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Handelsverband warnt vor China-Shops mit deutscher Tarnung

Der Handelsverband Deutschland warnt Verbraucher vor Online-Shops, die scheinbar deutsch sind, hinter denen aber tatsächlich Anbieter aus China stehen. Diese würden oft die europäischen Vorgaben nicht beachten und häufig minderwertige Ware vertreiben.
Rücksendungen seien vielfach mit hohen Kosten verbunden. Bei den Verbraucherzentralen stünden zahlreiche problematische Shops auf den Warnlisten.
Der Handelsverband warnte, dass die Kosten für einen Rückversand nach China je nach Größe des Pakets den Warenwert deutlich übersteigen könnten. Viele Käufer verzichteten deshalb auf ihr Widerrufsrecht und behielten die Ware.
„Genau darauf basiert das Geschäftsmodell vieler dieser Anbieter“, erklärte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp. „Die hohen Rücksendekosten machen die Ausübung des Widerrufsrechts und sogar Reklamationen wirtschaftlich unattraktiv.“

Shops schwer zu erkennen

Die Shops würden häufig mit deutschem Namen, einer deutschen Domain und teilweise mit einer europäischen Anschrift auftreten, seien also oft nur schwer zu erkennen.
„Verbraucherinnen und Verbraucher sollten deshalb insbesondere das Impressum, den Unternehmenssitz sowie die Widerrufs- und Rücksendebedingungen prüfen“, empfiehlt der Handelsverband.
Befinde sich der Unternehmenssitz oder die Rücksendeadresse in China, sollten Verbraucher misstrauisch werden. Hilfreich seien auch Erfahrungsberichte anderer Kunden. (afp/red)
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18.08.2026| Warnstreiks an Seehäfen | Grünen-Fraktionsvorsitzende in MeckPom tritt zurück | Social-Media-Sucht: Plädoyers gegen Meta

HEUTE9:43 Uhr

Feuerwehr fordert bessere Ausrüstung und mehr Prävention

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft fordert wegen zunehmender Waldbrände eine bessere Ausstattung der Einsatzkräfte. Sie verlangt leichtere persönliche Schutzausrüstung, geländegängige Fahrzeuge, das Anlegen von Schneisen und Wasserdepots. Bund, Länder und Kommunen müssten dafür Budgets bereitstellen.

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HEUTE9:34 Uhr

Grünen-Fraktionsvorsitzende in Mecklenburg-Vorpommern tritt zurück

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern, Constanze Oehlrich, hat kurz vor den Wahlen ihren Rücktritt bekanntgegeben. Hintergrund sind Vorwürfe sexueller Belästigung. Die Politikerin soll einen jüngeren Mitarbeiter über 5 Jahre hinweg verbal belästigt haben.

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HEUTE9:30 Uhr

Für KI-Training? Google kauft Daten gescheiterter US-Airline

Google hat sich für das KI-Training ein riesiges Datenpaket des pleitegegangenen US-Billigfliegers Spirit Airlines gesichert. Für zehn Millionen Dollar ersteigerte das Unternehmen auch rund 100 Millionen E-Mails sowie 500 Millionen Unterhaltungen über die Messaging-Plattform Microsoft Teams. Ziel ist, zur Verbesserung von KI reale Abläufe in Unternehmen zu simulieren.

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HEUTE9:12 Uhr

Netzagentur-Chef: Gashändler müssen mehr Gas einspeichern

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, fordert Gashändler auf, wegen niedriger deutscher Speicherstände mehr Gas für den Winter einzuspeichern. Zugleich warnt er vor steigenden Gasrechnungen für Unternehmen und die Industrie. Mittelfristig erwartet er steigende Preise für Privathaushalte und Industrie.

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HEUTE8:51 Uhr

15 Prozent mehr Baugenehmigungen im ersten Halbjahr erteilt

Im ersten Halbjahr wurden Baugenehmigungen für 126.300 Wohnungen erteilt. Das sind 15,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum – allerdings von einem niedrigen Niveau aus. Einfamilienhäuser stiegen um 12,7 Prozent auf 24.000, Zweifamilienhäusern um 27,3 Prozent auf 7.700. Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) führte die hohe Zahl auf die Regierungspolitik zurück und kündigt weiter Maßnahmen an.
Bauministerin Verena Hubertz schaute sich in Berlin den Umbau zu Wohneinheiten an.

Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“: Bauministerin Verena Hubertz schaute sich in Berlin den Umbau zu Wohneinheiten an.

Foto: Elisa Schu/dpa

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HEUTE8:21 Uhr

Social-Media-Sucht: Heute Eröffnungsplädoyers gegen Meta

In Oakland beginnen heute die Eröffnungsplädoyers im Prozess gegen Meta. Mehrere US-Bundesstaaten verlangen massive Beschränkungen bei Funktionen wie Endlos-Scrollen und übermäßige Benachrichtigungen sowie eine massive Strafzahlung von bis zu 1,4 Billionen Dollar. Meta wird vorgeworfen Minderjährige durch Instagram und Facebook abhängig und psychisch krank zu machen. Mit einem Urteil wird Anfang Oktober gerechnet. Der Kölner Medienwissenschaftler Martin Andree sieht das Tech-Unternehmen erstmals in echter Bedrängnis. 

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HEUTE8:00 Uhr

Länder fordern Sondersitzung der IMK zu Drohnen

Niedersachsen und Bremen fordern eine Sondersitzung der Innenministerkonferenz zur Drohnenabwehr. Nach dem Vorfall in Leipzig sehen sie ungeklärte Zuständigkeiten zwischen Landes- und Bundesbehörden und Lücken beim Schutz kritischer Infrastruktur. Konkret genannt wurden Verkehrsflughäfen und Seehäfen. Die Abstimmung könne nicht bis zur nächsten regulären Sitzung warten.
HEUTE7:29 Uhr

Warnstreiks an sechs deutschen Seehäfen haben begonnen

In der Nacht zu heute begannen an den Seehäfen Hamburg, Bremerhaven, Bremen, Wilhelmshaven, Emden und Brake 24-stündige Warnstreiks. ver.di fordert 8,2 Prozent oder mindestens 2,50 Euro mehr Stundenlohn. Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe bot 5,1 Prozent mehr Lohn, 300 Euro mehr Urlaubsgeld und eine Erhöhung der A-Pauschale um 460 Euro bei einer Laufzeit von 19 Monaten.

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HEUTE7:13 Uhr

Bislang kaum mehr Lkw-Verkehr trotz aufgehobenem Fahrverbot

Die Aufhebung des Lkw-Fahrverbots an Sonn- und Feiertagen wegen des Niedrigwassers hat laut dem Bundesverband Güterkraftverkehr und Logistik nur zu einem begrenzten Anstieg des Verkehrs an den vergangenen beiden Wochenenden geführt. In NRW gab es etwas mehr Lkws auf der Straße, in Bayern kaum. Zu größeren Staus kam es nicht. Es gebe weder zusätzliche Fahrer noch zusätzliche gesetzliche Lenkzeiten.

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HEUTE7:00 Uhr

Brand im Hohen Venn bleibt „unberechenbar“

Im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn dauert der Kampf gegen die Flächenbrände an. Rund 240 deutsche Einsatzkräfte unterstützen von Monschau aus die Löscharbeiten. Am Sonntagabend waren wegen des Rauches etwa 30 Bewohner von Monschau-Kalterherberg evakuiert worden. Die Brandlinie liegt derzeit rund 2,3 Kilometer von der Grenze entfernt, der Regen soll zunehmen. Das Feuer ist vor allem durch den metertiefen Torfboden schwer zu bekämpfen, es wird ein wochenlanges Ablöschen erwartet.
Rauchschwaden bei dem Brand im Hohen Venn

Rauchschwaden bei dem Brand im Hohen Venn.

Foto: Kevin Schößler/dpa

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HEUTE6:20 Uhr

Bürgermeister: Moskau mit Hunderten Drohnen attackiert

Nach russischen Angaben flogen von Montagabend bis Dienstagmorgen  620 Drohnen auf Moskau und die umliegende Hauptstadtregion zu. Die staatlichen Nachrichtenagentur Tass sprach von der heftigsten derartige Attacke seit zwei Jahren. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Erneut wurde ein Lager des Online-Versandhändlers Wildberries getroffen, mehrere Menschen wurden verletzt.

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HEUTE6:07 Uhr

Südkoreas Präsident Lee: Manöver nicht gegen Nordkorea gerichtet

Südkoreas Regierung hat in Seoul den Verteidigungscharakter der gemeinsamen Militärübungen mit den USA betont. Das grundlegende Ziel der jährlichen Militärübungen bestehe darin, „den Alltag der Bevölkerung in Sicherheit und Frieden zu gewährleisten“. US-Präsident Trump hatte angekündigt, die Militärübungen wegen hoher Kosten und falschen Signalen an Nordkorea zu verringern

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HEUTE5:26 Uhr

Shakira unterstützt Wiederaufbau nach Erdbeben in Kolumbien

Nach dem schweren Erdbeben in Kolumbien sagte Popstar Shakira eine Million US-Dollar für den Wiederaufbau von Schulen und Bildungsprojekte zu. Landesweit wurden bei dem Erdbeben mehr als 2.800 Schulen beschädigt worden.
Bei dem Erdbeben wurden Tausende Wohnungen und mehr als 2.800 Schulen schwer beschädigt. (Archivibild)

Bei dem Erdbeben wurden Tausende Wohnungen und mehr als 2.800 Schulen schwer beschädigt. (Archivibild)

Foto: Santiago Saldarriaga/AP/dpa

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HEUTE5:06 Uhr

CSU-Haushälter Dorn verlangt große Steuerreform bis 2029

Haushaltspolitiker Florian Dorn fordert eine umfassende Steuerreform bis 2029. Der Steuertarif solle Mehrarbeit und höhere Einkommen für alle Einkommensgruppen attraktiver machen. Zuvor müsse die kalte Progression komplett abgebaut und die Kaufkraft der Beschäftigten auch unter Berücksichtigung der Sozialabgaben erhalten bleiben, sagte der CSU-Bundestagsabgeordnete der „BILD“.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen

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Bauernverband: „Unterdurchschnittliche Ernte“ – kein schneller Preisanstieg laut Minister

Lebensmittel wie Brot und Fleisch werden nach Einschätzung von Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) wegen der Trockenheit in Deutschland nicht sofort teurer.
„Ich gehe nicht davon aus, dass es sofort teurer wird, weil die Lebensmittelpreise hängen auch noch von vielen anderen Faktoren ab – von der Lieferkette, vom Transport, von der Erzeugung“, sagte Rainer am Dienstag im „Morgenmagazin“ des ZDF. Wie groß die Schäden genau sind, steht noch nicht fest.

Ohne Daten ist keine gute Hilfe möglich

Rainer sagte zur Forderung des Bauernverbands nach Soforthilfen, „ohne belastbare Daten können wir schlecht Hilfe leisten“. Die Regierung habe aber die Folgen der Dürre „genau im Auge“ und werde „so gut es geht und so schnell es auch geht, passgenaue Hilfen anbieten“, sagte er weiter. Der Deutsche Bauernverband (DBV) veröffentlicht am Dienstag eine Erntebilanz.
Rainer will Ende August amtliche Erntedaten vorlegen. Der „Rheinischen Post“ vom Dienstag sagte der Landwirtschaftsminister: „Ich klopfe an jede Tür, an der Hilfe möglich ist.“
So habe er auch dem EU-Agrarkommissar die „besorgniserregende Situation auf unseren Äckern und Weiden geschildert und deutlich gemacht, dass im Ernstfall auch Europa gefordert ist“.
Zum Vorstoß der SPD, die Verfassung zugunsten des Hitzeschutzes zu ändern, sagte der CSU-Politiker, bei der Kabinettsklausur in der kommenden Woche „haben wir auch die Zeit, dieses Thema zu diskutieren“. Es sei „auf alle Fälle ein Thema, über das wir diskutieren müssen“. Er werde dann seine „Forderungen aus dem Bauernstand auf den Tisch legen“.
Er lasse nicht zu, dass die Landwirtschaft bei einem Hitzeaktionsplan ignoriert werde, sagte Rainer. „Die Landwirtschaft sind nämlich diejenigen, die am stärksten davon in Mitleidenschaft gezogen werden.“ Sie produzierten „tagtäglich für uns hervorragendste Lebensmittel“.

