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Lula gewinnt Stichwahl in Brasilien – Bolsonaro will Ergebnis anfechten

Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva ist zum Sieger der Präsidentenwahl in Brasilien erklärt worden, doch sein Herausforderer Flávio Bolsonaro von der Liberalen Partei (PL) will das offizielle Ergebnis nicht anerkennen. Wegen einer kurzfristig um zwei Stunden verlängerten Öffnungszeit der Wahllokale werde er juristische Schritte einlegen, kündigte der Sohn des unter Hausarrest stehenden Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro an. Das Oberste Wahlgericht hatte den 80-jährigen Lula von der Arbeiterpartei (PT) zuvor mit 51,8 zu 48,2 Prozent der Stimmen zum Wahlsieger erklärt.
Damit stehen Brasilien erneut politisch turbulente Zeiten nach einer Wahlniederlage des Bolsonaro-Lagers bevor. 2023 hatten Anhänger des abgewählten Präsidenten Jair Bolsonaro, der seine Wahlniederlage ebenfalls nicht anerkennen wollte, das Regierungsviertel in der Hauptstadt Brasília gestürmt. Später wurde der Ex-Militär wegen eines versuchten Staatsstreichs zu 27 Jahren Haft und einem Ämterverbot verurteilt, weshalb sein Sohn Flávio nun an seiner Stelle antrat.
Anhänger Lulas feierten auf der Avenida Paulista in São Paulo.

Anhänger Lulas feierten auf der Avenida Paulista in São Paulo.

Foto: Andre Penner/AP/dpa

Sieg nach Rückstand im ersten Wahlgang

Lula hatte in der ersten Wahlrunde mit rund 45 Prozent noch hinter Flávio Bolsonaro gelegen, der auf rund 47 Prozent kam. Mehrere Experten sahen den Senator auch in der Stichwahl leicht favorisiert, wobei ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet wurde.
Letztlich gelang es nun erstmals seit der Wiedereinführung direkter Präsidentschaftswahlen 1989 einem Kandidaten, der im ersten Wahlgang zurückgelegen hatte, den Rückstand in der Stichwahl aufzuholen. Mit dem Wahlsieg kann Lula auch zum ersten brasilianischen Präsidenten werden, der viermal demokratisch ins Amt gewählt wurde. Bei seinem Amtsantritt im Januar 2027 wird er 81 Jahre alt sein – sofern Bolsonaros Widerstand erfolglos bleibt.
„Diese Wahl war eine Niederlage für die Leugner“, sagte Lula bei seinem ersten Statement vor der Presse. Im Anschluss trat er vor tausenden Anhängern auf der Avenida Paulista in São Paulo auf.
Präsident Luiz Inácio Lula da Silva spricht auf der Avenida Paulista in São Paulo bei einer Siegeskundgebung vor seinen Anhängern, nachdem er in der Stichwahl um das Präsidentenamt seine vierte Amtszeit errungen hat.

Präsident Luiz Inácio Lula da Silva spricht auf der Avenida Paulista in São Paulo bei einer Siegeskundgebung vor seinen Anhängern, nachdem er in der Stichwahl um das Präsidentenamt seine vierte Amtszeit errungen hat.

Foto: Natacha Pisarenko/AP/dpa

Landesweit gingen Menschen auf die Straße, um die Wiederwahl Lulas zu feiern. Jedoch sind auch viele Brasilianer, die auf einen Bolsonaro-Sieg gehofft hatten, enttäuscht oder verärgert über das Resultat. Das größte und wirtschaftsstärkste Land Lateinamerikas war schon vor der Abstimmung politisch tief gespalten.
Anhänger des Herausforderers Flávio Bolsonaro reagierten fassungslos.

Anhänger des Herausforderers Flávio Bolsonaro reagierten fassungslos.

Foto: Bruna Prado/AP/dpa

Gericht verlängerte Öffnungszeit der Wahllokale

Flávio Bolsonaro kündigte nach der Niederlage an, das Ergebnis wegen der kurz vor Schließung der Wahllokale verfügten Verlängerung der Öffnungszeit anzufechten. Er könne das Resultat unmöglich anerkennen, sagte der Senator vor Journalisten. Die Entscheidung sei ein „inakzeptabler“ Verstoß gegen die Chancengleichheit.
Der Richter Cristiano Zanin vom Obersten Gerichtshof hatte die Stimmabgabe auf Antrag von Lulas Wahlkampfteam landesweit bis 19.00 Uhr verlängert, weil Probleme mit dem öffentlichen Nahverkehr und dadurch entstandene Schwierigkeiten für Wähler gemeldet worden waren. Auch Flávio Bolsonaros Lager hatte mehr Zeit gefordert, allerdings nur für bestimmte Bundesstaaten, in denen starke Regenfälle, Überschwemmungen und Stromausfälle den Wahlablauf beeinträchtigt haben sollen.
Flávio Bolsonaro will die Präsidentenwahl annullieren lassen. (Archivbild)

Flávio Bolsonaro will die Präsidentenwahl annullieren lassen. (Archivbild)

Foto: Eraldo Peres/AP/dpa

Gemischte Bilanz der Regierung

Rund 159 Millionen Brasilianer waren zur Wahl aufgerufen – und viele von ihnen haben von der Sozial- und Wirtschaftspolitik der Arbeiterpartei (PT) von Lula profitiert. Unter seiner Regierung sank die Arbeitslosigkeit auf einen historischen Tiefstand, die Armut ging zurück und der Mindestlohn stieg. Zudem beschloss das Parlament eine schrittweise Einführung der Fünf-Tage-Woche mit zwei freien Tagen. Auch die Entwaldung im Amazonasgebiet, dem größten tropischen Regenwald der Erde, ging zurück.
Gleichzeitig blieb der Unmut in der Bevölkerung über die gestiegenen Lebenshaltungskosten groß. Die hohe Staatsverschuldung, hohe Staatsausgaben und ein Skandal um mutmaßlichen Betrug bei der Rentenversicherung belasteten die Regierung. Im Wahlkampf konnte der Präsident viele Wähler nicht mit seiner Bilanz überzeugen. Viele Brasilianer wünschten sich stattdessen eine Rückkehr der Bolsonaro-Familie an die Macht.
Der Politikwissenschaftler Oliver Stuenkel meint, dass Lulas Kampagne zu lange auf frühere Erfolge gesetzt habe – und zu wenig auf Zukunftspläne. Erst nach der ersten Wahlrunde habe sie stärker versucht, auch Wähler außerhalb des eigenen Lagers anzusprechen.

Bolsonaros Partei im Parlament gestärkt

Lula regierte Brasilien bereits von 2003 bis 2010, seit 2023 bekleidet der ehemalige Gewerkschafter aus dem ärmeren Nordosten erneut das höchste Staatsamt. Nun steht er vor einer schwierigen vierten Amtszeit.
Bei der Parlamentswahl vor drei Wochen gewann Bolsonaros Liberale Partei (PL) deutlich hinzu: Mit 121 der 513 Abgeordneten stellt sie künftig die stärkste Kraft in der Abgeordnetenkammer, ab 2027 verfügt sie zudem über 28 der 81 Sitze im Senat. Mehr noch als in seiner bisherigen Amtszeit wird Lula Mehrheiten mit anderen Parteien schmieden müssen. Besonders wichtig ist dabei das Centrão, ein Bündnis überwiegend konservativer und zentristischer Parteien, das vor allem durch politische und regionale Interessen zusammengehalten wird.
Anhänger von Flávio Bolsonaro jubeln in Rios Nobelviertel Barra da Tijuca.

Anhänger von Flávio Bolsonaro jubeln in Rios Nobelviertel Barra da Tijuca.

Foto: Philipp Znidar/dps/dpa

Kriminalität treibt Bürger um

Öffentliche Sicherheit gehörte zu den wichtigsten Wahlkampfthemen. Kriminelle Organisationen verfügen über erheblichen Einfluss, viele Bürger fühlen sich nicht sicher. Lula erklärte, er wolle ein Ministerium für öffentliche Sicherheit einrichten. Flávio Bolsonaro warb wie einst sein Vater mit einer harten Sicherheitspolitik und kündigte den Bau von Hochsicherheitsgefängnissen nach dem Vorbild El Salvadors an.
Im Wahlkampf griffen sich beide auch persönlich an. Flávio Bolsonaro bezeichnete Lula in einem TV-Duell wegen dessen Alters als Politiker, den Brasilien endlich in Rente schicken müsse. Lula warf seinem Herausforderer vor, das harte Leben der Arbeiterklasse allenfalls aus der Literatur zu kennen. Beide Seiten überzogen sich zudem mit Korruptionsvorwürfen. Außerdem warf Lulas Kampagne dem Facebook-Konzern Meta vor, ihre Inhalte zu benachteiligen. Meta wies diese Anschuldigung zurück.
Lulas Wahlsieg löst auch die Spannungen zwischen Regierung, Kongress und Oberstem Gerichtshof nicht auf. Der Oberste Gerichtshof spielte eine zentrale Rolle bei den Verfahren gegen Jair Bolsonaro, der derzeit unter Hausarrest steht. Sein Sohn kündigte an, sich im Falle eines Wahlsiegs für eine Amnestie seines Vaters einzusetzen.
Flávio Bolsonaro mobilisiert seine Anhänger. (Archivbild)

Flávio Bolsonaro mobilisiert seine Anhänger. (Archivbild)

Foto: Andre Penner/AP/dpa

Brasilien im regionalen Vergleich

Mit Lulas Sieg geht Brasilien einen anderen Weg als mehrere Nachbarländer. Seit Donald Trump wieder US-Präsident ist, sind unter anderem in Bolivien, Chile und Kolumbien konservative Regierungen an die Macht gekommen. Auch mit Venezuela arbeitet Trumps Regierung nach der Festsetzung des damaligen Staatschefs Nicolás Maduro durch das US-Militär inzwischen enger zusammen.
Lula stellte sich im Wahlkampf gegen eine engere politische und wirtschaftliche Anbindung an Washington, wie sie unter Jair Bolsonaro bestanden hatte und unter Flávio erwartet wurde. „Brasilien passt in keinen Hinterhof irgendeines Landes“, hatte Lula bei der jüngsten UN-Generaldebatte gesagt. Sein Verhältnis zu Trump dürfte schwierig bleiben.
Was den Amazonas angeht, wird Lula seinen bisherigen Kurs wohl fortsetzen. Die Entwaldung ging unter seiner Regierung zwar deutlich zurück, zugleich gab es aber auch umstrittene Infrastrukturprojekte – vom angestrebten Ziel, die Entwaldung bis 2030 zu stoppen, ist Brasilien noch weit entfernt. (dpa/red)
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Serbien-Wahl: Studentenliste stürzt Vucic – Abkehr von Moskau und Peking?

Die Liste der neuen oppositionellen Studentenbewegung hat die vorgezogene Parlamentswahl in Serbien überraschend klar gewonnen und Langzeitmachthaber Aleksandar Vucic eine schwere Niederlage zugefügt.
Nach einer Projektion der Wahlforschungsgruppe Cesid holte die Oppositionsbewegung mit gut 52 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit. Vucic, der in wechselnden Funktionen seit 2012 die serbische Politik maßgeblich bestimmte, räumte seine Niederlage ein. Wer nun Regierungschef wird, ist trotz des deutlichen Wahlsiegs der Studentenbewegung noch offen.
Die Abstimmung wurde weithin als Referendum über die Führung des Landes unter Vucic und seiner Serbischen Fortschrittspartei (SNS) aufgefasst, die diesmal nur auf gut 39 Prozent der Stimmen kam. Die Wahlbeteiligung erreichte einen Rekordwert von fast 70 Prozent.
In den Straßen und auf den Plätzen des ganzen Landes brach nach Bekanntwerden der Ergebnisse Jubel aus. In der Hauptstadt Belgrad fuhren Autokorsos hupend durch die Stadt, Feuerwerke erhellten den nächtlichen Himmel. Auf dem zentralen Slavija-Platz feierten zehntausende Menschen.
Die Freude vieler Serben über den Machtwechsel in Belgrad ist riesengroß.

Die Freude vieler Serben über den Machtwechsel in Belgrad ist riesengroß.

Foto: Petr David Josek/AP/dpa

Hoffen auf „zivilisierteres und besseres Serbien“

Mit ihrer Losung „Serbien oder die Mafia“ warb die Studentenliste (SL) um Stimmen. Kritiker werfen Vucic vor, das Land in den 14 Jahren seiner Regierungszeit autokratisch geführt und es durch seine Anlehnung an Russland und China von Europa entfernt zu haben. Regierungsnahe Medien hätten Hass und Häme verbreitet, die „Wahlmaschinerie“ der SNS habe Bürger unter Druck gesetzt, die von staatlichen und kommunalen Jobs abhängen, und parteinahe Schlägertrupps hätten Kritiker eingeschüchtert. Eine Mehrheit der Wähler stimmte nun gegen die SNS, der Gegner Korruption und Günstlingswirtschaft vorwerfen.
Der Listenführer der Studentenbewegung, Ilija Srdanovic (56), erklärte in der Wahlnacht, er sei stolz auf seine Mitbürger, die dem „Tyrannen“ Vucic ein deutliches „Nein“ entgegengeschleudert hätten. Er zeigte sich überzeugt: „Wir schreiten in ein zivilisierteres und besseres Serbien.“

Studentenliste fast ohne Studenten

Auf der Studentenliste stehen allerdings nahezu keine Studenten. Aufgestellt hat sie eine Bewegung, die auf Führungsgremien verzichtet und ihre Entscheidungen in basisdemokratischen Versammlungen trifft. Die Liste besteht vor allem aus Hochschullehrern, Ärzten und Künstlern. Ihr knappes Elf-Punkte-Programm verspricht die Wiederherstellung von Rechtsstaat und Demokratie sowie die Verfolgung von Korruption und Kriminalität.
Die Studentenbewegung entstand aus Protesten nach dem Einsturz des Bahnhofsvordachs in der nordserbischen Stadt Novi Sad im November 2024, der 16 Menschen das Leben kostete. Kritiker führten das Unglück auf Korruption und Schlamperei der Vucic-Regierung zurück. Die anschließenden Proteste der Studenten mobilisierten breite Schichten der serbischen Bevölkerung und weckten in ihnen den Wunsch nach Veränderung.
Die Studentenliste errang laut den Cesid-Angaben 139 der 250 Parlamentsmandate, während Vucics SNS mit 104 Mandaten in die Opposition gehen muss. Hinzu kommen sieben Mandate für Kleinparteien der ethnischen Minderheiten.

Ministerpräsidentenfrage noch offen

Obwohl der Kardiologe Srdanovic aus Novi Sad die Studentenliste anführte, gilt er nach dem Wahlsieg der SL nicht automatisch als Anwärter auf das Amt des Ministerpräsidenten. Die Bewegung hat sich bislang in Personalfragen hinsichtlich einer künftigen Regierung nicht festgelegt.
Der angesehene Kardiologe Ilija Srdanovic führte die Studentenliste zum Sieg.

Der angesehene Kardiologe Ilija Srdanovic führte die Studentenliste zum Sieg.

