Wassersparen aufgerufen, um genug Reserven für die Löscharbeiten zu haben.
In dem betroffenen Waldgebiet bei Rodenbach stehen Nachlöscharbeiten an.

In dem betroffenen Waldgebiet bei Rodenbach stehen Nachlöscharbeiten an.

Foto: Andreas Arnold/dpa

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HEUTE6:05 Uhr

EU-Regeln verbieten PFAS in Fast-Food-Verpackungen

Ab heute dürfen in der EU keine fettabweisenden Burger-Boxen oder Gebäckpapiere mit bestimmten Schadstoffen mehr auf den Markt gebracht werden – es gelten neue Grenzwerte für PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen). Was in Lagern liegt, darf noch verwendet werden. Die Stoffe stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Ab 2030 greifen weitere Verpackungsregeln.

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HEUTE5:45 Uhr

Rund 40 Staaten warnen vor Gefahren unangekündigter Tests ballistischer Raketen

Die USA und rund 40 weitere Staaten warnen gemeinsam vor den Gefahren unangekündigter Tests atomwaffenfähigen ballistischer Raketen. Sie erhöhten das Risiko von Fehleinschätzungen und bedrohten Frieden und Sicherheit. Ohne China direkt zu nennen, verweisen sie auf „jüngste Raketentests“ im Pazifik, bei denen Standards „nicht eingehalten“ worden seien. Gefordert wird, derartige Tests mindestens 24 Stunden zuvor anzukündigen.

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HEUTE5:34 Uhr

Sachsen-Anhalt: BSW für überparteilichen Ministerpräsidenten – AfD lehnt ab

Das BSW schlägt einen überparteilichen Ministerpräsidenten für Sachsen-Anhalt vor. Konkrete Namen fielen nicht. Sollten die anderen Parteien dieses Modell ablehnen, „werden wir uns im dritten Wahlgang enthalten“, sagte Wagenknecht in Bezug auf die Wahl eines Ministerpräsidenten im Landtag. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund wies den Vorschlag zurück.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen
 

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12.08.2026 | Geheimdienstreform vor Verabschiedung | Waldbrand in Südhessen war wohl Brandstiftung | EU verbietet PFAS in Fast-Food-Verpackungen

HEUTE6:31 Uhr

Warken verteidigt Geheimdienstreform – Scharfe Kritik von Kubicki

Das Bundeskabinett will heute die Geheimdienstreform verabschieden. Laut Kanzleramtschefin Nina Warken ist dies die umfangreichste Reform der Nachrichtendienste seit ihrem Bestehen. Ziel sei, Verfassungsschutz und BND zu stärken und mehr Möglichkeiten zu geben. FDP-Chef Wolfgang Kubicki nennt dies einen „historischen Tabubruch“ und will in Deutschland keine Geheimpolizei.

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HEUTE6:18 Uhr

Polizei: Waldbrand in Südhessen war offenbar Brandstiftung

Der Waldbrand bei Rodenbach in Südhessen nahe der Landesgrenze zu Bayern dürfte laut Ermittlern vorsätzlich ausgelöst worden sein. Die Kriminalpolizei ermittelt in alle Richtungen und sicherte verdächtige Spuren. Nach mehreren Feuern wurden die Menschen zum Wassersparen aufgerufen, um genug Reserven für die Löscharbeiten zu haben.

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EU-Regeln verbieten PFAS in Fast-Food-Verpackungen

Ab heute dürfen in der EU keine fettabweisenden Burger-Boxen oder Gebäckpapiere mit bestimmten Schadstoffen mehr auf den Markt gebracht werden – es gelten neue Grenzwerte für PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen). Was in Lagern liegt, darf noch verwendet werden. Die Stoffe stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Ab 2030 greifen weitere Verpackungsregeln.

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HEUTE5:45 Uhr

Rund 40 Staaten warnen vor Gefahren unangekündigter Tests ballistischer Raketen

Die USA und rund 40 weitere Staaten warnen gemeinsam vor den Gefahren unangekündigter Tests atomwaffenfähigen ballistischer Raketen. Sie erhöhten das Risiko von Fehleinschätzungen und bedrohten Frieden und Sicherheit. Ohne China direkt zu nennen, verweisen sie auf „jüngste Raketentests“ im Pazifik, bei denen Standards „nicht eingehalten“ worden seien. Gefordert wird, derartige Tests mindestens 24 Stunden zuvor anzukündigen.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen
 

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Winzige Plasmawirbel auf der Sonne entdeckt


In Kürze:

  • Ein Solar-Teleskop auf Hawaii entdeckt kleine Wirbel auf der Sonnenoberfläche.
  • Forscher werten das als Anzeichen von Instabilitäten im Sonnenplasma.
  • Die Entdeckung soll dazubeitragen explosive Sonnenausbrüche besser zu verstehen.

 
Forschern des US-amerikanischen Sonnen- und des Höhenobservatoriums sowie des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen sind erstmals Aufnahmen kleinster wirbelartiger Strukturen auf der Sonnenoberfläche gelungen. Sie nutzten dafür das weltgrößte Sonnenteleskop, das NSF Daniel K. Inouye Solar Telescope auf Hawaii, und verglichen diese Bilder mit denen aufwendiger Computersimulationen.

Kleinste sichtbare Wirbel auf der Sonne

Die Wirbel treten an den Rändern zwischen sogenannten Granulen auf, welche die sichtbare Oberfläche der Sonne dicht an dicht überziehen. Sie messen zwischen 500 und 2.000 Kilometern im Durchmesser. In ihrer Gesamtheit bilden sie die sogenannte Granulation der Sonne: ein Muster, das an die blubbernden Blasen in einer siedenden Flüssigkeit erinnert. Die Granulation entsteht jedoch durch Plasmaströme, die aus dem heißen Innern der Sonne aufsteigen, abkühlen und wieder in die Tiefe sinken.
In der neuen Studie gelang es erstmals, ausgefranst wirkende Strukturen an den Rändern dieser Granulen sichtbar zu machen, die stellenweise verwirbeln und dabei anmuten wie sich brechende Meereswellen. Die „Fransen“ sind stellenweise kaum mehr als 20 Kilometer breit. Diese feinen Strukturen abzubilden, ist vergleichbar damit, eine Ein-Euro-Münze aus einer Entfernung von 180 Kilometern zu erkennen.
„Das ist an der Grenze dessen, was selbst das weltgrößte Sonnenteleskop und modernste Simulationen leisten können“, weiß Michiel van Noort vom MPS.
Van Noort trug als Teil des Teams zu den Beobachtungen auf Hawaii bei und verantwortete die Datenreduktion und Bildrekonstruktion. Die Forscher nutzen eine Breitband-Kamera des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung.
Ein Vergleich einer Beobachtung des Inouye Solar Telescope (oben links) mit einem Bild, das mit Hilfe modernster Computersimulationen erzeugt wurde (oben rechts). Die bemerkenswerte Übereinstimmung beider Bilder ermöglicht es Forschenden, den Ursprung der Kelvin-Helmholtz-Instabilität zu bestätigen – ein universelles physikalisches Phänomen, das auftritt, wenn benachbarte Flüssigkeits- oder Gasschichten sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen und an ihrer Grenzfläche Wirbelmuster erzeugen. Eine simulierte Karte des Magnetfeldes an der Sonnenoberfläche (unten rechts) bestätigt, dass diese Prozesse die Grenzen der magnetischen Elemente physikalisch krümmen und verformen. Foto: © NSF/NSO/AURA/HAO

Beobachtungen des Inouye Solar Telescope (o.l., u.l.) zeigen eine „bemerkenswerte Übereinstimmung“ mit Simulationen von Kelvin-Helmholtz-Instabilitäten (o.r., u.m.), einem universellen physikalischen Phänomen, das auftritt, wenn benachbarte Flüssigkeits- oder Gasschichten sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen. Eine simulierte Karte des Magnetfeldes an der Sonnenoberfläche (u.r.) bestätigt, dass diese Prozesse die Grenzen der magnetischen Elemente physikalisch krümmen und verformen.

