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Neue Leichtathletik-Show: Das ist die Ultimate Championship

Mit einem hohen Preisgeld, einem straffen Programm und den größten Stars ihrer Sportart will sich die Leichtathletik bei der erstmals ausgetragenen Ultimate Championship neu in Szene setzen. Mehrere Millionen US-Dollar Preisgeld werden ausgeschüttet, ein schwarzes Innenfeld und veränderte Regeln sollen für eine Show mit neuen Facetten sorgen.
Drei Abende vom 11. bis 13. September mit 26 Einzel- und zwei Mixed-Staffel-Wettbewerben in Budapest sollen zeigen, wie gut das Konzept funktioniert. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu einem Prestigeprojekt des Weltverbandes.

Was sind die Ultimate Championships?

Eine Art Superfinale der internationalen Leichtathletik. Die Idee: Olympiasieger, Weltmeister, Diamond-League-Sieger und weitere über die Weltrangliste qualifizierte Topathleten sollen am Ende der Freiluftsaison noch einmal direkt gegeneinander antreten. Das Teilnehmerfeld ist exklusiv. Die Besten der Besten soll gefunden werden.
Weltverband-Präsident Sebastian Coe will die Leichtathletik noch attraktiver machen. (Archivbild)

Weltverband-Präsident Sebastian Coe will die Leichtathletik noch attraktiver machen. (Archivbild)

Foto: Marcus Brandt/dpa

Warum gibt es den neuen Wettbewerb?

Weniger Athleten, weniger Leerlauf, mehr Entscheidungen. Statt langer Wettkampftage mit Vorläufen und mehreren gleichzeitig stattfindenden Entscheidungen setzt der Weltverband auf kurze Sessions, die Topstars und direkte Duelle.
Auch die Präsentation wird verändert: Das Innenfeld des Stadions wird schwarz gestaltet, jeweils relevante Wettkampfflächen sollen optisch hervorgehoben werden. Hinzu sollen neue TV-Grafiken, Siegwahrscheinlichkeiten und mehr Show-Elemente kommen. Wie sehr die Stars im Fokus stehen, zeigt auch die Event-Hymne. Die singt Stabhochsprung-Weltrekordler Armand „Mondo“ Duplantis.

Warum sehen einige Leichtathleten das Event kritisch?

Eine WM umfasst in der Regel neun Wettkampftage mit 13 oder 14 Sessions. Daher konnten nicht alle Disziplinen berücksichtigt werden. Vor allem einige Wurfdisziplinen fallen der Verknappung zum Opfer. Das löst Kritik aus.
„Da aus World Athletics inzwischen World Running geworden ist, werde ich meine Saison nun beenden und mir die dringend benötigte Auszeit nehmen“, erklärte Diskuswurf-Europameisterin Jorinde van Klinken aus den Niederlanden am vergangenen Wochenende.
Auch Dreisprung-Olympiasieger Pedro Pichardo ging den Weltverband an. „Das ist keine Leichtathletik, und es ist nicht gut für unseren Sport. Hört auf, uns auszuschließen“, schrieb der Portugiese auf Instagram. Der Dreisprung der Männer ist genauso wenig Teil des dreitägigen Wettkampfprogramms wie das Diskuswerfen der Frauen.
Laut World Athletics ist das Ziel, in jeder Session eine Mischung von Disziplinen anzubieten, die Spannung erzeugt und das Publikum durchgehend ins Wettkampfgeschehen einbindet.
Das Ereignis soll alle zwei Jahre stattfinden und damit auch in Jahren ohne Freiluft-WM einen globalen Saisonhöhepunkt schaffen. Die klassische WM bleibt aber.
„Ich bin kein großer Fan davon, dass es jedes Jahr einen Wettkampf auf Weltniveau – also Olympia, WM oder das neue Format – gibt. Das erhöht einfach den Druck auf die Athletinnen und Athleten, die immer performen müssen“, sagte die verletzungsbedingt fehlende Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo dpa.

Welche Deutschen starten?

Hammerwurf-Vizeweltmeister Merlin Hummel, Speerwurf-Europameister Julian Weber, die Langhürdler Emil Agyekum und Owe Fischer-Breiholz sowie 1.500-Meter-Läufer Robert Farken sind dabei. Dazu kommt die deutsche 4×100-Meter-Mixed-Staffel. Insgesamt sind 381 Starterinnen und Starter aus 65 Nationen im Teilnehmerfeld.

Wie viel Geld gibt es zu gewinnen?

Insgesamt schüttet der Weltverband zehn Millionen US-Dollar (rund 8,6 Millionen Euro) aus – nach Angaben des Verbands das höchste Preisgeld, das jemals bei einer einzelnen Leichtathletik-Veranstaltung angeboten wurde.
Ein Sieg in einem Einzelwettbewerb bringt 150.000 Dollar, Platz zwei 75.000 und Platz drei 40.000 Dollar. Selbst Rang 16 wird noch mit 2.000 Dollar honoriert. Für einen Staffelsieg gibt es insgesamt 80.000 Dollar.
Speerwerfer Julian Weber ist ein deutscher Hoffnungsträger in Budapest. (Archivbild)

Speerwerfer Julian Weber ist ein deutscher Hoffnungsträger in Budapest. (Archivbild)

Foto: Sven Hoppe/dpa

Kann das Konzept funktionieren?