Foto: Petr David Josek/AP/dpa

Vucic wiederum war Ende September von seinem Amt als Staatspräsident zurückgetreten, um im Falle eines Wahlerfolgs seiner Partei Regierungschef zu werden. Sein Präsidentenmandat wäre im Mai nächsten Jahres ausgelaufen, nach zwei Amtszeiten hätte er für dieses Amt nicht mehr kandidieren können. Nach der Wahlniederlage geht der 56-Jährige nun in die Opposition.

Stillstand bei EU-Beitritt, Nähe zu Moskau

Serbien hat bereits seit 2012 den Status als EU-Beitrittskandidat und nahm 2014 offizielle Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union auf. Unter der bisherigen serbischen Führung stagnierte der Beitrittsprozess zuletzt aber weitgehend. Gründe waren unter anderem Rückschritte bei Demokratie und Medienfreiheit sowie Vucics enge Kontakte nach Moskau.
Serbien übernahm nicht die Sanktionen der EU gegen Russland, nachdem Kremlchef Wladimir Putin die Ukraine 2022 militärisch angreifen ließ. Kritikern zufolge können sich russische Agenten und Influencer in Serbien nahezu frei bewegen. Regierungsnahe Medien stellten die EU negativ, Russland und China dagegen positiv dar.

EU sieht Chance auf Neuanfang

Spitzenvertreter der EU gratulierten der Studentenliste zum Wahlsieg und stellten ihr eine enge Zusammenarbeit in Aussicht. „Wir sind bereit, Reformen in den Bereichen Rechtsstaatlichkeit, Medienfreiheit, Korruptionsbekämpfung und Stärkung demokratischer Institutionen zu unterstützen und gemeinsam daran zu arbeiten, Serbiens Weg in die Europäische Union voranzubringen“, schrieben EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa in einer gemeinsamen Erklärung auf der Plattform X.
Die für Erweiterungspolitik zuständige EU-Kommissarin Marta Kos erklärte, nach fast zwei Jahren der Proteste für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit sowie gegen Korruption hätten sich die Menschen in Serbien in historisch großer Zahl an der Wahl beteiligt. „Die Tür zur EU steht offen, und wir sind bereit, diesen Weg gemeinsam weiterzugehen“, verkündete sie.
Vucic gesteht seine Wahlniederlage ein.

Vucic gesteht seine Wahlniederlage ein.

Foto: Armin Durgut/AP/dpa

Glückwünsche aus Ungarn

Die Studentenbewegung äußerte sich bisher nur selten zum außenpolitischen Kurs, den sie im Falle eines Machtwechsels einschlagen würde. Listenführer Srdanovic sagte der montenegrinischen Tageszeitung „Vijesti“, erst müssten sich die Bürger Serbiens von Vucics „Mafia-Staat“ befreien. Wenn es wieder Rechtsstaatlichkeit und freie Medien gebe, werde man eine ehrliche und offene Debatte über die strategischen Ziele der künftigen Außenpolitik führen können.
Der Machtwechsel in Ungarn hat die Protestbewegung in Serbien zusätzlich inspiriert. (Archivbild)

Der Machtwechsel in Ungarn hat die Protestbewegung in Serbien zusätzlich inspiriert. (Archivbild)

Foto: Darko Bandic/AP/dpa

Als einer der ersten Gratulanten äußerte sich Peter Magyar, der Ministerpräsident des EU-Nachbarlandes Ungarn. Sein Wahlsieg im April hatte die 16-jährige Regierungszeit von Viktor Orban beendet, eines engen politischen Verbündeten von Vucic. Ungarn werde die Studentenliste unterstützen, schrieb Magyar auf seiner Facebook-Seite. Aus der Protestbewegung in Serbien war immer wieder zu hören, dass die Wende in Budapest sie ermutigt und inspiriert habe. (dpa/red)
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26.10.2026 | EU-Haushalt: Österreich droht als erstes Land mit Veto | Nach Massenprotesten: Lecornu empfängt Schülervertreter

HEUTE5:40 Uhr

Selenskyj stellt Dreiergespräche im November in Aussicht

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Dreiergespräche mit Russland und den USA für November in Aussicht gestellt. Gebietsfragen müssten auf Ebene der Staats- und Regierungschefs besprochen werden. Der Kreml hatte Gespräche in Abu Dhabi für die erste Novemberhälfte angekündigt.

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HEUTE5:30 Uhr

Nach Massenprotesten: Lecornu empfängt Schülervertreter

Inmitten anhaltender Proteste empfängt Frankreichs Regierungschef Sébastien Lecornu am Montag Schülervertreter. Auch die Bildungsminister sollen dabei sein. Am Wochenende waren erneut hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen, mehr als 1300 wurden laut Innenminister festgenommen.

Am 24. Oktober 2026 in Toulouse im Departement Haute-Garonne in Südfrankreich.

Foto: Romain Laurendeau/Hans Lucas/AFP via Getty Images

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HEUTE5:20 Uhr

EU-Haushalt: Österreich droht als erstes Land mit Veto

Österreich droht in den Verhandlungen über den langfristigen EU-Haushalt als erstes Land mit einem Veto. Der aktuelle Vorschlag sei nicht akzeptabel, sagte Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) der „Welt“. Werde Österreichs Schmerzgrenze überschritten, werde er nicht zustimmen.

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HEUTE5:10 Uhr

Koalition: Huthi-Rakete über Riad abgefangen

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hat nach eigenen Angaben eine gegen Riad gerichtete Huthi-Rakete abgeschossen. Die ballistische Rakete sei abgefangen und zerstört worden, teilte Koalitionssprecher Turki al-Maliki am Montagmorgen mit. Beide Seiten greifen sich fast täglich an.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen

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Auftritt bei Trump: Audi will neues Werk in den USA bauen

Der deutsche Autohersteller Audi will für vier Milliarden Dollar (3,6 Mrd. Euro) ein neues Werk im Bundesstaat Georgia bauen und damit erstmals in den USA produzieren. Die Volkswagen-Tochtergesellschaft plant die Produktion von 200.000 Sportgeländewagen (SUV) jährlich, rund 4.500 Arbeitsplätze sollen in Georgia entstehen.
US-Präsident Donald Trump kündigte das Projekt überraschend auf einer Wahlkampfveranstaltung in Perry (Georgia) an. Dazu kam Audi-Vorstandschef Gernot Döllner auf die Bühne. Er dankte Trump für dessen Unterstützung.
Aus der SPD kam Kritik am Auftritt Döllners. Die SPD-Verkehrsexpertin Isabel Cademartori bewertete ihn als Wahlkampfhilfe für einen Autokraten, der einen Handelskrieg gegen Deutschland führe.
„Das ist eine Schande, insbesondere in Anbetracht der Geschichte des VW-Konzerns“, teilte sie in Berlin mit. Volkswagen ist in der Nazi-Zeit gegründet worden und diente dem Regime Hitlers als Vorzeigeunternehmen.

Leitlinien von Audi für öffentliche Termine vor Wahlen

In den „Grundsätzen und Leitlinien für politische Interessenvertretung“ von Audi heißt es: „Unsere Mitarbeitenden achten außerdem auf Neutralität im Umgang mit Parteien und Interessengruppen und pflegen den Kontakt zu demokratischen Parteien.
Um diesen Grundsatz zu respektieren, werden in den drei letzten Monaten vor Wahlen keine öffentlich wirksamen Termine mit zur Wahl stehenden Parteien/Politiker und keine Sponsorings von entsprechenden Veranstaltungen mehr durchgeführt.“
Der Bau des neuen US-Werks muss noch vom Volkswagen-Aufsichtsrat gebilligt werden. Audi-Aufsichtsratschef Manfred Döss unterstützte allerdings bereits die Linie des Vorstands.
Die Zukunft von Audi werde nicht allein durch Kostensenkungen und gesteigerte Effizienz gesichert. „Wir brauchen den Mut zu investieren, neue Chancen zu ergreifen und Entscheidungen zu treffen, die unser Unternehmen für die kommenden Jahrzehnte prägen werden.“
Die Entscheidung ist vor dem Hintergrund der Absatzkrise von VW und der Diskussion um Arbeitsplatzabbau und mögliche Werksschließungen in Deutschland zu sehen.
Audi hat in Deutschland Standorte in Ingolstadt und Neckarsulm. „Die geplante Investition in den USA ist keine Entscheidung gegen Deutschland, sondern ein Schritt, um unsere globale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken“, sagte eine Sprecherin. Neben Europa und China sei Nordamerika der wichtigste Wachstumsmarkt.
Eine lokale Produktion reduziere unter anderem Zoll-, Währungs- und Lieferkettenrisiken. „Ein stärkeres und profitableres Audi Geschäft in den USA trägt dazu bei, auch die Grundlage für die Auslastung unserer deutschen Werke zu schaffen“, sagte die Sprecherin. Gleichzeitig müsse aber auch jeder Standort seinen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und langfristigen Stärke von Audi leisten.

Lies: Wachstum in USA darf Arbeit in Deutschland nicht verdrängen

Ministerpräsident Olaf Lies, der als Vertreter der Landes Niedersachsen im VW-Aufsichtsrat sitzt, sagte, die USA seien ein wichtiger Markt für Volkswagen und es sei strategisch richtig, ihn noch besser zu erschließen.
„Mehr Produktion dort ist dann eine Chance, wenn auch die Werke und die Beschäftigten in Deutschland davon profitieren. Wachstum in Amerika muss Arbeit und Wertschöpfung hier sichern und darf sie nicht verdrängen“, machte der SPD-Politiker deutlich.
In einer Audi-Mitteilung hieß es, der Baubeginn des Werks sei für 2027 vorgesehen. Die Produktion von Premium-SUVs soll Anfang der 2030er Jahre starten.
In dem Werk sollen Premium-SUVs gebaut werden, ausgerichtet auf die Anforderungen von nordamerikanischen Kunden. Die USA seien einer der wichtigsten Automärkte der Welt. „Für uns geht es darum, das Audi-Geschäft in den USA nachhaltig zu stärken – eine eigene Fertigung ist der Schlüssel dazu“, sagte Döllner.

Trump droht mit Zöllen und will Firmen in die USA locken

Trump fordert seit Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar 2025 von ausländischen Unternehmen mit der Drohung von hohen Zöllen, Produktion in die USA zu verlagern. Er stellte solchen Firmen den Erlass von Zöllen, die auf den Import in die USA anfallen, in Aussicht.
Döllner ist nicht der erste deutsche Industriemanager, der unter heiklen Umständen die Nähe Trumps sucht. Schon in Trumps erster Amtszeit 2018 besuchten der damalige Volkswagen-Chef Herbert Diess, sein Daimler-Kollege Dieter Zetsche und der BMW-Vertreter Oliver Zipse das Weiße Haus mit dem Ansinnen, Trump dessen Pläne für Strafzölle auf deutsche Autos auszureden.
Fast legendär wurde auch die von vielen als übertrieben devot empfundene Begrüßung Trumps bei einem Treffen europäischer Manager durch den damaligen Siemens-Chef Joe Kaeser.

Trumps Republikaner vor wichtigen Wahlen

Trumps Republikanische Partei steht vor Parlamentswahlen am 3. November. Die Amerikanerinnen und Amerikaner stimmen über die Sitze im Repräsentantenhaus und einen Teil der Sitze im Senat ab.
Die Republikaner wollen ihre hauchdünnen Mehrheiten in den beiden Kammern des US-Kongresses verteidigen, die Umfragen sehen für Trumps aber Partei aber ungünstig aus.

IG Metall mahnt Perspektiven für deutsche Standorte an

Die IG Metall äußerte sich zu den Werksplänen grundsätzlich positiv, verband dies aber auch mit einer Mahnung. „Den US-Markt durch ein neues Werk besser zu erschließen ist richtig und notwendig“, sagte die Erste Vorsitzende Christiane Benner in einer Mitteilung. „Jedoch müssen verbindliche Perspektiven für die Beschäftigten an allen, gerade den hiesigen Standorten, klar definiert und festgehalten werden.“
Der VW-Konzernbetriebsrat stellte heraus, zusätzliche Produktion in neuen Standorten müsse immer dazu beitragen, dass auch die bestehenden Standorte im weltweiten Produktionsverbund am Ende des Tages profitieren. „Insofern gibt es intern in unseren Gremien etliche offene Fragen zu beantworten“, teilte ein Sprecher mit. (dpa/red)
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„Liebliches Frankreich“ und harte Ordnungspolitik: Le Pen und Bardella eröffnen Wahlkampf

Die Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen hat zum Auftakt ihres Präsidentschaftswahlkampfs die französische Lebensart beschworen. „In Frankreich lebt man wie die Franzosen“, sagte Le Pen am Sonntag in ihrer Rede auf dem Parteitag des Rassemblement National (RN) in Orléans.
Mit Blick auf Plünderungen und Brandstiftungen am Rande der jüngsten Massenproteste kündigte sie für den Fall ihres Wahlsiegs die „Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit“ an. RN-Parteichef Jordan Bardella stellte eine harte Ordnungspolitik in Aussicht.
Le Pen verzichtete in ihrer ersten großen Wahlkampfrede auf allzu konkrete politische Vorschläge, ihre Rede war über lange Strecken von Optimismus und Zuversicht geprägt. „Wir werden den öffentlichen Raum schützen, damit er ein Ort des Lebens, der Gelassenheit, des gegenseitigen Respekts bleibt“, sagte sie.
Höflichkeit sei der sicherste Weg, „um Gewalt in unserer Gesellschaft zurückzudrängen“, führte sie weiter aus. „Wir werden wieder an die französische Lebensart anknüpfen, die unser Land einst zum ‚Lieblichen Frankreich‘ machte“.
Le Pen kündigte an, das Prinzip der „nationalen Gemeinschaft“ in der Verfassung festschreiben zu wollen. „Für uns gibt es nur eine einzige Gemeinschaft, und das ist die nationale Gemeinschaft“, bekräftigte sie.
Dabei solle die französische Verfassung Vorrang vor EU-Recht haben. „Keine fremde Autorität, auch keine europäische, wird darüber stehen“, betonte sie. Der am Samstag im Amt bestätigte Parteichef Bardella solle als Premierminister einer „Regierung der nationalen Einheit“ vorstehen“.
Le Pen zeigte sich überzeugt, dass Frankreich zu Beginn einer „Renaissance“ stehe. „Was damals der Buchdruck war, sind heute die Sozialen Medien“, sagte sie. „Ich schlage Euch nicht vor, zu einem Frankreich von damals zurückzukehren, sondern das Frankreich von morgen zu entwerfen“, appellierte sie an die Parteitagsdelegierten.
Mit Blick auf die internationale Politik betonte sie das Festhalten an der atomaren Abschreckung Frankreichs. „Jegliche Konzession dieses Instruments unserer Souveränität ist für mich ein Verrat“, sagte Le Pen mit Blick auf Präsident Emmanuel Macron, der bei der nuklearen Abschreckung mit Deutschland und anderen Ländern zusammenarbeiten will. Allerdings hält auch Macron an der alleinigen Entscheidungshoheit Frankreichs fest.
Frankreich werde eine „Nation des Friedens“ sein, versprach Le Pen und kündigte die Reduzierung von Auslandseinsätzen der französischen Streitkräfte an. „Wir werden unsere jungen Menschen nicht in unbedachte oder verantwortungslose Kriegseinsätze schicken“, sagte sie. „Erst recht nicht in Kriege, die nicht die unseren sind“, fügte sie hinzu.
Die Präsidentschaftskandidatin wurde immer wieder von Rufen unterbrochen: „Wir haben gewonnen“ oder „Marine – Präsidentin“.
Die RN-Fraktionsvorsitzende und frühere Parteichefin Le Pen wird bei der Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2027 zum vierten Mal antreten. Umfragen sehen sie derzeit im ersten Wahlgang klar auf dem ersten Platz, auch in der Stichwahl würde sie sich demnach gegen jeden anderen Kandidaten durchsetzen.
Bardella, der sich kurz vor ihr an die etwa 8500 Delegierten richtete, stellte in erster Linie eine harte Ordnungspolitik in Aussicht. „Die Regierung, der ich vorstehen werde, wird alle Mittel nutzen, um Ordnung herzustellen“, sagte er.
„Polizisten und Gendarme sind die wichtigsten Schutzschilde der Gesellschaft“, betonte Bardella vor dem Hintergrund der jüngsten gewaltsamen Ausschreitungen am Rande von Massenprotesten im ganzen Land.
Bardella sagte weiter, er wolle die Strafmündigkeit auf 16 Jahre absenken und zusätzliche Plätze in den Gefängnissen schaffen. „Wer einen Polizisten angreift, schläft noch am selben Abend im Gefängnis“, sagte Bardella. Ausländische Straftäter sollten umgehend abgeschoben werden, die Einwanderung solle insgesamt reduziert werden.
Als während seiner Rede mehrere Demonstranten versuchten, ein Transparent zu enthüllen, griff der Sicherheitsdienst ein und beförderte mehrere Menschen aus dem Saal. Bardella forderte das Publikum auf, die Nationalhymne zu singen, „so lange die Sicherheitskräfte ihre Arbeit erledigen“.
In Orléans waren am Sonntag erneut zahlreiche Sicherheitskräfte im Einsatz. Am Nachmittag kam es zu einer kleineren, nicht genehmigten Demonstration von etwa 100 politischen Gegnern. Am Vortag waren in Orléans zwischen 10.000 und 26.000 Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den RN-Parteitag zu demonstrieren. (afp/red)
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Herbststürme: Stromausfälle und Flugausfälle in einigen Ländern Europas