Foto: NSF/NSO/AURA/HAO

Instabilitäten im Sonnenplasma

Die Forscher werten die wirbelartigen Plasmaströme als Anzeichen von sogenannten Kelvin-Helmholtz-Instabilitäten. Dies ist ein bekannter Effekt aus der Dynamik von Flüssigkeiten. Er tritt auf, wenn zwei Fluide mit verschiedenen Geschwindigkeiten aneinander vorbeiströmen. Dabei kommt es an der Grenzfläche zu Scherkräften, durch die kleinste Störungen zu wellen- oder wirbelartigen Strömen anwachsen.
Der Effekt kommt in unterschiedlichsten Bereichen und auf verschiedenen Größenskalen zum Tragen. Man sieht ihn etwa an der Oberfläche von Seen oder bei Meereswellen und bei der Wolkenbildung. Auch in den Atmosphären der riesigen Gasplaneten Jupiter und Saturn ist er zu sehen. Es gibt ihn auch bei der Wechselwirkung des Sonnenwindes mit den Magnetosphären von Planeten.
Offenbar entstehen auch an den Rändern der Sonnengranulen Bereiche, in denen aneinander angrenzende Plasmaschichten mit verschiedenen Geschwindigkeiten strömen und so die notwendigen Voraussetzungen für Kelvin-Helmholtz-Instabilitäten schaffen.
Die nun entdeckten, im Vergleich zur Sonnenoberfläche, winzigen Plasmawirbel erlauben damit einen völlig neuen Blick auf Prozesse, durch welche die Sonne Energie in ihrem Magnetfeld speichert und freisetzt. Dies geschieht etwa in Form kleinster Strahlungsausbrüche, sogenannter Nano-Flares. Gemäß der gängigen Theorie baut die Sonne magnetische Energie auf, indem sich Magnetfeldlinien verdrillen und verdrehen – ähnlich wie die mechanische Energie, die in einer eng gewunden Metallfeder gespeichert ist.

Verdrillte Magnetfeldlinien an der Grenze des heute Sichtbaren

So entsteht eine sehr energiereiche, aber auch instabile Magnetfeld-Architektur. Die aufgestaute Energie kann sich schlagartig entladen. Dabei reißen die verdrillten Magnetfeldlinien auf und verbinden sich neu. Der Vorgang wird als magnetische Rekonnektion bezeichnet.
Allerdings war bisher unklar, wodurch sich die Magnetfeldlinien überhaupt verdrillen. Die neue Entdeckung könnte einen Teil der Antwort auf diese Frage liefern. Da die Wirbel offenbar ständig und überall dort auftreten, wo das Magnetfeld stark genug ist, könnten sie der Motor sein, der das Verdrillen routinemäßig in Gang setzt. Sami K. Solanki, Direktor des MPS und Koautor der neuen Veröffentlichung erklärte:
„Die neu entdeckten Plasmawirbel zeigen auf beeindruckende Weise, wie kleinste Prozesse – an der Grenze dessen, was wir mit allen Mitteln der Kunst auflösen können – maßgeblich das Wesen unseres Sterns bestimmen.“
Die Auswertungen zeigen zudem, dass die Mini-Wirbel magnetisiertes und nicht magnetisiertes Plasma an der Sonnenoberfläche effizient vermischen. Dies könnte dazu beitragen, dass sich das Magnetfeld von der Oberfläche rasch in die Atmosphäre der Sonne ausbreitet.
Das ist wichtig, um zu verstehen, warum die Sonnenaktivität im elfjährigen Rhythmus ansteigen und wieder abfallen kann. Denn ein Wechsel von niedriger zu hoher Aktivität ist begleitet von einem raschen Wechsel des magnetischen Grundgerüsts der Sonne von einem relativ geordneten Dipol-Magnetfeld zu einem chaotischen Feld und wieder zurück.
Diese Veränderungen sind nur möglich, wenn magnetischer Fluss effizient durch die Sonnenatmosphäre „abtransportiert“ wird. Bisherige Modelle können eine solch schnelle „Diffusion“ nicht erklären. Die neu entdeckten Wirbel könnten das Verständnis des Sonnenzyklus einen entscheidenden Schritt voranbringen.
Mit Material der Max-Planck-Gesellschaft
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Sonnenfinsternis in Spanien im Livestream


In Kürze:

  • Heute Abend schiebt sich der Neumond vor die Sonne und erzeugt eine Sonnenfinsternis.
  • Ein schmaler Streifen von Oviedo an der spanischen Atlantikküste bis Mallorca verschwindet bis knapp zwei Minuten in totaler Dunkelheit.
  • In weiten Teilen Europas lässt sich eine partielle Sonnenfinsternis beobachten.
  • Von Deutschland aus gesehen, schiebt sich der Mond ab kurz nach 19:00 Uhr vor die Sonne und wird sie – je nach Standort – zu 84 bis 90 Prozent verdecken.
  • Sowohl die Europäische Weltraumagentur ESA als auch die NASA senden aus Nordspanien live.

 
Schon als Kind betrachtete Enrique Bordallo voller Staunen den Sternenhimmel über seiner spanischen Heimat. Bis heute begeistert er sich für Gestirne; seine Vorfreude auf die totale Sonnenfinsternis am Mittwochabend ist riesig. „Wir sind völlig aus dem Häuschen!“, sagt Bordallo, der den Astronomieverein in Burgos leitet. In dieser Stadt in Nordspanien wird das astronomische Spektakel besonders gut zu beobachten sein.

Wettrennen um Betten und Brillen

Hinzu kommt, für Spanien ist es die erste totale Sonnenfinsternis seit 1905. Obwohl extrem kurz, verschafft das astronomische Ereignis der Gegend große Aufmerksamkeit: Hunderttausende Besucher werden erwartet, von denen einige ihre Zimmer bereits vor Jahren gebucht haben. Falls noch Unterkünfte verfügbar sein sollten, ist mit Mondpreisen zu rechnen. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass auch diese schon vergeben sind und es zwischen Oviedo im Norden und Palma de Mallorca in diesen Tagen keine freien Betten gibt.

