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Klopp startet mit großem Kader in DFB-Neuanfang

Den letzten Form-Check seiner 44 Auserwählten für den spannenden Neubeginn der Nationalmannschaft nahm Jürgen Klopp mit seinem Trainerstab nicht mehr im Stadion vor, sondern vor zig TV-Bildschirmen.
Und was den Bundestrainer in Herzogenaurach an Fußball-Lust, an Toren von frischen DFB-Gesichtern wie Younes Ebnoutalib oder Derry Scherhant sowie Stimmen voller Vorfreude erleben konnte, dürfte ihn nur noch bestärkt haben in seinem mutigen Startansatz. Zwei Kader, vier Länderspiele – los geht’s!
Den WM-Blues scheint Menschenfänger Klopp sogar bei denen verscheucht zu haben, die die bleierne Zeit mit Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann in Amerika miterlebt haben. „Ich habe viel mit ihm geredet. Die Vibes und die Energie sind super“, berichtete etwa Jamal Musiala, der sich nach einem ersten 90-Minuten-Einsatz inklusive Tor für den FC Bayern erwartungsfroh nach Franken aufmacht.
Klopp hatte schon lange vor der im Laufe des Sonntags geplanten Ankunft der ersten Akteure aus dem 24-Mann-Kader für die erste Länderspiel-Woche eines der Holzhäuser auf dem Adidas-Homeground bezogen.
Der 59-Jährige freut sich auf seinen Power-Start als DFB-Chefcoach mit gleich vier Nations-League-Partien in den Niederlanden, zweimal gegen Griechenland und Serbien. „Ich kann sagen: Es bedeutet allen unglaublich viel, für die Nationalmannschaft aufzulaufen“, sagte Klopp hocherfreut nach vielen Vorab-Gesprächen.

Der Klopp-Boost erfasst die Neulinge

Die vielfach unverhoffte Berufung bewirkte bei den Debütanten quasi einen ersten Klopp-Boost schon im Vereinstrikot. „Ich konnte es gar nicht so richtig realisieren. Es fühlt sich einfach sehr, sehr surreal an irgendwie. Ich denke schon, dass mir das noch mal so einen Push gegeben hat heute“, sagte etwa der Freiburger Außenstürmer Scherhant nach seiner Top-Leistung beim 2:2 in Frankfurt zum Umstand plötzlich zur deutschen Fußball-Elite zu gehören.
Etwas leisten, darum geht es Klopp. „Alles hängt von Leistung ab. Es geht darum, für das nächste Spiel bereit zu sein und das Gefühl zu geben, es bedeutet mir alles, jetzt zu spielen“, hatte er bei der Bekanntgabe seines außergewöhnlich großen und zweigeteilten Startaufgebotes gesagt.
Er habe aber auch „für manche, die jetzt nicht dabei sind, die im Moment Probleme haben“, die Tür nicht dauerhaft zugemacht, sagte Klopp.
Deniz Undav ist einer der Prominentesten. Und Deutschlands erfolgreichster Schütze bei der Weltmeisterschaft verhehlte nach dem verlorenen Topspiel mit Stuttgart gegen Dortmund seinen Frust über die (vorübergehende?) Ausbootung nicht.

Undav trotzig und kämpferisch: „Heule jetzt nicht rum“

„Ich bin kein Kind von Traurigkeit, ich heule jetzt nicht rum. Es geht weiter, und ich werde wieder alles geben“, sagte der 30 Jahre alte Angreifer nach seinem nächsten torlosen Spiel inklusive Auswechslung.
Undav hatte fest mit einer Klopp-Einladung gerechnet angesichts seiner guten DFB-Zahlen (3 WM-Tore, neun Treffer in 13 Länderspielen). Diese empfand er als eine Art „Puffer“.
„Ich muss mich also wieder neu beweisen, es noch einmal einem neuen Trainer beweisen, dass ich dazugehöre“, äußerte Undav so trotzig wie kämpferisch. „Wenn ich hoffentlich im November – wenn ich mich empfehlen kann – wieder dabei bin, dann wird der Bundestrainer wissen, was ich für ein Typ bin.“

Pascal Groß folgt Neuer und Rüdiger

Klopp mag Typen, die für die Nationalelf brennen. Genau dieses Feuer will er mit den vielen erstmals eingeladenen Perspektivspielern Richtung EM 2028 und WM 2030 wieder so stark entfachen, dass Turnier-Erfolge wieder möglich sind.
Einer, der dafür wegen seines Alters nicht mehr infrage kommt, ist Pascal Groß. Nach Weltmeister-Torwart Manuel Neuer (40) und Abwehrrecke Antonio Rüdiger (33) hat der 35-Jährige als dritter WM-Teilnehmer seine DFB-Laufbahn beendet.
„Für mich war’s das nach der WM“, sagte der für Brighton spielende Profi. „Es ist an der Zeit, der neuen Generation nur das Beste zu wünschen.“ (dpa/red)
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TICKER Berlin | Wahlbeteiligung um 12 Uhr bei 27,9 Prozent

In Berlin wird am Sonntag, 20. September, seit 8:00 Uhr ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Rund 2,5 Millionen Wahlberechtigte entscheiden damit auch, wer als Regierender Bürgermeister in das Rote Rathaus einzieht. Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der CDU und der Linken um den Wahlsieg voraus.
Die Spitzenkandidaten sind: Stefan Evers (CDU), Steffen Krach (SPD), Werner Graf (Grüne), Elif Eralp (Linke), Kristin Brinker (AfD), Christoph Meyer (FDP) und Alexander King (BSW).

HEUTE14:18 Uhr

Höhere Wahlbeteiligung als 2023

Bis zum Mittag haben etwas mehr Menschen ihre Stimme abgegeben als bei der vergangenen Wahl vor drei Jahren. Bis 12 Uhr gaben laut Auskunft des Landeswahlleiters rund 448.000 Personen ihre Stimme ab – damit knapp 107.000 mehr als 2023 zu diesem Zeitpunkt. Allerdings werde hierbei die Anzahl der ausgestellten Wahlscheine nicht berücksichtigt. Rechnet man diese mit ein, betrage die Wahlbeteiligung bis 12 Uhr 27,9 Prozent. 2023 warenes zum gleichen Zeitpunkt 23,4 Prozent.
Größere Störungen scheint es diesmal nicht zu geben: „Die Wahl in den 2.542 Berliner Wahllokalen verläuft bisher ruhig“, hieß es vom Landeswahlleiter.
HEUTE13:32 Uhr

Auch Evers hat gewählt

Am Mittag gab nun auch CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers in seinem Wahllokal in Friedrichshain seine Stimme ab.
HEUTE11:10 Uhr

Erste Spitzenkandidaten haben Stimme abgegeben

Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin haben die ersten Spitzenkandidaten ihre Stimme abgegeben. Werner Graf von den Grünen und Steffen Krach von der SPD wählten im Bezirk Tempelhof-Schöneberg. CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers wollte gegen Mittag in Friedrichshain seine Stimme abgeben, die Linken-Kandidatin Elif Eralp nicht öffentlich wählen.
HEUTE8:00 Uhr

Wahllokale geöffnet: Abgeordnetenhauswahl in Berlin hat begonnen

In Berlin hat die Abgeordnetenhauswahl begonnen. Die Wahllokale öffneten am Sonntag um 08.00 Uhr. Rund zweieinhalb Millionen Menschen sind in der Bundeshauptstadt bis 18.00 Uhr dazu aufgerufen, ein neues Landesparlament zu wählen. Die Umfragen sagen ein enges Rennen zwischen der regierenden CDU und der oppositionellen Linken voraus.
GESTERN18:57 Uhr

Wahlberechtigte und 800.000 Briefwahl-Scheine

Bei der Wahl sind 2.487.318 Menschen und damit rund 55.500 Menschen mehr wahlberechtigt als bei der Wahl im Jahr 2023, wie der Landeswahlleiter mitteilt. Die Zunahme geht darauf zurück, dass erstmals auch 16- und 17-Jährige wählen dürfen.
Die Bezirkswahlämter stellten über 800.000 Wahlscheine für die Wahl zum Abgeordnetenhaus aus und damit für rund ein Drittel der Wahlberechtigten.
Gewählt werden zudem die Bezirksverordnetenversammlungen der Hauptstadt. Hier sind rund 2,7 Millionen Menschen Wahlberechtigt. Die Differenz zur Wahl zum Abgeordnetenhaus ergibt sich dadurch, dass bei der Kommunalwahl auch in Berlin lebende Staatsangehörige anderer EU-Länder wahlberechtigt sind.
GESTERN18:15 Uhr

CDU bei 20 Prozent, die Linken 20 – 22 Prozent

Die CDU mit Spitzenkandidat Stefan Evers kam in den jüngsten Umfragen auf 20 Prozent, die Linke mit Spitzenkandidatin Elif Eralp auf 20 bis 22 Prozent.
Grüne und SPD lagen mit 15 bis 16 Prozent beziehungsweise zwölf Prozent dahinter, könnten aber Teil einer schwarz-grün-roten oder rot-grün-roten Dreierkoalition werden. Parallel zur Abgeordnetenhauswahl werden in Berlin auch die Bezirksverordnetenversammlungen gewählt, die wiederum die Bezirksbürgermeister wählen.
GESTERN17:30 Uhr

CDU ruft zu Geschlossenheit auf

Unionspolitiker rufen die CDU zur Geschlossenheit und die Koalition zum Festhalten am Reformkurs auf. „Gerade jetzt ist es wichtig, dass die Regierung stabil bleibt und Reformen vorantreibt. Friedrich Merz steht als Kanzler entschlossen für diesen notwendigen Reformkurs“, sagte Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) dpa
Der frühere CDU-Vorsitzende und Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet, argumentierte, es gehe um die Unterstützung der Ukraine, den wirtschaftlichen Druck aus China und um die europäische Finanzplanung für die nächsten sechs Jahre – mit dem Bundeskanzler als Chefverhandler. „Ein Kanzlerwechsel aus dem Nichts wäre da extrem schädlich“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Im schlimmsten Fall würde die CDU in Schwerin aus dem Landtag fliegen und in Berlin die Regierungsverantwortung verlieren. Merz hat noch für den Wahlabend das CDU-Präsidium in Berlin zusammengerufen.
GESTERN17:00 Uhr

Wahldaten der jüngeren Umfragen

INSA-Umfrage zur Wahl in Berlin am 18.09.2026.

Foto: Epoch Times

INSA-Umfrage zur Sitzverteilung zur Wahl in Berlin am 18.09.2026.

Foto: Epoch Times

 
 
 
 
Mit Material von Nachrichtenagenturen
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Autoindustrie fordert mehr Veränderungsbereitschaft von Beschäftigten

Mit Blick auf den von der IG Metall ausgerufenen Aktionstag am Montag fordert die Autoindustrie von den Arbeitnehmervertretern mehr Veränderungsbereitschaft.
Wer sich dem trotz der aktuellen Krise verweigere, „verleugnet die Realität“, schrieb die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“ (Sonntag). Der internationale Wettbewerb erfordere Veränderungen von allen.

IG Metall plant Proteste

Die IG Metall hat für Montag bundesweit zu Protesten bei Herstellern und Zulieferern der Autoindustrie aufgerufen. Die Gewerkschaft will gegen Sparpläne und Produktionsverlagerungen ins Ausland protestieren.
„Von Managern erwarte ich, dass sie die Zukunft gestalten“, sagte IG-Metall-Chefin Christiane Benner dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Es geht um die Rettung dieser Industrie und der Arbeitsplätze bei Herstellern, Zulieferern und Entwicklungsdienstleistern.“

Hohe Arbeitskosten und kürzere Arbeitszeiten

Produktion in Deutschland sei „kein Naturgesetz“, die Auslastung von Werken „kein Selbstläufer“, erklärte dazu VDA-Chefin Müller.
Die hohen Arbeitskosten und im internationalen Vergleich kürzeren Arbeitszeiten in Deutschland seien bedeutende Wettbewerbsnachteile. Ihren Angaben nach kostet eine Arbeitsstunde in der deutschen Autoindustrie fast 65 Euro, in Tschechien 24 und in Polen 18 Euro.
In Deutschland würden durchschnittlich 1300 Stunden im Jahr gearbeitet, in Tschechien 1800 und in Mexiko mehr als 2000 Stunden.

EY: „Margen im Sinkflug“

Eine am Sonntag veröffentlichte Untersuchung des Beratungunternehmens EY unterstreicht die Probleme der deutschen Autoindustrie.
Die Hersteller Volkswagen, BMW und Mercedes verzeichnen demnach entgegen dem internationalen Markttrend sinkende Umsätze, einen Gewinneinbruch und „Margen im Sinkflug“.
Auch der EY-Experte Constantin Gall macht dafür unter anderem die hohen Löhne verantwortlich, darüber hinaus die Energiepreise und die Bürokratie in Deutschland.
„Notwendige Veränderungen können hierzulande nicht konsequent umgesetzt werden, daher wird es schwer, die Profitabilität zu steigern und den Anschluss an die Weltspitze wiederherzustellen“, erklärte er.
„Deutsche Konzerne suchen daher ihr Heil in der Abwanderung an attraktivere Standorte.“ (afp/red)
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Ceuta bleibt überlastet: Tausende irregulär Eingereiste campieren weiterhin im Freien


In Kürze:

  • Ceuta bleibt überlastet: Ein neues Aufnahmezentrum für 1.700 Menschen war nach kurzer Zeit voll; Tausende Migranten leben weiterhin in improvisierten Lagern.
  • Folgen des Juli-Massenansturms: Von den mehr als 72.000 Menschen, die Ende Juli nach Ceuta aufbrachen, befinden sich noch mehrere Tausend in der spanischen Exklave.
  • Neue Grenzübertritte ungewiss: In sozialen Medien kursieren erneut Aufrufe für den 20. und 23. September. Eine neue Massenaktion ist bislang jedoch nicht bestätigt.

 
In der spanischen Exklave Ceuta bleibt die Lage auch nach der jüngsten Verlegung irregulär eingereister Migranten angespannt. Am Freitag, 18. September, hatten spanische Sicherheitskräfte damit begonnen, die Aufnahmesuchenden aus improvisierten Lagern an den Stränden Benítez und El Trampolín in ein neues provisorisches Aufnahmezentrum im Hafen zu transferieren.
Da dieser Komplex jedoch nur 1.700 Plätze fasst, war das Aufnahmezentrum innerhalb weniger Stunden vollständig belegt. Wie „Euronews“ berichtet, mussten 2.000 Betroffene unverrichteter Dinge wieder zurückkehren in eines der Strandlager. Dort sollen sich Schätzungen zufolge mehr als 4.000 Menschen befinden. Dazu kommen weiterer irreguläre Einreisende, die dort oder an anderen Orten im Freien campieren.

Neues Aufnahmezentrum im Hafen von Ceuta bereits voll

Es ist unklar, wie viele seit dem Massenansturm vom 30. und 31. Juli in der Exklave aufhältige Migranten sich insgesamt noch in Ceuta befinden. Während die Regierung in Madrid von etwa 10.000 Menschen ausgeht, schätzt die Stadtverwaltung deren Anzahl auf rund 13.000. Dies lässt erkennen, dass eine vollständige verlässliche Registrierung aller noch dort befindlichen Personen noch nicht erfolgt ist.
Während des Transfers soll es zur Hektik gekommen sein, als sich abzeichnete, dass die Kapazitäten des Lagers nicht für alle Anwesenden ausreichen würden. Einzelne Personen oder Gruppen sollen eigenständig versucht haben, in Richtung Hafen zu gelangen. Polizei und Guardia Civil sahen sich zum Eingreifen genötigt. Es soll zu Schüssen in die Luft gekommen sein.
Demgegenüber spricht die spanische Regierung von einem geordneten Einsatz ohne signifikante Zwischenfälle. Die erste Nacht, die 1.700 Menschen anschließend im Hafenlager verbrachten, soll in jedem Fall ruhig und ohne Anlass zum Einschreiten für die Sicherheitskräfte verlaufen.

Unbegleitete Minderjährige stellen Behörden vor besondere Probleme

Von den mehr als 72.000 Menschen, die Ende Juli nach Ceuta aufgebrochen waren, hat der größte Teil das Gebiet wieder verlassen oder wurde zurückgeführt. Einige Tausend Personen befinden sich seither jedoch nach wie vor in der Exklave.
Besonders problematisch ist dabei die Lage der unbegleiteten Minderjährigen. Etwa 700 bis 1.000 davon sollen sich außerhalb der staatlichen Schutzstrukturen befinden. Weitere 2.048 Minderjährige sind registriert und befinden sich unter der Obhut der Verwaltung. Von diesen waren 1.612 im Zuge der Massenankunft Ende Juli nach Ceuta gekommen. Eine Rückführung minderjähriger Eingereister ist komplizierter als jene von Erwachsenen, da diese besondere Schutzrechte genießen.
Seit der massenhaften, unerlaubten Einreise nach Ceuta Ende Juli kursierten zwar Aufrufe zu einem neuerlichen Aufbruch in sozialen Medien, allerdings war es zu keinen weiteren Versuchen gekommen, in größerer Zahl in das Gebiet zu gelangen.

CNI warnte vor koordiniertem Aufbruch

Unterdessen hat die spanische Regierung Anfang des Monats einige Dokumente aus der Zeit unmittelbar vor den Ereignissen von Ende Juli veröffentlicht. Darunter befanden sich auch Meldungen des Geheimdienstes CNI. Am 29. Juli hatte dieser die Regierungsvertretung in Ceuta über Aufrufe in sozialen Netzwerken informiert.
Darin war die Rede von einem möglichen gleichzeitigen Aufbruch von Menschen über das Meer und den Grenzzaun. Die Gruppen, in denen die Aufrufe kursierten, verfügten zusammen über etwa 180.000 Follower. Der 30. Juli – in Marokko der Thronfeiertag – war als möglicher Zeitpunkt genannt.
Es geht aus den Dokumenten jedoch nicht hervor, dass die Regierung in Madrid über das Ausmaß der Bewegung im Bilde war, im Zuge derer es auch mehr als 100 Todesopfer gegeben haben soll. Auch lässt sich daraus keine Aussage darüber treffen, inwieweit die marokkanische Regierung Kenntnis von einem Massenaufbruch in dieser Größenordnung hatte.

