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Torhüterin Johannes patzt doppelt: Supercup für FC Bayern

Die Fußballerinnen des FC Bayern haben zum dritten Mal in Folge den Supercup gegen den VfL Wolfsburg gewonnen – mit unfreiwilliger Mithilfe der gegnerischen Torhüterin.
Beim 3:0 (2:0)-Sieg des Doublegewinners gegen den Vizemeister in Ingolstadt sah die 25-jährige Stina Johannes bei den beiden ersten Toren ganz schlecht aus.
Nach einem Kopfball von Jovana Damnjanovic (32. Minute) verbuchte Johannes ein kurioses Eigentor nach Videobeweis. Beim Freistoßtreffer von Klara Bühl (45.+4) patzte die VfL-Torhüterin ebenfalls.
Vor 8.689 Zuschauern machte Nationalstürmerin Bühl mit dem 3:0 keine Minute nach Wiederanpfiff alles klar für den Favoriten.
Klara Bühl (Mitte) glänzte beim Supercup in Ingolstadt.

Klara Bühl (Mitte) glänzte beim Supercup in Ingolstadt.

Foto: Peter Kneffel/dpa

Gwinn und Bühl noch nicht im Kader

Zwei Wochen vor dem Bundesliga-Start saßen bei München die verletzten Nationalspielerinnen Giulia Gwinn, Lena Oberdorf und Franziska Kett draußen.
Das galt auch für DFB-Stürmerin Giovanna Hoffmann, die nach ihrem Wechsel von RB Leipzig zu Wolfsburg noch ihren Kreuzbandriss auskurieren muss. Die erst am Donnerstag verpflichtete Ex-Frankfurterin Lara Prasnikar (zuletzt Utah Royals FC/USA) kam nach einer guten Stunde, als alles gelaufen war. Chelsea-Leihgabe Mara Alber fehlte noch im VfL-Kader.
Erstmals seit vielen Jahren spielten die Wolfsburgerinnen ohne die zu Borussia Dortmund gewechselte Alexandra Popp um einen Titel. Trainer Stephan Lerch hatte die Bayern zum klaren Favoriten erklärt.
Nach zuletzt vier Meisterschaftstriumphen, zwei DFB-Pokalsiegen und zwei Supercup-Erfolgen der Bayern-Frauen in Serie waren die Rollen klar verteilt.
Torhüterin Johannes vom VfL Wolfsburg erwischte keinen guten Tag.

Torhüterin Johannes vom VfL Wolfsburg erwischte keinen guten Tag.

Foto: Peter Kneffel/dpa

Flügelstürmerin Cora Zicai macht Druck

Doch die VfL-Frauen zeigten schon in den Anfangsminuten, wo der Gegner verwundbar war. Linksaußen Cora Zicai tankte sich mehrfach durch, und die rechte Außenbahn beackerte die inzwischen 35 Jahre alte Kapitänin Svenja Huth hartnäckig.
Vor den Augen von Bundestrainer Christian Wück agierte der FC Bayern im Spielaufbau zunächst zu hektisch und ungenau. Die Offensive mit Linda Dallmann, Klara Bühl, Pernille Harder und Damnjanovic rannte sich immer wieder fest – bekam dann aber unverhofft Unterstützung.
Die fünffache Nationalspielerin Johannes fing zwar einen Kopfball von Damnjanovic, prallte aber gegen Pfosten und stand dann mit dem Ball plötzlich hinter der Linie – wie die Torlinientechnologie ermittelte.
Bei Bühls Freistoß ging der Ball an allem im Strafraum vorbei – auch an Johannes, die zu spät reagierte. So brachte sich Wolfsburg um eine gute Anfangsphase – und praktisch auch um den Titel. Im zweiten Durchgang zeigten sich die Bayern spielerisch und körperlich überlegen. (dpa/red)
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Waldbrand nahe belgischer Grenze führt zu ersten Evakuierungen in Deutschland

Ein Waldbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der deutschen Grenze hat sich weiter ausgebreitet.
Der in Belgien wütende Waldbrand hat laut der Nachrichtenagentur Belga mittlerweile etwa eine Fläche von 1.600 Hektar. Zum Vergleich: Im rund 50 Kilometer entfernten Brand bei Hürtgenwald sind nach Angaben des Kreises Düren etwa 300 Hektar Wald von dem Brand betroffen.
Die Behörden von Monschau ordneten die Evakuierung von Ortschaften an. Betroffen seien die Menschen in Ruitzhof, Leyloch, Vennhof, Haus Sonnentau und Plattevenn, teilte die Stadt an der deutsch-belgischen Grenze auf ihrer Facebook-Seite mit.
Auf belgischer Seite sei am Samstag die Evakuierung der Ortschaften Küchelscheid und Leykaul eingeleitet worden.

Am 15. August 2026 begannen die Bewohner zweier Dörfer im Osten Belgiens mit der Evakuierung.

Foto: Laurent Cavenati/Belga/AFP via Getty Images

„Bitte schließen Sie Fenster“

Laut einer von der Polizei verbreiteten Mitteilung der Kreisverwaltung kommt es im gesamten Kreisgebiet Bernkastel-Wittlich zu einer starken Rauchentwicklung durch den Brand in Belgien.
Es komme zu Sichtbehinderungen und Geruchsbelästigungen durch Brandgase. „Bitte schließen Sie Fenster, Türen, und schalten sie Lüftungs- und Klimageräte aus“, hieß es.
Der Rauch sei auch in Trier angekommen, sagte der Polizeisprecher. Es rieche nach Brand und sei diesig.

Der größte Brand, den Belgien je erlebt

Das Feuer war am Freitagnachmittag in dem Waldgebiet nahe der deutschen Gemeinde Monschau ausgebrochen und breitete sich in der Nacht und am Samstag rasch aus.
„Es besteht die Gefahr, dass die Flammen die Wohngebäude erreichen, aber wir tun alles, um sie zu schützen“, sagte ein Behördensprecher der AFP.

Eine Rauchwolke, die am 14. August 2026 während des Brandes in Jalhay in den Himmel aufsteigt.

Foto: Nicolas Lambert/BELGA MAG/Belga/AFP via Getty Images

Ein AFP-Journalist, der in Begleitung von Einsatzkräften das Brandgebiet betreten konnte, sah dort eine riesige Fläche mit verkohlter Vegetation. Dichter Rauch hing in der Luft.
„Wenn man sieht, wie es heute Morgen aussah und wie es jetzt aussieht, kann man nur schockiert sein“, sagte der belgische Innenminister Bernard Quintin, der sich vor Ort ein Bild von der Lage machte.
Das Feuer sei „der größte Brand, den Belgien je erlebt hat“, zitiert unter anderem der öffentlich-rechtliche Sender RTBF lokale Politiker. Zuvor hatte Belgien am Samstag andere Länder der Europäischen Union um Unterstützung gebeten.
Nach Angaben örtlicher Behörden sind auch deutsche Feuerwehrleute vor Ort. Weitere Hubschrauber und Flugzeuge aus der Tschechischen Republik, Schweden und den Niederlanden wurden mobilisiert, schrieb die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Hadja Lahbib, auf der Plattform X.

Am 14. August 2026 sind Rettungskräfte am Ort einer Explosion am Treurenberg in der Brüsseler Innenstadt im Einsatz.

Foto: Emile Windal/Belga/AFP via Getty Images

Nach Angaben des belgischen Verteidigungsministeriums wurden vier Löschflugzeuge der neuesten Generation mobilisiert. Auch zahlreiche Landwirte machten sich auf den Weg, um die Feuerwehr zu unterstützen.
Die Auswirkungen durch den Rauch sind auch in Rheinland-Pfalz zu spüren.

Rettungskräfte löschen auch im Naturschutzgebiet „Hautes Fagnes“ aus der Luft.

Foto: Nicolas Lambert/BELGA MAG/Belga/AFP via Getty Images

Kirmes in Rheinland-Pfalz wegen Rauch unterbrochen

Das Polizeipräsidium Trier teilte mit, aufgrund der Brände in Belgien und NRW in Verbindung mit dem aktuellen Wind und Wetterbedingungen breiteten sich die Rauchwolken seit dem Nachmittag in der Region aus, insbesondere in der Eifel und an der Mosel. An vielen Orten sei deutlicher Brandgeruch wahrzunehmen, teilweise liege Asche in der Luft.
„Es sind derzeit keine Flächen- oder Waldbrände im Dienstgebiet des Polizeipräsidiums bekannt und es droht derzeit keine Gefahr durch diese Brände“, hieß es allerdings weiter.
Die starke Rauchentwicklung ist auch in Rheinland-Pfalz zu sehen.

Die starke Rauchentwicklung ist auch in Rheinland-Pfalz zu sehen.

Foto: Kevin Schößler/dpa

Wegen des Rauchs wurde am Samstag auch eine Kirmes in Wittlich im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz unterbrochen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Trier mitteilte.
Die Verantwortlichen halten demnach die Entwicklung der Lage kontinuierlich im Blick. Bei der am Freitag gestarteten Säubrennerkrimes handelt es sich um eines der größten Feste in der Region.

Waldbrand im Hürtgenwald breitet sich nicht weiter aus

Auf der anderen Seite der Grenze breitete sich der Waldbrand in der Eifel nahe Hürtgenwald über Nacht nicht weiter aus.
1.800 Einsatzkräfte kämpften dort unter anderem mit Löschhubschraubern gegen den bislang größten und folgenschwersten Waldbrand des Sommers in Deutschland. Der am Freitag evakuierte Ortsteil Gey blieb aus Sicherheitsgründen vorerst geräumt.

Feuerwehrleute am 15. August 2026 in der Nähe von Düeren beim Waldbrand im Huertgenwald.

Foto: Sascha Schuermann/Getty Images

Weitere Brände: Frankreich, Spanien, Kroatien, Serbien, Griechenland

Im Südwesten Frankreichs waren rund 500 Feuerwehrleute und vier Löschflugzeuge weiter gegen einen Waldbrand in der Nähe des Dorfes Luglon im Einsatz. Das Feuer war am Donnerstag ausgebrochen und vernichtete seither mindestens 1.580 Hektar Vegetation. 650 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.
In der Region südlich von Bordeaux hatte ein riesiger Waldbrand Ende Juli bereits mehr als 40.000 Hektar Vegetation zerstört, rund 220.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.
In Spanien wüteten die Flammen in der Region Aragonien weiter. Dort vernichtete ein Feuer inzwischen 15.000 Hektar Wald. Die Feuerwehrleute haben die Flammen nach eigenen Angaben ausgebremst, sodass sie sich vorerst nicht weiter auf Wohngebiete und zwei alte Klöster zubewegen. 18 Dörfer blieben am Samstag evakuiert.
In Kroatien brachten Feuerwehrleute zwei größere Brände unter Kontrolle. Auf der Insel Dugi kämpften sie mit zwei Löschflugzeugen die ganze Nacht lang gegen die Flammen in einem Kiefernwald, die auf Wohngebiete zurückten.
Die Behörden ermitteln unterdessen zur Ursache für einen schweren Brand in der Region Omis im Süden der Küstenstadt Split. Dort war in der Nacht zum Freitag ein Mensch in den Flammen ums Leben gekommen. Rund 40 weitere Menschen wurden verletzt, zehn von ihnen mussten auf der Intensivstation behandelt werden. Anwohner vermuteten eine „kriminelle Ursache“ hinter dem Brand.
An der kroatischen Adriaküste südlich von Split hat ein heftiger Waldbrand gewütet. Mehr als 1.000 Menschen musste in Notunterkünften in Sicherheit gebracht werden.

An der kroatischen Adriaküste südlich von Split hat ein heftiger Waldbrand gewütet. Mehr als 1.000 Menschen musste in Notunterkünften in Sicherheit gebracht werden.

Foto: Jakov Prkic/AP/dpa

Im Nachbarland Serbien zählten die Behörden am Samstag 25 aktive Brände. Der größte hat sich in den vergangenen Tagen auf eine Fläche von 2500 Hektar ausgebreitet. Im Naturschutzgebiet der Banater Sandwüste rund 50 Kilometer westlich der Hauptstadt Belgrad kämpften rund 300 Einsatzkräfte gegen die Flammen.
Auch in Griechenland blieb die Waldbrandgefahr wegen heftiger Windböen hoch. Innerhalb von 24 Stunden brachen in dem Land mehr als 50 Brände aus, die meisten von ihnen konnten nach Angaben der Feuerwehr rasch gelöscht oder unter Kontrolle gebracht werden. (afp/red)
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Lage im Hürtgenwald stabilisiert – erste Hoffnung

Nach dramatischem Kampf der Einsatzkräfte gegen die Flammen hat sich die Lage in den NRW-Waldbrandgebieten stabilisiert. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sprach am Samstag bei einem Besuch in Hürtgenwald von einer „ersten Hoffnung, dass der Brand unter Kontrolle gebracht werden kann“. Menschen seien glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen, kein Haus sei abgebrannt.