Bauernpräsident spricht von unterdurchschnittlicher Ernte

Der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, zieht eine ernüchternde Erntebilanz für 2026.
„Wir haben nur eine unterdurchschnittliche Ernte einfahren können“, sagte Rukwied den Sendern RTL und ntv. Insbesondere der Weizen habe enttäuscht, der Raps habe einen ganz schlechten Ertrag gebracht.
„Was uns sehr belastet, ist auf der einen Seite diese niedrigen Erträge in Verbindung mit niedrigen Preisen“, so Rukwied weiter. Das Preisniveau sei nicht wirklich kostendeckend.
Hinzu komme eine starke Belastung durch Betriebsmittelkosten, beispielsweise für Energie, Diesel, Düngemittel und Pflanzenschutzmittel. „Alles ist sehr teuer“, sagte der Bauernpräsident.

Apfelernte 2026 unter Zehnjahresschnitt

Zur erwarteten Obsternte veröffentlichte das Statistische Bundesamt hingegen schon erste Zahlen. Demnach erwarten deutsche Obstbaubetriebe eine Apfelernte von rund 934.000 Tonnen. Das sind 5,4 Prozent weniger Äpfel als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre (2016 bis 2025).

Obst im Supermarkt (Archiv)

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Die besonders gute Apfelernte des Vorjahres wird voraussichtlich um 204.000 Tonnen beziehungsweise 17,9 Prozent unterschritten. Bezogen auf die Anbaufläche von 32.700 Hektar wird in diesem Jahr ein durchschnittlicher Ertrag von rund 28,6 Tonnen Äpfel pro Hektar erwartet.
Regional wird die Apfelernte vor allem durch Baden-Württemberg und Niedersachsen getragen. Baden-Württemberg erwartet 0,7 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre, Niedersachsen einen Rückgang von -5,9 Prozent. Eine besonders niedrige Apfelernte wird in Thüringen (-45,1 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (-18,4 Prozent), Bayern (-16,4 Prozent), Rheinland-Pfalz (-15,8 Prozent), Sachsen (-13,3 Prozent) und Hamburg (-12,8 Prozent) erwartet.
Die Pflaumen- und Zwetschenernte wird in diesem Jahr nach einer vorläufigen Schätzung vom Juli 2026 mit gut 49.300 Tonnen voraussichtlich um 5.100 Tonnen (+11,5 Prozent) höher ausfallen als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre (44.200 Tonnen). (afp/dts/red)
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Landwirtschaftsminister: Lebensmittel werden wegen Dürre nicht sofort teurer

Lebensmittel wie Brot und Fleisch werden nach Einschätzung von Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) wegen der Trockenheit in Deutschland nicht sofort teurer.
„Ich gehe nicht davon aus, dass es sofort teurer wird, weil die Lebensmittelpreise hängen auch noch von vielen anderen Faktoren ab – von der Lieferkette, vom Transport, von der Erzeugung“, sagte Rainer am Dienstag im „Morgenmagazin“ des ZDF. Wie groß die Schäden genau sind, steht noch nicht fest.

Ohne Daten ist keine gute Hilfe möglich

Rainer sagte zur Forderung des Bauernverbands nach Soforthilfen, „ohne belastbare Daten können wir schlecht Hilfe leisten“. Die Regierung habe aber die Folgen der Dürre „genau im Auge“ und werde „so gut es geht und so schnell es auch geht, passgenaue Hilfen anbieten“, sagte er weiter. Der Deutsche Bauernverband (DBV) veröffentlicht am Dienstag eine Erntebilanz.
Rainer will Ende August amtliche Erntedaten vorlegen. Der „Rheinischen Post“ vom Dienstag sagte der Landwirtschaftsminister: „Ich klopfe an jede Tür, an der Hilfe möglich ist.“
So habe er auch dem EU-Agrarkommissar die „besorgniserregende Situation auf unseren Äckern und Weiden geschildert und deutlich gemacht, dass im Ernstfall auch Europa gefordert ist“.
Zum Vorstoß der SPD, die Verfassung zugunsten des Hitzeschutzes zu ändern, sagte der CSU-Politiker, bei der Kabinettsklausur in der kommenden Woche „haben wir auch die Zeit, dieses Thema zu diskutieren“. Es sei „auf alle Fälle ein Thema, über das wir diskutieren müssen“. Er werde dann seine „Forderungen aus dem Bauernstand auf den Tisch legen“.
Er lasse nicht zu, dass die Landwirtschaft bei einem Hitzeaktionsplan ignoriert werde, sagte Rainer. „Die Landwirtschaft sind nämlich diejenigen, die am stärksten davon in Mitleidenschaft gezogen werden.“ Sie produzierten „tagtäglich für uns hervorragendste Lebensmittel“.

Bauernpräsident spricht von unterdurchschnittlicher Ernte

Der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, zieht eine ernüchternde Erntebilanz für 2026.
„Wir haben nur eine unterdurchschnittliche Ernte einfahren können“, sagte Rukwied den Sendern RTL und ntv. Insbesondere der Weizen habe enttäuscht, der Raps habe einen ganz schlechten Ertrag gebracht.
„Was uns sehr belastet, ist auf der einen Seite diese niedrigen Erträge in Verbindung mit niedrigen Preisen“, so Rukwied weiter. Das Preisniveau sei nicht wirklich kostendeckend.
Hinzu komme eine starke Belastung durch Betriebsmittelkosten, beispielsweise für Energie, Diesel, Düngemittel und Pflanzenschutzmittel. „Alles ist sehr teuer“, sagte der Bauernpräsident.

Apfelernte 2026 unter Zehnjahresschnitt

Zur erwarteten Obsternte veröffentlichte das Statistische Bundesamt hingegen schon erste Zahlen. Demnach erwarten deutsche Obstbaubetriebe eine Apfelernte von rund 934.000 Tonnen. Das sind 5,4 Prozent weniger Äpfel als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre (2016 bis 2025).

Obst im Supermarkt (Archiv)

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Die besonders gute Apfelernte des Vorjahres wird voraussichtlich um 204.000 Tonnen beziehungsweise 17,9 Prozent unterschritten. Bezogen auf die Anbaufläche von 32.700 Hektar wird in diesem Jahr ein durchschnittlicher Ertrag von rund 28,6 Tonnen Äpfel pro Hektar erwartet.
Regional wird die Apfelernte vor allem durch Baden-Württemberg und Niedersachsen getragen. Baden-Württemberg erwartet 0,7 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre, Niedersachsen einen Rückgang von -5,9 Prozent. Eine besonders niedrige Apfelernte wird in Thüringen (-45,1 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (-18,4 Prozent), Bayern (-16,4 Prozent), Rheinland-Pfalz (-15,8 Prozent), Sachsen (-13,3 Prozent) und Hamburg (-12,8 Prozent) erwartet.
Die Pflaumen- und Zwetschenernte wird in diesem Jahr nach einer vorläufigen Schätzung vom Juli 2026 mit gut 49.300 Tonnen voraussichtlich um 5.100 Tonnen (+11,5 Prozent) höher ausfallen als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre (44.200 Tonnen). (afp/dts/red)
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Mordfall Tupac Shakur: Anklage spricht von Rache – Verteidigung widerspricht

Im Prozess um den Mord an dem legendären US-Rapper Tupac Shakur vor drei Jahrzehnten hat die Anklage in ihrem Eröffnungsplädoyer von einer Tat aus Rache gesprochen.
Der Angeklagte Duane Davis habe den Mord in Auftrag gegeben, weil sein Neffe zuvor von Shakur zusammengeschlagen worden sei, erklärte am Montag Staatsanwalt Binu Pilal zum Beginn der Verhandlungen in Las Vegas. Die Verteidigung wies die Vorwürfe zurück.

Es war am 7. September 1996

Der Mord an Shakur gehört zu den bekanntesten ungelösten Verbrechen in den USA, der Prozess wurde mit Spannung erwartet. Er hatte vor einer Woche mit der Auswahl der Geschworenen begonnen, am Montag nun startete die eigentliche Verhandlung.
„Am 7. September 1996 beteiligte sich Tupac Shakur öffentlich und vor laufender Kamera an einer erniedrigenden Prügelattacke auf Orlando Anderson, den Neffen von Duane Davis“, sagte Staatsanwalt Pilal. „Zweieinhalb Stunden später dann … wurde Tupac aus einem weißen Cadillac heraus in einem Racheakt niedergeschossen.“
Davis habe zwar nicht selbst abgedrückt, sagte Pilal. Der Angeklagte habe aber die Waffe an eine Person auf dem Rücksitz seines Wagens gegeben und dieser befohlen, auf den Rapper zu schießen.
Der Anwalt des Angeklagten, Michael Sanft, wies die Vorwürfe zurück. Die Staatsanwaltschaft und die Ermittler verfügten über keine stichhaltigen Beweise für eine Schuld seines Mandanten. „Was sie Ihnen vortragen, stellen sie als Tatsache dar, obwohl es sich in Wahrheit um Fiktion handelt“, sagte er an die Geschworenen gewandt. „Es liegt an Ihnen zu entscheiden, was wirklich den Tatsachen entspricht.“
Tupac Shakur war 1996 in einem Auto in Las Vegas angeschossen worden und starb sechs Tage später im Krankenhaus. (Archivbild)

Tupac Shakur war 1996 in einem Auto in Las Vegas angeschossen worden und starb sechs Tage später im Krankenhaus. (Archivbild)

Foto: Tom Rodriguez/Globe Photos via ZUMA Wire/dpa

Streit zwischen Ostküste und Westküste

Shakur war im Alter von 25 Jahren im Glücksspielparadies Las Vegas im Bundesstaat Nevada getötet worden. Der auch als 2Pac bekannte Musiker war eine herausragende Persönlichkeit in der damals tobenden erbitterten Fehde zwischen Hip-Hop-Musikern von der West- und der Ostküste der USA.
Der mit Hits wie „California Love“ und „All Eyez on Me“ bekannt gewordene Shakur wuchs zwar im New Yorker Stadtteil Harlem und in Baltimore an der Ostküste auf. Er unterzeichnete jedoch einen Vertrag mit der Plattenfirma Death Row Records aus der Westküstenmetropole Los Angeles und wurde rasch zum Inbegriff des kalifornischen „Bad Boy“.
Im Prozess wird es vor allem um die Fehde zwischen Death Row Records und der von Sean „Diddy“ Combs gegründeten Ostküsten-Plattenfirma Bad Boy Records gehen. Den Ermittlern zufolge stand Death Row Records unter dem Schutz der Gang Mob Piru. Bad Boy Records wiederum heuerte die vom Angeklagten Davis geführte rivalisierende Gang South Side Compton Crips als Leibwächter an.
Den Ermittlungen zufolge schlugen Shakur und Death-Row-Records-Boss Marion „Suge“ Knight am Abend des 7. September 1996 den Neffen von Crips-Boss Davis zusammen. In der selben Nacht überholte dann ein weißer Cadillac mit Davis, dessen Neffen und weiteren Insassen an Bord Shakurs Wagen in Las Vegas. Aus dem Cadillac heraus wurden mehrere Schüsse abgefeuert, Shakur wurde tödlich verletzt.

