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Weniger Asylanträge – Höhere Schutzquote

Während die Zahl der neuen Asylbewerber sinkt, wächst der Anteil derer unter ihnen, die Schutz in Deutschland erhalten. Die bereinigte Schutzquote des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) lag laut Auskunft der Bundesregierung im ersten Halbjahr 2026 bei 47,4 Prozent. Im Gesamtjahr 2025 hatte sie noch 37,5 Prozent betragen.
Bei der bereinigten Quote werden formelle Entscheidungen, bei denen das Schutzgesuch inhaltlich nicht geprüft wird, herausgerechnet. Das bedeutet, dass Asylverfahren, für die ein anderes EU-Land verantwortlich ist, hier nicht miterfasst sind.
Eine wichtige Rolle spielte zuletzt der Familienschutz: Im ersten Halbjahr 2026 wurde in 21.195 Fällen auf dieser Basis ein Schutzstatus vergeben. Das entsprach 45,6 Prozent der positiven Entscheidungen, wobei hier auch Abschiebungsverbote berücksichtigt sind.

Hauptherkunftsland Afghanistan

Wie die Bundesregierung in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion weiter mitteilt, lag die bereinigte Schutzquote für Menschen aus dem Iran im ersten Halbjahr bei 42,2 Prozent, für Menschen aus Afghanistan sogar bei 89,3 Prozent.
Afghanistan war zugleich das wichtigste Herkunftsland der Menschen, die im ersten Halbjahr einen Asylantrag in Deutschland stellten. Die Zahl der Geflüchteten aus Syrien ist infolge des Machtwechsels in Damaskus gesunken.
Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine müssen in den Staaten der EU keinen Asylantrag stellen, sondern werden auf Basis der sogenannten Massenzustrom-Richtlinie aufgenommen.

Entrechtung und Verfolgung von Frauen

Ein Faktor für den Anstieg der Schutzquote ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Oktober 2024. Darin war festgestellt worden, dass Frauen aus dem seit 2021 wieder von den islamistischen Taliban regierten Land grundsätzlich einen Schutzanspruch haben.
Wie aus der Antwort der Bundesregierung hervorgeht, die dpa vorliegt, wurde im ersten Halbjahr dieses Jahres bei knapp 95 Prozent der Entscheidungen über Afghaninnen ein Schutzstatus erteilt.

Drei Strafanzeigen wegen falscher Angaben

Kaum praktische Relevanz hat bisher die seit Februar 2024 geltende Strafvorschrift gegen unrichtige oder unvollständige Angaben im Asylverfahren.
Laut Bundesregierung gab es seit Inkrafttreten der neuen Regelung insgesamt drei Strafanzeigen des BAMF. Eine davon wurde wegen Geringfügigkeit beziehungsweise fehlenden öffentlichen Interesses eingestellt.
„Viele dieser Maßnahmen erweisen sich in der Praxis als wenig hilfreich“, sagte die fluchtpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Clara Bünger.

Mehr als die Hälfte legt keinen amtlichen Ausweis vor

Die Zahl der Menschen, die erstmals in Deutschland einen Asylantrag stellen, war im ersten Halbjahr mit 39.646 Erstanträgen deutlich niedriger als im Vorjahreszeitraum (72.818 Erstanträge).
Der Anteil der Antragsteller, die weder einen Pass noch einen Personalausweis oder Passersatzpapiere vorlegten, lag in diesem Zeitraum bei 61,3 Prozent. Besonders hoch war er bei Antragstellern, die nach eigenem Bekunden aus Somalia, Algerien, Guinea oder Eritrea stammen.
Nur relativ selten entscheiden sich die BAMF-Mitarbeiter nach Angaben der Bundesregierung dafür, das Handy eines Antragstellers ohne Ausweis auslesen zu lassen, um so seine Angaben zu Herkunft und Identität zu überprüfen.
Wie das Innenministerium in der Antwort an die Linksfraktion ausführt, wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mobile Datenträger von 3,5 Prozent der Erstantragsteller ohne Pass oder Passersatz ausgelesen.
Durch dieses Verfahren ließen sich im Einzelfall relevante Informationen gewinnen, erklärt die Bundesregierung. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden 853 Handys ausgelesen und letztlich 263 Berichte freigegeben und ausgewertet.

Nur ein Teil der Asylantragsteller reist unerlaubt ein

Die Linksfraktion kritisiert, die Bundesregierung sei zu stark auf unerlaubte Einreisen und Binnengrenzkontrollen fokussiert.
Unter den Asylantragstellern seien jedoch auch zahlreiche Menschen, die entweder mit einem Visum eingereist oder die als Touristen aus Herkunftsländern, bei denen kein Visum verlangt wird, gekommen seien.
Laut Bundesregierung betraf das in den ersten drei Monaten dieses Jahres mehr als 5.500 Asylantragsteller. Die meisten von ihnen stammen aus Afghanistan, Syrien, der Türkei und dem Iran.
Insgesamt 3.290 Asylsuchende kamen im ersten Halbjahr aus Ländern, deren Staatsbürger als Touristen visumfrei einreisen können, wie etwa Georgien, Moldau oder Venezuela.
Weitere 6.962 Asylerstanträge wurden im ersten Halbjahr 2026 für Kinder von Geflüchteten gestellt, die in Deutschland zur Welt kamen. Das waren rund 17,6 Prozent aller Asylerstanträge. (dpa/red)
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Nivea-Chef: Wollen nicht die nächste Autoindustrie werden

Nivea-Chef Vincent Warnery warnt, die europäische Kosmetikindustrie könne ihre Vorreiterrolle im internationalen Wettbewerb verlieren. „Wir wollen nicht die nächste Autoindustrie werden“, sagte der Vorstandsvorsitzende des DAX-Konzerns Beiersdorf im dpa-Interview.
Die europäische Kosmetikindustrie schaffe Arbeitsplätze und Wohlstand. „Also überfordert uns nicht mit regulatorischen Belastungen“, appellierte Warnery an die EU.

Warnery: Konkurrenten werden weniger reguliert

Warnery sagte, es bestehe die Gefahr, dass europäische Unternehmen an Wettbewerbsfähigkeit einbüßten, weil Konkurrenten aus Drittländern weniger reguliert würden.
„Europa muss sehr vorsichtig sein, insbesondere wenn wir uns die USA, China und Korea ansehen, wo viele Vorschriften nicht gelten.“
Der Franzose sagte: „Hautpflegeprodukte aus Europa unterliegen bereits jetzt den strengsten Qualitätsstandards. Trotzdem werden wir aufgefordert, bestimmte Inhaltsstoffe aus unseren Formulierungen zu entfernen, auch dann, wenn sie bei normaler Anwendung kein Risiko darstellen.“ Das sei eine große Herausforderung.
Ein weiteres Ärgernis ist aus Warnerys Sicht die Novelle der EU-Kommunalabwasserrichtlinie, die Hersteller von Kosmetika und pharmazeutischen Produkten finanziell zur Verantwortung ziehen soll.
Unternehmen wie Beiersdorf sollten hohe Zahlungen leisten, obwohl sie nur für einen geringen Teil der Verschmutzung verantwortlich seien, kritisierte er.

Warnery leitet Beiersdorf seit Mai 2021

Warnery leitet den Hamburger Konsumgüterkonzern seit Mai 2021. Der Betriebswirt war vor seinem Wechsel zu Beiersdorf unter anderem für den globalen Branchenprimus L’Oréal aus Frankreich tätig.
Weitere in Europa im Kosmetikbereich tätige Unternehmen sind Unilever (Großbritannien), LVMH (Frankreich) und Henkel (Deutschland).
Nach Warnerys Amtsantritt wuchs Beiersdorf kräftig. Zuletzt, im ersten Halbjahr, verzeichnete der Konzern aber einen Umsatzrückgang, was mit schwachen Zahlen der wichtigsten Konzernmarke Nivea zusammenhing. (dpa/red)
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13.09.2026 | Tag des Offenen Denkmals | Kommunalwahl in Niedersachsen | Schweden wählt neues Parlament

HEUTE7:47 Uhr

Auf geht’s zur Wiesn: Bier, Schampus, Sicherheit

Am 19. September beginnt das Münchner Oktoberfest. In den 16 Festtagen werden rund 6 Millionen Besucher erwartet. Die Maß kostet 14,80 bis 15,90 Euro, es gibt auch kostenloses Trinkwasser. Erstmals wird OB Dominik Krause (Grüne) die erste Maß anzapfen. Rund 600 Polizeibeamte sind im Einsatz. Ein neues Koordinierungs- und Beobachtungszentrum sowie Videoüberwachung sollen Überfüllung und andere Probleme verhindern.
Am Samstag beginnt das Münchner Oktoberfest. (Archivbild)

Am Samstag beginnt das Münchner Oktoberfest. (Archivbild)

Foto: Felix Hörhager/dpa

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HEUTE7:31 Uhr

US-Armee setzt Seeblockade durch – 100 Schiffe in zwei Monaten gestoppt

Die US-Armee hat laut CENTCOM im Zuge ihrer Seeblockade iranischer Häfen in den vergangenen zwei Monaten rund 100 Handelsschiffe gestoppt: „Kein einziges Schiff hat die Blockade ohne die Genehmigung der US-Streitkräfte passiert“. In dieser Woche verstärkten beide Seiten ihre Angriffe. Die USA beschossen mehrere iranische Öltanker, der Iran attackierte am Mittwoch nach eigenen Angaben 20 Schiffe bei deren Versuch, die Straße von Hormus zu durchqueren. 

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HEUTE7:14 Uhr

Huthis dehnen Angriffe gegen Saudi-Arabien aus

Die pro-iranischen Huthis haben einen Armeestützpunkt im Süden Saudi-Arabiens mit Drohnen und Raketen angegriffen. Die jemenitischen Regierungstruppen meldeten derweil Angriffe auf Huthi-Stellungen. Laut dem Jemen kontrollieren die Huthi nun weite Teile des Jemen, die Hauptstadt Sanaa sowie die Meerenge Bab al-Mandab, die den Golf von Aden mit dem Roten Meer verbindet. Seit Juli wurden laut UNO mindestens 76.000 Menschen vertrieben.

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HEUTE7:06 Uhr

Für Besucher geöffnet: Es ist Tag des offenen Denkmals

Beim Tag des offenen Denkmals öffnen am Sonntag bundesweit mehr als 6.000 Denkmäler und historische Gebäude ihre Türen. Besonders im Fokus steht in diesem Jahr Bamberg, wo auch die Eröffnungsveranstaltung stattfindet. Allein in dieser Stadt öffnen über 50 Denkmäler und Bauwerke.
Auch das Bamberger Rathaus wird am Denkmaltag geöffnet. (Archivbild)

Auch das Bamberger Rathaus wird am Denkmaltag geöffnet. (Archivbild)

Foto: Pia Bayer/dpa

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HEUTE6:31 Uhr

Kommunalwahl in Niedersachsen

Heute werden in Niedersachsen 2.200 Kommunalparlamente, Kreistage, Stadt- und Gemeinderäte sowie Landräte und hauptamtliche Bürgermeister gewählt. Bei der Kommunalwahl 2021 wurde die CDU landesweit stärkste Kraft vor SPD und Grünen. Wahlergebnisse werden zunächst örtlich und regional ermittelt, ein vorläufiges Landesergebnis liegt erst am Montagmorgen vor.

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HEUTE6:23 Uhr

Rettungskräfte: Kontakt zu Fähre in Indonesien mit mehr als 240 Insassen abgebrochen

In Indonesien haben die Behörden den Kontakt zu dem Schiff „Virgo Transport 8“ mit 243 Menschen an Bord verloren. Es war bei schlechtem Wetter auf dem Weg von Java zu einer anderen Stadt. Such- und Rettungskräfte sind unterwegs. Nach unterschiedlichen Quellen wurden 53 oder 115 Menschen von anderen Schiffen in Sicherheit gebracht.

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HEUTE6:15 Uhr

Bilger: Für Wiedereinführung von Familienreservierung

Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) drängt laut einem Bericht auf die Wiedereinführung der abgeschafften vergünstigten Familienreservierung in Fernverkehrszügen. Ein generelles Tempolimits auf deutschen Autobahnen lehnt er ab. Viele Menschen würden schon heute mit dem Tempomat oder wegen der Spritpreise freiwillig langsamer fahren. Auch bei der Verkehrssicherheit sehe er „keinen nennenswerten Effekt“.

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HEUTE5:40 Uhr

Enges Rennen zwischen Mitte-Rechts-Bündnis und Linken bei Wahl in Schweden erwartet

Schweden wählt ein neues Parlament, die Wahllokale öffnen um 8 Uhr. Das regierende Mitte-Rechts-Bündnis und die von den Sozialdemokraten angeführten Opposition liegen in Umfragen nahezu gleichauf. Der konservative Regierungschef Ulf Kristersson führt eine Minderheitsregierung, die im Parlament auf die Stimmen der Schwedendemokraten (rund 20 Prozent) angewiesen ist. Künftig wollen diese mitregieren und fordern Ministerposten.

Im Zentrum von Stockholm, Schweden, sind am 7. September 2026 Wahlplakate mit dem Vorsitzenden der Schwedendemokraten, Jimmie Åkesson (r), und Kandidaten anderer politischer Parteien zu sehen.

Foto: Jonathan Nackstrand/AFP via Getty Images

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HEUTE5:20 Uhr

Entgleister Zug in Frankreich: Ermittler sehen keine Hinweise auf einen Anschlag

Nach dem Entgleisen eines TER-Regionalzug mit 186 Passagieren in Nordwestfrankreich gehen die Ermittler nicht von einem Anschlag aus. Es gab 44 Verletzte. Auf der Strecke sei ein Schienenteil gefunden worden, erklärte Staatsanwalt Gallois. Der Präsident der Region Normandie, Hervé Morin, sagte, es sei von einem „kriminellen Akt“ auszugehen. Das 250 bis 300 Kilogramm schwere Schienenstück sei nicht „einfach so auf die Gleise gelangt“.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen

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Warum gibt es keine Insekten auf unseren Tellern?

Grillenburger, Mehlwurmaufstrich und andere Produkte aus Insekten sind in Deutschland und Europa längst erhältlich – der große Durchbruch auf dem Teller ist bislang jedoch ausgeblieben. Da stellt sich natürlich die Frage, ob sich das Geschäft mit Insektenlebensmitteln überhaupt lohnt.
Gia Tien Ngo ist einer, der sein Geld mit Insekten verdient. Während seines Studiums in den USA habe er Mehlwürmer gegessen und dabei bemerkt, dass die kleinen Larven gute Proteinlieferanten seien.
In Baden-Württemberg gründete er 2018 sein Unternehmen Alpha Protein. Seine Grundidee war, Mehlwürmer als Lebensmittel zu produzieren, wie er erzählt.
Mit der Idee, Insekten zur Lebensmittelproduktion zu züchten, hatte Gia Tien Ngo einst gegründet.

Mit der Idee, Insekten zur Lebensmittelproduktion zu züchten, hatte Gia Tien Ngo einst gegründet.

Foto: Uwe Anspach/dpa

Eher für Tiere als für Menschen?

