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Infineon eröffnet neue Smart Power Fabrik in Dresden

Der Halbleiterkonzern Infineon hat am Donnerstag, denn 2. Juli, feierlich seine neue Produktionsstätte in Dresden eröffnet. Sie soll zentrale Bausteine für wichtige Zukunftstechnologien liefern und gleichzeitig Europa unabhängiger bei Mikrochips machen.
Die Eröffnung der Smart Power Fabrik sei ein „Meilenstein“ für das Unternehmen, für Dresden und Deutschland – aber auch für „ein technologisch souveränes Europa“, sagte Infineon-Chef Jochen Hanebeck.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) würdigte die große Bedeutung der Fabrik „für die industrielle Zukunft unseres ganzen Landes, ja der ganzen Europäischen Union“. Er war per Video zugeschaltet.
Die Smart Power Fabrik ist nach Unternehmensangaben „eine der modernsten Halbleiterproduktionsstätten weltweit“. Produziert werden dort sogenannte Leistungshalbleiter, die in Bereichen wie der Energiewende, der Elektromobilität oder in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) bei der Stromsteuerung zum Einsatz kommen.
Infineon investierte nach eigenen Angaben rund fünf Milliarden Euro in die Smart Power Fabrik, unterstützt wird das Projekt mit öffentlichen Fördergeldern in Höhe von 920 Millionen Euro. Bei Infineon entstehen durch die Chipfabrik laut Unternehmen rund 1000 neue Arbeitsplätze. (afp/red)
 
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Proteste gegen Migration: Gewaltätige Ausschreitungen erschüttern Südafrika


In Kürze:

  • Rund 900 Menschen wurden bei Protesten und Ausschreitungen in Südafrika festgenommen.
  • Präsident Cyril Ramaphosa verurteilte die Gewalt und kündigte eine härtere Migrationspolitik an.
  • Wirtschaftliche Probleme, politische Instabilität und hohe Kriminalität gelten als zentrale Ursachen der Eskalation.
  • Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen irregulärer Migration und der hohen Gewaltkriminalität bleibt fraglich.

 
Südafrika wird seit mehreren Wochen von einer Welle fremdenfeindlicher Rhetorik und Ausschreitungen in verschiedenen Städten erschüttert. Wie „SBS News“ berichtet, nahm die Polizei am Dienstag, dem 30. Juni, landesweit rund 900 Personen wegen verschiedener Straftaten im Zusammenhang mit den Unruhen fest.
Nach Angaben des stellvertretenden Nationalen Polizeikommissars Tebello Mosikili verliefen am Mittwoch 108 der insgesamt 120 landesweiten Kundgebungen friedlich. Bei zwölf Veranstaltungen mussten die Sicherheitskräfte jedoch eingreifen, nachdem es am Rande der Proteste zu Gewalttaten, Plünderungen und Raubdelikten gekommen war.
 
Einige Festnahmen betrafen zudem undokumentierte Einwanderer, die gegen Ausweispflichten verstoßen hatten, sowie Personen, die ihnen Unterkunft gewährten. In Johannesburg wurde nach einer Plünderung im Stadtteil Alexandra ein junger Mann erschossen. Ein ausländischer Staatsangehöriger sprang aus dem achten Stock eines Gebäudes, nachdem er befürchtet hatte, von Randalierern angegriffen zu werden.

Gewalt trifft auch legale Einwanderer

Im Vorfeld hatte die von der ehemaligen Radiomoderatorin Jacinta Ngobese-Zuma organisierte Bewegung „March and March“ irregulär im Land lebenden Einwanderern ein „Ultimatum“ gestellt. Sie sollten Südafrika bis zum 30. Juni verlassen. Tatsächlich richteten sich die Ausschreitungen jedoch auch gegen ausländische Staatsangehörige, die sich teils seit Jahren legal im Land aufhalten.
Die südafrikanische Zeitung „News24“ berichtet von selbst ernannten Bürgerwehren, die Passanten und Geschäftsleute anhalten, ihre Ausweise kontrollieren oder sie zur Polizei bringen. Um nicht selbst ins Visier des Mobs zu geraten, sollen einige Vermieter ihre ausländischen Mieter vor die Tür gesetzt haben. Davon seien unter anderem rund 100 Staatsangehörige der Demokratischen Republik Kongo betroffen gewesen.
Präsident Cyril Ramaphosa verurteilte die Gewalt, kündigte zugleich jedoch eine strengere Migrationspolitik sowie härtere Strafen für Personen an, die undokumentierte Migranten beschäftigen. Gleichzeitig warnte er vor Selbstjustiz, Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz und Rassismus. Die Sicherheitsbehörden wurden inzwischen in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Ausländer machen nur vier Prozent der Bevölkerung Südafrikas aus

Die derzeit größte Gewaltwelle gegen Einwanderer seit Mai 2008 fällt in eine politisch angespannte Phase. Im November 2026 sollen landesweite Kommunalwahlen stattfinden, wobei die Wahlkommission auch einen Termin im Januar 2027 nicht ausschließt. Gleichzeitig wächst die südafrikanische Wirtschaft nur noch schwach. Im ersten Quartal 2026 lag das Bruttoinlandsprodukt 1,9 Prozent über dem Vorjahreswert.
Für das Gesamtjahr rechnen Ökonomen lediglich mit einem Wirtschaftswachstum von etwas mehr als einem Prozent. Mitte der 2000er-Jahre hatte dieses noch bei über fünf Prozent gelegen. Für viele Menschen wird es dadurch zunehmend schwieriger, Armut und Arbeitslosigkeit zu überwinden. Gruppierungen wie „March and March“ oder „Operation Dudula“ beziehen Einwanderung in ihre politischen Positionen ein. Nach Angaben der Statistikbehörde Stats SA machen Einwanderer rund vier Prozent der Bevölkerung aus.
Hinzu kommt eine zunehmende politische Instabilität. Der seit dem Ende der Apartheid dominierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) hat seine jahrzehntelange absolute Mehrheit verloren. Parteispaltungen und der wachsende Einfluss kleinerer Parteien haben das Vertrauen in die Regierungsfähigkeit des ANC zusätzlich geschwächt. Korruptionsvorwürfe sowie die Wahrnehmung, dass staatliche Institutionen ihre Aufgaben in vielen Bereichen nur eingeschränkt erfüllen, verstärken die Unzufriedenheit in der Bevölkerung.

Kriminalität schon vor 1994 auf hohem Niveau – und seit 2012 wieder steigend

Bewegungen wie „March and March“ thematisieren irreguläre Einwanderung im Zusammenhang mit Gewaltkriminalität. Tatsächlich ist die Kriminalitätsbelastung vor allem in großen Städten erheblich – auch das Auswärtige Amt rät Reisenden deshalb zur Vorsicht.
Im Jahr 2024 war in Südafrika eine Mordrate von knapp 42 pro 100.000 Einwohner zu beklagen. Dies entsprach einer Anzahl von 26.232 Tötungsdelikten oder etwa 72 pro Tag. Zuletzt ging die Kriminalitätsrate leicht zurück, verharrte jedoch immer noch auf einem hohen Niveau. In Umfragen erklären 54 Prozent der Bürger, dass ihnen die Kriminalität im Lande Sorgen bereite.
Ein direkter Zusammenhang zwischen irregulärer Migration und der jüngeren Entwicklung der Gewaltkriminalität lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht eindeutig ableiten. In einzelnen Regionen kann es jedoch zu einer Verstärkung bestehender Problemlagen kommen. Vielmehr ist das hohe Maß an Gewaltkriminalität in Südafrika ein seit Jahrzehnten bekanntes Problem. Noch 1993 – im letzten Jahr vor dem Ende der Apartheid – lag die Mordrate bei 70 auf 100.000 Einwohner. Bis 2012 ging diese auf etwa 30 zurück, ehe sie anschließend wieder anstieg.

Südafrika als Zielland für Einwanderer aus ärmeren Nachbarländern

Der Großteil der Kriminalität konzentriert sich auf bestimmte Hotspots, in denen organisierte Kriminalität eine erhebliche Rolle spielt. Unter Präsident Jacob Zuma verstärkten sich zudem Probleme mit Vetternwirtschaft und Korruption innerhalb der Polizei, was deren Effektivität deutlich beeinträchtigte. Parallel dazu bildeten sich Bürgerwehren, häufig in Form bewaffneter Selbstschutzorganisationen. In vielen Fällen verlief diese Entwicklung entlang ethnischer oder religiöser Linien.
Südafrika bleibt trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten die größte Volkswirtschaft in Subsahara-Afrika. Menschen aus Nachbarländern wie Simbabwe, Lesotho, Eswatini, Mosambik oder Malawi versuchen daher häufig, ihren Lebensmittelpunkt ins wohlhabendere Südafrika zu verlagern. Verschärfungen der Migrationspolitik führen regelmäßig zu verstärkten Versuchen irregulärer Einreise. Gleichzeitig leben auch zahlreiche Arbeitsmigranten aus Ländern wie Pakistan oder Bangladesch im Land.
Der Aufstieg von Bewegungen wie „March and March“ könnte bei den Kommunalwahlen insbesondere für die Economic Freedom Fighters problematisch werden. Die Bewegung rund um den Linkspolitiker Julius Malema profitierte in der Vergangenheit von verbreiteter Unzufriedenheit und Proteststimmung. Sie beruft sich auf den Marxismus-Leninismus sowie den antikolonialen Vordenker Frantz Fanon und hatte unter anderem eine umfassende Enteignung weißer Farmer als Mittel zur Bekämpfung sozialer Ungleichheit vorgeschlagen.

Vision „Afrika ohne Grenzen“ könnte Malema Stimmen kosten

Mittlerweile stößt ihr Ansatz eines vereinten Afrikas ohne Grenzen selbst in Teilen der eigenen Wählerschaft auf nachlassende Zustimmung. Malema warnte in mehreren Reden vor einer Wiederkehr von Tribalismus und gesellschaftlicher Spaltung innerhalb der afrikanischen Bevölkerung.
Bereits im Mai sagte er auf einer Kundgebung: „Heute jagt ihr die Menschen aus Simbabwe, weil ihr glaubt, sie nähmen eure Jobs weg. Morgen sagt ihr, die Venda aus Johannesburg gehörten nicht hierher, übermorgen sind es die Zulu aus Gauteng. Wenn ihr einmal das Feuer des Hasses entfacht, könnt ihr nicht mehr kontrollieren, welches Haus es verbrennt – es wird das ganze Dorf verbrennen.“
Nach seiner Ansicht gebe es keine Migrationskrise, sondern eine Krise staatlichen Versagens. Sowohl Südafrikaner als auch Asylsuchende litten unter der Unfähigkeit der Behörden, verlässliche Dokumente bereitzustellen, die Zugang zu Arbeit, Bildung und Gesundheitsversorgung ermöglichen.
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Der Tulpenbaum – von Gustav Falke

Der Tulpenbaum

Der Tulpenbaum hat über Nacht
All seine Blumen aufgemacht,
Die weißen Sterne leuchten weit
In ihrer keuschen Herrlichkeit.
Es ist, als hätts die Nacht bedacht,
Was Liebes sie dem Tag vermacht,
Damit von ihrem Märchenglanz
Ein Schimmer leb in seinem Kranz.
Er aber, überreich an Licht,
Bedarf der fremden Sterne nicht,
Und bald entblättert, schnell und sacht,
Das liebliche Geschenk der Nacht.
 
Gustav Falke (1853-1916)
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34-Punkte-Reformpaket – Merz: „So wie in der Vergangenheit“ kann es „nicht weitergehen“

Die Regierungskoalition hat ein Reformpaket vorgestellt, das neben Änderungen am Rentensystem und den Bau von mehr bezahlbarem Wohnraum auch Steuererleichterungen in Höhe von 10 Milliarden Euro umfasst.
„Die Entlastung, so wie im Koalitions…
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Wie die Natur unser Gehirn neu vernetzt – auf eine messbare Weise


In Kürze:

  • Umfassende neurologische Studien zeigen, dass die Natur das Gehirn ruhiger und ausgeglichener macht.
  • Die Wirkung beginnt über die Augen und weitet sich über das Nervensystem auf den ganzen Körper aus.
  • Selbst Zimmerpflanzen, Pflanzenwände, natürliches Licht oder Bilder mit Naturmotiven haben eine positive Wirkung auf das Gehirn.
  • Es könnte der Gehirngesundheit der Bevölkerung zugute kommen, wenn Städteplaner die Natur in den städtischen Alltag integrieren.

 
Dass die Natur eine beruhigende Wirkung hat, merkt jeder, der ein bisschen Zeit in ihr verbringt. Doch erst jetzt beginnen Wissenschaftler, genau zu erfassen – bis ins neurologische Detail –, was während einer solchen Auszeit im Grünen im Gehirn vor sich geht.
Eine Metaanalyse von 108 begutachteten Studien zur Gehirnbildgebung, veröffentlicht in „Neuroscience & Biobehavioral Reviews“, liefert eines der bislang umfassendsten neurologischen Bilder darüber, wie die Natur das menschliche Gehirn beeinflusst.

Eine schrittweise Abfolge hin zur Ruhe

Dafür stützt sich die Übersichtsarbeit auf Studien, die von realen Aufenthalten im Freien über Laborfotos und -videos bis hin zu immersiver virtueller Realität und Grünpflanzen in Innenräumen reichten. Sie ergab ein einheitliches Muster über alle Methoden und bildgebenden Verfahren hinweg: Natürliche Umgebungen versetzen das Gehirn in einen ruhigeren, ausgeglicheneren Zustand.
Ihre Auswirkungen auf das Gehirn würden sich in einer Kaskade über mehrere miteinander verbundene Ebenen hinweg entfalten. Das erklärte Constanza Baquedano, korrespondierende Autorin der Studie und Assistenzprofessorin für Psychologie an der Universidad Adolfo Ibáñez in Chile.
„Diese Ebenen interagieren dynamisch miteinander: Sensorische Merkmale der Natur lösen die Kaskade aus, die sich dann über Stressregulation, Aufmerksamkeit und letztendlich darüber, wie wir uns selbst erleben, ausbreitet“, sagte sie gegenüber Epoch Times.
Allerdings betrachtet Baquedano dies eher als Arbeitsmodell denn als gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis.

Erste Ebene: Was unsere Augen tun

Die erste Stufe der Kaskade beginnt damit, wie das Gehirn das Gesehene verarbeitet. Natürliche Umgebungen enthalten Muster wie Fraktale – selbstähnliche Strukturen, die in Blättern, Ästen und Küstenlinien zu finden sind –, die das Gehirn effizient verarbeiten kann. 
Da diese Strukturen mit der Art und Weise übereinstimmen, wie das visuelle System Informationen organisiert, muss das Gehirn weniger arbeiten, um sie zu interpretieren. „Dies verringert die Wahrnehmungslast in frühen sensorischen Bereichen wie dem visuellen Kortex“, so Baquedano.
Darüber hinaus ruft der Aufenthalt in der Natur Gehirnaktivitätsmuster hervor, die denen bei der Meditation ähneln. Das war immer wieder das Ergebnis von Studien in der Übersichtsarbeit, die mithilfe der Elektroenzephalografie die elektrische Aktivität des Gehirns aufzeichneten.
Dabei nehmen frontale Alpha-Wellen zu, die mit ruhigem Wachsein und nach innen gerichteter Aufmerksamkeit verbunden sind. Auch gibt es eine verstärkte Theta-Wellen-Aktivität, die mit tiefer Entspannung und anhaltender Konzentration einhergeht. Zudem zeigte sich eine verminderte Aktivität in stressbezogenen Schaltkreisen.
Einigen Studien zufolge, die in der Übersichtsarbeit berücksichtigt wurden, können diese Effekte nach etwa 30 bis 90 Minuten in ruhigen Naturumgebungen wie Wäldern oder Parks auftreten. Andere Untersuchungen sprachen von messbaren Veränderungen bereits innerhalb von drei bis zehn Minuten in der Natur.

Zweite Stufe: Was unsere Stressreaktion tut

Da das Gehirn natürliche Szenen mit weniger Aufwand verarbeitet, lässt die Aktivität in den Stress- und Bedrohungserkennungssystemen allmählich nach.
Gehirnscan-Studien zeigten durchweg, dass die Aktivität in limbischen Regionen abnahm. Diese sind an der Stress- und Bedrohungserkennung beteiligt. Auch waren Teile des präfrontalen Kortex weniger aktiv, die mit Grübeln und kognitiver Belastung in Verbindung stehen.
Diese Veränderungen im Gehirn spiegeln sich im Körper wider. Laut Studien steigt die parasympathische Aktivität – das „Ruhe- und Verdauungssystem“ des Körpers. Dies gleicht die „Kampf-oder-Flucht“-Stressreaktion aus.
Dies deutet darauf hin, dass natürliche Umgebungen die Stresskreisläufe des Gehirns beruhigen und den Körper gleichzeitig in Richtung physiologischer Erholung lenken.

Dritte Ebene: Was unsere Aufmerksamkeit und innere Stimme tun

Anhaltende geistige Anforderungen über den Tag hinweg ermüden die Systeme der gerichteten Aufmerksamkeit des Gehirns. Zu den geistigen Anforderungen gehören unter anderem
  • lang andauernde Konzentration, 
  • das Lösen von Problemen,
  • das Fällen von Entscheidungen,
  • das Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit.
Die Natur hilft dabei, diese wieder aufzuladen.
Wie oben erwähnt, zeigten die EEG-Messungen, dass die Alpha-Theta-Aktivität zunahm. Das sind Muster, die mit entspannter, nach innen gerichteter Aufmerksamkeit und einer verringerten kognitiven Belastung in Verbindung stehen.
„Die Natur neigt dazu, das auszulösen, was Psychologen als ‚sanfte Faszination‘ bezeichnen – eine sanfte, unbewusste Form der Aufmerksamkeit. Diese ermöglicht es den Systemen für gezielte Aufmerksamkeit im präfrontalen Kortex, sich zu erholen“, sagte Baquedano.
Diese Art der mentalen Erholung trägt dazu bei, das sogenannte Ruhezustandsnetzwerk (Default Mode Network) des Gehirns zu regulieren. Ist dieses Netzwerk überaktiv, führt es oft zu negativen Gedankenspiralen und Grübeln.

Echte Natur schlägt virtuelle Realität

Selbst simulierte oder in Innenräumen geschaffene Formen der Natur können messbare kognitive und emotionale Vorteile bewirken. Im Vergleich zu herkömmlichen gebauten Umgebungen senkten Pflanzenwände, natürliches Licht oder Bilder mit Naturmotiven Stress. Diese Erkenntnisse könnten hilfreich für die Gestaltung von Büros, Krankenhäusern und Schulen sein.
Die Forscher führen dies auf den multisensorischen Reichtum realer Umgebungen zurück. Dabei wirken taktile Empfindungen, natürliche Düfte, dynamische visuelle Muster und Umgebungsgeräusche auf eine Weise zusammen, die sich in Innenräumen oder durch digitale Simulationen noch nicht vollständig nachbilden lässt.

Natur: Mehr als nur ein Wellness-Trend

Eine authentische Naturumgebung wirkt sich also auf das Gehirn aus. Dies unterstreiche die Notwendigkeit, den Zugang zur Natur als grundlegenden Bestandteil der öffentlichen Gesundheitsinfrastruktur zu betrachten, so Baquedano.
Ihr zufolge seien natürliche Umgebungen, aus neurowissenschaftlicher Sicht, nicht bloß ästhetische Annehmlichkeiten. „Sie sind Kontexte, die dazu beitragen, Stress zu regulieren, die Aufmerksamkeit wiederherzustellen und das psychische Wohlbefinden auf Bevölkerungsebene zu fördern.“
Das bedeutet, den Kontakt mit der Natur in den städtischen Alltag zu integrieren. Baquedano macht einige Vorschläge, unter anderem: 
  • von Bäumen gesäumte Straßen, 
  • grüne Korridore, 
  • Stadtparks,
  • natürliche Elemente, die in die Wege eingebunden sind, die Menschen auf dem Weg von zu Hause zur Arbeit, zur Schule oder zu anderen täglichen Aktivitäten zurücklegen. 
Dadurch würden die regenerativen Wirkungen der Natur nicht nur denjenigen vorbehalten bleiben, die über die Zeit und die Mittel verfügen, sie aufzusuchen, sondern jedem täglich als Selbstverständlichkeit zur Verfügung stehen, fügte die Assistenzprofessorin für Psychologie hinzu.
In städtische Natur zu investieren, sei auch eine Investition in die kollektive Gesundheit des Gehirns, merkte sie an.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „How Nature Rewires Your Brain–in Measurable Ways“. (redaktionelle Bearbeitung: as)
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Migränemedikamente senken möglicherweise das Glaukomrisiko

In Kürze:

  • Moderne CGRP-Migränemittel könnten nicht nur Migräneanfälle reduzieren, sondern auch das Risiko für Glaukom senken – eine der häufigsten Ursachen für Erblindung.
  • Eine große Studie mit über 36.800 Personen ergab ein 25 Prozent geringeres Glaukomrisiko bei Patienten unter CGRP-Hemmern im Vergleich zur klassischen Therapie.
  • Der Effekt ist biologisch plausibel, muss aber durch weitere Studien bestätigt werden – eine vorbeugende Verschreibung gegen Glaukom ist derzeit nicht empfohlen.

Forscher sagen, dass moderne Migränemedikamente aus der CGRP-Gruppe nicht nur Anfälle verhindern, sondern möglicherweise auch das Risiko für Glaukom senken könnten. Für Deutschland ist dieser Befund besonders relevant, weil das Glaukom zu den wichtigsten Ursachen irreversibler Sehschäden zählt.
Eine groß angelegte Studie, die in der Fachzeitschrift „Neurology“ veröffentlicht wurde, kam zu dem Ergebnis, dass Patienten, die Calcitonin-Gen-Related-Peptid (CGRP)-Hemmer zur Migräneprophylaxe einnahmen, ein um 25 Prozent geringeres Risiko für ein Glaukom hatten als Patienten, die mit klassischer Migräneprophylaxe therapiert wurden.
Das Glaukom ist eine der Hauptursachen für Erblindung. Die beiden Erkrankungen Migräne und Glaukom haben gewisse Gemeinsamkeiten in ihrer Entstehung.
„Es gibt Hinweise darauf, dass Migräne mit einem erhöhten Glaukomrisiko verbunden ist, da beide Erkrankungen die Fähigkeit der Blutgefäße im Gehirn, den Blutfluss als Reaktion auf Reize anzupassen, beeinträchtigen“, sagt der Studienautor Dr. Chien-Hsiang Weng von der Brown University in einer Erklärung.
Die Forscher analysierten Daten von mehr als 36.800 Personen aus den Jahren 2018 bis 2024. Dabei verglichen sie Patienten, die CGRP-Hemmer einnahmen (Erenumab, Fremanezumab, Galcanezumab und Eptinezumab), mit Patienten, die andere Medikamente zur Migränevorbeugung erhielten.
Ergebnis: 0,42 Prozent der Personen unter CGRP-Hemmern entwickelten ein Glaukom – im Vergleich zu 0,61 Prozent in der anderen Gruppe. Das entspricht einem um 25 Prozent verringerten Risiko.
Dieser positive Effekt zeigte sich besonders deutlich bei den monoklonalen Antikörperformulierungen der Wirkstoffe.

