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Anthropic stoppt neues KI-Modell wegen Sicherheitsbedenken

Das US-Unternehmen Anthropic hat sein neues KI-Modell vorläufig vom Markt genommen. Grund dafür seien Sicherheitsbedenken der US-Behörden, die nur wenige Tage nach der öffentlichen Vorstellung des Programms laut wurden, teilte der Konzern mit.
Wie das Unternehmen auf seiner Website schreibt, wurde es angewiesen, ausländischen Nutzern den Zugang zu Claude Fable 5 zu verwehren. Anthropic selbst hatte das Programm zuvor als „zu mächtig“ beschrieben.
„Die Folge dieser Anordnung ist, dass wir Fable 5 und Mythos 5 für alle unsere Kunden sofort abschalten müssen, um die Auflagen zu erfüllen“, hieß es in der Stellungnahme.
Bei Claude Fable 5 handelt es sich um eine Version des Programms Claude Mythos, das mit Diensten wie ChatGPT von OpenAI oder Gemini von Google konkurriert.

US-Behörden äußern Sicherheitsbedenken

Laut Anthropic haben die US-Sicherheitsbehörden keine konkreten Gefahren benannt. Man gehe jedoch davon aus, dass die Regierung von einer Methode erfahren habe, die Sicherheitsvorkehrungen von Fable 5 zu umgehen – ein Vorgang, der als „Jailbreaking“ bekannt ist.
Anthropic erklärte, man habe sich eine Vorführung dieser Methode angesehen, mit der eine Handvoll kleinerer, bereits bekannter Schwachstellen identifiziert worden seien. Diese Schwachstellen seien relativ simpel und könnten auch von anderen öffentlich zugänglichen KI-Modellen gefunden werden, ohne dass eine Umgehung der Sperren nötig sei.
Anthropic steht bereits seit längerem im Fokus der US-Regierung. Präsident Donald Trump hatte das Unternehmen öffentlich kritisiert, Verteidigungsminister Pete Hegseth stufte es später als „Lieferkettenrisiko“ ein – eine Bezeichnung, die zuvor noch nie für ein US-Unternehmen verwendet worden war.
Diese Einstufung bedeutet, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung als nicht sicher genug für den Einsatz in Regierungsbehörden gilt. Anthropic hat daraufhin das Pentagon verklagt. Die Anordnung des Pentagons gilt seitdem als vorläufig ausgesetzt. (dts/red)
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IWH: Wirtschaftswachstum nur bei Öffnung der Straße von Hormus

Die deutsche Wirtschaft wird nach Ansicht des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) nur anziehen, wenn die Straße von Hormus noch in diesem Sommer wieder befahrbar wird.
Andernfalls „würde die deutsche Wirtschaftsleistung im Jahr 2026 bestenfalls stagnieren“, heißt es in einer Analyse. Dann würde Erdöl noch wesentlich teurer werden, und es wäre mit höheren Inflationsraten und Zinssätzen zu rechnen. Auch wäre ein Rückschlag für die deutschen Exporte wahrscheinlich.
Sollte sich der Golfkonflikt jedoch entspannen und sollten die Energiepreise nicht weiter steigen, wird sich nach Ansicht des Instituts die Erholung im Laufe des Jahres 2026 fortsetzen.
In diesem Fall dürfte die Produktion in diesem und im folgenden Jahr um 0,9 Prozent zunehmen. Ähnliche Expansionsraten sind auch für Ostdeutschland zu erwarten.
Im März waren die IWH-Konjunkturforscher für die deutsche Wirtschaft noch von einem Zuwachs von 0,7 Prozent für 2026 und 1 Prozent für 2027 ausgegangen. (dts/red)
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NASA: Italiener nimmt als erster Europäer an Artemis-Mission teil

Der italienische Astronaut Luca Parmitano nimmt als erster Europäer an einem Artemis-Flug der NASA teil.
Die US-Raumfahrtbehörde stellte Parmitano am 9. Juni in Houston als Crewmitglied der Mission Artemis 3 vor, die in der Erdumlaufbahn Tests für eine spätere Mondlandung ausführen soll. „Thank you, grazie“, sagte der 49-jährige Parmitano zum Dank auf Englisch und Italienisch.