Memoiren als neuer Ermittlungsanstoß

Wegen mangelnder Beweise kamen die Ermittlungen zum Mord an Tupac Shakur jahrzehntelang kaum voran. Dies änderte sich 2019, als Davis seine Memoiren veröffentlichte.
Darin schilderte er, dass er am fraglichen Abend vorn im Cadillac saß und den Männern auf der Rückbank eine Pistole gab. Wer genau schoss, schrieb Davis nicht. Alle anderen Männer, die damals mit ihm in dem Auto saßen, sind inzwischen tot.
Im September 2023 wurde Davis schließlich festgenommen. Er distanziert sich inzwischen von den Angaben in seinen Memoiren und beteuert seine Unschuld. In einem aus dem Gefängnis heraus gegebenen Interview sagte er dem Sender ABC, die Ermittler könnten ihm noch nicht einmal nachweisen, dass er in der Tatnacht in Las Vegas gewesen sei.
Stattdessen sei er in der Tatnacht in Los Angeles gewesen. Seine eigenen Memoiren habe er nie gelesen. (afp/red)
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Minister Dobrindt und Bär weihen neues Zentrum zur Drohnenabwehr ein

In Sachsen-Anhalt wird heute um 10:30 Uhr ein neues „Technologiezentrum Drohnensicherheit“ eingeweiht, mit dem die Bundesregierung gezielte Abwehrmöglichkeiten entwickeln will.
An der Einweihung am Flughafen Magdeburg-Cochstedt nehmen unter anderem Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), Raumfahrtministerin Dorothee Bär (CSU) und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) teil.
Unter Federführung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt sollen dort innovative Technologien für die Drohnensicherheit erforscht, entwickelt und unter realistischen Bedingungen erprobt werden.

Drohnentests und Forschung

Genutzt wird der Flughafen Magdeburg-Cochstedt. Auf diesem betreibt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) seit 2021 bereits das Nationale Erprobungszentrum für Unbemannte Luftfahrtsysteme.
Neben der Forschung geht es dabei bisher insbesondere um Tests für die Zulassung neuer Drohnenmodelle. Wissenschaft, Technologie und die praktischen Anforderungen der Sicherheitsbehörden sollen zusammengebracht werden.
Das neue Technologiezentrum Drohnensicherheit soll gemeinsam mit dem Bundesinnen- und Bundesforschungsministerium aufgebaut werden und auch die DLR-Niederlassung in Braunschweig in Niedersachsen umfassen.

Hamburgs Innensenator fordert klare Strategie

Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) fordert bei der Entwicklung der gemeinsamen Fähigkeiten zur Drohnenabwehr seien „mehr Tempo“ und „eine klarere gemeinsam getragene Strategie“. Das sagte Grothe, der derzeit Vorsitzender der Innenministerkonferenz der Länder ist, im ZDF-„Morgenmagazin“.
Forderungen nach deutlicheren Befugnissen bei den Behörden wies der Senator zurück. „Ehrlicherweise sehe ich dieses Zuständigkeitenwirrwar nicht“, betonte Grote. „Wir haben eigentlich klare Zuständigkeiten, das ist nicht unser Problem.“ An Flughäfen sei die Bundespolizei zuständig, an militärischen Einrichtungen die Bundeswehr, ansonsten die Länderpolizeien.
Er glaube auch nicht, dass „die eine Stelle in Deutschland die gesamte Drohnenabwehr organisieren“ könne. „Da kann niemand aus seiner Zuständigkeit raus.“
Länderpolizeien müssten im Zweifel die kritischen Infrastrukturen und auch größere Veranstaltungen in ihren Ländern schützen. Die Bundespolizei könne mit mobilen Einheiten unterstützen, die Bundeswehr Amtshilfe leisten.
„Was wir brauchen, ist eine enge Zusammenarbeit, ein Lagebild, über das alle gemeinsam verfügen, eine sehr sehr schnelle Klärung, wer kann jetzt was tun, da können wir noch besser werden“, betonte Grothe.

Wettrüsten bei KI-gesteuerten Drohnen

Die Drohnentechnik entwickelt sich rasant. KI-gesteuerte Drohnen können etwa auch auf Ziele zufliegen, wenn durch Störsender ihr Kontakt zur Leitstelle unterbrochen wird.
Auch das Erkennen unterschiedlicher Drohnen-Typen durch Sensoren wird immer mehr zur Herausforderung, was im Ernstfall die Abwehr etwa über das Einfangen mit Netzen, durch Rammen oder gar durch den Abschuss erschwert.
„Das Wettrüsten der Drohnentechnologie erfordert eigene Forschungseinheiten, um Schritt halten zu können“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) nach dem jüngsten Vorfall mit einer Sprengstoff-Drohne in Leipzig.
In Cochstedt entstehe dazu jetzt eine „bundesweit einzigartige Einrichtung, in der innovative Technologien für die Drohnensicherheit in Reallaboren erforscht, entwickelt und erprobt werden“.
Es gehe auch um „die Beschaffung von Drohnentechnik“, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums am Montag. Nötig sei in dem Bereich „sehr viel Forschung und Entwicklung und eine Beobachtung auch neuer Technologien“, um einzuschätzen, „was wir hier wie umsetzen können“.
Das Zentrum in Cochstedt werde gleichzeitig „ein wesentlicher Baustein sein, um die Entwicklung von neuen Technologien voranzutreiben“.
Die Herkunft der Drohne ist noch unklar (Archivbild).

Drohnen abzuschießen ist eine komplexe Aufgabe (Archivbild).

Foto: Michael Bahlo/dpa

Welche Möglichkeiten bietet der Standort?

Der Airport Magdeburg-Cochstedt ist ein voll ausgestatteter Verkehrsflughafen. Allerdings gibt es dort nur noch begrenzten regulären Flugbetrieb, seitdem der Billigflieger Ryanair sich 2013 von dem Standort zurückgezogen hat.
Damit bietet das Gelände gute Bedingungen für alle möglichen Arten von Tests unbemannter Fluggeräte.
Teil des Geländes ist neben Flughafeneinrichtungen wie Tower, Bürogebäuden oder Hangars auch eine „Modellstadt“ aus Containern, um Drohnenflüge im urbanen Raum zu simulieren. Sie soll in den nächsten Jahren ausgebaut werden.
In einem Hangar gibt es auch einen „Drohnenkäfig für Indoor-Flugversuche“. Hinzu kommen alle möglichen Anlagen zur Teststeuerung und -verfolgung. (afp/red)
 
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Minister Dobrindt und Bär weihen neues Zentrum zur Drohnenabwehr ein

In Sachsen-Anhalt wird heute um 10:30 Uhr ein neues „Technologiezentrum Drohnensicherheit“ eingeweiht, mit dem die Bundesregierung gezielte Abwehrmöglichkeiten entwickeln will.
An der Einweihung am Flughafen Magdeburg-Cochstedt nehmen unter anderem Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), Raumfahrtministerin Dorothee Bär (CSU) und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) teil.
Unter Federführung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt sollen dort innovative Technologien für die Drohnensicherheit erforscht, entwickelt und unter realistischen Bedingungen erprobt werden.
Nach Angaben des DLR sollen in der neuen Einrichtung Wissenschaft, Technologie und die praktischen Anforderungen der Sicherheitsbehörden zusammengebracht werden.

Drohnentests

Genutzt wird der Flughafen Magdeburg-Cochstedt. Auf diesem betreibt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) seit 2021 bereits das Nationale Erprobungszentrum für Unbemannte Luftfahrtsysteme. Neben der Forschung geht es dabei bisher insbesondere um Tests für die Zulassung neuer Drohnenmodelle.
Das neue Technologiezentrum Drohnensicherheit soll gemeinsam mit dem Bundesinnen- und Bundesforschungsministerium aufgebaut werden und auch die DLR-Niederlassung in Braunschweig in Niedersachsen umfassen.

Wettrüsten bei KI-gesteuerten Drohnen

Die Drohnentechnik entwickelt sich rasant. KI-gesteuerte Drohnen können etwa auch auf Ziele zufliegen, wenn durch Störsender ihr Kontakt zur Leitstelle unterbrochen wird.
Auch das Erkennen unterschiedlicher Drohnen-Typen durch Sensoren wird immer mehr zur Herausforderung, was im Ernstfall die Abwehr etwa über das Einfangen mit Netzen, durch Rammen oder gar durch den Abschuss erschwert.
„Das Wettrüsten der Drohnentechnologie erfordert eigene Forschungseinheiten, um Schritt halten zu können“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) nach dem jüngsten Vorfall mit einer Sprengstoff-Drohne in Leipzig.
In Cochstedt entstehe dazu jetzt eine „bundesweit einzigartige Einrichtung, in der innovative Technologien für die Drohnensicherheit in Reallaboren erforscht, entwickelt und erprobt werden“.
Es gehe auch um „die Beschaffung von Drohnentechnik“, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums am Montag. Nötig sei in dem Bereich „sehr viel Forschung und Entwicklung und eine Beobachtung auch neuer Technologien“, um einzuschätzen, „was wir hier wie umsetzen können“.
Das Zentrum in Cochstedt werde gleichzeitig „ein wesentlicher Baustein sein, um die Entwicklung von neuen Technologien voranzutreiben“.
Die Herkunft der Drohne ist noch unklar (Archivbild).

Drohnen abzuschießen ist eine komplexe Aufgabe (Archivbild).

Foto: Michael Bahlo/dpa

Welche Möglichkeiten bietet der Standort?

Der Airport Magdeburg-Cochstedt ist ein voll ausgestatteter Verkehrsflughafen. Allerdings gibt es dort nur noch begrenzten regulären Flugbetrieb, seitdem der Billigflieger Ryanair sich 2013 von dem Standort zurückgezogen hat.
Damit bietet das Gelände gute Bedingungen für alle möglichen Arten von Tests unbemannter Fluggeräte.
Teil des Geländes ist neben Flughafeneinrichtungen wie Tower, Bürogebäuden oder Hangars auch eine „Modellstadt“ aus Containern, um Drohnenflüge im urbanen Raum zu simulieren. Sie soll in den nächsten Jahren ausgebaut werden.
In einem Hangar gibt es auch einen „Drohnenkäfig für Indoor-Flugversuche“. Hinzu kommen alle möglichen Anlagen zur Teststeuerung und -verfolgung. (afp/red)
 
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Ifo-Institut warnt vor Mindereinnahmen bei Anhebung der Reichensteuer

Die von der Bundesregierung geplante Anhebung der Reichensteuer sowie die zusätzliche Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden nach Einschätzung des Ifo-Instituts zu milliardenschweren Einnahmeausfällen führen.
Der Leiter des ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft, Andreas Peichl, sagte der „BILD“:
„Schon jetzt liegt die Steuerbelastung der Besser- und Gutverdiener am Maximum. Jede weitere Belastung wird dem Staat nicht mehr, sondern weniger Einnahmen bescheren.“
Sollte die Regierung ihre Vorhaben bei Reichensteuer und Beitragsbemessungsgrenze umsetzen, drohten „Mindereinnahmen von mehreren Milliarden Euro“.
Grund sei, dass die Betroffenen wegen der höheren Belastung dann zum Beispiel weniger arbeiteten, sagte Peichl: „Oder sie werden versuchen, ihre Steuerlast zu senken und zum Beispiel mehr Ausgaben von der Steuer abzusetzen.“

Ein Ausweg: Weniger Ausnahmen und Einzelregelungen

Zugleich schlug er vor, die Ausnahmen bei der Einkommensteuer zu senken, wenn der Staat Mehreinnahmen erzielen wolle. „Wenn der Finanzminister die Staatseinnahmen erhöhen will, sollte er etwas anderes machen: Er sollte dafür sorgen, dass die Bürger weniger Dinge von der Steuer absetzen können“, sagte Peichl.
Aktuell gebe es mehr als 500 verschiedene Möglichkeiten, beispielsweise die Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen oder Vereinsbeiträgen. Damit liege Deutschland auch mehr als doppelt über dem OECD-Durchschnitt.
Würde die Hälfte der Leistungen, die man absetzen kann, gestrichen, könnte der Staat im Jahr rund 35 Milliarden Euro mehr Steuern einnehmen, so Peichl. (dts/red)
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18.08.2026 | Shakira unterstützt Wiederaufbau von Schulen in Kolumbien | Brand im Hohen Venn bleibt „unberechenbar“ | Kaum mehr Lkw-Verkehr

HEUTE7:13 Uhr

Bislang kaum mehr Lkw-Verkehr trotz aufgehobenem Fahrverbot

Die Aufhebung des Lkw-Fahrverbots an Sonn- und Feiertagen wegen des Niedrigwassers hat laut dem Bundesverband Güterkraftverkehr und Logistik nur zu einem begrenzten Anstieg des Verkehrs an den vergangenen beiden Wochenenden geführt. In NRW gab es etwas mehr Lkws auf der Straße, in Bayern kaum. Zu größeren Staus kam es nicht. Es gebe weder zusätzliche Fahrer noch zusätzliche gesetzliche Lenkzeiten.