Was sind CGRP-Hemmer?

CGRP ist ein Protein, das an der Regulierung des Blutdrucks, der Gewebereparatur, der Wundheilung und von Entzündungen beteiligt ist.
Während einer Migräne wird CGRP im Gehirn freigesetzt und wirkt auf den Trigeminusnerv, der Schmerzsignale überträgt. Erhöhte CGRP-Spiegel können Entzündungen verursachen und die Kopfschmerzen verschlimmern, wodurch Migräneanfälle verlängert werden.
CGRP-Hemmer sind Medikamente, die verhindern, dass das Protein an seine Rezeptoren bindet, und so diese Effekte abschwächen.
CGRP-Hemmer werden als Erstlinientherapie zur Vorbeugung von episodischer Migräne (bis zu 14 Kopfschmerztage pro Monat) und chronischer Migräne (15 oder mehr Kopfschmerztage pro Monat) empfohlen.
Die CGRP-Hemmer wurden 2018 von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zugelassen. In der Europäischen Union – und damit auch in Deutschland – sind sie ebenfalls seit 2018 verfügbar.

Präventive Maßnahmen gegen Glaukom sollten vor allem systemische Gesundheitsprobleme behandeln, unnötige Kortisonanwendungen vermeiden und vaskuläre Risikofaktoren wie nächtliche Hypotonie (niedriger Blutdruck) oder unbehandelte Schlafapnoe berücksichtigen, betont Dr. Karen Allison.

Foto: Panuwat Dangsungnoen/iStock

Die Medikamente werden monatlich oder vierteljährlich verabreicht, im Falle der monoklonalen Antikörperformulierungen entweder als Selbstinjektion oder als Infusion, während andere CGRP-Hemmer auch in Tablettenform verfügbar sind. Sie kommen nicht nur zur Vorbeugung, sondern auch zur Akutbehandlung von Migräneanfällen zum Einsatz.

Warum es wirken könnte

Unabhängige Experten halten den Zusammenhang zwischen den beiden Erkrankungen für biologisch plausibel. Sowohl bei Migräne als auch beim Glaukom treten Probleme mit den Blutgefäßen auf, die die Durchblutung des Gehirns und des Sehnervs beeinträchtigen.
„Beim Glaukom kann eine chronische Entzündung zur Degeneration der Ganglienzellen der Netzhaut führen“, sagte Dr. Andrew Lee, Professor für Augenheilkunde, Neurologie und Neurochirurgie am Houston Methodist Research Institute, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
„Forscher gehen davon aus, dass CGRP-Hemmer dazu beitragen könnten, den Gefäßtonus zu stabilisieren, wodurch eine gleichmäßige Blutversorgung des Sehnervs gewährleistet und ein ‚Aushungern‘ der Netzhautzellen verhindert wird.“
Tierversuche hätten gezeigt, dass erhöhte CGRP-Spiegel den Augeninnendruck steigern können, was darauf hindeutet, dass CGRP-Hemmer dazu beitragen könnten, die Entstehung eines Glaukoms zu verhindern, fügte er hinzu.
Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, könne sie nicht beweisen, dass CGRP-Hemmer direkt für das verringerte Glaukomrisiko verantwortlich sind, sagte Weng gegenüber der englischsprachigen Epoch Times. Sie zeige lediglich einen Zusammenhang auf.
Wie alle Beobachtungsstudien, die auf großen Gesundheitsdatenbanken basieren, weist auch diese Studie einige Einschränkungen auf.
Die Forscher stützten sich auf Diagnosecodes aus Krankenakten und nicht auf direkte klinische Untersuchungen wie die Messung des Augendrucks oder bildgebende Verfahren des Sehnervs.
Zudem konnten sie nicht alle möglichen Einflussfaktoren vollständig ausschließen, wie etwa den Schweregrad der Migräne oder eine familiäre Vorbelastung für Glaukom.
„Diese offenen Fragen verdeutlichen, warum prospektive und detailliertere klinische Studien erforderlich sind“, sagte er.
Experten betonen, dass weitere Studien erforderlich sind, um die potenzielle schützende Wirkung von CGRP-Hemmern gegen das Glaukom zu bestätigen. Weng fügte zudem hinzu, dass die Ergebnisse nicht bedeuten, dass diese Medikamente zur Vorbeugung eines Glaukoms verschrieben werden sollten.

Vorbeugung des Glaukoms

Unbehandelt kann ein Glaukom das Sehvermögen irreversibel schädigen.
Präventive Maßnahmen sollten sich auf die Behandlung systemischer Gesundheitsprobleme, die Vermeidung unnötiger Kortikosteroidanwendungen und die Berücksichtigung vaskulärer Faktoren „wie nächtliche Hypotonie [niedriger Blutdruck] oder unbehandelte Schlafapnoe“ konzentrieren, so die Einschätzung von Dr. Karen Allison, außerordentliche Professorin für klinische Augenheilkunde an der University of Rochester Medicine, die nicht an der Studie beteiligt war, gegenüber der englischsprachigen Epoch Times.
Die Früherkennung durch proaktive Vorsorgeuntersuchungen sei das wirksamste Mittel, um das Sehvermögen zu erhalten, bevor Symptome auftreten, sagte sie.
Zu den Personen mit erhöhtem Glaukomrisiko zählen vor allem:
  • Menschen mit Glaukom in der Familie,
  • Personen afrikanischer oder hispanischer Abstammung,
  • Menschen mit dünner Hornhaut,
  • Personen mit erhöhtem Augeninnendruck,
  • Patienten mit bestimmten Gefäßerkrankungen wie Migräne, Raynaud-Syndrom (einer Verengung der Blutgefäße in den Extremitäten) oder Schlafapnoe.
„Auch das Alter ist ein entscheidender Faktor, wobei die Inzidenz ab dem 60. Lebensjahr deutlich ansteigt“, fügte sie hinzu.
Derzeit gibt es keine Heilung für das Glaukom, und seine Ursache ist noch nicht vollständig geklärt.
Was CGRP-Hemmer als Mittel zur Vorbeugung des Glaukoms angeht, sagte Weng, es sei noch „zu früh“, um eine Aussage zu treffen. Sollten künftige Forschungsergebnisse die Erkenntnisse der Studie jedoch bestätigen, hält er es für möglich, dass diese Wirkstoffklasse zu neuen Präventionsstrategien führen wird.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Migraine Drugs May Cut Glaucoma Risk, New Study Finds“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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Blasenkrebs wird oft spät erkannt – diese Warnzeichen können früh auftreten

Blasenkrebs zählt in Deutschland zu den relevanten Krebserkrankungen des Harnsystems. Besonders bedeutsam ist, dass die Heilungschancen stark davon abhängen, wie früh der Tumor erkannt wird.
Viele Menschen nehmen an, Blasenkrebs beginne ohne erkennbare Zeichen. Tatsächlich kündigt er sich häufig durch unspezifische Beschwerden an, vor allem durch Blut im Urin, häufigen Harndrang oder Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen.

Was sind die Symptome und Frühzeichen von Blasenkrebs?

Das häufigste – und oft erste – Symptom von Blasenkrebs ist Blut im Urin (Hämaturie). Die Farbe des Urins kann von blassrosa bis rauchig, rostfarben, leuchtend rot oder dunkelrot reichen.
Blut kann nur ein- oder zweimal auftreten, sodass es leicht übersehen oder auf andere häufige Erkrankungen zurückgeführt wird, wie beispielsweise eine Harnwegsinfektion oder postmenopausale Blutungen bei Frauen.
Diese Verwechslung verzögert oft die Diagnose, wodurch der Krebs in ein Stadium fortschreiten kann, in dem er schwieriger zu behandeln ist.
Weitere häufige Symptome sind unter anderem:
  • Schmerzen, Brennen oder Reizungen beim Wasserlassen
  • Plötzlicher Harndrang, auch wenn die Blase nicht voll ist
  • Häufigeres Wasserlassen als gewöhnlich
  • Nächtliches Aufwachen mit starkem Harndrang

Symptome einer fortgeschrittenen Erkrankung

Wenn der Blasenkrebs an Größe zunimmt oder sich über die Blase hinaus ausbreitet, kann er weitreichendere Symptome verursachen, darunter die folgenden:
  • Flankenschmerzen (Schmerzen an der Seite des Rückens, unterhalb der Rippen und oberhalb der Taille)
  • Bauchschmerzen
  • Knochenschmerzen oder Druckempfindlichkeit
  • Appetitlosigkeit oder unerklärlicher Gewichtsverlust
  • Schwellungen in den Füßen
  • Anhaltende Müdigkeit
  • Unfähigkeit, Wasser zu lassen

Was verursacht Blasenkrebs?

Die Blase ist ein ballonförmiges Organ im Unterbauch, das Urin speichert, bis er ausgeschieden wird. Sie gehört zum Harnsystem, das außerdem die Nieren, die Harnleiter und die Harnröhre umfasst.
Blasenkrebs entsteht, wenn Zellen in der Blase unkontrolliert zu wachsen beginnen. Rund 90 Prozent der Fälle sind laut Untersuchungen sogenannte Urothelkarzinome, die aus den Zellen der Blasenschleimhaut hervorgehen. Da diese Zellen auch das Nierenbecken, die Harnleiter und die Harnröhre auskleiden, können Tumore auch in anderen Bereichen der Harnwege auftreten.
Seltener sind andere Formen wie das Plattenepithelkarzinom oder das Adenokarzinom.
Die genauen Ursachen von Blasenkrebs sind noch nicht vollständig geklärt. Bekannt ist jedoch, dass bestimmte genetische Veränderungen das Risiko erhöhen können. Meist entstehen diese Mutationen (FGFR3, PIK3CA, KDM6A und TP53) im Laufe des Lebens und werden nicht vererbt. Auch Umweltfaktoren und krebserregende Stoffe können dazu beitragen.
Darüber hinaus können laut Studien einige vererbte Genvarianten (GSTM1, NAT2) sowie erbliche Erkrankungen wie das Lynch-Syndrom oder das Cowden-Syndrom das Risiko erhöhen.
Neben genetischen Faktoren spielen laut Untersuchungen auch Umwelt-, Gesundheits- und Lebensstilfaktoren eine Rolle, da sie die Blasenschleimhaut langfristig schädigen oder reizen können.

Diese Faktoren erhöhen das Blasenkrebsrisiko

Rauchen: Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor für Blasenkrebs. Es erhöht das Erkrankungsrisiko um mindestens das Dreifache und ist möglicherweise für etwa die Hälfte aller Fälle verantwortlich. Die im Tabak enthaltenen Schadstoffe gelangen über das Blut in die Nieren, werden mit dem Urin ausgeschieden und kommen dabei direkt mit der Blasenschleimhaut in Kontakt. Nach dem Rauchstopp sinkt das Risiko allmählich.
Chemische Belastung: Bestimmte Industriechemikalien können das Risiko für Blasenkrebs erhöhen. Betroffen sind vor allem Menschen, die beruflich über viele Jahre mit chemischen Farbstoffen, Dämpfen oder Dieselabgasen in Kontakt kommen, etwa Maler, Drucker, Friseure, Feuerwehrleute oder Lkw-Fahrer. Da sich Blasenkrebs oft langsam entwickelt, können die Folgen einer solchen Belastung erst nach 30 bis 40 Jahren auftreten.
Arsenbelastung: Die Exposition gegenüber Arsen – aus natürlichen Quellen oder durch industrielle Kontamination – kann das Risiko für Blasenkrebs erhöhen. Arsen ist ein bekanntes Karzinogen, das die DNA schädigen, zelluläre Reparaturmechanismen beeinträchtigen und die Genexpression verändern kann.
Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel: Das Diabetesmedikament Pioglitazon wurde mit einem erhöhten Blasenkrebsrisiko in Verbindung gebracht, insbesondere bei höheren Dosierungen. Auch Nahrungsergänzungsmittel mit Aristolochiasäure, die in einigen traditionellen Heilpflanzen vorkommt, können das Risiko für Urothelkarzinome erhöhen, da sie DNA-Schäden in den Zellen verursachen können.
Chronische Blasenreizung und Infektionen: Lang anhaltende Harnwegsinfektionen, Nieren- oder Blasensteine, ein längerer Kathetergebrauch sowie parasitäre Infektionen wie Bilharziose wurden mit einem erhöhten Blasenkrebsrisiko in Verbindung gebracht, insbesondere mit Plattenepithelkarzinomen. Es wird angenommen, dass chronische Reizungen und Entzündungen der Blasenschleimhaut – sei es durch Infektionen, Steine oder Verletzungen – dazu beitragen.
Strahlenexposition: Die Exposition gegenüber Strahlung – einschließlich Strahlentherapie im Bauch- oder Beckenbereich, berufsbedingter Strahlenexposition oder Exposition durch nukleare Unfälle – erhöht das Risiko für Blasenkrebs.
Hoher Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch: Ein hoher Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch wird mit einem um etwa 20 Prozent erhöhten Blasenkrebsrisiko in Verbindung gebracht. Unverarbeitetes rotes Fleisch kann in Maßen jedoch wertvolle Nährstoffe wie Eiweiß, Eisen und Vitamin B12 liefern.
Geringe Wasseraufnahme: Eine zu geringe Wasseraufnahme kann das Risiko erhöhen, da regelmäßige Flüssigkeitszufuhr dazu beiträgt, die Blase zu spülen, und die Zeit verkürzt, in der schädliche Chemikalien mit der Blasenschleimhaut in Kontakt bleiben.
Entkoffeinierter Kaffee: Eine Studie aus dem Jahr 2025 mit mehr als 120.000 Teilnehmern ergab, dass Männer, die entkoffeinierten Kaffee tranken, ein signifikant höheres Risiko für Blasenkrebs hatten als diejenigen, die keinen tranken.
Opiumkonsum: Opium findet zwar medizinische Anwendungen zur Schmerzlinderung, wird aber auch illegal konsumiert und steht im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken.
Frühere Krebserkrankungen: Wer bereits an einem Urothelkarzinom, etwa Blasenkrebs, erkrankt war, hat ein erhöhtes Risiko für weitere Tumoren im Harntrakt. Zudem tritt Blasenkrebs laut Studien nach der Behandlung häufig erneut auf. Das Rückfallrisiko liegt bei 50 bis 80 Prozent.
Vorherige Chemotherapie: Bestimmte Chemotherapeutika, darunter Cyclophosphamid oder Ifosfamid, können die Blase reizen und das Blasenkrebsrisiko erhöhen.
Bestimmte angeborene Fehlbildungen: Seltene angeborene Fehlbildungen wie Urachusdefekte oder eine Blasenekstrophie können das Risiko für Blasenkrebs im späteren Leben erhöhen. Bei Urachusdefekten bleibt eine Verbindung zwischen Blase und Nabel bestehen, in der sich Zysten bilden oder bösartige Veränderungen entwickeln können. Bei einer Blasenekstrophie schließt sich die Blase während der Entwicklung im Mutterleib nicht vollständig. Dadurch liegt sie teilweise frei, was chronische Infektionen und langfristig auch das Krebsrisiko begünstigen kann.
Organtransplantation: Empfänger von Organtransplantaten benötigen immunsuppressive Medikamente, was zu häufigeren Blasenentzündungen führen kann, die mit einem höheren Risiko für Blasenkrebs verbunden sind.
Bestimmte demografische und nicht veränderbare Faktoren können das Blasenkrebsrisiko ebenfalls beeinflussen:
Alter: Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter, wobei die meisten Fälle bei Menschen über 55 Jahren auftreten.
Geschlecht: Männer erkranken etwa dreimal häufiger an Blasenkrebs als Frauen.

Wie wird Blasenkrebs diagnostiziert?

Die Sterblichkeit durch Blasenkrebs sinkt seit Jahren. Experten führen dies vor allem auf eine frühere Erkennung und bessere Behandlungsmöglichkeiten zurück.
Vorsorge nur bei erhöhtem Risiko
Für Menschen mit durchschnittlichem Risiko werden routinemäßige Vorsorgeuntersuchungen ohne Symptome in der Regel nicht empfohlen. Bei Personen mit erhöhtem Risiko können dagegen Urinuntersuchungen, Urinzytologie oder in Einzelfällen eine Zystoskopie sinnvoll sein.
Wie die Diagnose gestellt wird
Am Anfang stehen meist die Beschwerden des Patienten, eine körperliche Untersuchung sowie weitere gezielte Tests. Anschließend kommen je nach Verdacht bildgebende Verfahren und Gewebeuntersuchungen zum Einsatz.
Wichtige Untersuchungen
  • Zystoskopie: Untersuchung von Blase und Harnröhre mit einem dünnen, beleuchteten Schlauch; dabei können auch Gewebeproben entnommen werden.
  • Biopsie/TURBT: Entnahme und Analyse von Tumorgewebe, oft gleichzeitig erste Behandlung bei frühen Tumoren.
  • CT, MRT und Ultraschall: Dienen dazu, Tumore sichtbar zu machen und eine mögliche Ausbreitung des Krebses zu beurteilen.
  • Ureteroskopie: Untersuchung der oberen Harnwege, einschließlich Harnleiter und Nierenbecken.
Blut- und Urintests
Blutuntersuchungen liefern Hinweise auf die Funktion von Nieren und Leber. Urintests können Blut, Entzündungen, Krebszellen oder bestimmte Tumormarker nachweisen und helfen, andere Ursachen wie Harnwegsinfektionen auszuschließen.
Genetische Untersuchungen
Genetische Tests werden nur in ausgewählten Fällen empfohlen, etwa bei jüngeren Patienten oder wenn in der Familie gehäuft Blasen-, Darm- oder andere verwandte Krebsarten auftreten. Sie können vererbte Veränderungen aufdecken, die das Erkrankungsrisiko erhöhen.

Was bedeuten Grad und Stadium?

Nach der Diagnose wird Blasenkrebs nach Grad und Stadium eingeteilt. Diese Einteilung hilft Ärzten, die passende Behandlung zu wählen und die Prognose abzuschätzen.
Der Grad beschreibt, wie stark sich die Krebszellen von gesunden Zellen unterscheiden. Niedriggradige Tumoren wachsen meist langsamer und breiten sich seltener aus.
Hochgradige Tumoren sind aggressiver, wachsen schneller und neigen eher zu Rückfällen oder Metastasen. Die meisten invasiven Blasentumoren sind bereits bei der Diagnose hochgradig.
Das Stadium zeigt, wie weit sich der Krebs ausgebreitet hat. In Stadium 0 ist er auf die Blasenschleimhaut beschränkt, in Stadium 1 wächst er in das darunterliegende Gewebe ein.
Stadium 2 bedeutet, dass die Blasenmuskulatur betroffen ist, Stadium 3 eine Ausbreitung in umliegendes Fettgewebe oder benachbarte Organe. In Stadium 4 hat der Krebs entfernte Organe wie Lunge, Leber oder Knochen erreicht.
Mit dem Fortschreiten der Erkrankung verschlechtert sich die Prognose deutlich: Die 5-Jahres-Überlebensrate sinkt von ungefähr 73 Prozent in Stadium 2 auf 9 Prozent in Stadium 4.

Was sind die möglichen Komplikationen bei Blasenkrebs?

Komplikationen bei Blasenkrebs können durch das Tumorwachstum selbst oder als Folge der Behandlung entstehen. Dazu gehören ein blockierter Harnabfluss, Blutungen, die Ausbreitung des Krebses auf andere Organe, wiederkehrende Infektionen sowie Nebenwirkungen von Operationen, Chemotherapie oder Bestrahlung. Zu den möglichen Komplikationen gehören:
  • Anämie
  • Schwellung der Harnleiter aufgrund von Harnstau
  • Verengung der Harnröhre
  • Verlust der Blasenkontrolle
  • Erektionsstörungen bei Männern
  • Sexuelle Funktionsstörungen bei Frauen

Natürliche Maßnahmen und Lebensstil bei Blasenkrebs

Lebensstilentscheidungen können die allgemeine Gesundheit fördern, Behandlungsnebenwirkungen lindern und das Risiko eines Rückfalls verringern.

1. Ernährung

Eine spezielle Diät gegen Blasenkrebs gibt es nicht. Eine ausgewogene Ernährung kann den Körper jedoch während der Behandlung und der Genesung unterstützen.
Eine Studie zeigte zudem, dass Menschen, die häufiger rohen Brokkoli verzehrten, seltener an Blasenkrebs oder anderen Ursachen starben. Für andere Obst- und Gemüsesorten wurde ein vergleichbarer Zusammenhang nicht beobachtet.
Bei Beschwerden während der Behandlung können folgende Maßnahmen helfen:
  • Verstopfung: Magnesiumoxid, magnesiumreiches Mineralwasser oder Flohsamen.
  • Muskelabbau (z. B. während einer Chemotherapie): ausreichend mageres Eiweiß.
  • Ausreichend trinken: Wasser und Kräutertees; die empfohlene Trinkmenge sollte mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.
  • Übelkeit und Durchfall: mehrere kleine Mahlzeiten, leicht verdauliche und ballaststoffarme Lebensmittel sowie vorübergehend der Verzicht auf Milchprodukte, fettreiche und scharf gewürzte Speisen, Zucker, Koffein und Alkohol. Bananen, Brühe und Nüsse helfen, den Elektrolythaushalt zu unterstützen.
  • Ein metallischer Geschmack im Mund lässt sich oft durch Zitronen- oder Limettensaft beim Würzen der Speisen lindern.
Zur Vorbeugung von Blasenkrebs wird empfohlen:
  • viel Gemüse, insbesondere Blattgemüse, Brokkoli und Paprika
  • Vollkornprodukte und ballaststoffreiche Lebensmittel
  • Fisch und Kreuzblütler
  • Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an den Vitaminen E, C und D
  • ausreichend trinken
Verarbeitete Fleischprodukte sollten möglichst gemieden und rotes Fleisch nur in Maßen verzehrt werden.

Lebensstil und Umwelt

Weitere Maßnahmen, die das Blasenkrebsrisiko verringern können:
  • mit dem Rauchen aufhören
  • ein gesundes Körpergewicht halten
  • beim Umgang mit schädlichen Chemikalien Schutzkleidung und Atemschutz tragen
  • Arzneimittel und pflanzliche Präparate mit Aristolochiasäure vermeiden
  • auf den Konsum von Opium verzichten
  • Harnwegsinfektionen frühzeitig behandeln und bei Nieren- oder Blasensteinen
  • ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen
  • unnötige Strahlenbelastungen möglichst vermeiden

Verringerung des Rezidivrisikos

Einige Hinweise deuten darauf hin, dass die Einnahme hoher Dosen bestimmter Vitamine und Mineralstoffe – darunter die Vitamine A, B6, C und E sowie Selen und Zink – dazu beitragen kann, das Rezidivrisiko zu senken.
Gleichzeitig kann eine hohe Zufuhr von synthetischer Folsäure das Rezidivrisiko bei nicht-muskelinvasivem Blasenkrebs erhöhen, was darauf hindeutet, dass Patienten vorsichtig sein und sich bezüglich der Folsäurezufuhr von ihrem Arzt beraten lassen sollten.

