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Die 10-Minuten-Falle beim Arzt: Warum Zeitmangel zu gefährlichen Fehldiagnosen führen kann

Herr S., ein 38-jähriger Patient, suchte mich wegen wiederkehrender Atemnot, Brustenge und Kurzatmigkeit auf. Er wirkte angespannt, aber bemüht, die Situation sachlich zu schildern.
Als er seine Unterlagen auf den Tisch legte, zeigte sich, dass er in den vergangenen Monaten mehrfach beim Hausarzt, einmal beim Lungenfacharzt und sogar in der Notaufnahme gewesen war.

Verschiedene Ärzte – die gleiche Fehldiagnose

Sein Hausarzt hatte ihm nach einem kurzen Gespräch ein „mildes Belastungsasthma“ diagnostiziert. Die Diagnose war in einem Termin gefallen, der laut Patienten keine fünf Minuten gedauert hatte und mit einem Rezept für ein Asthmaspray endete.
Der Pneumologe hatte später im Rahmen der Untersuchung der Lungenfunktion ein Spirometrie-Ergebnis gesehen, das zwar grenzwertig, aber nicht eindeutig war. Aufgrund der Vorbefunde übernahm er die Diagnose allergisches Asthma, ohne weiter nachzufragen.
Doch während ich mit Herrn S. sprach, zeigte sich, dass die Beschwerden nicht zu einem allergischen Asthma passten.
In seinen Unterlagen fand ich einen Lungenfunktionstest, der unauffällig war. Ein Allergietest ohne Befund. Ein Thorax-Röntgen, das normal war. Die körperlichen Befunde passten ebenfalls nicht zur Diagnose.
In meinem Gespräch mit Herrn S. stellte sich heraus, dass die Atemnot häufig in Situationen auftrat, die emotional belastend waren: vor Präsentationen im Job, nach Konflikten mit seiner Partnerin, manchmal auch nachts nach intensiven Grübeleien.
Er erwähnte nebenbei, dass er seit Monaten die Doppelbelastung aus Vollzeitjob und Pflege seines Vaters trug, der nach einem Schlaganfall Unterstützung brauchte.
Mit jeder Minute, die ich zuhörte, kamen weitere entscheidende Details hinzu: ein seit Jahren bestehender, nie behandelter Angstzustand, eine familiäre Dauerbelastung, ein Arbeitsplatzkonflikt, der ihn täglich unter Druck setzte.

Stresssymptome als diagnostische Herausforderung

Fehldiagnosen wie im Fall von Herrn S. sind kein Einzelfall und wissenschaftlich gut dokumentiert.
Eine Studie, die von kanadischen Forschern über einen Zeitraum von fünf Jahren durchgeführt wurde, ergab, dass rund ein Drittel aller Asthma-Diagnosen bei einer standardisierten erneuten Abklärung nicht bestätigt werden konnten, weil sie zuvor ohne objektive Tests gestellt wurden.
Ein Teil der falsch diagnostizierten Patienten litt in Wahrheit unter Stressreaktionen, Hyperventilation oder psychosomatischen Beschwerden.
Die moderne Forschung zeigt, dass Stress körperliche Symptome erzeugen kann, die so überzeugend wirken, dass sie als organische Erkrankungen fehlinterpretiert werden, besonders dann, wenn die psychosoziale Anamnese fehlt.
Eine in der Fachzeitschrift „Nature Reviews“ veröffentlichte Arbeit belegt, dass Stress Atemnot, Brustenge, Herzrasen und Schwindel auslösen kann — Symptome, die, wenn man sich nicht die Zeit für ein umfassendes Gespräch mit dem Patienten nimmt, schnell in Richtung Asthma, Herzkrankheit oder Panikstörung gedeutet werden.
Genau das geschah bei Herrn S. Seine Atembeschwerden waren in Wahrheit nicht bronchial, sondern emotional. Nicht allergisch, sondern psychosozial. Nicht organisch, sondern systemisch.
Die vermeintliche Asthma-Diagnose war in Wahrheit ein ausgeprägtes Hyperventilationssyndrom, ausgelöst durch chronischen Stress, Schlafmangel und emotionale Überlastung.
Doch für diese Diagnose brauchte es genügend Zeit, um sich ein ganzheitliches Bild zu machen — Zeit, die im modernen System oft fehlt.

Zeitmangel ist ein systemischer Risikofaktor

Zeit ist in der modernen Medizin zu einer knappen Ressource geworden. Konsultationen dauern oft nur wenige Minuten, obwohl die Komplexität der Patienten steigt. Die Kombination aus Ärztemangel und niedrigen gesetzlichen Kassentarifen in Deutschland trägt dazu bei, dass Ärzte oft eine zu große Zahl an Patienten pro Tag behandeln müssen, um für ausführliche Gespräche Zeit zu finden.
Eine Erhebung im Auftrag des Bundesministeriums aus dem Jahr 2022 bestätigt, dass die durchschnittliche Behandlungszeit beim Hausarzt pro Besuch zehn Minuten beträgt, in 48 Prozent der Fälle fünf bis 10 Minuten.
Die Forschung zeigt klar, dass diese Verkürzung nicht nur die Gesprächsqualität mindert, sondern die diagnostische Präzision beeinflusst. Eine systematische Übersichtsarbeit, die im Jahr 2017 erschien, bestätigt, dass Zeitdruck und unvollständige Anamnesen zentrale Ursachen für Fehldiagnosen sind.
Unter Zeitdruck und Belastung greifen Ärzte häufiger zu heuristischen, vereinfachten Entscheidungswegen, wie eine im Fachjournal Medical Education veröffentlichte Studie zeigt. Das bedeutet: Nicht nur wichtige Patienteninformationen fehlen — auch die Denkprozesse verändern sich aufgrund des Zeitdrucks.

Wenn das Gesamtbild verloren geht

Fehldiagnosen sind nur die erste Stufe. Die zweite ist noch gefährlicher: Fehltherapie.
Die experimentelle Studie von Tsiga und Kollegen zeigt, dass Ärzte unter Zeitdruck häufiger zu Standardtherapien greifen, statt individuell zu behandeln.
Ein weiterer moderner Faktor ist die fragmentierte Versorgung. Fragmentierte Versorgung kann dazu führen, dass Informationen verloren gehen, Untersuchungen doppelt durchgeführt werden oder Behandlungen nicht optimal aufeinander abgestimmt sind. Eine Studie aus dem Jahr 2014 zeigt, dass auch Fehldiagnosen häufig passieren, wenn mehrere Ärzte beteiligt sind, sich jeder mit einzelnen fachspezifischen Symptomen beschäftigt, aber ein Überblick über die Gesamtgeschichte fehlt.

Warum Zeit in der Ganzheitlichen Medizin ein diagnostisches Werkzeug ist

Zeitmangel ist längst kein Randproblem mehr, sondern ein struktureller Schaden, der sich immer mehr im Gesundheitswesen abbildet.
Diagnostik braucht jedoch Zeit – Zeit zum Zuhören, Zeit zum Nachfragen, Zeit zum Verstehen.
In der Ganzheitlichen Medizin wird Zeit nicht als Luxus angesehen, sondern als ein diagnostisches Werkzeug. Aus ganzheitlicher Sicht betrachtet, sind psychosoziale Faktoren, die man erst nach einem längeren, vertrauten Gespräch einschätzen kann, keine Nebensache, sondern zentrale Bausteine der Gesundheit.
In meiner Praxis sehe ich immer wieder, dass echte Heilung dann beginnt, wenn der Arzt die Geschichte hinter den Symptomen versteht. Denn daraus ergibt sich der präzise Rahmen, in dem eine richtige Diagnose gestellt werden kann, die die Grundlage für eine erfolgreiche Therapie ist.
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
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08.08.2026 | Frei signalisiert Zugeständnisse bei Abschaffung der Rente mit 63 | Mehrheit der Deutschen sieht Tech-Konzerne mit zu viel Einfluss

HEUTE7:50 Uhr

„Rente mit 63“: Unionsfraktionschef Frei offen für Härtefall- und Übergangslösungen

Unionsfraktionschef Thorsten Frei zeigt sich bei der geplanten Abschaffung der Rente mit 63 offen für eine Härtefall- und Übergangsregelung. Zugleich verteidigt er die Empfehlungen der Rentenkommission und spricht von einer möglichen Jahrhundertreform.

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HEUTE7:39 Uhr

Mehrheit der Deutschen sieht Tech-Konzerne mit zu viel Einfluss

66 Prozent der Deutschen halten den Einfluss großer US-Tech-Konzerne für zu groß. Als wichtigste Gründe nennen sie eine wachsende Abhängigkeit von den USA, monopolartige Strukturen sowie Risiken für Datenschutz und Privatsphäre. Das zeigt eine YouGov-Umfrage.

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HEUTE7:30 Uhr

Ceuta-Migrationskrise: EU fordert härteres Vorgehen gegen Falschinformationen

EU-Kommissarin Henna Virkkunen fordert Meta und TikTok auf, Falschinformationen in Krisensituationen entschiedener zu bekämpfen. Falsche Meldungen über eine angeblich offene Grenze sollen den Massenandrang auf Ceuta mit ausgelöst haben. Dabei starben zahlreiche Menschen.
Ceuta ist kleiner als der Frankfurter Flughafen.

Ceuta ist kleiner als der Frankfurter Flughafen.

Foto: STR/AP/dpa

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HEUTE6:30 Uhr

Abelardo de la Espriella übernimmt Präsidentschaft

Abelardo de la Espriella ist neuer Präsident Kolumbiens und folgt auf Gustavo Petro. Er kündigt einen härteren Kurs gegen bewaffnete Gruppen und den Drogenhandel an. Zugleich will er die Beziehungen zu den USA und Israel ausbauen.

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HEUTE6:15 Uhr

22-Jähriger in Berlin-Kreuzberg angeschossen

Ein 22-Jähriger ist am Freitagabend in Berlin-Kreuzberg durch mehrere Schüsse verletzt worden. Die Polizei sperrte den Tatort ab, der oder die Täter sind auf der Flucht. Im Graefekiez hatte es zuletzt mehrere Schussvorfälle gegeben.

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HEUTE6:05 Uhr

Keine Einsparungen durch Einschnitte bei behinderten Kindern

Die geplante Reform der Kinder- und Jugendhilfe wird laut Ministerium zunächst keine Einsparungen bei Schulbegleitungen bringen. In den ersten acht Jahren sollen lediglich Kostensteigerungen gebremst werden. Die Grünen kritisieren fehlende Investitionen in inklusive Angebote und Personal.

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HEUTE6:00 Uhr

BUND kritisiert Umgang mit Niedrigwasser scharf

Der BUND kritisiert die Pläne von Verkehrsminister Steffen Bilger zum Umgang mit Niedrigwasser scharf. Flüsse dürften nicht weiter für die Schifffahrt ausgebaut werden. Stattdessen müsse die Bahn Engpässe auffangen und der Klimaschutz vorankommen.
Extrem-Niedrigwasser: Könnte eine Aufhebung des Sonntagsfahrverbots für Lkw helfen, Lieferketten aufrechtzuerhalten? Der Vorschlag des Bundesverkehrsministers sorgt für Diskussionen.

Extrem-Niedrigwasser: Könnte eine Aufhebung des Sonntagsfahrverbots für Lkw helfen, Lieferketten aufrechtzuerhalten? Der Vorschlag des Bundesverkehrsministers sorgt für Diskussionen.

Foto: Oliver Berg/dpa

Mit Material der Nachrichtenagenturen

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Russland weist Verantwortung für Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle scharf zurück

Die russische Botschaft in Berlin hat jegliche Verantwortung für den Fund einer mit einem Sprengsatz bestückten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle zurückgewiesen. In einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme bezeichnete die diplomatische Vertretung den Vorfall als „fingierte Provokation“ und warnte vor einer neuen Welle antirussischer Stimmung in Deutschland.
Die Botschaft erklärte, es gebe keine Belege für einen russischen Hintergrund des Vorfalls. Mutmaßungen über einen Anschlagsversuch Moskaus dienten aus ihrer Sicht vor allem den Interessen der Ukraine und Teilen der europäischen Politik. Damit solle die weitere finanzielle und politische Unterstützung für Kiew gerechtfertigt werden, hieß es in der Erklärung.

Drohne mit Sprengsatz entdeckt

Die Drohne war in der Nacht zum Mittwoch im Sicherheitsbereich des Frachtbetriebs am Flughafen Leipzig/Halle entdeckt worden. Ein Mitarbeiter des Flughafens hatte das Fluggerät bemerkt und zum Absturz gebracht. An der Drohne befand sich ein Sprengsatz mit einem nicht intakten Zünder, der anschließend von Spezialisten der Bundespolizei entschärft wurde.
In unmittelbarer Nähe befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Flughafen Leipzig/Halle ist ein wichtiger Umschlagplatz für Fracht und wird auch für militärische Hilfslieferungen an die Ukraine genutzt.
Kurz nach der Entdeckung der Drohne musste zudem ein Flugzeug wegen der vorübergehenden Sperrung des Flughafens durchstarten. Dabei kollidierte die Maschine mit einem unbekannten kleineren Flugobjekt. Es wird geprüft, ob es sich dabei ebenfalls um eine Drohne gehandelt haben könnte.
Polizisten suchen am Leipziger Flughafen nach einer zweiten Drohne.

