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10. September: CDU auf historischem Tief | Razzia bei Krach | Haushalt

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CDU auf historischem Tief

Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern büßt die CDU einer INSA-Umfrage zufolge drei Prozentpunkte ein und erreicht nur noch 7 Prozent der Stimmen. Ganz vorne liegt weiterhin die AfD mit 36 Prozent. Die SPD legte zu und folgt mit 33 Prozent. Die Linke liegt bei 11 Prozent, das BSW bei 4 Prozent.

Razzia bei Krach

Kurz vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus Berlin ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover gegen den SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach. Drei Objekte wurden am Mittwoch im Zuge einer Razzia durchsucht. Die Ermittlungen drehen sich um Unstimmigkeiten bei einem Vergabeverfahren und eine mutmaßlich nicht gemeldete zurückgezahlte Spende über 9.900 Euro. Krach wies bislang alle Vorwürfe zurück und beklagte das Vorgehen von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Haushalt

Der Bundestag hat heute über den Etat des Innenministeriums für 2027 debattiert. Dieser umfasst insgesamt 16,71 Milliarden Euro. Im Mittelpunkt stehen innere Sicherheit, Migration, Bevölkerungsschutz und der Streit über Grundrechte. Während die Union mehr Maßnahmen für Sicherheit fordert, kritisieren AfD, Grüne und Linke den Kurs – allerdings aus unterschiedlichen Gründen.

EZB erhöht die Zinsen

Die Europäische Zentralbank hat den Einlagenzins von 2,25 auf 2,5 Prozent angehoben. Als Grund nennt die Notenbank den Konflikt im Nahen Osten. Der weitere Ausblick sei „nach wie vor mit hoher Unsicherheit behaftet“. Die EZB warnt dabei vor steigender Inflation und einem schwächeren Wirtschaftswachstum.

5.000 Dollar für Wahlsieg

Auf dem republikanischen Parteitag in Dallas versprach US-Präsident Donald Trump jedem Bürger 5.000 Dollar, sollten die Republikaner nach den Zwischenwahlen ihre Mehrheiten im Kongress behalten. Er hob die Politik seiner zweiten Amtszeit hervor und verwies auf weniger Kriminalität und Steuersenkungen. Gleichzeitig warnte Trump vor einem kommunistisch beeinflussten Kongress, falls die Demokraten gewönnen.
 
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EZB stemmt sich mit höheren Zinsen gegen Inflationsschub

Die Europäische Zentralbank (EZB) reagiert mit der zweiten Zinserhöhung in diesem Jahr auf den Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs. Die Notenbank hebt den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins von 2,25 auf 2,5 Prozent an.
Das entschied der EZB-Rat, der ausnahmsweise nicht am Sitz der Zentralbank in Frankfurt, sondern in Berlin tagte. Einmal im Jahr wird das Treffen des EZB‑Rats von einer nationalen Zentralbank ausgerichtet, in diesem Jahr ist die Deutsche Bundesbank Gastgeber.
„Der Konflikt im Nahen Osten erzeugt weiterhin Inflationsdruck, und die Inflation dürfte für einen längeren Zeitraum deutlich über unserem Zielwert bleiben“, erklärte die Notenbank. Der Ausblick sei „nach wie vor mit hoher Unsicherheit behaftet“, wobei eine höhere Inflation und weniger Wirtschaftswachstum drohe.
Höhere Leitzinsen verteuern Kredite für Verbraucher und Firmen, was die Nachfrage bremsen und so die Inflation dämpfen kann. Sparer können profitieren, wenn Banken die besseren Konditionen weitergeben.
Zugleich jedoch sind steigende Zinsen eine Belastung für alle, die investieren wollen – von Privathaushalten bis Unternehmen. Hebt die EZB die Zinsen zu stark an, kann das die Konjunktur abwürgen.

Iran-Krieg heizt Inflation an

Wichtigstes Ziel der Notenbank ist es, die Inflation im Zaum zu halten und für einen stabilen Euro zu sorgen. Der seit Ende Februar schwelende Krieg zwischen den USA und dem Iran hat die Teuerung kräftig nach oben getrieben.
Im August waren die Verbraucherpreise im Euroraum nach einer ersten Schätzung der Statistikbehörde Eurostat 3,3 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Das ist die höchste Teuerungsrate seit September 2023 und liegt weit über dem Ziel der EZB, die mittelfristig Preisstabilität bei 2,0 Prozent Inflation für die Eurozone anpeilt.
Je höher die Inflationsrate, umso geringer die Kaufkraft der Menschen. Sie können sich dann für einen Euro weniger leisten.
In Europas größter Volkswirtschaft Deutschland hatten hohe Energiepreise die Inflation im August auf 2,9 Prozent getrieben. Auch andere große Euroländer wie Frankreich und Spanien meldeten erhöhte Teuerungsraten.

Sparzinsen gestiegen

Von höheren Zinsen profitieren Sparer: Laut einer Analyse des Vergleichsportals Verivox sind die Tagesgeldzinsen für Neukunden gestiegen, bei befristeten Angeboten sind in der Spitze mehr als vier Prozent drin (Stand 8. September).
Die durchschnittlichen Festgeldzinsen stiegen demnach bei bundesweit verfügbaren Anlagen mit zwei Jahren Laufzeit deutlich auf 2,55 Prozent.
Für Immobilienkäufer und Bauherren sind steigende Kapitalmarktzinsen dagegen von Nachteil, auch wenn sich die Bauzinsen nicht direkt am Leitzins orientieren. Nach einer Analyse des Geldratgebers Finanztip sind die Effektivzinsen für Immobilienkredite mit zehn Jahren Zinsbindung auf rund 4,2 Prozent geklettert. Das sei der höchste Stand seit Ende 2023.

Teure Energie könnte auch andere Preise treiben

Der Druck auf die EZB lässt vorerst nicht nach. Zuletzt flammte der Iran-Konflikt wieder auf. Weil die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus seit Monaten faktisch blockiert ist, sind die Rohölpreise deutlich gestiegen.
Autofahrer spüren das an den Tankstellen, Hausbesitzer bei den Heizölpreisen. Auch die Gaspreise zogen an. Da Europa unter dem Strich Energie importiert, schlagen die hohen Preise unmittelbar auf die Teuerung durch.
Je länger die Energiepreise hoch bleiben, umso größer das Risiko, dass auch andere Preise steigen, weil zum Beispiel Transport und Kühlung von Lebensmitteln teurer werden.
Dazu kommen die Folgen von Hitze und Trockenheit, die die Ernte schmälern oder, wie das Niedrigwasser am Rhein, Lieferungen verteuern. Zudem fürchtet die EZB Zweitrundeneffekte: Steigen Löhne als Reaktion auf hohe Inflation zu stark, könnte das die Preise weiter nach oben treiben.

Hebt die EZB die Leitzinsen weiter an?

Im Juni hatte die EZB angesichts eines Inflationsschubs infolge des Iran-Kriegs erstmals seit fast drei Jahren die Leitzinsen angehoben. Die Notenbank will eine erneute Preiswelle im Euroraum unbedingt verhindern. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 stand sie in der Kritik, den damaligen Preisanstieg in der Energiekrise lange unterschätzt zu haben.
Die Inflation im Euroraum schnellte bis auf mehr als zehn Prozent hoch. Da die Inflation zuletzt wieder deutlich angezogen hat, halten Volkswirte weitere Zinserhöhungen der EZB in diesem Jahr für möglich. (dpa/red)
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10.09.2026 | Warntag: Bundestag pausiert 35 Sekunden | Huthi greifen am Roten Meer an | Fall Høiby wird neu verhandelt

HEUTE11:47 Uhr

Berufung zugelassen: Fall Høiby wird neu verhandelt

Ein Gericht hat die Berufung im Fall von Marius Borg Høiby, dem Sohn von Norwegens Königin Mette-Marit, zugelassen. Er war im Juni wegen zwei Vergewaltigungen, häuslicher Gewalt und weiterer Straftaten zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Der Termin ist noch offen. Momentan befindet sich Høiby in Untersuchungshaft – mit elektronischer Fußfessel im Zuhause der norwegischen Königsfamilie. Am Begräbnis von Königs Harald V. durfte er teilnehmen.
Der Fall Marius Borg Høiby wird neu verhandelt. (Archivbild)

Der Fall Marius Borg Høiby wird neu verhandelt. (Archivbild)

Foto: Heiko Junge/NTB Scanpix/AP/dpa

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HEUTE11:39 Uhr

Warntag: Bundestagsdebatte für 35 Sekunden unterbrochen

Der Probealarm am bundesweiten Warntag hat die Debatte im Bundestag unterbrochen – für 35 Sekunden. Um 11:00 Uhr ertönte der Warnhinweis auch auf den Handys der Abgeordneten während einer Rede von Justizministerin Stefanie Hubig (SPD). Bundestagsvizepräsidentin Lindholz stoppte darauf ihre Redezeit und forderte die Anwesenden auf, ihre Handys auszustellen. Als es „leiser als Zwischenrufe“ war, ging es weiter.