Von Oviedo im Norden bis Palma de Mallorca ist die totale Sonnenfinsternis sichtbar.

Der Mondschatten wird mit rund 2.500 Kilometer pro Stunde – über 40 Kilometer pro Minute – über Spanien ziehen, bevor der sich im Mittelmeer mit dem Sonnenuntergang trifft und verschwindet.

Und Betten sind nicht das einzige knappe Gut: Zwei Millionen spezielle Sonnenfinsternisbrillen hat die spanische Regierung in einer gemeinsamen Kampagne mit einer Organisation für Sehbehinderte bereitgestellt, damit das Himmelsspektakel nicht zu massenhaften Augenschäden führt. Trotzdem ist der zertifizierte Sehschutz kaum zu bekommen.
An vielen Ausgabestellen wie Kiosken oder Museen sind die Gratis-Brillen vergeben, in einigen Apotheken in der Hauptstadt Madrid war der Sehschutz am Dienstag noch zum Preis zwischen drei und vier Euro zu haben. In anderen Ländern ist es nicht anders.
„Es ist verrückt“, sagte ein Apotheker in Paris. Sein Lieferant sei von der Nachfrage so überwältigt, dass er die Brillen nicht mehr selbst ausliefern könne und die Bestellungen stattdessen mit einem Uber kämen. Verkaufspreis: 10 Euro pro Brille. Auch Fouad Mehdaoui, Ladenbesitzer in der belgischen Hauptstadt Brüssel, berichtete, dass er in letzter Minute noch eine Lieferung von hundert Brillen bekommen habe. „Alle waren innerhalb von 30 Minuten weg“, sagte er.
Zudem erfüllen nicht alle auf dem Markt erhältlichen Brillen die notwendigen Schutzstandards. In Spanien zogen die Behörden am Montag sechs Modelle aus dem Verkehr, da ihre Nutzung laut einer Verbraucherschutzorganisation „das Risiko von Augenschäden“ mit sich bringe.

Nicht mit bloßen Augen in die Sonne schauen

Dennoch ist es wichtig, nicht ohne eine Schutzbrille in die Sonne zu sehen, denn sonst kann man es genau zweimal tun: einmal mit dem linken Auge, einmal mit dem rechten, heißt es scherzhaft unter Astronomen. Die Warnung dahinter ist jedoch äußerst ernst und gilt auch bei weitgehender Verfinsterung sowie einsetzender Dämmerung.
Wer ungeschützt in die Sonne blickt, läuft Gefahr, zu erblinden, denn unsere Augen bündeln das Licht wie ein Brennglas – und haben keine Schmerzrezeptoren. Ersteres führt dazu, dass binnen kürzester Zeit bleibende Schäden an der lichtempfindlichen Netzhaut drohen. Letzteres ist trügerisch, denn wenn Betroffene es bemerken, ist es bereits zu spät.
Eine sichere Beobachtung ist laut Bundesamt für Strahlenschutz daher nur mit genormten (ISO 12312-2:2015) und entsprechend gekennzeichneten Spezialbrillen für Sonnenfinsternisse möglich. Auch indirekte Beobachtung durch Projektion auf eine Fläche etwa mittels Lochkamera sind möglich.
Auf keinen Fall darf jedoch mit Ferngläsern oder Kameras ohne Sonnenfilter in die Sonne geschaut werden; die Optik bündelt das Licht zusätzlich und verstärkt Augenschäden. Eindringlich gewarnt wird zudem vor improvisierten Hilfsmitteln wie gefalteten Rettungsdecken, Gletscherbrillen oder schwarzen Filmstreifen.

Es bleibt eine schmale Sichel

Vollkommen dunkel wird es in Deutschland nicht, aber die Sonnenfinsternis ist auch hierzulande gut zu sehen. Laut Astronomen werden während des Maximums je nach Standort etwa zwischen 84 und 90 Prozent der Sonne verdeckt – es bleibt also eine schmale Sichel. Grundsätzlich ist die partielle Sonnenfinsternis aber überall in Deutschland zu sehen.
Das Ereignis wird insgesamt fast zwei Stunden dauern und mit dem beginnenden Sonnenuntergang zusammenfallen. Der Mond schiebt sich in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ab 19:11 Uhr allmählich vor die Sonne. In den Bundesländern weiter südlich beginnt das kosmische Spektakel einige Minuten später, in Bayern etwa um 19:19 Uhr. Der Höhepunkt mit der maximalen Sonnenbedeckung wird etwa eine Stunde später erreicht, wobei es ebenfalls abermals eine leichte Zeitverzögerung in Nord-Süd-Richtung gibt.

Verlauf und Sichtbarkeit der Sonnenfinsternis am 12. August 2026.

Foto: Grzegorz Nykiel/Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Das Maximum stellt sich nach Angaben des Heidelberger Hauses der Astronomie in Kiel und Rostock um 20:07 Uhr ein, in Berlin um 20:09 Uhr, in Dresden um 20:11 Uhr, in Köln um 20:13 Uhr, in München und Stuttgart um 20:16 Uhr und in Freiburg um 20:18 Uhr. Je später, desto größer ist die Bedeckung. In Freiburg beispielsweise ist die Sonne zu über 90 Prozent verdeckt, in Berlin sind es noch knapp 85 Prozent.
Danach gibt der Mond nach und nach die Sonne wieder frei, bis die partielle Finsternis zwischen 20:48 Uhr und 21:03 Uhr überall in Deutschland beendet sein wird. Dies fällt mit dem Sonnenuntergang zusammen. Das heißt, die Sonne geht noch teilweise verfinstert unter.

Der beste Blick: in Deutschland, in Spanien, auf dem Sofa

Wegen des Zeitpunkts kurz vor Sonnenuntergang benötigen Beobachter unbedingt einen freien Blick auf den Horizont in Richtung Westen. Zu Beginn der partiellen Finsternis steht die Sonne dem Haus der Astronomie zufolge noch etwa zwölf Grad über dem Horizont, während des Höhepunkts der Verfinsterung aber nur noch etwa vier Grad. Häuser, Bäume oder Hügel können schnell einen Strich durch die Rechnung machen. Das Wetter hingegen eher nicht:
Dank des vorherrschenden Hochdruckeinflusses werde die Sonnenfinsternis „fast landesweit hervorragend zu beobachten sein“, teilte der Deutsche Wetterdienst am Dienstag mit. Nur den Norden überziehen dann zeitweise ein paar hohe Wolkenfelder.
In Spanien ist vor allem direkt an der Atlantikküste mit Wolken zu rechnen. Ideale Beobachtungsbedingungen herrschen daher eher im Landesinneren. Auch an der Mittelmeerküste ist ein leichter Schleier nicht ausgeschlossen. Auf den Balearen hingegen ist wiederum mit klarem Himmel zu rechnen, dafür ist hier die Dauer kürzer. Der nordöstlichste Zipfel Portugals versinkt sogar nur für wenige Sekunden in kompletter Dunkelheit.
Noch besser als vor Ort ist die Sonnenfinsternis nur mittels Profiausrüstung zu beobachten. Die Europäische Raumfahragentur verfolgt die Sonnenfinsternis gleich an drei Standorten: am Observatorio Astrofísico de Javalambre, in Leon und in Frómista (Palencia). Ab 19:30 überträgt sie die Bilder der Teleskope des Observatorium live.