Polizisten suchen am Leipziger Flughafen nach einer zweiten Drohne.

Foto: Sebastian Willnow/dpa

Bundesanwaltschaft ermittelt

Die Bundesanwaltschaft hat Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr aufgenommen. Die Ermittler prüfen dabei auch die Hintergründe und mögliche Verantwortliche.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bezeichnete den Vorfall als „neues Bedrohungsszenario“. Nach einem Besuch am Flughafen erklärte er, dass möglicherweise auch „fremde Mächte“ beteiligt sein könnten. Einen konkreten Staat nannte der Minister nicht.
In politischen und sicherheitspolitischen Kreisen richten sich Vermutungen teilweise gegen Russland. Beweise für eine russische Beteiligung liegen bislang jedoch nicht vor.

Moskau spricht von Provokation

Die russische Botschaft kritisierte die entsprechenden Spekulationen scharf. Sie sprach von einer gegen Russland gerichteten Provokation und erklärte, die größte Gefahr für Deutschland bestehe nicht in angeblichen russischen „Hybridangriffen“, sondern in Politikern, die Szenarien für einen möglichen Krieg mit Russland entwickelten.
Die Botschaft warf europäischen Politikern zudem vor, den Vorfall nutzen zu wollen, um die weitere Unterstützung der Ukraine zu rechtfertigen. Gleichzeitig kritisierte sie, dass trotz der öffentlichen Spekulationen über eine mögliche russische Beteiligung bislang keine Beweise vorgelegt worden seien.
Die russische Stellungnahme stellt damit eine klare Zurückweisung möglicher Vorwürfe dar. Ob die Drohne tatsächlich im Zusammenhang mit Russland, der Ukraine oder einem anderen Akteur steht, ist derzeit Gegenstand der laufenden Ermittlungen. (afp/dpa/red)
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„Chinas Tür schließt sich“: Peking verschärft Regelungen für Aus- und Einreise


In Kürze:

  • Chinas erweiterte Regelungen für die Ein- und Ausreise sollen am 15. September in Kraft treten.
  • Die Vorschriften erschweren chinesischen Staatsbürgern die Ausreise und Ausländern die Einreise.
  • Analysten sehen darin einen politischen Rückschritt für die Liberalisierung in China.

 
In China treten am 15. September neue Ausreise- und Einreiseregelungen in Kraft.
Diese liefern erweiterte Befugnisse für die Behörden, um chinesische Bürger an der Ausreise zu hindern. Dies geschieht durch geheim gehaltene Ausreiseverbote oder Beschränkungen im Zusammenhang mit der nationalen Sicherheit.
Zudem sehen die neuen Vorschriften strengere Strafen für Ausländer vor, die einreisen wollen und dabei falsche Angaben machen. Auch machen sie es einfacher, Personen auf schwarze Listen zu setzen und sie damit ganz an der Einreise zu hindern.
Die Regelungen wurden am Freitag, 31. Juli, durch das Regime in Form von 19 Artikel umfassenden Verwaltungsvorschriften bekannt gemacht. Sie sollen ein Ausreise- und Einreisegesetz von 2012 ergänzen, das seit Juli 2013 in Kraft ist. Damit wird Pekings Kontrolle über die Mobilität der Bürger verschärft.

Ausreiseverbot für Schlüsselfiguren der Tech-Branche

Gemäß geltendem Gesetz können die chinesischen Behörden bereits bestimmte Personen an der Ausreise hindern. Dazu zählen Tatverdächtige, Angeklagte in laufenden Gerichtsverfahren sowie Personen, deren Ausreise als Bedrohung für die nationale Sicherheit angesehen wird oder die geeignet sind, nationalen Schaden zu verursachen.
Die neuen Regelungen gehen noch weiter. Eine der wichtigsten Änderungen ist, dass das Handelsministerium, das eigentlich nicht für die Grenzkontrolle zuständig ist, chinesischen Staatsbürgern die Ausreise verbieten darf, wenn sie gegen Technologieexportbestimmungen verstoßen und dadurch die industrielle oder technologische Sicherheit Chinas gefährden könnten.
Das bekannteste Beispiel dafür ist die gescheiterte Übernahme des KI-Start-ups Manus durch den US-Tech-Konzern Meta. Im März wurden Manus’ CEO und Chefentwickler von den chinesischen Behörden zu einem Treffen nach Peking vorgeladen. Beide Männer lebten in Singapur, wohin Manus seinen Hauptsitz rund neun Monate zuvor aus China verlegt hatte. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Manus in der Abschlussphase der Übernahme durch Meta.
In Peking wurden die beiden Führungskräfte von Funktionären der staatlichen Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission zu mutmaßlichen Verstößen gegen die Meldepflichten für Auslandsinvestitionen befragt. Später wurde ihnen mitgeteilt, dass sie China nicht verlassen dürften. Der Deal im Wert von rund 2 Milliarden US-Dollar (rund 1,7 Milliarden Euro) platzte schließlich offiziell im Juni nach einer Intervention Pekings.
Dies geschah vier Monate vor dem Inkrafttreten der neuen Ausreiseregelungen.

„Nationale Sicherheit“ und „illegale Aktivitäten“

Den neuen Bestimmungen zufolge können chinesische Behörden ihren Bürgern auch allein durch den Verweis auf Risiken am Reiseziel von einer Reise „abraten“. Die Verordnung definiert jedoch nicht, was genau unter einer solchen Abmahnung zu verstehen ist oder welche Maßnahmen ergriffen werden könnten, wenn eine Person darauf besteht, auszureisen.
Gegen chinesische Staatsbürger, die nach ihrer Rückkehr aus dem Ausland angeblich an „kriminellen Aktivitäten“, welche die „nationale Sicherheit oder die Interessen Chinas gefährden“, beteiligt waren, kann außerdem ein Ausreiseverbot von sechs Monaten bis drei Jahren verhängt werden. Die Entscheidungsbefugnis liegt bei den lokalen Behörden, in deren Zuständigkeitsbereich die Person ihren Wohnsitz hat.
Die regierende Kommunistische Partei Chinas (KPCh) betrachtet Dissidenten im Ausland und deren Aktivitäten als Bedrohung für die nationale Sicherheit. Ein chinesischer Student im Ausland, der an einer Protestaktion gegen das Regime teilnimmt; ein Journalist, der eine politisch heikle Persönlichkeit interviewt; oder ein Ausländer mit chinesischen Wurzeln, der sich in einer vom chinesischen Regime missbilligten Organisation engagiert, könnte etwa unter die Bestimmung der „im Ausland begangenen illegalen Aktivitäten“ fallen.
Chinesische Auslandsvertretungen können Informationen über Äußerungen und Aktivitäten im Ausland sammeln und den lokalen Behörden in China zur Einleitung verwaltungsrechtlicher oder strafrechtlicher Schritte vorlegen. Daher sind chinesische Dissidenten bei ihrer Rückkehr nach China erheblichen Sicherheitsrisiken ausgesetzt.

Alte Praxis gesetzlich verankert

Eine besonders bemerkenswerte Regelung erlaubt es den Behörden, Informationen über die Existenz eines Ausreiseverbots sowie dessen Gründe, Rechtsgrundlage und mögliche Rechtsmittel in Fällen, die die nationale Sicherheit oder strafrechtliche Ermittlungen betreffen, zurückzuhalten. Daher erfahren manche Reisende erst bei ihrer Ankunft am Flughafen von dem Ausreiseverbot.
Obgleich diese Vorgehensweisen seit Jahren üblich sind, schaffen die neuen Vorschriften erstmals eine ausdrückliche gesetzliche Grundlage dafür.
Im Jahr 2016 wurde Wang Zhiwen, ein Falun-Gong-Praktizierender und Einwohner Pekings, kurz vor der Einreise nach Hongkong von chinesischen Zollbeamten gestoppt.
Falun Gong, auch Falun Dafa genannt, ist eine spirituelle Praxis, die auf den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht basiert. 1999 startete die KPCh aus Furcht, die Popularität von Falun Gong könnte ihre Macht bedrohen, eine brutale Kampagne zur Ausrottung der Meditationsbewegung. Seitdem wurden viele Praktizierende in China willkürlich inhaftiert, zu Zwangsarbeit gezwungen, gefoltert und getötet.
Ende 1999 wurde Wang wegen seines Glaubens an Falun Gong in Peking zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Ende 2014 wurde er freigelassen. Mit der Hilfe seiner in den USA lebenden Tochter gelang es ihm, einen gültigen chinesischen Pass und ein US-Visum zu erhalten.
Als Wang Anfang 2016 mit seiner Tochter China verlassen wollte, wurde er am Flughafen von den Behörden aufgehalten. Die Beamten beschlagnahmten seinen Pass und schnitten eine Ecke ab, womit er ungültig wurde. Wang erhielt keine Erklärung, warum er nicht ausreisen durfte.

Strengere Aufsicht über Reiseagenturen

Alle Firmen und Einzelpersonen, die Vermittlungsdienste für die Ein- und Ausreise anbieten, beispielsweise in Form von Beratungen zu Einreisebestimmungen, Unterstützung bei Visumanträgen und Abwicklung von Verfahren, müssen sich nun bei den regionalen Einwanderungsbehörden registrieren.
Ihnen ist es außerdem nun untersagt, Amtsträgern, Militärangehörigen sowie bestimmten anderen Personen dabei zu helfen, eine ausländische Staatsbürgerschaft, eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung im Ausland oder andere Einwanderungsdokumente zu erlangen. Agenturen sind verpflichtet, entsprechende Klienten den zuständigen Aufsichtsbehörden und anderen relevanten Stellen zu melden.
Ausländischen Unternehmen und Organisationen ist es untersagt, diese Dienstleistungen in China anzubieten.

Wachsende Besorgnis über eingeschränkte Mobilität

Chinas neuen Ausreiseregelungen haben in den sozialen Medien für Gegenreaktionen und Besorgnis unter den Chinesen gesorgt.
Der in den USA lebende bekannte China-Kommentator und YouTuber David Tsai, auch bekannt als Cai Shenkun (蔡慎坤), schrieb auf X, dass die neuen Regeln signalisieren, dass „Chinas Tür zur Außenwelt sich langsam schließt“.
„Die Besorgnis und Skepsis der Öffentlichkeit gegenüber der neuen Regelung sind nicht unbegründet. Viele machen sich nicht nur Sorgen darüber, ob sie heute noch ausreisen können, sondern auch darüber, dass sie nicht wissen, an welchem Tag sie aufgrund ihrer Identität, ihres Berufs, ihres Unternehmens oder ihrer Branche plötzlich zu denjenigen gehören könnten, die nicht mehr ausreisen dürfen“, so Tsai.
Der in China lebende Schriftsteller und Politkommentator Li Chengpeng schrieb auf X, Peking versuche somit, nicht nur Kapital und Technologie im Land zu halten. „Und jetzt haben sie auch die Bewegungsfreiheit der Menschen stark eingeschränkt. Wer nicht ausreisen kann, kann im Grunde nichts mehr – weder mit Geld noch mit Menschen – und sitzt im Inland fest“, schrieb Li.
Henry Gao, Juraprofessor an der Yong Pung How School of Law an der Singapore Management University, kommentierte am Tag der Ankündigung auf X Chinas neue Regelungen: „Diese Vorschriften stellen einen weiteren wichtigen Schritt dar, um das Recht auf Ausreise aus China in ein nach dem Ermessen des Staates gewährtes Privileg umzuwandeln – eine deutliche Abkehr von der relativen Liberalisierung, die in den 1990er-Jahren begann.“
Er rät den Chinesen: „Reist aus, solange ihr noch könnt – genauer gesagt, bevor die Vorschriften in 45 Tagen in Kraft treten.“

Strengere Maßnahmen gegen Ausländer

Gemäß den neuen Regelungen kann Ausländer, die bei der Beantragung eines chinesischen Visums oder bei der Einreise an der Grenze falsche Dokumente einreichen oder falsche Angaben machen, die Einreise nach China für ein bis fünf Jahre untersagt werden.
Ausländern, die auf Chinas schwarze Liste gesetzt werden, kann von den Einwanderungs- und Visabehörden ebenfalls die Einreise verweigert werden.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „China Broadens Exit-Entry Ban Powers With Sweeping New Rules“. (redaktionelle Bearbeitung: yz)
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EU-Streit verschärft: Spanien führt Grenzkontrollen zu Italien ein

Spanien reagiert mit eigenen Grenzkontrollen auf Italiens Weigerung, die wegen der Ceuta-Migrationskrise eingeführten Kontrollen aufzuheben. Ab Samstag 0.00 Uhr würden Reisende aus Italien zunächst bis zum 7. September stichprobenartig an Häfen und Flughäfen kontrolliert, zitierte der staatliche spanische TV-Sender RTVE aus einem am Abend veröffentlichten Dekret der Regierung in Madrid.
Überprüft werden sollten dabei die Identität und Staatsangehörigkeit von Reisenden sowie, im Falle von Drittstaatsangehörigen, deren Visum oder Aufenthaltserlaubnis. Als Grund wurde der „anhaltende Druck irregulärer Migration“ genannt, dem Italien ausgesetzt sei.
Die Regierung in Madrid reagierte damit auf die Zurückweisung ihres Ultimatums. Sie hatte Italien aufgefordert, die wegen der Ankunft von zeitweise 72.000 Migranten in Spaniens Nordafrika-Exklave Ceuta eingeführten Grenzkontrollen bis Sonntag aufzuheben.
Die EU-Innenminister beraten in einer Videokonferenz über Konsequenzen.

