Die Ukraine attackiert mit ihren Drohnen russische Rüstungsbetriebe. (Archivbild) - Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa
HEUTE6:55 Uhr
Ukraine schließt neue Drohnen-Abkommen
Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat das Land Drohnen-Abkommen mit Estland, den Niederlanden und Dänemark unterzeichnet. Weitere Abkommen mit Deutschland, Norwegen, Finnland und Kanada seien geplant. Die Abkommen sind auf jedes Land individuell zugeschnitten. Meist beinhalten sie, dass Kiew Unterstützung bei Drohnentechnologie im Austausch gegen Lizenzgebühren, Investitionen und andere militärische Ausrüstung zur Verfügung stellt.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj biete der NATO am Rande des Gipfels in Ankara Zusammenarbeit bei der Drohnenproduktion an.
Foto: Hussein Malla/AP/dpa
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HEUTE6:40 Uhr
Bahn setzt auf KI – um über Verspätungen zu informieren
Die Deutsche Bahn will Fahrgäste auf Zugreisen besser und schneller über Verspätungen, Zugausfälle oder kurzfristige Gleiswechsel informieren. Das besagt ein neues Sofortprogramm zur besseren Kundenkommunikation, das heute vorgestellt wird. Es ist das dritte Paket, mit denen die Bahn Reisen trotz der Verspätungen verbessern will. Das erste Programm befasst sich mit mehr Sicherheit und Sauberkeit an den Bahnhöfen, das zweit mit mehr Komfort in Fernzügen.
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HEUTE6:32 Uhr
Russische Mannschaftssportler dürfen wieder an Olympia teilnehmen – ohne Flagge
Das Internationale Olympische Komitee hebt einen Teil der Beschränkungen gegen russische Sportler auf. Auch in Mannschaftssportarten können sie sich nun wieder für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles qualifizieren. Sie dürfen jedoch vorerst weiterhin nicht unter russischer Flagge antreten. Auch die russische Nationalhymne soll nicht gespielt werden. Die Ukraine kritisierte die Entscheidung als „unbegründet“ und „verfrüht“.
In Australien fiel das Mobilfunknetz des Telekommunikationsanbieters Telstra großflächig aus und legte den Kontinent zeitweise lahm. Zugverbindungen, Flugverkehr, Notrufe und auch Bezahlsysteme waren massiv betroffen. Laut Telstra war ein Fehler in einem System zur Zeitsynchronisierung des Mobilfunknetzes die Ursache. Es wird nicht von einem Cyberangriff ausgegangen.
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HEUTE5:25 Uhr
Instabiler New Yorker Wolkenkratzer löst Großalarm aus
Ein New York hat ein womöglich einsturzgefährdeter Wolkenkratzer in der East 42nd Street zum Großalarm geführt. Zwei tragende Säulen in dem 37-stöckigen Turm hatten sich verformt. New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani sagte, „das Gebäude bleibt instabil“. Derzeit gebe es keine Verletzten. Derzeit wird der frühere Hauptsitz des Pharmakonzerns Pfizer in ein Wohngebäude umgebaut. Laut Feuerwehr hängen die Böden zwischen dem 21. und 26. Stock durch.
Ein eingeknickter Stützpfeiler ist durch ein Fenster zu sehen.
Foto: Angelina Katsanis/AP/dpa
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HEUTE4:53 Uhr
Nach Beben in Venezuela: Suchteams ziehen ab
In Venezuela konzentrieren sich Rettungskräfte nun auf die Beseitigung der Trümmer und die Versorgung der Betroffenen. Die Zahl der Toten steigt offiziell auf 3.685. UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher traf am gestern in Venezuela ein. Die aktiven Such- und Bergungsarbeiten gelten weitgehend als abgeschlossen. Viele internationale Rettungsteams haben Venezuela bereits verlassen – nun beginnt der Wiederaufbau.
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HEUTE4:40 Uhr
Bäckerei-Insolvenzen um 40 Prozent gestiegen
Im ersten Halbjahr meldeten bundesweit 63 Bäckereien Insolvenz an – 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das teilte die Auskunftei Creditreform mit. Erfasst sind dabei Bäckereien und Konditoreien, die selbst backen und verkaufen, keine reinen Verkaufsfilialen ohne eigene Herstellung. Auch größere Bäckereiketten wie die Mecklenburger Backstuben GmbH, die Bäcker Lampe GmbH & Co. KG, die Keim & Brecht OHG sowie die Bäckerei Kayser GmbH sind betroffen.
Wurde der Held der Schweiz: Torhüter Gregor Kobel. - Foto: Darryl Dyck/The Canadian Press/dpa
Gregor Kobel grinste verlegen, als er in der Interviewzone mit der deutschen Torhüter-Legende Oliver Kahn verglichen wurde. „Ich bin früh in Deutschland gewesen, deshalb bin ich geprägt von der Schule“, sagte der Torhüter nach dem 4:3-Elfmeterkrimi gegen Kolumbien, bei dem Kobel mit seiner Parade die Schweiz ins erste WM-Viertelfinale seit 1954 geführt hatte. Und dort geht es gegen keinen Geringeren als Lionel Messi mit Weltmeister Argentinien.
Sommer-Nachfolger startet direkt durch
Nach jahrelangem Warten als Nummer zwei hinter Yann Sommer hat der 28-Jährige von Borussia Dortmund direkt etwas geschafft, was Vorgänger Sommer immer verwehrt blieb: der Einzug in die Runde der letzten Acht bei einer WM. „Greg hat sich von Spiel zu Spiel reingesteigert. Er hat zwei, drei Big Saves gehabt. Das haben wir gewusst, dass er beim Elfmeter ein sehr, sehr guter Torhüter ist“, lobte Trainer Murat Yakin.
Der Chefcoach fügte an: „Wir haben uns das Ziel vorgenommen. Jedes kleine Puzzlestück hat zusammengepasst.“ Und das größte und wichtigste Teil an diesem hauptsächlich von der Spannung geprägten Achtelfinal-Nachmittag von Vancouver war Kobel selbst.
Akanji vergibt schon wieder vom Punkt
Schon in den 120 intensiven Minuten ohne besonders hochwertigen Fußball rettete der Torhüter seine Vorderleute immer wieder mit starken Paraden. Und beim Nervenkrimi vom Punkt hielt Kobel gegen den eingewechselten Cucho Hernandez, was bei ihm selbst und seinen Mitspielern zu einer Gefühlsexplosion führte.
Wohl besonders dankbar für Kobels Glanztat gegen Hernandez war Mitspieler Manuel Akanji. Der Verteidiger hat nach der EM 2021 und der EM 2024 schon zum dritten Mal bei einem Elfmeterschießen für die Schweiz vergeben.
„Ich bin überglücklich über die Mannschaft, wie sie reagiert hat. Mein Elfmeter war katastrophal, ich habe im letzten Moment die Entscheidung gewechselt“, sagte Akanji, der wie Deutschlands Jonathan Tah gegen Paraguay weit über das Tor schoss. Er habe schon diesmal anderen den Vortritt überlassen wollen, stellte nun aber mit einem Grinsen klar: „Das war mein letzter Elfmeter.“
Doch anders als 2021 (Niederlage gegen Spanien) und 2024 (Niederlage gegen England) ging die Sache für die Nati diesmal gut aus. Dank Kobel und dank der vier weiteren Schützen um Rubén Vargas, der den entscheidenden Elfmeter zum 4:3 verwandelte. „Etwas Schöneres kann man als Trainer nicht erfüllen. Wir stehen hier mit einem historischen Moment“, sagte ein glücklicher Yakin in der Pressekonferenz.
Messi und Xhaka schon 2014 bei WM-Duell dabei
Doch während Mitfavorit Kolumbien nach der Nullnummer plus Krimi vom Punkt überraschend früh die Heimreise antreten muss, bekommt die Schweiz ihr Spiel der Spiele. Am Sonntag (3.00 Uhr/MESZ) geht es in Kansas City gegen den amtierenden Titelträger um Superstar Messi. „Es ist der Titelverteidiger. Es geht nicht besser. Die Challenge wird immer noch schwieriger, aber wir sind für die Challenge bereit“, sagte der 30 Jahre alte Akanji.
In Brasilien 2014 setzte sich die Albiceleste damals knapp mit 1:0 in der Runde der letzten 16 durch. Messi selbst legte das Siegtor von Ángel Di María vor. Bei den Schweizern mit damals 21 Jahren dabei: Granit Xhaka, der die Nati heute als Kapitän anführt und gegen Kolumbien sein 151. Länderspiel bestritten hat. Im Football-Tempel der Kansas City Chiefs warten nicht nur Messis Weltmeister auf die Schweiz, sondern auch zehntausende in himmelblau gekleidete Fans.
Kolumbiens Trainer: „Man bezahlt für seine Fehler“
Den von beiden Seiten erhofften Südamerika-Klassiker zwischen Argentinien und Kolumbien hat die Schweiz relativ humorlos verhindert. Auch in den 120 Minuten war das Yakin-Team gegen die höher eingeschätzten Kolumbianer zumindest nicht unterlegen. „Man bezahlt für seine Fehler“, stellte Trainer Nestor Lorenzo fest.
Die Fehler, das waren in diesem Fall vor allem die vergebenen Elfmeter von Hernandez und Abwehrturm Davinson Sanchez, der die Latte traf. Das Team um Bayern-Star Luis Diaz hatte bis zum Achtelfinale ein starkes Turnier gespielt und jedes seiner vier Spiele diktiert, dabei nur ein Gegentor kassiert.
Dabei blieb es auch gegen die Schweiz. Doch für den ersehnten Sprung ins Duell mit dem südamerikanischen Rivalen Argentinien reichte es nicht. „Wir hätten ein Tor schießen sollen“, sagte Lorenzo. Das hätte an diesem Nachmittag in Vancouver genügt.
Felix Chall hat etliche Knochen in seinem Garten in Braunschweig gefunden. - Foto: Moritz Frankenberg/dpa
Bei Gartenarbeiten auf einem Grundstück im niedersächsischen Braunschweig hat eine Familie Dutzende Knochen und Knochenfragmente entdeckt. Nach Angaben des Besitzers Felix Chall fanden sich dabei unter anderem Zähne und größere Teile eines Skeletts. Unklar ist, woher die Knochen stammen.
„Wir haben vor Ostern angefangen, Beetbegrenzungssteine wegzunehmen, um den Garten schönzumachen“, erzählt Chall. Mit dem ungewöhnlichen Fund habe man nicht gerechnet, gut fühle es sich aber nicht an. Relativ schnell hätten sie an die 40, 50 menschliche Knochen entdeckt.
Da habe er die Polizei gerufen, sagt Chall: „Egal wo, ob wir Beton oder Rasen weggenommen haben, überall waren Knochen versteckt.“ Die Spurensicherung habe kistenweise Gebeine abtransportiert.
Kistenweise Knochen wurden in dem Garten entdeckt.
Foto: Moritz Frankenberg/dpa
Staatsanwaltschaft sieht keine Anzeichen für Straftaten
Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat ihre Ermittlungen zu dem bizarren Fund inzwischen eingestellt. „Das Grundstück, auf dem die Knochen gefunden worden sind, wurde offenbar in den 60er Jahren mit Friedhofserde aufgefüllt, die noch mit Knochen versetzt war“, teilte Staatsanwalt Christian Wolters mit. Anhaltspunkte für Straftaten bestünden nicht.
Chall erhofft sich mehr Informationen darüber, wie die Gebeine in seinen Garten gelangt sind. Zunächst hatten er und seine Frau gedacht, dass es sich um tierische Knochen handelt – erst als der Gerichtsmediziner den menschlichen Ursprung feststellte, habe man geschluckt. Seine Familie sei damit gut umgegangen: Man habe den Kindern erklärt, dass die Knochenreste schon sehr lange im Boden gelagert haben.
Die Fragen, wie die Überreste ihren Weg in den Boden gefunden haben und warum es so viele sind, beschäftigen den 35-Jährigen am meisten. Inzwischen sei der Garten umgegraben, am vergangenen Wochenende habe man sich extra einen Bagger geliehen.
Knapp 150 Kubikmeter Erde wurden mit Hilfe von Freunden und Bekannten gesiebt. Das Ergebnis: sechs weitere Kisten voller Knochen. Für ihn ist die Erklärung mit der aufgeschütteten Friedhofserde angesichts der Fülle des Fundes allerdings nicht plausibel.
Identität der Toten unklar
Stadtheimatpfleger Thorsten Wendt hält es für außergewöhnlich, dass die Funde nur auf diesem Grundstück gemacht wurden. Alle umliegenden Grundstücke seien flacher, das Haus 1960 gebaut. Die Theorie von der Friedhofserde ist auch für ihn nicht ganz schlüssig, weil die Totenfunde teilweise sehr gut erhalten seien.
Stadtheimatpfleger Thorsten Wendt hält den Knochenfund für außergewöhnlich.
Foto: Moritz Frankenberg/dpa
Zudem habe es in der Nähe des Fundorts weder Kirche noch Friedhof gegeben. „Die Theorie, dass in den 60er Jahren Erde aufgeschüttet wurde, steht im Raum. Aber so richtig belegen lässt sie sich nicht“, sagt Wendt. Es werde wohl kaum Aufklärung über die Identität der Toten geben. (dpa/red)
Die USA und der Iran liefern sich erneut gegenseitige Angriffe nach dem Beschuss von drei Tankern im Bereich der Straße von Hormus. (Archivbild) - Foto: Uncredited/AP/dpa
Die US-Armee hat nach eigenen Angaben neue „massive Angriffe“ auf den Iran ausgeführt. Die Attacken seien eine Reaktion auf den Beschuss von drei Tankern im Bereich der Straße von Hormus, erklärte am Dienstag das für die Region zuständige Regionalkommando CENTCOM im Onlinedienst X. Für die Angriffe auf die Schiffe hatte Washington zuvor die Führung in Teheran verantwortlich gemacht. Diese drohte mit Vergeltung für die neuen US-Angriffe.
„Die iranische Aggression war ungerechtfertigt und gefährlich und stellte einen eklatanten Verstoß gegen die Waffenruhe dar“, hieß es in der CENTCOM-Erklärung. Der Iran werde dafür „einen hohen Preis zahlen“. Kurz vor Bekanntgabe der neuen US-Angriffe hatte die Regierung in Washington bereits die Ölsanktionen gegen den Iran wieder eingesetzt.
Laut iranischen Staatsmedien waren mehrere Explosionen rings um die Straße von Hormus zu hören. Unter anderem seien die Insel Qeshm und die Stadt Sirik betroffen, berichtete der Sender Irib.
Die Führung in Teheran drohte unmittelbar nach den neuen US-Angriffen mit Vergeltung. „Der Iran spricht eine ernste Warnung vor den Folgen des Vertragsbruchs durch die USA aus“, hieß es in einer auf Telegram veröffentlichten Erklärung des Außenministeriums. Der Iran werde „entschlossene Maßnahmen ergreifen, um seine Interessen und seine nationale Sicherheit zu schützen“.
Nach neuen US-Angriffen haben die iranische Revolutionsgarden nach eigenen Angaben US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain attackiert. Die iranischen Streitkräfte hätten mit Raketen und Drohnen „85 wichtige US-Armeeanlagen“ in den beiden Ländern angegriffen, hieß es in einer am Mittwoch vom iranischen Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung der Revolutionsgarden.
Den Revolutionsgarden zufolge handelte es sich bei dem Vergeltungsschlag um einen gemeinsamen Einsatz der Marine- und der Luft- und Raumfahrtkräfte der Revolutionsgarden. Dabei sei auch eine MQ-9-Drohne abgefeuert worden.
Trotz der geltenden Waffenruhe im Iran-Krieg waren in der Nacht zum Dienstag und am Dienstag im Bereich der Straße von Hormus drei Tanker angegriffen worden. Dies schürte erneut die Sorge um die Sicherheit der Schifffahrt in der für den Welthandel bedeutenden Meeresenge. (afp/red)
Vollkornbrote frisch aus dem Ofen (Symbolbild). - Foto: Jens Kalaene/dpa
HEUTE4:53 Uhr
Nach Beben in Venezuela: Suchteams ziehen ab
In Venezuela konzentrieren sich Rettungskräfte nun auf die Beseitigung der Trümmer und die Versorgung der Betroffenen. Die Zahl der Toten steigt offiziell auf 3.685. UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher traf am gestern in Venezuela ein. Die aktiven Such- und Bergungsarbeiten gelten weitgehend als abgeschlossen. Viele internationale Rettungsteams haben Venezuela bereits verlassen – nun beginnt der Wiederaufbau.
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HEUTE4:40 Uhr
Bäckerei-Insolvenzen um 40 Prozent gestiegen
Im ersten Halbjahr meldeten bundesweit 63 Bäckereien Insolvenz an – 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das teilte die Auskunftei Creditreform mit. Erfasst sind dabei Bäckereien und Konditoreien, die selbst backen und verkaufen, keine reinen Verkaufsfilialen ohne eigene Herstellung. Auch größere Bäckereiketten wie die Mecklenburger Backstuben GmbH, die Bäcker Lampe GmbH & Co. KG, die Keim & Brecht OHG sowie die Bäckerei Kayser GmbH sind betroffen.
