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Polizeibilanz: Mehr Einsätze und Straftaten beim Oktoberfest

Insgesamt rückten die Beamten zu 1.851 Einsätzen aus, nach 1.598 im Jahr 2025, ein Anstieg um 15 Prozent. Die Zahl der angezeigten Straftaten und Ordnungswidrigkeiten stieg auf 845 Delikte, nach 784 im Jahr 2025 und 706 im Jahr 2024. Das Plus von etwa acht Prozent geht vor allem auf Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz zurück.
Zugleich besuchten deutlich mehr Menschen das Fest als im Vorjahr. Ein Tötungsdelikt musste nicht verzeichnet werden. Bei den Raubdelikten wurden fünf Fälle registriert, nach einem im Jahr 2025 und keinem im Jahr 2024; die Ermittlungen laufen noch
Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden 80 Delikte registriert, nach 72 im Jahr 2025 und 56 im Jahr 2024. In den meisten Fällen handelte es sich um sexuelle Belästigungen, insgesamt 52, nach 47 im Vorjahr. Acht Fälle betrafen Upskirting, nach zwölf im Jahr 2025. Fünf Fälle erfüllten den Tatbestand der Vergewaltigung, ebenso viele wie 2025, nach zwei im Jahr 2024.
Im Bereich der Gewaltkriminalität blieben die Anzeigen wegen Körperverletzung mit 237 Fällen nahezu auf dem Vorjahresniveau von 236. Gefährliche Körperverletzungen nahmen auf 95 Fälle zu, nach 75 im Jahr 2025. In 25 Fällen wurde ein Maßkrug als Tatmittel verwendet, nach 24 im Vorjahr.
Strahlendes Herbstwetter bescherte Wirten und Schauststellern regen Zulauf.

Strahlendes Herbstwetter bescherte Wirten und Schauststellern regen Zulauf.

Foto: Felix Hörhager/dpa

Widerstandshandlungen und tätliche Angriffe gegen Polizeibeamte gingen auf 19 Fälle zurück, nach 25 im Jahr 2025; dabei wurden zehn Beamte verletzt, nach 17 im Vorjahr.
Beim Diebstahl registrierte die Polizei 159 Anzeigen, nach 170 im Jahr 2025. Die Zahl der Taschendiebstähle auf dem Festgelände stieg auf 78 Fälle, nach 55 im Vorjahr. Zehn Tatverdächtige wurden festgenommen, ihnen können meist mehrere Taten zugeordnet werden; in fünf Fällen wird wegen schweren Taschendiebstahls ermittelt.
Bei den Betäubungsmittelverstößen wurden 207 Anzeigen erstellt, nach 148 im Jahr 2025, überwiegend wegen Kokain. Die festgestellten Verstöße stiegen um mehr als 30 Prozent. Wegen Cannabis wurden drei Anzeigen erstattet, da das Konsumcannabisgesetz und das Gesundheitsschutzgesetz gelten.
Bei Zugangskontrollen wurden acht Personen mit einem Messer festgestellt, angezeigt und die Messer sichergestellt. Im Flugbeschränkungsgebiet gab es 146 Verstöße, nach elf im Jahr 2025; darunter 127 unerlaubte Drohnenflüge, 15 bemannte Luftfahrzeuge und vier sonstige Fälle. Vier Flüge erfolgten über der Theresienwiese, 26 im unmittelbaren Umfeld.
Die Polizei führte 600 freiheitsentziehende Maßnahmen durch, nach 529 im Jahr 2025. In 181 Fällen handelte es sich um Gewahrsamnahmen zur Verhinderung oder Unterbindung von Straftaten, meist durch stark alkoholisierte Personen, nach 163 im Vorjahr. Das Kreisverwaltungsreferat erließ auf Antrag des Polizeipräsidiums 36 Betretungsverbote.
Hinzu kamen 30 Personen, die einen Platzverweis für das Festgelände erhielten, der durch ein Aufenthaltsverbot ergänzt wurde. Vorläufig festgenommen wurden 419 Personen, nach 366 im Jahr 2025. Sicherheitsleistungen von 707.007 Euro wurden einbehalten, nach 357.000 Euro im Vorjahr.
Im Verkehr wurden 2.087 Unfälle im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München verzeichnet, nach 1.923 im Jahr 2025. Dabei wurden 27 Personen schwer und 347 Personen leicht verletzt, nach 16 Schwer- und 293 Leichtverletzten im Vorjahr.
Millionen Besucher zog es auch in diesem Jahr wieder auf die Wiesn.

Millionen Besucher zog es auch in diesem Jahr wieder auf die Wiesn.

Foto: Felix Hörhager/dpa

Verkehrstote gab es nicht. Fahrten unter Alkoholeinfluss gingen auf 382 Fälle zurück, nach 438 im Jahr 2025; davon waren 207 Straftaten und 175 Verkehrsordnungswidrigkeiten. Auf E-Scooter entfielen 232 dieser Fahrten, nach 252 im Vorjahr. Fahrten unter Drogeneinfluss stiegen auf 139 Fälle, nach 112 im Jahr 2025; darunter waren sechs Straftaten und 133 Ordnungswidrigkeiten. Nur 15 Fälle betrafen E-Scooter, nach keinem im Vorjahr.
Nach Trunkenheitsfahrten oder Unfällen unter Alkoholeinfluss wurden 80 Führerscheine sichergestellt, nach 291 im Jahr 2025. Die Einsatzkräfte verhinderten 92 Trunkenheitsfahrten, nach 53 im Vorjahr; 69 Fälle betrafen E-Scooter. 31 Unfälle ereigneten sich unter Alkoholeinfluss, nach 23 im Jahr 2025, davon 16 mit Beteiligung von E-Scootern, nach zwölf im Vorjahr. Insgesamt mussten 898 Fahrzeuge abgeschleppt werden, nach 1.187 im Jahr 2025, ein Rückgang um mehr als 20 Prozent.
Zur Entlastung des Festgeländes wurden am Samstag, 26. September, und am Samstag, 3. Oktober, zeitweise mehrere Eingänge geschlossen, Besucherströme umgeleitet und S-Bahn-Haltestellen nicht mehr angefahren.
Die Maßnahmen wirkten nach Darstellung der Polizei, sodass die Wiesn trotz hoher Besucherzahlen an diesen Tagen ohne Zwischenfälle verlief. Die 56 Videokameras auf dem Festgelände unterstützten die Einsatzkräfte in 228 Fällen; 25 Einsätze wurden durch die eigene Wahrnehmung der Videobeobachter ausgelöst.
Bodycams kamen ebenfalls zum Einsatz, um zu deeskalieren und Straftaten zu dokumentieren. Die Zahlen beziehen sich auf den Stand 4. Oktober, 5:00 Uhr. (dts/red)
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Verfassungsschutz sieht Spionagegefahr bei Forschungskooperationen mit China


In Kürze:

  • Verfassungsschutz warnt vor Spionagerisiken bei Forschungskooperationen mit China.
  • Im Fokus stehen unter anderem KI, Quantentechnologie und Hyperschalltechnik.
  • Bund, Länder und Wissenschaft wollen Forschungskooperationen stärker auf konkrete Sicherheitsrisiken prüfen.

 
Das Bundesamt für Verfassungsschutz warnt vor chinesischen Spionageaktivitäten bei der Zusammenarbeit deutscher Forschungseinrichtungen mit chinesischen Hochschulen und verweist unter anderem auf „rechtliche Grauzonen“ und „mangelndes Risikobewusstsein“ als Schwachstellen.
Peking baue schon seit Jahren ein „umfassendes System des Technologie- und Knowhow-Transfers“ auf, mit dem Ziel, seine politische, wirtschaftliche, technologische und militärische Vormachtstellung auszubauen. Wie der unter anderem für Spionageabwehr zuständige deutsche Inlandsnachrichtendienst erklärte, könne „die Beschaffung von Technologie und Know-how (…) auch durch wissenschaftliche Kooperationen mit Universitäten und (Spitzen-)Forschungseinrichtungen in Deutschland erfolgen“.
Demnach bestehe die Gefahr, dass chinesische Gastwissenschaftler für „strategische Ambitionen“ Chinas instrumentalisiert werden könnten. Im Fokus stünden insbesondere neue Technologien wie Quantentechnologie, Künstliche Intelligenz und Hyperschalltechnik sowie Bio- und Überwachungstechnologien – Forschungsfelder, die oft sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden. Die Warnung erging in einer Antwort auf eine Anfrage des „Handelsblatts“.

Bundesverband der Deutschen Industrie reagiert

In einer Reaktion des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) sagte dessen Senior-Referentin für Innovation, Sicherheit und Technologie, Kerstin Petretto: „Der BDI nimmt die Warnung des Verfassungsschutzes sehr ernst.“ Sie fügte hinzu: „Wir reden nicht nur über formelle Prüfmechanismen, sondern über eine grundlegende Haltung zum Partner China, der eben heute vor allem auch ein systemischer Wettbewerber ist.“
Petretto warnte gegenüber dem „Handelsblatt“ vor den wachsenden Sicherheitsrisiken durch Forschungskooperationen mit China. „China verfolgt den Zugang zu Schlüsseltechnologien und Know-how systematisch, langfristig und mit einem breiten Instrumentarium“, so Petretto. Dazu könnten auch wissenschaftliche Kooperationen und „vermeintlich zivile Kontakte“ genutzt werden.

BDI: Wissen und technologische Souveränität schützen

Petretto plädierte für eine „enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden“. Sie sagte: „Frühzeitige Hinweise, belastbare Lageinformationen und ein verlässlicher Informationsaustausch helfen, Kooperationspartner und mögliche Risiken fundiert zu bewerten.“
Sie verwies zudem auf die Forschungsfreiheit als „ein hohes Gut“. Dies entbinde jedoch nicht von der Verantwortung, „unser Wissen, unsere Innovationskraft und unsere technologische Souveränität zu schützen“.
Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen müssten „Kooperationen in sensiblen Feldern also risikobasiert prüfen, Zugänge zu Daten und Wissen konsequent begrenzen und ihr Personal stärker sensibilisieren“, sagte Petretto.
Bund, Länder und die Allianz der Wissenschaftsorganisationen hatten sich bereits im Dezember 2025 auf Eckpunkte zur Stärkung der Forschungssicherheit und zum Aufbau einer Nationalen Plattform für Forschungssicherheit verständigt. Wie der Deutsche Bundestag im Juli 2026 berichtete, soll sie im Herbst starten. Die Plattform soll eine koordinierende Funktion übernehmen und Forschungseinrichtungen dabei unterstützen, Chancen und Risiken von Forschungsaktivitäten und Kooperationen besser abzuwägen und mögliche Sicherheitsrisiken zu reduzieren.
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär sagte im Dezember 2025 laut Mitteilung ihres Ministeriums: „Die Welt ist massiv im Umbruch. Für Wohlstand und Souveränität in Deutschland und Europa müssen wir unsere Forschung sichern und gleichzeitig die Wissenschaftsfreiheit schützen. […] Der mit der Verständigung erreichte Konsens ist auch ein starkes Signal an unsere europäischen und internationalen Partner: Deutschland geht Forschungssicherheit ganzheitlich, gesamtstaatlich und in enger Partnerschaft mit der Wissenschaft an.“

Universitäten – ein unterschätztes Spionagefeld

Im Mai dieses Jahres hatte die Bundesanwaltschaft ein chinesischstämmiges Ehepaar mit deutscher Staatsangehörigkeit in München festnehmen lassen. Die beiden sind dringend verdächtig, für einen ausländischen Geheimdienst tätig zu sein. In der Mitteilung der Bundesanwaltschaft heißt es zu den Vorwürfen aus den Haftbefehlen:

„Die Eheleute Xuejun C. und Hua S. arbeiten für einen chinesischen Geheimdienst. Um an wissenschaftliche Informationen über militärisch nutzbare Hochtechnologie zu gelangen, bauten sie Kontakte zu zahlreichen Wissenschaftlern an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen auf, darunter insbesondere Lehrstuhlinhaber für die Bereiche Luft- und Raumfahrttechnik, Informatik oder Künstliche Intelligenz.“

Weiter heißt es, dass sich die beiden für ihre Zwecke „als Dolmetscher oder Mitarbeiter eines Automobilherstellers“ ausgegeben hätten. Zudem hätten sie einige Wissenschaftler unter dem Vorwand, „gegen Honorar Vorträge vor einem zivilen Publikum zu halten“, nach China gelockt. Die Vorträge hätten dann aber vor „Angehörigen staatlicher Rüstungsunternehmen“ stattgefunden.

