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Kernkraft in Europa gedrosselt – aber Kohle und Gas laufen weiter?


In Kürze:

  • In mehreren Ländern in Europa mussten Kernkraftwerke ihre Leistung herunterfahren.
  • Als Grund werden Erwärmung von Flüssen und Niedrigwasser aufgrund sommerlicher Temperaturen genannt.
  • Auch andere Kraftwerksarten arbeiten mit Dampfturbinen und benötigen Kühlung, sind aber viel seltener von Drosselungen betroffen.
  • Entscheidend sind der Aufbau des Kühlsystems und unterschiedliche Regularien.
  • Die letzte hitzebedingte Drosselung eines Großkraftwerks in Deutschland geschah 2018.

 
Frankreich, Ungarn und Rumänien: Zuletzt kursierten mehrere Meldungen über Kernkraftwerke in Europa, die aufgrund der sommerlichen Wetterbedingungen ihre Leistung teilweise oder komplett herunterfahren mussten. Entweder sind die Flüsse, aus denen sie Kühlwasser beziehen und zurückführen, zu warm oder die Pegelstände zu niedrig.
Doch nicht nur diesen Sommer sorgen Ausfälle reihenweise für Schlagzeilen. Das wiederholt sich praktisch jeden Sommer, wobei fast immer dieselben Kernkraftwerke betroffen – und nicht ausschließlich nukleare Anlagen. Die meisten können unbeeindruckt von jeder Hitze einfach weiterlaufen und decken einen erheblichen Anteil der Stromversorgung der Bevölkerung ab.

Drosselungen auch bei anderen Kraftwerksarten

Die Stromerzeugung in nahezu allen Großkraftwerken funktioniert nach demselben Prinzip: Ein Brennstoff liefert Wärme, die erzeugt starkt erhitzten Wasserdampf, der eine Turbine antreibt. Ein Teil der Wärme kann dabei nicht in Strom umgewandelt und muss anderweitig abgeführt werden. Dafür ist eine Kühlung notwendig.
Aufgrund dessen könnte man annehmen, dass Gas-, Öl- oder Kohlekraftwerke und Müllverbrennungsanlagen ebenfalls von den Auswirkungen hoher Temperaturen betroffen sein müssten. Im Falle von Niedrigwasser kann unter Umständen auch ein Wasserkraftwerk eine Drosselung erfahren. All diese Ausfälle existieren. Sie sind aufgrund geringerer medialer Berichterstattung jedoch weitaus weniger bekannt.
In Frankreich musste beispielsweise der Energiekonzern EDF Mitte Juni dieses Jahres aufgrund hoher Wassertemperaturen im Mittelmeer ein Gaskraftwerk an der Küste vollständig abschalten. Der Zugang zu Kühlwasser war eingeschränkt. Die Anlage kühlt sich im Betrieb mit dem Meerwasser ab. Auch im Jahr 2022 mussten in Frankreich Gaskraftwerke aufgrund hoher Temperaturen abschalten.
Ein möglicher Grund, dass Berichte über gedrosselte Kernreaktoren dennoch deutlich dominieren, liegt in ihrer höheren Leistung. Fallen sie aus, bedeutet das eine größere Lücke in der Stromversorgung.

Höhere Temperaturen in anderen Ländern

Dass in Frankreich, Ungarn und Rumänien aktuell die Anlagen stillstehen müssen und deutsche Kraftwerke nicht, liegt primär an den unterschiedlichen Temperaturen. Die Wassertemperaturen der deutschen Flüsse sind derzeit etwas niedriger als die in den südlicher gelegenen EU-Ländern.
Die Rhein-Temperaturen im rheinland-pfälzischen Koblenz betragen aktuell rund 26 Grad Celsius. Ähnlich warm war auch die französische Rhone. Im Juli kletterte die Temperatur auf 25 Grad. Die Donau erreichte in Ungarn sowie in Rumänien bis zu 28 Grad.
Hinzu kommt, dass die Länder unterschiedliche Temperaturgrenzwerte für die Wassereinleitung des Kühlwassers in den Fluss vorschreiben. Während dieser in Frankreich meist bei rund 28 Grad liegt, dürfen Kraftwerke in Deutschland bis 30 Grad, in Ausnahmefällen sogar bei bis zu 33 Grad, noch Wasser einleiten. In Ungarn beträgt diese Temperaturgrenze ebenfalls 30 Grad, in Rumänien maximal 35 Grad.
Aus rein technischer Sicht ist auch wärmeres Flusswasser zur Kraftwerkskühlung geeignet. Die Grenzen sind damit vor allem regulatorischer Natur, vielfach mit der Begrünung des Schutzes von Fluss und Natur.