2. Meditation und Achtsamkeit

Eine Studie aus dem Jahr 2025 ergab, dass die Kombination einer Epirubicin-Chemotherapie mit achtsamkeitsbasierten Interventionen die Krebsversorgung verbessern kann, indem sie behandlungsbedingte Nebenwirkungen und psychische Belastungen bei Menschen mit Tumoren des Harnsystems verringert.
Meditation und Yoga können laut einer Studie die Lebensqualität von weiblichen Krebsüberlebenden verbessern, indem sie Stress abbauen und körperliche Symptome wie Müdigkeit und Schmerzen lindern.

3. Bewegung

Regelmäßige Bewegung kann die Lebensqualität von Menschen mit Blasenkrebs verbessern. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2021, die 23 Studien auswertete, kam zu dem Ergebnis, dass ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger körperlicher Aktivität das Risiko für Blasenkrebs senken und zugleich die Überlebenschancen sowie die Lebensqualität verbessern kann.

4. Musik

Eine Studie aus dem Jahr 2024 mit 160 Männern mit Blasenkrebs, die sich einer nachsorgeflexiblen Zystoskopie unterzogen, ergab, dass Teilnehmer, die mit geräuschunterdrückenden Kopfhörern Musik hörten, nach dem Eingriff deutlich weniger Angst verspürten und zufriedener waren und eine höhere Zufriedenheit sowie Bereitschaft zur Wiederholung des Eingriffs zeigten als diejenigen, die keine Musik hörten.

 
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Bladder Cancer: Most Common Cancer of the Urinary System–Here Are the Warning Signs“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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TICKER Fußball-WM: Neueste Entwicklungen um Kimmich & Co.


Folgende Mannschaften treten bei der Fußball-WM am heutigen Tag (deutscher Zeit) im Sechzehntelfinale gegeneinander an:
  • 02:00 Uhr: USA gegen Bosnien Herzegowina in San Francisco, USA
  • 21:00 Uhr: Spanien gegen Österreich in Los Angeles, USA (Übertragung: ARD)

HEUTE11:38 Uhr

Was für Klopp als Bundestrainer spricht und was dagegen

Noch hat sich der Deutsche Fußball-Bund nicht von Julian Nagelsmann nach dessen gescheiterter Weltmeister-Mission in Amerika getrennt, da scheint „Kloppo“ bereits in den Startlöchern zu stehen. Jürgen Klopp soll quasi als Messias die am Boden liegende Fußball-Nation Deutschland wieder aufrichten.
Eine Volksbefragung über den besten Kandidaten würde vermutlich zu einem eindeutigen Ergebnis führen. Klopp kommt an bei den Fans, mit ihm könnte der Fokus voll auf die Zukunft gerichtet werden nach dem nächsten Turnier-Flop.

Jürgen Klopp besucht das WM-Gruppenspiel E zwischen Deutschland und Curaçao im Houston Stadium am 14. Juni 2026 in Houston, Texas.

Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images

Für Klopp spricht viel. Seine Empathie. Seine Menschenführung. Er holt aus Spielern alles raus. Er kann im Gegensatz zum viel jüngeren Nagelsmann (38) internationale Erfolge vorweisen. Mit dem FC Liverpool gewann er die Champions League und die englische Meisterschaft. Und mit Borussia Dortmund brachte er zeitweise sogar die Übermacht des FC Bayern München ins Wanken. Er vermag es, Potenziale zu heben und Spieler groß zu machen.
Doch Klopp hat einen langfristigen Vertrag bis 2029 als Head of Global Soccer bei Red Bull. Das sei „kein Halbtagsjob“, sagte er selbst. Er soll nach Angaben der Geschäftsführung des österreichischen Getränkekonzerns (Oliver Mintzlaff) keine Ausstiegsklausel beinhalten. Auch eine mündliche Freigabevereinbarung für den DFB als Nationaltrainer oder ein Sonderkündigungsrecht ist dementiert worden. Der DFB müsste also mit Red Bull verhandeln – und Ablöse zahlen?
HEUTE4:16 Uhr

Gastgeber USA gewinnt gegen Bosnien-Herzegowina

Die USA haben sich im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft mit einem 2:0-Sieg gegen Bosnien-Herzegowina durchgesetzt. Bereits in der ersten Halbzeit brachte Folarin Balogun die USA in Führung (45.). Trotz einer umstrittenen Roten Karte für Balogun in der zweiten Halbzeit konnten die Amerikaner ihren Vorsprung halten und sogar ausbauen. In der 82. Minute erhöhte Malik Tillman auf 2:0.
Die Bosnier versuchten in der Schlussphase alles, um den Anschluss zu erzielen, doch die US-amerikanische Abwehr stand sicher. Die USA nutzten ihre Chancen effizient und ließen die Uhr geschickt herunterlaufen, um den Sieg zu sichern. Mit dem Erfolg der US-Amerikaner sind bei dieser WM alle drei Gastgeberländer ins Achtelfinale eingezogen und die USA wird am Montag im Achtelfinale auf Belgien treffen.
Spielbaum der WM 2026 (Stand 2.7.). England und Belgien sind weiter, Bosnien-Herzegowina ausgeschieden.

Spielbaum der WM 2026 (Stand 2.7.). England und Belgien sind weiter, Bosnien-Herzegowina ausgeschieden.

Foto: ts/Epoch Times mit Material von iStock

 
HEUTE3:56 Uhr

Vier Tote bei Fan-Feier in Mexiko

Bei einer riesigen Feier von Fußballfans in Mexiko sind in der Nacht zum Mittwoch mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Eine 19-jährige Frau, ein 44-jähriger Mann und eine 48-jährige Frau seien in Mexiko-Stadt erstickt, teilten die Behörden in der mexikanischen Hauptstadt mit. Zudem starb demnach ein 30-jähriger Mann an einem epileptischen Anfall. Zuvor hatten die Behörden zwei Todesopfer gemeldet. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum bekundete „Solidarität und Unterstützung“ für die Familien der Opfer.
Mehr als eine Million Menschen hatten nach Angaben der Stadtverwaltung auf den Straßen von Mexiko-Stadt den Einzug ihres Teams ins Achtelfinale der WM gefeiert. Die meisten von ihnen versammelten sich rund um das Unabhängigkeitsdenkmal Ángel de la Independencia.
 
HEUTE1:02 Uhr

Belgien gewinnt in Verlängerung

Bei der Fußball-WM hat Belgien die Mannschaft aus dem Senegal im Sechzehntelfinale mit 3:2 nach Verlängerung geschlagen. Nach 90 Minuten stand es 2:2 – und nach 85 Minuten noch 2:0 für die Afrikaner.
Die zeigten von Beginn an eine engagierte Leistung und gingen früh per Kopfball durch Habib Diarra in Führung (25.). In der zweiten Halbzeit erhöhte Senegal dank dem Tor von Ismaila Sarr auf 2:0 (51.). Belgien bemühte sich, den Anschluss zu finden, doch die Senegalesen verteidigten kompakt und ließen kaum Chancen zu.
Erst in den letzten Minuten brachte sich Belgien binnen weniger Sekunden wieder ins Spiel: Romelu Lukaku und Youri Tielemans trafen kurz vor dem vermeintlichen Ende der Partie (86. und 89.). Mit dem Ausgleich rettet sich Belgien in die Verlängerung.
Und in der besorgte der Videoschiedsrichter den Belgiern einen Elfmeter nach Foul an Youri Tielemans, die Aufnahmen wurden minutenlang gecheckt. Tielemans verwandelte selber – und die „Roten Teufel“ waren damit eine Runde weiter. Belgien trifft am Montag im Achtelfinale auf den Gewinner der Partie USA gegen Bosnien-Herzegowina.
 
GESTERN20:40 Uhr

England gewinnt WM-Sechzehntelfinale gegen DR Kongo

England hat am Mittwochabend das WM-Sechzehntelfinale gegen die DR Kongo mit 2:1 gewonnen und sich damit den Einzug ins Achtelfinale gesichert.
Die DR Kongo erwischte den besseren Start und ging bereits in der 7. Minute durch einen Flachschuss von Brian Cipenga in Führung. England tat sich zunächst schwer, steigerte sich jedoch im Verlauf der ersten Halbzeit deutlich. Jude Bellingham, Marcus Rashford und Harry Kane vergaben aussichtsreiche Möglichkeiten oder scheiterten am stark reagierenden kongolesischen Torhüter Lionel Mpasi-Nzau. Auf der Gegenseite hätte Yoane Wissa kurz vor der Pause beinahe erhöht, traf in der 42. Minute jedoch nur den Pfosten.
Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Three Lions zunehmend die Kontrolle und drängten den Außenseiter tief in dessen Hälfte. Trotz mehrerer Abschlüsse und zahlreicher Flanken fehlte zunächst die Präzision oder Mpasi-Nzau war erneut zur Stelle.
Der verdiente Ausgleich fiel schließlich in der 75. Minute: Nach einer Flanke des kurz zuvor eingewechselten Anthony Gordon setzte sich Harry Kane im Strafraum durch und köpfte zum 1:1 ein.
Elf Minuten später drehte England die Partie endgültig. Nachdem Mpasi-Nzau zunächst einen Abschluss von Jude Bellingham abgewehrt hatte, legte Gordon den Ball für Kane auf. Der Angreifer traf in der 86. Minute zum Endstand von 2:1. Im Achtelfinale trifft England damit auf Mexiko.
WM: Der Engländer Harry Kane jubelt nach seinem Tor zum 1:1 gegen die DR Kongo neben Jude Bellingham.

WM: Der Engländer Harry Kane jubelt nach seinem Tor zum 1:1 gegen die DR Kongo neben Jude Bellingham.

Foto: Bradley Collyer/PA Wire/dpa

 
GESTERN18:37 Uhr

Schiri-Boss: Entscheidung beim vermeintlichen Tah-Tor war korrekt

Die vieldiskutierte Entscheidung, ein vermeintliches Tor von Jonathan Tah im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay nicht zu geben, war laut FIFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina korrekt. In einem Beitrag des Weltverbands schrieb der Italiener grundsätzlich über Situationen wie die in der Verlängerung des am Ende von Deutschland verlorenen K.-o.-Spiels.
„Trainer und Spieler wurden darüber informiert. Daher sollte es keine Überraschung sein, wenn Schiedsrichter solche Vergehen ahnden“, sagte Collina. Er nannte Waldemar Anton in seinen Ausführungen nicht beim Namen, sein Beitrag endete aber mit einem großen Foto von genau dieser strittigen Szene. Der Körperkontakt des DFB-Verteidigers mit Paraguays Torwart wird dabei grafisch hervorgehoben.
 
GESTERN16:47 Uhr

Niederlande-Coach Koeman tritt zurück: „Stolz und dankbar“

Ronald Koeman hört nach dem frühzeitigen WM-Aus gegen Marokko als Nationaltrainer der Niederlande auf. Die Entscheidung, seinen Vertrag nicht zu verlängern, habe er vergangene Nacht getroffen, gab der 63-Jährige via Instagram in einer persönlichen Stellungnahme bekannt. Mit Blick auf seine Laufbahn zeigte er sich „vor allem stolz und dankbar“. Er habe das Privileg gehabt, bei zahlreichen Spitzenvereinen wie dem FC Barcelona oder Ajax Amsterdam und in zwei Amtszeiten die niederländische Nationalmannschaft zu trainieren.
 
GESTERN6:05 Uhr

Mexiko souverän gegen Ecuador weiter

Gastgeber Mexiko hat das Sechzehntelfinale gegen Ecuador souverän mit 2:0 gewonnen. Der Sieg von „El Tri“ vor dem heimischen Publikum in Mexiko-Stadt war in der wegen eines Gewitters um eine Stunde verzögerten Partie zu keinem Zeitpunkt gefährdet.
Die Mannschaft von Trainer Javier Aguirre dominierte das Spiel von Beginn an und ging früh durch einen sehenswerten Treffer von Julian Quinones in Führung (22.). Raul Jimenez erhöhte wenig später auf 2:0 (31.).
In der zweiten Halbzeit versuchte Ecuador, den Druck zu erhöhen, fand jedoch kein Durchkommen gegen die gut organisierte mexikanische Abwehr. Mexiko hingegen blieb gefährlich und hätte durch Raul Jimenez und Gilberto Mora beinahe das dritte Tor erzielt. Die letzten zwei Minuten musste Ecuador nach Rot für Piero Hincapie in Unterzahl spielen – weitere Tore fielen nicht mehr.
Im Achtelfinale trifft Mexiko am kommenden Montag um 2:00 Uhr deutscher Zeit erneut im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt auf den Sieger der Partie England–Demokratische Republik Kongo. Mexiko ist bei der WM weiter ohne Gegentor. Zudem erreichte Mexiko bei seinen Heim-Weltmeisterschaften 1970 und 1986 stets das Viertelfinale.
Spielbaum der WM 2026 (Stand 1.7.)

Spielbaum der WM 2026 (Stand 1.7.). Norwegen schoss sich als erstes europäische Land ins Achtelfinale. Frankreich besiegte Schweden und Mexiko kam gegen Deutschland-Bezwinger Ecuador weiter.

Foto: ts/Epoch Times mit Material von iStock

 
GESTERN5:14 Uhr

Fußball auf dem Mond?

Die US-Raumfahrtagentur NASA will im Falle eines WM-Siegs der USA einen Fußball auf den Mond schicken. Dies versprach Nasa-Chef Jared Isaacman am Dienstag als „kleinen Motivationsschub“. „Also, Team USA: Erledigt Euren Teil“, sagte er. Experten zufolge ist ein WM-Sieg der USA allerdings eher unwahrscheinlich.
Die NASA hatte bereits einen Fußball auf die Internationale Raumstation ISS geschickt. Damit sollte die gemeinsame Ausrichtung der derzeit laufenden Weltmeisterschaft durch die USA, Kanada und Mexiko gewürdigt werden. Sollten die USA das Turnier gewinnen, werde ein Ball noch weiter ins All gebracht.
„Wenn die USA die Weltmeisterschaft gewinnen, werden wir definitiv Platz für einen Ball finden“, sagte Carlos Garcia-Galan, NASA-Programmmanager für die in einigen Jahren geplante Mondbasis.
 
GESTERN2:55 Uhr

Anpfiff der Partie verschoben

Wegen eines heftigen Gewittersturms ist in Mexiko-Stadt der Anpfiff für Spiel zwischen Mexiko und Ecuador verschoben worden. „Das Spiel verzögert sich“, hieß es auf den Anzeigetafeln im Aztekenstadion, über dem zu diesem Zeitpunkt starker Regen niederging. Eine voraussichtliche neue Anstoßzeit wurde zunächst nicht genannt.
 
GESTERN1:30 Uhr

Spiele am Mittwoch

Folgende Mannschaften treten bei der Fußball-WM am heutigen Tag (deutscher Zeit) im Sechzehntelfinale gegeneinander an:
  • 03:00 Uhr: Mexiko gegen Ecuador in Mexiko City, Mexiko
  • 18:00 Uhr: England gegen Demokratische Republik Kongo in Atlanta, USA (Übertragung: ARD)
  • 22:00 Uhr: Belgien gegen Senegal in Seattle, USA (Übertragung: ARD)
 
GESTERN1:12 Uhr

Franzosen zaubern mit Herz

Frankreich hat das Sechzehntelfinale gegen Schweden mit 3:0 gewonnen. Die Franzosen dominierten das Spiel von Beginn an und zeigten ihre Offensivstärke eindrucksvoll. Kylian Mbappé eröffnete den Torreigen aber erst kurz vor Ende der ersten Halbzeit (45.) mit einem Schuss ins lange Eck. In der zweiten Halbzeit setzte Frankreich seinen Sturmlauf fort. Bradley Barcola erhöhte zügig auf 2:0 (53.). Kylian Mbappé machte schließlich den Deckel drauf (74.).
Schweden hatte einige gute Ansätze, konnte jedoch die französische Defensive nicht überwinden. Die Franzosen hingegen ließen keine Zweifel an ihrer Überlegenheit aufkommen und zeigten, warum sie als einer der Favoriten auf den Titel gelten. Frankreich trifft damit am Samstag im Achtelfinale auf Deutschland-Bezwinger Paraguay. Der Sieger dieser Partie wird im Viertelfinale auf Kanada oder Marokko treffen.
Kylian Mbappé fiel in der Partie jedoch nicht nur durch seine nächsten Tore, seine Tricks und seine perfekte Technik auf. Sein Jubel über das 1:0 war eine besonders bewegende Szene: Der 27-Jährige rannte direkt zu Bundestrainer Didier Deschamps an die Seitenlinie, die Kollegen folgten ihm. Nach dem Tod seiner Mutter hatte der Coach das letzte Gruppenspiel gegen Norwegen (4:1) verpasst.
Das sei Teil ihrer „DNA“, sagte Mbappé über die französische Mannschaft und ihren Trainer. „Wir stehen alle zusammen.“ Deschamps mache eine schwere Zeit durch. Aber: „Er ist bei uns nie allein. Wir werden ihn unterstützen.“ Die Geste habe ihn berührt, erklärte der 57-Jährige, der sowohl als Spieler als auch als Trainer schon Weltmeister wurde, und nach diesem Turnier abtreten wird – egal, welches Ergebnis die Les Bleus erzielen.
 
30. Juni21:20 Uhr

Norwegen gewinnt mit 2:1 gegen die Elfenbeinküste

Norwegen steht das erste Mal seit 28 Jahren in einem WM-Achtelfinale. Bundesligaprofi Antonio Nusa mit einem Traumtor und Superstar Haaland mit einem ein später Treffer sorgten für einen 2:1 (1:0)-Sieg gegen die Elfenbeinküste in der ersten K.-o.-Runde.
Torschütze Antonio Nusa (l) war einer der auffälligsten Spieler bei Norwegen.

Torschütze Antonio Nusa (l) war einer der auffälligsten Spieler bei Norwegen.

Foto: Tony Gutierrez/AP Photo/dpa

RB Leipzigs Offensivspieler Nusa erzielte im Dallas Stadion mit einem feinen Schlenzer in den Winkel den 1:0-Führungstreffer für Norwegen (39. Minute). Nach dem Ausgleich durch Amad Diallo (74.) schob der bis dahin zurückhaltende Haaland in der 86. Minute den Ball aus kurzer Distanz zum umjubelten Sieg ins Tor.
Norwegen wird nun gegen Brasilien um den Viertelfinal-Einzug spielen – am Sonntag (22 Uhr).

Der Norweger Martin Odegaard (Nr. 10) und seine Mannschaftskameraden feiern gemeinsam mit den Fans den 2:1-Sieg im Spiel zwischen der Elfenbeinküste und Norwegen im Dallas Stadium am 30. Juni 2026 in Arlington, Texas.

Foto: Alex Slitz/Getty Images

 
30. Juni17:49 Uhr

DFB-Entscheidung über Nagelsmann-Zukunft erst nach Rückkehr

Der Deutsche Fußball-Bund hat am Tag nach dem WM-Ausscheiden der Fußball-Nationalmannschaft noch keine Entscheidung über die Zukunft von Julian Nagelsmann als Bundestrainer verkündet.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf kündigte in einer Mitteilung eine Aufarbeitung in den kommenden Tagen an, man könne nicht zur Tagesordnung übergehen.
 
30. Juni16:00 Uhr

Vor Abreise: Letztes Team-Meeting mit Nagelsmann im WM-Camp

Nach einer letzten kurzen Nacht im WM-Camp in Winston-Salem laufen beim Deutschen Fußball-Bund die Vorbereitungen auf die Heimreise. Am heutigen Vormittag Ortszeit sollte es noch ein Abschlussmeeting der Nationalspieler und des Stabes ums Team im Teamhotel The Graylyn Estate geben.
Eine geschlossene Abreise aus North Carolina wird es im Anschluss nicht geben. Die Akteure um Kapitän Joshua Kimmich sollen im Laufe des Tages individuell ihre Heimreise antreten, wie der Deutschen Presse-Agentur bestätigt wurde.
Nach dem 3:4 im Elfmeterschießen gegen Paraguay in Foxborough hat die Verbandsführung um Präsident Bernd Neuendorf bislang noch nicht auf die Ankündigung von Julian Nagelsmann reagiert, als Chefcoach weitermachen zu wollen.
„Ich stehe bereit, wenn man das möchte. Und wenn man das nicht möchte, muss man das sagen“, hatte Nagelsmann nach dem verpassten Einzug ins Achtelfinale noch am Spielort gesagt.
Der Vertrag des 38-Jährigen läuft noch bis nach der Europameisterschaft 2028, für die sich das DFB-Team aber erst noch qualifizieren muss. Er bereite die EM und auch die im September beginnende neue Nations-League-Runde „gerne“ vor, wenn der DFB das wolle.
 
30. Juni10:18 Uhr

So geht es weiter für die Nationalmannschaft

Die Nationalmannschaft hat nun fast drei Monate Länderspielpause. Die nächste Bewährungsprobe – ob mit Julian Nagelsmann oder einem anderen Bundestrainer – steht am 24. September in den Niederlanden an.
Dann beginnt die nächste Auflage der Nations League. Neu ist, dass die ersten vier Partien innerhalb von zehn Tagen stattfinden. Weitere Kontrahenten in der A-Staffel sind für die DFB-Auswahl Griechenland am 27. September in Augsburg und auswärts am 4. Oktober sowie Serbien am 1. Oktober in München und auswärts am 13. November.
Der Abschluss der Gruppenphase steht am 16. November im Berliner Olympiastadion wieder gegen die Niederlande an. Die K.o.-Runde in dem UEFA-Wettbewerb findet im März 2027, das Final Four im Juni 2027 statt.
Noch in diesem Jahr und zwar Anfang Dezember werden die Qualifikationsgruppen für die EM 2028 in Belfast in Nordirland ausgelost. Die Ausscheidungsrunde für das Turnier in England, Schottland, Wales und Irland beginnt im Spätsommer 2027.
 
30. Juni8:09 Uhr

Nationalmannschaft zurück im WM-Quartier

Tief in der amerikanischen Nacht ist die Fußball-Nationalmannschaft ein letztes Mal in ihrem WM-Quartier in Winston-Salem angekommen. Das Charterflugzeug landete nach dem 3:4 im Elfmeterschießen gegen Paraguay in der ersten K.-o.-Runde in Foxborough auf dem kleinen Stadtflughafen Smith Reynolds Airport in North Carolina.
Julian Nagelmann verließ als einer der ersten den Flieger und ging mit seinem silbernen Rollkoffer über das Flugfeld. Der Bundestrainer hatte einen Rücktritt trotz des viel zu frühen Ausscheidens ausgeschlossen.
Mit der DFB-Elf waren auch Verbandspräsident Bernd Neuendorf, Sportdirektor Rudi Völler und Geschäftsführer Andreas Rettig nach Winston-Salem zurückgekehrt.
Das Trio muss nun entscheiden, ob Nagelsmann tatsächlich im Amt bleiben und seinen bis zur EM 2028 datierten Vertrag erfüllen darf. Nach den letzten WM-Enttäuschungen 2018 und 2022, als jeweils nach der Gruppenphase Schluss war, waren Joachim Löw und Hansi Flick als Bundestrainer noch im Amt geblieben.
So sehen Verlierer aus: Deutschland scheitert an Paraguay.

Deutschland scheitert an Paraguay.