Bislang keine weiteren Versuche, nach Ceuta zu gelangen

Die Ereignisse hatten die Beziehungen zwischen Spanien und Marokko belastet. In Madrid kamen Spekulationen auf, wonach die Regierung in Rabat den Aufbruch toleriert oder politisch instrumentalisiert haben könnte. Marokko wies dies zurück. Allerdings funktionierte in weiterer Folge die Kooperation zwischen beiden Ländern bei der Rückführung des größten Teils der Aufgegriffenen.
Es gab in weiterer Folge Hinweise zu erneuten geplanten Versuchen, nach Ceuta zu gelangen – und entsprechenden Aufrufen in marokkanischen oder arabischsprachigen sozialen Medien. Die bislang letzten Bekanntgewordenen beziehen sich auf den 20. und 23. September. Es gibt aber keine belastbare Bestätigung, dass tatsächlich eine neue Massenaktion bevorsteht. Nach ähnlichen Aufrufen für August fanden sich wenige Personen an Treffpunkten ein und Marokkos Sicherheitsbehörden konnten Übertrittversuche unterbinden.
Für eine Weiterreise auf das spanische Festland sind etwa 500 minderjährige Eingereiste – überwiegend Mädchen – vorgesehen. Es ist jedoch nicht bekannt, wie viele davon die spanischen Behörden tatsächlich bereits überstellen ließen. Die EU-Kommission hat Spanien rund 114,7 Millionen Euro an Notfallhilfe beziehungsweise Unterstützung über Frontex in Aussicht gestellt.
EU-Migrationskommissar Magnus Brunner betonte die Notwendigkeit, bestehende Rückführungsmechanismen konsequenter anzuwenden. Die irreguläre Migration nach Europa insgesamt sei ungeachtet der Vorfälle von Ceuta deutlich rückläufig.
 
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etplus ticker wirtschaft

Tesla ohne Tarifvertrag – kann Volkswagen ähnlich handeln?


In Kürze:

  • Tesla bleibt in Schweden trotz jahrelangem Arbeitskampf ohne Tarifvertrag.
  • Auch Teslas Werk in Grünheide ist nicht tarifgebunden.
  • Kann Volkswagen einen ähnlichen Weg wie Tesla gehen und sich aus der Tarifbindung lösen?

 
Tesla hat in Schweden erreicht, was die Gewerkschaft IF Metall fast drei Jahre verhindern wollte: Der Autobauer bleibt ohne Tarifvertrag. Im August stellte IF Metall ihre Arbeitskampfmaßnahmen ein. Tesla bleibt ohne Tarifvertrag.
Der Ausgang des Konflikts ist auch für die deutsche Autoindustrie interessant. Volkswagen streicht Zehntausende Stellen und versucht, seine Arbeitskosten um Milliarden zu senken, allerdings gemeinsam mit IG Metall und Betriebsrat. Tesla verfolgt einen anderen Weg: Das Unternehmen hielt am tariflosen Modell fest und nahm dafür einen jahrelangen Arbeitskampf in Kauf.
Damit lohnt der Vergleich zweier sehr unterschiedlicher Wege: Wie viel leichter kann ein Autobauer ohne Tarifvertrag seine Personalkosten senken? Und wäre ein solcher Weg für Volkswagen überhaupt möglich?

Warum Schweden besonders ist

Der Konflikt in Schweden begann am 27. Oktober 2023. IF Metall rief damals die Beschäftigten der schwedischen Tesla-Werkstätten zum Streik auf, nachdem Verhandlungen über einen Kollektivvertrag ohne Ergebnis geblieben waren. Andere Gewerkschaften unterstützten den Arbeitskampf. Dass Tesla den Konflikt so lange durchhielt, fällt in Schweden besonders auf. Nach Angaben der staatlichen Schlichtungsstelle, die dem schwedischen Arbeitsministerium unterstellt ist, waren 2025 insgesamt 88 Prozent der Beschäftigten von Kollektivverträgen erfasst. In der Industrie lag der Anteil sogar bei 96 Prozent.
Ein Kollektivvertrag ist das schwedische Gegenstück zum deutschen Tarifvertrag. Dabei einigen sich Gewerkschaften und Arbeitgeber gemeinsam auf feste Regeln für alle Beschäftigten. Der Vertrag regelt wichtige Dinge wie Mindestlöhne, Arbeitszeiten, Urlaub und Extra-Renten. Da Schweden keinen gesetzlichen Mindestlohn kennt, werden Lohnuntergrenzen weitgehend über Kollektivverträge geregelt. Daneben legen die Verträge weitere Arbeitsbedingungen fest.
Tarifverträge haben daher eine zentrale Funktion bei der Regelung des Arbeitsmarktes. IF Metall beschreibt sie als Grundlage des schwedischen Modells: Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände handeln wesentliche Arbeitsbedingungen aus, statt sie dem Staat und der Politik zu überlassen.
Tesla blieb dennoch außerhalb dieses Systems. Der Fall zeigt damit eine Grenze gewerkschaftlicher Durchsetzungsmacht: Selbst in einem Land mit nahezu flächendeckender Tarifbindung in der Industrie kann ein Unternehmen den Abschluss eines Kollektivvertrags ablehnen und versuchen, den daraus entstehenden Arbeitskampf durchzuhalten. Auch in Deutschland gilt die Tarifautonomie, sodass Unternehmen rechtlich nicht verpflichtet sind, einen Tarifvertrag abzuschließen.

Jeder Zweite arbeitet ohne Tarifbindung

Nach dem Tarifvertragsgesetz entsteht Tarifbindung insbesondere durch die Mitgliedschaft in einem tarifgebundenen Arbeitgeberverband oder dadurch, dass ein Unternehmen selbst einen Tarifvertrag abschließt. Unter bestimmten Voraussetzungen können Tarifverträge allerdings für allgemein verbindlich erklärt werden.
Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen: 2025 arbeiteten lediglich 49 Prozent der Beschäftigten in Deutschland in einem tarifgebundenen Betrieb. Ein Unternehmen ohne Tarifvertrag kann Vergütung und andere Arbeitsbedingungen grundsätzlich stärker selbst gestalten. Vollkommen freie Hand erhält die Unternehmensleitung dadurch aber nicht. Betriebsräte haben beispielsweise bei Arbeitszeiten und bestimmten Fragen der betrieblichen Lohngestaltung gesetzliche Mitbestimmungsrechte. Bei größeren Umstrukturierungen müssen sie ebenfalls beteiligt werden. Das regelt das Betriebsverfassungsgesetz.
Auch Personalabbau wird ohne Tarifvertrag nicht beliebig einfach. Betriebsbedingte Kündigungen müssen nach dem Kündigungsschutzgesetz durch dringende betriebliche Gründe gerechtfertigt sein und unterliegen einer Sozialauswahl. Tariflosigkeit bedeutet deshalb mehr Gestaltungsspielraum, nicht aber die Abwesenheit arbeitsrechtlicher Grenzen.

Warum VW nicht einfach aussteigen kann

Tesla zeigt, dass ein tarifloses Modell auch in Deutschland möglich ist. Die Gigafactory von Tesla im brandenburgischen Grünheide ist nicht tarifgebunden. Zwar gibt es dort einen Betriebsrat und die IG Metall ist im Werk organisiert, einen Tarifvertrag mit Tesla gibt es jedoch nicht. Die Gewerkschaft versucht seit Jahren, ihre Position im Werk auszubauen und einen Tarifvertrag durchzusetzen.
Für Volkswagen sieht das anders aus. Die Volkswagen AG verhandelt einen eigenen Haustarifvertrag mit der IG Metall. Bestehende Verpflichtungen verschwinden nicht durch eine einseitige Entscheidung des Unternehmens. Das Tarifvertragsgesetz sieht vor, dass eine bestehende Tarifbindung bis zum Ende des Tarifvertrags fortbesteht. Auch danach können Regelungen zunächst weitergelten, bis sie durch andere Vereinbarungen ersetzt werden. Hinzu kommen individuelle Arbeitsverträge, Betriebsvereinbarungen und die gesetzlichen Rechte des Betriebsrats. Volkswagen könnte seine Personalkosten deshalb nicht kurzfristig dadurch frei gestalten, dass der Konzern seine bisherige Tarifstruktur verlässt.
Aufhebungsverträge gegen Abfindungen sind dagegen möglich. Volkswagen nutzt dieses Instrument bereits. 2024 verbuchte der Konzern Belastungen von 900 Millionen Euro im Zusammenhang mit Maßnahmen zur Senkung der Personalkosten in der Verwaltung, darunter Aufhebungsverträge.
Der Unterschied zu Tesla liegt daher hauptsächlich in der Ausgangslage. Volkswagen muss seine Kosten innerhalb bereits bestehender Tarif- und Mitbestimmungsstrukturen verändern.

Wie viel VW trotz Tarifbindung spart

Dass das möglich ist, zeigt Volkswagen selbst. Im Dezember 2024 vereinbarten Volkswagen AG, Arbeitnehmervertretung und IG Metall das Programm „Zukunft Volkswagen“. Bis 2030 sollen an den deutschen Volkswagen-Standorten mehr als 35.000 Stellen wegfallen. Gleichzeitig sollen die technischen Produktionskapazitäten dauerhaft um 734.000 Fahrzeuge sinken.
Volkswagen beziffert die durch den Tarifabschluss vereinbarte Entlastung bei den Arbeitskosten auf 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Zusammen mit weiteren Struktur- und Produktionsmaßnahmen sollen mittelfristig Einsparungen von mehr als vier Milliarden Euro jährlich entstehen. Im Mai 2026 berichtete Volkswagen über erste Ergebnisse. Tarifeinigungen und Personalabbau hätten 2025 nachhaltige Kosteneffekte von rund einer Milliarde Euro gebracht. Für mehr als 28.000 geplante Abgänge bei der Volkswagen AG bestanden bereits verbindliche Vereinbarungen.

Wie viel ist tarifliche Flexibilität wert?

Die Debatte hat für deutsche Hersteller auch deshalb Gewicht, weil Arbeit hierzulande vergleichsweise teuer ist. Nach Angaben von Destatis kostete eine Arbeitsstunde 2025 durchschnittlich 45 Euro. Bei einem EU-Durchschnitt von 34,90 Euro waren die Arbeitskosten in Deutschland damit rund 29 Prozent höher.
Für einen Autobauer zählt allerdings nicht allein der Stundenlohn. Wirtschaftlich relevant ist auch, wie schnell Schichten verändert, Personalbestände angepasst oder Beschäftigte für neue Aufgaben eingesetzt werden können. Das gewinnt an Bedeutung, wenn gleichzeitig bestehende Werke ausgelastet und hohe Investitionen in Elektroautos, Batterien und Software finanziert werden müssen.
Ein Tarifvertrag kann diesen Spielraum begrenzen, weil er unter anderem Entgelt und Arbeitsbedingungen festlegt. Die schwedische Gewerkschaft IF Metall hält dem ein wirtschaftliches Argument entgegen. Tarifverträge regeln laut der Gewerkschaft neben Löhnen unter anderem Beschäftigungsformen, Betriebsrenten, Arbeitszeiten, Urlaub und Kündigungsfristen. Nach Darstellung von IF Metall entstehen für Arbeitgeber dadurch langfristige und verlässliche Regeln für die jeweilige Branche.
Hinzu komme die Friedenspflicht. Während ein Kollektivvertrag gilt, dürfen Arbeitgeber und Arbeitnehmer nach Darstellung von IF Metall keinen Arbeitskampf führen, um bessere Bedingungen als die vereinbarten durchzusetzen. Die Gewerkschaft sieht darin einen Grund dafür, dass es in Schweden vergleichsweise wenige Arbeitskämpfe gibt.
Ob Tesla mit seinem tariflosen Kurs tatsächlich Kosten spart, kann nicht gesagt werden. Dafür müsste man wissen, was der fast dreijährige Arbeitskampf in Schweden das Unternehmen gekostet hat. Solche Zahlen liegen nicht vor. Hinzu kommt: Hohe Personalkosten entstehen nicht allein durch Tarifverträge. Auch Sozialabgaben, Produktivität, Qualifikation und die Auslastung der Werke spielen eine Rolle.
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EY: Deutsche Autokonzerne im Sinkflug

Mit der deutschen Autoindustrie geht es weiter bergab.
Eine am Sonntag veröffentlichte Untersuchung der Beratungsfirma EY attestiert den deutschen Herstellern entgegen dem Markttrend sinkende Umsätze, einen Gewinneinbruch und „Margen im Sinkflug“.

Umsätze gehen zurück

EY zufolge schrumpfte der Umsatz der deutschen Autokonzerne im ersten Halbjahr 2026 um 2,9 Prozent, während der Umsatz der 19 größten Konzerne weltweit um 3,6 Prozent zulegte.
„Im Ländervergleich sind die deutschen Hersteller damit das Schlusslicht“, erklärten die Marktexperten.„Die japanischen Konzerne steigerten ihren Umsatz um 7,9 Prozent, die anderen europäischen Hersteller um 9,8 Prozent, die US-Konzerne um 4,5 Prozent, die chinesischen um 0,9 Prozent.“

Margen unter Druck

Der Gewinn der deutschen Unternehmen ging den Angaben nach um 19 Prozent zurück, der Gewinn aller Hersteller stieg zugleich um satte 11,4 Prozent. Die durchschnittliche Marge von Volkswagen, BMW und Mercedes sank von 5,5 auf 4,6 Prozent.
„Der Zehn-Jahres-Durchschnitt der Branche liegt bei 5,9 Prozent, die deutschen Konzerne erzielten vor wenigen Jahren noch zweistellige Margen“, erklärte EY.

Standort Deutschland im Nachteil

„Deutschlands Autoindustrie steckt in einer Profitabilitätskrise“, erklärte der EY-Experte Constantin Gall. „Die deutschen Hersteller verlieren nicht nur Marktanteile, sondern vor allem Ertragskraft.“
Verantwortlich macht er die hohen Löhne, Energiepreise und Bürokratiekosten in Deutschland. Produktion in Deutschland werde zunehmend zum Nachteil.
„Notwendige Veränderungen können hierzulande nicht konsequent umgesetzt werden, daher wird es schwer, die Profitabilität zu steigern und den Anschluss an die Weltspitze wiederherzustellen“, führte Gall aus.
„Deutsche Konzerne suchen daher ihr Heil in der Abwanderung an attraktivere Standorte.“

Schwache Konjunktur in China

Problematisch ist zudem die Marktentwicklung in China. „Der Markt ist extrem wettbewerbsintensiv, hochpreisige Premiumfahrzeuge verkaufen sich angesichts der schwachen Konjunktur schlecht, und im wachsenden Elektrosegment bevorzugen die chinesischen Kunden einheimische Marken“, erklärte Gall.
Zugleich sei der chinesische Markt für die deutschen Unternehmen zu bedeutend, als dass sie das Wegbrechen kurzfristig in anderen Regionen kompensieren könnten. „Da hilft es wenig, dass es für die deutschen Konzerne in Europa aktuell relativ gut läuft.“ (afp/red)
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Menschen hängen kopfüber in Wiesn-Drehkarussell fest

Rund fünf Minuten lang mussten Besucher eines Fahrgeschäfts auf dem Oktoberfest kopfüber ausharren. Das Drehkarussell blieb am Samstagabend wohl wegen einer technischen Störung stehen, wie ein Sprecher der Wiesnwache der Feuerwehr München mitteilte.
Vor allem Jugendliche klagten nach Angaben der Wiesn-Sanitäter der Aicher Ambulanz nach der Fahrt über leichten Schwindel und Kreislaufprobleme.
Nach einer kurzen Untersuchung konnten jedoch alle Besucher des Fahrgeschäfts wieder zurück auf das Festgelände gehen. Ein Sachverständiger prüfte nach Angaben der Feuerwehr das Karussell und gab es noch am Abend wieder frei.

191. Oktoberfest startete bei Traumwetter

Am Abend des Eröffnungstages meldeten die Wiesn-Sanitäter der Aicher Ambulanz zudem, dass die 600er-Marke an versorgten Patienten fast erreicht worden sei.
Das 191. Oktoberfest hatte am Samstagmorgen bei Traumwetter begonnen. Die ersten Gäste hatten bereits frühmorgens im Dunkeln ausgeharrt. Als die Eingänge um kurz nach 9.00 Uhr öffneten, stürmten sie im Laufschritt los, um einen guten Platz im Bierzelt zu ergattern.
Oberbürgermeister Dominik Krause meisterte seinen ersten Oktoberfest-Anstich mit zwei Schlägen. (dpa/red)
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Ihr neues Symptom könnte von Ihrem alten Medikament kommen

Ein 87-jähriger Mann wird wegen einer COVID-19-Infektion im Krankenhaus behandelt. Da sein Gedächtnis bereits vor der Erkrankung nachließ, reagiert er auf den Aufenthalt besonders empfindlich. Um die Infektion zu bekämpfen, verabreichen die Ärzte Steroide. Diese haben allerdings unerwünschten Nebenwirkungen: Der Patient wird zunehmend verwirrt, versucht nachts aus dem Bett zu steigen und setzt sich gegen das Pflegepersonal zur Wehr. Schließlich muss eine Sitzwache für seine Sicherheit sorgen.

Zur Unterstützung wird Dr. George Hennawi, Leiter eines medizinischen Zentrums für Altersmedizin (Geriatrie) und Seniorenversorgung, hinzugezogen. Zu diesem Zeitpunkt hat der Patient bereits ein Beruhigungsmittel erhalten.

Hennawis Team analysiert den bisherigen Behandlungsverlauf und identifiziert die Steroide als Ursache. Die Ärzte reduzieren die Dosis und verlegen die Einnahme auf den Morgen, um den Schlafrhythmus nicht zu stören.

„Schritt für Schritt kehrte der Patient zu seinem gewohnten Zustand zurück. Wir konnten die Dauerbewachung beenden und ihn wieder mobilisieren“, berichtet der Altersmediziner.

Der Fall illustriert ein typisches Dilemma der Geriatrie: die sogenannte Prescribing Cascade (Verschreibungskaskade). Dabei werden Nebenwirkungen eines Medikaments fälschlicherweise als neue Symptome gedeutet und mit weiteren Arzneimitteln behandelt.