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HEUTE7:00 Uhr

Brand im Hohen Venn bleibt „unberechenbar“

Im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn dauert der Kampf gegen die Flächenbrände an. Rund 240 deutsche Einsatzkräfte unterstützen von Monschau aus die Löscharbeiten. Die Brandlinie lag am Montagabend rund 2,3 Kilometer von der Grenze entfernt. Heute wird mit starken Winden und Böen aus Richtung Südwest gerechnet. Das Feuer ist vor allem durch den metertiefen Torfboden schwer zu bekämpfen, es wird ein wochenlanges Ablöschen erwartet.

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HEUTE6:20 Uhr

Bürgermeister: Moskau mit Hunderten Drohnen attackiert

Nach russischen Angaben flogen von Montagabend bis Dienstagmorgen  620 Drohnen auf Moskau und die umliegende Hauptstadtregion zu. Die staatlichen Nachrichtenagentur Tass sprach von der heftigsten derartige Attacke seit zwei Jahren. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Erneut wurde ein Lager des Online-Versandhändlers Wildberries getroffen, mehrere Menschen wurden verletzt.

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Südkoreas Präsident Lee: Manöver nicht gegen Nordkorea gerichtet

Südkoreas Regierung hat in Seoul den Verteidigungscharakter der gemeinsamen Militärübungen mit den USA betont. Das grundlegende Ziel der jährlichen Militärübungen bestehe darin, „den Alltag der Bevölkerung in Sicherheit und Frieden zu gewährleisten“. US-Präsident Trump hatte angekündigt, die Militärübungen wegen hoher Kosten und falschen Signalen an Nordkorea zu verringern

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HEUTE5:26 Uhr

Shakira unterstützt Wiederaufbau nach Erdbeben in Kolumbien

Popstar Shakira und der US-Philanthropen Howard Buffett besuchten eine Woche nach dem Erdbeben das schwer betroffene Departamento Chocó. Für den Wiederaufbau sagte sie im Rahmen ihrer Stiftung „Pies Descalzos“ für Schulen und Bildungsprojekte eine Million US-Dollar zu. Landesweit wurden bei dem Erdbeben mehr als 2.800 Schulen beschädigt worden. Auch eine technische Hochschule soll wiedererrichtet werden, zudem sind zehn komplett neue Schulen geplant. 
Bei dem Erdbeben wurden Tausende Wohnungen und mehr als 2.800 Schulen schwer beschädigt. (Archivibild)

Bei dem Erdbeben wurden Tausende Wohnungen und mehr als 2.800 Schulen schwer beschädigt. (Archivibild)

Foto: Santiago Saldarriaga/AP/dpa

 
Mit Material der Nachrichtenagenturen

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Wie wird der Wald brandfester? Eichen als Feuerschutz

Kiefernwälder brennen extrem stark, Eichen bremsen das Feuer dagegen. Das Pflanzen von Laubbäumen in einen Nadelwald könne die Feuerintensität deutlich senken, sagt Tanja Sanders vom Thünen-Institut für Waldökosysteme in Eberswalde. Das habe ein größeres Forschungsprojekt ihres Instituts ganz klar gezeigt.
„Das, was alle Förster und Waldbesitzer sowieso seit Jahren eigentlich vorantreiben, den Waldumbau hin zu einer Mischung mit mehr Laubholz, ist auch etwas, was gegen Feuer gut funktioniert“, sagt die Waldökologin.
„Eichen eignen sich sehr gut, weil sie eben schlechter brennen“, betont Sanders. Das gelte auch für ihr Laub. Trockene Eichenblätter, aber auch Buchenblätter, brennen laut Sanders sehr schlecht.
Das Feuer gehe von allein aus. Weil das Laub von Eichen auch schlecht verrotte, gebe es zudem weniger Unterwuchs. Das bedeute weniger Nahrung für die Flammen. In der DDR habe man Brandschutzriegel aus Eichen angelegt, um Waldbrände zu begrenzen. Laubbäume halten Wasser laut Sanders auch besser im Wald als Nadelbäume.

Kiefernstreu: „Da läuft das Feuer einfach durch“

Die Kiefer sei dagegen „so unsere brennbarste Baumart, die wir hier in Deutschland haben“, sagt Sanders. „Kiefernstreu, wenn man die einmal anzündet, brennt die bis nichts mehr da ist. Also, da läuft das Feuer einfach durch.“
Daher seien reine Kiefernbestände extrem brandgefährdet. „Wir hatten ja auch die großen Brände, Treuenbrietzen zum Beispiel, wo die Brände erst in dem Sinne auch wirklich aufgehört haben, als sie in Mischwaldkulturen reingingen.“
Die Fichte sei zwar nicht ganz so brennbar wie die Kiefer, aber hier gebe es viel trockenes Reisig, also kleine abgebrochene Äste, die sich am Boden sammeln und Brandmaterial bilden. Aus den Wäldern sollte man insgesamt trockenes Totholz ein Stück weit entfernen, aber die großen, auf dem Boden liegenden und meist feuchten Stämme liegen lassen, sagt die Expertin.
Als konkrete Sperre für Brände könnten auch Brachflächen dienen. Ein solcher Schutzstreifen müsse wegen des Funkenflugs etwa 100 bis 300 Meter breit sein.
Neben Straßen in Brandenburg werde ein Streifen gepflügt, sodass offener Sand hervorkomme. Diese schmaleren Schutzstreifen sollten verhindern, dass Brände entstehen, wenn Funken von Fahrzeugen übersprängen oder jemand seine Zigarette wegwerfe.

Eichhörnchen hilft beim Waldumbau

Einige Wälder seien auch noch durch Munition aus dem Zweiten Weltkrieg oder aus späteren Militärübungen belastet. Wenn es dort brenne, könne die Feuerwehr nur sehr eingeschränkt agieren. Die Munition behindere auch den Umbau des Waldes, weil man nicht einfach hineingehen könne.
Doch auch aus der Luft sei eine Anpflanzung von Laubbäumen oft schwierig. „Wenn ich sowieso schon einen Kiefernbestand habe und dann Saatgut abwerfe, ist halt die Frage, ob und wann das unten am Boden ankommt“, sagt Sanders.
„Deswegen arbeitet man eher mit Saattabletts, wo sich zum Beispiel Eichhörnchen Samen holen und ihn dann im Wald verteilen.“ (dpa/red)
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Studie: 75 Prozent sehen Normalverdiener bei Steuern benachteiligt

Die Mehrheit der Bürger empfindet die Verteilung der Steuerlast in Deutschland als ungerecht. Nur sechs Prozent halten sie für gerecht, drei Viertel sehen Normalverdiener als am stärksten benachteiligt.
Das geht aus einer neuen Studie der Deutschen Steuer-Gewerkschaft (DSTG) hervor, über die die Funke-Mediengruppe berichtet. Befragt wurden 1.022 Bürger sowie 9.227 Beschäftigte der deutschen Steuerverwaltung.

Normalverdiener besonders benachteiligt

75 Prozent der Befragten sehen Normalverdiener als besonders benachteiligt – unter anderem wegen ihres hohen Anteils an der Steuerlast und ihrer aus Sicht der Befragten geringeren Möglichkeiten zur legalen Steuerersparnis.
Nur zehn Prozent stimmen der Aussage zu, dass alle Bürger im Steuersystem gleichbehandelt werden. Dagegen werden vor allem Reiche und Konzerne als Profiteure wahrgenommen: 72 Prozent nennen Reiche, 68 Prozent Konzerne.

Vorschläge der Gewerkschaft: Echtzeit-Dashbord zu Unternehmenssteuern

Die Steuer-Gewerkschaft schlägt deshalb unter anderem vor, die Grundlage für die Berechnung der Einkommensteuer stärker zu vereinheitlichen. So sollen beispielsweise alle Arbeitnehmer von einer Arbeitstagepauschale profitieren können, statt dass steuerliche Vorteile von unterschiedlichen Einzelfallregelungen abhängen.
Auch sogenannte Typisierungen und Pauschalen sollen stärker genutzt werden. Dahinter steht die Idee, gleiche oder vergleichbare Fälle steuerlich möglichst gleich zu behandeln und aufwendige Einzelfallprüfungen zu reduzieren.
Zugleich sollen Steuerzahler besser nachvollziehen können, wer wie viel zum Steueraufkommen beiträgt und was mit dem Geld geschieht.
Die DSTG schlägt dafür ein digitales Echtzeit-Dashboard vor, über das Bürger etwa verfolgen könnten, wie viel Steuern die 100 größten Unternehmen zahlen und in welche Projekte die Einnahmen fließen. Nach Vorstellung der Gewerkschaft könnte die wahrgenommene Nachvollziehbarkeit der Steuerpolitik dadurch deutlich steigen.

Für jeden 3. ist eine Steuererklärung einfach

Der Umfrage zufolge sehen Bürger aber auch im direkten Kontakt mit dem Steuersystem erheblichen Verbesserungsbedarf. 46 Prozent geben an, Angst zu haben, bei ihren steuerlichen Pflichten etwas falsch zu machen.
53 Prozent wünschen sich mehr Unterstützung. Nur 33 Prozent finden, dass sich eine Steuererklärung einfach erstellen lässt. Lediglich 27 Prozent können nach eigenen Angaben die Berechnung ihrer Gesamtsteuerlast nachvollziehen.

8 von 10 Befragten halten das Steuersystem für unverständlich

Auch die Bürokratie und die Kommunikation der Finanzämter sorgen für Frust. 82 Prozent halten das deutsche Steuersystem für zu kompliziert und unverständlich, 85 Prozent empfinden deutsche Ämter und Behörden als zu bürokratisch.
Nur fünf Prozent verstehen Bescheide und Anschreiben nach eigenen Angaben problemlos, 43 Prozent haben damit sogar starke Verständnisprobleme.
Gleichzeitig sind die Deutschen für eine stärkere Digitalisierung der Steuerverwaltung durchaus offen – sofern sie ihnen tatsächlich Arbeit abnimmt. 74 Prozent befürworten das sogenannte Once-Only-Prinzip, bei dem Daten nur einmal an den Staat übermittelt werden müssen.
64 Prozent können sich eine automatisch erstellte Steuererklärung vorstellen, die sie anschließend nur noch prüfen und bestätigen müssen.

Gewerkschaft: Klarer Auftrag an die Politik

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte zuletzt den Referentenentwurf für die Einkommensteuerreform vorgelegt. Grundsätzlich will die Koalition zudem auch Steuervereinfachungen auf den Weg bringen.
DSTG-Bundesvorsitzender Florian Köbler sieht in den Studienergebnissen einen klaren Auftrag an die Politik. Deutschland fordere weniger Bürokratie, mehr Digitalisierung und wirksamere Bekämpfung von Steuerbetrug. Das sei das stärkste Reformmandat, das sich eine Regierung wünschen könne, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Auch bei den Beschäftigten der Finanzverwaltung zeigt die Befragung erheblichen Reformbedarf. 86 Prozent sehen die Verwaltung nicht oder nur mangelhaft auf das Ausscheiden der geburtenstarken Jahrgänge vorbereitet.
89 Prozent kennen keine oder nur eine vage Strategie, wie der absehbare Personalmangel bewältigt werden soll. 90 Prozent befürchten deshalb eine steigende Arbeitsbelastung.
Zugleich setzen die Finanzbeamten große Hoffnungen in die Digitalisierung: 83 Prozent sehen Vorteile darin, Routineaufgaben automatisch bearbeiten zu lassen, 81 Prozent befürworten KI-gestützte Assistenzsysteme. (dts/red)
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18.08.2026 | Shakira unterstützt Wiederaufbau von Schulen in Kolumbien | Moskau mit 620 Drohnen attackiert

HEUTE6:20 Uhr

Bürgermeister: Moskau mit Hunderten Drohnen attackiert

Nach russischen Angaben flogen von Montagabend bis Dienstagmorgen  620 Drohnen auf Moskau und die umliegende Hauptstadtregion zu. Die staatlichen Nachrichtenagentur Tass sprach von der heftigsten derartige Attacke seit zwei Jahren. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Über mögliche Opfer oder Schäden wurde zunächst nichts bekannt.

