Zahlreiche Menschen müssen sich auf eine Evakuierung vorbereiten. - Foto: Nicolas Lambert//dpa
Der große Waldbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn ist noch etwa anderthalb Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.
1,8 Kilometer sind es von der Feuerfront bis zu den ersten Häusern auf deutscher Seite, wie die grenznahe Stadt Monschau in NRW am späten Sonntagvormittag mitteilte. Sie ging nach aktuellem Stand nicht davon aus, „dass das Brandgeschehen auf deutsches Territorium übergreifen wird“.
Wegen einer erwarteten „starken Belastung durch Brandrauch“ rief die Stadt Einwohner der grenznahen Bereiche aber dazu auf, ihre Häuser zu verlassen.
Waldbrand in Belgien: Gigantische Rauchwand über dem Hohen Venn
Foto: Christoph Reichwein/dpa
Feuerwehr: Lage hat sich entspannt
Die Gefahrenlage hat sich nach Einschätzung der Monschauer Feuerwehr entspannt. „Wir fahren zurück“, sagte Einsatzleiter Philipp Krüger der Nachrichtenagentur dpa am Morgen. In der Nacht habe man einen Großteil der rund 90 Einsatzkräfte abgezogen. „Aktuell sind wir noch mit 20 Personen auf Reserve vor Ort.
Man beobachte die Brand-Entwicklung weiter ganz genau und werde im Notfall angemessen reagieren und die Kräfte bei Bedarf wieder verstärken. Seit der Nacht habe sich die Feuerfront nicht mehr weiter auf Monschau zubewegt.
Die Feuerfront erstreckte sich am Sonntagmorgen über einen Kilometer, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender RTBF. Das Feuer änderte demnach in der Nacht wegen wechselnder Winde mehrmals seine Richtung. Unter Kontrolle ist das Feuer noch nicht.
Bis 10 Uhr sollten die Menschen raus
Am Sonntagmorgen teilte die Stadt Monschau noch mit, dass Einwohner der Ortschaften Plattevenn, Leyloch und Kalterherberg dringend empfohlen wird, diese Bereiche bis 10 Uhr zu verlassen und bei Verwandtschaft und Freunden unterzukommen.
Für Menschen, die nicht eigenständig unterkommen, stellt die Stadt eine Anlaufstelle im Bürgercasino Imgenbroich zur Verfügung.
Der Deutsche Wetterdienst rechnet nicht mit Regen in der Region, der Wind sei schwach bis mäßig.
Das Feuer breitet sich in den Hautes Fagnes aus. Belgische Feuerwehrleute bekämpfen es mit Verstärkung aus Deutschland, den Niederlanden und Flandern.
Foto: Valentin Bianchi/Hans Lucas/AFP via Getty Images
Angesichts der Ausbreitung der Feuerfront im Hohen Venn werde erwartet, dass es ab dem Vormittag zu erheblichen Rauchbelastungen und Rauchniederschlägen kommen werde, erklärte die Stadt weiter. Gesundheitliche Gefahren durch den Brandrauch seien nicht auszuschließen. Die Empfehlung gelte zunächst bis 18:00 Uhr.
Stadt Monschau: Notgepäck bereithalten
Auf eine Evakuierung einstellen sollten sich die Bewohner der Ortsteile Kalterherberg und Mützenich, hieß es in der Nacht. Eine Sprecherin der Stadt sagte dpa, betroffen seien rund 5.000 Menschen. Sie betonte, es seien Vorsichtsmaßnahmen. Stand jetzt gehe man von keiner Evakuierung aus.
Die Stadt Monschau forderte die Einwohner dazu auf, Notgepäck bereitzuhalten und ihre Nachbarn zu informieren. Zudem wird den Angaben nach darum gebeten, die Notrufleitungen von Polizei und Feuerwehr nicht zu blockieren.
Die Eifelstadt Monschau mit ihren rund 12.000 Einwohnern gilt als Touristenmagnet in der Region. Sie ist besonders für ihre mit Fachwerkhäusern geschmückte Altstadt bekannt, die auch immer wieder als Filmkulisse dient. Monschau liegt direkt am Hohen Venn, einem Hochmoor zwischen Deutschland und Belgien.
Das Großfeuer in Belgien hat sich bis auf drei Kilometer der deutschen Grenze genähert.
Foto: Nicolas Lambert//dpa
Feuerwehr Monschau im Vollalarm
Die Feuerwehr Monschau ist im Vollalarm. Vorsorglich würden Löschmaßnahmen vorbereitet, damit im Falle eines Überspringens des Feuers auf deutsches Gebiet unmittelbar mit den Löscharbeiten begonnen werden könne, erklärte die Stadt.
Die Feuerwehr rechnet nicht mit einem baldigen Übergreifen der Flammen auf deutsches Gebiet. „Wir behalten die Lage weiterhin auf jeden Fall im Blick“, sagte Philipp Krüger, Einsatzleiter der Feuerwehr Monschau, der dpa am frühen Morgen. Einheiten würden jetzt erst einmal in die Pause geschickt. „Wir werden die Einsatzlage stetig überwachen, neu bewerten und gegebenenfalls Einheiten dazuziehen.“
Die Einsatzkräfte hätten zuvor Feldgrundstücke nahe der deutsch-belgischen Grenze gewässert, um einen Zeitvorsprung vor dem Feuer zu gewinnen. Das Technische Hilfswerk unterstützte.
Die belgischen Behörden ordneten die Evakuierung der unmittelbar westlich an den Ortsteil Kalterherberg angrenzenden Ortschaft Küchelscheid bereits an.
„Bitte schließen Sie die Fenster“
Laut einer von der Polizei verbreiteten Mitteilung der Kreisverwaltung kommt es im gesamten Kreisgebiet Bernkastel-Wittlich zu einer starken Rauchentwicklung durch den Brand in Belgien.
Es komme zu Sichtbehinderungen und Geruchsbelästigungen durch Brandgase. „Bitte schließen Sie Fenster, Türen, und schalten sie Lüftungs- und Klimageräte aus“, hieß es.
Der Rauch sei auch in Trier angekommen, sagte der Polizeisprecher. Es rieche nach Brand und sei diesig.
Am Abend hatte der Gouverneur der belgischen Provinz Lüttich mitgeteilt, der Waldbrand habe mittlerweile eine Fläche von 2.700 Hektar erfasst – was einer Fläche von umgerechnet fast 3.800 Fußballfeldern entspricht. Zum Vergleich: Beim Brand im nur 20 Kilometer von Monschau entfernten Hürtgenwald in der Eifel sind nach Angaben des Kreises Düren etwa 300 Hektar Wald vom Feuer betroffen.
Der Waldbrand am 15. August 2026 im Naturschutzgebiet in Waimes / Belgien.
Foto: Dimitri Korczak/AFP via Getty Images
Der größte Brand, den Belgien je erlebt
Das Feuer war am Freitagnachmittag in dem Waldgebiet nahe der deutschen Gemeinde Monschau ausgebrochen und breitete sich in der Nacht und am Samstag rasch aus. „Es besteht die Gefahr, dass die Flammen die Wohngebäude erreichen, aber wir tun alles, um sie zu schützen“, sagte ein Behördensprecher der AFP.
Zur Bekämpfung löste Belgien den europäischen Katastrophenschutzmechanismus zur Aktivierung von Hilfen aus der EU aus. Ein Löschhubschrauber aus den Niederlanden war bereits im Einsatz. Zwei weitere Hubschrauber sowie zwei schwedische Löschflugzeuge sollten nach Angaben der EU ab Sonntag die Löscharbeiten unterstützen.
Laut örtlicher Behörden sind auch deutsche Feuerwehrleute vor Ort. Weitere Hubschrauber und Flugzeuge aus der Tschechischen Republik, Schweden und den Niederlanden wurden mobilisiert, schrieb die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Hadja Lahbib, auf der Plattform X.
Eine Rauchwolke, die am 14. August 2026 während des Brandes in Jalhay in den Himmel aufsteigt.
Foto: Nicolas Lambert/BELGA MAG/Belga/AFP via Getty Images
Ein AFP-Journalist, der in Begleitung von Einsatzkräften das Brandgebiet betreten konnte, sah dort eine riesige Fläche mit verkohlter Vegetation. Dichter Rauch hing in der Luft.
„Wenn man sieht, wie es heute Morgen aussah und wie es jetzt aussieht, kann man nur schockiert sein“, sagte der belgische Innenminister Bernard Quintin, der sich vor Ort ein Bild von der Lage machte.
Das Feuer sei „der größte Brand, den Belgien je erlebt hat“, zitiert unter anderem der öffentlich-rechtliche Sender RTBF lokale Politiker.
Am 14. August 2026 sind Rettungskräfte am Ort einer Explosion am Treurenberg in der Brüsseler Innenstadt im Einsatz.
Foto: Emile Windal/Belga/AFP via Getty Images
Nach Angaben des belgischen Verteidigungsministeriums wurden vier Löschflugzeuge der neuesten Generation mobilisiert. Auch zahlreiche Landwirte machten sich auf den Weg, um die Feuerwehr zu unterstützen.
Rettungskräfte löschen auch im Naturschutzgebiet „Hautes Fagnes“ aus der Luft.
Foto: Nicolas Lambert/BELGA MAG/Belga/AFP via Getty Images
Kirmes in Rheinland-Pfalz wegen Rauch unterbrochen
Das Polizeipräsidium Trier teilte mit, aufgrund der Brände in Belgien und NRW in Verbindung mit dem aktuellen Wind und Wetterbedingungen breiteten sich die Rauchwolken seit dem Nachmittag in der Region aus, insbesondere in der Eifel und an der Mosel. An vielen Orten sei deutlicher Brandgeruch wahrzunehmen, teilweise liege Asche in der Luft.
„Es sind derzeit keine Flächen- oder Waldbrände im Dienstgebiet des Polizeipräsidiums bekannt und es droht derzeit keine Gefahr durch diese Brände“, hieß es allerdings weiter.
Wegen des Rauchs wurde am Samstag auch eine Kirmes in Wittlich im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz unterbrochen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Trier mitteilte.
Die Verantwortlichen halten demnach die Entwicklung der Lage kontinuierlich im Blick. Bei der am Freitag gestarteten Säubrennerkrimes handelt es sich um eines der größten Feste in der Region.
Waldbrand im Hürtgenwald breitet sich nicht weiter aus
Auf der anderen Seite der Grenze breitete sich der Waldbrand in der Eifel nahe Hürtgenwald über Nacht nicht weiter aus.
1.800 Einsatzkräfte kämpften dort unter anderem mit Löschhubschraubern gegen den bislang größten und folgenschwersten Waldbrand des Sommers in Deutschland. Der am Freitag evakuierte Ortsteil Gey blieb aus Sicherheitsgründen vorerst geräumt.
Feuerwehrleute am 15. August 2026 in der Nähe von Düeren beim Waldbrand im Huertgenwald.
Foto: Sascha Schuermann/Getty Images
Weitere Brände: Frankreich, Spanien, Kroatien, Serbien, Griechenland
Im Südwesten Frankreichs waren rund 500 Feuerwehrleute und vier Löschflugzeuge weiter gegen einen Waldbrand in der Nähe des Dorfes Luglon im Einsatz. Das Feuer war am Donnerstag ausgebrochen und vernichtete seither mindestens 1.580 Hektar Vegetation. 650 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.
In der Region südlich von Bordeaux hatte ein riesiger Waldbrand Ende Juli bereits mehr als 40.000 Hektar Vegetation zerstört, rund 220.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.
In Spanien wüteten die Flammen in der Region Aragonien weiter. Dort vernichtete ein Feuer inzwischen 15.000 Hektar Wald. Die Feuerwehrleute haben die Flammen nach eigenen Angaben ausgebremst, sodass sie sich vorerst nicht weiter auf Wohngebiete und zwei alte Klöster zubewegen. 18 Dörfer blieben am Samstag evakuiert.
In Kroatien brachten Feuerwehrleute zwei größere Brände unter Kontrolle. Auf der Insel Dugi kämpften sie mit zwei Löschflugzeugen die ganze Nacht lang gegen die Flammen in einem Kiefernwald, die auf Wohngebiete zurückten.
Die Behörden ermitteln unterdessen zur Ursache für einen schweren Brand in der Region Omis im Süden der Küstenstadt Split. Dort war in der Nacht zum Freitag ein Mensch in den Flammen ums Leben gekommen. Rund 40 weitere Menschen wurden verletzt, zehn von ihnen mussten auf der Intensivstation behandelt werden. Anwohner vermuteten eine „kriminelle Ursache“ hinter dem Brand.
An der kroatischen Adriaküste südlich von Split hat ein heftiger Waldbrand gewütet. Mehr als 1.000 Menschen musste in Notunterkünften in Sicherheit gebracht werden.
Foto: Jakov Prkic/AP/dpa
Im Nachbarland Serbien zählten die Behörden am Samstag 25 aktive Brände. Der größte hat sich in den vergangenen Tagen auf eine Fläche von 2500 Hektar ausgebreitet. Im Naturschutzgebiet der Banater Sandwüste rund 50 Kilometer westlich der Hauptstadt Belgrad kämpften rund 300 Einsatzkräfte gegen die Flammen.