Zwei Stürme kurz hintereinander haben in Deutschland und anderen Teilen Europas zu Stromausfällen in mehr als 150.000 Haushalten und zur Streichung hunderter Flüge geführt.
Von den Stromausfällen am Sonntag waren nicht nur gut 140.000 Haushalte in Großbritannien und Frankreich, sondern auch etwa 10.000 weitere rund um Freiburg im Breisgau betroffen. Hunderte Flüge, unter anderem am Airport Amsterdam Schiphol, einem der meistgenutzten Flughäfen Europas, fielen aus.
Binnen 24 Stunden zogen die beiden Sturmtiefs „Luise“ und „Manja“ über Europa. International tragen sie die Namen „Austen“ und „Boelo“.
In Freiburg und Umgebung hatten etwa 10.000 Haushalte stundenlang keinen Strom, wie der Versorger Badenova mitteilte. Grund für den großflächigen Stromausfall in mehreren Stadtteilen und umliegenden Gemeinden der baden-württembergischen Stadt waren in Leitungen gestürzte Bäume und ein in ein Umspannwerk gewehtes Wellblechdach. Dort kam es zu einem Kurzschluss.
Erst sieben Stunden nach den ersten Störungen war die Versorgung am Sonntagvormittag überall wiederhergestellt. Laut Stadtverwaltung fiel teils auch das örtliche Mobilfunknetz aus. Freiburgs größte Klinik musste wegen der Sturmschäden ihren Betrieb einschränken.
Im benachbarten Frankreich fiel laut dem Versorger in knapp 60.000 Haushalten wegen Sturmschäden der Strom aus. Betroffen waren vor allem die nördlichen Regionen Normandie und Bretagne. Im Norden Großbritanniens waren laut Branchenverband Energy Networks Association mehr als 82.000 Haushalte betroffen.
In Schottland führten umgestürzte Bäume, abgerissene Stromkabel und aufgerissener Boden zu Beeinträchtigungen im Straßen- und Bahnverkehr. Laut dem schottischen Bahnbetreiber wurden mehrere Strecken gesperrt.
In Argyll und Bute im Westen Schottlands wurden laut dem nationalen Wetterdienst Met Office Windböen von bis zu 135 Stundenkilometern gemessen. Für Schottland und Nordengland galt die Regenwarnstufe gelb, örtlich wurden bis zu 80 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet.
Das Met Office warnte, von „Boelo“ gehe wegen umherfliegender Gegenstände und hoher Wellen Lebensgefahr aus. Die Menschen sollten daher möglichst drinnen bleiben. Auch Nordirland war von dem Unwetter betroffen.
Laut Netzbetreiber fiel in 7000 Haushalten der Strom aus. In der Hauptstadt Belfast wurden Fährverbindungen nach Nordwestengland sowie einige Flüge auf den beiden Flughäfen der Stadt gestrichen. Auch in Nordengland und Schottland war der Flugverkehr beeinträchtigt.
Belgien und die Niederlande waren ebenfalls von den Stürmen betroffen. Am niederländischen Flughafen Amsterdam Schiphol, einem wichtigen europäischen Verkehrsknotenpunkt, wurden nach Zählung der Nachrichtenagentur AFP 90 Verbindungen auf der Abflugtafel annulliert.
Davon waren insbesondere Flüge in europäische Städte wie Paris, Rom und Dublin betroffen. Außerdem konnten Dutzende Landungen nicht stattfinden oder erfolgten verspätet.
Die Flughafenverwaltung gab „heftigen Wind“ als Ursache für die Beeinträchtigungen an. Wie viele Flüge davon betroffen waren, wurde nicht mitgeteilt. Insgesamt fielen im nördlichen Europa hunderte Flüge aus.
Die Deutsche Bahn meldete am Sonntag Beeinträchtigungen aufgrund von „Unwetterauswirkungen“ auf der Fernstrecke zwischen Münster und Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen. In der Nordsee wurde der Fährverkehr zur Insel Helgoland ausgesetzt.
Am Freitag war in Nastätten in Rheinland-Pfalz auf einem Stadtfest eine Gerüstbrücke umgekippt, zwei Männer im Alter von 58 und 72 Jahren wurden dabei schwer verletzt. Nach Polizeiangaben löste vermutlich eine Windböe das Unglück aus.
Am Sonntag war laut Deutschem Wetterdienst an der Nordsee und in höheren Lagen weiter mit schwerem Sturm oder Orkan samt Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern zu rechnen.
Andernorts wurden stürmische Böen oder Sturm mit bis zu 85 Stundenkilometern gemessen, dazu kam nasses und unbeständiges Wetter. In der Nacht sollte der Wind nachlassen. Nur an den Küsten und im Bergland sollte der Sturm noch weiter anhalten.(afp/red)
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„Genug gearbeitet“ – jetzt wird umgesetzt

Am Ende einer Serie wie dieser steht keine große neue Erkenntnis. Eher eine einfache, unbequeme Frage: Was machen wir jetzt anders?
„Genug gearbeitet“ war von Anfang an kein Satz gegen Leistung. Er war ein Satz gegen wirkungslose Anstrengung. Gegen Beschäftigung ohne Richtung. Gegen Verwaltung ohne Vereinfachung. Gegen Technik ohne Klarheit. Gegen Führung, die alles trägt und dadurch andere kleinhält. Gegen Müdigkeit, die ignoriert wird, bis sie Kultur wird.
Viele Unternehmer und Führungskräfte wissen längst, dass etwas anders werden muss. Sie brauchen keine weitere Diagnose. Sie brauchen einen Raum, in dem aus Erkenntnis Umsetzung wird.
Genau deshalb ist der Übergang entscheidend: vom Lesen ins Handeln, vom Ärger in die Struktur, vom guten Gedanken in den nächsten Schritt.
Wenn man die Themen der vergangenen Wochen zusammenzieht, bleiben fünf Führungsaufgaben:
  • Ordnen: Was zählt wirklich?
  • Entscheiden: Was beginnt, was endet, was wartet?
  • Klären: Wer macht was, mit welchem Spielraum und welchem Maßstab?
  • Entlasten: Welche Arbeit erzeugt keine Wirkung mehr?
  • Umsetzen: Welches Ritual hält den Fortschritt lebendig?
Diese fünf Aufgaben klingen einfach. Sie sind es nicht. Denn sie verlangen Haltung. Den Mut, Nein zu sagen. Den Mut, Unklarheit nicht zu verstecken. Den Mut, KI nicht als Show zu behandeln, sondern als Werkzeug. Den Mut, Bürokratie nicht nur zu beklagen, sondern intern handhabbar zu machen. Den Mut, Mitarbeiter nicht als Problemträger zu sehen, sondern das Zusammenspiel von Mensch, System und Führung zu prüfen.
Ein Unternehmer sagte nach einem intensiven Workshop: „Ich habe heute nicht weniger Arbeit. Aber ich weiß wieder, welche Arbeit meine ist.“ Das ist ein starker Satz. Er beschreibt den Kern guter Führung: nicht alles tun, sondern das Richtige verantworten.
Der b-steps summit am 18. November 2026 in Berlin ist dafür als Arbeitsraum gedacht. Nicht als Veranstaltung zum Zuhören. Nicht als PowerPoint-Tag. Sondern als Ort, an dem Unternehmer und Führungskräfte ihre eigenen Fälle mitbringen, Impulse prüfen, KI und Mensch praktisch zusammendenken und mit konkreten Ideen in die Umsetzung gehen.
Das Ziel ist nicht, inspiriert nach Hause zu gehen und am Montag wieder im alten Muster zu landen. Das Ziel ist, mit drei konkreten, umsetzbaren Ideen zurückzukehren: für Führung, Zusammenarbeit und Wirkung.
Genug gearbeitet. Jetzt wird umgesetzt.
Die letzte Frage dieser Reihe ist deshalb nicht rhetorisch: Welche drei Dinge werden Sie bis zum 18. November 2026 klären, beenden oder neu ordnen, damit Arbeit wieder mehr Wirkung bekommt?
Rolf Hempel | www.b-steps.de/summit | b-steps summit
Rolf Hempel ist Gastgeber und Initiator des b-steps summit.
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Der Sozialismus und seine Versprechen: Warum mehr Staat die Bürger ärmer macht

Während viele ihre finanziellen Schwierigkeiten auf den Kapitalismus zurückführen, ist der Etatismus die eigentliche Ursache.
Dabei eignet sich die politische Klasse den Reichtum und die Freiheit von Familien und Unternehmen an, um ihre Macht zu sichern, abhängige Klienten zu belohnen und ihre Kontrolle über die Gesellschaft auszuüben.
Ein allgegenwärtiger Staat, hohe Steuern, ständige Geldschöpfung und Vetternwirtschaft sind jedoch nicht charakteristisch für den Marktkapitalismus. Auch die Amerikaner tappen in die Falle des Sozialismus, ohne zu erkennen, dass es gefährlich ist, die Probleme eines allgegenwärtigen Staates mit einem noch größeren Staat zu lösen.
Der räuberische Staat, den ich in meinem Buch „The New Global Economic Order: America, China, Europe and The Rise of Global Discontent“ (auf Deutsch etwa: Die neue Weltwirtschaftsordnung) analysiere, ist die extremste Ausprägung des Etatismus. Etatismus beschreibt den schrittweisen Ersatz von Zivilgesellschaft, Märkten, Ersparnissen und individueller Wahlfreiheit durch politische Kontrolle, öffentliche Ausgaben, Regulierung, Besteuerung und monetäre Intervention.

Sozialismus ist verführerisch

Der Sozialismus verkauft sich gut, weil Wissenschaftler und Politiker sozialistische Politik oft nur anhand ihrer erklärten Absichten beurteilen und nicht anhand ihrer katastrophalen Folgen. Daher ist der Sozialismus die ideale Ideologie für die Eliten. Er bietet eine Rhetorik von moralischer Überlegenheit und Mitgefühl, macht aber diejenigen, die er zu verteidigen vorgibt, tatsächlich ärmer, abhängiger und weniger frei.
Wenn man schließlich erkennt, dass das Versprechen eine Falle war, ist der Staat bereits zu groß und zu mächtig geworden. Er geht dann mit Repressionen gegen genau jene vor, die er zu schützen versprochen hatte.

Ein allgegenwärtiger Staat

Ein allgegenwärtiger Staat, Interventionismus, Geldschöpfung und eine hohe Besteuerung haben die Wirtschaft ruiniert und die Erfolgschancen der Mittelschicht und der Kleinunternehmen zerstört. Mehr Staat, mehr Steuern, mehr Geldschöpfung und mehr Interventionismus werden die Situation nur noch verschlimmern.
Wenn ein allgegenwärtiger Staat, massive Subventionen, eine hohe Besteuerung und die politische Kontrolle der Wirtschaft die Lösung für die aktuellen finanziellen Herausforderungen wären, dann wäre Frankreich nicht von Stagnation, sozialer Unzufriedenheit sowie abgrundtiefen Verschuldungs- und Defizitproblemen geplagt.
Zudem gibt es kein Beispiel für eine Volkswirtschaft, die ihre Probleme der Wirtschaftlichkeit, der Ungleichheit und der Lebenshaltungskosten durch politische Kontrolle und monetäre Finanzierung der öffentlichen Schulden gelöst hat.
Der öffentliche Sektor gehört nicht der „Öffentlichkeit“, sondern ist eine von den Steuerzahlern finanzierte Struktur, die von Politikern kontrolliert und verwaltet wird. Diese fordern ständig mehr Steuern und höhere Ausgaben, um identische oder sogar geringere Dienstleistungen zu erbringen. Die Verstaatlichung ist lediglich eine Form der Politisierung.

Die dominante Kraft ist nicht der freie Marktkapitalismus

Vielen jungen Amerikanern wurde eingeredet, dass ihre Frustration über die Wohnungssituation, das geringe Reallohnwachstum, die niedrigen Sparrenditen und den Rückgang der Aufstiegsmöglichkeiten das Scheitern des Kapitalismus beweise. Die Fakten belegen jedoch etwas ganz anderes.
In den meisten entwickelten Volkswirtschaften – seit 2008 zunehmend auch in den USA – ist nicht der freie Marktkapitalismus die dominierende Kraft, sondern ein Modell des allgegenwärtigen Staates mit chronischen Haushaltsdefiziten, hoher Verschuldung, steigenden Steuern, Geldentwertung, regulatorischen Hürden und politischen Eingriffen. Dieses Modell schützt die Privilegierten und benachteiligt gleichzeitig neue Marktteilnehmer.
Deshalb unterstützen so viele Millionäre und wohlhabende Menschen den Sozialismus. Er ist das ideale Mittel, um leistungsorientierte Systeme zu beseitigen, den Wettbewerb auszuschalten und die mit der politischen Zugehörigkeit verbundenen Privilegien zu bewahren, während gleichzeitig eine noch stärkere staatliche Kontrolle gefordert wird. Vetternwirtschaft ist eine direkte Folge des Etatismus und ein Schritt in Richtung Sozialismus.

