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„Final Hours“ – brillante Doku untersucht Nahtoderfahrung

Tricia ist viel zu schnell unterwegs. Mit hoher Geschwindigkeit rast die junge Studentin aus Texas auf die rote Ampel zu. Sie gibt Gas – und prallt frontal in ein anderes Fahrzeug. Dass sie noch am Leben ist, grenzt an ein Wunder. Nach dem Verkehrsunfall wird Tricia mit mehreren Knochenbrüchen und schweren inneren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Während der anschließenden Operation zeigen die Überwachungsgeräte plötzlich eine Nulllinie. Herzstillstand. Sie ist klinisch tot.
In der auf EpochTV erschienenen Dokumentation „Final Hours – Ist der Tod wirklich das Ende?“ spricht der Gesundheitsjournalist Makai Allbert mit vier Menschen, die an der Schwelle zum Tod standen. Schon seit Jahrzehnten beschäftigt er sich mit dem Thema Bewusstsein, getrieben von seinem Bestreben, Antworten zu finden – Antworten auf die Frage, warum er in seiner Kindheit plötzlich über seinem Körper schwebte und ein Gefühl erlebte, das nicht in Worte zu fassen ist. Bei seinen Recherchen stößt er auf einen Begriff: Nahtoderfahrung.

Berührende Szenen im Licht

Die Frage, was im Übergang zwischen Leben und Tod passiert, ist eines der größten Rätsel der Menschheit. Viele, die diese Schwelle passiert haben und zurückgekehrt sind, sprechen von außergewöhnlichen Erlebnissen und einem lichtvollen Ort, den sie „Zuhause“ nennen.
So geht es auch den vier Interviewpartnern von Allbert. Sie berichten über ihre unglaublichen Wahrnehmungen, faszinierende Begegnungen jenseits ihres Körpers, Gefühle von Reue, Verbundenheit sowie eine Liebe, die über jede zwischenmenschliche Zuneigung hinausgeht.
Mit seinem Film sprengt Allbert die Grenze des menschlichen Bewusstseins. Gemeinsam mit den vier Betroffenen, die ihre eigenen Erlebnisse sehr detailliert wiedergeben, taucht er in die Erinnerungen an ihre Nahtoderfahrungen ein.
Die junge Studentin ohne Lebenssinn, die mit ihrem Auto viel zu schnell unterwegs war, ein Neurochirurg aus Harvard, der ins Koma fiel und dessen Überlebenschancen auf nur 2 Prozent geschätzt wurden, ein Baseballspieler, der sich einer Routineoperation unterzog, sowie eine schwer krebskranke Frau mit Organversagen – sie alle eint das Schicksal, dass sie einen Blick hinter den Schleier des Jenseits werfen durften. Ein Blick, der ihr Leben grundlegend zum Positiven veränderte.

Grandiose Bilder aus dem Weltall

Mit viel Fingerspitzengefühl werden die geschilderten Szenen durch grandiose Bilder von kosmischen Dimensionen und mit feierlicher musikalischer Untermalung zum Leben erweckt. Sie versprechen einen Gänsehauteffekt.
Der Zuschauer wird Teil dieser berührenden Momente jener Menschen, die in der irdischen Welt ohne Puls und ohne Atem erscheinen, in anderen Dimensionen jenseits von Leid und Schmerz jedoch lebendiger als je zuvor Dinge wahrnehmen, die schwer in Worte zu fassen sind. Dabei wird auch die wissenschaftliche Studienlage zum Thema Nahtoderfahrung unter die Lupe genommen.
Um die wirkliche Tiefe dieses Werkes zu erfassen, empfiehlt es sich, den Film mehrfach anzuschauen. Man wird immer wieder neue Facetten entdecken, die das eigene Leben bereichern können. Zu den Botschaften, die durch den Film vermittelt werden, gehören folgende Erkenntnisse der Betroffenen:
Du brauchst keine Angst vor dem Tod zu haben.
Der Tod ist nicht dein Ende.
Lebe das bestmögliche Leben, damit du später nichts bereust.
 
„Final Hours“
Eine Produktion von The Epoch Times und NTD
Filmlänge: 50 min
Executive Producers: Japser Fakkert, Ariel Sun
Moderation: Makai Allbert
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Wenn Familienmitglieder sterben: Letzte Hilfe ist genauso wichtig wie Erste Hilfe

Wenn ein Mensch stirbt, zieht er sich mitunter immer mehr zurück. Er lehnt Besuche ab, verliert das Interesse an Essen und Trinken und schläft immer mehr. Manchmal will er nicht mehr berührt werden, und Angehörige fragen sich: Wie soll ich mit der Situation umgehen?
„Man muss akzeptieren, wenn schon Handhalten nicht mehr gewünscht wird und man merkt, dass die Hand vielleicht zurückgezogen wird“, sagt Ingrid Stork als Leitende in einem „Letzte-Hilfe-Kurs“ in Trier.
Sie schildert, wie sich der Atem bei Sterbenden verändert. Und wie belastend Atemaussetzer für Angehörige sind. Der Sterbeprozess sei bei jedem anders.