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HEUTE11:35 Uhr

EU-Behörde: Asylanträge im ersten Halbjahr 2026 um 17 Prozent zurückgegangen

In den 27 EU-Staaten, der Schweiz und Norwegen sank die Zahl der Asyl-Erstanträge im ersten Halbjahr 2026 um 17 Prozent auf 332.000. Die meisten kamen von Afghanen (39.000) und Venezolanern (33.000). Gestellt wurden sie vor allem in Frankreich (69.000), Italien (66.000), Spanien und Deutschland (je 55.000). Die Anerkennungsrate lag laut EUAA im ersten Halbjahr 2026 bei 31 Prozent.

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HEUTE11:30 Uhr

Huthi rücken auf strategische wichtige Stadt im Jemen zu

Im Jemen nehmen die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und der Huthi-Miliz am Roten Meer zu, vor allem die Hafenstadt Mokka. Laut jemenitischen Militärkreisen zufolge wurde die Stadt von den Huthi eingenommen. Mokka liegt unmittelbar nördlich der Straße von Bab al-Mandab. Viele Bewohner der Stadt flüchten. Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition fliegt erneut Luftangriffe gegen Stellungen der Huthi.

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HEUTE11:22 Uhr

Schule auf Vulkaninsel Stromboli öffnet für nur ein Mädchen

In dem abgelegenen Ort Ginostra auf der italienischen Vulkaninsel Stromboli hat nach mehr als 20 Jahren wieder eine Schule geöffnet – für genau eine Schülerin, die sechs Jahre alte Aysha. Die Eltern des Mädchens hatten sich zuvor für die Wiederaufnahme des Schulbetriebs in dem kleinen Ort eingesetzt. Bürgermeister Gullo hofft, die neue Schule könne ein erster Schritt sein, um den Bevölkerungsschwund auf den sieben bewohnten Inseln zu bremsen.
Viele Familien auf den kleinen Inseln der Inselgruppe sind von September bis Mai gezwungen, umzuziehen, damit ihre Kinder die Schule besuchen können. (Symbolfoto)

Viele Familien auf den kleinen Inseln der Inselgruppe sind von September bis Mai gezwungen, umzuziehen, damit ihre Kinder die Schule besuchen können. (Symbolfoto)

Foto: Carola Frentzen/dpa-tmn

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HEUTE10:57 Uhr

Bundeswehr plant 2027 Einführung von Palantir-Alternative

Die Bundeswehr prüft aktuell 30 Angebote KI-Software zur Echtzeitanalyse von Gefechtsfelddaten. Erste Tests sind 2027 geplant. Eine vollständige Alternative zu Palantir soll Mitte 2028 einsatzbereit sein. Der führende Anbieter, das US-Unternehmen Palantir, wurde von der Bundeswehr aus Souveränitätsgründen ausgeschlossen.

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HEUTE10:19 Uhr

Giffey: Berliner SPD steht solidarisch zu Krach

Die Berliner SPD steht trotz eines Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Hannover zu ihrem Spitzenkandidaten Steffen Krach. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey verweist auf die Unschuldsvermutung. Krach vermutet, dass es um den Vorwurf der Bestechlichkeit im Zusammenhang mit seinem früheren Amt als Regionspräsident in Hannover geht. Er weist zurück, Bestechungsgelder angenommen zu haben.
HEUTE10:06 Uhr

Umsatz im Handwerk gesunken

Der reale Umsatz im zulassungspflichtigen Handwerk in Deutschland ist im 2. Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,4 Prozent gesunken. Die Beschäftigung sank um 1,9 Prozent. Die stärksten Rückgänge gab es im Ausbaugewerbe, im Handwerk für den gewerblichen Bedarf und im Lebensmittelgewerbe. Einen realen Umsatzanstieg gab es beim Kfz-Gewerbe mit +0,4 Prozent. Im zulassungsfreien Handwerk ging der Umsatz um 0,8 Prozent zurück. Das teilte Destatis vorläufig mit.
HEUTE9:57 Uhr

Bahnsanierungen dauern länger

Die Generalsanierung wichtiger Bahnstrecken wird nach Aussage von Bahnchefin Evelyn Palla länger dauern als derzeit geplant. Die Überarbeitung des Konzepts werde derzeit mit dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt und solle bald vorgestellt werden, sagte Palla vor Journalisten in Berlin. Genaue Jahreszahlen wollte sie nicht nennen.
HEUTE9:44 Uhr

Schwerlasttransporter verliert Brückenteil am Hermsdorfer Kreuz – A9/A4 blockiert

Ein Schwerlasttransporter hat bei der Überfahrt von der A4 auf die A9 am Hermsdorfer Kreuz ein Brückenteil verloren – die Bremse am Sattelauflieger blockierte, das geladene Brückenteil löste sich. Ein nachfolgendes Auto wurde beschädigt. Die Überfahrt von der A9 in Fahrtrichtung Berlin auf die A4 in Fahrtrichtung Frankfurt am Main ist laut Polizei wegen der Bergungsarbeiten bis auf Weiteres gesperrt. Eine Umleitung ist eingerichtet.
HEUTE9:33 Uhr

New York startet in die Fashion Week – erstmals ohne Pelze

Mit einer Modenschau von Designerlegende Ralph Lauren (86) ist die US-Ostküstenmetropole New York in die Fashion Week gestartet. Erstmals wird vollständig die Vorgabe des Berufsverbands der US-Modedesigner umgesetzt, wonach kein Pelz auf den Laufstegen gezeigt werden darf. Bei der Ralph-Lauren-Schau dominierten klassisch gehaltene Schnitte in den Farben Blau und Weiß; auch Gold-, Beige- und Rosa-Töne gab es zu sehen. Insgesamt werden Kollektionen von rund 70 Labels präsentiert.

David Lauren und Cynthia Erivo besuchen die Ralph-Lauren-Modenschau im Rahmen der New York Fashion Week am 9. September 2026 in New York City.

Foto: Michael Loccisano/Getty Images

HEUTE9:06 Uhr

AfD Berlin will Wohnungsvergabe erst nach Wahl definieren

Die AfD Berlin will geförderten Wohnraum vorrangig an Berliner vergeben. Man sei Berliner, „wenn man diese Stadt am Laufen hält, wenn man sie trägt“, sagt Spitzenkandidatin Kristin Brinker. Gearbeitet wird an einem Punktesystem, dass nach der Wahl fertig sein soll und unter anderem die Wohnsitzdauer, Einkommenshöhe, Kinderzahl, Pflegeverantwortung und Tätigkeit in systemrelevanten Bereichen berücksichtigt.
HEUTE8:55 Uhr

Inflationsrate von 2,9 Prozent im August

Das Statistische Bundesamt bestätigt die Inflationsrate für August 2026 mit 2,9 Prozent, im Juli waren es 2,8 Prozent. Haupttreiber waren Energiepreise, die binnen eines Jahres um 10,5 Prozent stiegen. Deutlich teurer wurden etwa Kraftstoffe (+27,7 Prozent), leichtes Heizöl (+49,6 Prozent) oder Lebensmittel wie Eier (+15,2 Prozent). Günstiger sind Butter (-29,9 Prozent), frisches Obst (-5,6 Prozent) und Molkereiprodukte (-5,5 Prozent).
HEUTE8:50 Uhr

Weinbaubetriebe in Rheinland-Pfalz können Prämie für dauerhafte Rodung bekommen

Das Land Rheinland-Pfalz zahlt 5.000 Euro pro Hektar für dauerhafte Rodungen. Der deutsche und der europäische Weinmarkt leiden unter einem Überangebot. Die aktuelle Prämie können Betriebe voraussichtlich ab November beantragen, eine Auszahlung „erfolgt spätestens im Oktober 2027“. Auch Bayern will für 2027 ein Rodungsprogramm anbieten.

In Rheinland-Pfalz wird laut Ministerium auf rund 64.600 Hektar Wein angebaut, es gibt rund 6500 landwirtschaftliche Betriebe mit Rebflächen..

Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

HEUTE8:47 Uhr

Deutlich weniger Empfänger von Asylbewerberleistungen

Ende 2025 erhielten rund 390.000 Menschen in Deutschland Asylbewerberleistungen – 15 Prozent weniger als 2024. 61 Prozent der Regelleistungsempfänger waren Männer und 39 Prozent Frauen. 31 Prozent waren minderjährig. Rund 214.800 Menschen erhielten besondere Leistungen (-15 Prozent), etwa bei Krankheit, Schwangerschaft und Geburt.
HEUTE8:00 Uhr

EU-Kommissarin stellt Serbien-Beitritt infrage

EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos stellt wegen der Beisetzung des verurteilten Kriegsverbrechers Ratko Mladic mit staatlichen Ehren in Belgrad die Beitrittsverhandlungen mit Serbien infrage. Es könne nicht sein, dass diejenigen verherrlicht würden, die so vielen Menschen Leid zugefügt hätten. Kritik aus der EU an der Beisetzung kam auch von Antonio Costa, Ursula von der Leyen sowie Manfred Weber.
HEUTE7:42 Uhr

Philippinen: 87 Menschen nach Brand auf Fähre vermisst

Nach dem Brand auf dem Passagierschiff „MV June Aster“ vor der philippinischen Provinz Palawan vor zwei Tagen werden noch 87 Menschen vermisst. Fünf Tote wurden geborgen, 42 weitere gerettet. Die philippinische Nachrichtenagentur PNA berichtete von 117 Passagieren und 17 Besatzungsmitgliedern.  Die Rettungsarbeiten dauern weiter an, die Behörden ermitteln zur Unglücksursache. Die Fähre brannte völlig aus.
Die Unglücksursache ist noch unklar.

Die Unglücksursache ist noch unklar.

Foto: Uncredited/Philippine Coast Guard/AP/dpa

HEUTE7:24 Uhr

5.000 Dollar: Trump will US-Amerikaner bei Wahlsieg belohnen

Trump versprach auf dem Republikaner-Parteitag in Dalles jedem erwachsenen US-Bürgern „Trump-Dividende“ von 5.000 Dollar, falls die Republikaner im November die Kontrolle über den Kongress behalten. Er verteidigte den Iran-Krieg, warnt vor dem Kommunismus und warb um Stimmen. „Ich bitte euch, so zu tun, als stünde ich auf dem Stimmzettel“, sagte Trump.
HEUTE6:58 Uhr

Weltkriegsbombe in Hamburg entschärft – Zugverkehr und 2500 Anwohner betroffen

Im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld wurde eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Der Blindgänger britischer Bauart mit einem Gewicht von 500 Pfund wurde  bei Tiefbauarbeiten gefunden und war mit einem Langzeitzünder versehen. Er befand sich auf einem erhöhten Bahndamm. Laut der Feuerwehr Hamburg bestand „ständige Detonationsgefahr“.
HEUTE6:38 Uhr

Milliardenschwere Maskenkäufe: BGH verhandelt in Streit aus Pandemie

Das Bundesgerichtshof verhandelt vier Corona-Streitfälle zu Maskenbestellungen im Frühling 2020. Lieferanten forderten Nachzahlungen, der Bund will teilweise Geld zurück. Die Folgen des BGH-Urteils könnten mehr als zwei Milliarden Euro Streitwert haben undFolgen für hunderte weitere Verfahren haben (VIII ZR 131/24 u.a.).
Heute billig zu haben, 2020 war es zeitweise teure Mangelware: FFP2-Masken. (Archivbild)

Heute billig zu haben, 2020 war es zeitweise teure Mangelware: FFP2-Masken. (Archivbild)

Foto: Daniel Karmann/dpa

HEUTE6:27 Uhr

Özdemir fordert Politik der „Disruption“

Der baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) fordert nach dem Sieg der AfD in Sachsen-Anhalt einen grundlegenden Politikwechsel der demokratischen Parteien. Die Demokratie brauche jetzt „Disruption“. Die Ampelregierung trage auch eine Mitschuld.
HEUTE6:12 Uhr

Haushaltsberatungen gehen weiter

Der Bundestag berät heute über den Etat des Bundesinnenministeriums sowie die Ressorts Justiz, Landwirtschaft, Bildung, Wohnen und Gesundheit. Nach dem Abschluss der Beratung der Einzeletats am Freitag geht der Entwurf in die weiteren parlamentarischen Beratungen.
HEUTE6:00 Uhr

Bericht: Prien fordert mehr Schutz für Lehrkräfte vor Gewalt an Schulen

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hat im „Kölner Stadt-Anzeiger“ gefordert, Lehrer besser von Gewalt an Schulen zu schützen. Laut dem neuen Lagebild zur Kinder- und Jugendkriminalität in NRW sei die Gewalt gegen Lehrkräfte auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Demnach wurden 865 Lehrerinnen und Lehrer in dem Bundesland im vergangenen Jahr als Opfer registriert.
HEUTE5:44 Uhr

EZB gibt Leitzinsentscheidung bekannt – Weitere Erhöhung erwartet

Die Europäische Zentralbank gibt bei ihrer auswärtigen Ratssitzung in Berlin ihre neue Leitzinsentscheidung bekannt (14:15 Uhr). Erwartet wird eine Anhebung, um die durch steigende Energiepreise angefachte Inflation abzuschwächen. Bei ihrer  Juli-Sitzung beließ die EZB den Einlagenzins auf dem Niveau von 2,25 Prozent, nachdem sie ihn im Juni zum ersten Mal seit September 2023 um 0,25 Punkte angehoben hatte. 
HEUTE5:13 Uhr

Mehr als jeder Vierte will aufs E-Auto umsteigen

International gesehen zeigen deutsche Autofahrer die größte Bereitschaft zum Umstieg auf Elektromobilität: 27 Prozent wollen wahrscheinlich als nächstes Auto ein Elektrofahrzeug kaufen oder leasen. Einer Studie vom Kartendienst Here Technologies und SBD Automotive zufolge bleiben die wichtigen Hürden die Sorgen um eine nicht ausreichende Reichweite (45 Prozent), die lokale Ladestationsdichte (40 Prozent) und hohe Anschaffungspreise (39 Prozent).
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen
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10.09.2026 | 5.000 Dollar: Trump will US-Amerikaner bei Wahlsieg belohnen | Überfahrt von A9 auf A4 blockiert – Schwerlasttransporter verliert Brückenteil am Hermsdorfer Kreuz

HEUTE9:44 Uhr

Schwerlasttransporter verliert Brückenteil am Hermsdorfer Kreuz – A9/A4 blockiert

Ein Schwerlasttransporter hat bei der Überfahrt von der A4 auf die A9 am Hermsdorfer Kreuz ein Brückenteil verloren – die Bremse am Sattelauflieger blockierte, das geladene Brückenteil löste sich. Ein nachfolgendes Auto wurde beschädigt. Die Überfahrt von der A9 in Fahrtrichtung Berlin auf die A4 in Fahrtrichtung Frankfurt am Main ist laut Polizei wegen der Bergungsarbeiten bis auf Weiteres gesperrt. Eine Umleitung ist eingerichtet.

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HEUTE9:33 Uhr

New York startet in die Fashion Week – erstmals ohne Pelze

Mit einer Modenschau von Designerlegende Ralph Lauren (86) ist die US-Ostküstenmetropole New York in die Fashion Week gestartet. Erstmals wird vollständig die Vorgabe des Berufsverbands der US-Modedesigner umgesetzt, wonach kein Pelz auf den Laufstegen gezeigt werden darf. Bei der Ralph-Lauren-Schau dominierten klassisch gehaltene Schnitte in den Farben Blau und Weiß; auch Gold-, Beige- und Rosa-Töne gab es zu sehen. Insgesamt werden Kollektionen von rund 70 Labels präsentiert.

David Lauren und Cynthia Erivo besuchen die Ralph-Lauren-Modenschau im Rahmen der New York Fashion Week am 9. September 2026 in New York City.

Foto: Michael Loccisano/Getty Images

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HEUTE9:06 Uhr

AfD Berlin will Wohnungsvergabe erst nach Wahl definieren

Die AfD Berlin will geförderten Wohnraum vorrangig an Berliner vergeben. Man sei Berliner, „wenn man diese Stadt am Laufen hält, wenn man sie trägt“, sagt Spitzenkandidatin Kristin Brinker. Gearbeitet wird an einem Punktesystem, dass nach der Wahl fertig sein soll und unter anderem die Wohnsitzdauer, Einkommenshöhe, Kinderzahl, Pflegeverantwortung und Tätigkeit in systemrelevanten Bereichen berücksichtigt.

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HEUTE8:55 Uhr

Inflationsrate von 2,9 Prozent im August

Das Statistische Bundesamt bestätigt die Inflationsrate für August 2026 mit 2,9 Prozent, im Juli waren es 2,8 Prozent. Haupttreiber waren Energiepreise, die binnen eines Jahres um 10,5 Prozent stiegen. Deutlich teurer wurden etwa Kraftstoffe (+27,7 Prozent), leichtes Heizöl (+49,6 Prozent) oder Lebensmittel wie Eier (+15,2 Prozent). Günstiger sind Butter (-29,9 Prozent), frisches Obst (-5,6 Prozent) und Molkereiprodukte (-5,5 Prozent).