Julian Nagelsmann und seine Assistenten, Rudi Völler, Andreas Rettig: Der Deutsche Fußballbund muss gleich mehrere Stellen neu besetzen.
Jürgen Klopp würde zwar gern, kann aber nicht einfach so. Neben ihm sind sechs weitere Fußballgrößen im Gespräch.
Der neue Bundestrainer – egal wer es wird –, muss Vollgas-Fußball trotz kurzer Beschleunigung auf den Rasen bringen.
Veränderungen sind womöglich auch an anderer Stelle nötig: Die DFB-Spitze äußerte bislang keinerlei Selbstkritik.
In deutschen Medien wird das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM dramatisiert. Da ist die Rede vom „peinlichen Turnieraus im Sechzehntelfinale“, dass der „deutsche Fußball am Boden“ ist und dies „den Tiefpunkt einer einst großen und stolzen Fußballnation“ markiere.
Das bleibt nicht ohne Folgen. Bundestrainer Julian Nagelsmann und Sportdirektor Rudi Völler sind bereits zurückgetreten. Neben Nagelsmann werden auch seine Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner den DFB verlassen. Zudem kündigte Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig an, seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Und nun?
Jürgen Klopp, eine teure Lösung?
Der Liverpool-Erfolgstrainer Jürgen Klopp soll es nun laut zahlreichen Medien richten. Der „Hansdampf in allen Gassen“, oder neudeutsch Busybody, ist allerdings bis 2030 gebunden durch teure Verträge als Werbeträger bei Adidas und als Berater bei „Red Bull“. Dort unterstützt er mit seinen Erkenntnissen die sechs Vereine, die im direkten Besitz oder unter Mehrheitskontrolle des österreichischen Getränkeherstellers sind, darunter der RB Leipzig.
Der 58-jährige Klopp ist also die Lösung? Für die Zukunft des deutschen Nationalfußballs? Der Vizepräsident des Deutschen Fußballbundes, Hans-Joachim Watzke, sah kürzlich noch „mehrere Hürden“, da Klopp „einen Vertrag hat“.
Abfindung Nagelsmann. Millionenvertrag Klopp. Ablöse an Red Bull. Dazu ein neuer Sport-Geschäftsführer. Womöglich auch ein neuer Sportdirektor. Das wird ein teurer Sommer für den DFB.
Als es vor der WM um die Prämien für die Nationalspieler ging, äußerte Kapitän Joshua Kimmich einen vielsagenden Satz: „Man hat das Gefühl, dem DFB geht es auch wieder ein bisschen besser. Und im nächsten Jahr kommt nochmal ein ganz großer Partner dazu.“ Das wissen auch alle, die nun mit dem DFB über Gehälter verhandeln. Gemeint ist ein 7-Jahres-Vertrag im Wert von 700 Millionen Euro mit dem neuen Ausrüster Nike.
Was ein Bundestrainer können muss: Vollgas-Fußball trotz kurzer Beschleunigung
Die Nationalelf ist definitiv an einem Nullpunkt angelangt und braucht einen kompletten Neustart. Und letztlich auch Aufbruchstimmung und Enthusiasmus. All dies überzeugend zu vermitteln, ist die Hauptaufgabe eines Trainers. Denn, obwohl die Fußball-WM jenseits des Atlantiks noch im vollen Gange ist, muss Deutschland jetzt schon nach vorn blicken. Die nächste Europameisterschaft (EM) wird in zwei Jahren von Großbritannien ausgerichtet.
Die nächste WM wird aufgrund der zunehmenden Gigantomanie des internationalen Fußballbundes FIFA gar auf drei Kontinenten stattfinden: Für die Eröffnungsspiele der WM 2030 sind die südamerikanischen Staaten Argentinien, Uruguay und Paraguay vorgesehen. Alle weiteren Spiele werden im nordafrikanischen Marokko sowie in den europäischen Ländern Spanien und Portugal ausgetragen.
Jeder Trainer einer Nationalmannschaft, egal welcher Nation, steht vor dem grundsätzlichen Problem, dass er selbst keine Spieler trainiert. Dies geschieht in den Vereinen, aus denen sie stammen. Der Bundestrainer muss sich vielmehr Gedanken darüber machen, wie er aus all den hochqualifizierten Einzeltalenten eine Mannschaft schmiedet – und das meist in wenigen Spielen. Viele Möglichkeiten zum Ausprobieren gibt es nicht. Zudem sehen es die Clubs nicht gern, wenn ihre Spieler in der Nationalelf aufgerieben werden. Also spielen die millionenteuren Profis für ihr Land nicht immer am Limit.
Aber genau diese Haltung führte in den vergangenen 12 Jahren dazu, dass die deutschen Nationalmannschaften gegen schwächere Gegner wie jetzt kürzlich gegen Ecuador und Paraguay, die sich bis zum Äußersten aufopferten, verloren haben. Hier, genau hier, muss der neue Trainer der DFB-Auswahl ansetzen und wieder aufopferungsvollen Vollgas-Fußball-Drive vermitteln.
Dafür wäre Jürgen Klopp genau der Richtige. Denn er gehört nicht zu den Laptop-Trainern, die sich aufgrund hunderter Video-Studien über die Spielgegner messerscharfe Taktiken ausdenken. Klopp ist „am Mann“. Am Spielfeldrand führt er sich auf, er schreit, gestikuliert, stets kurz davor, selbst eine Gelbe Karte zu kassieren. Aber genau das nennt man Führungsqualität. Zumindest im Fußball.
Warum tragen die DFB-Funktionäre keine Verantwortung?
Der DFB sieht das jedoch gebremster. Liest man etwa die Ausbildungsziele der DFB-Akademie für die sogenannte Pro-Lizenz, die ein Bundestrainer haben muss, wirkt das Konzept reichlich technokratisch:
Als eines der Ausbildungsziele wird genannt: „Strukturieren, Verfeinern und Adaptieren der eigenen Spielvision nach situativen Gesichtspunkten, unter anderem durch Erarbeitung detaillierter Spielprinzipien, deren Coaching und konkrete Anwendung unter unterschiedlichen spieltaktischen Zielsetzungen“. Verstanden?
Bezogen auf die Spieler soll der Pro-Lizenz-Trainer „Leistungs- und entwicklungsorientiertes Coaching im Profifußball unter motivationalen, taktisch-analytischen und führungsorientierten Gesichtspunkten“ beherrschen. Verstanden?
Und er soll „Leistungsdiagnostik und Monitoring im Mannschafts- und Individualisierungskontext“ durchführen. Und selbstverständlich auch das „Rollen- und Selbstverständnis von Spieler*innen […] unter Berücksichtigung individueller und kultureller Unterschiede und Besonderheiten“ in Betracht ziehen. Vom „Motivieren“ ist nicht die Rede, sondern von „motivationalen Gesichtspunkten“. Ein Jürgen Klopp würde so nie sprechen – und auch nicht handeln.
Als Bundestrainer braucht man die Macht, die Dinge nach seinem Willen zu verändern: Jürgen Klopp, hier mit Thomas Müller beim Vorrundenspiel gegen Curaçao, kündigte „intensive Gespräche“ mit dem DFB an, weil „natürlich die Probleme, die wir aktuell haben, nicht an der Personalie Julian Nagelsmann hängen“. Seinen guten Ruf wolle er nicht aufs Spiel setzen.
Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images
Ein Wandel für die Deutsche Nationalmannschaft ist deshalb unter Umständen nicht nur bei der Suche nach einem neuen Trainer und jüngeren Talenten angesagt, sondern auch bei den DFB-Funktionären, die möglicherweise zu theoretisch denken, planen und handeln. Sie sind nicht zurückgetreten, obwohl auch sie „mit verloren haben“.
Der 65-jährige DFB-Präsident Bernd Neuendorf, ein ehemaliger Beamter, hat immerhin mitverantwortet, den nun gescholtenen Julian Nagelsmann als Nationaltrainer einzustellen. Gleiches gilt für den 67-jährigen Unternehmer und DFB-Vize Hans-Joachim Watzke. Von beiden war und ist bislang keine Selbstkritik zu hören. Warum eigentlich nicht?
Welche Rolle spielt der neue DFB-Sportdirektor?
Auch für den zurückgetretenen Rudi Völler muss ein Nachfolger gefunden werden. Nach Angaben des DFB ist der Sportdirektor „die wichtigste Ansprechperson“ für Trainerteam, Staff, Spieler und die medizinische Abteilung. Dabei kümmert er sich intensiv um gute Kontakte zu den Fußballvereinen, aus denen die Nationalspieler stammen, und soll den deutschen Fußball national wie international repräsentieren.
Rudi Völler war dafür als Weltmeister von 1990 sehr gut geeignet. Ihn trifft die Konsequenz aus dem WM-Aus der Nationalelf unverdient. Deshalb wird es für den DFB vermutlich nicht einfach sein, für diese undankbare Aufgabe einen Nachfolger zu finden, der eine herausragende Fußballpersönlichkeit ist und den künftigen Nationaltrainer im Bereich Motivation nachhaltig unterstützen kann.
Der Weltmeister von 2014, Bastian Schweinsteiger, wäre ein solcher Kandidat. Auch Per Mertesacker, Weltmeister von 2014 und jahrelanger Leiter der Nachwuchsakademie des FC Arsenal, hat sein Interesse an einer DFB-Position bereits bekundet.
Was, wenn es nicht Jürgen Klopp wird?
Wer eignet sich noch zum Bundestrainer? Im Gespräch für Alternativen zu Klopp sind sechs weitere Kandidaten. Einer davon der 44-jährige Sebastian Hoeneß. Er ist derzeit Trainer des VfB Stuttgart und hat dort bewiesen, dass er junge Spieler zu Leistungsträgern entwickeln kann.
Auch Christian Streich, 61, wird in den Medien als geeigneter Kandidat angeführt. Er war lange Trainer des SC Freiburg, gilt als absolute Respektsperson und steht für mannschaftliche Geschlossenheit. Laut dem Fußballmagazin „Kicker“ war auch er „über die Jahre“ lang ein Coach, der „immer wieder begabte oder auch teils übersehene Spieler“ in sein Team holte, „immer mit dem Versprechen, dass er sie besser machen würde“.
Ferner ist der spanische Erfolgs-Coach Pep Guardiola als potenzieller Bundestrainer im Gespräch.
So wird Ex-Weltmeister Mats Hummels von verschiedenen deutschen Medien mit der Aussage zitiert: „Ich glaube, dass sowohl Pep Guardiola als auch Jürgen Klopp überall hinpassen – jede Vereinsmannschaft, jede Nationalmannschaft. Die beiden besten Trainer des vergangenen Jahrzehnts, der letzten 17, 18 Jahre in meinen Augen weltweit. Deswegen könnte ich mir beide sehr gut vorstellen.“
Pep Guardiola war von Juli 2013 bis Juni 2016 Coach des FC Bayern München. Während seiner Trainerzeit dominierte der Verein die Bundesliga und holte jedes Mal die deutsche Meisterschaft sowie zweimal den DFB-Pokal.
Von dem griechischen Philosophen Aristoteles stammt die Weisheit: „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“
Es besteht also Grund zur Hoffnung für das neue Nationalteam.
Julian Nagelsmann und seine Assistenten, Rudi Völler, Andreas Rettig: Der Deutsche Fußballbund muss gleich mehrere Stellen neu besetzen.
Jürgen Klopp würde zwar gern, kann aber nicht einfach so. Neben ihm sind sechs weitere Fußballgrößen im Gespräch.
Der neue Bundestrainer – egal wer es wird –, muss Vollgas-Fußball trotz kurzer Beschleunigung auf den Rasen bringen.
Veränderungen sind womöglich auch an anderer Stelle nötig: Die DFB-Spitze äußerte bislang keinerlei Selbstkritik.
In deutschen Medien wird das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM dramatisiert. Da ist die Rede vom „peinlichen Turnieraus im Sechzehntelfinale“, dass der „deutsche Fußball am Boden“ ist und dies „den Tiefpunkt einer einst großen und stolzen Fußballnation“ markiere.
Das bleibt nicht ohne Folgen. Bundestrainer Julian Nagelsmann und Sportdirektor Rudi Völler sind bereits zurückgetreten. Neben Nagelsmann werden auch seine Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner den DFB verlassen. Zudem kündigte Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig an, seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Und nun?
Jürgen Klopp, eine teure Lösung?
Der Liverpool-Erfolgstrainer Jürgen Klopp soll es nun laut zahlreichen Medien richten. Der „Hansdampf in allen Gassen“, oder neudeutsch Busybody, ist allerdings bis 2030 gebunden durch teure Verträge als Werbeträger bei Adidas und als Berater bei „Red Bull“. Dort unterstützt er mit seinen Erkenntnissen die sechs Vereine, die im direkten Besitz oder unter Mehrheitskontrolle des österreichischen Getränkeherstellers sind, darunter der RB Leipzig.
Der 58-jährige Klopp ist also die Lösung? Für die Zukunft des deutschen Nationalfußballs? Der Vizepräsident des Deutschen Fußballbundes, Hans-Joachim Watzke, sah kürzlich noch „mehrere Hürden“, da Klopp „einen Vertrag hat“.
Abfindung Nagelsmann. Millionenvertrag Klopp. Ablöse an Red Bull. Dazu ein neuer Sport-Geschäftsführer. Womöglich auch ein neuer Sportdirektor. Das wird ein teurer Sommer für den DFB.
Als es vor der WM um die Prämien für die Nationalspieler ging, äußerte Kapitän Joshua Kimmich einen vielsagenden Satz: „Man hat das Gefühl, dem DFB geht es auch wieder ein bisschen besser. Und im nächsten Jahr kommt nochmal ein ganz großer Partner dazu.“ Das wissen auch alle, die nun mit dem DFB über Gehälter verhandeln. Gemeint ist ein 7-Jahres-Vertrag im Wert von 700 Millionen Euro mit dem neuen Ausrüster Nike.
Was ein Bundestrainer können muss: Vollgas-Fußball trotz kurzer Beschleunigung
Die Nationalelf ist definitiv an einem Nullpunkt angelangt und braucht einen kompletten Neustart. Und letztlich auch Aufbruchstimmung und Enthusiasmus. All dies überzeugend zu vermitteln, ist die Hauptaufgabe eines Trainers. Denn, obwohl die Fußball-WM jenseits des Atlantiks noch im vollen Gange ist, muss Deutschland jetzt schon nach vorn blicken. Die nächste Europameisterschaft (EM) wird in zwei Jahren von Großbritannien ausgerichtet.
Die nächste WM wird aufgrund der zunehmenden Gigantomanie des internationalen Fußballbundes FIFA gar auf drei Kontinenten stattfinden: Für die Eröffnungsspiele der WM 2030 sind die südamerikanischen Staaten Argentinien, Uruguay und Paraguay vorgesehen. Alle weiteren Spiele werden im nordafrikanischen Marokko sowie in den europäischen Ländern Spanien und Portugal ausgetragen.
Jeder Trainer einer Nationalmannschaft, egal welcher Nation, steht vor dem grundsätzlichen Problem, dass er selbst keine Spieler trainiert. Dies geschieht in den Vereinen, aus denen sie stammen. Der Bundestrainer muss sich vielmehr Gedanken darüber machen, wie er aus all den hochqualifizierten Einzeltalenten eine Mannschaft schmiedet – und das meist in wenigen Spielen. Viele Möglichkeiten zum Ausprobieren gibt es nicht. Zudem sehen es die Clubs nicht gern, wenn ihre Spieler in der Nationalelf aufgerieben werden. Also spielen die millionenteuren Profis für ihr Land nicht immer am Limit.
Aber genau diese Haltung führte in den vergangenen 12 Jahren dazu, dass die deutschen Nationalmannschaften gegen schwächere Gegner wie jetzt kürzlich gegen Ecuador und Paraguay, die sich bis zum Äußersten aufopferten, verloren haben. Hier, genau hier, muss der neue Trainer der DFB-Auswahl ansetzen und wieder aufopferungsvollen Vollgas-Fußball-Drive vermitteln.
Dafür wäre Jürgen Klopp genau der Richtige. Denn er gehört nicht zu den Laptop-Trainern, die sich aufgrund hunderter Video-Studien über die Spielgegner messerscharfe Taktiken ausdenken. Klopp ist „am Mann“. Am Spielfeldrand führt er sich auf, er schreit, gestikuliert, stets kurz davor, selbst eine Gelbe Karte zu kassieren. Aber genau das nennt man Führungsqualität. Zumindest im Fußball.
Warum tragen die DFB-Funktionäre keine Verantwortung?
Der DFB sieht das jedoch gebremster. Liest man etwa die Ausbildungsziele der DFB-Akademie für die sogenannte Pro-Lizenz, die ein Bundestrainer haben muss, wirkt das Konzept reichlich technokratisch:
Als eines der Ausbildungsziele wird genannt: „Strukturieren, Verfeinern und Adaptieren der eigenen Spielvision nach situativen Gesichtspunkten, unter anderem durch Erarbeitung detaillierter Spielprinzipien, deren Coaching und konkrete Anwendung unter unterschiedlichen spieltaktischen Zielsetzungen“. Verstanden?