An dieser Stelle wird ein Video von Youtube angezeigt. Bitte akzeptieren Sie mit einem Klick auf den folgenden Button die Marketing-Cookies, um das Video anzusehen.

Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde wird die Sonnenfinsternis aus Island und Spanien beobachten und beginnt seine Übertragung bereits 19:15 Uhr. Außerdem wird ein Höhenforschungsflugzeug den Schatten des Mondes verfolgen.

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Angesichts der technisch erheblich besser ausgestatteten Raumfahrtbehörden verzichtet Epoch Times auf eine eigene Liveübertragung aus Nordspanien. Unsere Reporter vor Ort wird Sie stattdessen mit exklusiven Bildern und einem Bericht aus erster Hand versorgen.

Sonne und Mond kehren zurück

Etwa ein- bis zweimal pro Jahr gibt es eine Sonnenfinsternis. Da der Streifen der absoluten Verdeckung jedoch nur wenige hundert Kilometer breit ist, kann es bis zu 400 Jahre dauern, bis am selben Ort wieder eine totale Sonnenfinsternis zu beobachten ist. Spanien kann sich dennoch über drei Finsternisse in drei Jahren freuen:
Am 2. August kommenden Jahres wird in Südspanien, Nordafrika und der arabischen Halbinsel eine besonders lang andauernde totale Sonnenfinsternis zu beobachten sein. Sechs Minuten und 23 Sekunden lang wird die Sonne dann im Kernschatten des Mondes liegen. Eine ähnlich lange Sonnenfinsternis wird es danach bis 2114 nicht mehr geben.
Ganz so lange muss Deutschland nicht warten. Der Mondschatten erreicht uns „schon“ im Jahr 2081 wieder. Während alte Kulturen dieses merkwürdiges Phänomen als Zeichen der Apokalypse oder Botschaften der Götter betrachteten, wissen wir heute also sehr genau, was, wann und wo passiert – und dennoch ist es immer wieder faszinierend.
Oder um es mit den Worten Enrique Bordallos zu sagen: „Wir können es kaum erwarten, dass es endlich so weit ist, und hoffen auf gutes Wetter.“
Mit Material der Nachrichtenagenturen
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Küstenwache: Sechs Tote bei Huthi-Angriffen auf Frachter vor der Küste des Jemen

Bei zwei aufeinanderfolgenden Angriffen der pro-iranischen Huthi-Miliz auf einen Frachter nahe der Meerenge Bab al-Mandab sind der jemenitischen Küstenwache zufolge mindestens sechs Menschen getötet und zehn weitere verletzt worden.
Zunächst seien vier Besatzungsmitglieder der „Tihamah“ bei einer ersten Attacke ums Leben gekommen. Anschließend seien bei einem zweiten Angriff zwei Angehörige der Rettungskräfte getötet worden.

Frachter gerät in Brand

Die erste Attacke habe einen Brand auf dem mit Nahrungsmitteln beladenen Frachter ausgelöst, erklärte die Küstenwache. Bei den vier getöteten Besatzungsmitgliedern handelte es sich demnach um drei Pakistaner und einen Indonesier.
Der zweite Angriff traf laut Küstenwache den Ort des Rettungseinsatzes und forderte dort „Tote und Verletzte unter den beteiligten Kräften“.

Widersprüchliche Angaben zur Ladung

Medien der Huthis bestätigten einen Angriff vor der jemenitischen Küste. Demnach transportierte das Schiff saudiarabische Militärausrüstung. Eine offizielle Stellungnahme der Huthi-Miliz lag zunächst nicht vor.
Das jemenitische Verkehrsministerium machte die „Huthi-Terrormilizen“ für die Toten, Verletzten und Schäden an dem Schiff verantwortlich. Das Schiff sei beim Durchqueren der Meerenge zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden angegriffen worden.

Unterschiedliche Angaben zu den Opferzahlen

Das britische Sicherheitsunternehmen Vanguard nannte unterdessen eine niedrigere Opferzahl von drei Toten. Demnach wurden beim ersten Angriff zwei Besatzungsmitglieder getötet und vier weitere verletzt.
Die zur Unterstützung des Schiffes entsandte Küstenwache sei anschließend unter Beschuss geraten. Dabei sei ein weiterer Mensch getötet worden.

Huthis kündigten Seeblockade gegen Saudi-Arabien an

Die Huthi-Miliz hatte Ende Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt. Seither griff sie nach eigenen Angaben saudiarabische Öltanker im Roten Meer sowie Ölanlagen in dem Königreich an.
Vergangene Woche waren bei den folgenschwersten Huthi-Angriffen seit Jahren im Jemen Dutzende Menschen getötet worden.
Die Angriffe auf die Schifffahrt und saudiarabische Ölanlagen erfolgen parallel zu Teherans weitgehender Blockade der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus. (afp/red)
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Israel und Libanon setzen Friedensgespräche im September fort

In der italienischen Hauptstadt Rom soll es im September eine neue Gesprächsrunde über ein Friedensabkommen zwischen Israel und dem Libanon geben. „Die politischen Vertreter werden Anfang September in Rom zusammenkommen – bis dahin werden die Gespräche in Beirut, Jerusalem und Washington fortgesetzt“, erklärte ein Vertreter des US-Außenministeriums am Dienstag, den 11. August.
Die US-Regierung zeigte sich „zuversichtlich“ hinsichtlich des weiteren Verlaufs.

Rahmenabkommen sieht Entwaffnung der Hisbollah vor

Israel und der Libanon hatten sich im Juni unter Vermittlung der USA auf ein Rahmenabkommen geeinigt. Vorgesehen sind die Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz, ein schrittweiser Abzug der israelischen Truppen aus dem Süden des Libanon sowie die Stationierung der libanesischen Armee in der Region.
Zunächst soll dies in zwei sogenannten Pilotzonen umgesetzt werden. Später sollen weitere Gebiete folgen. In Rom fand vergangene Woche bereits die siebte Gesprächsrunde zwischen Israel und dem Libanon statt.

Erste Schritte bereits umgesetzt

Nach Angaben des US-Diplomaten wurden bereits erste Maßnahmen umgesetzt. Die libanesische Armee sei inzwischen in den beiden Pilotzonen aktiv. Zudem hätten die Arbeitsgruppen ihre Formulierungen, Karten und Verfahren aufeinander abgestimmt.
Als nächsten Schritt soll die libanesische Regierung „detaillierte Fahrpläne für die Sicherung neuer Gebiete vorlegen“.