Doch seitdem habe Ngos Unternehmen noch nicht für Lebensmittel produziert. Es stelle verarbeitetes Tierfutter und lebende Insekten als Terrarienfutter in Dielheim her. Der Lebensmittelbereich sei bei den Insekten einfach noch zu klein, sagt er.
Ähnliches berichtet Raijana Schiemann, die Geschäftsführerin von Entava, einem 2020 in Mecklenburg-Vorpommern gegründeten Start-up. Bis 2024 habe Entava getrocknete ganze Insekten und Mehl aus Mehlwürmern hergestellt.
Die Produkte seien von Kunden zu Riegeln, Müsli oder Crackern weiterverarbeitet worden. Diesen Zweig habe man inzwischen komplett eingestampft, sagt Schiemann. Entava produziere momentan ebenfalls ausschließlich Insekten für Tierfutter.
Isabell Weiß ist Agrarökonomin und Doktorandin und forscht an der Universität Göttingen unter anderem zu Insektenlebensmitteln. „Es bleibt ein Nischenmarkt, was die Lebensmittelindustrie angeht“, erklärt sie, „Man muss schon sagen, dass der Hauptabsatzmarkt, also der deutliche Hauptabsatzmarkt, die Futtermittelproduktion ist.“

Zeit des Insekten-Hypes

Laut Weiß gab es etwa von 2018 bis 2022 einen Insekten-Boom. 2018 hatte die EU Insekten als neuartige Lebensmittel eingestuft. Das Thema sei medial präsent gewesen.
Sie schätzt, dass es damals zwischen 20 und 30 Unternehmen gegeben habe, die Insekten für Lebensmittel gezüchtet hätten oder züchten wollten. Inzwischen geht sie in Deutschland von weniger als 10 Unternehmen aus.
Plumento Foods aus Pforzheim hat nach eigenen Angaben als erstes Unternehmen in Deutschland insektenbasierte Lebensmittel in den Einzelhandel gebracht. „Vor allem Pasta, aber auch Burger-Patties, Proteinriegel, Snacks“, zählt Daniel Mohr, der Geschäftsführer, seine Produkte auf.
Das Unternehmen züchtete die Insekten nicht selbst, sondern vertrieb fertige Produkte. Doch trotz der nach eigenen Angaben großen medialen Aufmerksamkeit entwickelte sich daraus langfristig kein stabiler Markt. Inzwischen verkaufe Mohr keine Insektenprodukte mehr.
Plumento Food hatte unter anderem insektenhaltige Nudeln vertrieben. (Archivbild)

Plumento Food hatte unter anderem insektenhaltige Nudeln vertrieben. (Archivbild)

Foto: Marijan Murat/dpa

Nachfrage blieb aus

Auf Nachfrage teilen Lidl, Aldi Süd und Rewe mit, dass sie aktuell keine Insektenprodukte im Sortiment hätten. Auch der Supermarkt tegut führt wegen fehlender Nachfrage keine Insektenprodukte mehr, wie das Unternehmen mitteilt. Laut Weiß findet das Geschäft mit Insektenprodukten vor allem online statt.
„Der Absatz war einfach nicht so gut, und das zu relativ hohen Kosten“, fasst Weiß die Probleme der Start-ups zusammen. Viele seien in der Insektenbranche anfangs zu optimistisch gewesen, was Tempo und Skalierung angehe, erklärt sie. Die Produkte seien aber nicht stark genug angenommen worden.
Schiemann merkt außerdem an, dass Insekten bei der nachhaltigen Ernährung in Konkurrenz zur veganen und vegetarischen Ernährung stünden. Sie kritisiert zudem, dass die Antragstellung für die Zulassung von Insektenprodukten sehr bürokratisch und kompliziert sei.
Weiß ergänzt: „Bei uns sind die größten Hürden der Ekel oder die Phobie vor neuen Lebensmitteln, die als Barriere dastehen.“ Insekten seien in Europa als Lebensmittel nicht etabliert.

Sind Insekten wie Sushi?

Gia Tien Ngo bleibt dennoch optimistisch. Vergangenes Jahr habe es mehrere Insolvenzen in der Insektenbranche gegeben. „Seit den letzten sechs oder sieben Monaten ist es so, dass das Angebot wesentlich kleiner ist als die Nachfrage“, schildert er seine Beobachtungen.
Laut Ngo gibt es nun eine Art zweite Generation von Insektenzüchtern. „Wir haben plötzlich ganz viele Anfragen bekommen, weil halt die Alten nicht mehr liefern konnten“, erzählt er.
Doch nicht nur das mache ihm Hoffnung. Er sieht auch in der größer werdenden Nachfrage nach Proteinprodukten eine Chance für Insektenproteine. Sportler, die Molkenproteine nicht gut vertragen, würden seiner Einschätzung nach auf Proteine aus Insekten umsteigen.
„Also wir glauben immer noch an die Nachhaltigkeit, sind auch überzeugt, dass es sich irgendwann auf dem Markt etablieren wird“, bekräftigt er.
Auch Schiemann ist von Insektenlebensmitteln überzeugt: „Ich glaube auch, zwangsläufig werden wir früher oder später nicht an den Insekten vorbeikommen.“
Sie sagt: „Wir hätten theoretisch noch alle Möglichkeiten bei uns vor Ort, sobald da irgendwie sich im Markt auch mal wieder was tun sollte, wären wir auch wieder bereit, quasi alles wieder aufzunehmen.“
Ngo bestärkt seine Überzeugung mit einem Vergleich: „Das hat man ja bei Sushi früher auch gedacht: Das wäre eklig, will keiner essen. Jetzt sieht man an jedem Eck quasi einen Sushi-Laden.“ (dpa/red)
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Warum immer mehr Franzosen ihre Mietwohnungen verkaufen


In Kürze:

  • Immer mehr Vermieter in Frankreich verkaufen anstatt zu vermieten.
  • Die wirtschaftlichen und regulatorischen Belastungen nehmen zu.
  • Der Rückzug zeigt sich bereits deutlich am Wohnungsmarkt.

 
Immer häufiger verzichten Vermieter darauf, ihre Wohnungen zu vermieten. Dahinter stehen längst nicht mehr nur finanzielle Gründe. Mietausfälle, Schäden an der Immobilie, zunehmender Verwaltungsaufwand und eine höhere Steuerbelastung kommen zusammen und beeinflussen die Entscheidung vieler Eigentümer.
Diese wachsende Zurückhaltung fällt in eine Zeit, in der das Mietangebot in mehreren französischen Großstädten zurückgeht. Im Februar 2026 berichtete „Europe 1“ von einem Rückgang des Angebots an Mietwohnungen um 7 Prozent innerhalb eines Jahres. Als Gründe wurden unter anderem der zunehmende steuerliche Druck, energetische Vorgaben und rechtliche Unsicherheiten genannt.

Eine Vermietung wird zum Albtraum

Wie schnell eine solche Entwicklung zum Teufelskreis werden kann, zeigt das Beispiel von Frédérique, über das „Europe 1“ am 7. September berichtete.
Vor zehn Jahren vermietete sie das Haus ihrer Mutter, um deren Unterbringung in einem Pflegeheim zu finanzieren. Eine Familie mit drei Kindern zog dort ein. Schon bald kam es wiederholt zu Mietrückständen. Doch nach dem Auszug der Mieter wurde die Situation zum Albtraum.
„Ich war entsetzt, am Boden zerstört … Ich fand einen entsetzlichen Dreck vor, kaputte Möbel, herausgerissene Steckdosen, zerbrochene Fenster“, sagte Frédérique. „Sie haben ihre Fäkalien in Säcken aus den Fenstern der Veranda geworfen.“
Da die Bewohner zahlungsunfähig waren, musste Frédérique für die Sanierung selbst aufkommen. „Ich habe einen Kostenvoranschlag erstellen lassen, es geht um etwa 3.500 Euro“, sagte sie.

Verkaufsschilder an den Fenstern eines zum Verkauf stehenden Hauses in Calais, Nordfrankreich.

Foto: Philippe Huguen/AFP via Getty Images

Auch Tom aus dem Département Nord zog Konsequenzen. Nachdem er eine starke Zunahme zweifelhafter Bewerbungen festgestellt hatte, verkaufte er sämtliche Wohnungen, die er besaß. „Es gibt Menschen, die ganz genau wissen, dass ihre Unterlagen nicht stichhaltig sind. Es gibt gefälschte Dokumente und Dinge, die erfunden werden, um an die Wohnung zu kommen“, sagte er.
Besonders häufig seien ihm Unstimmigkeiten in Gehaltsabrechnungen und Steuerbescheiden aufgefallen – und das in einem Markt, in dem die Nachfrage nach Mietwohnungen das Angebot deutlich übersteigt.
Hinzu kommt die Angst vor Hausbesetzungen. Gérard aus Tarbes etwa gab seine Immobilie auf, nachdem er damit Erfahrungen gemacht hatte. „Sobald ich mein Wohnhaus geräumt hatte, bekam ich ein Problem mit Hausbesetzungen. Wir fanden drei Wohnungen mit aufgebrochenen Türen. Wir kommen nicht mehr damit klar, es wird unbeherrschbar.“

Wenn sich Vermieten nicht mehr rechnet

Auch die finanziellen Belastungen nehmen zu. Die Grundsteuer ist vielerorts stark gestiegen, energetisch ineffiziente Wohnungen müssen für viel Geld saniert werden und Mietpreisbindung schmälert die Gewinnspanne ebenfalls. Tom berichtete gegenüber „Europe 1“, dass seine Grundsteuer innerhalb von fünf Jahren um 22 Prozent gestiegen sei.
„Die rechtlichen und steuerlichen Auflagen, die auf den Eigentümern lasten, sind zu hoch. Ich möchte dieser Situation ein Ende setzen“, sagte Julien im vergangenen Februar gegenüber „Europe 1“.
Der Eigentümer einer 30 Quadratmeter großen Wohnung in Paris sah sich unter anderem mit einer Erhöhung der Grundsteuer um 15 Prozent innerhalb von drei Jahren konfrontiert. Gleichzeitig wurden aufgrund der energetischen Einstufung seiner Wohnung umfangreiche Sanierungsarbeiten erforderlich.
Ähnlich äußerte sich Thierry, der im Juni 2025 gegenüber „Le Figaro“ sagte, er habe seine 15 Wohnungen verkauft. „Das ist wirklich viel zu viel Ärger für zu wenig Einkommen.“ Der 60-jährige Eigentümer aus der Corrèze trennte sich damit von seinem gesamten Mietvermögen im Wert von rund 2,5 Millionen Euro, das er in 25 Jahren aufgebaut hatte.

„Immobilien sind so schwer zu verwalten geworden“

Für manche Eigentümer geht es inzwischen um mehr als die reine Frage der Rentabilität. Einige wollen ihre Immobilien sogar nicht mehr an ihre eigenen Kinder weitergeben. Joachim, der 13 Wohnungen besitzt, sagte ebenfalls gegenüber „Le Figaro“: „Ich möchte sie nicht in Schwierigkeiten bringen. Immobilien sind so schwer zu verwalten geworden.“
Die Zurückhaltung betrifft inzwischen den gesamten Markt für private Mietinvestitionen. Laut „BPCE L’Observatoire“ planten 2025 rund 25 Prozent der privaten Vermieter, sich aus diesem Bereich zurückzuziehen. 2022 waren es noch 18 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil derjenigen, die weiterhin investieren wollten, von 30 auf 23 Prozent.
Henry Buzy-Cazaux, französischer Immobilienexperte und langjähriger Branchenvertreter, erklärte im Juni 2025 gegenüber „Le Figaro“, diese Entwicklung zeige „ein noch nie dagewesenes Maß an Frustration“.
Gleichzeitig relativierte er die Entwicklung: „Nicht jeder kann den Schritt vollziehen und verkaufen, da Immobilien nach wie vor viele Vorteile bieten. Es handelt sich um einen Vermögenswert, den man auf Kredit erwerben kann, wobei die Steuerregeln den Abzug von Nebenkosten und Renovierungsarbeiten ermöglichen. Es stimmt, dass die Mietrendite gering ist, doch muss man auch den Wertzuwachs berücksichtigen.“

Immer mehr Mietwohnungen werden verkauft statt vermietet

Der Wandel lässt sich inzwischen auch unmittelbar am Markt beobachten. Laut dem Mietmarkt-Observatorium von Bien’ici wurden 2019 noch 73 Prozent der neu auf den Markt gebrachten Einzimmerwohnungen zur Miete angeboten. Im Jahr 2026 sind es nur noch 47 Prozent.
Damit werden erstmals in diesem Zeitraum mehr der neu auf den Markt gebrachten Einzimmerwohnungen zum Verkauf als zur Vermietung angeboten: 53 Prozent stehen als Kauf zur Verfügung, nur 47 Prozent dem Mietmarkt.
Die Entwicklung ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sich ein Teil der Eigentümer aus dem französischen Mietmarkt zurückzieht – und das in einer Zeit, in der der Wohnungsmarkt für Mieter ohnehin angespannt ist.
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Was Kunst mit unserem Wohlbefinden macht

„Beim Blick in Richtung Zukunft kannst du die einzelnen Punkte noch nicht miteinander verbinden – erst im Rückblick zeigt sich der Zusammenhang. Deshalb musst du darauf vertrauen, dass sich die Punkte in deiner Zukunft auf irgendeine Weise miteinander verbinden werden.“ Das sind die Worte des ehemaligen Apple-Chefs Steve Jobs in seiner Abschlussrede an der Stanford University im Jahr 2005.
In seiner Rede schilderte Jobs, wie er nach seinem Studienabbruch auf dem Campus blieb und einen Kurs in Kalligrafie belegte. Jobs führte die außergewöhnlich schöne Typografie des Apple Mac auf genau diesen Kurs zurück und bezeichnete ihn als einen der Gründe für den unglaublichen Erfolg des Mac.
Jobs belegte diesen Kalligrafiekurs, weil es ihm Spaß machte. Er ahnte nicht, wie wichtig er für seinen späteren Erfolg sein würde.
Von Jobs’ aufschlussreichen Überlegungen inspiriert, begann ich die Punkte meiner Lebensgeschichte zu verbinden, allerdings auf ganz andere Weise: um zu schildern, in welcher Weise sich Kunst auf mein Wohlbefinden ausgewirkt hat. Viele von uns haben ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden wahrscheinlich schon einmal im Zusammenhang mit Ernährung betrachtet, aber vielleicht noch nicht darüber nachgedacht, inwiefern die Kunst, die wir konsumieren, unsere Lebensqualität beeinflusst.

Wenn Kunst zum Leben gehört

Kunst hatte schon immer einen festen Platz in meinem Leben, und ich hatte das Glück, viele der bedeutendsten Galerien und Museen der Welt besuchen zu können: darunter den Louvre in Paris, das Rijksmuseum in Amsterdam, die Eremitage in Sankt Petersburg, das Metropolitan Museum of Art in New York und viele mehr. Da ich den größten Teil meines Lebens nicht weit von den weltberühmten Londoner Kunstinstitutionen entfernt gelebt habe, liegt große Kunst für mich praktisch vor der Haustür.
Meine erste Begegnung mit einem Meisterwerk hat sich tief in mein Gedächtnis eingeprägt. Ich war etwa elf Jahre alt und auf einem Schulausflug in einer Londoner Galerie. Dort sah ich eine mit roter Kreide zart ausgeführte Zeichnung von Raffael, Leonardo da Vinci oder einem anderen Meister dieser Epoche (man möge es meinem elfjährigen Ich verzeihen, dass es dieses wichtige Detail vergessen hat).

„The Burlington House Cartoon“, 1506–1508, von Leonardo da Vinci. Leonardos beeindruckende Zeichnung mit Kohle und roter Kreide in der Londoner National Gallery ähnelt jener, die mich im Alter von 11 Jahren inspiriert hat.

Foto: gemeinfrei

Ich war zutiefst beeindruckt von dieser zarten, filigranen Darstellung, ohne jedoch genau sagen zu können, warum. Ich glaube nicht einmal, dass ich damals verstand, was sie eigentlich zeigte. Doch die Zeichnung faszinierte mich so sehr, dass ich einfach stehen blieb und dieses geheimnisvolle Meisterwerk weiter betrachtete, während meine Klassenkameraden längst weiterzogen.
Etwa zehn Jahre nach dieser ersten Begegnung verbrachte ich so manche Mittagspause in der Galerie für Alte Meister der Londoner Tate Gallery, der heutigen Tate Britain, unweit meines Arbeitsplatzes. Zwischen diesen Meisterwerken fand ich stets eine gewisse Ruhe und Trost, ganz gleich, was gerade in meinem Leben vor sich ging.