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HEUTE8:50 Uhr

Weinbaubetriebe in Rheinland-Pfalz können Prämie für dauerhafte Rodung bekommen

Das Land Rheinland-Pfalz zahlt 5.000 Euro pro Hektar für dauerhafte Rodungen. Der deutsche und der europäische Weinmarkt leiden unter einem Überangebot. Die aktuelle Prämie können Betriebe voraussichtlich ab November beantragen, eine Auszahlung „erfolgt spätestens im Oktober 2027“. Auch Bayern will für 2027 ein Rodungsprogramm anbieten.

In Rheinland-Pfalz wird laut Ministerium auf rund 64.600 Hektar Wein angebaut, es gibt rund 6500 landwirtschaftliche Betriebe mit Rebflächen..

Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

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HEUTE8:47 Uhr

Deutlich weniger Empfänger von Asylbewerberleistungen

Ende 2025 erhielten rund 390.000 Menschen in Deutschland Asylbewerberleistungen – 15 Prozent weniger als 2024. 61 Prozent der Regelleistungsempfänger waren Männer und 39 Prozent Frauen. 31 Prozent waren minderjährig. Rund 214.800 Menschen erhielten besondere Leistungen (-15 Prozent), etwa bei Krankheit, Schwangerschaft und Geburt.

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HEUTE8:00 Uhr

EU-Kommissarin stellt Serbien-Beitritt infrage

EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos stellt wegen der Beisetzung des verurteilten Kriegsverbrechers Ratko Mladic mit staatlichen Ehren in Belgrad die Beitrittsverhandlungen mit Serbien infrage. Es könne nicht sein, dass diejenigen verherrlicht würden, die so vielen Menschen Leid zugefügt hätten. Kritik aus der EU an der Beisetzung kam auch von Antonio Costa, Ursula von der Leyen sowie Manfred Weber.

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HEUTE7:42 Uhr

Philippinen: 87 Menschen nach Brand auf Fähre vermisst

Nach dem Brand auf dem Passagierschiff „MV June Aster“ vor der philippinischen Provinz Palawan vor zwei Tagen werden noch 87 Menschen vermisst. Fünf Tote wurden geborgen, 42 weitere gerettet. Die philippinische Nachrichtenagentur PNA berichtete von 117 Passagieren und 17 Besatzungsmitgliedern.  Die Rettungsarbeiten dauern weiter an, die Behörden ermitteln zur Unglücksursache. Die Fähre brannte völlig aus.

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HEUTE7:24 Uhr

5.000 Dollar: Trump will US-Amerikaner bei Wahlsieg belohnen

Trump versprach auf dem Republikaner-Parteitag in Dalles jedem erwachsenen US-Bürgern „Trump-Dividende“ von 5.000 Dollar, falls die Republikaner im November die Kontrolle über den Kongress behalten. Er verteidigte den Iran-Krieg, warnt vor dem Kommunismus und warb um Stimmen. „Ich bitte euch, so zu tun, als stünde ich auf dem Stimmzettel“, sagte Trump.
Bei ihrem Parteitag in Texas porträtieren Republikaner die Demokraten als eine radikal linke Bedrohung für die USA.

Auf dem Republikaner-Parteitag in Texas am 9. September.

Foto: Alex Brandon/AP/dpa

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HEUTE6:58 Uhr

Weltkriegsbombe in Hamburg entschärft – Zugverkehr und 2500 Anwohner betroffen

Im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld wurde eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Der Blindgänger britischer Bauart mit einem Gewicht von 500 Pfund wurde  bei Tiefbauarbeiten gefunden und war mit einem Langzeitzünder versehen. Er befand sich auf einem erhöhten Bahndamm. Laut der Feuerwehr Hamburg bestand „ständige Detonationsgefahr“.

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Milliardenschwere Maskenkäufe: BGH verhandelt in Streit aus Pandemie

Das Bundesgerichtshof verhandelt vier Corona-Streitfälle zu Maskenbestellungen im Frühling 2020. Lieferanten forderten Nachzahlungen, der Bund will teilweise Geld zurück. Die Folgen des BGH-Urteils könnten mehr als zwei Milliarden Euro Streitwert haben undFolgen für hunderte weitere Verfahren haben (VIII ZR 131/24 u.a.).
Heute billig zu haben, 2020 war es zeitweise teure Mangelware: FFP2-Masken. (Archivbild)

Heute billig zu haben, 2020 war es zeitweise teure Mangelware: FFP2-Masken. (Archivbild)

Foto: Daniel Karmann/dpa

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HEUTE6:27 Uhr

Özdemir fordert Politik der „Disruption“

Der baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) fordert nach dem Sieg der AfD in Sachsen-Anhalt einen grundlegenden Politikwechsel der demokratischen Parteien. Die Demokratie brauche jetzt „Disruption“. Die Ampelregierung trage auch eine Mitschuld.

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HEUTE6:12 Uhr

Haushaltsberatungen gehen weiter

Der Bundestag berät heute über den Etat des Bundesinnenministeriums sowie die Ressorts Justiz, Landwirtschaft, Bildung, Wohnen und Gesundheit. Nach dem Abschluss der Beratung der Einzeletats am Freitag geht der Entwurf in die weiteren parlamentarischen Beratungen.

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HEUTE6:00 Uhr

Bericht: Prien fordert mehr Schutz für Lehrkräfte vor Gewalt an Schulen

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hat im „Kölner Stadt-Anzeiger“ gefordert, Lehrer besser von Gewalt an Schulen zu schützen. Laut dem neuen Lagebild zur Kinder- und Jugendkriminalität in NRW sei die Gewalt gegen Lehrkräfte auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Demnach wurden 865 Lehrerinnen und Lehrer in dem Bundesland im vergangenen Jahr als Opfer registriert.

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HEUTE5:44 Uhr

EZB gibt Leitzinsentscheidung bekannt – Weitere Erhöhung erwartet

Die Europäische Zentralbank gibt bei ihrer auswärtigen Ratssitzung in Berlin ihre neue Leitzinsentscheidung bekannt (14:15 Uhr). Erwartet wird eine Anhebung, um die durch steigende Energiepreise angefachte Inflation abzuschwächen. Bei ihrer  Juli-Sitzung beließ die EZB den Einlagenzins auf dem Niveau von 2,25 Prozent, nachdem sie ihn im Juni zum ersten Mal seit September 2023 um 0,25 Punkte angehoben hatte. 

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Mehr als jeder Vierte will aufs E-Auto umsteigen

International gesehen zeigen deutsche Autofahrer die größte Bereitschaft zum Umstieg auf Elektromobilität: 27 Prozent wollen wahrscheinlich als nächstes Auto ein Elektrofahrzeug kaufen oder leasen. Einer Studie vom Kartendienst Here Technologies und SBD Automotive zufolge bleiben die wichtigen Hürden die Sorgen um eine nicht ausreichende Reichweite (45 Prozent), die lokale Ladestationsdichte (40 Prozent) und hohe Anschaffungspreise (39 Prozent).
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen

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KI-Boom treibt Gasbedarf: Was Musks Pläne für Europa bedeuten


In Kürze:

  • SpaceX will in den kommenden drei Jahren rund 2,8 Milliarden US-Dollar in Gasturbinen und weitere Ausrüstung investieren.
  • Die Anlagen sollen vor allem xAI mit Strom versorgen und die KI-Rechenzentren unabhängiger vom öffentlichen Netz machen.
  • Der wachsende Energiebedarf von KI-Rechenzentren könnte langfristig die Nachfrage nach Erdgas und LNG erhöhen.
  • Unmittelbare Auswirkungen auf die Gasversorgung Deutschlands und der EU sind durch das Projekt allerdings nicht zu erwarten.

 
Der SpaceX-Konzern von Elon Musk will Börsenunterlagen zufolge über die kommenden drei Jahre rund 2,8 Milliarden US-Dollar für zusätzliche Gasturbinen und Ausrüstung ausgeben. Etwa 2 Milliarden davon sollen auf mobile Gasturbinen entfallen. Zugutekommen soll die Investition vor allem xAI. Die Tochtergesellschaft von SpaceX soll diese verwenden, um Strom direkt an ihren Rechenzentren zu erzeugen. Auf diese Weise will man von möglichen Netzengpässen unabhängig sein.