Der letzte Sinn, der schwindet, ist das Gehör

„Der letzte Sinn des Menschen, der geht, ist das Gehör. Und deshalb der Hinweis: Man sollte sich immer gut überlegen, welche Gespräche man am Bett eines sterbenden Menschen führt“, sagt Annika Robling, Gesundheits- und Krankenpflegerin im Hospiz Trier, die den Kurs mit Stork leitet.
„Einen Menschen am Lebensende eng zu begleiten, kann Herausforderungen mit sich bringen“, sagt Stork. Der Kurs wolle „Menschen ermutigen, an der Seite der Sterbenden zu bleiben, statt sich, oftmals aus Angst vor dem, was kommen könnte, abzuwenden“.
Die Teilnehmer im Kurs sind gekommen, weil sie mehr über Tod und Sterben wissen wollen. „Meine Mutter ist im Januar gestorben und im Moment begleite ich meinen Freund, der schwer krank ist“, sagt Rita. Sie suche Austausch, wolle Tipps und Hinweise von erfahrenen Menschen bekommen.
Letzte-Hilfe-Kurse gibt es inzwischen an vielen Orten in Deutschland (Archivbild)

Letzte-Hilfe-Kurse gibt es inzwischen an vielen Orten in Deutschland (Archivbild)

Foto: Birgit Reichert/dpa

„Jeder kennt Erste-Hilfe-Kurse“

Lisa erzählt, ihr Mann sei an Alzheimer-Demenz erkrankt. „Das ist noch am Anfang, aber ich denke, er ist endlich, dieser Prozess. Und ich glaube, es ist gut, wenn ich mich auch ein bisschen vorbereite.“ Und Renate sagt, sie habe schon mehrere Menschen bis zum Tod begleitet. „Manchmal bin ich ratlos, wie man eine Situation vielleicht besser anpackt.“
Sie fühle sich alleingelassen, wenn man mit keinem wirklich darüber reden könne. Der Kurs schließt genau diese Lücke: „Wir wollen die Scheu nehmen, dass sich Menschen mit dem Thema beschäftigen“, sagt Robling. Und dazu beitragen, dass sich Menschen besser vorbereitet fühlen.
„Jeder kennt Erste-Hilfe-Kurse.“ Aber Letzte-Hilfe-Kurse? „Sterben ist immer mehr zum Tabu-Thema geworden. Dabei sterben wir alle. 100 Prozent.“ Das Wissen, wie man Menschen begleite, sei verloren gegangen. „Früher ist in den Familien gestorben worden“, sagt Robling.

Auch Nicht-Profis können Sterbende gut begleiten

Um dieses Wissen zurückzugewinnen, bietet die gemeinnützige Organisation Letzte Hilfe Deutschland bundesweit Kurse an. Der erste fand 2015 in Schleswig statt, heute gibt es 6.000 Kursleiter quer durch die Republik, wie die stellvertretende Geschäftsführerin Filipa Sickmüller in Schleswig in Schleswig-Holstein sagt.
Die Idee für die Kurse hatte Palliativmediziner und Notfallmediziner Georg Bollig. Er habe gesagt: „Letzte Hilfe ist genauso wichtig wie Erste Hilfe.“ In dem vierstündigen Kurs lernten Interessierte, wie sie auch als Nicht-Profis Menschen am Ende ihres Lebens gut begleiten könnten, sagt Sickmüller.
Die Idee der Letzte-Hilfe-Kurse habe Schule gemacht. Es gebe heute Kurse in fast 20 Ländern – in Europa, aber auch in Brasilien und Australien. „Wir sind groß geworden.“
In Deutschland werden sie oft im Hospiz angeboten, aber auch in Unternehmen – und im Café. „Auch in einem Café können wir darüber sprechen. Der Tod gehört ja zum Leben dazu“, sagt Sickmüller.
Viele Kursteilnehmende sind gekommen, weil sie gerade jemanden begleiten, der lebensbedrohlich erkrankt ist (Archivbild)

Viele Kursteilnehmende sind gekommen, weil sie gerade jemanden begleiten, der lebensbedrohlich erkrankt ist (Archivbild)

Foto: Birgit Reichert/dpa

Die Wünsche des Sterbenden akzeptieren

Für Robling ist es ganz wichtig, dass man auf die Bedürfnisse und Wünsche der Sterbenden eingeht. Wenn jemand Ruhe wolle, dann sollte man das auch akzeptieren. Das Lieblingsessen kochen oder einen Geburtstag feiern, wenn das gewollt ist. „Man sollte versuchen, das Beste aus jedem Moment zu machen. Was nicht heißt, dass es immer schön ist.“
Immer mehr Menschen wollten zu Hause sterben: Dabei gebe es etliche Angebote zur Unterstützung, erzählt Trauerbegleiterin Stork.
Beispiel sei die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung, die einen ambulanten Hospizdienst in den eigenen vier Wänden ermöglicht. Ärzte und Pflegekräfte sind rund um die Uhr erreichbar. „Viele kennen das Angebot nicht“, sagt Stork.
Der Kurs beinhalte auch Informationen zu regionalen Anlaufstellen und Hilfsangeboten, biete Hinweise zu der Zeit nach dem Tod und zum Umgang mit Trauer sowie Hinweise zur Bestattung. Vorkenntnisse brauche man keine.

„Beim Sterben ist alles erlaubt“

Wie man Menschen beim Sterben noch etwas Gutes tun könnte? Airsprays oder Duftlampen kämen oft gut an, erzählt Robling aus ihrer Erfahrung aus sieben Jahren Arbeit im Hospiz. Aromaöle seien angenehm auch bei Massagen und zur Mundpflege. „Der Mund ist oft trocken und das ist gut zum Befeuchten.“
Wenn gewünscht, könne man aber auch ein Schwämmchen in Wasser, Kaffee, Tee, Prosecco oder Caipirinha tauchen und dann den Mund damit betupfen. „Es ist alles erlaubt, was Freude macht.“
Und niemand müsse Profi sein, sagt Stork. „Wenn man in die letzten Tage und Wochen geht, dann ist es einfach gut, jemanden an der Seite zu haben. Es reicht, wenn das jemand ist, der es einfach gut mit einem meint.“ (dpa/red)