Sicherheitsrisiken bei Forschungskooperationen

Wie stark sich der Blick auf internationale Forschungskooperationen inzwischen verändert hat, zeigt auch die deutsche und europäische Forschungspolitik. Für das Arbeitsprogramm 2026–2027 von Horizont Europa wurde die Teilnahme chinesischer Einrichtungen in mehreren Bereichen eingeschränkt. Die Bundesregierung begründet dies unter anderem mit dem Schutz strategischer Interessen der EU.
Bei der Bewertung von Forschungskooperationen mit China rückt zunehmend eine individuelle Risikoprüfung in den Mittelpunkt. Wie der Deutsche Bundestag berichtete, sollen dabei unter anderem das Forschungsthema, mögliche Dual-Use-Anwendungen, die Art der beteiligten Einrichtung, institutionelle Verbindungen und mögliche künftige Abhängigkeiten berücksichtigt werden.
Auch die Konfuzius-Institute stehen weiterhin in der Diskussion über mögliche chinesische Einflussnahme an deutschen Hochschulen. Eine 2025 veröffentlichte Studie im „Journal of Current Chinese Affairs“ untersuchte fünf deutsche Hochschulen, die ihre Zusammenarbeit mit einem Konfuzius-Institut beendet oder verändert hatten. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass strategische Überlegungen zum Nutzen der Institute häufiger eine Rolle spielten als konkrete Erfahrungen mit unzulässiger Einflussnahme. Wo Sicherheitsbedenken ausschlaggebend gewesen seien, habe es sich demnach meist um eine vorsorgliche Bewertung möglicher Risiken gehandelt.

CISPA-Fall zeigt konkrete Sicherheitslücken

Wie aktuell das Thema Forschungssicherheit ist, zeigt der Fall des Helmholtz-Zentrums für Informationssicherheit CISPA. Wegen möglicher Sicherheitsrisiken und eines befürchteten Wissensabflusses nach China wurde eine externe und unabhängige Sonderprüfung eingeleitet. Dabei ging es unter anderem um sensible Forschung aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit und Datenschutztechnologien.
Wie die „Tagesschau“ im September 2026 berichtete, stellte die Prüfung strukturelle Sicherheitsdefizite fest. Ein Abfluss sicherheitsrelevanter Erkenntnisse, auch nach China, sei jederzeit möglich gewesen. Einen Beleg dafür, dass tatsächlich Informationen abgeflossen seien, gebe es allerdings nicht.
 
Mit Material von dts
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„Genug gearbeitet“ – Fachkräfte: Warum Arbeitgeber zuerst Arbeitsfähigkeit schaffen müssen

„Wir finden keine Leute.“ Dieser Satz ist real. Viele Unternehmen suchen, warten, werben, bezahlen mehr und erleben trotzdem: Es bleibt schwierig. Doch der Fachkräftemangel erklärt nicht alles.
Manchmal verdeckt er eine unbequemere Frage: Wären wir überhaupt bereit für die Menschen, die wir suchen?
Wer neue Mitarbeiter in ein überlastetes, unklares System holt, gewinnt nicht automatisch Entlastung.
Oft entsteht zunächst mehr Aufwand: Einarbeitung, Rückfragen, Fehler und Abstimmung. Wenn dafür keine Struktur vorhanden ist, wird der neue Mensch schnell zum zusätzlichen Problem.
Arbeitsfähigkeit entsteht nicht durch Stellenbesetzung. Sie entsteht durch klare Aufgaben, saubere Prozesse, realistische Erwartungen und Führung.
Ein Betrieb suchte seit Monaten eine erfahrene Fachkraft. Gleichzeitig waren Rollen unklar, die Dokumentation war lückenhaft und Prioritäten wechselten wöchentlich. Die ehrliche Diagnose lautete: Ein guter neuer Mitarbeiter würde hier entweder rasch frustriert sein oder zu schnell in die alte Überlastung hineingezogen werden.
Genug gearbeitet. Genug auf den Markt geschaut, ohne das eigene System arbeitsfähig zu machen.
Drei Fragen sollten vor jeder Neueinstellung geklärt sein:
  • Was soll diese Person in den ersten 90 Tagen konkret übernehmen können?
  • Wer begleitet sie verbindlich?
  • Welche bestehenden Unklarheiten dürfen wir ihr nicht einfach vor die Füße legen?
Arbeitgeberattraktivität beginnt nicht mit Benefits. Sie beginnt mit der Erfahrung: Hier kann ich wirksam arbeiten. Ich weiß, was zählt. Ich bekomme Rückmeldung. Ich werde nicht ins Chaos geworfen.
Das gilt auch für die bestehende Mannschaft. Der Fachkräftemangel wird schlimmer, wenn gute Leute innerlich gehen, weil sie dauerhaft schlechte Strukturen kompensieren müssen. Dann sucht das Unternehmen draußen, was es drinnen gerade verliert.
Ein praktischer Hebel ist die Arbeitsfähigkeitsprüfung:
  • Welche Aufgabe ist unnötig kompliziert?
  • Welche Entscheidung hängt immer an derselben Person?
  • Welche Einarbeitung existiert nur im Kopf erfahrener Mitarbeiter?
  • Wo verlieren Menschen durch Nacharbeit die Lust?
Wenn diese Fragen bearbeitet werden, verschwindet nicht automatisch der Fachkräftemangel. Aber die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Menschen bleiben, wachsen und schneller produktiv werden.
Genug gearbeitet. Welche Stelle wollen Sie besetzen, obwohl der Rahmen für gute Arbeit noch nicht sauber genug ist?
Rolf Hempel | www.b-steps.de/summit | b-steps summit
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Das bringt die Frankfurter Buchmesse

Bessere Orientierung auf dem Gelände, maßgeschneiderte Angebote für Fans: Die Frankfurter Buchmesse erfindet sich jedes Jahr ein Stück weit neu. Die 78. Ausgabe ist aus verschiedenen Gründen besonders. Die wichtigsten Fakten:

Früherer Termin mit Folgen

Die Buchmesse findet in diesem Jahr früher als sonst statt: vom 7. bis 11. Oktober. Nach der Eröffnungsfeier am Dienstagabend sind die ersten zwei Tage Fachbesuchern vorbehalten. Ab Freitag ist jeder willkommen, der gern liest.
Der frühere Termin hat zur Folge, dass in Stockholm der Literatur-Nobelpreis verkündet wird, während die Messe läuft (8. Oktober).
Die Zahl der Aussteller bewege sich „auf dem Niveau der Vorjahre“, sagt Buchmessen-Sprecher Torsten Casimir. Zuletzt waren 4.350 Aussteller aus mehr als 100 Ländern und 238.000 Besucher nach Frankfurt gekommen.

Wer kommt?

Zu den prominentesten Gästen gehört der Musiker und Autor Wolf Biermann, der im Oktober den ersten Band seiner Tagebücher, einen neuen Gedichtband und die Neuauflage eines Kinderbuchs herausbringt. Er wird in diesem Jahr 90 Jahre alt, vor 50 Jahren wurde er aus der DDR ausgebürgert. Die Veranstaltung „Ihr löscht das Feuer mit Benzin“ auf der Buchmesse (7. Oktober) ist der Auftakt seiner Tournee.
Parallel tritt am Mittwochabend Gisèle Pelicot auf. Mit den Worten „Die Scham muss die Seite wechseln“ wurde sie im Prozess gegen ihren Ex-Mann und über 50 weitere Täter vom Opfer zur Heldin. Der Satz ist auch der Titel ihres Buches, das sie in der Nationalbibliothek vorstellt.
Ein internationales Schwergewicht ist der US-Autor Colson Whitehead. Für „Underground Railroad“ bekam er 2017 den Pulitzer-Preis. Er ist am Messe-Freitag auf der Bühne von ARD, ZDF und 3sat zu erleben, wo er über seinen neuen Roman „Cool Machine“ spricht.
Bekannte deutsche Autoren sind zum Beispiel Charlotte Link, Sebastian Fitzek, Jenny Erpenbeck oder Cornelia Funke. Auch Politiker wie Robert Habeck oder Filmemacher wie Volker Schlöndorff werden erwartet. Gleich mehrere Astronauten sind dabei und ein japanischer Jodler.

Tschechien sagt Ahoi

Ehrengast ist in diesem Jahr Tschechien. Der Gastland-Auftritt steht unter dem Motto „Ein Land an der Küste“. Wer jetzt an seinen Geografie-Kenntnissen zweifelt: Gemeint ist „eine Küste, an der Sprache, Geschichten und Ideen anlanden“, wie der Direktor des Ehrengastauftritts, Martin Krafl, erklärt.
75 tschechische Autorinnen und Autoren reisen für die Messe nach Frankfurt. 150 Neuerscheinungen tschechischer Autorinnen und Autoren erscheinen in deutschsprachigen Verlagen. 100 Veranstaltungen sind geplant.
Im Ehrengast-Pavillon soll Künstliche Intelligenz (KI) eine große Rolle spielen. Aufblasbare Elemente dienen als Raumteiler, Sitzgelegenheiten und Leinwände zugleich. Aus einem Leuchtturm und Bojen werden mit Hilfe von KI Zitate tschechischer Literatur projiziert.

Gelände neu geordnet

Das Messegelände wurde für die 78. Ausgabe neu geordnet. Hintergrund ist, dass die Halle 6 wegen Baumängeln nicht mehr genutzt werden kann. Die dadurch nötige Umplanung nutzte die Buchmesse, um für mehr Übersichtlichkeit, kürzere Wege und hoffentlich weniger Gedränge zu sorgen, wie Buchmessen-Sprecherin Ines Bachor erklärt.
Alle Publikumsverlage sind diesmal in den Erdgeschoss-Ebenen untergebracht. Während oben Geschäfte gemacht werden, finde unten „ein riesiges Literaturfestival“ statt, sagt Bachor. Auf der Freifläche in der Mitte des Geländes kann man Autoren treffen, Selfies machen und Autogramme sammeln.
Das Event-Programm wurde noch mal erweitert. Auf zehn Bühnen sind mehr als 1.000 Sprecher zu erleben. Neu sind thematische „Erlebniswelten“, etwa für Krimifans (am Publikumswochenende mit realen Polizisten), Podcast-Hörer (mit Podcasts, die in Studios auf dem Messegelände aufgezeichnet werden) oder Comic-Liebhaber (zum Beispiel mit Manga-Zeichen-Kursen).

Flankierend zwei Preise

Vor Beginn der Messe wird der Deutsche Buchpreis für den besten Roman des Jahres bekanntgegeben (5. Oktober). Auf der Shortlist nominiert sind Shida Bazyar („Die Lücken“), Franziska Gänsler („Orca“), Valeria Gordeev („Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle“), Elias Hirschl („Schleifen“), Peggy Mädler („Selbstregulierung des Herzens“) und Dana Vowinckel („Anton und Alma“).
Zum Abschluss wird in der Paulskirche der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen (11. Oktober). Er geht in diesem Jahr an den französisch-britischen Menschenrechtsanwalt Philippe Sands. Der Preisträger setzt sich „für Gerechtigkeit, Frieden und die beharrliche Verteidigung des Völkerrechts ein“, wie Börsenvereins-Vorsteher Sebastian Guggolz die Ehrung begründet.

Getrübte Stimmung

Die Buchbranche kriselt unterdessen. Der Umsatz lag 2025 mit 9,62 Milliarden Euro 2,7 Prozent unter dem von 2024. Im ersten Halbjahr 2026 sank der Umsatz um 4,1 Prozent im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Die Zahl der Buchkäuferinnen und Buchkäufer schrumpft – insgesamt von 2024 auf 2025 um knapp fünf Prozent.
Ein Grund: „Jahrzehntelange Versäumnisse in der Bildungspolitik haben zu einer fortschreitenden Verschlechterung der Lesekompetenz geführt“, sagt Börsenvereins-Vorsteher Guggolz. „Aufmerksamkeit ist zunehmend umkämpft“, sagt Buchmessen-Direktor Juergen Boos. Für Boos ist diese Messe nach 21 Jahren die letzte. Er geht in Ruhestand. Neuer Buchmessen-Chef wird Joachim Kaufmann, langjähriger Geschäftsführer des Carlsen Verlags. (dpa/red)
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Was bringt die Freigabe von Öl-Reserven?