Bauweise ist entscheidend

Relevant ist zudem die Ausstattung und der Aufbau des Kühlsystems eines Kraftwerks – unter anderem also, ob es einen Kühlturm besitzt oder nicht. Denn abgesehen vom namensgebenden Brennstoff bestehen hierbei große Unterschiede zwischen verschiedenen Kraftwerken.
In jedem Fall, egal ob der Brennstoff Kohle, Gas, Müll oder ein Uran-Brennstab ist, führen ein Kondensator und Kühlwasserkreislauf nach der Turbine die Abwärme im Maschinenhaus über einen Wärmetauscher ab. Hierbei ist zwischen zwei Systemen zu unterscheiden: mit und (fast) ohne direkte Fluss- oder Meerwasserzufuhr.
Europa Kernkraftwerk

Schematischer Aufbau eines Kernkraftwerks mit Druckwasserreaktor. Sichtbar ist der Primärkreis im Reaktorgebäude, der Sekundärkreis ins Maschinenhaus und der Tertiärkreis für das Kühlwasser mit Fluss und/oder Kühlturm.

1. Kühlung mit Fluss- oder Meerwasser
Ist ein Fluss oder das Meer Teil des Kühlwasserkreislaufs, spricht man von der sogenannten Durchlaufkühlung oder Frischwasserkühlung. Dazu wird Wasser aus einem nahegelegenen, ausreichend großen Fluss entnommen. Dieses fließt durch den Kondensator an der Turbine und nimmt die dortige Wärmeenergie auf. Das erwärmte Wasser fließt anschließend zurück in den Fluss oder ins Meer. Diese Rückleitung
Dieses Kühlsystem ist günstig und bietet eine hohe Effizienz. Das Kühlsystem gibt dabei praktisch die komplette Abwärme an das Gewässer ab. Dafür muss der Wasserquelle viel Wasser entnommen werden.
Der Wasserbedarf für die Durchlaufkühlung ist enorm. So muss bei einer Aufwärmspanne von etwa 10 Grad Celsius mit einem Kühlwasserbedarf von etwa 35 Kubikmeter pro Sekunde (m³/s) für eine Anlage mit 1.000 MW installierter elektrischer Leistung gerechnet werden.
Zum Schutz der Gewässer und ihrer Tiere können sowohl die Entnahmemenge als auch die Temperatur des zurückgeleiteten Wasser Einschränkungen unterliegen. Diese führten jüngst zur Abschaltung vieler Kraftwerke.
2. Kühlung (fast) ohne Fluss- oder Meerwasser
Kraftwerke, die das Kühlwasser nicht in den Fluss oder das Meer zurückleiten, müssen praktisch keine Abschaltung aufgrund von festgelegten Temperaturgrenzen befürchten. Statt in ein Gewässer führt etwa der Kühlkreislauf des Kernkraftwerks Gösgen-Däniken in der Schweiz die Kondensationswärme in die Atmosphäre ab. Das geschieht über einen Kühlturm in einem teilweise geschlossene Wasserkreislauf.
Auch hierbei nehmen Kondensator und Wärmetauscher die Abwärme aus dem Maschinenhaus auf. Über Leitungen gelangt das auf rund 40 Grad Celsius erwärmte Wasser vom Kondensator zum Kühlturm. Dort versprühen mehrere Düsen, die über den gesamten Durchmesser des Kühlturms in wenigen Metern Höhe angebracht sind, das Wasser.
Am Sockel des Kühlturms gelangt kühlere Umgebungsluft hinein, die im Inneren des Turms aufsteigt. Höhe und Form des Turms sorgen für einen natürlichen Kaminzug. Das über die Düsen versprühte Wasser gibt Wärme an die Umgebungsluft ab. Während es in ein Auffangbecken fällt, kühlt es sich auf rund 26 Grad ab. Dabei verdunstet ein Teil des Wassers.
Im Auffangbecken dieses – meist aus einem nahegelegenen Fluss – ersetzt. Hierfür erforderlich sind etwa 0,4 bis 1 m³/s und damit nur ein Bruchteil dessen, wie bei der oben erwähnten Durchlaufkühlung.
Der entscheidende Nachteile beim Kühlkreislauf mit Kühlturm ist: Der Wirkungsgrad ist geringer und das Kraftwerk erzeugt sichtbare Schwaden aus Wasserdampf.

