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Stichwahlen in Niedersachsen: Hannovers Oberbürgermeister Onay in Amt bestätigt

Der Grünen-Politiker Belit Onay bleibt für weitere acht Jahre Oberbürgermeister der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Er setzte sich am Sonntag in einer Stichwahl mit 61,5 Prozent der Stimmen klar gegen den SPD-Bewerber Axel von der Ohe durch, der nach Angaben der Stadt auf 38,5 Prozent kam.
Zwei Wochen nach den Kommunalwahlen vom 13. September hatten am Sonntag in Niedersachsen die Stichwahlen um Oberbürgermeisterposten und andere kommunale Spitzenämter stattgefunden.
Diese sind notwendig, wenn kein Kandidat in der ersten Runde der Wahlen eine absolute Mehrheit von 50 Prozent erreicht. Die zwei besten Bewerber gehen dann in die Stichwahl.
Onay hatte auch in der ersten Runde klar vor von der Ohe gelegen. Er ist seit 2019 Oberbürgermeister in Hannover. Die Landeshauptstadt ist eine Hochburg der Grünen. Vor zwei Wochen wurden die Partei dort zur stärksten Kraft vor der SPD, sie stellt damit die größte Ratsfraktion.
Landesweit ging die CDU als stärkste Kraft aus der Kommunalwahl hervor, bei der unter anderem fast 2200 Stadt- und Gemeinderäte sowie Kreistage gewählt wurden. Die SPD folgte auf dem zweiten Platz vor AfD und Grünen.
Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt der Region Hannover setzte sich SPD-Kandidatin Eva Bender mit 69,41 Prozent klar durch. CDU-Konkurrent Oliver Junk kam laut vorläufigen Ergebnis auf 30,59 Prozent, wie die Region am Sonntagabend mitteilte.
Bender tritt damit die Nachfolge des SPD-Politikers Steffen Krach an, der als Spitzenkandidat der SPD für die Abgeordnetenhauswahl in Berlin gegangen war und nicht mehr antrat.
Die Region Hannover ist ein Zusammenschluss der Landeshauptstadt und umliegender Gemeinden. Auf ihrem Gebiet leben rund 1,2 Millionen Menschen, was etwa jedem achten Einwohner Niedersachsens entspricht.
In Braunschweig, der nach Hannover zweitgrößten Stadt Niedersachsens, setzte sich SPD-Amtsinhaber Thorsten Kornblum mit 75,6 Prozent gegen CDU-Konkurrent Maximilian Pohler durch. Dieser kam nach Stadtangaben auf 24,4 Prozent.
Bei der Oberbürgermeister-Stichwahl in Oldenburg siegte der von der CDU unterstützte Grünen-Kandidat Jascha Rohr mit 51,55 Prozent vor SPD-Bewerber Ulf Prange, der auf 48,45 Prozent kam.
In Osnabrück setzte sich Amtsinhaberin Katharina Pötter (CDU) in der Stichwahl durch und führt das Rathaus eine weitere Amtszeit. Sie kam auf 56,95 Prozent, Grünen-Kandidat Volker Bajus lag bei 43,05 Prozent.(afp/red)
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Trump streicht vom Kongress genehmigte Mittel


In Kürze:

  • Die US-Regierung unter Trump will bereits bewilligte Finanzmittel streichen.
  • Davon betroffen sind Einwanderungsprogramme, ein Bildungsprogramm für eingewanderte Schüler und ein Schutzprogramm für illegale Einwanderer.
  • Eine republikanische Senatorin sieht in diesem Schritt einen rechtlichen Verfahrensverstoß.

 
US-Präsident Donald Trump hat Schritte unternommen, um Mittel in Höhe von über 800 Millionen US-Dollar (700 Millionen Euro), die vom Kongress bewilligt worden waren, zu streichen. Dies ermöglicht es ihm, die Zustimmung des Kongresses zu umgehen, wie das Weiße Haus am 25. September mitteilte.

Finanzmittel waren unter anderem für Einwanderer

Zu den Mitteln, deren Streichung angestrebt wird, gehören unter anderem Gelder für Programme zugunsten von Einwanderern und Asylbewerbern. Weiterhin betroffen sind ein Programm des Bildungsministeriums für Schüler mit Migrationshintergrund sowie Programme des Ministeriums für Innere Sicherheit, die illegale Einwanderer rechtlich und im Bereich der psychischen Gesundheit unterstützen.
Trump strebte zudem an, die im Haushaltsjahr 2026 bewilligten Mittel für Programme der Behörde für die Förderung von Unternehmen in Minderheitenbesitz (Minority Business Development Agency) zu kürzen. Die Behörde vergibt Zuschüsse an Unternehmen, die von Angehörigen ethnischer Minderheiten geführt werden. Ebenfalls betroffen sind Forschungsprogramme des Ministeriums für Gesundheit und Soziales, wie das Weiße Haus mitteilte.
„Präsident Trump ist entschlossen, alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, um verschwenderische und schädliche Staatsausgaben zu reduzieren, die den amerikanischen Bürgern keinen Nutzen bringen“, erklärte das Weiße Haus.

Gesetzlicher Hintergrund

Das Weiße Haus gab bekannt, dass Trump die Mittel durch eine sogenannte „Pocket Rescission“ gestrichen habe. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem der Präsident den Kongress kurz vor Ende des Haushaltsjahres um die Streichung der Finanzmittel bittet. Damit würden diese verfallen, bevor der Kongress darauf reagieren kann.
Gemäß dem Gesetz zur Kontrolle von Mittelrückhaltungen (Impoundment Control Act) von 1974 muss die Regierung einen Antrag auf Streichung beim Kongress stellen. Dieser hat dann 45 Tage Zeit, die Streichung der bewilligten Mittel zu genehmigen.
Eine „Pocket Rescission“ bezieht sich auf Anträge, die innerhalb von 45 Tagen vor Ende des Haushaltsjahres gestellt werden. In diesen Fällen werden die Mittel während der 45-tägigen Prüfungsfrist des Kongresses zurückgehalten. Wenn der Kongress vor Ablauf des Haushaltsjahres nicht tätig wird, verfallen die Mittel.
Im August letzten Jahres nutzte Trump dasselbe Verfahren, um bewilligte Mittel in Höhe von 4,9 Milliarden Dollar für Ausgaben im Bereich der Entwicklungshilfe zu streichen.

Senatorin: Ein klarer Verstoß gegen das Gesetz

Die republikanische Senatorin Susan Collins erklärte am 25. September, der Kongress habe von der Trump-Regierung „ohne Vorwarnung oder Rücksprache“ ein Paket von „Pocket Rescissions“ in Höhe von 810 Millionen Dollar (709 Millionen Euro) erhalten. Sie sagte, dieser Schritt untergrabe die Haushaltshoheit des Kongresses.
„Dieser Schritt zeigt, dass das OMB diese Mittel monatelang absichtlich zurückgehalten hat, um diese rechtswidrige Streichung von Haushaltsmitteln durchzuführen, die parteiübergreifend genehmigt und gesetzlich verankert wurden“, sagte Collins auf 𝕏. Sie bezog sich dabei auf das Amt für Verwaltung und Haushalt (Office of Management and Budget, kurz OMB).
Collins erklärte, das OMB sei Teil der Exekutive. Daher habe es nicht die Befugnis, zu entscheiden, welche vom Kongress bewilligten Mittel gestrichen werden sollten.
Sie kritisierte: „Jeder Versuch, bewilligte Mittel ohne Zustimmung des Kongresses zu streichen, ist ein klarer Verstoß gegen das Gesetz. Ich werde mit meinen Kollegen zusammenarbeiten, um gegen diese illegalen Maßnahmen vorzugehen.“
Die Epoch Times wandte sich an das OMB mit der Bitte um Stellungnahme. Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung erfolgte jedoch keine Antwort.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Trump Rescinds Nearly $1 Billion in Congress-Approved Funding“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: mf)
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Trump streicht vom Kongress genehmigte Mittel


In Kürze:

  • Die US-Regierung unter Trump will bereits bewilligte Finanzmittel streichen.
  • Davon betroffen sind Einwanderungsprogramme, ein Bildungsprogramm für eingewanderte Schüler und ein Schutzprogramm für illegale Einwanderer.
  • Eine republikanische Senatorin sieht in diesem Schritt einen rechtlichen Verfahrensverstoß.

 
US-Präsident Donald Trump hat Schritte unternommen, um Mittel in Höhe von über 800 Millionen US-Dollar (700 Millionen Euro), die vom Kongress bewilligt worden waren, zu streichen. Dies ermöglicht es ihm, die Zustimmung des Kongresses zu umgehen, wie das Weiße Haus am 25. September mitteilte.

Finanzmittel waren unter anderem für Einwanderer

Zu den Mitteln, deren Streichung angestrebt wird, gehören unter anderem Gelder für Einwanderungsprogramme zugunsten von Einwanderern und Asylbewerbern. Weiterhin betroffen sind ein Programm des Bildungsministeriums für Schüler mit Migrationshintergrund sowie Programme des Ministeriums für Innere Sicherheit, die illegale Einwanderer rechtlich und im Bereich der psychischen Gesundheit unterstützen.
Trump strebte zudem an, die im Haushaltsjahr 2026 bewilligten Mittel für Programme der Behörde für die Förderung von Unternehmen in Minderheitenbesitz (Minority Business Development Agency) zu kürzen. Die Behörde vergibt Zuschüsse an Unternehmen, die von Angehörigen ethnischer Minderheiten geführt werden. Ebenfalls betroffen sind Forschungsprogramme des Ministeriums für Gesundheit und Soziales, wie das Weiße Haus mitteilte.
„Präsident Trump ist entschlossen, alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, um verschwenderische und schädliche Staatsausgaben zu reduzieren, die den amerikanischen Bürgern keinen Nutzen bringen“, erklärte das Weiße Haus.

Gesetzlicher Hintergrund

Das Weiße Haus gab bekannt, dass Trump die Mittel durch eine sogenannte „Pocket Rescission“ gestrichen habe. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem der Präsident den Kongress kurz vor Ende des Haushaltsjahres um die Streichung der Finanzmittel bittet. Damit würden diese verfallen, bevor der Kongress darauf reagieren kann.
Gemäß dem Gesetz zur Kontrolle von Mittelrückhaltungen (Impoundment Control Act) von 1974 muss die Regierung einen Antrag auf Streichung beim Kongress stellen. Dieser hat dann 45 Tage Zeit, die Streichung der bewilligten Mittel zu genehmigen.
Eine „Pocket Rescission“ bezieht sich auf Anträge, die innerhalb von 45 Tagen vor Ende des Haushaltsjahres gestellt werden. In diesen Fällen werden die Mittel während der 45-tägigen Prüfungsfrist des Kongresses zurückgehalten. Wenn der Kongress vor Ablauf des Haushaltsjahres nicht tätig wird, verfallen die Mittel.
Im August letzten Jahres nutzte Trump dasselbe Verfahren, um bewilligte Mittel in Höhe von 4,9 Milliarden Dollar für Ausgaben im Bereich der Entwicklungshilfe zu streichen.

Senatorin: Ein klarer Verstoß gegen das Gesetz

Die republikanische Senatorin Susan Collins erklärte am 25. September, der Kongress habe von der Trump-Regierung „ohne Vorwarnung oder Rücksprache“ ein Paket von „Pocket Rescissions“ in Höhe von 810 Millionen Dollar (709 Millionen Euro) erhalten. Sie sagte, dieser Schritt untergrabe die Haushaltshoheit des Kongresses.
„Dieser Schritt zeigt, dass das OMB diese Mittel monatelang absichtlich zurückgehalten hat, um diese rechtswidrige Streichung von Haushaltsmitteln durchzuführen, die parteiübergreifend genehmigt und gesetzlich verankert wurden“, sagte Collins auf 𝕏. Sie bezog sich dabei auf das Amt für Verwaltung und Haushalt (Office of Management and Budget, kurz OMB).
Collins erklärte, das OMB sei Teil der Exekutive. Daher habe es nicht die Befugnis, zu entscheiden, welche vom Kongress bewilligten Mittel gestrichen werden sollten.
Sie kritisierte: „Jeder Versuch, bewilligte Mittel ohne Zustimmung des Kongresses zu streichen, ist ein klarer Verstoß gegen das Gesetz. Ich werde mit meinen Kollegen zusammenarbeiten, um gegen diese illegalen Maßnahmen vorzugehen.“
Die Epoch Times wandte sich an das OMB mit der Bitte um Stellungnahme. Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung erfolgte jedoch keine Antwort.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Trump Rescinds Nearly $1 Billion in Congress-Approved Funding“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: mf)
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Das Klavier – das beliebteste Musikinstrument der Welt

Was ist das beliebteste Musikinstrument der Welt? Die Gitarre? Das Schlagzeug? Die Geige? Nein. Trotz seines hohen Preises sowie seiner beeindruckenden Größe und seines Gewichts ist es das Klavier.
Ein modernes Klavier hat 52 weiße und 36 schwarze Tasten, insgesamt also 88. Es besteht aus etwa 12.000 Teilen, von denen 10.000 bewegliche Teile sind. Ein Instrument von solch technischer Komplexität entstand nicht von heute auf morgen. Seine Wurzeln reichen zurück zu antiken Saiteninstrumenten wie der Harfe und der Leier, die bereits 3.000 v. Chr. in der ägyptischen und mesopotamischen Kunst auftauchen.

Eine lange Entwicklungsgeschichte

Das Psalterium, das in der Bibel häufig erwähnt wird, bestand wahrscheinlich aus Metall- oder Darmsaiten, die über einen Holzkasten gespannt waren, der für mehr Klangfülle und Resonanz sorgte. Es wurde geschlagen oder gezupft.
„Erhebt Gesang und lasst das Tamburin ertönen, die liebliche Laute samt der Harfe!“ (Psalm 81,3)
Das Psalterium wurde wahrscheinlich im Gottesdienst und bei Zeremonien sowie zur Begleitung von Psalmen verwendet, da es im Buch der Psalmen mindestens achtmal erwähnt wird.
Im Mittelalter entstand das Cembalo, das bis ins 18. Jahrhundert hinein das führende Tasteninstrument in Europa war. Es sieht aus wie ein kleines Klavier. Durch Drücken einer Taste wird eine Saite gezupft, wodurch ein Klang entsteht, der laut genug ist, um in einem Ballsaal oder einem kleinen Theater zu erklingen.
Die Einschränkung des Cembalos lag in seinem Mangel an Klangvielfalt. Ganz gleich, wie stark oder sanft man eine Taste drückte – der gezupfte Klang war immer derselbe.
Auch Orgeln hatten eine Tastatur, jedoch keine Saiten. Sie gehören seit dem 10. Jahrhundert bis heute in Kirchen zur Standardausstattung.
Junge Frau an einem Konzertflügel. Foto: gorodenkoff/iStock

Eine junge Frau an einem Konzertflügel.