Die Ölpreise sind wegen des Kriegs im Nahen Osten seit Monaten auf Höhenflug. Der Konflikt zwischen dem Iran und den USA ist noch immer nicht beigelegt.
In der für den weltweiten Energiehandel so wichtigen Straße von Hormus werden Tanker beschossen, die USA verlegen Medienberichten zufolge weitere Kriegsschiffe in die Region. Angesichts dieser Entwicklung wächst die Furcht vor Versorgungsengpässen. Das treibt die Preise.
Seit Beginn des Jahres ist Rohöl der Sorte Brent um mehr als 60 Prozent teurer geworden, was mittlerweile zu einem deutlichen Anstieg der Inflation geführt hat. Die Marke von 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter) wurde überschritten. Die führenden Industrieländer (G7) wollen den Anstieg der Ölpreise bremsen.
Denn der kommt an der Tankstelle an und belastet Verbraucher und Wirtschaft. Hier steuert Deutschland bereits mit dem Tankrabatt bis Ende des Jahres gegen.

Was haben die G7-Staaten beschlossen?

Es sollen unter Koordination der Internationalen Energieagentur (IEA) im Lauf der nächsten vier Monate 100 Millionen Barrel Rohöl und Diesel freigegeben werden. 100 Millionen Barrel entsprechen in etwa der Nachfrage an Rohöl, von der die IEA weltweit pro Tag ausgeht. Das Signal an den Markt: Es ist genügend Öl vorhanden, es droht keine Knappheit.
Freigegebene Mengen aus Deutschlands Ölreserve werden zu aktuellen Marktpreisen verkauft. Sie sollen eigentlich zur Abwendung einer Mangellage dienen, nicht zur Senkung etwa von Benzin- und Dieselpreisen.

Gab es Druck aus den USA?

Greenpeace verwies nach der G7-Entscheidung auf „Drohungen“ aus den USA. „Die Abhängigkeit von Benzin und Diesel macht uns geopolitisch erpressbar“, urteilten die Umweltschützer. US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, einen Exportstopp für Diesel aus den USA zu prüfen.
Dies könnte eine Entlastung bei den Spritpreisen in seinem Land bringen. In der Erklärung der G7, zu denen auch die USA gehören, steht nun aber ausdrücklich, dass Mitgliedstaaten keine derartigen Beschränkungen vornehmen.
Deutschland hat hohe Raffineriekapazitäten und ist daher kaum von Diesel-Importen abhängig. Unter dem Strich wurde im ersten Halbjahr 2026 sogar mehr Kraftstoff exportiert als importiert. Insgesamt kamen 15,8 Millionen Tonnen Diesel aus heimischer Produktion – ein Plus von 9,4 Prozent zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt berechnet hat.
Bei Dieselkraftstoff waren Belgien (55,1 Prozent) und die Niederlande (39,7 Prozent) die Hauptlieferanten der insgesamt lediglich 858.000 Tonnen, die Deutschland einführte. Zudem wurden 2,06 Millionen Tonnen Diesel exportiert.
Aus dem Bundeswirtschaftsministerium hieß es mit Blick auf Trumps Äußerungen zu einem möglichen Exportstopp: „Grundsätzlich gilt: Der Markt darf nicht verunsichert werden.“ Ministerin Katherina Reiche (CDU) teilte mit: „Für mich war in den vergangenen 48 Stunden in den Gesprächen entscheidend, aus einer angespannten Lage ein verlässliches gemeinsames Vorgehen zu machen.“

Wie lange reichen die deutschen Ölreserven?

Auch Deutschland hält strategische Ölreserven, um Versorgungsstörungen auszugleichen. Mit diesen Ölvorräten könnte laut Bundeswirtschaftsministerium für drei Monate ein vollständiger Ausfall aller Importe ausgeglichen werden. Reiche betonte, die nun angestrebte Freigabe stelle kein Risiko für die Energieversorgung dar. Es bleibe jederzeit ausreichend Reserve zur Sicherung der Versorgung im System. Das werde fortlaufend überwacht.
Die Reserve setzt sich aus Rohöl und fertigen Mineralölprodukten wie Diesel, Ottokraftstoff, Heizöl und Flugturbinenkraftstoff zusammen. Verantwortlich ist der Erdölbevorratungsverband (EBV), der Rohöl und Mineralölerzeugnisse (Benzin, Diesel, Kerosin) lagert. Die Vorräte an Erdölerzeugnissen sind über ganz Deutschland verteilt.
Der EBV sorgt für den Kauf der Vorräte. Finanziert wird das System über Pflichtbeiträge der Mineralölwirtschaft. Eine Freigabe erfolgt über eine Rechtsverordnung des Bundeswirtschaftsministeriums.

Woher bekommt Deutschland sein Rohöl?

Überwiegend nicht aus dem Nahen Osten. Im Jahr 2025 waren es nach Angaben des Statistischen Bundesamts nur 6,1 Prozent. Das betrifft unter anderem den Irak, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien. Der wichtigste Rohöllieferant für Deutschland ist Norwegen.
Von dort kommen 16,6 Prozent der Lieferungen. Knapp danach folgen die USA mit 16,4 Prozent. Das drittwichtigste Land ist Libyen mit 13,8 Prozent. Weitere wichtige Lieferanten sind Kasachstan und Großbritannien.

Geht der Ölpreis nun runter?

Die Ölpreise sind in Erwartung der Einigung auf Freigabe von Reserven am Freitag zunächst gesunken. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im Dezember fiel zeitweise um mehr als drei Prozent auf 98,72 US-Dollar. Doch zu Handelsschluss am Freitag lag der Preis bereits wieder bei 102,25 Euro.

Kommt das bei den Autofahrern an?

Die Spritpreise gaben der Vergleichs-App „Tankerkönig“ zufolge nach der Entscheidung der G7 im bundesweiten Durchschnitt bis Sonntag leicht nach. Bei Super E10 um etwas über zwei Cent je Liter, bei Diesel kräftiger um rund 6 Cent.
Die Freigabe von Öl- und Dieselreserven kann Autofahrer nach Ansicht der Ökonomin Samina Sultan aber allenfalls kurzfristig entlasten. Die Freigabe sei ähnlich wie der Tankrabatt ein Pflaster, das kurzfristig Linderung verschaffen könne, sagte die Expertin vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) der Deutschen Presse-Agentur. Die grundlegende Problematik bleibe bestehen. (dpa/red)
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„Im Ernstfall eine Katastrophe“: IT-Ausfall bei der Bundeswehr


In Kürze:

  • CDU-Politiker warnen nach einer IT-Panne bei der Bundeswehr vor Folgen im Ernstfall.
  • Sie fordern ausfallsichere IT-Systeme.
  • Nach fehlerhaften Updates hatten bis zu 900 Reservisten keinen Zugriff mehr auf die IT-Systeme.

 
Erst kürzlich sorgte eine mehr als einwöchige IT-Panne bei der Bundeswehr dafür, dass Hunderte Reservisten von den zentralen IT-Systemen abgeschnitten waren. Inzwischen haben sich Sicherheitspolitiker der CDU zu dem Vorfall zu Wort gemeldet und fordern Konsequenzen.
Marc Henrichmann (CDU), Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums für die Nachrichtendienste des Bundes, sagte dem „Handelsblatt“:
„Im Ernstfall wäre ein länger andauernder IT-Ausfall und der Verlust von Reservistendatenbanken eine Katastrophe.“

„Betriebliche Gründe“ als Ursache

Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bereits am Mittwoch, 30. September, mitteilte, sei ein Cyberangriff von außen auszuschließen. Es habe „keine Datenabflüsse oder Zugriffe Dritter“ gegeben.
Ursache seien stattdessen „betriebliche Gründe“. Ein Sprecher der BWI, des IT-Systemhauses und Digitalisierungspartners der Bundeswehr, sprach von einer „Beeinträchtigung durch Updates der verarbeitenden Systeme“.
Nach Informationen des „Handelsblatts“ aus Bundeswehrkreisen sollen bei einem Massendatenimport die Datensätze der aktuell nicht einberufenen Reservisten gelöscht worden sein. Laut BWI waren maximal 900 Reservisten von dieser Störung betroffen. Sie hätten keinen Zugriff mehr auf Computer, E-Mails und den Bundeswehr-Messenger gehabt. Insgesamt hat die Bundeswehr rund 60.000 nicht aktive Soldaten.

„Erheblicher Nachholbedarf“ bei der IT

Der Vorfall verdeutliche, wie wichtig eine verlässliche IT für die Bundeswehr sei, sagte Henrichmann. „Insbesondere wenn es um die Sicherheit unseres Landes geht, müssen kritische IT-Systeme immer funktionieren“, so der CDU-Politiker.
Zugleich forderte Henrichmann rasche Verbesserungen: „Wir brauchen gehärtete und ausfallsichere Systeme, um Datenbestände und kritische Prozesse bei der Truppe schnellstmöglich wiederherstellen zu können. Hier besteht noch erheblicher Nachholbedarf.“
Auch Roderich Kiesewetter (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestages und Oberst außer Dienst der Bundeswehr, äußerte sich zu der IT-Panne. „Der Vorfall zeigt, dass wir in der Fläche noch nicht ausreichend einsatz- und verteidigungsfähig sind, wenn zentrale Elemente der Führungs- und Kommandofähigkeiten nicht funktionieren oder anfällig für Störungen oder Cyberangriffe sind“, sagte er.

Die Digitalisierung bei der Bundeswehr

Bereits seit mehreren Jahren treibt die Bundeswehr eine umfassende Digitalisierungsoffensive zur Landes- und Bündnisverteidigung voran. Nach Angaben der BWI sind dafür „unter anderem digitale Fähigkeiten auf dem Gefechtsfeld und ein resilientes, hochverfügbares, sicheres und skalierbares IT-System im Inland“ nötig.
Zu den Entwicklungsbereichen zählen laut BWI Lieferkettensicherheit, Blackout-Resilienz, autonome Robotik, Innovations-Ökosysteme und unbemannte Systeme. Die Bundesregierung will die Bundeswehr zur stärksten konventionellen Armee Europas machen.
Zu den aktuellen Projekten gehört außerdem der Aufbau einer Multicloud-Umgebung. Die „private Cloud der Bundeswehr“, kurz pCloudBw, soll IT-Services durchgängig vom Inland bis in die Einsatzgebiete bereitstellen. Die Plattform passe laut BWI in einen Transportbehälter und basiere auf sogenannter Open-Source-Software, also Software mit frei zugänglichem Quelltext. Später sollen stationäre Infrastrukturen in den eigenen Rechenzentren folgen.
 
Mit Material von dts
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„Im Ernstfall eine Katastrophe“: IT-Ausfall bei der Bundeswehr


In Kürze:

  • CDU-Politiker warnen nach einer IT-Panne bei der Bundeswehr vor Folgen im Ernstfall.
  • Sie fordern ausfallsichere IT-Systeme.
  • Nach fehlerhaften Updates hatten bis zu 900 Reservisten keinen Zugriff mehr auf die IT-Systeme.

 
Erst kürzlich sorgte eine mehr als einwöchige IT-Panne bei der Bundeswehr dafür, dass Hunderte Reservisten von den zentralen IT-Systemen abgeschnitten waren. Inzwischen haben sich Sicherheitspolitiker der CDU zu dem Vorfall zu Wort gemeldet und fordern Konsequenzen.
Marc Henrichmann (CDU), Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums für die Nachrichtendienste des Bundes, sagte dem „Handelsblatt“:
„Im Ernstfall wäre ein länger andauernder IT-Ausfall und der Verlust von Reservistendatenbanken eine Katastrophe.“

„Betriebliche Gründe“ als Ursache

Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bereits am Mittwoch, 30. September, mitteilte, sei ein Cyberangriff von außen auszuschließen. Es habe „keine Datenabflüsse oder Zugriffe Dritter“ gegeben.
Ursache seien stattdessen „betriebliche Gründe“. Ein Sprecher der BWI, des IT-Systemhauses und Digitalisierungspartners der Bundeswehr, sprach von einer „Beeinträchtigung durch Updates der verarbeitenden Systeme“.
Nach Informationen des „Handelsblatts“ aus Bundeswehrkreisen sollen bei einem Massendatenimport die Datensätze der aktuell nicht einberufenen Reservisten gelöscht worden sein. Laut BWI waren maximal 900 Reservisten von dieser Störung betroffen. Sie hätten keinen Zugriff mehr auf Computer, E-Mails und den Bundeswehr-Messenger gehabt. Insgesamt hat die Bundeswehr rund 60.000 nicht aktive Soldaten.