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HEUTE6:07 Uhr

Südkoreas Präsident Lee: Manöver nicht gegen Nordkorea gerichtet

Südkoreas Regierung hat in Seoul den Verteidigungscharakter der gemeinsamen Militärübungen mit den USA betont. Das grundlegende Ziel der jährlichen Militärübungen bestehe darin, „den Alltag der Bevölkerung in Sicherheit und Frieden zu gewährleisten“. US-Präsident Trump hatte angekündigt, die Militärübungen wegen hoher Kosten und falschen Signalen an Nordkorea zu verringern

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HEUTE5:26 Uhr

Shakira unterstützt Wiederaufbau nach Erdbeben in Kolumbien

Popstar Shakira und der US-Philanthropen Howard Buffett besuchten eine Woche nach dem Erdbeben das schwer betroffene Departamento Chocó. Für den Wiederaufbau sagte sie im Rahmen ihrer Stiftung „Pies Descalzos“ für Schulen und Bildungsprojekte eine Million US-Dollar zu. Landesweit wurden bei dem Erdbeben mehr als 2.800 Schulen beschädigt worden. Auch eine technische Hochschule soll wiedererrichtet werden, zudem sind zehn komplett neue Schulen geplant. 
Bei dem Erdbeben wurden Tausende Wohnungen und mehr als 2.800 Schulen schwer beschädigt. (Archivibild)

Bei dem Erdbeben wurden Tausende Wohnungen und mehr als 2.800 Schulen schwer beschädigt. (Archivibild)

Foto: Santiago Saldarriaga/AP/dpa

 
Mit Material der Nachrichtenagenturen

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Organspende-Diskussion: CSU-Gesundheitsexperte zieht Vergleich zu Corona

In der Diskussion um neue Wege bei der Organspende hat der CSU-Gesundheitsexperte Stephan Pilsinger Vergleiche zur Corona-Krise gezogen. „Mich erinnert die Debatte teilweise an die Impfpflichtdiskussion während Corona“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Bundestags-Gesundheitsausschusses der „Augsburger Allgemeinen“ (Dienstagsausgabe). Der CSU-Politiker hat zusammen mit dem SPD-Abgeordneten Lars Castellucci eine Gegeninitiative zum fraktionsübergreifenden Gruppenantrag für eine Widerspruchslösung bei der Organspende eingebracht.
„Man suggeriert mit einem weitreichenden Eingriff in die individuelle Freiheit eine einfache Lösung für ein komplexes Problem, ohne sicher belegen zu können, dass dieser Eingriff das versprochene Ergebnis überhaupt erzielt“, begründete Pilsinger seinen Vergleich mit der Debatte um die Corona-Impfpflicht. Er äußerte zudem verfassungsrechtliche Zweifel bei einer Widerspruchslösung. „Nicht zu widersprechen kann niemals dasselbe sein wie zuzustimmen.“
„Nicht jeder Mensch ist aufgrund seiner persönlichen, intellektuellen oder psychischen Situation gleichermaßen in der Lage, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und aktiv zu widersprechen“, sagte der CSU-Politiker weiter. „Gerade bei einem so höchstpersönlichen Eingriff darf der Staat Schweigen nicht als Zustimmung interpretieren.“
Eine fraktionsübergreifende Gruppe von Abgeordneten hatte in der vergangenen Woche einen Gesetzentwurf für die sogenannte Widerspruchslösung bei der Organspende im Bundestag eingebracht. Jeder, der nicht aktiv widerspricht, würde damit zum Organspender. Bisher ist es andersherum: Nur wer ausdrücklich zugestimmt hat oder wessen Angehörige zustimmen, wird zum Organspender.
Den eingebrachten Gesetzentwurf für die Widerspruchslösung haben fast 250 Abgeordnete von Union, SPD, Grünen und Linke unterzeichnet. Ein erste Lesung könnte nach der parlamentarischen Sommerpause im September stattfinden. Es gibt aber auch Widerstand im Parlament, unter anderem von Pilsinger.
AFP
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Meditation: Positive Wirkung auf Gehirn, Herz und Schmerz – so funktioniert sie


In Kürze:

  • Meditation hilft nicht nur bei Stress, sondern hat auch positive Wirkungen auf den ganzen Körper.
  • Das Gehirn profitiert davon, wobei sich unter anderem Konzentration, Gedächtnis und emotionale Regulation verbessern.
  • Ähnlich wie Beten erfüllt Meditation einen Menschen mit einem Gefühl der Ehrfurcht und Demut, was eine positive Einstellung zum Leben fördert.
  • Es gibt einige Tipps, die Anfängern helfen können, sich die heilende Wirkung der Meditation leichter zunutze zu machen.

 
Ob Sokrates oder Laotse: Seit Jahrtausenden praktizieren Menschen Meditation, um geistige Klarheit zu erlangen. 
Die Forschung bestätigt diese Praxis. Täglich ein paar Minuten in Meditation zu sitzen, hilft beim Stressabbau. Doch es gibt noch mehr Vorteile, die auch die moderne Forschung Schritt für Schritt entschlüsselt.

Meditation – ein Balsam fürs Gehirn

Meditation aktiviert die Kommandozentrale des Gehirns: den Frontallappen, insbesondere den präfrontalen Kortex. Ist dieser Bereich aktiver, verbessern sich unsere Aufmerksamkeit, emotionale Regulierung und Selbstwahrnehmung.
Darüber hinaus führt regelmäßige Meditation zu strukturellen Veränderungen im Gehirn und steht in Zusammenhang mit einem verlangsamten Verfall von Nervenzellen. So war die Hirnrinde bei Personen im Alter von 40 bis 50 Jahren, die regelmäßig meditierten, laut einer Studie aus dem Jahr 2005 ähnlich dick wie die von Nicht-Meditierenden, die 20 Jahre jünger waren. Diese zusätzliche Dicke könnte laut den Forschern als eine Form der kognitiven Reserve dienen.
In einer anderen kleinen Studie mit Personen, die zuvor noch nie meditiert hatten, zeigte sich bereits nach acht Wochen Meditation eine Zunahme der grauen Substanz im Gehirn. Ihr Volumen nimmt normalerweise mit zunehmendem Alter ab. Die graue Substanz nahm insbesondere in Gehirnregionen zu, die fürs Lernen und Gedächtnis sowie für die Selbstwahrnehmung und Empathie zuständig sind.
Ferner wirkt Meditation auf die Neuroplastizität des Gehirns, also seine Fähigkeit, zu wachsen und sich zu verändern, sagte Dr. Andrew Newberg gegenüber Epoch Times. Je mehr man sich der Meditation widme, desto „größer sei die Wirkung“, so Newberg, ein Pionier der spirituellen Neurowissenschaften und Forschungsdirektor am Marcus Institute of Integrative Health am Thomas Jefferson University Hospital in Philadelphia.
Zudem schütte das Gehirn während einer Meditation „Glückshormone“ aus, fügte der Neurologe hinzu. So setzt ein Teil des Belohnungs- und Motivationszentrums im Gehirn bei der tiefen Meditation 65 Prozent mehr Dopamin frei. Bei langjährigen Meditierenden kann der Serotoninspiegel im Blut laut Untersuchungen um etwa 26 Prozent höher sein.

Mit Antidepressiva vergleichbar

Meditation kann außerdem ähnlich wie Medikamente wirken. Das zeigte beispielsweise eine Studie aus dem Jahr 2022 zum Thema Angstzustände. Dabei verglichen die Forscher eine auf Achtsamkeit basierende Behandlung zur Stressreduktion mit dem Medikament Escitalopram, einem Mittel gegen Angstzustände und Depressionen. Demnach war Achtsamkeit bei der Behandlung von Angstzuständen „Escitalopram nicht unterlegen“, hieß es in der Untersuchung.
Das zeige, dass meditative Praktiken eine „Alternative mit weniger Nebenwirkungen“ bei Angststörungen darstellen, sagte Dr. Elizabeth A. Hoge zu Epoch Times. Hoge ist Fachärztin für Psychiatrie und Leiterin des Forschungsprogramms für Angststörungen am Georgetown University Medical Center.

Beruhigt das Herz und lindert Schmerzen

Meditation beruhigt den Körper zusätzlich, indem sie die Herzfrequenz verlangsamt und Schmerzen lindert.
Da Meditation Stresshormone und Entzündungen senke sowie Ruhe und Erholung im Körper fördere, mindere sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sagte Dr. V. S. Prakash gegenüber Epoch Times. Prakash ist leitender interventioneller Kardiologe und Herz-Elektrophysiologe am Manipal Hospital in Bengaluru, Indien. 
Seinen Angaben zufolge hilft das Meditieren, den Körper von einem „Kampf-oder-Flucht“-Zustand in einen „Ruhe-und-Verdauung“-Zustand zu versetzen. Das senkt die Herzfrequenz und erhöht die Herzratenvariabilität.
Eine höhere Herzratenvariabilität verbessert Ihre Reaktion auf Stress, da sie die Fähigkeit unterstützt, von einer Stresssituation schneller wieder den Ruhemodus zu erreichen.
Die beruhigende Wirkung der Meditation auf Körper und Geist lindert zudem Schmerzen. Wie eine Studie aus dem Jahr 2025 ergab, ist Achtsamkeitsmeditation bei starken chronischen Rückenschmerzen mit der kognitiven Verhaltenstherapie vergleichbar.
Achtsamkeit bringe den Menschen bei, innezuhalten und körperliche Empfindungen wahrzunehmen, meinte Dr. Aleksandra Zgierska zu Epoch Times. Achtsamkeit helfe den Menschen zu erkennen, dass Schmerzen oft schwanken und bewältigt werden können – eine Einsicht, die das Leiden verringern könne, so die Hauptautorin der Studie und stellvertretende Vorsitzende für Forschung am Fachbereich Familien- und Gemeindemedizin am Penn State College of Medicine.
„Menschen verfallen oft in eine sogenannte ‚Schmerzkatastrophisierung‘. Sie erwarten, dass sich der Schmerz verschlimmert und vermeiden deshalb bestimmte Aktivitäten“, sagte sie. „Dies kann einen Teufelskreis auslösen. Achtsamkeit hilft, diesen Kreislauf zu durchbrechen.“

Das Gebet ist eine Form der Meditation

Personen, die beten, weisen ähnliche neurophysiologische Mechanismen auf wie Personen, die meditieren. Das zeigten bildgebende Hirnuntersuchungen des Neurologen Newberg.
Sowohl Meditation als auch Gebet steigern die Aufmerksamkeit und Konzentration im Gehirn, während sie gleichzeitig die Aktivität im Parietallappen verringern. Der Parietallappen ist daran beteiligt, uns ein räumliches Selbstbewusstsein zu vermitteln. Ist er weniger aktiv, führt es dazu, dass Menschen, die regelmäßig meditieren oder beten, „ihr Selbstgefühl verlieren oder eine tiefe Verbundenheit mit dem Universum oder Gott empfinden“, so Newberg.
Er fügte hinzu: „Meditieren oder Beten erfüllt einen Menschen zudem mit einem Gefühl der Ehrfurcht und Demut, das mit jeder solchen Erfahrung stärker wird.“
Sich im tiefen Einklang mit dem Universum zu fühlen, führe zu einem tiefen Gefühl innerer Geborgenheit, sagte Margaret Trey, eine Forscherin mit einem Doktortitel in Psychotherapie. Es sei „wohltuend und heilend“, sagte sie zu Epoch Times.
Dies steigere letztendlich den Optimismus sowie das Gefühl für Sinn und Zweck.