Foto: Federico Gambarini/dpa

 
30. Juni7:49 Uhr

Brasilien: Bei der WM gibt es „kein einfaches Spiel“

Mit seiner jahrzehntelangen Titelerfahrung sprach Brasiliens Trainer Carlo Ancelotti das, was die brasilianische Seleção an diesem Nachmittag in Houston erst lernen musste, gelassen aus. „Man muss eben auch mal leiden können, richtig?“, sagte der Nationaltrainer nach dem hart erarbeiteten 2:1 in der ersten K.-o.-Runde der Fußball-WM gegen Japan. „Das ist normal. Das gehört dazu. Leiden ist Teil des Spiels, genau wie die Erleichterung danach.“
„Ich hatte Vertrauen in unsere Mannschaft“, sagte Ancelotti. Den Siegtorschützen Martinelli hatte der „Mister“, der die Champions League als Trainer so oft gewonnen hat wie niemand anders, in der 66. Minute eingewechselt.
Wenn ein Spieler ausgewechselt werde, ein anderer reinkomme, „und das Niveau hoch bleibt, ist das immer wichtig, um Titel zu gewinnen“, sagte Abwehrspieler Casemiro, der in der 56. Minute den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt hatte.
Japan war in der ersten, aus brasilianischer Sicht deutlich schwächeren Halbzeit, nicht unverdient in Führung gegangen. Die Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte hing auch mit Vinícius Júnior zusammen, der auf seiner linken Seite plötzlich viel druckvoller spielte. Japans Trainer und die Spieler  verbeugten sich nach ihrer Niederlage vor ihren Fans.

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„Wir können mit dem, was wir tun, niemals zufrieden sein“, sagte Ancelotti. „Wir wollen auf dem höchsten Niveau spielen.“
Der kommende Gegner im Achtelfinale, in der Verlosung nach Spielschluss waren Norwegen und die Elfenbeinküste, spielte bei den Brasilianern erst einmal keine große Rolle. Abwehrspieler Gabriel Magalhães sagte, „Wir werden uns jetzt auf jeden Fall ausruhen und unter der Woche werden wir darüber nachdenken.“ Bei der WM gebe es „kein einfaches Spiel“.
 
30. Juni5:57 Uhr

Niederlande tut es Deutschland gleich

Bei der Fußball-WM hat Marokko das Sechzehntelfinale gegen die Niederlande mit 3:2 im Elfmeterschießen gewonnen. Das Spiel begann zunächst mit einem leichten Vorteil für die Niederländer. Marokko fand jedoch schnell ins Spiel und erarbeitete sich durch Hakimi und El Khannouss einige gefährliche Chancen. Letztendlich endete die erste Halbzeit torlos, wobei Marokko insgesamt die besseren Möglichkeiten hatte.
In der zweiten Halbzeit drängte Marokko weiter auf die Führung, scheiterte jedoch immer wieder an der niederländischen Defensive und Torhüter Verbruggen. Die Niederlande nutzten unterdessen eine ihrer wenigen Chancen zur Führung durch Cody Gakpo (72.). Das hätte auch fast gereicht, aber in der Nachspielzeit sorgte dann Issa Diop doch noch für den Ausgleich (90.+1).
In der Verlängerung neutralisierten sich beide Teams weitgehend, sodass die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen musste. Dort behielt das Team aus Nordafrika die etwas besseren Nerven – auch wenn beide Mannschaften mehrere Elfmeter vergaben. Den entscheidenden Strafstoß verwandelte Ismael Saibari. Im Achtelfinale treffen die Marokkaner am Samstag um 19 Uhr in Houston auf Co-Gastgeber Kanada.
 
30. Juni5:23 Uhr

Nagelsmann und Kimmich wollen bleiben

Julian Nagelsmann will auch nach dem frühen WM-Aus der Fußball-Nationalmannschaft Bundestrainer bleiben. Der 38-Jährige erklärte noch im Stadion von Foxborough nach der Niederlage im Elfmeterschießen gegen Paraguay und dem damit verpassten Einzug ins Achtelfinale seine Bereitschaft, den bis nach der EM 2028 laufenden Vertrag erfüllen zu wollen.
„Ich möchte es weitermachen. Ich stehe bereit, wenn man das möchte. Und wenn man das nicht möchte, muss man das sagen“, erklärte Nagelsmann bei MagentaTV. „Ich stehe zur Verfügung. Ich bin keiner, der wegläuft. Das ist ausgeschlossen.“

Trotz Niederlage möchte Julian Nagelsmann Bundestrainer bleiben – wenn er darf.

Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images

Der Verband mit Präsident Bernd Neuendorf an der Spitze muss sich nun intern beraten, ob Nagelsmann bleibt. Als Top-Kandidat für eine mögliche Nachfolge dürfte zumindest öffentlich Jürgen Klopp gehandelt werden. Der 59-Jährige ist als sehr erfolgreicher Trainer bei Borussia Dortmund dem FC Liverpool bekannt. Mit dem BVB wurde er deutscher Meister, mit Liverpool gewann er die Champions League.
Auch Nationalmannschaftskapitän Joshua Kimmich hat nach seinem dritten frühen WM-Aus in Serie einen Rücktritt ausgeschlossen. „Ich werde immer die Power haben für einen neuen Anlauf. Was ich niemals tun werde ist: Aufgeben“, sagte der 31 Jahre alte Fußball-Profi bei Magenta TV.
„Fakt ist, dass wir das all den Menschen zu Hause nicht geben konnten. Das ist sehr, sehr schade. Gerade in einer Zeit, wo es uns, glaube ich, extrem guttun würde in Deutschland, wenn wir was haben, worauf man stolz sein kann. Die Nationalmannschaft ist es leider gerade nicht“, so Kimmich.

Kapitän Joshua Kimmich würde bei der WM 2030 einen neuen Anlauf wagen.

Foto: Michael Reaves/Getty Images

 
30. Juni1:59 Uhr

Spiele am Dienstag

Folgende Mannschaften treten bei der Fußball-WM am heutigen Tag (deutscher Zeit) im Sechzehntelfinale gegeneinander an:
  • 03:00 Uhr: Niederlande gegen Marokko in Monterrey, Mexiko
  • 19:00 Uhr: Elfenbeinküste gegen Norwegen in Dallas, USA (Übertragung: ARD)
  • 23:00 Uhr: Frankreich gegen Schweden in New York, USA
 
30. Juni1:45 Uhr

Bitteres Aus für die Elf

Deutschland ist bei der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Paraguay nach einem 3:4 im Elfmeterschießen ausgeschieden. Die Partie begann mit klarer technischer Überlegenheit der Deutschen, doch stattdessen gab es mit dem Tor von Julio Enciso (42.) einen herben Rückschlag für die Deutsche Elf.
Nach der Halbzeitpause erhöhte Deutschland den Druck und wurde belohnt. Kai Havertz glich per Kopf aus, nachdem Florian Wirtz eine präzise Flanke aus dem Halbfeld geschlagen hatte (54.). Die deutsche Mannschaft versuchte, das Spiel zu kontrollieren, doch Paraguay verteidigte kompakt und ließ nur wenige klare Chancen zu.
Das Spiel ging als erste Partie bei dieser WM in die Verlängerung und Paraguay zeigte sich auch dort als zäher Gegner. Nach einer Ecke in der 102. Minute wuchtete Tah den Ball per Kopf in Paraguays Tor, aber der Treffer wurde nach Begutachtung der Videoaufnahmen zurückgenommen, weil Waldemar Anton den gegnerischen Torhüter zu Boden brachte – eine umstrittene Entscheidung.
Im Elfmeterschießen hatte Paraguay schließlich die besseren Nerven. Kai Havertz und Nick Woltemade verschossen ihre Versuche, während Jonathan Tah das Tor verfehlte. Damit trifft Paraguay im Achtelfinale am 4. Juli um 23:00 Uhr auf den Sieger der Partie Frankreich gegen Schweden.
 
 
30. Juni1:30 Uhr

Paraguay gewinnt das Elfmeterschießen mit 4:3

Deutschland ist nach einem spannenden Elfmeterschießen ausgeschieden. Damit steht Paraguay im Achtelfinale. Erstmals verliert Deutschland ein Duell im Elfmeterschießen und scheidet zum dritten Mal hintereinander in der Fußball-Weltmeisterschaft aus.
 
30. Juni1:12 Uhr

Jetzt fällen die Torhüter die Entscheidung

Auch die Verlängerung ist beendet. Weil Deutschlands Tor durch Jonathan Tah nicht zählt, steht es nach rund 130 Minuten immer noch 1:1. Jetzt geht es ins Elfmeterschießen vor dem Tor der deutschen Fans.
 
30. Juni0:46 Uhr

Schiedsrichter verhindert 2:1 für Deutschland

Die 13. Ecke führt Deutschland zum Erfolg: Jonathan Tah köpft den Ball in der 102. Minute ins Tor. Doch Paraguay lässt das Tor überprüfen und bekommt Recht: Ein angebliches Foul macht das deutsche Tor ungültig und es steht wieder 1:1.

Jonathan Tah (#4, Deutschland) köpfte den Ball ins Netz. Nach Beschwerde von Paraguay und Videobeweis wurde das Tor zurückgenommen.

Foto: Robert Cianflone/Getty Images

 
30. Juni0:29 Uhr

Deutschland gegen Paraguay 1:1

Nach 90 Minuten steht es in der Partie zwischen Deutschland und Paraguay unentschieden. Nach einer kurzen Pause wird es in die Verlängerung gehen.
 
29. Juni23:48 Uhr

Tor für Deutschland

Nach einer Flanke von Florian Wirtz erzielt Kai Havertz per Kopf den Ausgleich. Es ist schon sein dritter Turniertreffer.
 
29. Juni23:41 Uhr

Anpfiff zur zweiten Halbzeit

Für Deutschland geht es in die zweite Halbzeit – doch ohne Felix Nmecha. Dieser wird durch Leon Goretzka ersetzt.
 
29. Juni23:12 Uhr

1:0 für Paraguay zur Halbzeitpause

Mit einem Kopfball vom Elfmeterpunkt erzielte Julio Enciso in der 42. Minute das Tor zum 1:0 gegen Deutschland. Obwohl die Deutsche Elf die erste 45 Minuten dominierte, sprang bislang kein Tor dabei heraus. Nach der Halbzeitpause muss das Team um Bundestrainer Julian Nagelsmann zulegen, sondern Platzt der Traum vom Weltmeistertitel.

Felix Nmecha (#23, Deutschland) und Andres Cubas (#14, Paraguay) im Zweikampf.

Foto: Michael Reaves/Getty Images

Julio Enciso (#19) köpft Paraguay vom Elfmeterpunkt zur 1:0-Führung kurz vor der Halbzeit.

Julio Enciso (#19) köpft Paraguay vom Elfmeterpunkt zur 1:0-Führung kurz vor der Halbzeit.

Foto: Darrian Traynor/Getty Images

 
29. Juni22:30 Uhr

Spiel Deutschland vs. Paraguay beginnt

Das Spiel zwischen Deutschland und Paraguay hat begonnen. Als Favorit der Partie gilt die Deutsche Elf, die mit folgenden Spielern in der Startaufstellung beginnen: Manuel Neuer im Tor, Kapitän Joshua Kimmich, Nathaniel Brown, Jonathan Tah, Antonio Rüdiger, Aleksandar Pavlović, Felix Nmecha, Florian Wirtz, Deniz Undav, Leroy Sané und Kai Havertz.
 
29. Juni21:07 Uhr

Brasilien schlägt Japan in letzter Minute

Brasilien hat sich im Sechzehntelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft mit 2:1 gegen Japan durchgesetzt. Das Spiel begann mit einer starken Defensivleistung der Japaner, die es den Brasilianern schwer machten, zu klaren Chancen zu kommen. Wenig später nutzte Kaishu Sano einen Ballgewinn an der Mittellinie und traf nach einem Solo aus 18 Metern zur Führung für Japan (29.). Brasilien tat sich schwer, die kompakte Abwehr der Japaner zu durchbrechen, und ging mit einem Rückstand in die Halbzeitpause.
In der zweiten Halbzeit erhöhte Brasilien den Druck und kam durch Casemiro zum Ausgleich (56.). Japan hielt weiter kämpferisch dagegen, doch die Brasilianer blieben das dominierende Team und drängten auf den Siegtreffer. In der Nachspielzeit war es schließlich Gabriel Martinelli, der den Sieg für Brasilien sicherte (90.+5). Trotz einer starken Leistung konnte Japan den Angriffen der Brasilianer letztlich nicht standhalten und schied aus dem Turnier aus.
 
29. Juni15:08 Uhr

Mehrere Tierorakel tippen auf deutschen Sieg gegen Paraguay

Vor dem ersten K.o.-Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft der Männer in den USA, Kanada und Mexiko am Montagabend haben mehrere Tierorakel auf einen deutschen Sieg gegen Paraguay getippt. Nachdem der Elefantenbulle Tarak im Kölner Zoo bislang alle Deutschland-Spiele richtig getippt hatte, entschied sich das viereinhalb Tonnen schwere Rüsseltier am Montag für einen Sieg der deutschen Elf, wie der Zoo mitteilte.
Tarak musste sich demnach zwischen zwei Fußbällen entscheiden – einem schwarz-rot-goldenen für Deutschland und einem für Paraguay. Dabei habe Tarak den Deutschland-Ball nach einer Ehrenrunde zielstrebig angesteuert, hieß es weiter. Dies sei als zäher Beginn der deutschen Elf zu deuten, die sich letztlich aber durchsetzen werde.

Elefantenbulle Tarak im Kölner Zoo hat bislang alle Deutschland-Spiele richtig getippt. (Symbolbild)

Foto: Morris Mac Matzen/AFP via Getty Images

Im Leipziger Zoo fiel die Entscheidung der dortigen Aras am Montag ebenfalls zugunsten Deutschlands aus. Die Papageien hatten die Wahl zwischen zwei Weidenbällen mit den Flaggen der beiden Mannschaften. Wie der Zoo mitteilte, hoben ein Bechsteinara und ein Grünflügelara schließlich den deutschen Ball an – allerdings erst spät, was für ein enges Spiel mit vielen Toren und am Ende einen deutschen Sieg spreche.
Auch im Tierpark Chemnitz orakelten Tiere vor dem K.o.Spiel: Die Stachelschweine tippten bei einer Art Ballspiel nach Angaben der Stadtverwaltung ebenfalls auf Deutschland.
Der Ameisenbär Taio im Allwetterzoo Münster entschied sich am Montag hingegen nach Angaben des Zoos für Paraguay. Bei seinen bisherigen Tipps lag der Ameisenbär aber bislang konstant daneben.
 
29. Juni12:25 Uhr

Nagelsmann: Bei Niederlage gegen Paraguay ist „alles shit“

Julian Nagelsmann ist sich der großen Bedeutung des K.-o.-Spiels der Fußball-Nationalmannschaft gegen Paraguay bewusst. „Im Fußball geht es nur ums Gewinnen. Wenn du gewinnst, ist alles perfekt. Wenn du verlierst, ist alles shit. Also müssen wir gewinnen“, sagte der Bundestrainer bei der Pressekonferenz vor der Partie der WM-Zwischenrunde heute (22:30 Uhr/Übertragung ZDF) in Foxborough auf die Frage eines brasilianischen Journalisten auf Englisch.
Die DFB-Elf hat bei der ersten WM mit 48 Teams erstmals seit dem Titelgewinn 2014 in Brasilien wieder die Gruppenphase überstanden. Dennoch gab es nach dem enttäuschenden 1:2 gegen Ecuador viel Kritik an der Spielweise und der Einstellung. Nagelsmann will die Kommentare von außen nun möglichst ausblenden.

Julian Nagelsmann, Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft, beobachtet eine Trainingseinheit der deutschen Mannschaft einen Tag vor dem Sechzehntelfinalspiel der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 zwischen Deutschland und Paraguay an der Winston-Salem State University am 28. Juni 2026 in Winston-Salem, North Carolina.

Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images

„Ich habe nicht das Gefühl, dass ich irgendeine Beweispflicht habe gegenüber anderen als Bundestrainer. Wir freuen uns, wenn alle Fans uns unterstützen. Wir freuen uns auch, wenn die Experten, die Kritiker, nach dem Spiel sagen, es war gut. Aber in erster Linie geht es darum, dass wir uns so präparieren, dass wir in der Lage sind, ein gutes Spiel zu machen“, sagte der 38-Jährige.
 
29. Juni0:05 Uhr

Spiele am Montag

Folgende Mannschaften treten bei der Fußball-WM am heutigen Tag (deutscher Zeit) im Sechzehntelfinale gegeneinander an:
  • 19:00 Uhr: Brasilien gegen Japan in Houston, USA (Übertragung: ZDF)
  • 22:30 Uhr: Deutschland gegen Paraguay in Boston, USA (Übertragung: ZDF)
 
28. Juni23:16 Uhr

Kanada erreicht WM-Achtelfinale

Kanada hat sich im ersten Sechzehntelfinale der Fußball-WM 2026 mit 1:0 gegen Südafrika durchgesetzt. Damit sicherte sich Kanada erstmals den Einzug ins Achtelfinale, wo sie auf den Sieger der Partie zwischen den Niederlanden und Marokko treffen werden.
Das Spiel begann gemächlich, wobei Kanada die aktivere Mannschaft war. In der ersten Halbzeit gab es einige Chancen für die Kanadier, doch weder Jonathan David noch Cornelius konnten ihre Möglichkeiten nutzen. Südafrika hatte Schwierigkeiten, ins Spiel zu finden, und kam nur selten gefährlich vor das kanadische Tor.
In der zweiten Halbzeit blieb das Spiel zunächst zerfahren, doch Kanada erhöhte den Druck, ohne wirklich gefährlich zu werden. Alphonso Davies, der in der 75. Minute eingewechselt wurde, brachte frischen Wind in die Partie. Trotz einiger Chancen blieb es bis zur Nachspielzeit torlos, bevor Stephen Eustaquio schließlich den Siegtreffer erzielte (90.+2). Damit hat Kanada erstmals die Gruppenphase einer Fußball-WM überstanden – und steht nun sogar im Achtelfinale.
 
28. Juni20:26 Uhr

Brown bereit für Paraguay

Die Deutsche Elf ist zumindest personell bestens gewappnet für den Start in die entscheidende WM-Phase. Außenverteidiger Nathaniel Brown stand auch beim letzten Training vor dem Sechzehntelfinale gegen Paraguay (Montag, 22:30 Uhr) in Winston-Salem auf dem Platz. Auch er dürfte Bundestrainer Julian Nagelsmann damit für die Partie in Foxborough zur Verfügung stehen.
„Wir hoffen alle, dass es funktioniert“, hatte Sportdirektor Rudi Völler bereits am Vortag gesagt, als der 23 Jahre alte Brown nach Adduktorenproblemen zum Start der kurzen Vorbereitung auf Paraguay ins Teamtraining zurückgekehrt war.
„Jetzt geht die WM richtig los“, sagte Völler zur K.-o.-Phase. Der 66-Jährige verbreitete Zuversicht auf das Weiterkommen. „Der Glaube ist da.“ Gegner im Achtelfinale wäre dann am kommenden Samstag in Philadelphia Frankreich oder Schweden.

Nathaniel Brown beim Freundschaftsspiel gegen Finnland am 31. Mai 2026.

Foto: Alex Grimm/Getty Images

 
28. Juni20:00 Uhr

Gruppenplatzierungen und weiterer Turnierverlauf

Die Vorrunde der Fußball-WM 2026 ist offiziell zu Ende gegangen. Von den 48 Teilnehmern mussten 16 das Turnier verlassen – unter anderem Fan-Liebling Schottland, der zweimalige Weltmeister Uruguay (1930, 1950) und Debütant Curaçao.
Den Beginn in der K.-o.-Phase machen heute Südafrika und Kanada um 21:00 Uhr (MESZ). Ab sofort geht es für die Teams nur noch mit einem Sieg in die nächste Runde – dafür sind ab sofort Verlängerung und im Elfmeterschießen möglich, um den Sieger zu ermitteln.
 
(Mit Material der Nachrichtenagenturen.)
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02.07.2026 | KNDS-Einstieg bleibt | Pro-Palästina-Aktivist verurteilt | 27-Jähriger stirbt bei Streit

HEUTE11:52 Uhr

Bund will weiterhin bei Rüstungskonzern KNDS einsteigen

Die Bundesregierung hält trotz der Verschiebung des Börsengangs an ihrem Plan zum Einstieg beim Rüstungskonzern KNDS fest. „Wir sind weiter daran interessiert, gemeinsam mit den französischen Partnern das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft führen“, sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Donnerstag in Berlin. KNDS stellt neben dem Kampfpanzer Leopard 2 auch den Schützenpanzer Puma, gepanzerte Boxer-Fahrzeuge und Artilleriesysteme wie die Panzerhaubitze 2000 her.
Der Capint-Kampfpanzer von KNDS France, rechts daneben in grün zwei Leopard-Kampfpanzer.

Der Capint-Kampfpanzer von KNDS France, rechts daneben in grün zwei Leopard-Kampfpanzer.

Foto: Wolf von Dewitz/dpa

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HEUTE11:25 Uhr

Propalästinensischer Aktivist in Hamburg zu Geldstrafe verurteilt

Wegen mehrerer Straftaten ist ein propalästinensischer Aktivist in Hamburg zu einer Geldstrafe von 3.000 Euro verurteilt worden. Ein Amtsgericht in der Hansestadt sprach den 26-Jährigen der Beleidigung, der Billigung von Straftaten und des Verwendens von Kennzeichen verbotener Organisationen schuldig. Demnach hatte er einen Polizisten bei einer Demonstration 2024 als Rassisten bezeichnet. Auch soll er Bilder mit Menschen, die Hamas-Stirnbänder und -Flaggen trugen, gepostet haben.

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HEUTE11:10 Uhr

Hessen: 27-Jähriger stirbt bei Streit

Bei einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Menschen ist im hessischen Calden ein 27-Jähriger tödlich verletzt worden. Er wurde in der Nacht zum Donnerstag leblos auf einer Straße im Süden der Gemeinde entdeckt, wie die Polizei in Kassel mitteilte. Er wies Stichverletzungen auf. Ebenfalls vor Ort befand sich ein schwer verletzter 21-Jähriger, der in ein Krankenhaus gebracht wurde. Bei ihm soll keine Lebensgefahr bestehen. Die Polizei hat eine Großfahndung eingeleitet, es wird nach weiteren Zeugen gesucht.

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HEUTE10:58 Uhr

Superbenzin im Tagesschnitt wieder über 2 Euro

Zum ersten Mal seit Mai hat Superbenzin der Sorte E10 im bundesweiten Tagesschnitt wieder mehr als 2 Euro gekostet. Am Mittwoch – direkt nach dem Ende des Tankrabatts – schlug ein Liter des Kraftstoffs im Schnitt mit 2,016 Euro zu Buche, wie der ADAC mitteilt. Das war der höchste Tageswert seit dem 5. Mai. Diesel blieb auch mit dem Ende des Steuerrabatts von 16,7 Cent pro Liter auf an die Tankstellen ausgeliefertes Benzin unter 2 Euro. Im bundesweiten Schnitt des Mittwochs waren es 1,959 Euro. Das ist der höchste Wert seit dem 24. Mai.