Gefährliche Kaskaden in der Altersmedizin

Eine Studie mit fast 2,3 Millionen älteren Erwachsenen, die im BMJ veröffentlicht wurde, quantifizierte, wie häufig bestimmte Muster bei der Medikamentengabe auftreten. Die Forscher gingen von 65 vermuteten Medikamentenkombinationen aus. Sie fanden 24 solcher Kombinationen mit hoher Priorität, in denen auf ein Medikament häufig ein anderes folgte, das zur Behandlung einer bekannten Nebenwirkung des ersten eingesetzt wurde.
  • An erster Stelle standen Eisenpräparate: Fast 12 Prozent der älteren Erwachsenen, die neu mit der Einnahme von Eisen begannen, etwa einer von acht, erhielten innerhalb eines Jahres ein rezeptpflichtiges Abführmittel.
  • Als Nächstes folgten Statine: 10,9 Prozent der Erstnutzer, etwa einer von neun, erhielten ein Rezept für ein Schmerzmittel. Statine gehörten zudem zu den am häufigsten genutzten Medikamenten in der Studie und wurden 55 Prozent der älteren Erwachsenen verschrieben.
  • An dritter Stelle stand eine Kombination, die besonders für Familien bedeutsam ist, die jemanden mit Demenz pflegen. Etwa einer von zehn Menschen, die neu mit einem Cholinesterase-Hemmer – einer Wirkstoffklasse, zu der auch Donepezil gehört – begannen, bekam innerhalb eines Jahres ein Schlafmittel verschrieben. Das ist deshalb wichtig, weil manche Schlafmittel selbst die kognitiven Fähigkeiten älterer Erwachsener beeinträchtigen können.
  • Etwa 7,5 Prozent der Menschen, die mit einem Kalziumkanalblocker wie Amlodipin, einem gängigen Blutdruckmedikament, das zu Schwellungen an den Knöcheln führen kann, begannen, erhielten innerhalb eines Jahres ein Diuretikum (entwässerndes Medikament) verschrieben.
  • Fast jeder 18. neue Steroid-Anwender erhielt ein Schlafmittel.
  • Etwa jeder 15. Mensch, der mit einem Entzündungshemmer wie Naproxen begann, bekam einen Magenschutz, und drei Prozent erhielten ein neues Blutdruckmedikament.
Hennawi beobachtet diese Ketten schon seit Jahren.
„Was mich am meisten überraschte, waren nicht die spezifischen Kaskaden an sich, sondern das Ausmaß des Problems“, sagte er. Die Studie „hat Verschreibungskaskaden von einem konzeptionellen zu einem messbaren Problem gemacht.“

Warum der Zusammenhang übersehen wird

Bei älteren Erwachsenen ähneln Nebenwirkungen oft den Symptomen des Alterns.
„Schwindel, Schwellungen, Harnwegsbeschwerden, Müdigkeit, Schlaflosigkeit und Verstopfung sind allesamt häufige Beschwerden“, sagte Hennawi. „Ohne eine sorgfältige Überprüfung der Medikation neigt man leicht dazu, eine neue Diagnose als Ursache anzunehmen, obwohl die Antwort möglicherweise in der Medikamentenliste zu finden ist.“
Die Erkenntnis zu Statinen stieß auf größere Skepsis. Fast 11 Prozent der Menschen, die mit der Einnahme eines Statins begannen, erhielten später ein verschreibungspflichtiges Schmerzmittel.
„Ich glaube, was mich am meisten überrascht hat, war der Zusammenhang zwischen Statinen und Schmerzmitteln“, sagte Judith Beizer, eine klinische Pharmazeutin und Professorin an der St. John’s University.
Dr. Ann Marie Navar, Kardiologin am UT Southwestern Medical Center, warnte davor, diese Zahl als Beweis dafür zu werten, dass Statine Muskelschmerzen verursachen. Beschwerden des Bewegungsapparats seien bei älteren Erwachsenen häufig, sagte sie, und fast ebenso viele Menschen in der Studie hätten bereits vor der Einnahme des Statins mit einem Schmerzmittel begonnen wie danach.
„Ich halte es für weit hergeholt, diese Zusammenhänge als kausal zu betrachten“, erklärte Navar gegenüber der Epoch Times in einer E-Mail.
Diese Unsicherheit wirkt in beide Richtungen.
Für einen Patienten ist die praktische Frage einfacher. Wenn Beinschmerzen nach Beginn der Statin-Einnahme auftreten, lohnt es sich, den zeitlichen Zusammenhang zu beachten, anstatt anzunehmen, die Schmerzen seien einfach Teil des Alterungsprozesses.
Andere bekannte Nebenwirkungen bleiben unerkannt. Ein trockener Husten durch einen ACE-Hemmer wie Lisinopril ist eine der Nebenwirkungen, die bereits früh in der medizinischen Ausbildung vermittelt werden. Dennoch erhielten 2,1 Prozent der Erstanwender in der Studie später ein Hustenmittel.
Dr. Aaron Troy, klinischer und wissenschaftlicher Mitarbeiter in den Fachbereichen Kardiologie und Geriatrie an der Johns Hopkins School of Medicine, sagte gegenüber der „Epoch Times“, dass Patienten, bei denen nach Beginn der Einnahme von Lisinopril ein Husten auftritt, fragen sollten, ob das Medikament dafür verantwortlich sein könnte – und ob ein alternatives Medikament wie Losartan besser geeignet wäre.
Manche Symptome lassen sich schwer zurückverfolgen. Dr. Nancy Schoenborn, Geriaterin an der Johns Hopkins, wies auf mehrere Kettenreaktionen hin, die mit einem Medikament gegen Übelkeit enden. Übelkeit „ist ein ziemlich unspezifisches Symptom“, erklärte sie der Epoch Times in einer E-Mail, insbesondere wenn die Einnahme des ersten Medikaments bereits Monate zuvor begonnen hatte.
Depressionen könnten ein weiterer blinder Fleck sein. Etwa jedem 16. neuen Opioid-Anwender und jedem 19. neuen Betablocker-Anwender wurde innerhalb eines Jahres ein Antidepressivum verschrieben. Ärzte denken bei diesen Medikamenten schnell an Müdigkeit oder Schwindel, so Schoenborn, aber „eine Depression wird seltener als Nebenwirkung in Betracht gezogen“.
Auch der zeitliche Verlauf verschleiert die Spur. Die Forscher stellten fest, dass manche Kettenreaktionen schnell auftreten, während andere erst nach Monaten sichtbar werden.
„Zeit ist wahrscheinlich das größte Hindernis“, sagte Hennawi.
Ältere Erwachsene haben möglicherweise lange Medikamentenlisten und mehrere Fachärzte, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten Medikamente verschreiben. In einem kurzen Arztbesuch kann es schwierig sein, nachzuvollziehen, wann ein Symptom begann und was sich unmittelbar davor geändert hat.
Jemand sollte die gesamte Liste im Blick behalten, erklärte Dr. Dave Rakel, Lehrstuhlinhaber für Familienmedizin an der University of Wisconsin School of Medicine and Public Health, gegenüber der Epoch Times.
Diese Aufgabe obliegt dem Hausarzt, dem „Quarterback der Versorgung“, der den Überblick behält und Medikamente absetzen kann, die Wechselwirkungen zeigen oder nicht mehr benötigt werden, so Rakel. Seine Praxis versuche, diese Überprüfung bei jedem Besuch durchzuführen. Ein Apotheker im Hausarztteam sei dabei hilfreich, sagte er.

Wann das zweite Medikament sinnvoll ist

Aus den Verschreibungsunterlagen geht nicht hervor, warum das zweite Medikament hinzugefügt wurde.
„Diese Studie identifiziert Muster und Zusammenhänge, nicht einzelne Verschreibungsentscheidungen“, sagte Hennawi.
Manchmal ist das zweite Medikament genau das, was der Patient braucht.
Beizer verwies auf Eisen. Verstopfung sei zu erwarten, sagte sie, daher könne ein Abführmittel bewusst hinzugefügt werden. Dasselbe geschehe oft bei Opioiden nach einer Operation.
In anderen Fällen ist es besser, das erste Medikament noch einmal ärztlich überprüfen zu lassen. Wenn Amlodipin geschwollene Knöchel verursacht, würde Schoenborn es vorziehen, auf die Zugabe eines Diuretikums zu verzichten.
„Ich würde lieber prüfen, ob wir die Schwellung durch einen Wechsel beseitigen können, anstatt ein weiteres Medikament hinzuzufügen“, so ihre Einschätzung.
Die Schwellung kann jedoch auch eine andere Ursache haben. Atemnot oder eine sich verschlimmernde Schwellung sollten Anlass zu einer genaueren Untersuchung geben, anstatt einfach davon auszugehen, dass Amlodipin schuld ist, sagte Troy.
Manchmal gibt es keinen guten Ersatz für das ursprüngliche Medikament. Dann stellt sich die Frage, ob die Nebenwirkung störend genug ist, um sie zu behandeln.
„Manchmal ziehen es die Menschen vor, keine Wellen zu schlagen“, sagte Schoenborn.

Was kann ein Patient tun?

Wenn ein neues Symptom auftritt, fragen Sie zunächst: Was hat sich unmittelbar davor geändert?
Ein Medikament, das Tage oder Wochen zuvor eingenommen wurde, kann leicht in Vergessenheit geraten. Hennawi rät Patienten und Angehörigen, eine einfache Frage zu stellen: „Ist es möglich, dass mein Symptom oder das meines Angehörigen mit einem Medikament zusammenhängt?“
Dann sollte man sich die gesamte Liste ansehen. Patienten können einen Termin speziell zur Überprüfung ihrer Medikamente vereinbaren, sagte Rakel.
Hennawi empfiehlt, die Originalverpackungen – einschließlich rezeptfreier Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel – mindestens ein- bis zweimal im Jahr und immer dann mitzubringen, wenn ein neues Symptom auftritt. Man sollte wissen, warum jedes einzelne Medikament da ist, wann die Einnahme begonnen wurde und ob es noch seine Wirkung entfaltet.
Anhand dieser Aufzeichnungen, so sagte er, könne der Arzt beispielsweise die Medikation anpassen oder absetzen, „anstatt ein weiteres Mittel hinzuzufügen“.
Er hat erlebt, warum das wichtig ist. Ein Patient, der mit Schwäche zu ihm kam, nahm zwei Cholesterinmedikamente ein, obwohl ihm gesagt worden war, eines davon abzusetzen. Hennawi hat alte Rezepte entdeckt, die noch immer verwendet wurden, sowie Produkte, von denen das medizinische Team nichts wusste.
Auch der 70-Jährige mit den schmerzenden Beinen hat Optionen. Beizers Rat lautet, weder die Zähne zusammenzubeißen und es zu ertragen, noch die Tablette abzusetzen. Fragen Sie den Arzt nach einer niedrigeren Dosis oder einem anderen Statin; theoretisch sollten die Medikamente gleich wirken, sagte sie, aber Menschen reagieren unterschiedlich darauf. Wenn kein Statin verträglich ist, gibt es andere Cholesterinmedikamente.
Die Fragen können schon am Apotheken-Schalter beginnen, noch bevor man die erste Tablette einnimmt. Fragen Sie, welche Nebenwirkungen am wahrscheinlichsten sind und was man tun kann, wenn eine auftritt.
Rakel bringt es auf eine Frage auf den Punkt: „Was sind die Nebenwirkungen, und wie kann ich am besten damit umgehen?“
Wenn möglich, sollte man immer dieselbe Apotheke aufsuchen, damit der Apotheker einen besseren Überblick über das Gesamtbild erhält. Falls einige Medikamente per Post zugestellt werden, sollte man sicherstellen, dass die Apotheke vor Ort darüber informiert ist.
Wenn man den Verdacht hat, dass ein Medikament ein Problem verursacht, „sollte man es nicht eigenmächtig absetzen“, sagte Beizer.
„Sprechen Sie mit Ihrem Apotheker“, sagte Beizer. „Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.“
Ein Arzt kann das Medikament wechseln oder die Dosis senken. Oder er kommt in manchen Fällen zu dem Schluss, dass das ursprüngliche Medikament wichtig genug ist, um es beizubehalten.
Genau diese Abwägung möchte Hennawi den Patienten näherbringen.
„Viele Medikamente sind äußerst nützlich“, sagte er. „Das Ziel ist es, sicherzustellen, dass die Symptome richtig interpretiert werden und dass jedes Medikament weiterhin mehr Nutzen als Schaden bringt.“
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Your New Symptom Might Be Your Old Prescription“. (deutsche Bearbeitung kr)
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Pflegebranche beklagt Millionenstunden Aufwand allein fürs Karten-Einlesen

Private Pflegeanbieter kritisieren den hohen Zeitaufwand dafür, Versichertenkarten von Pflegebedürftigen immer wieder zum Einlesen in Arztpraxen bringen zu müssen. Der Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste, Bernd Meurer, sagte der Deutschen Presse-Agentur, jede verfügbare Minute werde gebraucht, um die steigende Zahl Pflegebedürftiger zu versorgen. „Den Irrsinn, Pflegekräfte stundenlang in Arztpraxen warten oder Versichertenkarten herumfahren zu lassen, kann sich Deutschland schlicht nicht mehr leisten.“
Hintergrund ist, dass viele Pflegebedürftige ihre Versichertenkarte einmal im Quartal in Arztpraxen einlesen lassen müssen – etwa, wenn sie in einem Heim leben und verschreibungspflichtige Medikamente einnehmen oder zu Hause Leistungen der Krankenpflege bekommen. Häufig bringen Beschäftigte von Pflegediensten und Pflegeeinrichtungen die Karten dafür in die Praxen.

Aufwand von zwei Millionen Stunden im Jahr

Verbandspräsident Meurer mahnte: „Es gibt in Deutschland kaum etwas Wertvolleres als die Arbeitszeit von Pflegekräften.“ Er forderte: „Digitalisierung muss ernst genommen werden und die Abläufe wirklich vereinfachen.“ Nach einer Szenariorechnung des Verbands gibt es ein großes Entlastungspotenzial.
So gaben in einer Umfrage 1.016 teilnehmende Mitgliedsunternehmen an, dass ihnen durch das quartalsweise Einlesen der elektronischen Gesundheitskarten im Schnitt 21,6 Stunden organisatorischer Aufwand pro Quartal entstehen. Auf ein Jahr gerechnet sind das 86,4 Stunden.
Hochgerechnet auf bundesweit 26.799 ambulante Dienste und vollstationäre Pflegeeinrichtungen ergäbe sich demnach ein Aufwand von rund 2,3 Millionen Stunden im Jahr. Hinzu kämen in dem Szenario Wartezeiten in den Praxen von durchschnittlich 26 Minuten je Besuch.

Digitaler Abruf statt Praxisfahrten

Konkret fordert der Verband, dass Versicherte, Beschäftigte von Pflegeeinrichtungen oder Angehörige künftig nicht mehr mit einer Karte oder einem Smartphone in Praxen vorstellig werden müssen. Stattdessen sollte per Gesetz geregelt werden, dass Praxen den Versichertenstatus über die geschützte Datenautobahn des Gesundheitswesens (Telematikinfrastruktur) digital und abrechnungsfähig abrufen können. Damit könnte die eingesparte Zeit wieder für Pflege und pflegenahe Aufgaben genutzt werden. (dpa/red)
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20.09.2026 | Insa: AfD bleibt bundesweit stärkste Kraft | Frankreichs Schuldenberg wächst

HEUTE6:41 Uhr

Insa: AfD bleibt bundesweit stärkste Kraft – Linke und FDP legen zu

Die AfD bleibt mit 29 Prozent bundesweit stärkste Kraft in der Wählergunst. Im Sonntagstrend von Insa für die „Bild am Sonntag“ kommt die CDU/CSU erneut auf 20 Prozent, die Grünen auf 14 und die SPD auf 13 Prozent. Die Linke (11 Prozent) und die FDP (5 Prozent) legen jeweils um einen Prozentpunkt zu. Das BSW erreicht 3 Prozent, die sonstigen Parteien kommen auf 5 Prozent.

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HEUTE6:38 Uhr

Frankreich steuert auf Rekord bei Staatsschulden zu

Frankreichs Staatsverschuldung wird in diesem Jahr 119,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und 2027 121,7 Prozent erreichen. So hoch lag der Wert nach Angaben des französischen Statistikamtes Insee seit 1978 nicht mehr. Frankreich ist das am drittstärksten verschuldete Land in der Eurozone.

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HEUTE6:13 Uhr

Kommunen fordern weitere 65 Milliarden Euro aus Sondervermögen

Der Städte- und Gemeindebund hat die Bundesregierung dazu aufgerufen, den Kommunen aus dem Sondervermögen doppelt so viel Geld wie vorgesehen zu überlassen. Die rund 65 Milliarden reichten bisher nicht aus, um den kommunalen Investitionsrückstand bei Schulen oder Straßen auszugleichen, sagte der Hauptgeschäftsführer André Berghegger dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Weitere Mittel würden für die Anpassung an die Folgen des Klimawandels, den Bevölkerungsschutz, die zivile Verteidigung benötigt.

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HEUTE5:46 Uhr

Wirtschaftsweise nennt neuen Tankrabatt „zynisch“

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat die Entscheidung der Bundesregierung für einen neuen Tankrabatt scharf kritisiert. Es sei „zynisch“, auf Kosten der jungen Generation das Fahren von Autos mit Verbrennungsmotor zu subventionieren, sagte die Ökonomin dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.
 