Ungleichheiten

Selten gibt es reichere und mächtigere Menschen als sozialistische Tyrannen und ihre Komplizen. Gleichzeitig benötigt der Sozialismus arme Menschen, die arm bleiben und dem Staat unterworfen sind.
Der Sozialismus ersetzt leistungsbedingte Ungleichheiten durch politisch motivierte Ungleichheiten. In einem staatlich gelenkten System ist Ungleichheit jedoch eine Frage des Preises, nicht der Verfügbarkeit.
Der Sozialismus führt zu Hyperinflation und Knappheit, da er die Wirtschaftsrechnung ignoriert und Geldentwertung nutzt, um den vom verbleibenden Privatsektor geschaffenen Reichtum zu enteignen und die Bürger in Abhängigkeit und Unterwerfung zu halten, während politische Führer von Privilegien profitieren.
Indem der Sozialismus die Anreize zum Geldverdienen, zum Wohlstand und zur Selbstverwirklichung beseitigt, bewirkt er das Gegenteil des Beabsichtigten. Doch wenn man dies erkennt, ist es bereits zu spät.

Rhetorik von Wohlwollen und Moral, aber mehr Armut und Abhängigkeit

Deshalb tappen die Amerikaner in die Falle des Sozialismus, obwohl sie eigentlich den Etatismus und nicht den Kapitalismus dafür verantwortlich machen sollten. Der Sozialismus ist die ideale Ideologie für die Eliten, da er Zwang mit einer scheinheiligen Moral verschleiert. Er bietet wohlklingende Rhetorik und eine Haltung moralischer Überlegenheit, während er diejenigen, die er angeblich verteidigt, ärmer, abhängiger und weniger frei macht.
Die Katzen versprechen den Mäusen kostenlosen Käse, ohne dass diese verstehen, warum er „kostenlos“ ist. Die Falle funktioniert, weil sie wohlwollend erscheint.
Die Anziehungskraft des Sozialismus liegt nicht in seiner Effizienz, sondern darin, dass er tugendhaft erscheint. Doch das ist er nicht. Er verspricht Sicherheit, Gerechtigkeit, Würde und Schutz vor der Instabilität des Marktes.
Wenn die Bürger jedoch erkennen, dass dieses Versprechen eine Falle war, ist der Staat bereits zu groß, zu kostspielig, zu interventionistisch und zu mächtig, um leicht reformiert werden zu können.

Staatliche Eingriffe in den entwickelten Volkswirtschaften

Die Tendenz zu staatlichen Eingriffen ist in allen entwickelten Volkswirtschaften offensichtlich. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert, dass die öffentlichen Gesamtausgaben der fortgeschrittenen Volkswirtschaften im Jahr 2026 bei 40,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen werden.
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gab an, dass die durchschnittlichen öffentlichen Ausgaben jener OECD-Länder, die zugleich der Europäischen Union angehören, im Jahr 2024 bei 49,3 Prozent des BIP lagen.
In Ländern wie Frankreich übersteigen die öffentlichen Ausgaben sogar 57 Prozent des BIP. Dies führt zu Stagnation, sozialer Unzufriedenheit und steigenden Lebenshaltungskosten.
Die sogenannten kostenlosen Dienstleistungen sind langfristig sehr teuer. Ständig verschlechterte „kostenlose“ Dienstleistungen im Austausch gegen Steuererhöhungen, unbezahlbare Wohnungen und sinkende Chancen sind ein sehr schlechtes Geschäft.
Das sind nicht die Zahlen eines minimalistischen Systems. Es sind die Zahlen einer politischen Ressourcenverteilung in sehr großem Maßstab.
Wenn ein stärker intervenierender Staat, höhere Steuern und eine verstärkte Präsenz der öffentlichen Hand der Weg zur sozialen Gerechtigkeit wären, dann würden junge Menschen aufblühen und sozialistische Volkswirtschaften wären weltweit führend.
Doch stattdessen erleben junge Menschen eine Inflation der Vermögenspreise, unerschwingliche Wohnkosten, eine Wertminderung ihrer Ersparnisse und einen immer schwierigeren Zugang zur Mittelschicht. Dieses Phänomen lässt sich nicht durch übermäßige Freiheit der Märkte erklären, sondern durch eine übermäßige Dominanz der Regierungen.

Ein tentakelartiger Staat

China und die nordischen Länder beweisen nicht, dass der Sozialismus funktioniert. Sie zeigen vielmehr, dass Länder, die eine sozialistisch-dirigistische Wirtschaftspolitik aufgeben und das annehmen, was im Westen oft als „ungebremster Kapitalismus“ bezeichnet wird, Wachstum und Wohlstand erzeugen.
Die schlechte Nachricht ist, dass sich dieses auf einem ausufernden Staat basierende Haushaltsmodell trotz seiner Misserfolge weiter ausbreitet. Der IWF schätzt das gesamtstaatliche Haushaltsdefizit der fortgeschrittenen Volkswirtschaften für das Jahr 2025 auf 4,4 Prozent des BIP und prognostiziert für das Jahr 2026 einen Wert von 4,8 Prozent.

Staatsschulden – Politiker als neue Aristokraten

Die weltweite Bruttostaatsverschuldung erreichte 2025 einen Wert von 93,9 Prozent des BIP und dürfte bis 2029 auf 100 Prozent steigen. Gleichzeitig verharrt die Staatsverschuldung in vielen fortgeschrittenen Volkswirtschaften auf einem historisch hohen Niveau.
Anstatt die Exzesse der Vergangenheit zu korrigieren, verschuldet sich das politische System weiterhin auf Kosten der Zukunft, um die Privilegien der Gegenwart zu bewahren.
So schieben die Politiker, die zu den neuen Aristokraten geworden sind, die Verantwortung für die aktuelle Lage den Millionären und Wohlhabenden zu, obwohl die Enteignung immer größerer Teile ihres Vermögens die Wirtschaftslage nur noch verschlimmert.
Das ist der räuberische Etatismus, den ich in meinen Arbeiten anspreche. Die Politiker beanspruchen Jahr für Jahr einen immer größeren Teil des nationalen Reichtums und machen dann die Schöpfer dieses Reichtums zu Sündenböcken, um Neid, Hass und Abhängigkeit zu schüren.

Zentralbanken schützen die Regierungen

Dieses Modell wurde von den Zentralbanken unterstützt, die immer wieder die Regierungen und die Staatsverschuldung vor den Folgen übermäßiger Ausgaben und verantwortungsloser Haushaltspolitik geschützt haben.
Vergleichsdaten zeigen, dass die Bilanzsumme der Federal Reserve im April 2022 einen Höchststand von 8.970 Milliarden US-Dollar (rund 7.980 Milliarden Euro) erreichte, die des Eurosystems 8.840 Milliarden Euro (Juni 2022) und die der Bank of Japan im August 2024 764.800 Milliarden Yen (rund 4.310 Milliarden Euro).
Diese Beträge stellten auf ihrem Höhepunkt 34,5 Prozent, 64,2 Prozent beziehungsweise 125,8 Prozent des BIP dar. Selbst im Jahr 2026 bleiben diese Bilanzen im Vergleich zur nationalen Wirtschaftsleistung außergewöhnlich hoch.
Hier handelt es sich nicht um eine neutrale Technokratie. Es ist ein Mechanismus, der das Sparen bestraft, die Verschuldung subventioniert, die Preisbildung behindert, den Wert von Finanzanlagen in die Höhe treibt, indem er das mit Staatsschulden verbundene Risiko verschleiert, und eine unauffällige Vermögensumverteilung von Sparern, Arbeitern und Arbeitnehmern hin zu überschuldeten Regierungen bewirkt.
Wenn der Staat übermäßig Geld ausgibt und die Zentralbank die Folgen davon verschleiert, wird den Bürgern vorgegaukelt, sie seien geschützt. In Wirklichkeit verarmen sie jedoch durch die Geldentwertung und den Anstieg der Vermögenspreise.

Künstliche Geldschöpfung

Künstliche Geldschöpfung ist niemals neutral. Sie kommt überproportional den Regierungen und den Vermögensbesitzern zugute, die sich gegen die Geldentwertung absichern können. Gleichzeitig schadet sie systematisch den Reallöhnen, den Bankersparnissen und den Menschen ohne Vermögen.
Politiker versuchen, den Eindruck zu erwecken, als könnten sie diese Auswirkungen durch Steuern, staatliche Transferleistungen und Enteignung neutralisieren.
Dies ist jedoch nur ein Trick, um Arbeitnehmer und Geringverdiener stärker von einem Staat abhängig zu machen, der sein Versprechen von leicht verdientem Geld niemals einhält. Denn die Verarmung verlangsamt sich nicht – sie beschleunigt sich.

Sozialismus stärkt die Eliten, nicht die Bürger

Der Sozialismus wird oft als Aufstand gegen Privilegien dargestellt, aber in der Praxis ist er eines der effektivsten Werkzeuge, die je entwickelt wurden, um diese zu festigen.
Ein großer Staat macht Sie arm, und ein noch größerer Staat macht Sie noch ärmer.
Je größer der Staat ist, desto wertvoller wird der Zugang zur Politik. In interventionistischen Systemen fällt es etablierten Großunternehmen, Bürokratien und gut vernetzten Interessengruppen leichter, Vorschriften durchzusetzen, Subventionen zu erhalten, die Konkurrenz auszuschalten und zu entscheiden, wer von Begünstigungen profitiert.
Deshalb übt der Sozialismus eine so große Anziehungskraft auf die Eliten aus. Er ermöglicht es ihnen, sich auf Mitgefühl und Menschlichkeit zu berufen, während sie gleichzeitig Strukturen der Abhängigkeit aufbauen.
Zudem bietet er eine moralische Rechtfertigung für steigende Ausgaben, höhere Steuern, mehr Kontrolle und Bürokratie, obwohl diese Politik die Produktivität mindert, Arbeit und Investitionen benachteiligt und Millionen Menschen in Stagnation gefangen hält. Die Eliten leiden nicht unter dem Sozialismus.
 
Dieser Artikel erschien im Original auf epochtimes.fr unter dem Titel „Socialisme contre le capitalisme : tomber dans le piège de l’étatisme“. (deutsche Bearbeitung: ks)
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Spritkrise: Schweiz prüft Tempo 80 auf allen Autobahnen

Die Schweiz prüft Maßnahmen, um sich auf eine mögliche Verschärfung der Treibstoffknappheit vorzubereiten.
Im Gespräch ist eine Senkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf den Schweizer Autobahnen von aktuell maximal 120 auf 80 km/h. Bei niedrigerer Geschwindigkeit sinkt der Luftwiderstand und entsprechend der Spritverbrauch. Schweizer Medienberichten zufolge hat das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) entsprechende Vorbereitungen bestätigt.
Ein Tempolimit sei demnach eine Option, falls sich die Mangellage weiter verschärfen sollte. Daneben könne die Schweizer Regierung die Bevölkerung zum bewussten Spritsparen aufrufen. Daneben könne die Schweizer Regierung die Bevölkerung zum bewussten Spritsparen aufrufen. Das könne etwa durch verstärkte Bildung von Fahrgemeinschaften, das Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel und eine „Reduktion des Freizeitverkehrs“ geschehen.

Freigabe von Lagerbeständen

„Die Lage bleibt für alle Mineralölprodukte angespannt und fragil“, teilte das BWL am Freitag, 23. Oktober, mit.
Um die Versorgung vorläufig zu stabilisieren, hat der Delegierte für wirtschaftliche Landesversorgung, Roland Pfister, Diesel aus den Mineralöl-Pflichtlagern freigegeben. Auslöser waren laut BWL verzögerte Pipelinelieferungen wegen Starkregens in Südfrankreich.
Demnach dürfen aus diesen Beständen vom 23. Oktober bis zum 22. November 2026 bis zu 45.000 Kubikmeter Dieselöl, also 45 Millionen Liter, bezogen werden. Diese Menge entspricht knapp 4 Prozent der aktuell vorhandenen Pflichtlagermenge an Dieselöl.
Da auch im Flugverkehr Engpässe aufgetreten sind, gab der Schweizer Bund für diesen Sektor bereits bis zu 6,5 Prozent bei Flugpetrol aus den Pflichtlagern frei. Die Versorgung mit Benzin und Heizöl sei hingegen sichergestellt.

Auslöser der Verknappung

Die angespannte Versorgungslage hat weitere Ursachen. Im Nahen Osten ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus stark eingeschränkt. Vor Beginn des Irankrieges verließen hier rund 20 Prozent der weltweiten Erdöllieferungen die Region, um andere Länder zu beliefern.
Zudem attackieren die Huthi-Rebellen Schiffe, die die Meerenge Bab al-Mandab passieren, sowie Öl-Einrichtungen in Saudi-Arabien. Das verschärft die Lage zusätzlich.
Hinzu kommen in Mitteleuropa die niedrigen Pegelstände des Rheins, die die Schifffahrt einschränken, sowie Verzögerungen im Bahnverkehr. Auch diese Einschränkungen bremsen geplante Treibstofflieferungen zu den Tankstellen spürbar.