Aktuell keine Abschaltung in Deutschland

In der Bundesrepublik gab es in diesem Jahr noch kein Kraftwerk, das aufgrund hoher Temperaturen seine Leistung drosseln musste. Zuletzt ereignete sich hierzulande im Jahr 2018 eine nennenswerte Drosselung eines Kraftwerks wegen Hitze und Kühlwasserproblemen. Das betraf das Steinkohlekraftwerk Bergkamen. Die damalige Hitzewelle erwärmte die Flüsse zu sehr, sodass die Temperatur des zum Fluss zurückgeführten Kühlwassers den gesetzlichen Grenzwert zu überschreiten drohte.
Im selben Zeitraum drosselte auch das inzwischen stillgelegte Kernkraftwerk Philippsburg in Baden-Württemberg aus gleichem Grund seine Leistung. Die Reduzierung war jedoch nur geringfügig: Block zwei lieferte zeitweise lediglich bis zu zehn Prozent weniger.
Drosselt ein Kernkraftwerk seine Leistung, sinkt auch der Kühlbedarf. Allerdings hat ein Kernkraftwerk auch dann noch einen gewissen Rest-Kühlbedarf, wenn keine Leistung mehr von ihm abverlangt wird. Das liegt an den Brennstäben.
Generell hatten die deutschen Kernkraftwerke insgesamt deutlich weniger hitzebedingte Ausfälle und Drosselungen als viele Meiler im Ausland. Besonders die Reaktoren in Frankreich waren in den vergangenen Jahrzehnten von Hitzewellen betroffen. Das liegt vor allem daran, dass viele französische Kernkraftwerke an Binnenflussstandorten befinden und ohne Kühlturm operieren. Sie arbeiten, ebenso wie die weitestgehend oder komplett gedrosselten Kernkraftwerke in Ungarn und Rumänien, ausschließlich mit Frischwasserkühlung.

Wie können künftig KKW-Abschaltungen vermieden werden?

Technisch wäre es daher durchaus möglich, hitzebedingte Abschaltungen von Kern- und anderen Kraftwerken zu reduzieren oder ganz zu vermeiden.
Dazu müssten besonders bei den aktuell betroffenen Kernkraftwerken Paks in Ungarn, Cernavoda in Rumänien und anderen kritischen Anlagen die Kühlwassersysteme der Anlagen um Kühltürme erweitert werden. Somit müsste kein erwärmtes Wasser mehr in die nahegelegenen Flüsse eingeleitet und erheblich weniger Wasser entnommen werden.
Auch Mischformen sind möglich, wie das KKW Golfech in Frankreich zeigt. Es verfügt über Kühltürme, dennoch fleißt ein Teil des Abwassers leicht erwärmt in die Garonne zurück.
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Mega-Batteriespeicher nahe dem Kernkraftwerk Grohnde geplant


In Kürze:

  • Am ehemaligen Kernkraftwerk Grohnde soll der Energiecluster Emmerthal entstehen.
  • Mit bis zu 1.870 Megawatt Leistung ist er größer als bisher alle Stromspeicherprojekte Deutschlands.
  • Trotz höherer Leistung als das benachbarte ehemalige Kraftwerk ist der Jahresenergieertrag des Speichers deutlich geringer.
  • Derweil geht der Rückbau des Kernkraftwerks weiter voran. Bis 2037 soll das KKW Grohnde verschwinden.