Die EU-Innenminister beraten in einer Videokonferenz über Konsequenzen.

Foto: Iván Zambrano / Europa Press/EUROPA PRESS/dpa

Italien wies spanisches Ultimatum zurück

Meloni stellte klar, dass sie sich keinem Ultimatum beugen werde. „Italien akzeptiert keine Ultimaten oder Vorgaben aus dem Ausland, was die nationale Sicherheit und die Grenzkontrolle betrifft“, hieß es in einer Erklärung ihres Büros, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Italien werde seine Kontrollen zumindest bis zum 15. August und in jedem Fall so lange aufrechterhalten, bis „Sicherheits- und Terrorismusrisiken für Italien vollständig ausgeschlossen sind.“

Spanien spricht von „Torpedo gegen Einheit Europas“

Die Grenzkontrollen sind nach spanischer Auffassung unfair, den Interessen der EU zuwiderlaufend und diskriminierend gegenüber der eigenen Bevölkerung. Spaniens Außenminister José Manuel Albares bezeichnet Italiens Vorgehen als „ein Torpedo unterhalb der Wasserlinie der europäischen Einheit“.
Italien hat keine Landgrenze mit Spanien. Die nach Ceuta eingedrungenen Migranten sind inzwischen fast alle nach Marokko zurückgekehrt. Es gibt seither auch keine Hinweise, dass Migranten in Ceuta überhaupt die Absicht hätten, nach Italien weiterzureisen. Die restlichen Migranten befinden sich in der nordafrikanischen Exklave zudem weder im Schengen-Raum noch auf europäischem Festland.

Migranten vor dem CETI-Aufnahmezentrum in Ceuta am 1. August 2026. Bei der jüngsten Migrationswelle aus Marokko starben mindestens 67 Menschen. Die meisten der rund 60.000 Migranten kehrten nach Marokko zurück.

Foto: Henry Nicholls/AFP via Getty Images

Kritiker werfen Meloni innenpolitisch motivierte Symbolpolitik vor

Kritiker der Regierung in Rom werteten die italienischen Grenzkontrollen als vor allem innenpolitisch motivierte Symbolpolitik. Melonis Regierungskoalition war 2022 mit dem Versprechen an die Macht gekommen, die irreguläre Migration zu verringern. Derzeit steht die Meloni-Regierung zudem unter erheblichem Druck durch die neu gegründete Partei „Futuro Nazionale“ des Ex-Armeegenerals Roberto Vannacci. Seine Haltung gegenüber irregulärer Migration findet bei einem nicht unerheblichen Teil der Wählerschaft der Regierungsparteien Anklang. (dpa/red)
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Grenzkontrollen zwischen Spanien und Italien verschärfen EU-Streit

Spanien reagiert mit eigenen Grenzkontrollen auf Italiens Weigerung, die wegen der Ceuta-Migrationskrise eingeführten Kontrollen aufzuheben. Ab Samstag 0.00 Uhr würden Reisende aus Italien zunächst bis zum 7. September stichprobenartig an Häfen und Flughäfen kontrolliert, zitierte der staatliche spanische TV-Sender RTVE aus einem am Abend veröffentlichten Dekret der Regierung in Madrid.
Überprüft werden sollten dabei die Identität und Staatsangehörigkeit von Reisenden sowie, im Falle von Drittstaatsangehörigen, deren Visum oder Aufenthaltserlaubnis. Als Grund wurde der „anhaltende Druck irregulärer Migration“ genannt, dem Italien ausgesetzt sei.
Die Regierung in Madrid reagierte damit auf die Zurückweisung ihres Ultimatums. Sie hatte Italien aufgefordert, die wegen der Ankunft von zeitweise 72.000 Migranten in Spaniens Nordafrika-Exklave Ceuta eingeführten Grenzkontrollen bis Sonntag aufzuheben.
Die EU-Innenminister beraten in einer Videokonferenz über Konsequenzen.

Die EU-Innenminister beraten in einer Videokonferenz über Konsequenzen.

Foto: Iván Zambrano / Europa Press/EUROPA PRESS/dpa

Italien wies spanisches Ultimatum zurück

Meloni stellte klar, dass sie sich keinem Ultimatum beugen werde. „Italien akzeptiert keine Ultimaten oder Vorgaben aus dem Ausland, was die nationale Sicherheit und die Grenzkontrolle betrifft“, hieß es in einer Erklärung ihres Büros, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Italien werde seine Kontrollen zumindest bis zum 15. August und in jedem Fall so lange aufrechterhalten, bis „Sicherheits- und Terrorismusrisiken für Italien vollständig ausgeschlossen sind.“

Spanien spricht von „Torpedo gegen Einheit Europas“

Die Grenzkontrollen sind nach spanischer Auffassung unfair, den Interessen der EU zuwiderlaufend und diskriminierend gegenüber der eigenen Bevölkerung. Spaniens Außenminister José Manuel Albares bezeichnet Italiens Vorgehen als „ein Torpedo unterhalb der Wasserlinie der europäischen Einheit“.
Italien hat keine Landgrenze mit Spanien. Die nach Ceuta eingedrungenen Migranten sind inzwischen fast alle nach Marokko zurückgekehrt. Es gibt seither auch keine Hinweise, dass Migranten in Ceuta überhaupt die Absicht hätten, nach Italien weiterzureisen. Die restlichen Migranten befinden sich in der nordafrikanischen Exklave zudem weder im Schengen-Raum noch auf europäischem Festland.

Migranten vor dem CETI-Aufnahmezentrum in Ceuta am 1. August 2026. Bei der jüngsten Migrationswelle aus Marokko starben mindestens 67 Menschen. Die meisten der rund 60.000 Migranten kehrten nach Marokko zurück.

Foto: Henry Nicholls/AFP via Getty Images

Kritiker werfen Meloni innenpolitisch motivierte Symbolpolitik vor

Kritiker der Regierung in Rom werteten die italienischen Grenzkontrollen als vor allem innenpolitisch motivierte Symbolpolitik. Melonis Regierungskoalition war 2022 mit dem Versprechen an die Macht gekommen, die irreguläre Migration zu verringern. Derzeit steht die Meloni-Regierung zudem unter erheblichem Druck durch die neu gegründete Partei „Futuro Nazionale“ des Ex-Armeegenerals Roberto Vannacci. Seine Haltung gegenüber irregulärer Migration findet bei einem nicht unerheblichen Teil der Wählerschaft der Regierungsparteien Anklang. (dpa/red)
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08.08.2026 | BUND kritisiert Umgang mit Niedrigwasser scharf | Prien-Reform bringt jahrelang keine Einsparungen

HEUTE6:15 Uhr

22-Jähriger in Berlin-Kreuzberg angeschossen

Ein 22-Jähriger ist am Freitagabend in Berlin-Kreuzberg durch mehrere Schüsse verletzt worden. Die Polizei sperrte den Tatort ab, der oder die Täter sind auf der Flucht. Im Graefekiez hatte es zuletzt mehrere Schussvorfälle gegeben.

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HEUTE6:05 Uhr

Keine Einsparungen durch Einschnitte bei behinderten Kindern

Die geplante Reform der Kinder- und Jugendhilfe wird laut Ministerium zunächst keine Einsparungen bei Schulbegleitungen bringen. In den ersten acht Jahren sollen lediglich Kostensteigerungen gebremst werden. Die Grünen kritisieren fehlende Investitionen in inklusive Angebote und Personal.

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HEUTE6:00 Uhr

BUND kritisiert Umgang mit Niedrigwasser scharf

Der BUND kritisiert die Pläne von Verkehrsminister Steffen Bilger zum Umgang mit Niedrigwasser scharf. Flüsse dürften nicht weiter für die Schifffahrt ausgebaut werden. Stattdessen müsse die Bahn Engpässe auffangen und der Klimaschutz vorankommen.
Extrem-Niedrigwasser: Könnte eine Aufhebung des Sonntagsfahrverbots für Lkw helfen, Lieferketten aufrechtzuerhalten? Der Vorschlag des Bundesverkehrsministers sorgt für Diskussionen.

Extrem-Niedrigwasser: Könnte eine Aufhebung des Sonntagsfahrverbots für Lkw helfen, Lieferketten aufrechtzuerhalten? Der Vorschlag des Bundesverkehrsministers sorgt für Diskussionen.

Foto: Oliver Berg/dpa

Mit Material der Nachrichtenagenturen

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Medien: Finanzministerium legt Entwurf für Steuerreform ab 2027 vor

Die Steuerreform der Bundesregierung soll in zwei Stufen umgesetzt werden. Das berichtet die „Bild“ unter Berufung auf einen Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums.
Für das Jahr 2027 werden Mindereinnahmen bei der Einkommensteuer von rund drei Milliarden Euro erwartet. Für 2028 werden die Mindereinnahmen mit insgesamt 6,99 Milliarden Euro angegeben. Aus dem Finanzministerium hieß es, die Entlastungen würden „im Jahr 2028 verglichen mit dem Jahr 2026 insgesamt etwa zehn Milliarden Euro betragen“.
Die Steuerreform werde in zwei Stufen umgesetzt. Daher seien die Entlastungen, die bereits im Jahr 2027 wirken werden, von rund drei Milliarden Euro und die Entlastungen, die im Jahr 2028 zusätzlich hinzukommen werden, von sieben Milliarden Euro „zusammen zu berücksichtigen“.
In dem Referentenentwurf wird mit einer Anhebung des Grundfreibetrags um 216 Euro zum 1. Januar 2027 gerechnet, einer Anhebung des Kinderfreibetrags um 300 Euro sowie einer Anhebung des Kindergelds um acht Euro je Kind und Monat. Gleichzeitig soll die sogenannte Reichensteuer von 45 Prozent ab einem Bruttoeinkommen von 250.000 Euro greifen und die „2. Reichensteuer“ von 47 Prozent ab 280.000 Euro. Für 2028 ist unter anderem ein Anstieg des Grundfreibetrags um weitere 336 Euro sowie ein Anstieg des Kindergeldes um weitere fünf Euro vorgesehen.
Zuvor hatte es in Koalitionskreisen geheißen, allein der Abbau der „kalten Progression“ mache 2027 eine Entlastung von rund sieben bis acht Milliarden Euro nötig. Ab 2028 hatten Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil eine Entlastung in Höhe von „insgesamt ca. 10 Milliarden Euro pro Jahr“ angekündigt. (dts/red)
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Wieder Schüsse in Berlin-Kreuzberg

Erneut war der Graefekiez in Berlin betroffen, die Polizei war am Abend mit einem Großaufgebot im Einsatz.
Hier hatte es zuletzt wiederholt Vorfälle dieser Art gegeben. Im März hatten zwei Männer auf einen 23-Jährigen geschossen, der mit einem Begleiter auf dem Gehweg der Graefestraße unterwegs war. Der 23-Jährige wurde schwer verletzt. Die Täter flüchteten.
Die 7. Mordkommission des Landeskriminalamtes hatte im Mai die Ermittlungen übernommen, nachdem im gleichen Kiez ein Unbekannter auf einem Scooter auf ein Auto geschossen hatte. Kurz darauf waren im Bereich der Urbanstraße in Richtung Hermannplatz sowie vor einem Lokal in Reinickendorf Schüsse abgefeuert worden. (dts/red)
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Therapeutische Schallwellen – was das Schnurren von Katzen bewirkt und vieles mehr


In Kürze:

  • Katzen sind das häufigste Haustier in Deutschland – noch vor Hunden: Knapp 16 Millionen Samtpfoten lebten 2025 in deutschen Haushalten.
  • Von sanft-verschmust bis kratzig-zerstörerisch: Das Verhalten einer Katze stellt ihre Besitzer nicht selten vor Rätsel
  • Lautmalerisch äußern sich Katzen durch Miauen und Schnurren, Knurren, Fauchen oder Jaulen. Vor allem ersteres prägt den Umgang mit Menschen.
  • Das Schnurren einer Katze verrät hingegen mehr über die Persönlichkeit einer Katze.