80 km/h gilt auf manchen Abschnitten bereits

Ein Tempolimit von 80 km/h ist auf Schweizer Autobahnen grundsätzlich keine völlig neue Maßnahme. An vielen Stellen existieren bereits digitale und somit flexible Geschwindigkeitsanzeigen.
Das Bundesamt für Straßen kann dort nach Bedarf, etwa bei hohem Verkehrsaufkommen, die Geschwindigkeitsvorgabe anpassen. Diese kann somit kurzfristig von 120 auf 100 oder 80 km/h sinken und bei einer Verkehrsentspannung wieder steigen.
Ziele dieser flexiblen Geschwindigkeitsvorgabe waren bisher die Gewährleistung eines besseren Verkehrsflusses sowie die Vermeidung von Staus. Durch die Treibstoffknappheit kann künftig das Spritsparen einen weiteren Grund einer Absenkung darstellen – zumindest, solange der Engpass besteht.
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Erste Herbststürme sorgen für Schäden: Tausende Haushalte in Freiburg ohne Strom

Die ersten Herbststürme sind am Wochenende über Deutschland gezogen und haben für Schäden gesorgt. In Freiburg und Umgebung fiel am Sonntag aufgrund von Unwetterschäden in rund zehntausend Haushalten stundenlang der Strom aus, wie der Versorger Badenova mitteilte.
Insbesondere im Westen des Landes meldeten die Feuerwehren Einsätze unter anderem wegen umgestürzter Bäume. Laut Wetterdienst drohten bis Sonntagabend lokale Sturmböen, an der Nordsee und in Höhenlagen Orkan.
Grund für den großflächigen Stromausfall in mehreren Stadtteilen und umliegenden Gemeinden von Freiburg waren in Leitungen gestürzte Bäume und ein in ein Umspannwerk gewehtes Wellblechdach, wie der Versorger Badenova in der baden-württembergischen Stadt mitteilte.
Dort kam es zu einem Kurzschluss. Erst sieben Stunden nach den ersten Störungen war die Versorgung am Sonntagvormittag überall wieder hergestellt. Laut Stadtverwaltung fiel teils auch das örtliche Mobilfunknetz aus.
Aus Nordrhein-Westfalen meldeten die Feuerwehren am Sonntag weitere Einsätze meist wegen umgestürzter Bäume oder herabgefallener Äste. „Dauereinsatz für Berufs- und Freiwillige Feuerwehr“, hieß es von den Einsatzkräften in Wuppertal. Bis Sonntagmorgen zählten sie demnach 31 weitere wetterbedingte Einsätze.
Die Feuerwehr Essen berichtete von 66 neuen sturmbedingten Einsätzen seit Samstagnachmittag. Vereinzelt wurden den Angaben zufolge auch Autos und Stromleitungen beschädigt.
Sturmschäden gab es auch anderswo, etwa im Harz in Niedersachsen. Im Landkreis Goslar waren wegen umgestürzter Bäume zahlreiche Straßen gesperrt, wie die Polizei in Goslar am Sonntag mitteilte. Wegen der zahlreichen „Gefahrenstellen“ komme es zu längeren Umleitungen und Verzögerungen, hieß es. Auf unnötige Fahrten solle verzichtet werden.
Die Deutsche Bahn meldete am Sonntag Beeinträchtigungen aufgrund von „Unwetterauswirkungen“ auf der Fernstrecke zwischen Münster und Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen.
ICE- und IC-Züge waren demnach bis zu 15 Minuten verspätet, in Recklinghausen hielten keine Züge. Betroffen war auch der Schiffsverkehr. Fährverbindungen zur Insel Helgoland in der Nordsee etwa waren laut Reedereien eingestellt. Sie sollten voraussichtlich erst Dienstag wieder aufgenommen werden.
Deutschland liegt seit Freitag im Einflussgebiet der Herbststurmtiefs „Luise“ und „Manja“, die international „Austen“ und „Boelo“ genannt werden. Sie zogen über den Nordostatlantik, ihre Ausläufer reichten bis nach Deutschland.
Bereits am Freitag kippte in Nastätten in Rheinland-Pfalz auf einem Stadtfest eine Gerüstbrücke um, zwei Männer im Alter von 58 und 72 Jahren wurden dabei schwerverletzt. Nach Polizeiangaben löste vermutlich eine Windböe das Unglück aus.
Am Sonntag war laut Wetterdienst an der Nordsee und in höheren Lagen weiter mit schwerem Sturm oder Orkan samt Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern zu rechnen.
Anderswo gab es stürmische Böen oder Sturm mit bis zu 85 Stundenkilometern, dazu kam nasses und unbeständiges Wetter. In der Nacht sollte der Wind nachlassen. Nur an den Küsten und im Bergland sollte der Sturm noch weiter anhalten.(afp/red)
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Deutsche Stabsoffiziere und Tankflugzeuge für Ukraine-Übung

Die Bundeswehr wird sich mit rund zehn Stabsoffizieren, Tankflugzeugen und Logistik am ersten Militärmanöver der „Koalition der Willigen“ zur Unterstützung der Ukraine beteiligen.
Deutschland nehme als „Zeichen der Geschlossenheit mit unseren Partnern“ an der Übung teil, die im November in Polen, im Luftraum über Rumänien und im westlichen Schwarzen Meer stattfinden soll, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.
Bei dem Manöver wird erstmals die Einsatzfähigkeit der multinationalen Truppe der Ukraine-Verbündeten getestet, die derzeit unter Führung von Frankreich und Großbritannien zur Absicherung eines möglichen Waffenstillstands mit Russland aufgebaut wird. Insgesamt gehören der „Koalition der Willigen“ etwa 35 Staaten an.
Die Bundeswehr wird nach Angaben des Verteidigungsministeriums neben den Stabsoffizieren „bis zu zwei“ Transportflugzeuge vom Typ A400M zur Luftbetankung für die Übung mit dem polnischen Namen „Koalicja 2026“ (Koalition 2026) zur Verfügung stellen.
Sie sollen von Deutschland aus operieren. Außerdem werde die Verlegung von Truppen durch Deutschland in das Übungsgebiet mit „logistischen Leistungen“ unterstützt, hieß es. Deutschland gilt als Drehscheibe für Truppenverlegungen nach Osten.

Macron: „Bereit, entschlossen und glaubwürdig“

Die „Koalition der Willigen“ war Anfang 2025 zur Unterstützung der Ukraine gegründet und die Bildung der multinationalen Truppe dann im Dezember bei einem Ukraine-Gipfel in Berlin beschlossen worden.
Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte sie Mitte Juli für einsatzfähig erklärt und gleichzeitig überraschend erste Manöver in den Nachbarländern der von Russland angegriffenen Ukraine schon für den Herbst angekündigt. Sie sollten zeigen, „dass wir bereit, entschlossen und glaubwürdig sind – zu Land, in der Luft und zur See“, sagte Macron damals.
Deutschland erklärte sich nach anfänglichem Zögern zur Teilnahme bereit. Das sagt aber nichts darüber aus, wie die deutsche Beteiligung an der multinationalen Truppe letztlich aussehen wird. „Über Art und Umfang des deutschen Beitrags wird die Bundesregierung und der Deutsche Bundestag ebenfalls entscheiden“, hatte Bundeskanzler Friedrich Merz im Juli gesagt.

Manöver mit „Tausenden Soldaten“

Wie viele Soldaten an dem Manöver teilnehmen, ist noch unklar. Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting hatte Mitte Oktober bei einem Besuch in Washington von „Tausenden Soldaten“ gesprochen.
Die britische „Times“ nannte vor wenigen Tagen die Zahl von insgesamt 1.500 französischen, britischen und deutschen Soldaten, die neben polnischen Truppen an dem Manöver teilnehmen würden. Dafür gibt es bisher aber keine Bestätigung.
Das genaue Datum für den Beginn der Übung steht nach Angaben des polnischen Verteidigungsministeriums ebenfalls noch nicht fest. Es werde bekanntgegeben, „sobald es von allen teilnehmenden Staaten endgültig vereinbart“ sei, teilte das Ministerium auf dpa-Anfrage mit.
In Polen werde das Manöver auf Truppenübungsplätzen im Südosten des Landes durchgeführt. Einzelheiten würden erst Anfang November bekanntgegeben.

Verhandlungen in Abu Dhabi auch im November

Der Zeitpunkt der Übung, die von Moskau als Säbelrasseln gewertet werden dürfte, ist heikel. Im November wollen die USA parallel zu dem Manöver Russland und die Ukraine in Abu Dhabi wieder an einen Tisch bringen, um über Wege zu einem Ende des Krieges zu sprechen.
Das Dreiertreffen war vergangenen Dienstag nach einem Besuch des US-Unterhändlers Steve Witkoff beim russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau in Aussicht gestellt worden.
Als Zeitraum wurde ein Termin ab dem 10. November genannt. Das wäre nach den Kongresswahlen in den USA am 3. November, aber vor einem möglichen Treffen Putins mit US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping beim Asien-Pazifik-Gipfel am 18./19. November.

Europäer wollen Platz am Verhandlungstisch

Voraussichtlich werden in Abu Dhabi zunächst die außenpolitischen Berater miteinander reden. Die Europäer bestehen darauf, dabei zu sein. „Die Beteiligten wissen alle, dass Europa mit am Tisch sitzen muss.
Es wird ohne Europa keinen dauerhaften Frieden in der Ukraine geben“, hatte Kanzler Merz erst am Donnerstag am Rande des Westbalkan-Gipfels in Montenegro bekräftigt.
Bei Vorgesprächen zwischen den USA und der Ukraine in Miami und Oslo waren europäische Vertreter in den vergangenen zwei Wochen dabei – auch aus Deutschland. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte am Freitag die Erwartungen der Europäer allerdings gedämpft.
Sie sollten erst zu einem späteren Zeitpunkt einen Platz am Verhandlungstisch bekommen, sagte er. „Es ist klar, dass man die Architektur der europäischen Sicherheit nicht ohne andere Teilnehmer besprechen kann.“

Gipfeltreffen der Koalition in Berlin

Noch vor Ende des Jahres will Merz auch einen Gipfel der „Koalition der Willigen“ in Berlin ausrichten. Das hatte er Anfang Oktober beim Antrittsbesuch des britischen Premierministers Andy Burnham mitgeteilt. Einen Termin gibt es aber weiterhin nicht. (dpa/red)
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Die wirtschaftlichen Ursachen der Unruhen in Frankreich


In Kürze:

  • Mehrere volkswirtschaftliche Schwächen gehören zu den Auslösern der Unruhen in Frankreich.
  • Neben Inflationsproblemen kämpft das Land mit einer gestiegenen Arbeitslosenquote und einer stagnierenden Gesamtwirtschaft.
  • Die Ratingagentur Moody’s hat indes die politische Instabilität Frankreichs im Blick.

 
Laut dem französischen Innenminister Laurent Nuñez sei die Polizei bei den sich fortsetzenden Protesten mit einem „extrem erhöhten Maß an Gewalt“ von „Militanten der extremen Linken“ konfrontiert gewesen.
Doch die Unruhen in Frankreich sind ebenso von wirtschaftlichen Hintergründen geprägt. Es sind gleichzeitig Proteste gegen die steigenden Lebenshaltungskosten in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone.
Wie andere Länder auch verzeichnet Frankreich aufgrund des Krieges im Iran stark steigende Kraftstoffpreise, was den Inflationsdruck weiter verschärft. Hinzu kommen stagnierende Löhne und hohe Arbeitslosigkeit, weshalb Hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen sind. Diese Demonstrationen wurden letztlich von Plünderungen und Gewalt überschattet.
Die Ursachen für die jüngsten Unruhen in Frankreich liegen nicht in einer plötzlich aufgetauchten Krise. Sie haben sich über Jahre hinweg entwickelt und spiegeln eher langfristige wirtschaftliche und politische Belastungen wider.

Ein Blick auf die französische Wirtschaft

Die Inflationsprobleme Frankreichs haben sich seit Beginn des Konflikts zwischen den USA und dem Iran Ende Februar verschärft. Im September erreichte die jährliche Inflationsrate 3,1 Prozent – den höchsten Stand seit Januar 2024. Das war fast ausschließlich auf einen starken Anstieg der Energiepreise zurückzuführen.
Doch die kumulativen Auswirkungen haben die französischen Haushalte stark belastet. Die Verbraucherpreise sind seit dem Amtsantritt von Präsident Emmanuel Macron im Jahr 2017 um mehr als 23 Prozent gestiegen.
Unterdessen haben die steigenden Preise die Einkommen der Arbeitnehmer aufgezehrt. Seit dem Höchststand von 4,7 Prozent Anfang 2023 ist das Lohnwachstum stetig zurückgegangen und verharrt seit Ende letzten Jahres auf niedrigem Niveau. Im Zeitraum April bis Juni lag das Lohnwachstum im Durchschnitt bei 1,7 Prozent, ein leichter Anstieg gegenüber 1,6 Prozent in den ersten drei Monaten des Jahres.
Ökonomen bezweifeln, dass Frankreich mit anhaltenden Inflationsrisiken zu kämpfen haben wird. Sie verweisen auf eine schwächere Verbrauchernachfrage und einen schwachen Arbeitsmarkt.
„Zum jetzigen Zeitpunkt erscheint ein breit angelegter Anstieg des Inflationsdrucks in Frankreich eher unwahrscheinlich“, erklärte Charlotte de Montpellier, Senior-Ökonomin bei der niederländischen Bank ING, in einer Analyse.

Höhere Arbeitslosenquote, stagnierende Gesamtwirtschaft

Die Beschäftigungslage hat sich in den vergangenen zwei Jahren rapide verschlechtert. Die Arbeitslosenquote stieg im zweiten Quartal auf 8,3 Prozent – den höchsten Stand seit dem dritten Quartal 2020 – gegenüber 8,1 Prozent im Vorquartal. Bei jungen Menschen liegt die Arbeitslosenquote deutlich höher und nähert sich der 22-Prozent-Marke.
Die Gesamtwirtschaft stagniert seit einigen Jahren. Im ersten Quartal schrumpfte Frankreichs BIP um 0,2 Prozent, im zweiten Quartal trat es auf der Stelle.
„Frankreich war ein bemerkenswerter Schwachpunkt“, erklärte Adam Turnquist, Chefstratege für verschiedene Anlageklassen bei LPL Financial, mit Blick auf die Wirtschaftsentwicklung gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times.
ING-Ökonomen prognostizieren ein BIP-Wachstum von lediglich 0,3 Prozent im Jahr 2026 und 0,6 Prozent im Jahr 2027. Dabei „tendieren die Risiken in Richtung einer erneuten Abwärtsrevision“.

Was Moody’s sagt

Frankreich entging am 23. Oktober einer Herabstufung seiner Bonität, die Ratingagentur Moody’s behielt ihr Aa3-Rating bei. Allerdings bestätigte die Agentur ihren negativen Ausblick für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone und verwies dabei auf „die Zersplitterung der politischen Landschaft Frankreichs“. In ihrem Bericht heißt es:
„Diese politische Instabilität, die sich auch in den aktuellen sozialen Spannungen zeigt, birgt das Risiko, die Fähigkeit der französischen Regierung zu beeinträchtigen, zentrale politische Herausforderungen wie ein hohes Haushaltsdefizit, eine steigende Schuldenlast und einen anhaltenden Anstieg der Kreditkosten anzugehen, was zu einer schnelleren Verschlechterung der wichtigsten Kreditkennzahlen des Staates führen könnte, als wir derzeit erwarten.“
Die Agentur stellte in Aussicht, den Ausblick für Frankreich wieder auf „stabil“ anzuheben, sollte die Regierung das Defizit verringern.
Verschiedene Indikatoren deuten darauf hin, dass sich die Haushaltslage des Landes verschlechtert. Die Schuldenquote liegt bei 119 Prozent. Die Regierung warnte, dass sie im nächsten Jahr auf fast 122 Prozent steigen könnte. Die Defizitquote liegt bei 5,5 Prozent und somit über der 3-Prozent-Grenze der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union.
Zudem werden bis 2030 Schulden in Höhe von mehr als 1 Billion US-Dollar (rund 900 Milliarden Euro) fällig. Die Kosten für Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps) gegen einen französischen Zahlungsausfall sind sprunghaft auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt gestiegen.
„Zunehmende Sorgen um Verschuldung und Defizit haben die französischen Staatsanleihen unter Druck gesetzt, während eine tief gespaltene Regierung darum kämpft, das Vertrauen wiederherzustellen“, sagte Turnquist. „Höhere Zinsen und Energiepreise haben das makroökonomische Umfeld weiter verkompliziert.“

Anleihemärkte horchen auf

In den Industrieländern haben die Anleihemärkte begonnen, die Zinssätze neu zu bewerten. Die Märkte schlagen Alarm angesichts der anhaltenden Verschuldung und Defizite. Frankreich bildet da keine Ausnahme.
Die Kreditkosten sind gestiegen, wobei die Rendite der französischen zehnjährigen Staatsanleihe zum ersten Mal seit 2002 die 5-Prozent-Marke überschritten hat. Sie stieg zudem zum ersten Mal seit 13 Jahren über die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe. Ebenso sind die Renditen kurz- und langfristiger französischer Anleihen auf Mehrjahreshochs gestiegen.
Höhere Kosten für den Schuldendienst führen laut de Montpellier zu einem Teufelskreis für die Gesamtwirtschaft. „Gleichzeitig schwächt die erneute Verschlechterung der finanziellen Rahmenbedingungen die ohnehin schon sehr schlechten Wachstumsaussichten weiter, indem sie die Kreditkosten erhöht“, sagte sie.
Diese Entwicklungen haben den CAC 40, Frankreichs führenden Aktienindex, belastet, der in diesem Jahr um fast 5 Prozent nachgegeben hat.