Alexander Gerst ging leer aus

Der Italiener ist in der vierköpfigen Crew der einzige Vertreter der europäischen Raumfahrtagentur Esa. Die drei weiteren Astronauten der rein männlichen Artemis-3-Crew gehören der NASA an.
Die US-Raumfahrtbehörde ernannte den 58-jährigen Randy Bresnik zum Kommandanten. Darüber hinaus fliegen Andre Douglas und Frank Rubio mit ins All. Im Gespräch waren auch die deutschen Astronauten Matthias Maurer und Alexander Gerst, sie gingen aber leer aus.
Dass schon bei „Artemis 3“ und nicht erst bei späteren Missionen ein Europäer an Bord sein soll, kam überraschend.

Testpilot gesucht

Die für Ende 2027 geplante Mission Artemis 3 geht nicht wie ursprünglich von der NASA angekündigt zum Mond. Stattdessen sollen die Astronauten bei dem Testflug in der niedrigen Erdumlaufbahn das Andocken von zwei Mondlandefähren erproben.
Parmitano (49), Gerst (50) und Maurer (56) besitzen alle drei Erfahrungen mit Weltraumflügen. Parmitano flog 2013 und 2019 zur Raumstation ISS, Gerst 2014 und 2018, Maurer 2021.
Den Ausschlag für Parmitano habe das von der NASA vorgegebene Anforderungsprofil gegeben, sagte Aschbacher. „Sie haben ganz konkret einen Testpiloten gesucht und in unserem Astronautencorps gibt es nur einen Testpiloten und das ist Luca Parmitano.“
Der Italiener ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er wurde an der italienischen Luftwaffenakademie ausgebildet und hat einen Abschluss in experimenteller Flugtest-Technik. Parmitano war Testpilot der italienischen Luftwaffe. Er wurde 2009 als Esa-Astronaut ausgewählt und war mehrfach an Andockmanövern an die ISS beteiligt.

Mondlandefähren testen

Anders als bei früheren NASA-Projekten sind bei „Artemis“ private Raumfahrtunternehmen wie Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos und SpaceX von Elon Musk involviert: Sie sollen Mondlander („Human Landing System“, HLS) bauen.
Ursprünglich sah das Projekt auch einen Außenposten am Mond namens „Lunar Gateway“ vor, der als Zwischenstation für bemannte Missionen zum Mond und später möglicherweise auch zum Mars dienen sollte. Die Esa ist daran maßgeblich beteiligt, sie stellt unter anderem drei Kernelemente. Vorbereitung und Umsetzung laufen seit Jahren.
Die Pläne würden zumindest vorerst eingestampft, hatte Isaacman dann aber im März gesagt. Eine endgültige Aussage dazu, ob das „Lunar Gateway“ überhaupt noch zum Einsatz kommt, steht bisher aus.

2028 will die NASA Astronauten auf dem Mond landen

Frühestens 2028 strebt die NASA dann die erste bemannte Mondlandung seit gut 50 Jahren an.
Im April hatten vier Astronauten der Vorgängermission Artemis 2 den Mond umrundet. Sie entfernten sich dabei mehr als 406.000 Kilometer von der Erde – so weit war bisher kein Mensch ins All vorgedrungen.
Parmitano flog bisher zwei Mal zur Internationalen Raumstation ISS und war einmal ihr Kommandant. Er wurde 2013 durch einen kuriosen Vorfall bekannt. Damals füllte sich sich sein Helm bei einem „Weltraumspaziergang“ durch einen technischen Defekt mit Wasser, der Italiener ertrank dabei fast. (afp/dpa/red)
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gesellschaft wissen