1400 Einsatzkräfte im Einsatz

Insgesamt kämpften 1400 Einsatzkräfte unter anderem mit Hilfe von Löschhubschraubern gegen den bislang größten und folgenschwersten Waldbrand des Sommers in Deutschland, wie der Landkreis Düren mitteilte. Der Waldbrand sei „in seiner Dimension historisch für unser Bundesland“, sagte NRW-Vizeministerpräsidentin Mona Neubaur (Grüne).
„Er hat eine Fläche wie alle Waldbrände der letzten fünf Jahre zusammen.“ Die Bekämpfung sei besonders schwierig – „bei schwierigstem Gelände, bei größter Hitze, bei drehenden Winden“.

Ortsteil Gey bleibt vorerst evakuiert

Der in der Nacht zum Freitag geräumte Ortsteil Gey blieb vorerst aus Sicherheitsgründen evakuiert – rund 1800 Menschen waren betroffen. Laut Regierungschef Wüst bestand aber Hoffnung, „dass die evakuierten Menschen aus der Ortschaft Gey bald wieder in ihre Häuser zurückkehren können, wenn es weiter gut läuft“. Geys Bürgermeister Stephan Cranen dankte allen Helferinnen und Helfern: „Ich kann mich nur dafür verneigen, für diese Arbeit, die hier geleistet wird. Alleine hätten wir das nicht stemmen können.“

Reul vermutet menschliches Fehlverhalten

Innenminister Herbert Reul (CDU) machte Fahrlässigkeit oder gar böse Absicht für den Brand verantwortlich. „Das Feuer ist entstanden durch irgendeinen Idioten“, sagte er bei einem Besuch der Einsatzkräfte. „Darum muss man nachdenken, wie verantwortungslos die Leute in der Gegend rumrennen und einfach irgendwas wegwerfen. Das ist das eigentliche Problem.“ Einen Waldbrand wie im Hürtgenwald habe er noch nicht gesehen.
Unverständnis zeigte Reul für Kritik, dass Nordrhein-Westfalen keine eigenen Löschflugzeuge habe. „Diese Nörgeleien, ich habe keine Lust mehr darauf. Bitte nachher nörgeln, Ende, aus.“ Nun sei es das Wichtigste, das Feuer unter Kontrolle zu halten. „Die Leute interessiert, ob wir deren Häuser sichern können.“
Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen, ist entsetzt.

Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen.

Foto: Malte Krudewig/dpa

Warnung vor dem Betreten der Wälder

Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) warnte die Bürgerinnen und Bürger eindringlich: „Bleiben Sie bitte einfach aus den Wäldern raus.“ Oft reiche schon eine weggeworfene Kippe oder zurückgelassenes Glas, um einen Brand auszulösen – besonders wegen der extremen Trockenheit.
Es gebe zudem Hinweise auf mögliche Brandstiftung. „Wir sehen durchaus, wenn verschiedene Brandstellen relativ gleichzeitig oder in enger Abfolge hochkommen. Es macht einen stutzig.“ Gesicherte Erkenntnisse lägen aber noch nicht vor.

Wüst: Brand als Folge des „Klimawandels“

wertete den Waldbrand auch als Beleg dafür, wie wichtig der Kampf gegen den „Klimawandel“ sei. „Wir erleben das hier in dieser Art eines großen Feuers zum ersten Mal, aber wir erleben eben nicht zum ersten Mal diese Extremwetterlage. Und das hat eben auch was mit Klimawandel zu tun. Das wird nun ernsthaft keiner mehr leugnen.“ Das Land werde künftig häufiger mit Extremwetterereignissen zu tun haben.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU).

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Brand am Donnerstag ausgebrochen

Der Waldbrand im Hürtgenwald bei Düren war am Donnerstag ausgebrochen. Zunächst hatten sich die Flammen schnell ausgebreitet, massiv beschleunigt vom böigen Wind. In der Nacht zum Samstag wurde die Ausbreitung gestoppt. Am Samstagnachmittag fiel leichter Regen, der die Löscharbeiten begünstigen dürfte.
Bundesweit kämpfen Einsatzkräfte bei anhaltend heißem und trockenem Wetter seit Tagen gegen zahlreiche Wald- und Flächenbrände. In weiten Teilen des Landes herrschen Temperaturen von weit mehr als 30 Grad.

Forstwirtschaftsrat fordert Waldumbau

Angesichts der zunehmenden Zahl an Bränden forderte der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gezielten Waldumbau und eine bessere Früherkennung. „Wir müssen in diesem Jahr feststellen, dass Waldbrände häufiger auftreten und inzwischen auch Regionen erreichen, die wir bislang nicht zu den klassischen Waldbrandgebieten Deutschlands gezählt haben“, sagte DFWR-Präsident Christian Haase.
Die langfristig wichtigste Antwort laute deshalb: Waldumbau. Nötig seien strukturreiche, mehrschichtige Mischwälder mit höherem Laubholzanteil.  (afp/red)
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Waldbrände in Europa: Waldbrand im belgischen Hohen Venn breitet sich aus

Im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der deutschen Grenze breitet sich ein Waldbrand rasch aus. Bis zum frühen Samstagnachmittag verwüsteten die Flammen nach Behördenangaben mindestens 1600 Hektar Wald – rund 50 Kilometer entfernt vom Brandgebiet in der deutschen Eifel bei Hürtgenwald. Die Löscharbeiten dauerten an, ebenso wie im Südwesten Frankreichs und auf dem Balkan.

Belgien: Feuer nahe Monschau außer Kontrolle

Das Feuer in Belgien war am Freitagnachmittag nahe der deutschen Gemeinde Monschau ausgebrochen und breitete sich in der Nacht und am Vormittag rasch aus. Ein AFP-Journalist sah in der nahegelegenen Stadt Eupen, wie in der Ferne Rauch aufstieg und den Himmel gelb färbte.
Die Behörden riefen bislang noch nicht offiziell zu Evakuierungen auf. Dörfer wie Surbrot, nur eine Viertelstunde von der deutschen Grenze entfernt, könnten am Samstag aber evakuiert werden. „Es besteht die Gefahr, dass die Flammen die Wohngebäude erreichen, aber wir tun alles, um sie zu schützen“, sagte ein Behördensprecher.
Verstärkung aus ganz Belgien und Deutschland wurde mobilisiert. EU-Krisenkommissarin Hadja Lahbib teilte mit, dass zwei Hubschrauber aus den Niederlanden, einer aus Tschechien sowie zwei Löschflugzeuge aus Schweden auf dem Weg seien.

Deutschland: Brand im Hürtgenwald vorerst gestoppt

Auf der anderen Seite der Grenze breitete sich der Waldbrand in der nordrhein-westfälischen Eifel über Nacht nicht weiter aus. 1400 Einsatzkräfte kämpften unter anderem mit Löschhubschraubern gegen den bislang größten und folgenschwersten Waldbrand des Sommers in Deutschland. Der am Freitag geräumte Ortsteil Gey blieb aus Sicherheitsgründen vorerst evakuiert.

Ein Hubschrauber wirft am 15. August 2026 bei Düren Wasser auf den Waldbrand im Hürtgenwald ab. Das Feuer hat bereits mehr als 200 Hektar vernichtet und ist der größte jemals in NRW verzeichnete Waldbrand. Gestern wurden 2000 Bewohner aus Gey evakuiert.

Foto: Sascha Schuermann/Getty Images

Frankreich: Neues Feuer im Kiefernwald der Landes

Im Südwesten Frankreichs war am Donnerstag in einem trockenen Kiefernwald ein neues Feuer ausgebrochen. Es verwüstete inzwischen mindestens 1580 Hektar. Die Einsatzkräfte konnten die Flammen am Freitag zunächst ausbremsen, in der Nacht zum Samstag flammten sie aber wieder auf. Insgesamt 650 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.
Rund 500 Feuerwehrleute und vier Löschflugzeuge waren nahe dem Dorf Luglon im Einsatz, knapp hundert Kilometer südlich von Bordeaux. Ende Juli hatte ein riesiger Brand in der Region mehr als 40.000 Hektar zerstört und rund 220.000 Menschen zur Flucht gezwungen. Die Einsatzkräfte rechnen damit, das Gebiet noch Wochen und Monate beobachten zu müssen.

Ein Feuerwehrmann steht auf seinem Einsatzfahrzeug, während ein Löschflugzeug am 15. August 2026 über dem Waldbrand nahe Luglon im Südwesten Frankreichs fliegt. Das Feuer hat bereits fast 1600 Hektar vernichtet.

Foto: Gaizka Iroz / AFP via Getty Images

Spanien: Brand in Aragonien ausgebremst

In Spanien wüteten die Flammen in der Region Aragonien weiter. Der Waldbrand hat inzwischen 15.000 Hektar Vegetation vernichtet. Die Feuerwehrleute haben die Flammen nach eigenen Angaben aber ausgebremst, sodass sie sich vorerst nicht weiter auf Wohngebiete und zwei alte Klöster zubewegen. 18 Dörfer blieben am Samstag evakuiert.

Kroatien und Serbien: Mehrere Brände unter Kontrolle

In Kroatien brachten Feuerwehrleute zwei größere Brände unter Kontrolle. Auf der Insel Dugi kämpften sie mit zwei Löschflugzeugen die ganze Nacht gegen Flammen in einem Kiefernwald. Drei weitere Löschflugzeuge waren über den Oliven- und Weinbergen der Halbinsel Pelješac im Einsatz.
In der Region Omiš südlich von Split ermitteln die Behörden die Ursache eines schweren Brandes. Dort war in der Nacht zum Freitag ein Mensch ums Leben gekommen, rund 40 weitere wurden verletzt.
Im Nachbarland Serbien zählten die Behörden am Samstag 25 aktive Brände. Der größte hat sich auf 2500 Hektar ausgebreitet. Im Naturschutzgebiet der Banater Sandwüste kämpften rund 300 Einsatzkräfte gegen die Flammen.

Griechenland: Hohe Brandgefahr durch starke Winde

Auch in Griechenland blieb die Waldbrandgefahr wegen heftiger Windböen hoch. In den vergangenen 24 Stunden brachen mehr als 50 Brände aus. Die meisten konnten rasch gelöscht oder unter Kontrolle gebracht werden. (afp/red)
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Ifo-Präsident Fuest fordert einheitliche Mehrwertsteuer: Wer gewinnt, wer verliert?


In Kürze:

  • Ifo-Präsident Clemens Fuest schlägt vor, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz abzuschaffen und niedrige Einkommen direkt zu entlasten.
  • Eine Modellrechnung zeigt: Ein einheitlicher Satz von 16,74 Prozent wäre aufkommensneutral, würde Geringverdiener aber relativ stärker belasten.
  • Weniger Ausnahmen könnten Bürokratie abbauen – wer tatsächlich gewinnt oder verliert, hängt vom Sozialausgleich und der Verwendung der Mehreinnahmen ab.

 
Ein Brot wird in Deutschland mit 7 Prozent Umsatzsteuer belastet, viele andere Waren und Dienstleistungen mit 19 Prozent. Auch Bücher, Hotelübernachtungen, der Nahverkehr und seit Anfang 2026 wieder Speisen in Restaurants profitieren von ermäßigten Sätzen.
Hinter dem scheinbar einfachen System stehen zahlreiche Ausnahmen, mit denen der Staat soziale, kulturelle, verkehrs- oder wirtschaftspolitische Ziele verfolgt.
Nun hat der Präsident des ifo Instituts in München, Clemens Fuest, in der „BILD“ den Vorschlag gemacht, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz abzuschaffen. Zukünftig sollen alle Waren einheitlich mit 19 Prozent besteuert werden. Haushalte mit niedrigen Einkommen, so der Fuest-Vorschlag, sollen stattdessen über direkte Transfers unterstützt werden. Der ifo-Chef schlägt konkret 360 Euro im Jahr als Ausgleich vor.
Dahinter steht die grundlegende Frage: Soll der Staat bestimmte Güter und Dienstleistungen für alle Verbraucher steuerlich verbilligen oder Menschen mit geringerem Einkommen gezielt unterstützen?
Dabei geht es um viel Geld.
Das ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung hat das System des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes im Auftrag des Bundesfinanzministeriums untersucht.
Nach dessen Angaben aus einer Analyse vom April 2026 summieren sich die Steuermindereinnahmen durch ermäßigte Umsatzsteuersätze im Jahr 2026 auf rund 43,5 Milliarden Euro. Allein für Nahrungsmittel veranschlagt die Studie 27,99 Milliarden Euro. Eine Reform könnte deshalb erheblichen finanziellen Spielraum schaffen. Der Staat könnte zusätzliche Einnahmen behalten, für Sozialtransfers verwenden oder im Gegenzug den regulären Mehrwertsteuersatz senken.