Mit Material von Nachrichtenagenturen

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„Genug gearbeitet“ – Delegation: Wer alles trägt, entwickelt niemanden

Viele Führungskräfte tragen zu viel. Nicht aus Eitelkeit, sondern oft aus Verantwortungsgefühl. Sie wollen Qualität sichern, Kunden schützen, Mitarbeiter entlasten und Risiken vermeiden. Und irgendwann merken sie: Alle sind entlastet – außer ihnen selbst.
Der Satz „Ich mache das schnell selbst“ ist kurzfristig verführerisch. Er spart Erklärung, Rückfragen und mögliche Fehler. Langfristig ist er teuer. Denn er verhindert Lernen, Verantwortung und Skalierung.
Delegation ist nicht das Abwerfen von Arbeit. Delegation ist die bewusste Entwicklung von Verantwortung.
Ein Inhaber hatte jede größere Angebotsprüfung selbst gemacht. Sein Argument: „Das geht schneller.“ Das stimmte. Für den einzelnen Vorgang. Aber nicht für das Unternehmen. Denn niemand lernte, worauf es ankam. Also blieb er Engpass. Wir entwickelten eine Checkliste, zwei Freigabestufen und ein Nachgespräch pro Woche. Nach zwei Monaten konnte sein Team 80 Prozent der Fälle selbst vorbereiten.
Genug gearbeitet. Genug selbst getragen, wenn eigentlich andere wachsen müssten.
Gute Delegation braucht fünf Elemente:
  • Ergebnis: Was soll am Ende vorliegen?
  • Bedeutung: Warum ist das wichtig?
  • Spielraum: Was darf entschieden werden?
  • Unterstützung: Wo gibt es Hilfe?
  • Review: Wann schauen wir auf Ergebnis und Lernen?
Ohne diese Punkte ist Delegation oft nur Aufgabenweitergabe. Dann entsteht genau das, was Führungskräfte nervt: Rückfragen, Unsicherheit und halbfertige Ergebnisse. Nicht, weil Menschen unfähig sind, sondern weil Verantwortung nicht sauber übergeben wurde.
Delegation verlangt auch Selbstdisziplin. Wer abgibt, darf nicht bei der ersten Abweichung wieder übernehmen. Sonst lernt das Team: Eigenständigkeit ist nur erlaubt, solange sie genauso aussieht wie beim Chef.
Ein hilfreicher Satz lautet: „Ich hätte es anders gemacht, aber deine Lösung erfüllt den Zweck.“ Dieser Satz entwickelt mehr Verantwortung als jede Schulung.
Natürlich gibt es Grenzen. Nicht jede Aufgabe passt zu jeder Person. Aber gerade deshalb muss Delegation bewusst gestaltet werden: mit Kompetenzaufbau, Feedback und Rückendeckung.
Führung wird leichter, wenn Verantwortung wächst. Aber Verantwortung wächst nicht im Schatten einer Führungskraft, die alles festhält.
Genug gearbeitet. Welche Aufgabe halten Sie fest, obwohl sie eigentlich ein Lernfeld für jemand anderen wäre?
Rolf Hempel | www.b-steps.de/summit | b-steps summit
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19.09.2026 | Trump gegen Beschränkung von KI | Trauer um Co-Trainer Peter Hermann

HEUTE21:01 Uhr

Volleyballer stehen nach Fünf-Satz-Krimi im EM-Viertelfinale

Die deutschen Volleyballer holten bei der EM einen 0:2-Rückstand auf und besiegte den Gastgeber in Sofia mit 3:2 (21:25, 21:25, 25:19, 25:23, 15:12). Im Viertelfinale spielt die Mannschaft am 22. September gegen Weltranglistenersten und Titelverteidiger Polen.

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HEUTE20:53 Uhr

Trauer um den Co-Trainer Deutschlands: Peter Hermann ist tot

Der langjährige Co-Trainer Peter Hermann ist im Alter von 74 Jahren gestorben, wie Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen mit Verweis auf die Familie mitteilte. Fast drei Jahrzehnte aber gestaltete Hermann den Fußball in Leverkusen mit. Hermann arbeitete als Co-Trainer unter anderem auch beim FC Schalke 04, dem FC Bayern, dem Hamburger SV, zuletzt bei Borussia Dortmund oder auch Junioren-Teams des Deutschen Fußball-Bundes.

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HEUTE20:49 Uhr

Signal aus Teheran: Iran will zurück zu Rahmenabkommen

Der Iran signalisiert laut seines obersten Sicherheitskoordinators, Mohsen Resai, die Bereitschaft zur Beendigung des Krieges mit den USA auf Grundlage des im Juni abgeschlossenen Rahmenabkommens. Bedingungen seien eine Beendigung des Krieges an allen Fronten, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte sowie ein Ende der US-Seeblockade.
HEUTE20:30 Uhr

Borussia Dortmund erobert Spitze

Borussia Dortmund hat mit dem vierten Sieg im vierten Spiel die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga erobert. Das Team von Trainer Niko Kovac setzte sich in einem wenig hochklassigen Topspiel beim VfB Stuttgart mit 1:0 (0:0) durch. Das Siegtor erzielte Maximilian Beier (70. Minute).
Dortmund und Stuttgart boten ein hart umkämpftes, aber wenig hochklassiges Topspiel.

Dortmund und Stuttgart boten ein hart umkämpftes, aber wenig hochklassiges Topspiel.

Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa

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HEUTE20:24 Uhr

Trump will keine Beschränkung von KI-Entwicklung

US-Präsident Donald Trump hat sich erneut ablehnend zu Sicherheitswarnungen wegen der rasanten Entwicklung von KI geäußert. Seine Regierung werde die Branche nicht behindern oder drosseln. Er kündigte die Schaffung einer „KI-Streitmacht“ und die Nominierung eines KI-Koordinatoren beziehungsweise „KI-Zaren“ an.

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HEUTE20:16 Uhr

KI-Experte Salathé hält Warnungen vor Auslöschung für Spekulation

Der KI-Experte und Professor und Co-Direktor des KI-Zentrums der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne, Marcel Salathé, hält Warnungen für übertrieben, dass die Menschheit in den kommenden Jahren von einer maschinellen Superintelligenz ausgelöscht werden könne. Die Cybersicherheit müsse dringend verstärkt werden. „Ich habe viel weniger Angst vor KI, die außer Kontrolle gerät, als vor KI in den falschen Händen.“

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HEUTE20:08 Uhr

Trump plant Treffen mit Venezuelas Übergangspräsidentin

US-Präsident Donald Trump will sich am 22. September erstmals mit der venezolanischen Interims-Staatschefin Delcy Rodríguez treffen. Das Vier-Augen-Gespräch ist am Rande der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York geplant.

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HEUTE19:46 Uhr

Le Pen spricht sich gegen russische Einflussnahme aus

Gut sieben Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich ist die Kandidatin des Rassemblement National (RN), Marine Le Pen, auf Distanz zur russischen Regierung gegangen. Diese könne nicht darauf hoffen, durch „Einschüchterung, Drohungen, Destabilisierung oder psychologischen Druck direkt oder indirekt die Politik Frankreichs zu diktieren“, hieß es in einer heute veröffentlichten gemeinsamen Erklärung mit RN-Parteichef Jordan Bardella.
Jordan Bardella sagte im Sommer 2026, er arbeite „Hand in Hand“ mit Marine Le Pen.

Jordan Bardella sagte im Sommer 2026, er arbeite „Hand in Hand“ mit Marine Le Pen.

Foto: Fred Tanneau/AFP/dpa

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HEUTE19:13 Uhr

Trotz Sieges von Zverev: Davis-Cup-Team muss bangen

Alexander Zverev muss mit dem deutschen Team um den Einzug in die Finalrunde am Sonntag bangen. Zverev gewann im westfälischen Halle gegen den Weltranglisten-171. Matej Dodig mit 6:4, 7:6 (7:3). Weil Daniel Altmaier danach gegen die kroatische Nummer eins Dino Prizmic enttäuschte und mit 4:6, 3:6 verlor, steht es nach dem ersten Tag nur 1:1.

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HEUTE17:51 Uhr

Bundesliga: Frankfurt und Freiburg trennen sich unentschieden

Eintracht Frankfurt und der SC Freiburg haben sich am vierten Bundesliga-Spieltag 2:2 getrennt. Mainz gewann 4:3 in Mönchengladbach, der Hamburger SV bezwang Köln 2:1 und Werder Bremen setzte sich mit 3:2 gegen Augsburg durch.

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HEUTE17:16 Uhr

CDU-Präsidium um Bundeskanzler Merz kommt an Wahlabend in Berlin zusammen

Nach den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin berät das CDU-Präsidium Sonntag, 17 Uhr, in Berlin. Merz steht nach dem CDU-Debakel in Sachsen-Anhalt unter Druck; vereinzelt wurde über seine Ablösung diskutiert. CDU-Länderchefs und Söder stellten sich hinter Merz.
Kanzler und CDU-Chef Merz trat im Wahlkampf lieber in der Parteizentrale als in der Öffentlichkeit auf.

Kanzler und CDU-Chef Merz trat im Wahlkampf lieber in der Parteizentrale als in der Öffentlichkeit auf.

Foto: Michael Kappeler/dpa

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HEUTE16:47 Uhr

13-Jähriger flüchtet in Mercedes vor Polizei

Ein 13-Jähriger floh in Malchin in Mecklenburg-Vorpommern mit einem Mercedes vor der Polizei. Er und sein 16-jähriger Beifahrer wurden per Drohne gefunden. Die Behörden ermitteln wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Tankbetrugs und Fahrens unter Drogeneinfluss. Der Wagen war nicht zugelassen.

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HEUTE16:24 Uhr

Studie: Mietkostenbelastung für Studierende stabil – Unterschiede wachsen

Laut einer Studie des Moses Mendelsson Instituts bleibt der durchschnittliche WG-Zimmerpreis bundesweit bei 510 Euro stabil. In 76 von 90 Hochschulstädten liegt er über der BAföG-Wohnkostenpauschale von 380 Euro. Am teuersten ist München mit 850 Euro; die Preisunterschiede nehmen zu.

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HEUTE16:01 Uhr

Auch Dänemark wertet Grönland-Abkommen als Erfolg

Die USA und Dänemark haben sich auf ein Abkommen zur Sicherheit Grönlands verständigt. Nach Angaben der dänischen Regierung respektiert es die Souveränität Dänemarks und das Selbstbestimmungsrecht Grönlands. Außenminister Lars Lökke Rasmussen sprach von einer möglichen „guten Woche“ für Grönland, Dänemark und die USA, wenn das Abkommen wie geplant unterzeichnet wird.
HEUTE15:50 Uhr

Berlin: Ein Toter nach Autosturz auf S-Bahn-Gleis

In der Nacht zum Samstag stürzte in Berlin ein Auto von einer Brücke auf die S-Bahn-Gleise am Bahnhof Bornholmer Straße. Der Fahrer verlor aus zunächst unbekannten Gründen die Kontrolle und starb. Der Bahnverkehr blieb unterbrochen.

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HEUTE15:35 Uhr

Kölner Bühnen öffnen nach langer Sanierung wieder

Nach 14 Jahren Sanierung sind Opernhaus und Schauspielhaus in Köln wiedereröffnet. Beim Eröffnungsfest am Wochenende öffnen auch Kinderoper und Kleines Haus; der reguläre Spielbetrieb startet kommende Woche. Die Baukosten summierten sich auf rund 800 Millionen Euro statt geplanter 250 Millionen.
Die Sanierung von Oper und Schauspielhaus in Köln wird an diesem Wochenende mit einem großen Fest gefeiert.

Die Sanierung von Oper und Schauspielhaus in Köln wird an diesem Wochenende mit einem großen Fest gefeiert.

Foto: Roberto Pfeil/dpa

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HEUTE15:02 Uhr

Belarus hält Militärübung an Grenze zur EU ab

Belarus hat von Dienstag bis Freitag im Westen des Landes an der Grenze zur EU Militärübungen abgehalten. Laut Verteidigungsministerium waren sie strikt defensiv ausgerichtet und umfassten Grenzschutz sowie den Kampf gegen Sabotagegruppen und Drohnen.

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HEUTE14:33 Uhr

SPD-Wirtschaftsforum sieht Vertrauensverlust in Politik

Vor den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin beklagt SPD-Wirtschaftsforumspräsidentin Ines Zenke Vertrauensverlust in die Bundespolitik. Vertrauen entstehe durch eine positive Zukunftserzählung, klare Prioritäten und Reformumsetzung statt durch Personaldebatten.

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HEUTE13:50 Uhr

Rauch und Flammen nahe Flughafen von Riad

Nahe dem Flughafen von Riad beobachteten Augenzeugen am Samstag schwarzen Rauch und Flammen. Flightradar24 meldete Flugstreichungen und Verspätungen. Zuvor hatte Saudi-Arabien erstmals seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe mit den Huthi vor Angriffen auf Riad gewarnt; danach waren Explosionen zu hören.

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HEUTE13:15 Uhr

USA: Rüstungsgeschäft mit Ukraine genehmigt

Das US-Außenministerium billigte ein Rüstungsgeschäft über knapp 2,7 Milliarden Dollar für die ukrainische Luftverteidigung. Vorgesehen sind Raketen, Abschussvorrichtungen und Radarsysteme zur Drohnenabwehr. Der Kongress muss noch zustimmen. Finanziert werden soll es aus europäischen Beiträgen und US-Mitteln.

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HEUTE13:03 Uhr

Knapp 2,5 Millionen Wahlberechtigte bei Berlin-Wahl

Bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl am Sonntag sind 2.487.318 Menschen wahlberechtigt, rund 55.500 mehr als 2023. Erstmals dürfen 16- und 17-Jährige wählen. Über 800.000 Wahlscheine wurden ausgegeben. Auch die Bezirksverordnetenversammlungen werden gewählt.
Zwei Stimmen für jeden gibt es bei der Abgeordnetenhauswahl. (Archivbild)

Zwei Stimmen für jeden gibt es bei der Abgeordnetenhauswahl. (Archivbild)

Foto: Sebastian Gollnow/dpa

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HEUTE12:27 Uhr

Todesfall durch Brand in Berliner Pflegeheim

In einem Pflegeheim im Berliner Stadtteil Kreuzberg ist am Samstagmorgen ein Brand ausgebrochen. Ein Mensch starb, mehrere wurden leicht verletzt; eine Person kam nach Reanimation ins Krankenhaus. Die Brandursache ist unklar, die Kriminalpolizei ermittelt.

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HEUTE12:17 Uhr

„O’zapft is“: Oktoberfest eröffnet

Das 191. Münchner Oktoberfest hat am Samstag um 12 Uhr begonnen. OB Dominik Krause (Grüne) zapfte das erste Fass mit zwei Schlägen an. Bis 4. Oktober werden mehr als sechs Millionen Besucher erwartet; erstmals setzt die Stadt KI-Kameras zur Erkennung großer Menschenansammlungen ein.
Dominik Krause (M, Bündnis 90/Die Grünen), Oberbürgermeister von München, beim traditionellen Anstich des ersten Bierfasses im Schottenhamel.

Dominik Krause (M, Bündnis 90/Die Grünen), Oberbürgermeister von München, beim traditionellen Anstich des ersten Bierfasses im Schottenhamel.

Foto: Sven Hoppe/dpa

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HEUTE12:13 Uhr

Großbritannien: Mehr als 300 Drohnenvorfälle über Militäreinrichtungen

An britischen Militärstandorten wurden laut „Independent“ binnen zwölf Monaten 340 Drohnen-Sicherheitsvorfälle über oder nahe den Einrichtungen registriert, nach 250 im Jahr 2025 und 126 im Vorjahr. Das Verteidigungsministerium führt den Anstieg auch auf bessere Überwachung und Meldung zurück.
Zuletzt sorgte die Entdeckung einer mutmaßlich russischen Sprengstoffdrohne am Flugplatz Leipzig/Halle für Aufregung. (Archivbild)

Zuletzt sorgte die Entdeckung einer mutmaßlich russischen Sprengstoffdrohne am Flugplatz Leipzig/Halle für Aufregung. (Archivbild)

Foto: Heiko Rebsch/dpa

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HEUTE11:49 Uhr

Angriff auf Wahlkämpfer der Linken in Berlin

In Berlin-Charlottenburg sind zwei Wahlkämpfer der Linken von Unbekannten angegriffen worden. Laut Polizei schlug ein Mann am Freitagabend im Aufzug eines Mehrfamilienhauses nach einem Streitgespräch über Wahlwerbung mehrfach auf einen 35-Jährigen ein. Der Staatsschutz ermittelt.

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HEUTE11:27 Uhr

Bericht: Bei Porsche könnten weitere 4.000 Stellen wegfallen

Volkswagen hält einem Medienbericht zufolge weitere Einsparungen bei Porsche für nötig. Konzernintern stehen zusätzlich zu bereits vereinbarten Maßnahmen rund 4.100 weitere Stellen und etwa 700 Millionen Euro Gemeinkosten zur Diskussion. VW hatte zuletzt seine Gewinnprognose gesenkt.
Die Krise bei Porsche belastet VW in Milliardenhöhe. (Archivbild)

Die Krise bei Porsche belastet VW in Milliardenhöhe. (Archivbild)

Foto: Hannes P. Albert/dpa

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HEUTE11:12 Uhr

Meyer Werft: Neuer Chef sieht Kreuzfahrtschiffbauer auf gutem Kurs

Meyer-Werft-Chef André Walter sieht den finanziell angeschlagenen Kreuzfahrtschiffbauer auf gutem Kurs. Ein Sanierungsplan solle bis 2028 umgesetzt werden; das sei realistisch. Bund und Land Niedersachsen retteten die Werft 2024, die weiterhin zu mehr als 80 Prozent in Staatsbesitz ist.

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HEUTE10:02 Uhr

Drohnenvorfall: Flughafen Luxemburg stellt Betrieb vorübergehend ein

Der Flughafen Luxemburg stellte in der Nacht zum Samstag wegen gesichteter Drohnen kurzzeitig den Betrieb ein. Mehrere Flüge wurden umgeleitet, unter anderem nach Köln/Bonn und Frankfurt-Hahn. Rund 1800 Passagiere waren betroffen. Verspätungen blieben möglich.

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HEUTE9:59 Uhr

Deutschland will Präsenz beim Weltwirtschaftsforum stärken

Die Bundesregierung richtet beim Weltwirtschaftsforum im Januar in Davos ein Deutsches Haus ein. Digitalminister Wildberger und Wirtschaftsministerin Reiche (beide CDU) treiben das Vorhaben voran. Es soll Deutschlands Auftritt bündeln und für den Standort werben.