 
Deutschland wandelt seine einstigen Kernkraftstandorte zunehmend in Standorte für Stromspeicher um. Nach Philippsburg, Brokdorf und Gundremmingen folgt nun auch der niedersächsische Ortsteil Grohnde diesem Plan.
Hier soll in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Kernkraftwerks Grohnde bis 2028 einer der größten Stromspeicher der Bundesrepublik entstehen: der Energiecluster Emmerthal.
Dafür vorgesehen sind bis zu drei große Batteriespeichersysteme (BESS) auf einer Fläche von insgesamt 35 Hektar. Die Betreiber dieser Batterieparks sind die Betreiber Green Energy Storage Initiative (GESI), FRV Deutschland und Elements Green. Wenn das Projekt fertiggestellt ist, dürfte es das größte Batterieprojekt Deutschlands sein. In unmittelbarer Umgebung existieren weitere Energieprojekte und -anlagen
Laut dem Lageplan der Gemeinde Emmerthal ist in diesem Rahmen auch eine neue Photovoltaikanlage geplant. Daneben befindet sich ein bestehender Windpark mit acht Windkraftanlagen. Eine überregionale Stromtrasse verläuft ebenfalls durch das Gebiet. Ebenso sind auf dem Plan zwei weitere BESS eingezeichnet, wozu es aber keine genauen Informationen gibt.

Standortplan des Energieclusters Emmerthal und der Batteriespeicherprojekte (BESS), Stand: 01.03.2026.

Mehr Leistung als das Kernkraftwerk?

Laut den Angaben wird der künftige Energiecluster eine Leistung von mindestens 1.470 Megawatt (MW) aufweisen, die sich aus dem Batteriepark von GESI und FRV Deutschland ergibt. Diese beiden sind bereits festgelegt.
Wenn auch der Speicher von Elements Green eine Baugenehmigung erhält, steigt die Gesamtleistung auf rund 1.870 MW und die gesamte Speicherkapazität auf rund 7.800 Megawattstunden (MWh). Das ist mehr als die aktuell bestehende bundesweite Großspeicherkapazität von 5.380 MWh.
Die Leistungen und Kapazitäten der einzelnen Projekte sehen wie folgt aus:
  • GESI: 870 MW Leistung / 3.840 MWh Kapazität
  • FRV Deutschland („Grohnde III“): 600 MW/2.400 MWh (plus benachbarte Solaranlage)
  • Elements Green: bis zu 400 MW (noch nicht final festgelegt)
Die Gesamtleistung liegt damit klar über der des im Jahr 2021 stillgelegten Kernkraftwerks, das eine Leistung von 1.360 MW hatte.