Die Ausstellung „Walk through British Art“ in der Tate Britain, London, zeigt die nationale Sammlung britischer Kunst erstmals chronologisch vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart (2013).

Foto: Warrick Page/Getty Images

Diese Erfahrungen, die ich mit traditionellen Gemälden gemacht hatte, schienen die Kraft zu haben, mich in irgendeiner Weise aufzubauen. Ich dachte an andere Kunstwerke zurück, die einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen hatten, um mehr über diese Wirkung zu verstehen.

Monet und mehr

Eine Erfahrung, die ich nie vergessen werde, war der Anblick von Monets „Seerosen“ während einer Schulaustauschreise nach Paris im Jahr 1991. Damals war ich von allem, was Monet geschaffen hatte, zutiefst beeindruckt.
Monet malte seine berühmte Seerosenserie eigens für zwei ovale Galerien im Musée de l’Orangerie, deren Wände sich auf einer Länge von mehr als 90 Metern erstrecken.
Ich schlenderte durch eine der ovalen Galerien, den Blick gebannt auf Monets pastellfarbene Seerosen in Blau, Rosa und Grün, die im Licht förmlich zu tanzen schienen. Während meine Schritte der Rundung der Galerie folgten, ließ ich mich immer mehr von dem sanften Spiel der Farben in den Bann ziehen – so sehr, dass ich die kleine Kante am Boden übersah, dort, wo der Fußboden auf die Wand traf. Im nächsten Moment verlor ich den Halt und rutschte aus. Instinktiv streckte ich den Arm aus, um mich abzufangen, und hätte dabei beinahe Monets Leinwand mit der Hand berührt. Natürlich war mir das unsäglich peinlich. Aus der unerträglichen, seltsamen Stille, die offenbar jeden Unfall begleitet, riss mich schließlich ein Museumsmitarbeiters, der mich auf Französisch anschrie. Es war nicht gerade meine glorreichste Begegnung mit der Kunst – aber ich habe viel daraus gelernt.
Monets „Seerosen“ haben mich so sehr in ihren Bann gezogen, dass ich buchstäblich den Halt verloren habe. Mir ist jetzt klar, dass viele moderne Kunstwerke genau das bewirken: Sie bringen uns eher aus der Fassung, als dass sie uns leiten.
Die Erinnerung an meine hautnahe, eher peinliche Begegnung mit Monets Kunst überraschte mich. Nur zwei weitere Werke der modernen Kunst haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Das erste war „My Bed“, das 1998 von der britischen Künstlerin Tracey Emin geschaffen wurde.
Emins Installation bestand aus ihrem ungemachten Bett, wie es während einer psychischen Krise ausgesehen hatte. Auf dem Bett und darum herum lagen Zigarettenschachteln, Wodkaflaschen, benutzte Taschentücher und allerlei andere Dinge. Zugegeben, das Werk regte zum Nachdenken an: Ich fragte mich, ob ich an diesem Morgen eigentlich mein Bett gemacht hatte. Doch darüber hinaus regte es mich nicht dazu an, ein besserer Mensch zu werden – abgesehen davon, dass ich plötzlich den Drang hatte, meine Wohnung aufzuräumen. Es löste in mir vor allem Ekel und zugleich ein gewisses Mitgefühl für Emin aus.
Emins Kunst erinnerte mich zu sehr an das, was ich täglich in den Nachrichten sah: die schonungslose Darstellung eines Lebens, ohne jeden Anflug einer positiven Note.
Das zweite war eine Installation in der Tate Modern, die mich sogar dazu brachte, nie wieder dort hingehen zu wollen. Bei der fraglichen Installation handelte es sich um eine Sammlung farbenfroher, totemartiger Pfähle mit Parolen der Suffragetten und feministischen Protestrufen. Ich verließ die Tate Modern aus stillem Protest.
Mir wurde klar, dass Kunst von Monet, Emin und anderen Künstlern dieser Art einfach nicht das Richtige für mich war. Ich sehnte mich nach Kunst, die etwas Erlösendes in sich trug. Einfach gesagt: Ich suchte in der Kunst eine Art von Trost.

Altes Wissen

Als ich nun besser verstand, wie unterschiedliche Formen der Kunst auf mich wirkten, konnte ich einen weiteren Punkt mit den anderen verbinden.
Etwa zehn Jahre lang arbeitete ich als Ayurveda-Praktikerin. Ayurveda – ausgesprochen „Ai-ju-we-da“ und aus dem Sanskrit stammend, wo der Begriff so viel wie „Wissen vom Leben“ bedeutet – ist ein Jahrtausende altes Naturheilsystem, das ähnlich wie die traditionelle chinesische Medizin vor rund 5.000 Jahren in Indien entstand.
Ayurveda betrachtet Krankheit anders als die westliche Medizin. Krankheit – im englischen Original als „dis-ease“, also als ein Zustand des Unwohlseins, verstanden – bezeichnet dabei alles, was Unbehagen verursacht, unabhängig davon, ob die Ursache körperlicher oder seelischer Natur ist. Mithilfe der ayurvedischen Prinzipien können wir dafür ein Bewusstsein entwickeln, wie sehr die kleinen Dinge unseres Alltags unsere Gesundheit beeinflussen. Ein Grundprinzip des Ayurveda lautet beispielsweise: „Ähnliches verstärkt Ähnliches.“ Die meisten von uns wenden dieses Prinzip ganz intuitiv an: Wenn uns heiß ist, greifen wir vielleicht automatisch zu einem Eis oder einem eiskalten Glas Wasser, um uns abzukühlen. Etwas Heißes würden wir dagegen nicht wählen, denn es würde unsere Körpertemperatur noch weiter erhöhen. Genau darin zeigt sich das Prinzip „Ähnliches verstärkt Ähnliches“ in der Praxis.
Nach den Prinzipien des Ayurveda sollten wir daher, um Unwohlsein oder Beschwerden zu lindern, auf die jeweils entgegengesetzte Qualität dessen setzen, was wir gerade erfahren.
Ayurveda geht außerdem davon aus, dass alles, was wir in uns aufnehmen, sei es durch unsere Nahrung oder durch unsere Sinneseindrücke, eine Form von Nahrung ist. So leuchtet es ein, dass zu den Grundsätzen für Gesundheit und Glück im Ayurveda auch der bewusste und angemessene Gebrauch unserer fünf Sinne gehört – etwas, worüber wir vermutlich nicht unbedingt nachdenken. Und doch beeinflusst uns alles, was wir über unsere Sinne aufnehmen.
Im Ayurveda gibt es das Konzept „Asātmyendriyārtha Samyoga“, einen Sanskrit-Begriff, der den unangemessenen oder schädlichen Kontakt der Sinne mit ihren Objekten bezeichnet. Beim Sehsinn sind die Augen beispielsweise das Sinnesorgan, mit dem wir visuelle Eindrücke aufnehmen. Unzuträgliche Sinneserfahrungen werden dabei in drei Kategorien eingeteilt, die Unwohlsein oder Beschwerden hervorrufen können: übermäßiger, zu geringer oder unangemessener Gebrauch der Sinne.
Die meiste Zeit befinden wir uns wahrscheinlich in einem Zustand der Überbeanspruchung unserer Sinne – etwa, wenn wir auf dem täglichen Weg zur Arbeit von Werbeplakaten geradezu bombardiert werden und gleichzeitig durch die sozialen Medien scrollen.
Vor diesem Hintergrund begann ich zu verstehen, welchen Einfluss das Betrachten von Kunst auf meine Gesundheit haben könnte. Von den drei Formen des unzuträglichen Sinnesgebrauchs war insbesondere der „unangemessene Gebrauch der Sinne“ für mich relevant. Damit ist eine Handlung gemeint, die wir ausführen, obwohl wir wissen, dass sie uns nicht guttut. Ein Beispiel für einen unangemessenen Gebrauch des Sehsinns wäre, verzerrte Bilder oder abstoßende, beängstigende oder aggressive Darstellungen zu betrachten.
Der Anblick wunderschöner Kunstwerke wirkt sich positiv auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden aus. Bronzestatuette eines Philosophen auf einem Lampenfuß, Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr. Bronze; 27,3 cm hoch. Rogers Fund, 1910; Metropolitan Museum of Art, New York City. Gemeinfrei
Mit diesem Verständnis kann ich heute nachvollziehen, wie ich selbst Unwohlsein in mir hervorrief, indem ich entweder Kunst betrachtete, die unangenehm auf mich wirkte, oder solche, die zwar schön, aber nicht ganz lebensnah war. So ergab es auch Sinn, dass mich das Kunstwerk, das ich als Mädchen gesehen hatte, so tief berührte: Auch wenn ich damals nicht verstand, was es darstellte, verband es mich mit meiner Menschlichkeit. Ich erkannte es auf einer tiefen, beinahe seelischen Ebene. Diese Erfahrung nährte mich und gab mir Kraft.
Der englische Maler Sir Joshua Reynolds brachte es bereits 1784 treffend auf den Punkt: „Ein Raum, der mit Bildern behängt ist, ist ein Raum voller Gedanken.“ Es lohnt sich, darüber nachzudenken, welche Absicht hinter einem Bild steht, welche Gedanken der Künstler vermitteln möchte – und ob das Kunstwerk von einer Güte durchdrungen ist, die zu unserer Gesundheit beiträgt.
Was wir einmal angeschaut haben, können wir nicht wieder ungesehen machen. Doch oft können wir selbst entscheiden, was wir in uns aufnehmen. Die Frage ist also: Wollen wir Kunst konsumieren, die zu unserem Unwohlsein beiträgt, oder zu unserer inneren Harmonie?
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Why Ancient Medicine Values Wholesome Art and Beauty“. (redaktionelle Bearbeitung: ee)
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Warum machen sich junge Menschen so große Sorgen um das Aussterben der Menschheit?

Angst vor dem Untergang der Menschheit – Bei manchen nimmt sie die Form einer diffusen Sorge an. Bei anderen nährt sie die tiefere Schwierigkeit, sich ein Leben in Studium, Beruf, Partnerschaft oder Elternschaft vorzustellen. Die Angst vor dem „Untergang der Menschheit“ bedeutet nicht unbedingt, dass man davon überzeugt ist, dass eine Katastrophe unmittelbar bevorsteht: Oft drückt sie das Gefühl aus, dass die gemeinsamen Orientierungspunkte nicht mehr ausreichen, um eine erstrebenswerte Zukunft zu gewährleisten.
Diese Sorge lässt sich jedoch weder auf eine einzige Ursache zurückführen noch systematisch medizinisch behandeln. Jüngste Forschungen zur Öko-Angst zeigen, dass sie gemeinsam mit anderen großen Belastungen auftritt: Einsamkeit, prekäre Lebensverhältnisse, schulischer Druck, berufliche Unsicherheit und die ständige Konfrontation mit angstauslösenden Informationen. Die Herausforderung besteht daher darin, diese klar wahrzunehmen, ohne sie in Fatalismus zu verwandeln, und Räume für Handlung, Beziehungen und Sinn wieder aufzubauen.

Eine Generation, die mit gleichzeitigen Krisen konfrontiert ist

Der Klimawandel ist eines der sichtbarsten Gesichter dieser Besorgnis. Brände, Dürren, Hitzewellen und Überschwemmungen machen eine Bedrohung greifbar, die lange Zeit als fern wahrgenommen wurde. Jüngere Generationen wissen, dass sie stärker als ihre älteren Mitmenschen mit den Folgen dieser Umwälzungen leben müssen, während die politischen und wirtschaftlichen Antworten oft langsam oder unzureichend erscheinen.
Eine im Juli 2026 in „European Child & Adolescent Psychiatry“ veröffentlichte Literaturübersicht, die sich auf 51 Studien zu unter 25-Jährigen stützt, unterstreicht, dass klimabezogene Angst, Sorgen und psychische Belastungen einen erheblichen Teil der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen betreffen. Je nach den berücksichtigten Studien schwankt der Anteil der Teilnehmer, die ein mittleres oder hohes Ausmaß dieser Empfindungen angaben, zwischen 18 und 90 Prozent – ein Zeichen sowohl für das Ausmaß des Phänomens als auch für die unterschiedlichen Messmethoden der einzelnen Erhebungen.
Die Ergebnisse mahnen jedoch zur Vorsicht. Der Begriff „Öko-Angst“ umfasst vielfältige Varianten, die von einer vorübergehenden Sorge bis hin zu Störungen reichen, die spürbare Auswirkungen auf Schlaf, Konzentration, Stimmung oder Lebensentscheidungen haben. Die Sorge angesichts einer realen Bedrohung kann eine verständliche Reaktion sein; sie wird dann bedenklich, wenn sie isoliert auftritt, lähmt oder den Alltag nachhaltig beeinträchtigt.

Über das Klima hinaus: Die Schwierigkeit, sich eine Zukunft vorzustellen

Das Klima ist nicht die einzige Erklärung. Eine aktuelle Studie zu den wichtigsten Stressfaktoren bei jungen Menschen relativiert die Vorstellung, dass Öko-Angst allein der entscheidende Faktor für ihre psychische Gesundheit ist. Wenn sie isoliert betrachtet wird, steht sie zwar mit einer schlechteren psychischen Gesundheit und Schlafstörungen in Zusammenhang. Dieser Zusammenhang nimmt jedoch deutlich ab, wenn andere Variablen einbezogen werden, insbesondere Einsamkeit und finanzielle Sorgen.
Diese Erkenntnis beleuchtet eine umfassendere Realität: Das Gefühl, dass die Welt untergeht, kann manchmal eine Art sein, mehrere Verletzlichkeiten gleichzeitig zu benennen. Der Zugang zu Wohnraum und Arbeitsplatzsicherheit, die Lebenshaltungskosten, der schulische Wettbewerb oder das Gefühl, keinen anerkannten Platz in der Gesellschaft zu haben, beeinträchtigen die Fähigkeit, sich gelassen die kommenden Jahre vorzustellen.
Soziale Netzwerke verstärken manchmal den Eindruck einer permanenten Dringlichkeit. Sie ermöglichen es, sich zu informieren und zu engagieren, begünstigen aber auch die schnelle Abfolge von Katastrophenbildern, alarmierenden Äußerungen und polarisierten Debatten. Für ein junges, besonders stark vernetztes Publikum kann das außergewöhnliche Ereignis schließlich als Dauerzustand erscheinen, während langsamere Informationen – lokale Fortschritte, Hilfsangebote, wissenschaftliche Errungenschaften, politische Entscheidungen – weniger sichtbar sind.

Sorgen können zu einer Form von Klarheit werden

Es wäre zu kurz gegriffen, einer „besorgten“ Jugend vermeintlich rationale Erwachsene gegenüberzustellen. Die von jungen Menschen geäußerten Bedenken stützen sich oft auf fundierte Daten und auf die Beobachtung von Ereignissen, die zahlreiche Regionen betreffen. Es geht daher nicht darum, von ihnen zu verlangen, sich keine Sorgen mehr zu machen, sondern darum, zwischen nützlichem Bewusstsein und lähmender Angst zu unterscheiden.
Im Jahr 2026 veröffentlichte Studien unterstreichen zudem, dass Klimaangst nicht automatisch zu Resignation führt. Sie kann auch die Übernahme umweltfreundlicher Verhaltensweisen und die Beteiligung an kollektiven Initiativen fördern. Eine Studie unter 520 jungen Erwachsenen in der Türkei beobachtete einen Zusammenhang zwischen Öko-Angst und umweltfreundlichen Verhaltensweisen und zeigte zugleich, dass dieses Engagement allein nicht ausreicht, um die Hoffnung wiederherzustellen.
Die Qualität der Informationen ist ein weiterer Ansatzpunkt. Eine Kommunikation, die nur das Schlimmste zeigt, kann Ohnmacht hervorrufen; eine Kommunikation, die die Risiken verharmlosen würde, wäre ebenso kontraproduktiv. Junge Menschen benötigen fundierte Darstellungen, die den Ernst der Herausforderungen aufzeigen, aber auch die verfügbaren Antworten, deren Grenzen und die erzielten Ergebnisse beschreiben. Differenzierung ist keine künstliche Verharmlosung: Sie ermöglicht es, die Fähigkeit zu bewahren, zu beurteilen und zu handeln.