„Erheblicher Nachholbedarf“ bei der IT

Der Vorfall verdeutliche, wie wichtig eine verlässliche IT für die Bundeswehr sei, sagte Henrichmann. „Insbesondere wenn es um die Sicherheit unseres Landes geht, müssen kritische IT-Systeme immer funktionieren“, so der CDU-Politiker.
Zugleich forderte Henrichmann rasche Verbesserungen: „Wir brauchen gehärtete und ausfallsichere Systeme, um Datenbestände und kritische Prozesse bei der Truppe schnellstmöglich wiederherstellen zu können. Hier besteht noch erheblicher Nachholbedarf.“
Auch Roderich Kiesewetter (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestages und Oberst außer Dienst der Bundeswehr, äußerte sich zu der IT-Panne. „Der Vorfall zeigt, dass wir in der Fläche noch nicht ausreichend einsatz- und verteidigungsfähig sind, wenn zentrale Elemente der Führungs- und Kommandofähigkeiten nicht funktionieren oder anfällig für Störungen oder Cyberangriffe sind“, sagte er.

Die Digitalisierung bei der Bundeswehr

Bereits seit mehreren Jahren treibt die Bundeswehr eine umfassende Digitalisierungsoffensive zur Landes- und Bündnisverteidigung voran. Nach Angaben der BWI sind dafür „unter anderem digitale Fähigkeiten auf dem Gefechtsfeld und ein resilientes, hochverfügbares, sicheres und skalierbares IT-System im Inland“ nötig.
Zu den Entwicklungsbereichen zählen laut BWI Lieferkettensicherheit, Blackout-Resilienz, autonome Robotik, Innovations-Ökosysteme und unbemannte Systeme. Die Bundesregierung will die Bundeswehr zur stärksten konventionellen Armee Europas machen.
Zu den aktuellen Projekten gehört außerdem der Aufbau einer Multicloud-Umgebung. Die „private Cloud der Bundeswehr“, kurz pCloudBw, soll IT-Services durchgängig vom Inland bis in die Einsatzgebiete bereitstellen. Die Plattform passe laut BWI in einen Transportbehälter und basiere auf sogenannter Open-Source-Software, also Software mit frei zugänglichem Quelltext. Später sollen stationäre Infrastrukturen in den eigenen Rechenzentren folgen.
 
Mit Material von dts
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Zehntausende protestieren in Spanien gegen Wohnungsnot – Debatte um Neuwahlen

In Spanien haben am Wochenende zehntausende Menschen gegen die Wohnungsnot demonstriert, nachdem Dekrete der linksgerichteten  Regierung gegen die Wohnungskrise am Widerstand der Rechtskonservativen im Parlament gescheitert waren.
Allein in der Hauptstadt Madrid beteiligten sich am Samstag nach Behördenangaben 70.000 Menschen an den Demonstrationen, die Organisatoren sprachen von 500.000. Auch in mehreren anderen Städten gab es Proteste.
In Madrid bewegten sich mehrere Demonstrationszüge durch das Stadtzentrum und liefen auf der zentralen Plaza de Cibeles zusammen. Auf einem großen Transparent stand „Auf zum Generalstreik“.
Seit einer Woche campieren zudem hunderte Menschen im Zentrum der Hauptstadt an der Puerta del Sol, um den Druck für Reformen zu erhöhen.
„Was man auf den Straßen spürt, ist eine neue Energie“, erklärte Valeria Racu vom Mieterverband, der die Proteste mit organisiert. Acht Tage „Volksmacht“ hätten mehr erreicht als acht Jahre einer progressiven Regierung, sagte sie.
Das Parlament hatte am Freitag zwei von der linksgerichteten Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez vorgelegte Dekrete zur Bekämpfung der Wohnungsnot abgelehnt.
Vorgesehen waren ein Moratorium für bestimmte Zwangsräumungen besonders schutzbedürftiger Mieter bis 2030, die automatische Verlängerung auslaufender Mietverträge und Maßnahmen gegen sogenannte Geierfonds. Die konservative Volkspartei PP, die Vox und die katalanische Regionalpartei Junts stimmten dagegen.
PP-Chef Alberto Núñez Feijóo forderte Sánchez am Samstag erneut auf, Neuwahlen anzusetzen, „weil das Land nicht mehr kann“. Umfragen zufolge liegt das rechte Lager derzeit vorne.
Spanischen Medienberichten zufolge hat sich Sánchez, der keine eigene Mehrheit im Parlament hat, einige Tage Zeit gegeben, um die Lage zu bewerten und über eine mögliche vorgezogene Wahl zu entscheiden. Bisher ist die nächste Parlamentswahl für 2027 vorgesehen.
Demonstrationen gab es am Samstag auch in Palma de Mallorca, Santander, Segovia und Toledo. In Barcelona wurde der Protest wegen eines Unwetters abgesagt.
In Valencia kam es nach Angaben örtlicher Medien zu Zusammenstößen zwischen einigen Demonstranten und der Polizei. Neun Polizisten wurden demnach leicht verletzt, fünf Menschen festgenommen.
Mehrere Teilnehmer schilderten AFP die Belastung durch die hohen Wohnkosten. „Wir fordern ein Grundrecht“, sagte der 31-jährige Javier, der als Solaranlagen-Installateur arbeitet.
Er lebe mit vier anderen Menschen in einer 90 Quadratmeter großen Wohnung und gebe wie viele andere etwa die Hälfte seines Gehalts für ein winziges Zimmer aus.
Die Protestwelle war durch die Zwangsräumung der Mietwohnung der 87-jährigen Maricarmen Abascal am 23. September ausgelöst worden. Die Rentnerin hatte seit mehr als sieben Jahrzehnten in ihrer Madrider Wohnung gelebt.
Nach Angaben des Mieterverbands wollte ein Investor ihre Miete um 275 Prozent erhöhen. Inzwischen wurde eine Einigung über ihre Rückkehr in die Wohnung zu einer niedrigen Miete erzielt.
Wohnraummangel und stark gestiegene Preise zählen in Spanien seit Jahren zu den brennendsten sozialen Problemen. Laut dem Immobilienportal Idealista haben sich die Durchschnittsmieten binnen zehn Jahren fast verdoppelt. Die spanische Zentralbank schätzt, dass landesweit mehr als 700.000 Wohnungen fehlen.(afp/red)
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Schwerer Unfall an Schiffsschaukel auf dem Oktoberfest

Am letzten Tag des Oktoberfests ist ein 47-jähriger Mitarbeiter eines Schaustellerbetriebs bei einem Unfall an einer Schiffsschaukel schwer verletzt worden.
Die Polizei teilte mit, dass der Mann noch am Unfallort reanimiert und anschließend in eine Münchner Klinik gebracht wurde. Für die Fahrgäste des Fahrgeschäfts bestand demnach zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr.
Der Unfall ereignete sich gegen 10.15 Uhr im Bereich der Oidn Wiesn. Die Polizei sperrte das Fahrgeschäft ab und das Kommissariat 13 übernahm die Ermittlungen. Ein Kriseninterventionsteam betreute die Zeugen des Vorfalls. Weitere Details sind derzeit noch nicht bekannt.
Es war nicht der erste schwere Zwischenfall auf der Wiesn 2026. Bereits am Eröffnungstag blieben Besucher im Fahrgeschäft „Predator“ wegen eines defekten Sensors kopfüber hängen. Zwei Tage später starb ein 52-jähriger Mitarbeiter nach einem Unfall am Free-Fall-Turm „Hangover“.
Auch auf der Oidn Wiesn kam es zu einem tödlichen Unglück, als eine über 90-jährige Rollstuhlfahrerin bei einem Zwischenfall mit einem Kutschpferd stürzte und später im Krankenhaus verstarb. (dts/red)
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Gardasee: Mehrere Verletzte bei Brand auf Campingplatz

Bei einem Brand auf einem großen Campingplatz am Gardasee sind mehrere Menschen verletzt worden. Nach Angaben der italienischen Behörden mussten insgesamt 24 Menschen vor Ort behandelt oder ins Krankenhaus gebracht werden.
Einer davon erlitt schwere Verbrennungen an den Beinen. Die meisten kamen mit Kohlenmonoxidvergiftungen davon. Zur Brandursache gab es zunächst keine genaueren Informationen. Die Polizei ermittelt.
Das Feuer brach den Behörden zufolge in einem Bungalow auf dem Campingplatz „Bella Italia“ in der Gemeinde Peschiera del Garda am Südufer des Sees kurz nach 6.00 Uhr morgens aus, noch in der Dunkelheit.
Die Flammen schlugen viele Meter hoch. Die Rauchsäule ragte weit hinauf den Himmel. Der Brand konnte nach Angaben der Feuerwehr rasch unter Kontrolle gebracht werden.
Nach Angaben der Rettungsdienste wurden sieben Menschen in die Notaufnahme gebracht, darunter eine Familie aus der Schweiz mit drei Kindern. Zusammen mit der Feuerwehr waren zahlreiche Rettungswagen im Einsatz.
Die Löscharbeiten seien durch explodierende Gasflaschen erschwert worden, hieß es. Zur Identität der weiteren Verletzten machten die Behörden zunächst keine näheren Angaben.

Beliebt auch bei deutschen Urlaubern

Der Campingplatz an Italien größtem See wird als Fünf-Sterne-Anlage beworben, die vor allem für Familien geeignet sei. Neben Stellplätzen für Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte gibt es dort zahlreiche Apartments.
Etwa 20 Strukturen seien durch die Flammen zerstört worden, hieß es. Der Präsident der Region, Luca Zaia, bedankte sich bei einer Gruppe von Feuerwehrleuten aus Hessen, die auf dem Campingplatz Urlaub gemacht hatten und dann halfen.
Der Gardasee gehört zu den beliebtesten Urlaubszielen Italiens und ist auch bei Touristen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sehr beliebt. Die Region rund um den See zieht vor allem in den Sommermonaten zahlreiche Urlauber an.
Beliebt sind neben den malerischen Orten am Seeufer auch die Campingplätze, Ferienanlagen und Freizeitparks in der Umgebung. (dpa/red)
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Mehrere Verletzte bei Brand auf Campingplatz

Bei einem Brand auf einem großen Campingplatz am Gardasee sind mehrere Menschen verletzt worden. Nach Angaben der italienischen Behörden mussten insgesamt 24 Menschen vor Ort behandelt oder ins Krankenhaus gebracht werden.
Einer davon erlitt schwere Verbrennungen an den Beinen. Die meisten kamen mit Kohlenmonoxidvergiftungen davon. Zur Brandursache gab es zunächst keine genaueren Informationen. Die Polizei ermittelt.
Das Feuer brach den Behörden zufolge in einem Bungalow auf dem Campingplatz „Bella Italia“ in der Gemeinde Peschiera del Garda am Südufer des Sees kurz nach 6.00 Uhr morgens aus, noch in der Dunkelheit.
Die Flammen schlugen viele Meter hoch. Die Rauchsäule ragte weit hinauf den Himmel. Der Brand konnte nach Angaben der Feuerwehr rasch unter Kontrolle gebracht werden.
Nach Angaben der Rettungsdienste wurden sieben Menschen in die Notaufnahme gebracht, darunter eine Familie aus der Schweiz mit drei Kindern. Zusammen mit der Feuerwehr waren zahlreiche Rettungswagen im Einsatz.
Die Löscharbeiten seien durch explodierende Gasflaschen erschwert worden, hieß es. Zur Identität der weiteren Verletzten machten die Behörden zunächst keine näheren Angaben.

Beliebt auch bei deutschen Urlaubern

Der Campingplatz an Italien größtem See wird als Fünf-Sterne-Anlage beworben, die vor allem für Familien geeignet sei. Neben Stellplätzen für Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte gibt es dort zahlreiche Apartments.
Etwa 20 Strukturen seien durch die Flammen zerstört worden, hieß es. Der Präsident der Region, Luca Zaia, bedankte sich bei einer Gruppe von Feuerwehrleuten aus Hessen, die auf dem Campingplatz Urlaub gemacht hatten und dann halfen.
Der Gardasee gehört zu den beliebtesten Urlaubszielen Italiens und ist auch bei Touristen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sehr beliebt. Die Region rund um den See zieht vor allem in den Sommermonaten zahlreiche Urlauber an.
Beliebt sind neben den malerischen Orten am Seeufer auch die Campingplätze, Ferienanlagen und Freizeitparks in der Umgebung. (dpa/red)
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Hamburg behält zunächst weiter Vorsitz der Justizministerkonferenz

Abweichend vom üblichen Turnus behält Hamburg zunächst weiterhin den Vorsitz der Justizministerkonferenz.
Die Hamburger Justizbehörde begründete dies am Sonntag mit der andauernden Regierungsbildung nach der Wahl in Sachsen-Anhalt, aus der die AfD als stärkste Kraft hervorgegangen war.
Nach dem üblichen Wechselsystem hätte eigentlich Sachsen-Anhalt mit Beginn des Jahres 2027 den Vorsitz der Justizministerkonferenz von Hamburg übernommen.