In die Stille: Tipps für Anfänger

Wie können wir die heilende Wirkung der Meditation nutzen? Erst einmal beinhaltet Meditation traditionell
  • kontrolliertes Atmen,
  • das schrittweise Ausblenden abschweifender Gedanken,
  • das Erreichen eines ruhigen, klaren Geisteszustands.
„Meditation ist keine Darbietung – sie ist Übung“, sagte dazu die Psychotherapeutin Trey. Für Meditationsanfänger empfiehlt sie, täglich fünf Minuten lang still zu sitzen und die Dauer schrittweise zu verlängern. 
Man sollte sich nicht zwingen, seinen Geist von Anfang an zu leeren. Stattdessen damit beginnen, seine Gedanken wahrzunehmen. Wenn ein negativer oder ängstlicher Gedanke auftauche, könne man ihn beobachten und vorbeiziehen lassen, anstatt sich in ihm zu verstricken. 
Wenn der Geist abschweift, könne man ihn einfach zurückbringen – man sitze genau hier, so Trey, die seit mehr als 20 Jahren Forschung zu den Vorteilen der Meditationspraxis Falun Gong betreibt und drei Bücher verfasst hat. Ihr zufolge hat Falun Gong ihr geholfen, das ständige „innere Geschwätz“ ihres Geistes zu beruhigen.
Ihrer Meinung nach werden wir in unserem Alltag von Emotionen getrieben. Emotionen würden oft wie ein Feuer ausbrennen und einen erschöpften Körper und Geist zurücklassen. Im Gegensatz dazu „kann geistige Stille zutiefst erholsam sein“, sagte sie.
„Der ruhende Geist ist ein Geist, der endlich frei ist, das zu empfangen, was das Denken allein niemals erreichen könnte.“
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Meditation Changes Your Brain—Here’s How“ (redaktionelle Bearbeitung: as)
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Haben Pflanzen ein Bewusstsein?


In Kürze:

  • Bereits in den 1960er-Jahren wies ein US-Amerikaner nach, dass Pflanzen über eine Art Bewusstsein verfügen.
  • Lange Zeit galt diese Annahme als falsch, da sich die Testergebnisse nicht reproduzierbar waren.
  • Heute ist klar: Pflanzen können Gedankenlesen, ohne Nervenzellen kommunizieren und ohne Gehirn lernen oder sich erinnern.

 
Cleve Backster war ein Spezialist für Lügendetektoren und bildete unter anderem Verhörbeamte des US-Geheimdienstes CIA aus. Sein Fachgebiet war das Erkennen menschlicher Täuschung.
Im Februar 1966 führte er aus Neugier ein ungewöhnliches Experiment durch: Er schloss die Elektroden eines Lügendetektors an eine Zimmerpflanze an und goss diese anschließend. Die Aufzeichnungen des Geräts überraschten den Experten.
Das elektrische Signal ähnelte Mustern, die üblicherweise bei Menschen auftreten, wenn sie Freude oder Aufregung empfinden. Backster schloss daraus, dass die Pflanze eine positive Messreaktion auf das Gießen zeigte.

Gedankenlesen im Pflanzenreich?

Backster ging in seinen Versuchen noch weiter: Er erwog, ein Blatt der Pflanze anzuzünden, um deren Reaktion zu testen. Noch bevor er jedoch ein Streichholz entzündete, schlug die Nadel des Lügendetektors heftig aus. Das aufgezeichnete Signal glich den Reaktionen, die bei Menschen in Angst- oder Stresssituationen gemessen werden.

Seine Beobachtungen hielt Backster später in dem Buch „Primary Perception“ fest. Er stellte die These der sogenannten „primären Wahrnehmung“ auf. Darunter verstand er die Idee, dass Bewusstsein nicht an ein zentrales Nervensystem gebunden ist, sondern bereits auf zellulärer Ebene existiert. Nach seiner Auffassung verfügen selbst Pflanzen über eine bislang nicht definierte Form der Wahrnehmung.

Cleve Backster testet seine Zimmerpflanze mit einem Lügendetektor.

In der Wissenschaft stießen seine Behauptungen auf breite Ablehnung. Fachleute kritisierten die Methoden scharf, da sich die Effekte bei unabhängigen Wiederholungsversuchen nicht reproduzieren ließen.

Backster führte diese Fehlschläge darauf zurück, dass Pflanzen auf die tatsächliche Haltung des Beobachters reagierten: Eine skeptische oder unbeteiligte Einstellung der Forscher habe seiner Ansicht nach die feinfühlige Wahrnehmung der Pflanzen blockiert.

Er argumentierte, dass Pflanzen nicht wie klassische Messobjekte in einem Labor funktionieren. Nach seiner Theorie reagierten die Pflanzen direkt auf die echten Absichten und Gefühle der anwesenden Menschen. Wenn Wissenschaftler ein Experiment nur durchführten, um seine Thesen zu widerlegen oder die Pflanze skeptisch zu beobachten, spürte die Pflanze diese Distanz oder Täuschung und „blockierte“ oder zeigte keine Reaktionen mehr. Nur bei echter, authentischer Absicht, so Backsters Begründung, ließen sich die Signale messen.

Kommunikation ohne Nervenzellen

Auch wenn Backsters Thesen von der Fachwelt verworfen wurden: Dass Pflanzen miteinander kommunizieren, ist heute keine Vermutung mehr, sondern gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis. Sie besitzen zwar keine Neuronen, tauschen aber dennoch problemlos Informationen aus – etwa um sich vor Gefahren zu warnen.

Frisst eine Raupe an einem Blatt, setzt die Pflanze laut Untersuchungen den Botenstoff Glutamat frei. Dieser Neurotransmitter spielt auch im menschlichen Nervensystem eine zentrale Rolle. Das Glutamat löst innerhalb der Pflanze eine Kettenreaktion aus: Noch unbeschädigte Pflanzenteile werden so über die Verletzung informiert und können Abwehrmechanismen aktivieren.

Darüber hinaus senden Pflanzen auch Warnsignale an ihre Umgebung. Bei einem Schädlingsbefall geben sie flüchtige chemische Verbindungen an die Luft ab. Benachbarte Pflanzen nehmen diese Signale wahr und bereiten sich ebenfalls darauf vor, den drohenden Angriff abzuwehren.

Werden Pflanzen von Schädlingen angegriffen, senden sie Warnsignale für andere Pflanzen aus.

Foto: Heiko119/iStock

Vom Skeptizismus zur wissenschaftlichen Tatsache

Im Jahr 1983 dokumentierte der Forscher David Rhoades als Erster, dass Pflanzen Warnsignale über die Luft übertragen können. Anfänglich stieß auch er auf erheblichen Widerstand in der Fachwelt – vor allem, weil das Phänomen völlig neu war und beinahe wie Fantasie klang. Im Laufe der Zeit wurde seine Theorie jedoch gründlich überprüft, bestätigt und schließlich in wissenschaftlichen Studien bei mehr als 30 verschiedenen Pflanzenarten erfolgreich nachgewiesen.

Einen visuellen Beweis lieferte 2023 ein japanisches Forschungsteam: Mithilfe spezieller Videotechnik filmten die Wissenschaftler, wie eine gesunde Pflanze flüchtige chemische Stoffe einer beschädigten Nachbarpflanze registrierte. Innerhalb von Sekunden löste dieser Kontakt interne Alarmsignale aus, die sich von einem Blatt über die gesamte Pflanze ausbreiteten.

Neueste Experimente belegen zudem, dass der Informationsaustausch nicht nur auf chemischem Weg funktioniert: Pflanzen nutzen für ihre Kommunikation auch elektrische Signale.

Pflanzen mit Gedächtnis?

Einige Arten scheinen zudem über gewisse kognitive Fähigkeiten zu verfügen. Ein bekanntes Beispiel ist die Venusfliegenfalle: Untersuchungen zeigen, sie schnappt keineswegs reflexartig zu, sobald ein Objekt sie berührt. Stattdessen registriert und verarbeitet die Pflanze die Signale, bevor sie ihre Falle schließt.

Im Inneren der Klappfalle sitzen winzige Auslösehaare. Wird nur ein einzelnes Haar berührt, passiert zunächst nichts. Erst eine zweite Berührung innerhalb von 15 bis 20 Sekunden führt dazu, dass die Falle zuschnappt.

Doch selbst im geschlossenen Zustand beginnt die Verdauung nicht sofort. Die Pflanze prüft zunächst, ob sie tatsächlich ein lebendes Insekt gefangen hat. Während sich die Beute im Inneren wehrt, löst sie die Auslösehaare wiederholt aus. Erst nach etwa fünf Reizen beginnt die Venusfliegenfalle mit der Ausschüttung von Verdauungsenzymen.

Die Pflanze zählt die mechanischen Impulsmuster somit effektiv mit. Auf Basis dieser Informationen trifft sie eine zweckmäßige Reaktion – und das völlig ohne Gehirn oder zentrales Nervensystem.

Nahaufnahme einer zersetzten Fliege in halb geöffneter Venusfliegenfalle.

Foto: Andreas Häuslbetz/iStock

Kalkuliertes Risiko im Wurzelreich

Dass Pflanzen verfeinerte Überlebensstrategien nutzen, zeigt auch ein Experiment mit Erbsenpflanzen. Forscher teilten das Wurzelsystem einzelner Pflanzen auf zwei verschiedene Töpfe auf. Während ein Topf gleichmäßig mit Nährstoffen versorgt wurde, schwankte das Angebot im zweiten Topf stark – auch wenn die Nährstoffmenge im Durchschnitt in beiden Töpfen identisch war.

Die Wissenschaftler wollten beobachten, in welchen Topf die Pflanze mehr Energie für neues Wurzelwachstum investieren würde. Dabei zeigte sich ein erstaunliches Verhalten:

Reichte die stabile Nährstoffquelle im ersten Topf problemlos zum Überleben aus, ging die Pflanze auf Nummer sicher und verstärkte dort ihr Wurzelwachstum. War die verlässliche Versorgung jedoch dauerhaft zu gering, änderte die Pflanze ihre Strategie. Sie ging ein kalkuliertes Risiko ein und verstärkte das Wurzelwachstum im Topf mit dem schwankenden Angebot. Sie zog somit die Chance auf ausreichende Nahrung der Gewissheit einer Mangelsituation vor.

Die Forscher schlussfolgerten daraus, dass Pflanzen über eine Form von „Risikosensibilität“ verfügen – ein Entscheidungsverhalten, das verblüffend an die Logik von Anlegern auf dem Finanzmarkt erinnert.

Töne aus dem Ultraschallbereich

Pflanzen reagieren jedoch nicht nur auf mechanische Reize oder chemische Signale: Untersuchungen zeigen, dass sie unter Stress sogar Töne erzeugen. Was Menschen als absolute Stille in der Natur wahrnehmen, könnte für viele Tierarten daher in Wahrheit eine recht geräuschvolle Kulisse sein.

Eine Studie aus dem Jahr 2023 belegt, dass dehydrierte oder verletzte Pflanzen Klickgeräusche von sich geben. Diese Töne liegen im Ultraschallbereich, verbreiten sich über die Luft und lassen sich mit Spezialmikrofonen aufzeichnen. So registrierten Forscher bei einer unterversorgten Tomatenpflanze etwa 35 Klicks pro Stunde. Gut gewässerte Pflanzen blieben hingegen nahezu stumm.

Die Töne erwiesen sich als so spezifisch, dass ein KI-Modell allein anhand des Geräuschmusters erkennen konnte, ob die Pflanze unter Wassermangel litt oder beschädigt worden war.

Als Ursache vermuten die Wissenschaftler ein physikalisches Phänomen namens Kavitation: Dabei bilden sich im Wassertransportsystem der Pflanze winzige Dampfblasen, die schließlich platzen. Für das menschliche Gehör sind diese Frequenzen zwar unhörbar, für Insekten und andere Tiere jedoch gut wahrnehmbar. Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass etwa Motten diese Signale gezielt nutzen: Bei der Eiablage meiden sie gestresste Pflanzen und steuern bevorzugt gesunde Exemplare an.