Weniger Materialismus, mehr Verbundenheit und Sinn

Das Streben nach materieller Genügsamkeit kann dazu beitragen, den Druck zu verringern, den manche junge Menschen empfinden – vorausgesetzt, es wird nicht zu einer moralischen Verpflichtung. In einer Gesellschaft, in der Erfolg oft an Einkommen, Konsum und sozialer Sichtbarkeit gemessen wird, kann der Eindruck, nie genug zu besitzen, ein Gefühl des sozialen Abstiegs oder des Scheiterns schüren.
Diese Entwicklung bedeutet nicht, materiellen Komfort abzulehnen oder wirtschaftliche Zwänge zu leugnen. Für Menschen, die mit prekären Lebensumständen konfrontiert sind, mag der Begriff „persönlicher Rückbau“ sogar unangebracht erscheinen.
Auch das Bedürfnis nach Spiritualität ist Teil dieser Suche nach Sinnhaftigkeit. Dies setzt nicht unbedingt eine Rückkehr zur institutionellen Religion voraus. Es kann die Form einer religiösen Praxis, einer Meditation oder einer regelmäßigeren Verbindung zur Natur durch Spaziergänge annehmen. Die Vereinten Nationen weisen darauf hin, dass innere Reflexion, die Suche nach Sinn und Spiritualität Mitgefühl, ein Gefühl für ein Ziel und emotionale Widerstandsfähigkeit fördern können.
Das Vertrauen in die Zukunft wiederzufinden bedeutet daher weder, Krisen zu leugnen, noch eine Welt ohne Gefahren zu versprechen. Es geht darum, wieder zu lernen, mit Unsicherheit umzugehen – mithilfe gemeinsamer Ressourcen: zuverlässiger Informationen, starker sozialer und familiärer Bindungen sowie einer vertieften inneren Reflexion über die Suche nach dem Sinn in der Gegenwart.
Der Artikel erschien im Original auf epochtimes.fr unter dem Titel „Pourquoi l’extinction de l’humanité inquiète autant les jeunes ?“. (deutsche Bearbeitung: ks)
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Nach KI-Hackerangriffen: OpenAI, Anthropic und Musk fordern Entwicklungspause

Nach dem Schock eigenständiger Hacking-Attacken durch Künstliche Intelligenz zeigen sich große amerikanische KI-Firmen nach eigenen Angaben bereit, die Entwicklung der Technologie zu verlangsamen.
Dario Amodei, Chef des KI-Unternehmens Anthropic, machte einen solchen Vorstoß mit dem Plan, damit ein bis zwei Jahre Zeit zu gewinnen.
Binnen weniger Stunden bekam er Zuspruch von Rivalen wie dem Chef des ChatGPT-Entwicklers OpenAI, Sam Altman, sowie Elon Musk, der bei seiner Firma SpaceX eigene KI entwickeln lässt.

Warnung: KI-Schwarm könnte in einem halben Jahr gesamtes Internet übernehmen

Nach den Hacking-Angriffen sei er besorgt, dass in sechs bis zwölf Monaten ein KI-Schwarm in der Lage sein könnte, das gesamte Internet zu übernehmen und potenziell Hunderte Milliarden Dollar Schaden zu verursachen, schrieb Amodei am Samstag.
Altman von OpenAI schrieb wenige Stunden später auf der Plattform X, auch er sei der Ansicht, dass das Tempo bei der Entwicklung leistungsstärkster KI-Modelle verlangsamt werden müsse.
Amodei plädierte für eine koordinierte branchenweite Pause in der westlichen Welt. Zugleich werde Anthropic – ohne auf andere zu warten – in einem ersten Schritt dauerhaft unabhängige Beobachter ins Unternehmen lassen, die schon in der Trainingsphase die Sicherheit von KI-Modellen begutachten sollen.
Altman nannte das eine gute Idee und kündigte an, dass OpenAI das auch machen werde. Auch Tech-Milliardär Elon Musk, lange ein Kritiker Amodeis, schrieb auf X: „Dario hat recht.“

Kein OpenAI-Börsengang in diesem Jahr mehr

Altman sagte zudem dem Magazin „Fortune“, der mit Spannung erwartete Börsengang von OpenAI werde in diesem Jahr wohl nicht mehr stattfinden. Er verwies vor allem auf die aktuelle Debatte: „Man wäre schlecht beraten, genau jetzt an die Börse zu gehen.“
Auf die Nachfrage, ob er sich auch den Verzicht auf einen Börsengang im kommenden Jahr vorstellen könnte, erwiderte Altman: „Ich würde sagen, nicht 2026.“
Bei der jüngst bekanntgewordenen aufsehenerregenden Hacking-Attacke war Software von OpenAI in einem Testlauf eigenständig aus einer abgesicherten Umgebung ausgebrochen und drang auf eigene Faust in Systeme der KI-Firma HuggingFace ein.
Der Grund war lediglich, dass sie dort Antworten auf die ihr gestellte Testaufgabe vermutete. Für die Attacke nutzten die KI-Agenten unter anderem Software-Schwachstellen aus – und sprachen sich zudem untereinander ab.

Warnung von „katastrophalem Schaden“

Für ihn sei besorgniserregend, dass ein KI-Schwarm mit derselben Einstellung und größeren Fähigkeiten „katastrophalen Schaden“ hätte anrichten können, betonte Amodei. Als besonderes Risiko sieht er die Fähigkeit von KI-Software, sich selbst weiterzuentwickeln.
Seit diesem Sommer sei Künstliche Intelligenz besser darin – und dies erhöhe das Tempo weiter. Unkontrolliert könne dies dazu führen, dass Menschen diese Systeme nicht mehr verstehen und die Kontrolle über sie verlieren, warnte er.
Amodei hatte schon in den vergangenen Jahren immer wieder vor Risiken bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz gewarnt – und war dafür aus Teilen der KI-Branche zum Teil heftig kritisiert worden. Ein Argument von Befürwortern eines hohen Tempos in den USA ist der Wettlauf mit China.
Anthropic entwickelte zuletzt ein KI-Modell mit dem Namen Mythos, das besonders gut darin ist, zum Teil über Jahrzehnte unentdeckt gebliebene Software-Schwachstellen zu finden. Die Firma macht das volle Modell nur ausgewählten Behörden und Unternehmen zugänglich, damit sie ihre Computersysteme absichern können.

Drastische Warnung

Die Debatte war in den vergangenen Tagen noch von einem Anthropic-Forscher angeheizt worden, der mit einer drastischen Warnung zurücktrat. Die großen Entwickler Künstlicher Intelligenz handelten unverantwortlich „und spielen mit unseren Leben“, erklärte Jacob Coxon.
Anthropic-Forscher Evan Hubinger, der mit dafür zuständig ist, dass KI mit den Interessen der Menschen im Einklang bleibt, bestätigte wenig später Coxons Sorgen. Er persönlich denke, die Gefahr, dass KI die Menschheit töte, liege im kommenden Jahrzehnt bei mehr als zehn Prozent, schrieb er auf X.
In den USA gibt es zudem eine wachsende Bewegung gegen riesige Rechenzentren, auf deren Bau KI-Firmen wie OpenAI für den Ausbau ihres Geschäfts angewiesen sind. (dpa/red)
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13.09.2026 | Kommunalwahl in Niedersachsen | Bilger für Familienreservierung bei Bahn | Fähre in Indonesien in Seenot

HEUTE6:31 Uhr

Kommunalwahl in Niedersachsen

Heute werden in Niedersachsen 2.200 Kommunalparlamente, Kreistage, Stadt- und Gemeinderäte sowie Landräte und hauptamtliche Bürgermeister gewählt. Bei der Kommunalwahl 2021 wurde die CDU landesweit stärkste Kraft vor SPD und Grünen. Wahlergebnisse werden zunächst örtlich und regional ermittelt, ein vorläufiges Landesergebnis liegt erst am Montagmorgen vor.

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HEUTE6:23 Uhr

Rettungskräfte: Kontakt zu Fähre in Indonesien mit mehr als 240 Insassen abgebrochen

In Indonesien haben die Behörden den Kontakt zu dem Schiff „Virgo Transport 8“ mit 243 Menschen an Bord verloren. Es war bei schlechtem Wetter auf dem Weg von Java zu einer anderen Stadt. Such- und Rettungskräfte sind unterwegs. Nach unterschiedlichen Quellen wurden 53 oder 115 Menschen von anderen Schiffen in Sicherheit gebracht.

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HEUTE6:15 Uhr

Bilger: Für Wiedereinführung von Familienreservierung

Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) drängt laut einem Bericht auf die Wiedereinführung der abgeschafften vergünstigten Familienreservierung in Fernverkehrszügen. Ein generelles Tempolimits auf deutschen Autobahnen lehnt er ab. Viele Menschen würden schon heute mit dem Tempomat oder wegen der Spritpreise freiwillig langsamer fahren. Auch bei der Verkehrssicherheit sehe er „keinen nennenswerten Effekt“.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen

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Chef von KI-Firma Anthropic für verlangsamte Entwicklung – Musk und Altman stimmen zu

Nach dem Schock eigenständiger Hacking-Attacken durch Künstliche Intelligenz fordert der Chef des großen KI-Labors Anthropic, die Entwicklung der Technologie zu verlangsamen.
Er sei nun besorgt, dass in sechs bis zwölf Monaten ein Schwarm von KI in der Lage sein könnte, das gesamte Internet zu übernehmen und potenziell Hunderte Milliarden Dollar Schaden zu verursachen, schrieb Amodei in einem Blogeintrag.
Binnen weniger Stunden bekam Amodei Zuspruch von einem zentralen Rivalen, dem Chef des ChatGPT-Entwicklers OpenAI. Er sei auch der Ansicht, dass das Tempo bei der Entwicklung leistungsstärkster KI-Modelle moderiert werden müsse, schrieb Sam Altman auf der Online-Plattform X.
Amodei plädierte zwar für eine koordinierte branchenweite Pause in der westlichen Welt. Zugleich werde Anthropic – ohne auf andere zu warten – in einem ersten Schritt dauerhaft unabhängige Beobachter ins Unternehmen lassen, die schon in der Trainingsphase die Sicherheit von KI-Modellen begutachten sollen. Altman nannte das eine gute Idee und kündigte an, dass OpenAI das auch machen werde.

Warnung von „katastrophalem Schaden“

Bei der jüngst bekanntgewordenen aufsehenerregenden Hacking-Attacke war Software von OpenAI in einem Testlauf eigenständig aus der abgesicherten Umgebung ausgebrochen und drang auf eigene Faust in Systeme der KI-Firma HuggingFace ein.
Der Grund war lediglich, dass sie dort Antworten auf die ihr gestellte Testaufgabe vermutete. Für die Attacke nutzten die KI-Modelle unter anderem Software-Schwachstellen aus – und sprachen sich zudem untereinander ab.
Für ihn sei besorgniserregend, dass ein KI-Schwarm mit größeren Fähigkeiten, aber derselben Einstellung hätte „katastrophalen Schaden“ anrichten können, betonte Amodei. Als besonderes Risiko sieht er die Fähigkeit von KI-Software, sich selbst weiterzuentwickeln.
Seit diesem Sommer sei Künstliche Intelligenz besser darin – und dies erhöhe das Tempo weiter. Unkontrolliert könne dies dazu führen, dass Menschen diese Systeme nicht mehr verstehen und die Kontrolle über sie verlieren, warnte er.

OpenAI-Chef Altman und Musk, Eigentümer des KI-Unternehmens xAI, schlossen sich Amodeis Appell an. „Dario hat Recht“, schrieb Musk in seinem Onlinedienst X. „Ich stimme Dario zu“, erklärte auch Altman.

Eine Drosselung des Tempos bei der KI-Entwicklung sei auch bei OpenAI in den vergangenen Wochen intensiv diskutiert worden.

Gespaltene Branche

Amodei hatte schon in den vergangenen Jahren immer wieder vor Risiken bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz gewarnt – und war dafür aus Teilen der KI-Branche zum Teil heftig kritisiert worden.
Ein Argument von Befürwortern eines hohen Tempos in den USA – etwa auch im Weißen Haus von Präsident Donald Trump – ist der Wettlauf mit China.
Anthropic entwickelte zuletzt ein KI-Modell mit dem Namen Mythos, das besonders gut darin ist, zum Teil über Jahrzehnte unentdeckt gebliebene Software-Schwachstellen zu finden. Die Firma macht das volle Modell nur ausgewählten Behörden und Unternehmen zugänglich, damit sie ihre Computersysteme absichern können. (dpa/red)
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Chef von KI-Firma Anthropic für verlangsamte Entwicklung

Nach dem Schock eigenständiger Hacking-Attacken durch Künstliche Intelligenz fordert der Chef des großen KI-Labors Anthropic, die Entwicklung der Technologie zu verlangsamen.
Er sei nun besorgt, dass in sechs bis zwölf Monaten ein Schwarm von KI in der Lage sein könnte, das gesamte Internet zu übernehmen und potenziell Hunderte Milliarden Dollar Schaden zu verursachen, schrieb Amodei in einem Blogeintrag.
Binnen weniger Stunden bekam Amodei Zuspruch von einem zentralen Rivalen, dem Chef des ChatGPT-Entwicklers OpenAI. Er sei auch der Ansicht, dass das Tempo bei der Entwicklung leistungsstärkster KI-Modelle moderiert werden müsse, schrieb Sam Altman auf der Online-Plattform X.
Amodei plädierte zwar für eine koordinierte branchenweite Pause in der westlichen Welt. Zugleich werde Anthropic – ohne auf andere zu warten – in einem ersten Schritt dauerhaft unabhängige Beobachter ins Unternehmen lassen, die schon in der Trainingsphase die Sicherheit von KI-Modellen begutachten sollen. Altman nannte das eine gute Idee und kündigte an, dass OpenAI das auch machen werde.

Warnung von „katastrophalem Schaden“

Bei der jüngst bekanntgewordenen aufsehenerregenden Hacking-Attacke war Software von OpenAI in einem Testlauf eigenständig aus der abgesicherten Umgebung ausgebrochen und drang auf eigene Faust in Systeme der KI-Firma HuggingFace ein.
Der Grund war lediglich, dass sie dort Antworten auf die ihr gestellte Testaufgabe vermutete. Für die Attacke nutzten die KI-Modelle unter anderem Software-Schwachstellen aus – und sprachen sich zudem untereinander ab.
Für ihn sei besorgniserregend, dass ein KI-Schwarm mit größeren Fähigkeiten, aber derselben Einstellung hätte „katastrophalen Schaden“ anrichten können, betonte Amodei. Als besonderes Risiko sieht er die Fähigkeit von KI-Software, sich selbst weiterzuentwickeln.
Seit diesem Sommer sei Künstliche Intelligenz besser darin – und dies erhöhe das Tempo weiter. Unkontrolliert könne dies dazu führen, dass Menschen diese Systeme nicht mehr verstehen und die Kontrolle über sie verlieren, warnte er.