Streit mit Verbänden um Gasturbinen-Projekt von SpaceX

xAI betreibt unter anderem die großen KI-Rechenzentren „Colossus“ in Memphis und Southaven in Mississippi. Diese kommen unter anderem dem Chatbot Grok zugute. Die Rechenzentren sind auf schnellen Zugang zu enormen Strommengen angewiesen. Wie „Yahoo News“ berichtet, liefen in Southaven zuletzt etwa 60 Gasturbinen. Zudem ist ein dauerhaftes Kraftwerk mit einem Leistungspotenzial von knapp 1,2 Gigawatt vorgesehen. Für dieses würden 41 größere Turbinen benötigt.
Gegen einen Teil des Projekts haben Umweltverbände und Bürgerrechtsgruppen wie NAACP geklagt. Sie halten den Betrieb bis auf Weiteres für nicht zulässig, weil US-Umweltbehörden diesen erst genehmigen müssten. xAI steht hingegen auf dem Standpunkt, die mobile Aufstellung der Turbinen sei auch ohne eine solche möglich. Diese Auslegung würde die Rechtslage in Mississippi zulassen.
Die US-Umweltschutzbehörde EPA hingegen kam auf der Grundlage von Berichten zu der Schlussfolgerung, dass der Betrieb gegen Bundesrecht verstoße. Noch 2015 hatte Musk in einem Gespräch mit dem Entertainer Neil deGrasse Tyson die Nutzung fossiler Brennstoffe als das „mit Abstand dümmste Experiment der Geschichte“ bezeichnet. Er begründete dies mit begrenzten Ressourcen und der Unausweichlichkeit der Transformation zu sauberer Energie.

Nicht nur xAI braucht immer mehr Strom für seine Rechenzentren

Die KI-Revolution hat nun offenbar zu einem Umdenken geführt. Gasturbinen lassen sich in relativ kurzer Zeit installieren. Außerdem können sie Strom unabhängig von der Verfügbarkeit von Solarstrom und Windenergie liefern. Mobile Anlagen sollen helfen, umfangreiche Umweltprüfungen oder Netzanschlussverfahren zu umgehen. Zudem bindet diese Infrastruktur xAI an Gaslieferungen, Gasleitungen, Speicher oder LNG-Terminals.
Der weltweite Ausbau von KI-Rechenzentren erhöht den Strombedarf nicht nur bei Elon Musk. Die Internationale Energieagentur (IAE) erwartet, dass sich der Verbrauch von Rechenzentren insgesamt bis 2030 auf etwa 945 Terawattstunden mehr als verdoppeln wird. Erdgas und Kohle könnten zusätzlichen Bedarf zusammen zu mehr als 40 Prozent decken. In Europa würden erneuerbare Energien und Kernenergie eine größere Rolle spielen müssen.
Einer Analyse der EZB zufolge könnte in einem extremen Szenario der wachsende Strombedarf der weltweiten Rechenzentren auch Auswirkungen auf die Versorgungslage in Europa haben. Sollte der zunehmende Bedarf vollständig durch Gas gedeckt werden, würde dies die Marktpreise für Gas in Europa und Asien um etwa 9 Prozent erhöhen. Allerdings sei dies eher ein Stressszenario und der KI-bedingte Anstieg an diesem Szenario wäre im Verhältnis zum gesamten Gasmarkt begrenzt.

Größere Nachfrage nach Gasturbinen für Rechenzentren könnte Weltmarkt beeinflussen

Steigt die Gasnachfrage in den USA bedingt durch die Rechenzentren stark, könnte dies jedoch bei angespanntem Weltmarkt für eine stärkere Nachfragekonkurrenz zwischen Europa und Asien führen. Dies würde höhere LNG-Preise und größere Preisschwankungen in kalten Wintern oder bei Lieferausfällen befürchten lassen.
Dies ist allerdings ein perspektivisches mögliches Szenario. Kurzfristige und unmittelbare Auswirkungen auf die Gasversorgung Deutschlands und der EU hat das Musk-Projekt nicht. Steigt der Bedarf, könnte jedoch auch xAI weltweit Erdgas oder LNG langfristig vom europäischen Markt abzieht.
Da die USA ein zentraler LNG-Lieferant für Europa sind, könnte eine stärkere Inlandsnachfrage nach Gas mittelbar die Exportmengen oder die Preisbildung beeinflussen. Dies ist jedoch kein Automatismus. Es kommt auch auf Faktoren wie zusätzliche Fördermengen, LNG-Exportkapazitäten, Wetter, asiatische Nachfrage und langfristige Lieferverträge an.
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EZB: Automatisierung darf Bargeld nicht verdrängen

Einzelhandel, Restaurants, Hotels: 92 Prozent aller Unternehmen im Euroraum akzeptieren Bargeld. Allerdings gibt es einen Trend zu bargeldlosen Bezahlmethoden, wie eine Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) ergab – und das sieht die Notenbank nicht nur positiv.
„Um eine breite Akzeptanz von Bargeld sicherzustellen, ist es entscheidend, dafür zu sorgen, dass die zunehmende Automatisierung des Zahlungsverkehrs Bargeld als praktikable Zahlungsoption nicht unbeabsichtigt behindert oder untergräbt“, mahnt die EZB.

Machen SB-Kassen Bargeld unattraktiv?

In der Umfrage gab ein Viertel der 8.205 Unternehmen aus den 21 Eurostaaten an, dass sie beispielsweise in Kassen investiert haben, die bargeldlose Zahlungen akzeptieren oder die Anzahl der Kassen reduzieren, an denen Scheine und Münzen angenommen werden.
13 Prozent haben Selbstbedienungskassen eingeführt. Fast die Hälfte (48 Prozent) dieser Unternehmen akzeptiert an keinem der SB-Terminals Bargeld.
Die EZB warnt vor unbeabsichtigten Nebenwirkungen dieser Entwicklung:
„Auch wenn die meisten Unternehmen Bargeld akzeptieren und dies auch so kommunizieren, könnte die wahrgenommene Akzeptanz von Bargeld bei den Verbrauchern sinken, da die Unternehmen die Bequemlichkeit des Barzahlens eingeschränkt haben.“

Die EZB fordert Maßnahmen, damit Bargeld auch künftig in allen Ländern und Branchen akzeptiert bleibt. (Symbolbild)

Foto: Denis Lovrovic/AFP via Getty Images

Werden Schein und Münze in fünf Jahren noch akzeptiert?

Zwar planen die meisten Unternehmen, die Bargeld akzeptieren, dies auch in den nächsten fünf Jahren zu tun (92 Prozent). Allerdings gab in Zypern (51 Prozent), Griechenland (23 Prozent) und Bulgarien (18 Prozent) ein erheblicher Anteil der Umfrageteilnehmer an, dies in Zukunft möglicherweise nicht mehr zu tun.
In Deutschland, wo sich 904 Unternehmen an der Erhebung beteiligten, liegt dieser Anteil bei unter 10 Prozent. Die Daten wurden im Zeitraum 23. Februar bis 10. April 2026 erhoben.
„Die zuständigen Behörden müssen mit ihrer Politik und ihren Maßnahmen proaktiv vorgehen, um sicherzustellen, dass Euro-Banknoten und -Münzen auch in den kommenden Jahren in allen Ländern und Branchen ein attraktives und akzeptiertes Zahlungsmittel bleiben“, fordert die EZB.
Die Akzeptanz von Kartenzahlungen blieb im Vergleich zu einer EZB-Erhebung aus dem Jahr 2024 mit 88 Prozent weitgehend stabil.
Fast verdoppelt von 36 auf 68 Prozent hat sich von 2024 auf 2026 die Zahl der Unternehmen, die mobile Zahlungen per Smartphone oder Smartwatch ermöglichen. (dpa/red)
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DAX-Rekord trotz schwacher Konjunktur: Was treibt den Anstieg?


In Kürze:

  • Der DAX hat erstmals die Marke von 26.000 Punkten überschritten, trotz einer weiterhin schwachen deutschen Konjunktur.
  • Starke Unternehmenszahlen, Exportzuwächse und Hoffnungen auf geopolitische Entspannung stützen die Kurse.
  • Steigende Zinsen, Niedrigwasser, geopolitische Unsicherheit und die schwache Industrie beeinflussen die Entwicklung des DAX.

 
Am vergangenen Montag überschritt der deutsche Leitindex DAX erstmals in seiner Geschichte die Marke von 26.000 Punkten. Zwei Handelstage später folgte mit rund 26.403 Punkten zum Handelsbeginn die nächste Bestmarke. Zum Börsenschluss am Mittwoch fiel der DAX auf rund 26.144 Punkte. Am Freitag lag er bei etwa 26.300 Punkten.
Der DAX und die Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft sind nicht unmittelbar gleichzusetzen. Der Aktienindex bildet die Entwicklung der im DAX enthaltenen Unternehmen und die Erwartungen der Anleger hinsichtlich ihrer künftigen Gewinne ab. Diese werden unter anderem von Zinsentscheidungen, geopolitischen Risiken und der Entwicklung der Industrie beeinflusst.