Hamburg verlängert seinen Vorsitz um ein halbes Jahr

Hamburgs Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne) wird nun ihren Vorsitz in der Länderministerrunde um ein halbes Jahr verlängern, bevor Hessen dann im kommenden Juli den Staffelstab vorzeitig übernimmt. 2028 führt Hessen dann den Vorsitz der Justizministerkonferenz regulär fort.
Dies wurde der Hamburger Behörde zufolge „in enger Abstimmung im Kreis der Justizministerien der Länder vereinbart“. Damit solle „die reibungslose Durchführung der Justizministerkonferenz“ und der anstehenden turnusgemäßen Treffen gewährleistet werden.
Die Konferenz der Justizministerinnen und Justizminister dient der Koordination und Abstimmung der justiz- und rechtspolitischen Vorhaben der Länder. Zweimal jährlich gibt es reguläre Treffen.

Auch Ministerpräsidentenkonferenz umgeht Sachsen-Anhalt

Zuvor hatten bereits die Regierungschefs der Länder entschieden, dass Rheinland-Pfalz für ein weiteres Jahr den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz behält.
Eigentlich hätte auch in diesem Fall Sachsen-Anhalt turnusgemäß ab Oktober den jährlich wechselnden Vorsitz übernehmen sollen. Der noch amtierende Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) schlug jedoch angesichts der unklaren Lage nach der Landtagswahl eine Verschiebung des Wechsels vor.
Die AfD, die bei der Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt mit Abstand stärkste Kraft geworden war, sucht derzeit in Gesprächen Mehrheiten, um regieren zu können. Gesprochen wird vor allem mit dem BSW, nach eigenen Angaben auch mit anderen Abgeordneten.
Der AfD fehlt die absolute Mehrheit, weshalb sie Unterstützung aus anderen Fraktionen bräuchte. (afp/red)
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Ab 2028: USA wollen Kernkraftwerke ins All und auf den Mond schießen


In Kürze:

  • Die USA haben das Start-up Antares beauftragt, einen Kernreaktor für Weltraummissionen zu entwickeln.
  • Zunächst ist eine nukleare Bodendemonstration geplant.
  • Insgesamt investieren die USA bis zu 2,2 Milliarden US-Dollar für neue Auftragsvergaben in diesem Bereich bis 2031.

 
Bereits seit Jahren tüfteln Unternehmen und Raumfahrtorganisationen an einem Einsatz eines Kernreaktors für eine stabilere Stromversorgung in einem Raumfahrzeug. Kerntechnik im All gibt es allerdings schon länger in Form von Nuklearbatterien. Nun soll ein Durchbruch künftig längere Weltraummissionen ermöglichen.
Einen Vorstoß in diese Richtung wagte im September das Beschaffungsamt der US-Luftwaffe für die Weltraumstreitkräfte. Die US-Behörde beauftragte dazu das US-amerikanische Start-up Antares Nuclear, die Kernenergie im Weltraum voranzutreiben.
Dazu erhält Antares von der Behörde Fördermittel in Höhe von 161 Millionen US-Dollar (142,6 Millionen Euro). Nach Angaben des Start-ups sei dies aktuell der größte Auftrag des Verteidigungsministeriums im Bereich der Weltraumkernenergie.

Der Firmensitz von Antares Nuclear in Torrance im US-Bundesstaat Kalifornien.

Foto: Antares Nuclear, Inc. 2026

Demonstration eines Weltraumreaktors

Das erst 2023 gegründete Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von kompakten, modularen Mikro-Kernreaktoren spezialisiert. Diese sind für die militärische Energieversorgung und die Raumfahrt gedacht. Jordan Bramble, Geschäftsführer und Mitbegründer von Antares sagte:
„Der Weltraum steht seit der Gründung des Unternehmens im Mittelpunkt der Antares-Vision. Diese Partnerschaft mit der Space Force verwandelt diese langjährige Vision in eine konkrete Weltraummission. Die Kernspaltung wird strategische Fähigkeiten erschließen, die heute noch unmöglich sind.“
Im Rahmen dieses Programms plane Antares zunächst eine nukleare Bodendemonstration des Weltraumreaktors R1-S. Vor dem Start wolle das Start-up R1-S in ein Raumfahrzeug integrieren, um die Flugzulassung zu erlangen. Das Unternehmen beabsichtige zudem eine einsatzfähige Boden-zu-Weltraum-Anlage mit seinem stromerzeugenden Reaktor „Mark-1“ mit Energie zu versorgen. Ein Test dafür ist 2027 vorgesehen. Der 161-Millionen-Dollar-Deal fördert beide Reaktoren.
Am 4. Juni 2026 habe der Nulleistungs-Mikroreaktor „Mark-0“ von Antares laut eigenen Angaben unter der Genehmigung des Energieministeriums die Kritikalität, eine sich selbst erhaltende Kettenreaktion, erreicht. Es ist das erste Mal, dass ein Privatunternehmen dieses Ergebnis erzielt habe.

Die Montage eines Mark-0-Reaktors durch das Start-up Antares.

Foto: Antares Nuclear, Inc. 2026

Der Mark-1-Reaktor des Unternehmens soll 2027 mehr als sechs Monate in Betrieb sein. Seine elektrische Leistung ist mit bis ein Megawatt angegeben, die er theoretisch über einen Zeitraum von vier bis sechs Jahre erbringen kann.

Weltraum- und Militärprogramm

Die Auszeichnung unterstützt die im US-Dekret 14369 „Sicherung der amerikanischen Weltraumüberlegenheit“ festgelegten Ziele. Dazu zählt, Kernreaktoren bereits ab 2028 in den Weltraum und bis 2030 auf den Mond zu bringen.
Neben der R1-S-Mission von Antares strebt auch die NASA eine konkrete zivile Weltraummission an – ebenfalls mit Kernenergie. Das unter dem Namen „Space Reactor-1 Freedom“ (SR-1) aufgeführte Programm soll Ende 2028 zum Mars starten. Bei dieser Mission soll ein Kernreaktor erstmals auch Energie für den Antrieb des Raumfahrzeugs außerhalb der Erdumlaufbahn bereitstellen.
Die staatliche Auftragsvergabe an Antares ist eine von mehreren. Ende August hat die US-Armee verkündet, dass Antares Mikroreaktoren an den Standort Fort Bragg im US-Bundesstaat North Carolina liefern solle.
Die Auftragsvergaben sind Teil des „Janus-Programms“ der US-Armee. Dieses wiederum ist Teil einer Initiative zur Entwicklung mobilerer Stromversorgungskapazitäten zur Unterstützung militärischer Operationen in abgelegenen Regionen.
Für diese neuen Auftragsvergaben stellen die USA insgesamt bis zu 2,2 Milliarden US-Dollar für ausgewählte Unternehmen bis 2031 bereit. Die Höhe der Gesamtförderung hängt davon ab, ob die Unternehmen die Projektmeilensteine erreichen. Die US-Armee erwartet, dass die Unternehmen im Rahmen dieser Verträge in Summe mehr als 20 Kernreaktoren liefern werden.

Bisherige Stromquellen im All

Oftmals generieren die Raumfahrtorganisationen Strom durch Sonnenlicht mithilfe von Solarzellen. Deren Ertrag ist begrenzt und sie funktionieren in zunehmender Entfernung zur Sonne schlechter und im Schatten von Himmelskörpern nicht.
Ebenso gibt es Nuklearbatterien, auch Radioisotopengeneratoren genannt. Sie wandeln die thermische Energie oder die Zerfallsstrahlung eines Radionuklids, meist Plutonium-238, in elektrische Energie um.
Erstmals setzten die USA 1961 mit dem Transit 4A einen RTG ein. Seither flogen Dutzende mit RTGs ausgestattete Raumfahrzeuge in den Orbit – und darüber hinaus. Dazu zählten Pioneer 10 und 11, Voyager 1 und 2, Galileo, Ulysses, Cassini und New Horizons.
Die RTGs haben den Vorteil, dass sie leicht und zuverlässig genug für eine Weltraumsonde sind. Zudem können sie ausreichend lange Strom liefern. Ihre elektrische Leistung beträgt meist ein paar 100 Watt, ihre Lebensdauer Jahrzehnte. Sie betreiben Instrumente und die Heizung.
Bei kompakten Kernreaktoren denken viele auch an die SMR-Anlagen (Small modular Reactor). Allerdings gibt es klare Anwendungsunterschiede. Während SMR rund 50 bis 300 MW Leistung haben, liegt die von dem Mark-1-Reaktor nur bei bis zu 1 MW. Zudem ist letzterer nicht für den Netzanschluss, sondern für eine Insellösung ausgelegt.
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Was macht das vielleicht beste Restaurant der Welt aus?

Von außen schlicht, innen gemütliches Grillfeuer. Das laut der Reise-App Tripadvisor beste Restaurant der Welt „Fogón Asado“ in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires lädt zu einem unmittelbaren Barbecue-Erlebnis ein und verfolgt dabei ein besonderes Konzept.
Denn im Grunde geht es zu wie bei einer Weinverkostung – nur eben mit Fleisch, erläutern die beiden Restaurantbetreiber Alex Pels und Sebastián Cardamoni, deren Lokalität in diesem Jahr den Travellers‘ Choice Best of the Best Award gewann.
Wie im Land der Gauchos fast zu vermuten, dreht sich in dem Siegerlokal der Kategorie „Gehobene Küche“ (fast) alles um Fleisch. Aber es wird hier nicht einfach ein Stück auf einen Teller gelegt und serviert. Vielmehr gibt es ein festgelegtes Menü, das entweder aus neun oder 14 Gängen besteht.

Dies ist die Spezialität des Restaurants.

Foto: Fogon Asado/dpa

Die Gäste sitzen an einem Rundtisch um den Grill und erhalten präzise Erläuterungen zu den Fleischschnitten. Es geht um Rinderrassen, um die Regionen, in denen Tiere gezüchtet und womit diese gefüttert wurden.
Die Zeiten für die Fleisch-Degustationen sind nicht individuell, sondern sie starten mittags oder abends einheitlich, sodass die Gäste die Verkostung gleichzeitig machen.

Auch Menüs für Vegetarier

Gut die Hälfte des Grillpersonals ist weiblich. In Argentinien, wo das Asado – das argentinische Barbecue – traditionell eine Männerdomäne ist, keine Selbstverständlichkeit.
Überraschend mag erscheinen, dass es auch Menüs für Vegetarier und Veganer gibt, wie Alex Pels, Nachfahre deutscher Auswanderer, ergänzt.

Das „Fogón Asado“ steht auf einer weltweiten Rangliste ganz oben.

Foto: Fogon Asado/dpa

Mittlerweile gibt es im Buenos-Aires-Stadtteil Palermo zwei „Filialen“. Reservierungen sind in aller Regel erforderlich. „Laufkundschaft“ gibt es eher nicht. Diese würde zumindest an dem Standort an der Straße Gorriti möglicherweise auch vorbeilaufen – so unscheinbar wirkt das Lokal von außen.
Grundlage der Tripadvisor-Rangliste sind die Gäste-Bewertungen, die für ein Restaurant im Laufe eines Jahres vergeben werden. Das „Fogón Asado“ weist derzeit über 4.300 Bewertungen auf, die durchschnittlich bei 4,9 von 5 Zufriedenheitspunkten liegen. (dpa/red)
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04.10.2026 | Rhein will für AfD Ausschussposten im Bundestag | Open-AI-Sicherheitschef tritt zurück | Dröge für Grün-Rot-Rot im Bund

HEUTE10:08 Uhr

Rhein will Ausschussposten im Bundestag für AfD

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) fordert, der AfD im Bundestag nicht weiter die ihr zustehenden Vorsitzendenposten in Fachausschüssen zu verwehren. Die Partei sei gewählt und so sollte man mit ihr auch umgehen. Er halte das Sprachbild der „Brandmauer“ für falsch. Für die Union sei wichtig: „Wir grenzen uns klar von der AfD ab, aber wir grenzen die Partei nicht aus“. Ein AfD-Verbotsverfahren lehnt er ab.