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HEUTE9:31 Uhr

IG Metall wirft Autoindustrie schwere Versäumnisse vor

IG-Metall-Chefin Christiane Benner wirft Managern der Autoindustrie Selbstzufriedenheit und Versäumnisse vor. Anlässlich des Aktionstags am Montag fordert die Gewerkschaft mehr Investitionen in Zukunftsgeschäfte und von der Politik unter anderem eine Ausweitung der Schutzzölle auf Importe aus China.

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HEUTE9:05 Uhr

Breuer verteidigt Aufrüstungsstrategie der Bundeswehr

Bundeswehr-Generalinspekteur Breuer widerspricht der Kritik an veralteter Technik. Die Truppe sei bei Innovationen schneller geworden und habe Kamikazedrohnen binnen acht Monaten erprobt. Bei Waffensystemen gebe es Verzögerungen durch die Industrie. Bis 2029 solle die Einsatzbereitschaft steigen.

Carsten Breuer (Archiv)

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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HEUTE8:44 Uhr

Studie: 29 Prozent nutzen nicht-autorisierte KI im Job

29,1 Prozent der Beschäftigten in deutschen Firmen nutzen laut IW-Studie beruflich nicht vom Arbeitgeber autorisierte KI („Schatten-KI“). Besonders verbreitet ist sie bei unter 30-Jährigen (38,4 %) und Führungskräften (34,6 %); in kleinen Firmen nutzen sie 33,5 %, in großen 25,5 %.

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HEUTE8:01 Uhr

Linnemann will Info-Pflicht der Krankenkassen wieder einführen

Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) will die gesetzlichen Krankenkassen künftig wieder dazu verpflichten, ihre Mitglieder über geplante Beitragserhöhungen zu informieren. Die Streichung der Informationspflicht war Teil des jüngst in Kraft getretenen Sparpakets der schwarz-roten Koalition bei den Gesundheitsausgaben, das Beitragsanhebungen im nächsten Jahr vermeiden soll.

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HEUTE6:38 Uhr

Behörden in Saudi-Arabien rufen Luftalarm in Riad aus – Explosionen

Erstmals seit der Wiederaufnahme im Jemen haben die Behörden in Saudi-Arabien für die Hauptstadt Riad Luftalarm ausgerufen. „Das Gebiet ist einer feindlichen Luftbedrohung ausgesetzt“, hieß es am Samstag in einer Nachricht, die Bewohner Riads erhielten. In der saudiarabischen Hauptstadt waren daraufhin zwei Explosionen zu hören.

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HEUTE6:16 Uhr

Bund der Steuerzahler fordert neuen Straftatbestand „Haushaltsuntreue“

Vor dem Beginn der Hauptverhandlung gegen Ex-Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage fordert der Bund der Steuerzahler „den strafrechtlichen Rahmen zu schärfen und einen eigenen Tatbestand der Haushaltsuntreue im Strafgesetzbuch zu verankern“.
Reiner Holznagel, Präsident des Bunds der Steuerzahler Deutschland, kritisiert die geplante Entlastungsprämie

Reiner Holznagel, Präsident des Bunds der Steuerzahler Deutschland. (Archivbild)

Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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HEUTE6:07 Uhr

In München beginnt das Oktoberfest – Stadt im „Wiesn-Fieber“

In München beginnt der Ausnahmezustand: Auf der Theresienwiese startet das 191. Oktoberfest. Um Punkt 12.00 Uhr eröffnet Münchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) die Wiesn mit dem berühmten Ruf „O’zapft is“.

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HEUTE6:03 Uhr

Trump unterzeichnet Paket mit Sanktionen gegen Russland

US-Präsident Donald Trump hat das vom Parlament verabschiedete Gesetz mit neuen weitreichenden Sanktionen gegen Russland unterzeichnet. Neben direkten Strafmaßnahmen gegen russische Politiker und Firmen sieht das Paket Sanktionen gegen russische Öl- und Gas-Exporte vor. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte Trump für die Unterzeichnung des Gesetzes.
 
Mit Material von Nachrichtenagenturen

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Berlin und Mecklenburg-Vorpommern: Wahlen mit möglichen Folgen für Friedrich Merz


In Kürze:

  • In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wird am Sonntag über neue Landesparlamente abgestimmt.
  • Die CDU-Spitze will am Abend die Wahlergebnisse auswerten – im Mittelpunkt steht dabei auch Kanzler Friedrich Merz.
  • Berichte über eine mögliche „indirekte Vertrauensfrage“ im CDU-Präsidium weist die Parteizentrale zurück.
  • Auch das Abschneiden der AfD nach ihrem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt wird bundesweit mit Interesse verfolgt.

 
Am Sonntag, 20. September, wird in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus und in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. Zwar betonen die führenden Parteien und ihre Spitzenkandidaten, dass es sich um Landeswahlen handelt. In beiden Fällen überschattet jedoch die Bundespolitik zumindest teilweise die Willensbildung. Dies gilt insbesondere mit Blick auf das Schicksal von Bundeskanzler Friedrich Merz – und auch auf das Momentum, auf das die AfD nach dem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt hofft.

Merz wird Wahlergebnisse am Sonntag mit CDU-Präsidium erörtern

Mit besonderem Interesse blickt die Öffentlichkeit neben den Ergebnissen selbst auch auf die Sitzung des CDU-Präsidiums, die für Sonntag um 17:00 Uhr im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin anberaumt ist. Es erging eine offizielle Einladung, und das Treffen ist als formelle Sitzung einberufen – nicht nur als informelle Runde. Der Zweck dieses Treffen ist die Auswertung der Ergebnisse der Landtagswahlen. Dazu soll es auch noch weitere Sitzungen geben.
Für Spekulationen sorgen bereits im Vorfeld Berichte, wonach Bundeskanzler Friedrich Merz das Treffen für eine „indirekte Vertrauensfrage“ nutzen wolle. Die Rede war von „Stützen oder Stürzen“. Merz wolle informell das Präsidium der CDU um eine geschlossene Rückendeckung für einen „strikten, erweiterten Reformkurs“ bitten.
Diese solle ihm einerseits Sicherheit geben, wenn es darum geht, Druck auf die SPD zur Umsetzung beschlossener Pakete etwa zu Rente oder gesetzlicher Krankenversicherung auszuüben. Unter den Sozialdemokraten gibt es vor allem in Bereichen wie der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren erhebliche Widerstände gegen das Reformpaket. Aber auch CDU-Ministerpräsidenten vor allem aus dem Osten haben sich dazu kritisch geäußert.

„Stützen oder Stürzen“: Ministerpräsidenten sollen sich eindeutig positionieren

Das „Ja“ zu einem solchen Reformkurs würde den Kanzler gleichzeitig auch dazu ermächtigen, dem Koalitionspartner entgegenzukommen, um eine zügige Umsetzung der Reformpolitik zu ermöglichen. Als mögliche Bereiche gelten höhere Steuerentlastungen und Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise. Am Freitag einigte sich die Koalition auf einen Tankrabatt bis zum Ende des Jahres und einen Spritpreisdeckel ab Januar 2027.
Sollten Mitglieder des Präsidiums jedoch nicht mehr bereit sein, Merz zu stützen, sollen diese ihm persönlich personelle Alternativen nennen. Dies wäre dann die Option „Stürzen“. Der Kanzler hat eine eigene Stellungnahme zu den Berichten bisher verweigert. Auch aus der CDU-Zentrale heißt es, eine „Vertrauensfrage“ sei „kein Instrument des Präsidiums“. Es gehe lediglich um eine normale Unterstützungssuche des Kanzlers in dem Gremium.
Allerdings soll die Unterstützung auch aus den Ländern kommen. Von dort hatte es nicht nur an mehreren Stellen Kritik an der Politik des Bundes gegeben. Auch als potenzielle Kanzlerreserven für Merz im Fall eines Rücktritts werden mehrheitlich derzeitige Ministerpräsidenten genannt.

CDU-Präsidium sieht gemeinsame Erklärung als Signal der Rückendeckung

Diese hatten ihrerseits am Mittwoch eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. In dieser betonen sie drei Grundüberzeugungen. Zum einen müsse Stabilität Vorrang vor Personaldebatten haben. Das Land brauche „mehr denn je Stabilität“. Neues Vertrauen entstehe „durch Zuhören und politisches Handeln – nicht durch Personaldiskussionen“.
Die CDU, so heißt es weiter, stehe für das „Erfolgsmodell der deutschen Koalitionsdemokratie“. Angesichts wichtiger Wahlen, die in Deutschland und Europa im kommenden Jahr anstehen, komme es auf ein „starkes und stabiles Deutschland“ an. Das dritte Bekenntnis betrifft Kooperationsbereitschaft und Verlässlichkeit. Die CDU sei „zur Zusammenarbeit mit allen demokratischen Kräften bereit“. Man müsse Vertrauen schaffen, indem man Alltagsprobleme löse. Dabei seien die Länderchefs zur Zusammenarbeit mit dem Kanzler bereit.
Im Präsidium als auch im Umfeld des Kanzlers wertet man die Erklärung als eindeutige Rückendeckung für Merz. Man macht dies fest an der Absage an Personaldebatten, der Betonung des Willens, „gemeinsam mit dem Bundeskanzler“ zu arbeiten, sowie dem Fokus auf Inhalte und Verantwortung für Deutschland.

Friedrich Merz wird in der Erklärung nicht genannt – Hintertür?

Andere Beobachter wie SPD-Bundesvize Alexander Schweitzer sehen hingegen Interpretationsspielraum in der Erklärung. Es falle insbesondere auf, dass Friedrich Merz nicht namentlich genannt ist. Gegenüber dem ZDF erklärte er, „irgendjemandem ist nicht eingefallen, wie der aktuelle Kanzler heißt“, und vergleicht dies mit dem Vertrauensausspruch eines Fußballvereinsvorstandes an einen erfolglosen Trainer.
Die häufig genannten möglichen „Kanzlerreserven“ halten sich unterdessen bedeckt. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst gilt als bundesweit beliebtester CDU-Politiker. Er hat jedoch mehrfach Wechselgerüchte ins Kanzleramt zurückgewiesen. Zudem finden in seinem Bundesland nächstes Jahr Landtagswahlen statt – und es wäre nicht einmal ein potenzieller Nachfolger in Sicht. Auch Daniel Günther muss sich 2027 in Schleswig-Holstein zur Wiederwahl stellen. Von Boris Rhein und Michael Kretschmer kamen bislang ebenfalls keine Signale, als mögliche Merz-Nachfolger zur Verfügung zu stehen.
Auch aus der CSU heißt es, das Thema Kanzlerschaft sei für Ministerpräsident Markus Söder abgeschlossen. Vonseiten der CSU werde es „auf keinen Fall“ einen Kanzlersturz geben, hieß es. Dies dürfte dann auch für Spekulationen gelten, wonach Bundesinnenminister Alexander Dobrindt im äußersten Fall ins Kanzleramt aufrücken könnte.

Kann nur ein katastrophales Ergebnis der Union einen Kanzlersturz herbeiführen?

Vieles spricht dafür, dass ein einigermaßen glimpfliches Resultat für die CDU die Schonfrist für den Kanzler in den eigenen Reihen verlängern könnte. Die jüngsten Umfragen lassen ein solches erwarten. Die CDU wird in beiden Ländern deutlich an Stimmen verlieren. In Berlin könnte sie hinter die Linke zurückfallen, wird aber voraussichtlich mindestens 20 Prozent halten können und ungefährdet zweitstärkste Kraft bleiben.
In Mecklenburg-Vorpommern dürfte die Stammwählerschaft groß genug sein, um die Partei mit etwa 6 Prozent wenigstens im Landtag zu halten. Erst ein Sturz unter fünf Prozent und ein noch deutlich schlechteres Berlin-Ergebnis als erwartet würden eine eher zwingend erscheinende Rücktrittsdynamik in die Debatte um Merz bringen. Auch im CDU-Präsidium überwiegt die Einschätzung, dass ein Rücktritt des Kanzlers die Akzeptanzprobleme der Partei und der Bundesregierung nicht wesentlich verringern würde. Ein neuer CDU-Chef und Bundeskanzler wäre mit den gleichen Herausforderungen konfrontiert wie Merz.
Übersteht Merz die Wahlen als Kanzler, könnte er voraussichtlich für einen längeren Zeitraum durchatmen. Im nächsten Jahr werden am 18. April die Landtage im Saarland und in Schleswig-Holstein gewählt. An der Waterkant regiert CDU-Ministerpräsident Daniel Günther – und dürfte trotz vorhergesagter deutlicher Verluste zumindest in einer Dreierkoalition mit Grünen und SPD weiterregieren können.
Am 25. April wählen die Bürger im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen. Dort kann die CDU auf einen Amtsbonus für Hendrik Wüst hoffen. Weitere Landtagswahlen stehen in Bremen (30. Mai) und Niedersachsen (26. September) an. Damit finden sämtliche Landtagswahlen des kommenden Jahres auch in westdeutschen Ländern statt, in denen die Ergebnisse der AfD bislang deutlich hinter jenen im Osten zurückgeblieben waren. Einige Landesverbände wie jener in Nordrhein-Westfalen gelten zudem als stark zerstritten, was die Partei vor den Landtagswahlen des Jahres 2027 vor zusätzliche Herausforderungen stellen könnte.

„Rechts ist vorbei“: AfD-Gegner sehen MV-Ergebnis als mögliches Waterloo

Gegner der AfD hoffen deshalb darauf, dass die Partei nach ihrem deutlichen Wahlsieg in Sachsen-Anhalt wieder an Momentum einbüßt. In Berlin sagen Umfragen der AfD ein Ergebnis unter 20 Prozent voraus. Vor allem aber in Mecklenburg-Vorpommern wäre es für die Partei eine herbe Enttäuschung, würde es der SPD und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gelingen, nach drei Jahren eines teilweise erheblichen Rückstandes in Umfragen stärkste Kraft zu werden.
Die SPD hat ihren Wahlkampf vollständig auf die Regierungschefin zugeschnitten und mit dieser als „Frau gegen Blau“ eine gezielte Polarisierung zwischen ihr und der AfD gesucht. Diese ging auch auf Kosten der CDU und der Grünen, deren Wähler zur SPD wechseln, um zu verhindern, dass die AfD als stärkste Kraft im Land aus der Landtagswahl hervorgeht. Mit ähnlichen Strategien hatten bereits Reiner Haseloff 2021 in Sachsen-Anhalt und Dietmar Woidke 2024 in Brandenburg Erfolg. Gleichzeitig könnte es für AfD-Spitzenkandidat eine Belastung darstellen, dass er nicht einmal über einen Platz auf der Landesliste verfügt. Gelingt es ihm nicht, Schwesig den Wahlkreis Schwerin I im Zentrum und Norden der Landeshauptstadt abzunehmen, hätte er nicht einmal ein Landtagsmandat.
Jüngste Umfragen zeigen eine Dynamik, die es als denkbar erscheinen lässt, dass die Sozialdemokraten in letzter Minute an der AfD vorbeiziehen. Dass die Partei ihren Stimmenanteil von 2021 voraussichtlich mehr als verdoppeln kann, stünde in diesem Fall nicht mehr im primären Fokus der Aufmerksamkeit. Auf X meinen einige Nutzer bereits „Rechts ist vorbei“ – und verweisen auf einen von ihnen wahrgenommenen internationalen Trend. Dazu zählen die Abwahl von Viktor Orbán in Ungarn, die jüngste Niederlage der Schwedendemokraten in Schweden und der mögliche Verlust der Kongressmehrheit für die Republikaner in den USA.
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TICKER Landtagswahl MV | Enges Rennen von SPD und AfD erwartet

In Mecklenburg-Vorpommern wird am Sonntag, 8:00 Uhr, ein neuer Landtag gewählt. Rund 1,3 Millionen Wahlberechtigte sind zur Stimmabgabe aufgerufen.
Umfragen sehen ein enges Rennen zwischen der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und der AfD um Leif-Erik Holm um den Wahlsieg voraus. Beide Parteien liegen nur wenige Prozentpunkte auseinander.

 
HEUTE19:10 Uhr

1,3 Millionen Wähler wählen mindestens 71 Abgeordnete

Rund 1,3 Millionen Menschen sind zur Wahl berechtigt. Wählen dürfen alle, die einen deutschen Pass haben und seit mindestens 37 Tagen im Bundesland gemeldet sind. Neu ist in diesem Jahr, dass schon ab 16 Jahren gewählt werden darf.
Es geht um mindestens 71 Abgeordnetensitze, durch Überhang- oder Ausgleichsmandate können es mehr werden. Gewinnt eine Partei mehr Direktmandate, als ihr nach dem Zweitstimmenanteil zustehen, entstehen Überhangmandate. Diese werden mit Ausgleichsmandaten für die anderen Parteien ausgeglichen, um das Kräfteverhältnis zu wahren – was noch mehr Abgeordnete ins Parlament bringt.
Um eine Zersplitterung des Parlaments zu verhindern, werden nur Parteien berücksichtigt, die mindestens fünf Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten.
HEUTE18:45 Uhr

19 Parteien treten an

In der jetzt endenden Wahlperiode sind SPD, AfD, CDU, Linke und Grüne als Fraktionen und die FDP als Gruppe im Landtag mit insgesamt 79 Sitzen vertreten. All diese Parteien stellen sich erneut zur Wahl.
Hinzu kommen 13 weitere, darunter das von Sahra Wagenknecht gegründete BSW, die Freien Wähler und Volt. Insgesamt stehen in den 36 Wahlkreisen 402 Kandidaten zur Wahl – mehr als zwei Drittel von ihnen sind Männer. Der jüngste Kandidat ist 18, die älteste Kandidatin 89 Jahre alt.
Die SPD hat in einem ZDF-„Politbarometer Extra“ die AfD aktuell überholt und liegt mit 37 zu 36 Prozent leicht vorn. Die CDU kommt mit nur noch 6 Prozent der Fünf-Prozent-Hürde bedrohlich nahe.
HEUTE18:35 Uhr

Spitzenkandidaten: Schwesig (SPD) gegen Holm (AfD)

Im Wahlkreis in der Schweriner Innenstadt tritt die amtierende Ministerpräsidentin und SPD-Spitzenkandidatin Manuela Schwesig gegen den AfD-Ministerpräsidentenkandidaten Leif-Erik Holm an. AfD-Spitzenkandidat ist Enrico Schult.
Die Spitzenbewerber der anderen größeren Parteien: Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke), Daniel Peters (CDU), Claudia Müller (Grüne), Jessica Mendle und Jakob Schirmer (FDP) sowie Peter Schabbel und Sabine Firnhaber (BSW).
HEUTE18:15 Uhr

Derzeit regiert rot-rot

Derzeit regiert eine rot-rote Koalition in MV. Das Bündnis wird Umfragen zufolge seine Mehrheit verlieren.
Eine absolute Mehrheit ist für keine Partei in Sicht, sodass die kleineren Parteien entscheidend sein könnten. Die FDP dürfte den Einzug in den Landtag verpassen, während es bei Grünen und dem BSW noch offen ist. Dass es auch bei der CDU knapp wird, ist nicht ausgeschlossen.
Als wahrscheinlichstes Szenario gilt Politikwissenschaftlern zufolge eine rot-rot-grüne Koalition, mit der Schwesig weiterregieren könnte.
Scheitern die Grünen oder andere Parteien an der Fünf-Prozent-Hürde, wären auch Minderheitsregierungen oder ein Bündnis aus SPD und CDU denkbar. Sollte das BSW in den Landtag einziehen, könnte zudem eine Zusammenarbeit mit der AfD oder deren Tolerierung möglich werden.