Auch in Griechenland blieb die Waldbrandgefahr wegen heftiger Windböen hoch. Innerhalb von 24 Stunden brachen in dem Land mehr als 50 Brände aus, die meisten von ihnen konnten nach Angaben der Feuerwehr rasch gelöscht oder unter Kontrolle gebracht werden. (afp/red)
Zahlreiche Menschen müssen sich auf eine Evakuierung vorbereiten. - Foto: Nicolas Lambert//dpa
Wegen der Ausbreitung eines großen Waldbrandes von Belgien in Richtung Deutschland ist die Lage auch für die Menschen in der grenznahen nordrhein-westfälischen Stadt Monschau angespannt.
Die Feuerfront im Hohen Venn befinde sich nur noch etwa drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, teilte die Stadt nachts auf ihrer Webseite mit und rief weitere Bewohner dazu auf, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten. Zudem warnte die Stadt vor einer starken Rauchbelastung. Monschau liegt rund zwei Kilometer von der Grenze entfernt.
Bis 10 Uhr sollen die Menschen raus
Am Sonntagmorgen teilte die Stadt mit, dass Einwohner der Ortschaften Plattevenn, Leyloch und Kalterherberg dringend empfohlen wird, diese Bereiche bis 10 Uhr zu verlassen und bei Verwandtschaft und Freunden unterzukommen. Für Menschen, die nicht eigenständig unterkommen, stellt die Stadt eine Anlaufstelle im Bürgercasino Imgenbroich zur Verfügung.
Das Feuer breitet sich in den Hautes Fagnes aus. Belgische Feuerwehrleute bekämpfen es mit Verstärkung aus Deutschland, den Niederlanden und Flandern.
Foto: Valentin Bianchi/Hans Lucas/AFP via Getty Images
Angesichts der Ausbreitung der Feuerfront im Hohen Venn werde erwartet, dass es ab dem Vormittag zu erheblichen Rauchbelastungen und Rauchniederschlägen kommen werde, erklärte die Stadt weiter. Gesundheitliche Gefahren durch den Brandrauch seien nicht auszuschließen. Die Empfehlung gelte zunächst bis 18:00 Uhr.
Stadt Monschau: Notgepäck bereithalten
Auf eine Evakuierung einstellen sollten sich die Bewohner der Ortsteile Kalterherberg und Mützenich, hieß es in der Nacht. Eine Sprecherin der Stadt sagte dpa, betroffen seien rund 5.000 Menschen. Sie betonte, es seien Vorsichtsmaßnahmen. Stand jetzt gehe man von keiner Evakuierung aus.
Die Stadt Monschau forderte die Einwohner dazu auf, Notgepäck bereitzuhalten und ihre Nachbarn zu informieren. Zudem wird den Angaben nach darum gebeten, die Notrufleitungen von Polizei und Feuerwehr nicht zu blockieren.
Die Eifelstadt Monschau mit ihren rund 12.000 Einwohnern gilt als Touristenmagnet in der Region. Sie ist besonders für ihre mit Fachwerkhäusern geschmückte Altstadt bekannt, die auch immer wieder als Filmkulisse dient. Monschau liegt direkt am Hohen Venn, einem Hochmoor zwischen Deutschland und Belgien.
Das Großfeuer in Belgien hat sich bis auf drei Kilometer der deutschen Grenze genähert.
Foto: Nicolas Lambert//dpa
Feuerwehr Monschau im Vollalarm
Die Feuerwehr Monschau ist im Vollalarm. Vorsorglich würden Löschmaßnahmen vorbereitet, damit im Falle eines Überspringens des Feuers auf deutsches Gebiet unmittelbar mit den Löscharbeiten begonnen werden könne, erklärte die Stadt.
Die Feuerwehr rechnet nicht mit einem baldigen Übergreifen der Flammen auf deutsches Gebiet. „Wir behalten die Lage weiterhin auf jeden Fall im Blick“, sagte Philipp Krüger, Einsatzleiter der Feuerwehr Monschau, der dpa am frühen Morgen. Einheiten würden jetzt erst einmal in die Pause geschickt. „Wir werden die Einsatzlage stetig überwachen, neu bewerten und gegebenenfalls Einheiten dazuziehen.“
Die Einsatzkräfte hätten zuvor Feldgrundstücke nahe der deutsch-belgischen Grenze gewässert, um einen Zeitvorsprung vor dem Feuer zu gewinnen. Das Technische Hilfswerk habe die Feuerwehr unterstützt.
Bereits einige Stunden vorher hatte die Stadt Monschau die Bewohner einzelner Siedlungen in Kalterherberg und Mützenich aufgerufen, sich auf eine mögliche Räumung einzustellen. Die belgischen Behörden hätten demnach die Evakuierung der unmittelbar westlich an den Ortsteil Kalterherberg angrenzenden Ortschaft Küchelscheid bereits angeordnet.
„Bitte schließen Sie die Fenster“
Laut einer von der Polizei verbreiteten Mitteilung der Kreisverwaltung kommt es im gesamten Kreisgebiet Bernkastel-Wittlich zu einer starken Rauchentwicklung durch den Brand in Belgien.
Es komme zu Sichtbehinderungen und Geruchsbelästigungen durch Brandgase. „Bitte schließen Sie Fenster, Türen, und schalten sie Lüftungs- und Klimageräte aus“, hieß es.
Der Rauch sei auch in Trier angekommen, sagte der Polizeisprecher. Es rieche nach Brand und sei diesig.
Am Abend hatte der Gouverneur der belgischen Provinz Lüttich mitgeteilt, der Waldbrand habe mittlerweile eine Fläche von 2.700 Hektar erfasst – was einer Fläche von umgerechnet fast 3.800 Fußballfeldern entspricht. Zum Vergleich: Beim Brand im nur 20 Kilometer von Monschau entfernten Hürtgenwald in der Eifel sind nach Angaben des Kreises Düren etwa 300 Hektar Wald vom Feuer betroffen.
Der Waldbrand am 15. August 2026 im Naturschutzgebiet in Waimes / Belgien.
Foto: Dimitri Korczak/AFP via Getty Images
Der größte Brand, den Belgien je erlebt
Das Feuer war am Freitagnachmittag in dem Waldgebiet nahe der deutschen Gemeinde Monschau ausgebrochen und breitete sich in der Nacht und am Samstag rasch aus. „Es besteht die Gefahr, dass die Flammen die Wohngebäude erreichen, aber wir tun alles, um sie zu schützen“, sagte ein Behördensprecher der AFP.
Zur Bekämpfung löste Belgien den europäischen Katastrophenschutzmechanismus zur Aktivierung von Hilfen aus der EU aus. Ein Löschhubschrauber aus den Niederlanden war bereits im Einsatz. Zwei weitere Hubschrauber sowie zwei schwedische Löschflugzeuge sollten nach Angaben der EU ab Sonntag die Löscharbeiten unterstützen.
Laut örtlicher Behörden sind auch deutsche Feuerwehrleute vor Ort. Weitere Hubschrauber und Flugzeuge aus der Tschechischen Republik, Schweden und den Niederlanden wurden mobilisiert, schrieb die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Hadja Lahbib, auf der Plattform X.
Eine Rauchwolke, die am 14. August 2026 während des Brandes in Jalhay in den Himmel aufsteigt.
Foto: Nicolas Lambert/BELGA MAG/Belga/AFP via Getty Images
Ein AFP-Journalist, der in Begleitung von Einsatzkräften das Brandgebiet betreten konnte, sah dort eine riesige Fläche mit verkohlter Vegetation. Dichter Rauch hing in der Luft.
„Wenn man sieht, wie es heute Morgen aussah und wie es jetzt aussieht, kann man nur schockiert sein“, sagte der belgische Innenminister Bernard Quintin, der sich vor Ort ein Bild von der Lage machte.
Das Feuer sei „der größte Brand, den Belgien je erlebt hat“, zitiert unter anderem der öffentlich-rechtliche Sender RTBF lokale Politiker.
Am 14. August 2026 sind Rettungskräfte am Ort einer Explosion am Treurenberg in der Brüsseler Innenstadt im Einsatz.
Foto: Emile Windal/Belga/AFP via Getty Images
Nach Angaben des belgischen Verteidigungsministeriums wurden vier Löschflugzeuge der neuesten Generation mobilisiert. Auch zahlreiche Landwirte machten sich auf den Weg, um die Feuerwehr zu unterstützen.
Die Auswirkungen durch den Rauch sind auch in Rheinland-Pfalz zu spüren.
Rettungskräfte löschen auch im Naturschutzgebiet „Hautes Fagnes“ aus der Luft.
Foto: Nicolas Lambert/BELGA MAG/Belga/AFP via Getty Images
Kirmes in Rheinland-Pfalz wegen Rauch unterbrochen
Das Polizeipräsidium Trier teilte mit, aufgrund der Brände in Belgien und NRW in Verbindung mit dem aktuellen Wind und Wetterbedingungen breiteten sich die Rauchwolken seit dem Nachmittag in der Region aus, insbesondere in der Eifel und an der Mosel. An vielen Orten sei deutlicher Brandgeruch wahrzunehmen, teilweise liege Asche in der Luft.
„Es sind derzeit keine Flächen- oder Waldbrände im Dienstgebiet des Polizeipräsidiums bekannt und es droht derzeit keine Gefahr durch diese Brände“, hieß es allerdings weiter.
Die starke Rauchentwicklung ist auch in Rheinland-Pfalz zu sehen.
Foto: Kevin Schößler/dpa
Wegen des Rauchs wurde am Samstag auch eine Kirmes in Wittlich im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz unterbrochen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Trier mitteilte.
Die Verantwortlichen halten demnach die Entwicklung der Lage kontinuierlich im Blick. Bei der am Freitag gestarteten Säubrennerkrimes handelt es sich um eines der größten Feste in der Region.
Waldbrand im Hürtgenwald breitet sich nicht weiter aus
Auf der anderen Seite der Grenze breitete sich der Waldbrand in der Eifel nahe Hürtgenwald über Nacht nicht weiter aus.
1.800 Einsatzkräfte kämpften dort unter anderem mit Löschhubschraubern gegen den bislang größten und folgenschwersten Waldbrand des Sommers in Deutschland. Der am Freitag evakuierte Ortsteil Gey blieb aus Sicherheitsgründen vorerst geräumt.
Feuerwehrleute am 15. August 2026 in der Nähe von Düeren beim Waldbrand im Huertgenwald.
Foto: Sascha Schuermann/Getty Images
Weitere Brände: Frankreich, Spanien, Kroatien, Serbien, Griechenland
Im Südwesten Frankreichs waren rund 500 Feuerwehrleute und vier Löschflugzeuge weiter gegen einen Waldbrand in der Nähe des Dorfes Luglon im Einsatz. Das Feuer war am Donnerstag ausgebrochen und vernichtete seither mindestens 1.580 Hektar Vegetation. 650 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.
In der Region südlich von Bordeaux hatte ein riesiger Waldbrand Ende Juli bereits mehr als 40.000 Hektar Vegetation zerstört, rund 220.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.
In Spanien wüteten die Flammen in der Region Aragonien weiter. Dort vernichtete ein Feuer inzwischen 15.000 Hektar Wald. Die Feuerwehrleute haben die Flammen nach eigenen Angaben ausgebremst, sodass sie sich vorerst nicht weiter auf Wohngebiete und zwei alte Klöster zubewegen. 18 Dörfer blieben am Samstag evakuiert.
In Kroatien brachten Feuerwehrleute zwei größere Brände unter Kontrolle. Auf der Insel Dugi kämpften sie mit zwei Löschflugzeugen die ganze Nacht lang gegen die Flammen in einem Kiefernwald, die auf Wohngebiete zurückten.
Die Behörden ermitteln unterdessen zur Ursache für einen schweren Brand in der Region Omis im Süden der Küstenstadt Split. Dort war in der Nacht zum Freitag ein Mensch in den Flammen ums Leben gekommen. Rund 40 weitere Menschen wurden verletzt, zehn von ihnen mussten auf der Intensivstation behandelt werden. Anwohner vermuteten eine „kriminelle Ursache“ hinter dem Brand.
An der kroatischen Adriaküste südlich von Split hat ein heftiger Waldbrand gewütet. Mehr als 1.000 Menschen musste in Notunterkünften in Sicherheit gebracht werden.
Foto: Jakov Prkic/AP/dpa
Im Nachbarland Serbien zählten die Behörden am Samstag 25 aktive Brände. Der größte hat sich in den vergangenen Tagen auf eine Fläche von 2500 Hektar ausgebreitet. Im Naturschutzgebiet der Banater Sandwüste rund 50 Kilometer westlich der Hauptstadt Belgrad kämpften rund 300 Einsatzkräfte gegen die Flammen.
Auch in Griechenland blieb die Waldbrandgefahr wegen heftiger Windböen hoch. Innerhalb von 24 Stunden brachen in dem Land mehr als 50 Brände aus, die meisten von ihnen konnten nach Angaben der Feuerwehr rasch gelöscht oder unter Kontrolle gebracht werden. (afp/red)
Zahlreiche Menschen müssen sich auf eine Evakuierung vorbereiten. - Foto: Nicolas Lambert//dpa
Wegen der Ausbreitung eines großen Waldbrandes von Belgien in Richtung Deutschland ist die Lage auch für die Menschen in der grenznahen nordrhein-westfälischen Stadt Monschau angespannt.
Die Feuerfront im Hohen Venn befinde sich nur noch etwa drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, teilte die Stadt nachts auf ihrer Webseite mit und rief weitere Bewohner dazu auf, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten. Zudem warnte die Stadt vor einer starken Rauchbelastung. Monschau liegt rund zwei Kilometer von der Grenze entfernt.