Foto: gorodenkoff/iStock

Wichtige Entwicklungsschritte

Der große Johann Sebastian Bach war zu Lebzeiten als Organist berühmter denn als Komponist, doch sein Lieblingsinstrument war das Clavichord. Dabei handelte es sich um einen Holzkasten mit Saiten und einer Klaviatur, der oft so kompakt war, dass er auf einem Tisch Platz fand. Kleine Metallstifte schlugen auf die Saiten, wodurch ein Musiker etwas lauter oder leiser spielen und sogar ein wenig Vibrato hinzufügen konnte.
Das Clavichord war ein wichtiger Schritt in Richtung des modernen Klaviers, doch sein Klang war zu leise, um außerhalb eines Salons zur Geltung zu kommen.
Um 1700 baute der italienische Instrumentenbauer Bartolomeo Cristofori ein Instrument, dessen Saiten mit Leder, später mit Filz überzogenen Hämmern angeschlagen wurden. Dies ermöglichte es den Spielern, Lautstärke und Ausdruck wie nie zuvor zu steuern. Cristoforis Innovationen fanden zunächst wenig Beachtung, bis andere Instrumentenbauer mit seiner Erfindung experimentierten und sie verfeinerten. Bald stellte dieses neue Instrument die Vorherrschaft des Cembalos in ganz Europa infrage.
Bartolomeo Cristoforis Erfindung aus dem frühen 18. Jahrhundert ermöglichte es Musikern erstmals, sowohl laute als auch leise Töne zu spielen. Foto: Opus 33/ CC BY-SA 4.0

Bartolomeo Cristoforis Erfindung aus dem frühen 18. Jahrhundert ermöglichte es Musikern erstmals, sowohl laute als auch leise Töne zu spielen.

Foto: Opus 33/CC BY-SA 4.0

Der nächste große Fortschritt Mitte des 18. Jahrhunderts war das Hammerklavier. Sein italienischer Name „Pianoforte“ bedeutet „leise“ und „laut“. Endlich gab es ein Instrument, bei dem die Lautstärke einer Note davon abhing, wie stark man die Taste anschlug. Das Hammerklavier zeichnete sich durch ein Holzgehäuse, dünne Saiten und eine größere Tastatur aus. Es wurde auf 60 Tasten erweitert. Die Komponisten Haydn und Mozart schrieben für dieses Instrument und auch Beethoven in seiner Jugend.
Die Musikpädagogin Melissa Mauro erklärt: „Komponisten nutzten das Pianoforte zunehmend, weil es Ausdrucksmöglichkeiten bot, die frühere Instrumente nicht hatten. Insbesondere Mozarts Klavierkonzerte zeigen, wie schön das Pianoforte singen, funkeln und auf den Anschlag reagieren konnte.“
Dieses Gemälde von Moritz von Schwind aus dem Jahr 1868 zeigt den Komponisten Franz Schubert, wie er für Freunde Klavier spielt. So brachte Musik im 19. Jahrhundert Menschen zusammen. Foto: gemeinfrei

Dieses Gemälde von Moritz von Schwind aus dem Jahr 1868 zeigt den Komponisten Franz Schubert, wie er für Freunde Klavier spielt. So brachte Musik im 19. Jahrhundert Menschen zusammen.

Foto: gemeinfrei

Ein Klavier für die kraftvolle Romantik

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts leitete Beethoven den Wandel weg von der anmutigen Eleganz der Musik des 18. Jahrhunderts ein – jener Musikrichtung, zu der Damen und Herren des Adels ihre Menuette tanzten. Die Musik der sogenannten Romantik war kraftvoller und emotionaler, mit großen Kontrasten in Lautstärke und Klangfarbe.
Die Instrumentenbauer machten sich daran, größere, kraftvollere und reaktionsfreudigere Instrumente zu entwickeln. Sie erweiterten deren Tastatur auf 88 Tasten. Damit wollten sie den Anforderungen dieser neuen Musik von Beethoven, Chopin und Liszt Rechnung tragen. Dies war die Geburtsstunde des modernen Klaviers.
Piano.org bezeichnet die Mechanik eines Klaviers als „eine der kompliziertesten Maschinen, die je gebaut wurden. […] Sie leitet den leichten Druck Ihres Fingers nach unten auf einen Filzhammer, der genau im richtigen Moment und mit genau der richtigen Geschwindigkeit auf eine Stahlsaite schlägt, und fängt den Hammer anschließend sauber wieder auf.“
Im Gehäuse eines Klaviers befinden sich etwa 230 Saiten. Jede einzelne dieser Saiten ist an einem eigenen Stimmstift befestigt. Jede Taste ist mit einem Holzhammer verbunden. Die Diskanthämmer auf der rechten Seite der Tastatur schlagen drei identisch gestimmte Saiten an, um hohe Töne zu erzeugen. Die Hämmer im Bassbereich auf der linken Seite schlagen mit Kupferdraht umsponnene Saiten an, um den tiefen Tönen mehr Fülle zu verleihen.

Zig Tonnen Zugkraft in einem Klavier

Im Deutschen nennt man diese Bauform wegen ihrer charakteristischen Form „Flügel“ – sie erinnert tatsächlich an den Flügel eines Vogels. Während sich die Klaviatur an einem Ende befindet, ist das andere Ende von links her nach innen geschwungen, da die Saiten mit steigender Tonhöhe kürzer werden.
Ein Flügel von Steinway & Sons, hergestellt von einem der wichtigsten amerikanischen Unternehmen, die die Klavierkonstruktion maßgeblich geprägt haben. Foto: Steinway & Sons/ CC BY-SA 3.0

Ein Flügel von Steinway & Sons, hergestellt von einem der wichtigsten amerikanischen Unternehmen, die die Klavierkonstruktion maßgeblich geprägt haben.

Foto: Steinway & Sons/CC BY-SA 3.0

Hier kommen die aufrechten Klaviere ins Spiel. Ein aufrecht stehendes Klavier ist in der Regel günstiger und nimmt weniger Platz ein, da das Gehäuse hochkant gestellt wird.
Die Saiten eines jeden Klaviers sind sehr straff gespannt und stehen unter einer Zugspannung von jeweils bis zu 90 Kilogramm. Ein bedeutender Fortschritt im Klavierbau war der Ersatz des Holzrahmens durch eine gusseiserne Platte, um zu verhindern, dass die Spannung der 230 Saiten das Instrument auseinanderreißt.
Hinter der Eisenplatte liegt eine Holzplatte, die den Klang der Saiten verstärkt. Dieser Resonanzboden wird meist aus Sitka-Fichte gefertigt, einem immergrünen Baum, der an der Nordwestküste Nordamerikas wächst. Sein Holz ist leicht, flexibel und stark genug, um diese Aufgabe zu erfüllen. Europäische Hersteller verwenden Bergfichte, zum Beispiel aus den Alpen oder dem Fichtelgebirge.
Heute ist es kaum noch vorstellbar, aber jahrtausendelang musste man, um Musik zu hören, sie selbst spielen oder von jemand anderem spielen lassen.
Piano-Liebe... Foto: SeventyFour/iStock

Klavierliebe.

Foto: SeventyFour/iStock

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „I Love a Piano!“ (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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Lufthansa-Flug wegen brennender Powerbank umgeleitet

Eine Passagiermaschine der Lufthansa ist auf ihrem Weg von Frankfurt nach Lissabon wegen einer brennenden Powerbank ins französische Lyon umgeleitet worden.
Das Gerät habe einem Fluggast gehört und sei am Samstagabend im Bereich eines Sitzes in Brand geraten, bestätigte das Unternehmen auf Anfrage der dpa, nachdem zuvor RTL und „Bild“ über den Vorfall berichtet hatten.
Die Crew des Lufthansa-Fluges LH1170 sicherte die Powerbank demnach in einer dafür vorgesehenen sogenannten Lithium Safe Bag. Aus Sicherheitsgründen habe sie sich aber dafür entschieden, nach Lyon auszuweichen, wo die Maschine gegen 22.00 Uhr sicher gelandet sei.
Die 198 Passagiere und die sechs Besatzungsmitglieder seien für die Nacht in Hotels untergebracht und für den Folgetag auf alternative Flugverbindungen Richtung Lissabon umgebucht worden.
Es war bereits der zweite Vorfall an diesem Wochenende mit einer Lufthansa-Maschine aus Frankfurt. Ebenfalls am Samstag war ein Lufthansa-Flug von Frankfurt nach Toronto mit 371 Passagieren an Bord aus Sicherheitsgründen über Schottland umgekehrt und in Manchester gelandet. Grund war Geruch in der Kabine, wie das Unternehmen mitteilte.

Diese Regelungen gelten für Powerbanks in Flugzeugen

Viele Reisende haben Powerbanks bei sich, um etwa ihre Smartphones aufladen zu können, wenn gerade keine Steckdose in der Nähe ist. Auf Flügen der Lufthansa-Gruppe ist das Aufladen und die Nutzung von Powerbanks seit Anfang des Jahres jedoch verboten. Eine Ausnahme gibt es für die Nutzung genehmigter medizinischer Geräte.
Aus Sicherheitsgründen dürfen Powerbanks bei der Lufthansa und vielen weiteren Airlines auf Flügen ebenso wie E-Zigaretten nicht im Aufgabegepäck transportiert werden.
Im Handgepäck dürfen sie bei der Lufthansa-Gruppe nicht in den Gepäckfächern über den Sitzen aufbewahrt werden, sondern ausschließlich in der Sitztasche des Vordersitzes, am eigenen Körper oder im Handgepäck unter dem Sitz. (dpa/red)
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Frankreichs bedeutendster Literaturpreis lehnt Roman ab


In Kürze:

  • Der Akademie hinter Frankreichs bekanntester Literaturpreis strich den Bestseller-Roman „C’était ça ou mourir“ von seiner Auswahlliste.
  • Ein KI-Erkennungsprogramm soll zahlreiche Passagen im gesamten Manuskript als „100 Prozent KI“ identifiziert haben.
  • Ebenso erhob der öffentlich-rechtliche Rundfunkgruppe „Radio-Canada“ Plagiatsvorwürfe gegen den Buchautor.

 
Die französische Académie Goncourt hat am Freitag, 25. September, den Debütroman des kanadisch-haitianischen Schriftstellers Thélyson Orélien von ihrer Longlist gestrichen. Als Grund nannte sie Plagiatsvorwürfe und die Feststellung, dass das Buch „mit aller Wahrscheinlichkeit zum größten Teil das Produkt Künstlicher Intelligenz“ sei.
Die Entscheidung der Académie Goncourt, die Frankreichs ältesten und bekanntesten Literaturpreis vergibt, erfolgte wenige Tage, nachdem ein anonymer 𝕏-Account dem Roman vorgeworfen hatte, von Künstlicher Intelligenz (KI) generiert zu sein.

Streichung soll Botschaft aussenden

Das Buch „C’était ça ou mourir“ (auf Deutsch etwa: Entweder das oder sterben) des aus Haiti stammenden und in Québec lebenden Schriftstellers war einer der französischsprachigen Bestseller der Saison. Es erhielt mehrere Preise.
In einer Stellungnahme vom 25. September erklärte die Akademie, sie habe gehandelt, „um die Integrität des Prix Goncourt und die der Akademie zu wahren, deren zentrale Aufgabe darin besteht, Literatur von Frauen und Männern zu fördern und zu würdigen“.
Sie verwies auf „Plagiate, deren sich der Autor im Laufe der Zeit schuldig gemacht hat und die gerade erst aufgedeckt wurden“, sowie auf „die übereinstimmenden Ergebnisse mehrerer Analysen redlicher Forscher und Journalisten“.
Die Streichung, so hieß es, solle „eine klare Botschaft senden“, dass die Akademie „die Erstellung von Texten, die mithilfe von KI generiert wurden, in keiner Weise billigt oder gutheißt“.

Wie es zu dem Vorwurf kam

Die Kontroverse begann am 21. September. Der 𝕏-Account „Balance ton Claude“ teilte mit, dass der Roman laut dem Erkennungsprogramm Pangram „fast vollständig von einer Künstlichen Intelligenz verfasst“ wurde. Das Programm sei fast immer zum selben Ergebnis gekommen: Passagen im gesamten Manuskript seien als „100 Prozent KI“ markiert worden.

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Der Account gab an, mehrere Auszüge „an verschiedenen Stellen im Manuskript“ getestet zu haben. Zudem hieß es, dass vier Texte, die Orélien im Jahr 2014 verfasst habe mit demselben Programm einen KI-Wert von 0 Prozent erhalten hätten.
Der Schriftsteller Samuel Fitoussi bekannte sich später zu dem Account und erklärte, er betreibe ihn gemeinsam mit anderen, nicht namentlich genannten Personen.
Roman

Der Schriftsteller und Essayist Samuel Fitoussi am 18. September 2023 in Paris.

Foto: Benjamin de Diesbach / Hans Lucas / AFP via Getty Images

„An alle, die uns vorwerfen, Orélien zu schaden: Denken Sie stattdessen an den Autor, der Hunderte Stunden an seinem Manuskript verbracht hat, um ein großartiges Buch zu schreiben – eines, das den Goncourt-Preis verdient hätte, den er nicht gewonnen hat“, schrieb er in einem Beitrag vom 25. September auf 𝕏.
„Obwohl ich eher technikoptimistisch bin, befürchte ich, dass die KI nach mehreren Jahrtausenden einer auf Schrift basierenden Zivilisation zum Verschwinden des Lesens und Schreibens führen wird.“

Rückhalt vom Verlag

Am 23. September behauptete „Radio-Canada“, dass „mindestens fünf Kolumnen und Meinungsbeiträge“, die Orélien 2012 und 2013 in kanadischen und französischen Medien veröffentlicht hatte, teilweise aus den Texten anderer Autoren kopiert worden seien.
Am 23. September bekräftigte Les Éditions du Boréal, Oréliens französisch-kanadischer Verlag, in einer Erklärung gegenüber der französisch-sprachigen kanadischen Zeitung „La Presse“, für die Orélien gelegentlich schrieb, seine Unterstützung für den Autor. „Diese Behauptungen sind sehr schwerwiegend und schaden dem Ruf des Autors unmittelbar“, hieß es darin.
Boréal erklärte, Orélien habe den ersten Entwurf seines Romans bereits vor mehreren Jahren fertiggestellt. Der Text sei „dann im Laufe zahlreicher Überarbeitungsrunden mit seinem Lektor gereift, wie die aufeinanderfolgenden Fassungen des Manuskripts bis zu seiner endgültigen Form belegen“.
„Diese redaktionelle Arbeit wurde mit größter Sorgfalt durchgeführt, ohne jegliche Einmischung durch KI“, fügte der Verlag hinzu.