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HEUTE10:37 Uhr

Längere Sonntagsöffnungszeiten für Bäckereien, Konditoreien und Bibliotheken

Die Regierungskoalition hat nach Angaben von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit Blick auf das Arbeitszeitrecht eine erste Entscheidung getroffen: Laut dem am Donnerstag veröffentlichten Beschlusspapier der Koalition sollen zum 1. Januar 2027 nun längere Sonntagsöffnungszeiten für Bäckereien, Konditoreien und Bibliotheken in Kraft treten. Im Entwurf aus dem Bundesarbeitsministerium hieß es dazu, Bäckereien sollen sonntags bis zu acht Stunden öffnen dürfen, öffentliche Bibliotheken bis zu sechs Stunden. Mehr zu den Beschlüssen finden Sie hier.

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HEUTE10:15 Uhr

Nahost-Entspannung: Airlines erweitern Flüge nach Israel

Die Lufthansa fliegt seit Mittwoch wieder zweimal täglich von Frankfurt in die Metropole Israels. Die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines nahm die Route ab Wien bereits im Juni wieder auf, erhöht ab sofort die Anzahl der Flüge auf elf Frequenzen pro Woche. Ab Mitte Juli plant auch Eurowings wieder mit Flügen nach Israel: Bis zu drei Flüge pro Woche finden zwischen Düsseldorf und Tel Aviv statt, ab Hamburg steht ab dem 10. Juli ein wöchentlicher Flug im Plan.

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HEUTE10:02 Uhr

Google muss Milliardenstrafe zahlen

Der Europäische Gerichtshof hat die Wettbewerbsstrafe der EU-Kommission gegen Google in Höhe von 4,1 Milliarden Euro bestätigt. Das Unternehmen habe Herstellern von Android-Smartphones und Mobilfunkanbietern illegale Beschränkungen auferlegt, um die Marktdominanz seiner Suchmaschine zu stärken, teilten die Richter am Donnerstag in Luxemburg mit. Google und seine Muttergesellschaft Alphabet hatten gegen das Urteil des Gerichts der Europäischen Union Rechtsmittel eingelegt, die nun zurückgewiesen wurden.

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HEUTE9:16 Uhr

Telefonische Krankschreibung wird abgeschafft

Die Koalition schafft die telefonische Krankschreibung ab. Das ist eines der Ergebnisse des Koalitionsausschusses. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss künftig ab dem ersten Krankheitstag vorgelegt werden. Vereinbart wurde unter anderem auch eine Reform der Einkommensteuer mit einem Entlastungsvolumen von zehn Milliarden Euro und die Umsetzung der Beschlüsse der Rentenkommission bis Ende 2026. Weitere Details finden Sie hier:
 

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HEUTE8:55 Uhr

Umfrage unter Finanzvorständen: Firmen setzen auf Sparkurs und KI

Die Finanzvorstände von Unternehmen in Deutschland setzen einer Umfrage zufolge angesichts angespannter wirtschaftlicher Lage vor allem auf Sparkurs und Künstliche Intelligenz. 68 Prozent der Finanzverantwortlichen konzentrieren sich auf Kosteneinsparungen, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Beratungsfirma Deloitte hervorging. Die Integration von KI nennen 64 Prozent. Weitaus weniger setzen auf Innovationen (48 Prozent).

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HEUTE8:34 Uhr

Nordrhein-Westfalen: 42-Jähriger bei Polizei-Einsatz erschossen

Bei einem Einsatz in Remscheid ist ein 42-Jähriger von der Polizei erschossen worden. Der Mann habe am Mittwochabend auf einer Straße zunächst zwei Mädchen mit Pfefferspray bedroht, teilten die Beamten am Donnerstag in Hagen mit. Als ein Streifenwagen eingetroffen sei, habe er den Reizstoff in Richtung der Polizisten gesprüht und sei geflüchtet. Wenig später habe die Polizei zunächst einen Taser eingesetzt, den Mann jedoch nicht getroffen. Als er daraufhin „mit Werkzeug“ nach den Beamten geworfen habe, habe ein Polizist auf den Mann geschossen und ihn tödlich getroffen.

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HEUTE8:19 Uhr

Grüne Jugend befürwortet Blockade des AfD-Parteitags

Die Nachwuchsorganisation der Grünen hat zur Beteiligung an der Blockade des bevorstehenden AfD-Parteitags in Erfurt aufgerufen. „Die AfD ist eine faschistische Partei, und solange sich die Union der Prüfung eines Verbotsverfahrens verwehrt, ist es an uns Bürger*innen die Demokratie zu schützen“, sagte der Bundessprecher der Grünen Jugend, Luis Bobga, am Donnerstag der „Welt“. Die Grüne Jugend sei „solidarisch“ mit dem Bündnis „Widersetzen“, das zu einer Blockade des Parteitags aufgerufen hat.

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HEUTE7:53 Uhr

Katar: „Positive Fortschritte“ bei indirekten US-Iran-Gesprächen

Bei den indirekten Gesprächen zwischen den USA und dem Iran in Katar hat es nach Angaben des katarischen Außenministeriums „positive Fortschritte“ gegeben. Katarische und pakistanische Vermittler hätten in Doha getrennte Treffen mit den Unterhändlern der USA und des Iran abgeschlossen, erklärte der katarische Außenamtssprecher Madsched al-Ansari am Mittwoch im Onlinedienst X. Die Seiten hätten vereinbart, die Beratungen „in der näheren Zukunft“ fortzusetzen.

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HEUTE7:48 Uhr

Panzerbauer KNDS bläst Börsengang ab

Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS geht vorerst doch nicht an die Börse. Vor dem Hintergrund der aktuellen Marktschwankungen werde der Börsengang erst bei Wiederkehr besserer Marktbedingungen fortgesetzt, teilte das Unternehmen mit. Zuvor hatte die „Financial Times“ berichtet, dass die Eigentümer Probleme hätten, Investoren von der geplanten Bewertung von mehr als 12 Milliarden Euro zu überzeugen.

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HEUTE7:40 Uhr

Russland fliegt neue Luftangriffe auf ukrainische Städte

Mehrere Städte in der Ukraine sind zur Zielscheibe einer heftigen Angriffswelle mit russischen Kampfdrohnen, Raketen und Marschflugkörpern geworden. Aus der Hauptstadt Kiew wurden am Abend und in der Nacht Explosionen gemeldet, nach Behördenangaben gab es mindestens 8 Tote und 34 Verletzte. Mehrstöckige Gebäude – darunter ein Hotel – seien in Flammen aufgegangen, einige Wohnhäuser komplett zerstört worden, berichtete das Nachrichtenportal „The Kyiv Independent“. Demnach setzten die Angreifer Dutzende Raketen und Marschflugkörper ein.

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HEUTE7:06 Uhr

Europäischer Gerichtshof urteilt über Rekord-Geldbuße für Google

Eine Rekord-Geldbuße für Google steht beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg auf dem Prüfstand. Für Donnerstag (09:30 Uhr) kündigte der EuGH ein Urteil in dem Fall an. Die EU-Kommission hatte die Strafe von ursprünglich 4,34 Milliarden Euro 2018 wegen illegaler Praktiken beim Android-Betriebssystem verhängt. Dagegen klagten Google und der Mutterkonzern Alphabet in erster Instanz vor dem EU-Gericht.

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HEUTE6:57 Uhr

Polizeigewerkschaft will Alkoholverbot an Bahnhöfen

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) dringt auf eine Ausweitung von Alkoholverboten an großen Bahnhöfen. „Die Reduzierung oder gar ein Konsumverbot von Alkohol sehen wir als absolut notwendig an“, sagte der Vorsitzende der GdP für die Bundespolizei, Andreas Roßkopf, der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe). Auch ein Verkaufsverbot in den Geschäften in den Bahnhöfen ab dem späten Abend würde seiner Ansicht nach helfen.

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HEUTE6:48 Uhr

Dachstuhlbrand in Krankenhaus

Beim Brand des Dachstuhls des Krankenhauses in Ludwigslust nahe Schwerin sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Bei den Toten handelt es sich um Patienten, wie eine Sprecherin des Landkreises Ludwigslust-Parchim sagte. Zu dem Brand mit mehr als 30 Verletzten kam es in einem Patientenzimmer. Der Einsatz dauert laut Polizeiangaben noch an, Angaben zur Brandursache seien noch nicht möglich.
Es gibt viele Verletzte.

Es gibt viele Verletzte.

Foto: Ralf Drefin/SWM DV Studio/dpa

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HEUTE6:32 Uhr

Infineon eröffnet neue Halbleiterfabrik

Der deutsche Halbleiterkonzern Infineon eröffnet am Donnerstag ab 11:00 Uhr eine neue Chipfabrik am Standort Dresden – drei Monate früher als ursprünglich geplant. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird einem Regierungssprecher zufolge per Videoschalte ein Grußwort halten, Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) ist vor Ort dabei. Nach Unternehmensangaben investiert Infineon rund fünf Milliarden Euro in das „Smart Power Fab“ genannte Werk. Mehr Informationen finden Sie hier.

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Reformpaket: Das hat die Koalition beschlossen

Die Koalition aus Union und SPD hat ein vergleichsweise hartes Reformpaket beschlossen. Unter anderem haben sich die Spitzen von Union und SPD auf eine Einkommenssteuerreform, schärfere Regeln für Krankschreibungen und Maßnahmen zum Bürokratieabbau geeinigt.
Das am Donnerstagmorgen vorgestellte 34-Punkte-Programm, das bis Ende 2027 schrittweise umgesetzt werden soll, sieht weitreichende Entlastungen für Unternehmen und mittlere Einkommen vor – finanziert durch höhere Steuern für Spitzenverdiener und schärfere Regeln für Sozialleistungsempfänger.
Besonders brisant: Der Kündigungsschutz für Gutverdiener wird faktisch ausgehebelt, Befristungen werden massiv ausgeweitet, und die gesamte Bundesverwaltung muss acht Prozent ihrer Stellen abbauen.

Aufhebung des Kündigungsschutzes für Spitzenverdiener

Für Arbeitnehmer mit einem Jahresgehalt oberhalb der 1,75-fachen Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung – das entspricht einem Bruttomonatsgehalt von knapp unter 15.000 Euro – soll künftig eine Sonderregelung gelten.
Analog zur bisherigen Praxis bei Risikoträgern im Finanzsektor wird es Arbeitgebern ermöglicht, das Arbeitsverhältnis gegen Zahlung einer Abfindung aufzulösen, offenbar ohne dass es eines sozialen Grundes bedarf.
Das bedeutet im Klartext: Für eine ganze Einkommensgruppe wird der gesetzliche Kündigungsschutz praktisch abgeschafft.

Lockerung der Befristungsregeln

Parallel dazu werden die Befristungsregeln weiter gelockert. Bis zum 31. Dezember 2030 können Arbeitnehmer künftig ohne Angabe von Gründen bis zu 48 Monate befristet beschäftigt werden – doppelt so lange wie bisher. Hinzu kommen bis zu sechs Verlängerungen, und selbst eine erneute Erstanstellung beim gleichen Arbeitgeber wird möglich.
Das bedeutet: Wer einmal in ein befristetes Verhältnis eintritt, kann bis zu vier Jahre in einem Schwebezustand gehalten werden, ohne dass der Arbeitgeber eine Rechtfertigung für die Befristung liefern müsste. Gewerkschaften sehen darin den „Ausverkauf von Arbeitnehmerrechten“ und eine Einladung zur Umgehung des Kündigungsschutzes.

Verwaltungsrecht: „Genehmigungsfiktion“ als Regelfall

Ein weiterer radikaler Einschnitt ist im Verwaltungsrecht vorgesehen. Die sogenannte „Genehmigungsfiktion“ soll als Regelfall etabliert werden: Wenn eine Behörde innerhalb von vier Monaten nach Eingang vollständiger Antragsunterlagen keinen besonderen Prüfbedarf anmeldet, gilt der Antrag automatisch als genehmigt.
Das Prinzip der „verweigerten Zustimmung“ wird damit umgekehrt – künftig muss der Staat aktiv handeln, um ein Vorhaben zu stoppen, nicht der Bürger oder Investor, um es zu ermöglichen. Dies soll vor allem Großprojekte im Bereich der Energiewende und des Wohnungsbaus beschleunigen, dürfte jedoch erhebliches Konfliktpotenzial mit Umwelt- und Naturschutzbelangen entfalten.
Flankiert wird dieser Schritt von einem eisernen Sparkurs im öffentlichen Dienst. Die Bundesregierung strebt an, in nahezu allen Behörden des Bundes und der mittelbaren Bundesverwaltung acht Prozent der Stellen einzusparen – mit nur sehr wenigen Ausnahmen etwa bei Sicherheitsbehörden und kritischer Infrastruktur.
Auch in diesen Bereichen soll allerdings im Verwaltungsapparat (Overhead) gespart werden; in den Vollzug solle nicht eingegriffen werden. Das Vorhaben wird begründet mit der Hoffnung auf eine „Digitalisierungsrendite“, gleichzeitig aber von Personalräten und Gewerkschaften als realitätsfremd und gefährlich für die Handlungsfähigkeit des Staates kritisiert.

Abschaffung der telefonischen Krankschreibung

Im Bereich der Sozialpolitik greift die Koalition zu teils scharfen Maßnahmen gegen vermeintlichen Leistungsmissbrauch. Die telefonische Krankschreibung wird abgeschafft, und Arbeitnehmer müssen ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung künftig bereits ab dem ersten Krankheitstag vorlegen – eine Rückkehr zur strengeren Praxis, die zu mehr Arztbesuchen führen dürfte.
Deutlich weiter gehen die geplanten Änderungen im Leistungsrecht: Der Zugang zu Sozialleistungen wird an den „rechtmäßigen“ statt an den bisherigen „gewöhnlichen“ Aufenthalt geknüpft – was insbesondere für EU-Bürger nach fünf Jahren Aufenthalt eine Verschärfung bedeutet. Personen, die per Haftbefehl gesucht werden, sollen keinerlei Sozialleistungen mehr erhalten.

Ausländerzentralregister: Umfassender Datenaustausch zwischen Behörden genehmigt

Zudem wird ein umfassender Datenaustausch zwischen allen relevanten Behörden – von Sozial- und Ausländerbehörden über Finanzämter und Sicherheitsbehörden bis hin zu Krankenkassen und Energieversorgern – gesetzlich verankert. Die Behörden sollen etwa über Push-Nachrichten aus dem Ausländerzentralregister informiert werden und bei Energieversorgern Auskünfte über weitere Wohnsitze einholen können.
Die finanzielle Flanke des Pakets sieht eine massive Umverteilung vor. So sollen Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag und Kindergeld angehoben, der Arbeitnehmerpauschbetrag erhöht und die Steuerprogression abgeflacht werden. Eine Familie mit zwei Kindern und einem zu versteuernden Einkommen von 60.000 Euro soll künftig mehr als 600 Euro pro Jahr weniger Steuern zahlen. Das Gesamtentlastungsvolumen beträgt rund zehn Milliarden Euro jährlich – und soll seine volle Wirkung 2028 entfalten.

Erhöhung der „Reichensteuer“

Gegenfinanziert wird dies zum einen durch eine spürbare Erhöhung der sogenannten „Reichensteuer“: Ab einem zu versteuernden Einkommen von 250.000 Euro greift ein Steuersatz von 45 Prozent, ab 280.000 Euro sogar 47 Prozent – ein deutlicher Anstieg gegenüber der bisherigen Spitzenbelastung. Zum anderen wird der Pauschalsteuersatz für Minijobs von zwei auf fünf Prozent angehoben, was geringfügige Beschäftigung für Arbeitgeber merklich verteuert. Auch die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen wird von 20 auf 15 Prozent reduziert, der Höchstbetrag sinkt von 1.200 auf 900 Euro pro Jahr.

Wohnungsbaugesellschaft für bezahlbares Wohnen

Im Wohnungsbau kündigt die Koalition eine neue Wohnungsbaugesellschaft für bezahlbares Wohnen an, die dort tätig werden soll, wo der Markt nicht ausreichend preisgünstigen Wohnraum bereitstellt.
Gleichzeitig werden die zusätzlichen nationalen Kapitalpuffer für Immobilienkredite zum 1. Januar 2027 abgeschafft, um Banken mehr Mittel für die Finanzierung von Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen. Per Bundesgesetz soll zudem ausgeschlossen werden, dass Länder durch Vergesellschaftungsgesetze private Mietwohnungsbestände verstaatlichen können – ein klarer Riegel gegen linke Wohnungspolitik auf Länderebene.

Verstärkter Bürokratieabbau

Beim Bürokratieabbau geht das Paket weiter als viele Vorgängerregierungen: Berichtspflichten werden pauschal aufgehoben, sofern nicht jedes Ministerium ihre besondere Erforderlichkeit explizit begründet (Beweislastumkehr). Mehrere betriebliche Beauftragte, deren Bestellung nicht auf EU-Vorgaben beruht, werden abgeschafft.
Stattdessen wird die Einhaltung der materiellen Vorgaben stärker in die Verantwortung der Unternehmen gelegt – bei Verstößen drohen jedoch deutlich höhere Strafen. Auch das Schriftformerfordernis bei Befristungen wird aufgehoben, und die Mitbestimmungsrechte von Betriebsräten bei der Einführung von Software sollen beschleunigt werden, indem die Sozialpartner gebeten werden, entsprechende Erleichterungen im Betriebsverfassungsrecht vorzuschlagen.
Das Gesetzespaket soll in den kommenden Monaten in den Bundestag eingebracht werden, die Reform der Alterssicherung soll bereits bis Ende 2026 beschlossen sein. (dts/red)
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Insolvenz-TICKER | Autohausgruppe Autolöwen vor dem Aus – nur ein Standort bleibt

2026 wird mit weiteren Insolvenzen gerechnet. Ökonomen erwarten in diesem Jahr auch einen deutlichen Anstieg der Insolvenzen großer Unternehmen in Deutschland. „In manchen Branchen geht es mittlerweile nur noch ums reine Überleben“, sagt Jonas Eckhardt von der Restrukturierungsberatung Falkensteg.
Auch unseren Insolvenz-Ticker 2026 ergänzen wir fortlaufend. Die vorherigen Meldungen von 2025 finden Sie hier und hier.

HEUTE8:58 Uhr

Autohausgruppe Autolöwen vor dem Aus

Anfang Mai meldete die Autohausgruppe Autolöwen mit Sitz in Schwäbisch Hall Insolvenz an. Nun schließen sieben Standorte, da keine Investoren gefunden wurden. Nur für einen davon, in Aalen, fand sich eine Lösung, er wird von der Autohaus-Widmann-Gruppe übernommen.
Die Häuser in Schwäbisch Hall, Ludwigsburg, Crailsheim, Öhringen und Heilbronn schließen. Das Unternehmen vertrieb seit mehr als 30 Jahren Neu- und Gebrauchtfahrzeuge vor allem von Peugeot, Citroen, Opel, Fiat und Jeep und bot entsprechenden Service an.
„Wir haben alles getan, was unter den gegebenen Umständen möglich war, um das Unternehmen und die Arbeitsplätze zu erhalten“, sagte der zuständige Insolvenzverwalter Markus Schuster in der „Automobilwoche“. Über 200 mögliche Interessenten seien als mögliche Investoren angeschrieben worden. Insgesamt sind rund 180 Mitarbeiter von der Schließung betroffen.
 
GESTERN10:45 Uhr

Winzergenossenschaft vor Restrukturierungen

Anfang Juli und damit rund zehn Wochen vor Beginn der Weinlese will die Winzergenossenschaft „Winzer von Baden eG“ nahe Heidelberg Insolvenz einreichen. Betroffen sind in Wiesloch und der Region Rhein-Neckar rund 900 Winzer und ihre Familien.
Eine tiefe Restrukturierung sei unumgänglich, um „das Unternehmen neu auszurichten und die Marke Winzer von Baden zu erhalten“, sagte Matthias Göhring, geschäftsführender Vorsitzende, dem Fachportal Weinwirtschaft.
Der Weinbau in Deutschland steckt in der Krise, neben steigenden Lohn- und Energiekosten ist der Absatz eingebrochen. Der Absatz von Weinen sinkt, die Preise liegen oft unter den Herstellungskosten. Winzergenossenschaften umfassen meist kleinere Weinbaubetriebe, die ihre Trauben bei der Kooperative abliefern. Diese übernimmt den weiteren Ausbau des Weins, die Abfüllung, Marketing und Vertrieb.
 
29. Juni11:06 Uhr

Deko-Kette Depot schließt 66 Filialen

Die Deko-Kette Depot schließt im Zuge des laufenden Insolvenzverfahrens 66 Filialen. Das Unternehmen veröffentlichte auf seiner Internetseite eine entsprechende Liste. „Es geht wirtschaftlich leider nicht anders. Wir können nur Läden betreiben, die rentabel sind“, sagte Depot-Geschäftsführer Christian Gries der Deutschen Presse-Agentur.
Betroffen sind unter anderem Geschäfte in Berlin, Bonn, Braunschweig, Bremen, Dresden, Erfurt, Hamburg, Karlsruhe, Leipzig, Magdeburg, München und Stuttgart. Die meisten sollen nach dem Räumungsverkauf bis Ende Juli schließen, einige sind bereits geschlossen. Zuvor hatten andere Medien über die Schließungen berichtet.
Übrig bleiben damit laut Gries vorerst gut 80 Depot-Filialen. Es könnten jedoch noch mehr schließen, die Verhandlungen mit den Vermietern dauerten an. Etwa 330 Beschäftigte verlieren Gries zufolge ihren Job. Hinzu kommen weitere Stellen in der Zentrale. Zur Gesamtzahl der verbleibenden Beschäftigten machte er keine Angaben.
 
24. Juni9:50 Uhr

Playmobil schließt Werk bei Nürnberg

Im deutschen Werk von Playmobil ruht bereits die Produktion, offiziell wird das Werk in Dietenhofen bei Nürnberg zum 30. Juni geschlossen. Es sind rund 350 Mitarbeiter betroffen, wie „InFranken“ berichtet. Als Grund gibt das Unternehmen an, dass die Kosten in Deutschland zu hoch sind, vor allem Löhne und Energie.
Der Playmobil-Hersteller Horst-Brandstätter-Group hat im zurückliegenden Geschäftsjahr 2024/2025 erneut Umsatzverluste einstecken müssen (Archivbild).

Der Playmobil-Hersteller Horst-Brandstätter-Group hat im zurückliegenden Geschäftsjahr 2024/2025 erneut Umsatzverluste einstecken müssen (Archivbild).

Foto: Daniel Karmann/dpa

Die Produktion wird in Malta und Tschechien fortgeführt, in Deutschland bleiben die Marke sowie die Abteilungen Produktentwicklung, Verwaltung, Marketing, Vertrieb und Logistik.
 
23. Juni11:02 Uhr

12.900 Pleiten – Insolvenzen auf neuem Höchststand

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im ersten Halbjahr auf den höchsten Stand seit 2013 gestiegen. Laut einer Studie des Verbands der Vereine Creditreform gab es 12.900 Pleiten und damit 7,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
„Die steigenden Insolvenzzahlen offenbaren eine tiefe strukturelle Krise bei unseren Unternehmen, die durch den Konflikt im Nahen Osten noch mal verschärft wurde“, sagte der Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung, Patrick-Ludwig Hantzsch.