Sportlich spricht einiges dafür. Kleine Felder und hohe Preisgelder erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass viele der Besten tatsächlich gegeneinander antreten. Und eine Veranstaltung, die nach rund drei Stunden beendet ist, lässt sich leichter präsentieren als ein kompletter WM-Tag. Die ARD überträgt die drei Wettkampftage im Livestream und in der Mediathek.
Das Risiko liegt auf der anderen Seite genau in dieser Verknappung. Die Leichtathletik lebt auch von ihrer Vielfalt. Nicht alle olympischen Disziplinen bekommen einen Platz. Kleine Felder bedeuten zudem, dass viele international starke Athleten außen vor bleiben.
Und noch etwas kann nicht künstlich erzeugt werden: Prestige. Ein Olympiasieg oder WM-Titel hat seinen Wert über Jahrzehnte entwickelt. Ob Athleten und Zuschauer eines Tages ähnlich selbstverständlich von einem „Ultimate Champion“ sprechen, wird sich erst zeigen.

Warum könnte das Event auch für andere Traditionssportarten spannend sein?

Weil dort mehr getestet wird als nur ein neuer Wettkampf. Es wird versucht, eine alte Frage zu beantworten: Wie präsentiert man eine komplexe Sportart mit vielen Disziplinen so, dass sie auch außerhalb von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften ein großes Publikum erreicht?
Drei Abende in Budapest werden darauf noch keine endgültige Antwort geben. Sie könnten aber zeigen, in welche Richtung es gehen könnte.
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Deutscher Langstreckenläufer Petros stürmt zu EM-Gold im Marathon

Amanal Petros ist erstmals Marathon-Europameister. Der WM-Zweite gewann in Birmingham das Rennen über die prestigeträchtige Distanz von 42,195 Kilometern mit einem Meisterschaftsrekord von 2:09:11 Stunden.
Der 31-Jährige siegte überlegen nach einem fast 20 Kilometer langen Sololauf vor dem Italiener Pietro Riva (2:09:18 Stunden) und Gashau Ayale (2:09:21 Stunden) aus Israel. Samuel Fitwi wurde als zweitbester deutscher Läufer Neunter.
Richard Ringer, der vor vier Jahren in München Gold gewann, belegte Platz zehn. In der Teamwertung landete Deutschland hinter Israel auf Rang zwei.
Richard Ringer (l-r), Samuel Fitwi und Amanal Petros waren beim EM-Marathon in einer Spitzengruppe dabei.

Richard Ringer (l-r), Samuel Fitwi und Amanal Petros waren beim EM-Marathon in einer Spitzengruppe dabei.

Foto: Sven Hoppe/dpa

Glücklicher Petros über harte Strecke: „Riesengroße Herausforderung“

„Diese Strecke war furchtbar. Es tut überall weh. Ich glaube, ich muss jetzt gleich zum Physio. Die Gelenke tun richtig weh“, sagte Petros nach seinem Gold-Coup in der ARD.
Die hügelige und kurvige Strecke sei eine „riesengroße Herausforderung“ gewesen, sagte der glückliche Sieger, der sich auf 2.500 Metern Höhe in Kenia vorbereitete. Petros holte die fünfte deutsche Goldmedaille bei der EM in Großbritannien.
Nach Ringer ist er erst der zweite deutsche Europameister im Marathon. Der in jungen Jahren aus Afrika geflüchtete Läufer, der bei der WM vor fast einem Jahr in Tokio schon Gold vor Augen hatte und überraschend Silber bejubelte, ließ sich dieses Mal den Titel nach einer wirkungsvollen Tempoverschärfung nicht mehr nehmen. Vor vier Jahren in München war er noch denkbar knapp Vierter geworden.
Bei den Frauen feierte die Finnin Alisa Vainio in 2:22:26 Stunden einen überlegenen Start-Ziel-Sieg. Beste Deutsche war Laura Hottenrott als 16. in 2:31:15 Stunden. In der Teamwertung kam die DLV-Auswahl nicht unter die Top drei.
Die Finnin Alisa Vainio feierte einen Start-Ziel-Sieg.

Die Finnin Alisa Vainio feierte einen Start-Ziel-Sieg.

Foto: Sven Hoppe/dpa

Schwieriger Kurs im Stadtzentrum

Kurz nach dem Start im Herzen der Stadt wurden die Läufer auf eine fünf Kilometer lange, wellige Runde mit Auf und Ab und vielen Kurven geschickt, die sie achtmal absolvieren mussten. Die Frauen starteten bei angenehmen Temperaturen um 14 Grad 40 Minuten vor den Männern.
Dort setzten sich Petros, Ringer und Fitwi nach einigen Kilometern an die Spitze, wo sich eine Gruppe bildete. Später stieß etwas überraschend auch noch Simon Boch dazu.
Als Petros nach gut 25 Kilometern an einer Bergaufpassage das Tempo verschärfte, sprengte der 31-Jährige die Gruppe. Ringer machte sich allein auf die Verfolgung, wurde aber schnell eingeholt.

Keiner kann Petros mehr folgen

Vorn zog Petros davon und strebte unaufhaltsam seinem ersten internationalen Titel entgegen. Fitwi und Ringer fielen zurück und konnten in die Vergabe der weiteren Medaillen nicht mehr eingreifen.
Im Frauen-Rennen diktierte Alisa Vainio vom Start weg das Rennen und hatte am Ende fast fünf Minuten Vorsprung. Fabienne Königstein ging anfangs mit, ließ die WM-Fünfte angesichts des hohen Tempos aber frühzeitig ziehen. Später fiel Königstein dann weit zurück und gab auf. (dpa/red)