Der Autor wies die Vorwürfe zurück

Am Donnerstag teilte Boréal „Radio-Canada“ jedoch mit, dass man die Werbemaßnahmen rund um das Buch nun ausgesetzt habe. „Leider ist es uns zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich, die Vorwürfe, denen der Autor ausgesetzt ist, zu widerlegen oder zu bestätigen“, hieß es.
Bereits am 22. September hatte sein französischer Verlag, Éditions Grasset eine Erklärung an AFP weitergeleitet und über die in „Le Figaro“ berichtet wurde. Darin hieß es, die „böswilligen“ Kommentare über KI hätten „dem Schriftsteller, der eine außergewöhnliche Karriere vorweisen kann, schrecklich geschadet“.
Der Debütroman erzählt die Geschichte eines haitianischen Einwanderers, der durch Lateinamerika nach Norden reist, bevor er in Kanada landet. „In den Vereinigten Staaten begegnet er der Brutalität der ICE [US-Einwanderungs- und Zollbehörde], einem Symbol für ein System, das Einwanderern feindlich gegenübersteht“, so Fnac, Frankreichs großer Kulturhändler, in einer Rezension des Buches.
Orélien hat die Vorwürfe zurückgewiesen und die Wiederholungen im Buch auf die „haitianische und karibische literarische“, zurückgeführt, „in der Poesie, Bilder, Wiederholungen und Rhythmus ein lebendiges Wort transportieren“.
„In diesem Erbe hat sich meine Stimme entwickelt“, erklärte er in einer Stellungnahme, die er am 22. September an „franceinfo“ schickte.
Die englischsprachige Ausgabe der Epoch Times hat Éditions Grasset und Les Éditions du Boréal um Stellungnahmen gebeten.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „France’s Top Literary Prize Drops Novel Over AI and Plagiarism Claims“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: mf)
Anm. d. Red.: Der Artikel wurde am 28.09.26 aktualisiert.
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Frankreichs bedeutendster Literaturpreis lehnt Roman ab


In Kürze:

  • Frankreichs bekanntester Literaturpreis strich den Bestseller-Roman „C’était ça ou mourir“ (Entweder das oder sterben) von seiner Liste.
  • Ein KI-Erkennungstool soll zahlreiche Passagen im gesamten Manuskript als „100 Prozent KI“ identifiziert haben.
  • Ebenso erhob der Radiosender Radio-Canada Plagiatsvorwürfe gegen den Buchautor.

 
Die französische Académie Goncourt hat am Freitag, 25. September, den Debütroman des kanadisch-haitianischen Schriftstellers Thélyson Orélien von ihrer Longlist gestrichen. Als Grund nannte sie Plagiatsvorwürfe und die Feststellung, dass das Buch „mit aller Wahrscheinlichkeit zum größten Teil das Produkt Künstlicher Intelligenz“ sei.
Die Entscheidung der Académie Goncourt, Frankreichs ältestem und bekanntestem Literaturpreis, erfolgte wenige Tage, nachdem ein anonymer 𝕏-Account dem Roman vorgeworfen hatte, von Künstlicher Intelligenz (KI) generiert zu sein.

Rücknahme soll Botschaft aussenden

Das Buch C’était ça ou mourir (Entweder das oder sterben) des aus Haiti stammenden und in Québec lebenden Schriftstellers war einer der französischsprachigen Bestseller der Saison. Es erhielt mehrere Preise.
In einer Stellungnahme vom 25. September erklärte die Akademie, sie habe gehandelt, „um die Integrität des Prix Goncourt und die der Akademie zu wahren, deren zentrale Aufgabe darin besteht, Literatur von Frauen und Männern zu fördern und zu würdigen“.
Sie verwies auf „Plagiate, deren sich der Autor im Laufe der Zeit schuldig gemacht hat und die gerade erst aufgedeckt wurden“, sowie auf „die übereinstimmenden Ergebnisse mehrerer Analysen von Forschern und Journalisten in gutem Glauben“.
Die Rücknahme, so hieß es, solle „eine klare Botschaft senden“, dass die Akademie „die Erstellung von Texten, die mithilfe von KI generiert wurden, in keiner Weise billigt oder gutheißt“.

Wie es zu dem Vorwurf kam

Die Kontroverse begann am 21. September. Der 𝕏-Account „Balance Ton Claude“ teilte mit, dass der Roman laut dem Erkennungsprogramm Pangram „fast vollständig von einer künstlichen Intelligenz verfasst“ wurde. Fast immer kam es zum gleichen Ergebnis, wonach Passagen im gesamten Manuskript als „100 Prozent KI“ markiert worden sind.

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Der Account gab an, mehrere Auszüge „an verschiedenen Stellen im Manuskript“ getestet zu haben. Zudem hieß es, dass vier Texte, die Orélien im Jahr 2014 verfasst hatte, mit demselben Programm einen KI-Wert von null Prozent erhielten.
Der Schriftsteller Samuel Fitoussi bekannte sich später zu dem Account und erklärte, er betreibe ihn gemeinsam mit anderen, nicht namentlich genannten Personen.
Roman

Der Schriftsteller und Essayist Samuel Fitoussi am 18. September 2023 in Paris.

Foto: Benjamin de Diesbach / Hans Lucas / AFP via Getty Images

„An alle, die uns vorwerfen, Orélien zu schaden: Denken Sie stattdessen an den Autor, der Hunderte Stunden an seinem Manuskript verbracht hat, um ein großartiges Buch zu schreiben – eines, das den Goncourt-Preis verdient hätte und den er nicht gewonnen hat“, schrieb er in einem Beitrag vom 25. September auf 𝕏.
„Obwohl ich eher technikoptimistisch bin, befürchte ich, dass die KI nach mehreren Jahrtausenden einer auf Schrift basierenden Zivilisation zum Verschwinden des Lesens und Schreibens führen wird.“

Rückhalt vom Verlag

Am 23. September behauptete Radio-Canada, dass „mindestens fünf Kolumnen und Meinungsbeiträge“, die Orélien 2012 und 2013 in kanadischen und französischen Medien veröffentlicht hatte, teilweise aus den Texten anderer Autoren kopiert worden seien.
Am 23. September bekräftigte Les Éditions du Boréal, Oréliens französisch-kanadischer Verlag, in einer Erklärung gegenüber der französischen Zeitung La Presse, für die Orélien gelegentlich schrieb, seine Unterstützung für den Autor. „Diese Behauptungen sind sehr schwerwiegend und schaden dem Ruf des Autors unmittelbar“, hieß es darin.
Boréal erklärte, Orélien habe den ersten Entwurf seines Romans bereits vor mehreren Jahren fertiggestellt. Der Text sei „dann im Laufe zahlreicher Überarbeitungsrunden mit seinem Lektor gereift, wie die aufeinanderfolgenden Fassungen des Manuskripts bis zu seiner endgültigen Form belegen“.
„Diese redaktionelle Arbeit wurde mit größter Sorgfalt durchgeführt, ohne jegliche Einmischung durch KI“, fügte der Verlag hinzu.

Der Autor wies die Vorwürfe zurück

Am Donnerstag teilte Boréal Radio-Canada jedoch mit, dass man die Werbeaktivitäten rund um das Buch nun ausgesetzt habe. „Leider ist es uns zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich, die Vorwürfe, denen der Autor ausgesetzt ist, zu widerlegen oder zu bestätigen“, hieß es.
Am 22. September folgte eine Erklärung, die sein französischer Verlag, Éditions Grasset, an AFP weiterleitete und über die in Le Figaro berichtet wurde. Darin hieß es, die „böswilligen“ Kommentare über KI hätten „dem Schriftsteller, der eine außergewöhnliche Karriere vorweisen kann, schrecklich geschadet“.
Der Debütroman erzählt die Geschichte eines haitianischen Einwanderers, der durch Lateinamerika nach Norden reist, bevor er in Kanada landet. „In den Vereinigten Staaten begegnet er der Brutalität der ICE, einem Symbol für ein System, das Einwanderern feindlich gegenübersteht“, so Fnac, Frankreichs großer Kulturhändler, in einer Rezension des Buches.
Orélien hat die Vorwürfe zurückgewiesen und die Wiederholungen im Buch auf die „haitianische und karibische literarische Tradition zurückgeführt, in der Poesie, Bilder, Wiederholungen und Rhythmus ein lebendiges Wort transportieren“. „In diesem Erbe hat sich meine Stimme entwickelt“, erklärte er in einer Stellungnahme, die er am 22. September an FranceInfo schickte.
Die englischsprachige Epoch Times hat Éditions Grasse und Les Éditions du Boréal um Stellungnahmen gebeten.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „France’s Top Literary Prize Drops Novel Over AI and Plagiarism Claims“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: mf)
 
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„Bitter“: Marathon-Drama in Berlin um Äthiopierin Assefa

Mit schmerzverzerrtem Gesicht humpelte Tigst Assefa über die Ziellinie beim Berlin-Marathon, ehe sie sich völlig entkräftet auf die Knie fallen ließ. Mit Tränen in den Augen suchte die Äthiopierin anschließend Halt bei Lauf-Legende und Trainer Haile Gebrselassie.
Nach einem Drama auf den letzten Metern hatte Assefa den fast schon sicher geglaubten Weltrekord über die magische Distanz von 42,195 Kilometern in der Hauptstadt verpasst.
Bei der Siegerehrung und auch bei der anschließenden Pressekonferenz fehlte die erstplatzierte Assefa wegen einer Sehnenverletzung. Sie wurde nach Angaben der Veranstalter stattdessen zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht.

Trotzdem drittschnellste Zeit der Geschichte

Assefa, die lange Zeit auf Kurs globale Bestmarke lag, lief trotz der Verletzungsprobleme auf dem letzten Teil der Strecke zu einem Streckenrekord von 2:11:04 Stunden – und damit zur drittschnellsten Zeit in der Marathon-Geschichte bei den Frauen.
Nur Assefas Landsfrau Fotyen Tesfay, die vor einem halben Jahr in Barcelona 2:10:51 Stunden lief, und Weltrekordlerin Ruth Chepngetich aus Kenia waren schon einmal schneller. Chepngetich, die 2024 in Chicago nach 2:09:56 Stunden ins Ziel gekommen war, ist derzeit wegen eines positiven Dopingtests gesperrt.
„Es ist schon bitter, aber das ist halt Marathon. Marathon hat seine eigenen Gesetze. Der entscheidet sich wirklich erst im Ziel. Ich denke, bei ihr waren es die Muskeln, die dann zugemacht haben.
Die wird erst in zwei, drei, vier Tagen sich freuen können über ihre Bestzeit“, sagte RTL-Expertin Sabrina Mockenhaupt über das Leiden von Assefa beim größten und bekanntesten Marathon Deutschlands.

Erst sagt Sawe ab, dann das Drama um Assefa

Für die ambitionierten Veranstalter in Berlin war es der nächste bittere Rückschlag. Wenn es nach den Organisatoren gegangen wäre, hätten auf einer der schnellsten Marathon-Strecken der Welt gleich zwei Rekorde geknackt werden sollen. Doch wenige Wochen vor dem Berlin-Marathon musste Weltrekordler Sabastian Sawe bei den Männern verletzungsbedingt absagen.
So ruhten die Hoffnungen auf den insgesamt 14. Weltrekord in der Hauptstadt auf Assefa. „Ich bin sehr gut vorbereitet und will meine Bestzeit unterbieten“, erklärte die nach Angaben des Leichtathletik-Weltverbands 29-Jährige.

Dritter Berlin-Sieg nur Randnotiz

Bei nahezu optimalen Bedingungen in der Hauptstadt lief Assefa angetrieben von mehreren Tempomachern und Zehntausenden Fans an der Strecke von Beginn an ein einsames Rennen bei den Frauen. Die Olympia-Zweite von Paris und WM-Zweite von Tokio ging allerdings etwas langsamer an als Chepngetich bei ihrem Weltrekord in Chicago.
Doch Assefa hielt das Tempo auf der zweiten Hälfte des Marathons konstant hoch. Bei Kilometer 40 lag sie noch klar auf Weltrekord-Kurs. Dann kamen die Schmerzen – und der Traum platzte.
Dass Assefa zum dritten Mal nach 2022 und 2023 in Berlin gewann, konnte sie kaum trösten. Vor drei Jahren war sie in 2:11:53 Stunden Weltrekord gelaufen. Dann nahm Chepngetich ihr die Bestmarke ab.

Auch Pfeiffers deutscher Rekordtraum platzt

Esther Pfeiffer, die den deutschen Rekord von Irina Mikitenko aus dem Jahr 2008 (2:19:19 Stunden) knacken wollte, erlebte ebenfalls einen bitteren Tag. Sie musste beim zweiten Marathon in ihrer Karriere schon nach rund 15 Kilometern aufgeben. „Leider hat der enorme Erwartungsdruck heute seinen Tribut gefordert und sich unter anderem auf den Magen ausgewirkt.
Esther ist das Rekordtempo angelaufen, doch aufgrund des angeschlagenen körperlichen Zustandes ging es dann nicht mehr. Sie wird zurückkommen und hat im Marathon noch viel vor“, sagte ihr Ehemann und Tempomacher Hendrik Pfeiffer.
Beste Deutsche wurde Anna Langerwisch mit einer Zeit von 2:27:31 Stunden. Sie landete auf dem 16. Platz.
Bei den Männern siegte Guye Adola aus Äthiopien in 2:02:50 Stunden. Haftom Welday als bester Deutscher belegte in 2:08:25 Stunden den 16. Rang. Die schnellsten deutschen Marathon-Läufer um Europameister Amanal Petros waren in Berlin nicht am Start. Sie peilen stattdessen einen Start in Frankfurt in gut einem Monat an. (dpa/red)
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„Genug gearbeitet“ – Energie: Müdigkeit ist ein strategisches Signal