Gespaltene Branche

Amodei hatte schon in den vergangenen Jahren immer wieder vor Risiken bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz gewarnt – und war dafür aus Teilen der KI-Branche zum Teil heftig kritisiert worden.
Ein Argument von Befürwortern eines hohen Tempos in den USA – etwa auch im Weißen Haus von Präsident Donald Trump – ist der Wettlauf mit China.
Anthropic entwickelte zuletzt ein KI-Modell mit dem Namen Mythos, das besonders gut darin ist, zum Teil über Jahrzehnte unentdeckt gebliebene Software-Schwachstellen zu finden. Die Firma macht das volle Modell nur ausgewählten Behörden und Unternehmen zugänglich, damit sie ihre Computersysteme absichern können. (dpa/red)
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Wie eine NASA-Mission den Blick auf Mond und Erde veränderte


In Kürze:

  • Am 25. Mai 1961 verkündete der US-Präsident John F. Kennedy, dass die USA im Wettlauf zum Mond teilnehmen werden.
  • Das Ziel der Lunar-Orbiter-Mission war, detaillierte Bilder unseres Erdtrabanten zu machen – auch von seiner dunklen, unbekannten Seite.
  • Innerhalb von drei Jahren fotografierte die NASA 99 Prozent des Mondes und lokalisierte 36 potentielle Landeplätze.
  • Mit den Aufnahmen legte die USA den Grundstein für ihre erfolgreiche Apollo-11-Mission und schenkte den Menschen auf der Erde eine neue Sicht auf ihren Planeten.

 
Der Mond sieht immer gleich aus. Würde man die Mondphase vom Neumond bis zum nächsten Neumond – 29,5 Tage – gewissenhaft verfolgen und dies dann von jedem Neumond bis zum nächsten Neumond bis ins Unendliche fortsetzen, würde man immer nur dieselbe Seite des Mondes sehen.
Erde und Mond sind durch die sogenannte Gezeitenbindung miteinander verbunden. Dieses Phänomen tritt bei Planeten und ihrem Hauptmond häufig auf. Im Wesentlichen bedeutet das, dass der Mond seine Achsenrotation zur gleichen Zeit vollendet, wie er eine Umdrehung um die Erde vollführt.
Der Mond ist 3,7-mal kleiner als die Erde. Mit einem Teleskop lässt sich – besonders bei Vollmond – leicht erkennen, wie stark der silberne Begleiter der Erde in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Über die gesamte Oberfläche des Erdtrabanten verteilt befinden sich Millionen von Kratern. Die meisten von ihnen haben einen Durchmesser von etwa einem Kilometer – einige sind jedoch auch mehrere Dutzend oder sogar Hunderte Kilometer breit. Die Gesamtzahl scheint von Jahr zu Jahr zu wachsen.
Vergleich Erde-Mond

Im Vergleich zur Erde ist der Mond 3,7-mal kleiner.

Foto: NASA

Am 25. Mai 1961 stellte der US-amerikanische Präsident John F. Kennedy die Herausforderung, noch vor Ende des Jahrzehnts einen Amerikaner auf den Mond zu bringen. Die größte Herausforderung bestand darin, ein Raumfahrzeug zu bauen, das die rund 384.000 Kilometer lange Reise zum Mond bewältigen konnte.
Doch all das wäre umsonst gewesen, hätten die Astronauten, die das Raumschiff steuerten, keinen Ort zum Landen gehabt. Wenn man sich die Vorderseite des Mondes – bekannt als „Mondgesicht“ – ansah, ließ die Mondrückseite kaum mehr vielversprechende Landeplätze erwarten.

Blicke auf die dunkle Seite des Mondes

Das Weltraumrennen zwischen den USA und der Sowjetunion begann vier Jahre zuvor. Am 4. Oktober 1957 schickten die Sowjets ihren „Sputnik 1“ ins All – den ersten Satelliten, der die Erde umkreiste. Zum Zeitpunkt von Kennedys Rede waren sich die Sowjets sicher, das Rennen zu machen.

Replik des Satelliten Sputnik 1 im Kosmonautenmuseum in Moskau.

„Unsere Bevölkerung war davon überzeugt, dass wir als Erste auf dem Mond landen würden, weil sie daran gewöhnt war, dass wir immer die Ersten waren“, erinnerte sich der sowjetische Kosmonaut Alexei Leonow, der 1965 als Erster einen Weltraumspaziergang unternahm.
Die Sowjets waren nicht nur die Ersten, die ein unbemanntes Raumschiff (und 1961 ein bemanntes) um die Erde schickten, sondern sie umkreisten mit „Luna 3“ – dem Raumschiff, das am zweiten Jahrestag des Sputnik-1-Starts ins All geschickt wurde – auch als Erste den Mond.
Luna 3 machte 29 Fotos, die zusammen 70 Prozent der bis dato unbekannten Mondrückseite abbildeten. Einige Wochen später untermauerten die Sowjets ihre Leistung durch die Veröffentlichung eines 35-seitigen Buches, in dem sie zwei der 29 Fotos hervorhoben. Im folgenden Jahr, 1960, erschien ein zweites Buch, das alle 29 Fotos präsentierte.
Ähnlich wie Sputnik 1 war Luna 3 ein großer Sprung im Weltraumrennen. Doch für die von Kennedy festgelegten Ziele waren die Bilder nicht besonders hilfreich bei der Suche nach Landeplätzen. Die NASA musste eigene Fotos machen, und zwar solche, die viel klarere Bilder lieferten – für den Fall, dass die Rückseite des Mondes bessere Landeplätze bot.

Boeing fliegt ins All

Die NASA wurde kurz nach dem Start von Sputnik gegründet. Nach seiner Rede erhöhte Kennedy das Budget der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde, um sein Ziel in Tat umsetzen und den Sowjets im Weltraumrennen zuvorkommen zu können. Sofort begannen die NASA-Mitarbeiter mit der Ausarbeitung eines eigenen Programms zur Mondkartierung.
Am 30. August 1963 fiel der Startschuss für das Lunar-Orbiter-Programm der NASA, das den Einsatz von fünf unbemannten Raumfahrzeugen zur Erkundung des Mondes vorsah. Die Lunar Orbiter 1 bis 5 sollten dabei als Filmlabore im Weltraum dienen.
Nachdem fünf Unternehmen ihre Angebote eingereicht hatten, erhielt Boeing am 7. Mai 1964 den Auftrag die Mondsonden zu bauen. Die unbemannten Raumflugkörper sollten alle identisch sein. Sie waren 3,72×1,65×1,5 Meter groß und wogen rund 390 Kilogramm.

Modell des Lunar Orbiter, gebaut von Boeing.

Die Ziele der kleinen, leichten Sonden waren theoretisch einfach: Mit ihrem Hightech-Kamerasystem Fotos aufnehmen, die Topografie des Mondes mit ihrem Mikrometeoriten-Detektor analysieren und die Strahlungswerte mit ihren Strahlungsdosimetern messen. Anhand dieser Bilder sollten Wissenschaftler dann sichere Landeplätze ausfindig machen.
Jeder Lunar Orbiter war mit vier Solarpaneelen ausgestattet, die den Antrieb und das Kamerasystem mit Strom versorgten. Obwohl die Satelliten mit einer Trägerrakete ins All gebracht wurden, verfügten sie über einen eigenen Antrieb. Dieser diente zur Einhaltung des Kurses, der von NASA-Technikern in Südkalifornien verfolgt wurde, die auch die Kommunikationsdaten sowie die digitalen Bilder empfingen. Zur Kommunikation war jeder Satellit mit einer Parabolantenne ausgestattet.

Geheimdiensttechnik im All

Die Idee für die Filmlabore an Bord stammte eigentlich von den Geheimdiensten. Die Luftwaffe und die CIA hatten im Rahmen ihrer Programme „SAMOS“ und „CORONA“ bereits Spionagesatelliten eingesetzt:
Aufklärungssatelliten von SAMOS führten fotografische und elektromagnetische Erkundungen durch und waren in der Lage, ihre Bilder digital zu übertragen. Zwar war dieses Projekt nur von kurzer Dauer und nicht übermäßig erfolgreich, jedoch brachte es Fortschritte auf diesem Gebiet.
Im Rahmen von CORONA kamen leistungsstarke Kameras zum Einsatz. Sie waren an den 145 Satelliten wie KH-4B angebracht und wurden während der zwölfjährigen Laufzeit des Projekts genutzt. Insgesamt machten die Kamera rund 800.000 Aufnahmen von der UdSSR und anderen Ländern.
Die Lunar Orbiter verwendeten Kamerasysteme von Kodak, die etwa 68 Kilogramm wogen und sowohl Weitwinkel- als auch Schmalwinkelobjektive nutzten. Das Kamerasystem war in der Lage, Fotos aufzunehmen, den Film zu entwickeln, die Bilder zu scannen und sie digital an die NASA zu übertragen.
Aus der Entfernung, in der die Lunar Orbiter planmäßig den Mond umkreisen sollte, sollten die Bilder weitaus schärfer sein als die der Sowjets. Die Weitwinkelobjektive erreichten eine Auflösung von bis zu einem halben Kilometer, während die Auflösung der Schmalwinkelobjektive zwischen 60 und 80 Metern lag.

Aus der Sicht vom „Mann im Mond“

Am 10. August 1966 brach die zweistufige Trägerrakete Atlas-Agena-D in Cape Canaveral mit dem Lunar Orbiter 1 ins All auf. Ziel war die Identifizierung von Landeplätzen – 16 Haupt- und Nebenstandorte auf der Vorderseite und 11 auf der Mondrückseite.
Vier Tage nach dem Start trat der Satellit in die Mondumlaufbahn ein. Im Laufe der folgenden zwei Wochen fotografierte er 5,18 Millionen Quadratkilometer der Mondoberfläche und übermittelte scharfe Bilder von 20 Standorten.

Der vom Lunar Orbiter 1 im August 1966 aufgenommene Peek-Krater.

Foto: NASA

Während einer seiner 577 Umkreisungen sendete er am 23. August 1966 ein Bild zurück, mit dessen Empfang niemand gerechnet hatte. Es war ein ungeplantes, aber dennoch ikonisches Foto.
Seit Anbeginn der Zeit hatten die Menschen den Mond immer nur von der Erde aus gesehen. Dieses zufällig geschossene Foto zeigte jedoch die Erde aus der Perspektive des Mondes. Zum ersten Mal sahen die Menschen nun, was der „Mann im Mond“ sah.
Mit den Aufnahmen von 1966 blickten Menschen erstmals vom Mond aus auf die Erde

Mit den Aufnahmen von 1966 blickten Menschen erstmals von außen (vom Mond aus) auf die Erde.

Foto: NASA

Mission erfüllt

Nachdem der Lunar Orbiter 5 seine Mission abgeschlossen hatte, hatte das NASA-Programm 99 Prozent des Mondes fotografiert, 36 Landeplätze ausgemacht und 90 Prozent der aufgenommenen Fotos erfolgreich übertragen.
Interessanterweise wählte die NASA das Mondmeer, auch Mare Tranquillitatis (zu Deutsch: „Meer der Ruhe“) genannt, für die erste Landung aus. Dieses befindet sich nicht auf der Mondrückseite, sondern auf der der Erde zugewandten Hälfte.
Trotz aller fotografischen Vorbereitungen wäre Apollo 11 beinahe gescheitert, als das computergesteuerte Leitsystem des Raumschiffs sie auf einen Krater voller Felsbrocken zusteuern ließ.
Glücklicherweise wusste der Astronaut Neil Armstrong, wo sie landen sollten, übernahm schnell die Steuerung und manövrierte das Raumschiff vom Krater weg. Letztlich führte die langfristige fotografische Planung und das schnelle Eingreifen des Astronauten dazu, dass zwei Amerikaner als Erstes über das „Mondgesicht“ spazierten.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „How NASA’s Lunar Orbiter Changed the Way the World Looked at Itself“. (redaktionelle Bearbeitung: kms)
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CDU vor historischem Tief in Mecklenburg-Vorpommern: Basis fordert Kurswechsel


In Kürze:

  • Aktuelle Umfragen sehen die CDU in Mecklenburg-Vorpommern nur noch bei 6 bis 7 Prozent.
  • Damit droht den Christdemokraten bei der Landtagswahl am 20. September erstmals der Verlust der Landtagsfraktion.
  • Innerhalb der CDU wächst die Sorge über den Einfluss der Bundespolitik und die niedrigen Zustimmungswerte für Friedrich Merz.
  • Auch aus der Parteibasis kommt zunehmend Kritik: Der CDU-Ortsverband Großbeeren fordert einen deutlichen politischen Kurswechsel.

 
Ob die CDU am 20. September tatsächlich erstmals bei einer überregionalen Wahl unter die Fünf-Prozent-Hürde rutschen wird, ist offen. Jüngste Umfragen zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern deuten jedoch auf einen neuen Minusrekord für die Christdemokraten hin. Gleich vier Institute trauen ihr nur noch 6 bis 7 Prozent der Stimmen zu.
Der bisherige Negativrekord für die CDU bei Landtagswahlen liegt bei 9 Prozent. Diese erzielte sie 1951 in Bremen. Dann kommen allerdings bereits drei Ergebnisse aus jüngerer Zeit: Auf lediglich 11,2 Prozent kam die CDU im Jahr 2020 in Hamburg. Dieses Resultat konnte die Partei im Vorjahr immerhin auf 19,8 Prozent verbessern. In Brandenburg erhielt die CDU 2024 nur noch 12,1 Prozent. Und in Mecklenburg-Vorpommern startet sie von ihrem bisherigen Negativrekord von 13,3 Prozent im Jahr 2021 aus.

CDU stellte die ersten Ministerpräsidenten in Mecklenburg-Vorpommern

Die CDU war im Nordosten nicht immer in einer so prekären Situation. Bei den Landtagswahlen 1990 wurde sie mit 38,3 Prozent landesweit stärkste Kraft, sie stellte mit Alfred Gomolka den ersten Ministerpräsidenten seit der Wiedervereinigung. 1994 blieb die Partei nach nur leichten Verlusten am Ruder und bildete eine Koalition mit der SPD unter Bernd Seite.
Erst 1998 begann der Niedergang der Union auf Landesebene. Bei der zeitgleich mit der Bundestagswahl stattfindenden Landtagswahl im Nordosten zog die SPD an der CDU vorbei. Harald Ringstorff bildete die erste rot-rote Koalition mit der PDS. Die Wähler betrachteten dies – anders als von der CDU erhofft – nicht als unverzeihlichen Tabubruch. 2002 legte die SPD vor allem auf Kosten ihres Koalitionspartners deutlich zu.
Erst 2006 kam die CDU als Juniorpartner zurück in eine große Koalition unter Führung von Ringstorff – und ab 2008 Erwin Sellering. Diese regierte nach den Wahlen 2011 und 2016 weiter. Zu diesem Zeitpunkt war die CDU jedoch erstmals unter die 20-Prozent-Marke gesunken. Im Jahr 2021 wurde der Landtag erneut zeitgleich mit dem Bundestag gewählt. Dabei feierte die SPD unter Manuela Schwesig einen Erdrutschsieg. Seither regiert die frühere Bundesministerin wieder in einem Bündnis mit der nunmehrigen Linkspartei.

Kritik an „Frau gegen Blau“-Wahlkampf: Schwesig schade CDU und Grünen

Auf kommunaler Ebene konnte die CDU in einigen Regionen ihre Position behaupten. So stellt sie mit Sebastian Ehlers seit Frühjahr 2026 erstmals nach der Abwahl von Norbert Claussen 2008 den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Schwerin. Auch einige Landratsposten werden noch von der CDU gehalten.
Eine Woche vor der Landtagswahl schließen jedoch auch prominente Funktionsträger einen Sturz unter die Fünf-Prozent-Hürde nicht mehr aus. Der stellvertretende Fraktionschef Marc Reinhardt erklärte gegenüber dem „Tagesspiegel“ (Samstagsausgabe), diese Sorge sei vorhanden. Auch Eckhardt Rehberg, Landeschef von 1990 bis 2005, äußerte:
„Es gibt nach den Umfragen die Gefahr, dass die CDU aus dem Landtag Mecklenburg-Vorpommern herausfällt.“
Reinhardt und Rehberg, aber auch die Co-Bundeschefin der Grünen, Franziska Brantner, üben in diesem Zusammenhang deutliche Kritik an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Diese schade CDU und Grünen und mache die AfD stark, weil sie den Wahlkampf polarisiere. Schwesig setzt sich als die „Frau gegen Blau“ in Szene und versucht, Sympathisanten anderer Parteien auf den letzten Metern zur Stimmabgabe für die SPD zu bewegen, um die AfD einzuholen.