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Hantzsch sieht den Pleite-Höhepunkt noch nicht erreicht. „Diese Entwicklung wird sich erst dann wieder stabilisieren, wenn die Wirtschaft endlich wächst. Nach jetzigem Stand also frühestens 2027.“
Insolvenzgläubiger, darunter Lieferanten, Kreditgeber und Sozialversicherungsträger, mussten den Angaben zufolge „überdurchschnittlich hohe Ausfälle“ hinnehmen. Die Schadenssumme infolge von Unternehmensinsolvenzen belief sich demnach im ersten Halbjahr auf rund 28,5 Milliarden Euro. Rund 165.000 Arbeitsplätze waren betroffen.
 
21. Juni13:48 Uhr

Hofbrauhaus Wolters geht in Insolvenz

Die Brauerei Wolters hat einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung beim zuständigen Amtsgericht in Braunschweig gestellt. Das teilte die Hofbrauhaus Wolters GmbH mit. Als Grund für den Schritt nannte das Unternehmen eine anhaltende Absatzschwäche und deutlich gestiegene Kosten.
Man wolle den Geschäftsbetrieb grundlegend sanieren und sich wirtschaftlich neu aufstellen. Zuvor hatte die „Braunschweiger Zeitung“ darüber berichtet.
Der Geschäftsbetrieb werde trotz des Insolvenzantrags „unter zunehmend anspruchsvollen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fortgeführt“, teilte das Unternehmen mit. Löhne und Gehälter der gesamten Belegschaft seien gesichert.
„Die

Die Brauerei Wolters stellt Antrag auf Insolvenz in Eigenregie. (Archivfoto)

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

 
3. Juni11:22 Uhr

Festivalveranstalter insolvent

Der Veranstalter Waldfrieden-Events GmbH in Stemwede/Wehdem ist insolvent. Das vom 6. bis 9. August geplante Festival „Wonderland“ im NRW-Kurort Waldfrieden fällt aus. Bereits im Mai wurde das Festival „Hai“ kurzfristig abgesagt. Die Hauptmusikrichtungen sind elektronische und psychedelische Musik, teilweise auch Goa, Techno sowie Drum & Bass.
Die Rückerstattung der Ticketpreise ist schwierig, diese werden in die Insolvenzmasse des Unternehmens eingerechnet. Karteninhaber müssen sich rechtzeitig an das zuständige Amtsgericht in Bielefeld werden, um eventuell ihr Geld zurückzuerhalten. Das Insolvenzverfahren wird voraussichtlich am 1. September 2026 eröffnet, erst dann ist eine unaufgefordert Forderungsanmeldung möglich.
Als Begründung gibt der Veranstalter an, dass eine vollständige Artenschutzprüfung verlangt werde, die bis August nicht fertig sein kann.
 
1. Juni12:31 Uhr

Augsburger Druck- und Verlagshaus schließt

Das ADV-Augsburger Druck- und Verlagshaus hat keinen Investor gefunden und schließt Ende August 2026. Bis dahin sollen noch bestehende Kundenaufträge abgearbeitet werden. Rund 100 Mitarbeiter sind von der Schließung betroffen. Ende Mai wurde das Insolvenzverfahren eröffnet.
Als Grund wurden die strukturellen Veränderungen in der Branche und die Kostensteigerungen für energie, Papier und Logistik genannt. Das Unternehmen ist 175 Jahre alt und spezialisierte sich auf Kataloge, Magazine, Mailings und Werbesendungen.
 
1. Juni9:36 Uhr

Oil & Vinegar: Niederländische Mutterfirma insolvent

Auch bei der deutschen Feinkostkette Oil & Vinegar läuft nun ein Insolvenzverfahren. Das ordnete das Amtsgericht Cochem am 21. Mai an. Oil & Viengar betreibt in Deutschland 19 Fachgeschäfte und mehrere Franchise-Unternehmer – mit hochwertigen Ölen, Essig, Dip, Dressings und Spezialitäten.
Die niederländische Muttergesellschaft mit Sitz in Oosterhout stellte im April 2026 einen Involvenzantrag in den Niederlanden. Sie betreibt mehrere Ketten in Europa, den USA und Brasilien. Die Insolvenz der deutschen Tochtergesellschaft der Assisi BV ist eine Folge der niederländischen Insolvenz.
In Deutschland sind rund 80 Mitarbeiter betroffen. Die Filialen sollen derzeit weiterhin weiterlaufen, der Onlineshop wurde geschlossen. Es laufen Gespräche zur Stabilisierung und Fortführung des Unternehmens.

Oil & Viengar-Läden gibt es nicht nur in den Niederlanden.

Foto: Pixelbizz/iStock

1. Juni8:26 Uhr

Dekohändler Depot erneut insolvent

Die Deko-Kette Depot beantragte erneut ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung am Amtsgericht Aschaffenburg. Alle 155 Filialen sowie der Onlineshop bleiben vorläufig geöffnet, die rund 1.200 Mitarbeiter erhalten weiterhin ihre Löhne. Retouren sind beim Onlinekauf mittlerweile ausgeschlossen, es ist kein Umtausch mehr möglich.
Wie viele Standorte geschlossen werden müssen, ist noch offen. Vor einigen Jahren betrieb das Unternehmen bundesweit noch rund 400 Geschäfte.
 
31. Mai11:50 Uhr

Glasfaser-Anbieter Metrofibre

Die Metrofibre GmbH hat am 26. Mai beim Amtsgericht Düsseldorf einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das berichtet die „Wirtschaftswoche“. Betroffen ist sowohl Düsselfibre als auch das Schwesterunternehmen Ruhrfibre.
Das Unternehmen ist als Anbieter von Glasfaserprojekten bekannt. Als Grund wird angegeben, dass sich bisherige Finanzierungspartner „kurzfristig und überraschend“ zurückgezogen haben. Nun sollen die laufenden Bauarbeiten „vorübergehend pausieren“. Grundsätzlich soll der Geschäftsbetrieb weitergeführt werden.
Glasfaser-Kabel an einem Schaltschrank.

Glasfaser-Kabel an einem Schaltschrank.

Foto: Jan Woitas/dpa

 
31. Mai8:00 Uhr

TV-Sender meldet Insolvenz an

Der Teleshopping-Sender „Channel 21“ ist insolvent, am Amtsgericht Hannover wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Wie mit Bestellungen, Ratenzahlungen oder offenen Lieferungen umgegangen wird, ist unklar. Betroffene können sich an das Amtsgericht oder den Insolvenzverwalter wenden.
Am 31. Mai endet das Programm für immer. Grund sind fehlende wirtschaftliche Perspektiven.
Der Sender startete 2001 als „RTL Shop“ und fuhr stetig Verluste ein. 2024 hatte Channel 21 einen Umsatz von 54 Millionen Euro – bei einem Verlust von 4,3 Millionen Euro. Beschäftigt waren zuletzt 166 Mitarbeiter.
 
23. Mai20:47 Uhr

Confiserie-Spezialist „DreiMeister“

Feine Pralinen und Schokoladen: Der Traditionsbetrieb „DreiMeister“ Spezialitäten GmbH & Co. KG hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Es wird nun geprüft, ob das Unternehmen fortgeführt und wirtschaftlich rentabel bleiben kann.
Die Firma aus dem westfälischen Werl stellt exklusive Confiserie-Spezialitäten her. Sie beliefert renommierte Hotels, Kreuzfahrtschiffe, Sterne-Restaurants, Airlines, Konditoreien und andere Unternehmen weltweit. Gegründet wurde das Unternehmen 1973.
Die Gründe sind wie so oft hohe Rohstoffpreise und Ernteausfälle, hinzu kommen laut „BILD“ auch Insolvenzen von Kunden von DreiMeister.
 
23. Mai20:41 Uhr

Lada-Importeur stellt Betrieb ein

Die Lada Deutschland GmbH ist insolvent. Die Firma aus Buxtehude importiert die russische Automarke Lada und muss nun nach 50 Jahren den Vertrieb beenden. Das bedeutet auch, dass Ersatzteile und Serviceleistungen für bestehende Fahrzeuge ein Problem werden könnten.
2024 und 2025 wurden in Deutschland nur noch 36 Ladas zugelassen, zuvor lagen die Neuzulassungen bei über Tausend pro Jahr. Der Unternehmer in Buxtehude importierte Anfang der 1990er Jahr auch den ersten Kia aus Südkorea offiziell nach Deutschland.

Ein Lada Niva: russisch und unverwüstlich.

Foto: DarthArt/iStock

 
20. Mai10:02 Uhr

Maschinenbauer Schuler will Gemmingen aufgeben

In Gemmingen steht die Produktion des Maschinenbauers Schuler vor dem Aus, es sollen 90 von 200 Stellen wegfallen. Die Schuler Group GmbH firmiert seit 2025 unter dem Namen ANDRITZ und gilt als weltweit führender Hersteller von Anlagen in der Blechumformung.
Hergestellt werden unter anderem Pressen, Biegemaschinen, Platinenschneidanlagen oder Stanzautomaten – auch für die Kunststoffindustrie. Das Tradiitionsunternehmen wurde 1839 gegründet.
Entwicklungsabteilungen, die auf Automatisierungskomponenten spezialisiert sind, sollen an einen anderen Standort verlagert werden. Die Produktion in Gemmingen sei nicht mehr wirtschaftlich, der Standort soll offenbar im Ganzen aufgegeben werden.
 
20. Mai9:45 Uhr

Der Hammer ist gefallen

Auch die Fachmarktkette Hammer stellt ihren Betrieb ein, die letzten 21 Filialen schließen. Es hat sich kein Investor gefunden, der das Unternehmen weiterführt.
Die Hammer Raumstylisten GmbH, zu der die auf Raumausstattung und Heimtextilien spezialisierte gleichnamige Kette gehört, hatte im Januar einen Insolvenzantrag gestellt. Die Hammer-Fachmärkte waren im Herbst von einem Investorenkonsortium namens Rethink übernommen worden. Wer dahintersteht, blieb unklar.
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Die Handels- und Einrichtungskette Hammer hatte zu Jahresbeginn etwa 90 Standorte. Im März und im April schlossen bereits zahlreiche Filialen, auch diese in Hamm.

Foto: Max Lametz/dpa

 
18. Mai9:46 Uhr

Industrieofenbauer ELIOG macht dicht

Der Industrieofenbauer ELIOG in Thüringen meldet Insolvenz an. ELIOG ist ein mittelständischer Weltmarktführer für Spezialöfen, die unter anderem in der Metallurgie und der Auto- und Glasindustrie zum Einsatz kommen.
Der Spezialmaschinenbauer wurde 1924 in Düsseldorf gegründet und verlagerte seine Produktion nach dem Zweiten Weltkrieg nach Römhild in Südthüringen. Zu DDR-Zeiten firmierte er als VEB Elektro Industrieofen- und Gerätebau Meinigen/Römhild. Seit 2011 gehört er zur Rupprecht-Gruppe. Betroffen von der Insolvenz sind 74 Mitarbeiter.
 
12. Mai15:00 Uhr

Discounter Mac Geiz insolvent

Die Mäc Geiz Handelsgesellschaft mbH hat einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Halle (Saale) gestellt. Der Geschäftsbetrieb in den gut 180 Filialen soll vorerst weiterlaufen. Schließungen sind jedoch möglich. Das teilte das Unternehmen mit, das in Landsberg in Sachsen-Anhalt beheimatet ist und knapp 1.200 Menschen beschäftigt.
Die Lage für Discounter ist schwierig: Auch die Unternehmensgruppe Brüder Schlau, zu der die Fachmarktkette Hammer gehört, stellte im Juni 2025 einen Insolvenzantrag und Anfang 2026 erneut.
Der Discounter Pepco und der Dekohändler Depot machten 2025 insolvenzbedingt jeweils einen großen Teil ihrer Filialen dicht.
Zuvor traf es unter anderem den Non-Food-Discounter Kodi, der Mäc Geiz kürzlich übernommen hat, und die Warenhauskette Galeria.
In vielen ostdeutschen Städten gibt es Filialen der Kette Mäc Geiz.

In vielen ostdeutschen Städten gibt es Filialen der Kette Mäc Geiz.

Foto: Elisa Schu/dpa

 
7. Mai11:34 Uhr

Elektonik-Zulieferer IAV schließt Werk in Berlin

Der Automobilzulieferer IAV will den Standort Berlin weitgehend schließen. Das Unternehmen teilte  mit, dass das Betriebsgelände in Berlin „bis spätestens 2027“ veräußert werde, da die  Wertschöpfung „an den Standorten Gifhorn und Stollberg fokussiert werden“ solle.
Insgesamt ist der Abbau von 1.400 Stellen in Deutschland geplant, „um Überkapazitäten abzubauen und die Organisation an veränderte Marktbedingungen anzupassen“.
Der Zulieferer, der unter anderem Software und Elektronik- und Fahrzeugarchitekturen entwickelt und nach eigenen Angaben weltweit rund 6.600 Mitarbeiter an 25 Standorten beschäftigt, hatte bereits im Februar angekündigt, die Zahl der Stellen in Deutschland deutlich zu reduzieren.
 
5. Mai13:12 Uhr

BioNTech will sparen

Das Biotechnologieunternehmen BioNTech will mehrere Standorte schließen.
„BioNTech plant, die Produktionsstandorte in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur sowie an den Standorten von CureVac zu schließen, wovon insgesamt bis zu rund 1860 Stellen betroffen sein könnten“, erklärte das Mainzer Pharmaunternehmen. Das soll jährlich Einsparungen in Höhe von rund 500 Millionen Euro bringen.
Biontech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci scheiden aus dem Unternehmen aus. (Archivbild)

BioNTech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci scheiden aus dem Unternehmen aus. (Archivbild)

Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

 
22. Apr.11:20 Uhr

Druckmaschinenhersteller Manroland schließt in Offenbar

Der Druckmaschinenhersteller Manroland schließt sein Werk in Offenbach. Ab 31. Mai werden keine neuen Maschinen mehr gebaut, so die IG Metall. Nach dem 1. Juni werden noch letzte Aufträge abgearbeitet und der Betrieb abgewickelt. Gespräche mit möglichen Käufern im Rahmen des Ersatzteilgeschäfts dauern an.
Ein Großteil der 750 Beschäftigten muss zum 1. Juni gehen,  84 Mitarbeiter bleiben für die weiteren Arbeiten übergangsweise im Werk. Das 1871 gegründete Unternehmen stellte Bogenoffsetdruckmaschinen her. 2012 wurde das Unternehmen von der Langley Holding plc übernommen. 
 
16. Apr.11:21 Uhr

Autozulieferer meldet Insolvenz an

Steckverbindungen, insbesondere hochwertige System für die Auto- und Nutzfahrzeugindustrie, hat die Firma Erich Jaeger GmbH entwickelt und seit über 90 Jahren produziert. Nun muss das hessische Unternehmen im Wetteraukreis mit weltweit rund 1.000 Mitarbeitern, davon 200 in Deutschland, ein Insolvenzverfahren eröffnen.
Das Verfahren läuft am Amtsgericht Friedberg. Global gibt es vier Produktionsstandorte: Deutschland, Mexiko, Tschechien und China sowie mehrere Vertriebsbüros. Gesucht werden neue Investoren, der Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter.
 
12. Apr.10:06 Uhr

72 Feneberg-Filialen im Süden in Insolvenz

Die Supermarktkette Feneberg ist insolvent, sie beantragte am 9. Januar ein Schutzschirmverfahren beim Amtsgericht Kempten. Am 1. April wurde das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung planmäßig eröffnet. Der Betrieb in den Filialen geht uneingeschränkt weiter.
Feneberg ist der größte selbstständige Edeka-Händler und betreibt mit rund 3.000 Beschäftigten 72 Filialen im Süden Bayerns. Filialen gibt es vor allem im Allgäu, Oberbayern, Schwaben, Oberschwaben und der Bodenseeregion. Laut dem „Bayerischen Rundfunk“ habe die Kette angeblich rund 200 Millionen Euro Schulden.
 
9. Apr.17:06 Uhr

Spedition Betz International hat Insolvenz angemeldet

Die Spedition Betz International GmbH hat Insolvenz angemeldet. Am Amtsgericht Tübingen wurde das Insolvenzverfahren am 7. April eingeleitet.
Derzeit wird geprüft, wie das Unternehmen weitergeführt werden kann, es gebe Interessenten. Betroffen sind 140 Mitarbeiter. Die Spedition wurde 1979 gegründet und gehört zur Willi Betz-Gruppe.
 
15. März8:39 Uhr

Tegut verlässt Deutschland

Die Supermarktkette Tegut verlässt Deutschland, das teilt der Schweizer Mutterkonzern Migros mit. Tegut gehört seit 2012 dem Schweizer Unternehmen. Es sind rund 7.400 Mitarbeiter betroffen. Die Marke soll nicht weitergeführt werden, Tegut sei „langfristig wirtschaftlich nicht zukunftsfähig“.
Einen Teil der knapp 300 Filialen übernimmt Edeka, ebenso das Logistikzentrum in Michelsrombach, die Herzberger Bäckerei und die Smart Retail Solutions. Es fehlt noch die Zustimmung des Kartellamtes.

Der Eingang eines tegut-Geschäfts am 19. Mai 2015 in Schweinfurt.

Foto: Thomas Lohnes/Getty Images

 
18. Feb.9:15 Uhr

Kinderwagenhersteller insolvent

Der ostdeutsche Kinderwagenhersteller Zekiwa geht ins Insolvenzverfahren. Der Hersteller in Kretzschau (Sachsen-Anhalt) stellte Mitte Februar beim zuständigen Gericht einen Insolvenzantrag.
Das Unternehmen galt zu DDR-Zeiten und bis in die 1990er-Jahre hinein als einer der größten Kinderwagenhersteller Europas. Es werden auch Puppenwagen produziert. Als Gründe nennt die Geschäftsführung vor allem rückläufigen Umsatz, steigende Kosten – und den Geburtenrückgang in Deutschland.
Der Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter, es wird ein Investor gesucht.
 
12. Feb.12:03 Uhr

Atlas wird saniert

Die Atlas-Gruppe hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestartet. Bei dieser Variante der Insolvenz, die auf den Erhalt des Unternehmens abzielt, bleibt das Management im Amt, während es durch externe Sanierungsberater und einen vom Gericht eingesetzten Sachwalter unterstützt wird.
Grund für das Verfahren soll eine seit „längerem andauernde, branchenweite Marktschwäche in der Baumaschinen- und Bauwirtschaft, die zu deutlich rückläufigen Auftragseingängen und einer niedrigeren Auslastung geführt hat“, sein, so der Baumaschinenhersteller.
Das Unternehmen produziert seit über 100 Jahren Bagger, Ladekrane und anderes schweres Baugerät. Der Umsatz lag zuletzt bei etwa 150 Millionen Euro. Rund 400 Mitarbeiter sind in den betroffenen Gesellschaften der Gruppe beschäftigt.
Baumaschinenbranche in der Krise.

Baumaschinenbranche in der Krise. Die Atlas-Gruppe ist nun auch betroffen.

 
27. Jan.18:02 Uhr

Hammer-Raumstylisten stellen Insolvenzantrag

Die Hammer Raumstylisten GmbH hat beim Amtsgericht Bielefeld einen Insolvenzantrag gestellt. Ziel sei die Fortführung und nachhaltige Stabilisierung des Unternehmens.
Zu der Firma gehört die auf Raumausstattung und Heimtextilien spezialisierte Fachmarktkette Hammer. Der Geschäftsbetrieb soll uneingeschränkt fortgeführt werden, alle Standorte bleiben demnach geöffnet.
Die Handels- und Einrichtungskette Hammer hat bundesweit 93 Standorte und beschäftigt rund 1.200 Menschen. Die Fachmärkte waren erst im Herbst von einem Investorenkonsortium übernommen worden. Der Verkauf erfolgte im Rahmen eines sogenannten Asset-Deals, bei dem die Vermögenswerte auf die neu gegründete Hammer Raumstylisten GmbH übergingen.
 
28. Jan.11:43 Uhr

Landmaschinen-Händler insolvent

Die August Bruns Landmaschinen GmbH in Cloppenburg hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Die Firma vertreibt und vermietet Landmaschinen und bietet zudem technischen Service für Land- und Baumaschinen an.
Das Unternehmen ist auch in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt vertreten. Es stehen 170 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Als Ursache wird die allgemeine Lage angegeben: Die Nachfrage nach Landmaschinen sei eingebrochen, auch die Zulassungen sinken. Landwirte verschieben Neuanschaffungen.
Hoffnung wird in neuen strategischen Partnerschaften und im Ausbau des technischen Service gesehen. Das familiengeführte Unternehmen wurde 1948 gegründet.
 
24. Jan.21:30 Uhr

Hotelbetreiber insolvent

Der Hotelbetreiber Revo Hospitality hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Davon betroffen sind rund 140 Gesellschaften im deutschsprachigen Raum – darunter Hotels in Rostock (Vienna House Sonne am Neuen Markt), Stralsund (Hotel Baltic) und auf Rügen (Aedenlife Hotel in Trent). Ebenso zwei Holiday Inn in München, der Pullman Schweizerhof in Berlin und einige Mercure Hotels in verschiedenen Städten.
Insgesamt hat das Unternehmen in zwölf Ländern Europas 250 Hotels. Der Betrieb läuft zunächst weiter, das Insolvenzgeld ist bis März gesichert. Als Ursachen wurden gestiegene Lohnkosten, die Anhebung der Mindestlöhne und höhere Ausgaben für Mieten, Energie und Lebensmittel genannt. Bis 2025 firmierte die Gruppe unter dem Namen HR-Group.
 
10. Jan.10:11 Uhr

Hersteller von Papierschneidemaschinen insolvent

Das Perfect Schneidemaschinenwerk GmbH Bautzen meldete Insolvenz in Eigenregie an. Das Traditionsunternehmen stellt in Sachsen Papierschneidemaschinen für die grafische Industrie her und bezeichnet sich als den weltweit ältesten Hersteller dieser Maschinen.
Derzeit sind 86 Mitarbeiter betroffen, der Geschäftsbetrieb wird über das Insolvenzgeld bis Februar abgesichert. Ziel ist derzeit, einen passenden Investor zu finden. Das Unternehmen beliefert Kunden in über 70 Ländern.
 
8. Jan.11:34 Uhr

Zalando schließt Standort Erfurt

Der deutsche Modeversandhändler Zalando schließt Ende September sein Logistikzentrum in Erfurt mit 2.700 Beschäftigten. Das teilte der DAX-Konzern mit Hauptsitz in Berlin mit. Aktuell würden die Beschäftigten über die Pläne informiert.
Grund ist eine Neuausrichtung des konzerneigenen europaweiten Logistiknetzwerks nach der Übernahme des Online-Modehändlers About You 2025. Die Erfurter Betreibergesellschaft des Standorts und Konzerntochter stelle demnach zum Jahresende den Betrieb ein. Bis dahin laufe die Arbeit unverändert weiter.

Zalando-Mitarbeiter nach dem Börsengang 2014 vor der Frankfurter Börse – das Unternehmen schließt 2026 sein einziges großes Logistikzentrum im Osten, 2.700 Menschen bangen in Erfurt um ihren Job. (Symbolbild)

Foto: Hannelore Foerster/Getty Images

Das Logistikzentrum Erfurt wurde 2012 eröffnet, es ist der einzige konzerneigene Logistikstandort in dieser Größe in Ostdeutschland. Weitere große Logistikzentren betreibt Zalando in Gießen, in Lahr im Schwarzwald und in Mönchengladbach. Insgesamt sollen nach dem geplanten Umbau 14 Logistikzentren in sieben Ländern verbleiben.
 