Ungewissheit für die Zukunft

Angesichts der jüngsten Proteste, bei denen es vor allem um Lebenshaltungskosten, öffentliche Dienstleistungen und Schulen ging, dürfte den politischen Entscheidungsträgern kaum Spielraum bleiben, um Sparmaßnahmen umzusetzen, die sowohl parlamentarische Unterstützung finden als auch die Investoren zufriedenstellen würden.
Infolgedessen bleibt die Unsicherheit hinsichtlich des Haushaltsplans für 2027 und der Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr hoch.
 
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Riots, Rates, and Risks—The Economic Roots of France’s Unrest“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: mf)
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Ukraine: Starlink läuft wieder – Musk beklagt Missbrauch

Die Ukraine kann nach tagelangen Beschwerden über die Drosselung des Satelliteninternets wieder auf die US-Systeme Starlink und Starshield für die Verteidigung gegen Russlands Angriffskrieg zugreifen.
„Starlink und Starshield funktionieren wieder mit der Geschwindigkeit, die vor all diesen Einschränkungen herrschte. Jetzt ist die Geschwindigkeit so, wie wir sie brauchen“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. „Das ist entscheidend für unsere Frontlogistik und für den Schutz der Ukraine vor Raketenangriffen.“
Davor hatte auch Verteidigungsminister Jewhenij Chmara mitgeteilt, dass das System wieder laufe. „Wir messen eine Geschwindigkeit von über 400 km/h, die Verbindung ist stabil“, sagte der Minister. Zugleich widersprach Kiew Vorwürfen von US-Tech-Milliardär Elon Musk, der einen Missbrauch von Starlink für Offensivoperationen des ukrainischen Militärs beklagte.
Selenskyjs Berater für Verteidigungstechnologien, Serhij Beskrestnow, genannt „Flash“, sagte, dass die Ukraine Starlink physisch nicht habe für Angriffe nutzen können. „Es ist seltsam, dass Elon Musk nicht über die Einschränkungen von Starlink in der Ukraine Bescheid weiß“, schrieb er bei Facebook.

Musk: Ukraine hat Starlink für Offensivangriffe genutzt

SpaceX-Gründer Musk hatte auf der Plattform X kritisiert, Kiew habe gegen die Nutzungsbedingungen von Starlink verstoßen und den Dienst für Angriffe eingesetzt, bei denen Menschen getötet werden sollten. Konkrete Belege oder Fälle und Zeiträume nannte er nicht. Er schrieb weiter, dass diese Lücke in der vergangenen Woche geschlossen worden sei.
Das Satelliteninternet Starlink gehört zum Raumfahrtkonzern SpaceX. Es wird laut Musk als kommerzieller Dienst nur für zivile und für Verteidigungszwecke, aber nicht für militärische Offensiven genutzt. Starshield ist der militärische Ableger und wird laut Musk von der US-Regierung kontrolliert.
In den vergangenen Tagen hatte die Ukraine beklagt, dass das US-Satelliteninternet gedrosselt worden sei. Es ist unklar, wer genau für die Drosselung des Systems verantwortlich war.
Musk betonte in seinem Post, dass Starlink nach wie vor von entscheidender Bedeutung für die Verteidigung der Ukraine sei. „Würde Starlink abgeschaltet, würde die ukrainische Frontlinie sofort zusammenbrechen.“ Das sei „KEINE“ Drohung, vielmehr eine Feststellung.

Selenskyj fordert Lieferung von Flugabwehrraketen

Nach der Wiederherstellung der Starlink-Verbindung dankte Selenskyj zwar den USA, forderte aber erneut mit Nachdruck auch die Lieferung zugesagter Flugabwehrraketen.
„Es gibt Lieferpakete, auf die wir noch immer warten“, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. „Dabei handelt es sich sowohl um Pakete aus den USA als auch von unseren europäischen Partnern. Lieferpakete, für die bereits politische Entscheidungen getroffen wurden.“
Selenskyj hatte zuletzt mehrfach beklagt, dass zugesagte und bezahlte Raketen von den USA nicht geliefert würden. Die Ukraine braucht nach eigenen Angaben vor allem Flugabwehrraketen für die Patriot-Systeme, um sich vor den russischen Angriffen mit ballistischen Raketen zu schützen. Selenskyj teilte bei Telegram mit, dass Russland fast täglich Tod und Zerstörung über das Land bringe. Er berichtete erneut von Toten und Verletzten.
Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg. Nach ukrainischen Gegenangriffen berichteten auch russische Behörden von Toten, Verletzten und Schäden. (dpa/red)
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Kann Klang Steine versetzen?

Kann Klang Steine versetzen?
Aus heutiger Sicht erscheint diese Frage absurd. Zwar kann Klang Glas zerbrechen und ausreichend starke Schwingungen können physische Objekte beeinflussen, doch erwartet niemand ernsthaft, dass ein Musiker eine Leier in die Hand nimmt, einen Akkord anschlägt und dann dabei zusieht, wie sich Mauerblöcke zu Mauern auftürmen. Dennoch haben sich unsere Vorfahren immer wieder etwas sehr Ähnliches vorgestellt. In Mythen, Legenden und heiligen Geschichten besitzt Klang eine eigentümliche Macht über die Materie. Musik bewegt Steine. Worte erschaffen Welten. Trompeten lassen Mauern einstürzen. Am faszinierendsten ist jedoch, dass einige der geheimnisvollsten antiken Monumente der Welt bemerkenswerte akustische Eigenschaften aufweisen.
Was haben unsere Vorfahren über den Klang geglaubt?
Eines der eindrucksvollsten Beispiele stammt aus der griechischen Mythologie: Amphion, Sohn von Zeus und Antiope, war der legendäre Erbauer der Mauern von Theben. Während sein Bruder Zethus die Steine mit körperlicher Kraft trug, hatte Amphion eine andere Methode. Er spielte auf seiner Leier und die Steine folgten der Musik. Während er spielte, bewegten sich die großen Blöcke von selbst an ihren Platz und bildeten die Befestigungsanlagen der Stadt.
Es ist ein wunderschönes Bild, aber auch ein tiefgründiges. Die Zivilisation selbst entsteht durch Harmonie. Der Musiker zwingt die Materie nicht in eine Form; vielmehr reagiert die Materie auf ein in der Musik verkörpertes Ordnungsprinzip.
Eine ähnliche Überlieferung finden wir in Troja. Apollon und Poseidon sollen König Laomedon gedient und am Bau der prächtigen Mauern Trojas mitgewirkt haben. Spätere Überlieferungen haben die Geschichte weiterentwickelt und Apollons Musik mit dem wundersamen Aufrichten der Steine in Verbindung gebracht. Wieder einmal verschmelzen Musik und Mauerwerk auf geheimnisvolle Weise.
Diese antike Tradition inspirierte mich zu dem Gedicht namens „Apollon baut Troja mit seiner Leier“, das von der Society of Classical Poets veröffentlicht wurde. Ich stellte mir vor, wie der Gott spielt, während die Stadt vor seinen Augen Gestalt annimmt: „Die Mauer, die mit jeder Note, die er spielte, sichtbar emporragte, / das Entstehen dessen, was noch nicht war – / ganz Troja …“
Doch Apollon ist nicht nur ein Gott der Musik. Er ist auch ein Gott der Prophezeiung. So kann der göttliche Baumeister, der Trojas Entstehung sieht, auch über dessen Vollendung hinaus auf dessen Untergang blicken. Dieses Paradoxon – Klang, der aufbaut, und Klang, der zerstört – bringt uns an einen unerwarteten Ort.

Eine Illustration aus dem Jahr 1665, die Amphion zeigt, dessen Musik Steine bewegt, um Theben zu erbauen.

Foto: gemeinfrei

Im Buch Josua des Alten Testaments stehen die Israeliten vor der scheinbar uneinnehmbaren Stadt Jericho. Doch trotz aller Bemühungen gelingt es ihnen nicht, die Verteidigungsanlagen mit herkömmlichen Belagerungsmaschinen zu durchbrechen. Sechs Tage lang umkreisen die Israeliten die Stadt. Am siebten Tag blasen die Priester ihre Trompeten, das Volk jubelt, und die Mauern stürzen ein.
Egal, ob man dies nun in erster Linie als heilige Geschichte, als Wunder, als mythische Erzählung oder als eine Kombination aus all dem liest: Das fantasievolle Muster ist außergewöhnlich. In Theben errichtet Musik Mauern; in Jericho reißt Klang sie ein. Es scheint so, als würde der Klang den Stein beherrschen.

„Die sieben Trompeten von Jericho“, um 1896–1902, von James Jacques Joseph Tissot. Auf Karton, 18,7 × 30,7 cm, Jewish Museum, New York.

Foto: gemeinfrei

Ein wissenschaftlicher Zusammenhang

Vielleicht sind diese Geschichten nichts als Ergebnisse der menschlichen Vorstellungskraft. Doch ein faszinierendes modernes Forschungsgebiet – die Archäoakustik, also die Untersuchung akustischer Phänomene an antiken Stätten – macht das Bild nicht gerade einfacher. Man denke an Stonehenge.
Moderne akustische Untersuchungen, darunter Experimente mit einem Modell von Stonehenge im Maßstab 1:12, deuten darauf hin, dass der vollendete Steinkreis einen spürbaren Nachhall erzeugt hätte. Die innerhalb des Monuments erzeugten Klänge hatten eine Resonanz, die in der umgebenden offenen Landschaft fehlte: Die Forscher maßen eine Nachhallzeit von etwa 0,64 Sekunden und eine Verstärkung der Sprache um etwa 4,3 Dezibel. Sprache, Gesang, Trommeln oder Musik, die innerhalb des Kreises vorgetragen wurden, könnten daher ein ungewöhnlich kraftvolles Hörerlebnis geschaffen haben.
Das beweist nicht, dass Stonehenge als gigantischer Musikverstärker konzipiert wurde, geschweige denn, dass Schall die Steine irgendwie in ihre Position bewegt hätte. Wir sollten daher vorsichtig damit sein, aus noch so vielsagenden Hinweisen sensationelle Behauptungen zu machen.
Doch stellen Sie sich mal vor, Sie hätten vor viertausend Jahren einen solchen Ort betreten: Es gibt keine Motoren, keine Lautsprecher, keine aufgezeichnete Musik und keine elektronischen Verstärker. Den größten Teil Ihres Lebens verbringen Sie unter freiem Himmel, wo sich Schall schnell verflüchtigt. Dann betreten Sie einen riesigen Kreis aus aufgestellten Steinen. Ein Gesang setzt ein. Eine Trommel ertönt. Stimmen erheben sich gemeinsam – und plötzlich scheinen die Steine selbst den Klang zurückzuwerfen.
Würden Sie das einfach nur als einen interessanten akustischen Effekt erleben? Oder würden die Steine lebendig erscheinen?
In der Vorstellungswelt der Antike wurde sicherlich nicht so scharf zwischen belebter und unbelebter Natur unterschieden. Orpheus, der vielleicht größte Musiker der griechischen Mythologie, war in der Lage, Tiere, Bäume und sogar Felsen mit seiner Musik zu verzaubern. Sein Gesang drang bis in den Hades selbst vor und bewegte die Herrscher der Toten. Auch hier ist die Symbolik klar: Wahre Harmonie erreicht Orte, die rohe Gewalt nicht erreichen kann.
Hier nähern wir uns einer Idee, die noch elementarer ist als die musikalische Architektur. Die alten Griechen verwendeten den Begriff „Logos“, ein Wort, das Sprache und Vernunft umfasst; es ist das Prinzip, durch das die Dinge verständlich und geordnet werden. Jahrhunderte nach Amphion und Apollon stellte der Anfang des Johannesevangeliums eine der erstaunlichsten Behauptungen des westlichen Denkens auf: „Am Anfang war das Wort.“
Doch Johannes greift bewusst einen älteren Anfang auf. Das erste Kapitel der Genesis beschreibt Gott nicht so, als wäre er ein menschlicher Handwerker, der das Universum erschafft. Die Schöpfung geschieht vielmehr durch das Wort: „Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.“
Gott spricht. Die Wirklichkeit gehorcht. Diese Abfolge hat auch etwas Merkwürdiges an sich, das unserer Intuition beinahe widerspricht: Bevor Licht zu sehen ist, gibt es das Wort, das zu hören ist. Auf eigenartige Weise spiegelt dies auch unsere eigene früheste menschliche Erfahrung wider. In der Dunkelheit des Mutterleibs, bevor wir die Welt sehen, begegnen wir ihr durch Klänge – den Rhythmus des Herzschlags der Mutter und den Klang ihrer Stimme.
Wir sind also über die Leier des Amphion hinausgegangen. Klang bewegt nicht bloß bereits vorhandene Steine zu Mauern; das göttliche Wort ruft das ins Dasein, was zuvor nicht existiert hat.

Eine italienische Renaissance-Kupferstichdarstellung der Sphärenharmonie von Guillaume Le Signerre.

Foto: gemeinfrei

Diese uralte Verbindung zwischen Klang, Ordnung und Schöpfung kann auch erklären, warum Musik so oft als mehr als bloße Unterhaltung angesehen wurde. Die pythagoreische Tradition stellte sich die kosmische Ordnung selbst in musikalischen Begriffen vor – die berühmte „Sphärenmusik“. Harmonie war nicht einfach nur etwas, das die Ohren erfreuen sollte; sie spiegelte die der Realität zugrunde liegenden mathematischen Proportionen wider.
Musik zu machen bedeutete also in gewisser Weise, die kosmische Ordnung nachzuahmen. Es ist auch nicht irrelevant, dass ein Dichter etymologisch gesehen ein „Schöpfer“ ist: Das griechische „poietes“ leitet sich von „poiein“ ab, was „machen“ oder „erschaffen“ bedeutet. Die Poesie selbst ist somit sprachlich in der Vorstellung verwurzelt, etwas zu erschaffen, das zuvor nicht existierte.
Vielleicht ist das der Grund, warum die entgegengesetzte Möglichkeit so beunruhigend ist. Wenn harmonischer Klang für Schöpfung und Ordnung steht, könnte Dissonanz auf Auflösung und Verfall hindeuten.
Als ich das Gedicht „Apollon baut Troja mit seiner Leier“ schrieb, fügte ich der antiken Geschichte bewusst einen modernen Schatten hinzu. Apollon sieht zu, wie Türme fast augenblicklich emporragen: „Wie lange? Höchstens 9 oder 11 Minuten? Wer weiß das schon genau?“
Dies ist eine Anspielung auf den 11. September 2001 und auf Türme, die nicht nur emporragten, sondern letztendlich einstürzten. Am Ende des Gedichts überwältigt Apollons prophetische Vision für einen Moment seine Zufriedenheit über das Geschaffene, und er vergießt eine einzelne Träne. Der Gott, der bauen kann, weiß, dass das Gebaute auch wieder zerstört werden kann.
Vielleicht sprechen uns diese alten Geschichten deshalb noch immer an. Die Zivilisation selbst ist eine Art Bauwerk. Sie erfordert Ordnung, Proportionen und Harmonie. Es braucht Generationen, um sie aufzubauen, und manchmal erstaunlich wenig Zeit, um sie zu zerstören.
Amphion spielt, und die Steine fügen sich zusammen; die Trompeten ertönen bei Jericho, und die Steine fallen.
Zwischen diesen beiden Bildern liegt eine der ältesten Vorahnungen der Menschheit: Die Welt wird nicht allein von Materie und Kraft geformt. Auch Worte, Musik, Bedeutung und Harmonie haben Konsequenzen.
Vielleicht ist das die uralte Weisheit, die wir vergessen haben: Bevor die Steine emporragen oder fallen, gibt es das Wort, die Musik, die Idee – die unsichtbare Ordnung, die die Welt, in der wir leben, erschafft oder zerstört.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Can Sound Move Stones? The Ancient Mystery of Building With Music“. (redaktionelle Bearbeitung: ee)
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Niedrigwasser am Rhein und hohe Nachfrage: Vereinzelt Spritengpässe in NRW


In Kürze:

  • In Nordrhein-Westfalen und weiteren Regionen im Westen und Südwesten Deutschlands gingen an einzelnen Tankstellen zeitweise Kraftstoffsorten aus.
  • Ursachen sind niedrige Pegelstände des Rheins und die durch den Tankrabatt gestiegene Nachfrage.
  • Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt fordert, die Fahrrinne des Rheins zwischen St. Goar und Mainz um 20 Zentimeter zu vertiefen.