Union profitierte von Zuspitzung auf Haseloff – und litt unter Aufholjagd von Woidke

Eine solche Taktik hatte die CDU jedoch auch selbst angewandt: 2021 schnitt die Partei ihren Landtagswahlkampf vollständig auf die Person von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff zu. Die zentrale Botschaft lautete, nur die Stimme für ihn könne verhindern, dass die AfD stimmenstärkste Kraft im Lande würde. Die CDU kam damals auf 37,1 Prozent.
In Mecklenburg-Vorpommern sahen Umfragen die AfD im Vorjahr bei bis zu 38 Prozent und einem doppelt so hohen Stimmenanteil wie die SPD. Mittlerweile sehen Meinungsforscher die AfD weiterhin voran – allerdings ist es den Sozialdemokraten INSA und der Forschungsgruppe Wahlen zufolge gelungen, bis auf drei Prozent an diese heranzukommen. Schwesig setzt nun voll auf diese Aufholjagd. Allerdings scheint diese vor allem auf Kosten der CDU und der Grünen zu gehen.
In Brandenburg stand die CDU bereits in der Zeit der Ministerpräsidenten Manfred Stolpe und Matthias Platzeck im Schatten der Sozialdemokraten. Im Jahr 2019 fiel sie auf ihr bis dahin schlechtestes Ergebnis von 15,6 Prozent zurück – 2024 sogar auf 12,1. Auch in diesem Falle hatte Ministerpräsident Dietmar Woidke einen Aufholwahlkampf gegenüber der AfD geführt, die monatelang in Umfragen deutlich voran gelegen hatte.

Historisch niedrige Beliebtheitswerte für Merz

Die Polarisierung zwischen Amtsinhaberin Schwesig und der AfD ist jedoch – wie auch Rehberg selbst einräumt – nicht der einzige Grund für die schlechten Umfragewerte der CDU. Vielmehr leide die Landes-CDU „unter dem miesen Ansehen der Bundesregierung“. Insbesondere die Beliebtheitswerte von Bundeskanzler Friedrich Merz sind historisch niedrig. Nur 16 Prozent äußerten sich zuletzt zufrieden mit der Arbeit des Regierungschefs – 81 Prozent äußern sich unzufrieden.
Das ist nicht nur deutlich schlechter als die Beliebtheitswerte von Angela Merkel zum gleichen Zeitpunkt ihrer ersten Amtsperiode. Die letzte über mehrere Amtsperioden regierende CDU-Bundeskanzlerin kam zum Vergleichszeitpunkt auf eine Zustimmung von 64 Prozent – nur 33 Prozent waren unzufrieden. Auch Gerhard Schröder (63 zu 34 Prozent) und sogar Olaf Scholz (44 zu 53 Prozent) waren deutlich beliebter.
Am Mittwoch veröffentlichte die CDU in brandenburgischen Großbeeren einen offenen Brief an Bundeskanzler Merz und die CDU-Bundesführung. Die etwas mehr als 9.000 Einwohner zählende Gemeinde im Landkreis Teltow-Fläming wird von einem CDU-Bürgermeister regiert. Die Partei hat auch eine einfache Mandatsmehrheit im Gemeinderat.
Das Schreiben ist verfasst von Ortsverbandschef Adrian Hepp und trägt die Unterschrift von 32 weiteren Mitgliedern, darunter auch Bürgermeister Martin Wonneberger. Hepp äußert in dem Schreiben, es falle ihm „zunehmend schwer, die Politik unserer Partei gegenüber den Menschen vor Ort noch glaubwürdig zu vertreten“. Es reiche nicht aus, das Ergebnis von Sachsen-Anhalt nur zu analysieren und zu denken, man müsse „den eigenen Kurs lediglich besser erklären“.

CDU Großbeeren: 33 Mitglieder drohen mit Austritt bei Annäherung an Linke

Dies sei nicht das Problem, so Hepp, sondern „dass immer mehr Menschen diese Politik nicht mehr für richtig halten“. Kanzler Merz sei nicht nur Regierungschef, sondern auch CDU-Bundesvorsitzender. Als solcher müsse er nun „Führung, Selbstkritik und eine klare Antwort auf die Frage“ geben, „wie es mit unserer Partei weitergehen soll“. Die Menschen müssten „endlich erleben“, dass „ihre Botschaft tatsächlich verstanden wurde“.
Neben einer ehrlichen Analyse der Ursachen des Vertrauensverlustes mahnt das Schreiben auch zur Distanz gegenüber der Linkspartei. Eine Diskussion über eine mögliche Zusammenarbeit, Duldung oder sonstige politische Konstruktion unter Einbeziehung der Linken wie in Thüringen sei eine „rote Linie“. Zu einer solchen dürfe es in Sachsen-Anhalt nicht kommen, äußert Hepp, und fügte hinzu:
„In diesem Fall werden ich und alle Unterzeichnenden unsere weitere Mitgliedschaft in der CDU ernsthaft infrage stellen und einen Austritt prüfen.“
Am Freitag schob der Verband noch einen „10-Punkte-Plan für mehr Glaubwürdigkeit“ nach. In dieser skizziert die CDU Großbeeren „konkrete Lösungsvorschläge“ für den von ihr verlangten Kurswechsel. Dieser solle sich auszeichnen durch „mehr Pragmatismus, weniger Bürokratie, weniger Ideologie, mehr Eigenverantwortung, mehr Leistungsorientierung und eine Politik, die sich wieder stärker an der Lebensrealität der Menschen orientiert“. Die Punkte umfassen unter anderem mehr Sparsamkeit, weniger Bürokratie, geringere Energiekosten, einen „Bauturbo“ und eine restriktive Migrationspolitik.
 
 
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US-Präsident Trump äußert sich bei Besuch in Irland zu Wiedervereinigung

Nach einem Treffen mit dem irischen Regierungschef Micheal Martin nannte er am Samstag eine Wiedervereinigung der Republik Irland mit dem zum Vereinigten Königreich gehörenden Nordirland „eine großartige Sache“. Die USA hatten zu dieser Frage bislang eine neutrale Position eingenommen.
Auf die Frage eines Journalisten nach seiner Meinung zu einer Wiedervereinigung sagte der US-Präsident, er würde „liebend gern“ ein vereinigtes Irland sehen.
Weiter sagte er: „So wie ich das sehe, wird es irgendwann passieren. Es kann genauso gut jetzt passieren.“
Die Insel Irland ist seit 1921 in die Republik Irland im Süden und Nordirland geteilt. Im Nordirland-Konflikt zwischen katholischen Nationalisten und protestantischen Unionisten wurden mehr als 3500 Menschen getötet. Der Konflikt endete 1998 mit dem Karfreitagsabkommen.
Unter dem Abkommen kann ein Referendum zu einer Wiedervereinigung abgehalten werden, wenn die britische Regierung feststellt, dass voraussichtlich eine Mehrheit der Nordiren einen solchen Anschluss befürwortet.
In diesem Fall müssten auch die Menschen in der Republik Irland zustimmen. In einer Umfrage der Universität Liverpool vom Mai 2026 befürworteten 35 Prozent der Nordiren eine Wiedervereinigung.
Der britische Premierminister Andy Burnham erklärte im vergangenen Monat, ein Referendum zu einer Wiedervereinigung sei „vom Tisch“.
Auf Trumps Äußerungen angesprochen, verwies ein Sprecher von Burnhams Büro in der Downing Street auf Aussagen des Premierministers in der vergangenen Woche, denen zufolge dieser „zu 100 Prozent“ zur Karfreitagsvereinbarung stehe.
Die Diplomatie sollte auf Trumps Reise ursprünglich eine eher untergeordnete Rolle spielen. Grund für seinen zweitägigen Besuch, der von einem großen Sicherheitsaufgebot begleitet wurde, ist vor allem sein Besuch des Golfturniers Irish Open in seinem Golfclub Doonbeg an der Westküste.
Nach seiner Ankunft am Flughafen Dublin wurde Trump am Samstag zunächst von Irlands Präsidentin Catherine Connolly an ihrem offiziellen Amtssitz in der Hauptstadt empfangen.
Anschließend kam der US-Präsident mit Regierungschef Micheal Martin zusammen und besuchte die US-Botschaft.
Im Anschluss flog er weiter nach Doonbeg, einem Küstenort im County Clare, wo die Trump Organisation seit 2014 einen Golfclub besitzt.
Dort treten beim Turnier Irish Open an diesem Wochenende die besten Spieler der Welt gegeneinander an. 40.000 Fans werden erwartet. Die Sicherheitsmaßnahmen wegen Trumps Anwesenheit kosten Irland Berichten zufolge 20 Millionen Euro.
Vor der Ankunft des US-Präsidenten waren die Sicherheitsvorkehrungen insgesamt deutlich verschärft worden. Mindestens 4000 Polizisten und andere Einsatzkräfte, darunter auch Scharfschützen, wurden sowohl für seinen offiziellen Besuch in der Hauptstadt als auch für seinen Aufenthalt in seinem Resort mobilisiert.
Erst am Dienstag war über der irischen Ostküste eine große Drohne gesichtet worden; die Behörden untersuchen den Vorfall. Zuletzt hatte Trump Irland 2019 während seiner ersten Amtszeit besucht.
In der Hauptstadt Dublin demonstrierten unterdessen mindestens 2000 Menschen gegen den Besuch des US-Präsidenten. Sie schwenkten palästinensische Flaggen und riefen „Donald Trump ist hier nicht willkommen“, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten.
Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 hat der 80-jährige Trump auch das Golf-Geschäft seiner Familie beworben. Im vergangenen Sommer begrüßte er etwa den damaligen britischen Premierminister Keir Starmer und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in seinem Resort in Turnberry an der Westküste Schottlands.(afp/red)
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US-Präsident Trump irritiert bei Besuch in Irland mit Aussage zu Wiedervereinigung

US-Präsident Donald Trump hat bei einem Besuch in Dublin mit Aussagen zu einem wiedervereinigten Irland für Irritationen gesorgt. Nach einem Treffen mit dem irischen Regierungschef Micheal Martin nannte er am Samstag eine Wiedervereinigung der Republik Irland mit dem zum Vereinigten Königreich gehörenden Nordirland „eine großartige Sache“. Die USA hatten zu dieser Frage bislang immer eine neutrale Position eingenommen.
Auf die Frage eines Journalisten nach seiner Meinung zu einer Wiedervereinigung sagte der US-Präsident, er würde „liebend gern“ ein vereinigtes Irland sehen. Weiter sagte er: „So wie ich das sehe, wird es irgendwann passieren. Es kann genauso gut jetzt passieren.“ Allerdings werde das Vereinigte Königreich dazu auch etwas zu sagen haben.
Die Insel Irland ist seit 1921 in die Republik Irland im Süden und Nordirland geteilt. Im Nordirland-Konflikt zwischen katholischen Nationalisten und protestantischen Unionisten wurden mehr als 3500 Menschen getötet. Der Konflikt endete erst 1998 mit dem Karfreitagsabkommen.
Unter dem Abkommen kann ein Referendum zu einer Wiedervereinigung abgehalten werden, wenn die britische Regierung feststellt, dass voraussichtlich eine Mehrheit der Nordiren einen solchen Anschluss befürwortet.
In diesem Fall müssten auch die Menschen in der Republik Irland zustimmen. In einer Umfrage der Universität Liverpool vom Mai 2026 befürworteten jedoch nur 35 Prozent der Nordiren eine Wiedervereinigung.
Der britische Premierminister Andy Burnham erklärte im vergangenen Monat, ein Referendum zu einer Wiedervereinigung sei „vom Tisch“. Auf Trumps Äußerungen angesprochen, verwies ein Sprecher von Burnhams Büros in der Downing Street auf Aussagen des Premierministers in der vergangenen Woche, denen zufolge dieser „zu 100 Prozent“ zur Karfreitagsvereinbarung stehe.
Die Diplomatie sollte auf Trumps Reise ursprünglich eine eher untergeordnete Rolle spielen. Grund für seinen zweitägigen Besuch, der von einem riesigen Sicherheitsaufgebot begleitet wurde, ist vor allem sein Besuch des Golfturniers Irish Open in seinem Golfclub Doonbeg an der Westküste.
Nach seiner Ankunft am Flughafen Dublin war Trump am Samstag zunächst von Irlands Präsidentin Catherine Connolly an ihrem offiziellen Amtssitz in der Hauptstadt empfangen worden.
Anschließend kam der US-Präsident mit Regierungschef Micheal Martin zusammen und besuchte die US-Botschaft. Im Anschluss flog er weiter nach Doonbeg, einem abgelegenen Küstenort im County Clare, wo die Trump Organisation seit 2014 einen Golfclub besitzt.
Dort treten beim Turnier Irish Open an diesem Wochenende die besten Spieler der Welt gegeneinander an. 40.000 Fans werden an erwartet. Die Sicherheitsmaßnahmen wegen Trumps Anwesenheit kosten Irland Berichten zufolge 20 Millionen Euro.
Vor der Ankunft des US-Präsidenten waren die Sicherheitsvorkehrungen insgesamt deutlich verschärft worden. Mindestens 4000 Polizisten und andere Einsatzkräfte, darunter auch Scharfschützen, wurden sowohl für seinen offiziellen Besuch in der Hauptstadt als auch für seinen Aufenthalt in seinem Luxus-Resort mobilisiert.
Erst am Dienstag war über der irischen Ostküste eine große Drohne gesichtet worden, die Behörden untersuchen den Vorfall. Zuletzt hatte Trump Irland 2019 während seiner ersten Amtszeit besucht.
In der Hauptstadt Dublin demonstrierten unterdessen mindestens 2000 Menschen gegen den Besuch des US-Präsidenten. Sie schwenkten palästinensische Flaggen und riefen „Donald Trump ist hier nicht willkommen“, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten.
Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 hat der 80-jährige Milliardär Trump offen auch das Golf-Geschäft seiner Familie beworben. Im vergangen Sommer begrüßte er etwa den damaligen britischen Premierminister Keir Starmer und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in seinem luxuriösen Resort in Turnberry an der Westküste Schottlands.(afp/red)
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Karl der Große: Der Kaiser, der das Mittelalter prägte


In Kürze:

  • Als Europa zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert im Chaos versank, ging ein Volk als Sieger daraus empor: die Franken.
  • Ihrer Dynastie entsprangen zahlreiche merowingische und karolingische Könige, wobei Karl der Große bis heute einer der bedeutendsten ist.
  • Um sein Königreich zu stärken, förderte der fromme Christ die Bildung seines Volkes durch zahlreiche Reformen.
  • Die Geschichte hat ihm nicht nur den Bau des Aachener Doms und zahlreicher Schulen zu verdanken, sondern auch die Erfindung der Kleinbuchstaben und Satzzeichen.

 
Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches im Jahr 476 zerfiel Europas antike Hochkultur. Die mit Blut erkämpfte Stabilität, die Rom seinen Bürgern garantierte, wurde zu einer fernen Erinnerung.
Auf dem gesamten Kontinent brachen Kriege aus, die Hungersnöte und Seuchen verbreiteten. Drei Jahrhunderte voller Konflikte zwischen rivalisierenden Königen verwüsteten Häfen, Schulen, Bibliotheken und andere Zentren des kulturellen Austauschs im einstigen Großreich.
Zu den triumphierenden Persönlichkeiten in dieser Zeit gehörte Karl der Große (748–814). Um sein Königreich zu stärken, die Alphabetisierung zu fördern und das Christentum zu verbreiten, führte er eine Reihe von Bildungsreformen durch.
Es kam zu einer wahren Renaissance während der sogenannten Karolingerzeit (751–919). Diese Zeit der kulturellen Wiederbelebung zielte darauf ab, das Erbe der Vergangenheit zu bewahren und eine bessere Zukunft zu gestalten.