Hisbollah lehnt Gespräche ab

Während die libanesische Regierung mit Israel verhandelt, lehnt die pro-iranische Hisbollah die Gespräche ab und weigert sich, ihre Waffen abzugeben.
Die Miliz hatte den Libanon in den Irankrieg hineingezogen. Kurz nach Beginn des Krieges feuerte sie Raketen auf Israel. Israel reagierte mit Angriffen und einer Bodenoffensive. (afp/red)
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Faucis SMS veröffentlicht: Bedenken zu Corona-Impfung für Schwangere


In Kürze:

  • Fauci und andere US-Gesundheitsbeamte diskutierten Anfang 2021 über fehlende Daten zu Corona-Impfungen bei Schwangeren.
  • Fauci verwies einerseits auf theoretisch mögliche Risiken im ersten Schwangerschaftsdrittel, andererseits aber auch auf erste verfügbare Erkenntnisse.
  • Diese Nachrichten wurden von den republikanischen Senatoren Ron Johnson und Rand Paul im Rahmen einer Untersuchung veröffentlicht.

 
Neu veröffentlichte SMS-Nachrichten aus den USA werfen ein Schlaglicht auf die damalige Unsicherheit bezüglich der Corona-Impfung während der Schwangerschaft. Anfang 2021 diskutierten hochrangige US-Gesundheitsvertreter untereinander über die noch begrenzte Datenlage und mögliche Risiken für Schwangere.
Zwei republikanische Senatoren veröffentlichten am Montag, 10. August, Nachrichten von Dr. Anthony Faucis Diensthandy. Die Nachrichten stammen aus dem Januar 2021, als Fauci das National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) leitete. Sie sind Teil eines Bestands von mehr als 34.000 Nachrichten, die von dem Gerät abgerufen wurden.
Neben Fauci waren an dem Austausch die damalige Direktorin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Dr. Rochelle Walensky, sowie Dr. Vivek Murthy, der unter US-Präsident Joe Biden der oberste medizinische Berater der US-Regierung in Gesundheitsfragen war, beteiligt.
Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Erkenntnisse zur Sicherheit der Corona-Impfung in den verschiedenen Phasen der Schwangerschaft damals vorlagen.

Fehlende Daten zur Impfung in der Schwangerschaft

Murthy fragte in einer Nachricht vom 25. Januar 2021, ob es „Daten oder theoretische Gründe“ dafür gebe, eine Corona-Impfung eher zu Beginn oder eher gegen Ende der Schwangerschaft vorzuziehen. Zudem wollte er wissen, wann umfangreichere Daten zu möglichen Impfrisiken für Schwangere verfügbar sein würden.
Walensky antwortete, nach ihrem damaligen Kenntnisstand gebe es zu den Impfstoffrisiken für Schwangere noch keine ausreichende Datenbasis. Gleichzeitig verwies sie darauf, dass mehr als 15.000 Schwangere am Sicherheitsüberwachungssystem der CDC teilgenommen hätten und dadurch weitere Daten gesammelt würden.
Fauci erklärte, es lägen keine Daten vor, um zu bestimmen, ob eine Impfung zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt der Schwangerschaft vorzuziehen sei. Er wies darauf hin, dass Zytokinreaktionen und Fieber nach einer zweiten Dosis „theoretisch mit einer Fehlgeburt im ersten Trimester in Verbindung stehen könnten“, was sowohl Walensky als auch Murthy als berechtigten Einwand anerkannten.
In einem weiteren Austausch vom 26. Januar 2021 ging es um eine damalige Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), in der aufgrund der begrenzten Datenlage von einer Moderna-Impfung während der Schwangerschaft abgeraten wurde.
Fauci erklärte, bei Impfstoffen, für die Daten zu Schwangeren fehlten, müssten die möglichen Risiken gegen den erwarteten Nutzen abgewogen werden. Schwangere waren nicht in die ursprünglichen Impfstoffstudien aufgenommen worden. Gleichzeitig hätten sich nach seinen Angaben bereits mehr als 10.000 Schwangere für eine Impfung entschieden.
„Es sind keine Probleme aufgetreten. Tierexperimentelle toxikologische Studien haben keine Warnsignale ergeben“, sagte Fauci.

Senatoren sehen offene Fragen

Johnson und Paul erklärten, die veröffentlichten Nachrichten könnten Auswirkungen auf die damalige Gesundheitspolitik haben. Aus ihrer Sicht stelle sich dabei auch die Frage, ob Menschen bei ihren Impfentscheidungen ausreichend über die zu diesem Zeitpunkt noch begrenzte Datenlage und mögliche Risiken informiert worden seien.
Die Senatoren veröffentlichten zudem öffentliche Aussagen von Fauci, Walensky und Murthy, in denen diese trotz der damals begrenzten Datenlage eine Corona-Impfung für Schwangere empfahlen.
Die englischsprachige Ausgabe der Epoch Times bat Faucis Rechtsbeistand um eine Stellungnahme. Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag jedoch keine Antwort vor.

Faucis dienstliches iPhone im Fokus

Fauci leitete das NIAID von 1984 bis zu seinem Ausscheiden im Dezember 2022 und stand damit fast 39 Jahre an der Spitze der US-Bundesbehörde. Anfang 2020 wurde er weltweit bekannt, als er während der Corona-Pandemie regelmäßig in Pressekonferenzen und Medieninterviews auftrat.
In der vergangenen Woche erhielt der Ständige Unterausschuss für Untersuchungen des US-Senats, dem Senator Ron Johnson vorsitzt, vom US-Gesundheitsministerium eine Kopie von Faucis dienstlichem iPhone. Fauci hatte das Gerät während seiner amtlichen Tätigkeit genutzt. Die Übergabe erfolgte im Rahmen einer Untersuchung seines Umgangs mit der Corona-Pandemie.
Am 29. Juli verweigerte Fauci bei einer Senatsanhörung die Beantwortung von Fragen und berief sich dabei auf sein verfassungsmäßiges Recht, sich nicht selbst belasten zu müssen. Die Anhörung folgte auf die Veröffentlichung von Tagebucheinträgen, die Fauci während seiner Tätigkeit als zentraler Berater der US-Regierung in der Pandemie geführt hatte.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „GOP Senators Release Fauci’s Texts on COVID Vaccine Concerns for Pregnant Women“. (deutsche Bearbeitung: zk)
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11. August: Doktortitel entzogen | AfD 20 Punkte vor CDU | Todesstrafe gegen Assad

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Doktortitel entzogen

Die Technische Universität Chemnitz hält an ihrer Entscheidung fest, Thüringens Ministerpräsidenten Mario Voigt den Doktorgrad zu entziehen. Voigt wird vorgeworfen, in seiner Dissertation unsauber gearbeitet zu haben. Die ersten Plagiatsvorwürfe waren kurz vor der Landtagswahl 2024 aufgekommen. Voigt kündigte an, gegen die Entscheidung zu klagen.

Gutes Wetter für Sonnenfinsternis

Morgen Abend gibt es auch in Deutschland gute Chancen, eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Der Deutsche Wetterdienst erwartet vielerorts einen klaren Himmel. Ab etwa 19:15 Uhr schiebt sich der Mond vor die Sonne, die bis zu 90 Prozent bedeckt sein wird. Den Höhepunkt erwarten Experten gegen 20 Uhr.