Was wir aus dem Leck auf der ISS lernen können

Plötzlich musste es schnell gehen, 400 Kilometer über der Erde. Wegen neuer Lecks an einem russischen Modul der Internationalen Raumstation ISS zogen sich mehrere Astronauten vorsorglich in das angedockte Dragon-Raumschiff zurück.
Druckverlust gehört neben Feuer an Bord zu den ernsten Gefahren auf dem Außenposten der Menschheit. Für Raumfahrtexperten ist der jüngste Vorfall zwar kein Grund zur Panik – er zeige aber grundlegende Herausforderungen der bemannten Raumfahrt. Hier sind drei Dinge, die wir daraus lernen können:

Erstens: Die ISS kommt in die Jahre

Die Internationale Raumstation ist seit mehr als 25 Jahren dauerhaft bewohnt. Viele ihrer Module stammen aus den späten 1990er oder frühen 2000er Jahren. Entsprechend nehmen Verschleißerscheinungen zu.
„Die Notwendigkeit einer permanenten Überwachung ist im All mindestens genauso wichtig wie auf der Erde“, erinnert Europas früherer Raumfahrtchef Jan Wörner. „Mangelnde Sorgfalt kann hier nicht einfach durch Sperrung auf Zeit verschoben werden.“
Experten verweisen darauf, dass insbesondere ältere Bauteile des fliegenden Labors zunehmend überwacht und gewartet werden müssen. Der betroffene Übergangstunnel des russischen Servicemoduls Swesda gilt schon seit Jahren als Problemfall. Immer wieder wurden dort kleine Luftverluste registriert und repariert.
Hinzu kommen die enormen Belastungen des Weltraumbetriebs. Extreme Temperaturschwankungen, Materialermüdung, Strahlungseinflüsse und zahlreiche An- und Abdockmanöver hinterlassen Spuren.
Nach russischen Angaben hat das betroffene Andocksystem deutlich mehr Ankopplungen erlebt als andere Module der Station. Der Vorfall in der Schwerelosigkeit zeigt damit auch die Grenzen einer Infrastruktur, die deutlich länger genutzt wird als ursprünglich vorgesehen.

Zweitens: Internationale Zusammenarbeit trägt auch im Krisenfall

Bemerkenswert ist nicht nur das Leck selbst, sondern auch der Umgang damit. Die Sicherheitsprotokolle griffen wie vorgesehen.
Während russische Kosmonauten die Reparaturen vorbereiteten, begaben sich US-Astronauten vorsorglich in das angedockte „Dragon“-Raumschiff von SpaceX. Damit stand jederzeit ein sicherer Rückzugsort sowie die Möglichkeit einer schnellen Rückkehr zur Erde bereit.
In der Dragon-Kapsel kam die SpaceX-Crew 12 im Februar auf die ISS.

In der Dragon-Kapsel kam die SpaceX-Crew 12 im Februar auf die ISS.

Foto: Uncredited/NASA/dpa

Der Zwischenfall verdeutlicht zudem, dass die internationale Zusammenarbeit im All weiter funktioniert. Sicherheitsrelevante Informationen werden auf der ISS ausgetauscht, Entscheidungen koordiniert getroffen und Notfallpläne gemeinsam umgesetzt.
„Es ist bemerkenswert, dass die Zusammenarbeit auf Ingenieurniveau funktioniert – vielleicht auch ein Modell zur Bewältigung irdischer Krisen“, betont Wörner, einst Generaldirektor der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa.
Die ISS sei zu wichtig, um sie im Politikstreit aufzugeben. „Es ist bedauerlich, dass viele andere wissenschaftliche Projekte sofort aufgegeben wurden: Auch in Krisenzeiten müssen Verbindungen bestehen bleiben! Diese Rolle fällt im Moment nur der ISS zu.“