(Mit Material der Nachrichtenagenturen)
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Staus zu Ferienbeginn: Hier müssen Sie mehr Zeit einplanen

Der Beginn der Sommerferien im Osten und Norden könnte für Autofahrer an diesem Wochenende zur Geduldsprobe werden. Der Automobilclub ADAC warnt vor einer erhöhten Staugefahr auf den Autobahnen. Wann und wo es besonders eng werden könnte und was die Ursachen dafür sind.

Spitzenzeiten am Freitag und am Wochenende

Eine besonders hohe Staugefahr erwartet der ADAC am Freitagnachmittag sowie am Samstagvormittag und Sonntagnachmittag. Wer flexibel ist, sollte auf ruhigere Tage ausweichen, rät der Autoclub. Als entspannte Reisetage eigneten sich besonders der Montag und der Dienstag außerhalb des Berufsverkehrs.

Besonders stark befahrene Strecken

Als besonders belastete Staustrecken zählt der ADAC 28 Autobahnen auf – von der A1 von Köln bis Fehmarn über die A7 von Füssen bis Flensburg und den Berliner Ring (A10 bis 12) bis hin zur A95 im Süden (München – Garmisch-Partenkirchen) und zum Autobahnring München (A99).
Auch im Ausland gibt es zahlreiche Staustrecken wie die Tauern- und die Inntalautobahn in Österreich oder die Brennerroute Richtung Italien. „Fast jede Urlaubsfahrt endet im Stau“, schätzte der ADAC ein.

Weshalb staut sich der Verkehr?

Neben den vielen Urlaubsreisenden selbst sorgen laut ADAC Baustellen dafür, dass es stellenweise wohl nur zäh vorangehen wird. Aktuell gebe es rund 1.000 Baustellen auf Deutschlands Autobahnen.
Wegen Brückenbauarbeiten ist etwa die A1 in Hamburg zwischen Stillhorn und Harburg an diesem Wochenende nicht befahrbar. Auf der A2 ist das Kamener Kreuz in Fahrrichtung Hannover dicht.

Hitzeschäden wieder repariert

Die extreme Hitze am vergangenen Wochenende hatte für zusätzliche Probleme gesorgt. In Sachsen-Anhalt waren die Fahrbahnen der A2 und der A14 durch sogenannte Blow-Ups beschädigt worden. Mehrere Abschnitte wurden gesperrt. Laut Autobahn GmbH des Bundes sollte der Verkehr aber auf allen betroffenen Abschnitten am Donnerstag wieder rollen.

Welche Bundesländer Ferien haben

In Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Schleswig-Holstein geht das Schuljahr an diesem Freitag (3. Juli) zu Ende. Niedersachsen und Bremen hatten bereits am Mittwoch den letzten Schultag. In Hessen, dem Saarland und Rheinland-Pfalz sind ebenfalls bereits Sommerferien. Brandenburg und Berlin folgen am Donnerstag nächster Woche (9. Juli). (dpa/red)
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EuGH urteilt über Videoverbreitung von „RT DE“ – Berliner Gericht bestätigt Sendeverbot


In Kürze:

  • Das Verwaltungsgericht Berlin hält die Untersagung von „RT DE“ wegen fehlender Rundfunkzulassung für rechtmäßig.
  • Nach Ansicht des Gerichts trat die deutsche GmbH selbst als Veranstalterin des Programms auf.
  • Der EuGH entscheidet am 2. Juli über die Reichweite des EU-Verbots zur Verbreitung von RT-Inhalten.
  • Im Mittelpunkt steht die Frage, ob auch private Webseitenbetreiber oder Blogger als „Betreiber“ im Sinne der EU-Sanktionsverordnung gelten.

Der öffentlich-rechtliche russische Auslandssender RT („Russia Today“) beschäftigt weiterhin die Gerichte. Am Dienstag, 30. Juni, hat das Verwaltungsgericht in einem noch nicht rechtskräftigen Urteil zugunsten der Medienanstalt Berlin-Brandenburg entschieden. Diese hatte im Februar 2022 den Betrieb des Fernsehprogramms „RT DE“ in Deutschland untersagt. Für Donnerstag, 2. Juli, wird wiederum ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) erwartet, in dem es um die Verbreitung von Videos des Senders geht.

„RT DE“ präsentierte sich als deutsches Medium – das wurde ihm zum Verhängnis

Die inzwischen liquidierte, 2014 nach deutschem Recht gegründete Betreiber-GmbH hatte gegen die Untersagung des Betriebs von „RT DE“ als Fernsehprogramm über Satellit und Internet geklagt. Zur Begründung hatte die Medienanstalt Berlin-Brandenburg damals angegeben, dass der Gesellschaft die hierfür erforderliche Zulassung fehle. Der Bescheid erging noch vor Beginn des Ukrainekriegs im Februar 2022.
Die deutsche GmbH machte geltend, dass nicht sie, sondern die in Russland ansässige Großmuttergesellschaft TV Novosti die Veranstalterin von „RT DE“ sei. Sie selbst übernehme dafür nur Produktion und Zulieferung. Das Verwaltungsgericht Berlin hat diese Darstellung nicht für stichhaltig gehalten und im Urteil zu VG 32 K 13/23 die Klage abgewiesen.
Die Medienanstalt habe die GmbH zu Recht als Veranstalterin eines zulassungspflichtigen Rundfunkprogramms betrachtet. Immerhin sei diese mehrfach als solche aufgetreten. Sie habe von sich aus mehrfach betont, dass die redaktionelle Letztverantwortung für die gesendeten Inhalte nicht in Russland, sondern in Deutschland liege. Zudem sei sie auch in Stellenausschreibungen als TV-Sender aufgetreten. Insofern konnte die Medienanstalt die jahrelangen Bemühungen, als deutsches Medium aufzutreten, nun gegen „RT DE“ verwenden. Die in Deutschland nicht mehr aktive Gesellschaft könnte noch einen Antrag auf Zulassung der Berufung beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg stellen. Ob dies geschehen wird, ist ungewiss. Der Betrieb des nach wie vor Inhalte publizierenden Formats „RT DE“ wird nach Informationen der Epoch Times über eine drittstaatsbezogene Konstruktion außerhalb der EU weitergeführt.

Staatsanwaltschaft Saarbrücken wollte Vorabentscheidung zum „Betreiber“-Begriff

Das für Donnerstag erwartete Urteil zum Verfahren C-67/25 Traugott Ickeroth betrifft hingegen die Anwendung der EU-Sanktionsverordnung gegen russische Staatsmedien. Das Landgericht Saarbrücken hatte sich mit der Bitte um eine Vorabentscheidung an den EuGH gewandt, zu klären, wer als „Betreiber“ gilt und damit der Verordnung unterliegt.
Das Verfahren richtete sich gegen drei Personen, die Videos von RT DE über eine eigene Internetseite verbreitet haben. Kostenpflichtig war das Angebot nicht, allerdings hatten die Angeklagten die Videos systematisch gesammelt, über eine eigene Website bereitgestellt und um Spenden gebeten – wodurch Einnahmen erzielt wurden.
Der EuGH muss jetzt entscheiden, ob nur Plattformen, Internetprovider und Kabelnetzbetreiber diesem Begriff unterfallen – oder auch Privatpersonen, einfache Webseitenbetreiber, Vereine oder Blogger. Generalanwalt Rimvydas Norkus hatte im Februar für eine weite Auslegung plädiert. Nicht die Gewinnerzielung soll entscheidend sein, sondern die aktive Verbreitung oder Ermöglichung der Verbreitung.

Verwaltungsgericht nahm keine politische Bewertung von „RT DE“ vor

Das Verwaltungsgericht Berlin beurteilte ausschließlich die rundfunkrechtliche Zulassung von „RT DE“ nach deutschem Medienrecht. Es befasste sich nicht mit den EU-Sanktionen, eine politische Bewertung russischer Medien oder ob der Sender Desinformation verbreitet habe. Damit verfolgte das Gericht einen rein verwaltungsrechtlichen Ansatz.
Beim Urteil des EuGH wird es hingegen um das unionsrechtliche Verbreitungsverbot für Inhalte russischer Staatsmedien und dessen Auslegung gehen – und dessen Auslegung. Das Gericht der Europäischen Union (EuG) hatte 2022 die damaligen Sanktionen gegen „RT France“ bestätigt. Dabei urteilte das Gericht, der Rat durfte außenpolitische Sanktionen dieser Art grundsätzlich erlassen.
Der EuG hielt die damit verbundene Einschränkung von Grundfreiheiten wie der Medienfreiheit oder der Freiheit der Erwerbsausübung für möglich. Diese müssten gesetzlich vorgesehen, verhältnismäßig und durch Ziele der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik gerechtfertigt sein. Im konkreten Fall der russischen Staatsmedien seien die Maßnahmen zudem zeitlich begrenzt und an die Fortdauer der Sanktionen gekoppelt.
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Wunderrettung in Venezuela: Mutter und 18 Tage altes Baby nach Erdbeben aus Trümmern geborgen


In Kürze:

  • Mutter und Neugeborenes überleben 32 Stunden unter Trümmern
  • Rettung nach Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5
  • Tausende Tote und Vermisste in Venezuela

 
Das verheerende Erdbeben in Venezuela Ende Juni hat weltweit Schlagzeilen gemacht. Während die Zahl der Todesopfer und Vermissten weiter steigt, gibt es nur wenige Geschichten, die Hoffnung vermitteln. Eine davon ist die Rettung der jungen Mutter Dayana Patiño und ihres erst 18 Tage alten Sohnes Juan David.
Die beiden wurden beim Einsturz ihres Wohnhauses unter den Trümmern verschüttet, konnten jedoch im Gegensatz zu vielen anderen Opfern lebend gerettet werden. Fast 32 Stunden harrten sie unter Beton und verbogenem Metall aus, bevor Rettungskräfte sie schließlich bargen.
Ihre Rettung am Abend des 25. Juni in La Guaira gilt als Symbol der Hoffnung – inmitten einer Katastrophe, deren Opferzahl weiter steigt.

Überleben inmitten des Chaos

Das Drama begann, als Dayana in ihrer Wohnung im achten Stock gerade den Abwasch erledigte. Um 18:04 Uhr erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,2 die Region. Nur 39 Sekunden später folgte ein noch stärkeres Beben der Stärke 7,5.
Das Wohnhaus stürzte teilweise ein und begrub die junge Mutter und ihr Neugeborenes unter einer gewaltigen Masse aus Beton und verbogenem Metall. Während Sirenen heulten und verzweifelte Rufe die Straßen von La Guaira erfüllten, begann für Anwohner, örtliche Rettungskräfte und internationale Helfer ein Wettlauf gegen die Zeit, um Überlebende zu finden.
In einem Bericht der französischen Zeitung „Le Parisien“ schildert Dayana Patiño die Stunden unter den Trümmern, in denen sie glaubte, sterben zu müssen. Eingeklemmt in einer kleinen Luftblase wusste sie nicht, ob ihr Sohn noch am Leben war.
Nach ihren Worten gab ihr Juan David die Kraft, durchzuhalten. Jede Bewegung und jedes Stöhnen des Babys wurden für sie zu einem Zeichen der Hoffnung in der Dunkelheit und im Staub. „Selbst in den dunkelsten Momenten gab mir mein Sohn die Hoffnung zu leben“, sagt sie. Währenddessen arbeiteten sich die Rettungskräfte Meter für Meter durch die Trümmer, um Mutter und Kind zu erreichen.

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Bewegende Rettung in La Guaira

Von Internetnutzern verbreitete und von mehreren Medien veröffentlichte Bilder zeigen den bewegenden Moment der Rettung: Einsatzkräfte bergen den in eine Decke gewickelten Säugling aus den Trümmern und reichen ihn von Hand zu Hand aus dem klaffenden Loch, das der Einsturz des Gebäudes hinterlassen hatte.
Zunächst wurde das Baby gerettet, rund eine Stunde später konnten die Helfer auch die Mutter lebend aus den Trümmern bergen.

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Weitere Videos zeigen, wie die Mutter mit Verletzungen an den Beinen auf eine Trage gehoben wird, während medizinische Einsatzkräfte sie noch vor Ort versorgen und ihren Zustand stabilisieren.
Nach ersten medizinischen Einschätzungen, über die die BBC berichtete, befinden sich sowohl Dayana Patiño als auch ihr Sohn in einem stabilen Zustand. Beide konnten inzwischen wieder mit ihren Familien zusammengeführt werden.

Ein „Wunder“ eines schwer getroffenen Landes

Diese Rettung ereignete sich vor dem Hintergrund einer nationalen Katastrophe. Nach Angaben von Jorge Rodríguez, Präsident der venezolanischen Nationalversammlung, kamen bei den Erdbeben inzwischen 2.295 Menschen ums Leben. Zudem wurden 11.267 Verletzte registriert. Die aktualisierten Zahlen gab Rodríguez am 2. Juli in einer im staatlichen Fernsehen übertragenen Lagebesprechung bekannt.
Am Strand von Los Cocos, ebenfalls im Bundesstaat La Guaira, zeigen Luftaufnahmen das Ausmaß der Zerstörung: Ganze Reihen eingestürzter Gebäude und stark beschädigte Bauwerke prägen das Bild der Küstenregion.
Zwischen den Trümmern sind Einsatzkräfte weiterhin im Einsatz. Sie durchsuchen die Ruinen noch Tage nach den Erdbeben systematisch nach möglichen Überlebenden und bergen zugleich die Toten aus den eingestürzten Strukturen.

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Inmitten der Trümmer wird die Rettung von Dayana Patiño und ihrem Baby von Medien und religiösen Vertretern als „Wunder“ bezeichnet und steht stellvertretend für die wenigen Überlebensgeschichten, die aus der Katastrophe hervorgehen.
Rettungskräfte äußern sich deutlich zurückhaltender. Für sie zeigt die Rettung einerseits, dass die Zusammenarbeit zwischen lokalen und internationalen Teams funktioniert, andererseits aber auch, wie groß die noch bevorstehenden Aufgaben sind. Nach wie vor gelten rund 50.000 Menschen als vermisst, zudem besteht durch instabile Gebäude weiterhin Einsturzgefahr.
Ein von „Euronews“ zitierter Rettungsleiter sagte: „Jedes gerettete Leben zählt, aber wir wissen, dass viele Familien noch immer auf Nachrichten von ihren Angehörigen warten.“ Er rief dazu auf, die Suche trotz Erschöpfung und hoher Risiken konsequent fortzusetzen.
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02.07.2026 | Fortschritte bei US-Iran-Gesprächen | KNDS bläst Börsengang ab | Luftangriffe auf Ukraine

HEUTE7:53 Uhr

Katar: „Positive Fortschritte“ bei indirekten US-Iran-Gesprächen

Bei den indirekten Gesprächen zwischen den USA und dem Iran in Katar hat es nach Angaben des katarischen Außenministeriums „positive Fortschritte“ gegeben. Katarische und pakistanische Vermittler hätten in Doha getrennte Treffen mit den Unterhändlern der USA und des Iran abgeschlossen, erklärte der katarische Außenamtssprecher Madsched al-Ansari am Mittwoch im Onlinedienst X. Die Seiten hätten vereinbart, die Beratungen „in der näheren Zukunft“ fortzusetzen.

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HEUTE7:48 Uhr

Panzerbauer KNDS bläst Börsengang ab

Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS geht vorerst doch nicht an die Börse. Vor dem Hintergrund der aktuellen Marktschwankungen werde der Börsengang erst bei Wiederkehr besserer Marktbedingungen fortgesetzt, teilte das Unternehmen mit. Zuvor hatte die „Financial Times“ berichtet, dass die Eigentümer Probleme hätten, Investoren von der geplanten Bewertung von mehr als 12 Milliarden Euro zu überzeugen.

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HEUTE7:40 Uhr

Russland fliegt neue Luftangriffe auf ukrainische Städte

Mehrere Städte in der Ukraine sind zur Zielscheibe einer heftigen Angriffswelle mit russischen Kampfdrohnen, Raketen und Marschflugkörpern geworden. Aus der Hauptstadt Kiew wurden am Abend und in der Nacht Explosionen gemeldet, nach Behördenangaben gab es mindestens 8 Tote und 34 Verletzte. Mehrstöckige Gebäude – darunter ein Hotel – seien in Flammen aufgegangen, einige Wohnhäuser komplett zerstört worden, berichtete das Nachrichtenportal „The Kyiv Independent“. Demnach setzten die Angreifer Dutzende Raketen und Marschflugkörper ein.

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HEUTE7:06 Uhr

Europäischer Gerichtshof urteilt über Rekord-Geldbuße für Google

Eine Rekord-Geldbuße für Google steht beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg auf dem Prüfstand. Für Donnerstag (09:30 Uhr) kündigte der EuGH ein Urteil in dem Fall an. Die EU-Kommission hatte die Strafe von ursprünglich 4,34 Milliarden Euro 2018 wegen illegaler Praktiken beim Android-Betriebssystem verhängt. Dagegen klagten Google und der Mutterkonzern Alphabet in erster Instanz vor dem EU-Gericht.

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HEUTE6:57 Uhr

Polizeigewerkschaft will Alkoholverbot an Bahnhöfen

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) dringt auf eine Ausweitung von Alkoholverboten an großen Bahnhöfen. „Die Reduzierung oder gar ein Konsumverbot von Alkohol sehen wir als absolut notwendig an“, sagte der Vorsitzende der GdP für die Bundespolizei, Andreas Roßkopf, der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe). Auch ein Verkaufsverbot in den Geschäften in den Bahnhöfen ab dem späten Abend würde seiner Ansicht nach helfen.

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HEUTE6:48 Uhr

Dachstuhlbrand in Krankenhaus

Beim Brand des Dachstuhls des Krankenhauses in Ludwigslust nahe Schwerin sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Bei den Toten handelt es sich um Patienten, wie eine Sprecherin des Landkreises Ludwigslust-Parchim sagte. Zu dem Brand mit mehr als 30 Verletzten kam es in einem Patientenzimmer. Der Einsatz dauert laut Polizeiangaben noch an, Angaben zur Brandursache seien noch nicht möglich.
Es gibt viele Verletzte.

Es gibt viele Verletzte.

Foto: Ralf Drefin/SWM DV Studio/dpa

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HEUTE6:32 Uhr

Infineon eröffnet neue Halbleiterfabrik

Der deutsche Halbleiterkonzern Infineon eröffnet am Donnerstag ab 11:00 Uhr eine neue Chipfabrik am Standort Dresden – drei Monate früher als ursprünglich geplant. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird einem Regierungssprecher zufolge per Videoschalte ein Grußwort halten, Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) ist vor Ort dabei. Nach Unternehmensangaben investiert Infineon rund fünf Milliarden Euro in das „Smart Power Fab“ genannte Werk. Mehr Informationen finden Sie hier.

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02.07.2026 | Grüne Jugend für AfD-Parteitag Blockade | Fortschritte bei US-Iran-Gesprächen | KNDS bläst Börsengang ab

HEUTE8:19 Uhr

Grüne Jugend befürwortet Blockade des AfD-Parteitags

Die Nachwuchsorganisation der Grünen hat zur Beteiligung an der Blockade des bevorstehenden AfD-Parteitags in Erfurt aufgerufen. „Die AfD ist eine faschistische Partei, und solange sich die Union der Prüfung eines Verbotsverfahrens verwehrt, ist es an uns Bürger*innen die Demokratie zu schützen“, sagte der Bundessprecher der Grünen Jugend, Luis Bobga, am Donnerstag der „Welt“. Die Grüne Jugend sei „solidarisch“ mit dem Bündnis „Widersetzen“, das zu einer Blockade des Parteitags aufgerufen hat.

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HEUTE7:53 Uhr

Katar: „Positive Fortschritte“ bei indirekten US-Iran-Gesprächen

Bei den indirekten Gesprächen zwischen den USA und dem Iran in Katar hat es nach Angaben des katarischen Außenministeriums „positive Fortschritte“ gegeben. Katarische und pakistanische Vermittler hätten in Doha getrennte Treffen mit den Unterhändlern der USA und des Iran abgeschlossen, erklärte der katarische Außenamtssprecher Madsched al-Ansari am Mittwoch im Onlinedienst X. Die Seiten hätten vereinbart, die Beratungen „in der näheren Zukunft“ fortzusetzen.

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HEUTE7:48 Uhr

Panzerbauer KNDS bläst Börsengang ab

Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS geht vorerst doch nicht an die Börse. Vor dem Hintergrund der aktuellen Marktschwankungen werde der Börsengang erst bei Wiederkehr besserer Marktbedingungen fortgesetzt, teilte das Unternehmen mit. Zuvor hatte die „Financial Times“ berichtet, dass die Eigentümer Probleme hätten, Investoren von der geplanten Bewertung von mehr als 12 Milliarden Euro zu überzeugen.

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HEUTE7:40 Uhr

Russland fliegt neue Luftangriffe auf ukrainische Städte

Mehrere Städte in der Ukraine sind zur Zielscheibe einer heftigen Angriffswelle mit russischen Kampfdrohnen, Raketen und Marschflugkörpern geworden. Aus der Hauptstadt Kiew wurden am Abend und in der Nacht Explosionen gemeldet, nach Behördenangaben gab es mindestens 8 Tote und 34 Verletzte. Mehrstöckige Gebäude – darunter ein Hotel – seien in Flammen aufgegangen, einige Wohnhäuser komplett zerstört worden, berichtete das Nachrichtenportal „The Kyiv Independent“. Demnach setzten die Angreifer Dutzende Raketen und Marschflugkörper ein.

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Europäischer Gerichtshof urteilt über Rekord-Geldbuße für Google

Eine Rekord-Geldbuße für Google steht beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg auf dem Prüfstand. Für Donnerstag (09:30 Uhr) kündigte der EuGH ein Urteil in dem Fall an. Die EU-Kommission hatte die Strafe von ursprünglich 4,34 Milliarden Euro 2018 wegen illegaler Praktiken beim Android-Betriebssystem verhängt. Dagegen klagten Google und der Mutterkonzern Alphabet in erster Instanz vor dem EU-Gericht.

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Polizeigewerkschaft will Alkoholverbot an Bahnhöfen

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) dringt auf eine Ausweitung von Alkoholverboten an großen Bahnhöfen. „Die Reduzierung oder gar ein Konsumverbot von Alkohol sehen wir als absolut notwendig an“, sagte der Vorsitzende der GdP für die Bundespolizei, Andreas Roßkopf, der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe). Auch ein Verkaufsverbot in den Geschäften in den Bahnhöfen ab dem späten Abend würde seiner Ansicht nach helfen.

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Dachstuhlbrand in Krankenhaus

Beim Brand des Dachstuhls des Krankenhauses in Ludwigslust nahe Schwerin sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Bei den Toten handelt es sich um Patienten, wie eine Sprecherin des Landkreises Ludwigslust-Parchim sagte. Zu dem Brand mit mehr als 30 Verletzten kam es in einem Patientenzimmer. Der Einsatz dauert laut Polizeiangaben noch an, Angaben zur Brandursache seien noch nicht möglich.
Es gibt viele Verletzte.