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HEUTE9:59 Uhr

Schwere Unwetter in Spanien

Teile Spaniens sind von schweren Unwettern betroffen, starken Regen gab es insbesondere in der autonomen Region Katalonien und Barcelona sowie im Baskenland rund um die Stadt Bilbao. Straßen waren überflutet, die Feuerwehr erhielt in der Nacht zu Sonntag über tausend Anrufe.

Ein Taxi am 29. September 2026 in der Innenstadt von Barcelona in Katalonien.

Foto: Josep Lago/AFP von Getty Images

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HEUTE9:55 Uhr

Halbvolle Gasspeicher: Linke will 150 Euro Energiekrisengeld

Die Linksfraktion im Bundestag fordert eine Soforthilfe für alle Bürger neben einem jährlichen Klimageld von 320 Euro: Ein Energiekrisengeld in Höhe von 150 Euro. Das ist Teil eines Sechs-Punkte-Plans der Fraktion für eine bezahlbare Gasversorgung. Zudem verlangt sie die Speicherfüllung, Preisaufsicht, ein Verbot von Gas- und Stromsperren durch Energieversorger und einen Stopp der Reprivatisierung von Uniper und SEFE.

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HEUTE9:32 Uhr

Dröge offen für Grün-Rot-Rot im Bund

Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge spricht sich erstmals öffentlich für eine grün-rot-rote Koalition auf Bundesebene aus. Sie seien sich bei vielen sozialen Fragen einig. Union und SPD würden als Koalition nur einen Stillstand verwalten, einen Aufbruch böten nur Schwarz-Grün und Grün-Rot-Rot.
Katharina Dröge, Co-Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen. Foto: Matthias Kehrein/Epoch Times

Katharina Dröge, Co-Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen.

Foto: Matthias Kehrein/EpochTimes

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HEUTE8:59 Uhr

Niedrigwasser: Umweltminister ruft Länder zu Investitionen in Wasserinfrastruktur auf

Bundesumweltminister Carsten Schneider fordert die Bundesländer zu Investitionen in die Wasserinfrastruktur auf, dafür könnten Mittel aus dem Sondervermögen zum Einsatz kommen. Bislang bestünde Wasserpolitik darin, Wasser möglichst schnell abzuleiten und nasse Flächen trockenzulegen. Heute müsse Wasser so gut wie möglich in der Landschaft gehalten werden.

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HEUTE7:54 Uhr

Open-AI-Sicherheitschef tritt zurück: aktuelle Richtung von KI inakzeptabel

Der Sicherheitsbeauftragte von Open AI, David Robinson, verließ das Unternehmen. Die aktuelle Richtung sei inakzeptabel, die Entwicklungen zu schnell. Es sei unmöglich, das notwenige Maß Vorsicht und Sicherheit zu erreichen. Sie sollen neue Forschungen abwarten, die sichern, dass neue KI-Modelle „sichere Entscheidungen treffen, auch wenn wir sie nicht überwachen“. KI-Entwickler sollten sich laut Robinson von Sicherheit und Risikomanagement in einem Kernkraftwerk oder einem großen Flughafen inspirieren lassen.

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HEUTE7:51 Uhr

Lettland: Regierungspartei siegt klar bei Parlamentswahl

Bei der Parlamentswahl in Lettland hat sich das Wahlbündnis Vereinigte Liste von Ministerpräsident Andris Kulbergs mit 35,4 Prozent durchgesetzt; die Mitte-Rechts-Gruppierung verdreifachte ihr Ergebnis. Zweistärkste Kraft wird die Partei Lettland an erster Stelle (13,2 Prozent) vor Souveräne Macht (11,8 Prozent). Dahinter folgen die linksgerichteten Progressiven (7,4 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 51,8 Prozent.

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HEUTE7:24 Uhr

Reiche erwartet keine Gasmangellage im Winter

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche erwartet trotz der vergleichsweise niedrigen Füllstände keine Gasmangellage im Winter. Die Versorgung auf für einen kalten Winter sei gesichert, nun sollten die Speicher noch so gefüllt werden, dass auch längere Kälterperioden gut überstanden werden können. Die Bundesunternehmen Juniper und Sefe würden ihren Verpflichtungen nachkommen.
Blick auf einen Gasspeicher: Deutschlands Gasspeicher sind deutlich leerer als in den Vorjahren.

Blick auf einen Gasspeicher: Deutschlands Gasspeicher sind deutlich leerer als in den Vorjahren.

Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

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HEUTE6:39 Uhr

Merz und Reiche zu Solidaritätsbesuch in der Ukraine

Bundeskanzler Friedrich Merz ist zu einem Besuch in der Ukraine eingetroffen, um dem Land weitere konkrete Hilfe gegen Russland zuzusagen – vor allem Abfangdrohnen und weitreichende Waffen. Er wird von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und zehn Unternehmern aus den Bereichen Rüstung und Energie begleitet. Erst gestern warnte Russland Ausländer und Diplomaten, die ukrainische Hauptstadt zu besuchen.
HEUTE6:26 Uhr

Familienticket der Bahn wird dauerhaft angeboten

Das im Sommer eingeführte Familienticket der Deutschen Bahn soll ab 1. November dauerhaft angeboten werden. Eine Hin- und Rückfahrt für Familien kostet in dem Tarif 99,99 Euro inklusive ICE-Reservierung. In den Sommerferien sorgte das Angebot für Kundenzuwachs gesorgt. Der Verkauf beginnt am 26. Oktober – zu den selben Bedingungen wie im Sommer und inklusive Reservierung.

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HEUTE6:05 Uhr

US-Küstenwache findet Trümmerteile von vermisstem Kleinflugzeug

Die US-Küstenwache entdeckte Trümmerteile einer vor der Ostküste der USA vermissten Gulfstream G100. Die Suche nach den sechs Passagieren dauert an, an Bord waren vier Kanadier und zwei aus Bermuda. Laut dem kanadischen Betreiber Latitude Air Ambulance waren zwei Piloten, zwei medizinische Mitarbeiter, ein Patient und ein Familienangehöriger an Bord. Das Unternehmen bietet medizinische Evakuierungs- und Rückholflüge an.
Die US-Küstenwache sucht nach einem verschwundenen Flugzeug. (Symbolbild)

Die US-Küstenwache sucht nach einem verschwundenen Flugzeug. (Symbolbild)

Foto: Denis Poroy/FR59680 AP/AP/dpa

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HEUTE5:32 Uhr

Fast ein Viertel weniger Asylanträge in EU – Deutschland an dritter Stelle

In der EU plus Norwegen und der Schweiz wurden in den ersten neun Monaten 452.969 Schutzanträge registriert, 24,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahlen stammen aus einem neuen Dokument der Asylagentur der Europäischen Union (EUAA) vom 1. Oktober 2026 über die Migrationslage in Europa. Deutschland liegt demnach als Zielland mit 70.257 gestellten Asylanträgen hinter Frankreich (98.822 Anträge) und Italien (78.496) an dritter Stelle.

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HEUTE5:36 Uhr

Lula gegen Bolsonaro-Sohn: Brasilien wählt Präsidenten und Parlament

Brasilien wählt am Sonntag seinen Präsidenten sowie große Teile seines Parlaments. Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva und Senator Flávio Bolsonaro liegen in den Umfragen eng beieinander. Lula bewirbt sich um eine vierte Amtszeit. Flávio Bolsonaro ist der Sohn des früheren konservativen Präsidenten Jair Bolsonaro und ein enger Verbündeter von US-Präsident Donald Trump. Gewählt werden die Abgeordnetenkammer, zwei Drittel des Senats und alle 27 Gouverneure.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen

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Neue AfD-Strategie: FDP will sachbezogene Mehrheiten ermöglichen


In Kürze:

  • Die FDP will auf ihrem digitalen Bundesparteitag am 8. November über einen neuen Umgang mit der AfD beraten.
  • Ein Antrag der Jungen Liberalen Niedersachsen bezeichnet die bisherige Brandmauer-Strategie als gescheitert.
  • Sachbezogene Verständigungen und Mehrheiten mit AfD-Stimmen sollen unter bestimmten Voraussetzungen möglich werden.
  • Eine Regierungsbeteiligung der AfD sowie von ihr gestellte Verfassungsrichter sollen ausgeschlossen bleiben.

 
Die sogenannte Brandmauer gegenüber der AfD wird zu einem Thema auf dem außerordentlichen digitalen Bundesparteitag der FDP. Dieser ist für den 8. November angesetzt.
Aus den Reihen der Jungen Liberalen Niedersachsen wird es einen Antrag geben, der auch die Unterstützung durch Parteichef Wolfgang Kubicki findet. Gegenüber der „WELT“ sagte Kubicki, er „teile die Intention des Antrages, einen pragmatischeren Umgang mit der AfD zu finden“.
Zugleich habe er Zweifel, ob ein digitaler Parteitag der richtige Ort sei, eine so grundsätzliche Frage zu erörtern und zu entscheiden, sagte Kubicki. Derzeit werde geprüft, ob der Antrag überhaupt zulässig sei, da ein solcher Parteitag ausschließlich die innere Organisation der FDP zum Gegenstand habe.

Antrag hält AfD weiterhin für Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung

Der Antrag, der auch die Unterstützung von Generalsekretär Martin Hagen hat, geht davon aus, dass die Brandmauer-Strategie gescheitert sei. Die Verweigerung jeglicher Verständigung mit der AfD in Sachfragen habe diese nur stärker gemacht.
Ihr Erfolg sei die Konsequenz eines Vertrauensverlustes in die politische Mitte. Politische Fehlentscheidungen und die Tabuisierung von Debatten hätten der Partei die Möglichkeit eröffnet, sich selbst als einzige Kraft zu inszenieren, die Missstände anspreche.
Die FDP halte laut Antrag am Ziel fest, die AfD politisch zurückzudrängen. Diese vertrete in weiten Teilen „extremistische, menschenfeindliche, rechtsstaatsgefährdende und wirtschaftsfeindliche Positionen“. Ihr Programm und ihr Führungspersonal stellten eine Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung dar.
Allerdings führe die Brandmauer-Politik der grundsätzlichen Nichtverständigung dazu, dass die Parteien der Mitte zur Mehrheitsbildung auf Kräfte der Linken angewiesen seien. Aus Sicht der Antragsteller seien diese jedoch „reformunfähig“ – was Lösungen erschwere und die AfD weiter stärke.

 „Sachbezogene Mehrheitsfindung“ soll auch im Vorfeld möglich werden

Deshalb sollen nach dem Willen der Antragsteller Verständigungen über einzelne Sachfragen nicht mehr ausgeschlossen sein. Voraussetzung sei dabei, dass sich die AfD „inhaltlich auf Positionen zubewegt, die mit der FDP-Beschlusslage vereinbar sind“. Zwar solle eine Zusammenarbeit dieser Art die Ausnahme bleiben und Mehrheiten mit den staatstragenden Parteien hätten Vorrang.
Eine Beteiligung der AfD an der Mehrheitsfindung solle jedoch insbesondere dann eine Option sein, wenn ohne sie keine handlungsfähige Mehrheit möglich erscheine. Eine Mehrheit mit AfD-Stimmen solle auch dann in Betracht kommen, wenn „andere Bündnisse aus Sicht der FDP keine tragfähige politische Veränderung ermöglichen“.
Der FDP-Antrag sieht auch vorherige Verständigungen mit der AfD vor. Eine „sachbezogene Mehrheitsfindung“ solle schon im Vorfeld erfolgen können, wenn für Inhalte mit den anderen Parteien keine tragfähige Mehrheit erreicht werde. In diesem Fall solle es auch möglich sein, sich inhaltlich abzustimmen.
In dem Antrag heißt es auch, dem Wählerwillen sei Rechnung zu tragen, was ein automatisches Vorenthalten parlamentarischer Rechte und Ämter ausschließe. Unter Beachtung der Freiheit des Abstimmungsverhaltens sollen Posten etwa im Parlamentspräsidium auch der AfD zustehen, solange der vorgeschlagene Kandidat für das Amt als geeignet erscheine.