Bezogen auf die Spieler soll der Pro-Lizenz-Trainer „Leistungs- und entwicklungsorientiertes Coaching im Profifußball unter motivationalen, taktisch-analytischen und führungsorientierten Gesichtspunkten“ beherrschen. Verstanden?
Und er soll „Leistungsdiagnostik und Monitoring im Mannschafts- und Individualisierungskontext“ durchführen. Und selbstverständlich auch das „Rollen- und Selbstverständnis von Spieler*innen […] unter Berücksichtigung individueller und kultureller Unterschiede und Besonderheiten“ in Betracht ziehen. Vom „Motivieren“ ist nicht die Rede, sondern von „motivationalen Gesichtspunkten“. Ein Jürgen Klopp würde so nie sprechen – und auch nicht handeln.
Als Bundestrainer braucht man die Macht, die Dinge nach seinem Willen zu verändern: Jürgen Klopp, hier mit Thomas Müller beim Vorrundenspiel gegen Curaçao, kündigte „intensive Gespräche“ mit dem DFB an, weil „natürlich die Probleme, die wir aktuell haben, nicht an der Personalie Julian Nagelsmann hängen“. Seinen guten Ruf wolle er nicht aufs Spiel setzen.
Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images
Ein Wandel für die Deutsche Nationalmannschaft ist deshalb unter Umständen nicht nur bei der Suche nach einem neuen Trainer und jüngeren Talenten angesagt, sondern auch bei den DFB-Funktionären, die möglicherweise zu theoretisch denken, planen und handeln. Sie sind nicht zurückgetreten, obwohl auch sie „mit verloren haben“.
Der 65-jährige DFB-Präsident Bernd Neuendorf, ein ehemaliger Beamter, hat immerhin mitverantwortet, den nun gescholtenen Julian Nagelsmann als Nationaltrainer einzustellen. Gleiches gilt für den 67-jährigen Unternehmer und DFB-Vize Hans-Joachim Watzke. Von beiden war und ist bislang keine Selbstkritik zu hören. Warum eigentlich nicht?
Welche Rolle spielt der neue DFB-Sportdirektor?
Auch für den zurückgetretenen Rudi Völler muss ein Nachfolger gefunden werden. Nach Angaben des DFB ist der Sportdirektor „die wichtigste Ansprechperson“ für Trainerteam, Staff, Spieler und die medizinische Abteilung. Dabei kümmert er sich intensiv um gute Kontakte zu den Fußballvereinen, aus denen die Nationalspieler stammen, und soll den deutschen Fußball national wie international repräsentieren.
Rudi Völler war dafür als Weltmeister von 1990 sehr gut geeignet. Ihn trifft die Konsequenz aus dem WM-Aus der Nationalelf unverdient. Deshalb wird es für den DFB vermutlich nicht einfach sein, für diese undankbare Aufgabe einen Nachfolger zu finden, der eine herausragende Fußballpersönlichkeit ist und den künftigen Nationaltrainer im Bereich Motivation nachhaltig unterstützen kann.
Der Weltmeister von 2014, Bastian Schweinsteiger, wäre ein solcher Kandidat. Auch Per Mertesacker, Weltmeister von 2014 und jahrelanger Leiter der Nachwuchsakademie des FC Arsenal, hat sein Interesse an einer DFB-Position bereits bekundet.
Was, wenn es nicht Jürgen Klopp wird?
Wer eignet sich noch zum Bundestrainer? Im Gespräch für Alternativen zu Klopp sind sechs weitere Kandidaten. Einer davon der 44-jährige Sebastian Hoeneß. Er ist derzeit Trainer des VfB Stuttgart und hat dort bewiesen, dass er junge Spieler zu Leistungsträgern entwickeln kann.
Auch Christian Streich, 61, wird in den Medien als geeigneter Kandidat angeführt. Er war lange Trainer des SC Freiburg, gilt als absolute Respektsperson und steht für mannschaftliche Geschlossenheit. Laut dem Fußballmagazin „Kicker“ war auch er „über die Jahre“ lang ein Coach, der „immer wieder begabte oder auch teils übersehene Spieler“ in sein Team holte, „immer mit dem Versprechen, dass er sie besser machen würde“.
Ferner ist der spanische Erfolgs-Coach Pep Guardiola als potenzieller Bundestrainer im Gespräch.
So wird Ex-Weltmeister Mats Hummels von verschiedenen deutschen Medien mit der Aussage zitiert: „Ich glaube, dass sowohl Pep Guardiola als auch Jürgen Klopp überall hinpassen – jede Vereinsmannschaft, jede Nationalmannschaft. Die beiden besten Trainer des vergangenen Jahrzehnts, der letzten 17, 18 Jahre in meinen Augen weltweit. Deswegen könnte ich mir beide sehr gut vorstellen.“
Pep Guardiola war von Juli 2013 bis Juni 2016 Coach des FC Bayern München. Während seiner Trainerzeit dominierte der Verein die Bundesliga und holte jedes Mal die deutsche Meisterschaft sowie zweimal den DFB-Pokal.
Von dem griechischen Philosophen Aristoteles stammt die Weisheit: „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“
Es besteht also Grund zur Hoffnung für das neue Nationalteam.
Beim Bundeshaushalt 2027 sind höhere Ausgaben geplant. (Symbolbild) - Foto: Jan Woitas/dpa
In Kürze:
Bundeskabinett beschließt Haushaltsentwurf 2027 mit 555,4 Milliarden Euro Ausgaben und 118,7 Milliarden Euro Neuverschuldung.
Bundesregierung verweist auf Investitionen, Verteidigungsausgabenund geplante Einsparungen zur Haushaltskonsolidierung.
Wirtschafts- und Umweltverbände kritisieren steigendeSchulden, Umschichtungen und fehlende strukturelle Sparmaßnahmen.
Am Montag, 6. Juli, hat das Bundeskabinett eine Einigung auf einen Haushaltsentwurf für 2027 bekannt gemacht. Dieser sieht Ausgaben von 555,4 Milliarden Euro und eine Neuverschuldung von 118,7 Milliarden Euro vor.
Zuvor hatte die Bundesregierung angekündigt, dass beides in einem geringeren Rahmen gehalten werden könnte. Für den Haushalt 2026 summierte sich nun die Nettokreditaufnahme auf etwa 98 Milliarden.
Ein Faktor für die deutlich höhere Neuverschuldung ist dabei der Verteidigungsetat. Dieser soll im Kernhaushalt auf 109,7 Milliarden Euro steigen – und damit um ein Drittel gegenüber dem Haushalt für das laufende Jahr. Für die Unterstützung der Ukraine sind rund 11,6 Milliarden eingeplant.
Klingbeil: Haushaltsentwurf als Ausdruck von Krisenresilienz
Unter Berücksichtigung der Sondervermögen für Infrastruktur und Bundeswehr steigt die Neuverschuldung insgesamt auf rund 200 Milliarden Euro. Bis 2030 werde sie sich auf gut 220 Milliarden Euro belaufen.
Im Jahr 2027 plant der Bund zudem Investitionen in Höhe von 117,5 Milliarden Euro in die Sanierung maroder Brücken und Straßen sowie des Bahnnetzes. Diese sollen vorwiegend aus dem Sondervermögen Infrastruktur kommen.
Die Bundesregierung bezeichnet den Haushalt als Ausdruck ihrer Handlungsfähigkeit. „Der Bundeshaushalt trägt insgesamt dazu bei, die Krisenfestigkeit zu stärken“, lautet es auf ihrer Website.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) verteidigte die geplante höhere Neuverschuldung. „Man kann sich gegenüber Putin nicht mit der schwarzen Null verteidigen“, sagte der SPD-Chef am Sonntagabend im ARD-„Sommerinterview“ mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin und Bedrohungen durch Russland.
Eine Rekordsumme sei für Investitionen vorgesehen. Damit wolle man das Land wieder auf Wachstumskurs bringen und gleichzeitig Sicherheit, Infrastruktur und Innovation stärken. Ferner weist Klingbeil Darstellungen zurück, man baue wieder nur die Verschuldung aus.
Sparmaßnahmen und Stellenabbau sollen Haushalt entlasten
Der SPD-Chef verwies zugleich darauf, dass es „trotz der internationalen Krisen“ gelungen sei, die ursprüngliche Haushaltslücke von 34 Milliarden Euro im kommenden Jahr zu schließen.
Dazu werde eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt, etwa Einsparungen in den Bundesministerien. So sollen 2027 Einsparungen von 1,2 Milliarden Euro durch effizienterer Abläufe und Strukturen im Bundeshaushalt entstehen.
Bis zum Haushaltsjahr 2029 wolle man diesen Kurs noch ausbauen. Der Effekt der angekündigten Effizienzmaßnahmen soll sich bis dahin kontinuierlich steigern. Außerdem hätten die Ressorts das von Klingbeil vorgegebene Einsparungsziel von 1 Prozent je Ministerium vollständig umgesetzt.
Beim Personal soll die Einsparquote im nächsten Jahr 2 Prozent betragen, wobei es keinen Abbau bei den Sicherheitsbehörden geben soll. Bis zum Ende der Legislaturperiode soll es dem Koalitionsvertrag zufolge in der Bundesverwaltung einen Stellenabbau um 8 Prozent geben.
Zudem soll ein höherer Steuersatz auf bestimmte alkoholische Getränke den Haushalt entlasten. Eine Senkung des Bundeszuschusses an die gesetzliche Rentenversicherung um 1 Milliarde Euro im nächsten Jahr soll ebenfalls einen Spareffekt bewirken.
Wirtschaftsverbände warnen vor wachsender Schuldenlast
Kritik am Haushaltsentwurf gibt es unter anderem von den Verbänden.
So nennt die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Tanja Gönner, die geplanten Mehrausgaben und Schuldenzuwächse „alarmierend“. Es gelinge der Bundesregierung trotz massiver Neuverschuldung und hoher Steuereinnahmen nicht, eine solide Haushaltsplanung vorzulegen.
Gönner warnt vor weiter explodierenden Zinskosten, die dazu führen könnten, dass bis 2030 jeder fünfte Euro aus den Steuereinnahmen für Zinsen gebunden sein könnte. Dieses Geld fehle dann für Zukunftsinvestitionen. Es müsse mehr geschehen in Richtung Wachstumsförderung, Konsolidierung und effizientere Verwendung öffentlicher Mittel, so die BDI-Funktionärin.
„Das eigentliche Haushaltsproblem liegt daher weiter bei den Ausgaben, nicht bei den Einnahmen.“
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) erklärte, die Haushaltsentwicklung bereite den Unternehmen Sorge.
„Soziales, Verteidigung und Zinsen werden bis 2030 zusammen bereits 80 Prozent des Haushaltes binden. Für wachstumsrelevante Ausgaben bleibt damit kaum Spielraum“, erklärte DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov. Die Bundesregierung müsse gegensteuern.
Die Vorsitzende des Verbandes der Familienunternehmer, Marie-Christine Ostermann, spricht in einer Erklärung von einem „geradezu gefährlichen Gemisch“. Mit mehr als 555 Milliarden Euro habe man den Kernhaushalt um 12 Milliarden stärker aufgebläht als noch im April geplant. Die Neuverschuldung falle um 8 Milliarden höher aus als angekündigt.
Bis 2030 würden die Ausgaben für die Zinsen auf 80,7 Milliarden Euro im Jahr steigen, kritisiert Ostermann. Entgegen vorherigen Ankündigungen greife Klingbeil auch auf die Rücklage zu – und wolle daraus 6,8 Milliarden Euro mobilisieren.
Der Haushaltsentwurf, so Ostermann, drohe zum „Desaster für Deutschland“ zu werden. Sie äußert weiter: „Konsolidiert ist an diesem Etat leider gar nichts. Statt endlich zu sparen werden Rücklagen geplündert, Steuern erhöht und mit Haushaltstricks nur noch mehr Mittel verschoben.“
Umweltverbände wiederum kritisieren, dass etwa 2,7 Milliarden Euro an Einnahmen aus dem europäischen Emissionshandel vom Klima- und Transformationsfonds (KTF) in den Kernhaushalt umgeleitet werden.
Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Stadtwerkeverbands VKU, wies darauf hin, dass man den KTF dazu geschaffen habe, zusätzliche Investitionen in Klimaschutz, Transformation und Infrastruktur zu finanzieren. Stattdessen verkomme dieser jetzt zum „Verschiebebahnhof für mangelnde Einsparbemühungen im Kernhaushalt“.
Um mehr Luft zu bekommen, soll zudem die Tilgung von Milliarden-Krediten, die der Bund während der Corona-Pandemie sowie nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine aufgenommen hatte, zeitlich geschoben werden.
An der Verschiebung von Investitionen zwischen Kernhaushalt und Sondervermögen hatten bereits vor Wochen der Bundesrechnungshof und mehrere Wirtschaftsverbände Kritik geübt.
Zweifel gibt es auch, ob alle noch nicht konkret hinterlegten, aber eingeplanten Einsparungen und Mehreinnahmen wie vorgesehen eintreten werden. Klingbeil machte bei der Verkündung bereits darauf aufmerksam, dass die Bundesregierung infolge des Irankriegs ihre Erwartungen bezüglich Wachstums und Steuereinnahmen nach unten korrigieren musste.
Unions-Fraktionsvize Sepp Müller zeigt sich hingegen optimistisch. Er erklärt gegenüber „Phoenix“, der Bundeshaushalt 2027 sei ein „echter großer Wurf“. Man setze die Prioritäten genau richtig – „durch mehr echte Investitionen, konsequentes Sparen und die gezielte Förderung von Familien“. Es gehe aber „noch mehr in den Folgejahren“.
Foto: Tom Nicholson/Getty Images, Montage Epoch Times
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Le Pens Kandidatur möglich
Marine Le Pen ist im Berufungsverfahren wegen der Veruntreuung von EU-Geldern zu drei Jahren Haft und einem 15-monatigen Kandidaturverbot verurteilt worden. Zwei Jahre Haft wurden zur Bewährung ausgesetzt, ein Jahr soll sie mit einer elektronischen Fußfessel verbüßen. Ihre Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2027 ist damit möglich. Ob sie dennoch antreten will, wollte Le Pen am Abend bekannt geben.
Mitglieder der Mittelstands- und Wirtschaftsunion der CDU Brandenburg fordern in einem Antrag das Ende des Unvereinbarkeitsbeschlusses mit der AfD. Sie kritisieren eine „pauschale Abgrenzung“ und argumentieren, Millionen Wähler dürften nicht ausgeschlossen werden. Die CDU-Spitze sieht den Vorstoß kritisch. Die Debatte über den Umgang mit der AfD hält an.
Vor dem NATO-Gipfel in Ankara sagte NATO-Generalsekretär Mark Rutte, das Bündnis könne sich nicht mehr übermäßig auf die Vereinigten Staaten verlassen. Er kündigte eine „Revolution“ in der Verteidigungsindustrie an. Die NATO will sich unter anderem besser auf Drohnenkriege vorbereiten. Die Verbündeten verpflichteten sich, bis Ende 2027 fünfmal so viele Soldaten für den Einsatz von Drohnen auszubilden.
Kanada will seine neue U-Boot-Flotte beim deutschen Hersteller Thyssenkrupp Marine Systems bauen lassen. Das Unternehmen soll bis zu zwölf U-Boote des Typs 212CD liefern und spricht vom größten Einzelauftrag seiner Geschichte. Gebaut wird in Kiel und Wismar, die ersten Boote könnten bis 2034 ausgeliefert werden.
Während des Besuchs von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Damaskus sind in unmittelbarer Nähe seines Hotels zwei Bombenanschläge verübt worden. Laut dem syrischen Innenministerium wurden 18 Menschen verletzt. Der Elysée-Palast teilte mit, Macron sei sicher und wohlauf und setze seinen Besuch in Syrien fort.
Die Bundestagsabgeordnete Saskia Ludwig gehört dem Vorstand der MIT Brandenburg an. Sie scheint allerdings nicht als Unterstützerin des Antrags gegen die sogenannte Brandmauer auf. (Archivbild) - Foto: Christoph Soeder/dpa
In Kürze:
Die MIT Brandenburg stimmt über einen Antrag zur Aufhebung des CDU-Unvereinbarkeitsbeschlusses gegenüber der AfD ab.
Antragsteller kritisieren die bisherige Brandmauer als pauschaleAusgrenzung von Millionen Wählern.
Die Landesführung der MIT rechnet dennoch mit einem Scheitern des Vorstoßes und lehnt eine Zusammenarbeit mit AfD und Linkspartei ab.
Im Landesverband Brandenburg der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) der CDU soll am Dienstagabend, 7. Juli, über einen Antrag zur sogenannten Brandmauer gegenüber der AfD abgestimmt werden. Der Antrag soll auf der Tagesordnung der bevorstehenden Vorstandssitzung stehen, wie „FOCUS“ und „WELT“ berichteten.
