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24. Juli: Merz baut Kabinett um | Klopp offiziell vorgestellt | China sanktioniert deutsche Firmen

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Merz baut Kabinett um

Nach dem Rücktritt von Fraktionschef Jens Spahn baut Bundeskanzler Merz das Kabinett und die Parteiführung um. Kanzleramtschef Thorsten Frei soll Spahns Nachfolger werden. Gesundheitsministerin Nina Warken wechselt ins Kanzleramt. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann soll Gesundheitsminister werden. Verkehrsminister Schnieder soll auch ausgetauscht werden. Sein Nachfolger ist noch nicht bekannt.

Klopp offiziell vorgestellt

Jürgen Klopp ist der neue Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Der DFB stellte den 59-Jährigen in Frankfurt vor. Sein Vertrag beginnt am 15. August und läuft bis zur Weltmeisterschaft 2030. Klopp sprach von einer großen Ehre. Zum 1. Januar 2027 übernimmt zudem Per Mertesacker den Posten des DFB-Geschäftsführers Sport.

China sanktioniert deutsche Firmen

Als Reaktion auf die neuen EU-Sanktionen gegen Russland hat China Exportkontrollen gegen 14 europäische Unternehmen verhängt, darunter Rheinmetall sowie zwei weitere deutsche Firmen. Betroffen sind Lieferungen sogenannter Dual-Use-Güter. Die EU prüft derzeit die Auswirkungen dieser Maßnahmen.

Mehr ausländische Häftlinge

Der Anteil ausländischer Häftlinge ist erneut gestiegen. Inzwischen machen ausländische Inhaftierte 44,8 Prozent der rund 60.400 Gefängnisinsassen in Deutschland aus. Der Bund der Strafvollzugsbediensteten warnt vor einer Überforderung der Anstalten, die unter anderem durch Sprachbarrieren und Subkulturen verursacht wird.

Neue US-Zölle

Ab heute führen die USA neue Zölle von 10 bis 12,5 Prozent auf Importe aus mehr als 60 Handelspartnern, darunter auch die Europäische Union, ein. Die Regierung unter Präsident Trump begründet die Maßnahmen mit dem Kampf gegen Zwangsarbeit. Ausgenommen sind unter anderem Energie, Lebensmittel und bestimmte Industriegüter.
 
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22. Juli: Spahns Nachfolger | Brandmauer-Debatte | Razzia bei Deutscher Bank

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Spahns Nachfolger

Der bisherige Kanzleramtschef Thorsten Frei soll neuer Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag werden. Er würde damit auf Jens Spahn folgen. Darauf haben sich die Chefs von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, verständigt. Zuvor sprachen sie bereits auch mit den Parteigremien der Union und der Bundestagsfraktion.

Brandmauer-Debatte

Angesichts der politischen Mehrheitsverhältnisse in Ostdeutschland fordert Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ein Ende der Ausgrenzung von Parteien. Brandmauern nach links und rechts seien nicht sinnvoll. Wörtlich sagt er: „Wir müssen mit jedem reden, der reden will.“

Razzia bei Deutscher Bank

Ermittler haben die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt durchsucht. Hintergrund ist der Verdacht auf gemeinschaftliche Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Aktiengeschäften aus der Postbank-Zeit zwischen 2008 und 2010. Dabei geht es um mögliche Cum-Cum-Geschäfte. Der gesamte dadurch entstandene Steuerschaden wird auf rund 28 Milliarden Euro geschätzt.

KI-Rechenzentrum gescheitert

Die Pläne des KI-Marktführers OpenAI für ein milliardenschweres Rechenzentrum in Deutschland sind vorerst gescheitert. Hauptgründe sind die unzureichende Stromversorgung und EU-rechtliche Hürden. Selbst die Option, Atomstrom aus Frankreich zu beziehen, wurde in Betracht gezogen. OpenAI treibt stattdessen Projekte in den Emiraten voran.

Militärumgestaltung

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat General Oleksandr Syrskyj als Armeechef entlassen. Dies ist die zweite Neubesetzung des Postens seit 2022. Eine Woche zuvor entließ Selenskyj bereits Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov, was zahlreiche Proteste im Inland nach sich zog. Daraufhin entließ Selenskyj Syrskyj, der wie Fedorov einen anderen Stil der Kriegsführung vertrat.
 
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Das sagt Klopp: über den DFB, Red Bull und deutschen Fußball


In Kürze:

  • Jürgen Klopp sprach öffentlich, dass er den Posten als Bundestrainer grundsätzlich übernehmen würde.
  • Dazu müssten jedoch lange Gespräche mit seinem derzeitigen Arbeitgeber und dem Deutschen Fußballbund (DFB) erfolgen.
  • Eine Rahmenbedingung stellte der 59-Jährige bereits: Er wolle die Macht, die Dinge nach seinem Willen zu verändern.