 
Mit Material von Nachrichtenagenturen
 
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Das spirituelle Kind: Neue Erkenntnisse zur Erziehung gesunder Kinder

„Im Jahr 1994 begann ich, in der psychiatrischen Abteilung eines Krankenhauses in New York zu arbeiten. Jugendliche, die Traumata wie die Scheidung der Eltern oder den Tod eines Elternteils erlebt hatten, kamen in meine Klinik. Sie fühlten, dass ihre Welt zertrümmert war, oder litten unter Problemen wie Drogen- und Alkoholabhängigkeit, Angstzuständen und Selbstmordgedanken“, sagte Lisa Miller, Professorin für klinische Psychologie an der Columbia University, in einem Interview.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten führte Miller umfangreiche Forschungen durch, die in renommierten Psychologie- und Psychiatrie-Fachzeitschriften veröffentlicht wurden.
„An einem Punkt begann ich, ein interessantes Phänomen zu bemerken, das ich nicht zu erklären wusste – dass Heranwachsende und Jugendliche, die ein spirituelles Fundament hatten, eine Beziehung zu etwas Größerem als sie selbst, eine schnellere Genesung aufwiesen als diejenigen, denen dieselbe Verbindung fehlte“, stellte sie fest. „Aber im Jahr 1994 gab es nicht eine einzige wissenschaftlich begutachtete Studie zum Thema Spiritualität bei Jugendlichen und Teenagern.“
Dina Gordon: War ihre Spiritualität mit religiösem Glauben verbunden?
Lisa Miller: Nicht notwendigerweise. Ihre Spiritualität war verbunden mit einem persönlichen, inneren Gefühl der Wertschätzung und Anerkennung einer höheren Macht, die den Menschen transzendiert. Dies ist eine Kraft, die sich für verschiedene Menschen auf unterschiedliche Weise manifestieren kann. Es kann der Schöpfer der Welt sein, ein göttliches Wesen, die Natur, das Universum und mehr. Manche Menschen wenden sich an Gott, wenn sie auf Schwierigkeiten stoßen; andere meditieren, gehen in der Natur spazieren oder fragen, was die höhere Macht von ihnen will.
Metaphorisch gesprochen, durchschritten die von mir beobachteten Jugendlichen einen ‚Tunnel der Dunkelheit‘ voller schwerer Probleme, denen sie gegenüberstanden, und am anderen Ende des Tunnels fanden sie Licht. Sie gelangten zu einem tiefen spirituellen Verständnis.
Lisa Miller, Professorin für Psychologie und Pädagogik an der Columbia University. Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Nina Subin

Lisa Miller, Professorin für Psychologie und Pädagogik an der Columbia University.

Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Nina Subin

Einen Weg aus dem Tunnel finden

Gordon: Geben Sie mir ein Beispiel.
Miller: Ein 13-jähriges Mädchen namens Iliana (ein Pseudonym) ist eines der bemerkenswertesten Beispiele, denen ich begegnet bin. Ihr Vater besaß einen Feinkostladen. Eines Tages raubten zwei seiner Bekannten ihn aus und ermordeten ihn.
Iliana war ihrem Vater sehr nahe gewesen und verfiel in eine tiefe Depression. Sie vernachlässigte ihr Studium, weinte unaufhörlich und schloss sich vollkommen ab. Sie kam zu Sitzungen in die Klinik, kommunizierte aber nicht mit mir; sie saß nur zusammengekrümmt da, mit ausdruckslosen Augen, vollkommen in sich gekehrt.
Viele Monate lang halfen die akzeptiertesten psychologischen Behandlungsmethoden der damaligen Zeit – kognitive Verhaltenstherapie (KVT) und interpersonelle Psychotherapie – ihr nicht, den Tunnel der Depression zu durchschreiten, und sie begann weiter zu schwinden.
Dann, eines Tages, kam sie mit einem Funkeln in den Augen und einem breiten Lächeln zu einer Sitzung. ‚Rate mal, was passiert ist‘, sagte sie aufgeregt. Sie berichtete, dass sie in der Schule einen freundlichen und sehr sanften, rücksichtsvollen Jungen getroffen habe, der ihr Herz wahrhaftig berührt habe. Der aufregendste Teil, soweit es Iliana betraf, war der ungewöhnliche und seltene Name des Jungen. Er hieß ‚Horatio‘ – was auch der Name ihres Vaters war.
‚Siehst du‘, sagte sie. ‚Der Junge, den ich getroffen habe, hat denselben Namen wie mein Vater. Das ist ein Zeichen. Mein Vater hat ihn mir geschickt; es ist ein Zeichen, dass er immer noch über mich wacht.‘
Von diesem Tag an verbesserte sich Ilianas Zustand rapide und sie trat aus ihrer Depression heraus. Miller schrieb in ihrem Buch, dass Iliana ihre Perspektive ganz aus eigenem Antrieb heraus änderte.
Sie gelangte laut Miller zu der Erkenntnis, dass es in den schlimmsten und dunkelsten Momenten, in Zeiten von Schmerz und Trauer, eine höhere Macht gebe, die es ihr ermöglicht habe, Licht und Liebe zu empfangen.

Bestimmung inmitten der Natur gefunden

Miller bot ein weiteres Beispiel. Da war ein junger Mann, der Arzt werden wollte und sich gegen Ende der Highschool bei sechs medizinischen Fakultäten bewarb.
Miller: Er wurde von allen abgelehnt, und wurde depressiv. Er fühlte sich wie ein Versager. Er fühlte, er würde niemals erfolgreich sein, da er niemals ein Arzt wie sein Vater und seine Mutter sein würde. Eines Tages, als er im Wald spazieren ging, sah er ein strahlendes Licht, das durch die Bäume schien, und fühlte eine tiefe Einheit mit der Natur. Dieses Licht transformierte sein Denken; er spürte plötzlich die Anwesenheit einer höheren Macht der Liebe und Unterstützung.
Er sagte: ‚In diesem Moment verstand und wusste ich, dass Gott einen Plan für mich hat, dass ich vielleicht kein Arzt wie meine Eltern sein werde, aber ich werde ein Heiler sein, auf die Art, die Gott für mich vorgesehen hat.‘
Ein zusätzliches Beispiel ist das einer jungen Frau, die kurz davor stand, ihren Highschool-Schatz zu heiraten. Sie waren drei Jahre zusammen gewesen und der junge Mann hatte ihr versprochen, dass sie heiraten würden. Eine Woche vor dem Abschluss machte er mit ihr Schluss, und sie verfiel in eine Depressionen.
Sie sagte zu mir, er habe ihr das Herz gebrochen. Sie sagte, sie fühle sich hässlich, der Liebe unwürdig, nicht gut genug. Aber später, als sie in der Synagoge neben ihren Eltern und Großeltern saß und jeder plötzlich auf sie sah, fühlte sie sich von deren Liebe umgeben. Und durch diese Liebe fühlte sie Gottes Liebe und verstand, dass sie nicht allein war.
Foto: Addictive Stock/iStock

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Forschung mit Kindern

Wie Miller sagte, habe es, als sie ihre Karriere als klinische Psychologin begonnen hatte, bereits wissenschaftliche Beweise für die positiven Effekte von Spiritualität bei Erwachsenen gegeben. Dazu gehörten Dinge wie höhere Genesungsraten von Krankheiten, niedrigere Raten von Depression und Sucht, sowie ein längeres Leben. Aber es habe nicht eine einzige wissenschaftliche Studie über die positiven Effekte von Spiritualität bei Kindern, Jugendlichen und Teenagern gegeben.
Und so begann sie, zusammen mit anderen Forschern, die Effekte von Spiritualität zu untersuchen, wenn es darum ging, Probleme zu lösen, die häufig bei Jugendlichen und Teenagern vorkommen.
Ihre wissenschaftlich begutachteten Studien fanden heraus, dass ein starker spiritueller Kern einen signifikanten Schutz für Jugendliche bietet, mit einem ungefähr 80-prozentig verringerten Risiko, eine Drogenabhängigkeit zu entwickeln, einem etwa 70 Prozent niedrigeren Risiko für Mädchen, sich auf beiläufige sexuelle Aktivitäten einzulassen, und einer 43-prozentigen Reduktion der Wahrscheinlichkeit von Depressionen bei heranwachsenden Mädchen.

Mentale Stärke als Fundament

Gordon: Woher wissen Sie, dass es die Spiritualität war, die diesen Jugendlichen geholfen hat, und nicht Charaktereigenschaften wie Selbstvertrauen oder Werte, die sie zu Hause lernten?
Miller: In Studien dieser Art wird der Grad der Spiritualität der Probanden gemessen und Charaktereigenschaften wie Entschlossenheit, Willenskraft, Großzügigkeit, Optimismus und emotionale Belastbarkeit werden untersucht. Es zeigte sich, dass Spiritualität einen größeren Einfluss hatte als jede andere Charaktereigenschaft.
Wir sahen, dass Jugendliche ohne ein solides spirituelles Fundament dazu neigten, sich mehr nach ihren äußeren Leistungen, bestimmten Fähigkeiten, die sie besitzen, oder nach ihrem physischen Erscheinungsbild zu beurteilen. Sie haben eine stärkere Tendenz, sich selbst als eine Ansammlung separater Teile zu sehen, von denen sie einige mögen und einige nicht.
Zum Beispiel: ‚Ich bin gut in Mathe, ich bin nicht gut im Sport, ich habe Pickel, ich bin nicht beliebt, ich habe es nicht aufs College geschafft, andere sind erfolgreicher als ich.‘ Selbstbeurteilung, Vergleich mit anderen und ständiger Wettbewerb können das Leben für Jugendliche sehr schwer machen.
Im Gegensatz dazu sehen sich Jugendliche mit einem soliden spirituellen Fundament als ein Ganzes, als eine Seele mit einem bestimmten Sinn im Leben. Daher ist ihre gesamte Weltanschauung anders.
Sie mögen denken: ‚Alle Fähigkeiten, die ich habe, sind Geschenke, und durch sie muss ich den Zweck erfüllen, für den ich hier bin.‘ Die Aufgabe mag sein, anderen menschlichen Wesen zu dienen oder Gott zu dienen. Dies spiegelt sich darin wider, die Sichtweise zu haben, dass ein schwieriger Tag nur ein schwieriger Tag ist oder ein schwieriger Beginn in Richtung eines höheren Ziels.
Foto: Vera Livchak/iStock

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Ist Spiritualität angeboren?

Millers Forschung wurde teilweise durch die bahnbrechende Arbeit von Kenneth Kendler, einem Psychiater und Genetikforscher, inspiriert. Im Jahr 1997 veröffentlichten Kendler und seine Kollegen eine breite Studie, die 1.902 eineiige und zweieiige Zwillinge untersuchte.
Diese waren im Durchschnitt 30 Jahre alt. Einige von ihnen waren zusammen und einige getrennt aufgewachsen. Eine der revolutionären Schlussfolgerungen seiner Forschung war: Spiritualität ist eine angeborene Eigenschaft, die durch Vererbung weitergegeben wird.
Gordon: Wie kann man bestimmen, dass Spiritualität eine angeborene Eigenschaft ist?
Miller: Wenn man eineiige Zwillinge, die zusammen aufgewachsen sind, mit Zwillingen vergleicht, die getrennt aufgewachsen sind, kann man bestimmen, zu welchem Grad eine bestimmte Eigenschaft angeboren oder ein Ergebnis von Umwelteinflüssen ist.
Zum Beispiel wurde herausgefunden, dass der IQ zu ungefähr 60 Prozent eine angeborene Eigenschaft ist und zu 40 Prozent von der Umwelt abhängt, während Temperamente wie Introvertiertheit oder Extrovertiertheit zu 50 Prozent vererbt und zu 50 Prozent von der Umwelt abhängen. In Kendlers Studie wurden Zwillinge über den Grad religiösen und/oder spirituellen Glaubens in der Umgebung, in der sie aufgewachsen waren, befragt, und nach statistischen Berechnungen wurde herausgefunden, dass jeder Mensch bei der Geburt ungefähr 29 Prozent Spiritualität besitzt.
Zusätzliche Studien, die an Zwillingen durchgeführt wurden, produzierten ähnliche Ergebnisse.
Die Bedeutung der Forschung sei, erklärte Miller, dass die Art und Weise, in der sich Spiritualität im Leben einer Person entwickeln werde, oder ob sie überhaupt ausgedrückt werde, zu ungefähr 70 Prozent von der Umwelt abhänge. Dazu zählten die Eltern, die erweiterte Familie, das, was in der Schule gelehrt werde, die Gemeinschaft, die allgemeine Kultur und die Freunde, mit denen man verkehre.
Miller: Da nur ungefähr ein Drittel der spirituellen Eigenschaft angeboren ist und ungefähr zwei Drittel von der Umwelt abhängen, haben die ersten zwei Jahrzehnte des Lebens einer Person einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung und Kultivierung von Spiritualität.
Foto: Everste/iStock

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Spiritualität und religiöser Glaube

Kendlers Forschung kam zu einer weiteren Schlussfolgerung: Spiritualität und religiöser Glaube sind zwei unterschiedliche Begriffskomplexe. Spiritualität ist das Gefühl einer persönlichen Verbindung zu Gott, zur Natur oder einer anderen höheren Macht.
Demgegenüber sei der Grad, in dem eine Person einer bestimmten Religion anhänge, eine separate Erfahrung. Kendler fand keinen signifikanten Zusammenhang zwischen Spiritualität und religiösem Glauben. Manche Menschen sind sehr spirituell und zutiefst religiös, andere sind sehr spirituell ohne religiösen Glauben.
Miller stellte zudem fest, dass „Spiritualität einen starken Schutz vor Drogenkonsum bieten kann, während eine strenge Einhaltung [religiöser Vorschriften] ohne das Gefühl einer heiligen Verbindung den Drogenkonsum nicht verhindert.“
Foto: mediaphotos/iStock

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Gordon: Wenn Eltern die Spiritualität ihrer Kinder vernachlässigt haben, lässt sich diese Lücke dann im Jugendalter noch schließen?
Miller: Ja, das ist möglich. Der Grund ist, dass die Adoleszenz ein Alter spirituellen Erwachens ist. Wenn die Adoleszenz in der Vergangenheit nur als eine turbulente Übergangsphase angesehen wurde, die in Richtung sexueller, physischer, mentaler und emotionaler Reife führt, wird sie jetzt auch als ein spirituelles Erwachen, Suchen und Wachsen verstanden.
In diesem Alter tauchen zum ersten Mal existenzielle Fragen auf: Was ist der Sinn des Lebens, was ist meine Rolle in der Welt, wer bin ich als ein separates Wesen, und mehr. Diese erhöhte spirituelle Wachheit, die das Suchen, Überlegen und den Zweifel mit sich bringt, bietet Eltern die Chance, ihre Jugendlichen bei der Entwicklung und Stärkung ihres spirituellen Kerns zu unterstützen.
Dieses spirituelle Erwachen während der Adoleszenz ist universell. In Interviews, die mit 6.725 Jugendlichen aus acht Ländern durchgeführt wurden, unter anderen aus den Vereinigten Staaten, Australien, Indien und Kamerun, fanden Forscher tendenziell ein wachsendes Interesse an Spiritualität, ungeachtet der Religion oder des Landes, in dem die Jugendlichen lebten.
Miller: Ein solches spirituelles Erwachen tritt wieder in der Lebensmitte auf, ungefähr im Alter von 45 Jahren, wenn man im Rückblick zur Selbstprüfung ansetzt: ‚Habe ich meine Rolle in der Welt bisher gut erfüllt?‘, ‚Bin ich ein guter Vater/Mutter?‘, ‚Habe ich regen Gebrauch von den Geschenken gemacht, die ich von Gott erhalten habe?‘ und so weiter. Gegen Ende des Lebens, vielleicht in den späten 70ern, findet ein weiteres spirituelles Erwachen statt.
Wenn ein Kind die Adoleszenz erreicht, während seine Eltern in der Lebensmitte sind und sich ebenfalls in einer Phase erhöhten spirituellen Erwachens befinden, können sie sich gemeinsam auf eine Reise spiritueller Ermächtigung begeben – um die Fragen zu diskutieren, die aufkommen, und zu verstehen, dass dies letztendlich eine sehr persönliche Reise ist und jede Person ihren eigenen Weg geht.
Falun-Dafa-Praktizierende führen am 13. Mai 2015 im Rahmen der Feierlichkeiten zum Welt-Falun-Dafa-Tag auf dem Times Square in New York City Falun-Dafa-Übungen durch. Foto: Samira Bouaou/The Epoch Times

Falun-Dafa-Praktizierende führen am 13. Mai 2015 im Rahmen der Feierlichkeiten zum Welt-Falun-Dafa-Tag auf dem Times Square in New York City Falun-Dafa-Übungen durch.

