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USA und Iran nähern sich vorläufiger Einigung

Die USA und der Iran nähern sich nach US-Angaben einer Einigung auf eine Verlängerung der Waffenruhe und weitere Verhandlungen. Bezüglich einer Absichtserklärung seien viele Fortschritte gemacht worden, es werde aber noch an einigen Punkten gearbeitet, sagte US-Vizepräsident JD Vance. Ob allerdings Präsident Donald Trump zustimmen wird, sei offen. Eine Bestätigung der iranischen Führung gibt es noch nicht.
Die „New York Times“ meldete unter Berufung auf drei mit den Gesprächen vertraute US-Beamte, dass man kurz vor einer Übereinkunft stehe. Diese könne die seit dem 8. April geltende Waffenruhe verlängern, zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus führen und den Weg für substanziellere Gespräche ebnen.
Das US-Nachrichtenportal „Axios“ hatte unter Berufung auf US-Beamte berichtet, Unterhändler beider Seiten hätten sich bereits auf eine Absichtserklärung über 60 Tage zur Verlängerung der Waffenruhe und zur Aufnahme von Verhandlungen über das iranische Atomprogramm geeinigt. Trump und die iranische Führung müssten dem allerdings noch zustimmen, hieß es.

Vance: „Hoffentlich machen wir weiterhin Fortschritte“

US-Vizepräsident Vance sagte: „Ich glaube, es ist schwer zu sagen, wann genau oder ob der Präsident die Absichtserklärung unterzeichnen wird.“ Die Iraner schienen – zumindest Stand jetzt – in guter Absicht zu verhandeln. „Hoffentlich machen wir weiterhin Fortschritte“, fügte Vance hinzu.
Laut „Axios“ wird die Absichtserklärung festlegen, dass die Schifffahrt durch die Straße von Hormus wieder „uneingeschränkt“ und ohne Gebühren ermöglicht wird. Zudem würde der Iran demnach innerhalb von 30 Tagen sämtliche Minen in der für den globalen Öl- und Flüssiggashandel wichtigen Meerenge räumen. Im Gegenzug werde die US-Seeblockade von iranischen Häfen aufgehoben.
Irans Streitkräfte hatten kurz nach Kriegsbeginn die Kontrolle über die für den Energiehandel wichtige Straße von Hormus übernommen. Faktisch müssen sich Reedereien mit iranischen Kontaktstellen koordinieren und dürfen anschließend nur einen Korridor nahe der iranischen Küste passieren.
Dafür verlangte die iranische Führung hohe Gebühren. Völkerrechtlern zufolge verstoßen solche Gebühren gegen das Recht auf Transitpassage. Die USA haben ihrerseits eine Seeblockade verhängt, um den Iran am Export von Öl zu hindern.
Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht, mahnte zur Zurückhaltung. Der Inhalt des Rahmenabkommens sei noch nicht ausformuliert. Deshalb seien Berichte in US-Medien über die Einzelheiten „nicht präzise“.

Der größte Stolperstein

Die zweistufige Struktur des Abkommens stellt aus Sicht des „Wall Street Journal“ das größte Risiko dar. Ohne eine Blockade seitens der USA während der Atomverhandlungen werde es noch schwieriger, Zugeständnisse zu erwirken oder deren Umsetzung sicherzustellen.
Der Iran habe die Verhandlungen mit dem früheren US-Präsidenten Barack Obama zwei Jahre lang hinausgezögert. „Ob es einem gefällt oder nicht: Je länger sich die Verhandlungen hinziehen, desto weniger glaubwürdig wird die militärische Drohung der USA“, so das Blatt.

USA gehen weiter gegen Irans Schattenflotte vor

Der Iran umgeht die Ölsanktionen nach US-Angaben mit Hilfe eines Netzwerks aus Hunderten von alternden Tankern mit verschleierter Eigentümerschaft. Mit dieser sogenannten Schattenflotte habe die Führung in Teheran Rohöl im Milliardenwert nach China verkaufen können.
Das US-Außenministerium verhängte nun laut Mitteilung Sanktionen gegen mehrere Organisationen, Personen und Schiffe, die das „Rückgrat des illegalen Ölhandels im Iran bilden“.
Die Maßnahmen zielten auf die „finanziellen Lebensadern“ der Revolutionsgarden und des iranischen Militärapparats. Zudem verhänge das US-Finanzministerium weitere Sanktionen gegen in Hongkong ansässige „Schlüsselakteure eines Ölhandelsnetzwerks“, die die Lagerung, den Transport und Verkauf dieses Öls ermöglicht und damit direkt die Revolutionsgarden, den Generalstab der iranischen Armee und den Militärapparat finanziert hätten.
Bereits im April hatte das US-Finanzministerium mitgeteilt, die chinesische Ölraffinerie Hengli werde wegen ihrer umfassenden Geschäfte mit Teheran mit Sanktionen belegt.
„Unabhängige Raffinerien mit Sitz in China spielen weiterhin eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der iranischen Ölwirtschaft, und Hengli ist einer der größten Abnehmer von Rohöl und anderen Erdölprodukten aus dem Iran“, hieß es. Zudem wurden Sanktionen gegen etwa 40 Reedereien und Schiffe der iranischen Schattenflotte verhängt.

Irans Parlamentspräsident zeigt sich kampfbereit

Irans Parlamentspräsident zeigte sich unterdessen misstrauisch und kampfbereit. „Wir vertrauen weder Garantien noch Worten. Maßgeblich sind allein die Taten“, schrieb Mohammed Bagher Ghalibaf auf X.
Der wahre Gewinner einer Vereinbarung sei derjenige, der am Tag danach besser auf einen Krieg vorbereitet ist, fügte er hinzu. Ghalibaf schrieb, der Iran erlange Zugeständnisse nicht durch Gespräche, „sondern durch Raketen“. (dpa/red)
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Pflegefinanzierung: Kritik an CDU-Forderung nach Vermögenseinsatz


In Kürze:

  • CDU-Fraktionsvize Albert Stegemann fordert, Pflegebedürftige sollten vor staatlicher Hilfe stärker eigenes Vermögen einsetzen.
  • SPD, Sozialverbände und die Linke kritisieren den Vorstoß und warnen vor Belastungen für Familien und Eigenheimbesitzer.
  • Die Debatte steht im Zusammenhang mit den milliardenschweren Defiziten der Pflegeversicherung und der geplanten Pflegereform.
  • Wirtschaftsweise sprechen sich für eine strengere Bedarfs- und Vermögensprüfung aus.

 
Der Vorstoß des CDU/CSU-Fraktionsvizes Albert Stegemann zur Finanzierung der Pflegekosten hat deutliche Kritik in Teilen der SPD und in Sozialverbänden ausgelöst. Stegemann hatte Bestimmungen über ein privates Schonvermögen im Fall einer Pflegebedürftigkeit als „Erbenschutzprogramm auf Kosten der Allgemeinheit“ bezeichnet.
Ein solches dürfe es nicht geben, erklärte der Politiker am Donnerstag, 28.5., gegenüber „BILD“. Er fügte hinzu, es müsse jeder „zunächst eigenes Vermögen einsetzen, auch das Eigenheim, bevor die Gemeinschaft zahlt“. Verantwortung für den Pflegefall könne man übernehmen, indem man vorsorge, etwa mit privater Pflegezusatzversicherung, Aktiensparen oder Wohneigentum.

SPD-Gesundheitspolitiker mahnt Verlässlichkeit und Sicherheit

SPD-Gesundheitspolitiker Christos Pantazis hat deutliche Kritik an den Aussagen Stegemanns geäußert. Gegenüber den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“ machte er darauf aufmerksam, dass das Eigenheim für viele Familien kein Luxus sei. Es sei vielmehr das „Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit und ein zentraler Bestandteil ihrer Altersvorsorge“.
Stegemann solle den Menschen sagen, wie er sich diese Heranziehung konkret vorstelle, und mahnte Planungssicherheit an:
„Die Menschen erwarten zu Recht Verlässlichkeit und Sicherheit, wenn sie im Alter auf Pflege angewiesen sind – und nicht die Sorge, ihr Zuhause oder ihre Lebensleistung zu verlieren.“
VdK-Präsidentin Verena Bentele spricht von Forderungen, die „immer absurder und tatsächlich zynischer“ würden. Schon heute bedeute Pflege für viele Menschen Armut. Stegemann mache nicht einmal deutlich, wie sein Vorstoß überhaupt zu interpretieren sei.
Es sei unklar, ob dieser das Eigenheim zur Kostendeckung für Leistungen aus der Pflegeversicherung heranziehen wolle oder für die Pflegehilfe, wenn das Geld nicht zur Finanzierung der Unterbringung im Heim ausreiche. Abzulehnen sei die Forderung „in beiden Fällen“, so Bentele.

Linksfraktionschef warnt vor mehr als 50 Prozent Lohnnebenkosten

Auch der Chef der Linksfraktion, Sören Pellmann, wies darauf hin, dass Sozialversicherungen im Versicherungsfall zur Zahlung verpflichtet seien – und dies nicht von der finanziellen Bedürftigkeit abhänge. Gegenüber der AFP äußerte er:
„Dass die Linke nun auch noch die Partei ist, die kleine Erbschaften wie Omas kleines Häuschen vor der CDU schützen muss, zeigt, dass in dieser Debatte etwas nicht stimmt.“
Auch im Fall einer Herz-OP verweise die Krankenkasse Patienten nicht vor ihrem Eintritt darauf, dass diese erst ihre Häuser verkaufen müssten. Pellmann forderte, die Pflegeversicherung zur Vollversicherung umzuwandeln. Bislang steuert sie lediglich einen Teil zu den Pflegekosten bei.
Stegemann warnt demgegenüber gerade vor einer weiteren Kostenbelastung für die Pflegekassen. In einem Interview mit „WELT TV“, auf das er auf seiner Facebook-Seite hinweist, erklärt er, man müsse „die Ausgaben an die Einnahmesituation anpassen“. Andernfalls drohe eine Steigerung der Lohnnebenkosten auf mehr als 50 Prozent des Bruttos.