DAX-Rekord bei steigenden Zinsen und Inflation

Die jüngste Rally wurde unter anderem von der Hoffnung auf eine diplomatische Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran begleitet. US-Präsident Donald Trump hatte Anfang der Woche einen geplanten Großangriff auf den Iran ausgesetzt und Verhandlungen angekündigt. Zudem legten DAX-Unternehmen wie Fresenius und Siemens Energy starke Halbjahreszahlen vor. Beide Aktien stiegen nach der Veröffentlichung der Zahlen.
Im internationalen Vergleich entwickelte sich der DAX weniger stark: Während einzelne asiatische Indizes wie der südkoreanische KOSPI oder der japanische NIKKEI in diesem Jahr zeitweise Zuwächse im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich verzeichneten, bewegte sich der deutsche Leitindex seit Jahresbeginn moderater.
Die Entwicklung des DAX steht auch im Zusammenhang mit dem geldpolitischen Umfeld: Die Europäische Zentralbank hat ihre Leitzinsen nach fast einjähriger Pause im Juni erstmals seit knapp drei Jahren wieder angehoben, um 25 Basispunkte auf einen Einlagesatz von 2,25 Prozent. Nach Darstellung der Notenbank war die Entscheidung eine Reaktion auf neu aufgeflammten Inflationsdruck, den die EZB selbst mit dem Energiepreisschock infolge des Nahost-Kriegs begründet. Die Inflationsrate im Euroraum lag im Juni laut Eurostat bei rund 2,9 Prozent und damit über dem mittelfristigen Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank.
Steigende Zinsen verteuern normalerweise die Finanzierung von Unternehmen und schmälern rechnerisch den Gegenwartswert künftiger Gewinne, was Aktienbewertungen tendenziell belastet. Der Anstieg des DAX lässt sich unter anderem mit unternehmensspezifischen Sondereffekten erklären.

Die Entwicklung von Börse und Realwirtschaft

Das ifo Institut, dessen Geschäftsklimaindex als Frühwarnsystem für die deutsche Konjunktur gilt, meldete für Juli einen Anstieg auf 86,6 Punkte nach 85,6 im Juni. Das war der dritte Zuwachs in Folge seit dem Tiefpunkt von 84,5 im April. Bei Betrachtung der wirtschaftlichen Teilbereiche zeigt sich ein unterschiedliches Bild: Der gesamte Anstieg speiste sich aus verbesserten Erwartungen der befragten Unternehmen, während die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage im Vergleich zum Vormonat sogar leicht nachgab. Optimismus über die Zukunft bei gleichzeitig schwächerer Einschätzung der Gegenwart ist ein Muster, das sich in der deutschen Konjunkturgeschichte wiederholt und sowohl vor tatsächlichen Trendwenden als auch vor Rückschlägen auftrat.

Mit Blick auf die Realwirtschaft zeigt sich folgendes Bild: Die Produktion im Produzierenden Gewerbe stieg im Juni 2026 nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat, im Dreimonatsvergleich lag sie 0,7 Prozent über dem Niveau der drei Vormonate.
Das Bundeswirtschaftsministerium wertete dies als Zeichen dafür, dass sich die Industrieproduktion „ungeachtet der außenwirtschaftlichen Belastungen im vergangenen Quartal als recht widerstandsfähig erwiesen“ habe. Das Ministerium nannte als Erklärung eine „relative Verbesserung der Wettbewerbsposition bei den energieintensiven Industrien in Deutschland im Vergleich zu den asiatischen Konkurrenten“.
Die Entwicklung der deutschen Industrie steht dabei auch im Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Folgen des Kriegs im Nahen Osten. Die relative Wettbewerbsposition der energieintensiven Industrien in Deutschland gegenüber asiatischen Konkurrenten kann sich dabei verbessern, wenn diese stärker von den Auswirkungen des Konflikts betroffen sind.

Exportrekord im Schatten der Straße von Hormus

Eine wichtige Zahl dieser Woche stammt aus der Außenhandelsstatistik: Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im Juni 2026 kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 139,3 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert, 0,9 Prozent mehr als im Mai und 6,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Das ist der höchste je in einem Monat gemessene Wert seit Beginn der saisonbereinigten Erhebung und liegt über dem bisherigen Rekord vom September 2022. Für das erste Halbjahr 2026 meldet die Behörde insgesamt ein Exportwachstum von 3,7 Prozent auf 816,6 Milliarden Euro, bei einem gleichzeitig überproportionalen Importzuwachs von 4,4 Prozent auf 711,6 Milliarden Euro. Der Außenhandelsüberschuss schrumpfte dadurch im Juni auf 15,4 Milliarden Euro, nach 19,3 Milliarden Euro im Mai.

Der Rekord steht im Zusammenhang mit der Entwicklung des internationalen Handels. Der Schiffsverkehr durch die für den globalen Öltransport zentrale Straße von Hormus war infolge des Kriegs zwischen den USA und dem Iran zeitweise nahezu zum Erliegen gekommen. Der ING-Analyst Carsten Brzeski formulierte im Juli die Vermutung, einige deutsche Branchen und Unternehmen hätten „vom Krieg im Nahen Osten profitiert“, weil asiatische Wettbewerber von der Sperrung stärker betroffen gewesen seien als europäische Exporteure. Diese Einschätzung stammt von einem einzelnen Marktbeobachter und ist keine amtlich bestätigte Analyse. Hinzu kommt, dass die Zahlen nominal ausgewiesen werden und damit die im Juni erneut gestiegenen Importpreise für Energie und Vorleistungsgüter nicht herausrechnen; ein Teil des Anstiegs könnte daher auf höhere Preise und nicht auf größere Liefermengen zurückzuführen sein.

Zwischen Börsenrekord und Niedrigwasser

Während der DAX neue Rekorde erreicht, steht die Industrie vor einem weiteren Problem: dem historischen Niedrigwasser auf dem Rhein. Das Bundeswirtschaftsministerium bezeichnete die niedrigen Pegelstände als „Herausforderung für die regionale Rohstoff- und Materialversorgung von Industrieunternehmen“ und schloss bei anhaltend geringen Transportkapazitäten „temporäre Einschränkungen bei der Produktionstätigkeit von betroffenen Unternehmen“ nicht aus.
Ein anhaltend hoher Exportüberschuss kann kurzfristig Beschäftigung in exportorientierten Branchen sichern. Eine sich aufhellende Erwartungshaltung der Unternehmen kann sich mittelfristig in höheren Investitionen niederschlagen, sofern sie sich verstetigt. Für Anleger mit breit gestreuten Portfolios bedeutet der Rekordstand einen Buchgewinn.

DAX-Rekord und Konjunktur

Das Niedrigwasser am Rhein bleibt ein wetterabhängiges Risiko für die Produktion. Die Konzentration des DAX auf einzelne Schwergewichte bedeutet, dass Kursbewegungen bei Technologie- oder Energiewerten den Gesamtindex überproportional beeinflussen können. Die Entwicklung an der Straße von Hormus sowie die geldpolitischen Entscheidungen der EZB können ebenfalls Einfluss auf die Aktienmärkte haben. Die nächsten Zinsentscheide fallen am 10. September und 29. Oktober 2026.
Die Entwicklung der ifo-Erwartungskomponente sowie die Belastbarkeit des Exportrekords vom Juni hängen unter anderem von der weiteren Entwicklung der deutschen Wirtschaft, der internationalen Handelsbedingungen und der geopolitischen Lage ab. Der DAX bildet die Entwicklung der im Index enthaltenen Unternehmen und nicht die gesamte deutsche Volkswirtschaft ab.
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Krall: Goldpreis teilweise manipuliert – Russland und China im Kaufrausch