AfD 20 Punkte vor CDU

Die AfD ist einer möglichen Regierungsbeteiligung in Sachsen-Anhalt erneut ein Stück nähergekommen. Eine INSA-Umfrage sieht die Partei bei 42 Prozent – fast doppelt so stark wie die CDU. Offen bleibt, ob die AfD einen Koalitionspartner findet. Das BSW stellt Bedingungen für eine Zusammenarbeit. Die AfD sieht sich durch die neuen Zahlen hingegen auf dem Weg zu einer absoluten Mehrheit bei der Wahl.

Todesstrafe gegen Assad

In Syrien ist der frühere Machthaber Baschar al-Assad in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden. Ein Gericht macht ihn für „Kriegsverbrechen“ und “Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ während des Bürgerkriegs seit 2011 verantwortlich. Auch weitere Vertreter der gestürzten Regierung wurden verurteilt. Assad selbst lebt im Exil in Russland. Eine Vollstreckung des Urteils gilt daher als unwahrscheinlich.

E-Auto-Boom

Immer mehr Autofahrer steigen auf E-Autos um. Laut HUK Coburg wechselten im zweiten Quartal 12 Prozent der Kunden vom Verbrenner zum Stromer – doppelt so viele wie im Jahresdurchschnitt 2025. Hohe Spritpreise und die neue Förderung treiben den Trend. Der E-Auto-Anteil am Gesamtbestand liegt allerdings erst bei 3,7 Prozent.
 
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„Terafab“: Musks Chipfabrik soll „größte und wertvollste Gebäude auf der Erde“ werden

US-Tech-Milliardär Elon Musk plant, eine Halbleiterfabrik von gigantischen Ausmaßen zu bauen.
Laut dem Raumfahrtunternehmen benötigen SpaceX und Tesla gemeinsam voraussichtlich mehr als 1 Terawatt (TW) an Rechenleistung pro Jahr in Form von Computerchips. Das liege deutlich über dem aktuell weltweit verfügbaren Angebot, das bei rund 0,02 TW liege.
Terfab soll die Lücke zwischen heutiger Ch…
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5 unscheinbare Schritt-Veränderungen, die auf schwere Hirnerkrankungen hinweisen können

Erste Anzeichen für neurologische Erkrankungen, wie Demenz oder Parkinson, können sich statt im Gedächtnis in den Beinen zeigen. Entgegen der weit verbreiteten Annahme ist ein unsicherer oder verlangsamter Gang im Alter kein reines Verschleißsymptom.

Denn das Gehen erfordert die blitzschnelle Zusammenarbeit zahlreicher Gehirnareale. Das Gehirn steuert nicht nur die Schritte, sondern analysiert kontinuierlich Umwelt, Balance und Körperhaltung. Subtile Abweichungen in Koordination und Geschwindigkeit können deshalb Jahre vor Gedächtnisstörungen auf Probleme im Hirn hinweisen. Sobald das neuronale Zusammenspiel gestört ist, verlangsamt sich der Schritt.

3 Hirnerkrankungen, die sich zuerst auf Ihren Gang auswirken können

Wenn der Körper altert, einen Mini-Schlaganfall erleidet oder degenerative neurologische Erkrankungen wie Parkinson oder Demenz entwickelt, ist das erste Anzeichen ein instabiler Gang.

1. Frühe Demenz

Eine 2023 in „Scientific Reports“ veröffentlichte Studie analysierte die Gehgeschwindigkeit von fast 2.000 älteren Menschen und stellte fest, dass diejenigen mit eingeschränkter kognitiver Funktion im Alltag langsamer gingen. Selbst Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung zeigten zu bestimmten Zeitpunkten eine Abnahme der Gehgeschwindigkeit, noch bevor es zu einer signifikanten Verschlechterung des Gedächtnisses kam.

2. Parkinson-Krankheit

Das Gehirn von Patienten mit der Parkinson-Krankheit verliert allmählich seine Fähigkeit, Dopamin zu produzieren, was zu schmaleren Schritten, einem schleppenden Gang und einem verminderten Armschwung führt. Viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass dies lediglich ein Zeichen des Alterns ist, und verpassen so die Gelegenheit für eine frühzeitige Behandlung.

3. Kleingefäßerkrankung

Ein Schlaganfall in den tiefen Kleingefäßen des Gehirns kann die Leitungsbahnen der weißen Substanz beeinträchtigen, wodurch die Signalübertragung gestört wird und es zu einem langsamen und unsicheren Gang kommt. Da jedoch keine offensichtlichen Symptome einer einseitigen Lähmung vorliegen, wird diese Erkrankung oft übersehen.

Auch chronische Entzündungen beeinträchtigen das Gehen

Neben Hirnerkrankungen wie Demenz und Parkinson „verbrennt“ eine chronische Entzündung still und leise das Gehirn, erklärt Dr. Ping-Hsien Hsieh, leitender Neurochirurg am National Chiao Tung University Hospital in Taiwan, gegenüber Epoch Times.
Studien haben ergeben, dass ältere Erwachsene mit höheren Konzentrationen von Entzündungsfaktoren im Blut tendenziell langsamer gehen und ein höheres Risiko für zukünftige motorische Beeinträchtigungen haben. Eine chronische, schwach ausgeprägte Entzündung ist wie ein kleines, anhaltendes Feuer, das im Gehirn brennt. Man spürt es normalerweise nicht, aber der Schaden summiert sich täglich:
  • Schädigung von Nervenzellen: Entzündungsfaktoren wie die proinflammatorischen Zytokine IL-6 und TNF-α können Nervenzellen angreifen und so die Übertragung von Nervensignalen verlangsamen.
  • Läsionen der weißen Substanz: Die „Leitungen“ im Gehirn, die für die Übertragung motorischer Befehle zuständig sind, werden geschädigt, was die Gangsteuerung beeinträchtigt.
  • Dopaminmangel: Chronische Entzündungen hemmen die Dopaminausschüttung, wodurch die Einleitung von Bewegungen langsamer und mühsamer wird.
  • Störungen der Muskelkoordination: Verzögerte Signale aus dem Gehirn stören das Timing der Muskelkontraktionen, was zu einem langsameren und unsicheren Gang führt.
Es gibt eine Reihe von Ursachen, die zu chronischen Entzündungen führen, darunter anhaltender Schlafmangel, das metabolische Syndrom, ein Ungleichgewicht der Darmflora und langfristiger psychischer Stress – all dies kann, ohne dass man es merkt, die Degeneration des Gehirns und den Rückgang der motorischen Fähigkeiten beschleunigen, sagte Hsieh.