Wirtschaftsweise stützen Vorstoß der CDU

Die Facebook-Nutzerin Sabine Weinlein wirft Stegemann daraufhin vor, mit dem Begriff „Reformen“ das Abkassieren „bei der Mitte der Gesellschaft, die das Land mit ihrer Arbeit, mit ihrem Fleiß am Laufen halten“, zu beschönigen. Damit werde auch die CDU immer mehr zum Wahlhelfer für die AfD. Durch einen Zugriff auf das Eigenheim werde man für harte Arbeit, Sparen und Verzicht bestraft – was es als sinnvoller erscheinen ließe, das Gegenteil zu tun und sich auf den Staat zu verlassen.
Rückendeckung bekommt Stegemann hingegen von den Wirtschaftsweisen. Diese hatten sich bereits in ihrem Frühjahrsgutachten 2026 gegen eine Absenkung der Eigenanteile ausgesprochen. Zudem traten sie für eine „zielgenaue Adressierung finanzieller Überforderung aufgrund von Pflegebedürftigkeit“ durch eine strenge Bedarfsprüfung ein, die auch eine weitreichendere Vermögensprüfung beinhalten solle.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bereitet derzeit einen Gesetzentwurf für eine Pflegereform vor. Diese soll das Defizit der Pflegekassen verringern, das ohne Berücksichtigung von Bundesdarlehen derzeit bei 4,2 Milliarden Euro liegt. Im 1. Quartal 2016 seien weitere 667 Millionen Euro angefallen. Von den verbleibenden Rücklagen von 4,3 Milliarden Euro, die für Ende 2026 erwartet werden, seien damit knapp 98 Prozent Schulden beim Bund. Für 2027 wird ein Anwachsen des Defizits auf knapp 5 Milliarden Euro erwartet.

Schon jetzt Zugriff auf Vermögen zur Finanzierung von Pflegekosten

Unterdessen werden bereits jetzt Pflegebedürftige und teilweise auch deren Angehörige zur Finanzierung von Pflegekosten herangezogen. Alleinstehende und Verwitwete müssen ihr gesamtes Vermögen bis zu einem Schonbetrag von 10.000 Euro verwerten, bevor sie staatliche Leistungen als „Hilfe zur Pflege“ in Anspruch nehmen können. Bei Eheleuten sind es 20.000 Euro.
Die selbstgenutzte Immobilie ist jedoch im Regelfall geschützt – zumindest, solange sie „nach Größe, Wert und Wohnbedarf angemessen“ ist. Kinder werden zur Finanzierung herangezogen, wenn ihr Jahresbrutto höher als 100.000 Euro ist. Auf deren Vermögen wird nicht zugegriffen – es sei denn, es handelt sich um eine Immobilie der pflegebedürftigen Angehörigen, die diese ihnen innerhalb von 10 Jahren vor Beginn der Pflegebedürftigkeit geschenkt haben.
Im Jahr 2023 wurden den Wirtschaftsweisen zufolge rund 14 Prozent der Pflegebedürftigen in Pflegeheimen versorgt. Pflegebedürftige bleiben im Schnitt 25 Monate dort. Die Verweildauer ist seit 2019 um etwa drei Monate kürzer geworden. Zwischen 30 und 50 Prozent der Heimbewohner versterben im ersten Jahr oder werden wieder nach Hause entlassen. Im bundesweiten Schnitt kostet ein Pflegeheimplatz im Monat nach Abzug der gesetzlichen Leistungen derzeit etwa 3.245 Euro.
(Mit Material der Nachrichtenagenturen)
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EU-Kommission will Milliarden für Ungarn freigeben

Nach dem Regierungswechsel in Ungarn will die Europäische Kommission festgesetzte EU-Mittel in Höhe von bis zu 16,4 Milliarden Euro für das Land freigeben. Der Großteil des Geldes solle fließen, wenn von Ungarn beschlossene Reformen und Investitionen umgesetzt seien, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Der neue ungarische Ministerpräsident Peter Magyar und seine Regierung handelten schnell und entschlossen, um Korruption zu bekämpfen und die Rechtsstaatlichkeit wiederherzustellen, begründete von der Leyen bei einem Besuch Magyars in Brüssel den Vorstoß. Magyar sprach von einem historischen Durchbruch nach nur wenigen Wochen Regierung.
Zehn Milliarden sollen demnach aus dem Corona-Aufbaufonds der EU kommen – man habe sich auf konkrete Projekte wie etwa Energie und Wohnungsbau verständigt, sagte von der Leyen. Bevor das Geld ausgezahlt werden kann, muss Ungarn noch einen offiziellen Plan mit den Vorhaben einreichen und auch die anderen EU-Länder müssen grünes Licht für die Freigabe geben.
Die Mittel aus dem Corona-Aufbauprogramm der EU setzen voraus, dass die Reformen und Investitionen bis zum 31. August umgesetzt werden. Andernfalls droht Budapest, die Gelder zu verlieren.
Weitere 6,4 Milliarden Euro sollen aus dem EU-Budget für Strukturförderung ebenfalls nach Ungarn fließen können. Für einen in Brüssel beantragten Verteidigungskredit aus dem sogenannten Safe-Programm wartet Budapest weiter auf Freigabe.

Bislang zweistelliger Milliardenbetrag eingefroren

Wegen Verstößen gegen die Rechtsstaatlichkeit, EU-Grundrechte und -Standards Ungarns unter der Regierung von Magyars Vorgänger Viktor Orban sind derzeit rund 17 Milliarden Euro an EU-Mitteln für Ungarn von der EU-Kommission festgesetzt.
Mehr als zwei Milliarden Euro sind darüber hinaus bereits verfallen: Für die Freigabe hätte das Land Reformauflagen bis zu einer bestimmten Frist umsetzen müssen. Weil das unter Ex-Regierungschef Orban nicht passierte, verlor Budapest den Anspruch.
Je rund eine Milliarde Euro verfiel zum Jahresende 2024 und 2025. Vorgesehen waren die nicht mehr verfügbaren Mittel für die Förderung strukturschwacher Gebiete. Die Gelder waren eingefroren worden, weil die Kommission nach Analysen zum Schluss gekommen war, dass Ungarn verschiedene EU-Standards und Grundwerte missachtet.
Die festgestellten Verstöße betrafen demnach etwa Defizite bei der Vergabe öffentlicher Aufträge und Korruptionsbekämpfung, Interessenkonflikte sowie das Vorgehen der Staatsanwaltschaft, hieß es zuletzt. (dpa/red)
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wirtschaft

Inflation sinkt deutlich – Tankrabatt hat Zweck erfüllt

Entlastung für Deutschlands Verbraucher: Die Inflationsrate ist im Mai mit dem Tankrabatt deutlich gesunken. Sie fiel auf 2,6 Prozent, wie aus einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Im April waren die Verbraucherpreise noch um 2,9 Prozent zum Vorjahresmonat gestiegen und damit so stark wie seit Januar 2024 nicht.
Heizen und Tanken ist mit dem Iran-Krieg seit März sprunghaft teurer geworden. Im Mai kosteten Haushaltsenergie und Sprit 6,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie die vorläufigen Berechnungen der Statistiker ergaben.
Im April hatten die Energiepreise aber noch um gut 10 Prozent angezogen. Insgesamt ließen die Verbraucherpreise von April auf Mai laut Statistik um 0,2 Prozent nach.

Steuersenkung auf Sprit dämpft Inflation

„Entscheidend waren der Rückgang der Rohölpreise gegenüber April und der seit Anfang des Monats geltende Tankrabatt“, sagt Silke Tober, Inflationsexpertin des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung.
„Damit hat der Tankrabatt seinen Zweck erfüllt.“ Die Bundesbank hatte zuletzt geschätzt, dass die Maßnahme die Inflationsrate im Mai und Juni je um rund einen Viertelprozentpunkt dämpft.
Um Verbraucher und Firmen zu entlasten, hatte die Bundesregierung eine befristete Senkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin um rund 17 Cent je Liter beschlossen.
„An dem Instrument gibt es zwar verschiedene Dinge zu kritisieren – vor allem, dass es eine Entlastung mit der Gießkanne ist“, sagt Christoph Swonke, Konjunkturanalyst bei der DZ Bank. Mit Blick auf den Inflationsanstieg habe der Tankrabatt aber gewirkt.

Preisanhebungen erwartet

Volkswirte erwarten dennoch, dass Unternehmen zeitverzögert höhere Energie-, Produktions- und Transportkosten an Kunden weitergeben und die Preise für Lebensmittel und Dienstleistungen weiter steigen. Der Anteil der Firmen, die Preiserhöhungen planen, ist nach Daten des Ifo-Instituts hoch.
Für Nahrungsmittel mussten die Menschen in Deutschland im Mai nur 0,4 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Im April waren es noch 1,2 Prozent. Dienstleistungen, zu denen Restaurantbesuche und Reisen zählen, verteuerten sich zudem um 3,1 Prozent.
„Der Sommerurlaub wird teurer“, sagte Michael Heise, Chefvolkswirt beim Vermögensverwalter HG Trust, mit Blick auf Preissteigerungen, die in Bundesländern gemessen wurden. Auch sei ein Abebben der Inflation Richtung Zwei-Prozent-Marke in den kommenden Monaten unwahrscheinlich.

Inflationsrate könnte 2026 auf 3,0 Prozent steigen

Je länger der Krieg im Nahen Osten andauert, umso größer die Unsicherheit für Verbraucher. Das bremst den privaten Konsum, der eine wichtige Stütze für die Konjunktur ist. Die „Wirtschaftsweisen“ trauen der deutschen Wirtschaft 2026 nur noch ein Mini-Wachstum von 0,5 Prozent zu.
Der Sachverständigenrat erwartet im Jahresschnitt eine Inflationsrate bei 3,0 Prozent. Es könnten aber auch 3,5 Prozent werden, wie das Beratungsgremium der Bundesregierung in seinem Frühjahrsgutachten vorrechnet: Denn angesichts des Kriegs am Golf könnte das Angebot von Rohöl und Flüssigerdgas längere Zeit eingeschränkt sein.
Der Iran blockiert seit Wochen die Straße von Hormus, durch die Meerenge wird üblicherweise etwa ein Fünftel des globalen Rohöls und Flüssiggases transportiert.