Darin erheben Mitglieder der Mittelstandsvereinigung die Forderung, den seit 2018 gültigen Unvereinbarkeitsbeschluss der Bundes-CDU in der derzeitigen Form aufzuheben. Dieser werde von vielen Mitgliedern als „Ausdruck einer Politik der pauschalen Abgrenzung“ verstanden.
Kritik aus CDU Brandenburg: Merz-Strategie der „Halbierung“ der AfD sei gescheitert
Der Antrag, über den die Mittelstandsvereinigung abstimmen soll, trägt den Titel „Für eine Rückkehr zur politischen Sacharbeit – demokratische Auseinandersetzung statt pauschaler Abgrenzung“. In der Begründung kommt die Sorge zum Ausdruck, einen erheblichen Teil der Wählerschaft mit dem derzeitigen Ansatz dauerhaft zu verprellen. Man dürfe Millionen Bürger nicht als Gesprächspartner ausschließen.
Zwei Mitglieder des Vorstandes sollen für den Antrag verantwortlich zeichnen. Einer davon ist der stellvertretende Vorsitzende Ferdinand Fiedler. Er wolle Wähler „mit den politischen Konzepten der Union“ zurückgewinnen. Die Strategie von Parteichef und Bundeskanzler Friedrich Merz, mit der dieser die AfD halbieren wollte, sei „klar gescheitert“.
Rückendeckung erhält Fiedler vom MIT-Vizelandeschef Frank Goral. Dieser äußerte gegenüber dem „Tagesspiegel“, die „Brandmauer“ sei falsch. Man könne „in Ostdeutschland nicht 30 bis 40 Prozent der Wähler ausgrenzen“.
MIT-Landeschef und Ehrenvorsitzender rechnen nicht mit Mehrheit
Der Verfassungsschutz in Brandenburg stuft den Landesverband der AfD seit dem Vorjahr als „gesichert rechtsextremistisch“ ein.
Allerdings liegt die Partei in Umfragen derzeit deutlich vor der SPD. CDU und Linke sind derzeit gleichauf. Nach aktuellem Stand wären daher Mehrheiten gegen die AfD nur unter Einschluss der Linkspartei möglich, gegen die es vonseiten der CDU jedoch ebenfalls einen Unvereinbarkeitsbeschluss gibt.
Nicht als Einbringerin aufgeführt ist die Bundestagsabgeordnete und frühere Landeschefin Saskia Ludwig. Diese ist ebenfalls eine stellvertretende Landesvorsitzende der MIT Brandenburg und hatte sich bereits vor der Bundestagswahl 2025 gegen die sogenannte Brandmauer ausgesprochen.
MIT-Landeschef Eckehard Frisch und der Ehrenvorsitzende Uwe Feiler gehen von einem Scheitern des Vorstoßes aus. Es könne „mit der AfD eines Höcke und anderer keine Zusammenarbeit geben, ebenso wenig wie mit der Linken“. Insbesondere bei Themen wie NATO, Bundeswehr oder Russland gebe es keinerlei Schnittmengen.
Ähnliche Debatte über CDU-Abgrenzung zur AfD im Vorjahr im Harz
Allerdings brodele es in der CDU aufgrund der schlechten Umfragewerte und der Enttäuschung beispielsweise über die ausbleibende Steuerreform. Man müsse laut Feiler vor diesem Hintergrund zweifellos eine Debatte darüber führen, was unter „Zusammenarbeit“ mit der AfD zu verstehen sei, wie er gegenüber dem „FOCUS“ sagte.
Zwar seien gemeinsame Anträge sicher tabu, so Feiler. Aber bei Abstimmungen zu reinen Sachanträgen wie jenen über die Flutlichtanlage eines Sportplatzes sehe die Sache möglicherweise anders aus.
Im Vorjahr hatte bereits der Kreisverband Harz der CDU Sachsen-Anhalt den Unvereinbarkeitsbeschluss infrage gestellt.
Bei der Bundestagswahl hat die CDU das Direktmandat an die ortsfremde AfD-Kandidatin Christina Baum verloren. Zudem gebe es eine Vielzahl an Austritten.
Allerdings hat auch dort die Landesspitze der CDU dieses Ansinnen abgelehnt. Der aus demselben Kreisverband stammende Ministerpräsident Sven Schulze und Landrat Thomas Balcerowski gelten als Gegner einer Annäherung an die AfD.
Infolge extremer Regenfälle, die ein Taifun mit sich brachte, kam es am 6. Juli 2026 am Liulan-Stausee in Hengzhou (Stadt Nanning, Autonome Region Guangxi) zu einem Dammbruch durch Überströmen; dabei riss eine gewaltige, 50 Meter breite Bresche in das Dammbauwerk. Unverzüglich ergossen sich gewaltige Wassermassen nach außen und überfluteten augenblicklich mehrere flussabwärts gelegene Dörfer. - Foto: Epoch Times / Zusammengestellt aus Video-Screenshots
Anhaltende starke Regenfälle haben in der südchinesischen Region Guangxi verheerende Überschwemmungen ausgelöst. Die Wassermassen führten an mehreren Stauseen zu kritischen Sicherheitsmängeln und Dammbrüchen, die flussabwärts gelegene Gemeinden schwer beschädigten und die Bevölkerung in eine existenzielle Krise stürzten.
Dammversagen und Sturzfluten in Hengzhou
Besonders kritisch ist die Lage in der Stadt Hengzhou. Am Damm des Liulan-Stausees – der größten mittelgroßen Anlage der Stadt aus dem Jahr 1960 – entstanden zwei gewaltige Brüche mit einer Gesamtlänge von etwa 50 Metern. Zuvor waren die Hochwasserentlastungsschleusen des Reservoirs vollständig geöffnet worden.
Die daraus resultierenden Sturzbäche überfluteten das direkt angrenzende Dorf Dutian innerhalb von weniger als einer halben Stunde. Viele Häuser wurden mitgerissen, die Strom- und Wasserversorgung brach zusammen, und ältere Dorfbewohner wurden in ihren Häusern eingeschlossen. Auch an drei weiteren Stauseen der Stadt (Yunbiao, Sancha und Chayuan) traten ernsthafte Sicherheitsprobleme auf.
Anhaltende Starkregenfälle haben in Guangxi schwere Überschwemmungen ausgelöst. Viele Betroffene waren auf Selbsthilfe angewiesen.
Foto: Zusammengestellt aus Video-Screenshots
Die fatale Zangenbewegung in Fangchenggang
Südlich von Hengzhou, in der Küstenstadt Fangchenggang, kollidierten die heftigen Regenfälle mit den natürlichen Gezeiten. Betroffene Einwohner berichten, dass mehrere flussaufwärts gelegene Stauseen gleichzeitig Wasser abließen, während zeitgleich die Flut das Meerwasser ins Landesinnere drückte.
Da das Flusswasser dadurch nicht ins Meer abfließen konnte, entstand eine Zangenbewegung aus zwei Richtungen. Im Stadtzentrum stieg der Pegel in kürzester Zeit bis nahe an das zweite Stockwerk an. Keller, Geschäfte und Tiefgaragen wurden geflutet, Fahrzeuge weggeschwemmt und die lokale Landwirtschaft, Viehzucht sowie Aquakulturen nahezu vollständig vernichtet.
Betroffene Bürger ohne staatliche Unterstützung
Die Opfer der Katastrophe sind weitgehend auf Eigeninitiative und Selbsthilfe angewiesen. Berichten zufolge wurden von Regierungsseite weder Unterkünfte noch Hilgsküter zur Verfügung gestellt. Da die Sturzfluten extrem plötzlich kamen, blieb den Menschen kaum Zeit zur Evakuierung. Augenzeugen berichten von zahlreichen Ertrunkenen.
Zusätzlich geraten Infrastrukturprojekte in die Kritik: Die Anwohner verbinden die Häufung der Überschwemmungen mit einem künstlichen Kanalprojekt, das den Flusslauf umleitet und die Region anfälliger für Überflutungen macht.
Systemversagen und Informationskontrolle
Wasserwirtschaftsexperten weisen darauf hin, dass die Katastrophe neben dem Extremwetter vor allem hausgemachte, strukturelle Mängel offenbart. Guangxi gehört zu den chinesischen Regionen mit den weitreichendsten künstlichen Veränderungen von Flussläufen.
Große Teile ehemaliger natürlicher Überschwemmungsgebiete wurden in den vergangenen Jahrzehnten zu städtischen Zonen ausgebaut, was das Hochwasserrisiko massiv erhöht hat. Zudem gelten viele der über 1.700 Wasserspeicheranlagen der Region als veraltet.
Obwohl auf politischer Ebene Pläne zur Katastrophenminderung existieren, mangelt es an der praktischen Umsetzung vor Ort. Stattdessen reagieren die Behörden mit einer strikten Informationskontrolle: Berichte über Todesopfer und das tatsächliche Ausmaß der Zerstörung werden in den sozialen Medien extrem schnell zensiert und systematisch unterdrückt.
Zuerst erschienen auf theepochtimes.com unter dem Titel: „ 广西防城港严重洪灾 灾民指多座水库泄洪“. (Deutsche Bearbeitung: vm)
Das Pariser Berufungsgericht hat die Rechtsnationale Marine Le Pen zu einer einjährigen Haftstrafe mit Fußfessel verurteilt. - Foto: Kenzo TRIBOUILLARD/AFP via Getty Images
In Kürze:
Das Berufungsgericht in Paris bestätigtedenSchuldspruch gegen Marine Le Pen, reduzierte jedoch Haftstrafe und Dauer des Kandidaturverbots.
Das verkürzte Verbot könnte Le Pen eine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl2027 ermöglichen.
Der RN verfügt mit Parteichef Jordan Bardella weiterhin über einen aussichtsreichen Ersatzkandidaten.
Aktuelle Umfragen sehen den RN unabhängig von der Personalfrage in einer starkenAusgangsposition.
Die langjährige Vorsitzende des rechtsgerichteten Rassemblement National (RN), Marine Le Pen, wird möglicherweise ein weiteres Mal bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich kandidieren können. Das Berufungsgericht in Paris hielt am Dienstag, 7. Juli, die Verurteilung durch das Erstgericht bezüglich des Missbrauchs von EU-Mitteln aufrecht. Allerdings reduzierte es die Dauer der Haftstrafe und des Entzugs des passiven Wahlrechts.
Das Gericht kürzte die Haftstrafe für Le Pen auf drei Jahre. Zwei davon bleiben zur Bewährung ausgesetzt, das dritte ist mittels elektronischer Fußfessel zu verbüßen. Die Dauer der Unwählbarkeit wurde auf 15 Monate reduziert – mit der Folge, dass sich die 2012, 2017 und 2022 gescheiterte Präsidentschaftskandidatin im nächsten Jahr erneut um das höchste Amt Frankreichs bewerben könnte.
Allerdings würde ein Wahlkampf durch die Fußfessel logistisch erheblich erschwert. Zudem hatte Le Pen zuvor ausdrücklich ausgeschlossen, mit einer elektronischen Fußfessel bei der Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2027 anzutreten. Sie hat die Absicht, sich am Abend in einem TV-Interview zur Kandidatenfrage zu äußern.
Die Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro hielt das Gericht aufrecht.
Vorwürfe gegen Le Pen im Kern aufrechterhalten
Im März 2025 hatte ein Pariser Gericht Le Pen zu einer Haftstrafe von vier Jahren für die Veruntreuung von Mitteln des Europäischen Parlaments zur Bezahlung der Mitarbeiter ihrer Partei verurteilt.
Von diesen seien zwei mit elektronischer Fußfessel zu verbüßen, zwei weitere setzte das Gericht zur Bewährung aus. Außerdem verhängte das Gericht ein fünfjähriges Verbot für Le Pen, sich um ein öffentliches Amt zu bewerben.
Sie persönlich wurde auch mit einer Geldstrafe von 100.000 Euro belegt. Die Partei muss zudem 2 Millionen Euro bezahlen – 1 Million dabei ist dabei ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt. Das Gericht sprach die Partei und Le Pen als der Anklage zufolge Organisatorin der Veruntreuung schuldig.
Le Pen und der RN sollen ein Komplott geschaffen haben, mittels dessen sie mehr als 4 Millionen Euro an Geldmitteln des EU-Parlaments entgegen dem Verwendungszweck gebraucht hätten. Gedacht waren die Gelder zur Bezahlung von Mitarbeitern im EU-Parlament und für Zwecke, die mit dessen Tätigkeit in Verbindung stehen. Neben Le Pen selbst verurteilte das Gericht acht frühere EU-Abgeordnete und zwölf parlamentarische Mitarbeiter.
Für Le Pen ist das Urteil eine Niederlage, auch wenn es für sie schlimmer hätte kommen können.
Foto: Aurelien Morissard/AP/dpa
RN hat bisher 1 Million Euro zurückbezahlt
Marine Le Pen und ihr Umfeld haben dem Gericht zufolge die Gelder stattdessen für die Finanzierung der Parteiarbeit verwendet. Bei den Assistententätigkeiten habe es sich um Scheinbeschäftigungen gehandelt. Das System soll in der Zeit von 2004 bis 2016 bestanden haben. Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung OLAF hatte die Ermittlungen aufgenommen und diese später der französischen Justiz übertragen.
Eine Anzeige hatte der damalige EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) erstattet. Eine Anklage erhob die Staatsanwaltschaft in Paris erst Ende 2023. Es soll insgesamt 46 zum Schein eingegangene Assistentenverträge gegeben haben. Eine Million Euro hatte der RN im Vorfeld des Prozesses in Paris bereits zurückbezahlt.
Marine Le Pen hatte damals „Schludrigkeit“ hinsichtlich des damaligen Abrechnungssystems eingeräumt. Allerdings gab sie auch zu bedenken, dass es zum damaligen Zeitpunkt noch kaum schriftlich festgelegte Regeln oder exakte Jobbeschreibungen für Assistenten von EU-Abgeordneten gegeben habe. Es habe „stets eine flexible Auslegung“ der Regeln gegeben. Es habe einen gemeinsamen Pool für die Bezahlung der Assistenten gegeben, den man gemeinsam genutzt habe.
Mehrere Mitarbeiter kaum in Brüssel oder Straßburg angetroffen
Die Anklage hatte unter anderem Stempelkarten und die Intensität des SMS- sowie E-Mailverkehrs über Dienstgeräte als Beweismittel herangezogen. Diese hätten zutage gefördert, dass einige Assistenten nicht mehr als eineinhalb Tage in Brüssel oder Straßburg gewesen seien. Der ehemalige Abgeordnete Louis Aliot soll mit seinem „Assistenten“ überhaupt lediglich eine SMS und keine einzige E-Mail ausgetauscht haben.
Schulz legte bei seiner Anzeige ein Organigramm aus den Reihen der Partei vor. Auch dieses habe einige Funktionsträger und Mitarbeiter in Positionen ausgewiesen, die mit einer Assistententätigkeit im EU-Parlament nur bedingt vereinbar gewesen seien.
Im Jahr 2014 hatte zudem der damalige Schatzmeister Wallerand de Saint-Just geschrieben, der damalige Front National habe sich auf nationaler Ebene in einer erheblichen finanziellen Notlage befunden. Diese habe man nur überwinden können, weil man „dank des EU-Parlaments erhebliche Einsparungen“ machen konnte.
Kritik am Ersturteil aus anderen Parteien: Wähler sollen über Amtswürdigkeit entscheiden
Im RN selbst, aber auch in anderen Parteien war in Anbetracht der erstinstanzlichen Verurteilung Kritik an der Entscheidung laut geworden, Le Pen für unwählbar zu erklären.
Zudem hatte das Gericht diese Sanktion mit sofortiger Wirkung angeordnet. Sowohl der damalige Premierminister François Bayrou als auch der damalige Justizminister Gérald Darmanin erklärten, die Justiz dürfe sich nicht herausnehmen, zu entscheiden, wer sich den Bürgern zur Wahl stelle. Auch der Abgeordnete Éric Coquerel protestierte. Der Politiker der linken Partei La France Insoumise betonte, er sei „nicht damit einverstanden, dass wir Dinge vor Gericht entscheiden, die an der Wahlurne entschieden werden müssen“.
Im Jahr 2024 waren zwei Mitglieder von Modem, der früheren Partei von Präsident Emmanuel Macron, wegen ähnlicher Vorwürfe zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Bayrou stand ebenfalls im Verdacht, von einem „betrügerischen System“ dieser Art gewusst zu haben. Allerdings sei der Nachweis nicht gelungen.
Bardella ist der politische Ziehsohn von Le Pen. (Archivbild)
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Bardella in Umfragen beliebter als Le Pen
Ob ein Kandidaturverbot für Marine Le Pen den Machtambitionen des RN geschadet hätte, ist unterdessen ungewiss. Die Partei hat sich spätestens seit der erstinstanzlichen Verurteilung einen Plan B für den Fall einer Aufrechterhaltung desselben zurechtgelegt.
Seit 2021 ist der erst 30-jährige Jordan Bardella Vorsitzender des RN, für den er auch im EU-Parlament sitzt. Bardella ist dort Fraktionsvorsitzender der „Patrioten für Europa“, der drittgrößten Fraktion im EU-Parlament. Für die Präsidentenwahlen im nächsten Jahr gilt er auch als möglicher Kandidat.