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Foto: Ralf Drefin/SWM DV Studio/dpa

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Infineon eröffnet neue Halbleiterfabrik

Der deutsche Halbleiterkonzern Infineon eröffnet am Donnerstag ab 11:00 Uhr eine neue Chipfabrik am Standort Dresden – drei Monate früher als ursprünglich geplant. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird einem Regierungssprecher zufolge per Videoschalte ein Grußwort halten, Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) ist vor Ort dabei. Nach Unternehmensangaben investiert Infineon rund fünf Milliarden Euro in das „Smart Power Fab“ genannte Werk. Mehr Informationen finden Sie hier.

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Pflegereform: Kritik von Länder-Unionsfraktionschefs

Die Unionsfraktionschefs aus Süd- und Ostdeutschland fordern vom Bund Nachbesserungen bei der Reform der Krankenversicherung und der Pflegeversicherung.
In einer gemeinsamen Resolution rufen die Fraktionsvorsitzenden aus Baden-Württemberg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) dazu auf, die Belange von pflegenden Angehörigen mehr in den Blick zu nehmen.
Zudem verlangen sie, die Krankenabsicherung von Bürgergeldempfängern mit Steuergeldern zu finanzieren.

Keine Einsparungen auf pflegende „Helden des Alltags“

„Pflegende Angehörige sind der größte Pflegedienst unseres Landes. Es ist ein völlig falsches Signal, wenn für sie im Rahmen der Pflegereform nur noch rund 70 Prozent der bisherigen Beiträge an die Rentenversicherung abgeführt werden sollen“, sagte CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek aus Bayern. Das räche sich im Alter und entwerte das wichtige Engagement.
Guido Heuer, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt, nannte die pflegenden Angehörigen „Helden des Alltags“. Sie verdienten Wertschätzung und Rückendeckung. Jegliche Einsparungen auf ihre Kosten lehnten die Fraktionschefs von CDU und CSU klar ab.
„Ebenso problematisch ist die spätere Wirksamkeit der Zuschläge der Pflegekasse zum Eigenanteil bei Heimplätzen, denn das führt zu deutlichen Mehrbelastungen der Betroffenen und wachsendem Bedarf an Hilfe zur Pflege“, betonte Holetschek.
Das sei nur ein Verschiebebahnhof zulasten der Betroffenen und der Kommunen. „Hier sagen wir klar: Stopp und fordern Nachbesserungen im parlamentarischen Verfahren.“

Vogt: Sozialbeiträge dürfen nicht davonlaufen

„Die Sozialbeiträge dürfen den Menschen und Betrieben nicht weiter davonlaufen. Jeder zusätzliche Beitragspunkt ist eine Strafsteuer auf Arbeit und Leistung. Wer Deutschland wieder wettbewerbsfähiger und gerechter machen will, muss Arbeit entlasten“, sagte Tobias Vogt, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg.
Deshalb müssten versicherungsfremde Leistungen raus aus den Sozialkassen. „Die Krankenabsicherung von Bürgergeldempfängern ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und gehört in den Bundeshaushalt. Dort ist die Finanzierung breiter aufgestellt – über allgemeine Steuern auf Einkommen, Konsum, Gewinne und Kapitalerträge.“
Die Gesundheits- und Pflegereformen sind notwendig, weil unser Sozialstaat nur mit soliden Finanzen leistungsfähig bleibe, betonte Daniel Peters, CDU-Fraktionschef aus Mecklenburg-Vorpommern. Jetzt komme es darauf an, die auf den Weg gebrachten Reformen im parlamentarischen Verfahren „klug nachzuschärfen und die Lasten fair zu verteilen.
Dazu gehört auch, dass Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) endlich die coronabedingten Milliarden-Schulden gegenüber der Pflegeversicherung begleicht, statt sie weiter auf Kosten der Beitragszahler stehenzulassen.“

Warnung: Bewährte Strukturen dürfen nicht gefährdet werden

Der sächsische CDU-Fraktionschef Christian Hartmann warnte davor, mit den Reformen bewährte Strukturen zu gefährden. Das betreffe neben der stationären Versorgung und dem Rettungsdienst etwa auch den vorgesehenen Facharztvorbehalt für die Kieferorthopädie. „Zudem dürfen wir keine zusätzliche Bürokratie schaffen – die geplante Ausweitung der Prüfungen durch den Medizinischen Dienst ist hier der falsche Weg.“
Für Andreas Bühl, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, ist es zudem wichtig, dass durch die Pflegereform keine neuen Abstiegsängste ausgelöst werden. „Gerade in Thüringen haben viele Menschen keine großen Renten und keine großen Rücklagen. Für sie ist Pflege keine abstrakte Finanzierungsfrage, sondern eine Frage von Würde, Sicherheit und Bezahlbarkeit im Alltag.“ Pflege müsse leistbar bleiben – im Heim wie zu Hause.

Auch in Berliner Koalition sind Reformpläne Streitthema

Auch innerhalb der Bundesregierung gehen die Meinungen über Warkens Reformpläne weit auseinander.
Im Blick sind weitere Ausgabenbremsen – etwa bei Renteneinzahlungen für pflegende Angehörige, Einstufungskriterien für Pflegegrade und Entlastungszuschläge für Heimbewohnerinnen und Heimbewohner. Die Kommunen zeigten sich wegen drohender Mehrausgaben für Sozialhilfe ebenfalls bereits alarmiert. (dpa/red)
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Landesmedienanstalt NRW bestätigt Schreiben an Podcaster Berndt nach Höcke-Interview


In Kürze:

  • Die Landesanstalt für Medien NRW hat ein Hinweisschreiben an den Podcaster Ben Berndt wegen dessen Interviews mit Björn Höcke bestätigt.
  • Die Behörde beruft sich dabei auf journalistische Sorgfaltspflichten gemäß dem Medienstaatsvertrag und bezeichnet das Schreiben als „mildestes Mittel“.
  • Berndt lehnt nachträgliche Änderungen an seinem Podcast ab und sieht darin einen gefährlichen Präzedenzfall.
  • Sein Anwalt Joachim Steinhöfel hält das Vorgehen für einen Eingriff in die Pressefreiheit und schließt eine Verfassungsbeschwerde nicht aus.

 
Im Zusammenhang mit der Berichterstattung über ein Schreiben an den Podcaster Ben Berndt („ungeskriptet“) hat die Landesanstalt für Medien NRW dessen Existenz bestätigt. Der YouTuber hatte auf Instagram mitgeteilt, dass die Landesmedienanstalt sein Unternehmen angeschrieben und ihn aufgefordert habe, bis zum 30. Juni sein Gespräch mit dem Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke vom 29. April 2026 im Rahmen des Formats anzupassen oder zu ergänzen.
Zusätzlich soll er dazu aufgefordert worden sein, seine bislang veröffentlichten Inhalte nachträglich auf die Einhaltung der journalistischen Sorgfaltspflichten zu prüfen. Berndt hat seit der Gründung seines Podcasts rund 300 mehrstündige Gespräche mit Persönlichkeiten aus unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Bereichen geführt. Zu dieser Darstellung hat sich die Landesanstalt bislang nicht geäußert.

Landesmedienanstalt bestätigt Schreiben an Podcaster Ben Berndt

Die Epoch Times hat in diesem Zusammenhang telefonisch eine Anfrage an die Landesanstalt für Medien NRW gerichtet. Dabei fragte die Redaktion nach einer Pressemitteilung oder einer gleichwertigen Stellungnahme zur Berichterstattung über deren Vorgehen im Fall „ungeskriptet“. Eine umfassende Antwort erhielt die Epoch Times nicht. Stattdessen verwies die Landesmedienanstalt auf „bereits öffentlich zugängliche Informationen“.
Explizit nannte die Landesmedienanstalt die Berichterstattung der „Berliner Zeitung“, die hierzu eine zusammenfassende Einordnung biete. In diesem Zusammenhang veröffentlichte die Zeitung am Dienstag, 30. Juni, in ihrer Onlineausgabe Fragen und Antworten aus einem 72-Fragen-Katalog, den die Medienaufsichtsbehörde beantwortet hatte.
Darin äußert sich die Aufsichtsbehörde sowohl zu dem Fall als auch grundsätzlich zur Reichweite ihrer Kompetenzen nach dem Medienstaatsvertrag vom 1. Dezember 2025 (MStV). Sie bestätigt, dass es ein Hinweisschreiben an Ben Berndt gegeben habe, das sich auf § 19 stützt. Dieser betrifft die Verpflichtung zur Wahrung journalistischer Sorgfaltspflichten.

Nach Ansicht der Einrichtung stellt das Hinweisschreiben keinen Eingriff dar

Die Medienaufsicht betont, für Podcaster wie Ben Berndt zuständig zu sein. Insbesondere hält sie an ihrer Einschätzung fest, dass dieser die objektiven Kriterien für ein journalistisch-redaktionelles Telemedium erfülle. Der Podcaster hatte den journalistischen Gehalt seiner Gesprächssendungen bestritten und diese als Unterhaltungen „wie bei einem Kaffee“ bezeichnet.
Gleichzeitig erklärt die Behörde, dass es sich bei dem Hinweisschreiben nicht um einen Eingriff in die Rechte des Podcasters gehandelt habe. Vielmehr sei dieses das „mildeste Mittel, um auf einen potenziellen Verstoß gegen journalistisch-redaktionelle Sorgfaltspflichten hinzuweisen“. Der Adressat könne dadurch „ohne unmittelbare rechtliche Konsequenzen eine Überprüfung vornehmen“.
Die Landesmedienanstalt NRW bestätigt in ihren Antworten in der „Berliner Zeitung“, dass es in ihrem Schreiben um die Aussage Höckes gegangen sei, die Sturmabteilung (SA) habe „kein Motto gehabt“. Diese sei eine dem Beweis zugängliche, unzutreffende Tatsachenbehauptung, die „seitens des Interviewführers (auch nach der Veröffentlichung) unkommentiert geblieben“ sei. Es stelle sich, so die Landesanstalt, „die Frage, inwieweit eine Einordnung im Rahmen der journalistischen Sorgfaltspflicht geboten wäre“.

Seit 2020 erst zwei Verfahren wegen Sorgfaltsmängeln

Nach Angaben der Landesanstalt liege es im Ermessen des Medienbetreibers, vor dem Hintergrund der rechtskräftigen Verurteilung Höckes zu entscheiden, ob und in welchem Umfang eine Einordnung im Rahmen der journalistischen Sorgfaltspflicht erfolgen solle. Wie dieser Verpflichtung konkret nachgekommen werde, liege ebenfalls in dessen Entscheidung. Die Medienanstalt fügt hinzu: „So er der Ansicht ist, dass er diesen Anforderungen genügt hat, kann er uns das darlegen.“
Man halte die Angelegenheit nicht für einen Präzedenzfall. Zudem habe man seit 2020 erst zwei Verfahren gegen journalistisch-redaktionelle Telemedien geführt, von denen eines eingestellt worden sei. In den meisten Fällen werde ein Inhalt nach einem Hinweis angepasst.
Bei Liveinterviews gelte, so heißt es weiter, ein eingeschränkter Maßstab, da gegebenenfalls nicht unmittelbar auf eine Behauptung reagiert werden könne. Dies treffe im Fall des Höcke-Interviews jedoch nicht zu. Man habe Ben Berndt die Möglichkeit der Einordnung im Nachgang gegeben, dieser lehne eine solche bislang ab.

Ben Berndt lehnt weitere Änderungen am Höcke-Interview ab

Der Podcaster, der bereits zwei nachträgliche Änderungen an dem Gespräch mit Höcke vorgenommen hatte, lehnt weitere Eingriffe ab. Er sieht es als Kernelement seiner Sendung an, diese ohne nachträgliche Veränderungen seinem Publikum zu präsentieren. Es werde, so Berndt gegenüber „t-online“, im Fall einer Akzeptanz des Anpassungswunsches der Landesmedienanstalt „die Büchse der Pandora geöffnet“.
Auch Berndts Anwalt Joachim Steinhöfel erklärte, die Landesmedienanstalt NRW sei „keine staatliche Schlussredaktion für mediale Inhalte“. Wenn staatliche Behörden unabhängigen Medien Vorgaben zum Umgang mit Aussagen von Gesprächspartnern machten, nähmen sie „die Funktion einer Zensurbehörde“ wahr. Dies stelle einen Eingriff in die verfassungsrechtlich geschützte Pressefreiheit dar. Man sei bereit, notfalls das Bundesverfassungsgericht anzurufen, um die Reichweite der Befugnisse der Landesmedienanstalt klären zu lassen.

Zu den Maßnahmen, die der Landesmedienanstalt nach § 109 MStV zur Verfügung stehen, gehören insbesondere Beanstandung, Untersagung, Sperrung, Rücknahme und Widerruf. Dabei ist das Gebot der Verhältnismäßigkeit zu wahren. Die konkrete Einordnung und möglichen Folgen ergeben sich aus dem jeweiligen Einzelfall.

Podcaster könnten eigene Einrichtung zur Selbstregulierung gründen

Die Zuständigkeit der Landesmedienanstalten zur Aufsicht über Telemedien ist gesetzlich im Medienstaatsvertrag geregelt. Zuvor waren sie für private Rundfunkangebote zuständig. Die Presse unterliegt grundsätzlich der Selbstregulierung durch den Presserat; die Aufsicht über öffentlich-rechtliche Sender erfolgt durch deren eigene Gremien.
Im Medienstaatsvertrag (MStV) werden Medien, die nicht der Selbstregulierung durch den Pressekodex und die Beschwerdeordnung des Deutschen Presserats unterliegen, dazu ermächtigt, sich einer nach den Absätzen 4 bis 8 anerkannten Einrichtung der Freiwilligen Selbstkontrolle anzuschließen. Podcaster können eine solche Einrichtung gründen, müssen dabei jedoch die im Medienstaatsvertrag festgelegten Voraussetzungen erfüllen. Dies setzt den Aufbau entsprechender Strukturen voraus. Die Entscheidung über die Anerkennung einer solchen Einrichtung trifft die Landesmedienanstalt.
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Fall Henry Nowak: Polizeiaufsicht ermittelt gegen zwei Beamte


In Kürze:

  • Die Polizeiaufsicht IOPC ermittelt gegen zwei Beamte wegen des Verdachts auf grobes Fehlverhalten im Fall des getöteten Studenten Henry Nowak.
  • Im Fokus steht, dass die Polizisten Nowaks Hinweise auf seine Stichverletzungen und seine Atemnot zunächst nicht ernst genommen, sondern ihn stattdessen in Handschellen gelegt haben.
  • Außerdem plant die Behörde, zu untersuchen, ob unbegründete Rassismusvorwürfe gegen das Opfer das Handeln der Beamten beeinflusst haben könnten.

 
In Großbritannien wird es nun eine Untersuchung über das Verhalten der beteiligten Polizeibeamten im Fall des ermordeten 18-jährigen Studenten Henry Nowak geben. Wie die zuständige unabhängige Polizeiaufsichtsbehörde IOPC am Mittwoch, 1. Juli, mitteilte, ermittelt diese gegen zwei Polizisten wegen des Verdachts eines groben Fehlverhaltens.
In der Mitteilung heißt es, die bereits laufende Untersuchung zum Polizeieinsatz im Dezember 2025 in Southampton, England, sei in eine neue Phase eingetreten. Betroffen sind zwei daran beteiligte Beamte der Hampshire-Polizeibehörde.

Hinweise von Zeugen und Nowak selbst auf Verletzungen ignoriert

Der 23-jährige Vickrum Digwa hatte nach einer verbalen Auseinandersetzung mehrfach mit einem 21 Zentimeter langen rituellen Dolch auf den 18-jährigen Nowak eingestochen. Digwa wurde im Juni zu lebenslanger Haft verurteilt und muss mindestens 21 Jahre im Gefängnis verbringen. Der Angehörige der Sikh-Gemeinde hatte behauptet, von Nowak rassistisch beleidigt und angegriffen worden zu sein. Das Gericht sah dafür keine Anhaltspunkte und wertete dies als eine Schutzbehauptung.
Neben der brutalen Tat selbst hatte jedoch auch das Verhalten von Polizeibeamten für breite öffentliche Empörung gesorgt, die an den Tatort gerufen worden waren. Wie ein später unter anderem auf BBC veröffentlichtes Bodycam-Video zeigte, hatten diese Angaben eines Zeugen und des Opfers selbst über dessen Verletzungen über mehrere Minuten hinweg ignoriert.
So hatte der Anwohner des Hauses, vor dem Nowak lag, die Beamten auf Blut hingewiesen, das aus dessen Mund ausgetreten war. Der Vater des Anwohners hatte den wiederholt zur Seite kippenden 18-Jährigen zu stabilisieren versucht.

Erst Minuten später wurde der Rettungsdienst verständigt

Nowak selbst gab beim Eintreffen der Polizei mehrfach an, gestochen worden zu sein und nicht atmen zu können. Auf die Frage der Beamten, ob es noch weitere Verletzte gebe, hatte Digwa sich nach vorn gedrängt und erklärt, Nowak „hat mir den Turban heruntergerissen“. Zudem habe er ihn an den Haaren gezogen und ihm ein geschwollenes Auge sowie Prellungen zugefügt.
Die Beamten schleiften den am Boden liegenden 18-Jährigen auf eine freie Fläche. Auch dabei wiederholte Nowak, nicht atmen zu können und gestochen worden zu sein. Innerhalb von etwas mehr als 1 Minute wies er insgesamt viermal darauf hin. Ein Polizist äußerte zuerst Zweifel an der Darstellung, und man legte Nowak Handschellen an. Eine halbe Minute später prüfte ein weiterer Beamter seine Verletzungen.
Erst nach Erklärung der Festnahme und Verlesung seiner Rechte verständigten die Beamten – laut BBC erst nach 8 Minuten – einen Rettungsdienst.
Mittlerweile hat sich die zuständige Polizeibehörde dafür entschuldigt, Nowak Handschellen angelegt zu haben. Nowak verstarb kurz nach Eintreffen des Notarztes. Zwar ergab eine spätere Autopsie, dass auch ein rechtzeitiges Verständigen des Rettungsdienstes sein Leben nicht mehr hätte retten können. Dennoch stieg der Druck auf die Polizei, das Verhalten der Beamten am Tatort zu untersuchen.

Interne Vorgabe des NPCC unter Beschuss

Premierminister Keir Starmer hatte die Bodycam-Aufzeichnungen des Polizeieinsatzes als „wirklich verstörend“ bezeichnet. Er forderte eine Untersuchung, ob die von Digwa fälschlicherweise erhobenen Rassismusvorwürfe gegen Nowak die Wahrnehmung und das Handeln der Beamten beeinflusst hätten.
Im Zusammenhang mit dem Vorfall geriet auch ein Dokument des Nationalen Polizeirats (NPCC) in die Kritik, das den Umgang mit Rassismus im Polizeieinsatz betraf. Dieses thematisiert das Problem des strukturellen Rassismus. Als Konsequenz daraus leitete man die Schlussfolgerung ab, im Sinne der Gleichbehandlung solle man nicht in allen Fällen strikt identisch vorgehen. Vielmehr solle man spezifische „Umstände und Erfahrungen“ berücksichtigen. Denn das Bekenntnis zur Rassengleichheit „bedeutet nicht, alle ‚gleich‘ zu behandeln oder ‚farbenblind‘ zu sein (Rassengleichheit)“.
Die Konservativen sahen darin eine Aufforderung zur unterschiedlichen Behandlung von Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe. Im konkreten Fall kam der Verdacht auf, man habe Digwa den Rassismusvorwurf vorschnell geglaubt und deshalb Nowak festgenommen und gefesselt, anstatt seine Angaben ernst zu nehmen. Der NPCC kündigte an, die Vorgaben und Abläufe noch einmal überprüfen zu wollen.

Familie von Henry Nowak über die Entscheidung informiert

Die IOPC erklärte nun, die von ihr erhobenen Beweise deuteten darauf hin, dass zwei an der Amtshandlung im Dezember 2025 beteiligte Polizeibeamte möglicherweise gegen ihre beruflichen Pflichten und die polizeilichen Standards verstoßen haben. Gegen sie besteht der Verdacht, nicht erkannt zu haben, dass Nowak dringend medizinische Hilfe benötigt hätte.
Sie hätten es unterlassen, sofort zu handeln, als dieser darauf hingewiesen habe, Stichverletzungen zu haben. Stattdessen hätten sie ihm die Festnahme erklärt und Handfesseln angelegt. Zudem gebe es Hinweise auf ein weiteres Fehlverhalten. Dieses betreffe Maßstäbe bezüglich Autorität, Respekt und Höflichkeit. Die Beamten hätten mutmaßlich gegen dieses verstoßen, indem sie Nowaks Angaben über die Stichverletzungen anfangs nicht ernst nahmen.
Die IOPC hat eigenen Angaben zufolge auch die Familie von Henry Nowak über ihre Entscheidung informiert und ihr ihre Anteilnahme ausgesprochen. Man werde die während der Untersuchung gesammelten Beweise würdigen und Hinweise auf ein mögliches Fehlverhalten der Beamten bewerten. Am Ende werde man entscheiden, ob es zu einem Disziplinarverfahren komme.

Mögliche Notwendigkeit von Änderung der Polizeipraxis untersucht

Man plane auch, Hinweise zu bewerten, wonach der Vorfall das öffentliche Vertrauen in die Polizeiarbeit ernsthaft geschädigt habe. Zudem untersuche man, ob aus unsachlichen Gründen wie Rasse oder Religion Beeinflussungen der Wahrnehmung oder des Verhaltens der Beamten stattgefunden hätten. Außerdem werde man prüfen, „ob Änderungen an nationalen oder polizeilichen Richtlinien oder Verfahren notwendig sind, um die Polizeipraxis zu verbessern“.
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02.07.2026 | Dachstuhlbrand in Krankenhaus | Infineon eröffnet Halbleiterfabrik

HEUTE6:48 Uhr

Dachstuhlbrand in Krankenhaus

Beim Brand des Dachstuhls eines Krankenhauses in Ludwigslust nahe Schwerin sind nach ersten Erkenntnissen mindestens 34 Menschen verletzt worden. Ein Mensch werde derzeit wiederbelebt, sagte ein Mitarbeiter der Polizei. Patienten und Krankenhaus-Beschäftigte würden derzeit aus dem Gebäude evakuiert. Der Dachstuhl des Krankenhauses brennt den Angaben zufolge seit 4.28 Uhr. Die Lage vor Ort sei aktuell höchst dynamisch.
Es gibt viele Verletzte.

Es gibt viele Verletzte.

Foto: Ralf Drefin/SWM DV Studio/dpa

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Infineon eröffnet heute in Dresden neue Halbleiterfabrik

Der deutsche Halbleiterkonzern Infineon eröffnet am Donnerstag ab 11:00 Uhr eine neue Chipfabrik am Standort Dresden – drei Monate früher als ursprünglich geplant. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird einem Regierungssprecher zufolge per Videoschalte ein Grußwort halten, Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) ist vor Ort dabei. Nach Unternehmensangaben investiert Infineon rund fünf Milliarden Euro in das „Smart Power Fab“ genannte Werk. Mehr Informationen finden Sie hier.
 

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