Wie lange hält die Atempause für Autofahrer?

„Gelingt eine zeitnahe Beendigung des Iran-Kriegs und die Öffnung der Straße von Hormus in den kommenden Wochen, dürfte der Rohölpreis deutlich fallen und mit ihm die Inflation“, sagt Ökonomin Tober vom IMK. Sollte der Krieg aber weiter gehen, dürften Verbraucher die Folgen spüren – zumal der Tankrabatt begrenzt ist.
„Mit dem Auslaufen der Steuermäßigung auf Kraftstoffe im Juli ist ein Preisanstieg zu erwarten“, glaubt Heise von HQ Trust.

Zinserhöhung der EZB erwartet

Höhere Teuerungsraten schmälern die Kaufkraft der Verbraucher: Sie können sich dann für einen Euro weniger leisten. Nach der Preiswelle infolge des Ukraine-Krieges ebbte die Teuerung ab, die Inflationsrate in Deutschland lag 2025 bei moderaten 2,2 Prozent. Viele Preise sind aber dauerhaft erhöht.
Die Europäische Zentralbank strebt für den Euroraum mittelfristig eine Rate von 2,0 Prozent an. Hier sieht die EZB ihr oberstes Ziel erreicht, für einen stabilen Euro zu sorgen.
Weil der Ölpreisschock die Inflation im Euroraum im April auf 3,0 Prozent getrieben hat, erwarten Ökonomen, dass die EZB die Leitzinsen bei ihrem nächsten Entscheid am 11. Juni anhebt. Höhere Zinsen würden Kredite verteuern, was die Nachfrage bremsen und die Teuerung dämpfen kann. Allerdings sind höhere Zinsen eine Bürde für die ohnehin schwache Wirtschaft. (dpa/red)
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gesellschaft

Studie: Gehirn und KI nutzen ähnliche Vorhersagen bei Sprache

Das menschliche Gehirn verarbeitet laut einer aktuellen Studie Sprache ähnlich wie moderne KI-Sprachmodelle, indem es die Wahrscheinlichkeit von Wortfolgen vorhersagt.
Das hat eine Untersuchung eines interdisziplinären Forschungsteams um Patrick Krauss von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und Achim Schilling von der Universität Heidelberg ergeben.
Für die Untersuchung kombinierten die Forscher die natürliche Hörsituation eines Hörbuchs mit hochauflösenden Messungen der Hirnaktivität und einem KI-Sprachmodell als Referenz.
Je wahrscheinlicher ein Wort im jeweiligen Kontext war, desto schwächer fiel die neuronale Reaktion bei seiner Verarbeitung aus. Gleichzeitig zeigten die Daten bereits vor Wortbeginn eine erhöhte Voraktivierung, was für ein prädiktives Gehirn spricht.
Die Studienergebnisse untermauern zentrale Annahmen der kognitiven Neurowissenschaft und liefern eine Erklärung für die Leistungsfähigkeit von KI-Sprachmodellen. Die Forscher betonen, dass die ähnlichen Ergebnisse nicht bedeuten, dass Gehirn und KI gleich funktionieren, aber auf ähnliche Prinzipien der Informationsverarbeitung hinweisen.
Im nächsten Schritt soll untersucht werden, ob sich die gefundenen Prinzipien auf konkrete Anwendungen wie Diagnostik oder Gehirn-Computer-Schnittstellen übertragen lassen. (dts/red)
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wirtschaft

Tankrabatt: Verbraucherschützer gegen Verlängerung, CDU und SPD uneins


In Kürze:

  • Kontroverse Diskussionen um eine Verlängerung des Tankrabatts.
  • Die Verbraucherzentrale hält den Tankrabatt für ineffizient und teuer.
  • ADAC: Spritpreise müssten niedriger sein.
  • Ifo: Vollständiger Rabatt bei Diesel immer noch nicht weitergegeben.

 
Deutschlands oberste Verbraucherschützer haben sich deutlich gegen eine Verlängerung des Tankrabatts ausgesprochen. Dieser sei „teuer, ineffizient und anfällig für Mitnahme-Effekte“, sagte die Chefin des Verbraucherzentrale-Bundesverbands (VZBV), Ramona Pop, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagsausgaben). „Eine Verlängerung lehnen wir deshalb klar ab.“

Verbraucherzentrale sieht Vorteile für Ölkonzerne

Der Tankrabatt habe die Erwartungen „wenig überraschend verfehlt“, sagte Pop. Ein erheblicher Teil der durch die Regierungsmaßnahme erhofften Entlastung sei zunächst nicht bei den Verbrauchern angekommen, sondern in den Kassen der Mineralölkonzerne versickert. „Erst unter massivem öffentlichem Druck sind die Preise an den Zapfsäulen gesunken.“
Die als Tankrabatt bekannte Senkung der Steuern auf Diesel und Benzin hatte die Regierung Anfang Mai eingeführt, um die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Benzinpreise abzufedern. Der Tankrabatt beträgt rund 17 Cent je Liter.
Zurückhaltend äußerte sich die Union zu einer möglichen Verlängerung der Steuersenkung. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder sieht den Staat in diesem Zusammenhang „irgendwann an der Grenze seiner Möglichkeiten“. Unionsfraktionsvize Sepp Müller sieht das ebenso: „Dauerhafte Subventionen kann der Staat nicht leisten“, sagte Müller den Funke-Zeitungen. Der „Steuereuro“ müsse gezielt eingesetzt werden.
„Hält die Blockade der Straße von Hormus an, werden wir über zielgerichtete Maßnahmen sprechen“, fuhr der Politiker fort, der gemeinsam mit dem SPD-Abgeordneten Armand Zorn die Taskforce im Bundestag zu den Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Preise in Deutschland leitet.
Im Fokus stünden dann aber „gezielte Hilfen“ für Mittelstand, Logistik und Pendler. Wie diese aussehen könnten, führte Müller nicht aus.
Der brandenburgische Regierungschef Dietmar Woidke plädiert hingegen für eine Fortsetzung des Tankrabatts. Im Gespräch mit WELT TV betonte der SPD-Politiker, dass Beschäftigte finanziell entlastet werden müssten. Dazu gehöre auch, die Kosten für Kraftstoffe bezahlbar zu halten.

ADAC: Zeitverzögerte Weitergabe des Rabatts

Kritik äußerte Woidke erneut an den Mineralölkonzernen. Die Senkung der Abgaben auf Kraftstoffe sei anfangs nur eingeschränkt bei den Verbrauchern angekommen. Er sieht darin einen Beleg dafür, dass eine strengere Kontrolle der Branche notwendig sei. Die Preisentwicklung müsse weiterhin genauer beobachtet werden.
Der ADAC merkte an, dass die Preise für Diesel und Benzin angesichts der staatlichen Subventionierung niedriger sein müssten. Demnach geben die Ölkonzerne den Tankrabatt nicht vollständig an die Verbraucher weiter, betonte der ADAC und lieferte Zahlen. So habe das Barrel Brent-Öl vor einer Woche noch etwa 111 US-Dollar gekostet, sei mittlerweile aber deutlich unter 100 US-Dollar gefallen.
Erneut zeige sich, dass sinkende Einkaufskosten bei Mineralölunternehmen nur verzögert an die Endkunden weitergegeben werden, während steigende Rohölpreise sich in der Regel deutlich schneller auf den Tankstellenpreis auswirkten.
Der Euro-US-Dollar-Kurs hat sich im Vergleich zur Vorwoche kaum verändert. Da Rohöl international in US-Dollar gehandelt wird, verbessert ein starker Euro grundsätzlich die Einkaufsbedingungen. Angesichts der zuletzt starken Schwankungen am Ölmarkt spielt der Wechselkurs derzeit jedoch nur eine untergeordnete Rolle bei der Preisentwicklung.
Das Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) zeigt anhand eines Tankrabatt-Trackers anschaulich, wie schleppend der Verlauf bei der Weitergabe der Subvention verläuft. So ist anhand der Verlaufskurve des Trackers deutlich zu sehen, dass die Konzerne den Rabatt für Super (E5) erstmals um den 10. Mai voll weitergegeben haben. Der Nachlass für E10 kam erst in dieser Woche vollständig zum Tragen, beim Diesel ist er noch nicht vollständig weitergegeben.
(Mit Material der Nachrichtenagenturen)
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In Syrien vermisste deutsche Journalistin: Regierung setzt sich „mit Hochdruck“ ein

Die Bundesregierung setzt sich „mit Hochdruck“ für die in Syrien vermisste deutsche Journalistin Eva Maria Michelmann ein.
Die deutschen Botschaften in Beirut und Damaskus seien mit dem Fall befasst und kümmerten sich weiter, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts am Freitag in Berlin.
Mit Blick auf den Schutz der Persönlichkeitsrechte könne sie keine weiteren Details nennen, auch nicht dazu, in welcher Weise sich die Bundesregierung einsetze.
„Ich kann nur sagen, dass wir das mit Hochdruck tun, von Beginn an, von Kenntnis an und das auch weiterhin vornehmen“, sagte die Sprecherin.
Deutsche Vertreter hätten Michelmann am 23. April erstmals vor Ort besuchen können. „Das war uns ein großes Anliegen, diesen konsularischen Zugang zu erhalten“, sagte die Sprecherin.
Michelmann war im Januar während einer Offensive der syrischen Regierungstruppen und mit ihnen verbündeter islamistischer Milizen in bis dahin von Kurden kontrollierten Gebieten festgenommen worden.
Augenzeugenberichten zufolge wurde die Journalistin in der Stadt Rakka in einem Fahrzeug der Regierungstruppen gemeinsam mit einem türkisch-kurdischen Journalisten abtransportiert. Medienberichten zufolge ist Michelmann in einem Gefängnis in Damaskus inhaftiert.(afp/red)
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Bericht: Iran soll konkrete Anschlagspläne gegen jüdische Ziele in Deutschland verfolgt haben


In Kürze:

  • Laut Sicherheitskreisen plante der Iran konkrete Sabotageakte gegen jüdische Einrichtungen in Deutschland.
  • Ermittler gehen davon aus, dass Teheran Kriminelle und „Wegwerfagenten“ für Anschläge anwerben wollte.
  • Auch Mordpläne gegen Volker Beck und Josef Schuster sollen vorbereitet worden sein.
  • Historisch wird der Iran seit Jahrzehnten mit Terroranschlägen im Ausland in Verbindung gebracht.