Katalog nicht verhandelbarer Themen

Gleichzeitig sieht der Antrag einen „themenbezogenen Konsultationsausschluss“ vor. Bei bestimmten Themen sollen sowohl sachbezogene Mehrheitsfindungen als auch inhaltliche Gespräche als solche mit der AfD ausgeschlossen sein. Dazu zählten etwa Fragen der Menschenwürde und der Gleichbehandlung deutscher Staatsangehöriger.
Auch über Erinnerungskultur, Unabhängigkeit von Justiz und Verfassungsgerichten, Pressefreiheit und Oppositionsrechte, die Mitgliedschaft Deutschlands in EU und NATO, den Euro, die Unterstützung der Ukraine, die Westbindung, die Bekämpfung des Klimawandels und die Außenpolitik solle es keine Kompromisse mit der AfD geben. In sensiblen Themenfeldern, in denen aus den Reihen der AfD regelmäßig extreme Äußerungen gekommen seien, müssten Parteibasis und Parteiführung eingebunden werden.
Dies gelte auch dort, wo zweifelhaft sei, ob die Forderung auf einem Landes- oder Bundesparteitag der FDP eine Mehrheit fände. Als Beispiele dafür nennt der Antrag Fragen der Asylpolitik, des Verhältnisses von Staat und Religionsgemeinschaften, der Medienpolitik sowie der Gleichstellungs- und Familienpolitik.

Lauterbach: „Auch moralisch unter die 5-Prozent-Hürde“

In Politikfeldern, in denen die AfD keine verfassungsrechtlich problematischen Positionen vertrete, etwa bei der Wirtschafts- und Steuerpolitik, hält der FDP-Antrag eine Verständigung für vertretbar. Es gehe jeweils darum, ob „ein Themenfeld von der in weiten Teilen völkischen Ideologie der Partei berührt wird“. Diese Differenzierung sei sachgerecht und in der parlamentarischen Praxis handhabbar.
Der Antrag schließt allerdings weiterhin aus, der AfD Zugang zu Regierungsämtern, Verfassungsrichterposten oder Posten in vergleichbaren Kontrollorganen zu ermöglichen. Zudem müsse ein Zugriff der Partei auf sensible Informationen ausgeschlossen bleiben.
Kritik an der Vorlage kommt vom ehemaligen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Der SPD-Politiker schreibt auf X: „Parteien, die gegen die Bedeutungslosigkeit kämpfen, dienen sich der AfD an. Erst das BSW, jetzt offenbar die FDP. Sie fallen damit auch moralisch unter die 5-Prozent-Hürde. Die vernünftigen Leute haben diese Parteien längst verlassen. Jetzt werden es die Wähler mit Werten auch tun.“

FDP noch im EU-Parlament und in vier Landesparlamenten

Buchautor und Unternehmensberater Christoph Giesa hält die Debatte für müßig und äußert: „Ich möchte nicht darüber diskutieren, wie die FDP sich zur AfD verhält, sondern darüber, wie die FDP wieder zur modernsten, spannendsten und zukunftsfähigsten Partei in diesem Land wird.“
Einem anderen FDP-Mitglied, Christoph Anheuser, geht die Annäherungsbereitschaft zu weit. Er schreibt: „Ein FDP-Antrag wird nicht falsch, nur weil die AfD zustimmt. Aber mit ihr Mehrheiten auszuhandeln ist etwas anderes: Wer AfD-Stimmen braucht, gibt ihr Verhandlungsmacht und muss Zugeständnisse machen.“
Die FDP ist seit 2025 nicht mehr im Bundestag vertreten. Nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern bleiben ihr nur noch Mandate in den Landesparlamenten von Bremen, Hessen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Im EU-Parlament stellt sie fünf Abgeordnete.
 
Mit Material von dpa 
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Wenn Familienmitglieder sterben: Letzte Hilfe ist genauso wichtig wie Erste Hilfe

Wenn ein Mensch stirbt, zieht er sich mitunter immer mehr zurück. Er lehnt Besuche ab, verliert das Interesse an Essen und Trinken und schläft immer mehr. Manchmal will er nicht mehr berührt werden, und Angehörige fragen sich: Wie soll ich mit der Situation umgehen?
„Man muss akzeptieren, wenn schon Handhalten nicht mehr gewünscht wird und man merkt, dass die Hand vielleicht zurückgezogen wird“, sagt Ingrid Stork als Leitende in einem „Letzte-Hilfe-Kurs“ in Trier.
Sie schildert, wie sich der Atem bei Sterbenden verändert. Und wie belastend Atemaussetzer für Angehörige sind. Der Sterbeprozess sei bei jedem anders.

Der letzte Sinn, der schwindet, ist das Gehör

„Der letzte Sinn des Menschen, der geht, ist das Gehör. Und deshalb der Hinweis: Man sollte sich immer gut überlegen, welche Gespräche man am Bett eines sterbenden Menschen führt“, sagt Annika Robling, Gesundheits- und Krankenpflegerin im Hospiz Trier, die den Kurs mit Stork leitet.
„Einen Menschen am Lebensende eng zu begleiten, kann Herausforderungen mit sich bringen“, sagt Stork. Der Kurs wolle „Menschen ermutigen, an der Seite der Sterbenden zu bleiben, statt sich, oftmals aus Angst vor dem, was kommen könnte, abzuwenden“.
Die Teilnehmer im Kurs sind gekommen, weil sie mehr über Tod und Sterben wissen wollen. „Meine Mutter ist im Januar gestorben und im Moment begleite ich meinen Freund, der schwer krank ist“, sagt Rita. Sie suche Austausch, wolle Tipps und Hinweise von erfahrenen Menschen bekommen.
Letzte-Hilfe-Kurse gibt es inzwischen an vielen Orten in Deutschland (Archivbild)

Letzte-Hilfe-Kurse gibt es inzwischen an vielen Orten in Deutschland (Archivbild)

Foto: Birgit Reichert/dpa

„Jeder kennt Erste-Hilfe-Kurse“

Lisa erzählt, ihr Mann sei an Alzheimer-Demenz erkrankt. „Das ist noch am Anfang, aber ich denke, er ist endlich, dieser Prozess. Und ich glaube, es ist gut, wenn ich mich auch ein bisschen vorbereite.“ Und Renate sagt, sie habe schon mehrere Menschen bis zum Tod begleitet. „Manchmal bin ich ratlos, wie man eine Situation vielleicht besser anpackt.“
Sie fühle sich alleingelassen, wenn man mit keinem wirklich darüber reden könne. Der Kurs schließt genau diese Lücke: „Wir wollen die Scheu nehmen, dass sich Menschen mit dem Thema beschäftigen“, sagt Robling. Und dazu beitragen, dass sich Menschen besser vorbereitet fühlen.
„Jeder kennt Erste-Hilfe-Kurse.“ Aber Letzte-Hilfe-Kurse? „Sterben ist immer mehr zum Tabu-Thema geworden. Dabei sterben wir alle. 100 Prozent.“ Das Wissen, wie man Menschen begleite, sei verloren gegangen. „Früher ist in den Familien gestorben worden“, sagt Robling.

Auch Nicht-Profis können Sterbende gut begleiten

Um dieses Wissen zurückzugewinnen, bietet die gemeinnützige Organisation Letzte Hilfe Deutschland bundesweit Kurse an. Der erste fand 2015 in Schleswig statt, heute gibt es 6.000 Kursleiter quer durch die Republik, wie die stellvertretende Geschäftsführerin Filipa Sickmüller in Schleswig in Schleswig-Holstein sagt.
Die Idee für die Kurse hatte Palliativmediziner und Notfallmediziner Georg Bollig. Er habe gesagt: „Letzte Hilfe ist genauso wichtig wie Erste Hilfe.“ In dem vierstündigen Kurs lernten Interessierte, wie sie auch als Nicht-Profis Menschen am Ende ihres Lebens gut begleiten könnten, sagt Sickmüller.
Die Idee der Letzte-Hilfe-Kurse habe Schule gemacht. Es gebe heute Kurse in fast 20 Ländern – in Europa, aber auch in Brasilien und Australien. „Wir sind groß geworden.“
In Deutschland werden sie oft im Hospiz angeboten, aber auch in Unternehmen – und im Café. „Auch in einem Café können wir darüber sprechen. Der Tod gehört ja zum Leben dazu“, sagt Sickmüller.
Viele Kursteilnehmende sind gekommen, weil sie gerade jemanden begleiten, der lebensbedrohlich erkrankt ist (Archivbild)

Viele Kursteilnehmende sind gekommen, weil sie gerade jemanden begleiten, der lebensbedrohlich erkrankt ist (Archivbild)

Foto: Birgit Reichert/dpa

Die Wünsche des Sterbenden akzeptieren

Für Robling ist es ganz wichtig, dass man auf die Bedürfnisse und Wünsche der Sterbenden eingeht. Wenn jemand Ruhe wolle, dann sollte man das auch akzeptieren. Das Lieblingsessen kochen oder einen Geburtstag feiern, wenn das gewollt ist. „Man sollte versuchen, das Beste aus jedem Moment zu machen. Was nicht heißt, dass es immer schön ist.“
Immer mehr Menschen wollten zu Hause sterben: Dabei gebe es etliche Angebote zur Unterstützung, erzählt Trauerbegleiterin Stork.
Beispiel sei die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung, die einen ambulanten Hospizdienst in den eigenen vier Wänden ermöglicht. Ärzte und Pflegekräfte sind rund um die Uhr erreichbar. „Viele kennen das Angebot nicht“, sagt Stork.
Der Kurs beinhalte auch Informationen zu regionalen Anlaufstellen und Hilfsangeboten, biete Hinweise zu der Zeit nach dem Tod und zum Umgang mit Trauer sowie Hinweise zur Bestattung. Vorkenntnisse brauche man keine.

„Beim Sterben ist alles erlaubt“

Wie man Menschen beim Sterben noch etwas Gutes tun könnte? Airsprays oder Duftlampen kämen oft gut an, erzählt Robling aus ihrer Erfahrung aus sieben Jahren Arbeit im Hospiz. Aromaöle seien angenehm auch bei Massagen und zur Mundpflege. „Der Mund ist oft trocken und das ist gut zum Befeuchten.“
Wenn gewünscht, könne man aber auch ein Schwämmchen in Wasser, Kaffee, Tee, Prosecco oder Caipirinha tauchen und dann den Mund damit betupfen. „Es ist alles erlaubt, was Freude macht.“
Und niemand müsse Profi sein, sagt Stork. „Wenn man in die letzten Tage und Wochen geht, dann ist es einfach gut, jemanden an der Seite zu haben. Es reicht, wenn das jemand ist, der es einfach gut mit einem meint.“ (dpa/red)
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Netanjahu lädt indischen Piloten des Flydubai-Flugs nach Israel ein

Nach der Vereitelung eines mutmaßlichen Anschlags auf eine Flydubai-Maschine mit vorwiegend israelischen Passagieren an Bord hat Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu den indischen Piloten Smit Machchhar als „wahren Helden“ bezeichnet und ihn nach Israel eingeladen.
„Sie sind ein wahrer Held der tapferen Völker Indiens und Israels, und Sie sind ein Held der ganzen Welt“, sagte Netanjahu am 3. Oktober zu dem im Krankenhaus liegenden verletzten Piloten in einem Telefonat, wie ein von Netanjahus Büro veröffentlichtes Video zeigte.
Er wünsche sich, dass Machchhar und der indische Premierminister Narendra Modi – einer der wichtigsten internationalen Partner Israels – bei einer Feier zum israelischen Unabhängigkeitstag im kommenden Mai die Fackel entzünden, sagte Netanjahu. Diese Rolle ist normalerweise israelischen Staatsbürgern vorbehalten.

Was geschah während des Fluges?

Machchhar war während des Flugs von Dubai nach Israel vom Copiloten im Cockpit mit der Rettungsaxt angegriffen worden. Er schaffte es jedoch, schwer verletzt mit letzter Kraft die Cockpittür zu öffnen. Passagiere konnten daraufhin den Angreifer überwältigen. Eine zweite Crew an Bord landete die Maschine mit 166 Passagieren und acht Besatzungsmitgliedern dann sicher in Saudi-Arabien.
Am Donnerstag hatte bereits der indische Regierungschef Narendra Modi Machchhar als „Held“ bezeichnet. Der Pilot habe dazu beigetragen, „eine große Tragödie abzuwenden“, betonte Modi.
Nach den Angaben der Generalstaatsanwaltschaft der VAE hatte der Copilot einen „Terrorakt“ geplant. Er befindet sich nun in den Emiraten in Gewahrsam. Dort liegt auch der schwer verletzte Machchhar in einem Krankenhaus.