Foto: Samira Bouaou/The Epoch Times

Spiritualität bei Kindern fördern

Gordon: Wir haben über die Bedeutung von Spiritualität gesprochen, wie sie in Ihrer Forschungsarbeit deutlich wird. Wie kann sie bei Kindern kultiviert werden, sodass sie widerstandsfähig gegen die Stürme der Adoleszenz sind?
Miller: Es gibt mehrere Arten, sie zu kultivieren, und alle von ihnen sind sehr wichtig. Erstens müssen Eltern ihre spirituellen Erfahrungen in ihrem täglichen Verhalten ausdrücken. Es ist wichtig, Kindern von einem jungen Alter an zu zeigen, dass Spiritualität ein Teil des Lebens ist und dass es eine spirituelle Realität gibt.
Zum Beispiel, als meine Mutter Schabbatkerzen anzündete, überstürzte sie das Ritual nicht und murmelte das Gebet nicht einfach, um eine Verpflichtung zu erfüllen. Nach all den hektischen Vorbereitungen für den Schabbat schaltete sie um auf einen sehr langsamen, ruhigen Modus, zündete die Kerzen an und rezitierte das Gebet mit voller Inbrunst und einem gefühlvollen Herzen. Tränen der Dankbarkeit benetzten ihre Wangen, als sie Gott dankte, der in ihrem Leben gegenwärtig war und ihr alles gegeben hatte, was sie besaß. Ihr ganzes Wesen strahlte die spirituelle Erfahrung aus, die sie empfand.
Miller: Gleichermaßen können Eltern ihre Kinder einladen, sich ihnen anzuschließen, indem sie Anerkennung und Wertschätzung der höheren Macht in ihrem Leben zum Ausdruck bringen.
Zum Beispiel, indem sie ihre Kinder einladen, an Gebet, Meditation oder einem ruhigen Spaziergang in der Natur teilzunehmen, oder an einer anderen spirituellen Praxis, die in ihrem Leben präsent ist. Ein komplementärer Aspekt ist, wie sie andere menschliche Wesen behandeln, indem sie Liebe oder Mitgefühl ihnen gegenüber durch Hilfe und Rücksicht ausdrücken.
Etwa, indem sie für einen Nachbarn kochen, der sich schwierigen medizinischen Behandlungen unterzieht, oder in einem Pflegeheim freiwillig arbeiten. Es ist wichtig für Eltern, ihren Kindern zu erklären, wie diese Handlungen ein Ausdruck von Anerkennung und Wertschätzung der höheren Macht in ihrem Leben sind.
Foto: Halfpoint/iStock

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Miller: Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass Eltern ihren Kindern erzählen, wie Spiritualität in ihrem eigenen Leben präsent ist. Erklären Sie, dass der Pfad zur Entdeckung von Spiritualität eine Reise ist und die Jugendlichen ihre eigene Reise machen könnten.
Auf jener Reise mag es Höhen und Tiefen, Kämpfe und Zweifel, Erfolge und Misserfolge geben. Aber sie werden niemals allein sein; es wird immer eine Präsenz einer höheren Macht geben, selbst wenn sie sich zu manchen Zeiten wirklich isoliert fühlen.
Und schließlich erwähnt Miller eine Studie, die herausfand, dass bedingungslose Liebe und Akzeptanz Kindern hilft, ihre eigene Spiritualität zu entwickeln und zu kultivieren.
Miller: Es ist an der Zeit, dass die Psychologie die Spiritualität als eine zentrale Komponente im Leben von Jugendlichen behandelt.
Kein äußerer Erfolg kann mit der Wichtigkeit spirituellen Erwachens während der Adoleszenz verglichen werden, weil dieses Erwachen den inneren Kompass baut, unsere angeborene Kapazität zur Verbindung mit einer höheren Macht durch das Leben hindurch stärkt und Jugendliche während einer turbulenten Periode in ihrem Leben schützt – einer Periode, in der es eine größere Chance für Selbstmord oder das Verfallen in Depressionen gibt, als von einem Auto angefahren zu werden oder COVID-19 zu bekommen.
Foto: Alexeg84/iStock

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Der Artikel erschien im Original im Epoch Magazin Israel und auch auf theepochtimes.com unter dem Titel „The Spiritual Child: The New Science of Raising Healthy Children“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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Kunst als bevorzugtes Ziel des organisierten Verbrechens?


In Kürze:

  • Mit Kunst wurden im Jahr 2025 Umsätze von fast 50 Milliarden Euro erzielt.
  • Hohe Einzelwerte, subjektive Bewertungen und hoher Anonymität machen sie zum Ziel und Werkzeug für das organisierte Verbrechen.
  • Geldwäsche läuft dabei in drei Stufen: Investition, Verschleierung und Integration
  • Internationale Regeln können das Problem nicht vollständig Lösen. Museen können dazu beitragen, die Gesellschaft zu sensibilisieren.

 
Im Jahr 2024 erreichte der weltweite Kunstmarkt laut dem „Art Basel and UBS Art Market Report 2025“ einen geschätzten Umsatz von umgerechnet 49,5 Milliarden Euro, was die Bedeutung der Kunst als Anlageklasse unterstreicht.
Kunst wird traditionell mit edlen Motiven und kulturellem Erbe in Verbindung gebracht. Der Kunstmarkt mit seinen hohen Transaktionswerten, teils manipulierten Bewertungen sowie seiner relativen Undurchsichtigkeit kann jedoch als Instrument für kriminelle Investitionen und Geldwäsche missbraucht werden.
Wir haben deshalb die Triebkräfte der Geldwäsche, die neu entstandenen Schwachstellen des Kunstmarktes – insbesondere durch dessen Digitalisierung – und mögliche Lösungen analysiert.

Mangelnde Transparenz

Experten schätzen, dass jährlich zwischen zwei und fünf Prozent des weltweiten BIP gewaschen werden. Zwar ist Geldwäsche mittels Gemälde und Co. nur eine von vielen Methoden, doch ist die Kunstbranche aufgrund mangelnder Transparenz, subjektive Bewertungsmechanismen und reichlich Spekulationen anfällig.
Diese Eigenheiten machen den Kunstmarkt zu einem der am wenigsten regulierten Märkte, was Maßnahmen zur Eindämmung der Geldwäsche anbelangt. Tatsächlich gilt der Handel mit Kunst aller Art nach Drogen und Waffen als die lukrativste Finanzierungsquelle für illegale Aktivitäten.
Im Jahr 2007 gab es ein eindrucksvolles Beispiel im Zusammenhang mit einem Gemälde des US-amerikanischen Künstlers Jean-Michel Basquiat (1960–1988). Das Kunstwerk „Hannibal“ passierte den Zoll mit einer Rechnung, auf der sein Wert mit nur 82 Euro angegeben war. Der tatsächliche Wert lag jedoch bei 6,8 Millionen Euro.
Hinter der Transaktion stand ein Geldwäschekomplott, das von einem ehemaligen brasilianischen Banker inszeniert wurde. Dieser Fall zeigt, wie der Kunstmarkt aufgrund seiner Natur in den Mittelpunkt illegaler Aktivitäten geraten kann.

Die Künstler Andy Warhol (l.), Jean-Michel Basquiat (2.v.l.) und Fransesco Clemente (r.) mit Kunstsammler Bruno Bischofberger (2.v.r.).

Eine gut geölte Maschine

Als Geldwäsche gilt der Vorgang, bei dem die Herkunft illegal erworbener Gelder verschleiert wird, um sie als legitim erscheinen zu lassen. Das Ziel ist einfach: „Schmutziges Geld“, das nicht offen verwendet werden kann, soll in „sauberes Geld“ umgewandelt werden, das sich nahtlos in die legale Wirtschaft einfügt. In der Kunstwelt nutzen kriminelle Organisationen bewährte Taktiken, ähnlich denen, die von mexikanischen Drogenkartellen angewendet werden.
Kunst spielt in kriminellen Machenschaften zwei zentrale Rollen. Erstens dient sie als direkte Quelle illegaler Einnahmen durch die Herstellung gefälschter Werke oder den Verkauf gestohlener Kunstwerke. Zweitens fungiert sie als Instrument zur Geldwäsche: Echte Kunstwerke werden gekauft und weiterverkauft, um illegale Gelder zu „waschen“.
Der Geldwäscheprozess vollzieht sich in drei Phasen: Investition, Verschleierung und Integration. Bei der Investition wird schmutziges Bargeld in Geldmittel umgewandelt, die auf Bankkonten eingezahlt werden. Kriminelle könnten so etwa Kunstwerke mit Bargeld erwerben und diese anschließend weiterverkaufen, wobei sie vom neuen Käufer die Zahlung per Banküberweisung verlangen. Dies beruht oft auf der Bestechung von Insidern in Galerien, Auktionshäusern oder Freihäfen.

In Auktionshäusern erworbene Kunstwerke werden teils von Kriminellen benutzt, um Geldwäsche zu betreiben.

Foto: shironosov/iStock

Bei der Verschleierung geht es darum, das investierte Geld über mehrere Konten zu schleusen, um seine Spur zu verwischen. Der Kunstmarkt ist in dieser Phase der Geldwäsche von besonderem Interesse, da Spekulationen auf bestimmte Arten von Kunstwerken und Auktionen den Preis von Kunstwerken irrational in die Höhe treiben können. Dies ermöglicht es Kriminellen, große Geldsummen in einer begrenzten Anzahl von Transaktionen zu investieren, ohne Aufmerksamkeit zu erregen.
Schließlich bedeutet Integration, das gewaschene Geld – oft über Briefkastenfirmen – in legale Vermögenswerte zu reinvestieren, um den Kreislauf zu schließen.

Zahlreiche Schwachstellen

Der Kunstmarkt ist in vielerlei Hinsicht anfällig für kriminelle Aktivitäten. Diese Schwachstellen sind besonders ausgeprägt in Bereichen, in denen Undurchsichtigkeit und Anonymität an der Tagesordnung sind, wie unter anderem bei privaten Verkäufen in Auktionshäusern, digitalen Transaktionen mit Kryptowährungen und der Nutzung von Freihäfen für Lagerung und Transfer.
Das erste Glied in der Kette illegaler Aktivitäten ist häufig die Herstellung gefälschter Kunstwerke oder der Verkauf gestohlener Objekte. Dadurch werden Gelder generiert, die sich ideal zur Geldwäsche eignen. Ein eindrucksvolles Beispiel ist eine groß angelegte europäische Operation aus dem Jahr 2024, die sich über Spanien, Frankreich, Italien und Belgien erstreckte. Die Behörden beschlagnahmten über 2.000 gefälschte zeitgenössische Kunstwerke, deren Originale in Summe auf 200 Millionen Euro geschätzt werden.
Gefälschte Kunst Bayerischen Landeskriminalamts in München

Drei der 20 von der deutschen Polizei beschlagnahmten Gemäldefälschungen sind am 24. Oktober 2025 in den Räumlichkeiten des Bayerischen Landeskriminalamts in München ausgestellt.

Foto: Matthias Balk/AFP via Getty Images

Eine weitere kritische Schwachstelle entsteht, wenn Kunstwerke über Verkaufsplattformen wie Galerien oder Messen den Besitzer wechseln. Dieses Risiko ist besonders ausgeprägt bei Privatverkäufen, bei denen die Provenienz und die Identität des Verkäufers selten öffentlich gemacht werden. Die mangelnde Transparenz bietet Kriminellen ideale Möglichkeiten, Geld zu waschen, indem sie die Herkunft und die Besitzgeschichte des Kunstwerks verschleiern.
Schließlich werden ganz am Ende der Wertschöpfungskette häufig Briefkastenfirmen zum Kauf von Kunstwerken genutzt, wodurch der wahre Begünstigte verschleiert und es den Behörden erschwert wird, die Herkunft der Gelder zurückzuverfolgen.

Neue, wirksamere Instrumente?

Das regulatorische Umfeld für den Kunstmarkt hat sich in jüngster Zeit in Richtung strengerer Standards entwickelt. Die Europäische Union passte im Mai 2024 ihre Geldwäscherichtlinie an und weitete diese auf die Anforderungen zur Bekämpfung der Geldwäsche aus.
Gemäß der neuen Richtlinie sind Verkäufer von Kunst nun verpflichtet, die Identität ihrer Kunden zu überprüfen. Außerdem müssen sie alle Transaktionen überwachen, die den Betrag von 10.000 Euro übersteigen.
Auf Ebene der Mitgliedstaaten haben nationale Maßnahmen die Sanktionen zur Bekämpfung der Geldwäsche auf dem Kunstmarkt verschärft. In den USA zielt unter anderem der vorgeschlagene „Art Market Integrity Act“ darauf ab, der Kunstbranche spezifische Verpflichtungen in Bezug auf Geldwäschebekämpfung, Identitätsprüfung von Kunden, detaillierte Aufzeichnungspflichten, Überwachung von Transaktionen über 10.000 US-Dollar und die Meldung verdächtiger Aktivitäten an das US-Finanzministerium aufzuerlegen.
Handel mit Kunst wie hier bei einer Auktion in Frankreich

Besucher einer Auktion am 27. März 2018 in Nantes, Frankreich. Zum Verkauf stand ein Gemälde des Franzosen Charles Meynier (1763–1832) (siehe Hintergrund), dass für mehr als 2,2 Millionen Euro den Besitzer wechselte.

Foto: Loic Venance/AFP via Getty Images

Sensibilisierung der Öffentlichkeit

Auch Museen spielen eine entscheidende Rolle, insbesondere bei der Sensibilisierung der Öffentlichkeit. So wurden beispielsweise im Jahr 2024 in einer Ausstellung in Mailand über 80 Kunstwerke gezeigt, die mit der organisierten Kriminalität in Verbindung stehen, darunter Werke von Salvador Dalí und Andy Warhol, um das Thema des internationalen Kunsthandels zu beleuchten.
Aufgrund seiner Komplexität und Undurchsichtigkeit ist der Kunstmarkt ein fruchtbarer Boden für Geldwäscheaktivitäten. Zwar stellen die jüngsten regulatorischen Fortschritte einen bedeutenden Schritt nach vorn dar, doch reichen sie nach wie vor nicht aus, um die Schwachstellen in der Wertschöpfungskette des Kunstmarktes zu überwinden: mangelnde Transparenz, Korruption und regulatorische Lücken in Freihäfen, um nur einige zu nennen.
Wir hoffen, dass die Bedeutung der Kunst – an sich, in den Augen der Bürger und im Hinblick auf ihre „Soft Power“ – die Behörden dazu ermutigen wird, ihre Handlungsmöglichkeiten zu stärken und gleichzeitig eine echte Kultur der Transparenz und Rechenschaftspflicht zu etablieren.
Dieser Artikel erschien im Original auf theconversation.com unter dem Titel „Les œuvres d’art, cibles de choix pour le crime organisé ?“. (redaktionelle Bearbeitung: kms)The Conversation
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TICKER Berlin | Neues Abgeordnetenhaus vor der Wahl – CDU und Linkspartei vorn

In Berlin wird am Sonntag ab 8:00 Uhr ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Rund 2,5 Millionen Wahlberechtigte entscheiden damit auch, wer als Regierender Bürgermeister in das Rote Rathaus einzieht. Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der CDU und der Linken um den Wahlsieg voraus.
Die Spitzenkandidaten sind: Stefan Evers (CDU), Steffen Krach (SPD), Werner Graf (Grüne), Elif Eralp (Linke), Kristin Brinker (AfD), Christoph Meyer (FDP) und Alexander King (BSW).
 
HEUTE18:15 Uhr

CDU bei 20 Prozent, die Linken 20 – 22 Prozent

Die CDU mit Spitzenkandidat Stefan Evers kam in den jüngsten Umfragen auf 20 Prozent, die Linke mit Spitzenkandidatin Elif Eralp auf 20 bis 22 Prozent.
Grüne und SPD lagen mit 15 bis 16 Prozent beziehungsweise zwölf Prozent dahinter, könnten aber Teil einer schwarz-grün-roten oder rot-grün-roten Dreierkoalition werden. Parallel zur Abgeordnetenhauswahl werden in Berlin auch die Bezirksverordnetenversammlungen gewählt, die wiederum die Bezirksbürgermeister wählen.
HEUTE17:30 Uhr

CDU ruft zu Geschlossenheit auf

Unionspolitiker rufen die CDU zur Geschlossenheit und die Koalition zum Festhalten am Reformkurs auf. „Gerade jetzt ist es wichtig, dass die Regierung stabil bleibt und Reformen vorantreibt. Friedrich Merz steht als Kanzler entschlossen für diesen notwendigen Reformkurs“, sagte Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) dpa
Der frühere CDU-Vorsitzende und Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet, argumentierte, es gehe um die Unterstützung der Ukraine, den wirtschaftlichen Druck aus China und um die europäische Finanzplanung für die nächsten sechs Jahre – mit dem Bundeskanzler als Chefverhandler. „Ein Kanzlerwechsel aus dem Nichts wäre da extrem schädlich“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Im schlimmsten Fall würde die CDU in Schwerin aus dem Landtag fliegen und in Berlin die Regierungsverantwortung verlieren. Merz hat noch für den Wahlabend das CDU-Präsidium in Berlin zusammengerufen.
HEUTE17:00 Uhr

Wahldaten der jüngeren Umfragen

 
 
Mit Material von Nachrichtenagenturen
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Deutscher General wird Chef von NATO-Militärausschuss

Deutschlands ranghöchster Soldat wird neuer Vorsitzender des NATO-Militärausschusses. Generalinspekteur Carsten Breuer wurde bei einer Sitzung des Gremiums in Kopenhagen zum Nachfolger des italienischen Admirals Giuseppe Cavo Dragone gewählt, wie die NATO mitteilte.
Breuer setzte sich gegen die kanadische Generalstabschefin Jennie Carignan durch, die im Fall ihrer Wahl die erste Frau an der Spitze des Militärausschusses geworden wäre. Er soll im Juli 2027 die Nachfolge des derzeitigen Amtsinhabers antreten.
Breuer dankte „für das in mich gesetzte Vertrauen“. „Die Unterstützung der Generalstabschefs unserer NATO-Verbündeten bedeutet mir viel. Im Bündnis liegen große Aufgaben vor uns – für unsere Sicherheit und den Frieden in Europa und darüber hinaus“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
Als Vorsitzender des Militärausschusses werde es ihm ab Mitte nächsten Jahres darum gehen, die Perspektiven aller Mitgliedstaaten zusammenzuführen und substanzielle militärische Ratschläge in das Bündnis einzubringen.
„Mit großem Respekt vor der Aufgabe freue ich mich sehr auf dieses anspruchsvolle und wichtige Amt und darauf, gemeinsam mit unseren Verbündeten Verantwortung für Frieden und Freiheit in unserem Bündnis zu übernehmen“, sagte Breuer.