 
Fühlt sich eine Katze wohl, freut sich ihr Mensch. Nicht selten geht ein solches Wohlgefühl unseres Vierbeiners mit einem entspannenden Schnurren einher. Wussten Sie aber schon, dass das Schnurren von Hauskatzen deutlich mehr über ihre persönliche Identität verrät als ihr Miauen? Das ist das Ergebnis einer Studie, die Ende 2025 von Forschern des Museums für Naturkunde Berlin und der Universität Neapel Federico II veröffentlicht wurde.
„Menschen achten vor allem auf das Miauen, weil Katzen diese Laute hauptsächlich gegenüber uns einsetzen“, erklärt Danilo Russo, Erstautor der Studie. „Aber nachdem wir die akustische Struktur genau untersucht hatten, stellte sich das gleichmäßige Schnurren als das bessere Mittel zur Identifikation verschiedener Individuen heraus.“
Schnurren wird dabei streng definiert als ein kontinuierlicher niederfrequenter Ton mit geringer Amplitude, der beim Ein- und Ausatmen mit geschlossenem Maul erzeugt wird und von Körpervibrationen begleitet ist. Seine Grundfrequenz liegt zwischen 25 und 30 Hertz und ist meist viel leiser als andere Laute.
UMFRAGE? Verstehen uns Katzen?
Ja, sie verstehen uns uneingeschränkt.
Ja, sie verstehen uns, ignorieren uns aber.
Ja, aber nur teilweise.
Nein, sie verstehen uns nicht.
Für die Analyse der Miau- und Schnurrlaute nutzte das Team ursprünglich für die automatische Spracherkennung von Menschen entwickelte Methode.
„Jede Katze in unserer Studie hatte ihr eigenes, charakteristisches Schnurren“, schildert Co-Autorin Anja Schild. „Schnurren tritt häufig in entspannten Situationen auf, etwa beim Streicheln oder engem Kontakt mit einer vertrauten Person.“ Bereits kurz nach der Geburt kommuniziere die Katzenmutter mit ihrem Nachwuchs durch Schnurren.
Eine Katze schnurrt aber auch bei Hunger, Stress, Schmerzen und dem nahenden Tod, heißt es von den Forschern weiter. Es bedarf also weiterer Anhaltspunkte, wenn man seinen vierbeinigen Miezbewohner verstehen und auf seine Bedürfnisse eingehen möchte.

„Beleidigte“ Katzen brauchen Geduld

Wer einmal eine „beleidigte“ Katze erlebt hat – etwa, weil ihr Besitzer sie längere Zeit allein gelassen oder in Fremdbetreuung gegeben hat –, weiß um die schwierige Situation. Dabei ist die Katze nicht eigentlichen Sinne beleidigt, sondern einfach nur verunsichert. Das zeigt sie durch demonstratives Wegdrehen. Streicheleinheiten? Fehlanzeige.
Auch ein Blickkontakt wird tunlichst vermieden. Rückzug ist die Devise. Ihr „Dosenöffner“ versteht die Welt nicht mehr. Wenn die vorher so anschmiegsame Katze plötzlich auf Abstand geht, braucht man Geduld und sollte ihr Raum geben. Ein vom Besitzer getragener Pullover in der Nähe der Katze kann ihr wieder Sicherheit vermitteln, denn der vertraute Duft beruhigt.

Eine „Glückskatze“ mit dem für sie typischen dreifarbigen Fell wartet auf die Rückkehr ihres Besitzers. Unglückliche Katzen kehren ihrem Besitzer oft den Rücken zu. Typisch ist die körperliche Anspannung. Die Ohren sind leicht seitlich nach hinten gezogen. Der Schwanz peitscht oder liegt eng am Körper an. Anstelle des wohligen Schnurrens ist bei Annäherungsversuchen ein leises Grollen oder Fauchen möglich.

Foto: ablokhin/iStock

Verängstigung erfordert Freiraum

Wenn man auf eine verängstigte Katze trifft, ist viel Einfühlungsvermögen erforderlich. Geweitete Pupillen, angelegte Ohren und eine geduckte Haltung sind typische Anzeichen, ebenso wie das Verstecken unter Möbeln. Die Katze macht sich klein und wäre wahrscheinlich am liebsten unsichtbar. Hier gilt: Nicht hinterherjagen, sondern warten, bis sie ihr Versteck von allein verlässt.

Auch verängstigte Katzen leiden unter Stress und verstecken sich gern, beispielsweise unter Möbeln. Ihre Haltung ist geduckt, der Kopf zwischen den Schultern, während der Schwanz eng am Körper liegt und oft eingerollt ist. Mit großen Augen, weiten Pupillen und angelegten Ohren beobachtet sie aus sicherem Abstand die Situation.

Foto: Iryna Olkhova/iStock

Katzenbuckel bei Bedrohung

Der berühmte Katzenbuckel hat gleich mehrere Bedeutungen: Drohen, Strecken, Wohlbefinden und Schmerzen. Fühlt sich die Katze bedroht, sträubt sich ihr Fell zusätzlich. Die Katze macht sich dadurch größer, als sie ist, um ihren Feind abzuschrecken.

Hier ist Vorsicht geboten. Hochkonzentriert beobachtet die Katze ihre Umgebung. Eine Katze, die sich bedroht fühlt, bringt ihr Unwohlsein mit Katzenbuckel und gesträubtem Fell auf dem Rücken zur Geltung. Dadurch wirkt sie größer. Selbst der Schwanz sträubt sich, was ihm auch die Bezeichnung „Flaschenbürste“ einbringt. Oft liegen die Ohren eng an, die Pupillen sind geweitet.

Foto: Scrofula/iStock

Hunger fokussiert

Sitzt die Katze vor dem leeren Futternapf und mauzt, besteht kein Zweifel mehr, dass ihr Zweibeiner für ihr leibliches Wohl sorgen soll. Sie folgt ihm auf Schritt und Tritt, bettelt oder stupst ihn mit der Pfote. Ihr Körper ist angespannt und voller Erwartung.

Dieser Blick ist unmissverständlich: „Ich habe Hunger!“ Die Katze sitzt erwartungsvoll vor ihrem Futternapf, den sie mit den Augen fokussiert – oder ihren Besitzer, Ohren nach vorn, der Schwanz hochgetragen.

Foto: Lightspruch/iStock

Neugier spitzt Ohren und Schnurrhaare

An neue Dinge tastet sich eine Katze neugierig heran, sei es ein Frosch oder Wasser, das aus einem Rasensprinkler herausspritzt. Vorsichtig werden die Gegenstände untersucht und gestupst. Dabei widmet die Katze dem Geschehen ihre volle Aufmerksamkeit mit einer entspannten Körperhaltung und oft hochgestelltem Schwanz.

So ein Wassertropfen ist gar nicht so leicht zu fassen. Neugierige Katzen untersuchen einen Gegenstand indem sie den Kopf interessiert nach vorn strecken. Auch Ohren und Schnurrhaare sind vorwärts ausgerichtet, während der Schwanz nach oben steht. Die Kontaktaufnahme erfolgt oft mit Pfote oder Nase.

Foto: Nils Jacobi/iStock

Müdigkeit braucht Vorbereitung und zeigt Entspannung

Ist die Katze müde, verlangsamt sich ihr Tempo. Sie zeigt wenig Interesse am Lieblingsspielzeug und gähnt. Bevor sie es sich bequem macht, putzt sie sich manchmal noch gemächlich. Auch die Körperhaltung mit halb geschlossenen Augen und entspannten Ohren macht deutlich: „Bitte nicht stören! Ich brauche Ruhe.“ Entweder macht sie sich lang oder rollt sich gemütlich ein.

Ein schattiger Platz im Garten ist ein guter Ort für ein Nickerchen. Die Katze liegt entspannt seitlich, sodass der Bauch sichtbar ist.

Foto: chendongshan/iStock

Halb im Schlaf dehnt sich die Katze gemächlich. Der Schwanz liegt locker, die Augen sind halb geschlossen, Ohren zeigen seitlich oder nach vorn.

Foto: Scrofula/iStock

Schnurren als Therapie

Und wie war das jetzt noch gleich mit dem Schnurren? Was den Wissenschaftlern hilft, Katzen zu identifizieren, hat noch einen weiteren Effekt und Katzenliebhaber tun gut daran, den wohligen Klängen ihrer Vierbeiner zu lauschen. Denn das Schnurren einer Katze wirkt auf Menschen ebenso beruhigend wie auf ihre Jungen – ähnlich einer Klangtherapie.
Das fand eine Studie aus dem Jahr 2001 heraus, die im „New Zealand Veterinary Journal“ veröffentlicht wurde. Darin untersuchte das Team um die US-amerikanische Forscherin Elisabeth von Muggenthaler 44 Katzenarten, darunter neben der Hauskatze waren auch Geparden, Ozelots, Servale (afrikanische Wildkatzen) und Pumas. Alle erzeugten ein Schnurren mit einer heilsamen Frequenz zwischen 25 und 150 Hertz.
„Die Schnurfrequenzen entsprechen den Schwingungs- beziehungsweise elektrischen Frequenzen, die bei Behandlungsmethoden für Knochenwachstum und Knochenbrüche, Schmerzen, Ödemen, Muskelwachstum und -verspannung, Beweglichkeit der Gelenke, Atemnot sowie Wunden zum Einsatz kommen“, so die Forscherin aus North Carolina.
Also: Zurücklehnen und das Schnurren genießen!
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Wie sich die Katze ins Leben des Menschen schlich


In Kürze:

  • Über 15 Millionen Katzen machen sie zum häufigsten Haustier Deutschlands, noch vor dem Hund.
  • Die älteste Beziehung zwischen Mensch und Samtpfote reicht bis in die Steinzeit zurück.
  • Heute ist bekannt, dass die Hauskatze von der Afrikanischen Wildkatze abstammt.
  • Erst um das Jahr 0 breitete sich der domestizierte Stubentiger mit den Römern in Europa aus.

 
Es gibt eine Liebe, die keiner Worte bedarf. Manchmal reicht ein Schnurren: Samtpfoten, die uns auf Schritt und Tritt folgen und die immer da sind. Seit ich ein Jahr alt bin, begleiten mich Katzen schon durch mein Leben. Sie lockten mich mit ihrem Maunzen in die Küche, weil sie Hunger hatten und kamen zu mir, wenn ich weinte, und haben mich getröstet. Es ist ein herzliches Zusammenspiel von Mensch und Tier, das für mich nicht mehr wegzudenken ist.
Doch es gab eine Zeit im Leben der Menschen, in der die Katze kein so enger Teil des Alltags war. So vergingen tausende Jahre, bis aus den wilden und scheuen Mäusejägern unsere domestizierten und treuen Schmusekatzen wurden. Und die Geschichte dieser kuscheligen Beziehung nahm ihren Ursprung außerhalb von Europa.

Der wilde Vorfahre unserer Katze

Unsere heutige Hauskatze (Felis catus) gehört zu den erfolgreichsten domestizierten Tieren. Weltweit leben Schätzungen zufolge fast eine Milliarde Stubentiger und Streuner mit oder bei den Menschen. Nicht einberechnet sind die vier Wildkatzenarten, die in Europa, Afrika und Asien vorkommen.
Und genau zwei dieser Arten galten lange Zeit als mögliche Vorfahren unserer Hauskatze: die Europäische Wildkatze (Felis silvestris) und die Afrikanische Wildkatze (Felis lybica lybica), auch Falbkatze genannt. Genetische Untersuchungen aus dem Jahr 2007 offenbarten, dass unsere Stubentiger von der heute in Nordafrika und dem Nahen Osten lebenden Falbkatze abstammen.
Vorfahre unserer Katze: die Falbkatze

Die Afrikanische Wildkatze (Felis lybica lybica), auch Falbkatze genannt, ist der Vorfahre unserer Hauskatzen.

Foto: slowmotiongli/iStock

Dass diese schon lange in der Nähe des Menschen lebte, zeigen selten erhaltene archäologische Funde. So entdeckten Archäologen 2004 auf Zypern die rund 9.500 Jahre alte Bestattung eines Menschen – neben diesem lag das Skelett einer Wildkatze.
Dieser Fund führte erstmals zu der Idee, dass frühe anatolische Ackerbauern während der Jungsteinzeit (9600–7000 v. Chr.) die Katze zum Zweck der Schädlingsbekämpfung domestiziert haben könnten. Dem entgegen steht die traditionelle Sichtweise, dass die alten Ägypter vor über 4.000 Jahren erstmals die Wildkatze zähmten. Wer es tatsächlich als Erster schaffte, über lange Zeit und in großem Ausmaß Herr über die eigensinnigen Samtpfoten zu werden, bleibt umstritten.