Warum Deutschland zwei Steuersätze hat

Nach dem Umsatzsteuergesetz beträgt der reguläre Satz 19 Prozent, für zahlreiche gesetzlich bestimmte Umsätze gelten 7 Prozent. Deutschland bewegt sich damit unter dem Mittelwert des regulären Mehrwertsteuersatzes der EU-Mitgliedländer.
Die EU schreibt für den regulären Satz eine Untergrenze von 15 Prozent vor und erlaubt ermäßigte Sätze für ausgewählte Waren und Dienstleistungen.
Deutschland könnte sein System daher tatsächlich deutlich vereinfachen. Dass es auch anders geht, zeigt Dänemark: Dort gilt grundsätzlich ein Satz von 25 Prozent, einen allgemeinen ermäßigten Mehrwertsteuersatz gibt es nicht.
Die Begründungen für die deutschen Ausnahmen unterscheiden sich allerdings. Bei Lebensmitteln steht die soziale Entlastung im Vordergrund, bei Büchern und Zeitungen kommen kulturpolitische Ziele hinzu.
Der niedrigere Satz im Nahverkehr soll auch verkehrs- und umweltpolitische Zwecke unterstützen. Andere Vergünstigungen sollen bestimmte Wirtschaftszweige entlasten. Diese vielen Ziele haben ihren Preis.
Zudem erscheinen die Regelungen für Konsumenten und Händler nicht immer nachvollziehbar. So fallen für Kartoffeln, Leitungswasser und Äpfel 19 Prozent an, für Süßkartoffeln, Mineralwasser und Apfelsaft aber nur 7 Prozent. Beim Erwerb von einem Kaffee mit wenig Milch gilt der volle Satz, bei einem mit einem hohen Milchanteil hingegen der verminderte. Für eine Brille werden 19 Prozent dazugeschlagen, für ein Hörgerät aber nur 7 Prozent.
Nach Angaben des ZEW machen unterschiedliche Mehrwertsteuersätze zudem Unternehmen und Behörden mehr Arbeit. Sie führen zu Abgrenzungsproblemen und höheren Kosten bei der Anwendung der Steuervorschriften. Weniger Ausnahmen könnten diesen Aufwand verringern.

Lebensmittel sind ein schwieriger Fall

Sozialpolitisch wird eine Vereinheitlichung vor allem bei Lebensmitteln problematisch. Haushalte mit niedrigen Einkommen geben einen größeren Teil ihrer Konsumausgaben für Lebensmittel aus.
Bei Haushalten mit weniger als 1.000 Euro monatlichem Nettoeinkommen entfielen 2023 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 18,3 Prozent der Konsumausgaben auf Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren. Bei Haushalten mit mindestens 5.000 Euro waren es 13,2 Prozent.
In absoluten Eurobeträgen sieht das Bild jedoch anders aus. Haushalte mit weniger als 1.000 Euro Nettoeinkommen gaben 2023 durchschnittlich 205 Euro im Monat für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren aus. Bei Haushalten mit mindestens 5.000 Euro Nettoeinkommen waren es 628 Euro. Aus diesen Zahlen allein lässt sich allerdings noch nicht ableiten, wie stark die einzelnen Einkommensgruppen vom ermäßigten Mehrwertsteuersatz profitieren.
Genau dieses Spannungsverhältnis zeigt die ZEW-Simulation. Durch den ermäßigten Steuersatz spart eine Person aus der niedrigsten untersuchten Einkommensgruppe im Durchschnitt 9,91 Euro im Monat, in der höchsten Einkommensgruppe sind es 16,79 Euro.
Gemessen am Einkommen kehrt sich das Verhältnis jedoch um: Die Entlastung entspricht bei niedrigen Einkommen 1,21 Prozent, bei hohen Einkommen nur 0,28 Prozent.
Besserverdienende profitieren in Euro gerechnet somit stärker. Für Menschen mit niedrigen Einkommen fällt die Entlastung relativ zum Einkommen jedoch mehr ins Gewicht.
Das ZEW hält den ermäßigten Steuersatz auf Lebensmittel deshalb aus verteilungspolitischer Sicht für begründbar. Zugleich könnten nach Einschätzung der Forscher andere Instrumente dieses Ziel gezielter und kostengünstiger erreichen.

Ein einheitlicher Satz von 16,74 Prozent

In der politischen Debatte entsteht leicht der Eindruck, die einzige Alternative zum heutigen System seien 19 Prozent auf Lebensmittel und alle anderen bislang begünstigten Güter. Zwingend ist das nicht.
Das ZEW hat auch eine aufkommensneutrale Reform berechnet. Dabei würden sämtliche ermäßigten Steuersätze abgeschafft und die zusätzlichen Einnahmen dazu verwendet, den regulären Satz zu senken. Nach der Modellrechnung könnte dann ein einheitlicher Mehrwertsteuersatz von 16,74 Prozent gelten.
Für Verbraucher hätte eine solche Anpassung unterschiedliche Folgen. Wer einen großen Teil seines Geldes für Lebensmittel und andere heute ermäßigt besteuerte Produkte ausgibt, würde stärker belastet. Wer dagegen überwiegend Waren und Dienstleistungen kauft, auf die heute 19 Prozent entfallen, könnte von dem niedrigeren einheitlichen Satz profitieren.
Die Modellrechnung zeigt allerdings, dass Haushalte mit niedrigen Einkommen stärker belastet würden. Bei den einkommensschwächsten 10 Prozent entspricht die zusätzliche Belastung laut ZEW 0,66 Prozent des Einkommens, bei den einkommensstärksten 10 Prozent nur 0,05 Prozent.
Für die Berechnung nimmt das Institut an, dass Unternehmen 80 Prozent einer Mehrwertsteueränderung über höhere oder niedrigere Preise an die Verbraucher weitergeben. Zudem berücksichtigt es, dass Verbraucher ihr Kaufverhalten bei veränderten Preisen anpassen. Ein einheitlicher Steuersatz könnte das System zwar vereinfachen, würde ohne zusätzlichen Ausgleich aber vor allem Menschen mit niedrigen Einkommen stärker treffen.

Unternehmen: Weniger Bürokratie, neue Belastungen

Auch für deutsche Unternehmen gäbe es Gewinner und Verlierer. Unternehmen in bisher begünstigten Branchen könnten stärker belastet werden. Steigt der Steuersatz etwa in Gastronomie, Hotellerie oder Teilen des Kulturbereichs, stellt sich die Frage, wie viel davon auf die Kunden abgeladen werden kann. Wo der Wettbewerb Preiserhöhungen erschwert, kann ein Teil der zusätzlichen Steuer die Unternehmensmargen belasten.
Von einem niedrigeren regulären Mehrwertsteuersatz würden nicht nur Verbraucher profitieren. Auch bestimmte Unternehmen hätten geringere Kosten.
Normalerweise können Unternehmen die Mehrwertsteuer, die sie etwa beim Kauf von Waren oder Dienstleistungen zahlen, mit ihrer eigenen Umsatzsteuerschuld verrechnen. In einigen Branchen ist das jedoch nicht oder nur eingeschränkt möglich.
Das betrifft laut ZEW beispielsweise Teile der Finanz-, Versicherungs- und Vermietungswirtschaft. Sinkt der reguläre Mehrwertsteuersatz von 19 auf 16,74 Prozent, werden für diese Unternehmen bestimmte Einkäufe und Dienstleistungen günstiger. Ein Teil der Entlastung käme deshalb zunächst ihnen und nicht den privaten Haushalten zugute.

Ohne Sozialausgleich verlieren niedrige Einkommen

Sollten auch Lebensmittel künftig, wie von ifo-Präsident Fuest vorgeschlagen, dem regulären Satz unterliegen, könnte die Mehrbelastung niedriger Einkommen durch Transfers ausgeglichen werden. Dahinter steht die Überlegung, nicht mehr jedes Brot oder jeden Liter Milch unabhängig vom Einkommen des Käufers steuerlich zu begünstigen, sondern das Geld gezielt an bedürftige Haushalte zu geben.
Die OECD kommt in einer Untersuchung von 20 Mitgliedstaaten vor über zehn Jahren zu einem ähnlichen Ergebnis. Ermäßigte Mehrwertsteuersätze auf Lebensmittel und Energie entlasten Haushalte mit niedrigen Einkommen relativ stärker. Dennoch bezeichnet die OECD solche Steuersätze als „ein sehr ungeeignetes Instrument, um einkommensschwache Haushalte gezielt zu unterstützen“. Denn auch wohlhabende Haushalte profitieren von der Vergünstigung.
Direkte Transfers könnten einkommensschwache Haushalte zielgerichteter entlasten. Ganz einfach wäre ein solcher Ausgleich jedoch nicht. Die OECD weist in einer späteren Studie darauf hin, dass es in der Praxis schwierig sein dürfte, alle – und nur die – Verlierer einer Reform zu entschädigen.
Der Grund: Wie stark ein Haushalt durch höhere Mehrwertsteuersätze belastet wird, hängt davon ab, welche Waren und Dienstleistungen er tatsächlich kauft. Zwei Haushalte mit gleichem Einkommen können deshalb unterschiedlich stark betroffen sein.
Damit verschiebt eine einheitliche Mehrwertsteuer letztlich Aufgaben aus dem Steuersystem in die Sozialpolitik.
Genau hier setzt Fuests Vorschlag an: Haushalte mit niedrigen Einkommen sollen einen direkten Ausgleich erhalten. Die verbleibenden Mehreinnahmen könnten genutzt werden, um den regulären Mehrwertsteuersatz um bis zu zwei Prozentpunkte zu senken oder die Bürger über eine Reform der Einkommensteuer zu entlasten.
Aus der Abschaffung des ermäßigten Satzes würde damit nicht zwangsläufig eine reine Steuererhöhung, sondern eine Neuverteilung der Steuerlast. Wer dabei gewinnt oder verliert, entscheidet sich letztlich daran, wie der Sozialausgleich gestaltet wird und was mit den zusätzlichen Steuereinnahmen geschieht.
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Waldbrand im Hürtgenwald bleibt stabil – Merz stellt weitere Löschhubschrauber bereit

Der große Waldbrand im Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen hat sich in der Nacht zum Samstag nach Behördenangaben nicht weiter ausgebreitet. Rund 1.400 Einsatzkräfte kämpfen weiterhin gegen die Flammen, unterstützt von inzwischen zehn Löschhubschraubern der Bundespolizei, Landespolizei und Bundeswehr.

Brandlage bleibt zunächst stabil

Die Lage im Brandgebiet sei „statisch“, teilte der Landkreis Düren mit. Der Brandherd habe sich demnach nicht vergrößert. Gleichzeitig zieht Wind aus nördlicher Richtung auf, dessen Auswirkungen auf das Feuer noch unklar sind.
Der Ortsteil Gey, der in der Nacht zum Freitag geräumt worden war, bleibt aus Sicherheitsgründen vorerst evakuiert. Die Bewohner von Vossenack, Hürtgen, Kleinhau und Simonskall wurden zudem aufgerufen, sparsam mit Wasser umzugehen.

Merz informiert sich über Lage

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ließ sich am Samstag über die Entwicklung informieren. In einem Telefonat berichtete der Dürener Landrat Ralf Nolten dem Kanzler über die Lage in den Brandgebieten. Merz habe sich dabei „ausdrücklich bei allen Helferinnen und Helfern bedankt“.
Der Bund stellte weitere Löschhubschrauber bereit. Insgesamt stehen damit zehn Hubschrauber von Bundespolizei, Landespolizei und Bundeswehr für den Einsatz zur Verfügung. Merz hatte bereits am Freitag erklärt, Bundeswehr und Bundespolizei würden „wo immer möglich“ Unterstützung leisten.

Fünf Einsatzkräfte verletzt

Bei den Löscharbeiten wurden bislang fünf Einsatzkräfte verletzt. Bundesweit kämpfen Feuerwehr und andere Einsatzkräfte angesichts der anhaltenden Hitze und Trockenheit gegen zahlreiche Wald- und Flächenbrände.
In weiten Teilen Deutschlands werden Temperaturen von deutlich über 30 Grad erwartet. Für Samstag sind laut Deutschem Wetterdienst allerdings Regenfälle vorhergesagt. (afp/red)
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Pflegeversicherung vor dem Kollaps: Was die große Reform für Familien bedeutet

Immer mehr Pflegebedürftige, zu wenige Pflegekräfte und Milliardendefizite – die gesetzliche Pflegeversicherung steht vor großen Herausforderungen. Die Bundesregierung plant deshalb eine große Pflegereform. Für einen ersten Entwurf hat die damalige Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) viel Kritik geerntet – auch weil die Eigenanteile für Pflegebedürftige weiter steigen dürften. Nach dem Kabinettsumbau muss nun Warkens Nachfolger Carsten Linnemann trotz starkem Gegenwind das Vorhaben zu Ende bringen.

Wie funktioniert die Pflegeversicherung?