Drittens: Trotz Marsplänen an den Alltag im All denken

Die Aufmerksamkeit der Raumfahrt richtet sich derzeit häufig auf Mondmissionen und langfristige Pläne für bemannte Flüge zum Mars. Der Zwischenfall auf der ISS erinnert jedoch daran, dass die größten Herausforderungen oft im täglichen Betrieb liegen.
Lebenswichtige Systeme müssen rund um die Uhr funktionieren, kleine Materialfehler früh erkannt und Reparaturen unter schwierigen Bedingungen durchgeführt werden.
Gerade für künftige Langzeitmissionen liefern solche Vorfälle wichtige Erkenntnisse. Je weiter sich Astronauten von der Erde entfernen, desto weniger können sie auf schnelle Hilfe von außen hoffen.
Die Erfahrungen mit den ISS-Lecks helfen deshalb, künftige Raumfahrzeuge und Raumstationen robuster zu machen. Der aktuelle Vorfall ist vor allem eine Erinnerung daran, dass bemannte Raumfahrt nicht nur aus spektakulären Zielen besteht, sondern auch aus kontinuierlicher Wartung, Vorsorge und Sicherheitsarbeit.
„Auf der ISS werden täglich Forschungen durchgeführt, die auf der Erde wichtig sind“, meint Experte Wörner. Der Vorfall lehre, dass Redundanz nicht nur für einzelne Elemente, sondern auch für ganze Systeme von Bedeutung ist.
„Deshalb muss rasch an der Nachfolge der Station gearbeitet werden.“ Ein Ortswechsel von der ISS zur chinesischen Raumstation „Tiangong“ (Himmelspalast) wie einst im Raumfahrt-Thriller „Gravity“ sei technisch – und politisch – leider nicht möglich. (dpa/red)
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vital wissen

Pastinake: Fast vergessenes Wurzelgemüse wieder im Trend


In Kürze:

  • Pastinaken sind ein altes Gemüse mit hohem gesundheitlichen Wert.
  • Sie sind ein traditionelles Heilmittel, das die Gesundheit von Leber, Darm und Nieren unterstützen kann.
  • Pastinaken lassen sich vielseitig zubereiten – von Suppen über Püree bis zu knusprigen Pommes oder Aufläufen.

 
Die Pastinake galt einst als wichtiges Grundnahrungsmittel, bevor sie von Kartoffel und Karotte verdrängt wurde. Heute erlebt das traditionelle Gemüse ein bemerkenswertes Comeback. Immer mehr Menschen entdecken die leicht süßliche Wurzel neu, und das aus gutem Grund: Sie ist nicht nur vielseitig einsetzbar und aromatisch, sondern auch ein echtes Nährstoffwunder. 2011 und 2012 wurde sie sogar zum Gemüse des Jahres gewählt.
Die Pastinake (Pastinaca sativa) erinnert optisch an Petersilienwurzel oder weiße Karotten. Sie gehört ebenfalls zur Familie der Doldenblütler und ist damit eng mit ihnen verwandt. Geschmacklich überzeugt sie durch ihr mildes, leicht süßliches Aroma und eine feine nussige Note. Das in Europa heimische Gemüse wird von Oktober bis in den Frühling geerntet. Pastinaken können nämlich im Beet – geschützt mit einer Schicht trockenem Laub oder Stroh – überwintern. Etwas Frost macht sie sogar noch etwas aromatischer und süßer.
Pastinaken sind nicht nur schmackhaft, sondern auch nährstoffreich und leicht bekömmlich und wurden traditionell als Heilmittel verwendet, was die moderne Forschung teilweise stützt.

Reich an Vitaminen und Mineralien

Pastinaken liefern zahlreiche Nähr- und Vitalstoffe. Sie enthalten unter anderem Vitamin C für das Immunsystem sowie B‑Vitamine wie B2, B6 und Folat, die Nerven und Stoffwechsel unterstützen. Zudem sind sie besonders reich an Mineralien und Spurenelementen wie Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen und Zink.
Der hohe Kaliumgehalt kann das Herz-Kreislauf-System entlasten und den Säure-Basen-Haushalt unterstützen, während Calcium und Magnesium Knochen, Muskeln und Nerven stärken. Eisen unterstützt den Sauerstofftransport im Blut und Zink das Immun- und Hormonsystem.
Die komplexen Kohlenhydrate in Pastinaken sorgen für eine lang anhaltende Sättigung, während Ballaststoffe wie das Pektin die Verdauung fördern. Pastinaken sind zudem leicht verdaulich und sehr wohltuend für den Magen. Sie sind daher besonders für Babys und rekonvaleszente Menschen geeignet.