Nach dem Rekordhoch Anfang März lässt der Goldpreis nach, wobei es vereinzelt zu rasanten Preisabstürzen kommt. Was sind die Ursachen dafür und was bedeutet dies für Goldbesitzer oder potenzielle Anleger? Ist Gold noch der sichere Hafen, für den es von Experten und Analysten jahrzehntelang gehalten wurde? Darüber haben wir mit dem Unternehmer und Publizisten Dr. Markus Krall gesprochen.
Hat der jüngste Rückgang des Goldpreises Ihre grundlegende Einschätzung zu Gold verändert? Oder sehen Sie darin nur eine normale Korrektur?
Es ist nicht nur eine normale Korrektur, denn am Gold- und noch stärker am Silbermarkt wurde massiv manipuliert, und zwar Anfang des Jahres, als der Goldkurs tatsächlich überhitzt war. Die Korrektur war fällig. Aber das Ausmaß der Korrektur war deshalb so stark, weil die Korrektur und das Eingreifen starker Player, insbesondere aus der Finanzwirtschaft und aus den Zentralbanken, zusammentrafen.
Die Zentralbanken, insbesondere die US-Notenbank (FED) und die Europäische Zentralbank (EZB), haben kein Interesse an einem zu schnell steigenden Goldpreis, weil ein zu schnell steigender Goldpreis ein Misstrauensvotum gegen die Papierwährungen darstellt. Gleichzeitig sehen wir im Moment ein epochales Ringen um die Frage der Leitwährung.
Die USA möchten den US-Dollar als Leitwährung verteidigen und Gold etwas zurückdrängen. Währenddessen möchten Russland und China den US-Dollar als Leitwährung verdrängen und durch eine goldgedeckte Handelswährung ersetzen. Das ist einer der Gründe, warum die FED so massiv gegen das Gold vorgeht.
Allerdings ist das Drücken des Goldpreises ein Pyrrhussieg, da die Chinesen und die Russen diesen niedrigen Kurs nutzen, um einzukaufen, als gäbe es kein Morgen. Das heißt, man hat durch einen taktischen Sieg dem Gegner einen strategischen Sieg ermöglicht. Denn dadurch können beide Länder ihre Goldvorräte zu wesentlich günstigeren Bedingungen aufstocken. Das wird sich langfristig negativ auf die FED und die EZB auswirken.
Beim Gold sind die fundamentalen Daten für einen starken Markt aber nach wie vor gegeben, da das Vertrauen in den US-Dollar und den Euro immer weiter schwindet. Beim Silber gibt es eine hohe industrielle Nachfrage durch die Solarwirtschaft, die KI und die Digitalisierung. Dadurch kann die Produktion mit dem industriellen Verbrauch nicht mehr Schritt halten.
Daher greift man auf die Silbervorräte zu. Das lässt sich auf Dauer nur durch einen höheren Silberpreis beheben, da nur ein höherer Preis die Produktion erhöhen wird. Insofern wird sich auch hier langfristig das Fundamentale durchsetzen und das Spekulative wird zurückgedrängt.
Was raten Sie durchschnittlichen Anlegern? Wie viel sollten sie in Gold investieren?
Mein Credo ist die Anwendung der babylonisch-talmudischen Drittelregel. Sie hat sich seit 2.500 Jahren bewährt. Damals hieß es jeweils ein Drittel Vieh, Land und Gold. Heute bedeutet das für mich jeweils ein Drittel Aktien, Immobilien und Gold. Gold steht dabei für mich für die Edelmetalle Gold und Silber in einem Mischungsverhältnis von 80 zu 20 oder 70 zu 30. Dabei sollte ein größerer Teil des Goldes im Ausland gelagert werden, um ihn vor dem Zugriff deutscher Behörden zu schützen.
Und warum eine Mischung aus Gold und Silber?
Gold hat in den letzten 55 Jahren seit der Freigabe des Goldpreises durch die Trennung vom US-Dollar insgesamt besser performt als Silber. Über 55 Jahre stieg der Wert von Gold im Durchschnitt jedes Jahr um 9 Prozent. Das ist eine super Rendite. Das kann sonst kein anderer Vermögenswert, keine Aktie und keine Immobilie weltweit vorweisen. Da Silber eine eigene Kursentwicklung unabhängig vom Gold hat, sorgt Silber im Portfolio für eine Risikostreuung. Aber da Gold insgesamt doch die höhere Performance vorzuweisen hat, sollte der Goldanteil im Portfolio höher sein als der Silberanteil.
Haben Sie eine Einschätzung, bis auf welches Niveau der Goldpreis fallen könnte?
Grundsätzlich weigere ich mich, kurzfristige Prognosen abzugeben, da dies einem Ratespiel gleicht. Es gibt so unendlich viele Kräfte, die kurzfristig wirken, in alle Richtungen ziehen, sowie unendlich viele Ereignisse, die man nicht vorhersehen kann. Daher ist es anmaßend, zu sagen, wo der Goldpreis in vier, sechs oder acht Wochen hingeht. Das weiß ich nicht. Auch halte ich diese Frage für nicht sinnvoll. Ich habe Gold nicht in meinem Portfolio, damit ich in den nächsten acht Wochen Geld verdiene oder verliere. Vielmehr ist Gold eine Rückversicherung gegen das Unbekannte, gegen große Katastrophen, die ich nicht voraussehen kann – Krieg, Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen. In dieser Eigenschaft performt Gold seit 5.000 Jahren ganz hervorragend. Wer mit Gold handeln und spekulieren will, müsste auf Papiergold setzen. Aber davon rate ich generell ab. Denn Papiergold ist auch nicht besser als Papierwährung.
China hat den Handel mit Papiergold unterbunden. Manche sehen darin einen Versuch, den echten Wert von Gold zu ermitteln. Was sagen Sie dazu?
China war nicht ganz so strikt, wie Sie es gerade in Ihrer Fragestellung nahegelegt haben. Aber Peking drängt den Papiergoldhandel zurück, da dieser genau das Spekulations- und Manipulationsinstrument der westlichen Zentral- und Geschäftsbanken ist. Der Goldpreis wird in London durch Papiergold ermittelt und ist dementsprechend anfällig. Peking möchte, dass seine sehr erheblichen Goldreserven fair bewertet werden. Die faire Bewertung ist wahrscheinlich höher als der aktuelle Marktpreis. Nach meinen Schätzungen hat China mittlerweile mindestens 20.000 Tonnen Goldreserven aus eigener Produktion und durch Zukauf angelegt und damit eine sehr kluge, vernünftige Politik betrieben. China will, dass die Manipulation aufhört, damit auch die starken Kursschwankungen zurückgehen.
Denn diese beeinträchtigen die Fähigkeit, mit einer goldgedeckten Handelswährung zu handeln. Wir werden sehen, wer da am Ende die stärkeren Bataillone hat. Ich vermute, dass es Russland und China sein werden. Denn mit ihrem Handelsbilanzüberschuss gegenüber dem Westen von 1 Billion US-Dollar pro Jahr haben sie den längeren Hebel, die größere finanzielle Macht und auch mehr Freiheit. Da wird der Westen jetzt leider dazulernen müssen.
Vielen Dank für das Interview!
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Krall: Goldpreis teilweise manipuliert – Russland und China im Kaufrausch

Nach dem Rekordhoch Anfang März lässt der Goldpreis nach, wobei es vereinzelt zu rasanten Preisabstürzen kommt. Was sind die Ursache dafür und was bedeutet dies für Goldbesitzer oder potenzielle Anleger? Ist Gold noch der sichere Hafen für den es von Experten und Analysten jahrzehntelang gehalten wurde? Darüber haben wir mit dem Unternehmer und Publizisten Markus Krall gesprochen.
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EU plant Bargeldpflicht – Ausnahme für Automaten sorgt für Kritik


In Kürze:

  • Die EU will Bargeld als Zahlungsmittel schützen und seine Akzeptanz in den Mitgliedstaaten sichern.
  • Ein neuer Verordnungsentwurf sieht Ausnahmen von der Bargeldannahmepflicht für unbemannte Verkaufsstellen vor.
  • Verbände und Sozialorganisationen warnen vor Nachteilen für ältere Menschen und andere vulnerable Gruppen.
  • Parallel plant die Bundesregierung, Händler und Gastronomen zur Annahme digitaler Zahlungsarten zu verpflichten.

 
Die EU und das Kabinett in Berlin sind sich grundsätzlich einig: Verbraucher sollen in der Regel die freie Wahl haben, ob sie eine Ware oder Dienstleistung bar oder digital bezahlen möchten. Im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien heißt es, man setze sich „für echte Wahlfreiheit im Zahlungsverkehr ein“ und wolle erreichen, dass „grundsätzlich Bargeld und mindestens eine digitale Zahlungsoption schrittweise angeboten werden sollen“.
Ähnlich sieht es die EU. Auf EU-Ebene will der Währungsausschuss am Dienstag, 23. Juni, die finale Fassung der Bargeldverordnung absegnen, über die seit 2023 diskutiert wird. Der Urtext zur Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über Eurobanknoten und Euromünzen als gesetzliches Zahlungsmittel (2023/0208 (COD)) stammt vom 28. Juni 2023. Seither hat er mehrere Diskussions- und Berichtsphasen durchlaufen. Die „Berliner Zeitung“ konnte Einsicht in den Entwurf einer Endfassung nehmen, über die am Dienstag abgestimmt werden soll.