Batterien sind keine Kraftwerke

Doch das ist der einzige technische Punkt, in dem der geplante Energiecluster das KKW übertrifft. Während der Druckwasserreaktor seine Leistung – bis auf seltene Wartungen – dauerhaft und grundlastfähig abgeben konnte, beinhaltet der Prozess der Batteriespeicher Lade- und Entladezyklen.
Das bedeutet, dass der Energiecluster Emmerthal nur für wenige Stunden seine Leistung abgeben kann. Anschließend müssen die Akkus erneut geladen werden – vorzugsweise mit überschüssigem Strom aus Wind- oder Photovoltaikkraftwerken. Diesen Strom geben die Speicher zeitversetzt ab.
Die Batterieparks von GESI und FRV sind sogenannte 4-Stunden-Anlagen, bezogen auf die Dauer für ihre komplette Entladung bei Volllast. Bei halber Last, also wenn sie konstant statt 1.470 MW nur 735 MW abgeben, würde die vollgeladene Anlage 8 Stunden bis zur Entladung laufen.
In Emmerthal setzt GESI auf moderne LiFePO4-Großspeicher, also Lithium-Eisenphosphat-Akkumulatoren. Die theoretische Anzahl ihrer Ladezyklen liegt bei 3.000 bis 6.000. Damit  übertreffen sie andere Batterietypen teilweise um ein Vielfaches. Die tatsächliche Zyklenzahl hängt allerdings vom Betriebsmodus ab.
Wenn der Energiecluster sich einmal pro Tag auf- und entlädt, hält die Anlage 8,2 bis 16,4 Jahre. Allerdings gibt es über das Jahr immer wieder einige Tage am Stück, in denen es keinen Überschussstrom gibt. Diese summieren sich auf mehrere Wochen im Jahr. Bleiben die Batterieparks leer, können sie auch nicht zur Energieversorgung beitragen.

Wie viel Strom bringt der Energiecluster pro Jahr?

Um nun die Jahresenergiemenge zu ermitteln, ist die Kapazität relevant. Bekannt sind nur die Daten der Speicherprojekte von GESI und FRV. In Summe kommen sie auf 6.240 MWh. Angenommen, diese Batterieparks hätten 350 Vollzyklen pro Jahr, würde sich daraus eine jährliche Energiemenge von 2.184.000 MWh oder 2.184 Gigawattstunden ergeben.
Davon sind rund 10 Prozent als Verluste abzuziehen, da der Wirkungsgrad einer Großbatterie bei rund 90 Prozent liegt. Somit dürfte die Jahresenergie dieser beiden Batterieparks voraussichtlich knapp 2 Millionen MWh betragen.
Während seiner 32-jährigen Betriebsdauer hat der Kernreaktor Grohnde pro Jahr rund 10 Millionen MWh Grundlastkapazität bereitgestellt. Das ist fünfmal mehr Energie, als beim Energiecluster zu erwarten ist. Diese Lücke könnte auch der dritte Batteriespeicher nicht schließen.

Nutzen für die Energiewende

Wie Kernkraftwerke zuvor zur stabilen Stromversorgung beigetragen haben, sollen auch die Batteriespeicher für mehr Netzstabilität sorgen. Sie können Stromspitzen reduzieren und können so die Nutzbarkeit von Windkraft- und Solaranlagen erhöhen.
Aktuell müssen die Netzbetreiber diese Anlagen bei viel Strom regelmäßig drosseln oder komplett abschalten, um einen Zusammenbruch der Netze zu vermeiden. Der teils hohe Überschuss an Strom drückt zudem immer öfter den Börsenstrompreis nach unten. Auch Minusstunden kommen bei viel Sonnenschein in den Sommermonaten vermehrt vor.
Den gespeicherten Überschussstrom können die Batterien in den Abendstunden abgeben. Bei diesem zweiten Tageshochpunkt beim bundesweiten Verbrauch kommt oftmals zu wenig Strom von den deutschen Kraftwerken. Diesen Strommangel gleichen die Netzbetreiber häufig mit teuren Stromimporten aus.

Rückbau des Kernkraftwerks läuft weiter

Währenddessen hat Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) am Freitag, 15. Mai, dem Betreiber PreussenElektra die zweite und letzte Rückbaugenehmigung für den Atommeiler symbolisch übergeben.
Somit seien laut dem Energieunternehmen alle rechtlichen Voraussetzungen für den weiteren Rückbau erfüllt. PreussenElektra geht davon aus, dass die Rückbauarbeiten der Anlage noch bis zum Jahr 2037 andauern. Ab Herbst ist vorgesehen, mit der Demontage der Einbauten des Reaktordruckbehälters anzufangen.
Der Rückbau begann Ende 2023 an Komponenten des primären Kühlkreislaufs. Bei den Abbauarbeiten ist bereits schwach und mittel radioaktiver Atommüll angefallen. Dieser darf auf dem Kraftwerksgelände lagern, da das vorgesehene Endlager Konrad noch nicht fertiggestellt ist.
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19. Mai: AfD-Chefin beliebter als Söder | E-Auto-Förderung gestartet | Trump verschiebt Angriffspläne