Bis 10 Uhr sollen die Menschen raus
Am Sonntagmorgen teilte die Stadt mit, dass Einwohner der Ortschaften Plattevenn, Leyloch und Kalterherberg dringend empfohlen wird, diese Bereiche bis 10 Uhr zu verlassen und bei Verwandtschaft und Freunden unterzukommen. Für Menschen, die nicht eigenständig unterkommen, stellt die Stadt eine Anlaufstelle im Bürgercasino Imgenbroich zur Verfügung.
Das Feuer breitet sich in den Hautes Fagnes aus. Belgische Feuerwehrleute bekämpfen es mit Verstärkung aus Deutschland, den Niederlanden und Flandern.
Foto: Valentin Bianchi/Hans Lucas/AFP via Getty Images
Angesichts der Ausbreitung der Feuerfront im Hohen Venn werde erwartet, dass es ab dem Vormittag zu erheblichen Rauchbelastungen und Rauchniederschlägen kommen werde, erklärte die Stadt weiter. Gesundheitliche Gefahren durch den Brandrauch seien nicht auszuschließen. Die Empfehlung gelte zunächst bis 18:00 Uhr.
Stadt Monschau: Notgepäck bereithalten
Auf eine Evakuierung einstellen sollten sich die Bewohner der Ortsteile Kalterherberg und Mützenich, hieß es in der Nacht. Eine Sprecherin der Stadt sagte dpa, betroffen seien rund 5.000 Menschen. Sie betonte, es seien Vorsichtsmaßnahmen. Stand jetzt gehe man von keiner Evakuierung aus.
Die Stadt Monschau forderte die Einwohner dazu auf, Notgepäck bereitzuhalten und ihre Nachbarn zu informieren. Zudem wird den Angaben nach darum gebeten, die Notrufleitungen von Polizei und Feuerwehr nicht zu blockieren.
Die Eifelstadt Monschau mit ihren rund 12.000 Einwohnern gilt als Touristenmagnet in der Region. Sie ist besonders für ihre mit Fachwerkhäusern geschmückte Altstadt bekannt, die auch immer wieder als Filmkulisse dient. Monschau liegt direkt am Hohen Venn, einem Hochmoor zwischen Deutschland und Belgien.
Das Großfeuer in Belgien hat sich bis auf drei Kilometer der deutschen Grenze genähert.
Foto: Nicolas Lambert//dpa
Feuerwehr Monschau im Vollalarm
Die Feuerwehr Monschau ist im Vollalarm. Vorsorglich würden Löschmaßnahmen vorbereitet, damit im Falle eines Überspringens des Feuers auf deutsches Gebiet unmittelbar mit den Löscharbeiten begonnen werden könne, erklärte die Stadt.
Die Feuerwehr rechnet nicht mit einem baldigen Übergreifen der Flammen auf deutsches Gebiet. „Wir behalten die Lage weiterhin auf jeden Fall im Blick“, sagte Philipp Krüger, Einsatzleiter der Feuerwehr Monschau, der dpa am frühen Morgen. Einheiten würden jetzt erst einmal in die Pause geschickt. „Wir werden die Einsatzlage stetig überwachen, neu bewerten und gegebenenfalls Einheiten dazuziehen.“
Die Einsatzkräfte hätten zuvor Feldgrundstücke nahe der deutsch-belgischen Grenze gewässert, um einen Zeitvorsprung vor dem Feuer zu gewinnen. Das Technische Hilfswerk habe die Feuerwehr unterstützt.
Bereits einige Stunden vorher hatte die Stadt Monschau die Bewohner einzelner Siedlungen in Kalterherberg und Mützenich aufgerufen, sich auf eine mögliche Räumung einzustellen. Die belgischen Behörden hätten demnach die Evakuierung der unmittelbar westlich an den Ortsteil Kalterherberg angrenzenden Ortschaft Küchelscheid bereits angeordnet.
„Bitte schließen Sie die Fenster“
Laut einer von der Polizei verbreiteten Mitteilung der Kreisverwaltung kommt es im gesamten Kreisgebiet Bernkastel-Wittlich zu einer starken Rauchentwicklung durch den Brand in Belgien.
Es komme zu Sichtbehinderungen und Geruchsbelästigungen durch Brandgase. „Bitte schließen Sie Fenster, Türen, und schalten sie Lüftungs- und Klimageräte aus“, hieß es.
Der Rauch sei auch in Trier angekommen, sagte der Polizeisprecher. Es rieche nach Brand und sei diesig.
Am Abend hatte der Gouverneur der belgischen Provinz Lüttich mitgeteilt, der Waldbrand habe mittlerweile eine Fläche von 2.700 Hektar erfasst – was einer Fläche von umgerechnet fast 3.800 Fußballfeldern entspricht. Zum Vergleich: Beim Brand im nur 20 Kilometer von Monschau entfernten Hürtgenwald in der Eifel sind nach Angaben des Kreises Düren etwa 300 Hektar Wald vom Feuer betroffen.
Der Waldbrand am 15. August 2026 im Naturschutzgebiet in Waimes / Belgien.
Foto: Dimitri Korczak/AFP via Getty Images
Der größte Brand, den Belgien je erlebt
Das Feuer war am Freitagnachmittag in dem Waldgebiet nahe der deutschen Gemeinde Monschau ausgebrochen und breitete sich in der Nacht und am Samstag rasch aus. „Es besteht die Gefahr, dass die Flammen die Wohngebäude erreichen, aber wir tun alles, um sie zu schützen“, sagte ein Behördensprecher der AFP.
Zur Bekämpfung löste Belgien den europäischen Katastrophenschutzmechanismus zur Aktivierung von Hilfen aus der EU aus. Ein Löschhubschrauber aus den Niederlanden war bereits im Einsatz. Zwei weitere Hubschrauber sowie zwei schwedische Löschflugzeuge sollten nach Angaben der EU ab Sonntag die Löscharbeiten unterstützen.
Laut örtlicher Behörden sind auch deutsche Feuerwehrleute vor Ort. Weitere Hubschrauber und Flugzeuge aus der Tschechischen Republik, Schweden und den Niederlanden wurden mobilisiert, schrieb die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Hadja Lahbib, auf der Plattform X.
Eine Rauchwolke, die am 14. August 2026 während des Brandes in Jalhay in den Himmel aufsteigt.
Foto: Nicolas Lambert/BELGA MAG/Belga/AFP via Getty Images
Ein AFP-Journalist, der in Begleitung von Einsatzkräften das Brandgebiet betreten konnte, sah dort eine riesige Fläche mit verkohlter Vegetation. Dichter Rauch hing in der Luft.
„Wenn man sieht, wie es heute Morgen aussah und wie es jetzt aussieht, kann man nur schockiert sein“, sagte der belgische Innenminister Bernard Quintin, der sich vor Ort ein Bild von der Lage machte.
Das Feuer sei „der größte Brand, den Belgien je erlebt hat“, zitiert unter anderem der öffentlich-rechtliche Sender RTBF lokale Politiker.
Am 14. August 2026 sind Rettungskräfte am Ort einer Explosion am Treurenberg in der Brüsseler Innenstadt im Einsatz.
Foto: Emile Windal/Belga/AFP via Getty Images
Nach Angaben des belgischen Verteidigungsministeriums wurden vier Löschflugzeuge der neuesten Generation mobilisiert. Auch zahlreiche Landwirte machten sich auf den Weg, um die Feuerwehr zu unterstützen.
Die Auswirkungen durch den Rauch sind auch in Rheinland-Pfalz zu spüren.
Rettungskräfte löschen auch im Naturschutzgebiet „Hautes Fagnes“ aus der Luft.
Foto: Nicolas Lambert/BELGA MAG/Belga/AFP via Getty Images
Kirmes in Rheinland-Pfalz wegen Rauch unterbrochen
Das Polizeipräsidium Trier teilte mit, aufgrund der Brände in Belgien und NRW in Verbindung mit dem aktuellen Wind und Wetterbedingungen breiteten sich die Rauchwolken seit dem Nachmittag in der Region aus, insbesondere in der Eifel und an der Mosel. An vielen Orten sei deutlicher Brandgeruch wahrzunehmen, teilweise liege Asche in der Luft.
„Es sind derzeit keine Flächen- oder Waldbrände im Dienstgebiet des Polizeipräsidiums bekannt und es droht derzeit keine Gefahr durch diese Brände“, hieß es allerdings weiter.
Die starke Rauchentwicklung ist auch in Rheinland-Pfalz zu sehen.
Foto: Kevin Schößler/dpa
Wegen des Rauchs wurde am Samstag auch eine Kirmes in Wittlich im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz unterbrochen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Trier mitteilte.
Die Verantwortlichen halten demnach die Entwicklung der Lage kontinuierlich im Blick. Bei der am Freitag gestarteten Säubrennerkrimes handelt es sich um eines der größten Feste in der Region.
Waldbrand im Hürtgenwald breitet sich nicht weiter aus
Auf der anderen Seite der Grenze breitete sich der Waldbrand in der Eifel nahe Hürtgenwald über Nacht nicht weiter aus.
1.800 Einsatzkräfte kämpften dort unter anderem mit Löschhubschraubern gegen den bislang größten und folgenschwersten Waldbrand des Sommers in Deutschland. Der am Freitag evakuierte Ortsteil Gey blieb aus Sicherheitsgründen vorerst geräumt.
Feuerwehrleute am 15. August 2026 in der Nähe von Düeren beim Waldbrand im Huertgenwald.
Foto: Sascha Schuermann/Getty Images
Weitere Brände: Frankreich, Spanien, Kroatien, Serbien, Griechenland
Im Südwesten Frankreichs waren rund 500 Feuerwehrleute und vier Löschflugzeuge weiter gegen einen Waldbrand in der Nähe des Dorfes Luglon im Einsatz. Das Feuer war am Donnerstag ausgebrochen und vernichtete seither mindestens 1.580 Hektar Vegetation. 650 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.
In der Region südlich von Bordeaux hatte ein riesiger Waldbrand Ende Juli bereits mehr als 40.000 Hektar Vegetation zerstört, rund 220.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.
In Spanien wüteten die Flammen in der Region Aragonien weiter. Dort vernichtete ein Feuer inzwischen 15.000 Hektar Wald. Die Feuerwehrleute haben die Flammen nach eigenen Angaben ausgebremst, sodass sie sich vorerst nicht weiter auf Wohngebiete und zwei alte Klöster zubewegen. 18 Dörfer blieben am Samstag evakuiert.
In Kroatien brachten Feuerwehrleute zwei größere Brände unter Kontrolle. Auf der Insel Dugi kämpften sie mit zwei Löschflugzeugen die ganze Nacht lang gegen die Flammen in einem Kiefernwald, die auf Wohngebiete zurückten.
Die Behörden ermitteln unterdessen zur Ursache für einen schweren Brand in der Region Omis im Süden der Küstenstadt Split. Dort war in der Nacht zum Freitag ein Mensch in den Flammen ums Leben gekommen. Rund 40 weitere Menschen wurden verletzt, zehn von ihnen mussten auf der Intensivstation behandelt werden. Anwohner vermuteten eine „kriminelle Ursache“ hinter dem Brand.
An der kroatischen Adriaküste südlich von Split hat ein heftiger Waldbrand gewütet. Mehr als 1.000 Menschen musste in Notunterkünften in Sicherheit gebracht werden.
Foto: Jakov Prkic/AP/dpa
Im Nachbarland Serbien zählten die Behörden am Samstag 25 aktive Brände. Der größte hat sich in den vergangenen Tagen auf eine Fläche von 2500 Hektar ausgebreitet. Im Naturschutzgebiet der Banater Sandwüste rund 50 Kilometer westlich der Hauptstadt Belgrad kämpften rund 300 Einsatzkräfte gegen die Flammen.
Auch in Griechenland blieb die Waldbrandgefahr wegen heftiger Windböen hoch. Innerhalb von 24 Stunden brachen in dem Land mehr als 50 Brände aus, die meisten von ihnen konnten nach Angaben der Feuerwehr rasch gelöscht oder unter Kontrolle gebracht werden. (afp/red)
Zahlreiche Menschen müssen sich auf eine Evakuierung vorbereiten. - Foto: Nicolas Lambert//dpa
Die Gefahrenlage in Monschau an der belgischen Grenze hat sich nach Einschätzung der dortigen Feuerwehr entspannt. „Wir fahren zurück“, sagte Einsatzleiter Philipp Krüger der Nachrichtenagentur dpa am Morgen. In der Nacht habe man einen Großteil der rund 90 Einsatzkräfte abgezogen. „Aktuell sind wir noch mit 20 Personen auf Reserve vor Ort.“.
Der Feuerwehrsprecher rechnet damit, dass die Stadt ihre Evakuierungswarnung voraussichtlich in Kürze zurücknimmt. Man beobachte die Brand-Entwicklung weiter ganz genau und werde im Notfall angemessen reagieren und die Kräfte bei Bedarf wieder verstärken. Seit der Nacht habe sich die Feuerfront nicht mehr weiter auf Monschau zubewegt.
Die Feuerfront erstreckte sich am Sonntagmorgen über einen Kilometer, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender RTBF. Das Feuer änderte demnach in der Nacht wegen wechselnder Winde mehrmals seine Richtung. Unter Kontrolle ist das Feuer noch nicht.