Samtpfoten auf dem Weg nach Europa

Sicher scheint jedoch, dass die Schmusekatzen ihren Siegeszug weder mithilfe der ersten Bauern noch den mächtigen Pharaonen antraten. Einer neuen Studie zufolge sei die Katze vielmehr im Laufe des 1. Jahrtausends vor Christus von Nordafrika nach Europa gekommen.
Behilflich waren ihnen dabei scheinbar das Seefahrervolk der Phönizier beziehungsweise die späteren Punier, die ab dem 9. Jh. v. Chr. zahlreiche neue Städte rund um das Mittelmeer gründeten – unter anderem auf Sardinien.
Mit der Niederlage der Punier gegen die Römer, der Gründung des Römisches Kaiserreiches und seiner enormen Ausdehnung verbreitete sich die gezähmte Katze schließlich in ganz Europa, wie ein deutlicher Anstieg von Katzenfunden, unter anderem im österreichischen Mautern oder entlang des Limes, zeigt.
Für Asien zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch hier lebten Katzen sporadisch neben den frühen chinesischen Bauerngemeinschaften. Bei diesen handelte sich ebenfalls nicht um domestizierte Hauskatzen, sondern um die dort wild lebende Leopardkatze (Prionailurus bengalensis). Erst im Laufe der Tang-Dynastie (617/18 bis 907) erreichten die domestizierten Stubentiger über die Seidenstraße und andere eurasische Handelsrouten den Fernen Osten.

Eine Leopardkatze (Prionailurus bengalensis), auch Bengalkatze genannt.

Heiliger Stubentiger

Abgesehen von uns, die ihre Hauskatzen mit speziellen Bettchen, Leckerlis und jeder Menge Spielzeug verwöhnen, waren es die Bewohner am Nil, die die Katze am stärksten verehrten. Ähnlich wie heute genoss die Katze im Alten Ägypten ein Privileg – „Ich kann nicht, die Katze schläft“ –, das während der gesamten Geschichte der Domestikation ihresgleichen suchte. Wie eng diese Tier-Mensch-Beziehung war, zeigt eine 4.600 Jahre alte Grabmalerei, wo zum ersten Mal eine Katze mit Halsband abgebildet wurde.
Doch was hatte die Katze, was andere Tiere nicht hatten, das die Ägypter sie so vergötterten? Sehr wahrscheinlich lag diese Tatsache in der landwirtschaftlich geprägten Lebensweise der Ägypter. Gediehen die Feldfrüchte und gab es kaum Schädlinge, war die Ernte reichhaltig und die Bevölkerung entlang des fruchtbaren Nils gut versorgt. Zumindest im letzteren Punkt konnten die Nagetier-jagenden Schmusekatzen einen großen Beitrag zum Wohlstand leisten.
Gestützt wird diese Annahme durch die altägyptische Göttin Bastet. Sie wird meist als Frau mit einem Katzenkopf oder als kleine Katze mit Löwenkopf dargestellt und stand symbolisch für Fröhlichkeit, Liebe, Schönheit, Anmut, Weiblichkeit und Fruchtbarkeit.
Die Verehrung ging sogar so weit, dass die Ägypter während der Blütezeit der Bastet-Kult den Göttern zahlreiche kleine Katzenfiguren oder mumifizierte Stubentiger opferten. Gleichzeitig war die Katze so heilig, dass sie per Gesetz niemals außer Landes gebracht werden durfte. Mit dem Niedergang des Pharaonenreiches verschwand schließlich auch die Vergötterung der Samtpfote – nur hat man es wohl versäumt, ihnen das ebenfalls mitzuteilen.
Eine Katze neben der Statue von Bastet

Ob sich Katzen ihrer göttlichen Behandlung im Alten Ägypten noch immer bewusst sind?

Die Katze in China: Das einzige Tier mit Seele

Außerhalb von Ägypten war der Ruf der Katze unterschiedlich. Zwar war der Stubentiger im antiken Griechenland mit Artemis, der Göttin der Jagd, verbunden, doch so vergöttert wie jenseits des Mittelmeeres wurde sie nie. Im Gegenteil: Einige Griechen hatten wie die Babylonier gar Angst vor schwarzen Katzen.
In China genoss die Katze dagegen ein hohes Ansehen. Geschätzt für ihre Jagdqualitäten lebten die Schmusekatzen in Tempeln und auf Plantagen für Seidenraupen und Tee, um schädliches Ungeziefer in Schach zu halten.
Außerdem glaubten die alten Chinesen, dass neben dem Menschen nur die Katze als einziges Tier eine Seele besitzt. Dies wurde im Volksglauben positiv, aber auch negativ aufgefasst. Einerseits symbolisiert die Katze Glück und Langlebigkeit, andererseits wird ihr Listigkeit und Bösartigkeit nachgesagt.
Wie tief die Hauskatze die asiatische Kultur aber im Guten prägte, zeigen bis heute zahlreiche Glücksbringer namens „Maneki-neko“, besser bekannt als Winkekatzen. So wurde das charakteristische Gesichtsputzen der Katze mit der Pfote als Winken gedeutet und soll Käufer in die Läden von Händlern gelockt haben, was wiederum zu guten Einnahmen und Geldsegen führte.

Helfer des Teufels und der Jungfrau Maria

Ebenfalls zwiespältige Meinungen hatten die Menschen im Mittelalter über Stubentiger. Zwar wurden wegen der zunehmenden Nagetierplage mehr Hauskatzen gehalten, allerdings überwiegend als Nutztiere.
Besonders in dieser, vom Aberglauben geprägten Zeit, hatte die Katze häufig einen schlechten Stand. So sagten ihr die Menschen Unglück und einen Bund mit dem Teufel oder anderen angeblich Schaden-bringenden Wesen wie Hexen nach. Gleichzeitig manifestierte sich der Glaube an ein schlechtes Omen, wenn eine schwarze Katze den Weg von links nach rechts kreuzte.
Wie in den anderen Epochen gab es in allen gesellschaftlichen Schichten auch Liebhaber der Schmusekatze. So wurde die Jagd auf die Pest übertragenden Nagetiere als positiv betrachtet, da auf diese Weise Lebensmittel, Bücher, Textilien, aber auch die menschliche Gesundheit geschützt wurde. Und auch in der christlichen Vorstellung kommt der Katze eine gute Eigenschaft zu, wie die Skizze „Madonna mit Kind und Katze“ von Leonardo da Vinci zeigt.
Das Bild basiert auf der Legende zur Geburt Jesu, wonach Maria darum betet, dass sie das Christuskind warm halten könne. Daraufhin erschien eine Katze, sprang in die Krippe und legte sich neben das Kind. Aus Dankbarkeit soll Maria ihren Initialbuchstaben „M“ auf die Stirn der Katze gezeichnet haben – eine markante Kopfzeichnung, die getigerte Katzen noch heute aufweisen.
Auch in der islamischen Welt hatten Katzen eine besondere Bedeutung und wurden wegen ihrer Eleganz und Sauberkeit geschätzt. Außerdem schreiben muslimische Legenden, dass gute Geister im Körper einer Katze wohnen würden.

Auf die Katz’ gekommen

Vor allem in der Renaissance und der Frühen Neuzeit inspirierten die anmutigen Samtpfoten zahlreiche Maler, die diese in ihren Werken verewigten. Am bekanntesten sind die Skizzen von Leonardo da Vinci, Albrecht Dürers „Adam und Eva“, die Aquarelle von Gottfried Mind, der auch als Katzen-Raffael bekannt ist, oder Édouard Manets „Frau mit Katze“.
Mit dem Beginn der Zucht im Industriezeitalter hatten es die Stubentiger endgültig in die Herzen der Menschen und in ihr Haus geschafft. Seither gibt es über 30 Rassekatzenarten, wobei die Ägyptische Mau, die Korat, die Abessinier, die Siam, die Perser, die Birma und die Türkisch Van zu den ältesten zählen.
Heute schleichen allein 15,9 Millionen Samtpfoten durch Deutschlands Haushalte (Stand: 2024). Damit ist die Katze hierzulande das beliebteste Haustier, noch vor dem besten Freund des Menschen, dem Hund. Als Ursache wird der moderne Lebensstil genannt, allen voran die steigende Zahl von Alleinlebenden – insbesondere Senioren.
„Ihre Haltung erfordert im Hinblick auf Bewegung und Beschäftigung meist weniger Zeit und körperliche Fitness als das Leben mit Hund – optimal für viele ältere Menschen“, erklärt Prof. Dr. Andrea Beetz von der IU Internationale Hochschule.
Es ist daher nicht abwegig, dass die Zahl der Hauskatzen in Deutschland künftig weiter steigen wird. Doch nicht nur die, die gedanklich einen Katzensprung von einer Anschaffung entfernt sind, verfallen dem Charme einer Samtpfote.
Ein gutes Beispiel ist mein Vater. Noch heute erinnere ich mich an seine Worte: „Es kommt keine weitere Katze ins Haus“. Seither konnten ihn bereits fünf Stubentiger erweichen und hatten binnen kürzester Zeit sein Herz und seinen Sessel im Wohnzimmer erobert.
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Trotz Biden-Begnadigung: Fauci könnte hinter Gittern landen


In Kürze:

  • Der US-Senat leitete nach Faucis Aussageverweigerung ein Verfahren wegen Missachtung des Kongresses ein.
  • Mehrere Bundesstaaten prüfen mögliche Falschaussagen und Gesetzesverstöße während der Corona-Pandemie.
  • Ein Senatsausschuss untersucht Faucis Handy.

 
Die Auseinandersetzung um den ehemaligen US-Spitzenfunktionär Dr. Anthony Fauci erreicht eine neue Stufe. Ein Senatsausschuss hat beschlossen, Fauci wegen möglicher Missachtung des Kongresses strafrechtlich zu belangen.
Auslöser waren Faucis Aussageverweigerung vor dem Kongress, seine Berufung auf den Schutz vor Selbstbelastung sowie die Frage, ob seine früheren Aussagen gegenüber Behörden und Ausschüssen vollständig waren.
Gleichzeitig kündigen mehrere US-Bundesstaaten eigene Untersuchungen an.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält eine digitale Kopie des amtlichen Handys, das Fauci während der Corona-Pandemie genutzt haben soll.
Fauci war unter den US-Präsidenten Donald Trump und Joe Biden federführend bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Zudem leitete von 1984 bis 2022 das Nationale Institut für Allergien und Infektionskrankheiten.
Der US-Immunologe Fauci hat von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht.

Der US-Immunologe Fauci hat von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht.

Foto: Allison Robbert/AP/dpa

Senatsausschuss stimmt für Missachtung des Kongresses

Der Ausschuss für Heimatschutz und staatliche Angelegenheiten des US-Senats stimmte am Donnerstag, 6. August, mit acht zu fünf Stimmen dafür, Fauci wegen Missachtung des Kongresses zu belangen. Die Abstimmung verlief entlang der Parteigrenzen: Alle Republikaner unterstützten die Resolution, während die Demokraten dagegen stimmten.
Der Ausschussvorsitzende, der republikanische Senator Rand Paul, erklärte laut der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times, der Kongress müsse seine Vorladungen durchsetzen können, wenn Personen die Zusammenarbeit verweigern.
„Wenn freiwillige Zusammenarbeit endet, muss der Kongress in der Lage sein, die Einhaltung seiner rechtmäßigen Forderungen zu erzwingen. Das ist das Zwangsinstrument des Kongresses“, sagte Paul. Er fügte hinzu: „Eine Vorladung ist keine Einladung. Eine Vorladung ohne Konsequenz ist keine Vorladung – sie ist nur eine Empfehlung.“
Nach der Abstimmung erklärte Paul, dass die Resolution an das US-Justizministerium weitergeleitet worden sei.

Demokraten kritisieren rechtliche Grundlage

Der ranghöchste Demokrat im Ausschuss, Senator Gary Peters, widersprach der Entscheidung.
Er erklärte, die Republikaner hätten keine ausreichende rechtliche Grundlage vorgelegt, um Fauci wegen Missachtung des Kongresses belangen zu können.
Peters warnte außerdem davor, die Angelegenheit ohne Abstimmung des gesamten Senats an die Staatsanwaltschaft weiterzugeben. Dies sei „noch gefährlicher und ein weithin beispielloser Schritt“.
Die US-Staatsanwaltschaft für den District of Columbia und ein Anwalt, der Fauci vertritt, haben bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung auf eine Nachfrage der Epoch Times nicht geantwortet.

Streit um Faucis Aussageverweigerung

Republikanische Senatoren erklärten, sie hätten aus mehreren Gründen dafür gestimmt, Fauci wegen Missachtung des Senats zu belangen. Einer davon war Faucis Auftritt vor dem Ausschuss am 29. Juli.
Fauci verlas zunächst eine vorbereitete Stellungnahme. Danach erklärte er, keine weiteren Fragen beantworten zu wollen.
Für den Rest der Anhörung berief er sich auf den Fünften Verfassungszusatz der USA, der Menschen davor schützt, sich durch eigene Aussagen selbst zu belasten. Fauci erklärte, er habe diese Entscheidung auf Empfehlung seiner Anwälte getroffen.
Hintergrund war eine Aussage von Rand Paul, wonach Fauci strafrechtlich belangt werden könne, falls er unter Eid falsche Angaben gemacht habe.