5 Veränderungen beim Gehen, die Sie nicht ignorieren sollten

Eine Verlangsamung des Gehens tritt in der Regel nicht plötzlich auf, so Hsieh. Das Gehirn sendet oft schon im Vorfeld viele Warnsignale, wie zum Beispiel:
  • Beim Gehen auf den Boden zu schauen: Normalerweise sollte der Blick beim Gehen ganz natürlich nach vorne gerichtet sein. Wenn Sie anfangen, gewohnheitsmäßig auf den Boden zu schauen, kann dies auf eine Verschlechterung des Gleichgewichts und des räumlichen Urteilsvermögens hindeuten.
  • Mehr Schritte zum Abbiegen benötigen: Da die Reaktion des Gehirns auf Richtungswechsel langsamer wird, muss das Abbiegen in mehrere kleine Schritte unterteilt werden.
  • Schwierigkeiten, beim Gehen und Sprechen das Gleichgewicht zu halten: Wenn Sie beim Gehen und Sprechen leicht das Gleichgewicht verlieren, spricht man von einer „Dual-Task-Störung“; dies deutet auf eine nachlassende Fähigkeit des Gehirns hin, zwei Dinge gleichzeitig zu verarbeiten. Es ist ein deutliches Warnzeichen für einen kognitiven Rückgang.
  • Zunehmend kürzere Schritte: Wenn Ihre Schritte merklich kürzer und langsamer werden, insbesondere morgens oder in ungewohnter Umgebung, könnte dies ein Warnzeichen sein.
  • Asymmetrischer Armschwung: Wenn ein Arm normal schwingt, der andere jedoch nicht, kann dies auf ein Problem mit der einseitigen Nervenleitung hindeuten.
Wenn Sie eines dieser Symptome bemerken, insbesondere wenn Sie kürzlich eine Kopfverletzung, einen Sturz oder heftiges Schütteln erlitten haben, sollten Sie sich so schnell wie möglich von einem Neurochirurgen untersuchen lassen, so Hsieh.

Förderung der Gehirngesundheit durch den Lebensstil

Zwar lässt sich nicht jede neurologische Erkrankung verhindern, doch gesunde Lebensgewohnheiten, die Entzündungen reduzieren und die Gehirnfunktion unterstützen, können dazu beitragen, die Mobilität im Alter zu erhalten.
Der japanische Neurowissenschaftler Nobusada Shinoura empfiehlt Knoblauchöl als wirksames Nahrungsergänzungsmittel für kognitive Langlebigkeit und Neuroprotektion.
Eine in „ACS Chemical Neuroscience“ veröffentlichte Übersichtsarbeit ergab, dass verschiedene chemische Bestandteile des Knoblauchs, insbesondere Organoschwefelverbindungen, therapeutisches Potenzial bei der Parkinson-Krankheit haben. Diese Komponenten können oxidativen Stress reduzieren, die Mitochondrienfunktion wiederherstellen und neuroinflammatorische Reaktionen verringern, was zum Schutz der Nervenzellen im Gehirn beiträgt.
Knoblauchöl kann über Gemüsesalate, Miso-Suppe oder gekühlten Tofu geträufelt oder mit Brot verzehrt werden. Shinoura pflegt seit vielen Jahren die Gewohnheit, vor Operationen Knoblauchöl einzunehmen. Nach der Einnahme habe er das Gefühl, dass seine Nervenaktivität lebhafter werde und er sich insgesamt energiegeladener fühle, schrieb er.
Der Schutz des Gehirns könne nicht allein auf ein einziges Lebensmittel beruhen; eine ganzheitliche Ernährung sei wichtiger, meint Shinoura.
Die Ernährung sollte in erster Linie aus Gemüse und Vollkornprodukten bestehen, ergänzt durch reichlich fermentierte Lebensmittel, Meeresfrüchte und Pilze. Er empfiehlt insbesondere Blauflossenbrasse, Makrelenhecht und Sardinen, die reich an den Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA sind, da diese der Gesundheit des Gehirns zuträglich sind.
Neben der Ernährungstherapie schlägt Shinoura auch Ausdauertraining wie Tai Chi und zügiges Gehen vor. Die Intensität der Bewegung sollte so sein, dass man leicht ins Schwitzen kommt und der Puls unter 110 bis 120 Schlägen pro Minute bleibt; übermäßig anstrengende Übungen sind nicht erforderlich.
Gedächtnisverlust ist nicht immer der erste Hilferuf des Gehirns. Manchmal zeigen sich die frühesten Anzeichen in der Art, wie man geht.
Wenn Sie bemerken, dass Sie langsamer gehen, ungewöhnlich kurze Schritte machen, Schwierigkeiten beim Wenden haben oder häufiger das Gleichgewicht verlieren, sollten Sie diese Veränderungen nicht einfach als Zeichen des Älterwerdens abtun.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Zuerst erschienen auf theepochtimes.com unter dem Titel „Before Memory Fades, Your Walk May Reveal 5 Hidden Brain Disorders“. (deutsche Bearbeitung kr)
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Die Bedeutung der Sonnenfinsternis im alten Rom


In Kürze:

  • Eine Sonnenfinsternis sorgt seit jeher für Staunen und Furcht bei den Menschen – auch bei den Gebildeten und Gewöhnlichen des Römischen Reiches.
  • Zwar kannten sie die kosmische Ursache des Naturphänomens, aber dennoch glaubten sie, dass ihnen damit die Götter eine Botschaft vermitteln wollten.
  • Römische Politiker deuteten sie oft als schlechte Omen, Missfallen der Götter oder ungünstige Zeitpunkte für ihre Bestrebungen.

 
Am 12. August wird Europa – und insbesondere Spanien – den Blick zum Himmel richten, um eine historische Sonnenfinsternis zu beobachten. Wir wissen bereits, wann sie beginnt, wie lange sie dauern wird und welcher Teil der Sonne hinter dem Mond verborgen sein wird. Mit Apps auf unseren Smartphones können wir den genauen Zeitpunkt der maximalen Bedeckung berechnen und uns die besten Beobachtungsorte anzeigen lassen.
Doch während eines Großteils der Menschheitsgeschichte waren Sonnenfinsternisse weit mehr als nur eine astronomische Kuriosität. Tatsächlich galten sie als mächtige Ereignisse, die in der Lage waren, die Welt selbst neu zu ordnen. Das antike Rom bildete hier keine Ausnahme, da die Sonne in seiner vorchristlichen Religion eine wichtige Rolle spielte.

Frühe Erforschung der Sonnenfinsternis

Das Wort Sonnenfinsternis leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet „Verschwinden der Sonne“. Obwohl Gelehrte und frühe Astronomen wissenschaftliche Erklärungen lieferten, deutete man Sonnenfinsternisse weithin als Zeichen der Götter. In der religiösen Gesellschaft Roms wurden sie deshalb aufmerksam verfolgt.
Die beiden Weltanschauungen – wissenschaftlich und empirisch sowie abergläubisch – existierten jahrhundertelang nebeneinander. Für uns bieten sie heute einen Einblick, wie die Römer das Verhältnis zwischen Natur, Religion und Macht verstanden. Die Synthese dieser Ideen ist bis heute gebräuchlich, wenn wir das aus dem Lateinischen stammende Wort „Omen“ verwenden, um ein Zeichen zu beschreiben, das sowohl ein Ereignis vorhersagt, als auch etwas darüber aussagt.
Zwei Philosophen beobachten eine Sonnenfinsternis

Das Werk von Pierre Brébiette (1598–1650) zeigt zwei Philosophen beim Beobachten einer Finsternis.