 
Die Bedrohung jüdischer Gemeinden durch den Iran in Deutschland könnte konkreter gewesen sein als bislang von der Bundesregierung dargestellt. Diese Einschätzung legt ein Bericht der „Wirtschaftswoche“ nahe, der sich auf mehrere übereinstimmende Aussagen aus westlichen Sicherheitsbehörden und Geheimdiensten beruft.
Demnach sollen iranische Dienste bereits konkrete Pläne für Sabotageaktionen gegen eine Synagoge in Ostberlin und eine jüdische Gemeinde in Frankfurt am Main ausgearbeitet haben. Das Mullah-Regime habe die Frankfurter Gemeinde dabei nicht zum ersten Mal ins Visier genommen. Bereits vor zwei Jahren habe der Iran einen Vertreter dieser Gemeinde systematisch bis in private Lebensbereiche ausgespäht.

Merz und Dobrindt sprechen von abstrakter Bedrohung – Herrmann von konkreten Gefahren

Die Bundesregierung hatte in den vergangenen Jahren zumeist von einer abstrakten Bedrohung durch iranische Nachrichtendienste gesprochen. Der Verfassungsschutz hatte von Ausspähungsaktionen Notiz genommen und diese in seinen Berichten erwähnt – ohne exakte Angaben zu machen. Im Fokus standen unter anderem Einflussarbeit über regimegesteuerte Moscheegemeinden sowie Cyberangriffe.
Noch nach Beginn des Irankonflikts betonten Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt ein eher abstraktes Bedrohungsbild. Demgegenüber sprach Bayerns Innenminister Joachim Herrmann Anfang des Monats gegenüber WELT TV von konkreten Gefahren.
Demnach müsse man davon ausgehen, dass der iranische Geheimdienst „eine ganze Reihe von Leuten beschäftigt, die in Deutschland aufhältig sind“. Diese seien „im Prinzip in der Lage, hier schwere Straftaten, möglicherweise Anschläge“ zu begehen. Als mögliche Ziele nannte Herrmann Regimegegner im Exil oder jüdische Einrichtungen.

Geheimdienste sehen „historisches Hoch“ bei Agentenaktivitäten des Iran

Herrmann brachte auch den Sprengstoffanschlag auf das israelische Restaurant „Eclipse“ Anfang April mit einem möglichen proiranischen Hintergrund in Verbindung. Dieser Verdacht hat sich mittlerweile offenbar verdichtet – in den USA ist der irakische Staatsangehörige Mohammad Baqer Saad Dawood Al-Saadi wegen Terrorverdachts angeklagt.
Die Anklagebehörde wirft ihm unter anderem vor, im Auftrag des Iran eine Serie von Terroranschlägen in Europa dirigiert zu haben. Darunter soll auch der Anschlag auf das Restaurant in München gewesen sein. Sicherheitsbehörden hatten Al-Saadi in der Türkei festgenommen und in weiterer Folge an die USA überstellt.
Europäischen Nachrichtendiensten zufolge ist auch in Deutschland ein historisches Hoch iranischer Aktivitäten zu verzeichnen. Allein in den vergangenen Monaten hätten diese etwa vier Dutzend Sabotageaktionen vorbereitet – darunter auch schwere Körperverletzungen oder Mordanschläge. Dafür seien bekannte Kriminelle, Rocker oder Auftragskiller angesprochen worden. Diese sollten als sogenannte Wegwerfagenten eingesetzt werden und seien unter anderem über soziale Netzwerke angeworben worden.

Rekrutierung von „Wegwerfagenten“ und verdeckte Strukturen

Diese Taktik würde das Risiko für den Auftraggeber minimieren: Die Agenten, die selbst keinen ideologischen oder geheimdienstlichen Hintergrund aufweisen, sollen für eine schwere Straftat wie Mord zwischen 10.000 und 30.000 Euro erhalten. Geringfügigere Delikte kosten weniger, so die Geheimdienstkreise.
Werden die Täter gestellt, könne der Iran jede Verantwortung von sich weisen. Dafür seien mehrere Mittelsmänner in der Auftragskette zwischengeschaltet. Teheran soll sich demnach sogar an Mitglieder der Hells Angels oder etablierte kriminelle Netzwerke gewandt haben.
Die Bundesanwaltschaft hat deshalb gegen zwei Personen Anklage erhoben, denen vorgeworfen wird, im Auftrag des Iran Anschlagspläne gegen Volker Beck und den Zentralratspräsidenten der Juden in Deutschland, Josef Schuster, vorbereitet zu haben.

Iran seit 1979 für mehrere schwere Terrorakte verantwortlich gemacht

Seit der Machtergreifung des Mullah-Regimes soll der Iran mehrfach durch Terroranschläge und schwere Straftaten im Ausland in Erscheinung getreten sein. Ziel waren dabei meist jüdische oder israelische Einrichtungen sowie solche der USA oder Oppositionelle im Exil. In einigen Fällen wurden dafür Proxys wie die Hisbollah mobilisiert.
Etwa 350 Menschen starben 1983 bei den sogenannten Kasernenanschlägen gegen diplomatische und militärische Einrichtungen der USA und Frankreichs. 1994 tötete ein Hisbollah-Terrorist etwa 85 Menschen beim Anschlag auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA in Buenos Aires. Als bislang bedeutendste Bluttat mit Bezug zur iranischen Regierung auf deutschem Boden gilt der Mord an vier kurdisch-iranischen Oppositionellen im Restaurant „Mykonos“ 1992 in Berlin.
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Prostata: 4 Tipps und 6 Mikronährstoffe, wie Mann vorbeugen kann


In Kürze:

  • Männer werden früher oder später mit der Gesundheit ihrer Prostata konfrontiert.
  • Das Alter ist ein maßgeblicher Faktor, aber auch nicht die ganze Wahrheit.
  • Die Ursache ist selten ein einzelner Fehltritt, sondern vielmehr Ernährungsmuster, die den Stoffwechsel über Jahre in eine ungünstige Richtung schieben.
  • Vier Maßnahmen für den Alltag und sechs Mikronährstoffe für einen begrenzten Zeitraum können Männern langfristig helfen.

 
Die Prostata ist ein kleines Organ mit erstaunlichem Durchsetzungsvermögen. Jeder Mann hat sie, kaum einer kennt sie und die meisten interessieren sich erst dann für sie, wenn sie den Schlaf stört oder der Arzt bei der Vorsorge mit ernster Miene die Untersuchungshandschuhe überstreift.
Jahrzehntelang arbeitet sie unauffällig im Hintergrund. Sie sitzt unterhalb der Blase, umschließt die Harnröhre und produziert einen Teil der Samenflüssigkeit. Doch irgendwann macht sie sich bemerkbar: schwächerer Harnstrahl, häufiger Harndrang, Nachtröpfeln, unruhige Nächte oder das Gefühl, die Blase werde nie ganz leer.
Viele Männer hören dann den Standardsatz: „Das ist in Ihrem Alter normal.“ Das ist zwar nicht falsch, aber es ist auch nicht die ganze Wahrheit. In meiner Praxis sehe ich seit vielen Jahren, dass die gutartige Prostatavergrößerung, kurz BPH, nicht im luftleeren Raum entsteht, sondern in einem biologischen Milieu wächst.
Und dieses Milieu wird durch Ernährung, Bauchfett, Blutzucker, Insulin, Entzündung, Darmgesundheit, Bewegung und Stress stärker geprägt, als man früher dachte – selbst in der Naturheilkunde.

Die Prostata wächst in einem „Milieu“?

Lange wurde die BPH vor allem als Problem des Alters betrachtet. Hormone spielen zweifellos eine Rolle, besonders Dihydrotestosteron, ein Abbauprodukt des Testosterons. Doch das ist nur ein kleiner Teil der Geschichte.
Krankheitsbedingte Veränderungen der Prostata

Die Prostata ist eine kleine Drüse, die aufgrund ihrer Lage direkt unterhalb der Blase zu Problemen führen kann.

Foto: nach Sakurra/iStock

Eine 2026 veröffentlichte Arbeit in „Frontiers in Nutrition“ untersuchte den Zusammenhang zwischen entzündungsfördernder Ernährung und gutartiger Prostatavergrößerung. Die Autoren werteten Daten von 3.517 Männern aus, ergänzten die Analyse durch genetische Verfahren und prüften die Befunde zusätzlich im Tiermodell.
Ein höherer Dietary Inflammatory Index, der sogenannte Entzündungsindex der Nahrung, war in der vollständig bereinigten Analyse mit einem höheren BPH-Risiko verbunden. Pro Punkt Anstieg lag die Risikoerhöhung bei etwa 7 Prozent. Im Tiermodell zeigten sich unter entzündungsfördernder Ernährung mehr Gewebeumbau, Kollageneinlagerung und höhere Entzündungsmarker wie IL-6, TNF-alpha und IL-1 beta. Das beweist keine einfache Ursache-Wirkung-Kette, macht aber plausibel, dass die Prostata auf ein entzündliches Stoffwechselmilieu reagiert.
Diese Befunde passen auch zu dem, was wir aus der Praxis kennen: Männer mit Bauchfett, Insulinresistenz, Bluthochdruck, Bewegungsmangel und chronischer Entzündung haben oft nicht nur ein Herz-Kreislauf-Problem, sondern häufig auch ein Prostataproblem. Der Körper trennt diese Dinge nicht so ordentlich, wie es medizinische Fachabteilungen gerne tun.

Was heißt entzündungsfördernde Ernährung?