Müdigkeit wird in Unternehmen oft privat behandelt. Wer müde ist, soll sich erholen, Sport machen, früher schlafen, besser planen. Das kann richtig sein. Aber manchmal ist Müdigkeit kein individuelles Problem. Sie ist ein strategisches Signal.
Wenn ein ganzes Führungsteam gereizt ist, wenn Mitarbeiter nur noch abarbeiten, wenn Humor verschwindet, wenn Entscheidungen schwerer werden und kleine Konflikte groß wirken, dann geht es nicht nur um einzelne Akkus. Dann zeigt das System Überlast.
Energie ist eine Führungsressource. Ohne Energie gibt es keine Geduld, keine Klarheit, keine Kreativität und keine gute Entscheidungskultur. Wer dauerhaft leer ist, führt enger, härter oder ausweichender. Selten besser.
Ein Unternehmer sagte: „Ich erkenne mich manchmal selbst nicht mehr. Ich bin kurz angebunden und nenne das dann Klarheit.“ Dieser Satz war ehrlich. Und er zeigte: Müdigkeit verändert Führungssprache.
Genug gearbeitet. Genug so getan, als sei Erschöpfung nur der Preis für Verantwortung.
Organisationale Müdigkeit erkennt man an Mustern:
  • Themen werden vertagt, obwohl sie wichtig sind.
  • Menschen reagieren empfindlicher als früher.
  • Entscheidungen dauern länger, weil niemand mehr innere Luft hat.
  • Fehler nehmen zu, ohne dass Kompetenz fehlt.
  • Zynismus ersetzt Gestaltung.
Was hilft, sind nicht nur Pausen. Pausen sind wichtig. Aber strategisch entscheidend ist die Frage: Was macht uns dauerhaft müde?
Ein Team führte eine monatliche Energiebilanz ein. Nicht therapeutisch. Praktisch. Drei Spalten: „Gibt Energie,“ „Nimmt Energie, „Muss entschieden werden“. Daraus entstanden erstaunlich konkrete Maßnahmen: ein Bericht weniger erstellt, ein Konfliktthema auf den Tisch gebracht, ein Projekt gestoppt und ein Entscheidungsweg verkürzt.
Müdigkeit wurde damit nicht beklagt, sondern genutzt. Als Hinweis auf Reibung, Überlastung und fehlende Klarheit.
Führungskräfte dürfen ihre eigene Energie ebenfalls ernst nehmen. Nicht als Luxus, sondern als Voraussetzung. Wer nie innehält, wird irgendwann von seinen Reaktionen geführt.
Ein guter Start ist die Frage: „Was kostet uns immer wieder Kraft, ohne dass es Wirkung erzeugt?“ Diese Frage führt oft direkt zu den Themen, die schon lange bearbeitet werden müssten.
Genug gearbeitet. Welches Müdigkeitssignal ignoriert Ihr Unternehmen, obwohl es längst Führung verlangt?
Rolf Hempel | www.b-steps.de/summit | b-steps summit
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Sonnig, sanft, sicher: Bilderbuch-Wiesn geht in zweite Runde

Die Massen strömen, das Bier auch: Bei perfektem Volksfestwetter hat das Oktoberfest zur Halbzeit noch mehr Menschen angelockt als im Vorjahr. Die Festleitung schätzte die Besucherzahl auf rund 3,8 Millionen – nach 3,5 Millionen im Vorjahr. Dennoch kam es nicht zu gefährlichen Auslastungsspitzen wie 2025.
„Es war von Anfang an eine entspannte Atmosphäre, es war eine friedliche erste Woche“, sagte Wiesnchef Christian Scharpf (SPD). Münchens dritte Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) lobte die „harmonische und gute Atmosphäre“. Die Menschen achteten gut aufeinander.
Analog zu den Besucherzahlen berichten Polizei und Wiesn-Sanitätsstation von gestiegenen Einsatzzahlen, ziehen aber eine positive Bilanz. Überschattet wurde das Fest aber von einem tödlichen Unfall. Ein Sicherheitsmitarbeiter eines Fahrgeschäfts starb, nachdem er von einer Gondel getroffen worden war.
Die Wiesn, die als größtes Volksfest der Welt gilt, dauert bis zum 4. Oktober.

Zu voll? Wie die Festleitung Überfüllung verhindert

Zu der entspannten Atmosphäre trug nach Ansicht von Wiesnchef Scharpf eine Kampagne bei, mit der die Festleitung für Besuche unter der Woche geworben hatte, um die Besucherströme zu entzerren. Unter der Woche seien 18,5 Prozent mehr Gäste gekommen, die Zahlen an den Wochenenden lägen leicht unter Vorjahresniveau.
Bewährt habe sich das optimierte Sicherheitskonzept mit KI-gestützten Videokameras und einem Crowdspotter, der das Geschehen beobachtet und mit Durchsagen lenkend eingreifen kann. „Es ist ein Quantensprung für die Sicherheit auf der Wiesn“, sagte Scharpf.
Am Samstag seien bei starkem Andrang zeitweise Eingänge gesperrt worden. Aber: „Es gab zu keiner Zeit solche Menschentrauben, wie wir sie letztes Jahr hatten.“ Damals entging das Fest womöglich knapp einer Katastrophe, als es für viele Menschen nicht mehr vor- und zurückging.

Saures Radler im Trend

Die Gäste griffen bei den Getränken oft zu saurem Radler. Sogar der Wiesnchef wirkt davon überrascht: Er könne sich das nicht recht vorstellen, werde das In-Getränk nun aber selbst probieren, sagte Scharpf.
Der Konsum von Festbier war leicht rückläufig, dafür war Weißbier beliebter. Ansonsten wurden gerne bestellt und konsumiert: Käsespätzle, Bratwürste, halbe Hendl und Ochsen.

Souvenirs: Herzerl gegen Hendlhut

Bei den Souvenirs kommt der Hendlhut etwas aus der Mode – was nicht unbedingt ein Schaden sei, findet zumindest Scharpf. Dafür kaufen auch ausländische Besucher gerne Lebkuchenherzen.
Manchmal müsse die Aufschrift übersetzt werden: „Fescher Bua“ wäre für Italiener, die an diesem sogenannten Italienerwochenende zuhauf das Fest stürmen, ungefähr: „bel ragazzo“. Auch Pins seien gefragt, ein leicht transportables Souvenir. Maßkrüge, noch immer gerne einfach so mitgenommen, sind kein Souvenir, sondern Diebesgut.

Fundsachen und geheime Kräfte der Wiesn

Warum auch immer: Die Fundsachen gingen um 40 Prozent zurück. Zu den zurückgebliebenen Kuriosa zählten ein Bildband über Tibet und ein Rollator. „Möglicherweise hat das Festbier solche Kräfte entfaltet, dass der Rollator nicht mehr nötig war“, sinnierte Scharpf.

Das Wetter

Das Wetter – über das sonst gelegentlich ein Klageleid angestimmt wird – war geradezu perfekt: Temperaturen um die 20 Grad und darüber Sonne sowie meist wolkenloser Himmel.

Die Prominenz

Auch viele Promienten feierten mit. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt kam mit seinem italienischen Amtskollegen Matteo Piantedosi. Auch dabei waren unter anderem Arnold Schwarzenegger, Michael Ballack, Oliver Pocher, Andreas Gabalier, Regine Sixt, Florian Silbereisen, Cathy Hummels und die Geissens.

Der Wiesnhit

Bisher Fehlanzeige. Oft gespielt werde „Gute Laune“ von dem Duo GroßstadtEngel. 2025 war der Wiesnhit laut Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) „Brenna Tuats Guat“ von Hubert von Goisern.

Sicherheit auf der Wiesn

Rund 600 Polizisten und eine vierstellige Zahl von Ordnern sind im Einsatz. Das Gelände wird 56 polizeilichen Videokameras ausgeleuchtet – nichts soll verborgen bleiben.
So auch ein ungewöhnlicher Diebstahl, der einen 90-jährigen Wiesngast traf: Ein 52-Jähriger stahl ihm den Rollator. Videobilder lenkten die Polizei zum Dieb, er wurde festgenommen. Wozu der Mann den Rollator haben wollte, blieb unklar.
Insgesamt registrierte die Polizei bislang rund 470 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, Anzeigen gab es auch wegen Körperverletzung, sexueller Belästigung und Upskirting, also das Filmen unter den Rock. Verzeichnete Drogendelikte stiegen um fast 50 Prozent. Hauptdroge: Kokain.

Drohnen-Vorfälle

Dutzende Drohnen wurden gesichtet und teils vom Himmel geholt – während der Wiesn gelten strikte Flugbeschränkungen. Meist wollten Hobbypiloten ein spektakuläres Luftbild schießen. „Lasst Eure Drohne während der Wiesn einfach am Boden“, mahnt Polizeisprecher Christian Drexler.

Nähen, impfen, ausnüchtern: Was die Wiesn-Ärzte beschäftigt

Zu voll war ein Großteil der Gäste in der Wiesn-Sanitätsstation. Die größte Gruppe der 4.242 Patienten, nämlich 35 Prozent, war von „alkoholbedingten Problemen“ betroffen. 66 Opfer des extra-starken Bieres durften im „Hotel Aicher“ übernachten: Die Sanitätsstation betreut Patienten über Nacht und entlastet so die Münchner Kliniken.
Daneben beschäftigten die Helfer Verletzungen, Kreislaufzusammenbrüche und andere internistische Probleme. Sportliches Pech hatte etwa ein Berliner, der sich beim Armdrücken den Arm brach. Erstmals setzen die Ärzte Impfwilligen den Piks gegen Influenza oder Covid-19. Hunderte kamen dazu auf die Wiesn. (dpa/red)
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Betrüger machen Onlinehändlern das Leben schwer


In Kürze:

  • Fast jeder Onlinehändler ist bereits mit Betrug oder Betrugsversuchen konfrontiert worden.
  • Identitätsbezogene Delikte gehören zu den häufigsten Betrugsmaschen.
  • Onlinehändler sind daher zu umfangreicheren Kontrollen gezwungen.
  • Einen gewissen Schutz soll die starke Kundenauthentifizierung bieten.

 
Fast jeder Onlinehändler in Deutschland ist laut einer Umfrage bereits mit Betrug oder Betrugsversuchen konfrontiert worden. So haben 93 Prozent der befragten Unternehmen entsprechende Erfahrungen gemacht, teilen der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) und der Informationsdienstleister CRIF mit. An der Umfrage nahmen etwa 80 Onlineshops teil.

 Mehr als 90 Prozent der Händler betroffen

Damit bleibt der Anteil betroffener Händler weiter auf einem sehr hohen Niveau. Laut einer von CRIF im vergangenen Jahr initiierten Erhebung lag die Quote der betrogenen Händler bei 95 Prozent. An dieser Befragung nahmen seinerzeit etwa 50 Shops teil.
Ein Blick auf die Statistik: Die Schätzungen zur Zahl der Onlineshops hierzulande gehen weit auseinander. Laut der Datenbank Listflix, die eigenen Angaben zufolge die Zahlen täglich aktualisiert, waren es am Mittwoch, 23. September, 190.728 Shops. Die meisten, nämlich 39.346, gibt es in Nordrhein-Westfalen. Die höchste Dichte hat Hamburg mit 6.901 Shops, das entspricht 370,51 je 100.000 Einwohner.
Wesentlich mehr Shops, nämlich rund 325.400, nennt wiederum die Datenbank ShopRank. Die Zahlen stammen vom vergangenen Juni. Der große Unterschied bei der Zahl der Shops in den beiden Datenbanken erklärt sich durch die Methodik: Listflix und ShopRank greifen auf verschiedene Datenquellen zurück und erfassen Onlineshops nach unterschiedlichen Kriterien.

80,4 Milliarden Euro Umsatz

Dabei erzielten allein die 1.000 umsatzstärksten Händler 2024 zusammen einen Nettoumsatz in Höhe von 80,4 Milliarden Euro im Onlinegeschäft. Das entspricht einer preisbereinigten Wachstumsrate von 3 Prozent gegenüber 2023, schreibt das Handelsforschungsinstitut EHI Retail Institute.
Zurück zum eigentlichen Thema: Als häufigste Betrugsform nennen die Unternehmen laut bevh sogenannte identitätsbezogene Delikte, also Straftaten, bei denen die Identität einer Person missbraucht, gefälscht oder unrechtmäßig verwendet wird.
Weitere häufig genannte Muster beträfen den Bestell- und Retourenprozess. Sechs von zehn Unternehmen sehen sich demnach mit Fällen konfrontiert, in denen Kunden den Erhalt der Ware abstreiten. In 40 Prozent der Fälle spielten gestohlene Zahlungsdaten, etwa von Kreditkarten, eine Rolle.
Die Schäden fielen laut den Angaben teils erheblich aus. 45 Prozent der Händler bezifferten ihre jährlichen Verluste durch Betrügereien auf 10.000 bis 100.000 Euro. Bei etwa jedem Siebten (15 Prozent) sind es sogar mehr als 100.000 Euro.

„Hase-und-Igel-Spiel“

CRIF-Deutschland-Geschäftsführer Frank Schlein erklärte laut Mitteilung, der Kampf gegen Betrug entwickle sich zunehmend zu einem „Hase-und-Igel-Spiel“ zwischen Händlern und Betrügern. Neue Betrugsmaschen und Gegenmaßnahmen träfen in immer kürzeren Abständen aufeinander und Künstliche Intelligenz werde „die Komplexität des Phänomens und diesen Wettlauf noch weiter verschärfen“.
Diese Problematik und ihre Entwicklung haben für Kunden Konsequenzen. Der zunehmende Betrug zwingt Onlinehändler zu umfangreicheren Kontrollen. Für die Kunden kann das den Einkauf komplizierter machen. Die bereits erwähnte Befragung von CRIF und bevh zeigt, dass 75 Prozent der Händler schon Maßnahmen zur Betrugserkennung einsetzen. Gleichzeitig sehen 69 Prozent die Herausforderung darin, Präventionsmaßnahmen so zu gestalten, dass sie sowohl dem Risiko als auch den Kunden gerecht werden.
Wie schwierig das ist, zeigt der jährlich erscheinende Fraud Report des niederländischen Finanztechnologieunternehmens Adyen, der sich mit Betrug und dessen Bekämpfung im digitalen Handel beschäftigt. Dem Versuch der Unternehmen, Betrug abzuwenden, fallen nämlich mitunter auch ehrliche Kunden zum Opfer. So blockieren laut Report statische Kontrollen bis zu 10 Prozent der potenziellen Käufer. Etwa 50 Prozent der Shops verzeichnen einen Zuwachs an diesen sogenannten False Declines, den fälschlich abgelehnten Transaktionen. Den Shops entsteht so ein zusätzlicher Umsatzverlust.
Das Dilemma ist offensichtlich. Kontrollieren die Unternehmen nicht streng genug, laufen sie Gefahr, Betrügern zum Opfer zu fallen. Sind sie zu rigoros, können sie falsche Entscheidungen treffen. Laut Report erwarten etwa 70 Prozent der Unternehmen, dass sich Betrug negativ auf ihren Umsatz auswirkt.

So können sich Händler vor Betrug schützen

Onlinehändler haben verschiedene Möglichkeiten, um sich vor Betrug zu schützen. Eine wichtige Rolle spielt die starke Kundenauthentifizierung. Dabei muss ein Kunde seine Identität bei bestimmten elektronischen Zahlungen mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen bestätigen. Die Europäische Union hat diese Vorgabe mit der Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 eingeführt. Bei Fernzahlungen müsse die Authentifizierung außerdem den konkreten Betrag und den Zahlungsempfänger eindeutig mit der Zahlung verbinden, heißt es in Artikel 97 dieser Richtlinie.
Daten der Europäischen Zentralbank und der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde zeigen, dass geringere Betrugsraten die Folge dieser Maßnahme sind. Für ihren gemeinsamen Bericht zum Zahlungsbetrug haben beide Institutionen Daten aus dem Europäischen Wirtschaftsraum für die Jahre 2022 bis 2024 ausgewertet. Demnach weisen Zahlungen mit starker Kundenauthentifizierung im Allgemeinen niedrigere Betrugsraten auf als Zahlungen ohne eine zusätzliche Authentifizierung. Besonders deutlich zeige sich dieser Unterschied bei Kartenzahlungen, heißt es in dem im vergangenen Jahr erschienenen Bericht.