Die Pflegeversicherung gehört wie die Kranken- und die Rentenversicherung zur Sozialversicherung. Dabei gilt eine Versicherungspflicht: Gesetzlich Versicherte sind automatisch in der gesetzlichen Pflegeversicherung versichert, privat Versicherte müssen eine private Pflegeversicherung abschließen.
Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen paritätisch Beiträge in die gesetzliche Pflegeversicherung ein: Dies sind bundesweit – bis auf Sachsen – jeweils 1,8 Prozent des Bruttolohns. Für Kinderlose gibt es noch einen Zuschlag von 0,6 Prozentpunkten, den nur die Arbeitnehmer zahlen.
Von der Versicherung bekommen Pflegebedürftige Leistungen bezahlt, die unter anderem vom Pflegegrad und der Art der Pflege abhängen. Die Pflegeversicherung ist dabei explizit als Teilversicherung angelegt: Sie übernimmt nur einen Teil der Kosten, zum Beispiel für die Unterbringung in einem Pflegeheim. Den Rest, die sogenannten Eigenanteile, müssen die Betroffenen oder deren Angehörige selbst bezahlen.

Welche Probleme gibt es?

Dem Medizinischen Dienst des Bundes zufolge erhielten Ende 2025 rund sechs Millionen Menschen Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Die Zahl der Pflegebedürftigen hat sich damit in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt und dürfte weiter ansteigen.
Dies liegt daran, dass die Gesellschaft immer älter wird, und dass nach einer Reform im Jahr 2017 mehr Bedürftige erfasst werden. Die Folge sind enorm gestiegene Ausgaben der gesetzlichen Pflegeversicherung: Diese kletterten von rund 24 Milliarden Euro 2013 auf mehr als 73,8 Milliarden im vergangenen Jahr.
In diesem Jahr erwarten die gesetzlichen Krankenkassen ein Defizit von 4,2 Milliarden Euro. Für 2027 geht das Gesundheitsministerium von einem Fehlbetrag von 7,6 Milliarden Euro aus, für das Jahr darauf von über 15 Milliarden Euro.
Immer mehr Bedürftigen stehen gleichzeitig zu wenige Pflegekräfte gegenüber: Bis 2034 könnten bis zu 500.000 Pfleger fehlen, warnte der Deutsche Pflegerat.

Wie viel muss für das Pflegeheim aus eigener Tasche bezahlt werden?

3364 Euro pro Monat müssen Betroffene im Durchschnitt für das erste Jahr im Pflegeheim selbst zahlen. Im zweiten Jahr sind es noch rund 3000 Euro, ab dem vierten Jahr 2100 Euro. Grund sind mit der Aufenthaltsdauer ansteigende Zuschüsse der Pflegeversicherung.
Die sogenannten Eigenanteile steigen seit Jahren kontinuierlich an – seit 2018 um 76 Prozent laut Arbeitgeberverband Pflege. Grund für die Entwicklung ist vor allem eine bessere Bezahlung der Pflegekräfte. Sowohl Verbände als auch Politiker von Opposition und Koalition halten die aktuellen Eigenanteile für nicht mehr tragbar und fordern eine Begrenzung.

Was hat die Regierung unternommen?

Als Notfallmaßnahme hat der Bund die Pflegeversicherung kurzfristig mit Milliardendarlehen stabilisiert: 2025 mit 0,5 Milliarden Euro und 2026 mit 3,2 Milliarden Euro. Dadurch sollten Beitragserhöhungen verhindert werden. Damit ist das grundsätzliche Problem bei der Pflege aber nicht gelöst – dass die Ausgaben viel schneller steigen als die Einnahmen. Deshalb soll eine umfassende Strukturreform kommen.

Was könnte die Reform konkret bedeuten?

Erste Pläne sehen erhebliche Mehrbelastungen für Bedürftige und ihre Angehörigen vor. So sollen die Voraussetzungen für die Einstufung in einen Pflegegrad verschärft werden. Damit dürfte es auch schwieriger werden, überhaupt als pflegebedürftig anerkannt zu werden. Die Regierung erhofft sich davon geringere Ausgaben für die Pflegeversicherung.
Deren Zuschüsse zu den Heimkosten sollen zudem zeitlich gestreckt werden. Damit würde es länger dauern, bis die Betroffenen von den schrittweise steigenden Zuschüssen profitieren. Die Folge wären zumindest anfangs noch höhere Eigenanteile. Umgekehrt könnte die Pflegeversicherung Ausgaben in Milliardenhöhe sparen.
Besonders ältere Menschen sollten genügend trinken. (Archivbild).

Pflegestation. (Archivbild).

Foto: Elisa Schu/dpa

Was würde sich für Familien und Kinderlose ändern?

Wie in der Krankenversicherung geplant soll auch bei der Pflege die beitragsfreie Mitversicherung eingeschränkt werden: Ab 2028 sollen Versicherte für bisher beitragsfrei versicherte Ehegatten oder Lebenspartner einen Beitragszuschlag in Höhe von 0,52 Prozentpunkten zahlen. Ausnahmen davon sind bei der Betreuung kleiner Kinder oder der Pflege von Angehörigen geplant.
Mehr zahlen sollen künftig über eine Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze Gutverdienende sowie Kinderlose. Bei Letzteren soll der Beitragszuschlag um nochmals 0,1 Prozentpunkte auf dann insgesamt 0,7 Prozent steigen. (afp/red)
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Pflegeversicherung vor dem Kollaps: Was die große Reform für Familien bedeutet

Immer mehr Pflegebedürftige, zu wenige Pflegekräfte und Milliardendefizite – die gesetzliche Pflegeversicherung steht vor großen Herausforderungen. Die Bundesregierung plant deshalb eine große Pflegereform. Für einen ersten Entwurf hat die damalige Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) viel Kritik geerntet – auch weil die Eigenanteile für Pflegebedürftige weiter steigen dürften. Nach dem Kabinettsumbau muss nun Warkens Nachfolger Carsten Linnemann trotz starkem Gegenwind das Vorhaben zu Ende bringen.

Wie funktioniert die Pflegeversicherung?

Die Pflegeversicherung gehört wie die Kranken- und die Rentenversicherung zur Sozialversicherung. Dabei gilt eine Versicherungspflicht: Gesetzlich Versicherte sind automatisch in der gesetzlichen Pflegeversicherung versichert, privat Versicherte müssen eine private Pflegeversicherung abschließen.
Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen paritätisch Beiträge in die gesetzliche Pflegeversicherung ein: Dies sind bundesweit – bis auf Sachsen – jeweils 1,8 Prozent des Bruttolohns. Für Kinderlose gibt es noch einen Zuschlag von 0,6 Prozentpunkten, den nur die Arbeitnehmer zahlen.
Von der Versicherung bekommen Pflegebedürftige Leistungen bezahlt, die unter anderem vom Pflegegrad und der Art der Pflege abhängen. Die Pflegeversicherung ist dabei explizit als Teilversicherung angelegt: Sie übernimmt nur einen Teil der Kosten, zum Beispiel für die Unterbringung in einem Pflegeheim. Den Rest, die sogenannten Eigenanteile, müssen die Betroffenen oder deren Angehörige selbst bezahlen.

Welche Probleme gibt es?

Dem Medizinischen Dienst des Bundes zufolge erhielten Ende 2025 rund sechs Millionen Menschen Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Die Zahl der Pflegebedürftigen hat sich damit in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt und dürfte weiter ansteigen.
Dies liegt daran, dass die Gesellschaft immer älter wird, und dass nach einer Reform im Jahr 2017 mehr Bedürftige erfasst werden. Die Folge sind enorm gestiegene Ausgaben der gesetzlichen Pflegeversicherung: Diese kletterten von rund 24 Milliarden Euro 2013 auf mehr als 73,8 Milliarden im vergangenen Jahr.
In diesem Jahr erwarten die gesetzlichen Krankenkassen ein Defizit von 4,2 Milliarden Euro. Für 2027 geht das Gesundheitsministerium von einem Fehlbetrag von 7,6 Milliarden Euro aus, für das Jahr darauf von über 15 Milliarden Euro.
Immer mehr Bedürftigen stehen gleichzeitig zu wenige Pflegekräfte gegenüber: Bis 2034 könnten bis zu 500.000 Pfleger fehlen, warnte der Deutsche Pflegerat.

Wie viel muss für das Pflegeheim aus eigener Tasche bezahlt werden?

3364 Euro pro Monat müssen Betroffene im Durchschnitt für das erste Jahr im Pflegeheim selbst zahlen. Im zweiten Jahr sind es noch rund 3000 Euro, ab dem vierten Jahr 2100 Euro. Grund sind mit der Aufenthaltsdauer ansteigende Zuschüsse der Pflegeversicherung.
Die sogenannten Eigenanteile steigen seit Jahren kontinuierlich an – seit 2018 um 76 Prozent laut Arbeitgeberverband Pflege. Grund für die Entwicklung ist vor allem eine bessere Bezahlung der Pflegekräfte. Sowohl Verbände als auch Politiker von Opposition und Koalition halten die aktuellen Eigenanteile für nicht mehr tragbar und fordern eine Begrenzung.

Was hat die Regierung unternommen?

Als Notfallmaßnahme hat der Bund die Pflegeversicherung kurzfristig mit Milliardendarlehen stabilisiert: 2025 mit 0,5 Milliarden Euro und 2026 mit 3,2 Milliarden Euro. Dadurch sollten Beitragserhöhungen verhindert werden. Damit ist das grundsätzliche Problem bei der Pflege aber nicht gelöst – dass die Ausgaben viel schneller steigen als die Einnahmen. Deshalb soll eine umfassende Strukturreform kommen.

Was könnte die Reform konkret bedeuten?

Erste Pläne sehen erhebliche Mehrbelastungen für Bedürftige und ihre Angehörigen vor. So sollen die Voraussetzungen für die Einstufung in einen Pflegegrad verschärft werden. Damit dürfte es auch schwieriger werden, überhaupt als pflegebedürftig anerkannt zu werden. Die Regierung erhofft sich davon geringere Ausgaben für die Pflegeversicherung.
Deren Zuschüsse zu den Heimkosten sollen zudem zeitlich gestreckt werden. Damit würde es länger dauern, bis die Betroffenen von den schrittweise steigenden Zuschüssen profitieren. Die Folge wären zumindest anfangs noch höhere Eigenanteile. Umgekehrt könnte die Pflegeversicherung Ausgaben in Milliardenhöhe sparen.
Besonders ältere Menschen sollten genügend trinken. (Archivbild).

Pflegestation. (Archivbild).

Foto: Elisa Schu/dpa

Was würde sich für Familien und Kinderlose ändern?

Wie in der Krankenversicherung geplant soll auch bei der Pflege die beitragsfreie Mitversicherung eingeschränkt werden: Ab 2028 sollen Versicherte für bisher beitragsfrei versicherte Ehegatten oder Lebenspartner einen Beitragszuschlag in Höhe von 0,52 Prozentpunkten zahlen. Ausnahmen davon sind bei der Betreuung kleiner Kinder oder der Pflege von Angehörigen geplant.
Mehr zahlen sollen künftig über eine Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze Gutverdienende sowie Kinderlose. Bei Letzteren soll der Beitragszuschlag um nochmals 0,1 Prozentpunkte auf dann insgesamt 0,7 Prozent steigen. (afp/red)
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Waldbrand im Hürtgenwald: Hunderte Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen

Hunderte Feuerwehrkräfte kämpfen im Hürtgenwald in der Eifel weiter gegen den großen Waldbrand. In der Nacht wurde in besonders gefährdeten Bereichen der Personaleinsatz am Boden fast verdoppelt, wie der Sprecher der Feuerwehren im Kreis Düren, Peter Berndgen, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Viele zusätzliche Löschzüge wurden in diese Bereiche geführt.
Die Wetterbedingungen sorgten in der Nacht für vorsichtigen Optimismus. Der Wind habe die Löscharbeiten zuletzt begünstigt, heißt es in einem Beitrag auf X:

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Im Fokus steht die am frühen Freitagmorgen evakuierte Ortschaft Gey, deren rund 2.000 Bewohner bei Verwandten und Freunden unterkamen. Zwei Bergepanzer der Bundeswehr schlugen nach Angaben Berndgens auch in der Nacht Schneisen im Bereich des Ortsteils. Damit sollte ein Übergreifen des Feuers möglichst verhindert werden.

Tagelanger Einsatz erwartet

Die Feuerwehr stelle sich auf einen tagelangen Einsatz ein, sagte Berndgen. Alle zwölf Stunden machten sich rund 500 Einsatzkräfte aus NRW auf den Weg zum Schichtwechsel ins Brandgebiet. Die Einsatzplanung reiche derzeit bis Montag.
Der Einsatz der Löschhubschrauber wurde bei Tageslicht wieder aufgenommen. Mit Einbruch der Dunkelheit mussten die Helikopter am Boden bleiben. Heute Nachmittag will sich auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) vor Ort ein Bild von der Lage im Brandgebiet machen.
Der Waldbrand ist nach Einschätzung der Landesregierung wohl der größte in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen. NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) ging bei einem Besuch der Einsatzkräfte von einer betroffenen Fläche von 200 Hektar bis 300 Hektar aus.
Bei Tageslicht sollen die Löschhubschrauber wieder fliegen.

Bei Tageslicht sollen die Löschhubschrauber wieder fliegen.