Die Beliebtheitswerte Bardellas übersteigen mittlerweile jene von Marine Le Pen. In der jüngsten Ipsos-Umfrage für die „Tribune Dimanche“ äußerten sich 21 Prozent der befragten Franzosen als „sehr zufrieden“ mit seiner politischen Arbeit und 16 als „eher zufrieden“. Immerhin 12 Prozent stehen ihm indifferent gegenüber. Le Pen ist mit 35 Prozent, die eher oder sehr zufrieden sind, auf Platz 2 des Politikerrankings – noch vor ihrer Nichte Marion Maréchal, die auf 24 Prozent Zufriedenheit kommt.
Deutlicher Vorsprung – aber auch hohe Antipathiewerte
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron darf nach zwei Amtszeiten nicht direkt wieder antreten. Aus seinem Lager wollen die beiden Ex-Premierminister Edouard Philippe und Gabriel Attal antreten.
Mit 23 beziehungsweise 21 Prozent sind Philippe und Ex-Premier Attal die bestplatzierten Politiker der Mitte im Ranking. Philippe hat seine Kandidatur für 2027 angekündigt. Der beliebteste Politiker der Linken – Raphaël Glucksmann – liegt mit jeweils 17 Prozent deutlich dahinter.
Allerdings sind ihre Antipathiewerte deutlich geringer als jene der RN-Politiker. Sowohl über Bardella als auch über Le Pen äußern sich jeweils 48 Prozent „sehr unzufrieden“ oder „unzufrieden“. Diese könnten ein Mobilisierungspotenzial für einen möglichen Gegenkandidaten in einer Stichwahl darstellen.
Derzeit sehen alle Umfragen einen klaren Vorsprung für Bardella in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl. Dabei bewegen sich seine Werte zwischen 35 und 37 Prozent. Als aussichtsreichster Gegenkandidat in einer Stichwahl gilt Philippe, der mit um die 14 Prozent gehandelt wird.
Als nächstbester und stärkster Kandidat der Linken gilt Jean-Luc Mélenchon von La France Insoumise, der stabil bei etwa 13 Prozent liegt. Allerdings wären das deutlich weniger als die fast 22 Prozent, die Mélenchon bei der Präsidentenwahl 2022 eingefahren hatte.
Zudem ist Mélenchon mit 58 Prozent „sehr unzufrieden“ und 11 Prozent „eher unzufrieden“ votierenden Befragten der unbeliebteste Politiker des Landes – noch vor dem Ultrarechten Éric Zemmour mit einem Unzufriedenheitswert von 67 Prozent.
Linke Kandidaten gelten wegen Zersplitterung als chancenlos
Die Linke hatte sich bei den Parlamentswahlen 2024 durch eine strategische Bündnispolitik eine eigene relative Mehrheit in der Großen Nationalversammlung gesichert. Gleichzeitig hatte sie einen Durchmarsch des RN gestoppt, der nach der ersten Runde noch einen deutlichen Vorsprung zu verzeichnen hatte.
Bei den Präsidentschaftswahlen dürfte die Linke hingegen chancenlos bleiben, weil voraussichtlich jede Formation ihren eigenen Kandidaten aufstellen wird.
Die wesentlichsten inhaltlichen Unterschiede zwischen Le Pen und Bardella liegen in der Wirtschaftspolitik, wo Bardella deutlich marktwirtschaftlicher ausgerichtet ist. Darüber hinaus galt er zumindest zu Beginn des Ukrainekrieges als Unterstützer Kiews – eine Position, die er in jüngster Zeit jedoch deutlich abgeschwächt hat.
Zuletzt hatte Bardella sich offen für eine Debatte über eine Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters gezeigt. Dies hatte innerhalb des RN allerdings für Irritationen gesorgt.
Marine Le Pen plant, sich um 20 Uhr zur Frage der Kandidatur zu äußern.
Das Familienministerium unter Karin Prien (CDU) plant beim Elterngeld Einsparungen von bis zu 1,6 Milliarden Euro jährlich ab 2030. Im ersten Jahr (2027) sollen zunächst nur rund 50 Millionen Euro eingespart werden. (Archivbild). - Foto: Omer Messinger/Getty Images
Das Ressort von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) muss wie alle Ministerien Einsparungen erzielen – und tut das nun unter anderem mit einer Reform des Elterngelds. Die Familienleistung ist der mit Abstand größte Posten im Etat des Ministeriums. Nun sollen den Plänen zufolge die maximale Bezugsdauer gekürzt und die sogenannten Vätermonate erhöht werden. Zugleich sollen aber die Beträge leicht steigen.
Was soll sich bei der Dauer ändern?
Prien möchte die maximale Bezugsdauer des Elterngelds von derzeit 14 auf zwölf Monate senken. Dass es mindestens ein Jahr ist, war ihr deshalb wichtig, weil dann erst der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz greift.
Derzeit kann die volle Dauer des Elterngelds nur dann ausgeschöpft werden, wenn ein Elternteil mindestens zwei Monate nimmt. Da das meist die Väter sind, wird umgangssprachlich von Vätermonaten gesprochen. Diese Mindestzeit soll nun auf drei Monate angehoben werden.
Im Gesetzentwurf heißt es dazu: „Drei Monate sind zukünftig für jedes Elternteil reserviert. Sechs weitere Monate können zwischen den Eltern flexibel aufgeteilt werden.“ Alleinerziehende sind von dieser Regel aber ausgenommen. Auch das ElterngeldPlus soll weiterhin möglich sein; damit können Eltern die Dauer der Zahlungen verlängern, bekommen monatlich dann aber weniger Geld.
Wie verändern sich die Beträge?
Seit der Einführung des Elterngelds 2007 sind die monatlich gezahlten Beträge nicht erhöht worden. Sie sollen nun leicht steigen – der Mindestbetrag von 300 auf 330 Euro und der Höchstbetrag von 1800 auf 1900 Euro. Die grundsätzliche Regelung, dass das Elterngeld bei 65 Prozent des Nettoeinkommens gedeckelt wird, soll bestehen bleiben. Schon bekannt ist, dass der Antrag auf Elterngeld einfacher und digitaler werden soll.
Welche Einsparungen bringt das?
Priens Ministerium soll allein beim Elterngeld einen jährlichen Betrag von 500 Millionen Euro einsparen. Das dürfte auf Anhieb bei weitem nicht gelingen: Im ersten Jahr, voraussichtlich 2027, ergeben sich Einsparungen in Höhe von rund 50 Millionen Euro, die volle Wirkung soll das Gesetz erst 2030 entfalten – dann aber mit einem Betrag von 1,6 Milliarden Euro.
Wie ist der zeitliche Rahmen?
Geplant ist, dass das Gesetz ab November kommenden Jahres gilt – daher auch die geringe Einsparwirkung im ersten Jahr. Das würde also bedeuten, dass alle Schwangeren sowie alle, die ihre Kinder bis Ende Oktober kommenden Jahres auf die Welt bringen, noch von der alten Regelung profitieren. Allerdings ist unklar, ob es im Zuge der parlamentarischen Beratungen des Gesetzes noch zu Änderungen kommt.
Wer hat überhaupt Anspruch auf Elterngeld?
Die Familienleistung soll den Wünschen der Mutter nach einer baldigen Rückkehr in den Beruf ebenso Rechnung tragen wie den Wünschen der Väter nach mehr Zeit mit der Familie. Elterngeld beantragen können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ebenso wie Beamte, Selbständige und Erwerbslose. Wer vor der Geburt kein Einkommen hatte oder bei dem keines wegfällt, weil er nach der Geburt in unverändertem Umfang in Teilzeit arbeitet, bekommt den Mindestbetrag von derzeit 300 Euro.
Ein Elternteil, dessen Einkommen vor der Geburt nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben mehr als 2770 Euro betrug, bekommt den Höchstbetrag von derzeit 1800 Euro. Paare und Alleinerziehende mit einem zu versteuernden Einkommen von mehr als 175.000 Euro haben keinen Anspruch auf Elterngeld. Auch Pflegeeltern sind von der Leistung ausgeschlossen, da diese bislang an biologische oder adoptierende Eltern gebunden ist. Pflegeeltern erhalten stattdessen vom Jugendamt ein Pflegegeld und weitere Zuschüsse bei Bedarf.
Welche Kritik gibt es an den Plänen?
Aus der Opposition sowie von gewerkschaftlicher Seite kam umgehend Kritik daran, die Bezugsdauer auf zwölf Monate zu verkürzen. Argumentiert wurde, dass Familien damit belastet würden und außerdem die 14 Monate häufig schon deshalb nötig seien, damit das Kind umfassend in die Kita eingewöhnt ist, bevor der Job weitergeht. Auch die SPD tut sich mit der geplanten Kürzung bei der Bezugsdauer schwer.
Kritik kommt außerdem an den nur leicht steigenden monatlichen Beträgen. Im Koalitionsvertrag hatte es noch geheißen, dass der Mindest- und Höchstbetrag „spürbar“ angehoben werden soll. (afp/red)
Streeck machte für die vielen jungen Opfer auch Mischkonsum von Medikamenten, Alkohol und anderen Substanzen verantwortlich. - Foto: Soeren Stache/dpa
Für 2.150 Menschen in Deutschland hatte der Konsum von Drogen im vergangenen Jahr tödliche Folgen – dabei ist jeder vierte Drogentote jünger als 30. Der Drogenbeauftragte Hendrik Streeck sprach von einer Totenzahl auf Rekordniveau. 2024 hatte es 2.137 Drogentote gegeben.
„Besonders erschüttert mich, dass die Opfer immer jünger werden“, sagte Streeck. Seit 2021 sind die Todesfälle unter 30 um mehr als die Hälfte gestiegen, bei den unter 20-Jährigen haben sie sich nahezu verdoppelt. 106 der Toten waren unter 20 Jahre, 422 waren 20 bis 29 Jahre alt. Mit 1.777 Opfern war die überwiegende Zahl der Toten männlich.
Streeck machte für die vielen jungen Opfer auch Mischkonsum von Medikamenten, Alkohol und anderen Substanzen verantwortlich – tödliche Kombinationen. „Viele dieser jungen Menschen können die Risiken noch nicht oder nicht vollständig überschauen.“
Der Drogenbeauftragte und Mediziner nannte als Gründe junger Menschen, Drogen zu nehmen: psychische Belastung und Krisen – aber auch Neugier und Übermut.
„Sucht und Drogenabhängigkeit entstehen selten aus einer einzigen Ursache und so gut wie nie ausschließlich aus der Substanz.“ Ursachen seien fehlende Bindung, Sicherheit oder Perspektive, auch wachsende Einsamkeit. Die Verfügbarkeit aller möglichen Drogen sei hoch. Interventionen kämen oft zu spät.
Junge Drogentote hätten insbesondere Medikamente konsumiert. Oft beteiligt: Benzodiazepine, opioidhaltige Schmerzmittel und andere psychoaktive Arzneimittel. Den in den allermeisten Fällen zugrunde liegenden Konsum mehrerer Substanzen nannte Streeck „hochgefährlich“.
Aufruf zu mehr Hilfe
Nur rund die Hälfte der Betroffenen bekämen die nötigen Hilfen, sagte der Berliner Substitutionsarzt Thomas Peschel, in dessen Praxis Streeck die Zahlen vorstellte. Es gebe nicht genug ärztlichen Nachwuchs. Grund: Oft sei die Behandlung Abhängiger nach wie vor stigmatisiert.
„Für Streeck ist die Frage, „warum wir als Gesellschaft nicht aus diesen Drogentoten-Zahlen lernen.“ Er sagte: „Die Drogenproblematik wird oft als Problem des Stadtbilds beschrieben, sie wird als Problem des Bahnhofs beschrieben.“
Für Streeck ist das Kernproblem aber, dass Hilfe „an vielen Stellen schwer erreichbar, zu langsam und sehr unterfinanziert“ sei.
Er verlangte: „Wenn fast jeder vierte Drogentote unter 30 ist, dann darf unsere Antwort nicht Betroffenheit sein, sondern es braucht auch Konsequenzen: mehr Prävention, frühere Hilfe und ein Hilfesystem, das Menschen rechtzeitig erreicht.“
Angesichts der knappen Haushalte beim Bund, aber auch den Kommunen mit ihren Hilfeeinrichtungen forderte Streeck: „Wir haben in Deutschland ein gutes Suchthilfesystem, aber wir dürfen es nicht kaputtsparen.“
Gerade Jugendliche bräuchten ausreichend Entzugs- und Therapieplätze. Es müsse Begleitung für Familien geben. Streeck forderte „Angebote, die sie erreichen, bevor aus Risiko ein Todesfall wird“.
Die Todesfälle durch Drogen
Vergiftungen in Verbindung mit Opiaten/Opioiden machen mit 1.316 Toten die meisten Todesfälle aus – gefolgt von Vergiftungen mit Kokain/Crack (769), mit Heroin/Morphin (708), psychoaktiven Medikamenten (696) und mit Opiat-Substituten wie Methadon (611). Vergiftungen in Verbindung mit Amphetaminen lagen 602 Mal vor.
Synthetische Opioide hätten sich ausgebreitet: So gab es etwa auch 118 Todesfälle mit Beteiligung von Fentanyl, einem hochpotenten Schmerzmittel, das als Droge in den USA eine tödliche Epidemie ausgelöst hatte.
„Wir sehen auf dem Markt Tabletten, die aussehen wie bekannte Medikamente, aber mit hochpotenten synthetischen Opioiden wie Nitazenen versetzt sind“, sagte Streeck zudem.
Dabei handelt es sich um hochwirksame synthetische Opioide, viel stärker als Morphin und hochgradig gefährlich. „Schon kleinste Mengen können tödlich sein.“
Trends über die Jahre
Bereits seit Jahren fordern die Drogenbeauftragten entschlossenes Handeln gegen steigende Opferzahlen. „Wir müssen schneller, systematischer und konsequenter reagieren auf neue, immer gefährlichere Drogen“, hatte Streeck im vergangenen Jahr gesagt.
Streeck kündigte Maßnahmen zur Eindämmung neuer Drogenprobleme an, die die Bundesregierung derzeit ressortübergreifend erarbeite. Ein Teil davon sollen ausgebaute Frühwarnsysteme für synthetische Opioide sein.
Der Beauftragte wies aber auch darauf hin, dass die Entwicklung kein rein deutsches Problem sei. Weltweit sei der Drogenkonsum zuletzt weiter gestiegen, besonders bei Kokain und synthetischen Drogen.
„Drogen, gefälschte Medikamente und hochriskante Mischungen sind heute oft nur wenige Klicks entfernt“. Der „Dealer an der Straßenecke“ sei längst nicht das einzige Problem.
Tendenziell steigen die Opferzahlen seit einigen Jahren bis auf Ausnahmen an. Vor zehn Jahren, 2016, gab es beispielsweise 1.333 Drogentote in Deutschland.
Die Experten hatten damals von einer Zunahme des Konsums von neuen psychoaktiven Substanzen berichtet. Die meisten Todesfälle waren auf Heroinkonsum zurückzuführen, mit immer älteren Heroin-Konsumenten.
Dadurch steige die Gefahr, die Droge körperlich nicht zu verkraften, hieß es damals. Bis 2012 war die Opferzahl zurückgegangen. (dpa/red)
32 Milliarden Minus haben Deutschlands Kommunen im Jahr 2025 eingefahren, sagt der Organisator des Aktionsbündnisses „Für die Würde unserer Städte”, der heute eine Protestaktion vor dem Kanzleramt organisiert hatte. „Das ist wirklich historisch, und wenn sich die Bundesregierung und die Landesregierung hier nicht bald was einfallen lassen, dann werden richtig viele Kommunen wirklich vor …
Grünen-Fraktionschefin Dröge kritisiert das Vorgehen der Koalition: Am Montag erhielten die Grünen 300 Seiten Änderungsanträge zur Krankenkassen-Reform – die bereits heute wegen eines Fehlers erneut überarbeitet werden müssen. (Archivbild) - Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Die Grünen wollen aus Protest gegen kurzfristige Änderungen die Abstimmung im Bundestag über die Reform zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge verhindern.
Die Koalition wolle mit „einem chaotischen Verfahren den Deutschen Bundestag überfahren“, sagte die Fraktionschefin Katharina Dröge am Dienstag, den 7. Juli, in Berlin. Wenn Union und SPD tatsächlich auf der Abstimmung beharrten, „werden wir die Absetzung beantragen“.
Grüne wollen Abstimmung über Krankenkassen-Reform blockieren
Die Grünen hätten am Montag 300 Seiten Änderungsanträge zu der Reform bekommen, sagte Dröge. Heute sei dann aufgefallen, dass darin auch ein Fehler gewesen sei, weshalb alles nochmals überarbeitet werden müsse.
Das Ganze sei „schlampig und chaotisch“ verlaufen, kritisierte die Grünen-Fraktionschefin. Sie forderte die Koalition angesichts der Tragweite der Reform auf, das Gesetz „noch einmal ganz gründlich zu prüfen“ und es erst nach der Sommerpause im September zur Abstimmung zu stellen.