 
Braun gebrannt. Das Mikrofon in einer Hand, die andere Hand lässig in der Hosentasche. Fest in der Stimme. Im Hintergrund die Wolkenkratzer von New York. So spricht Deutschlands Wunsch-Bundestrainer Jürgen Klopp kurz vor Mitternacht bei seinem Sommer-Arbeitgeber MagentaTV.
Am Ende eines aufregenden Fußball-Tages, der mit dem Rücktritt von Julian Nagelsmann begann, geht es natürlich um die Bundestrainer-Frage. Was Klopp zu sagen hat, kann den vom WM-Aus so enttäuschten Fans Hoffnung machen. „Ich bin mittlerweile mehr als aufgetankt, also ich bin bereit“, sagt der 59-Jährige.
Doch eine Einschränkung gibt es. Mit der großen Wunschlösung für den DFB-Posten werde es nicht schnell gehen, so der Chefstratege von Red Bull. Auf die Frage, was zu einer Unterschrift noch fehle, antwortete Klopp mit einem Wort: „Zeit“. Was sagt Klopp sonst und was steckt hinter seinen Aussagen?

Jürgen Klopp und die Verhandlungen mit dem DFB

Klopp holt erstmal aus. Schildert das Elfmeterschießen gegen Paraguay und macht klar, hätte Deutschland gewonnen, würde man jetzt nicht über ihn als großen Hoffnungsträger sprechen. Fußball kann gemein sein.
„Aber jetzt sind die Dinge, wie sie sind. Julian ist zurückgetreten und der DFB kümmert sich um eine Nachfolgeregelung und ist in dem Zuge dieser Gedanken, die sie sich gemacht haben, auf mich zugekommen“, bestätigt der 59-Jährige.
Ein Selbstläufer werden die Verhandlungen mit dem Verband um DFB-Präsident Bernd Neuendorf nicht. Das macht Klopp klar. „Es werden intensive Gespräche sein müssen, weil es natürlich die Probleme, die wir aktuell haben, nicht an der Personalie Julian Nagelsmann hängen“, sagt er.
Klopp fordert letztlich maximalen Einfluss und Gestaltungsspielraum. Er will nicht in die Mühlen des Verbandes geraten. Jürgen Klinsmann nannte das 2004, als er zum Retter auserkoren war, seine „Carte blanche“. Als Bundestrainer braucht man die Macht, die Dinge nach seinem Willen zu verändern. Seinen guten Ruf will Klopp nicht aufs Spiel setzen.

Über die Verhandlungen mit Red Bull

Klopp verhandelt an zwei Fronten. Er muss auch beim Getränkeriesen Red Bull seine bis 2029 datierte Anstellung loswerden. Und zwar gesichtswahrend für alle Seiten. Mit dem dortigen Boss Oliver Mintzlaff gab es auch schon Kontakt.
„Es ist ja schwierig, Gesprächen vorzugreifen, aber wir haben natürlich auch schon Dinge angetextet und dementsprechend gehe ich da nicht von aus“, sagte er zu möglichen Trennungsproblemen.
Er halte Verträge „normalerweise super gerne“ ein, sagt Klopp. Diese Ausführungen belegen, wie gerne er Bundestrainer werden möchte. Mintzlaff wird moralisch in die Pflicht genommen. Es geht um Fußball-Deutschland. Es werde schon eine Lösung geben, lässt er anklingen.
„Weil ich weiß, dass ihm der deutsche Fußball auch am Herzen liegt und er dementsprechend sehr offen ist für diese Gespräche. Aber geführt werden müssen sie ja trotzdem“, sagt Klopp.

Jürgen Klopp zur Lage des deutschen Fußballs

Johannes B. Kerner fragt in dem Interview nach den Aussichten bis zur EM 2028. Immer langsam, mahnt Klopp. „Also ich finde, es ist ja, wenn man so will, noch ein bisschen ein ungelegtes Ei. Es ist vollkommen klar, wie ich eben schon gesagt habe, es liegt nicht nur am Cheftrainer, ganz bestimmt nicht“, bremst er ein.
Und wenn es nicht klappt, ist er nicht daran schuld. Denn: „Der deutsche Fußball steht jetzt natürlich an einem Wendepunkt. Wir müssen jetzt Dinge grundlegend verändern“, macht Klopp klar.
Wenn man ihn haben will, dann soll man sich bemühen. Ansonsten muss ein anderer ran. „Ob das am Ende dann ich sein werde oder wer auch immer das sein wird, das ändert nichts daran, dass die Veränderungen notwendig sind“, sagt Klopp.

„Blöder werde ich nach dieser Weltmeisterschaft sicher nicht sein“

Mit zwei Dingen will Klopp aufräumen. Die Erschöpfung, die er nach den aufreibenden Jahren beim FC Liverpool spürte, ist weg. Die Batterien sind aufgeladen. Und der Job bei Red Bull, das ist keine Alibi-Beschäftigung. „Ich bin da bereits 19 Monate dabei, die Öffentlichkeit möglicherweise fragt sich bis heute, was macht er da eigentlich ganz genau. Aber es war eine sehr intensive Zeit“, sagt er.
Die WM hat jedenfalls neue Lust auf Spitzenfußball geweckt. „Und es ist jetzt natürlich wie eine Fortbildung. Also wie auch immer es für mich weitergeht: blöder werde ich nach dieser Weltmeisterschaft sicher nicht sein. Ich werde einiges dazugelernt haben wieder und das ist natürlich auch notwendig“, sagte er. (dpa/red)