Bis 10 Uhr sollten die Menschen raus
Am Sonntagmorgen teilte die Stadt Monschau mit, dass Einwohner der Ortschaften Plattevenn, Leyloch und Kalterherberg dringend empfohlen wird, diese Bereiche bis 10 Uhr zu verlassen und bei Verwandtschaft und Freunden unterzukommen.
Für Menschen, die nicht eigenständig unterkommen, stellt die Stadt eine Anlaufstelle im Bürgercasino Imgenbroich zur Verfügung.
Der Deutsche Wetterdienst rechnet nicht mit Regen in der Region, der Wind sei schwach bis mäßig.
Das Feuer breitet sich in den Hautes Fagnes aus. Belgische Feuerwehrleute bekämpfen es mit Verstärkung aus Deutschland, den Niederlanden und Flandern.
Foto: Valentin Bianchi/Hans Lucas/AFP via Getty Images
Angesichts der Ausbreitung der Feuerfront im Hohen Venn werde erwartet, dass es ab dem Vormittag zu erheblichen Rauchbelastungen und Rauchniederschlägen kommen werde, erklärte die Stadt weiter. Gesundheitliche Gefahren durch den Brandrauch seien nicht auszuschließen. Die Empfehlung gelte zunächst bis 18:00 Uhr.
Stadt Monschau: Notgepäck bereithalten
Auf eine Evakuierung einstellen sollten sich die Bewohner der Ortsteile Kalterherberg und Mützenich, hieß es in der Nacht. Eine Sprecherin der Stadt sagte dpa, betroffen seien rund 5.000 Menschen. Sie betonte, es seien Vorsichtsmaßnahmen. Stand jetzt gehe man von keiner Evakuierung aus.
Die Stadt Monschau forderte die Einwohner dazu auf, Notgepäck bereitzuhalten und ihre Nachbarn zu informieren. Zudem wird den Angaben nach darum gebeten, die Notrufleitungen von Polizei und Feuerwehr nicht zu blockieren.
Die Eifelstadt Monschau mit ihren rund 12.000 Einwohnern gilt als Touristenmagnet in der Region. Sie ist besonders für ihre mit Fachwerkhäusern geschmückte Altstadt bekannt, die auch immer wieder als Filmkulisse dient. Monschau liegt direkt am Hohen Venn, einem Hochmoor zwischen Deutschland und Belgien.
Das Großfeuer in Belgien hat sich bis auf drei Kilometer der deutschen Grenze genähert.
Foto: Nicolas Lambert//dpa
Feuerwehr Monschau im Vollalarm
Die Feuerwehr Monschau ist im Vollalarm. Vorsorglich würden Löschmaßnahmen vorbereitet, damit im Falle eines Überspringens des Feuers auf deutsches Gebiet unmittelbar mit den Löscharbeiten begonnen werden könne, erklärte die Stadt.
Die Feuerwehr rechnet nicht mit einem baldigen Übergreifen der Flammen auf deutsches Gebiet. „Wir behalten die Lage weiterhin auf jeden Fall im Blick“, sagte Philipp Krüger, Einsatzleiter der Feuerwehr Monschau, der dpa am frühen Morgen. Einheiten würden jetzt erst einmal in die Pause geschickt. „Wir werden die Einsatzlage stetig überwachen, neu bewerten und gegebenenfalls Einheiten dazuziehen.“
Die Einsatzkräfte hätten zuvor Feldgrundstücke nahe der deutsch-belgischen Grenze gewässert, um einen Zeitvorsprung vor dem Feuer zu gewinnen. Das Technische Hilfswerk unterstützte.
Die belgischen Behörden ordneten die Evakuierung der unmittelbar westlich an den Ortsteil Kalterherberg angrenzenden Ortschaft Küchelscheid bereits an.
„Bitte schließen Sie die Fenster“
Laut einer von der Polizei verbreiteten Mitteilung der Kreisverwaltung kommt es im gesamten Kreisgebiet Bernkastel-Wittlich zu einer starken Rauchentwicklung durch den Brand in Belgien.
Es komme zu Sichtbehinderungen und Geruchsbelästigungen durch Brandgase. „Bitte schließen Sie Fenster, Türen, und schalten sie Lüftungs- und Klimageräte aus“, hieß es.
Der Rauch sei auch in Trier angekommen, sagte der Polizeisprecher. Es rieche nach Brand und sei diesig.
Am Abend hatte der Gouverneur der belgischen Provinz Lüttich mitgeteilt, der Waldbrand habe mittlerweile eine Fläche von 2.700 Hektar erfasst – was einer Fläche von umgerechnet fast 3.800 Fußballfeldern entspricht. Zum Vergleich: Beim Brand im nur 20 Kilometer von Monschau entfernten Hürtgenwald in der Eifel sind nach Angaben des Kreises Düren etwa 300 Hektar Wald vom Feuer betroffen.
Der Waldbrand am 15. August 2026 im Naturschutzgebiet in Waimes / Belgien.
Foto: Dimitri Korczak/AFP via Getty Images
Der größte Brand, den Belgien je erlebt
Das Feuer war am Freitagnachmittag in dem Waldgebiet nahe der deutschen Gemeinde Monschau ausgebrochen und breitete sich in der Nacht und am Samstag rasch aus. „Es besteht die Gefahr, dass die Flammen die Wohngebäude erreichen, aber wir tun alles, um sie zu schützen“, sagte ein Behördensprecher der AFP.
Zur Bekämpfung löste Belgien den europäischen Katastrophenschutzmechanismus zur Aktivierung von Hilfen aus der EU aus. Ein Löschhubschrauber aus den Niederlanden war bereits im Einsatz. Zwei weitere Hubschrauber sowie zwei schwedische Löschflugzeuge sollten nach Angaben der EU ab Sonntag die Löscharbeiten unterstützen.
Laut örtlicher Behörden sind auch deutsche Feuerwehrleute vor Ort. Weitere Hubschrauber und Flugzeuge aus der Tschechischen Republik, Schweden und den Niederlanden wurden mobilisiert, schrieb die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Hadja Lahbib, auf der Plattform X.
Eine Rauchwolke, die am 14. August 2026 während des Brandes in Jalhay in den Himmel aufsteigt.
Foto: Nicolas Lambert/BELGA MAG/Belga/AFP via Getty Images
Ein AFP-Journalist, der in Begleitung von Einsatzkräften das Brandgebiet betreten konnte, sah dort eine riesige Fläche mit verkohlter Vegetation. Dichter Rauch hing in der Luft.
„Wenn man sieht, wie es heute Morgen aussah und wie es jetzt aussieht, kann man nur schockiert sein“, sagte der belgische Innenminister Bernard Quintin, der sich vor Ort ein Bild von der Lage machte.
Das Feuer sei „der größte Brand, den Belgien je erlebt hat“, zitiert unter anderem der öffentlich-rechtliche Sender RTBF lokale Politiker.
Am 14. August 2026 sind Rettungskräfte am Ort einer Explosion am Treurenberg in der Brüsseler Innenstadt im Einsatz.
Foto: Emile Windal/Belga/AFP via Getty Images
Nach Angaben des belgischen Verteidigungsministeriums wurden vier Löschflugzeuge der neuesten Generation mobilisiert. Auch zahlreiche Landwirte machten sich auf den Weg, um die Feuerwehr zu unterstützen.
Rettungskräfte löschen auch im Naturschutzgebiet „Hautes Fagnes“ aus der Luft.
Foto: Nicolas Lambert/BELGA MAG/Belga/AFP via Getty Images
Kirmes in Rheinland-Pfalz wegen Rauch unterbrochen
Das Polizeipräsidium Trier teilte mit, aufgrund der Brände in Belgien und NRW in Verbindung mit dem aktuellen Wind und Wetterbedingungen breiteten sich die Rauchwolken seit dem Nachmittag in der Region aus, insbesondere in der Eifel und an der Mosel. An vielen Orten sei deutlicher Brandgeruch wahrzunehmen, teilweise liege Asche in der Luft.
„Es sind derzeit keine Flächen- oder Waldbrände im Dienstgebiet des Polizeipräsidiums bekannt und es droht derzeit keine Gefahr durch diese Brände“, hieß es allerdings weiter.
Wegen des Rauchs wurde am Samstag auch eine Kirmes in Wittlich im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz unterbrochen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Trier mitteilte.
Die Verantwortlichen halten demnach die Entwicklung der Lage kontinuierlich im Blick. Bei der am Freitag gestarteten Säubrennerkrimes handelt es sich um eines der größten Feste in der Region.
Waldbrand im Hürtgenwald breitet sich nicht weiter aus
Auf der anderen Seite der Grenze breitete sich der Waldbrand in der Eifel nahe Hürtgenwald über Nacht nicht weiter aus.
1.800 Einsatzkräfte kämpften dort unter anderem mit Löschhubschraubern gegen den bislang größten und folgenschwersten Waldbrand des Sommers in Deutschland. Der am Freitag evakuierte Ortsteil Gey blieb aus Sicherheitsgründen vorerst geräumt.
Feuerwehrleute am 15. August 2026 in der Nähe von Düeren beim Waldbrand im Huertgenwald.
Foto: Sascha Schuermann/Getty Images
Weitere Brände: Frankreich, Spanien, Kroatien, Serbien, Griechenland
Im Südwesten Frankreichs waren rund 500 Feuerwehrleute und vier Löschflugzeuge weiter gegen einen Waldbrand in der Nähe des Dorfes Luglon im Einsatz. Das Feuer war am Donnerstag ausgebrochen und vernichtete seither mindestens 1.580 Hektar Vegetation. 650 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.
In der Region südlich von Bordeaux hatte ein riesiger Waldbrand Ende Juli bereits mehr als 40.000 Hektar Vegetation zerstört, rund 220.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.
In Spanien wüteten die Flammen in der Region Aragonien weiter. Dort vernichtete ein Feuer inzwischen 15.000 Hektar Wald. Die Feuerwehrleute haben die Flammen nach eigenen Angaben ausgebremst, sodass sie sich vorerst nicht weiter auf Wohngebiete und zwei alte Klöster zubewegen. 18 Dörfer blieben am Samstag evakuiert.
In Kroatien brachten Feuerwehrleute zwei größere Brände unter Kontrolle. Auf der Insel Dugi kämpften sie mit zwei Löschflugzeugen die ganze Nacht lang gegen die Flammen in einem Kiefernwald, die auf Wohngebiete zurückten.
Die Behörden ermitteln unterdessen zur Ursache für einen schweren Brand in der Region Omis im Süden der Küstenstadt Split. Dort war in der Nacht zum Freitag ein Mensch in den Flammen ums Leben gekommen. Rund 40 weitere Menschen wurden verletzt, zehn von ihnen mussten auf der Intensivstation behandelt werden. Anwohner vermuteten eine „kriminelle Ursache“ hinter dem Brand.
An der kroatischen Adriaküste südlich von Split hat ein heftiger Waldbrand gewütet. Mehr als 1.000 Menschen musste in Notunterkünften in Sicherheit gebracht werden.
Foto: Jakov Prkic/AP/dpa
Im Nachbarland Serbien zählten die Behörden am Samstag 25 aktive Brände. Der größte hat sich in den vergangenen Tagen auf eine Fläche von 2500 Hektar ausgebreitet. Im Naturschutzgebiet der Banater Sandwüste rund 50 Kilometer westlich der Hauptstadt Belgrad kämpften rund 300 Einsatzkräfte gegen die Flammen.
Auch in Griechenland blieb die Waldbrandgefahr wegen heftiger Windböen hoch. Innerhalb von 24 Stunden brachen in dem Land mehr als 50 Brände aus, die meisten von ihnen konnten nach Angaben der Feuerwehr rasch gelöscht oder unter Kontrolle gebracht werden. (afp/red)
Zahlreiche Menschen müssen sich auf eine Evakuierung vorbereiten. - Foto: Nicolas Lambert//dpa
Wegen der Ausbreitung eines großen Waldbrandes von Belgien in Richtung Deutschland ist die Lage auch für die Menschen in der grenznahen nordrhein-westfälischen Stadt Monschau angespannt.
Die Feuerfront im Hohen Venn befinde sich nur noch etwa drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, teilte die Stadt nachts auf ihrer Webseite mit und rief weitere Bewohner dazu auf, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten. Zudem warnte die Stadt vor einer starken Rauchbelastung. Monschau liegt rund zwei Kilometer von der Grenze entfernt.
Bis 10 Uhr sollen die Menschen raus
Am Sonntagmorgen teilte die Stadt mit, dass Einwohner der Ortschaften Plattevenn, Leyloch und Kalterherberg dringend empfohlen wird, diese Bereiche bis 10 Uhr zu verlassen und bei Verwandtschaft und Freunden unterzukommen. Für Menschen, die nicht eigenständig unterkommen, stellt die Stadt eine Anlaufstelle im Bürgercasino Imgenbroich zur Verfügung.
Das Feuer breitet sich in den Hautes Fagnes aus, und die belgischen Feuerwehrleute bekämpfen es mit Verstärkung aus Deutschland, den Niederlanden und Flandern.
Foto: Valentin Bianchi/Hans Lucas/AFP via Getty Images
Angesichts der Ausbreitung der Feuerfront im Hohen Venn werde erwartet, dass es ab dem Vormittag zu erheblichen Rauchbelastungen und Rauchniederschlägen kommen werde, erklärte die Stadt weiter. Gesundheitliche Gefahren durch den Brandrauch seien nicht auszuschließen. Die Empfehlung gelte zunächst bis 18:00 Uhr.