Europa im Umbruch

Karl der Große stammte von den Franken ab, einem alten germanischen Stamm, der sich vor mindestens 2.000 Jahren im heutigen Frankreich niedergelassen hatte. Ihr erster König war Chlodwig I. (466–511).
Als Mitglied der Merowinger-Dynastie war Chlodwig gleichzeitig einer der bekanntesten Franken, der zum katholischen Glauben konvertierte. Viele andere Franken waren dem Christentum zunächst fern.
Chlodwigs Taufe löste unter den germanischen Stämmen jedoch eine Welle von Bekehrungen aus. Später schöpfte das Königreich seine Kraft aus einer homogenen religiösen Identität. Dieses Glaubensbekenntnis verschaffte zudem die Unterstützung der katholischen Kirche in Rom, was sich als entscheidend für ihre politischen Bestrebungen erweisen sollte.
Im 7. Jahrhundert war der merowingische König lediglich ein symbolisches Staatsoberhaupt. Die wahre politische Macht besaß der sogenannte Hausmeier. Männer dieses Amtes hatten die Befugnis, das Hofpersonal zu prüfen, Verwaltungsbeamte im gesamten Königreich zu ernennen und die königliche Armee zu befehligen. Wie ein Hofmitglied von Karl dem Großen einst gesagt haben soll:
„Dem [merowingischen] König blieb nichts anderes übrig, als sich mit seinem Königstitel, seinem wallenden Haar und seinem langen Bart zufrieden zu geben.“
Mit Childerich III. (um 720–755) wurde der letzte merowingische König im Jahr 751 abgesetzt. Man scherte ihm öffentlich sein langes Haar, was den Verlust der Ehre und Königswürde symbolisierte, und verbannte ihn in ein Kloster.

Das Gemälde „Der letzte Merowinger“ von dem französischen Maler Évariste-Vital Luminais (1821–1896) zeigt Childerich III. nach seiner Absetzung.

Eingeleitet hat dies der Karolinger „Pippin der Kleine“ (auch „Pippin der Jüngere“ genannt) mit Zustimmung von Papst Zacharias (679–752). Fortan regierte der ehemalige Hausmeier Pippin III. (714–768) als erster karolingischer König über das Reich.
Im Jahr 756 schenkte er Papst Stephan II. (714–757) eroberte Gebiete in Mittelitalien, ein Akt, der auch als Pippinische Schenkung bekannt ist. Diese Gebiete bildeten später den Grundstein für den Kirchenstaat, der zur einflussreichsten religiösen, politischen und kulturellen Einheit im Mittelalter wurde.

Aufstieg zur Macht

Als Pippin III. starb, erbten seine beiden Söhne das Reich als gemeinsame Herrscher. Obwohl sie blutsverwandt waren, versuchten Karl (748–814) und Karlmann (751–771), einander durch eine Reihe von Intrigen zu untergraben. Karls Anhänger führten ihre Streitigkeiten auf Fehleinschätzungen der Berater Karlmanns zurück, während die Verbündeten des jüngeren Bruders Karl als machtgierigen Despoten ansahen.
Im Jahr 771, als die Gefahr eines Bürgerkriegs drohte, starb Karlmann unerwartet eines natürlichen Todes. Sein plötzliches Ableben kam Karl zugute, der zum alleinigen Herrscher wurde. Wie sein Vater setzte Karl die Verteidigung des Papsttums gewaltsam fort.
Mittelalterliche Darstellung von Karl dem Großen

Darstellung Karls des Großen in der Chronik des Ekkehard von Aura um 1112/14.

Er besiegte die Langobarden in Norditalien, schlug die heidnischen Sachsen im heutigen Deutschland zurück und drang bis nach Nordspanien vor, um die päpstlichen Gebiete vor dem muslimischen Kalifat zu verteidigen, das die Iberische Halbinsel beherrschte. Seine Klugheit, seine Unerbittlichkeit und mehr als 50 Feldzüge brachten Karl den Titel „Charlemagne“ (zu Deutsch: „Karl der Große“) ein.
Im Jahr 800, am Weihnachtstag, reiste Karl der Große nach Rom, wo ihn Papst Leo III. (750–816) zum Kaiser krönte. Das Karolingerreich umfasste den größten Teil des heutigen Frankreichs, Deutschlands, Belgiens, der Niederlande und Italiens. Als erster westlicher Kaiser nach 300 Jahren machte sich Karl der Große neue, mächtige Feinde. Doch er erlangte auch die Macht, Europa aus den Wirren zu befreien.

Das Leben von Karl dem Großen

Sein komplettes Lebenswerk hielt Einhard (um 775–840), der fränkische Gelehrte und Vertraute Karls, in der Biografie „Vita Karoli Magni“ fest. Zusammen mit den „Annales regni Francorum“ sind so aufschlussreiche Dokumente über die Regierungszeit des Kaisers erhalten geblieben.
Einhard (um 775–840) war der Biograf von Karl dem Großen

Einhard (um 775–840) war ein fränkischer Gelehrter, der die Biografie von Kaiser Karl dem Großen schrieb.

So überliefert Einhard die zahlreichen militärischen Erfolge des Kaisers – darunter einen furchtlosen Feldzug durch unwegsame Gebirgskämme in den italienischen Alpen. Für den Biografen waren diese Heldentaten ein Beispiel für Karls außergewöhnliche Willenskraft:
„Aber in seinem hohen Sinn und seiner in Glück und Unglück sich gleich bleibenden Beharrlichkeit ließ sich der König durch keinen Wankelmuth von ihrer Seite ermüden, noch von dem, was er sich einmal vorgenommen hatte, abbringen“.
Einhard lobte außerdem die Beredsamkeit von Karl, die ihm in heiklen Debatten den Sieg und entscheidende Unterstützung von zögernden Verbündeten sicherte: „Reich und sicher floß ihm die Rede vom Munde, und was er wollte, konnte er leicht und klar auszudrücken“.
Die Beredsamkeit des Kaisers beruhte zum großen Teil auf seinen Lateinkenntnissen. Während des gesamten Mittelalters konnten Angehörige der Elite ohne das Studium der lateinisch-griechischen Rhetorik keinen sozialen Aufstieg erreichen. Doch dieses war wichtig, um zu einem scharfsinnigen Denker, überzeugenden Redner und guten Anführer zu werden. Karl der Große soll das Lateinische ebenso gut beherrscht haben wie seine Muttersprache.

Ausschnitt aus der „Vita Karoli Magni“: In der Initiale V ist der thronende Karl der Große dargestellt.

Gelenkt von Glauben und Gelehrtheit

Im 8. Jahrhundert war Latein noch immer die offizielle Sprache der Diplomatie. Es war auch die Amtssprache der katholischen Kirche, die zu dieser Zeit bereits auf lateinische Übersetzungen des hebräischen Alten Testaments und des griechischen Neuen Testaments zurückgriff.
Karl der Große war ein strenger Christ. Seine Frömmigkeit nahm viele Formen an. Er ließ beeindruckende Gotteshäuser errichten, wie den Dom in seiner Hauptresidenz Aachen, wo er 814 beigesetzt wurde.
Der Aachener Dom ist einer der ältesten Europas. Seine prächtige Gestaltung verkörpert den ästhetischen Wandel von den runden Formen romanischer Bauwerke hin zu den nach oben streckenden Spitzbögen der gotischen Architektur.
Angetrieben von seiner Liebe zum Lateinischen bemühte sich Karl der Große um eine Reform der Kirche und des Bildungswesens. Die alte Sprache war für ihn ein Tor zum Glauben – ein Weg, sein spirituelles Leben zu bereichern und anderen zu helfen, ihr eigenes zu verbessern.
Doch die Alphabetisierung im karolingischen Reich befand sich in einem desolaten Zustand. Ohne Grundkenntnisse im Lateinischen, so glaubte Karl der Große, würden die Segnungen des Glaubens unerreichbar bleiben.

Karl der Große und seine Reformen

Im Jahr 789 veröffentlichten Karls Beamte die „Admonitio generalis“ – eines der bekanntesten Kapitulare. Diese hoheitliche Anordnung ähnlich einem Gesetz erklärte Karl zum geistlichen Verwalter des Reiches. Als solcher war er für die moralische Integrität seines Volkes verantwortlich, die eng mit der Integrität der Kirche verbunden war.

Originaltext der „Admonitio generalis“ von 789, der sich in der Nationalbibliothek von Paris befindet.

Verärgert über einen seiner Meinung nach undisziplinierten Klerus, ermahnte Karl der Große Priester und Bischöfe, der Korruption zu widerstehen und ihre Pflichten zum Wohle aller zu erfüllen. Ein Teil des Problems lag seiner Ansicht nach im Fehlen der lateinischen Sprache. Dies verhinderte eine tiefe Auseinandersetzung mit der christlichen Literatur, einschließlich der Bibel.
Um die Alphabetisierung zu fördern, rief Karl der Große zunächst seine eigene Hofschule ins Leben. Hier forschten und lehrten zahlreiche führende Gelehrte des gesamten Reiches, unter anderem Einhard und Alkuin von York (um 735–804), die zusammen mit dem volksnahen Kaiser und seinem Gefolge von Pfalz zu Pfalz durch das Herrschaftsgebiet reisten.
Der Lehrplan der Hofschule soll dabei nicht nur militärische Strategien und höfische Umgangsformen, sondern auch Dichtkunst, Literatur, Astronomie und praktisch jede existierende Disziplin umfasst haben. Detaillierte Inhalte sind jedoch nicht erhalten.

Schulen schießen wie Pilze aus dem Boden

Bekannt ist aber, dass Alkuin vom Kaiser damit beauftragt wurde, das neue Bildungsmodell im gesamten Reich zu verbreiten. Der Mann, den Einhard als „den größten Gelehrten seiner Zeit“ bezeichnete, leitete daher den Aufbau zahlreicher Domschulen.
Obwohl bescheidener als die Hofschule, lehrten diese Einrichtungen vielen jungen Männern – Geistlichen und Laien gleichsam – die „sieben freien Künste“: lateinische Grammatik, Rhetorik, Logik, Geometrie, Arithmetik, Astronomie und Musik. Lehrpläne vereinheitlichten zudem den Unterricht und trugen dazu bei, die Sprache am Leben zu erhalten, wodurch griechisch-römische und christliche Traditionen für kommende Generationen gesichert waren.
Karolingische Schulen waren zudem verpflichtet, Gesang und liturgische Hymnen zu unterrichten. Die Schüler lernten die Psalmen und andere Sammlungen religiöser Lieder auswendig, von denen man glaubte, dass sie eine tiefere Beziehung zur Bibel fördern würden.

Künstlerische Darstellung der Sieben Freien Künste. In der Mitte thront die Personifikation der Philosophie.

Kleinbuchstaben: Neue Zeichen erleichtern das Lernen

Um die Abschrift, Weitergabe und das Studium von Texten zu erleichtern, führten Alkuin und seine Gelehrtenkollegen eine scheinbar triviale, aber bahnbrechende Erfindung ein: Kleinbuchstaben. Offiziell als karolingische Minuskel bezeichnet, revolutionierte dieses neue Mittel das Schreiben.
Bis zum Ende des 8. Jahrhunderts hatten Schreiber fast ausschließlich Großbuchstaben verwendet. Sie setzten weder Leerzeichen zwischen den Wörtern noch verwendeten sie Satzzeichen. Diese Gewohnheit sparte zwar wertvolles Papier, beeinträchtigte jedoch die Lesbarkeit. Noch heute haben Experten Schwierigkeiten, vorkarolingische Handschriften zu entziffern.
Die karolingische Minuskel erleichterte die Unterscheidung von Wörtern und vereinheitlichte die Handschrift, die je nach Schreiber und Schüler stark variieren konnte. Neben nützlichen Leerzeichen und einheitlichen Buchstabengrößen förderten die Karolinger auch die Verwendung von Satzzeichen, was Texte noch lesbarer machte. Es überrascht nicht, dass Bücher dadurch leichter zu kopieren, zu lesen und zu verbreiten waren.

Ausschnitt aus einer Alkuin-Bibel. Der Text ist abgesehen von einer Zeile in Auszeichnungsschrift in karolingischer Minuskel geschrieben.

Die Bewahrung der Vergangenheit

Karls Bemühungen waren kein Einzelfall. Drei Jahrhunderte zuvor hatten die spätantiken Politiker Boethius (um 480–526) und Cassiodor (um 490–580) ähnliche Versuche unternommen. Boethius verbrachte unzählige Stunden damit, griechische Philosophie ins Lateinische zu übersetzen, während Cassiodor das Vivarium gründete: ein Kloster in Süditalien, das sich der Abschrift und Übersetzung wertvoller Texte widmete. Ihr Ziel war dasselbe: erbauliche Literatur für die Nachwelt zu bewahren.
Obwohl diese Bemühungen großen Einfluss hatten, wurden sie größtenteils im Alleingang unternommen. Nur ein systematisches, von oben gesteuertes Programm wie das Karls des Großen konnte einen dauerhaften Wandel gewährleisten.
Nach einer Schätzung von Dr. Eltjo Buringh aus dem Jahr 2011 produzierten Klöster allein im 9. Jahrhundert mehr als 100.000 Handschriften, von denen etwa 7.000 erhalten sind. Von allen historischen Überlieferungen vor dem 9. Jahrhundert sind nur 2.000 erhalten.

Das Kloster Lorsch in Hessen existierte bereits in der Karolingerzeit.

Karl der Große interessierte sich in erster Linie für christliche Literatur. Doch wie Boethius und Cassiodor erkannte auch er, dass die griechischen und römischen Traditionen es wert waren, bewahrt zu werden, da sie nützliche Erkenntnisse in Ethik und Politik lieferten.
Die Bemühungen des Kaisers, die Alphabetisierung zu fördern und die Beziehung seines Volkes zu Gott zu vertiefen, führten zur Bewahrung wichtiger religiöser und philosophischer Texte. Diese Texte beflügelten später so unterschiedliche und entscheidende Bewegungen wie die Reformation, die italienische Renaissance und die Französische Revolution. Das unauslöschliche Vermächtnis der karolingischen Renaissance ist deshalb ein beeindruckendes Zeugnis für die weltgestaltende Kraft des geschriebenen Wortes.
Portrait von Karl dem Großen, gemalt von Albrecht Dürer (1471–1528).

Porträt von Karl dem Großen, gemalt von Albrecht Dürer (1471–1528).

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „The Emperor Who Defined the Middle Ages“. (redaktionelle Bearbeitung: kms)
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Kommunalwahl in Niedersachsen: AfD vor Bewährungsprobe im Westen


In Kürze:

  • 6,3 Millionen Wahlberechtigte entscheiden am 13. September über 2.182 kommunale Vertretungen in Niedersachsen.
  • Insgesamt stehen 29.501 Mandate zur Wahl; dafür gibt es 68.061 Kandidaturen.
  • In 395 Kommunen werden außerdem Landräte, Bürgermeister, Oberbürgermeister oder der Regionspräsident direkt gewählt.
  • Besonderes Augenmerk gilt eine Woche nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt dem Abschneiden der AfD.

 
Eine Woche nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt steht der nächste Wahlsonntag an. Am 13. September sind 6,3 Millionen Stimmberechtigte bei den Kommunalwahlen dazu aufgerufen, insgesamt 2.182 Vertretungen neu oder – im Fall von Gebietsveränderungen – erstmals zu wählen. Gewählt werden die Räte der acht kreisfreien Städte, 36 Kreistage, die Regionsversammlung der Region Hannover und 927 kreisangehörige Stadt- und Gemeinderäte. Dazu kommen die Vertretungen von 113 Samtgemeinden, 1.095 Stadtbezirken und Ortschaften und den gemeindefreien Gebieten Lohheide und Osterheide.
Dazu kommen Direktwahlen in 395 Kommunen. Dort werden die Hauptverwaltungsbeamten wie Landräte, Oberbürgermeister, Bürgermeister, Samtgemeindebürgermeister und der Regionspräsident der Region Hannover neu gewählt. Neben der Region Hannover und den acht kreisfreien Städten finden diese Wahlen in 32 Landkreisen, 253 kreisangehörigen Städten und Gemeinden und in 101 Samtgemeinden statt.