Breuer dann militärischer Berater des Generalsekretärs

Der Vorsitzende des Militärausschusses gilt neben dem Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Europa (Saceur) als einer der einflussreichsten Militärs der NATO.
Er ist der wichtigste militärische Berater des Generalsekretärs und zugleich das Bindeglied, über das die gemeinsamen Empfehlungen der Generalstabschefs aller NATO-Mitgliedstaaten den politischen Entscheidungsgremien vorgelegt werden.
Zudem werden über ihn Weisungen und Richtlinien des Militärausschusses an die strategischen Befehlshaber der NATO sowie an den Generaldirektor des Internationalen Militärstabs weitergeleitet.
Der bislang letzte Deutsche auf dem Posten war General Harald Kujat. Er war ebenfalls zuvor Generalinspekteur der Bundeswehr gewesen und amtierte von Juli 2002 bis Juni 2005 als Vorsitzender des Militärausschusses.
Die Wahl von General Breuer gilt im Bündnis auch als Zeichen der Wertschätzung dafür, dass die Bundesrepublik zuletzt erheblich zur Steigerung der europäischen Verteidigungsfähigkeiten beitrug.
Bei den Verteidigungsausgaben liegt Deutschland nach NATO-Zahlen derzeit mit rund 125 Milliarden Euro klar auf Platz eins in Europa, in der militärischen Kommandostruktur des Bündnisses besetzt es seit diesem Jahr mehr Spitzenposten als die USA.
Das alles soll es den Vereinigten Staaten ermöglichen, frei werdende Mittel und Streitkräfte für einen massiven Ausbau ihrer Abschreckung im Indopazifik zu nutzen. Die USA sehen mittlerweile nicht mehr Russland, sondern China als Hauptherausforderung für ihre eigenen Sicherheitsinteressen.

Breuer führte den Kurswechsel nach der „Zeitenwende“

Breuer ist seit März 2023 Generalinspekteur und damit militärisch verantwortlich für die Umorganisation und Stärkung der Bundeswehr, die nach der „Zeitenwende“ angestoßen wurde – ausgelöst durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Vor seiner Ernennung zum Generalinspekteur war Breuer Befehlshaber des Territorialen Führungskommandos der Bundeswehr, das er selbst aufgebaut hatte. Bekanntheit erlangte er zuvor auch als Leiter des Corona-Krisenstabs im Kanzleramt.
Breuer trat 1984 in die Bundeswehr ein. Als er seinen Dienst in einem Flugabwehrregiment begann, herrschte in Europa die Konfrontation zwischen Ost und West, der Kalte Krieg.
Breuer war in jungen Jahren Truppenfachlehrer der später aufgelösten Heeresflugabwehr. Für die Landes- und Bündnisverteidigung wird diese derzeit wieder aufgebaut, damit Landstreitkräfte im Kampf selbst Bedrohungen aus der Luft im Nahbereich abwehren können.
In militärischen Laufbahnen für Topposten wechseln sich Aufgaben als Kommandeur und politische Verwendungen wie im Verteidigungsministerium ab. In den Jahren 2015 und 2016 war Breuer Projektbeauftragter für das Weißbuch zur Zukunft der Bundeswehr.

Wer wird General an der Spitze der Bundeswehr?

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) steht nach der Wahl Breuers in den kommenden Monaten vor der Entscheidung, wen er stattdessen an die militärische Spitze der Bundeswehr setzt.
In früheren Jahren wurde der damalige Inspekteur der Luftwaffe, Ingo Gerhartz, als möglicher Nachfolger genannt. Er ist seit Juni 2025 Befehlshaber des operativen NATO-Hauptquartiers im niederländischen Brunssum, verantwortlich für weitere Teile der NATO-Ostflanke. Deutschland steht mit dem General erstmals in der Verantwortung.
Als ein möglicher Kandidat für den Posten des Generalinspekteurs im kommenden Jahr gilt Generalleutnant Christian Freuding, der Inspekteur des Heeres. Er treibt die Modernisierung der deutschen Landstreitkräfte voran und war zuvor Chefkoordinator der militärischen Ukraine-Hilfe Deutschlands. (dpa/red)
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Tankrabatt: Ökonomen streiten über Wirkung und Risiken


In Kürze:

  • Tankrabatt: Die geplante Entlastung von 17 Cent je Liter stößt bei Wirtschaft und Verbänden auf unterschiedliche Reaktionen.
  • Preisdeckel: Ökonomen sehen Chancen für Verbraucher und Unternehmen, warnen aber zugleich vor Marktverzerrungen und möglichen Versorgungsengpässen.
  • Weitere Hilfen: Die Bundesregierung kündigt für 2027 zusätzliche Entlastungen für besonders betroffene Bürger und Unternehmen an.

 
Im Wesentlichen mit zwei Maßnahmen will die Bundesregierung die in den vergangenen Wochen aus dem Ruder gelaufenen Treibstoffpreise in Deutschland wieder eindämmen. Ab 1. Oktober senkt sie die Energiesteuer auf Treibstoffe um 14 Cent. Unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer lässt das einen Tankrabatt von 17 Cent erwarten. Bereits im Mai und Juni hatte es einen Tankrabatt in etwa der gleichen Höhe gegeben.
Ab 1. Januar 2027 soll es auch einen Spritpreisdeckel als staatliche Preisobergrenze geben. Dieser soll sich an der Entwicklung des Ölpreises orientieren. Wie dieser exakt konstruiert sein soll und welche Höhe er aufweisen wird, ist noch völlig offen.

Lob aus Regierungsparteien

Die Reaktionen auf die Ankündigung sind höchst unterschiedlich. Unterstützung kommt erwartungsgemäß aus den Regierungsparteien. Die SPD hatte bereits seit Längerem einen Spritpreisdeckel gefordert. Die Partei sieht in einem Preisdeckel eine wirksame Maßnahme, um missbräuchliche Preisaufschläge zu unterbinden.
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), die vehement auf eine Intervention gedrängt hatte, äußerte, es sei „gut, dass die Bundesregierung bei den Spritpreisen endlich handelt“. Das Land werde einem Vorschlag der Bundesregierung im Bundesrat zustimmen.
Ihr hessischer Amtskollege Boris Rhein (CDU) erklärte, die Senkung der Energiesteuer sei „ein wichtiges Signal für alle, die täglich auf ihr Auto angewiesen sind“. Gleichzeitig mahnte er:
„Was der Staat an der Zapfsäule zurückgibt, darf er sich nicht an anderer Stelle wiederholen.“
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hatte sich längere Zeit gegen einen Preisdeckel gesperrt. Sie befürchtete eine Schwächung in Deutschland ansässiger Raffinerien, die aufgrund geringerer Erlöse die Produktion drosseln könnten.

Opposition: Maßnahmen verspätet und ineffizient

Kritik kommt hingegen aus der Opposition. Die Vorsitzende der Linken, Ines Schwerdtner, hält die Maßnahmen lediglich für kurzfristig wirksam. Was weiterhin fehle, sei „ein Plan, wie Energie langfristig bezahlbar wird und nicht zum Luxusgut wird“. Solange Deutschland bei Öl und Gas von internationalen Krisen abhängig bleibe, werde es weiterhin Preisschocks geben.
Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch argwöhnt, dass die Ölkonzerne den Tankrabatt ausbremsen würden, sodass dieser nicht bei den Bürgern ankäme. Gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ mahnte er:
„Das Geld muss im Geldbeutel der Menschen ankommen, nicht in den Taschen der Ölkonzerne.“
Mecklenburg-Vorpommerns AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm bezeichnete die angekündigten Maßnahmen gegenüber „BILD“ als „überfällig, aber in der Sache richtig“. Seine Partei habe schon seit Langem eine Spritpreisbremse gefordert, weil viele Menschen in seinem Bundesland für weite Wege auf das Auto angewiesen seien. Es müssten jedoch auch die staatlichen Abgaben auf den Treibstoffpreis sinken.
Der niedersächsische BSW-Chef Frederick Broßart hingegen kritisierte den Tankrabatt als unzureichend. Auf X schrieb er: „17 Cent Entlastung pro Liter Sprit, aber Geld für Waffen ist unendlich da.“ Der Politiker der Wagenknecht-Partei forderte einen Spritpreisdeckel von 1,50 Euro.
FDP-Generalsekretär Martin Hagen hält den Beschluss hingegen für falsch. Er lasse marktwirtschaftliche Mechanismen außer Acht. Gegenüber „BILD“ erklärte er, angebracht wäre stattdessen eine umfassende Steuersenkung. Außerdem müsse es niedrigere Energiesteuern, die Abschaffung der nationalen CO2‑Abgabe und ein Ende der Kfz-Steuer geben.

Kritik vom ifo – Sozialverband begrüßt Preisbremse

Ähnlich sieht es ifo-Präsident Clemens Fuest. Er hält den Tankrabatt für einen Fehler und erklärt, der Staat gebe für die Maßnahme viel Geld aus, erreiche aber größtenteils nur „Autofahrer, die sich die Benzinpreise leisten können“. Der Staat könne die Preise nicht ändern, nur die Kosten umverteilen. In dieser Situation wäre es die bessere Option gewesen, die Kilometerpauschale für Fernpendler zu erhöhen und Menschen mit niedrigen sowie mittleren Einkommen direkt zu unterstützen.
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) sieht die geplanten Maßnahmen ambivalent. Vorstandschefin Michaela Engelmeier erklärte gegenüber den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“, der Tankrabatt sei eine „Gießkannenlösung“. Er koste viel Geld und entlaste auch diejenigen, die keine Entlastung benötigten. Die Spritpreisbremse sei hingegen sinnvoll, um Bürger vor weiteren Preissprüngen zu schützen. Allerdings sei es enttäuschend, dass man krisenbedingte Übergewinne nicht konsequenter abschöpfe. Engelmeier mahnte auch zu Entlastungen bei Heiz- und Stromkosten.
Unterstützung kommt auch von Ökonom Sebastian Dullien. Er hält den Tankrabatt insbesondere in Kombination mit einem Preisdeckel für sinnvoll, da nicht nur Autofahrer, sondern auch Unternehmen mit hohen Transportkosten entlastet würden. Dies könne verhindern, dass hohe Dieselpreise auf Lebensmittelpreise durchschlagen. Außerdem würde dies die Inflation dämpfen und insbesondere Logistikunternehmen stabilisieren.

Tankrabatt im Frühjahr nicht vollständig weitergegeben

Ralf Dewenter von der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg beurteilt die Effekte dagegen deutlich zurückhaltender: Die Entlastung sei zu gering und zu kurzfristig, um nennenswert Arbeitsplätze zu sichern. Auch für Pendler erwartet er lediglich Einsparungen im einstelligen Eurobereich pro Monat. Diesem kleinen Vorteil könnten mögliche Marktverzerrungen und im Extremfall Versorgungsengpässe gegenüberstehen.
Aus der Logistikbranche kommt Zustimmung, allerdings mit dem Wunsch nach mehr Planungssicherheit. Der Deutsche Bauernbund hält die Steuersenkung lediglich für eine kurzfristige Entlastung und fordert dauerhafte Maßnahmen wie einen vergünstigten Agrardiesel.
Auch der Vorsitzende der Monopolkommission, Tomaso Duso, bezweifelt größere Beschäftigungseffekte. Zudem verweist er auf Erfahrungen mit dem früheren Tankrabatt: Ein Teil der staatlichen Entlastung sei bei den Mineralölkonzernen verblieben.
Mit Material der Nachrichtenagenturen
 
 
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Gefragtes Brennmaterial: So viel Kohle wie noch nie verbrannt


In Kürze:

  • In diesem Jahr ist die Kohlenachfrage laut dem neuen Halbjahresbericht zur Kohle der IEA gestiegen.
  • Grund sind die gestiegenen Öl- und Gaspreise durch die Blockade der Straße von Hormus.
  • Wie sich die Kohlenachfrage 2027 entwickelt hängt von der Entwicklung an der Straße von Hormus ab.
  • Die weltweite Kohleproduktion ist zudem rückläufig.

 
Der bereits seit Ende Februar andauernde Konflikt im Nahen Osten hat zu Störungen bei Lieferketten und Versorgungsengpässen auf den Energiemärkten geführt. Das hat die weltweite Kohlenachfrage in diesem Jahr in die Höhe getrieben, wie die Internationale Energieagentur (IEA) berichtet.
Die Organisation prognostiziert, dass die weltweite Kohlenachfrage im Jahr 2026 um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigen werde. Dadurch dürfte der weltweite Verbrauch auf einen Rekordwert von insgesamt 8,94 Milliarden Tonnen ansteigen. Im Zuge der Dekarbonisierungspläne vieler Staaten war ursprünglich ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr erwartet.

Anstieg im Osten, Rückgang im Westen

Chinas Kohlenachfrage werde nach dem Aufwärtstrend früherer Prognosen im Jahr 2026 voraussichtlich um ein Prozent auf fünf Milliarden Tonnen steigen, so der neue Halbjahresbericht zur Kohle von der IEA. Das Land in Fernost sei damit der mit Abstand größte Kohlekonsument weltweit. Ebenso sei ein Anstieg in Indien, dem zweitgrößten Konsumenten, zu erwarten.
Anders im Westen: In den USA dürfte die Kohlenachfrage dem Bericht zufolge dieses Jahr um sieben Prozent auf 381,8 Millionen Tonnen zurückgehen. Ebenso setzte die EU voraussichtlich den Rückgang ihres Kohlebedarfs fort. Für dieses Jahr hat die IEA für die Europäische Union einen Bedarf von 276,4 Millionen Tonnen prognostiziert. Das wären 15,4 Millionen Tonnen weniger als im Vorjahr.

Weltweiter Kohleverbrauch von 2024 bis 2027 nach Ländern und Staatenbündnissen im Megatonnen.

Starker Preisanstieg bei Gas und Öl

Ebenso habe der starke Anstieg der Erdgas- und Ölpreise die Länder dazu veranlasst, auf alternative Energiequellen zurückzugreifen – darunter auch die Kohle.
Im Zentrum des Konflikts liege die Sperrung der Straße von Hormus. Die Meerenge gilt als wichtige Handelsroute für Container- und Frachtschiffe, die im Normalfall auch Öl oder Gas in die ganze Welt transportieren. Seit Monaten passiert kaum ein Schiff diese wichtige Handelsroute. Kohlelieferungen seien laut der IEA von dieser Blockade praktisch nicht betroffen, da der Nahe Osten weder ein bedeutender Kohleproduzent noch -verbraucher sei.
Die Blockade habe dennoch die Kohlemärkte beeinflusst, indem sie die Erdgaspreise aufgrund des massiven Rückgangs der Flüssigerdgas-Lieferungen (LNG) durch die Straße in die Höhe getrieben hätten. Das wiederum hat laut der IEA Länder, die über Gaskraftwerke und freie Kohlekraftwerkskapazitäten verfügen, veranlasst, ihren Strom verstärkt durch Kohle zu erzeugen.
Die Folge sei ein gestiegener Kohleverbrauch in Europa, Japan, Korea, China und anderen Märkten, als zuvor erwartet. Zudem habe China wegen der gestiegenen Ölpreise seinen Kohleverbrauch zur Herstellung chemischer Produkte gesteigert.

Erhebliche Unsicherheiten für 2027

Die Energieagentur hält es für möglich, dass die gestiegene Kohlenachfrage im kommenden Jahr wieder abebbt. In dem Bericht ist jedoch die Rede von „erheblichen Unsicherheiten“ hinsichtlich der Aussichten.
Ein möglicher Nachfragerückgang sei primär abhängig von der Situation an der Straße von Hormus. Sollten die LNG-Lieferungen durch die Meerenge wieder anziehen und die Erdgaspreise auf das Vorkriegsniveau fallen, könne die weltweite Kohlenachfrage 2027 zurückgehen. In diesem Szenario nimmt die Energieagentur für 2027 einen Rückgang um 0,4 Prozent auf 8,91 Milliarden Tonnen Kohle an. Das wäre somit jedoch immer noch mehr als 2025.
Bleibt die Meerenge für LNG-Transporte weiterhin vollständig oder größtenteils gesperrt, könne die Kohlenachfrage weiter in Richtung 9 Milliarden Tonnen ansteigen.

Kohleproduktion nimmt ab

Im vergangenen Jahr erreichte die weltweite Kohleproduktion mit 9,1 Milliarden Tonnen einen Rekordwert. Für 2026 erwartet die Energiebehörde ein Rückgang, auch wenn sie voraussichtlich das dritte Jahr in Folge über 9 Milliarden Tonnen liegen wird. Dafür sei maßgeblich ein Produktionsrückgang in China, dem weltweit größten Kohleproduzenten, verantwortlich, der auf einen Bergbauunfall im Mai zurückzuführen ist.
Demzufolge verringert sich der Vorsprung zwischen der Produktionsmenge und der Verbrauchsmenge. In der Folge dürfte sich der in den vergangenen Jahren zu beobachtende, starke weltweite Aufbau von Kohlevorräten abschwächen. Allerdings rechnet die IEA damit, dass die weltweite Kohleproduktion 2027 wieder leicht ansteigen wird, da China seine Produktion erneut hochfahren dürfte.
Gleichzeitig geht der Bericht davon aus, dass die Nachfrage nach Kohle auf den internationalen Märkten stärker steigen wird als bisher erwartet. Dies begründet sich mit einer geringeren Produktion in China und der höheren Nachfrage aus importabhängigen Ländern wie Japan und Korea, wo der Kohleverbrauch infolge des Anstiegs der Erdgaspreise zugenommen hat.
Zusammen mit der angespannten Versorgungslage würden diese Faktoren weltweit zu höheren Kohlepreisen beitragen. Kostete die Tonne Kohle Mitte April noch rund 89 Euro, stieg der Preis inzwischen auf aktuell rund 121 Euro an.