Stadt Monschau: Notgepäck bereithalten
Auf eine Evakuierung einstellen sollten sich die Bewohner der Ortsteile Kalterherberg und Mützenich, hieß es in der Nacht. Eine Sprecherin der Stadt sagte dpa, betroffen seien rund 5.000 Menschen. Sie betonte, es seien Vorsichtsmaßnahmen. Stand jetzt gehe man von keiner Evakuierung aus.
Die Stadt Monschau forderte die Einwohner dazu auf, Notgepäck bereitzuhalten und ihre Nachbarn zu informieren. Zudem wird den Angaben nach darum gebeten, die Notrufleitungen von Polizei und Feuerwehr nicht zu blockieren.
Die Eifelstadt Monschau mit ihren rund 12.000 Einwohnern gilt als Touristenmagnet in der Region. Sie ist besonders für ihre mit Fachwerkhäusern geschmückte Altstadt bekannt, die auch immer wieder als Filmkulisse dient. Monschau liegt direkt am Hohen Venn, einem Hochmoor zwischen Deutschland und Belgien.
Das Großfeuer in Belgien hat sich bis auf drei Kilometer der deutschen Grenze genähert.
Foto: Nicolas Lambert//dpa
Feuerwehr Monschau im Vollalarm
Die Feuerwehr Monschau ist im Vollalarm. Vorsorglich würden Löschmaßnahmen vorbereitet, damit im Falle eines Überspringens des Feuers auf deutsches Gebiet unmittelbar mit den Löscharbeiten begonnen werden könne, erklärte die Stadt.
Die Feuerwehr rechnet nicht mit einem baldigen Übergreifen der Flammen auf deutsches Gebiet. „Wir behalten die Lage weiterhin auf jeden Fall im Blick“, sagte Philipp Krüger, Einsatzleiter der Feuerwehr Monschau, der dpa am frühen Morgen. Einheiten würden jetzt erst einmal in die Pause geschickt. „Wir werden die Einsatzlage stetig überwachen, neu bewerten und gegebenenfalls Einheiten dazuziehen.“
Die Einsatzkräfte hätten zuvor Feldgrundstücke nahe der deutsch-belgischen Grenze gewässert, um einen Zeitvorsprung vor dem Feuer zu gewinnen. Das Technische Hilfswerk habe die Feuerwehr unterstützt.
Bereits einige Stunden vorher hatte die Stadt Monschau die Bewohner einzelner Siedlungen in Kalterherberg und Mützenich aufgerufen, sich auf eine mögliche Räumung einzustellen. Die belgischen Behörden hätten demnach die Evakuierung der unmittelbar westlich an den Ortsteil Kalterherberg angrenzenden Ortschaft Küchelscheid bereits angeordnet.
„Bitte schließen Sie die Fenster“
Laut einer von der Polizei verbreiteten Mitteilung der Kreisverwaltung kommt es im gesamten Kreisgebiet Bernkastel-Wittlich zu einer starken Rauchentwicklung durch den Brand in Belgien.
Es komme zu Sichtbehinderungen und Geruchsbelästigungen durch Brandgase. „Bitte schließen Sie Fenster, Türen, und schalten sie Lüftungs- und Klimageräte aus“, hieß es.
Der Rauch sei auch in Trier angekommen, sagte der Polizeisprecher. Es rieche nach Brand und sei diesig.
Am Abend hatte der Gouverneur der belgischen Provinz Lüttich mitgeteilt, der Waldbrand habe mittlerweile eine Fläche von 2.700 Hektar erfasst – was einer Fläche von umgerechnet fast 3.800 Fußballfeldern entspricht. Zum Vergleich: Beim Brand im nur 20 Kilometer von Monschau entfernten Hürtgenwald in der Eifel sind nach Angaben des Kreises Düren etwa 300 Hektar Wald vom Feuer betroffen.
Der Waldbrand am 15. August 2026 im Naturschutzgebiet in Waimes / Belgien.
Foto: Dimitri Korczak/AFP via Getty Images
Der größte Brand, den Belgien je erlebt
Das Feuer war am Freitagnachmittag in dem Waldgebiet nahe der deutschen Gemeinde Monschau ausgebrochen und breitete sich in der Nacht und am Samstag rasch aus. „Es besteht die Gefahr, dass die Flammen die Wohngebäude erreichen, aber wir tun alles, um sie zu schützen“, sagte ein Behördensprecher der AFP.
Zur Bekämpfung löste Belgien den europäischen Katastrophenschutzmechanismus zur Aktivierung von Hilfen aus der EU aus. Ein Löschhubschrauber aus den Niederlanden war bereits im Einsatz. Zwei weitere Hubschrauber sowie zwei schwedische Löschflugzeuge sollten nach Angaben der EU ab Sonntag die Löscharbeiten unterstützen.
Laut örtlicher Behörden sind auch deutsche Feuerwehrleute vor Ort. Weitere Hubschrauber und Flugzeuge aus der Tschechischen Republik, Schweden und den Niederlanden wurden mobilisiert, schrieb die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Hadja Lahbib, auf der Plattform X.
Eine Rauchwolke, die am 14. August 2026 während des Brandes in Jalhay in den Himmel aufsteigt.
Foto: Nicolas Lambert/BELGA MAG/Belga/AFP via Getty Images
Ein AFP-Journalist, der in Begleitung von Einsatzkräften das Brandgebiet betreten konnte, sah dort eine riesige Fläche mit verkohlter Vegetation. Dichter Rauch hing in der Luft.
„Wenn man sieht, wie es heute Morgen aussah und wie es jetzt aussieht, kann man nur schockiert sein“, sagte der belgische Innenminister Bernard Quintin, der sich vor Ort ein Bild von der Lage machte.
Das Feuer sei „der größte Brand, den Belgien je erlebt hat“, zitiert unter anderem der öffentlich-rechtliche Sender RTBF lokale Politiker.
Am 14. August 2026 sind Rettungskräfte am Ort einer Explosion am Treurenberg in der Brüsseler Innenstadt im Einsatz.
Foto: Emile Windal/Belga/AFP via Getty Images
Nach Angaben des belgischen Verteidigungsministeriums wurden vier Löschflugzeuge der neuesten Generation mobilisiert. Auch zahlreiche Landwirte machten sich auf den Weg, um die Feuerwehr zu unterstützen.
Die Auswirkungen durch den Rauch sind auch in Rheinland-Pfalz zu spüren.
Rettungskräfte löschen auch im Naturschutzgebiet „Hautes Fagnes“ aus der Luft.
Foto: Nicolas Lambert/BELGA MAG/Belga/AFP via Getty Images
Kirmes in Rheinland-Pfalz wegen Rauch unterbrochen
Das Polizeipräsidium Trier teilte mit, aufgrund der Brände in Belgien und NRW in Verbindung mit dem aktuellen Wind und Wetterbedingungen breiteten sich die Rauchwolken seit dem Nachmittag in der Region aus, insbesondere in der Eifel und an der Mosel. An vielen Orten sei deutlicher Brandgeruch wahrzunehmen, teilweise liege Asche in der Luft.
„Es sind derzeit keine Flächen- oder Waldbrände im Dienstgebiet des Polizeipräsidiums bekannt und es droht derzeit keine Gefahr durch diese Brände“, hieß es allerdings weiter.
Die starke Rauchentwicklung ist auch in Rheinland-Pfalz zu sehen.
Foto: Kevin Schößler/dpa
Wegen des Rauchs wurde am Samstag auch eine Kirmes in Wittlich im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz unterbrochen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Trier mitteilte.
Die Verantwortlichen halten demnach die Entwicklung der Lage kontinuierlich im Blick. Bei der am Freitag gestarteten Säubrennerkrimes handelt es sich um eines der größten Feste in der Region.
Waldbrand im Hürtgenwald breitet sich nicht weiter aus
Auf der anderen Seite der Grenze breitete sich der Waldbrand in der Eifel nahe Hürtgenwald über Nacht nicht weiter aus.
1.800 Einsatzkräfte kämpften dort unter anderem mit Löschhubschraubern gegen den bislang größten und folgenschwersten Waldbrand des Sommers in Deutschland. Der am Freitag evakuierte Ortsteil Gey blieb aus Sicherheitsgründen vorerst geräumt.
Feuerwehrleute am 15. August 2026 in der Nähe von Düeren beim Waldbrand im Huertgenwald.
Foto: Sascha Schuermann/Getty Images
Weitere Brände: Frankreich, Spanien, Kroatien, Serbien, Griechenland
Im Südwesten Frankreichs waren rund 500 Feuerwehrleute und vier Löschflugzeuge weiter gegen einen Waldbrand in der Nähe des Dorfes Luglon im Einsatz. Das Feuer war am Donnerstag ausgebrochen und vernichtete seither mindestens 1.580 Hektar Vegetation. 650 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.
In der Region südlich von Bordeaux hatte ein riesiger Waldbrand Ende Juli bereits mehr als 40.000 Hektar Vegetation zerstört, rund 220.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.
In Spanien wüteten die Flammen in der Region Aragonien weiter. Dort vernichtete ein Feuer inzwischen 15.000 Hektar Wald. Die Feuerwehrleute haben die Flammen nach eigenen Angaben ausgebremst, sodass sie sich vorerst nicht weiter auf Wohngebiete und zwei alte Klöster zubewegen. 18 Dörfer blieben am Samstag evakuiert.
In Kroatien brachten Feuerwehrleute zwei größere Brände unter Kontrolle. Auf der Insel Dugi kämpften sie mit zwei Löschflugzeugen die ganze Nacht lang gegen die Flammen in einem Kiefernwald, die auf Wohngebiete zurückten.
Die Behörden ermitteln unterdessen zur Ursache für einen schweren Brand in der Region Omis im Süden der Küstenstadt Split. Dort war in der Nacht zum Freitag ein Mensch in den Flammen ums Leben gekommen. Rund 40 weitere Menschen wurden verletzt, zehn von ihnen mussten auf der Intensivstation behandelt werden. Anwohner vermuteten eine „kriminelle Ursache“ hinter dem Brand.
An der kroatischen Adriaküste südlich von Split hat ein heftiger Waldbrand gewütet. Mehr als 1.000 Menschen musste in Notunterkünften in Sicherheit gebracht werden.
Foto: Jakov Prkic/AP/dpa
Im Nachbarland Serbien zählten die Behörden am Samstag 25 aktive Brände. Der größte hat sich in den vergangenen Tagen auf eine Fläche von 2500 Hektar ausgebreitet. Im Naturschutzgebiet der Banater Sandwüste rund 50 Kilometer westlich der Hauptstadt Belgrad kämpften rund 300 Einsatzkräfte gegen die Flammen.
Auch in Griechenland blieb die Waldbrandgefahr wegen heftiger Windböen hoch. Innerhalb von 24 Stunden brachen in dem Land mehr als 50 Brände aus, die meisten von ihnen konnten nach Angaben der Feuerwehr rasch gelöscht oder unter Kontrolle gebracht werden. (afp/red)
Zahlreiche Menschen müssen sich auf eine Evakuierung vorbereiten. - Foto: Nicolas Lambert//dpa
Wegen der Ausbreitung eines großen Waldbrandes von Belgien in Richtung Deutschland ist die Lage auch für die Menschen in der grenznahen nordrhein-westfälischen Stadt Monschau angespannt.
Die Feuerfront im Hohen Venn befinde sich nur noch etwa drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, teilte die Stadt in der Nacht auf ihrer Webseite mit und rief weitere Bewohner dazu auf, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten. Zudem warnte die Stadt vor einer starken Rauchbelastung. Monschau liegt rund zwei Kilometer von der Grenze entfernt.
Bürgern von drei Ortsteilen wurde am frühen Morgen wegen möglicherweise gesundheitsgefährdender Rauchbelastung empfohlen, ihre Häuser und Wohnungen vorübergehend zu verlassen. Die Einwohner der Ortsteile Plattevenn, Leyloch und Kalterherberg westlich des Messewegs sollten versuchen, bei Verwandten und Freunden unterzukommen, hieß es.
Die Feuerfront befindet sich nur noch etwa drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.
Foto: Max Lametz/dpa
Angesichts der Ausbreitung der Feuerfront im Hohen Venn werde erwartet, dass es ab dem Vormittag zu erheblichen Rauchbelastungen und Rauchniederschlägen kommen werde, erklärte die Stadt weiter. Gesundheitliche Gefahren durch den Brandrauch seien nicht auszuschließen. Die Empfehlung gelte zunächst bis 18:00 Uhr.
Stadt Monschau: Notgepäck bereithalten
Auf eine Evakuierung einstellen sollten sich die Bewohner der Ortsteile Kalterherberg und Mützenich, hieß es in der Nacht. Eine Sprecherin der Stadt sagte der Nachrichtenagentur dpa, betroffen seien rund 5.000 Menschen. Sie betonte, es seien Vorsichtsmaßnahmen. Stand jetzt gehe man von keiner Evakuierung aus.
Die Stadt Monschau forderte die Einwohner dazu auf, Notgepäck bereitzuhalten und ihre Nachbarn zu informieren. Zudem wird den Angaben nach darum gebeten, die Notrufleitungen von Polizei und Feuerwehr nicht zu blockieren.
Die Eifelstadt Monschau mit ihren rund 12.000 Einwohnern gilt als Touristenmagnet in der Region. Sie ist besonders für ihre mit Fachwerkhäusern geschmückte Altstadt bekannt, die auch immer wieder als Filmkulisse dient. Monschau liegt direkt am Hohen Venn, einem Hochmoor zwischen Deutschland und Belgien.