Foto: Thomas Banneyer/dpa

Mehrere Feuerwehrleute verletzt

Bei dem großen Waldbrand gab es bislang fünf Verletzte. Eine ältere Person habe Herzprobleme bei der Evakuierung bekommen, sagte der Dürener Landrat Ralf Nolten (CDU) Landrat Nolten der dpa. Außerdem seien vier Einsatzkräfte leicht verletzt worden. Darunter seien eine Schnittverletzung und Kreislaufprobleme.
Die Löscharbeiten werden durch Weltkriegsmunition auf dem Gelände erschwert. Der Hürtgenwald war 1944 und 1945 Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen deutschen und US-amerikanischen Truppen. Hürtgenwald liegt im Westen Nordrhein-Westfalens nahe der belgischen Grenze und hat knapp 9.000 Einwohner.

Bundeswehr und Bundesländer helfen

In Zusammenhang mit mehreren aktuellen Waldbränden in NRW übernahm das Landesinnenministerium die Koordinierung. Die sogenannte Koordinierungsgruppe des Krisenstabs der Landesregierung wurde aktiviert. Sie koordiniert auch die Verfügbarkeit der Einsatzkräfte und Spezialgeräte. Neben Hubschraubern der NRW-Polizei waren auch Helikopter aus Hessen und Rheinland-Pfalz sowie der Bundespolizei und Bundeswehr zur Brandbekämpfung im Einsatz.
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) und Gorißen appellierten an die Bevölkerung, Wälder derzeit nicht zu betreten. „Brände können sich rasant schnell ausbreiten und Fluchtwege abschneiden“, mahnten sie.
Auch in der Nacht kämpfen Feuerwehrleute gegen die Flammen.

Auch in der Nacht kämpfen Feuerwehrleute gegen die Flammen.

Foto: Thomas Banneyer/dpa

Weiterer Brand nur 60 Kilometer entfernt

Nur rund 60 Kilometer Luftlinie entfernt von Hürtgenwald brach am Freitag ein größerer Wald- und Wiesenbrand im rheinland-pfälzischen Landkreis Mayen-Koblenz aus. Dort brannten rund 50 Hektar, wie ein Sprecher des Landkreises sagte. Mehrere Häuser eines Ortsteils wurden evakuiert – die Evakuierung zweier anderer Orte wurde aber abgewandt. Bei der Bekämpfung waren etwa 300 Kräfte stundenlang im Einsatz. Nach offiziellen Angaben wurden sieben Feuerwehrleute leicht verletzt.
Auch an anderen Orten in Deutschland waren kleinere Waldbrände aktiv. (dpa/red)
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14. August: Waldbrände in Deutschland | Mutmaßliche IS-Mitglieder festgenommen | Massenandrang auf Ceuta befürchtet

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Waldbrände in Deutschland

Die Waldbrandlage hat sich im Saarland, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen zugespitzt. Besonders dramatisch war die Situation in Hürtgenwald. Über 2.000 Menschen wurden evakuiert. Es kamen auch Löschhubschrauber und zwei Pionierpanzer zum Einsatz. Vor allem von alter Munition geht eine hohe Gefahr aus. Die örtlichen Behörden meldeten heute Mittag, dass sich die Lage bei schwächerem Wind entspannt habe.

Beschäftigungstiefstand in der Autoindustrie

Die deutsche Autoindustrie hat so wenig Beschäftigte wie seit 2005 nicht mehr. Zum Ende des ersten Halbjahres 2026 waren in der Branche 42.300 Menschen weniger beschäftigt als noch ein Jahr zuvor. Mit rund 906.000 Beschäftigten ist die Automobilindustrie nach dem Maschinenbau die zweitgrößte Branche Deutschlands.

Mutmaßliche IS-Mitglieder festgenommen

In Sachsen wurden zwei Männer wegen des Verdachts auf IS-Mitgliedschaft festgenommen. Sie sollen zwischen 2016 und 2017 als Kämpfer für die Terrororganisation aktiv gewesen sein. Bei den Durchsuchungen wurden elektronische Geräte und Dokumente sichergestellt.

Massenandrang auf Ceuta befürchtet

In den sozialen Medien sind zuletzt vermehrt arabische Beiträge erschienen, die auf einen Massenandrang morgen, am 15. August, in Ceuta hinweisen. Bei dem Andrang Ende Juli sind Dutzende Menschen gestorben. Zwar kehrte der Großteil der über 70.000 Menschen zurück, die Situation vor Ort bleibt jedoch angespannt.

Strafmündigkeit herabgesetzt

Schweden hat das Alter der Strafmündigkeit von 15 auf 14 Jahre gesenkt. Damit sind Haftstrafen von bis zu 18 Jahren für Personen unter 18 Jahren möglich. Dies ist eine Reaktion auf die zunehmende Gewalt, da Banden immer häufiger Minderjährige unter 15 Jahren für Anschläge rekrutieren.
 
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300 Hektar in Flammen: Lage im Hürtgenwald bleibt dynamisch und kritisch

Fast 2000 Menschen evakuiert, hunderte Helfer am Boden und mehrere Löschhubschrauber in der Luft: Bei Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen haben die Einsatzkräfte den ganzen Freitag gegen den bislang größten und folgenschwersten Waldbrand des Sommers in Deutschland gekämpft. Die Flammen dehnten sich nach Behördenangaben bis auf 300 Hektar aus und bedrohten weiter den in der Nacht zu Freitag geräumten Ortsteil Gey.

Lage bleibt kritisch – Wind als entscheidender Faktor

Eine Entspannung der Situation in dem zur Eifel zählenden Gebiet war zunächst nicht in Sicht. Mit Sorge blickten die Einsatzkräfte vor allem auf die Entwicklung des Windes, der die Flammen in der Nacht zeitweise mit rasender Geschwindigkeit antrieb und bis in Baumkronen schlagen ließ. Einer Sprecherin des Landkreises Düren zufolge konzentrierten sich die Helfer weiterhin darauf, ein Übergreifen der Flammen auf den evakuierten Ortsteil zu verhindern. Das Feuer befand sich weiter 150 bis 200 Meter vor Gey.
„Die Lage ist dynamisch, da sich der Wind dreht“, hieß es am Nachmittag in einer Mitteilung des Landkreises. Es würden weitere Einsatzkräfte zur Unterstützung angefordert. Eine schnelle Rückkehr der in der Nacht in Sicherheit gebrachten rund 1800 Bewohner der Siedlung zeichnete sich nach Angaben der Sprecherin zunächst nicht ab. Demnach liefen Planungen an, diese über Nacht unterzubringen und zu betreuen.

Hunderte Kräfte, Hubschrauber und Bundeswehr im Einsatz

Mehr als 200 Kräfte von Feuerwehr, Technischen Hilfswerk, Bundeswehr und weiteren Organisationen waren am Freitag im Einsatz. Hubschrauber unterstützten durch Wasserabwürfe aus der Luft, auch Wasserwerfer der Polizei sowie Panzer der Bundeswehr waren laut Behörden vor Ort.
In den brennenden Wald wurden in der Nacht außerdem Schneisen gezogen, um die Ausbreitung der Flammen einzudämmen, hieß es vom Landkreis. Außerdem wurde mit Gegenfeuern gearbeitet, um den Brand einzudämmen.
Dürens Landrat Ralf Nolten (CDU) ging nach eigenen Angaben von einem längeren Einsatz aus. „Wir sind noch lange nicht durch“, sagte er vor Ort. Der Wind sei für die weitere Dynamik entscheidend.
Für zusätzliche Probleme sorgen seinen Angaben nach Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg, die die Einsatzkräfte gefährden könnten. In der Nacht habe es immer wieder „geknallt“, sagte er. Der Landkreis berichtete davon, dass auch tagsüber von den Einsatzkräften Explosionen gehört wurden. Am Ende des Kriegs gab es im Hürtgenwald südöstlich von Aachen heftige Kämpfe.

Weitere Brände und Hitzewelle in Deutschland

Bundesweit kämpfen Einsatzkräfte bei anhaltend heißem und trockenem Wetter seit Tagen gegen zahlreiche Wald- und Flächenbrände. In weiten Teilen des Landes herrschen aktuell Temperaturen von weit mehr als 30 Grad.
Die Hitzewelle dauert nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts noch bis zum Wochenende, es werden örtlich bis zu 39 Grad erreicht. Erst ab Samstag ist demnach hierzulande mit Regenfällen zu rechnen.
Auch in der Verbandsgemeinde Vordereifel in Rheinland-Pfalz wütete ein großer Wald- und Wiesenbrand mit massiver Rauchentwicklung, wie der Landkreis Mayen-Koblenz mitteilte. Die Bewohner der Gemeinden Langenfeld und Arft wurden per Warnapps aufgefordert, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten. Laut Verbandsgemeinde handelte es sich zunächst allerdings lediglich um eine „vorbereitende Maßnahme“.

Unterstützung aus Bund und Land – Appell an die Bevölkerung

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dankte allen Einsatzkräften „für ihren unermüdlichen und oft bis zur Erschöpfung reichenden Einsatz“. Er selbst lasse sich über die Entwicklung der Waldbrände „laufend“ unterrichten, schrieb er im Portal X. Der Bund werde durch Bundespolizei und Bundeswehr unterstützen, wo immer dies möglich sei.
Bei Hürtgenwald halfen Polizei und Bundeswehr bei Löscharbeiten nach eigenen Angaben mit Hubschraubern samt Wasserabwurfbehältern, die Polizei entsandte zudem vier Wasserwerfer. Landwirte unterstützten nach Kreisangaben bei der Wasserversorgung. Feuerwehren aus anderen Teilen Nordrhein-Westfalens wurden entsandt – darunter Kräfte eines speziellen Waldbrandmoduls, das zuletzt in Spanien im Einsatz war.
Über dem Brandgebiet stand derweil eine riesige Rauchwolke. Behörden riefen Bewohner in umliegenden Gemeinden wegen „Geruchsbelästigung und Rauchniederschlag“ auf, sich sofort in geschlossene Räume zu begeben und keine Fenster und Türen zu öffnen. Evakuierte wurden in eine Sammelstelle in einer Schule im etwas entfernten Düren gebracht.
„Die Einsatzkräfte kämpfen unermüdlich gegen die Flammen“, erklärte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) in Düsseldorf. Gemeinsam mit Landeslandwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) appellierte er an die Bevölkerung, sich von den Bränden fernzuhalten und die Helfer nicht zu behindern.
Generell sollten Wälder wegen der aktuell hohen Waldbrandgefahr nicht betreten werden. Waldbrände könnten sich „rasend schnell ausbreiten und Fluchtwege abschneiden“.
Evakuierungsmaßnahmen wegen Waldbränden sind hierzulande eher selten, kommen aber vor. Im vergangenen Jahr etwa wurden in der Gohrischheide in Sachsen aus Sicherheitsgründen einige Ortsteile geräumt, im Sommer 2022 waren in Brandenburg mehrere Dörfer mit hunderten Einwohnern betroffen. Häuser oder Menschen kamen dabei aber nicht zu Schaden.(afp/red)
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Italo-Einstieg im Fernverkehr wird zum Rechtsstreit

Die Deutsche Bahn muss nach einem Beschluss der Bundesnetzagentur ihren Wettbewerbern auf bestimmten Strecken mehr Platz machen – und geht nun gerichtlich gegen diese Entscheidung vor.
Die für die Infrastruktur zuständige Bahn-Tochter DB InfraGo werde vor dem Verwaltungsgericht Köln ein Eilverfahren gegen den Beschluss anstreben, teilte der bundeseigene Konzern mit. Ziel sei es, „die rechtliche Grundlage, Verhältnismäßigkeit und praktische Umsetzbarkeit der behördlichen Anordnungen gerichtlich klären zu lassen“.

Worum geht es?

Hintergrund des Streits ist ein möglicher neuer Konkurrent der Bahn im Fernverkehr: Das italienische Verkehrsunternehmen Italo hat angekündigt, ab 2028 in den deutschen Markt einsteigen zu wollen und nimmt dabei zunächst zwei Hauptkorridore in den Blick: München-Köln-Dortmund und München-Berlin-Hamburg.
Italo hatte dafür Beschwerde bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) gegen die Art und Weise eingelegt, wie die ohnehin begrenzten Schienenkapazitäten in Deutschland vergeben werden. Das italienische Unternehmen wollte damit erreichen, dass die Rahmenbedingungen für neue Wettbewerber verbessert werden.

Wie hat die Bundesnetzagentur entschieden?

Die Bundesnetzagentur hat daraufhin entschieden, dass die für die Vergabe der Trassen zuständige InfraGo auf bestimmten Strecken mindestens ein Viertel der Kapazitäten an Wettbewerber vergeben muss. Das gilt demnach nur für stark ausgelastete Korridore mit ausgewiesenen Kapazitätsobergrenzen, wie es etwa für die Knoten München und Frankfurt geplant ist.
Diese sogenannte Wettbewerbsklausel gilt der BNetzA zufolge aber nur für Unternehmen, die einen vertakteten Verkehr anbieten. „Das bedeutet im Grundsatz, dass die Verbindung mindestens viermal täglich in zweistündigem Abstand zur gleichen Minute angeboten wird“, teilte die Behörde mit.