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Mehrere republikanische Senatoren kritisierten Faucis Berufung auf den Fünften Verfassungszusatz. Sie argumentierten, Fauci habe den Schutz nicht gezielt für einzelne Fragen genutzt, sondern eine vollständige Befragung verhindert.
Sie verwiesen auf den früheren Fall von Lois Lerner, die ehemalige Leiterin der US-Steuerbehörde IRS, die 2013 nach einer Erklärung vor dem Kongress die Beantwortung weiterer Fragen verweigert hatte.
Der republikanische Senator Josh Hawley kritisierte Fauci scharf. „Die Tatsache, dass er keine Fragen über die Krawatte beantworten wollte, die er trug, über die Farbe des Teppichs oder über den Wochentag, zeigt, dass seine Berufung auf den Fünften Verfassungszusatz nicht auf etwas Bestimmtes zugeschnitten war“, sagte Hawley am Donnerstag.
Er fügte hinzu: „Es war ein vorher festgelegter und vorsätzlicher Plan, die Fragen dieses Ausschusses zu jedem Thema zu umgehen.“

Faucis Anwalt verteidigt Verfassungsrecht

Faucis Anwalt David Schertler widersprach den Vorwürfen. Er erklärte, gerade die Forderungen nach einer möglichen Strafverfolgung hätten den Schutz durch den Fünften Verfassungszusatz notwendig gemacht.
Nach Aussage Schertlers habe Paul eine Situation geschaffen, in der Fauci berechtigte Sorge vor strafrechtlichen Konsequenzen haben müsse.
Der Anwalt verwies auf die vom Obersten Gerichtshof beschriebene „grundlegende Funktion“ des Fünften Verfassungszusatzes, „den Schutz unschuldiger Menschen, die durch unklare Umstände in rechtliche Schwierigkeiten geraten könnten“.
Ein weiterer Streitpunkt ist eine vorsorgliche Begnadigung, die der damalige Präsident Biden Fauci Anfang 2025 gewährte. Sie umfasst mögliche Straftaten gegen Bundesgesetze aus dem Zeitraum vom 1. Januar 2014 bis zum 19. Januar 2025.

Bundesstaaten kündigen Untersuchungen an

Neben dem Kongress planen mehrere republikanisch geführte US-Bundesstaaten, Faucis Rolle während der Pandemie zu überprüfen. Im Mittelpunkt stehen mögliche Falschaussagen, der Umgang mit wissenschaftlichen Diskussionen und mögliche Verstöße gegen Gesetze.
Die Generalstaatsanwältin von Louisiana, Liz Murrill, kündigte am 1. August eine Untersuchung an. Murrill schrieb auf X: „Fauci hat gelogen.“
Sie sagte gegenüber Epoch Times, dass Louisiana und Missouri Fauci bereits unter Eid befragt hätten. Damals habe er erklärt, sich an viele wichtige Details nicht erinnern zu können. Faucis Tagebuch und andere Aufzeichnungen, die öffentlich gemacht wurden, würden jedoch ein neues Licht auf die Zeit werfen.
Senator Tommy Tuberville, Republikaner aus Alabama, erklärte der Nachrichtenplattform „Newsmax“, Alabama werde eine Untersuchung von Fauci einleiten.
Tuberville sagte: „Hoffentlich werde ich in den nächsten sechs Monaten Gouverneur des Bundesstaates Alabama sein. Und ich verspreche Ihnen eines: Wir werden herausfinden, ob es eine Möglichkeit gibt, ihn nach Alabama zu bringen, um ihn vor ein Gericht und eine Jury zu stellen, um zu sehen, ob wir diesen Mann ins Gefängnis bringen können.“
Auch Florida kündigte eine Untersuchung an.
Generalstaatsanwalt James Uthmeier erklärte gegenüber Epoch Times: „Es ist höchste Zeit, dass wir die Wahrheit darüber erfahren, was während COVID passiert ist.“
Und weiter: „Wenn er gelogen hat und dies zu körperlichem und wirtschaftlichem Schaden für unzählige Amerikaner, zu Milliarden von Steuergeldern für ‚medizinische Ausgaben‘ und zu Lernverlusten für unsere nächste Generation geführt hat, sollte es Konsequenzen geben.“

Der damalige Corona-Chefberater des Weißen Hauses, Dr. Anthony Fauci (r.), begleitet US-Präsident Joe Biden bei einem Besuch der National Institutes of Health (NIH) am 11. Februar 2021 in Bethesda, Maryland.

Foto: Saul Loeb/AFP via Getty Images

Koalition aus 17 Bundesstaaten untersucht Fauci

Generalstaatsanwälte aus 17 republikanisch geführten Bundesstaaten kündigten im vergangenen Jahr eine gemeinsame Untersuchung an. Die Koalition prüft nach eigenen Angaben Vorwürfe, Fauci habe möglicherweise irreführende Aussagen gemacht und wissenschaftliche Diskussionen eingeschränkt.
Geleitet wird die Gruppe vom Generalstaatsanwalt von South Carolina, Alan Wilson.
Wilson erklärte: „Das amerikanische Volk hat ein Recht auf Transparenz und Rechenschaftspflicht von öffentlichen Amtsträgern, deren Entscheidungen Millionen Leben beeinflusst haben.“ Er fügte hinzu: „Wir werden weiterhin die Wahrheit verfolgen, weil das amerikanische Volk nichts Geringeres verdient.“
Trotz der Untersuchungen ist offen, ob daraus Strafverfahren entstehen können. Der Rechtsanalyst Mike Allen, ein ehemaliger Staatsanwalt in Ohio, erklärte gegenüber Epoch Times, dass bei vielen möglichen Straftaten die Verjährungsfristen vermutlich bereits abgelaufen seien. Dadurch könnten Ermittler Schwierigkeiten bekommen, ältere Vorgänge strafrechtlich zu verfolgen.

Senat erhält Kopie von Faucis Diensthandy

Parallel zu den laufenden Untersuchungen erhielt ein Senatsausschuss Zugriff auf eine digitale Kopie des Diensthandys, das Fauci während der Pandemie genutzt haben soll. Ermittler hoffen, dadurch Einblicke in interne Kommunikation, Entscheidungsprozesse und mögliche Unterschiede zwischen privaten Nachrichten und öffentlichen Aussagen zu erhalten.
Eine Sprecherin des republikanischen Senators Ron Johnson, des Leiters des Ständigen Unterausschusses für Untersuchungen des US-Senats, bestätigte gegenüber Epoch Times, dass das Gerät am 6. August vom Gesundheitsministerium (HHS) an den Ausschuss übergeben wurde.
Johnson schrieb auf X: „Hoffentlich wird dieses Gerät viele der Fragen beantworten, die er bei der Anhörung in der vergangenen Woche nicht beantworten wollte.“
Während Teile von Faucis E-Mail-Verkehr bereits aufgrund von Anfragen nach dem US-Informationsfreiheitsgesetz veröffentlicht wurden, ist der Inhalt seines Handys bislang weitgehend unbekannt.
Epoch Times erhielt keine vollständige Sammlung von Faucis Textnachrichten. Erst nach rechtlichen Schritten eines anderen Mediums wurden mehrere Dutzend Nachrichten veröffentlicht.
Die Ermittler interessieren sich besonders dafür, ob interne Kommunikation mit späteren öffentlichen Aussagen übereinstimmte. Bereits bekannte Nachrichten zeigen Kontakte während der Pandemie.
Der damalige republikanische Senator Mitt Romney kontaktierte Fauci und empfahl eine „strikte Quarantäne“ für ältere Menschen. Fauci antwortete: „Ich werde diesen Ansatz zum Treffen der [Taskforce] mitbringen. Er ist definitiv eine ernsthafte Überlegung wert.“
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USA: Überraschender Stellenabbau am Arbeitsmarkt

In den USA haben Unternehmen im Juli mehr Arbeitsplätze abgebaut als neue geschaffen. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft sank im vergangenen Monat um 23.000, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Gleichzeitig korrigierte es seine Zahlen für Mai und Juni kräftig nach unten. Insgesamt waren im Juli 6,9 Millionen Menschen in den USA arbeitslos.
Die Arbeitslosenquote fiel im vergangenen Monat dennoch leicht auf 4,1 Prozent. Grund ist ein anhaltender Rückgang der Erwerbsquote der Menschen im arbeitsfähigen Alter. Sie ging seit Jahresbeginn um 0,7 Prozentpunkte zurück, der Anteil der Erwerbstätigen an der Gesamtbevölkerung schrumpfte um 0,5 Prozentpunkte. Absolut sind das hunderttausende Menschen weniger auf dem Arbeitsmarkt.
Die US-Arbeitsmarktdaten werden von Investoren auf der ganzen Welt mit Argusaugen beachtet. Ist der Arbeitsmarkt robust und die Inflation hoch, werden Zinssenkungen unwahrscheinlicher. Über die würden sich Börsianer aber freuen, unter anderem weil das Sparbuch als Alternative zur Aktie damit wieder unattraktiver werden würde und Unternehmen und andere Akteure billiger an Kredite kämen.

Mai und Juni: 103.000 Jobs weniger als erwartet

Im Mai und Juni wurden den neuen Angaben des Ministeriums zufolge nur 83.000 Stellen geschaffen – das sind 103.000 Jobs weniger als zunächst gemeldet. Der Abbau von Stellen im Juli betraf vor allem Sektoren wie die öffentliche Bildung auf lokaler Ebene und den Einzelhandel. Experten hatten allein im Juli mit 83.000 neuen Jobs gerechnet.
Zusätzliche Arbeitsplätze entstanden laut Ministerium vor allem bei Gesundheits- und Sozialdienstleistungen – allerdings in geringerem Umfang als in den Vormonaten. Im Freizeit- und Gastgewerbe blieb die Zahl der Beschäftigten trotz der Fußballweltmeisterschaft der Männer etwa gleich – ebenso in der Industrie.
Seit dem erneuten Amtsantritt Trumps im Januar 2025 hatte sich die Beschäftigungslage zunächst verschlechtert, die Arbeitslosenquote stieg zwischenzeitlich auf das höchste Niveau seit der Corona-Pandemie. Experten machten dafür unter anderem die Verunsicherung durch Trumps Zollpolitik verantwortlich, aber auch den Abbau von Arbeitsplätzen durch Künstliche Intelligenz. In den vergangenen Monaten hatte sich die Lage wieder verbessert – allerdings nicht in wichtigen Branchen wie dem verarbeitenden Gewerbe, dem Einzelhandel, Transport- und Finanzdienstleistungen. (afp/dts/red)
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Nach Ceuta-Andrang: Spanien droht Italien wegen Grenzkontrollen mit Gegenmaßnahmen

Spanien hat Italien mit Gegenmaßnahmen gedroht, sollte Rom seine nach dem Andrang auf die spanische Exklave Ceuta verhängten Grenzkontrollen nicht wieder aufheben. Die Grenzkontrollen seien „unfair, laufen den Interessen der EU zuwider und diskriminieren die spanische Bevölkerung“, erklärte die spanische Regierung am Freitag. Madrid setzte der Regierung in Rom eine Frist bis Sonntag.
Sollte die italienische Regierung bis dahin nicht reagieren, sehe sich Spanien „gezwungen, proportionale Maßnahmen zu ergreifen, um die Interessen und die Würde seiner Bürgerinnen und Bürger zu schützen“, teilte Madrid weiter mit. Italien müsse Spanierinnen und Spanier „behandeln wie andere EU-Bürgerinnen und -Bürger auch“. Die spanische Regierung ließ offen, welche Gegenmaßnahmen sie plant.

Italien: Schutz der nationalen Sicherheit

Italien hatte als Reaktion auf die Migrationskrise in Ceuta Grenzkontrollen für Schiffe und Flüge aus Spanien eingeführt und bestehende Kontrollen an den Landesgrenzen verschärft. Die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni sprach von einem „außerordentlichen“ Schritt, um „die nationale Sicherheit zu schützen“. Ihre Regierung forderte gar einen Ausschluss Spaniens aus dem Schengen-Raum, was rechtlich aber nicht möglich ist.
Zahlen der spanischen Regierung zufolge hatten in der vergangenen Woche rund 72.000 Menschen die neben Marokko gelegene spanische Exklave Ceuta teils schwimmend erreicht, 80 Menschen kamen demnach ums Leben. Die marokkanischen Behörden sprachen von elf Toten auf ihrem Gebiet.
Wohl knapp 2000 Migrantinnen und Migranten befinden sich noch in Ceuta, die meisten von ihnen sind Kinder und Jugendliche. Sie haben dort kaum Zugang zu Wasser, Lebensmitteln oder sicheren Schlafplätzen. (afp/red)
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7. August: AfD-Zustimmung nimmt weiter zu | Sicherheitsrat tagt zu Drohnenvorfall | Wehrmachtsfunde in der Donau

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AfD-Zustimmung nimmt weiter zu

Die AfD legt im aktuellen Trendbarometer auf 28 Prozent zu. CDU und CSU stehen unverändert bei 21 Prozent. Zugleich sinkt die Zufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz um einen Punkt auf 14 Prozent. Insgesamt sehen 14 Prozent Lösungskompetenz bei der AfD.