Das Großfeuer in Belgien hat sich bis auf drei Kilometer der deutschen Grenze genähert.
Foto: Nicolas Lambert//dpa
Feuerwehr Monschau im Vollalarm
Die Feuerwehr Monschau ist im Vollalarm. Vorsorglich würden Löschmaßnahmen vorbereitet, damit im Falle eines Überspringens des Feuers auf deutsches Gebiet unmittelbar mit den Löscharbeiten begonnen werden könne, erklärte die Stadt.
Die Feuerwehr rechnet nicht mit einem baldigen Übergreifen der Flammen auf deutsches Gebiet. „Wir behalten die Lage weiterhin auf jeden Fall im Blick“, sagte Philipp Krüger, Einsatzleiter der Feuerwehr Monschau, der dpa am frühen Morgen. Einheiten würden jetzt erst einmal in die Pause geschickt. „Wir werden die Einsatzlage stetig überwachen, neu bewerten und gegebenenfalls Einheiten dazuziehen.“
Die Einsatzkräfte hätten zuvor Feldgrundstücke nahe der deutsch-belgischen Grenze gewässert, um einen Zeitvorsprung vor dem Feuer zu gewinnen. Das Technische Hilfswerk habe die Feuerwehr unterstützt.
Bereits einige Stunden vorher hatte die Stadt Monschau die Bewohner einzelner Siedlungen in Kalterherberg und Mützenich aufgerufen, sich auf eine mögliche Räumung einzustellen. Die belgischen Behörden hätten demnach die Evakuierung der unmittelbar westlich an den Ortsteil Kalterherberg angrenzenden Ortschaft Küchelscheid bereits angeordnet.
Am 15. August 2026 begannen die Bewohner zweier Dörfer im Osten Belgiens mit der Evakuierung.
Foto: Laurent Cavenati/Belga/AFP via Getty Images
„Bitte schließen Sie die Fenster“
Laut einer von der Polizei verbreiteten Mitteilung der Kreisverwaltung kommt es im gesamten Kreisgebiet Bernkastel-Wittlich zu einer starken Rauchentwicklung durch den Brand in Belgien.
Es komme zu Sichtbehinderungen und Geruchsbelästigungen durch Brandgase. „Bitte schließen Sie Fenster, Türen, und schalten sie Lüftungs- und Klimageräte aus“, hieß es.
Der Rauch sei auch in Trier angekommen, sagte der Polizeisprecher. Es rieche nach Brand und sei diesig.
Am Abend hatte der Gouverneur der belgischen Provinz Lüttich mitgeteilt, der Waldbrand habe mittlerweile eine Fläche von 2.700 Hektar erfasst – was einer Fläche von umgerechnet fast 3.800 Fußballfeldern entspricht. Zum Vergleich: Beim Brand im nur 20 Kilometer von Monschau entfernten Hürtgenwald in der Eifel sind nach Angaben des Kreises Düren etwa 300 Hektar Wald vom Feuer betroffen.
Der größte Brand, den Belgien je erlebt
Das Feuer war am Freitagnachmittag in dem Waldgebiet nahe der deutschen Gemeinde Monschau ausgebrochen und breitete sich in der Nacht und am Samstag rasch aus. „Es besteht die Gefahr, dass die Flammen die Wohngebäude erreichen, aber wir tun alles, um sie zu schützen“, sagte ein Behördensprecher der AFP.
Zur Bekämpfung löste Belgien den europäischen Katastrophenschutzmechanismus zur Aktivierung von Hilfen aus der EU aus. Ein Löschhubschrauber aus den Niederlanden war bereits im Einsatz. Zwei weitere Hubschrauber sowie zwei schwedische Löschflugzeuge sollten nach Angaben der EU ab Sonntag die Löscharbeiten unterstützen.
Laut örtlicher Behörden sind auch deutsche Feuerwehrleute vor Ort. Weitere Hubschrauber und Flugzeuge aus der Tschechischen Republik, Schweden und den Niederlanden wurden mobilisiert, schrieb die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Hadja Lahbib, auf der Plattform X.
Eine Rauchwolke, die am 14. August 2026 während des Brandes in Jalhay in den Himmel aufsteigt.
Foto: Nicolas Lambert/BELGA MAG/Belga/AFP via Getty Images
Ein AFP-Journalist, der in Begleitung von Einsatzkräften das Brandgebiet betreten konnte, sah dort eine riesige Fläche mit verkohlter Vegetation. Dichter Rauch hing in der Luft.
„Wenn man sieht, wie es heute Morgen aussah und wie es jetzt aussieht, kann man nur schockiert sein“, sagte der belgische Innenminister Bernard Quintin, der sich vor Ort ein Bild von der Lage machte.
Das Feuer sei „der größte Brand, den Belgien je erlebt hat“, zitiert unter anderem der öffentlich-rechtliche Sender RTBF lokale Politiker.
Am 14. August 2026 sind Rettungskräfte am Ort einer Explosion am Treurenberg in der Brüsseler Innenstadt im Einsatz.
Foto: Emile Windal/Belga/AFP via Getty Images
Nach Angaben des belgischen Verteidigungsministeriums wurden vier Löschflugzeuge der neuesten Generation mobilisiert. Auch zahlreiche Landwirte machten sich auf den Weg, um die Feuerwehr zu unterstützen.
Die Auswirkungen durch den Rauch sind auch in Rheinland-Pfalz zu spüren.
Rettungskräfte löschen auch im Naturschutzgebiet „Hautes Fagnes“ aus der Luft.
Foto: Nicolas Lambert/BELGA MAG/Belga/AFP via Getty Images
Kirmes in Rheinland-Pfalz wegen Rauch unterbrochen
Das Polizeipräsidium Trier teilte mit, aufgrund der Brände in Belgien und NRW in Verbindung mit dem aktuellen Wind und Wetterbedingungen breiteten sich die Rauchwolken seit dem Nachmittag in der Region aus, insbesondere in der Eifel und an der Mosel. An vielen Orten sei deutlicher Brandgeruch wahrzunehmen, teilweise liege Asche in der Luft.
„Es sind derzeit keine Flächen- oder Waldbrände im Dienstgebiet des Polizeipräsidiums bekannt und es droht derzeit keine Gefahr durch diese Brände“, hieß es allerdings weiter.
Die starke Rauchentwicklung ist auch in Rheinland-Pfalz zu sehen.
Foto: Kevin Schößler/dpa
Wegen des Rauchs wurde am Samstag auch eine Kirmes in Wittlich im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz unterbrochen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Trier mitteilte.
Die Verantwortlichen halten demnach die Entwicklung der Lage kontinuierlich im Blick. Bei der am Freitag gestarteten Säubrennerkrimes handelt es sich um eines der größten Feste in der Region.
Waldbrand im Hürtgenwald breitet sich nicht weiter aus
Auf der anderen Seite der Grenze breitete sich der Waldbrand in der Eifel nahe Hürtgenwald über Nacht nicht weiter aus.
1.800 Einsatzkräfte kämpften dort unter anderem mit Löschhubschraubern gegen den bislang größten und folgenschwersten Waldbrand des Sommers in Deutschland. Der am Freitag evakuierte Ortsteil Gey blieb aus Sicherheitsgründen vorerst geräumt.
Feuerwehrleute am 15. August 2026 in der Nähe von Düeren beim Waldbrand im Huertgenwald.
Foto: Sascha Schuermann/Getty Images
Weitere Brände: Frankreich, Spanien, Kroatien, Serbien, Griechenland
Im Südwesten Frankreichs waren rund 500 Feuerwehrleute und vier Löschflugzeuge weiter gegen einen Waldbrand in der Nähe des Dorfes Luglon im Einsatz. Das Feuer war am Donnerstag ausgebrochen und vernichtete seither mindestens 1.580 Hektar Vegetation. 650 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.
In der Region südlich von Bordeaux hatte ein riesiger Waldbrand Ende Juli bereits mehr als 40.000 Hektar Vegetation zerstört, rund 220.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.
In Spanien wüteten die Flammen in der Region Aragonien weiter. Dort vernichtete ein Feuer inzwischen 15.000 Hektar Wald. Die Feuerwehrleute haben die Flammen nach eigenen Angaben ausgebremst, sodass sie sich vorerst nicht weiter auf Wohngebiete und zwei alte Klöster zubewegen. 18 Dörfer blieben am Samstag evakuiert.
In Kroatien brachten Feuerwehrleute zwei größere Brände unter Kontrolle. Auf der Insel Dugi kämpften sie mit zwei Löschflugzeugen die ganze Nacht lang gegen die Flammen in einem Kiefernwald, die auf Wohngebiete zurückten.
Die Behörden ermitteln unterdessen zur Ursache für einen schweren Brand in der Region Omis im Süden der Küstenstadt Split. Dort war in der Nacht zum Freitag ein Mensch in den Flammen ums Leben gekommen. Rund 40 weitere Menschen wurden verletzt, zehn von ihnen mussten auf der Intensivstation behandelt werden. Anwohner vermuteten eine „kriminelle Ursache“ hinter dem Brand.
An der kroatischen Adriaküste südlich von Split hat ein heftiger Waldbrand gewütet. Mehr als 1.000 Menschen musste in Notunterkünften in Sicherheit gebracht werden.
Foto: Jakov Prkic/AP/dpa
Im Nachbarland Serbien zählten die Behörden am Samstag 25 aktive Brände. Der größte hat sich in den vergangenen Tagen auf eine Fläche von 2500 Hektar ausgebreitet. Im Naturschutzgebiet der Banater Sandwüste rund 50 Kilometer westlich der Hauptstadt Belgrad kämpften rund 300 Einsatzkräfte gegen die Flammen.
Auch in Griechenland blieb die Waldbrandgefahr wegen heftiger Windböen hoch. Innerhalb von 24 Stunden brachen in dem Land mehr als 50 Brände aus, die meisten von ihnen konnten nach Angaben der Feuerwehr rasch gelöscht oder unter Kontrolle gebracht werden. (afp/red)
Ein großer Waldbrand im Hohen Venn könnte auch auf Nordrhein-Westfalen übergreifen. - Foto: Thomas Banneyer/dpa
Ein Waldbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der deutschen Grenze hat sich weiter ausgebreitet.
Der in Belgien wütende Waldbrand hat laut der Nachrichtenagentur Belga mittlerweile etwa eine Fläche von 1.600 Hektar. Zum Vergleich: Im rund 50 Kilometer entfernten Brand bei Hürtgenwald sind nach Angaben des Kreises Düren etwa 300 Hektar Wald von dem Brand betroffen.
Die Behörden von Monschau ordneten die Evakuierung von Ortschaften an. Betroffen seien die Menschen in Ruitzhof, Leyloch, Vennhof, Haus Sonnentau und Plattevenn, teilte die Stadt an der deutsch-belgischen Grenze auf ihrer Facebook-Seite mit.
Auf belgischer Seite sei am Samstag die Evakuierung der Ortschaften Küchelscheid und Leykaul eingeleitet worden.
Am 15. August 2026 begannen die Bewohner zweier Dörfer im Osten Belgiens mit der Evakuierung.
Foto: Laurent Cavenati/Belga/AFP via Getty Images
„Bitte schließen Sie Fenster“
Laut einer von der Polizei verbreiteten Mitteilung der Kreisverwaltung kommt es im gesamten Kreisgebiet Bernkastel-Wittlich zu einer starken Rauchentwicklung durch den Brand in Belgien.
Es komme zu Sichtbehinderungen und Geruchsbelästigungen durch Brandgase. „Bitte schließen Sie Fenster, Türen, und schalten sie Lüftungs- und Klimageräte aus“, hieß es.
Der Rauch sei auch in Trier angekommen, sagte der Polizeisprecher. Es rieche nach Brand und sei diesig.
Das Feuer war am Freitagnachmittag in dem Waldgebiet nahe der deutschen Gemeinde Monschau ausgebrochen und breitete sich in der Nacht und am Samstag rasch aus.
„Es besteht die Gefahr, dass die Flammen die Wohngebäude erreichen, aber wir tun alles, um sie zu schützen“, sagte ein Behördensprecher der AFP.
Eine Rauchwolke, die am 14. August 2026 während des Brandes in Jalhay in den Himmel aufsteigt.
Foto: Nicolas Lambert/BELGA MAG/Belga/AFP via Getty Images
Ein AFP-Journalist, der in Begleitung von Einsatzkräften das Brandgebiet betreten konnte, sah dort eine riesige Fläche mit verkohlter Vegetation. Dichter Rauch hing in der Luft.
„Wenn man sieht, wie es heute Morgen aussah und wie es jetzt aussieht, kann man nur schockiert sein“, sagte der belgische Innenminister Bernard Quintin, der sich vor Ort ein Bild von der Lage machte.
Das Feuer sei „der größte Brand, den Belgien je erlebt hat“, zitiert unter anderem der öffentlich-rechtliche Sender RTBF lokale Politiker. Zuvor hatte Belgien am Samstag andere Länder der Europäischen Union um Unterstützung gebeten.
Nach Angaben örtlicher Behörden sind auch deutsche Feuerwehrleute vor Ort. Weitere Hubschrauber und Flugzeuge aus der Tschechischen Republik, Schweden und den Niederlanden wurden mobilisiert, schrieb die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Hadja Lahbib, auf der Plattform X.
Am 14. August 2026 sind Rettungskräfte am Ort einer Explosion am Treurenberg in der Brüsseler Innenstadt im Einsatz.