Alle „unbemannten Verkaufsstellen“ sollen von Bargeldpflicht ausgenommen sein

Demnach soll die Verordnung eine weitreichende Ausnahme enthalten, die im Alltag weitreichende Folgen entfalten könnte. So soll die geplante Annahmepflicht für Bargeld dem Ausschussbericht des Parlaments zufolge für sogenannte unbemannte Verkaufsstellen nicht gelten.
Darunter fallen nicht nur die bekannten Snackautomaten oder immer beliebter werdenden Automatenshops in deutschen Städten. Auch der ÖPNV und der Fernverkehr im Bereich des Personentransports könnten betroffen sein. Schon jetzt gibt es im Bereich der Deutschen Bahn und regionaler Verkehrsbetriebe Pilotprojekte mit Fahrkartenautomaten, die ausschließlich bargeldlose Zahlungen akzeptieren.
Die Verkehrsbetriebe halten diesen Schritt für geboten, aufgrund veränderter Zahlungspräferenzen der Kunden. Häufig ist dies auch dadurch bedingt, dass der Zugang zu Bargeld gerade in kleinstädtischen und ländlichen Regionen schwieriger wird. Für eine geplante flächendeckende Einführung eines verpflichtend bargeldlosen Zahlungsverkehrs an Ticketautomaten der Bahn gibt es derzeit keine Anhaltspunkte. Sie wäre, bliebe es bei der von der „Berliner Zeitung“ zitierten Entwurfsregelung, aber grundsätzlich denkbar.

Ursprünglich sollte nur der Fern- und Onlineabsatz ausgenommen sein

Die geplante Verordnung der EU-Kommission soll sicherstellen, dass Bargeld „als Zahlungsmittel weithin akzeptiert“ wird und für Bürger und Unternehmen „leicht zugänglich“ bleibt. So sind Restriktionen für einen Ex-ante-Ausschluss von Bargeldzahlungen, etwa durch „Cash only“-Schilder, vorgesehen.
Die Mitgliedstaaten würden verpflichtet, den Umfang solcher Ausschlüsse zu überwachen und Maßnahmen zu treffen, um die Annahme von Bargeld sicherzustellen. Ex-ante-Ausschlüsse gelten als unerwünschte Konstruktion, um die Bargeldannahmepflicht zu umgehen. Zudem sollen die Mitgliedstaaten verpflichtet werden, flächendeckend für einen hinreichenden Zugang zu Bargeld zu sorgen. Darüber soll der Europäischen Zentralbank (EZB) regelmäßig Bericht erstattet werden. Notfalls sollen Abhilfemaßnahmen geschaffen werden.
In Artikel 2 der Urfassung war festgelegt, dass die Verordnung lediglich für Zahlungen „im Fernabsatz, einschließlich Online-Käufen“, nicht gelte. Die nun in Rede stehende Erweiterung auf „unbemannte Verkaufsstellen“ würde eine nicht unerhebliche Erweiterung dieses Ausnahmetatbestands darstellen.

Verbände weisen auf soziale Inklusionsfunktion von Bargeld hin

In einer gemeinsamen Stellungnahme haben mehrere Verbände dieses Vorhaben kritisiert und eine Ablehnung dieser Erweiterung gefordert.
Unter diesen befinden sich unter anderem die Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste e. V. (BDGW), die Vereinigung „Bargeld zählt!“ und der Verband der Deutschen Automatenindustrie. Diese Erweiterung sei zu weitgehend und der sozialen Inklusion abträglich: „Auch Verkaufsautomaten müssen unter dem Gesichtspunkt der sozialen Inklusion grundsätzlich der Bargeldannahmepflicht unterliegen – insbesondere Automaten in öffentlichen Stellen, im Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge sowie Fahrkartenautomaten im Bereich des öffentlichen Personenverkehrs.“
Gegen zu weitreichende Ausnahmen von der Annahmepflicht für Bargeld wenden sich auch Sozialverbände wie der VdK. Sie verweisen darauf, dass etwa ältere Menschen an die vorrangige Verwendung von Bargeld gewöhnt sind. Dazu kommen vulnerable Gruppen von Geflüchteten, Menschen mit kognitiven Einschränkungen sowie Obdachlose oder Jugendliche ohne Bankkarte.

In einigen Branchen ist digitale Zahlung weiterhin schwierig

Parallel zu Bestrebungen, die Nutzung von Bargeld im Zahlungsverkehr sicherzustellen, gibt es auch politische Bestrebungen zur Sicherstellung digitaler Zahlungsoptionen. Berlin hat diesbezüglich im April eine Bundesratsinitiative angekündigt. Diese soll vor allem Händler und Gastronomiebetriebe dazu verpflichten, mindestens eine digitale Zahlungsmöglichkeit anzubieten.
Dem IT-Branchenverband Bitkom zufolge akzeptieren 24 Prozent der Gastronomiebetriebe in Deutschland ausschließlich Bargeldzahlungen. Bei Außer-Haus-Dienstleistungen wie Handwerkern sind es sogar 27 Prozent. Aber auch 7 Prozent der Einzelhändler für den täglichen Bedarf verfügen über keine digitale Zahlungsoption. Dies kann vor allem in Regionen zum Problem werden, in denen große Banken ihre Filialen schließen oder Geldautomaten abbauen.
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EZB erhöht Leitzins erstmals seit September 2023

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins erstmals seit September 2023 erhöht. Das teilte die Notenbank am Donnerstag, 11. Juni nach ihrer Ratssitzung in Frankfurt mit.
Dementsprechend liegen der Zinssatz für die Einlagefazilität sowie die Zinssätze für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte und für die Spitzenrefinanzierungsfazilität um 25 Basispunkte erhöht bei 2,25 Prozent, 2,40 Prozent beziehungsweise 2,65 Prozent.

Zinsanhebung trotz geopolitischer Risiken

Der EZB-Rat sei „fest entschlossen, seine Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von zwei Prozent stabilisiert“, hieß es zur Begründung.
Durch den Krieg im Nahen Osten entstehe Druck auf die Inflation. Der Beschluss zur Zinsanhebung sei „robust gegenüber einer Bandbreite von Szenarien, die aufzeigen, wie sich der Schock entwickeln und auf die mittelfristigen Aussichten für den Euroraum auswirken könnte“, erklärte die Notenbank.
Die Aussichten seien nach wie vor von Unsicherheit geprägt, und es bestünden Aufwärtsrisiken für die Inflation sowie Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum.
„Die Gesamtfolgen des Krieges für Inflation und Wachstum in der mittleren Frist werden von der Intensität und der Dauer des Energiepreisschocks sowie vom Ausmaß seiner indirekten Auswirkungen und Zweitrundeneffekte abhängen“, so die Notenbanker.
„Diese Unsicherheit zeigt sich auch in der großen Bandbreite an Inflations- und Wachstumsergebnissen in den aktualisierten illustrativen Szenarien, die von Fachleuten des Eurosystems zusammengestellt wurden.“

Das Basisszenario der EZB-Fachleute

Im Basisszenario der neuen Projektionen gehen die Fachleute des Eurosystems davon aus, dass die durchschnittliche Gesamtinflation 2026 bei 3,0 Prozent, 2027 bei 2,3 Prozent und 2028 bei 2,0 Prozent liegen werde. Bei der Inflation ohne Energie und Nahrungsmittel erwarten sie im Basisszenario durchschnittlich 2,5 Prozent für 2026 und 2027 sowie 2,2 Prozent für 2028.
Die Fachleute haben also ihre Basisprojektion für die Inflation in den Jahren 2026 und 2027 gegenüber März nach oben revidiert. Grund hierfür ist ein höherer Pfad für Energiepreise, der sich den Erwartungen nach in gewissem Maße auf die Teuerung bei Nahrungsmitteln, Waren und Dienstleistungen niederschlagen werde, hieß es.
Die Fachleute erwarten im Basisszenario ein Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 0,8 Prozent für 2026, 1,2 Prozent für 2027 und 1,5 Prozent für 2028.

Flexibilität in der Zinspolitik

Dies entspricht für 2026 und 2027 einer Abwärtsrevision, in der sich die stärkeren Auswirkungen des Krieges auf die Rohstoffmärkte, die Realeinkommen und das Vertrauen widerspiegeln.
Mit dem heutigen Beschluss sei man weiterhin gut positioniert, um die durch den Krieg verursachte Unsicherheit zu bewältigen, erklärte die Zentralbank. Der EZB-Rat werde die Lage genau beobachten und bei der Festlegung des angemessenen geldpolitischen Kurses einen datengestützten Ansatz verfolgen und von Sitzung zu Sitzung entscheiden.
So sollen die Zinsbeschlüsse des EZB-Rats auf seiner Beurteilung der Inflationsaussichten und der damit verbundenen Risiken, vor dem Hintergrund aktueller Wirtschafts- und Finanzdaten, sowie der Dynamik der zugrunde liegenden Inflation und der Stärke der geldpolitischen Transmission basieren. Man lege sich nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad fest. (dts/red)