Austausch von Informationen als Mittel zur Prävention

Eine weitere Möglichkeit ist die Überwachung von Zahlungen. Händler und Zahlungsdienstleister können Transaktionen auf ungewöhnliche Muster prüfen. Als Kriterien nennt die Europäische Bankenaufsichtsbehörde unter anderem die Höhe und Häufigkeit von Zahlungen sowie Abweichungen vom bisherigen Zahlungsverhalten eines Kunden. Bei Zahlungen, die sofort ausgeführt werden, empfiehlt die Behörde eine Prüfung in Echtzeit. Diese Maßnahmen beschreibt die Europäische Bankenaufsichtsbehörde in ihrer Stellungnahme zu neuen Formen des Zahlungsbetrugs aus dem Jahr 2024.
Daneben empfiehlt die Europäische Bankenaufsichtsbehörde ein systematisches Management von Betrugsrisiken. Unternehmen sollen Informationen über Betrugsfälle erfassen und auswerten. Die Behörde nennt außerdem den Austausch von Informationen über Betrugsfälle als Möglichkeit, betrügerische Zahlungen besser zu erkennen und zu verhindern.
Die Sicherheitsmaßnahmen können allerdings nicht jede Form des Betrugs verhindern. Die Europäische Zentralbank und die Europäische Bankenaufsichtsbehörde weisen darauf hin, dass Betrüger ihre Methoden verändern. Die starke Kundenauthentifizierung schützt demnach weiterhin vor bestimmten Betrugsformen. Gleichzeitig beobachten die beiden Institutionen eine Zunahme von Betrugsfällen, bei denen Kriminelle Kunden dazu bringen, eine Zahlung selbst zu autorisieren. Für das Jahr 2024 weisen Zentralbank und Bankenaufsichtsbehörde im Europäischen Wirtschaftsraum einen Zahlungsbetrug in Höhe von 4,2 Milliarden Euro aus.
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Großbritannien: Ernster Vorfall nahe Luftwaffenbasis – Mehrere Festnahmen

Die britische Polizei hat in der Nähe eines Luftwaffenstützpunkts mehrere Männer wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz festgenommen. Experten für die Entschärfung von Bomben würden derzeit „mehrere Fahrzeuge untersuchen“, teilte die Polizei der südwestlichen Grafschaft Gloucestershire am Sonntag mit.
Die Polizei sprach wird von einem ernsten Vorfall. Medienberichten zufolge übernahm die Anti-Terror-Polizei die Ermittlungen. Die Royal Air Force-Basis Fairford wird auch von der US-Luftwaffe genutzt.

Einsatzfahrzeuge am 27. September 2026 warten beim Fairford Youth Football Club in Fairford, England – die Polizei hat einen Großunfall ausgerufen, nachdem sie Anwohner aus ihren Häusern in Whelford evakuiert hatte. Das Dorf liegt etwa eine Meile von RAF Fairford entfernt, einem Militärstützpunkt, auf dem Bomber der US-Luftwaffe stationiert sind, die am Iran-Konflikt beteiligt sind.

Foto: Leon Neal/Getty Images

Gebiet abgeriegelt, einige Häuser geräumt

In ihrem Umkreis wurden mehrere Dorfbewohner in Sicherheit gebracht. Das Gebiet ist abgeriegelt, Sicherheitskräfte sagten, die Lage sei „unter Kontrolle“.
„Einige Grundstücke im Gebiet Whelford werden derzeit evakuiert“, teilte die Polizei mit. Dem Sender BBC zufolge wurden mehrere Bewohner des Dorfes Whelford in ein nahegelegenes Freizeitzentrum gebracht.
Im März hatte der damalige britische Premierminister Keir Starmer die Genehmigung erteilt für „defensive“ US-Aktionen gegen iranische Raketenstellungen von zwei britischen Militärbasen aus – eine davon Fairford.

Am 27. September 2026 wurde in Fairford, Vereinigtes Königreich, eine Polizeisperre errichtet. Ein Spezialteam der Armee zur Kampfmittelbeseitigung untersucht derzeit eine Reihe von Fahrzeugen in der Gegend.

Foto: David Bown/Getty Images

Regierung dankt Einsatzkräften

Starmers Nachfolger Andy Burnham werde über den Vorfall auf dem Laufenden gehalten, sagte ein Regierungssprecher.
„Wir danken den Notdiensten, die schnell gehandelt haben, um mehrere Verdächtige festzunehmen und Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung einzuleiten“, fügte der Sprecher hinzu. Weitere Angaben lehnte er unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen ab.
Verteidigungsminister Wes Streeting dankte im Onlinedienst X den „Notfall- und Spezialistenteams“ vor Ort. „Wir können sicher sein, dass man sich darum kümmert“, erklärte Streeting.
Medien berichteten über ein großes Aufgebot von Rettungsdiensten in dem Gebiet, darunter auch ein Team für besonders gefährliche Einsätze. (afp/red)

Die britische Anti-Terror-Polizei untersucht einen Vorfall in der Nähe des Stützpunkts im Dorf Whelford.

Foto: Justin Tallis/AFP via Getty Images

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Schweizer gegen strengere Auslegung von Neutralität

Die Menschen in der Schweiz haben mit großer Mehrheit gegen eine strengere Auslegung der politischen Neutralität ihres Landes gestimmt.
Bei einer Volksabstimmung am Sonntag votierten laut Prognosen 71 Prozent der Stimmberechtigten dafür, die Neutralität in der bestehenden Form beizubehalten. Damit kann die Schweiz auch weiterhin Sanktionen der EU etwa gegen Russland übernehmen.
Die Schweizer Neutralität geht auf das Jahr 1516 zurück und ist seit 1848 in der Verfassung verankert. Die Initiative „Wahrung der schweizerischen Neutralität“ kritisierte aber, die Regierung habe den Nichteinmischungsgrundsatz durch die Übernahme der EU-Sanktionen gegen Russland wegen des Ukrainekriegs aufgeweicht.

Die Schweiz, die NATO und Sanktionen

Die Initiative wollte daher mit einem neuen Verfassungsartikel eine „immerwährende und bewaffnete“ Neutralität in der Verfassung verankern.
Sie wollte mit der Volksabstimmung außerdem durchsetzen, dass die Schweiz keinem Militärbündnis wie der NATO beitreten oder mit einem solchen zusammenarbeiten kann, außer wenn sie selbst angegriffen wird.
Die Initiative forderte zudem ein weitgehendes Verbot von Sanktionen: Die Regierung sollte nur noch wirtschaftliche Sanktionen verhängen können, wenn diese vom UN-Sicherheitsrat beschlossen wurden. Die Stimmberechtigten sagten dazu mehrheitlich Nein.
Gegner argumentierten, die Sicherheit der Schweiz sei nur in Kooperation mit anderen Ländern gewährleistet. Zudem dürfe man Täter und Opfer eines bewaffneten Konflikts nicht gleich behandeln.

Flexible Neutralität

Einer der Initiatoren der Volksabstimmung war der ehemalige Vorsitzende der Schweizerischen Volkspartei (SVP), Christoph Blocher. Neben der Regierung und einer großen Mehrheit der Abgeordneten hatten sich mit Ausnahme der SVP auch alle großen Parteien dagegen ausgesprochen.
Außenminister Ignazio Cassis sagte in einer TV-Debatte, die Schweizer Neutralität sei schon immer mit einem gewissen Maß an „Flexibilität“ gehandhabt worden. Neutralität sei nicht mit „Gleichgültigkeit“ gleichzusetzen. Bei Völkerrechtsverletzungen dürfe die Schweiz nicht wegschauen, um eigene Interessen oder den Frieden zu wahren. (afp/red)
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Nordirland: 2.000 Menschen blockieren umstrittene Parade des Oranier-Ordens

In der nordirischen Stadt Portadown haben rund 2000 Menschen eine kurz zuvor genehmigte umstrittene Parade des protestantischen Oranier-Ordens blockiert.
Sie marschierten am Sonntagmorgen im Gebiet der Garvaghy Road in einem katholischen Viertel der Stadt auf, um die geplante Kundgebung der Protestanten zu verhindern. Ein Gericht hatte dem Oranier-Orden in der Nacht zum Sonntag die Parade genehmigt.
In der südwestlich von Belfast gelegenen Stadt herrschte ein großes Sicherheitsaufgebot. Die Polizei stoppte die Teilnehmer der Oranier-Parade vorerst in einem Gemeindesaal, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Am Morgen des 27. September 2026 versammelt sich eine Gruppe von Demonstranten, um die Garvaghy Road in Portadown, Nordirland, zu blockieren und so zu verhindern, dass ein Umzug der Orange Order auf dieser Strecke durch das überwiegend nationalistische Stadtviertel zieht.

Foto: Paul Faith/AFP via Getty Images

1990 gab es hier Straßenschlachten

Im zu Großbritannien gehörenden Nordirland herrschte drei Jahrzehnte lang ein blutiger Konflikt zwischen überwiegend katholischen, pro-irischen Republikanern und protestantischen, pro-britischen Unionisten. Die Garvaghy Road in Portadown war Ende der 1990er Jahre ein Schauplatz von Straßenschlachten.
Mehr als 3.500 Menschen starben, bis sich beide Seiten im Karfreitagsabkommen 1998 auf eine gemeinsame Verwaltung Nordirlands einigten. Die im selben Jahr eingerichtete unabhängige Behörde zur Regulierung umstrittener Umzüge, die Parades Commission, untersagte dem Oranier-Orden seitdem, durch die Garvaghy Road zu marschieren.
In diesem Jahr erteilte die Kommission erstmals wieder 35 Teilnehmern des Ordens die Genehmigung, am Sonntagmorgen schweigend und ohne Musikkapelle oder Anhänger die Garvaghy Road in Portadown entlangzuziehen. Der Oranier-Orden ist eine Gruppe vorwiegend radikaler pro-britischer Protestanten in Nordirland.
Ein Richter des High Court in Belfast setzte die Entscheidung der Kommission am Samstag vorübergehend außer Kraft und warnte, dass der langanhaltende Streit sich in ganz Nordirland ausweiten könnte. Kurz vor Mitternacht hob jedoch ein aus drei Richtern bestehendes Berufungsgericht die einstweilige Verfügung auf.

Polizeifahrzeuge sperren am 27. September 2026 in Portadown, Nordirland, die Straße. Der langjährige Streit um die Parade hatte bereits in der Vergangenheit zu konfessionellen Ausschreitungen geführt, die bis in die Zeit des Nordirlandkonflikts zurückreichen.

Foto: Charles McQuillan/Getty Images

Premier rief zu Ruhe auf

Der britische Premier Andy Burnham rief beide Seiten zur Ruhe auf. In einem BBC-Interview sagte er, in Nordirland seien „große Fortschritte“ erzielt worden und es dürfte nicht „wieder rückwärts“ gehen.
Die nordirische Ministerpräsidentin Michelle O’Neill von der pro-irischen Partei Sinn Fein verurteilte die Gerichtsentscheidung zur Genehmigung des Marsches.
„Unsere Botschaft heute Abend ist klar: Es gibt kein Zurück. Nicht morgen. Niemals“, sagte O’Neill. Sie unterstütze „das Recht der Anwohner der Garvaghy Road, gegen diesen unerwünschten konfessionellen Marsch zu protestieren“. (afp/red)
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Papstjubel im laizistischen Frankreich: Katholiken erobern die Champs-Elysées

Dort, wo am Nationalfeiertag die Panzer rollen und wo Frankreich seine Nationalmannschaften feiert, jubelten am 26. September hunderttausende Menschen Papst Leo XIV. zu. Ein Meer aus gelb-weißen Fähnchen – die Farben des Vatikans – wogte über den Köpfen der Menge, als der 71-Jährige im Papamobil über die Champs-Elysées fuhr.
Beifall und „Leo, Leo“-Rufe erklangen über dem Prachtboulevard – und das in der sonst so weltlichen Hauptstadt des laizistischen Frankreichs, wo Kirche und Staat strenger getrennt sind als anderswo.

Gebet für den Frieden

Insgesamt 800.000 Menschen feierten die Messe mit dem Papst – deutlich mehr als erwartet. „Wir sind da, um mit dem Papst für den Frieden zu beten“, sagte die 44 Jahre alte Magali Huret, die mit ihren drei Kindern in Pfadfinderkleidung auf die Champs-Elysées gekommen war. „Ich wünsche mir, dass er uns im Glauben stärkt, vor allem die Jugend“, sagte der 77 Jahre alte Didier Bonnefoi, der schon Stunden vor Beginn der Messe  aus Versailles angereist war.
Am Rand der Champs-Elysées ließen sich vor der Messe zahlreiche Familien und Gruppen zum Picknick nieder, während auf den Großbildschirmen Gebetstexte und Interviews gezeigt wurden.
Papst Leo winkt der Menschenmenge auf den Champs-Élysées.

Papst Leo winkt der Menschenmenge auf den Champs-Élysées.

Foto: Emma Da Silva/AP/dpa

Schon vor Beginn des viertägigen Besuchs hatten sich die französischen Bischöfe überrascht gezeigt über das unerwartet hohe Interesse am Papst. „Es gibt eine Begeisterung im ganzen Land, nicht nur bei den Katholiken“, sagte der apostolische Nuntius Celestino Migliore.
Ursprünglich waren andere Orte für die Papstmesse im Gespräch gewesen, die sich dann aber als zu klein erwiesen. Schließlich entschied man sich für die Place de la Concorde – wo während der Französischen Revolution die Guillotine stand – und die daran anschließenden Champs-Elysées.
Die große Messe mitten im Zentrum von Paris löste auch kritische Nachfragen aus, ob dies mit dem französischen Laizismus zu vereinbaren sei. Ja, das sei es – so lange es genehmigt sei und die öffentliche Ordnung nicht störe, sagte der Pariser Erzbischof Laurent Ulrich.
An der Messe nahmen auch mehrere Präsidentschaftskandidaten teil, unter ihnen Marine Le Pen. Präsident Emmanuel Macron hingegen ließ sich durch Premierminister Sébastien Lecornu und seine Frau Brigitte vertreten. Einen Grund dafür gab er nicht an.
Der Elysée betonte, dass es bei der Planung des Besuchs keine Unstimmigkeiten gegeben haben. Allerdings hatte der Vatikan mehrere Elemente abgelehnt, die aus der Papst-Visite einen pompösen Staatsbesuch gemacht hätten.