Foto: Emile Windal/Belga/AFP via Getty Images
Nach Angaben des belgischen Verteidigungsministeriums wurden vier Löschflugzeuge der neuesten Generation mobilisiert. Auch zahlreiche Landwirte machten sich auf den Weg, um die Feuerwehr zu unterstützen.
Die Auswirkungen durch den Rauch sind auch in Rheinland-Pfalz zu spüren.
Rettungskräfte löschen auch im Naturschutzgebiet „Hautes Fagnes“ aus der Luft.
Foto: Nicolas Lambert/BELGA MAG/Belga/AFP via Getty Images
Kirmes in Rheinland-Pfalz wegen Rauch unterbrochen
Das Polizeipräsidium Trier teilte mit, aufgrund der Brände in Belgien und NRW in Verbindung mit dem aktuellen Wind und Wetterbedingungen breiteten sich die Rauchwolken seit dem Nachmittag in der Region aus, insbesondere in der Eifel und an der Mosel. An vielen Orten sei deutlicher Brandgeruch wahrzunehmen, teilweise liege Asche in der Luft.
„Es sind derzeit keine Flächen- oder Waldbrände im Dienstgebiet des Polizeipräsidiums bekannt und es droht derzeit keine Gefahr durch diese Brände“, hieß es allerdings weiter.
Die starke Rauchentwicklung ist auch in Rheinland-Pfalz zu sehen.
Foto: Kevin Schößler/dpa
Wegen des Rauchs wurde am Samstag auch eine Kirmes in Wittlich im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz unterbrochen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Trier mitteilte.
Die Verantwortlichen halten demnach die Entwicklung der Lage kontinuierlich im Blick. Bei der am Freitag gestarteten Säubrennerkrimes handelt es sich um eines der größten Feste in der Region.
Waldbrand im Hürtgenwald breitet sich nicht weiter aus
Auf der anderen Seite der Grenze breitete sich der Waldbrand in der Eifel nahe Hürtgenwald über Nacht nicht weiter aus.
1.800 Einsatzkräfte kämpften dort unter anderem mit Löschhubschraubern gegen den bislang größten und folgenschwersten Waldbrand des Sommers in Deutschland. Der am Freitag evakuierte Ortsteil Gey blieb aus Sicherheitsgründen vorerst geräumt.
Feuerwehrleute am 15. August 2026 in der Nähe von Düeren beim Waldbrand im Huertgenwald.
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Weitere Brände: Frankreich, Spanien, Kroatien, Serbien, Griechenland
Im Südwesten Frankreichs waren rund 500 Feuerwehrleute und vier Löschflugzeuge weiter gegen einen Waldbrand in der Nähe des Dorfes Luglon im Einsatz. Das Feuer war am Donnerstag ausgebrochen und vernichtete seither mindestens 1.580 Hektar Vegetation. 650 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.
In der Region südlich von Bordeaux hatte ein riesiger Waldbrand Ende Juli bereits mehr als 40.000 Hektar Vegetation zerstört, rund 220.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.
In Spanien wüteten die Flammen in der Region Aragonien weiter. Dort vernichtete ein Feuer inzwischen 15.000 Hektar Wald. Die Feuerwehrleute haben die Flammen nach eigenen Angaben ausgebremst, sodass sie sich vorerst nicht weiter auf Wohngebiete und zwei alte Klöster zubewegen. 18 Dörfer blieben am Samstag evakuiert.
In Kroatien brachten Feuerwehrleute zwei größere Brände unter Kontrolle. Auf der Insel Dugi kämpften sie mit zwei Löschflugzeugen die ganze Nacht lang gegen die Flammen in einem Kiefernwald, die auf Wohngebiete zurückten.
Die Behörden ermitteln unterdessen zur Ursache für einen schweren Brand in der Region Omis im Süden der Küstenstadt Split. Dort war in der Nacht zum Freitag ein Mensch in den Flammen ums Leben gekommen. Rund 40 weitere Menschen wurden verletzt, zehn von ihnen mussten auf der Intensivstation behandelt werden. Anwohner vermuteten eine „kriminelle Ursache“ hinter dem Brand.
An der kroatischen Adriaküste südlich von Split hat ein heftiger Waldbrand gewütet. Mehr als 1.000 Menschen musste in Notunterkünften in Sicherheit gebracht werden.
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Im Nachbarland Serbien zählten die Behörden am Samstag 25 aktive Brände. Der größte hat sich in den vergangenen Tagen auf eine Fläche von 2500 Hektar ausgebreitet. Im Naturschutzgebiet der Banater Sandwüste rund 50 Kilometer westlich der Hauptstadt Belgrad kämpften rund 300 Einsatzkräfte gegen die Flammen.
Auch in Griechenland blieb die Waldbrandgefahr wegen heftiger Windböen hoch. Innerhalb von 24 Stunden brachen in dem Land mehr als 50 Brände aus, die meisten von ihnen konnten nach Angaben der Feuerwehr rasch gelöscht oder unter Kontrolle gebracht werden. (afp/red)
Deutschland, das Land der Bücher und Leser. Hier erfand 1454 Johannes Gutenberg den Buchdruck und eröffnete dadurch Bildungsmöglichkeiten für die breite Bevölkerung.
Und jetzt ein Aufschrei aus der Buchbranche: „Die Lesekrise hat nun auch den Buchmarkt erreicht: Der sich immer weiter verschlechternde Zustand der Lesekompetenz in Deutschland schlägt sich erstmalig deutlich in den Buchkäufen nieder“, beklagte am 9. Juli der Börsenverein des Deutschen Buchhandels.
Hierzulande gab es mit Stand 2024 nach Auskunft des Sprachrohrs der deutschen Buchbranche etwa 3.000 Buchverlage mit 30.100 Beschäftigten. Insgesamt erwirtschafteten die Verlage einen Umsatz von 6,2 Milliarden Euro.
Ein Viertel der Buchläden in fünf Jahren geschlossen
Ende 2025 zeigte sich die Buchhandelsbranche alarmiert aufgrund einer Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes (Destatis).
Das Amt teilte im Oktober mit, dass innerhalb von fünf Jahren zwischen 2018 und 2023 die Zahl der Bucheinzelhändler um knapp ein Viertel gesunken sei. Demnach gab es vor drei Jahren nur noch 2.980 Unternehmen im Bucheinzelhandel.
Als „mögliche Gründe“ für diesen Negativtrend führte Destatis „steigende Mieten und Personalkosten“ sowie „ein geändertes Kaufverhalten“ an. Gemeint sind damit die Online-Bestellmöglichkeiten. Worauf das Amt, das zum Bundesinnenministerium gehört, nicht einging, hat nun der Börsenverein benannt:
Sebastian Guggolz, Vorsteher des Verbands: „Jahrzehntelange Versäumnisse in der Bildungspolitik haben zu einer fortschreitenden Verschlechterung der Lesekompetenz geführt – das Ergebnis lässt sich nun unmittelbar an den Marktzahlen ablesen.“
Diese Zahlen müssten seiner Meinung nach „auch ein Weckruf an die Politik sein“. Guggolz forderte „umgehend konsequente Maßnahmen, um Bildung und Lesekompetenz zu verbessern“. Dies müsse zur obersten Priorität für Bund, Länder und Kommunen werden. „Denn Lesen ist immaterielle Infrastruktur“, so der Verbandsvorsitzende.
Eine Altersgruppe steche laut Börsenverein besonders hervor: Die Zahl der Kunden im Alter zwischen 10 und 15 Jahren sei zwischen 2024 und 2025 um 30,6 Prozent zurückgegangen. Damit seien auch die Ausgaben in dieser Altersgruppe um 23,8 Prozent gesunken. Aber auch insgesamt habe der Branchenumsatz mit 9,62 Milliarden Euro um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr abgenommen.
Wie sieht es konkret vor Ort aus? Epoch Times besuchte die Buchhandlung Reuffel im rheinland-pfälzischen Mayen. Die von Handwerkern und Autoverkäufern geprägte Kleinstadt im Süden der Eifel, dort, wo das karge Land sich allmählich zum sonnigen Moseltal weitet, hat rund 20.000 Einwohner.
Bekanntester Mayener war der am 8. April in Paris verstorbene Schauspieler Mario Adorf, der der Babyboomer-Generation der 50er- und 60er-Jahre durch die Karl-May-Filme als Bösewicht Santer, der „Mörder von Winnetous Schwester“, bekannt ist. Karl-May-Bücher verkauft Reuffel aber heutzutage nicht mehr, sagt Meike Steinmetz, Filialleiterin in Mayen. Es bestehe für diese Bücher keine Nachfrage mehr.
Der Klage des Börsenvereins über den Abwärtstrend bei 10- bis 15-jährigen Käufern kann sich Steinmetz nur „bedingt anschließen“. Richtig sei, dass diese Lesergruppe nicht so stark vertreten sei wie andere. Sie relativiert dies jedoch: Kinder in diesem Alter würden generell viel „ausprobieren“. In späteren Jahren kehrten sie zurück. Das zeige etwa folgendes Kaufverhalten:
„Wir haben sehr viele Kunden aufgrund des neuen Genrebereichs „New Adult“. Davon fühlten sich junge Erwachsene im Alter von 18 bis Ende zwanzig angezogen. New Adult bezeichnet den Belletristikbereich Romanze – das sind in erster Linie Liebesromane für junge Erwachsene.
Die jungen Autoren würden jene Themen behandeln, die diese Generation interessiert, sagt Steinmetz: „Liebe. Findung. Wer bin ich?“ Dieser Trend schlage sich auch in ihrer englischsprachigen Abteilung nieder.
Als weitere Kundengruppe lässt sich die Seniorengeneration identifizieren. Sie kauft Bücher für ihre Enkelkinder und deckt sich mit Campingführern und Reiseführern ein, weiß Steinmetz zu berichten. Entgegen den vom Börsenverein beklagten Trends laufe ihr Buchgeschäft gut.
Auch bezüglich der weiteren Reuffel-Niederlassungen in Koblenz und Montabaur „sind wir unternehmensweit zufrieden“. Die kleine Reuffel-Kette „tut auch viel dafür. Wir sehen zu, dass wir wettbewerbsfähig bleiben“, so Steinmetz. Als Beispiel nennt die Teamleiterin Leseförderung, etwa Besuche von Schulklassen.
Eine Kollegin würde zum Beispiel erklären, wie ein Buch entsteht. Im Haus gebe es eine alte Buchpresse, die an alle Filialen ausgegeben werde. Mit dieser könnten sich die Schüler ein eigenes Buch herstellen. Damit werde ein Buch zum unmittelbaren Erlebnis.
Aber das Buchgeschäft setzt aktiv viel früher an, etwa mit einem eigenen Kita-Portal. Und die Mayener Filiale beliefert Kindergärten mit Bücherkisten. In der Weihnachtszeit kämen Bücherkisten für Bibliotheken hinzu. Und auch Buchausstellungen würden organisiert.
Seit Mai boome das Schulbuchgeschäft. „Im Mai kommen schon die ersten Eltern von den ganz Kleinen, die eingeschult werden, mit Schulbuchlisten.“
Das Städtchen Mayen bietet für das weite Umland eine Reihe von Schulen an: mehrere Grundschulen, eine Gesamtschule, eine Berufsschule, eine Realschule sowie ein Gymnasium. Das schlage sich auch im Buchgeschäft nieder. Trotz ihrer Kita-Initiative kämen Kinder oft erst zur Einschulung mit den Eltern in den Buchladen und würden sich erstmals „umschauen“. Das sei für viele Kinder „der erste Kontakt mit Büchern“.
Steinmetz verkauft persönlich am liebsten Belletristik. „Das ist mein Steckenpferd“, sagt sie. Von den Kollegen habe jeder seine „Nische“. In Mayen arbeiten dauerhaft sieben Mitarbeiter. Die Reuffel-Kette beschäftigt insgesamt circa 100 Mitarbeiter.
Die Buchhandlung Reuffel im rheinland-pfälzischen Mayen im Juli 2026.
Foto: Tom Goeller
10.000 Bücher ständig vorrätig
Erstaunlich für die Kleinstadt ist, dass Reuffel viele Sachbücher aus dem Bereich Geschichte und Politik anbietet. „Wir haben eine große Klientel, die sich für den Bereich Geisteswissenschaften und Philosophie interessiert.“
Sie selbst lebe seit 18 Jahren in Mayen und könne keine bestimmte Tendenz unter den Kunden wahrnehmen. Vielmehr stelle sie fest, dass Kunden thematisch generell breit interessiert seien. Das Geschäft in Mayen hält deshalb rund 10.000 Bücher vorrätig.
Betritt man den Buchladen, fällt auf, dass die Regale übersichtlich in viele Einzelkategorien unterteilt sind. Das hilft der raschen Orientierung. Gleich rechts neben dem Eingang steht in roter Schrift mit einer weißen Zielfernrohrmarkierung: „Tödliche Verbrechen“. Hier geht es also um Kriminalromane.
Die Buchhandlung Reuffel im rheinland-pfälzischen Mayen im Juli 2026.
Foto: Tom Goeller
Woanders wird mit einem Bogen-Pfeil auf „Spannung“ hingewiesen. Ein altes, aufgemaltes Uhrwerk zeigt „Vergangenheit“ an – also Bücher mit historischen Inhalten. Bei der Kinderbuchabteilung heißt es: „Hier gibts was zu entdecken“. Daneben ist ein Fernrohr aufgemalt.