Heilkundliche Verwendung

Neben ihrem ernährungsphysiologischen Wert haben Pastinaken traditionell auch eine heilkundliche Bedeutung. Ihre Wurzeln, Blätter und Samen enthalten heilkräftige Wirkstoffe wie ätherische Öle, Cumarine, Furanocumarine und Gerbstoffe. Wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass das Zusammenspiel dieser Inhaltsstoffe entzündungshemmende, krampflösende, gefäßerweiternde sowie antimikrobielle und antimykotische (gegen Pilze) Eigenschaften besitzen kann.
Sehr interessant sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie koreanischer Forscher in Bezug auf Leber- und Darmgesundheit. Die Forscher stellten fest, dass Pastinaken in der Lage sind, einer Fettleber entgegenzuwirken und den Stoffwechsel zu verbessern. Zusätzlich wurden eine Verbesserung der Darmbarriere und eine Reduktion entzündungsfördernder Stoffe aus Darmbakterien festgestellt. Die Studie wurde zwar an Tiermodellen durchgeführt, die Ergebnisse lassen jedoch vermuten, dass die bioaktiven Inhaltsstoffe und Ballaststoffe auch beim Menschen gesundheitlich relevant sein könnten.
In der traditionellen Heilkunde wird bei Magen-, Gallen-, Nieren- und Blasenbeschwerden sowie bei Appetitlosigkeit Tee aus den Samen empfohlen. Tee aus den Blüten und Blättern soll bei Schlafstörungen helfen. Aber auch bei Entzündungen und Infekten kommt die Pastinake zum Einsatz. Laut Überlieferungen wurde Pastinakensaft im 14. Jahrhundert gegen die Pest verwendet, was ihr den Namen „Pestnacke“ einbrachte.

Vielseitige Verwendung in der Küche

Pastinaken sind ein äußerst vielseitiges Gemüse. Sie eignen sich hervorragend für die Zubereitung von sättigenden Cremesuppen oder feinem Püree. Ebenso bereichern sie Gemüseeintöpfe mit wertvollen Nährstoffen. Auch in Aufläufen, als Ofengemüse oder in Form von knusprigen Pommes sind sie sehr schmackhaft. Roh, fein geraspelt und kombiniert mit Apfel lassen sie sich zudem ideal als frischer Salat genießen.
Pastinaken sind somit sowohl kulinarisch als auch gesundheitlich eine echte Bereicherung.
Hinweis: Furanocumarine, wie sie in Pastinaken vorkommen, können phototoxische Reaktionen auslösen. Das bedeutet, dass beim Kontakt mit der Pflanze, insbesondere mit dem blühenden Kraut, in Verbindung mit UV-Strahlung bei empfindlicher Haut Rötungen oder Bläschen entstehen können. Daher sollten beim Umgang mit der frischen Pflanze vorsorglich Handschuhe getragen werden.

Rezept cremige Pastinakensuppe

Zutaten für 6 Personen:
  • 700 g Pastinake, geschält und grob gewürfelt
  • 1 säuerlicher Apfel, gewürfelt
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 150 ml Sahne
  • 1 EL Butter
  • 4 Blätter Salbei
  • 2 Nelken
  • Salz
  • Pfeffer
  • Croutons zum Bestreuen
Zubereitung:
  1. Butter zerlassen, Pastinaken und Apfel zugeben und kurz durchschwenken. Abdecken und etwa 10 Minuten köcheln lassen, währenddessen gelegentlich umrühren.
  2. Gemüsebrühe, Salbeiblätter und Nelken zugeben. Abgedeckt etwa 15 Minuten leicht köcheln, bis die Pastinaken weich sind.
  3. Salbeiblätter und Nelken entfernen und etwas abkühlen lassen. Mit dem Stabmixer pürieren und Sahne zugeben. Nochmals langsam erwärmen, aber nicht mehr kochen. Abschmecken und mit Salbei und Croutons bestreut servieren.
  4. Guten Appetit!
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
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Universität: Erster Impfstoff von KI entwickelt

