Kürzlich hatte ich ein herzzerreißendes Erlebnis als Vater: Ich musste meiner 3-jährigen Tochter eine sehr schlechte Nachricht überbringen. Mit schleppenden Schritten, wie ein Mann mit Fesseln an den Knöcheln, ging ich langsam in das Gartenzimmer, in dem meine Tochter spielte.
Ich rief den Namen meiner Tochter. Wir setzten uns zusammen auf die Couch, und ich fasste all meinen Mut zusammen und sagte: „Schatz, Daisy ist letzte Nacht gestorben.“ Es dauerte ein paar Sekunden, bis meine Tochter realisierte, was ich gesagt hatte, nämlich, dass unser Familienhund nicht mehr da war. Sie fiel mir in die Arme, löste sich in Tränen auf und wimmerte: „Ich will meinen Hund zurück, ich will sie zurück.“
Einige Minuten vor diesem Gespräch war meine Frau mit besorgtem Blick in mein Arbeitszimmer gekommen und hatte mir erzählt, dass Daisy draußen im Garten liege und sich nicht bewege. Ich ging nachsehen. Sie lag nicht weit von der Tür entfernt im Schnee am Fuße eines kleinen Hügels. Ihr warmes, nussbraunes Fell hob sich stark vom Weiß ab. Ich wusste, ohne sie zu berühren, dass sie tot war.
Ich bückte mich und strich mit den Fingern über ihr glänzendes Fell, das sich noch genauso weich anfühlte wie immer. Sie war nicht verletzt worden, und sie war auch nicht krank gewesen. Sie war einfach alt geworden und eines Morgens kam ihr müder Körper schließlich zur Ruhe, aus der er nie wieder erwachte.
Der treueste aller Freunde
Haustiere haben die Tendenz, sich in unser Leben und unsere Herzen vorzuarbeiten, ohne dass wir es wirklich bemerken. Daisy war ein Hund für draußen, spielte aber dennoch eine große Rolle in unserer Familie und begrüßte uns stets mit der unerschütterlichen Fröhlichkeit und Freude, die nur Hunde besitzen.
Sie liebte es, uns auf Spaziergängen zu begleiten oder neben der Schaukel zu sitzen, während meine Tochter spielte. Sie jagte für ihr Leben gern Tiere – besonders unsere armen, verdutzten Schafe.
Hunde fügen sich nahtlos in den Alltag der Menschen ein, zufrieden damit, einfach in unserer Nähe zu sein und uns zu begleiten. Sie verlangen wenig und geben viel.
Meine Frau und ich waren traurig über den Verlust von Daisy, doch diese Trauer wurde noch verstärkt, als wir unsere Tochter weinen sahen.
Für mich gehören Hunde einfach zur Kindheit dazu. Ich bin mit Hunden aufgewachsen und wünsche mir das Gleiche für meine Kinder. Das hat natürlich seinen Preis – einen Preis, den ich selbst hautnah miterleben musste.
Gleichzeitig war dies eine Gelegenheit für mein Mädchen, innerlich zu wachsen. Die Erfahrung, die Kinder beim Verlust ihres Haustieres machen, bringt ihnen das Geheimnis des Todes in einem übergeordneten Sinne näher. Der Kreislauf des Lebens in der Tierwelt spiegelt auch den Kreislauf des Lebens in der Menschenwelt wider.

Ein Kind, ein Hund und viel Natur.
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Ich freue mich, berichten zu können, dass sich meine Tochter schnell vom Verlust von Daisy erholt hat. Sie spricht bereits davon, dass sie einen neuen Hund möchte. Ich denke, dass wir einen bekommen werden. Es gibt eine Reihe von Gründen, die ich so intuitiv begreife, dass ich sie nie wirklich durchdacht und artikuliert habe. Die Notwendigkeit eines Hundes scheint mir eine der unhinterfragbaren, ursprünglichen Wahrheiten der Welt zu sein.
Ein Bindeglied zwischen Mensch und Natur
Um mit den unsterblichen Worten des englischen Schriftstellers G. K. Chesterton aus seinem Essay „On Keeping a Dog“ zu sprechen: „Irgendwie hat dieses Geschöpf mein Mannsein vervollständigt; irgendwie – ich kann nicht erklären, warum – sollte ein Mann einen Hund haben. Ein Mann sollte sechs Beine haben; jene anderen vier Beine sind ein Teil von ihm. Unser Bündnis ist älter als all die flüchtigen und besserwisserischen Erklärungen, die man über uns beide abgegeben hat. Bevor es die Evolution gab, gab es uns.“
Lassen Sie mich genauer ausführen, warum Familien Hunde haben sollten.