Über einen Antrag auf Absetzung von der Tagesordnung in dieser Woche würde wahrscheinlich zum Auftakt der Plenarsitzung am Mittwochnachmittag (14.00 Uhr) in einer Geschäftsordnungsdebatte abgestimmt. Bekommen die Grünen keine Mehrheit für ihren Antrag, würde die Abstimmung wie geplant am Freitag erfolgen.
Am selben Tag soll auch der Bundesrat über die Reform befinden. Dazu liefen am Dienstag noch Verhandlungen mit den Ländern, die Nachbesserungen bei der Krankenhausfinanzierung fordern.
Krankenkassen vor riesigem Defizit
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) steckt tief in den roten Zahlen: Im kommenden Jahr wird ohne Reformen ein Defizit von über 15 Milliarden Euro erwartet. 2030 könne die Lücke auf rund 40 Milliarden Euro ansteigen.
Der Gesetzentwurf der Bundesregierung „zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung“ sieht deshalb massive Einschnitte sowie zusätzliche Kosten für Versicherte vor. (afp/red)
Ein Graben hat sich zwischen den einst engen Verbündeten über die Deutung der Geschichte des Zweiten Weltkriegs aufgetan. Der polnische Präsident Karol Nawrocki (r.) und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im Dezember 2025 in Warschau. - Foto: Wojtek Radwanski/AFP via Getty Images
Die Gespräche über die Unterstützung der Ukraine während des NATO-Gipfels könnten eine mögliche Komplikation erfahren – und die kommt ausgerechnet von einem der bisher stärksten Verbündeten.
Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk erklärte am 3. Juli, er habe seine Delegation für den Gipfel in der türkischen Hauptstadt angewiesen, „bei jeglichen Erklärungen über weitere finanzielle Unterstützung seitens Polens Vorsicht walten zu lassen“. Dies berichteten zahlreiche polnische Medien.
Auslöser dieser Zurückhaltung ist ein historischer Streit über die „Ehrung“ des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an eine ukrainische Spezialeinheit. Ende Mai hatte Selenskyj per Dekret dem Operationszentrum „Nord“ der ukrainischen Spezialkräfte den Titel „Helden der UPA“ verliehen. Diese Umbenennung wurde in Polen als politische Provokation aufgefasst und über alle Parteien hinweg verurteilt.
Es ist der jüngste Vorfall in einer Reihe von Symbolpolitik seitens Kiews, der nun zu einer deutlichen Verschlechterung der Beziehungen beider Länder beigetragen hat. Beide Staaten offenbaren ein grundverschiedenes Verständnis von der Geschichte des Zweiten Weltkriegs in Osteuropa.
Die UPA: Partisanen wie auch Mörder
Die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) war eine Partisaneneinheit ukrainischer Nationalisten. Sie wurde 1942 gegründet und kämpfte gegen die Wehrmacht und bis 1950 auch gegen die Sowjetarmee und gegen polnische Einheiten.
Im derzeitigen Streit zwischen Polen und der Ukraine geht es in erster Linie um das Jahr 1943, in dem UPA-Partisanen Massenmorde an Polen in der Region Wolhynien verübt haben. Die Anzahl der Getöteten lässt sich nicht mehr genau feststellen. Es sollen zwischen 30.000 und 60.000 Polen gewesen sein.
Auf einer Website des polnischen Präsidialamtes heißt es: „Der 11. Juli 1943 war der Höhepunkt der Massaker. An diesem schrecklichen Tag […] wurden polnische Einwohner von fast hundert Ortschaften angegriffen und grausam ermordet. An diesem einen Tag starben 8.000 Polen. Rund 100.000 unserer Landsleute wurden während der Massaker in Wolhynien getötet – Männer und Frauen, Kinder und ältere Menschen. Dies ist eines der tragischsten und schmerzhaftesten Kapitel der polnischen Geschichte während des Zweiten Weltkrieges.“
Im vergangenen Jahr hat das polnische Parlament den 11. Juli als Gedenktag erklärt und im Jahr 2016 die Massaker als Völkermord anerkannt.
Wolhynien gehörte bis 1939 zu Polen. Durch den Hitler-Stalin-Pakt wurde die Region der ukrainischen Sowjetrepublik zugeschlagen. Heute liegt sie in der Westukraine.
Ungeachtet dieser unbestrittenen Vergangenheit der ukrainischen UPA-Partisanen blicken viele Ukrainer heute mit Stolz auf deren Vergangenheit. Sie würdigen deren Kampf als heldenhaft, sowohl gegen die Wehrmacht als auch gegen die Rote Armee, „als Beispiel für patriotischen Widerstand, Aufopferungsbereitschaft und unerschütterliches Engagement für die nationale Sache“, wie der ukrainische Analyst Mykola Riabchuk am 30. Juni in einem Beitrag für die niederländische Plattform RAAM, einen Partner des renommierten Clingendael-Instituts der Universität Leiden, ausführte. Die rot-schwarze Flagge der Organisation wird heute häufig von ukrainischen Truppen an der Front verwendet.
Ministerpräsident Tusk appellierte an beide Seiten, die Spannungen zu entschärfen. Allerdings gab auch er Kiew die Schuld an der diplomatischen Krise.
Währenddessen nannte der polnische Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz Anfang Juni das „Gedenken an die Opfer von Wolhynien“ als „nicht verhandelbar“. Es gebe Grenzen, „die nicht überschritten werden dürfen“, so Kosiniak-Kamysz.
Die Galionsfigur des polnischen Widerstandes gegen den Kommunismus, der frühere Präsident Lech Wałęsa, äußerte polnischen Medien zufolge Ende Mai: „Indem er die UPA-Banditen geehrt hat, hat der Präsident der Ukraine mich und alle unsere ermordeten Landsleute beleidigt.“
Wałęsa wird weiterhin mit den Worten zitiert: „Daher habe ich die ukrainische Flagge öffentlich von meiner Brust entfernt.“ Er würde der ukrainischen Nation zwar weiterhin in ihrem Kampf gegen Russland beistehen, aber: „Ich weigere mich, Präsident Selenskyj zu unterstützen“, wird der Ex-Präsident zitiert.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (l.) und der damalige polnische Präsident Andrzej Duda geben sich während einer Begrüßungszeremonie vor dem Präsidentenpalast in Warschau, Polen, am 5. April 2023 die Hand.
Foto: Wojtek Radwanski/AFP via Getty Images
Höchste Auszeichnung Polens zurückgezogen
Der im Juni 2025 ins Amt gewählte polnische Präsident Karol Nawrocki ging noch weiter und erkannte Selenskyj am 19. Juni den polnischen „Weißen-Adler-Orden“ ab, die höchste Auszeichnung des Landes, den dieser im Jahr 2023 verliehen bekommen hatte.
Als Begründung führte Nawrocki, der auch ein promovierter Historiker ist, unter anderem an: Die Entscheidung der Ukraine, „die UPA zu verherrlichen“, sei „nicht nur empörend. Sie ist auch unverständlich und zutiefst enttäuschend“, so der Präsident in einer Stellungnahme.
Und weiter: Die ukrainische Entscheidung „untergräbt auch das Vertrauen, das über die Jahre und in den vergangenen Monaten aufgebaut wurde. Es rüttelt an den Grundfesten der Versöhnung. Es untergräbt den Glauben daran, dass die Wahrheit als gemeinsame Sprache für unsere Nationen dienen kann“, so Nawrocki.
Selenskyj gab einen Tag später den polnischen Orden zurück. In einer Erklärung in den sozialen Medien sagte Selenskyj, die Ukraine werde „weiterhin offen für alle sinnvollen Formen der Zusammenarbeit mit Polen bleiben, um widersprüchliche Interpretationen der schwierigen und schmerzhaften Kapitel unserer gemeinsamen Vergangenheit zu vermeiden“.
In einem Interview mit polnischen Journalisten beklagte Nawrocki des Weiteren: „Präsident Selenskyj hat bewiesen, dass die Ukraine mental noch nicht bereit ist, Teil der europäischen Familie zu sein, da sie Banditen und Mörder der Ukrainischen Aufstandsarmee verherrlicht“, wird der polnische Präsident von „300Polityka“ Ende Mai zitiert.
Die Entscheidung Selenskyjs sei außerdem „ein Beweis dafür, dass diejenigen, die sagten, die Ukraine solle ohne jegliche Erwartungen der EU beitreten, sich sehr geirrt haben“, so der Präsident.
Wie du mir, so ich dir
In Polen findet die Empörung über Selenskyjs Festhalten an der Ehrung der UPA trotz einiger Deeskalationsversuche auf beiden Seiten kein Ende. Wohl um die vermeintliche Undankbarkeit der Ukraine gegenüber polnischen Hilfen nachzuweisen, hat der polnische Verteidigungsminister am 5. Juli die Aufhebung der Geheimhaltung der Militärhilfe für die Ukraine seit dem russischen Angriff angeordnet. Dies berichtete Kosiniak-Kamysz auf seinem X-Kanal.
Vor dem Hintergrund des diplomatischen Eklats wurde Anfang Juli bekannt, dass sich Warschau und Kiew polnischen Angaben zufolge nicht auf einen Tausch polnischer Kampfflugzeuge vom Typ MiG-29 gegen ukrainische Drohnentechnologien verständigen könnten.
Polens Verteidigungsminister machte Kiew für das Scheitern des Plans verantwortlich. Die Ukraine habe seinem Vorschlag zugestimmt, ihn aber nicht umgesetzt, betonte Wladyslaw Kosiniak-Kamysz. Es werde somit „keine MiGs für die Ukraine geben, da es keine Drohnen oder drohnenbezogenen Fähigkeiten für Polen gibt“, fügte der Minister hinzu.
Inzwischen hat der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha bei einem Treffen mit dem polnischen Außenminister am 3. Juli „Maßnahmen zur Krisenbewältigung“ für die gegenseitigen Beziehungen vorgeschlagen.
Auf X wiederholte Sybiha dazu die seit Jahren bekannte offizielle Haltung der Ukraine: Polen und die Ukraine hätten „einen gemeinsamen Feind – Russland – und stehen vor einer gemeinsamen Herausforderung: der russischen Aggression. Heute verteidigt die Ukraine nicht nur ihre eigene Sicherheit, sondern auch die Sicherheit Polens und ganz Europas.“
Er habe dem polnischen Außenminister zudem versichert, dass die Namensbenennung für die ukrainische Militäreinheit „keinerlei antipolnische Absicht beinhaltet“ habe. Es sei nun „an der Zeit, Emotionen beiseitezulassen“, forderte der Außenminister und verwies darauf: „Die Ukraine führt mit der Unterstützung unserer Verbündeten und Partner einen Kampf um ihre Existenz.“
Das polnische Außenministerium forderte derweil „eine Deeskalation der Spannungen und die Schaffung nachhaltiger Mechanismen, die auf einem gegenseitigen Verständnis der Geschichte beruhen“.
Der deutsche Regisseur Uwe Boll sieht sich durch die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft ungerechtfertigt benachteiligt (Symbolbild). - Foto: Max_grpo/iStock
HEUTE13:57 Uhr
Le Pen verurteilt
Marine Le Pen ist im Berufungsverfahren wegen der Veruntreuung von EU-Geldern zu einer dreijährigen Haftstrafe und zu einem 15-monatigen Kandidaturverbot verurteilt worden. Die Richter verurteilten sie in Paris zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einem Jahr in Form einer elektronischen Fußfessel. Le Pen wollte sich gegen 20:00 Uhr äußern, ob sie zu der im Frühjahr 2027 in Frankreich stattfindenden Präsidentschaftswahl antritt.
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HEUTE13:47 Uhr
Trump ist in der Türkei angekommen
US-Präsident Donald Trump wurde vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan auf dem Flugplatz Etimesgut empfangen. Begleitet wird Trump bei dem zweitägigen NATO-Gipfel unter anderem von Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth und Finanzminister Scott Bessent.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (Mitte, unten) empfängt US-Präsident Donald Trump (oben) bei dessen Ankunft mit der „Air Force One“ auf dem Luftwaffenstützpunkt Etimesgut in der Nähe von Ankara am 7. Juli 2026, als dieser zur Teilnahme am 36. NATO-Gipfel der Staats- und Regierungschefs anreist.
Foto: Saul Loeb/AFP via Getty Images
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HEUTE13:20 Uhr
Israels Außenminister vor Gesprächen mit Libanon
Der israelische Außenminister Gideon Saar hat für den 15. und 16. Juli eine neue Runde von Friedensgesprächen mit dem Libanon angekündigt. Damit werden die Treffen zum Rahmenabkommen zwischen den USA, Israel und dem Libanon fortgesetzt – als Ort wurde Rom beschlossen. Italiens Außenminister bestätigte das Vorhaben.
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HEUTE12:57 Uhr
Keine „ausgeprägte Hitzewelle“ in Deutschland
Der Deutsche Wetterdienst sieht keine kommende „ausgeprägte Hitzewelle“ mehr für Deutschland. Der Schwerpunkt des Hochs liege bei den Britischen Inseln, Frankreich und Spanien würden jedoch erneut von großer Hitze erfasst. Am Wochenende soll es etwas wärmer und sonniger werden, die „Nächte bleiben angenehm kühl“. Regen sei nicht in Sicht.
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HEUTE12:54 Uhr
Flughafen Catania nach Ätna-Asche wieder in Betrieb
Nach der Sperrung wegen des Ascheregens am Vulkan Ätna ist der Flugbetrieb am Flughafen Catania wieder aufgenommen worden. Der Flughafen war zuvor wegen anhaltenden Ascheregens infolge vulkanischer Aktivität geschlossen worden. Nahezu alle Verbindungen fielen aus, darunter auch nach Deutschland. Seit dem Wochenende rumorte der Ätna wieder.
Der Ätna spuckt Aschewolken.
Foto: Francesco Enriquez/IPA via ZUMA Press/dpa
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HEUTE12:44 Uhr
Prüfverfahren gegen EU-Parteienfamilie der AfD
Das Europaparlament hat wegen mutmaßlicher Verstöße gegen EU-Werte ein Prüfverfahren gegen die europäische Parteienfamilie der AfD, die ESN (Europa Souveräner Nationen), angeordnet. Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte in Straßburg für das Verfahren. Am Ende des Verfahrens könnte die Behörde der ESN Fördergelder entziehen. Die ESN wies die Vorwürfe zurück und kritisierte das Verfahren als politisch motiviert.
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HEUTE12:33 Uhr
„Citizen Vigilante“ erhält Freigabe für Kinos
Die FSK hat dem Film „Citizen Vigilante“ von Uwe Boll nun doch eine Freigabe erteilt. Kinos dürfen den Film mit der Altersfreigabe FSK 18 demnach zeigen. Der Spielfilm thematisiert Gewalt durch Migranten und hatte zunächst keine Freigabe erhalten. Elon Musk veröffentlichte den Film anschließend vollständig auf X.
In den kommenden fünf Jahren will die NATO mehr als 40 Milliarden Dollar in Fähigkeiten zur Drohnenabwehr investieren, sagt Generalsekretär Mark Rutte in der Türkei. Zudem verpflichteten sich Alliierte, bis Ende 2027 fünfmal so viele Soldaten für den Einsatz von Drohnen auszubilden. Die Initiative trägt den Namen „Drone Edge“.
Spezialeinheiten haben in Frankfurt mindestens einen mutmaßlichen Auftragsmord verhindert. Die Einsatzkräfte nahmen am 3. Juli fünf Männer im Alter von 18 bis 19 Jahren „vor einer möglichen Tatausführung“ am selben Tag fest, wie das Zollfahndungsamt Frankfurt und das hessische Landeskriminalamt mitteilten. Es wurden auch zwei scharfe Schusswaffen sichergestellt. Zwei der Festgenommenen hätten eine deutsche Staatsangehörigkeit, die anderen drei stammten aus Polen, Bulgarien und Kroatien.
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HEUTE11:45 Uhr
VW baut 50.000 Stellen ab – Gewerkschaft plant Aktionstag
Bis 2030 hat Volkswagen den Abbau von konzernweit 50.000 Stellen in Deutschland angekündigt. In Dresden ist die Fahrzeugproduktion jüngst ausgelaufen, für Osnabrück sucht der Konzern derzeit nach einer Lösung. Die IG Metall ruft zu einem bundesweiten Aktionstag am 9. Juli auf, es handle sich nicht um einen Arbeitskampf.
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HEUTE11:39 Uhr
Tschechien darf Liebich an Deutschland ausliefern
Tschechien darf die verurteilte Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich an Deutschland ausliefern. Das Oberlandesgericht in Prag habe die Beschwerden der 55-Jährigen gegen die Auslieferung abgewiesen, teilte eine Gerichtssprecherin mit. Sie seien nicht begründet gewesen. Liebich gab an, nicht nach Deutschland gebracht werden zu wollen, weil sie Angst habe, in einem deutschen Männergefängnis ums Leben zu kommen. Ihr Befangenheitsantrag gegen die Vorsitzende Richterin wurde ebenso abgewiesen.