Gestresste und schwache Pflanzen geben für den Menschen unhörbare Klickgeräusche ab.

Foto: Tatiana Dyuvbanova/iStock

Lernfähig ohne Gehirn

Dass Pflanzen Reize nicht nur verarbeiten, sondern auch aus Erfahrungen lernen können, zeigte ein Experiment aus dem Jahr 2014. Die Forscherin Monica Gagliano und ihr Team untersuchten dazu die Mimose (Mimosa pudica) – eine Pflanze, die bekannt dafür ist, bei der kleinsten Berührung schlagartig ihre Blätter zusammenzufalten.

Für die Studie ließen die Wissenschaftler im Topf gezogene Mimosen wiederholt aus geringer Höhe auf ein weiches Kissen fallen. Für die Pflanze war dieser Sturz zwar eine unerwartete, aber völlig harmlose Erschütterung. Zu Beginn faltete die Mimose nach jedem Sturz ihre Blätter ein. Nach mehreren Wiederholungen schwächte sich die Reaktion jedoch ab, bis die Pflanze schließlich nicht mehr ihre Blätter faltete. Sie hatte offenbar gelernt, dass von dem Reiz keine Gefahr ausging, und sparte sich den Energieaufwand.

Mimosen falten bei Berührung gewöhnlich ihre Blätter ein.

Foto: JokoHarismoyo/iStock

Wurde die Pflanze jedoch einem anderen, unbekannten Reiz ausgesetzt, faltete sie ihre Blätter erneut zusammen. Als das Team das ursprüngliche Fall-Experiment einen Monat später wiederholte, zeigte sich der Gewöhnungseffekt noch immer: Die Pflanze reagierte weiterhin gelassen.

Für die Forscher war dies ein starkes Indiz für eine Art von Langzeitgedächtnis. Sie schlussfolgerten, dass Lern- und Erinnerungsprozesse keineswegs an tierische Gehirne oder Nervensysteme gebunden sind. Komplexe neuronale Netzwerke seien zwar eine hochentwickelte Lösung der Natur, eine zwingende Voraussetzung für Lernfähigkeit scheinen sie laut den Studienergebnissen jedoch nicht zu sein.

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Do Plants Have Consciousness?“. (deutsche Bearbeitung kr)
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Widerspruch gegen Iran-Abkommen: Trump droht dem Oman mit Angriffen

US-Präsident Donald Trump hat dem Oman einem US-Journalisten zufolge mit Angriffen gedroht, falls sich das Land einem möglichen US-Abkommen mit dem Iran zur Zukunft der Straße von Hormus „in den Weg stellt“. In diesem Fall „werden wir sie in Grund und Boden bomben“, sagte Trump dem Fox-News-Journalisten Trey Yingst, wie dieser am Montag im Onlinedienst X berichtete. Trump verlangte demnach außerdem die Kapitulation Teherans.

Gespräche und Verhandlungen

Der US-Präsident erklärte Yingst zufolge weiter, dass Gespräche mit den iranischen Revolutionsgarden über geheime Kanäle liefen. Er habe es aber nicht eilig mit einer Einigung. Zu den iranischen Unterhändlern sagte Trump, diese seien „gute Pokerspieler“, sie „werden aber zugrunde gehen“.

Hintergrund: Straße von Hormus

Kurz nach dem Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran Ende Februar hatte Teheran die für den weltweiten Öl- und Flüssiggastransport wichtige Meerenge de facto geschlossen, was die Energiepreise stark in die Höhe trieb.
In den Verhandlungen mit den USA über eine dauerhafte Friedenslösung hatte der Iran immer wieder eine Maut für die Durchfahrt durch die Meerenge ins Spiel gebracht, was die USA vehement ablehnen. Stattdessen hatte Trump am Freitag angekündigt, die Straße von Hormus zum US-Territorium erklären zu wollen.

Iranische Gespräche mit Oman

Neben den Gesprächen mit den USA verhandelt der Iran seit Wochen mit dem Oman über künftige Regelungen für die Schifffahrt. Zuletzt hatte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärt, diese Gespräche befänden sich in der „Endphase“.
Beide Seiten arbeiteten an einer gemeinsamen Erklärung zu dem Thema, erklärte das iranische Außenministerium am Montag.Vor Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran galt die Straße von Hormus als offene internationale Wasserstraße, Gebühren für Schiffe wurden nicht erhoben. Ein Großteil der Schifffahrtsrouten verläuft durch omanische Gewässer. (afp/red)
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AfD-Spitzenkandidat: Siegmunds Ziele im Fall einer Regierungsbildung

Der Podcaster Benjamin „Ben“ Berndt leitet das Online-Format „Ungeskriptet by Ben“ – was in etwa heißt: Gespräche aus dem Stegreif und ohne vorherige Textfestlegung.
Der Podcast besteht aus mehrstündigen, weitgehend ungeschnittenen Gesprächen mit Personen aus Politik, Medien, Wirtschaft und Kultur sowie gelegentlich auch mit Vertretern von Randgruppen.
Das Format erscheint als Audio- und Videopodcast und wird unter anderem über YouTube und Spotify verbreitet. Berndt fühlt sich nach eigener Aussage „der Meinungsfreiheit verpflichtet“. Er wurde einem größeren Publikum durch sein Gespräch mit Thüringens AfD-Chef Björn Höcke bekannt.
Nun hat Berndt vergangene Woche den AfD-Spitzenkandidaten von Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, in einem fast vierstündigen Interview interviewt. Das am Samstag, 15. August, veröffentlichte Gespräch hat mittlerweile auf YouTube über 3,2 Millionen Zuschauer gewonnen; das sind rund 1 Million mehr, als Sachsen-Anhalt Einwohner hat.

„SPIEGEL“ nennt Siegmund „gefährlichsten Mann Deutschlands“

Nur wenige Tage zuvor widmete sich die aktuelle „SPIEGEL“-Titelgeschichte ebenfalls Siegmund. Die Titelseite zeigt ein Portrait von ihm, das wie ein Fahndungsfoto wirkt, versehen mit der Überschrift „Der gefährlichste Mann Deutschlands“.
Geschrieben von zwei Journalisten und einer Journalistin, machen diese kein Hehl daraus, was sie von Siegmund halten. Dieser wolle sich „an die Macht lächeln“. Hinter ihm stehe „ein rechtsextremes Netzwerk und Personal, das selbst der eigenen Parteispitze Angst macht“, behaupteten die „SPIEGEL“-Autoren.

„SPIEGEL“-Titel mit Ulrich Siegmund in einem Kiosk am 16.08.2026.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Die Art der Aufmachung sowie die Titelseite schlagen derzeit medial hohe Wellen. Die „Süddeutsche Zeitung“ etwa spottet: „Hat Deutschlands apokalyptisches Nachrichtenmagazin sich verliebt?“
Die AfD in Sachsen-Anhalt erhält laut der jüngsten Wählerbefragung der Berliner Meinungsumfrageagentur Pollytix vom 12. August mit Siegmund als ihrem Spitzenkandidaten eine Zustimmung von 43 Prozent. Die derzeit im Bundesland regierende CDU kommt nur auf 23 Prozent. Folglich hat Siegmund Chancen, in der anstehenden Landtagswahl am 6. September der erste AfD-Ministerpräsident zu werden.
Berndt findet deshalb, dies sei „Grund genug, ihm zuzuhören“.
Ihm sei es allerdings nicht gelungen, den amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) davon zu überzeugen, ein gemeinsames Gespräch zu dritt zu führen. Deshalb habe er mit Siegmund allein gesprochen.
Wofür steht der AfD-Chef Sachsen-Anhalts?

Siegmund erlebt „Rückenwind“

Siegmund sagt eingangs zu Berndt, dass er in seinen alltäglichen Erlebnissen, beim Einkaufen oder Sport, „riesengroßen Rückenwind“ erlebe.
Wer von Medien gefragt werde, ob er Verständnis dafür habe, dass es Menschen gebe, die Angst vor ihm als Regierungschef hätten, antworte er: „Nein. Warum? Warum sollte jemand Angst vor einer neuen demokratischen Entwicklung“ in diesem Land haben?
Seiner Ansicht nach sei „das Einzige“, wovor Menschen Angst hätten, „dass sie die institutionelle Förderung verlieren“. Man müsse seiner Meinung nach „viel mehr miteinander reden als übereinander“.
Im Falle einer absoluten Mehrheit von mindestens 45 Prozent könnte die AfD wahrscheinlich allein die Regierung in Sachsen-Anhalt stellen.
„Wenn es so weitergeht, wie es in den letzten Wochen war, dann würden sogar 40, 41 Prozent reichen“, glaubt Siegmund, „weil es ja Spitz-auf-Knopf stand, kommt überhaupt die SPD rein. Die standen jetzt schon Umfragen knapp über 5 Prozent. Grüne auch.“ Siegmund gab sich überzeugt:
„Wir können nur gewinnen als AfD.“ Und er fügt an anderer Stelle hinzu: „Wir müssen einfach so stark werden, dass wir hier regieren.“
Eine Zusammenarbeit mit der CDU schließe er aus.
„Ich sag ja ganz frei raus, wie soll ich denn Sachsen-Anhalt, wie soll ich denn Deutschland mit denjenigen retten, die es 20, 30 Jahre lang sehenden Auges gegen die Wand gefahren haben?“ Und deswegen sei dies eine „Frage der Zeit, wann sich die […] CDU mal selbst findet“, zurück zu einem „alten Weg der 90er-Jahre, wo sie vielleicht mal politisch ja gar nicht so weit wegstand von uns.“

Verfassungsschutz abschaffen?

Im Fall eines Wahlsieges plant Siegmund, den Verfassungsschutz des Landes umzugestalten oder abzuschaffen. Derzeit steht der Landesverband unter Beobachtung der Behörde.
Siegmund kritisiert: „Die Aufgabe dieses Verfassungsschutzes ist völlig ad absurdum geraten. Er überwacht die Opposition, er wird als politisches Instrument eingesetzt.“
Und er fordert, dass die Behörde stattdessen tatsächliche Sicherheitsbedrohungen bekämpfen solle. Als Beispiel nannte er den Magdeburger Attentäter Taleb A. Dieser fuhr am 20. Dezember 2024 mit einem Mietauto auf einem Weihnachtsmarkt in eine Menschenmenge. Dabei starben sechs Menschen, mehr als 300 Personen wurden verletzt.
Der Attentäter sei „auf dem Radar“ des Verfassungsschutzes gewesen, aber es „ist nichts passiert“. Nach einer eventuellen Regierungsübernahme sei er bezüglich der Zukunft der Verfassungsschutzbehörde „völlig ergebnisoffen“.
In der AfD gebe es unterschiedliche Meinungen dazu: Entweder die Behörde komplett abzuschaffen oder sie auf ihre „eigentlichen Aufgaben“ zurückzuführen. Konsens sei jedoch, dass der Verfassungsschutz nicht dazu genutzt werden dürfe, „die Opposition zu überwachen und für Stimmung zu sorgen, weil, das haben wir aktuell“.
Der Verfassungsschutz hat die AfD Sachsen-Anhalt im November 2023 als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ eingestuft. Als Begründung wurde angeführt, „dass sich die politische Agitation der AfD Sachsen-Anhalt gegen essenzielle Prinzipien der freiheitlichen demokratischen Grundordnung“ richte.
In Einzelbegründungen heißt es unter anderem weiter, dass „zahlreiche muslimfeindliche, rassistische und auch antisemitische Aussagen von Funktions- und Mandatsträgern“ belegen würden, dass „Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Religion“ ausgegrenzt werden sollen. Außerdem strebe der AfD-Landesverband „die Abschaffung der parlamentarischen Demokratie in ihrer derzeitigen Form an“.
Siegmund dazu: „Wen interessiert das, ob wir vom Verfassungsschutz überwacht werden? Das interessiert niemanden. Leute lachen sich darüber kaputt, weil sie genau wissen, politisch gesteuert, CDU-Innenministerium unterstellt.“
Berndt nimmt mitunter zwei Podcasts an einem Tag in seinem Studio in einem Kölner Vorort auf (Archivbild).