Dieser Screenshot aus einem von AFPTV am 30. September 2026 veröffentlichten Video zeigt Rettungskräfte vor dem umgeleiteten flydubai-Flug FZ 1073, kurz vor dessen Abflug vom saudischen Flughafen Tabuk nach Tel Aviv.

Foto: AFPTV/AFP via Getty Images

Schläge auf den Hinterkopf

Auf die Frage, wie der Angriff abgelaufen sei, schilderte Machchhar, der Copilot habe um Erlaubnis gebeten, ein Gebet abzuhalten, was nicht ungewöhnlich sei.
Während der Copilot betete, habe Machchhar „aus Respekt nach vorne und nicht nach hinten geschaut“. Nach vier bis fünf Minuten habe er plötzlich einen heftigen Schlag auf den Hinterkopf gespürt.
„Mein erster Gedanke war, dass das Flugzeug beschädigt sei und etwas nicht stimmt“, sagte Machchhar. „Aber dann folgten weitere Schläge. Da wurde mir klar, dass es nicht am Flugzeug lag, sondern an dem Mann, der mit mir im Cockpit saß.“
Er habe es trotz seiner Verletzungen geschafft, die Cockpitür aufzureißen, „aber ich glaube, er hat sie wieder zugemacht“, sagte Machchhar. Dann habe er alles gegeben, mit letzter Kraft die Tür aufgerissen „und zum Glück warteten dort Leute“, sagte der Pilot. (afp/red)
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ticker wirtschaft

Großprojekt: Erfurt baut neue Chipfabrik

Eine der größten Industrieinvestitionen der vergangenen Jahre in Thüringen startet: Der Halbleiterhersteller X-Fab baut eine neue Chipfabrik und erweitert damit seine Produktion in Erfurt kräftig.
Die Grundsteinlegung erfolgt nach Unternehmensangaben am 5. Oktober. In das Großprojekt sollen 300 bis 400 Millionen Euro fließen, sagte eine Sprecherin der X-Fab Global Services GmbH auf Anfrage.
Die EU hatte Ende vergangenen Jahres staatliche Finanzhilfen für neue Chipfabriken in Erfurt und Dresden genehmigt. Der Grund: Europa soll unabhängiger in der Produktion von Halbleitern werden, deren Bedarf mit der Digitalisierung und dem Einsatz von KI immer weiter steigt. Derzeit ist Europa stark von Importen vor allem aus Asien abhängig.
Der Halbleiterhersteller X-Fab investiert einen dreistelligen Millionenbetrag in Erfurt (Archivbild)

Der Halbleiterhersteller X-Fab investiert einen dreistelligen Millionenbetrag in Erfurt (Archivbild)

Foto: picture alliance / dpa

Dreistelliger Millionenbetrag von Bund und Land

Nach Angaben der Landesregierung unterstützten Bund und das Land Thüringen die Investition in eine weitere Chipfabrik in Erfurt mit einer staatlichen Finanzspritze von insgesamt 127,4 Millionen Euro. Nach Angaben der Unternehmenssprecherin sind 80,3 Millionen Euro vom Bund zugesagt, 47,1 Millionen Euro steuere Thüringen bei.
Investiert werde, weil die bestehende Fabrik der X-Fab MEMS Foundry GmbH für Mikrosysteme wegen der hohen Nachfrage weitgehend ausgelastet sei. „Der Bedarf ist da“, sagte die Unternehmenssprecherin.
Die Bauteile vereinten elektronische und optische Funktionen. Sie würden beispielsweise für KI-Anwendungen, die Infrastruktur von Rechenzentren, optische Systeme oder Medizintechnik benötigt.

Produktionsbeginn Ende 2028

Allein im zweiten Quartal sei der Umsatz der X-Fab-Gruppe im Bereich Mikrosysteme und Photonik um 14 Prozent gestiegen. Es sei der am schnellsten wachsende Unternehmensbereich.
Die Planung sehe vor, dass Ende 2028 in der neuen Fabrik unter Reinraum-Bedingungen die ersten Halbleiter gefertigt werden können. Etwa 100 weitere Arbeitsplätze würden entstehen.
Die X-Fab-Gruppe unterhält Fabriken in Deutschland, darunter Dresden, in Malaysia, Frankreich und den USA. Von den weltweit rund 4.000 Beschäftigten arbeiten etwa 800 in Erfurt, das als operative Zentrale gilt.
Der juristische Sitz der Holding ist in Tessenderlo in Belgien. Anders als das Unternehmen GlobalFoundries in Dresden, für das die EU ebenfalls eine Förderung genehmigt hatte, ist X-Fab kein Massenhersteller, sondern produziert Halbleiter für spezielle Anwendungen im Auftrag von Kunden.
Die international agierende X-Fab-Gruppe, die an der Börse in Paris gelistet ist, hat ihren Ursprung in Erfurt. In der Thüringer Landeshauptstadt gibt es eine lange Tradition in der Halbleiterfertigung, die in der DDR mit dem Sitz des Kombinates Mikroelektronik begann. (dpa/red)
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04.10.2026 | Open-AI-Sicherheitschef tritt zurück: aktuelle Richtung von KI inakzeptabel | Grünen-Fraktionschefin offen für Grün-Rot-Rot im Bund

HEUTE9:55 Uhr

Halbvolle Gasspeicher: Linke will 150 Euro Energiekrisengeld

Die Linksfraktion im Bundestag fordert eine Soforthilfe für alle Bürger neben einem jährlichen Klimageld von 320 Euro: Ein Energiekrisengeld in Höhe von 150 Euro. Das ist Teil eines Sechs-Punkte-Plans der Fraktion für eine bezahlbare Gasversorgung. Zudem verlangt sie die Speicherfüllung, Preisaufsicht, ein Verbot von Gas- und Stromsperren durch Energieversorger und einen Stopp der Reprivatisierung von Uniper und SEFE.

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HEUTE9:32 Uhr

Dröge offen für Grün-Rot-Rot im Bund

Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge spricht sich erstmals öffentlich für eine grün-rot-rote Koalition auf Bundesebene aus. Sie seien sich bei vielen sozialen Fragen einig. Union und SPD würden als Koalition nur einen Stillstand verwalten, einen Aufbruch böten nur Schwarz-Grün und Grün-Rot-Rot.
Katharina Dröge, Co-Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen. Foto: Matthias Kehrein/Epoch Times

Katharina Dröge, Co-Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen.

Foto: Matthias Kehrein/EpochTimes

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HEUTE8:59 Uhr

Niedrigwasser: Umweltminister ruft Länder zu Investitionen in Wasserinfrastruktur auf

Bundesumweltminister Carsten Schneider fordert die Bundesländer zu Investitionen in die Wasserinfrastruktur auf, dafür könnten Mittel aus dem Sondervermögen zum Einsatz kommen. Bislang bestünde Wasserpolitik darin, Wasser möglichst schnell abzuleiten und nasse Flächen trockenzulegen. Heute müsse Wasser so gut wie möglich in der Landschaft gehalten werden.

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HEUTE7:54 Uhr

Open-AI-Sicherheitschef tritt zurück: aktuelle Richtung von KI inakzeptabel

Der Sicherheitsbeauftragte von Open AI, David Robinson, verließ das Unternehmen. Die aktuelle Richtung sei inakzeptabel, die Entwicklungen zu schnell. Es sei unmöglich, das notwenige Maß Vorsicht und Sicherheit zu erreichen. Sie sollen neue Forschungen abwarten, die sichern, dass neue KI-Modelle „sichere Entscheidungen treffen, auch wenn wir sie nicht überwachen“. KI-Entwickler sollten sich laut Robinson von Sicherheit und Risikomanagement in einem Kernkraftwerk oder einem großen Flughafen inspirieren lassen.

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HEUTE7:51 Uhr

Lettland: Regierungspartei siegt klar bei Parlamentswahl

Bei der Parlamentswahl in Lettland hat sich das Wahlbündnis Vereinigte Liste von Ministerpräsident Andris Kulbergs mit 35,4 Prozent durchgesetzt; die Mitte-Rechts-Gruppierung verdreifachte ihr Ergebnis. Zweistärkste Kraft wird die Partei Lettland an erster Stelle (13,2 Prozent) vor Souveräne Macht (11,8 Prozent). Dahinter folgen die linksgerichteten Progressiven (7,4 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 51,8 Prozent.

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HEUTE7:24 Uhr

Reiche erwartet keine Gasmangellage im Winter

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche erwartet trotz der vergleichsweise niedrigen Füllstände keine Gasmangellage im Winter. Die Versorgung auf für einen kalten Winter sei gesichert, nun sollten die Speicher noch so gefüllt werden, dass auch längere Kälterperioden gut überstanden werden können. Die Bundesunternehmen Juniper und Sefe würden ihren Verpflichtungen nachkommen.
Blick auf einen Gasspeicher: Deutschlands Gasspeicher sind deutlich leerer als in den Vorjahren.

Blick auf einen Gasspeicher: Deutschlands Gasspeicher sind deutlich leerer als in den Vorjahren.

Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

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HEUTE6:39 Uhr

Merz und Reiche zu Solidaritätsbesuch in der Ukraine

Bundeskanzler Friedrich Merz ist zu einem Besuch in der Ukraine eingetroffen, um dem Land weitere konkrete Hilfe gegen Russland zuzusagen – vor allem Abfangdrohnen und weitreichende Waffen. Er wird von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und zehn Unternehmern aus den Bereichen Rüstung und Energie begleitet. Erst gestern warnte Russland Ausländer und Diplomaten, die ukrainische Hauptstadt zu besuchen.
HEUTE6:26 Uhr

Familienticket der Bahn wird dauerhaft angeboten

Das im Sommer eingeführte Familienticket der Deutschen Bahn soll ab 1. November dauerhaft angeboten werden. Eine Hin- und Rückfahrt für Familien kostet in dem Tarif 99,99 Euro inklusive ICE-Reservierung. In den Sommerferien sorgte das Angebot für Kundenzuwachs gesorgt. Der Verkauf beginnt am 26. Oktober – zu den selben Bedingungen wie im Sommer und inklusive Reservierung.

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HEUTE6:05 Uhr

US-Küstenwache findet Trümmerteile von vermisstem Kleinflugzeug

Die US-Küstenwache entdeckte Trümmerteile einer vor der Ostküste der USA vermissten Gulfstream G100. Die Suche nach den sechs Passagieren dauert an, an Bord waren vier Kanadier und zwei aus Bermuda. Laut dem kanadischen Betreiber Latitude Air Ambulance waren zwei Piloten, zwei medizinische Mitarbeiter, ein Patient und ein Familienangehöriger an Bord. Das Unternehmen bietet medizinische Evakuierungs- und Rückholflüge an.
Die US-Küstenwache sucht nach einem verschwundenen Flugzeug. (Symbolbild)

Die US-Küstenwache sucht nach einem verschwundenen Flugzeug. (Symbolbild)

Foto: Denis Poroy/FR59680 AP/AP/dpa

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HEUTE5:32 Uhr

Fast ein Viertel weniger Asylanträge in EU – Deutschland an dritter Stelle

In der EU plus Norwegen und der Schweiz wurden in den ersten neun Monaten 452.969 Schutzanträge registriert, 24,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahlen stammen aus einem neuen Dokument der Asylagentur der Europäischen Union (EUAA) vom 1. Oktober 2026 über die Migrationslage in Europa. Deutschland liegt demnach als Zielland mit 70.257 gestellten Asylanträgen hinter Frankreich (98.822 Anträge) und Italien (78.496) an dritter Stelle.

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HEUTE5:36 Uhr

Lula gegen Bolsonaro-Sohn: Brasilien wählt Präsidenten und Parlament

Brasilien wählt am Sonntag seinen Präsidenten sowie große Teile seines Parlaments. Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva und Senator Flávio Bolsonaro liegen in den Umfragen eng beieinander. Lula bewirbt sich um eine vierte Amtszeit. Flávio Bolsonaro ist der Sohn des früheren konservativen Präsidenten Jair Bolsonaro und ein enger Verbündeter von US-Präsident Donald Trump. Gewählt werden die Abgeordnetenkammer, zwei Drittel des Senats und alle 27 Gouverneure.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen

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