Wandlung zu einer „Kirche der Überzeugung“

Wie in anderen europäischen Ländern auch geht es mit der katholischen Kirche in Frankreich seit Jahren bergab: Im Jahr 2000 wurden noch 380.000 Kinder getauft, 2024 waren es noch 150.000. Insgesamt bezeichnen sich noch 46 Prozent der Franzosen als katholisch, bei den 18- bis 24-Jährigen sind es allerdings nur 23 Prozent.
Dabei gibt es seit einigen Jahren aber auch den Trend, dass sich immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene taufen lassen. Die Kirche in Frankreich werde zunehmend zu einer „Kirche der Überzeugung“, sagt der Theologe Olric de Gélis.
Leo XIV. beobachtet diese Entwicklung aufmerksam. Vor Beginn der Messe traf er mit mehreren jungen Menschen zusammen, die sich im Erwachsenenalter zur Taufe entschlossen hatten. Er rief dazu auf, diese Menschen auch nach der Taufe in den Gemeinden zu begleiten und zu integrieren.

Am 27. September 2026 in Lourdes, Frankreich. Papst Leo XIV. stattet vom 25. bis 28. September Frankreich seinen ersten offiziellen Besuch ab, mit Stationen in Paris, Lourdes und Metz. Die Reise ist der erste päpstliche Besuch im Land seit dem Besuch von Benedikt XVI. im Jahr 2008.

Foto: Tom Nicholson/Getty Images

Messe im Pilgerort Lourdes

Für viele französische Katholiken, die sich in ihrem Alltag bisweilen als Minderheit vorkommen, war die Messe auf den Champs-Elysées ein großes Gemeinschaftserlebnis.
„Es ist ein wichtiger Moment für uns, von so vielen Menschen umgeben zu sein, deren Glauben wir teilen“, sagte die 29 Jahre alte Jeanne de Montagnac, die mit ihrem Mann und ihrer zweijährigen Tochter zur Messe gekommen war. „Sie wird sich nicht daran erinnern, aber wir sind froh, das mit ihr zusammen zu erleben“, fügte sie hinzu.
Am Sonntag strömten erneut zahlreiche begeisterte Menschen zu einer Freiluftmesse mit dem Papst im Pilgerort Lourdes. Am dritten Tag des Papst-Besuchs stand allerdings auch ein Thema an, das für viele Katholiken sehr schmerzlich ist: der sexuelle Missbrauch von Minderjährigen, deren Zahl eine unabhängige Kommission auf 330.000 Betroffene seit 1950 geschätzt hat.
Viele hofften darauf, dass der Papst bei seinem Treffen mit mehreren Missbrauchsopfern klare Worte finden würde, um die Verantwortung der Kirche anzuerkennen und den Opfern Wiedergutmachung in Aussicht zu stellen. (afp/red)
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Italien führt Verbot der Gesichtsverschleierung an Schulen ein


In Kürze:

  • Wer sich an das Verschleierungsverbot an italienischen Schulen nicht hält, muss mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro rechnen.
  • Die Begrenzung für ausländische Schüler in Klassen gilt nur unter bestimmten Voraussetzungen.
  • Auch in anderen europäischen Ländern gelten Verbote und Einschränkungen.
  • In mehreren Bundesländern gelten Verbote, in manchen gibt es aber kein gesetzliches Verbot.

 
Die italienische Regierung hat ein Verschleierungsverbot an Schulen des Landes beschlossen. Ein entsprechendes Dekret hat der Ministerrat unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni am Donnerstag, 24. September, verabschiedet. Das berichtet das italienische Politikportal „Pagella Politica“, das nach eigenen Angaben Einsicht in das noch nicht offiziell veröffentlichte Dekret hat. Das Dekret muss nun noch vom Parlament innerhalb von 60 Tagen in ein Gesetz umgewandelt werden.

Der bisherige Bildungsweg ist entscheidend

Demnach ist eine Teilnahme an schulischen oder außerschulischen Veranstaltungen mit verhülltem Gesicht verboten. Das Dekret nennt keine konkreten Kleidungsstücke wie Burka oder Niqab. Es betont jedoch, dass Personen, die an schulischen Aktivitäten teilnehmen, zu erkennen sein müssen. Verstöße werden mit Geldbußen zwischen 200 und 1.000 Euro geahndet. Bei Minderjährigen wird die Geldbuße gegen die Eltern verhängt.
Des Weiteren führt die Regierung eine 30-Prozent-Grenze ein, um den Anteil ausländischer Schüler, die erst kürzlich in das italienische Schulsystem aufgenommen wurden, innerhalb der Klassen zu begrenzen. Vorgesehen ist auch eine mögliche Umverteilung der Schüler auf benachbarte Schulen, wenn diese Grenze nicht eingehalten werden kann. Ausländische Eltern können bei Bedarf an kostenlosen Italienischkursen teilnehmen.
Das Dekret sieht allerdings keine pauschale Begrenzung auf 30 Prozent ausländische Schüler pro Klasse vor. Die Grenze gilt vielmehr nur für bestimmte Schüler anderer Nationalitäten. Entscheidend sind dabei Kriterien wie die Geburt in Italien und der bisherige Bildungsweg. In der Grundschule werden etwa Kinder nicht berücksichtigt, die in Italien geboren wurden oder mindestens zwei Jahre eine italienische Vorschule besucht haben. In der Sekundarstufe gilt die Grenze für Schüler, die nicht mindestens drei Jahre italienische Schulen besucht haben.

In Portugal drohen bis zu 3.000 Euro Bußgeld

Italien hat bereits seit 1975 Vorschriften gegen die Verdeckung des Gesichts. Der italienische Staatsrat entschied allerdings 2008, dass eine religiös begründete Vollverschleierung unter Umständen einen „berechtigten Grund“ darstellen kann. Das neue Schulverbot könnte deshalb rechtlich relevant werden.
Verbote der Gesichtsverhüllung gelten auch in anderen europäischen Ländern. In Portugal ist ein entsprechendes Gesetz Mitte August in Kraft getreten. Bei Verstößen drohen bis zu 3.000 Euro Bußgeld. Ausnahmen gelten wie in Italien unter anderem aus gesundheitlichen Gründen.
Bereits 2011 trat in Frankreich das im Jahr zuvor beschlossene Verbot der Verhüllung des Gesichts im öffentlichen Raum in Kraft. Es umfasst auch Vollverschleierungen wie Burka und Niqab.
2023 rückten zwei Kleidungsstücke in den Mittelpunkt einer Debatte über religiöse Symbole an öffentlichen Schulen. Konkret handelt es sich um die Abaya, ein langes, den Körper weitgehend bedeckendes Gewand, das Frauen tragen, sowie den Qamis, ein ebenfalls langes Kleidungsstück für Männer. Der damalige Bildungsminister Gabriel Attal untersagte das Tragen von Abayas und Qamis an öffentlichen Schulen. Seiner Auffassung nach könne es eine religiöse Zugehörigkeit zum Ausdruck bringen. Der französische Staatsrat (Conseil d’État) lehnte am 7. September 2023 einen Eilantrag gegen die Regelung ab und sah in ihr keine offensichtlich rechtswidrige Verletzung grundlegender Rechte.

Unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern

Auch in Österreich gelten landesweit entsprechende Verbote. In Dänemark gilt seit 2018 ein im Strafgesetzbuch verankertes Verbot für den öffentlichen Raum. In den Niederlanden trat 2019 ein auf bestimmte Bereiche beschränktes Verbot in Kraft. Es gilt unter anderem in Schulen, Krankenhäusern, öffentlichen Gebäuden und im öffentlichen Nahverkehr. Nach einer Volksabstimmung im Jahr 2021 ist das Tragen gesichtsverhüllender Kleidung in der Öffentlichkeit auch in der Schweiz untersagt.
In Deutschland gibt es kein bundesweites Verbot der Gesichtsverhüllung an Schulen, da das Schulwesen in die Zuständigkeit der Bundesländer fällt. In mehreren Bundesländern ist die Verhüllung des Gesichts im Unterricht oder bei Schulveranstaltungen jedoch untersagt. Dazu zählen Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg und Schleswig-Holstein. In Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz gelten ebenfalls entsprechende Regelungen. In Nordrhein-Westfalen gibt es dagegen kein ausdrückliches gesetzliches Verbot. Die Verhüllung des Gesichts kann dort jedoch wegen der damit verbundenen Beeinträchtigung der Kommunikation unzulässig sein.
In den ostdeutschen Bundesländern Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es derzeit kein gesetzlich geregeltes Verbot für Schüler.
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Trump lehnt Irans Forderungen ab – Streit um angereichertes Uran


In Kürze:

  • Trump lehnt Irans Vorschlag zur Beendigung des Krieges ab.
  • Beide Seiten streiten über die Straße von Hormus und Irans Nuklearbestände.
  • Trump erwartet nach den US-Zwischenwahlen eine Einigung mit Iran.

 
Ungeachtet der Ablehnung eines iranischen Vorschlags durch US-Präsident Donald Trump beharrt der Iran auf seinen Bedingungen für eine Wiederöffnung der Straße von Hormus binnen sieben Tagen. „Unsere Bedingungen sind klar, und jeder Schritt in Richtung einer Wiederöffnung der Straße von Hormus ist abhängig von der Erfüllung dieser Bedingungen“, sagte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi am Sonntag dem staatlichen Rundfunksender Irib. „Wir werden nicht von ihnen abweichen.“
Der Iran habe „die erste Reaktion des US-Präsidenten gesehen, aber bislang wurde uns nichts von den Vermittlern mitgeteilt“, sagte Araghtschi weiter. Teheran warte darauf, „dass die Vermittler uns die endgültigen Positionen übermitteln, und auf deren Grundlage werden wir entscheiden“, fügte er hinzu.
Araghtschi hatte dem US-Gesandten Steve Witkoff am Dienstag, 22. September sieben Bedingungen für ein Ende des Krieges und die Wiederöffnung der Meerenge übermittelt. Dazu gehören nach iranischen Angaben eine Einstellung aller Kampfhandlungen in der Region – also auch im Libanon – sowie die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte, die Aufhebung von Sanktionen gegen iranisches Öl sowie ein Ende der US-Seeblockade iranischer Häfen.
Trump sagte zu den Bedingungen Teherans am Samstag: „Ich weise ihren Vorschlag zurück“.  „Sie wollen ein Abkommen schließen, und ich finde, das ist in Ordnung“. Er schließe selbst gerne Abkommen, fügte Trump hinzu. Uneinig sind sich die Parteien jedoch darüber, wie mit Irans Nuklearbeständen umgegangen werden soll.

Streit um angereichertes Uran

Die USA fordern, dass Iran seine angereicherten Uranbestände vollständig vernichtet oder außer Landes schafft. Teheran hingegen pocht auf sein Recht, im Rahmen des Atomwaffensperrvertrags Nukleartechnologie für „friedliche Zwecke“ zu nutzen. Inspektoren der Vereinten Nationen beklagen jedoch seit Langem, dass Iran ihnen den Zugang zu seinen Atomanlagen verweigert.
Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian sagte am 24. September, Teheran sei bereit, seinen Uranbestand zu verdünnen. Nach iranischen Angaben ist das Uran derzeit auf 60 Prozent angereichert – ein Anreicherungsgrad, der nur einen Schritt von der 90-Prozent-Schwelle entfernt ist, die für die Herstellung einer Atomwaffe als erforderlich gilt. In einem Interview mit „Fox News“ bestritt Pezeshkian erneut, dass Teheran eine Atomwaffe anstrebe.

Trump erwartet Einigung nach den US-Wahlen

Für die Vereinigten Staaten blieb der Umgang mit dem angereicherten Uran jedoch ein zentraler Streitpunkt. In seiner Rede vor den Vereinten Nationen am 22. September sagte Trump, er erwarte, dass kurz nach den bevorstehenden Zwischenwahlen eine Einigung mit Iran erzielt werde.
Trump bezeichnete dies als eine wichtige Entscheidung. Es gehe darum, ob die Führung in Teheran den Wiederaufbau des Landes ermöglichen könne oder ob Iran „keine Überlebenschance“ habe.
 
Mit Material von AFP
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Trump Rejects Iran’s Latest Peace Proposal“. (deutsche Bearbeitung: zk)
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Nach Zwangsräumung von Wohnung einer 87-Jährigen: Protestcamp in Madrid

Zehntausende Menschen haben in Madrid für das Recht auf Wohnen und gegen Zwangsräumungen demonstriert.
Der Protest stand unter dem Motto „Ni una Maricarmen más“ („Keine weitere Maricarmen“) und richtete sich vor allem gegen die Zwangsräumung einer 87-Jährigen, die nach 70 Jahren aus ihrer Wohnung in der spanischen Hauptstadt vertrieben worden war.
Das Innenministerium sprach von rund 25.000 Teilnehmern, die Veranstalter vom Mieterverband „Sindicato de Inquilinas“ von 300.000.

Die Zwangsräumung beschäftigt viele Spanier

Der Fall der 87-jährigen Maricarmen hatte in Spanien große Aufmerksamkeit ausgelöst. Sie war 1956 mit ihren Eltern in die Wohnung im Madrider Stadtteil Retiro eingezogen und hatte später den Mietvertrag übernommen.
Nachdem das Gebäude an ein Immobilienunternehmen verkauft worden war, sollte sie ausziehen, weil ihr alter Mietvertrag beendet werden sollte. Am Mittwoch wurde sie nach mehreren gescheiterten Räumungsversuchen schließlich aus der Wohnung gebracht und anschließend ins Krankenhaus eingeliefert.
„Ich habe es nicht geschafft, mein Haus zu verteidigen, aber ich habe dafür gekämpft, dass die anderen lernen, für ihres zu kämpfen“, sagte Maricarmen in einer über den Mieterverband verbreiteten Botschaft. Im Interview des TV-Senders RTVE sagte sie: „Bitte, kämpft weiter“.
Die Rentnerin ist in ihrer Mobilität eingeschränkt und hat einen Behinderungsgrad von 50 Prozent. Trotz ihrer Situation wolle sie weiter für das Recht auf Wohnen kämpfen, sagte sie.