Gemeint ist kein einzelner Fehltritt, sondern ein Ernährungsmuster, das den Stoffwechsel über Jahre in eine ungünstige Richtung schiebt: viel Zucker, Weißmehl, Fertigprodukte, Wurstwaren, frittierte Speisen, Omega-6-lastige Industrieöle und Alkohol bei gleichzeitig wenig Gemüse, Kräutern, Ballaststoffen, Bitterstoffen und Polyphenolen.
Daraus entsteht ein Milieu, in dem chronisch niedriggradige Entzündungen leichter unterhalten werden. Die Folge ist, dass Insulin häufiger erhöht bleibt, Bauchfett zunimmt, die Darmflora an Vielfalt verliert, die Darmbarriere anfälliger wird und das Immunsystem unterschwellig aktiviert bleibt. In Studien werden dabei immer wieder Botenstoffe wie IL-6, TNF-alpha und IL-1 beta diskutiert, genau jene Entzündungsmediatoren, die auch in der aktuellen BPH-Arbeit bei entzündungsfördernder Ernährung erhöht waren.
Und wieder einmal spielt das Bauchfett eine besondere Rolle. Es ist kein passiver Speicher, sondern ein hormonell und immunologisch aktives Gewebe. Es setzt Entzündungsbotenstoffe frei und verschlechtert die Insulinempfindlichkeit. Deshalb sehe ich den Bauchumfang als aussagekräftiger an als das Körpergewicht.
Und darum beginne ich bei beginnenden Prostatabeschwerden nicht mit der Frage nach der „besten Prostatapflanze“. Zuerst geht es um die Grundlagen, nämlich um Bauchfett, Blutzucker, Darm, Alkohol, Abendessen, Bewegung.

Was Männer konkret tun können

1. Zucker, Weißmehl und schnelle Kohlenhydrate reduzieren
Gemeint sind vor allem Süßigkeiten, Kuchen, süße Getränke, Snacks, Pizza oder auch die Pasta aus Weißmehl. Nicht jedes Brot ist automatisch ein Problem. Ein echtes Sauerteigbrot oder gutes Vollkornbrot wirkt anders als ein Industriebrot. Entscheidend ist die Stoffwechselantwort, denn bei Bauchfett, Fettleber, Heißhunger oder erhöhtem Insulin werden schnelle Kohlenhydrate rasch zum Brandbeschleuniger.
2. Täglich Gemüse essen, am besten zwei große Portionen
Kreuzblütler wie Brokkoli, Rucola, Kohl und Radieschen liefern schwefelhaltige Pflanzenstoffe und unterstützen den Stoffwechsel. Auch Lycopin ist für die Prostata interessant. In einer kleinen randomisierten Studie mit Männern mit BPH zeigten 15 Milligramm Lycopin täglich über sechs Monate Hinweise auf eine gebremste Progression.
Tomatenmark oder gekochte Tomaten können eine Quelle sein, wenn sie gut vertragen werden. Da Tomaten zu den Nachtschattengewächsen gehören, empfehle ich sie aber nicht pauschal jedem. Bei empfindlichem Darm, Gelenkbeschwerden oder Unverträglichkeit ist ein Lycopinpräparat mit 10 bis 15 Milligramm täglich oft die bessere Lösung.
3. Die Fettqualität korrigieren
Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Sojaöl, Margarinen, Frittierfette und viele Fertigprodukte verschieben das Fettsäuremuster häufig in Richtung Omega-6. Sinnvoller sind Olivenöl, etwas Butter oder Ghee und eine gezielte Versorgung mit Omega-3.
Entscheidend sind EPA und DHA. Sie kommen zwar vor allem in fettem Seefisch vor, doch Fisch ist heute leider nicht mehr die saubere Quelle, die er einmal war. Mikroplastik, Schwermetalle und Rückstände sind ein Problem. Deshalb bevorzuge ich ein geprüftes Fischöl oder Algenöl mit Analysezertifikat. Praktikabel sind meist 1 bis 2 Gramm EPA plus DHA täglich. Leinöl, Chia und Walnüsse sind wertvoll, liefern aber vor allem ALA, das nur begrenzt in EPA und DHA umgewandelt wird.
4. 12, besser 14 Stunden nächtliche Esspause
Heute nennt man das Intervallfasten, früher war es eine einfache Ernährungsregel. Wer abends um 21 Uhr noch Brot, Wurst, Chips und Wein nachschiebt, hält Insulin, Verdauung und Blase unnötig in Betrieb. Das rächt sich nicht nur am Bauchumfang, sondern oft auch in der Nacht.

Pflanzen helfen besser im Verbund

Die Pflanzenheilkunde kann bei BPH ein sinnvoller Ansatz sein, vor allem dann, wenn man nicht auf einen einzelnen Extrakt setzt. Die Prostata reagiert nicht nur auf einen Schalter. Es geht um Entzündung, glatte Muskulatur, Hormonstoffwechsel, Gewebeumbau und Blasenreiz. Genau deshalb sind Kombinationen oft plausibler als die Suche nach dem einen „Prostatamittel“.
Sägepalme ist einen Versuch wert. Üblich sind 320 Milligramm eines standardisierten Extrakts täglich. Allerdings muss man auch sagen: Eine Cochrane-Auswertung fand für Sägepalme allein gegenüber Placebo nur geringe bis keine Vorteile. Die europäische Urologenleitlinie sieht für bestimmte (hexanische) Extrakte immerhin eine schwache Empfehlung, besonders bei Männern, die Nebenwirkungen klassischer Medikamente vermeiden wollen.
In der Praxis arbeite ich deshalb, wenn überhaupt, lieber mit Pflanzenkombinationen und klarer Erwartung: keine Wunder, sondern ein Versuch über mehrere Wochen. In der Phytotherapie ist eins plus eins oftmals mehr als zwei.

Wedel einer Sägepalme.

Foto: LWOPhotography/iStock

Die Brennnesselwurzel gehört für mich fast immer in solch eine Kombination. Üblich sind hier 300 bis 600 Milligramm Extrakt täglich. Roggenpollenextrakt kann besonders bei nächtlichem Harndrang interessant sein. Häufig verwendete Dosierungen liegen bei 375 bis 750 Milligramm täglich.
Kürbiskerne oder Kürbiskernextrakte passen ebenfalls gut dazu, vor allem wegen ihrer Phytosterole und der guten Verträglichkeit. Wer es einfach halten will, nimmt täglich zwei Esslöffel Kürbiskerne über mindestens acht bis zwölf Wochen.
Bei den Mikronährstoffen denke ich vor allem an Zink und Selen – nicht blind hoch dosieren, sondern möglichst prüfen. Praktisch vertretbar sind oft 15 bis 25 Milligramm Zink täglich für acht bis zwölf Wochen. Bei längerer Einnahme sollte man außerdem an Kupfer denken. Selen nur bei Bedarf einnehmen, meist 100 bis 200 Mikrogramm täglich, nicht als Dauerhochdosis.

Fazit

Die Prostata wächst mit den Jahren bei vielen Männern. Die Älteren werden sich noch erinnern: Der Chirurg Julius Hackethal sprach beim langsam wachsenden Prostatakrebs einmal vom „gutartigen Haustierkrebs“. Er formulierte damit die Einsicht, dass nicht jede Veränderung an der Prostata sofort mit maximaler Härte bekämpft werden muss.
Manches muss kontrolliert, manches behandelt, manches vor allem biologisch verstanden werden. Bei der gutartigen Prostatavergrößerung gilt das erst recht. Und genau hier beginnt der Teil, den viele Männer unterschätzen.
Die Prostata lebt nicht getrennt vom Rest des Körpers. Sie bekommt mit, wie viel Bauchfett vorhanden ist, wie oft Insulin ansteigt, wie der Darm arbeitet, wie entzündlich das Gewebe gestimmt ist und ob der Körper nachts zur Ruhe kommt oder weiter mit Verdauung, Alkohol und spätem Essen beschäftigt wird.
Natürlich gibt es Situationen, in denen Medikamente oder Eingriffe notwendig sind. Blut im Urin, Fieber, Schmerzen, Harnverhalt, rasch zunehmende Beschwerden oder auffällige PSA-Werte gehören urologisch abgeklärt. Naturheilkunde ersetzt hier keine Diagnostik.
Aus naturheilkundlicher Sicht ist aber die wichtigste Botschaft: Wer seine Prostata entlasten will, sollte nicht nur nach dem besten Extrakt suchen. Er sollte den Boden verbessern, auf dem das Problem wächst.
Weniger Zucker, weniger Bauchfett, bessere Fette, mehr Pflanzenstoffe, mehr Bewegung, gezielte Phytotherapie, sinnvolle Mikronährstoffe – genau solche Maßnahmen entscheiden in der Praxis oft darüber, ob ein Mann mit 60 nachts einmal oder viermal aufsteht.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker. Für Informationen zu Dosierung, Anwendung und unerwünschten Effekten von Heilpflanzen wird eine Beratung in der Apotheke empfohlen.
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vital wissen

Rezept für Kartoffeln aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

Linda, Sieglinde, Heiderose, Laura und Anneliese – die Namensliste der verschiedenen Kartoffelsorten ist lang. Auffällig sind dabei die zahlreichen weiblichen Namen, was vielleicht auf eine alte Praxis zurückgeht. Demnach sollen Bauern ihre Kartoffelsorten nach ihren schönsten und hübschesten Töchtern benannt haben.
In Deutschland sind seit 2023 etwa 540 Arten zugelassen. Liebhaber von Kartoffeln könnten damit fast zwei Jahre lang täglich eine andere Sorte des südamerikanischen Nachtschattengewächses probieren. Weltweit gibt es sogar über 3.000 Sorten der Erdäpfel, ausreichend für mehr als acht Jahre täglicher Kartoffelverkostung.
Damit dies auf die Dauer nicht langweilig wird, gibt es zum Internationalen Tag der Kartoffel am 30. Mai drei traditionelle Rezepte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz:

Kartoffelauflauf deutscher Art

Rezept für Kartoffeln aus Deutschland: Kartoffelauflauf

Der deutsche Klassiker: Kartoffelauflauf mit Speck und Petersilie.