Direkt neben der Kasse befindet sich eine Ecke, die mit den Regalbeschriftungen „Eifel & Co“, „Eifel entdecken“ und „Natur pur“ gekennzeichnet ist. Bücher über die Region seien stark gefragt, sagt Steinmetz. Das läge teilweise auch an den vielen Touristen.
Die Buchhandlung Reuffel im rheinland-pfälzischen Mayen im Juli 2026.
Foto: Tom Goeller
Neuer Trend: „Non-Books“
Ein weiterer Bereich, der für das Buchgeschäft zunehmend wichtig geworden sei, sei die Kategorie „Non-Books“ – also Artikel, die keine Bücher sind, „sich aber gut mit Büchern kombinieren lassen“, erklärt Steinmetz.
Bei Erwachsenen seien dies etwa Trinkgläser mit buchbezogenen Glashaltern. Im Kinderbuchbereich ergänzen Kuscheltiere die Bücher für die Kleinen. Warum kaufen Leser solche „Non-Books“? Sie böten den Kunden einen „Mehrwert als Verkaufserlebnis“, sagt die Buchhändlerin. „Das wird immer mehr im Buchhandel. Wir finden das gut.“
Psychologisch erklärt die Fachfrau diesen neuen Trend damit, dass Buchhandel „ein Erlebnis“ biete.
„Wir verkaufen Emotionen. So möchten wir auch wahrgenommen werden. Gerade Artikel wie Stofftiere sind ja schon emotionsbeladen.“ Ihre Kunden möchten zunehmend „nicht nur einfach ein Buch“ kaufen, sondern interessieren sich zudem für weitere Artikel, „die wir für sie aussuchen“.
Die Buchhandlung Reuffel im rheinland-pfälzischen Mayen im Juli 2026.
Foto: Tom Goeller
Mehr wert als nur ein Buch
Der Buchhandel sei heutzutage „nicht mehr ein reiner Wissensvermittler“. Steinmetz: „Als ich in der Branche angefangen habe, verkauften wir nur Bücher, und das Höchste der Gefühle damals war mal ein Lesezeichen dazu.“ Heute aber, so ist Steinmetz überzeugt, würden durch die Non-Books-Artikel „absolute Mehrwerte geschaffen“.
Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. (Symbolbild) - Foto: Malin Wunderlich/dpa
Bei einem Brand in Monschau in der Eifel sind in der Nacht drei Menschen ums Leben gekommen. Etliche weitere seien verletzt worden, teilte die Polizei mit. Ob der Brand in einem Wohnheim für Senioren und Menschen mit geistiger Behinderung ausgebrochen sei oder in einem Mehrfamilienhaus, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. (dpa/red)
„Testfeld Autonomes Fahren“ in Karlsruhe: Fahrer dürfen nach Ansicht von Juristen nicht zur Rechenschaft gezogen werden, wenn es beim autonomen Fahren kracht. - Foto: iStock
In Kürze:
Silicon Valley ist Vorreiter beim autonomen Fahren.
Tests laufen in vielen deutschen Städten mit verschiedenen Fahrzeugen.
Im Eifelkreis Bitburg-Prüm bringt ein selbstfahrender Tesla Bewohner zur Schule oder zum Arzt.
Die Frage nach der Haftung bei Unfällen ist kompliziert.
Carla lacht etwas nervös. Die Berlinerin macht gerade Urlaub in Kalifornien und hat per App ihr erstes Robotertaxi gerufen.
Wenige Sekunden später biegt das Fahrzeug in die ruhige Wohnstraße in Los Altos ein. Schon von Weitem ist klar: Das ist kein gewöhnliches Auto. Auf dem Dach sitzt die markante Einheit mit Kameras, Radar- und Lasersensoren. Als der Wagen vorfährt, flackern auf einem Display Carlas Initialen – ein kleines Detail, das signalisiert, dass dieses Auto hier ist, um genau sie abzuholen.
Die Tür öffnet sich automatisch. Wo normalerweise ein Fahrer sitzen würde, ist niemand, kein Fahrer, kein kurzer Small Talk über das Wetter, nur ein weißer Jaguar SUV, dessen Sensoren und Kameras unablässig die Umgebung erfassen. Auf einem Bildschirm erscheint die Begrüßung: „Welcome, Carla.“ Dann folgt die Aufforderung, den Sicherheitsgurt anzulegen. Ein Fingertipp auf „Start Ride“ und das Auto setzt sich lautlos in Bewegung.
Die Fahrt zum Supermarkt dauert kaum 10 Minuten.Das Lenkrad bewegt sich selbstständig durch die Kurven. Das Fahrzeug hält präzise an Stoppschildern und reagiert auf Radfahrer, Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer.Als ein Mann mit Kinderwagen die Straße überquert, bremst der Wagen frühzeitig und sanft ab.
Waymo setzt aktuell umgebaute Elektroautos der britischen Marke Jaguar ein. (Archivbild)
Foto: Andrej Sokolow/dpa
Schnell hat Carla das Gefühl, dass es völlig normal ist, von einer Maschine durch die Straßen chauffiert zu werden. Vom Beifahrersitz aus gesehen dreht sich einfach nur das Lenkrad vor dem leeren Fahrersitz. Erst beim Aussteigen wird ihr bewusst, wie ungewöhnlich dieses Erlebnis eigentlich ist: Sie hat eine komplette Autofahrt zurückgelegt, ohne dass ein Mensch das Auto gesteuert hat.
Was für Carla aus Berlin in Los Altos wie eine Reise in die Zukunft wirkt, ist im Silicon Valley längst Alltag. Die Wurzeln reichen bis ins Jahr 2009 zurück, als Google sein Self-Driving-Car-Projekt startete. Daraus entstand später Waymo, heute der weltweit führende Anbieter autonomer Robotaxis. Bis Ende 2025 legten die Fahrzeuge mehr als 170 Millionen Meilen ohne Fahrer am Steuer zurück, davon allein rund 53 Millionen Meilen in der San Francisco Bay Area. Laut Unternehmensdaten und Studien sollen Waymo-Fahrzeuge im Vergleich zu menschlichen Fahrern deutlich seltener in schwere Unfälle verwickelt sein.Die Zahl der Unfälle mit Verletzten liegt laut Waymo um 82 Prozent niedriger, schwere Verletzungsunfälle sogar um 92 Prozent.
Während Robotaxis in Kalifornien längst zum Straßenbild gehören, steckt die Technologie in Deutschland noch in den Anfängen. Zwar laufen erste Pilotprojekte und Testfelder, doch von einem regulären fahrerlosen Taxidienst ist man hierzulande noch weit entfernt.
Bis 2035 sollen 500 autonome Busse in München fahren
Ab Herbst 2026 will die Verkehrsgesellschaft München im Zuge einer Testphase einen fahrerlosen Solobus sowie sogenannte Bus-Platoons mit mehr als einem Fahrzeug und fahrerlose On-Demand-Shuttles auf verschiedenen Strecken der bayerischen Landeshauptstadt testen. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, sitzt ein Sicherheitsfahrer im Bus, um im Notfall eingreifen zu können. Auch sind zunächst Leerfahrten geplant, heißt es seitens der Verkehrsgesellschaft. Erst zu einem späteren Zeitpunkt der Testphase sollen ausgewählte Fahrgäste dabei sein, die die Fahrten dann beurteilen. Vorgesehen ist, dass bis 2035 rund 500 autonome Linienbusse die Menschen in München von A nach B bringen.
In Hamburg testet das städtische Verkehrsunternehmen Hochbahn autonome Fahrzeuge, in Berlin haben die dortigen Verkehrsbetriebe im Oktober 2025 eine Testphase mit autonomen Kleinbussen im Nordwesten der Stadt gestartet. In Hessen und im Rhein-Main-Gebiet fahren im Projekt „KIRA“ (KI-basierter Regelbetrieb autonomer On-Demand-Verkehr) autonome Shuttles im öffentlichen Straßenverkehr mit Testnutzern in definierten Einsatzgebieten, darunter Darmstadt sowie umliegende Städte.
Weitere Testfelder bestehen in Braunschweig, wo sich ein wichtiges Forschungs- und Erprobungszentrum für autonome Systeme befindet. Leipzig, Herford und Monheim am Rhein erproben autonome Shuttleprojekte im regionalen Verkehr.
Im Eifelkreis Bitburg-Prüm läuft derzeit ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt, wie die „WELT“ berichtet. In dem ländlichen Gebiet bringt ein selbstfahrender Tesla Bewohner zur Schule oder zum Arzt. Das Projekt tragen der Eifelkreis, die Verbandsgemeinde Arzfeld und der Autobauer Tesla. Einmalig ist das Projekt deshalb, weil das Auto mit dem Software-Update „Full Self-Driving“ fährt, das bundesweit noch nicht zugelassen ist. Aus Sicherheitsgründen sitzt ein Fahrer mit im Auto, um im Notfall eingreifen zu können.
Mehrheit der Deutschen würde nicht ins Robotaxi steigen
Eine repräsentative Befragung des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 1.000 Personen ab 16 Jahren zeigt, dass die Deutschen autonomen Verkehrsmitteln offen gegenüberstehen. 99 Prozent der Befragten gaben an, grundsätzlich bereit zu sein, ein autonomes Verkehrsmittel zu nutzen. Besonders hohe Zustimmung erhielten autonome U- und S-Bahnen mit 72 Prozent, gefolgt von Bussen (70 Prozent) und Shuttles (68 Prozent). Auch autonome Privatfahrzeuge (57 Prozent) und Taxis (56 Prozent) stoßen auf Akzeptanz, während autonome Flugzeuge (27 Prozent) und Schiffe (34 Prozent) deutlich weniger Zuspruch finden.
Der Digitalverband vertritt die Interessen der Digitalwirtschaft und positioniert sich als Befürworter der Technologie. Umfragen von anderen Herausgebern zeigen weniger Enthusiasmus in der Bevölkerung bezüglich der Nutzung autonomer Fahrzeuge. So ergab eine repräsentative Civey-Umfrage aus dem letzten Jahr, dass 62 Prozent der Deutschen nicht in ein Robotaxi steigen würden.
Sechs Level beschreiben autonomes Fahren
Um den Entwicklungsstand beim autonomen Fahren einheitlich zu beschreiben und technische Systeme vergleichbar zu machen, wurden sechs SAE-Level entwickelt. Sie ordnen Fahrzeuge nach dem Grad der Automatisierung: von reiner Fahrersteuerung bis zum vollständig autonomen Fahren ohne menschliches Eingreifen. Gleichzeitig legen sie fest, in welchem Umfang der Fahrer Verantwortung behält und wann das System Fahraufgaben übernimmt. Die Klassifikation dient Herstellern, Forschungseinrichtungen und Behörden als gemeinsame Grundlage für Entwicklung, Bewertung und Regulierung automatisierter Fahrfunktionen.
Um den Entwicklungsstand beim autonomen Fahren deutlich zu machen, schuf die Organisation SAE International, früher Society of Automotive Engineers, die heute weltweit gebräuchliche Einteilung in fünf Automatisierungsstufen. In ihnen ist festgelegt, welche Fahraufgaben das System übernimmt und wann der Fahrer verantwortlich bleibt. Level 0 bedeutet, dass der Mensch alles steuert. Bei Level 1 und 2 übernehmen Assistenz- und Teilautomatisierungssysteme einzelne oder mehrere Fahraufgaben. In bestimmten Situationen selbstständig fährt das Fahrzeug ab Level 3.
Level 4 ermöglicht hoch automatisiertes Fahren in festgelegten Einsatzbereichen. Level 5 steht für vollautonome Fahrzeuge ohne Lenkrad oder Pedale. Hersteller, Forschungseinrichtungen und Behörden nutzen die Einteilung als gemeinsame Grundlage für Entwicklung, Bewertung und Regulierung automatisierter Fahrfunktionen. Ein ausgebautes 5G-Netz ist für den umfänglichen Einsatz von Robotaxis im öffentlichen Raum wichtig, aber einzelne autonome Fahrzeuge können auch ohne flächendeckendes 5G operieren, solange ihre Sensoren und Onboardsysteme ausreichend sind.
Juristische Herausforderungen
Die im Straßenverkehr eingesetzten Testfahrzeuge erfassen Daten, die in das Training und die Optimierung von KI-Systemen einfließen. Gleichzeitig stehen Hersteller und Entwickler vor mehreren Herausforderungen, erläutert das Portal „energie-experten.org“. Dazu zählen die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben, der sichere Umgang mit selten auftretenden und schwer vorhersehbaren Verkehrssituationen sowie die Auswertung der großen Datenmengen, die autonome Fahrzeuge täglich generieren.
Verursacht ein autonom fahrendes Auto einen Unfall, haftet nach deutschem Recht in erster Linie der Halter für Schäden. Geregelt ist das in Paragraf 7 Straßenverkehrsgesetz. Hersteller und Softwareentwickler kommen für Geschädigte dagegen nur über das Produkthaftungs‑ oder Deliktsrecht in Betracht, erläutert das Portal „juraforum.de“. Dadurch verteilt sich die Verantwortung beim autonomen Fahren auf mehrere Beteiligte. Halter, Fahrer, Hersteller und Softwareentwickler können jeweils haftbar sein.
Weitere Verantwortlichkeiten regeln die Paragrafen 1a bis 1j des Straßenverkehrsgesetzes sowie das 2022 in Kraft getretene Gesetz zum autonomen Fahren. Dabei hängt die Verantwortung von dem jeweiligen Entwicklungsstandslevel des Fahrzeugs ab.