Ben Berndt nimmt rund zwei Podcasts an einem Tag in seinem Studio in einem Kölner Vorort auf. (Archivbild)

Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Remigration: „Die müssen dieses Land verlassen“

Einen Schwerpunkt des Gesprächs bildete das Thema Umgang mit Asylanten, Flüchtlingen und Migranten. Im Mittelpunkt dazu stand der Begriff „Remigration“. Siegmund versteht darunter eine „Rückabwicklung der fehlgeleiteten Migration“. Es gelte, die Migration „neu zu ordnen“. Dies soll aber nicht „nach optischen Kriterien“ gemacht werden.
Für die AfD in Sachsen-Anhalt stehe fest: „Remigration ist ja ein Bestandteil unserer Programmatik.“ Für eine Neustrukturierung der Migration sieht Siegmund drei Grundprinzipien: Kontrolle der Zugangsregeln, Durchsetzung der Abschiebung von rund 4.800 Ausreisepflichtigen in Sachsen-Anhalt, wozu er sagte: „Die müssen dieses Land verlassen.“
Aber auch die Rückholung ausgewanderter deutscher Fachkräfte wie von Ärzten aus Norwegen fällt für den AfD-Spitzenkandidaten unter den Begriff „Remigration“.
Konkret sollen eine Arbeitspflicht für Asylbewerber, die Feststellung des Vermögens von Bürgergeldbeziehern und Abschiebehaftplätze diese Politik umsetzen. Zudem plane er, eine Taskforce für Abschiebungen aufzubauen und rund 150 bis 200 politisch loyale Mitarbeiter in der Landesverwaltung einzusetzen.
Da solche Pläne überwiegend im Kompetenzbereich eines Landesinnenministeriums lägen, wäre deren Umsetzung ohne Bundesgesetzgebung möglich, etwa die Arbeitspflicht für Asylbewerber. „Den politischen Willen, den kann ich mit einem Knopfdruck dann machen über das Innenministerium“, so Siegmund in dem Podcastgespräch.
Über Migranten, die nicht abgeschoben werden können, sagte Siegmund: „Wenn sie nicht ausreisen können oder die Länder sie nicht nehmen, dann müssen die zumindest in Abschiebehaft oder irgendwo dorthin, wo sie keine Probleme mehr machen können.“
Dafür plane er, auch bestehende Aufnahmeeinrichtungen zu nutzen: „Solange es rechtsstaatlich ist, werden wir jede Möglichkeit nutzen, weil, ich will wissen, wo jemand ist, der hier illegal ist.“ Er stelle sich vor, dass Aufnahmeeinrichtungen „umgewidmet“ werden „in eine Abschiebehaftanstalt“.
Der Podcaster Berndt fasste die Pläne Siegmunds mit den Worten zusammen, der AfD-Politiker wolle „aus einem Zustromhaus ein Rückstromhaus bauen“. Darauf sagte Siegmund: „Genau!“

Medienstaatsvertrag ändern

Den Medienstaatsvertrag plant der AfD-Politiker zu kündigen. Dies wäre aber nur mit einer Mehrheit im Magdeburger Landtag möglich.
Rundfunk ist in Deutschland laut Grundgesetz Ländersache. Dies gilt auch für die Aufsicht über den Rundfunk. Daher gibt es in fast jedem Bundesland eine Landesmedienanstalt. Der Sitz der Medienanstalt Sachsen-Anhalts ist in Halle.
Siegmund kritisiert, dass die Medienanstalten „in der Regel indirekt auch politisch besetzt“ seien.
Medienanstalten kontrollieren Rundfunk, Fernsehen und das Internet. Es gibt in Deutschland 14 solcher Anstalten. Ihr Kernauftrag sei nach eigener Aussage, „die Vielfalt der Medienangebote und Meinungen zu sichern, und die Medienfreiheit zu schützen“.

Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD, nimmt am 26. Juli 2026 in Weißenfels an einem von der AfD organisierten Treffen von Simson-Motorradfans im Vorfeld der bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt teil.

Foto: Jens Schlueter/Getty Images

Gesellschaftspolitik: „Das darf nicht normal werden.“

Im Laufe des Gesprächs äußerte sich der AfD-Politiker mehrfach zu gesellschaftlichen Themen. Aus seiner Sicht habe sich Deutschland seit den 1990er-Jahren stark verändert. Als Fehlentwicklung nannte Siegmund zum Beispiel, dass man einmal im Jahr sein Geschlecht ändern könne.
Auch dass es auf Weihnachtsmärkten „wie auf einer Festung“ aussehe. „Das darf auch nicht normal werden“, forderte er. „Ich werde mich auch nicht daran gewöhnen.“
Er befürchtet, dass sich Bürger Deutschlands „auseinandertreiben“ lassen und sieht eine der Ursachen darin, dass es „eine ungeregelte Migration“ gebe, „die mit katastrophalen Entwicklungen für unsere Selbstidentität einhergeht“.
An anderer Stelle sagte er: „Wir wollen einfach in 20, 30 Jahren immer noch in Deutschland leben, was Deutschland ist und nicht was irgendwas ist, was wir nicht mehr wiedererkennen.“
Siegmunds Fazit: zeigte sich überzeugt, dass ein Erfolg seiner Partei Signalwirkung über die Landesgrenzen hinaus entfalten und Folgen für die Bundespolitik haben werde.
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„Genug gearbeitet“ – Kommunikation: Weniger senden, mehr klären

Noch eine E-Mail. Noch ein Chat. Noch ein Hinweis. Noch eine Erinnerung. Kommunikation ist überall und trotzdem fehlt oft Klarheit. Das ist eines der großen Paradoxe der modernen Zusammenarbeit: Wir senden mehr als je zuvor und verstehen uns nicht automatisch besser.
Viele Konflikte entstehen nicht durch zu wenig Information, sondern durch zu wenig Klärung. Information sagt: „Hier ist etwas.“ Klärung sagt: „Das bedeutet es, das ist zu tun, das gilt, das ist offen.“
Ein Geschäftsführer beschwerte sich, dass sein Team wichtige Informationen ignoriere. Beim Blick auf die Kanäle zeigte sich: Teams-Chat, E-Mail, Projekttool, Zuruf, Telefon, Protokoll, spontane Sprachnachrichten – alles war Kommunikation, nichts war verlässlich.
Das Team war nicht unaufmerksam. Es war überversorgt und unterorientiert.
Genug gearbeitet. Genug Nachrichten geschrieben, die nur neue Rückfragen erzeugen.
Klare Kommunikation braucht wenige, aber verbindliche Regeln:
  • Wo stehen Aufgaben?
  • Wo stehen Entscheidungen?
  • Wo werden schnelle Fragen geklärt?
  • Was muss dokumentiert werden, damit es nicht wieder verloren geht?
Diese Fragen klingen banal. Doch sie entscheiden über Stunden im Alltag.
Ein Team hat vereinbart: Entscheidungen kommen nicht mehr nur in den Chat. Sie werden im Projektboard mit Verantwortlichem und Termin dokumentiert. Der Chat blieb für die schnelle Abstimmung erhalten. Nach drei Wochen sank die Zahl der Nachfragen deutlich. Das lag nicht daran, dass weniger gesprochen wurde, sondern daran, dass klar war, wo Verbindlichkeit entsteht.
Kommunikation erfordert außerdem den Mut zur Wiederholung. Führungskräfte denken oft: „Das habe ich doch gesagt.“ Entscheidend ist jedoch nicht, ob es gesagt wurde, entscheidend ist, ob es verstanden, eingeordnet und handlungsleitend umgesetzt wurde.
Ein guter Klärungssatz lautet: „Was heißt das jetzt konkret für diese Woche?“ Er übersetzt Informationen in Arbeit.
Gerade in Zeiten von KI, Homeoffice und hoher Taktung wird Kommunikationsdisziplin zur Führungsaufgabe. Wer jeden Kanal für alles nutzt, erzeugt Dauerrauschen. Wer Kanäle sauber führt, schafft Ruhe.
Prüfen Sie diese Woche eine Sache: Welche Ihrer Nachrichten hätte eine Entscheidung sein müssen? Und welche Entscheidung wurde nur als Nachricht verschickt?
Genug gearbeitet. Wo kommunizieren Sie viel, ohne wirklich etwas zu klären?
Rolf Hempel | www.b-steps.de/summit | b-steps summit
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Nach Lawrows Äußerungen: Bundesregierung weist russische Drohungen zurück

Die Bundesregierung hat Drohungen aus Russland gegen Unterstützer der Ukraine zurückgewiesen. „Die Drohungen und Äußerungen gegenüber EU- oder Nato-Partnern sind nichts Neues“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts am Montag in Berlin. „Die nehmen wir zur Kenntnis, von denen lassen wir uns nicht einschüchtern – und wir lassen uns auch in unserer Unterstützung für die Ukraine nicht einschüchtern.“

Lawrows Ankündigung schärferer Maßnahmen

Die Sprecherin bezog sich auf eine Äußerung des russischen Außenministers Sergej Lawrow vom Freitag. Dieser hatte gesagt: „Wir werden unsere Methoden stark verschärfen, um all das zu zerstören, was Kiews Kriegsmaschine aus dem Westen speist. Und wir tun dies bereits.“

Zusammenhang mit Drohnen-Vorfall in Leipzig

Lawrows Äußerungen ließen auch im Zusammenhang mit dem jüngsten Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle aufhorchen. Dort war im Sicherheitsbereich des Frachtbetriebs eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. In ihrer Nähe befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge.
Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine. Der Verdacht richtet sich gegen Russland.

Maßnahmen zur Liefersicherheit

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums sagte am Montag, es gebe einen „ständigen Prozess“, um die „bestmögliche Sicherheit“ für die militärische Unterstützung für die Ukraine zu gewährleisten. „Natürlich befinden wir uns zum Thema Liefersicherheit in der Abstimmung mit unseren ukrainischen Partnern“, sagte er.
Zu den Schutzmaßnahmen gehöre auch, dass die Bundesregierung „nicht mehr über Einzellieferungen, über Zeitpläne, über Margen und Mengen“ der Unterstützung für die Ukraine Auskunft gebe. Dies diene dem Ziel, „keine Befindlichkeiten zu wecken, dass man jetzt gewisse Lieferungen ausschalten müsste“, fügte der Sprecher hinzu.

Reaktionen aus der Politik

Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europaparlament, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), forderte als Reaktion auf Lawrows Drohungen eine schärfere Gangart gegenüber Russland.
Deutschland müsse „sich selbst so ertüchtigen, dass die Drohungen von Lawrow ins Leere laufen“, sagte sie dem „Handelsblatt“. Zudem müsse die Ukraine weiter unterstützt werden „mit allem, was wir haben“.
Die SPD-Verteidigungsexpertin Siemtje Möller wertete Lawrows Drohungen als „Ausdruck einer zunehmenden Verzweiflung des russischen Regimes angesichts des ausbleibenden Erfolgs an der Front und der vielen Drohnentreffer der Ukraine im russischen Hinterland, die die russische Wirtschaft empfindlich treffen“.
Dem „Handelsblatt“ sagte die Abgeordnete: „Wir sollten uns deshalb von diesen wiederholten martialischen Drohungen weder provozieren noch einschüchtern lassen.“  (afp/red)
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Waldbrandexperte: Sollten unsere Landschaft feuerresistenter machen

In letzter Zeit hört man auffällig oft von Waldbränden in Deutschland. Daher stellt sich die Frage: Wie kritisch ist die aktuelle Waldbrandsituation hierzulande? Gibt es eine negative Entwicklung? Und wenn ja, was kann man dagegen tun? Über diese Fragen sprachen wir mit dem Waldbrandexperten Lindon Pronto.