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Von 3 auf 100: Spionagefälle in Schleswig-Holstein extrem angestiegen

Drohnenüberflüge und Ausspähversuche an sensiblen Einrichtungen haben die polizeilichen Fallzahlen im Bereich Spionage und Sabotage in Schleswig-Holstein massiv steigen lassen.
Sie erhöhten sich von drei im Jahr 2024 auf 100 im vergangenen Jahr, wie aus dem am Donnerstag vorgelegten Verfassungsschutzbericht des Landes hervorgeht.
„Die internationalen Entwicklungen prägen die Beobachtungsfelder des Verfassungsschutzes ganz erheblich“, erklärte Innenministerin Magdalena Finke (CDU) in der Landeshauptstadt Kiel.
Die geopolitische Lage habe sich „spürbar“ verändert, fügte Finke an. Schleswig-Holstein komme aufgrund der geografischen Lage an Nord- und Ostsee dabei eine besondere Bedeutung für die innere und äußere Sicherheit zu. Sogenannte Wegwerfagenten, Drohnensichtungen, Phishingkampagnen sowie militärische Aktivitäten im Küstenbereich zeigten dies.

Rechtsextreme Kriminalität nahm ab, linksextreme um fast 25 Prozent zu

Die Fallzahlen im Bereich der politisch motivierten Kriminalität stiegen dem Bericht zufolge im Vorjahresvergleich um 5,4 Prozent und markierten mit 2822 ein neues Allzeithoch.
1.438 oder etwa die Hälfte entfielen auf den rechtsextremistischen Bereich, was einem Rückgang von 5,2 Prozent entsprach. Im Bereich des Linksextremismus registrierte die Polizei 330 Straftaten – das entsprach einem Plus um fast 25 Prozent gegenüber 2024.
Linksextremisten setzen den schleswig-holsteinischen Behörden zufolge zunehmend auf antimilitaristische Themen.
Den Hintergrund dazu bildeten gesellschaftliche Debatten um eine Wiedereinführung des Wehrdiensts und steigende Verteidigungsausgaben, hieß es.
Laut Verfassungsschutzbericht beteiligt sich die Jugendorganisation der Deutschen Kommunistischen Partei etwa an Aktionen im Umfeld sogenannter Schulstreiks gegen die Wehrpflicht und versucht dabei gezielt, Jugendliche anzuwerben.

Antisemitische Straftaten und islamistische Anschläge

Einen Rückgang um 23 Prozent auf 97 wurde im vergangenen Jahr bei antisemitischen Straftaten verzeichnet.
Ebenfalls deutlich rückläufig waren den Angaben vom Donnerstag zufolge die polizeilich registrierten Straftaten gegen Amts- und Mandatsträger. Sie gingen im Vergleich zum Vorjahr sogar um etwa 53 Prozent auf 107 zurück.
Innenministerin Finke warnte mit Blick auf antisemitische Taten gleichwohl vor optimistischen Schlussfolgerungen. Antisemitismus bleibe eine „anhaltende Bedrohung“.
Der Verfassungsschutz warnte zudem vor einer anhaltend hohen abstrakten Gefahr durch islamistische Anschläge. Im Bereich der religiösen Ideologien wurden im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein 37 Straftaten gezählt, das Personenpotenzial der Szene wird auf 870 Menschen geschätzt.
Das rechtsextremistische Personenpotenzial wird auf etwa 1.250 Menschen geschätzt, wovon rund 350 als gewaltorientiert gelten. Das Potenzial in der linksextremistischen Szene liegt bei 755. Die Zahl rechtsextremer Gewalttaten lag im vergangenen Jahr bei 58, im linksextremen Bereich waren es 23. Insgesamt gab es laut Bericht 130 politisch motivierte Gewaltdelikte. (afp/red)
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Mehr als hundert Festnahmen in der Türkei wegen Verdachts auf IS-Verbindungen

In der Türkei sind Medienberichten zufolge bei einem Großeinsatz der Anti-Terror-Polizei mehr als hundert Menschen wegen des Verdachts festgenommen worden, Verbindungen zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu haben.
Wie die Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag zudem berichtete, wird den 110 Festgenommenen vorgeworfen, im Rahmen illegaler Vereinigungen Kurse organisiert, Kinder mit der IS-Ideologie indoktriniert und Spenden für die Miliz gesammelt zu haben. Auch sollen sie versucht haben, neue IS-Mitglieder anzuwerben.
Anadolu zufolge erfolgten die Festnahmen in drei Provinzen bei mehreren Razzien gleichzeitig. Der Schwerpunkt lag demnach auf der Millionenmetropole Istanbul.

Über 300 Festnahmen, Waffen beschlagnahmt

Die Beamten beschlagnahmten Gewehre und Munition sowie Dokumente und digitale Datenträger. In der vergangenen Woche habe die Polizei bei Razzien gegen IS-Verdächtige in fast 50 Provinzen mehr als 300 Menschen festgenommen, teilte das Innenministerium mit.
Anfang April waren bei einem Anschlag vor dem israelischen Generalkonsulat in Istanbul zwei Polizisten verletzt worden. Die türkischen Behörden machten damals „eine Terrororganisation, die die Religion für ihre Zwecke einsetzt“, für die Tat verantwortlich, ohne den IS ausdrücklich zu nennen. (afp/red)