Es waren babylonische Astronomen, die entdeckten, dass Sonnenfinsternisse zyklisch auftreten. Ihre Methoden zur Vorhersage wurden von den alten Griechen und anschließend von den Römern übernommen.
Römische Gelehrte wie Plinius der Ältere (um 23–79) und Seneca (um 1–65) stellten in ihren jeweiligen Werken „Naturalis historia“ und „Thyestes“ Theorien zu Sonnenfinsternissen auf. Damit war die römische Astronomie alles andere als rudimentär.
Ein bemerkenswertes Beispiel fand zur Zeit von Kaiser Claudius (10 v. Chr.–54 n. Chr.) statt. Der römische Historiker Cassius Dio (um 163–235) berichtet, dass der Kaiser seine Bevölkerung vor einer Sonnenfinsternis am 1. August des Jahres 45 n. Chr. warnte, damit diese nicht in Panik geriet.
Offensichtlich waren sich die kaiserlichen Behörden bewusst, dass sie die vorübergehende Dunkelheit vorhersagen konnten, und kannten die tiefe Angst, die ihr unheilvoller Charakter in der Bevölkerung auslöste.

Zeichen der Götter

Zwar kannten die Römer die astronomischen Zusammenhänge hinter Sonnenfinsternissen, doch schloss dies religiöse Deutungen nicht aus. Für einen Römer wurde das Universum von den Göttern beherrscht. Ein Naturphänomen konnte daher eine physikalische Ursache haben und zugleich eine göttliche Botschaft vermitteln.
In „Vitae parallelae“ berichtet der Historiker Plutarch (um 45–125), wie im Juni 708 v. Chr. der Tod des ersten Königs von Rom damit einhergegangen sein soll, dass der Tag zur Nacht wurde. Vielleicht wurden Sonnenfinsternisse daher oft als „prodigia“ eingestuft – Omen, die auf eine Störung des Gleichgewichts zwischen Göttern und Menschen hindeuteten und eine Reaktion der Staatsreligion erforderten.
Die Werke des Historikers Livius (um 59 v. Chr.–17 n. Chr.) sind voller weiterer Beispiele. So sollen sich im Jahr 340 v. Chr. gleichzeitig eine Sonnenfinsternis und ein Hagelsturm ereignet haben. Als Reaktion darauf, ordnete der Senat umgehend Rituale an, um den Frieden mit den Göttern wiederherzustellen.
Eine weitere Sonnenfinsternis soll Rom am 17. Juli des Jahres 188 v. Chr. für fast zwei Stunden in Dunkelheit gestürzt haben. Laut Livius löste dies solche Besorgnis aus, dass eine dreitägige Reinigung des heiligen Aventinhügels angeordnet wurde.

Sonnenfinsternis aus der Sicht römischer Politiker

Sonnenfinsternisse, die mit Zeiten politischer Krisen zusammenfielen, verstärkten ihren unheilvollen Charakter. Während der Jahre der römischen Expansion nach Mazedonien wurde eine Sonnenfinsternis als Vorbote der Niederlage der Griechen in der Schlacht von Pydna im Jahr 168 v. Chr. gedeutet.
Im Jahr 49 v. Chr. erwähnte Cassius Dio eine totale Sonnenfinsternis als Teil einer Reihe von Omen, die Unglück für Rom vorhersagten. Die Auswirkungen waren so groß, dass einige Magistrate sogar den Antritt ihres Amtes verschoben, da sie den Zeitpunkt für ungünstig hielten. Der Politiker und Philosoph Cicero (106–43 v. Chr.) deutete die partielle Sonnenfinsternis vom 18. Mai 63 v. Chr. als schlechtes Omen für sein Konsulat, das in jenem Jahr beginnen sollte.

Das Relief am Konstantinsbogen in Rom zeigt den römischen Sonnengott Sol mit seinem Himmelswagen.

Sonnenfinsternisse werden sogar in der Bibel beschrieben. So soll eine von ihnen den Himmel nach dem Tod Jesu verdunkelt haben und war der Ausdruck des Wunders, das nach der Kreuzigung auftrat.
In Rom lag das Interesse an Sonnenfinsternissen nicht nur in der Tatsache, dass sie den Himmel für einige Minuten verdunkelten, sondern in der Bedeutung, die dieser Dunkelheit beigemessen wurde. Der Kosmos und die Geschichte waren Teil derselben Ordnung, und jede Störung am Himmel musste richtig gedeutet werden. Man glaubte, dass die Zukunft, Gesundheit und Wohlergehen des Volkes – und vor allem des Staates – in hohem Maße davon abhingen, wie zutreffend diese Deutungen waren.

Zur Zeit der Kreuzigung Jesu soll sich eine Sonnenfinsternis ereignet haben.

Foto: Timacoch/iStock

Die Erfahrung der einfachen Menschen

Die überwiegende Mehrheit der römischen Bevölkerung hatte indes weder Aristoteles gelesen, noch hatte sie Zugang zu den Werken von Seneca oder Plinius dem Älteren. Ihre Erfahrung mit der Sonnenfinsternis war daher eine ganz andere.
Für sie verschwand die Sonne – die Ursache für Licht, den Kalender und den Tagesablauf – einfach unerwartet am helllichten Tag. Es war nur natürlich, diese Dunkelheit als eine furchterregende kosmische Störung zu deuten.
Es gibt Berichte über abergläubische Volksvorstellungen, die Rom von anderen Kulturen übernommen hatte. Dazu gehörte das Lärmmachen durch das Schlagen auf Töpfe und Pfannen, um der Sonne zu helfen, ihr Licht wiederzuerlangen, oder um die Kräfte zu vertreiben, die sie zu bedrohen schienen, indem sie sie vom Himmel verschwinden ließen.
Auf diese Weise glaubten die Menschen, sie trügen dazu bei, ein Phänomen abzuwehren, das die natürliche Ordnung störte und das, wie alle unbekannten Dinge, Angst und Unsicherheit hervorrief.
Das Gemälde „Astronomen beobachten eine Sonnenfinsternis“ von Antoine Caron

Das Gemälde „Astronomen beobachten eine Sonnenfinsternis“ von Antoine Caron (1521–1599).

Angesichts der Sonnenfinsternis am 12. August wird unsere eigene Reaktion nicht von Angst oder Unbehagen geprägt sein. Wenn uns die Verdunklung jedoch dazu veranlasst, zum Himmel aufzublicken, können wir uns daran erinnern, dass dies auch bereits die Römer taten. Dabei stellten sie sich wohl eine Frage, die die Astronomie niemals beantworten konnte: Was wollen uns die Götter damit sagen, dass sie die Sonne so plötzlich verschwinden lassen?
Dieser Artikel erschien im Original auf theconversation.com unter dem Titel „Science, religion, and political omens: the meaning of eclipses in ancient Rome“. (redaktionelle Bearbeitung: kms)The Conversation