Warum klagt die Bahn?

Die Bahn kritisiert, dass die Trassenvergabe durch den Beschluss deutlich komplizierter werden könnte. Die Verkehrsunternehmen melden jedes Jahr bei DB InfraGo die Trassen an, auf denen sie während einer Fahrplanperiode unterwegs sein wollen.
Immer wieder kommt es dabei zu Konflikten, denn die Kapazitäten sind eng begrenzt – Fern-, Nah- und Güterverkehr teilen sich in Deutschland dasselbe Schienennetz.
Für den Netzfahrplan 2026 etwa musste die DB InfraGo eigenen Angaben zufolge deshalb mehr als 5.600 Konflikte regeln. Das sei in den meisten Fällen auch gelungen, heißt es im Konzern. Die Kompromisse seien vor allem dadurch ermöglicht worden, dass Anbieter von vertakteten Verkehren ihren Takt aufgegeben haben, so dass auf der jeweiligen Trasse zeitliche Verschiebungen möglich wurden.
Doch mit der Wettbewerbsklausel der BNetzA hätten Fernverkehrsunternehmen keine Motivation mehr, den Takt aufzugeben. Schließlich sehe der Beschluss vor, dass nur vertaktete Verkehre bei der Vergabe der Trassen zum Zug kommen können. Kompromisse würden dadurch deutlich erschwert.

Wäre mehr Wettbewerb im Fernverkehr nicht gut für die Fahrgäste?

Der Fernverkehr in Deutschland wird zu 95 Prozent von der Deutschen Bahn dominiert. Der bekannteste Wettbewerber ist das Münchner Unternehmen Flix, das für 2028 ebenfalls eine neue Offensive im Fernverkehr angekündigt hat – mit Dutzenden neuen Zügen und Verbindungen. Ein weiterer Konkurrent, so die Hoffnung, könnte dafür sorgen, dass die Fahrpreise sinken und sich die Qualität erhöht.
In der Branche gibt es allerdings auch Befürchtungen. So warnt etwa der Bundesverband Schienennahverkehr, dass der Konflikt um Trassen am Ende zulasten des Regionalverkehrs gehen und damit die Anbindung insbesondere ländlicher Regionen gefährden könnte.
„Ein gut organisierter Wettbewerb muss auch ein gutes Angebot auf den weniger nachgefragten Verbindungen fernab der großen Städte sicherstellen“, teilte der Geschäftsführer des Interessenverbands Allianz pro Schiene, Dirk Flege, mit. Ein besseres Angebot im Fernverkehr bekämen die Fahrgäste nur, wenn der Bund den Wettbewerb ordne und ihm klare Regeln gebe.

Wie geht es nun weiter?

Bis zu einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts bleibt der Beschluss der BNetzA bestehen. Wann ein Urteil im Eilverfahren fällt, ist völlig offen. Inwiefern Italo seinen Markteinstieg von der BNetzA-Entscheidung beziehungsweise dem Urteil des VG Köln abhängig macht, ist nicht bekannt. (dpa/red)
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Hamburger Finanzbeamtin soll wegen Cum-Ex-Affäre vor Gericht

Erstmals soll eine Vertreterin des Staates im Zuge des Cum-Ex-Skandals vor Gericht. Das Oberlandesgericht (OLG) Köln ließ die Anklage gegen die Hamburger Finanzbeamtin Daniela P. wegen Beihilfe zur versuchten Steuerhinterziehung zu, wie eine Gerichtssprecherin am Freitag bestätigte.
Zunächst hatte der WDR darüber berichtet. P. steht demnach im Verdacht, der Hamburger Warburg-Bank geholfen zu haben, zu Unrecht vereinnahmtes Steuergeld zunächst zu behalten.
Die Warburg-Bank war jahrelang an Cum-Ex-Geschäften beteiligt gewesen. Mit dem Verschieben von Aktien wurden dabei die Behörden ausgetrickst, so dass nicht gezahlte Kapitalertragsteuern zurückerstattet wurden.
Ab 2016 stand im Raum, dass die Bank zu Unrecht eingestrichene Gelder zurückzahlen muss. Die Kölner Staatsanwaltschaft wirft der Finanzbeamtin P. vor, als Sachgebietsleiterin im hamburgischen Finanzamt für Großunternehmen versucht zu haben, dies zu verhindern.
Laut der Anklageschrift, welche im Juni vergangenen Jahres eingereicht wurde, soll P. unter anderem ihren Vorgesetzten unvollständige und teils falsche Informationen geliefert haben. Das Landgericht Bonn ließ die Anklage jedoch nicht zu. Es liege „keine ausreichende Wahrscheinlichkeit“ vor, dass P. sich strafbar gemacht habe, zitierte der WDR aus der Entscheidung vom März.
Das Oberlandesgericht widersprach dem mit einem Beschluss vom Montag. „Anders als das Landgericht hat der Senat nach Aktenlage und deren vorläufiger Bewertung einen hinreichenden Tatverdacht, der für die Eröffnung des Hauptverfahrens erforderlich ist, als gegeben angesehen“, erklärte die Gerichtssprecherin. Es handele sich um eine „komplexe Beweislage“, die gerichtlich zu bewerten sei.
Hinter dem Cum-Ex-Skandal steht das womöglich umfassendste System der Steuerhinterziehung in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Die Praxis war seit Anfang der 2000er Jahre bei vielen Banken im In- und Ausland üblich.
2021 bestätigte der BGH, dass sie strafbar ist. Es gab in dem Zusammenhang schon mehrere Verurteilungen anderer Angeklagter. Bislang wurden aber ausschließlich Banken und ihre Mitarbeiter belangt.
Der Hamburger Cum-Ex-Skandal rund um die Warburg-Bank reicht ohnehin bereits in die Politik hinein, denn sie betrifft auch den damaligen Ersten Bürgermeister der Hansestadt und späteren Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD).
Er hatte den Chef der Bank, Christian Olearius, mehrmals getroffen. An den Inhalt der Gespräche habe er aber keine Erinnerung, sagte Scholz in einem entsprechenden Untersuchungsausschuss.(afp/red)
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Landrat: Lage bei Hürtgenwald stabilisiert sich – Weltkriegsmunition erschwert Löscharbeiten

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Ein sich rasend schnell ausbreitender Waldbrand hat bei Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen fast 2000 Menschen in die Flucht getrieben und einen Großeinsatz mit hunderten Helfern ausgelöst. Wegen der herannahenden Flammen räumten die Behörden in der Nacht zu Freitag den Ortsteil Gey mit etwa 1800 Einwohnern, wie der Kreis Düren und die Gemeinde Hürtgenwald mitteilten. Der am Donnerstag ausgebrochene Waldbrand weitete sich demnach inzwischen auf eine Fläche von rund 300 Hektar aus.

Lage in Hürtgenwald stabilisiert sich

Am Freitag entspannte sich die Lage nach Angaben der örtlichen Behörden etwas. Zusätzliche Evakuierungen seien „erstmal“ nicht nötig, sagte der Dürener Landrat Ralf Nolten vor Ort. Das gelte, solange der Wind nicht wieder auffrische. Das Brandgeschehen beschränke sich derzeit auf den bereits betroffenen Bereich.
Im Zentrum des Brandes sei inzwischen alles „heruntergebrannt“. Die Einsatzkräfte konzentrierten sich laut Nolten darauf, das Feuer an den Flanken einzudämmen und heiße Glutnester im Boden zu bekämpfen. Der Einsatz werde jedoch noch längere Zeit dauern: „Wir sind noch lange nicht durch.“
Erschwert werden die Löscharbeiten durch Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg. Im Laufe der Nacht habe es immer wieder „geknallt“, sagte Nolten. Im Hürtgenwald südöstlich von Aachen hatten während des Zweiten Weltkriegs schwere Kämpfe stattgefunden.

Zwei Bundeswehr-Panzer im Einsatz

Mehr als 200 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Bundeswehr und weiteren Organisationen waren am Freitag im Einsatz. Hubschrauber unterstützten die Brandbekämpfung durch Wasserabwürfe aus der Luft, drei weitere Helikopter der Bundeswehr und des Landes befanden sich nach Behördenangaben auf dem Weg. Auch zwei Panzer der Bundeswehr waren demnach im Einsatz. In den brennenden Wald wurden in der Nacht zudem Schneisen gezogen, um die weitere Ausbreitung der Flammen einzudämmen.
„Die Löscharbeiten laufen auf Hochtouren“, erklärte der Landkreis in Düren. Die Situation sei „dynamisch und abhängig von der Richtung des Windes“. Für die Betroffenen wurden Anlaufstellen in einer Grundschule und einem Sportheim eingerichtet. Evakuierte sollten nur das Nötigste mitnehmen, hieß es in der Nacht. Der Kreis richtete einen Krisenstab ein. Bereits am Vortag war eine Großschadenslage ausgerufen worden.
Löschhubschrauber holten den Behörden zufolge Wasser aus umliegenden Talsperren und aus einem großen Becken. „Landwirte helfen und besorgen Wasser“, hieß es vom Kreis. Auch Forstarbeiter seien im Brandeinsatz.
Ein Löschhubschrauber bekämpft am Donnerstagabend die Flammen des Waldbrandes Nahe Hürtgenwald.

Ein Löschhubschrauber bekämpft am Donnerstagabend die Flammen des Waldbrandes Nahe Hürtgenwald.

Foto: Jan Ohmen/dpa

Spezialeinheiten aus ganz NRW

Die Einsatzleitung zog Kräfte aus ganz Nordrhein-Westfalen zusammen, auch ein spezielles Landes-Waldbrandbekämpfungsmodul der Feuerwehren war im Einsatz. Nach Angaben der Feuerwehr Düsseldorf besteht es aus zwölf Fahrzeugen mit 32 Einsatzkräften. Das Modul war zuletzt unter anderem bei Waldbränden in Spanien und den Niederlanden im Einsatz.
Der Berufsfeuerwehr Düsseldorf zufolge aktivierte der Kreis Düren am Freitag darüber hinaus ein spezielles Landeskonzept zur überregionalen Unterstützung. Feuerwehrkräfte aus der Landeshauptstadt sowie dem Kreis Mettmann und dem Rhein-Kreis Neuss machten sich daraufhin auf den Weg.
Die Landespolizei entsandte vier Wasserwerfer zur Unterstützung der Löscharbeiten ins Brandgebiet, wie die Beamten in Köln am Freitag mitteilten. Dort standen demnach auch zwei Hundertschaften der Bereitschaftspolizei für Absperr- und Verkehrslenkungsmaßnahmen bereit. Im Löscheinsatz befanden sich demnach zwei Polizeihubschrauber, zwei weitere Hubschrauber von Landes- und Bundespolizei waren verfügbar.
Der Waldbrand im Hürtgenwald bei Düren südwestlich von Köln war am Donnerstag ausgebrochen. Zunächst hatten sich die Flammen auf 25 Hektar ausgebreitet, bevor sich die Entwicklung bei böigen Winden in der Nacht massiv beschleunigte. Aufgrund der sich nähernden Flammen mussten die Bewohner von Gey dann in der Nacht ihre Häuser und Wohnungen verlassen.
Der Brand hat bereits rund 25 Hektar Wald in Beschlag genommen.

Der Brand hat bereits rund 25 Hektar Wald in Beschlag genommen.

Foto: Nord-West-Media TV/dpa

Auch Möhnesee von Waldbrand betroffen

Bundesweit kämpfen Einsatzkräfte bei anhaltend heißem und trockenem Wetter seit Tagen gegen zahlreiche Wald- und Flächenbrände. In weiten Teilen des Landes herrschen aktuell Temperaturen von weit mehr als 30 Grad. Die Hitzewelle dauerte laut Wetterdienst noch bis zum Wochenende.
Auch am Möhnesee bei Soest in Nordrhein-Westfalen kämpfen Helfer die ganze Nacht über weiter gegen einen größeren Waldbrand. Nach Angaben der örtlichen Feuerwehren waren dabei etwa 100 Helfer verschiedener Organisationen im Einsatz und verhinderten eine weitere Ausbreitung. Die Bedingungen im Brandgebiet seien schwierig, hieß es. Ein sicherer Einsatz sei dort aufgrund der Topografie und massiv geschädigter Bäume nicht möglich gewesen, teils müsse auch der Waldboden umgegraben werden. (afp/red)
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Fast 2000 Menschen fliehen vor Waldbrand – 300 Hektar in Flammen

Ein sich rasend schnell ausbreitender Waldbrand hat bei Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen fast 2000 Menschen in die Flucht getrieben und einen Großeinsatz mit hunderten Helfern ausgelöst. Wegen der herannahenden Flammen räumten die Behörden in der Nacht zu Freitag den Ortsteil Gey mit etwa 1800 Einwohnern, wie der Kreis Düren und die Gemeinde Hürtgenwald mitteilten. Der am Donnerstag ausgebrochene Waldbrand weitete sich demnach inzwischen auf eine Fläche von rund 300 Hektar aus.