Foto: kabVisio/iStock

Zutaten (für 4 Personen)
  • 800 g festkochende Kartoffeln
  • 200 g weiße Champignons
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 250 g Schinkenwürfel
  • 300 ml Sahne
  • 200 ml Milch
  • 150 g geriebener Käse
  • 2 EL Butter
  • frische Petersilie
  • Salz und Pfeffer
Zubereitung
  1. Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben schneiden. Pilze putzen und in kleine Stücke schneiden.
  2. Zwiebel und Knoblauch fein hacken und in einer Pfanne mit ein wenig Butter glasig anbraten. Schinkenwürfel und Champignons zugeben und kurz mit anbraten.
  3. Sahne und Milch in einer Schüssel vermengen und mit Salz, Pfeffer und klein gehackter Petersilie würzen.
  4. Eine Auflaufform mit Butter fetten. In Schichten abwechselnd die Kartoffelscheiben und die Zwiebel-Schinken-Mischung in Schichten hineinlegen. Dazwischen jeweils etwas Sahnesoße zugeben.
  5. Mit Käse bestreuen und im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad Celsius Ober-/Unterhitze etwa 40 bis 45 Minuten goldbraun backen.
Zu diesem Gericht kann ergänzend Salat, Fleisch oder Fisch serviert werden.

Petersilienkartoffeln aus Österreich

Rezept für Kartoffeln aus Österreich: Petersilienkartoffeln

Der österreichische Klassiker: Petersilienkartoffeln mit Wiener Schnitzel.

Foto: bhofack2/iStock

Zutaten (für 4 Personen)
  • 12 bis 16 mittelgroße, festkochende Kartoffeln
  • 4 EL Butter oder Schmalz
  • frische Petersilie
  • Salz und Pfeffer
Zubereitung
  1. Kartoffeln schälen und kochen.
  2. Das Bratfett in einer Pfanne zerlassen, gehackte Petersilie dazugeben und kurz anschwitzen.
  3. Die Kartoffeln grob zerkleinern, zur Petersilie in die Pfanne geben und kurz darin schwenken. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Zu diesem Gericht kann ergänzend traditionell Wiener Schnitzel oder Backhendl serviert werden.

Original Schweizer Rösti

Rezept für Kartoffeln aus der Schweiz: Rösti

Der Klassiker aus der Schweiz: Rösti.

Foto: Mariha-kitchen/iStock

Zutaten (für 4 Personen)
  • 1 kg mehlig kochende Kartoffeln
  • 4 EL Butter
  • 1 Prise Salz
Zubereitung
  1. Am Vortag die Kartoffeln nicht ganz gar kochen, abkühlen lassen und im Kühlschrank lagern.
  2. Die Kartoffeln pellen und längs durch eine Kartoffelreibe geben, damit lange Kartoffelraspel entstehen. Dann salzen.
  3. Einen Esslöffel Butter in der Pfanne auf mittlerer Stufe schmelzen. Dann auf die höchste Stufe stellen, ein Viertel der geraspelten Kartoffel in die Pfanne geben und zu einem Fladen formen.
  4. 3 Minuten scharf anbraten, dann auf niedriger Stufe langsam 15 Minuten lang goldbraun braten. Rösti umdrehen und weitere 10 Minuten goldbraun braten.
  5. Schritt 4 wiederholen, um weitere Rösti zu braten.
Zu diesem Gericht kann ergänzend Fleisch oder Spiegelei mit Schnittlauch serviert werden.
Guten Appetit!
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gesellschaft

Uber erlaubt Tonaufnahmen – neue Sicherheitsfunktion startet

Der Fahrdienstvermittler Uber führt in Deutschland eine neue In-App-Funktion ein, die es Fahrgästen erlaubt, während der Fahrt den Ton im Fahrzeug aufzuzeichnen. Das Technologieunternehmen möchte damit das Sicherheitsgefühl der Nutzerinnen und Nutzer stärken und eine zusätzliche Schutzebene etablieren.
Das Tool erweitert das bestehende Sicherheitsangebot der Plattform, zu dem bereits Funktionen wie das Teilen des Standorts mit Kontakten oder ein In-App-Notruf gehören. Die Audioaufnahme wird ab sofort schrittweise bundesweit ausgerollt.

Verstößt Funktion gegen Datenschutzrecht?

Die neue Funktion wirft die Frage auf, ob die dauerhafte Aufzeichnung von Gesprächen in einem Fahrzeug nicht gegen geltende Datenschutzbestimmungen verstößt oder die Vertraulichkeit des gesprochenen Wortes verletzt. Uber hält hier jedoch mit einem Konzept dagegen, das die datenschutzrechtlichen Klippen umschiffen soll.
Eine Verletzung des Datenschutzes werde durch das Prinzip der Freiwilligkeit und den Einsatz von Verschlüsselungstechnik verhindert, betont der Fahrdienstvermittler. Fahrgäste müssen der Funktion vorab ausdrücklich per Opt-in zustimmen und die Aufnahme während der Fahrt manuell starten.
Aktivieren sie die Funktion bereits vor dem Einsteigen, werden die Fahrer im Voraus darüber informiert, dass eine Aufzeichnung stattfinden könnte, und erhalten die Möglichkeit, die Fahrt abzulehnen.

Teilen der Aufzeichnung nicht ohne weiteres möglich

Wichtig ist weiterhin eine technische Absicherung: Die Audioaufnahmen werden lokal und verschlüsselt auf dem Smartphone des Fahrgasts abgelegt. Niemand, nicht einmal der Fahrgast selbst oder Uber, kann die Datei einfach abspielen, bearbeiten oder extern teilen.
Zu einer Entschlüsselung und Überprüfung durch Uber kommt es ausschließlich dann, wenn der Fahrgast nach einem Vorfall aktiv einen Sicherheitsbericht einreicht und die Datei anhängt. Geschieht dies nicht, wird das Material nach 14 Tagen automatisch und unwiderruflich vom Gerät gelöscht.
Christoph Weigler, Deutschland-Chef von Uber, sagte, für sein Unternehmen sei die Berücksichtigung datenschutzrechtlicher Vorgaben besonders wichtig. „Die Funktion gibt den Fahrgästen die volle Kontrolle und hilft uns gleichzeitig dabei, nach einem sicherheitsrelevanten Vorfall die bestmögliche Aufklärung zu gewährleisten.“ (dpa/red)
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gesellschaft

Nach Millionen-Einbruch: Erste Sparkassenkunden erhalten Wertsachen zurück

Fünf Monate nach dem Millionen-Einbruch in eine Gelsenkirchener Sparkasse bekommen erste Schließfachkunden Wertsachen wie Schmuck, Edelmetalle oder sogar Bargeld zurück. Das kündigte die Sparkasse am Freitag an.
Sie gehören zu den rund 50.000 Gegenständen, die die Einbrecher Ende 2025 in dem verwüsteten Tresorraum zurückgelassen hatten.
Dabei handele es sich durchaus in einigen Fällen um erhebliche Werte, hieß es in einer Sparkassen-Mitteilung. Natürlich könne „nur ein Teil der Betroffenen ihr Eigentum vollständig zurückerhalten“, erklärte Sparkassen-Chef Michael Klotz.

Keine Rückgabe ohne genaue Beschreibung

Anfang Mai hatte die Staatsanwaltschaft die zunächst beschlagnahmten Gegenstände zur Rückgabe an die Eigentümer freigegeben. Im ersten Schritt wurden namentlich zuzuordnende Dokumente zurückgegeben.
Voraussetzung für die Rückgabe der Wertsachen sei eine genaue Beschreibung der Gegenstände in Inventarlisten der Kunden, damit die Gegenstände auch dem richtigen Eigentümer zugeordnet werden können, betonte die Sparkasse.
Bei dem spektakulären Einbruch hatten sich die unbekannten Täter nach Weihnachten 2025 mit einem Kernbohrer Zutritt zum Tresorraum verschafft und fast alle der 3.100 Schließfächer aufgebrochen.
Der Gesamtschaden wurde kurz nach dem Einbruch von der Polizei auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag geschätzt, er könnte aber auch noch wesentlich höher im möglicherweise deutlich dreistelligen Millionenbereich liegen.

Polizei hat weiter keine heiße Spur

Mit großem Personalaufwand würden rund 650 Spuren zu den Tätern verfolgt, einen Durchbruch gebe es aber weiterhin nicht, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag.
Am 11. Juni beginnen vor dem Landgericht Essen zwei erste Zivilprozesse von Schließfachkunden gegen die Sparkasse. Sie werfen der Bank mangelnde Sicherheitsvorkehrungen vor und fordern vollen Schadenersatz für ihre verlorenen Schließfachinhalte – in einem Fall fordert der Kläger 391.000 Euro. Die Sparkasse weist die Kritik an ihren Sicherheitsvorkehrungen zurück. (dpa/red)
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ausland

Trump-Konten gestartet: 1.000 US-Dollar für jedes neugeborene Kind


In Kürze:

  • Neue Trump-Konten-App in Apple- und Google-Stores verfügbar
  • US-Babys können 1.000 Dollar Startkapital erhalten
  • Finanzministerium warnt vor Betrugsmaschen und Fake-Nachrichten

 
Das US-Finanzministerium hat offiziell den Start der neuen Trump-Konten-App bestätigt. Die Anwendung ist ab sofort in den App-Stores von Apple und Google verfügbar und dient Familien als zentraler Zugang zu den neuen staatlich geförderten Kinderkonten.
Das Programm wurde im vergangenen Jahr durch das von US-Präsident Donald Trump unterzeichnete Gesetzespaket „One Big Beautiful Bill“ eingeführt. Ziel ist es, jedem Neugeborenen in den USA ein Startkapital von 1.000 Dollar bereitzustellen – vorausgesetzt, die Eltern eröffnen ein entsprechendes Konto. Das Geld wird in den Aktienmarkt investiert und kann von den Kindern ab dem 18. Lebensjahr genutzt werden.

US-Präsident Donald Trump bei der Unterzeichnung des „One Big Beautiful Bill Act“ im Weißen Haus in Washington, D.C. am 4. Juli 2025.