 
In Nordrhein-Westfalen kam es zuletzt vereinzelt zu Spritengpässen an Tankstellen. Darüber berichtet das Online-Nachrichtenportal wa.de des „Westfälischen Anzeigers“. Dem Bericht zufolge waren im Rheinland zeitweise einzelne Kraftstoffsorten nicht verfügbar, darunter Diesel, E10 und der Premiumkraftstoff Ultimate.

Aral: Keine größeren Engpässe

Nach Angaben von Aral erschweren niedrige Wasserstände des Rheins die Versorgung, weil Schiffe dadurch weniger Treibstoff transportieren können. Gleichzeitig sorgt eine hohe Nachfrage für zusätzlichen Druck.
Doch Aral-Pressesprecher Kai Krischnak beruhigt: „Auf unser gesamtes Aral-Tankstellennetz bezogen, mit rund 2.400 Standorten bundesweit, haben wir aktuell keine größeren Versorgungsengpässe“, zitiert ihn das Portal.
Die bestehenden Einschränkungen seien teilweise bereits behoben. In den übrigen Fällen arbeite der Konzern daran, sie schnellstmöglich zu beseitigen.

Tankrabatt treibt Nachfrage zusätzlich

Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie sieht keinen allgemeinen Versorgungsengpass. Verzögerungen bei der Lieferung durch den niedrigen Wasserstand auf den Flüssen seien aber möglich. Laut Prognosen könnten steigende Wasserstände zum Ende der Woche die Lage entspannen.
Doch nicht nur die seit Wochen anhaltenden niedrigen Pegelstände auf wichtigen Versorgungsrouten wie dem Rhein sorgten für Probleme. Auch der zum 1. Oktober in Kraft getretene neue Tankrabatt trieb die Nachfrage nach Benzin und Diesel zumindest anfangs deutlich in die Höhe. Das setzte die Kraftstofflogistik zusätzlich unter Druck.
In mehreren Städten im Westen und Südwesten Deutschlands ging in den ersten Tagen des Oktobers an einigen Tankstellen zeitweise der Sprit aus. Betroffen waren nach Angaben des Tankstellen-Interessenverbands unter anderem Köln, Bonn, Koblenz, Mannheim, Heidelberg, Freiburg, Frankfurt und Aschaffenburg.

Fahrrinnenvertiefung lässt seit Jahren auf sich warten

Schon Anfang Oktober wies Herbert W. Rabl vom Tankstellen-Interessenverband, der nach eigenen Angaben rund 1.300 Tankstellen vertritt, einen allgemeinen Spritmangel zurück: „Es gibt keinen Spritengpass.“
Das Problem sei vielmehr, dass die ungewöhnlich hohe Nachfrage den üblichen Belieferungsrhythmus sprenge. „Durch die hohe Nachfrage ist der Lieferrhythmus unter Druck geraten“, sagte Rabl.
Um die Auswirkungen des Niedrigwassers abzumildern, fordert der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt eine Vertiefung der Fahrrinne des Rheins um 20 Zentimeter. Das Vorhaben für den Abschnitt zwischen St. Goar und Mainz ist seit vielen Jahren geplant, kommt jedoch weiterhin nicht voran.
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25.10.2026 | Deutscher will in Neapel Kokain kaufen – und bekommt Salz | Audi kündigt SUV-Werk in den USA an

HEUTE11:39 Uhr

Deutscher will in Neapel Kokain kaufen – und bekommt Salz

Ein deutscher Tourist ist in Neapel auf einen falschen Drogenhändler hereingefallen. Der 36 Jahre alte mutmaßliche Dealer hatte dem Touristen gerade das Tütchen übergeben und 40 Euro eingesteckt, als zivil gekleidete Carabinieri beide Männer aufhielten. Ein Drogenschnelltest ergab: Es war Salz. Der 36-Jährige bekam eine Anzeige – ob dem Deutschen ebenfalls Ärger droht, wurde nicht mitgeteilt.

Carabinieri in Neapel (Symbolbild).

Foto: picture alliance/Roberta Basile/Pacific Press via ZUMA Wire/dpa

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HEUTE10:50 Uhr

Stihl senkt wegen Trockenheit Umsatzprognose für 2026

Der für Motorsägen bekannte Gerätebauer Stihl senkt seine Umsatzprognose für 2026 auf einen niedrigen einstelligen Prozentsatz – die Erlöse werden unter den 2025 erreichten 5,48 Milliarden Euro liegen. Als Hauptgrund nannte Traub die Trockenheit in Europa: „Unser Geschäft ist es, hohes Gras kürzer zu machen. Und wenn Gras und Gebüsch wegen der Hitze austrocknen und nicht mehr wachsen, brauchen die Kunden auch weniger Schneidgeräte.“

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HEUTE10:17 Uhr

Iranische Revolutionsgarden greifen im Irak an

Die iranischen Revolutionsgarden haben laut Staatsmedien eine iranisch-kurdische Oppositionsgruppe in der autonomen Region Kurdistan im Irak mit Drohnen angegriffen. Ziel sei das Hauptquartier gewesen.

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HEUTE9:46 Uhr

Deutscher Umweltpreis für Ingenieur und Juristin

Der Deutsche Umweltpreis 20126 geht an den Membranfilter-Ingenieur Klaus Vossenkaul und die Umweltjuristin Roda Verheyen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird den beiden die mit insgesamt 500.000 Euro dotierte Auszeichnung am Mittag in Aachen überreichen. Vossenkaul wird für „innovative Lösungen“ in der Abwasserreinigung geehrt, Verheyen für ihren juristischen Einsatz für den Klima- und Umweltschutz.

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HEUTE9:32 Uhr

Großbrand am Kehlsteinhaus: Feuer wieder aufgeflammt

Nach dem Großbrand am historischen Kehlsteinhaus auf dem Obersalzberg ist das Feuer in der Nacht zum Sonntag erneut aufgeflammt. Es habe „nochmal zimmerhoch gebrannt“, sagte ein Polizeibeamter. Die Feuerwehr löschte die Flammen. Die Polizei nahm einen mutmaßlichen Brandstifter fest. Der Schaden geht nach ersten Schätzungen des Zweckverbands Bergerlebnis Berchtesgaden in die Millionen.
Das durch einen Brand schwerbeschädigte Kehlsteinhaus auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden. In der historischen Berggaststätte war am Freitagabend ein Großbrand ausgebrochen.

Das durch einen Brand schwerbeschädigte Kehlsteinhaus – auch als „Hitlers Teehaus“ bezeichnet – bei Berchtesgaden. In der historischen Berggaststätte war am Freitagabend ein Großbrand ausgebrochen.

Foto: Jason Tschepljakow/dpa

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HEUTE8:43 Uhr

Musk wirft ukrainischem Militär Verstoß gegen Starlink-Nutzungsbedingungen vor

Elon Musk hat der ukrainischen Armee vorgeworfen, gegen die Nutzungsbedingungen des Satelliten-Internetdienstes Starlink verstoßen zu haben. Das ukrainische Militär habe den Dienst „für offensive Drohnenangriffe genutzt, um Menschen zu töten“. Diese Lücke sei in der vergangenen Woche geschlossen worden. Starlink sei ein ziviles System, kein „Mittel zum Töten“. Ein Verstoß gegen diese Bedingungen führe „zum Abschalten des Dienstes“. Mittlerweile ist die Verbindung der Ukraine – nach einer Drosselung – wieder stabil.

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HEUTE8:11 Uhr

Flughafen in Riad nimmt nach zwei Wochen wieder Arbeit auf

Nach der zweiwöchigen Schließung wegen Angriffen der pro-iranischen Huthi-Miliz im Jemen ist der internationale Flughafen in der saudiarabischen Hautpstadt Riad wieder geöffnet. Die Huthi warnten vor erneuten Angriffen, der Airport sei unsicher und diene als militärisches Ziel. Saudi-Arabien ist seit Monatsbeginn fast täglich Raketen- und Drohnenangriffen ausgesetzt. Am 10. Oktober starben bei einem Angriff auf den Airport 13 Menschen, es gab über 300 Verletzte.
Rauchsäule über dem Airport in Riad.

Rauchsäule über dem Airport in Riad am 11. Oktober 2026.

Foto: Uncredited/UGC via AP/dpa

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HEUTE7:30 Uhr

Philippinische Polizei ermittelt gegen Meghans Vater wegen Bildern von Kindesmissbrauch

Die philippinische Polizei ermittelt gegen Thomas Markle, Meghans Vater, wegen des Verdachts auf Besitz kinderpornografischen Materials. In seinem früheren Haus wurden laut Innenminister nach einem Hinweis seines Sohnes Material und ein Laptop sichergestellt; der Laptop wird forensisch untersucht. Meghan äußerte sich erschüttert über die Kinderpornografie-Vorwürfe gegen ihren Vater; sie räumte ein, dass sie seit Jahren von dem Verdacht weiß. Markle weist die Anschuldigungen zurück.

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HEUTE7:18 Uhr

SPD drängt Union erneut zu Frau im höchsten Staatsamt

Die SPD drängt die Union, rasch eine Frau für die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu nominieren. Innerhalb der schwarz-roten Koalition hat die Union, die deutlich mehr Mitglieder in der Bundesversammlung stellt als die SPD, das Vorschlagsrecht. Die CSU wirbt für die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner, die CDU hält sich bedeckt. Die Wahl ist am 30. Januar.

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HEUTE6:31 Uhr

Sommerzeit zu Ende: Uhren auf Normalzeit zurückgestellt

In Deutschland gilt wieder die Normalzeit. Am Sonntag um 3:00 Uhr wurden die Uhren um eine Stunde von der bisherigen Sommerzeit auf die mitteleuropäische Zeit zurückgestellt. Die Nacht wurde damit eine Stunde länger. Mit der Zeitumstellung ist es morgens nun wieder früher hell und abends eher dunkel.
HEUTE6:21 Uhr

Audi kündigt SUV-Werk in den USA an

Autobauer Audi hat auf einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump den Bau eines neuen SUV-Werks bekanntgemacht. Trump kündigte in Georgia an, dass Audi im nächsten Monat mit dem Bau eines Werks in dem Bundesstaat beginnen werde. Danach rief er Audi-Chef Gernot Döllner auf die Bühne. Audi baut erstmals ein eigenes Werk in den USA mit rund 4.500 Jobs, rund vier Milliarden US-Dollar (rund 3,6 Milliarden Euro) werden investiert.

Audi-Chef Gernot Döllner baut in Georgia: Geplant ist, jährlich 200.000 SUVs zu produzieren, das erste Auto soll Anfang der 2030er Jahre vom Band rollen.

Foto: Mike Stewart/AP/dpa

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HEUTE6:07 Uhr

Wahlen in Serbien

Rund 6,5 Millionen Serben wählen heute ein neues Parlament. Sie entscheiden über 250 Abgeordnete. Zur Frage steht auch der Kurs des Landes. Aleksandar Vucic, Spitzenkandidat der regierenden Serbischen Fortschrittspartei, regiert seit 2012. Kritiker werfen ihm Korruption, Abbau der Demokratie und Verbindungen zur organisierten Kriminalität vor. Herausgefordert wird er von der Liste der neuen Studentenbewegung, die aus den Protesten nach dem Einsturz in Novi Sad im November 2024 entstanden ist.

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HEUTE5:55 Uhr

Brasilien: Stichwahl zwischen Lula und Flávio Bolsonaro

In Brasilien treffen heute bei der Stichwahl um das Präsidentenamt Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva und Herausforderer Flávio Bolsonaro aufeinander. Die erste Wahlrunde vor drei Wochen hatte Bolsonaro mit 47 Prozent der Stimmen gewonnen, Lula erreichte 45 Prozent. Der seit 2023 regierende Lula, der kommende Woche 81 Jahre alt wird, hofft auf eine weitere Amtszeit.

Tausende versammeln sich für Lula an der weltberühmten Copacabana – vor der Stichwahl in Brasilien. (Archivbild)

Foto: Bruna Prado/AP/dpa

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HEUTE5:45 Uhr

Bulgaren wählen Präsidenten

Die Menschen in Bulgarien wählen am Sonntag erneut ein neues Staatsoberhaupt. In Umfragen lag die frühere Journalistin und sozialistische Europaabgeordnete Ilijana Jotowa, die das Amt erst im Januar übernommen hatte, vorn. Sie fordert Verhandlungen über ein Ende des Ukrainekriegs und lehnt weitere militärische Unterstützung für Kiew ab, ohne Bulgariens Zugehörigkeit zu EU und NATO infrage zu stellen. Insgesamt treten 27 Kandidaten an.