Wer steht in Niedersachsen zur Wahl?

Insgesamt 26 Parteien und politische Vereinigungen sowie Einzelkandidaten werden sich zur Wahl stellen. Die CDU wird insgesamt 18.235 Kandidaten aufbieten, die im Land regierende SPD 16.256. Die drittmeisten Kandidaten stellen die Grünen mit 8.178 vor der FDP mit 4.290 auf. Für die AfD kandidieren 2.622 Personen, für die Linke 2.102, das BSW kommt auf 305 Bewerber. Wählergruppen kommen auf 14.364 Kandidaten. Die Zahl der Kandidaten insgesamt liegt bei 68.061.
Vor fünf Jahren kam die CDU bei den Wahlen zu den Gemeindevertretungen auf 32,8 Prozent und landete damit vor der SPD mit 29,6 Prozent. Die Grünen kamen auf 13,5 Prozent, Wählergruppen auf 13 und die FDP auf 5,2 Prozent. Die AfD kam auf 2,2 Prozent und die Linke auf 1,6 – wobei zu berücksichtigen ist, dass beide nicht flächendeckend mit Wahlvorschlägen vertreten waren.
In den Kreistagen und Vertretungen der kreisfreien Städte kam die CDU auf 31,7 Prozent, die Sozialdemokraten erreichten 30 Prozent. Die Grünen waren in diesem Bereich, der auch Großstädte umfasst, deutlich stärker und kamen auf 15,9 Prozent. Die FDP erreichte 6,5 Prozent. Eine geringere Rolle spielten dort Wählergemeinschaften mit 5,6 Prozent. Die AfD kam auf 4,6 Prozent, die Linke auf 2,8.

AfD kann auch im Westen auf signifikante Zugewinne hoffen

Eine Woche nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird das Abschneiden der AfD mit besonderem Interesse verfolgt. Zwar ist ein Ergebnis, das auch nur nahe an die knapp 44 Prozent in Sachsen-Anhalt heranreichen würde, unwahrscheinlich. Deutliche Zugewinne und ein landesweit klar zweistelliges Ergebnis sind jedoch zu erwarten.
Landesweite Umfragen sahen die Partei zuletzt bei 20 Prozent. Diese beziehen sich jedoch auf Landtagswahlen. Die AfD tritt nicht in allen Gemeinden an. Für die Ebene der Kreistage, der Region Hannover und der kreisfreien Städte schickt sie 1.166 Kandidaten ins Rennen, für die kreisangehörigen Gemeinden und Samtgemeinden 1.456.
Für die direkt zu wählenden Hauptverwaltungsbeamten stellt die AfD 69 Kandidaten. In 18 Fällen, von denen die meisten Kandidaten der AfD betrafen, leiteten die Wahlausschüsse Verfahren zur Prüfung des Vorliegens der Wählbarkeitsvoraussetzungen ein. In fünf Fällen verneinten sie dieses – vier davon betrafen AfD-Kandidaten.

Kontroverse um Wahlprüfungen – vier AfD-Kandidaten nicht zu Beamtenwahlen zugelassen

Nicht zugelassen wurden die Kandidaturen von Thorsten Moriße zur OB-Wahl in Wilhelmshaven, von Stephan Bothe zur Landratswahl in Lüneburg, von Martin Sichert zur Landratswahl in Friesland und von Justin Vogel zum Bürgermeister von Herzberg am Harz. Nach Prüfung durch den Landkreis wurde die Kandidatur von Reinhild Goes für das Bürgermeisteramt in Nörten-Hardenberg zugelassen. In den übrigen Fällen wurden AfD-Wahlvorschläge für die Wahl der Hauptverwaltungsbeamten nicht beanstandet.
Grundlage für die Prüfungen ist das seit April 2026 geltende neue Niedersächsische Kommunalwahlgesetz. Diesem zufolge müssen Wahlausschüsse bereits im Vorfeld der Wahlen zu Hauptverwaltungsposten die Wählbarkeit von Kandidaten prüfen. Dazu gehört auch die Verfassungstreue. Ein Amt als Oberbürgermeister, Landrat, Bürgermeister oder Regionspräsident ist ein Posten als „Beamter auf Zeit“. Einen solchen kann nur ausüben, wer „Gewähr dafür bietet, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes einzutreten“.
Der Landesverfassungsschutz in Niedersachsen stuft den dortigen AfD-Landesverband als „gesichert rechtsextremistisch“ ein. Eine Mitgliedschaft in der Partei kann deshalb im Fall einer Bewerbung um einen Beamtenposten zum Anlass für eine Überprüfung der Verfassungstreue werden. Sieht der zuständige Wahlausschuss Anlass, diese bei einem Kandidaten zu bezweifeln, darf er die Kommunalaufsicht einschalten.

Staatsrechtler uneinig über Legitimität der Vorprüfung

Diese nimmt für kleine Gemeinden der Landkreis vor, bei Wahlen zum Landrat, Oberbürgermeister oder Regionspräsidenten ist es das Innenministerium. Die Kommunalaufsicht kann das öffentliche Auftreten potenzieller Kandidaten auswerten und auch den Verfassungsschutz um Auskünfte bitten. Anschließend gibt sie dem zuständigen Wahlausschuss eine Empfehlung.
Dieser trifft die letztendliche Entscheidung über die Zulassung jedoch allein. Der Wahlausschuss besteht aus dem Wahlleiter, der den Vorsitz innehat, und sechs Beisitzern, die nach der Parteienstärke bei der letzten Wahl zusammengesetzt sind. Der Ausschuss hat neutral und nicht als politisches Gremium zu agieren. Seine Aufgabe ist es, eine chancengleiche Wahl zu garantieren. Dabei hat er das Interesse an einer Wahrung des passiven Wahlrechts gegenüber jener des Gebots der Verfassungstreue im Einzelfall abzuwägen.
Die AfD, aber auch einige Staatsrechtler wie Volker Boehme-Neßler (Oldenburg) haben die Regelung kritisiert. Boehme-Neßler warnte vor einem „Entzug des passiven Wahlrechts durch die Hintertür“ und einer Verletzung des Prinzips der Allgemeinheit der Wahl. Hans Michael Heinig (Göttingen) hingegen erklärt, es gehe „gerade nicht um ein Parteiverbotsverfahren durch die Hintertür oder um politische Sanktionierungen für bloße Parteizugehörigkeit“. Ziel sei es, sicherzustellen, dass jemand als Person die Gewähr dafür bietet, für die Verfassung einzustehen.

Wird die VW-Krise die Wahl in Niedersachsen beeinflussen?

Die zuständigen Verwaltungsgerichte und das Oberverwaltungsgericht Lüneburg lehnten Eilanträge betroffener Kandidaten gegen deren Nichtzulassung ab. Das OVG verwies darauf, dass das Kommunalwahlrecht einen Wahleinspruch und eine gerichtliche Überprüfung erst nach der Wahl vorsehe. Im Eilverfahren wiege das Interesse am reibungslosen Ablauf der Wahlen und ihrer termingerechten Durchführung schwerer.
Neben dem Abschneiden der AfD stehen vor allem die Wahlen in den größeren Städten von Niedersachsen im Mittelpunkt des Interesses. In Hannover hofft der seit 2019 regierende grüne Oberbürgermeister Belit Onay auf seine Wiederwahl. In der Region Hannover wird ein neuer Regionspräsident gewählt. Derzeit übt der Erste Regionsrat Jens Palandt das Amt kommissarisch aus, weil der gewählte Präsident Steffen Krach bis zum Ende seiner Amtsperiode beurlaubt ist.
Krach wechselte im Vorjahr in die Berliner Landespolitik. Er ist Co-Vorsitzender des dortigen SPD-Landesverbandes und Spitzenkandidat der Sozialdemokraten für die Abgeordnetenhauswahlen am 20. September. Von Interesse dürfte auch sein, wie sich die Krise der Automobilindustrie auf das kommunale Wahlverhalten auswirkt. Mit Wolfsburg, Hannover, Emden, Osnabrück, Braunschweig und Salzgitter gibt es gleich sechs bedeutende Standorte für den VW-Konzern. Unklar ist, inwieweit Bundesthemen die Wahl in den Kommunen beeinflussen werden.
(Mit Material der Nachrichtenagenturen)
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Todesfall überschattet 2:2 zwischen Braunschweig und Dresden

Überschattet vom Todesfall eines Fans hat das Kellerduell in der 2. Fußball-Bundesliga zwischen Eintracht Braunschweig und Dynamo Dresden keinen Sieger gefunden. Vor 20.915 Zuschauern gab es ein 2:2 (1:1)-Unentschieden.
Die Treffer erzielten Nicolai Rapp (3. Minute) und Thomas Keller (72.) für Dynamo sowie Maximilian Entrup (5.) und Mehmet Aydin (68., Foulelfmeter) für die Eintracht.

Eintracht trauert um Fan

Der Anpfiff hatte sich wegen des Einsatzes auf der Haupttribüne um 15 Minuten verzögert. Rettungskräfte schirmten den Einsatzort mit großen weißen Planen ab. Per Stadiondurchsage wurde mitgeteilt, dass ein Mensch um sein Leben kämpfe.
In der Halbzeit gab der Stadionsprecher dann bekannt, dass der Fan auf dem Weg in das Krankenhaus gestorben sei. Auf Wunsch der Familie wurde das Spiel mit der Anfeuerung der Fans fortgesetzt.
„Trotz sofort eingeleiteter Maßnahmen ist der betroffene Eintracht-Fan leider auf dem Weg ins Krankenhaus verstorben“, teilte die Eintracht in den sozialen Medien mit. „Unsere Gedanken und unser tiefes Mitgefühl gelten seiner Familie und seinen Angehörigen.“

Hektischer Auftakt in die Partie

Auf dem Rasen ging es sofort zur Sache. Schon nach wenigen Sekunden sah Robert Wagner die Gelbe Karte. Der Dresdner Mittelfeldspieler schloss die hektische Anfangsphase mit der Dynamo-Führung durch Rapp und dem Eintracht-Ausgleich durch Entrup mit einem Schuss an die Latte (8.) ab.
Nach der Pause entschied der Unparteiische Lars Erbst nach einem Foul von Tobias Raschl an Andi Hoti auf Elfmeter für Braunschweig. Aydin verwandelte sicher. Keller stellte mit dem zweiten Dresdner Treffer im Anschluss an eine Ecke den Ausgleich her. Durch das Remis bleiben beide Teams im Tabellenkeller.
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Kommunen halten an Russland-Partnerschaften fest

Trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und zunehmender hybrider Angriffe in Europa halten Deutschlands Städte und Gemeinden an ihren russischen Städtepartnerschaften fest. Das zeigt eine Umfrage des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ unter rund 100 Kommunen mit russischen Partnerstädten.
Demnach hat seit Beginn des Krieges nur eine Kommune die Städtepartnerschaft offiziell beendet. Alle anderen haben die Verbindungen nach eigenen Angaben ruhend gestellt. Offizielle Reisen, Empfänge und Austauschprogramme finden demnach nicht mehr statt. Formal bestehen die Partnerschaften jedoch fort.
Für den Fall einer Friedenslösung wollen 42 Prozent der befragten Kommunen ihre Partnerschaft wieder aktiv aufnehmen. Darunter Großstädte wie Stuttgart, Dresden, Essen oder Aachen. Nur zwei Kommunen lehnen dies ab; die übrigen äußerten sich unentschlossen. Der Deutsche Städtetag hatte im März 2022 empfohlen, die Städtepartnerschaften nicht aufzukündigen, sondern ruhen zu lassen.
39 Prozent der befragten Kommunen gaben an, dass es seit Kriegsbeginn informelle Kontakte in die russische Partnerstadt gegeben habe, etwa auf Verwaltungsebene, über Vereine oder Kulturinitiativen.
In Münster gab es bis Ende 2022 nach Angaben der Stadt noch alle drei Monate Videogespräche mit der Verwaltung in Rjasan; inzwischen gebe es noch etwa zweimal im Jahr Kontakt.
Die Hamburg Hafen Marketing GmbH erhielt laut RND bis Mai 2026 Geld seitens des Hamburger Senats für Aktivitäten in Russland, unter anderem für ein Büro in St. Petersburg sowie zur Marktbeobachtung im Ostseeraum.
Auch über russisch-deutsche Partnervereine bestehen Kontakte fort. Ehrenamtliche in fünf deutschen Kommunen empfingen laut Umfrage nach Kriegsbeginn Besuch aus ihren russischen Partnerkommunen. Mitglieder der Deutsch-Russischen Gesellschaft Ettlingen reisten dem RND zufolge im Mai 2024 in die Partnerstadt Gatschina.
Gleichzeitig verurteilten 53 Prozent der Kommunen den russischen Angriffskrieg in Schreiben an ihre Partnerstädte. 17 Prozent erhielten darauf eine Antwort. Diese habe teils Putin-treue Formulierungen enthalten, teilte Dresden mit. Tübingen berichtete, aus der Partnerstadt sei als Bedingung für eine Wiederaufnahme des Kontakts die Beseitigung des Nazismus in Europa genannt worden.
Kritik an den fortbestehenden formalen Verbindungen gibt es unterdessen aus der Opposition in einigen Städten. In Hamburg und Düsseldorf scheiterten in diesem Jahr Anträge von CDU und FDP, die jeweiligen Städtepartnerschaften mit russischen Kommunen vollständig zu beenden. Befürworter eines Festhaltens an den Partnerschaften argumentieren dagegen, die Verbindungen zwischen den Bürgern müssten aufrechterhalten werden.
25 Prozent der befragten Kommunen gaben zudem an, seit 2022 eine neue Partnerschaft mit einer ukrainischen Stadt geschlossen oder eine bestehende Verbindung ausgebaut zu haben. (dts/red)
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Mann erschießt Bruder in Seniorenheim und tötet sich selbst

Ein Mann soll laut Polizei in einem Seniorenheim in Hann. Münden in Südniedersachsen bei Göttingen seinen Bruder und dann sich selbst erschossen haben. Die Männer waren 66 und 70 Jahre alt, wie die Polizei mitteilte. Die Tat habe nach ersten Ermittlungen einen „innerfamiliären“ Hintergrund, sagte eine Polizeisprecherin.
Möglicherweise handele es sich um einen „erweiterten Suizid“. Darunter versteht man, wenn ein Mensch sich töten will, zuvor aber auch anderen das Leben nimmt. Zu einem Motiv gab es noch keine Angaben.
Ersten Ermittlungen zufolge hatte der 66-Jährige am Morgen seinen Bruder in der Pflegeeinrichtung aufgesucht. Dann kam es zu einer Schussabgabe. Der 70-Jährige wurde tödlich verletzt. Danach soll sich der 66-Jährige selbst eine tödliche Schussverletzung zugefügt haben. Zu der Tat kam es demnach im Außenbereich der Pflegeeinrichtung.

Keine Hinweise auf weitere beteiligte Personen

Mitarbeiter der Einrichtung seien nicht betroffen gewesen, sagte die Polizeisprecherin. Hinweise, dass andere Personen beteiligt waren, hat die Polizei bislang nicht. Es gebe keinen flüchtigen Täter. „Es besteht keine Gefahr für Unbeteiligte.“ Weiteren Angaben zufolge wurde eine Schusswaffe am Tatort gefunden und sichergestellt.
Polizei und Rettungsdienst waren am Morgen zunächst zu zwei Schwerverletzen in der Senioreneinrichtung am Rande der Altstadt alarmiert worden. Auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz, wie ein dpa-Fotograf vor Ort berichtete. Um Familienangehörige und Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegeeinrichtung zu betreuen, waren Notfallseelsorger im Einsatz.
Die Stadt Hann. Münden im Süden Niedersachsens hat rund 24.000 Einwohner. (dpa/red)