Für viele Kinder bieten frühe Beziehungen zu Haustieren eine der ersten Möglichkeiten, Zuneigung, Fürsorge und emotionale Bindung gemeinsam mit Eltern und Geschwistern zu erleben.
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Hunde sind ein wesentliches Bindeglied zwischen Mensch und Natur. Einen Hund um sich zu haben, hat einen erdenden Effekt. Dieser erdende Effekt ist schwer zu beschreiben, aber Hundebesitzer werden wissen, was ich meine.
Er bezieht sich auf die einfache Direktheit, die Aufrichtigkeit und den Enthusiasmus der Hundenatur. Hunde sind im wahrsten Sinne des Wortes bodenständig. Sie helfen uns, den gesunden Menschenverstand und die einfachen Dinge des Alltags nicht aus den Augen zu verlieren. Und sie helfen uns, mit der Natur verbunden zu bleiben.
Ich bin sicherlich nicht der Erste, der über die Loyalität eines Hundes schreibt, aber das Thema verdient eine gewisse Wiederholung. An regnerischen und an sonnigen Tagen sind sie da – am Fußende Ihres Bettes oder wartend vor Ihrer Tür, sanft mit ihren Schwänzen wedelnd. Sie bieten stetige, verlässliche Gefährtenschaft und bleiben unbeeindruckt von Wolken, Regen, Politik oder was auch immer sonst vor sich geht.
Da sie so unkomplizierte Wesen sind, neigen sie dazu, sich an den Menschen zu binden, der „ihr“ Mensch ist. Ihrer Zuneigung fehlt es völlig an Verurteilung, und unsere Fehler schmälern ihre Anhänglichkeit selten. Ob Sie gut aussehen oder nicht, gesund sind oder nicht, intelligent sind oder nicht – es spielt keine Rolle: Ihr Hund liebt Sie genauso. Vielleicht ist es diese bedingungslose Zuneigung, die uns so sehr für sie einnimmt – und uns wichtige Lektionen lehrt.
Der erste Gefährte eines Kindes
Hunde sind besonders wichtig für Kinder. Durch einen Hund können sie auf sichere und vertraute Weise mit der faszinierenden Tierwelt in Kontakt treten. Sie lernen außerdem, Verantwortung zu übernehmen und wie man für ein anderes Geschöpf sorgt. Sie entdecken die Freude, die sich aus dieser treuen Fürsorge ergibt.
Am wichtigsten ist vielleicht, dass die Interaktion mit Hunden in prägenden Phasen dabei hilft, Zuneigung und Bindung zu entwickeln, wie die Fülle an Literatur über Jungen und Mädchen und ihre Hunde zeigt. Der Pädagoge John Senior sah die Verbindung zu Tieren als notwendigen Bestandteil der kindlichen Entwicklung hin zu tiefergehenden Formen der Liebe.
Wie Francis Bethel in „John Senior and the Restoration of Realism“ (John Senior und die Wiederherstellung des Realismus) darlegte, schrieb Senior aus der Perspektive eines Jungen, dass „Liebe in fünf aufeinander aufbauenden (nicht voneinander unabhängigen) Stufen wächst, die jeweils durch ihr Objekt definiert sind: Eltern, Tiere, Jungen, Mädchen und Gott.“ Aus dieser Sicht ist der Besitz eines Hundes ein wesentlicher Bestandteil der kindlichen Erziehung.

Zeit im Freien mit Tieren zu verbringen, kann das Naturverbundenheitsgefühl eines Kindes stärken.
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Es gibt wahrscheinlich keine tiefgreifendere Beziehung zu anderen Tierarten als die zwischen Hund und Mensch. Hunde „verstehen“ uns auf eine Weise, wie es andere Tiere nicht tun.
Wie Chesterton schrieb: „Mein Hund weiß, dass ich ein Mann bin, und Sie werden die Bedeutung dieses Wortes in keinem Buch so deutlich geschrieben finden, wie sie in seiner Seele geschrieben steht.“ Auf eine komische und doch wahre Weise sehen wir uns in unseren hündischen Gefährten widergespiegelt. Unsere Identitäten sind durch sie klarer.
Tun Sie sich also selbst einen Gefallen: Holen Sie sich einen Hund. Dann werden Sie eines Abends nach einem langen Arbeitstag müde, erschöpft und deprimiert nach Hause kommen. Doch Ihr Zuhause wird sich noch mehr wie ein Zuhause und ein Zufluchtsort anfühlen, wenn Sie eintreten und ein vierbeiniger Freund Ihnen mit seinem Schwanz wedelnd einen Gruß entgegenbringt. Für ihn ist es der Höhepunkt des Tages – und vielleicht auch für Sie …

Ein treuer Kamerad, in jeder Lebensphase.
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Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Faithful Companionship: The Case for Having a Dog“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)