Das Landgericht in Pilsen hatte entschieden, dass Liebich ausgeliefert wird. (Archivbild)
Foto: Hendrik Schmidt/dpa
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HEUTE11:32 Uhr
Samsung erwartet massives Gewinnplus
Der südkoreanische Konzern Samsung erwartet für das zweite Quartal ein Gewinnplus: 89,4 Billionen Won (51 Milliarden Euro). Die Chip-Sparte von Samsung profitiert besonders von der stark gestiegenen Nachfrage nach Halbleitern. Angesichts des Gewinnanstiegs reichte der Konzern außerplanmäßige Börsenunterlagen ein. Der Umsatz dürfte demnach um 129 Prozent auf 171 Billionen Won steigen.
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HEUTE10:46 Uhr
Wie die Tabaksteuer steigt
Die Bundesregierung hat eine Erhöhung der Tabaksteuer auf den Weg gebracht. Ab 1. Januar 2027 sind jährliche Erhöhungen vorgesehen, die den Preis für eine Packung mit 20 Zigaretten bis 2030 auf über 11,01 Euro steigen lassen könnten. Dann seien 4,44 für eine Packung allein für diese Steuer fällig – laut Finanzministerium ergibt das einen durchschnittlichen Verkaufspreis von 8,77 Euro je Schachtel im Jahr 2027.
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HEUTE10:38 Uhr
12.000 Menschen wegen Waldbrand evakuiert
Wegen des schweren Waldbrands in den Pyrenäen sind 12.000 Menschen aus 20 gemeinden in Sicherheit gebracht worden. Der Feuerwehr gelang in der Nacht, vor allem durch Gegenfeuer eine weitere Ausbreitung in der Nähe von Perpignan zu verhindern. Etwa 800 Feuerwehrleute sind aktiv, 4.900 Hektar brannten ab. Es gab offiziell 16 Verletzte. heute kommen weitere Löschflugzeuge aus der EU hinzu und helfen.
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HEUTE10:21 Uhr
NATO setzt bei Aufklärung nicht mehr auf US-Flugzeuge
Die NATO will laut Generalsekretär Mark Rutte bei neuen AWACS-Aufklärungsflugzeugen nicht mehr auf Maschinen von Boeing setzen. Am Rande des NATO-Treffens in Ankara sagte er, es sollen bis zu zehn Flugzeuge des kanadischen Herstellers Bombardier gekauft werden. Diese sind mit dem Aufklärungs- und Frühwarnsystem GlobalEye von Saab ausgerüstet. Hauptstützpunkt der Flotte ist der NATO-Flugplatz Geilenkirchen bei Aachen.
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HEUTE10:03 Uhr
Berichte: Explosionen in Damaskus während Macron-Besuch
Im syrischen Damaskus gab es Explosionen – es explodierten zwei Bomben in der Nähe eines Hotels, in dem der französische Präsident während seines zweitägigen Staatsbesuchs untergebracht sein soll. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus syrischen Sicherheitskreisen. Macron ist der erste hochrangige EU-Staatschef, der Syrien seit 2024 besucht. Er wird von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Der Elysée-Palast bestätigte, dass Macron sicher und wohlauf sei, er werde seinen Besuch in Syrien fortsetzen.
Der französische Präsident Emmanuel Macron (l) und der syrische Präsident Ahmed al-Sharaa am 7. Juli 2026 vor ihrem Treffen im Volkspalast in Damaskus.
Foto: Ludovic Marin/POOL/AFP via Getty Images
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HEUTE9:44 Uhr
Lebenserwartung auf Höchststand
Die Lebenserwartung bei Geburt in Deutschland ist angestiegen. Für Frauen lag sie bei 83,6 Jahren (+2 Monate), so das Statistische Bundesamt. Männer liegen bei 79,1 Jahren (+3 Monate gegenüber 2024). Bei den jetzt 65-Jährigen erhöhte sich die verbleibende Lebenserwartung bei Frauen auf 21,2 Jahre (+ etwa ein Monat) und bei Männern auf 18,2 Jahre (plus2 Monate).
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HEUTE9:07 Uhr
Fünf Verletzte bei Stierhatz in Pamplona
Bei der ersten Stierhatz des San-Fermín-Festes in Pamplona im Norden Spaniens wurden fünf Läufern verletzt. Sie erlitten vor allem Prellungen, schwere Verletzungen durch die spitzen langen Hörner der Bullen gab es nicht. Täglich werden sechs zum Teil über 600 Kilogramm schwere Kampfbullen und mehrere zahme Leitochsen durch die Altstadt bis in die Arena gejagt.
Läufer nehmen am traditionellen Stierlauf beim San-Fermín-Fest im spanischen Pamplona teil.
Foto: Ruben Albarran/ZUMA Press Wire/dpa
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HEUTE8:47 Uhr
Deutsche Produktion legt im Mai zu
Die reale Produktion im Produzierenden Gewerbe stieg im Mai 2026 gegenüber April saison- und kalenderbereinigt um 0,9 Prozent. Im Vergleich von März bis Mai war die Produktion um 0,1 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor, sagt das Statistische Bundesamt. Vor allem legte die Automobilindustrie zu (+3,6 Prozent) und das Baugewerbe (+0,9 Prozent).
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HEUTE8:27 Uhr
411 Millionen für Fusionsreaktor
Das Start-up Proxima Fusion hat 411 Millionen Euro für den Bau eines Fusionsreaktors eingesammelt. Der Freistaat Bayern stellt weitere 400 Millionen Euro zur Verfügung. Bis Ende der 2030er Jahre will das Unternehmen in Gundremmingen einen kommerziellen Fusionsreaktor bauen, der Strom ins Netz leitet. Dazu soll bis Anfang der 30er Jahre in Garching der Demonstrationsreaktor „Alpha“ entstehen. Der erste Magnet des „Stellarators“ soll Ende nächsten Jahres fertiggestellt werden.
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HEUTE7:49 Uhr
Materialengpässe in der Industrie nehmen zu
Im Juni hatten 17,2 Prozent der Unternehmen mit Materialengpässen zu kämpfen, im Mai lag der Anteil bei 15,9 Prozent. „Die Straße von Hormus ist zwar wieder passierbar, doch die Folgen der Störungen wirken nach“, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. In der chemischen Industrie sprechen 29,5 Prozent der Unternehmen von Engpässen. In der Automobilindustrie stieg der Anteil der betroffenen Unternehmen von 10,0 auf 15,7 Prozent.
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HEUTE7:29 Uhr
Mindestes 15 Tote durch Gewitter und starke Stürme
Tornados, Gewitter und starke Stürme haben in China mindestens 15 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt. Zehntausende Menschen seien evakuiert worden, neun Menschen würden vermisst. In der südlichen Region Guangxi riefen die Behörden nach sintflutartige Regenfälle in der Hauptstadt Nanning die höchste Hochwasser-Alarmstufe aus. Durch den Regen brachen unter anderem Teile der Mauer eines Staudamms.
Verwüstungen in der Provinz Hubei.
Foto: Wu Zhizun/XinHua/dpa
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HEUTE7:02 Uhr
Mehrheit lehnt Attestpflicht ab erstem Krankheitstag ab
Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Magazins „Stern“ und des Senders RTL halten 55 Prozent der Bundesbürger eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag für falsch. 44 Prozent finden sie grundsätzlich richtig. Am deutlichsten fällt die Zustimmung zur Krankschreibung-Reform mit 69 Prozent bei CDU/CSU-Anhängern aus. Mehrheitlich abgelehnt wird die Änderung bei Grünen und der Linken. Die SPD-Anhänger sind in dieser Frage in zwei gleich große Lager gespalten.
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HEUTE6:44 Uhr
„Handelsblatt“: Bundeswehr plant Satelliten-Flotte mit bis zu 1.200 Einheiten
Die Bundeswehr plant laut „Handelsblatt“ eine der größten Satelliten-Flotten der Welt nach Starlink: Bis zu 1.200 Satelliten für Kommunikation und Aufklärung sollen ins All. Der Großteil der Satelliten sei für das Aufklärungssystem „Spock 2“ vorgesehen. Radar und Spezialkameras sollen Militärs ein möglichst präzises Lagebild von Gefechtsfeldern liefern. Details bespricht die Bundeswehr derzeit mit potenziell beteiligten Unternehmen. Die Pläne sind noch nicht offiziell bestätigt.
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HEUTE6:27 Uhr
Moskau von mehr als 400 ukrainischen Drohnen belagert
Die ukrainische Armee hat nach russischen Angaben Moskau mit mehr als 400 Drohnen ins Visier genommen. Seit Montagabend seien von der Ukraine rund 430 Drohnen Richtung Moskau gestartet worden, erklärte der Bürgermeister der russischen Hauptstadt, Sergej Sobjanin. „Die meisten wurden von der Luftabwehr bereits in großer Entfernung neutralisiert. 36 feindliche Drohnen wurden beim Anflug auf Moskau zerstört.“
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HEUTE6:12 Uhr
USA reagieren mit „großer Besorgnis“ auf chinesischen Raketentest
Die USA reagieren besorgt auf einen chinesischen Raketentest im Pazifikraum am 6. Juli. Peking sagte, die mit einem „Übungsgefechtskopf“ ausgestattete Rakete sei „erfolgreich“ von einem Atom-U-Boot aus gestartet und „präzise im vorgesehenen Seegebiet“ im Pazifik eingeschlagen. Ob es sich dabei um eine atomwaffenfähige Interkontinentalrakete handelte, blieb unklar.
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HEUTE5:33 Uhr
ADAC: Autobahntankstellen im Schnitt um 33 Cent je Liter teurer
An deutschen Autobahntankstellen sind die Kraftstoffpreise im Schnitt um 33 Cent je Liter höher als anderswo. Das ermittelte der ADAC, der die Preise von Super E10 und Diesel an über 14.000 Tankstellen, darunter rund 360 Autobahntankstellen, verglich. Zwischen dem 6. bis 19. April 2026 kostete Super E10 an Autobahnen im Schnitt 2,43 Euro je Liter, sonst 2,10 Euro. Diesel kostete an der Autobahn 2,61 Euro je Liter – sonst 2,28 Euro.
Preisunterschiede je nach Tankstelle sind laut Kartellamt momentan sehr stark (Archivbild).
Foto: Pia Bayer/dpa
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HEUTE4:53 Uhr
Lehrerverband: Zu gute Abiturnoten schaffen Probleme
Die Notenschnitte der Abiturienten sind zu gut – findet der Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger. Das führe zu einer massiven Entwertung des Abiturs und der allgemeinen Hochschuleingangsprüfungen. „In dieser Bestnotenflut die wirklichen Spitzenschüler zu erkennen“ sei schwieriger geworden. Er sieht einen Noten-Wettlauf zwischen den Bundesländern.
Ein „unbekanntes Projektil“ hat einen Öltanker unweit der Straße von Hormus getroffen. Auf dem Schiff sei ein Feuer ausgebrochen. Das teilte die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) mit. Berichte über Verletzte oder Gefahren für die Umwelt gibt es bisher nicht. Der Vorfall ereignete sich am 6. Juli vor der Küste Omans, rund acht Seemeilen östlich von Limah. UKMTO schreibt: „Schiffen wird geraten, mit Vorsicht zu fahren und verdächtige Aktivitäten zu melden.“
Sprecher des Bündnisses „Widersetzen“ weigern sich, auf Distanz zu Gewalt gegen Journalisten am Rande einer Gegendemonstratio zu gehen. - Foto: RALF HIRSCHBERGER / AFP via Getty Images
In Kürze:
Beim AfD-Bundesparteitag in Erfurt kam es am Rande von Gegendemonstrationen zu mehreren Angriffen auf Journalisten.
Betroffen waren unter anderem Reporter von „Apollo News“, der „Jungen Freiheit“ und der „Epoch Times“.
Politiker von SPD, Grünen und Linkspartei verurteilten die Gewalt und betonten die Bedeutung der Pressefreiheit.
Das Bündnis „Widersetzen“ distanzierte sich nicht von den Übergriffen; die Thüringer Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen.
Der Bundesparteitag der AfD in Erfurt konnte am Wochenende trotz massiver Gegenaktionen ohne nennenswerte Beeinträchtigungen stattfinden. Dennoch blieben nicht alle Proteste friedlich. Neben vereinzelten Zusammenstößen mit der Polizei überschatteten vor allem Angriffe auf Medienvertreter das von Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt so bezeichnete „Fest der Demokratie“.
Mehrere Übergriffe auf Journalisten bei „Widersetzen“-Protesten
Am Samstag, dem 4. Juli, dem ersten Tag des Parteitages, kam es zu mehreren Übergriffen auf Journalisten, die für ihre Berichterstattung Filmaufnahmen von Gegenprotesten machen wollten. In allen Fällen gingen die Angriffe von Gruppen aus, die im Umfeld des Bündnisses „Widersetzen“ auftraten. Auch ein Reporter der „Epoch Times“ wurde am Rande einer Blockade an der A7 bedrängt. Dabei beschädigten Unbekannte ein Kamerastativ.
Auf X dokumentierte „Zeit“-Journalistin Mariam Lau einen dieser Angriffe. Dieser richtete sich offenbar gegen einen Reporter der „Jungen Freiheit“ und endete mit der Entwendung eines Handys.
Kollegen von der @jungefreiheit und von @apollo_news_de werden aus den Reihen von Demonstranten physisch attackiert, Handy aus der Hand geschlagen, etc. Politischer Vandalismus gegen Journalisten – ein tristes Bild von „Antifa“. pic.twitter.com/mQI4u5UtdE
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Weniger glimpflich endete ein Übergriff auf ein Reporterteam von „Apollo News“ in der Erfurter Innenstadt. Dieses wurde zunächst beschimpft und bedrängt und anschließend auch körperlich attackiert. Dabei ist es auch zu Tritten gegen den Kopf eines Reporters gekommen.
SPD-Vertreter verurteilen Übergriffe – Polizei rechnet mit Ermittlungserfolgen
Mehrere Vertreter von Parteien, die zu friedlichen Demonstrationen gegen den Parteitag aufgerufen hatten, verurteilten die Gewalttaten. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf machte in einer Pressekonferenz deutlich, dass er Gewalt in jeder Form der politischen Auseinandersetzung ablehne. Er fügte hinzu: „Ich finde auch, dass das, was man auf dem Video sieht, erschreckend ist, und ich will nicht in einem Land leben, in dem das der Umgang miteinander ist, in dem Menschen sich so miteinander politisch streiten. Das ist nämlich kein Streit, das ist einfach Gewalt, und deshalb lehne ich das ab.“
Gleichzeitig zeigte er sich zufrieden damit, dass die Demonstrationen des Bündnisses „Zusammenstehen“, zu dem neben Kirchen, Gewerkschaften und anderen Parteien auch die SPD gehört, friedlich verlaufen seien.
Thüringens Innenminister Georg Maier erklärte gegenüber „BILD“, die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen übernommen. Er äußerte sich ebenfalls deutlich zu den Vorfällen: „Gewalt darf niemals das Mittel der politischen Auseinandersetzung sein. Ich verurteile die Attacken auf die Medienvertreter.“
Gegenüber der „ZEIT“ sagte ein Sprecher der Landespolizeidirektion Thüringen, er gehe von erfolgreichen Ermittlungen aus. Es gebe „reichliches Bildmaterial“ zu den Angriffen und zahlreiche Hinweise.
Auch Grüne und Linke verurteilen Übergriffe
Die Co-Vorsitzende der Grünen, Franziska Brantner, lobte ebenfalls die friedlichen Demonstrationen, zu denen sich Zehntausende Menschen am Wochenende zusammengefunden hatten. Auch sie ging auf die Gewalt gegen Journalisten ein und erklärte: „Wir lehnen jede Form von Gewalt auf solchen Demonstrationen ab. Wir bedauern diesen Einzelfall und wünschen gute Genesung. Die Pressefreiheit ist ein unverhandelbares Grundrecht.“
Ähnlich äußerte sich der Co-Sprecher der Linkspartei, Luigi Pantisano. Gegenüber „ZDF heute“ erklärte er: „Grundlegend bin ich froh um alle 50.000 Antifaschistinnen und Antifaschisten, die am Wochenende auf der Straße waren und friedlich demonstriert haben gegen den Parteitag einer demokratiefeindlichen Partei wie der AfD. Dennoch muss ich klar machen und auch wir als Partei auch deutlich feststellen, dass Angriffe auf Journalisten selbstverständlich zu verurteilen sind.“
Im Bündnis „Widersetzen“ fiel die Reaktion anders aus. Auf einer Pressekonferenz wurden Organisatoren des Bündnisses auf die Vorfälle angesprochen, wollten sich jedoch nicht von den Angriffen distanzieren. Stattdessen erklärte Sprecherin Noa Sander in Richtung eines anwesenden „Apollo News“-Reporters: „Wir sind nach Erfurt gekommen, um Faschisten zu blockieren. Faschisten mit einem Presseausweis sind immer noch Faschisten. Ich weiß nicht, was Sie nicht verstanden haben. Sie sind auf unseren Aktionen nicht willkommen. Sie können auch gerne jetzt gehen.“
Im Vorfeld hatte das Bündnis als „Aktionskonsens“ formuliert, dass von den Teilnehmern an den Protesten „keine Eskalation“ ausgehen solle.