Demonstranten bauten Protestcamp auf

Nach Abschluss der Demonstration errichteten Teilnehmer auf der Puerta del Sol ein Protestcamp mit Dutzenden Zelten. Hunderte bereiteten sich in ausgelassener Stimmung darauf vor, die Nacht dort auf dem dicht gefüllten Platz zu verbringen.
Hunderte Menschen hätten in Zelten auf dem bei Touristen sehr beliebten Platz übernachtet, berichtete ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP am Sonntagmorgen. Ohne einzugreifen, hatte die Polizei dabei zugesehen, wie die Menschen in der Nacht Dutzende Zelte vor dem Sitz der Regionalregierung von Madrid aufbauten.
Die Zeitung „El País“ berichtete am frühen Morgen, dass die Zahl der Zelte auf rund 150 angestiegen sei. Die Nachrichtenagentur EFE gab die Zahl der Zelte mit etwa 100 an.
„Ich sehe eine sehr düstere Zukunft für uns alle. Umso schöner ist es, dass wir hier alle gemeinsam dafür eintreten, dass jeder von uns ein Zuhause haben möchte“, sagte eine junge Demonstratin zu RTVE.

Demonstranten bauen Zelte auf, während sie im Rahmen einer Protestaktion gegen Zwangsräumungen und die Wohnungskrise vor dem Sitz der Regionalregierung von Madrid auf der Puerta del Sol in Madrid am 26. September 2026 campieren.

Foto: Oscar Del Pozo/AFP via Getty Images

„Es ist Zeit, die Spielregeln zu ändern“, sagte die 47-jährige Psychologin Maria Juarez, die unter den Demonstrierenden war, AFP. „Die Menschen werden nicht gehen, bis sich etwas ein für alle Mal ändert“, betonte sie.
Die Demonstranten machen sowohl die linke Zentralregierung von Pedro Sánchez als auch konservative Regionalregierungen wie jene von Isabel Díaz Ayuso in Madrid für die Wohnungsnot verantwortlich.
Sie fordern unter anderem die automatische Verlängerung von Mietverträgen auf unbestimmte Zeit, einen besseren Schutz vor Zwangsräumungen, eine Einfrierung der Mieten sowie eine Reform des Mietrechts, die Zeitmietverträge und die Vermietung von Zimmern stärker reguliert.

Wohnungsenteignungen gefordert

Die ranghohe Politikerin der linken Partei Podemos und Europaabgeordnete Irene Montero forderte die Enteignung von 650.000 Wohnungen, die sich nach ihren Worten im Besitz von sogenannten „Geierfonds“ befinden, um sie für sozialen Wohnraum zu nutzen.
An dem Marsch von der Puerta del Sol zum Kongressgebäude beteiligten sich Menschen verschiedener Generationen. Ganze Familien, Jugendliche und Rentner gingen gemeinsam durch das Zentrum der Hauptstadt.
Größere Kundgebungen gab es gleichzeitig in elf anderen Städten Spaniens. In den vergangenen Tagen hatte es bereits landesweit erste Demonstrationen gegeben.
Unter dem Eindruck der Proteste arbeitet die Regierung daran, am 29. September im Ministerrat ein neues Gesetzesdekret zur Wohnungspolitik zu verabschieden. Vorgesehen sind unter anderem Maßnahmen gegen Zwangsräumungen.
Das Real Decreto-ley hätte unmittelbar Gesetzeskraft, müsste anschließend aber binnen 30 Tagen vom Parlament abgesegnet werden. Die Regierung verhandelt derzeit noch mit mehreren Parteien über die nötige Mehrheit. (dpa/red)
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27.09.2026 | Diebe erbeuten 6.000 Liter Diesel in Bremen | Schwerer Herbststurm über New York | Sprengstoff-Vorfall nahe britischen Luftwaffenstützpunkt

HEUTE12:32 Uhr

„Keine anderen Pläne“: Ministerpräsident Wüst will in NRW bleiben

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) schließt einen Wechsel in die Bundespolitik aus. Er trete bei der nordrhein-westfälischen Landtagswahl im kommenden Jahr für die volle fünfjährige Legislaturperiode an. Wüst wird immer wieder als möglicher parteiinterner Nachfolgekandidat für Friedrich Merz gehandelt.

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HEUTE12:26 Uhr

Aus Lastwagen und Kran abgezapft: Diebe erbeuten 6.000 Liter Diesel in Bremen

6.000 Liter Diesel haben Diebe auf einem Firmengelände eines Logistikunternehmen in Bremen aus abgestellten Fahrzeugen gestohlen. Laut Polizei pumpten sie den Kraftstoff aus mehreren Lastwagen und einem Kran. Der Schaden liege bei „deutlich“ mehr als 10.000 Euro. Die Beamten gehen davon aus, dass die bislang unbekannten Dieseldiebe mit entsprechenden Fahrzeugen oder Behältern anrückten. Die Täter brachen demnach in der Nacht zu Samstag ein Zugangstor auf.

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HEUTE12:19 Uhr

Berlin-Marathon – Assefa verpasst Weltrekord

Die Äthiopierin Tigst Assefa hat beim Marathon in Berlin den Weltrekord knapp verpasst. Sie hatte auf dem letzten Kilometer plötzlich mit Krämpfen zu tun und lief trotzdem in 2:11:04 Stunden Streckenrekord sowie die drittschnellste Zeit in der Geschichte. Der Frauen-Weltrekord liegt bei 2:09:56 Stunden. Bei den Männern siegte Guye Adola aus Äthiopien nach der verletzungsbedingten Absage des Weltrekordlers Sabastian Sawe in 2:02:50 Stunden.
Gewinnt mit Krämpfen und verpasst knapp den Weltrekord: Tigst Assefa beim Berlin Marathon.

Gewinnt mit Krämpfen und verpasst knapp den Weltrekord: Tigst Assefa beim Berlin Marathon.

Foto: Andreas Gora/dpa

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HEUTE11:39 Uhr

„Größerer Vorfall“ in der Nähe des britischen Luftwaffenstützpunkts Fairford

In England wurden mehrere Männer verhaftet und einige Gebäude nach einem „größeren Vorfall“ in der Nähe des Luftwaffenstützpunkts Fairford evakuiert. Sie wurden wegen Verdacht der Sprengstoffgesetze festgenommen. Bombenexperten des Militär sind vor Ort. Offen ist, ob der Vorfall direkt mit dem Luftwaffenstützpunkt RAF Fairford verbunden ist, dieser wird sowohl von Großbritannien als auch von den USA genutzt.

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HEUTE11:35 Uhr

Nach Wahl in Berlin: SPD stimmt für Sondierungen mit Linkspartei und Grünen

Der SPD-Landesvorstand Berlin stimmte nach Parteiangaben am Samstagabend für Gespräche mit Linkspartei und Grünen. Die Linke hatte zugestimmt, die Grünen signalisierten Bereitschaft. In Teilen von SPD und Grünen gibt es Vorbehalte gegen ein mögliches Bündnis mit der Linken. Rechnerisch möglich wäre auch eine Dreierkoalition unter CDU-Führung mit Grünen und SPD. CDU-Landeschef und Spitzenkandidat Stefan Evers bekräftigte erneut die Bereitschaft zu einer „Regierung der politische Mitte“.
HEUTE11:18 Uhr

Neues Software-Problem bei Boeing 737 Max

Boeing hat einen neuen Software-Fehler bei einigen 737 Max-Flugzeugen gefunden: Nach einem abgebrochenen Landeversuch könnte zunächst die automatisierte vertikale Navigation bei weiteren Anläufen nicht zur Verfügung steht. Stattdessen könnten sie nur auf eine niedrigere Automatisierungsstufe zugreifen. Laut Boeing besteht kein Sicherheitsrisiko, ein Software-Update ist in Arbeit. Die FAA prüft, die Zahl der betroffenen Maschinen unklar.

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HEUTE11:01 Uhr

Französischer Senat wird zur Hälfte neu gewählt

Sieben Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich wird der Senat zur Hälfte neu gewählt. Rund 93.500 Kommunal- und Regionalpolitiker stimmen über 178 Sitze ab. Derzeit ist die Parlamentskammer konservativ dominiert, Républicains sind mit 131 Mitgliedern die mit Abstand größte Gruppe. Das Lager von Präsident Macron verfügt derzeit über 19 Sitze im Senat. Die entscheidende Frage ist, ob das RN auf genügend Sitze kommt, um erstmals eine Fraktion im Senat bilden zu können. Nötig wären dafür zehn Sitze, bislang hat der RN drei Sitze.

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HEUTE10:21 Uhr

Gegendemonstranten blockieren Oranier-Parade in Nordirland

Hunderte Gegendemonstranten haben eine Parade des protestantischen Oranier-Ordens in einem überwiegend katholischen Teil der nordirischen Stadt Portadown blockiert. Erstmals seit den 1990er-Jahren hatte die zuständige Parades Commission zuvor den Marsch entlang der Garvaghy Road erlaubt. Die nordirische Regierungschefin, Michelle O’Neill, rief bei X zu „Ruhe auf allen Seiten“ auf.
Gegendemonstranten blockieren die Garvaghy Road - die Parade konnte deshalb zunächst nicht starten.

Gegendemonstranten blockieren die Garvaghy Road – die Parade konnte deshalb zunächst nicht starten.

Foto: Peter Morrison/PA Wire/dpa

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HEUTE9:43 Uhr

Oman ruft Konfliktparteien zur Zurückhaltung auf

Der Oman rief bei der UN-Generaldebatte in New York die Konfliktparteien im Nahen und Mittleren Osten zu Zurückhaltung und Dialog auf. Er bot sich erneut als Vermittler an. Die Beteiligten sollten ihre Streitigkeiten durch „Zurückhaltung und Weitsicht“ sowie politische Gespräche beilegen, sagte Außenminister Badr al-Busaidi. Der Oman werde seine Bemühungen um die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus fortsetzen.

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HEUTE9:32 Uhr

Iran-Sanktionen: US-Finanzminister sieht Erfolge bei wirtschaftlicher Isolierung

US-Finanzminister Scott Bessent sieht nach eigenen Angaben Erfolge bei der wirtschaftlichen Isolierung des Iran. Die Türkei und Oman stoppten Flüge der privaten iranischen Fluggesellschaft Mahan Air, VAE alle Flüge iranischer Airlines. Zudem blockierte die VAE-Zentralbank Transaktionen von Filialen der iranischen Bank Melli. Die Türkei entzog vergangene Woche der iranischen Bank Mellat die Lizenz. Die USA drohten mit einem Ausschluss aus dem Dollarsystem.

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HEUTE9:15 Uhr

Südafrika: 27 Tote bei zwei Schusswaffenangriffen bei Johannesburg und in Kapstadt

Bei zwei Schusswaffenangriffen in Südafrika sind 27 Menschen getötet und zahlreiche weitere Menschen verletzt worden. In einer Bar westlich von Johannesburg seien 17 Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden, die acht Täter flohen. In einem weiteren Angriff in einem Nachtclub in der Nähe von Kapstadt gab es 10 Tote und 11 Verletzte. Die Motive sind unklar.

Anwohner in der Nähe eines Fahrzeugs, das einem der Opfer gehörte und am 23. September 2026 am Tatort einer Massenerschießung im Stadtteil Ziko in KwaMakhutha südlich von Durban von unbekannten Bewaffneten in Brand gesetzt wurde. Bewaffnete Männer stürmten ein Haus und töteten elf Menschen.

Foto: Rajesh Jantilal/AFP via Getty Images

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HEUTE8:57 Uhr

Stichwahlen um kommunale Spitzenposten in Niedersachsen

Zwei Wochen nach der Kommunalwahl in Niedersachsen finden heute Stichwahlen um Oberbürgermeisterposten und andere Spitzenämter statt. In Hannover tritt Grünen-Amtsinhaber Belit Onay gegen SPD-Kandidat Axel von der Ohe an. In der Stichwahl der Region Hannover treffen Eva Bender (SPD) und Oliver Junk (CDU) aufeinander. Auch Braunschweig und Oldenburg wählen ihre Oberbürgermeister.

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HEUTE8:37 Uhr

EU stellt 710 Millionen Euro für weltweite Krisenhilfe bereit

Die EU stellt 710 Millionen Euro für Krisenhilfe bereit. Rund 380 Millionen Euro gehen in Maßnahmen im Zusammenhang mit Migration in Afrika südlich der Sahara. Weitere 252 Millionen Euro sind für Nothilfe bei Konflikten, Vertreibungen, Epidemien und Naturkatastrophen bestimmt – davon 97 Millionen Euro für Subsahara, 103 Millionen Euro für Palästinensergebiete und den Libanon sowie 52 Millionen Euro für die Ukraine.

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HEUTE7:58 Uhr

Reisebus auf A96 umgekippt – zwei Tote und mehrere Verletzte

Auf der Autobahn 96 bei Buchloe im Ostallgäu ist ein Reisebus umgekippt, zwei Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Mehrere Menschen seien verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher.

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HEUTE7:38 Uhr

Patent-Urteil: Apple soll 5,7 Milliarden Dollar zahlen

Apple soll nach einem Urteil von US-Geschworenen gut 5,7 Milliarden Dollar wegen der Verletzung von zwei Patenten zahlen. In dem Prozess warf das Unternehmen Taction Technology dem Konzern vor, seine Technologie in der „Taptic Engine“ zu nutzen, die zum Beispiel die Vibrationsalarme im iPhone und der Computer-Uhr Apple Watch auslöst.  Apple kündigte Berufung an.
2014: Mit der Apple Watch eroberte Tim Cook den Wearables-Markt.

2014: Mit der Apple Watch eroberte Tim Cook den Wearables-Markt.

Foto: picture alliance/dpa

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HEUTE7:19 Uhr

Nach Huthi-Angriffen: Schulen in Riad stellen für eine Woche auf Fernunterricht um

In Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad sind Eltern informiert worden, dass der schulische Unterricht ihrer Kinder für eine Woche auf Fernunterricht umgestellt wird. Ein offizieller Grund wurde nicht mitgeteilt. Saudi-Arabien wird fast täglich von der pro-iranischen Huthi-Miliz im Jemen angegriffen; es werden Drohnen und ballistische Raketen abgefangen.

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HEUTE6:48 Uhr

Bis zu 31 Grad: Altweibersommer

Die kommenden Tage bringen Höchstwerte von bis zu 31 Grad im Südwesten; im Süden soll es freundlicher werden als im Norden, wo zeitweise dichtere Wolken erwartet werden. Laut Wetterdienst gibt es Temperaturen von 22 bis 29 Grad im Süden und 21 bis 27 Grad im Norden. Regen ist nicht in Sicht. Der Altweibersommer hält voraussichtlich bis zur Wochenmitte an. Danach nehmen Schauer und Gewitter von Westen her allmählich zu.

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HEUTE6:29 Uhr

Herbststurm wütet über Nordosten der USA – mindestens ein Todesopfer

Herbststurm forderte im Nordosten der USA bisher mindestens ein Todesopfer – im New Yorker Stadtteil Brooklyn starb ein 56-jähriger Mann durch einen umstürzenden Baum getroffen. Hunderte Flüge wurden gestrichen, Zehntausende Menschen waren ohne Strom. Für die kommenden Tagen warnen Behörden New Jersey und Long Island vor starkem Wind, Überschwemmungen, hohen Wellen und heftigen Regenfälle mit bis zu 150 Liter Regen pro Quadratmeter.