Sicherheitsrat tagt zu Drohnenvorfall

Wegen des Drohnenvorfalls am Dresdner Flughafen hat der Nationale Sicherheitsrat mit Bundeskanzler Friedrich Merz heute getagt. Dieser stehe „in fortwährendem Austausch“ mit den Mitgliedern der Bundesregierung. Diskutiert wird die behördliche Zuständigkeit für den Schutz kritischer Infrastrukturen und mögliche NATO-Konsultationen.

Wehrmachtsfunde in der Donau

Das Niedrigwasser der Donau hat in Budapest die Überreste von zwei Wehrmachtssoldaten, ein Motorrad und Tellerminen freigegeben. Die Gebeine der Soldaten wurden exhumiert. Es wird erwartet, dass Schiffswracks und weitere Kriegstote geborgen werden könnten.

Rekordefizit in Stuttgart

Die Stadt Stuttgart weist für 2025 ein Haushaltsdefizit von 711,7 Millionen Euro auf. Es ist das höchste seiner Geschichte. Bisher galt die Landeshauptstadt als Musterbeispiel deutscher Wirtschaftskraft. Weltkonzerne wie Mercedes-Benz, Porsche und Bosch haben hier ihren Stammsitz, die nun zunehmend von der Wirtschaftskrise betroffen sind.

Säuberungen in China

Beim Militärbankett der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) zum 99. Jahrestag der Volksbefreiungsarmee fehlten erstmals alle Mitglieder der Zentralen Militärkommission, dem Führungskreis der chinesischen Armee. Analysten sehen dies als Zeichen für die Folgen der Säuberungen unter Chinas Führer Xi Jinping und mögliche Machtprobleme innerhalb der Militärführung.
 
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Verfassungsschutz warnt vor Desinformationskampagne gegen Merz

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat vor einer aktuellen Desinformationskampagne gewarnt. Die Kampagne ziele darauf ab, das politische Ansehen von Friedrich Merz (CDU) als Bundeskanzler zu untergraben, teilte die Behörde dem „Handelsblatt“ mit. Sie sei zudem auch im Kontext der im September anstehenden Wahlen auf Landes- und Kommunalebene in Deutschland zu sehen.
Hintergrund ist ein derzeit im Internet kursierendes deutschsprachiges Video mit dem Logo der „Deutschen Welle“ und dem Titel „Interne CDU-Unterlagen: Merz tritt am 10. August zurück“. Darin wird fälschlich behauptet, dem „Handelsblatt“ liege eine interne Korrespondenz des CDU-Bundesvorstands vor, wonach Merz seinen Rücktritt plane. Das „Handelsblatt“ stellt dazu klar: Eine solche Korrespondenz liegt der Redaktion nicht vor. Die angebliche „Handelsblatt“-Webseite, die in dem Video eingeblendet wird, ist gefälscht.

Zunahme von Kampagnen vor Wahlen

Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes handelt es sich um ein typisches Muster der sogenannten Informationsmanipulation. Die Urheber griffen aktuelle politische Entwicklungen in Deutschland gezielt auf. Durch das Hinzufügen eines weiteren Mediums („Handelsblatt“) werde die angebliche Meldung der „Deutschen Welle“ vermeintlich authentischer gemacht und so deren Glaubwürdigkeit erhöht, erklärte die Behörde.
In deutschen Sicherheitskreisen wird hinter der Anti-Merz-Kampagne die Desinformationsgruppe „Storm-1516“ vermutet, die dem russischen Militärgeheimdienst GRU zugeordnet wird. Grundsätzlich beobachtet der Inlandsnachrichtendienst eine Zunahme solcher Kampagnen vor politisch wichtigen Terminen. Informationsmanipulation sei nicht nur eine abstrakte Gefahr für die Demokratie, sondern nehme auch bewusst führende Persönlichkeiten in den Fokus, erklärte die Behörde. (dts/red)
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Feilen am Charakter: Die 7 Gewohnheiten der Reichen

Gewohnheiten entstehen aus Verhalten, das so oft wiederholt wird, bis es fast automatisch abläuft. Ich bin beeindruckt von der Kraft einer Gewohnheit. Sie ist eine Kraft, die Ihr Leben verändern kann, und sie steht jedem zur Verfügung, unabhängig von seiner Situation oder seinen Lebensumständen.
Fünf Jahre lang beobachtete der Autor Tom Corley die täglichen Gewohnheiten von Reichen und Armen und hielt seine Erkenntnisse in seinem Buch fest: „Rich Habits: The Daily Success Habits of Wealthy Individuals“ – zu Deutsch etwa: „Die Erfolgsgewohnheiten wohlhabender Menschen: Erfahren Sie, wie die Reichen so reich werden“. Corley definiert als reich diejenigen, die mindestens 160.000 Dollar pro Jahr verdienen und über ein Vermögen von mindestens 3,2 Millionen Dollar verfügen. Personen mit einem Jahreseinkommen von weniger als 30.000 Dollar und einem Vermögen von weniger als 5.000 Dollar werden als arm definiert.
Bemerkenswerterweise stellte Corley fest, dass reiche Menschen weit mehr gemeinsam haben als nur ihr Einkommen. Sie teilen dieselben Gewohnheiten und Verhaltensweisen im Alltag, die er bei den Armen größtenteils nicht vorfand. Corley legt ein überzeugendes Argument vor: Reich zu werden hat nichts damit zu tun, wie viel Glück man hat; es hängt möglicherweise mehr davon ab, wie man seinen Tag gestaltet – angefangen bei der Stunde, in der man aufwacht.
In seinen jahrelangen Beobachtungen lernte Corley, dass es nicht so sehr die Wirtschaft oder äußere Einflüsse sind, sondern vielmehr die eigenen täglichen Gewohnheiten, die den Weg zu Reichtum oder Armut ebnen.
Da wir wissen, dass wir Kontrolle über unsere Gedanken und Handlungen haben und dass wir Gewohnheiten entwickeln können, indem wir einfach dasselbe Verhalten immer wieder wiederholen, bis es fast automatisch abläuft – was wäre, wenn wir die täglichen Verhaltensweisen von wirklich wohlhabenden Menschen nachahmen würden? Könnten Sie finanziell besser dastehen, wenn Sie Ihre schlechten Geldgewohnheiten aufgeben und sie durch Gewohnheiten ersetzen würden, die nachweislich dazu beitragen, finanziell fitter zu werden? Urteilen Sie selbst, aber ich wette auf „Ja“.
Hier sind die Gewohnheiten, die Corley bei Hunderten von wohlhabenden Menschen übereinstimmend feststellte, nachdem er sie fünf Jahre lang begleitet hatte.

Früh aufstehen

Corley stellte fest, dass wohlhabende Menschen früh aufstehen, um die frühen Morgenstunden voll auszunutzen. Vierundvierzig Prozent der Probanden in Corleys Studie wachen mindestens drei Stunden vor Beginn ihres Tagesjobs auf. Sie nutzen diese Stunden, um sich auf ihre persönliche Weiterentwicklung zu konzentrieren, beispielsweise durch das Lesen von Sachbüchern, Blogs und Fachzeitschriften. Und sie schieben auch noch irgendeine Form von körperlicher Betätigung dazwischen.
Erfolgreiche Menschen starten oft aktiv in den Tag. Foto: BartekSzewczyk/iStock

Erfolgreiche Menschen starten oft aktiv in den Tag.

Foto: BartekSzewczyk/iStock

Mittagessen? Ja. Pause? Nein.

Fünfundfünfzig Prozent nahmen keine langen Mittagspausen oder gar keine Mittagspause. Sicher, diese Leute essen, aber zwischendurch erledigen sie ihre Geschäfte. Sie essen an ihrem Schreibtisch, während sie arbeiten. Ein langes, gemütliches Mittagessen gehört nicht zu den Gewohnheiten der Reichen.

Kein Herumtrödeln

Corley stellte nicht fest, dass die Reichen am Wasserspender herumlungerten. Sie sind nicht diejenigen, die auf die Uhr schauen oder ständig ausrechnen, wie lange sie noch arbeiten müssen, bevor sie Feierabend machen können.
Im Gegenteil: Die Reichen verschwenden keine Zeit. Sobald sie ihr Büro oder ihren Arbeitsplatz erreichen, planen sie ihren Tag. Die meisten Vermögenden führen eine tägliche To-do-Liste und haken jeden Tag 70 Prozent ihrer Aufgaben ab. Außerdem setzen sie sich langfristige Ziele.
Erfolgreiche Menschen sind effektiver bei ihrer Arbeit. Foto: DuxX/iStock

Erfolgreiche Menschen sind effektiver bei ihrer Arbeit.

Foto: DuxX/iStock

Kalorienbewusst sein

Reiche Leute achten sehr auf ihre Kalorienzufuhr. Corley stellte fest, dass die meisten Vermögenden ihren Alkoholkonsum einschränken und so gut wie nie Junkfood zu sich nehmen.
Sie beschränken ihre Snacks auf nur 300 Kalorien pro Tag, weil sie gesundheitsbewusst sind. Für wohlhabende Menschen ist Gesundheit ein Mittel, um mehr Geld zu verdienen, wie Corley herausfand. Sie glauben, dass sie weniger Krankheitstage haben, wenn sie gesund sind. Wenn sie Sport treiben, haben sie mehr Energie. Die Reichen pflegen ihre Gesundheit als Lebensweise, damit sie länger berufstätig bleiben können.

Kein Klatsch und Tratsch

Haben Sie eine pikante Neuigkeit, die Sie einem Kollegen, Freund oder Verwandten weitergeben möchten? Bevor Sie das tun, bedenken Sie Folgendes: 79 Prozent der Menschen mit geringem Einkommen geben an, dass sie klatschen, verglichen mit nur 6 Prozent der wohlhabenden Personen. Das sagt schon alles.

Begrenzte Internetnutzung

Die Armen nutzen nach der Arbeit doppelt so häufig Facebook und verbringen eine Stunde oder länger damit, im Internet zu surfen. Die Reichen verbringen ihre Zeit nach der Arbeit mit ehrenamtlichen Tätigkeiten, Networking und sozialen Kontakten – und zwar auf eine Art und Weise, die ohne Smartphones oder den Cyberspace auskommt.
Sie pflegen persönliche Beziehungen und betrachten das Internet eher als Geschäftsinstrument denn als Quelle der Freizeitgestaltung oder sozialen Interaktion.

Mehr verdienen, weniger ausgeben

Die Reichen leben unter ihren Verhältnissen. Sie geben weniger aus, als sie verdienen. Sie glauben, dass sie es sich leisten können, unter ihren Verhältnissen zu leben, wenn sie wohlhabend genug sind.
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „7 Habits of the Rich“. Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: (sm)
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Petition bringt Klingbeils Krypto-Steuerpläne in den Bundestag

Die geplante Reform der Krypto-Besteuerung beschäftigt bald den Bundestag. Eine Online-Petition gegen die Abschaffung der einjährigen Steuerfreiheitsfrist bei Bitcoin und Co. hat das Quorum von 30.000 Unterschriften erreicht. Damit muss sich der Petitio…

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Saudi-Arabien, Türkei und Pakistan schließen Militärbündnis

Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan haben sich in einem neuen Verteidigungsbündnis zusammengeschlossen. Ein Angriff auf einen der drei Staaten soll künftig als Angriff auf alle drei gelten.
Das Abkommen wurde am Freitag bei einem Treffen der Staats- und Regierungschefs in Mekka besiegelt. Saudi-Kronprinz Mohammed bin Salman, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif unterzeichneten den Vertrag in der saudischen Stadt.

Zunehmende Spannungen

Hintergrund sind die zunehmenden Spannungen in der Region. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat Saudi-Arabien direkt in die Auseinandersetzungen verwickelt und den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus sowie das Rote Meer erheblich beeinträchtigt. Bereits im Vorjahr hatten Riad und Islamabad ein gemeinsames Verteidigungsabkommen geschlossen.
Seit dem US-israelischen Angriff auf den Iran Ende Februar haben Teheran und seine Verbündeten Ziele in Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten attackiert und Lieferungen blockiert. Im Jemen liefern sich die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen, die den Norden des Landes kontrollieren, weiterhin Gefechte mit Regierungstruppen, die von einer saudisch geführten Koalition unterstützt werden.
Erst im vergangenen Monat hatten die Huthi eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verhängt und saudische Flughäfen, Ölanlagen sowie Tanker im Roten Meer ins Visier genommen. Riad reagierte mit Luftangriffen auf Huthi-Stellungen und dem Aufbau einer neuen Marinekoalition zum Schutz der Schifffahrt im Roten Meer und im Golf von Aden.