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AfD-Chefin beliebter als Söder

Alice Weidel ist im aktuellen INSA-Politikerbarometer beliebter als Markus Söder. Im Vergleich zur Vorwoche verbessert sich die AfD-Chefin um vier Plätze und erreicht Rang 4. Das Ergebnis der Umfrage steht damit im Einklang mit den jüngsten politischen Trends in Deutschland. An der Spitze bleibt alles unverändert: Boris Pistorius führt weiterhin vor Cem Özdemir und Hendrik Wüst.

E-Auto-Förderung gestartet

Wer ein neues Elektroauto kauft, kann jetzt staatliche Förderung beantragen. Die Bundesregierung stellt drei Milliarden Euro bereit, um die kriselnde Branche zu stützen. Es gibt jedoch auch Kritik: Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hält die Kaufprämie für Steuerverschwendung. Die Nachfrage nach E-Autos steige ohnehin, der Markt hätte sich seiner Einschätzung nach selbst reguliert.

Trump verschiebt Angriffspläne

US-Präsident Donald Trump hat einen geplanten Angriff auf den Iran kurzfristig gestoppt. Grund sei die Einschätzung, dass ein „Deal mit Teheran“ zustande kommen könnte. Trump machte jedoch deutlich: Scheitern die Gespräche, seien militärische Schritte weiterhin möglich.

Neuer Standort für Stromspeicher

Am ehemaligen niedersächsischen Kernkraftwerk Grohnde soll ein neuer Batteriepark entstehen. Bis 2028 soll er leistungsmäßig der größte Stromspeicher Deutschlands werden. Währenddessen schreitet der Rückbau des Kernkraftwerks weiter voran. Bis 2037 soll das KKW Grohnde vollständig zurückgebaut sein.

KI-Gefahr für Jugendliche

Das Kompetenzzentrum für Jugendschutz hat 2025 über 15.000 Verstöße im Internet registriert – zum Großteil im Bereich sexualisierte Gewalt. Neue KI-Funktionen schafften auf jugendaffinen Plattformen Risiken in einer neuen Dimension, sagte ihr Leiter, Stefan Glaser. Problematisch seien vor allem frei gestaltbare KI-Gesprächspartner, die Minderjährige beraten, coachen oder mit ihnen Beziehungen simulieren.
 
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Trump fordert Iran zu schnellem Handeln auf und droht mit viel härteren Angriffen


In Kürze:

  • Trump warnt den Iran vor weiteren Verzögerungen und droht mit viel härteren Angriffen.
  • Drohnenangriffe verursachten ein Feuer in Kernkraftwerk Baraka der Vereinigten Arabischen Emirate.
  • Vertreter des iranischen Regimes sagen, darauf vorbereitet zu sein, dass der Konflikt wieder aufflammt.

 
US-Präsident Donald Trump richtete am 17. Mai eine neue Warnung an die iranische Führung. Teheran müsse zügig handeln. Gleichzeitig erinnerte er daran, was die US-Regierung von Teheran während des Waffenstillstands erwartet.
„Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben“, schrieb er auf  Truth Social. „DIE ZEIT DRÄNGT!“
Vergangene Woche legte Teheran den USA einen Friedensvorschlag vor. Trump lehnte diesen nach eigenen Angaben aufgrund fehlender Garantien für das Atomprogramm des Landes ab. Das Atomprogramm ist ein zentraler Bestandteil der Verhandlungen.
Am 11. Mai sagte Trump, der Waffenstillstand zwischen den beiden Ländern werde nur noch mit Mühe aufrechterhalten. Das US-Militär werde seine Seeblockade gegen iranische Häfen fortsetzen.