Während eines „Nor’easter“-Sturms – so genannt wegen seiner nordöstlichen Winde – in Scituate, Massachusetts, am 26. September 2026 schlagen Wellen gegen die Küste.  

Foto: Joseph Prezioso/AFP via Getty Images

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HEUTE6:09 Uhr

Kassen warnen vor Pflege-Blockade – „Geld alle“

Die Pflegekassen ermahnen die SPD, die angekündigte Pflegereform nicht zu blockieren – es sei in wenigen Monaten schlichtweg das Geld alle. Immer neue SPD-Vorschläge gefährdeten die finanzielle Stabilität der Pflegeversicherung und die Versorgungssicherheit für Millionen Pflegebedürftige. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hatte Änderungen an Reformplänen von Gesundheitsminister Carsten Linnemann gefordert und mit Blockade gedroht.

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HEUTE5:45 Uhr

Union 10 Prozentpunkte hinter der AfD

CDU und CSU sind in der aktuellen INSA-Umfrage bundesweit auf 19 Prozent (-1) gefallen und erreichen damit ihren niedrigsten in dieser Legislaturperiode gemessenen Wert. Die AfD kommt unverändert auf 29 Prozent. SPD und Grüne erreichen 14 beziehungsweise 15 Prozent (jeweils +1). Die Linke 10 Prozent (-1), FDP 4 Prozent (-1), BSW 3 Prozent (+/-0).
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen

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27.09.2026 | Dieseldiebe erbeuten 6.000 Liter Diesel in Bremen | Schwerer Herbststurm über New York | Sprengstoff-Vorfall nahe britischen Luftwaffenstützpunkt

HEUTE12:32 Uhr

„Keine anderen Pläne“: Ministerpräsident Wüst will in NRW bleiben

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) schließt einen Wechsel in die Bundespolitik aus. Er trete bei der nordrhein-westfälischen Landtagswahl im kommenden Jahr für die volle fünfjährige Legislaturperiode an. Wüst wird immer wieder als möglicher parteiinterner Nachfolgekandidat für Friedrich Merz gehandelt.

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HEUTE12:26 Uhr

Aus Lastwagen und Kran abgezapft: Dieseldiebe erbeuten 6.000 Liter Diesel in Bremen

6.000 Liter Diesel haben Diebe auf einem Firmengelände eines Logistikunternehmen in Bremen aus abgestellten Fahrzeugen gestohlen. Laut Polizei pumpten sie den Kraftstoff aus mehreren Lastwagen und einem Kran. Der Schaden liege bei „deutlich“ mehr als 10.000 Euro. Die Beamten gehen davon aus, dass die bislang unbekannten Dieseldiebe mit entsprechenden Fahrzeugen oder Behältern anrückten. Die Täter brachen demnach in der Nacht zu Samstag ein Zugangstor auf.

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Berlin-Marathon – Assefa verpasst Weltrekord

Die Äthiopierin Tigst Assefa hat beim Marathon in Berlin den Weltrekord knapp verpasst. Sie hatte auf dem letzten Kilometer plötzlich mit Krämpfen zu tun und lief trotzdem in 2:11:04 Stunden Streckenrekord sowie die drittschnellste Zeit in der Geschichte. Der Frauen-Weltrekord liegt bei 2:09:56 Stunden. Bei den Männern siegte Guye Adola aus Äthiopien nach der verletzungsbedingten Absage des Weltrekordlers Sabastian Sawe in 2:02:50 Stunden.
Gewinnt mit Krämpfen und verpasst knapp den Weltrekord: Tigst Assefa beim Berlin Marathon.

Gewinnt mit Krämpfen und verpasst knapp den Weltrekord: Tigst Assefa beim Berlin Marathon.

Foto: Andreas Gora/dpa

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HEUTE11:39 Uhr

„Größerer Vorfall“ in der Nähe des britischen Luftwaffenstützpunkts Fairford

In England wurden mehrere Männer verhaftet und einige Gebäude nach einem „größeren Vorfall“ in der Nähe des Luftwaffenstützpunkts Fairford evakuiert. Sie wurden wegen Verdacht der Sprengstoffgesetze festgenommen. Bombenexperten des Militär sind vor Ort. Offen ist, ob der Vorfall direkt mit dem Luftwaffenstützpunkt RAF Fairford verbunden ist, dieser wird sowohl von Großbritannien als auch von den USA genutzt.

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HEUTE11:35 Uhr

Nach Wahl in Berlin: SPD stimmt für Sondierungen mit Linkspartei und Grünen

Der SPD-Landesvorstand Berlin stimmte nach Parteiangaben am Samstagabend für Gespräche mit Linkspartei und Grünen. Die Linke hatte zugestimmt, die Grünen signalisierten Bereitschaft. In Teilen von SPD und Grünen gibt es Vorbehalte gegen ein mögliches Bündnis mit der Linken. Rechnerisch möglich wäre auch eine Dreierkoalition unter CDU-Führung mit Grünen und SPD. CDU-Landeschef und Spitzenkandidat Stefan Evers bekräftigte erneut die Bereitschaft zu einer „Regierung der politische Mitte“.
HEUTE11:18 Uhr

Neues Software-Problem bei Boeing 737 Max

Boeing hat einen neuen Software-Fehler bei einigen 737 Max-Flugzeugen gefunden: Nach einem abgebrochenen Landeversuch könnte zunächst die automatisierte vertikale Navigation bei weiteren Anläufen nicht zur Verfügung steht. Stattdessen könnten sie nur auf eine niedrigere Automatisierungsstufe zugreifen. Laut Boeing besteht kein Sicherheitsrisiko, ein Software-Update ist in Arbeit. Die FAA prüft, die Zahl der betroffenen Maschinen unklar.

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Französischer Senat wird zur Hälfte neu gewählt

Sieben Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich wird der Senat zur Hälfte neu gewählt. Rund 93.500 Kommunal- und Regionalpolitiker stimmen über 178 Sitze ab. Derzeit ist die Parlamentskammer konservativ dominiert, Républicains sind mit 131 Mitgliedern die mit Abstand größte Gruppe. Das Lager von Präsident Macron verfügt derzeit über 19 Sitze im Senat. Die entscheidende Frage ist, ob das RN auf genügend Sitze kommt, um erstmals eine Fraktion im Senat bilden zu können. Nötig wären dafür zehn Sitze, bislang hat der RN drei Sitze.

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HEUTE10:21 Uhr

Gegendemonstranten blockieren Oranier-Parade in Nordirland

Hunderte Gegendemonstranten haben eine Parade des protestantischen Oranier-Ordens in einem überwiegend katholischen Teil der nordirischen Stadt Portadown blockiert. Erstmals seit den 1990er-Jahren hatte die zuständige Parades Commission zuvor den Marsch entlang der Garvaghy Road erlaubt. Die nordirische Regierungschefin, Michelle O’Neill, rief bei X zu „Ruhe auf allen Seiten“ auf.
Gegendemonstranten blockieren die Garvaghy Road - die Parade konnte deshalb zunächst nicht starten.

Gegendemonstranten blockieren die Garvaghy Road – die Parade konnte deshalb zunächst nicht starten.

Foto: Peter Morrison/PA Wire/dpa

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HEUTE9:43 Uhr

Oman ruft Konfliktparteien zur Zurückhaltung auf

Der Oman rief bei der UN-Generaldebatte in New York die Konfliktparteien im Nahen und Mittleren Osten zu Zurückhaltung und Dialog auf. Er bot sich erneut als Vermittler an. Die Beteiligten sollten ihre Streitigkeiten durch „Zurückhaltung und Weitsicht“ sowie politische Gespräche beilegen, sagte Außenminister Badr al-Busaidi. Der Oman werde seine Bemühungen um die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus fortsetzen.

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HEUTE9:32 Uhr

Iran-Sanktionen: US-Finanzminister sieht Erfolge bei wirtschaftlicher Isolierung

US-Finanzminister Scott Bessent sieht nach eigenen Angaben Erfolge bei der wirtschaftlichen Isolierung des Iran. Die Türkei und Oman stoppten Flüge der privaten iranischen Fluggesellschaft Mahan Air, VAE alle Flüge iranischer Airlines. Zudem blockierte die VAE-Zentralbank Transaktionen von Filialen der iranischen Bank Melli. Die Türkei entzog vergangene Woche der iranischen Bank Mellat die Lizenz. Die USA drohten mit einem Ausschluss aus dem Dollarsystem.

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HEUTE9:15 Uhr

Südafrika: 27 Tote bei zwei Schusswaffenangriffen bei Johannesburg und in Kapstadt

Bei zwei Schusswaffenangriffen in Südafrika sind 27 Menschen getötet und zahlreiche weitere Menschen verletzt worden. In einer Bar westlich von Johannesburg seien 17 Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden, die acht Täter flohen. In einem weiteren Angriff in einem Nachtclub in der Nähe von Kapstadt gab es 10 Tote und 11 Verletzte. Die Motive sind unklar.

Anwohner in der Nähe eines Fahrzeugs, das einem der Opfer gehörte und am 23. September 2026 am Tatort einer Massenerschießung im Stadtteil Ziko in KwaMakhutha südlich von Durban von unbekannten Bewaffneten in Brand gesetzt wurde. Bewaffnete Männer stürmten ein Haus und töteten elf Menschen.

Foto: Rajesh Jantilal/AFP via Getty Images

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HEUTE8:57 Uhr

Stichwahlen um kommunale Spitzenposten in Niedersachsen

Zwei Wochen nach der Kommunalwahl in Niedersachsen finden heute Stichwahlen um Oberbürgermeisterposten und andere Spitzenämter statt. In Hannover tritt Grünen-Amtsinhaber Belit Onay gegen SPD-Kandidat Axel von der Ohe an. In der Stichwahl der Region Hannover treffen Eva Bender (SPD) und Oliver Junk (CDU) aufeinander. Auch Braunschweig und Oldenburg wählen ihre Oberbürgermeister.

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HEUTE8:37 Uhr

EU stellt 710 Millionen Euro für weltweite Krisenhilfe bereit

Die EU stellt 710 Millionen Euro für Krisenhilfe bereit. Rund 380 Millionen Euro gehen in Maßnahmen im Zusammenhang mit Migration in Afrika südlich der Sahara. Weitere 252 Millionen Euro sind für Nothilfe bei Konflikten, Vertreibungen, Epidemien und Naturkatastrophen bestimmt – davon 97 Millionen Euro für Subsahara, 103 Millionen Euro für Palästinensergebiete und den Libanon sowie 52 Millionen Euro für die Ukraine.

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HEUTE7:58 Uhr

Reisebus auf A96 umgekippt – zwei Tote und mehrere Verletzte

Auf der Autobahn 96 bei Buchloe im Ostallgäu ist ein Reisebus umgekippt, zwei Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Mehrere Menschen seien verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher.

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HEUTE7:38 Uhr

Patent-Urteil: Apple soll 5,7 Milliarden Dollar zahlen

Apple soll nach einem Urteil von US-Geschworenen gut 5,7 Milliarden Dollar wegen der Verletzung von zwei Patenten zahlen. In dem Prozess warf das Unternehmen Taction Technology dem Konzern vor, seine Technologie in der „Taptic Engine“ zu nutzen, die zum Beispiel die Vibrationsalarme im iPhone und der Computer-Uhr Apple Watch auslöst.  Apple kündigte Berufung an.
2014: Mit der Apple Watch eroberte Tim Cook den Wearables-Markt.

2014: Mit der Apple Watch eroberte Tim Cook den Wearables-Markt.

Foto: picture alliance/dpa

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HEUTE7:19 Uhr

Nach Huthi-Angriffen: Schulen in Riad stellen für eine Woche auf Fernunterricht um

In Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad sind Eltern informiert worden, dass der schulische Unterricht ihrer Kinder für eine Woche auf Fernunterricht umgestellt wird. Ein offizieller Grund wurde nicht mitgeteilt. Saudi-Arabien wird fast täglich von der pro-iranischen Huthi-Miliz im Jemen angegriffen; es werden Drohnen und ballistische Raketen abgefangen.

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HEUTE6:48 Uhr

Bis zu 31 Grad: Altweibersommer

Die kommenden Tage bringen Höchstwerte von bis zu 31 Grad im Südwesten; im Süden soll es freundlicher werden als im Norden, wo zeitweise dichtere Wolken erwartet werden. Laut Wetterdienst gibt es Temperaturen von 22 bis 29 Grad im Süden und 21 bis 27 Grad im Norden. Regen ist nicht in Sicht. Der Altweibersommer hält voraussichtlich bis zur Wochenmitte an. Danach nehmen Schauer und Gewitter von Westen her allmählich zu.

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HEUTE6:29 Uhr

Herbststurm wütet über Nordosten der USA – mindestens ein Todesopfer

Herbststurm forderte im Nordosten der USA bisher mindestens ein Todesopfer – im New Yorker Stadtteil Brooklyn starb ein 56-jähriger Mann durch einen umstürzenden Baum getroffen. Hunderte Flüge wurden gestrichen, Zehntausende Menschen waren ohne Strom. Für die kommenden Tagen warnen Behörden New Jersey und Long Island vor starkem Wind, Überschwemmungen, hohen Wellen und heftigen Regenfälle mit bis zu 150 Liter Regen pro Quadratmeter.

Während eines „Nor’easter“-Sturms – so genannt wegen seiner nordöstlichen Winde – in Scituate, Massachusetts, am 26. September 2026 schlagen Wellen gegen die Küste.  

Foto: Joseph Prezioso/AFP via Getty Images

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HEUTE6:09 Uhr

Kassen warnen vor Pflege-Blockade – „Geld alle“

Die Pflegekassen ermahnen die SPD, die angekündigte Pflegereform nicht zu blockieren – es sei in wenigen Monaten schlichtweg das Geld alle. Immer neue SPD-Vorschläge gefährdeten die finanzielle Stabilität der Pflegeversicherung und die Versorgungssicherheit für Millionen Pflegebedürftige. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hatte Änderungen an Reformplänen von Gesundheitsminister Carsten Linnemann gefordert und mit Blockade gedroht.

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HEUTE5:45 Uhr

Union 10 Prozentpunkte hinter der AfD

CDU und CSU sind in der aktuellen INSA-Umfrage bundesweit auf 19 Prozent (-1) gefallen und erreichen damit ihren niedrigsten in dieser Legislaturperiode gemessenen Wert. Die AfD kommt unverändert auf 29 Prozent. SPD und Grüne erreichen 14 beziehungsweise 15 Prozent (jeweils +1). Die Linke 10 Prozent (-1), FDP 4 Prozent (-1), BSW 3 Prozent (+/-0).
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen

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