Angriff auf einen gilt als Angriff auf alle

Das pakistanische Außenministerium erklärte bei der Vorstellung des Pakts am Freitag, ein Angriff auf einen der drei Vertragsstaaten werde als Angriff auf alle betrachtet. Das als „Gemeinsames Verteidigungsabkommen von Mekka“ bezeichnete Bündnis sieht gegenseitige Unterstützung der drei sunnitischen Staaten vor, lässt jedoch offen, welche konkreten Verpflichtungen die einzelnen Länder übernehmen.
Ein türkischer Regierungsvertreter sagte, der Pakt habe rein defensiven Charakter. Die drei Länder zeigten sich besorgt über den unvermindert andauernden Konflikt zwischen Israel und dem Iran. Ihr gemeinsamer Verbündeter, die USA, hat zunehmend Schwierigkeiten, die regionalen Auswirkungen der Krise einzudämmen.
In dem Bündnis bringt Saudi-Arabien vor allem seine Finanzkraft und seine Rolle als einer der größten Waffenimporteure ein. Die Türkei stellt als zweitgrößte Armee der Nato ihre fortschrittliche Rüstungsindustrie zur Verfügung. Pakistan verfügt als einziger der drei Staaten über Atomwaffen. (dts/red)
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Kernkraft in Europa gedrosselt – aber Kohle und Gas laufen weiter?


In Kürze:

  • In mehreren Ländern in Europa mussten Kernkraftwerke ihre Leistung herunterfahren.
  • Als Grund werden Erwärmung von Flüssen und Niedrigwasser aufgrund sommerlicher Temperaturen genannt.
  • Auch andere Kraftwerksarten arbeiten mit Dampfturbinen und benötigen Kühlung, sind aber viel seltener von Drosselungen betroffen.
  • Entscheidend sind der Aufbau des Kühlsystems und unterschiedliche Regularien.
  • Die letzte hitzebedingte Drosselung eines Großkraftwerks in Deutschland geschah 2018.

 
Frankreich, Ungarn und Rumänien: Zuletzt kursierten mehrere Meldungen über Kernkraftwerke in Europa, die aufgrund der sommerlichen Wetterbedingungen ihre Leistung teilweise oder komplett herunterfahren mussten. Entweder sind die Flüsse, aus denen sie Kühlwasser beziehen und zurückführen, zu warm oder die Pegelstände zu niedrig.
Doch nicht nur diesen Sommer sorgen Ausfälle reihenweise für Schlagzeilen. Das wiederholt sich praktisch jeden Sommer, wobei fast immer dieselben Kernkraftwerke betroffen – und nicht ausschließlich nukleare Anlagen. Die meisten können unbeeindruckt von jeder Hitze einfach weiterlaufen und decken einen erheblichen Anteil der Stromversorgung der Bevölkerung ab.

Drosselungen auch bei anderen Kraftwerksarten

Die Stromerzeugung in nahezu allen Großkraftwerken funktioniert nach demselben Prinzip: Ein Brennstoff liefert Wärme, die erzeugt starkt erhitzten Wasserdampf, der eine Turbine antreibt. Ein Teil der Wärme kann dabei nicht in Strom umgewandelt und muss anderweitig abgeführt werden. Dafür ist eine Kühlung notwendig.
Aufgrund dessen könnte man annehmen, dass Gas-, Öl- oder Kohlekraftwerke und Müllverbrennungsanlagen ebenfalls von den Auswirkungen hoher Temperaturen betroffen sein müssten. Im Falle von Niedrigwasser kann unter Umständen auch ein Wasserkraftwerk eine Drosselung erfahren. All diese Ausfälle existieren. Sie sind aufgrund geringerer medialer Berichterstattung jedoch weitaus weniger bekannt.
In Frankreich musste beispielsweise der Energiekonzern EDF Mitte Juni dieses Jahres aufgrund hoher Wassertemperaturen im Mittelmeer ein Gaskraftwerk an der Küste vollständig abschalten. Der Zugang zu Kühlwasser war eingeschränkt. Die Anlage kühlt sich im Betrieb mit dem Meerwasser ab. Auch im Jahr 2022 mussten in Frankreich Gaskraftwerke aufgrund hoher Temperaturen abschalten.
Ein möglicher Grund, dass Berichte über gedrosselte Kernreaktoren dennoch deutlich dominieren, liegt in ihrer höheren Leistung. Fallen sie aus, bedeutet das eine größere Lücke in der Stromversorgung.

Höhere Temperaturen in anderen Ländern

Dass in Frankreich, Ungarn und Rumänien aktuell die Anlagen stillstehen müssen und deutsche Kraftwerke nicht, liegt primär an den unterschiedlichen Temperaturen. Die Wassertemperaturen der deutschen Flüsse sind derzeit etwas niedriger als die in den südlicher gelegenen EU-Ländern.
Die Rhein-Temperaturen im rheinland-pfälzischen Koblenz betragen aktuell rund 26 Grad Celsius. Ähnlich warm war auch die französische Rhone. Im Juli kletterte die Temperatur auf 25 Grad. Die Donau erreichte in Ungarn sowie in Rumänien bis zu 28 Grad.
Hinzu kommt, dass die Länder unterschiedliche Temperaturgrenzwerte für die Wassereinleitung des Kühlwassers in den Fluss vorschreiben. Während dieser in Frankreich meist bei rund 28 Grad liegt, dürfen Kraftwerke in Deutschland bis 30 Grad, in Ausnahmefällen sogar bei bis zu 33 Grad, noch Wasser einleiten. In Ungarn beträgt diese Temperaturgrenze ebenfalls 30 Grad, in Rumänien maximal 35 Grad.
Aus rein technischer Sicht ist auch wärmeres Flusswasser zur Kraftwerkskühlung geeignet. Die Grenzen sind damit vor allem regulatorischer Natur, vielfach mit der Begrünung des Schutzes von Fluss und Natur.

Bauweise ist entscheidend

Relevant ist zudem die Ausstattung und der Aufbau des Kühlsystems eines Kraftwerks – unter anderem also, ob es einen Kühlturm besitzt oder nicht. Denn abgesehen vom namensgebenden Brennstoff bestehen hierbei große Unterschiede zwischen verschiedenen Kraftwerken.
In jedem Fall, egal ob der Brennstoff Kohle, Gas, Müll oder ein Uran-Brennstab ist, führen ein Kondensator und Kühlwasserkreislauf nach der Turbine die Abwärme im Maschinenhaus über einen Wärmetauscher ab. Hierbei ist zwischen zwei Systemen zu unterscheiden: mit und (fast) ohne direkte Fluss- oder Meerwasserzufuhr.
Europa Kernkraftwerk

Schematischer Aufbau eines Kernkraftwerks mit Druckwasserreaktor. Sichtbar ist der Primärkreis im Reaktorgebäude, der Sekundärkreis ins Maschinenhaus und der Tertiärkreis für das Kühlwasser mit Fluss und/oder Kühlturm.

1. Kühlung mit Fluss- oder Meerwasser
Ist ein Fluss oder das Meer Teil des Kühlwasserkreislaufs, spricht man von der sogenannten Durchlaufkühlung oder Frischwasserkühlung. Dazu wird Wasser aus einem nahegelegenen, ausreichend großen Fluss entnommen. Dieses fließt durch den Kondensator an der Turbine und nimmt die dortige Wärmeenergie auf. Das erwärmte Wasser fließt anschließend zurück in den Fluss oder ins Meer. Diese Rückleitung
Dieses Kühlsystem ist günstig und bietet eine hohe Effizienz. Das Kühlsystem gibt dabei praktisch die komplette Abwärme an das Gewässer ab. Dafür muss der Wasserquelle viel Wasser entnommen werden.
Der Wasserbedarf für die Durchlaufkühlung ist enorm. So muss bei einer Aufwärmspanne von etwa 10 Grad Celsius mit einem Kühlwasserbedarf von etwa 35 Kubikmeter pro Sekunde (m³/s) für eine Anlage mit 1.000 MW installierter elektrischer Leistung gerechnet werden.
Zum Schutz der Gewässer und ihrer Tiere können sowohl die Entnahmemenge als auch die Temperatur des zurückgeleiteten Wasser Einschränkungen unterliegen. Diese führten jüngst zur Abschaltung vieler Kraftwerke.
2. Kühlung (fast) ohne Fluss- oder Meerwasser
Kraftwerke, die das Kühlwasser nicht in den Fluss oder das Meer zurückleiten, müssen praktisch keine Abschaltung aufgrund von festgelegten Temperaturgrenzen befürchten. Statt in ein Gewässer führt etwa der Kühlkreislauf des Kernkraftwerks Gösgen-Däniken in der Schweiz die Kondensationswärme in die Atmosphäre ab. Das geschieht über einen Kühlturm in einem teilweise geschlossene Wasserkreislauf.
Auch hierbei nehmen Kondensator und Wärmetauscher die Abwärme aus dem Maschinenhaus auf. Über Leitungen gelangt das auf rund 40 Grad Celsius erwärmte Wasser vom Kondensator zum Kühlturm. Dort versprühen mehrere Düsen, die über den gesamten Durchmesser des Kühlturms in wenigen Metern Höhe angebracht sind, das Wasser.
Am Sockel des Kühlturms gelangt kühlere Umgebungsluft hinein, die im Inneren des Turms aufsteigt. Höhe und Form des Turms sorgen für einen natürlichen Kaminzug. Das über die Düsen versprühte Wasser gibt Wärme an die Umgebungsluft ab. Während es in ein Auffangbecken fällt, kühlt es sich auf rund 26 Grad ab. Dabei verdunstet ein Teil des Wassers.
Im Auffangbecken dieses – meist aus einem nahegelegenen Fluss – ersetzt. Hierfür erforderlich sind etwa 0,4 bis 1 m³/s und damit nur ein Bruchteil dessen, wie bei der oben erwähnten Durchlaufkühlung.
Der entscheidende Nachteile beim Kühlkreislauf mit Kühlturm ist: Der Wirkungsgrad ist geringer und das Kraftwerk erzeugt sichtbare Schwaden aus Wasserdampf.

Aktuell keine Abschaltung in Deutschland

In der Bundesrepublik gab es in diesem Jahr noch kein Kraftwerk, das aufgrund hoher Temperaturen seine Leistung drosseln musste. Zuletzt ereignete sich hierzulande im Jahr 2018 eine nennenswerte Drosselung eines Kraftwerks wegen Hitze und Kühlwasserproblemen. Das betraf das Steinkohlekraftwerk Bergkamen. Die damalige Hitzewelle erwärmte die Flüsse zu sehr, sodass die Temperatur des zum Fluss zurückgeführten Kühlwassers den gesetzlichen Grenzwert zu überschreiten drohte.
Im selben Zeitraum drosselte auch das inzwischen stillgelegte Kernkraftwerk Philippsburg in Baden-Württemberg aus gleichem Grund seine Leistung. Die Reduzierung war jedoch nur geringfügig: Block zwei lieferte zeitweise lediglich bis zu zehn Prozent weniger.
Drosselt ein Kernkraftwerk seine Leistung, sinkt auch der Kühlbedarf. Allerdings hat ein Kernkraftwerk auch dann noch einen gewissen Rest-Kühlbedarf, wenn keine Leistung mehr von ihm abverlangt wird. Das liegt an den Brennstäben.
Generell hatten die deutschen Kernkraftwerke insgesamt deutlich weniger hitzebedingte Ausfälle und Drosselungen als viele Meiler im Ausland. Besonders die Reaktoren in Frankreich waren in den vergangenen Jahrzehnten von Hitzewellen betroffen. Das liegt vor allem daran, dass viele französische Kernkraftwerke an Binnenflussstandorten befinden und ohne Kühlturm operieren. Sie arbeiten, ebenso wie die weitestgehend oder komplett gedrosselten Kernkraftwerke in Ungarn und Rumänien, ausschließlich mit Frischwasserkühlung.

Wie können künftig KKW-Abschaltungen vermieden werden?

Technisch wäre es daher durchaus möglich, hitzebedingte Abschaltungen von Kern- und anderen Kraftwerken zu reduzieren oder ganz zu vermeiden.
Dazu müssten besonders bei den aktuell betroffenen Kernkraftwerken Paks in Ungarn, Cernavoda in Rumänien und anderen kritischen Anlagen die Kühlwassersysteme der Anlagen um Kühltürme erweitert werden. Somit müsste kein erwärmtes Wasser mehr in die nahegelegenen Flüsse eingeleitet und erheblich weniger Wasser entnommen werden.
Auch Mischformen sind möglich, wie das KKW Golfech in Frankreich zeigt. Es verfügt über Kühltürme, dennoch fleißt ein Teil des Abwassers leicht erwärmt in die Garonne zurück.