Foto: Brendan Smialowski/POOL/AFP via Getty Images

US-Finanzministerium: App bietet „einfachen Zugang“

US-Finanzminister Scott Bessent bezeichnete die neue App als wichtigen Schritt zur finanziellen Förderung amerikanischer Familien. Die Trump-Konten-App ermögliche einen einfachen und sicheren Zugang zu dem Programm, das langfristig Vermögen für Kinder aufbauen solle.
„Indem wir Eltern und jungen Amerikanern einfachen Zugang zu Trump Konten direkt in die Hand geben, helfen wir sicherzustellen, dass Amerikas Jugend in dieser neuen Ära wirtschaftlicher Teilhabe einbezogen wird“, erklärte Bessent.
Die App ist inzwischen sowohl im Apple App Store für iPhones und iPads als auch im Google Play Store für Android-Geräte verfügbar. Laut Bessent wurden bereits fast sechs Millionen Kinder für die neuen Konten registriert. Zusätzlich hat die US-Steuerbehörde IRS in diesem Jahr erstmals eine Anmeldemöglichkeit für Trump Konten in die Steuerformulare aufgenommen.

Konten treten am 4. Juli in Kraft

Die Trump Konten treten offiziell am 4. Juli 2026 in Kraft – passend zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Nach Angaben des US-Finanzministeriums können Eltern, Familienmitglieder, Arbeitgeber und weitere berechtigte Personen Geld auf die Konten einzahlen.
Zum Start des Programms erhalten berechtigte Kinder direkt vom US-Finanzministerium ein Startkapital von 1.000 US-Dollar auf ihr Trump Konto. Eltern dürfen zusätzlich jährlich bis zu 2.500 Dollar steuerfrei einzahlen, ähnlich wie bei privaten Altersvorsorgekonten. Insgesamt sind Einzahlungen von maximal 5.000 Dollar pro Jahr erlaubt, wobei staatliche Zuschüsse und Spenden von Wohltätigkeitsorganisationen nicht angerechnet werden.
Anspruch auf die 1.000 Dollar haben Kinder, die US-Staatsbürger sind, eine Sozialversicherungsnummer besitzen und zwischen dem 1. Januar 2025 und dem 31. Dezember 2028 geboren wurden. Der Einwanderungsstatus der Eltern spielt dabei keine Rolle.
Auch Familien mit älteren Kindern sollen Konten eröffnen können. Diese erhalten allerdings keinen staatlichen Bonus von 1.000 Dollar.
Der US-Präsident machte bei einer Veranstaltung des Finanzministeriums Werbung für die «Trump Accounts»

Der US-Präsident machte bei einer Veranstaltung des Finanzministeriums Werbung für die «Trump Accounts»

Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa

Milliardäre haben Gelder beigesteuert

Im Dezember 2025 kündigten die Unternehmer Michael und Susan Dell eine Spende von 6,25 Milliarden Dollar an. Damit sollen Kinder bis zum Alter von zehn Jahren ein Startkapital von 250 Dollar erhalten, sofern ihre Eltern ein Trump Konto eröffnen. Die Unterstützung richtet sich an Familien in Regionen mit einem durchschnittlichen Haushaltseinkommen von höchstens 150.000 Dollar, die keinen Anspruch auf die staatlichen 1.000 Dollar haben.
Wenige Wochen später kündigten auch Hedgefonds-Gründer Ray Dalio und seine Frau Barbara eine Spende von 75 Millionen Dollar für Kinder unter zehn Jahren im US-Bundesstaat Connecticut an. Nach Angaben der Initiatoren könnten dadurch rund 300.000 Kinder in berechtigten Postleitzahlgebieten jeweils 250 Dollar erhalten.
Michael Dell spricht, während der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson (R-La.), und Präsident Donald Trump am 2. Dezember 2025 bei einer Ankündigung der „Trump-Konten“ im Weißen Haus in Washington zuhören. Foto: Chip Somodevilla/Getty Images

Michael Dell spricht, während seine Frau, Susan, und Präsident Donald Trump am 2. Dezember 2025 bei einer Ankündigung der Trump-Konten im Weißen Haus zuhören.

Foto: Chip Somodevilla/Getty Images

Finanzministerium warnt vor möglichen Betrugsversuchen

Das US-Finanzministerium rät Eltern, die ihre Kinder bereits für ein Trump Konto angemeldet haben, auf eine offizielle Bestätigungs-E-Mail zur Kontoaktivierung zu achten. Darin werde bestätigt, dass die Anmeldung verarbeitet wurde und die nächsten Schritte zur Freischaltung des Kontos folgen.
Gleichzeitig warnte die Behörde vor möglichen Betrugsversuchen. Aktivierungs-E-Mails würden ausschließlich über die offizielle Adresse [[email protected]](mailto:[email protected]) verschickt. Kontaktaufnahmen per Telefon oder SMS seien nicht vorgesehen.
„Wenn Sie einen Anruf oder eine SMS bezüglich eines Trump Kontos erhalten, antworten Sie nicht – es handelt sich wahrscheinlich um Betrug“, teilte das Finanzministerium mit.
Die Associated Press hat zu diesem Bericht beigetragen.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel Trump Accounts App Launched by Treasury: 4 Things to Know“. (deutsche Bearbeitung: zk)
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wirtschaft

Galeria mit Mieten für einige Filialen weiter im Rückstand

Die Warenhauskette Galeria ist bei den Mietzahlungen für einzelne Filialen immer noch in Verzug. Betroffen ist unter anderem der Standort am Berliner Alexanderplatz.
„Die Miete für April und auch für März wurde noch nicht voll gezahlt, die Miete für Mai ist Galeria nach wie vor säumig“, sagte ein Sprecher von Commerz Real, dem Eigentümer der Immobilie. Man bemühe sich um eine Lösung, sondiere aber auch Alternativen.
Commerz Real forderte die Eigentümer von Galeria zugleich auf, „stärker als bisher ihrer Betreiberverantwortung nachzukommen, zum Beispiel bei Instandhaltungen und dringend notwendigen Renovierungen“. Erwartet würden signifikante strategische Investitionen in die Modernisierung des Einzelhandelskonzepts. Beide Seiten hatten sich erst im Februar auf eine Verlängerung der Nutzungsvereinbarung bis Ende März 2027 verständigt.

Galeria in Gesprächen über neuen Kredit

Auch ein weiterer Vermieter bestätigte auf Nachfrage, dass die Miete im April und Mai von Galeria nicht gezahlt worden sei. Das Warenhausunternehmen wollte sich zu laufenden Gesprächen und Verhandlungen mit Vertragspartnern nicht äußern, dementierte die Vorwürfe aber nicht.
Einige Vermieter hatten bereits vor einigen Wochen beklagt, dass Mietzahlungen ausgeblieben waren. Galeria begründete dies mit Schwankungen der Liquidität und räumte ein, die Vermieter um eine Stundung gebeten zu haben. Das sei jedoch nicht von allen akzeptiert worden.
In einigen Fällen seien Zahlungen im Zuge von Verhandlungen zunächst gestoppt worden, sollten aber nachgeholt werden. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Unternehmenskreisen erfuhr, führt Galeria derzeit Gespräche über einen neuen Großkredit.

Weitere Filialschließungen möglich

Galeria beschäftigt rund 12.000 Menschen und betreibt derzeit 83 Warenhäuser. Das Filialnetz könnte jedoch weiter schrumpfen. Im März teilte die Kette mit, die Mietverträge von acht Standorten neu verhandeln zu wollen.
Schließungen seien nicht ausgeschlossen, hieß es. Betroffen sind Filialen in München (Rotkreuzplatz), Berlin (Kurfürstendamm, Hermannplatz), Köln (Hohe Straße, Breite Straße), Mannheim, Braunschweig und Aschaffenburg. Als Grund wurde die angespannte Lage im innerstädtischen Einzelhandel genannt.
Anfang 2024 hatte Galeria zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet. Grund dafür waren unter anderem die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns Signa sowie hohe Mietkosten. Im Sommer 2024 wurden neun Standorte geschlossen. Seitdem gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. (dpa/red)
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deutschland

Warken will mehr Partnerschaftlichkeit beim Elterngeld sichern

Die Bundesgesundheitsministerin und Vorsitzende der Frauen-Union, Nina Warken, will am Ziel festhalten, Partnerschaftlichkeit beim Elterngeld zu stärken.
Der „Süddeutschen Zeitung“ sagte die CDU-Politikerin, im Koalitionsvertrag sei „klar festgehalten“, dass „die Grenzen für das Elterngeld sowie der Mindest- und Höchstbetrag angehoben werden sollten“.

„Anreize für mehr Partnerschaftlichkeit“

Dazu gehöre, dass SPD und Union sich darauf geeinigt haben, „Anreize für mehr Partnerschaftlichkeit“ zu setzen.
Im Koalitionsvertrag heißt es wörtlich, es sollten mehr Anreize für „insbesondere mehr Väterbeteiligung in alleiniger Verantwortung“ geschaffen werden. „An dieser Weiterentwicklung des Elterngeldes sollten wir festhalten“, sagte Warken.
„Für die Union, insbesondere für die Frauen-Union, ist das Elterngeld ein Herzensthema“, sagte sie der SZ. Es sei eine „zentrale familienpolitische Leistung, auf die Familien in Deutschland zu Recht zählen“. Sie mahnt: „Dieses Vertrauen dürfen wir nicht enttäuschen“.
In den Regierungsfraktionen ist eine Diskussion darüber entbrannt, wie und ob beim Elterngeld gekürzt werden soll. Möglich wäre, die Elterngeldbezugszeit insgesamt zu kürzen.
Ebenfalls wäre es möglich, die sogenannten Vätermonate auszuweiten. Um die vollen 14 Monate Elterngeld auszuschöpfen, müssten dann beide Elternteile mehr als zwei Monate Elternzeit nehmen.

Vorbehalte gegen weniger Basiselterngeld

Doch es gibt große Vorbehalte dagegen, Müttern weniger als 12 Monate Basiselterngeld zu ermöglichen. Die CSU-Abgeordnete und Vorstandsmitglied der Frauen-Union Bayern, Silke Launert, warnte davor.
„Ich bin kein Fan davon, durch die hälftige Aufteilung faktisch für Frauen weniger als 12 Monate Elternzeit zu ermöglichen“, sagte sie der SZ. Sie sprach sich dafür aus, beim Elterngeld zu sparen.
„Natürlich müssen alle Ressorts sparen und beim Familienministerium ist das Elterngeld der größte Posten, daher ist es auch naheliegend, da zu sparen“, sagte sie.
Auch Familienministerin Karin Prien (CDU) sagte kürzlich im Deutschlandfunk: „Jede Frau muss in der Lage sein, zwölf Monate im Elterngeldbezug zu sein.“ (dts/red)
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ausland

G7 beraten über KI und Schutz von Minderjährigen im Internet

Die G7-Digitalminister haben am Freitag, 29. Mai, in Paris über den Schutz von Minderjährigen im Internet sowie über den Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) beraten.
Die Vorgespräche dazu seien sehr gut gewesen, sagte Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) bei seinem Eintreffen. Seine französische Kollegin Anne Le Hénanff zeigte sich hoffnungsvoll, dass die Vertreter der sieben Industrieländer sich auf eine gemeinsame Position zu KI und zur Cybersicherheit einigen würden.