Drohnenangriff auf das KKW in den Emiraten

Trump äußerte sich, nachdem die Vereinigten Arabischen Emirate drei Angriffe von aus dem Westen einfliegenden Drohnen meldeten. Zwei wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums abgefangen, eine traf einen Stromgenerator außerhalb des inneren Sicherheitsbereichs des Kernkraftwerks Baraka. Woher die Drohnen stammten, werde noch untersucht, hieß es.
Im Kernkraftwerk kam es zu einem Brand. Verletzte gab es anscheinend nicht, der Angriff verursachte keinen Anstieg der Strahlenwerte.
Die Internationale Atomenergie-Organisation teilte mit, dass aktuell Notstrom-Dieselgeneratoren den „Block 3“ des Kraftwerks in den VAE mit Strom versorgten. Sie forderte „größtmögliche militärische Zurückhaltung“ in der Nähe von Kernkraftwerken und werde die Lage genau beobachten.
Seit Beginn des Krieges am 28. Februar kam ein Großteil der iranischen Führung bei US-amerikanischen und israelischen Angriffen ums Leben. Teheran griff wiederholt die VAE sowie andere Golfstaaten an, die US-Militärstützpunkte beherbergen. Der Iran traf dabei Ziele, die zu ziviler und energetischer Infrastruktur gehören.
Vertreter des iranischen Regimes signalisierten am 17. Mai, darauf vorbereitet zu sein, dass der Konflikt wieder aufflammt.
Ein iranischer Militärvertreter, Abolfazl Shekarchi, sagte, dass künftige US-Angriffe auf den Iran mit „vernichtenden und schweren Schlägen für dieses Land“ beantwortet würden. Dies werde für die Trump-Regierung zu einem „selbstverschuldeten Dilemma“ führen, wie die halbstaatliche Nachrichtenagentur IRNA schrieb.

Wer verlangt in den Verhandlungen was?

Washington verlangt von Teheran, sein Atomprogramm aufzugeben und nicht länger zu versuchen, die Straße von Hormus zu kontrollieren.
Der Iran fordert Entschädigungen für Kriegsschäden, ein Ende der US-Blockade iranischer Häfen und eine Einstellung der Kämpfe an allen Fronten – einschließlich im Libanon, wo Israel gegen die vom Iran unterstützte Terrororganisation Hisbollah kämpft.
Trump führte diese Woche Gespräche mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping darüber, ob das chinesische Regime bei der Lösung des Konflikts helfen würde. China ist seit langem ein wichtiger Käufer von iranischem Öl.
Bevor im April der Waffenstillstand verkündet wurde, warnte der US-Präsident vor Angriffen auf iranische Brücken und Kraftwerke, falls es zu keiner Einigung kommt.

Bisher wurden 81 Handelsschiffe blockiert

Die Störung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus hat eine der größten Ölkrisen der Geschichte ausgelöst und die Preise weltweit in die Höhe getrieben.
Durch Drohungen, Kontrollen und Angriffe auf Schiffe kam der Verkehr in der Meerenge weitgehend zum Erliegen. Die Meerenge ist laut dem Iran zudem inzwischen vermint.
Teheran betont stets, die Straße von Hormus sei nicht blockiert. Sie sei nur für Irans Feinde gesperrt. Faktisch müssen sich Reedereien mit iranischen Kontaktstellen koordinieren und dürfen anschließend nur einen Korridor nahe der iranischen Küste passieren. Dafür verlangt Irans Führung hohe Gebühren.
Das US-Militär verhängte im Gegenzug eine Blockade gegen iranische Häfen. Bis zum 17. Mai hat es 81 Handelsschiffe umgeleitet und vier Schiffe außer Gefecht gesetzt.
Israel und der Libanon einigten sich auf eine 45-tägige Verlängerung der dortigen Waffenruhe – trotzdem dauern die Angriffe weiterhin an.
(Mit Material der Nachrichtenagenturen)
 
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Trump Warns Iran It Needs to Move Fast on Deal or Attacks Will Ensue“. (deutsche Bearbeitung ks)