Zwei Bundeswehr-Panzer im Einsatz

Mehr als 200 Kräfte von Feuerwehr, Technischen Hilfswerk, Bundeswehr und weiteren Organisationen waren am Freitag im Einsatz. Hubschrauber unterstützten die Brandbekämpfung durch Wasserabwürfe aus der Luft, drei weitere Helikopter der Bundeswehr und des Landes befanden sich nach Behördenangaben auf dem Weg. Auch zwei Panzer der Bundeswehr waren demnach im Einsatz. In den brennenden Wald wurden in der Nacht zudem Schneisen gezogen, um die weitere Ausbreitung der Flammen einzudämmen.
„Die Löscharbeiten laufen auf Hochtouren“, erklärte der Landkreis in Düren. Die Situation sei „dynamisch und abhängig von der Richtung des Windes“. Für die Betroffenen wurden Anlaufstellen in einer Grundschule und einem Sportheim eingerichtet. Evakuierte sollten nur das Nötigste mitnehmen, hieß es in der Nacht. Der Kreis richtete einen Krisenstab ein. Bereits am Vortag war eine Großschadenslage ausgerufen worden.
Löschhubschrauber holten den Behörden zufolge Wasser aus umliegenden Talsperren und aus einem großen Becken. „Landwirte helfen und besorgen Wasser“, hieß es vom Kreis. Auch Forstarbeiter seien im Brandeinsatz.
Ein Löschhubschrauber bekämpft am Donnerstagabend die Flammen des Waldbrandes Nahe Hürtgenwald.

Ein Löschhubschrauber bekämpft am Donnerstagabend die Flammen des Waldbrandes Nahe Hürtgenwald.

Foto: Jan Ohmen/dpa

Spezialeinheiten aus ganz NRW

Die Einsatzleitung zog Kräfte aus ganz Nordrhein-Westfalen zusammen, auch ein spezielles Landes-Waldbrandbekämpfungsmodul der Feuerwehren war im Einsatz. Nach Angaben der Feuerwehr Düsseldorf besteht es aus zwölf Fahrzeugen mit 32 Einsatzkräften. Das Modul war zuletzt unter anderem bei Waldbränden in Spanien und den Niederlanden im Einsatz.
Der Berufsfeuerwehr Düsseldorf zufolge aktivierte der Kreis Düren am Freitag darüber hinaus ein spezielles Landeskonzept zur überregionalen Unterstützung. Feuerwehrkräfte aus der Landeshauptstadt sowie dem Kreis Mettmann und dem Rhein-Kreis Neuss machten sich daraufhin auf den Weg.
Die Landespolizei entsandte vier Wasserwerfer zur Unterstützung der Löscharbeiten ins Brandgebiet, wie die Beamten in Köln am Freitag mitteilten. Dort standen demnach auch zwei Hundertschaften der Bereitschaftspolizei für Absperr- und Verkehrslenkungsmaßnahmen bereit. Im Löscheinsatz befanden sich demnach auch zwei Polizeihubschrauber, zwei weitere Huschrauber von Landes- und Bundespolizei waren verfügbar.
Der Waldbrand im Hürtgenwald bei Düren südwestlich von Köln war am Donnerstag ausgebrochen. Zunächst hatten sich die Flammen auf 25 Hektar ausgebreitet, bevor sich die Entwicklung bei böigen Winden in der Nacht massiv beschleunigte. Aufgrund der sich nähernden Flammen mussten die Bewohner von Gey dann in der Nacht ihre Häuser und Wohnungen verlassen.
Der Brand hat bereits rund 25 Hektar Wald in Beschlag genommen.

Der Brand hat bereits rund 25 Hektar Wald in Beschlag genommen.

Foto: Nord-West-Media TV/dpa

Auch Möhnesee von Waldbrand betroffen

Bundesweit kämpfen Einsatzkräfte bei anhaltend heißem und trockenem Wetter seit Tagen gegen zahlreiche Wald- und Flächenbrände. In weiten Teilen des Landes herrschen aktuell Temperaturen von weit mehr als 30 Grad. Die Hitzewelle dauerte laut Wetterdienst noch bis zum Wochenende.
Auch am Möhnesee bei Soest in Nordrhein-Westfalen kämpfen Helfer die ganze Nacht über weiter gegen einen größeren Waldbrand. Nach Angaben der örtlichen Feuerwehren waren dabei etwa 100 Helfer verschiedener Organisationen im Einsatz und verhinderten eine weitere Ausbreitung. Die Bedingungen im Brandgebiet seien schwierig, hieß es. Ein sicherer Einsatz sei dort aufgrund der Topografie und massiv geschädigter Bäume nicht möglich gewesen, teils müsse auch der Waldboden umgegraben werden. (afp/red)
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Fast 2000 Menschen fliehen vor Waldbrand – zwei Panzer im Einsatz

Ein sich rasend schnell ausbreitender Waldbrand hat bei Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen fast 2000 Menschen in die Flucht getrieben und einen Großeinsatz mit hunderten Helfern ausgelöst. Wegen der herannahenden Flammen räumten die Behörden in der Nacht zu Freitag den Ortsteil Gey mit etwa 1800 Einwohnern, wie der Kreis Düren und die Gemeinde Hürtgenwald mitteilten. Der am Donnerstag ausgebrochene Waldbrand weitete sich demnach inzwischen auf eine Fläche von rund 300 Hektar aus.

Zwei Bundeswehr-Panzer im Einsatz

Mehr als 200 Kräfte von Feuerwehr, Technischen Hilfswerk, Bundeswehr und weiteren Organisationen waren am Freitag im Einsatz. Hubschrauber unterstützten die Brandbekämpfung durch Wasserabwürfe aus der Luft, drei weitere Helikopter der Bundeswehr und des Landes befanden sich nach Behördenangaben auf dem Weg. Auch zwei Panzer der Bundeswehr waren demnach im Einsatz. In den brennenden Wald wurden in der Nacht zudem Schneisen gezogen, um die weitere Ausbreitung der Flammen einzudämmen.
„Die Löscharbeiten laufen auf Hochtouren“, erklärte der Landkreis in Düren. Die Situation sei „dynamisch und abhängig von der Richtung des Windes“. Für die Betroffenen wurden Anlaufstellen in einer Grundschule und einem Sportheim eingerichtet. Evakuierte sollten nur das Nötigste mitnehmen, hieß es in der Nacht. Der Kreis richtete einen Krisenstab ein. Bereits am Vortag war eine Großschadenslage ausgerufen worden.
Löschhubschrauber holten den Behörden zufolge Wasser aus umliegenden Talsperren und aus einem großen Becken. „Landwirte helfen und besorgen Wasser“, hieß es vom Kreis. Auch Forstarbeiter seien im Brandeinsatz.
Ein Löschhubschrauber bekämpft am Donnerstagabend die Flammen des Waldbrandes Nahe Hürtgenwald.

Ein Löschhubschrauber bekämpft am Donnerstagabend die Flammen des Waldbrandes Nahe Hürtgenwald.

Foto: Jan Ohmen/dpa

Spezialeinheiten aus ganz NRW

Die Einsatzleitung zog Kräfte aus ganz Nordrhein-Westfalen zusammen, auch ein spezielles Landes-Waldbrandbekämpfungsmodul der Feuerwehren war im Einsatz. Nach Angaben der Feuerwehr Düsseldorf besteht es aus zwölf Fahrzeugen mit 32 Einsatzkräften. Das Modul war zuletzt unter anderem bei Waldbränden in Spanien und den Niederlanden im Einsatz.
Der Berufsfeuerwehr Düsseldorf zufolge aktivierte der Kreis Düren am Freitag darüber hinaus ein spezielles Landeskonzept zur überregionalen Unterstützung. Feuerwehrkräfte aus der Landeshauptstadt sowie dem Kreis Mettmann und dem Rhein-Kreis Neuss machten sich daraufhin auf den Weg.
Die Landespolizei entsandte vier Wasserwerfer zur Unterstützung der Löscharbeiten ins Brandgebiet, wie die Beamten in Köln am Freitag mitteilten. Dort standen demnach auch zwei Hundertschaften der Bereitschaftspolizei für Absperr- und Verkehrslenkungsmaßnahmen bereit. Im Löscheinsatz befanden sich demnach auch zwei Polizeihubschrauber, zwei weitere Huschrauber von Landes- und Bundespolizei waren verfügbar.
Der Waldbrand im Hürtgenwald bei Düren südwestlich von Köln war am Donnerstag ausgebrochen. Zunächst hatten sich die Flammen auf 25 Hektar ausgebreitet, bevor sich die Entwicklung bei böigen Winden in der Nacht massiv beschleunigte. Aufgrund der sich nähernden Flammen mussten die Bewohner von Gey dann in der Nacht ihre Häuser und Wohnungen verlassen.
Der Brand hat bereits rund 25 Hektar Wald in Beschlag genommen.

Der Brand hat bereits rund 25 Hektar Wald in Beschlag genommen.

Foto: Nord-West-Media TV/dpa

Auch Möhnesee von Waldbrand betroffen

Bundesweit kämpfen Einsatzkräfte bei anhaltend heißem und trockenem Wetter seit Tagen gegen zahlreiche Wald- und Flächenbrände. In weiten Teilen des Landes herrschen aktuell Temperaturen von weit mehr als 30 Grad. Die Hitzewelle dauerte laut Wetterdienst noch bis zum Wochenende.
Auch am Möhnesee bei Soest in Nordrhein-Westfalen kämpfen Helfer die ganze Nacht über weiter gegen einen größeren Waldbrand. Nach Angaben der örtlichen Feuerwehren waren dabei etwa 100 Helfer verschiedener Organisationen im Einsatz und verhinderten eine weitere Ausbreitung. Die Bedingungen im Brandgebiet seien schwierig, hieß es. Ein sicherer Einsatz sei dort aufgrund der Topografie und massiv geschädigter Bäume nicht möglich gewesen, teils müsse auch der Waldboden umgegraben werden. (afp/red)
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Deutschlands Autoindustrie erreicht historischen Beschäftigungstiefstand

Zum Ende des 1. Halbjahres 2026 haben 42.300 weniger Beschäftigte in der Automobilindustrie als noch ein Jahr zuvor gearbeitet. Das entsprach einem Rückgang von 5,8 Prozent – so hoch wie in keiner anderen großen Industriebranche mit mehr als 200.000 Beschäftigten, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte.
Mit 691.500 hat die Zahl der Beschäftigten in der Automobilindustrie einen weiteren Tiefstand erreicht: Seit 2005 waren noch nie weniger Menschen in der Branche beschäftigt. Dennoch bleibt die Automobilindustrie gemessen an der Beschäftigtenzahl die zweitgrößte Industriebranche nach dem Maschinenbau mit 905.900 Beschäftigten zum Ende des 1. Halbjahres 2026.
Zum Vergleich: Im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt waren 5,29 Millionen Beschäftigte tätig. Dies entsprach einem Rückgang von 144.100 oder 2,7 Prozent binnen eines Jahres.

Autohersteller und Zulieferer bauen Stellen ab

Innerhalb der Automobilindustrie haben die Autohersteller sowie die Zulieferer von Teilen und Zubehör Stellen abgebaut. Bei den Zulieferern von Karosserien, Aufbauten und Anhängern nahm hingegen zum Ende des 1. Halbjahres 2026 die Zahl der Beschäftigten zu. Im Bereich der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenmotoren waren mit insgesamt 429.200 Beschäftigten zum Ende des 1. Halbjahres 6,1 Prozent weniger Personen beschäftigt als ein Jahr zuvor.
Im Zulieferbereich der Herstellung von Teilen und Zubehör für Kraftwagen betrug der Beschäftigtenrückgang 7,6 Prozent auf zuletzt 219.500. In der kleineren Zulieferbranche der Herstellung von Karosserien, Aufbauten und Anhängern stieg die Zahl der Beschäftigten um 10,0 Prozent auf 42.800.
Weitere Zulieferer außerhalb der Automobilindustrie, wie zum Beispiel in der Herstellung und Runderneuerung von Bereifungen, wurden in der Auswertung nicht berücksichtigt.
Die europäische Automobilindustrie dürfte zu den großen Profiteuren des Abkommens zählen. (Archivbild)

Die europäische Automobilindustrie. (Archivbild)

Foto: Jörg Sarbach/dpa

Auch andere Branchen verlieren Jobs

Nicht nur in der Automobilindustrie wurden Stellen abgebaut, auch in anderen großen Industriebranchen ging die Zahl der Beschäftigten zuletzt zurück. In der Herstellung von Metallerzeugnissen sank sie binnen eines Jahres um 3,8 Prozent auf 471.700 zum Ende des 1. Halbjahres 2026. In der Metallerzeugung und -bearbeitung ging die Beschäftigtenzahl im selben Zeitraum um 3,7 Prozent zurück auf 207.200. Höher als im Durchschnitt fiel der Beschäftigtenrückgang auch in der chemischen Industrie (-3,6 Prozent auf 312.000) sowie in der Herstellung von elektrischer Ausrüstung (-3,4 Prozent auf 374.500) aus.
Die Zahl der Beschäftigten im Maschinenbau sank binnen eines Jahres um 2,7 Prozent und damit so stark wie in der gesamten Industrie: Hier waren Ende des 1. Halbjahres 2026 rund 905.900 Personen beschäftigt. In der Kunststoffindustrie (-2,2 Prozent auf 311.800), in der Nahrungsmittelindustrie (-1,3 Prozent auf 503.400) sowie in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (-1,0 Prozent auf 307.100) war der Beschäftigtenrückgang unterdurchschnittlich, so das Statistikamt. (dts/red)
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Toter Buckelwal im Greifswalder Bodden

Erneut ist ein Buckelwal vor der deutschen Ostseeküste verendet. Am Donnerstagmorgen, um 08:16 Uhr, sei der Wasserschutzpolizei gemeldet worden, dass ein lebloser Wal im Greifswalder Bodden treibe, teilte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) in Schwerin mit. Eine Mitarbeiterin des Deutschen Meeresmuseums habe daraufhin den Tod des etwa sieben Meter langen Buckelwals, der nahe der Fahrrinne auf dem Rücken im Wasser trieb, festgestellt.