Uneinig über Umweltfolgen der KI

Es besteht jedoch wenig Aussicht auf eine gemeinsame Stellungnahme zu den Folgen der KI für die Umwelt, etwa den massiven Energie- und Kühlwasserverbrauch der Rechenzentren. Eine Arbeitsgruppe mit dem Titel „Auswirkungen der digitalen Technologien auf die Umwelt“ sei für Vertreter der USA nicht akzeptabel gewesen.
Der französische Wirtschaftsminister Roland Lescure erklärte dazu, dass es „wie immer bei den G7 Themen gibt, bei denen man sich einig ist, und andere, bei denen das nicht der Fall ist“. Es seien sich aber zumindest alle einig, dass die Ressourcen für KI „möglichst effizient“ eingesetzt werden sollten.

Vorbereitung auf G7-Gipfel

Die Beratungen der Digitalminister dienen als Vorbereitung für den G7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs im Juni im französischen Evian.
Frankreich hatte im Januar den rotierenden Vorsitz der Gruppe der sieben großen Industrienationen übernommen. Dazu gehören die USA, Deutschland, Frankreich, Kanada, Großbritannien, Japan und Italien. (afp/red)
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gesellschaft

Dinslaken: Herzstillstand wohl Ursache für tödlichen Unfall

Die Autofahrerin, die am Mittwochmorgen in Dinslaken mit ihrem Wagen in eine Gruppe von Schülern gefahren ist, hatte nach Erkenntnissen der Ermittler einen 16-sekündigen Herzstillstand.
Das hat nach dpa-Informationen aus Polizeikreisen die Auswertung eines sogenannten Ereignisrekorders ergeben, den die Frau implantiert hatte. Die Polizei geht davon aus, dass der Herzstillstand ursächlich für den Unfall war. „Bild“ hatte zuvor berichtet.
Die Frau hatte laut Staatsanwaltschaft bereits im Mai vergangenen Jahres wegen eines plötzlichen Ohnmachtsanfalls am Steuer einen Unfall verursacht. Danach sei ihr das Gerät eingesetzt worden. Ein Ereignisrekorder überwacht die Herzaktivität kontinuierlich.
Zur Frage des Herzstillstands wollte die Staatsanwaltschaft Duisburg am Freitag keine Angaben machen.

Führerscheinbehörde: Frau durfte ohne Auflagen Auto fahren

Die 47-Jährige war am Morgen kurz vor Schulbeginn mit ihrem Auto in eine Gruppe von drei zwölfjährigen Jungen gefahren – Schüler des Dinslakener Otto-Hahn-Gymnasiums, die auf Fahrrädern auf dem Weg zum Unterricht waren.
Zwei der Zwölfjährigen wurden so schwer verletzt, dass sie später im Krankenhaus starben. Der Dritte erlitt nur leichte Verletzungen und musste nicht im Krankenhaus behandelt werden.
Gegen die Autofahrerin wird laut Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Laut der zuständigen Führerscheinstelle beim Kreis Wesel durfte die 47-Jährige trotz des ersten Unfalls Auto fahren.
„Nach eingehender und abschließender Auswertung der erforderlichen medizinischen Unterlagen bestand keine rechtliche Grundlage zum Entzug der Fahrerlaubnis oder zur Erteilung von Auflagen“, so eine Sprecherin. (dpa/red)
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wirtschaft

Schleswig-Holstein: Gericht rügt Landesregierung in Northvolt-Affäre

Im Zusammenhang mit der Förderung der Northvolt-Batteriefabrik in Schleswig-Holstein hat die Landesregierung den Landtag nicht ausreichend informiert.
Das entschied das Landesverfassungsgericht in Schleswig am Freitag, 29. Mai, und gab damit einem Antrag der FDP-Fraktion statt, dem sich die SPD-Fraktion angeschlossen hatte.
Der schwedische Batteriehersteller Northvolt wollte eine Fabrik mit rund 3000 Arbeitsplätzen in Schleswig-Holstein errichten, ging dann aber in die Insolvenz.

Parlament zu spät informiert

Über Bedenken bezüglich der Finanzierung und der Rückzahlung einer sogenannten Wandelanleihe hätte die schwarz-grüne Landesregierung die Abgeordneten früher vollständig informieren müssen, nämlich vor einer entscheidenden Sitzung des Wirtschafts- und Digitalisierungsausschusses sowie des Finanzausschusses im Januar 2024, wie das Gericht nun urteilte.
In dieser Sitzung stimmten die Abgeordneten für die Förderung der geplanten Fabrik durch die Wandelanleihe von rund 600 Millionen Euro von der staatlichen Förderbank KfW. Dafür bürgten Bund und Land jeweils zur Hälfte.
Nach dem Urteil in Schleswig kündigte Vivien Albers als Sprecherin der Staatskanzlei „einen Vorschlag für ein standardisiertes und strukturiertes Informationsformat für solche Vorhaben“ an.
Die Landesregierung wolle das Urteil sorgfältig auswerten und dem Landtag einen entsprechenden Vorschlag vorlegen, erklärte sie. „Auf Basis dieses Vorschlags wollen wir dann mit dem Parlament gemeinsam ein Verfahren definieren.“

Opposition verlangt Entlassung Schrödters

FDP und SPD forderten als Reaktion auf das Urteil die Entlassung von Staatskanzleichef Dirk Schrödter. Dieser müsse „seinen Posten jetzt räumen oder der Ministerpräsident muss ihn entlassen“, erklärte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Christopher Vogt.
Auch die Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Serpil Midyatli, teilte mit, Regierungschef Daniel Günther (CDU) müsse „die Konsequenzen ziehen und Herrn Schrödter entlassen“. SPD-Landeschef Ulf Kämpfer hielt Schrödters Rücktritt oder Entlassung ebenfalls für „unausweichlich“.
Die wirtschaftspolitische Sprecherin der SSW-Landtagsfraktion, Sybilla Nitsch, kritisierte: „Hintergangen wurde aber nicht nur das Parlament“. Hintergangen worden seien „vor allem die Menschen, die das Parlament gewählt haben, um ihre Interessen zu repräsentieren“. (afp/red)
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wirtschaft

Studie: Strukturwandel macht Ernährungssystem krisenanfälliger

Die Lebensmittelverarbeitung in Deutschland durchläuft einen tiefgreifenden Strukturwandel, der das gesamte Ernährungssystem krisenanfälliger macht.
Das ergab eine Studie der Humboldt-Professur für Nachhaltige Ernährungswirtschaft an der Universität Freiburg, wie die Hochschule am Freitag mitteilte.

Zahl der Betriebe stark gesunken

Die Zahl der Unternehmen in der Lebensmittelverarbeitung ist demnach zwischen 2002 und 2022 bundesweit um 44 Prozent auf rund 25.000 gesunken, im Bäcker- und Fleischerhandwerk sogar um bis zu 60 Prozent.
Gleichzeitig konzentrieren große Industrieunternehmen und Handelskonzerne zunehmend Marktanteile und Macht auf sich. Im Jahr 2022 entfielen 83 Prozent des Sektorumsatzes von 238,5 Milliarden Euro auf nur 795 Großunternehmen, die selbst lediglich drei Prozent aller Firmen ausmachten.
Die Forscher um Arnim Wiek warnen vor negativen Folgen für die Versorgungssicherheit, die Artenvielfalt und die öffentliche Gesundheit. So nehme die Verfügbarkeit nährstoffreicher, handwerklich hergestellter Produkte ab, während der Anteil industriell verarbeiteter Lebensmittel mit hohem Zucker-, Salz- und Fettgehalt steige.

Forscher fordern mehr Unterstützung

Die Wissenschaftler bewerten bisherige politische Maßnahmen als unzureichend und fordern eine stärkere Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen sowie Handwerksbetriebe.
In ihrer Studie identifizieren sie vier zentrale Handlungsfelder: die Bekämpfung von Problemursachen statt kurzfristiger Projekte, eine bessere Ausrichtung von Förderprogrammen und Regulierung auf kleinere Betriebe sowie eine systematische Erfolgskontrolle von Maßnahmen. (dts/red)
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gesellschaft

21-Jähriger fährt bei Kehl auf Polizisten zu – Bundespolizei schießt auf flüchtendes Auto

Bundespolizisten haben an der deutsch-französischen Grenze bei Kehl in Baden-Württemberg auf ein flüchtendes Auto geschossen.
Der mutmaßliche Fahrer, ein 21-Jähriger, war zuvor gezielt auf Beamte zugefahren, wie die Polizei in Offenburg am Freitag, 29. Mai, mitteilte.
Das Auto sollte demnach in der Nacht an der Europabrücke bei der Einreise nach Deutschland von der Bundespolizei kontrolliert werden.
Statt anzuhalten habe der Mann beschleunigt und sei auf die Bundespolizisten zugefahren, die zur Seite springen mussten, um nicht erfasst zu werden.
Danach wendete der Fahrer und fuhr wieder in Richtung Frankreich, wobei die Beamten erneut versuchten, den Wagen zu stoppen. Auch hierbei soll der Fahrer auf Polizisten zugehalten haben.
Zwei Bundespolizisten gaben daraufhin Schüsse auf den Wagen ab, mussten zugleich aber ausweichen, um eine Kollision zu vermeiden.
Der 21-Jährige wurde später auf französischem Staatsgebiet festgenommen. Durch Schüsse wurde er nach Polizeiangaben nicht getroffen. Ein zweiter Verdächtiger flüchtete zu Fuß. (afp/red)