Der deutsche Regisseur Uwe Boll sieht sich durch die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft ungerechtfertigt benachteiligt (Symbolbild). - Foto: Max_grpo/iStock
HEUTE13:47 Uhr
Trump ist in der Türkei angekommen
US-Präsident Donald Trump wurde vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan auf dem Flugplatz Etimesgut empfangen. Begleitet wird Trump bei dem zweitägigen NATO-Gipfel unter anderem von Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth und Finanzminister Scott Bessent.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (Mitte, unten) empfängt US-Präsident Donald Trump (oben) bei dessen Ankunft mit der „Air Force One“ auf dem Luftwaffenstützpunkt Etimesgut in der Nähe von Ankara am 7. Juli 2026, als dieser zur Teilnahme am 36. NATO-Gipfel der Staats- und Regierungschefs anreist.
Foto: Saul Loeb/AFP via Getty Images
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HEUTE13:20 Uhr
Israels Außenminister vor Gesprächen mit Libanon
Der israelische Außenminister Gideon Saar hat für den 15. und 16. Juli eine neue Runde von Friedensgesprächen mit dem Libanon angekündigt. Damit werden die Treffen zum Rahmenabkommen zwischen den USA, Israel und dem Libanon fortgesetzt – als Ort wurde Rom beschlossen. Italiens Außenminister bestätigte das Vorhaben.
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HEUTE12:57 Uhr
Keine „ausgeprägte Hitzewelle“ in Deutschland
Der Deutsche Wetterdienst sieht keine kommende „ausgeprägte Hitzewelle“ mehr für Deutschland. Der Schwerpunkt des Hochs liege bei den Britischen Inseln, Frankreich und Spanien würden jedoch erneut von großer Hitze erfasst. Am Wochenende soll es etwas wärmer und sonniger werden, die „Nächte bleiben angenehm kühl“. Regen sei nicht in Sicht.
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HEUTE12:54 Uhr
Flughafen Catania nach Ätna-Asche wieder in Betrieb
Nach der Sperrung wegen des Ascheregens am Vulkan Ätna ist der Flugbetrieb am Flughafen Catania wieder aufgenommen worden. Der Flughafen war zuvor wegen anhaltenden Ascheregens infolge vulkanischer Aktivität geschlossen worden. Nahezu alle Verbindungen fielen aus, darunter auch nach Deutschland. Seit dem Wochenende rumorte der Ätna wieder.
Der Ätna spuckt Aschewolken.
Foto: Francesco Enriquez/IPA via ZUMA Press/dpa
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HEUTE12:44 Uhr
Prüfverfahren gegen EU-Parteienfamilie der AfD
Das Europaparlament hat wegen mutmaßlicher Verstöße gegen EU-Werte ein Prüfverfahren gegen die europäische Parteienfamilie der AfD, die ESN (Europa Souveräner Nationen), angeordnet. Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte in Straßburg für das Verfahren. Am Ende des Verfahrens könnte die Behörde der ESN Fördergelder entziehen. Die ESN wies die Vorwürfe zurück und kritisierte das Verfahren als politisch motiviert.
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HEUTE12:33 Uhr
„Citizen Vigilante“ erhält Freigabe für Kinos
Die FSK hat dem Film „Citizen Vigilante“ von Uwe Boll nun doch eine Freigabe erteilt. Kinos dürfen den Film mit der Altersfreigabe FSK 18 demnach zeigen. Der Spielfilm thematisiert Gewalt durch Migranten und hatte zunächst keine Freigabe erhalten. Elon Musk veröffentlichte den Film anschließend vollständig auf X.
In den kommenden fünf Jahren will die NATO mehr als 40 Milliarden Dollar in Fähigkeiten zur Drohnenabwehr investieren, sagt Generalsekretär Mark Rutte in der Türkei. Zudem verpflichteten sich Alliierte, bis Ende 2027 fünfmal so viele Soldaten für den Einsatz von Drohnen auszubilden. Die Initiative trägt den Namen „Drone Edge“.
Spezialeinheiten haben in Frankfurt mindestens einen mutmaßlichen Auftragsmord verhindert. Die Einsatzkräfte nahmen am 3. Juli fünf Männer im Alter von 18 bis 19 Jahren „vor einer möglichen Tatausführung“ am selben Tag fest, wie das Zollfahndungsamt Frankfurt und das hessische Landeskriminalamt mitteilten. Es wurden auch zwei scharfe Schusswaffen sichergestellt. Zwei der Festgenommenen hätten eine deutsche Staatsangehörigkeit, die anderen drei stammten aus Polen, Bulgarien und Kroatien.
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HEUTE11:45 Uhr
VW baut 50.000 Stellen ab – Gewerkschaft plant Aktionstag
Bis 2030 hat Volkswagen den Abbau von konzernweit 50.000 Stellen in Deutschland angekündigt. In Dresden ist die Fahrzeugproduktion jüngst ausgelaufen, für Osnabrück sucht der Konzern derzeit nach einer Lösung. Die IG Metall ruft zu einem bundesweiten Aktionstag am 9. Juli auf, es handle sich nicht um einen Arbeitskampf.
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HEUTE11:39 Uhr
Tschechien darf Liebich an Deutschland ausliefern
Tschechien darf die verurteilte Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich an Deutschland ausliefern. Das Oberlandesgericht in Prag habe die Beschwerden der 55-Jährigen gegen die Auslieferung abgewiesen, teilte eine Gerichtssprecherin mit. Sie seien nicht begründet gewesen. Liebich gab an, nicht nach Deutschland gebracht werden zu wollen, weil sie Angst habe, in einem deutschen Männergefängnis ums Leben zu kommen. Ihr Befangenheitsantrag gegen die Vorsitzende Richterin wurde ebenso abgewiesen.
Das Landgericht in Pilsen hatte entschieden, dass Liebich ausgeliefert wird. (Archivbild)
Foto: Hendrik Schmidt/dpa
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HEUTE11:32 Uhr
Samsung erwartet massives Gewinnplus
Der südkoreanische Konzern Samsung erwartet für das zweite Quartal ein Gewinnplus: 89,4 Billionen Won (51 Milliarden Euro). Die Chip-Sparte von Samsung profitiert besonders von der stark gestiegenen Nachfrage nach Halbleitern. Angesichts des Gewinnanstiegs reichte der Konzern außerplanmäßige Börsenunterlagen ein. Der Umsatz dürfte demnach um 129 Prozent auf 171 Billionen Won steigen.
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HEUTE10:46 Uhr
Wie die Tabaksteuer steigt
Die Bundesregierung hat eine Erhöhung der Tabaksteuer auf den Weg gebracht. Ab 1. Januar 2027 sind jährliche Erhöhungen vorgesehen, die den Preis für eine Packung mit 20 Zigaretten bis 2030 auf über 11,01 Euro steigen lassen könnten. Dann seien 4,44 für eine Packung allein für diese Steuer fällig – laut Finanzministerium ergibt das einen durchschnittlichen Verkaufspreis von 8,77 Euro je Schachtel im Jahr 2027.
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HEUTE10:38 Uhr
12.000 Menschen wegen Waldbrand evakuiert
Wegen des schweren Waldbrands in den Pyrenäen sind 12.000 Menschen aus 20 gemeinden in Sicherheit gebracht worden. Der Feuerwehr gelang in der Nacht, vor allem durch Gegenfeuer eine weitere Ausbreitung in der Nähe von Perpignan zu verhindern. Etwa 800 Feuerwehrleute sind aktiv, 4.900 Hektar brannten ab. Es gab offiziell 16 Verletzte. heute kommen weitere Löschflugzeuge aus der EU hinzu und helfen.
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HEUTE10:21 Uhr
NATO setzt bei Aufklärung nicht mehr auf US-Flugzeuge
Die NATO will laut Generalsekretär Mark Rutte bei neuen AWACS-Aufklärungsflugzeugen nicht mehr auf Maschinen von Boeing setzen. Am Rande des NATO-Treffens in Ankara sagte er, es sollen bis zu zehn Flugzeuge des kanadischen Herstellers Bombardier gekauft werden. Diese sind mit dem Aufklärungs- und Frühwarnsystem GlobalEye von Saab ausgerüstet. Hauptstützpunkt der Flotte ist der NATO-Flugplatz Geilenkirchen bei Aachen.
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HEUTE10:03 Uhr
Berichte: Explosionen in Damaskus während Macron-Besuch
Im syrischen Damaskus gab es Explosionen – es explodierten zwei Bomben in der Nähe eines Hotels, in dem der französische Präsident während seines zweitägigen Staatsbesuchs untergebracht sein soll. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus syrischen Sicherheitskreisen. Macron ist der erste hochrangige EU-Staatschef, der Syrien seit 2024 besucht. Er wird von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Der Elysée-Palast bestätigte, dass Macron sicher und wohlauf sei, er werde seinen Besuch in Syrien fortsetzen.
Der französische Präsident Emmanuel Macron (l) und der syrische Präsident Ahmed al-Sharaa am 7. Juli 2026 vor ihrem Treffen im Volkspalast in Damaskus.
Foto: Ludovic Marin/POOL/AFP via Getty Images
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HEUTE9:44 Uhr
Lebenserwartung auf Höchststand
Die Lebenserwartung bei Geburt in Deutschland ist angestiegen. Für Frauen lag sie bei 83,6 Jahren (+2 Monate), so das Statistische Bundesamt. Männer liegen bei 79,1 Jahren (+3 Monate gegenüber 2024). Bei den jetzt 65-Jährigen erhöhte sich die verbleibende Lebenserwartung bei Frauen auf 21,2 Jahre (+ etwa ein Monat) und bei Männern auf 18,2 Jahre (plus2 Monate).
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HEUTE9:07 Uhr
Fünf Verletzte bei Stierhatz in Pamplona
Bei der ersten Stierhatz des San-Fermín-Festes in Pamplona im Norden Spaniens wurden fünf Läufern verletzt. Sie erlitten vor allem Prellungen, schwere Verletzungen durch die spitzen langen Hörner der Bullen gab es nicht. Täglich werden sechs zum Teil über 600 Kilogramm schwere Kampfbullen und mehrere zahme Leitochsen durch die Altstadt bis in die Arena gejagt.
Läufer nehmen am traditionellen Stierlauf beim San-Fermín-Fest im spanischen Pamplona teil.
Foto: Ruben Albarran/ZUMA Press Wire/dpa
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HEUTE8:47 Uhr
Deutsche Produktion legt im Mai zu
Die reale Produktion im Produzierenden Gewerbe stieg im Mai 2026 gegenüber April saison- und kalenderbereinigt um 0,9 Prozent. Im Vergleich von März bis Mai war die Produktion um 0,1 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor, sagt das Statistische Bundesamt. Vor allem legte die Automobilindustrie zu (+3,6 Prozent) und das Baugewerbe (+0,9 Prozent).
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HEUTE8:27 Uhr
411 Millionen für Fusionsreaktor
Das Start-up Proxima Fusion hat 411 Millionen Euro für den Bau eines Fusionsreaktors eingesammelt. Der Freistaat Bayern stellt weitere 400 Millionen Euro zur Verfügung. Bis Ende der 2030er Jahre will das Unternehmen in Gundremmingen einen kommerziellen Fusionsreaktor bauen, der Strom ins Netz leitet. Dazu soll bis Anfang der 30er Jahre in Garching der Demonstrationsreaktor „Alpha“ entstehen. Der erste Magnet des „Stellarators“ soll Ende nächsten Jahres fertiggestellt werden.
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HEUTE7:49 Uhr
Materialengpässe in der Industrie nehmen zu
Im Juni hatten 17,2 Prozent der Unternehmen mit Materialengpässen zu kämpfen, im Mai lag der Anteil bei 15,9 Prozent. „Die Straße von Hormus ist zwar wieder passierbar, doch die Folgen der Störungen wirken nach“, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. In der chemischen Industrie sprechen 29,5 Prozent der Unternehmen von Engpässen. In der Automobilindustrie stieg der Anteil der betroffenen Unternehmen von 10,0 auf 15,7 Prozent.
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HEUTE7:29 Uhr
Mindestes 15 Tote durch Gewitter und starke Stürme
Tornados, Gewitter und starke Stürme haben in China mindestens 15 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt. Zehntausende Menschen seien evakuiert worden, neun Menschen würden vermisst. In der südlichen Region Guangxi riefen die Behörden nach sintflutartige Regenfälle in der Hauptstadt Nanning die höchste Hochwasser-Alarmstufe aus. Durch den Regen brachen unter anderem Teile der Mauer eines Staudamms.
Verwüstungen in der Provinz Hubei.
Foto: Wu Zhizun/XinHua/dpa
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HEUTE7:02 Uhr
Mehrheit lehnt Attestpflicht ab erstem Krankheitstag ab
Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Magazins „Stern“ und des Senders RTL halten 55 Prozent der Bundesbürger eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag für falsch. 44 Prozent finden sie grundsätzlich richtig. Am deutlichsten fällt die Zustimmung zur Krankschreibung-Reform mit 69 Prozent bei CDU/CSU-Anhängern aus. Mehrheitlich abgelehnt wird die Änderung bei Grünen und der Linken. Die SPD-Anhänger sind in dieser Frage in zwei gleich große Lager gespalten.
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HEUTE6:44 Uhr
„Handelsblatt“: Bundeswehr plant Satelliten-Flotte mit bis zu 1.200 Einheiten
Die Bundeswehr plant laut „Handelsblatt“ eine der größten Satelliten-Flotten der Welt nach Starlink: Bis zu 1.200 Satelliten für Kommunikation und Aufklärung sollen ins All. Der Großteil der Satelliten sei für das Aufklärungssystem „Spock 2“ vorgesehen. Radar und Spezialkameras sollen Militärs ein möglichst präzises Lagebild von Gefechtsfeldern liefern. Details bespricht die Bundeswehr derzeit mit potenziell beteiligten Unternehmen. Die Pläne sind noch nicht offiziell bestätigt.
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HEUTE6:27 Uhr
Moskau von mehr als 400 ukrainischen Drohnen belagert
Die ukrainische Armee hat nach russischen Angaben Moskau mit mehr als 400 Drohnen ins Visier genommen. Seit Montagabend seien von der Ukraine rund 430 Drohnen Richtung Moskau gestartet worden, erklärte der Bürgermeister der russischen Hauptstadt, Sergej Sobjanin. „Die meisten wurden von der Luftabwehr bereits in großer Entfernung neutralisiert. 36 feindliche Drohnen wurden beim Anflug auf Moskau zerstört.“
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HEUTE6:12 Uhr
USA reagieren mit „großer Besorgnis“ auf chinesischen Raketentest
Die USA reagieren besorgt auf einen chinesischen Raketentest im Pazifikraum am 6. Juli. Peking sagte, die mit einem „Übungsgefechtskopf“ ausgestattete Rakete sei „erfolgreich“ von einem Atom-U-Boot aus gestartet und „präzise im vorgesehenen Seegebiet“ im Pazifik eingeschlagen. Ob es sich dabei um eine atomwaffenfähige Interkontinentalrakete handelte, blieb unklar.
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HEUTE5:33 Uhr
ADAC: Autobahntankstellen im Schnitt um 33 Cent je Liter teurer
An deutschen Autobahntankstellen sind die Kraftstoffpreise im Schnitt um 33 Cent je Liter höher als anderswo. Das ermittelte der ADAC, der die Preise von Super E10 und Diesel an über 14.000 Tankstellen, darunter rund 360 Autobahntankstellen, verglich. Zwischen dem 6. bis 19. April 2026 kostete Super E10 an Autobahnen im Schnitt 2,43 Euro je Liter, sonst 2,10 Euro. Diesel kostete an der Autobahn 2,61 Euro je Liter – sonst 2,28 Euro.
Preisunterschiede je nach Tankstelle sind laut Kartellamt momentan sehr stark (Archivbild).
Foto: Pia Bayer/dpa
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HEUTE4:53 Uhr
Lehrerverband: Zu gute Abiturnoten schaffen Probleme
Die Notenschnitte der Abiturienten sind zu gut – findet der Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger. Das führe zu einer massiven Entwertung des Abiturs und der allgemeinen Hochschuleingangsprüfungen. „In dieser Bestnotenflut die wirklichen Spitzenschüler zu erkennen“ sei schwieriger geworden. Er sieht einen Noten-Wettlauf zwischen den Bundesländern.
Ein „unbekanntes Projektil“ hat einen Öltanker unweit der Straße von Hormus getroffen. Auf dem Schiff sei ein Feuer ausgebrochen. Das teilte die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) mit. Berichte über Verletzte oder Gefahren für die Umwelt gibt es bisher nicht. Der Vorfall ereignete sich am 6. Juli vor der Küste Omans, rund acht Seemeilen östlich von Limah. UKMTO schreibt: „Schiffen wird geraten, mit Vorsicht zu fahren und verdächtige Aktivitäten zu melden.“