Schiff zieht toten Wal zur Insel Dänholm

Ein Behördenschiff hat laut dem Deutschen Meeresmuseum in Stralsund damit begonnen, den toten Wal an Gurten in Richtung Stralsund zu ziehen. Vor der Hansestadt liegt die kleine Insel Dänholm, auf der sich das Nautineum befindet, eine Außenstelle des Deutschen Meeresmuseums. Am späteren Abend soll der Transport dort eintreffen, wie eine Sprecherin des Museums sagte. Am Freitag sei geplant, dass Wissenschaftler den Meeressäuger sezieren.

Ostsee kein Lebensraum von Buckelwalen

Große Wale sind in der Ostsee selten, das Randmeer gehört nicht zu ihrem natürlichen Lebensraum. Das relativ salzarme Wasser der Ostsee belastet sie. Warum schwimmen sie dann in diese für sie lebensfeindliche Umgebung? Minister Backhaus sagte: „Es gibt Hinweise, dass sich die Buckelwalpopulation im Atlantik in den letzten Jahren gut erholt hat. Mehr Tiere bedeuten aber offenbar auch mehr Irrläufer, die in die Ostsee einschwimmen.“
„Dennoch betrübt es mich, dass wir nun schon zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres den Tod eines Buckelwals in der Ostsee feststellen müssen, diesmal direkt in den Hoheitsgewässern des Landes“, so Backhaus weiter.
Aus der Sektion des Tiers erhoffe er Informationen, „woran solche hier nicht heimischen Tiere in unseren Gewässern sterben“. Er würde sich wünschen, mehr über diese Tierart zu erfahren, um solchen Ereignissen in Zukunft vielleicht entgegenwirken zu können.

Mehrere Walsichtungen in letzten Wochen

In den vergangenen Wochen war immer wieder ein Wal an der Küste gesichtet worden, zuerst vor Kiel, dann immer weiter östlich: im Hafenbecken von Wismar, vor dem Ostseebad Wustrow und zuletzt am vergangenen Samstag in der Nähe des polnischen Badeortes Miedzyzdroje. Experten des WWF Polen überprüften den Zustand des Meeressäugers. Er schwamm frei, hatte sich nicht in Fischernetze verfangen.
Ein Boot der polnischen Wasserrettung hatte den Wal anschließend auf seinem Weg nach Osten in die Nähe des Küstenortes Wiselka eskortiert. „Ob es sich bei dem jetzt im Greifswalder Bodden aufgetauchten Wal um das gleiche Exemplar handelt, wissen wir nicht“, sagte Sprecher Stanislaw Poplochodzki vom WWF Polen der Deutschen Presse-Agentur.
Ob es sich bei all den Sichtungen um ein und dasselbe Tier handelte, ist bislang unklar. Möglicherweise könne man mehr sagen, wenn der Meeressäuger aus dem Wasser komme und man seinen Rücken sehen könne, sagte die Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums mit Blick auf die geplante Obduktion am Freitag. Fotos von den Sichtungen zeigen den Rücken des Wals.

Timmy-Hope starb Anfang Mai

Im Frühjahr hatte das Schicksal des unter dem Namen Timmy bekannt gewordenen Buckelwals Öffentlichkeit und Behörden in Atem gehalten. Er irrte wochenlang vor der deutschen Ostseeküste umher und strandete dabei mehrfach vor Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Trotz mehrerer Rettungsversuche starb er Anfang Mai. (dpa/afp/red)
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Innenministerkonferenz betont Zeitdruck bei Drohnen-Abwehr

Unter dem Eindruck der in Leipzig entdeckten Sprengstoff-Drohne wollen die Innenminister von Bund und Ländern beim Aufbau von Fähigkeiten zur Abwehr potenziell gefährlicher Drohnen schneller vorankommen.
Der sächsische Innenminister Armin Schuster (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur nach einer Telefonkonferenz der Länderressortchefs mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), notwendig sei die gegenseitige Unterstützung sowie gemeinsame Forschung und Beschaffung.
„Die sächsische Staatsregierung setzt sich gemeinsam mit dem Flughafenbetreiber mit Nachdruck dafür ein, dass der Flughafen Leipzig/Halle bei der Ausstattung mit Drohnenabwehrtechnik und Drohnendetektion durch den Bund äußerst prioritär und in vorderster Reihe entsprechend ausgerüstet wird – gerade vor dem Hintergrund der zentralen Bedeutung als einer der größten europäischen Frachtflughäfen“, fügte er hinzu.

Drohne war umgebaut und mit Sprengstoff bestückt

Am Dienstagabend vergangener Woche war auf dem Flughafen eine umgebaute und mit Sprengstoff bestückte Drohne zwischen mehreren ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Die Drohne war dem Vernehmen nach auf eine Art und Weise gesteuert worden, die eine Entdeckung durch gängige Systeme erschwert.
Die Sicherheitskräfte stuften den Vorfall mit dem unbemannten Fluggerät als sehr ernst ein. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Sie spricht von einem „schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland“.

Was ist mit den Häfen?

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) sagte: „Wenn wir uns das Drohnenabwehrkonzept des Bundes angucken, dann sind die Flughäfen dabei, aber leider nicht alle – Hannover zum Beispiel nicht.“ Das sei eine Lücke, die sie nicht akzeptieren könne.
Die Häfen gehörten aus ihrer Sicht zudem genauso wie die Flughäfen zur kritischen Infrastruktur. „Wir haben zum Beispiel noch gar keine richtige Idee vom Bund für die Häfen“, kritisierte sie.
Spätestens der Vorfall in Leipzig habe gezeigt, „dass wir dort einen Schritt schneller werden können“. Sie sprach sich gemeinsam mit Bremens Innensenatorin Eva Högl (SPD) dafür aus, eine Sonder-Innenministerkonferenz einzuberufen, um noch einmal vertieft über die Drohnenabwehr zu sprechen.
Högl sagte, es bestehe noch „ein Defizit an Technik, das müssen wir jetzt schnellstmöglich nachholen“. Die Lage sei ernst.

Es geht um Fähigkeiten, nicht um Zuständigkeiten

Schuster widersprach einigen Experten und Politikern, die nach dem Vorfall kritisiert hatten, die Verantwortung zwischen Flughafenbetreibern, Landespolizei, Bundespolizei und der Deutschen Flugsicherung sei unklar verteilt. Von einem „Zuständigkeitswirrwarr“ könne keine Rede sein, sagte der CDU-Politiker.
Die eigentliche Herausforderung sei, die Fähigkeiten aller Beteiligten zur Detektion und Abwehr hochprofessioneller Drohnen ständig auf dem aktuellen Stand zu halten.

Behrens will Abwehrsystem des Bundes für Flughafen Hannover

Behrens sagte zur Lage am Flughafen Hannover: „Wir hatten vor zwei Tagen einen schwierigen Vorfall in Hannover, der mit dem Einsatzkommando der Bundespolizei nicht bewältigt werden konnte.“ Deswegen brauche es „auch ein System für Hannover, und ich glaube, das ist für Bremen auch mehr als gerechtfertigt“.
Nach der Sichtung einer Drohne war der Flugbetrieb am Flughafen Hannover in der Nacht zum Dienstag zeitweise eingestellt worden.
Die Bundespolizei ist an 13 deutschen Verkehrsflughäfen für die Luftsicherheit zuständig. Dazu zählen auch Bremen und Hannover.
Diese beiden Flughäfen gehören aber nicht zu den acht Flughäfen, die seitens des Bundesinnenministeriums für eine prioritäre Ausstattung mit stationärer Technik zur Detektion und Abwehr von Drohnen genannt werden.

Neue Dimension erreicht

Zu den konkreten Inhalten der Sonderschalte im Einzelnen sei Vertraulichkeit vereinbart worden, teilte Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) mit. Er ist aktuell Vorsitzender der Innenministerkonferenz von Bund und Ländern.
„Grote sagte: „Der misslungene Sprengstoffanschlag auf den Flughafen Leipzig fügt sich ein in die aktuelle Entwicklung zunehmender hybrider Angriffe, stellt allerdings eine wirklich neue qualitative Dimension dar.“

Auf weitere vergleichbare Angriffe vorbereiten

Die Sicherheitsbehörden müssten mit weiteren vergleichbaren Angriffen rechnen und sich darauf bestmöglich vorbereiten. Bund und Länder hätten ihre Fähigkeiten zur Drohnenabwehr zwar bereits deutlich ausgebaut und investierten weiterhin in erheblichem Umfang.
„Wir brauchen aber mehr Geschwindigkeit, eine noch intensivere Zusammenarbeit und vor allem eine von Bund und Ländern gemeinsam getragene Gesamtstrategie für die Drohnenabwehr in Deutschland.“
(dpa/red)
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EZB: Automatisierung darf Bargeld nicht verdrängen

Einzelhandel, Restaurants, Hotels: 92 Prozent aller Unternehmen im Euroraum akzeptieren Bargeld. Allerdings gibt es einen Trend zu bargeldlosen Bezahlmethoden, wie eine Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) ergab – und das sieht die Notenbank nicht nur positiv.
„Um eine breite Akzeptanz von Bargeld sicherzustellen, ist es entscheidend, dafür zu sorgen, dass die zunehmende Automatisierung des Zahlungsverkehrs Bargeld als praktikable Zahlungsoption nicht unbeabsichtigt behindert oder untergräbt“, mahnt die EZB.

Machen SB-Kassen Bargeld unattraktiv?

In der Umfrage gab ein Viertel der 8.205 Unternehmen aus den 21 Eurostaaten an, dass sie beispielsweise in Kassen investiert haben, die bargeldlose Zahlungen akzeptieren oder die Anzahl der Kassen reduzieren, an denen Scheine und Münzen angenommen werden.
13 Prozent haben Selbstbedienungskassen eingeführt. Fast die Hälfte (48 Prozent) dieser Unternehmen akzeptiert an keinem der SB-Terminals Bargeld.
Die EZB warnt vor unbeabsichtigten Nebenwirkungen dieser Entwicklung:
„Auch wenn die meisten Unternehmen Bargeld akzeptieren und dies auch so kommunizieren, könnte die wahrgenommene Akzeptanz von Bargeld bei den Verbrauchern sinken, da die Unternehmen die Bequemlichkeit des Barzahlens eingeschränkt haben.“

Die EZB fordert Maßnahmen, damit Bargeld auch künftig in allen Ländern und Branchen akzeptiert bleibt. (Symbolbild)

Foto: Denis Lovrovic/AFP via Getty Images

Werden Schein und Münze in fünf Jahren noch akzeptiert?

Zwar planen die meisten Unternehmen, die Bargeld akzeptieren, dies auch in den nächsten fünf Jahren zu tun (92 Prozent). Allerdings gab in Zypern (51 Prozent), Griechenland (23 Prozent) und Bulgarien (18 Prozent) ein erheblicher Anteil der Umfrageteilnehmer an, dies in Zukunft möglicherweise nicht mehr zu tun.
In Deutschland, wo sich 904 Unternehmen an der Erhebung beteiligten, liegt dieser Anteil bei unter 10 Prozent. Die Daten wurden im Zeitraum 23. Februar bis 10. April 2026 erhoben.
„Die zuständigen Behörden müssen mit ihrer Politik und ihren Maßnahmen proaktiv vorgehen, um sicherzustellen, dass Euro-Banknoten und -Münzen auch in den kommenden Jahren in allen Ländern und Branchen ein attraktives und akzeptiertes Zahlungsmittel bleiben“, fordert die EZB.
Die Akzeptanz von Kartenzahlungen blieb im Vergleich zu einer EZB-Erhebung aus dem Jahr 2024 mit 88 Prozent weitgehend stabil.
Fast verdoppelt von 36 auf 68 Prozent hat sich von 2024 auf 2026 die Zahl der Unternehmen, die mobile Zahlungen per Smartphone oder Smartwatch ermöglichen. (dpa/red)