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HEUTE5:25 Uhr

Hunderte Festnahmen bei erneuten Protesten in Italien

Bei erneuten Protesten in Italien sind landesweit laut Polizei neun Menschen festgenommen wurden. Hinzu kommen 371 vorläufige Festnahmen. In 110 Fällen habe es sich um Minderjährige gehandelt. Nach den Ausschreitungen am Rande von Protesten am vergangenen Wochenende in Mailand hatte die Regierung scharfe Sicherheitsvorkehrungen getroffen.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen

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Randale bei Protesten in mehreren europäischen Ländern

Bei Protesten in mehreren europäischen Ländern ist es erneut zu Krawallen gekommen. Gewalttätige Zusammenstöße gab es am Wochenende in Frankreich, Albanien, Spanien, Italien und Belgien.
In Frankreich nahmen nach Angaben des Innenministeriums rund 410.000 Menschen an den landesweiten Protesten am Samstag teil, davon rund 110.000 in Paris.
Fast 1.000 Festnahmen habe es in Frankreich gegeben, wie Innenminister Laurent Nuñez am Samstag sagte. Die Zahl werde noch steigen, weil noch Bilanz gezogen werden müsse. Es sei abermals zu Sachbeschädigungen und Plünderungen gekommen.
Die eigentlichen Demonstrationen verliefen nach Worten des Innenministers reibungslos. Am Rande der Protestzüge kam es erneut zu Ausschreitungen. Es hätten sich bei beinahe jeder Versammlung „Risikogruppen“ gebildet, die sich von den Umzügen absetzten.
Bilder aus Paris zeigten Wolken von Tränengas und Feuerwerkskörper sowie den Einsatz von Wasserwerfern. Auch auf Bildern aus anderen Städten wie Lyon, Bordeaux und Marseille waren Tränengaswolken und Feuer zu sehen. Der Minister machte die „radikale extreme Linke, die Ultralinke“ dafür verantwortlich.

Am 24. Oktober 2026 in Toulouse im Departement Haute-Garonne in Südfrankreich.

Foto: Romain Laurendeau/Hans Lucas/AFP via Getty Images

Gewalt und Verletzte in Albanien

Auch in Albanien kam es bei Protesten gegen Missstände im Hochschulwesen und gegen die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama erneut zu Gewalt. Demonstranten in der Hauptstadt Tirana warfen mit Steinen auf Regierungsgebäude und die Polizei, wie die staatliche Nachrichtenagentur ATA berichtete.
Die Lage sei eskaliert, sie das Umweltministerium in Brand setzten. Auf Fernsehbildern und in sozialen Medien waren chaotische Szenen zu sehen.
Chaotische Szenen auch in Albanien bei Protesten.

Chaotische Szenen auch in Albanien bei Protesten.

Foto: Hameraldi Agolli/AP/dpa

Laut ATA hatte der unter anderem von Studenten organisierte Protest am Samstag vor dem Bildungsministerium begonnen und sich auf andere Ministerien und Teile der Stadt ausgeweitet.
Laut dem privaten Fernsehsender „Klan“ warfen Demonstranten auch Feuerwerkskörper und Molotowcocktails. Die Polizei setzte den Angaben zufolge Wasserwerfer, Tränengas, Pfefferspray und Gummigeschosse ein, um die Menge zu zerstreuen.
Demnach gab es Verletzte auf beiden Seiten. Beamte hätten auch das Kamera-Team von „Klan News“ angegriffen, hieß es.

Randale in Barcelona

In Barcelona kamen Berichten zufolge Hunderte Jugendliche und junge Erwachsene am Samstagabend bis in die Nacht hinein zu Protesten zusammen.
Junge Leute hätten Straßenmobiliar, Fahrräder und Motorräder beschädigt, Geschäfte geplündert und Müllcontainer angezündet, berichteten unter anderem die spanische Tageszeitung „El País“ und der katalanische Fernsehsender „Betevé“. Das genaue Ziel der Proteste war demnach unklar.
Die katalanische Polizei und die städtische Polizei in der Hauptstadt Kataloniens nahmen demnach rund 100 Demonstranten fest. Bei etwa einem Viertel der Festgenommen habe es sich um Minderjährige gehandelt. Mehr als 220 Beamte waren den Angaben zufolge im Einsatz, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.
Laut Berichten waren die Jugendlichen einem Aufruf über soziale Medien zu einer unangekündigten Demonstration im Stadtzentrum gefolgt. Das genaue Ziel der Proteste war demnach unklar.
Der Ministerpräsident der wohlhabenden Region im Nordosten Spaniens, Salvador llla verurteilte die Gewalttaten: „Gewalt hat in Katalonien keinen Platz. Niemals. Protestieren ist ein demokratisches Recht. Angriffe, Einschüchterungen und Sachbeschädigung hingegen nicht“, sagte er laut „El País“.

Festnahmen in Belgien

Auch in Belgien gab es kleinere Demonstrationen in Brüssel und Lüttich. Diese waren laut Innenminister Bernard Quintin ohne größere Zwischenfälle zu Ende gegangen, wie er auf der Plattform X schrieb.
In der Hauptstadt Brüssel nahmen rund 400 Menschen daran teil, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Demnach gab es neun Festnahmen wegen Störung der öffentlichen Ordnung sowie Waffenbesitz und Anstiftung zu Gewalt. Am vergangenen Wochenende waren es demnach 150 Festnahmen.

Weiter Proteste in Italien

Tausende Menschen demonstrierten auch erneut in Italien. Bei einigen Protesten kam es zu vereinzelten Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten. Die Proteste umfassten ein breites Spektrum an Themen, darunter hohe Lebenshaltungskosten, hohe Benzinpreise sowie Aufrüstung.
Proteste in Italien

Proteste in Italien Mitte. Oktober 2026.

Foto: Camilla Baronetto/IPA via ZUMA Press/dpa

Im norditalienischen Mailand, in der es vergangenes Wochenende zu schweren Krawallen gekommen war, verliefen die Proteste bis Samstagabend größtenteils friedlich. Doch erneut gerieten einige Sicherheitskräfte und Demonstranten aneinander.
Die Polizei stoppte einen Demonstrationszug unter Einsatz von Schlagstöcken. Aus Sorge vor Ausschreitungen waren viele Luxusgeschäfte verbarrikadiert worden. In Bologna setzte die Polizei zwischenzeitlich Tränengas und Wasserwerfer ein.
In Turin drängten Sicherheitskräfte Demonstranten mit Schilden zurück. Auch in den Städten Neapel und Florenz versammelten sich Demonstranten. (dpa/red)
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Sturm und Orkan über Deutschland: Weitere Feuerwehreinsätze im Westen

Ausläufer der ersten Wintersturmtiefs über dem Atlantik fegen weiterhin über Deutschland. Am Sonntag war an der Nordsee sowie in höheren Lagen mit starkem Sturm oder Orkan zu rechnen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte.
Dort drohten Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern, anderswo war den Meteorologen zufolge vielerorts mit Sturmböen bis 85 Stundenkilometer zu rechnen.
Laut Vorhersage des Wetterdienstes kann der Wind in Höhen oberhalb von 600 Metern Geschwindigkeiten von bis zu 90 Kilometern pro Stunde erreichen.

Der Wind nimmt bis auf orkanartige Böen zu

„In exponierten Lagen muss mit schweren Sturmböen um 100 Kilometer pro Stunde gerechnet werden“, hieß es. In nicht so hoch gelegenen Gebieten seien bis zu 70 Stundenkilometer möglich.
Laut Wetterdienst können bei solchen Windgeschwindigkeiten Äste abbrechen und Gegenstände herumfliegen. Möbel, die draußen nicht angebunden sind, sollten gesichert und Abdeckungen befestigt werden.
Im weiteren Tagesverlauf soll der Wind dem DWD zufolge nach kurzer Pause erneut zulegen.
An der Nordsee und in höheren Lagen sei mit schwerem Sturm bis hin zu orkanartigen Böen oder Orkanböen zu rechnen. Erst in der Nacht zum Montag soll der Wind nachlassen.

Feuerwehr im Dauereinsatz in Wuppertal

Aus Nordrhein-Westfalen meldeten die Feuerwehren am Sonntag weitere Einsätze meist wegen umgestürzter Bäume oder herabgefallener Äste.
„Dauereinsatz für Berufs- und Freiwillige Feuerwehr“, hieß es von den Einsatzkräften in Wuppertal. Bis Sonntagmorgen zählten sie demnach 31 weitere wetterbedingte Einsätze. Größere Zwischenfälle oder Verletzte wurden von dort oder anderswo zunächst nicht gemeldet.

Deutsche Bahn verspätet sich

Vereinzelt gab es Verkehrsstörungen. Die Deutsche Bahn meldete am Sonntag Beeinträchtiungen aufgrund von „Unwetterauswirkungen“ auf der Fernstrecke zwischen Münster und Recklinghausen.
ICE- und IC-Züge waren demnach bis zu 15 Minuten verspätet, in Recklinghausen hielten keine Züge. Betroffen war auch der Schiffsverkehr auf der Nordsee. Fährverbindungen zur Insel Helgoland etwa waren laut Reedereien eingestellt. Sie sollten voraussichtlich erst Dienstag wieder starten.
Deutschland liegt seit Freitag im Einflussgebiet der Herbststurmtiefs „Luise“ und „Manja“. Vor allem im Westen und Südwesten gab es viele Einsätze.
In Nastätten in Rheinland-Pfalz kippte am Freitag auf einem Stadtfest eine Gerüstbrücke um, zwei Männer im Alter von 58 und 72 Jahren wurden schwerverletzt. Nach Polizeiangaben wurde das Unglück vermutlich durch eine Windböe verursacht. Die Ermittlungen liefen. (afp/dpa/red)
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Randale in Barcelona: Rund 100 Festnahmen bei Protesten

In Barcelona sind Berichten zufolge Hunderte Jugendliche und junge Erwachsene zu Protesten zusammengekommen, etliche hätten dabei randaliert.
Laut der spanischen Tageszeitung „El País“ und der katalanische Fernsehsender „Betevé“ hätten sie Straßenmobiliar, Fahrräder und Motorräder beschädigt, Geschäfte geplündert und Müllcontainer angezündet.
Die katalanische Polizei und die städtische Polizei in der Hauptstadt Kataloniens nahmen demnach rund 100 Demonstranten fest.
Bei etwa einem Viertel der Festgenommen habe es sich um Minderjährige gehandelt. Mehr als 220 Beamte waren den Angaben zufolge im Einsatz, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.
Es kam zu kleineren Bränden.

Es kam zu kleineren Bränden.

Foto: Lorena Sopêna/EUROPA PRESS/dpa

Jugendliche folgten Aufruf in sozialen Medien

Laut Berichten waren die Jugendlichen einem Aufruf über soziale Medien zu einer unangekündigten Demonstration im Stadtzentrum gefolgt. Die Ausschreitungen hätten gegen 18:00 Uhr begonnen und dauerten in der Nacht zunächst noch an. Das genaue Ziel der Proteste war demnach unklar.
Der Ministerpräsident der wohlhabenden Region im Nordosten Spaniens, Salvador llla verurteilte die Gewalttaten: „Gewalt hat in Katalonien keinen Platz. Niemals. Protestieren ist ein demokratisches Recht. Angriffe, Einschüchterungen und Sachbeschädigung hingegen nicht“, sagte er laut „El País“.

Bürgermeister: „Grundlose Gewalt und Vandalismus“

Der Bürgermeister von Barcelona, Jaume Collboni, sagte demnach auf einer Pressekonferenz am späten Abend: „Wir werden nicht zulassen, dass das Geschehene ungestraft bleibt.“
Es werde Konsequenzen geben, sowohl für erwachsene Teilnehmer an den Gewaltakten wie auch für diejenigen, die für die Minderjährigen verantwortlich seien. „Wir werden nicht zulassen, dass die Stadt verwüstet wird.“ Collboni sprach von „grundloser Gewalt und Vandalismus“. (dpa/red)
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Tipps für Halloween: Wann ist Schluss mit lustig?

„Süßes oder Saures“: Zu Halloween werden am Samstag wieder überall Kinder und auch Jugendliche mit diesem Ruf auf süße Beute hoffen. Das Fest könnte ein harmloses Kindervergnügen sein.
Doch tatsächlich ist der 31. Oktober für die Polizei ein arbeitsintensiver Tag. Denn manche glauben, dass zu Halloween keine Regeln gelten, womit sie falsch liegen. Fragen und Antworten rund um ein rechtssicheres Gruselfest:

Dürfen Kinder allein losziehen?

Auch hier gilt, dass Halloween nicht die Regeln – in dem Fall die Aufsichtspflicht – aufhebt. Bei kleineren Kindern zumindest sollte ein Erwachsener bei der Süßigkeitensuche dabei sein und ein Auge auf seine Kinder haben.
Grundsätzlich sollten Eltern ihre Kinder auch für die Streiche sensibilisieren und sie von Sachbeschädigungen und anderen Straftaten abhalten. Auch sollten die Erwachsenen sie ermutigen, sich nicht durch einen Gruppenzwang an Taten zu beteiligen, die verboten sind.

Wann ist Schluss mit lustig?

Wie zu jedem anderen Anlass auch ist dies bei den vom Gesetz festgelegten Regeln der Fall. Wer mit „Süßes oder Saures“ Süßigkeiten erbittet, kann das machen, ohne aber auf die Herausgabe bestehen zu können.
Das Süße soll freiwillig und gern gegeben werden – das Saure eine leere, spaßig gemeinte Drohung bleiben.

Was ist an Halloween problematisch?

In den vergangenen Jahren gab es rund um Halloween immer wieder Zwischenfälle, bei denen aus dem spaßigen Gruseln Sachbeschädigungen, Gewalttaten oder Nötigungen wurden. Aber nicht nur solche extremen Fälle können bei der Polizei landen.
Auch wenn sich jemand auf der Flucht vor Schreckgestalten verletzt, kann dies ein Fall für die Ordnungshüter sein. Besonders heikel ist eine täuschend echt aussehende „Bewaffnung“ zum Kostüm. Wer eine Waffenattrappe mit sich führt, muss mit Ermittlungen wegen eines Verstoßes nach dem Waffengesetz rechnen.

Was sind typische Halloween-Vergehen?

Mit Eiern beworfene Hauswände und Autos, umgeschmissene Mülltonnen, demolierte oder in Brand gesetzte Briefkästen, gegen Fensterscheiben geworfene Böller, herausgehobene Gullydeckel oder Graffitis speziell zu Halloween – die Liste der bei der Polizei gemeldeten vermeintlichen Scherze ist lang. Immer wieder werden Kindern auch die gesammelten Süßigkeiten geklaut.
Ein spezielles Phänomen aus verschiedenen Großstädten sind Gruppen, die vor allem im Umfeld von Bahnhöfen gezielt Streit suchen und provozieren oder sogar mit Feuerwerkskörpern auf Menschen zielen. Alle diese Vergehen haben eines gemeinsam – sie sind verboten und strafbar.

Welche Strafen drohen?

Die Polizei kontrolliert bundesweit verstärkt. Wer erwischt wird, muss etwa bei einer Sachbeschädigung Geldstrafen oder bis zu zwei Jahre Haft fürchten.
Bis zu drei Jahre Haft drohen sogar bei einer sogenannten gemeinschädlichen Sachbeschädigung. Das sind Dinge der öffentlichen Nutzung wie Parkbänke.
Dabei können in einer Gruppe auch diejenigen bestraft werden, die nicht selbst Schäden anrichten. Ihnen drohen Strafen wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung.

Wer ersetzt Schäden?

Falls der Verursacher einer Sachbeschädigung oder Körperverletzung festgestellt wird, muss dieser für den Schaden aufkommen. Ansonsten kann eine Wohngebäudeversicherung Betroffenen Schäden durch mutwilliges Verhalten zumindest teilweise ersetzen.
Für den Verursacher gilt: Wer mutwillig etwas beschädigt, kann nicht auf seine Haftpflichtversicherung setzen. Diese zahlt nur bei einem Versehen. (afp/red)