Britische Forscher haben mithilfe „Künstlicher Intelligenz“ (KI) einen Impfstoff entwickelt, der gegen ein breites Spektrum von Viren schützen und künftige Pandemien verhindern soll. Das Team der Universität Cambridge spricht von einem grundlegend neuen Ansatz.
Erstmals wurde demnach ein zentraler Bestandteil eines Impfstoffs vollständig von einer KI entworfen, wie die BBC berichtet. Das Präparat ziele auf alle Coronaviren ab, einschließlich aller Covid-Varianten und solcher Viren, die von Tieren auf den Menschen übergehen könnten.
Die Arbeit befindet sich allerdings noch in einem frühen Stadium. Parallel dazu arbeiten die Wissenschaftler bereits an Impfstoffen gegen Grippe und Ebola – auch hier soll KI zum Einsatz kommen.
Impfstoffe trainieren das Immunsystem, Erreger zu erkennen und abzuwehren. Viele Viren verändern jedoch ständig ihr Erscheinungsbild, sodass Impfstoffe schnell wirkungslos werden. Der neue Ansatz soll diesem Problem begegnen.
„Wir sind immer einen Schritt hinterher“, sagte Professor Jonathan Heeney von der Universität Cambridge laut BBC-Bericht. „Unser Ziel ist es, der Entwicklung voraus zu sein.“ Die KI ermögliche es, Impfstoffe zu entwickeln, die auch vor neu auftretenden Erregern schützen. (dts/red)
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Bundesregierung beschließt Programm für Kreislaufwirtschaft

Ob Stahlschrott für Bahnschienen, alte Akkus für neue Batterien oder das Recycling von Baustoffen: Die Bundesregierung will mit einem Aktionsprogramm die Kreislaufwirtschaft stärken und Deutschland unabhängiger machen.
Das Programm sei „gut für die Umwelt, aber auch für die Wirtschaft und macht uns unabhängiger und krisenfester“, sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) am Mittwoch, 3. Juni.
Für viele Wirtschaftsverbände allerdings bleibt der Plan hinter den Erwartungen zurück.
Mit dem Aktionsprogramm soll die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie umgesetzt werden, das Kabinett beschloss das Vorhaben bei seiner Sitzung am Vormittag.
„In der Weltlage gilt für uns mehr denn je: Kreislaufwirtschaft macht uns in Deutschland unabhängiger“, sagte Schneider. „Sie schützt unsere Unternehmen, wenn internationale Lieferketten brüchig werden oder, wie wir es gerade erleben, Handelswege blockiert sind.“
Schneider wies auch auf die Bedeutung der Branche hin: „Wir haben eine Wertschöpfung in diesem Jahr von 60 Milliarden Euro.“ Deutschland sei in der Branche „seit Jahren weltweit Spitzenreiter“.
Der Aktionsplan besteht aus insgesamt zwölf Maßnahmen.

260 Millionen Euro bis 2029

Zentral ist eine Umsetzungsplattform, auf der Unternehmen, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft nach Angaben des Umweltministeriums „Partner für neue Projekte finden, Wertschöpfungsketten und privates Kapital mobilisieren“ können sollen.
Auch soll ein neues Förderprogramm ab Ende 2026 aufgelegt werden, dass laut Ministerium „innovative Produktionsverfahren, die Wiedergewinnung kritischer Rohstoffe und digitale Anwendungen“ unterstützen soll.
Für die Umsetzung der Kreislaufwirtschafts-Strategie werden „finanzielle Mittel im Rahmen des Klima- und Transformationsfonds in erheblichem Maße“ eingesetzt, „nämlich 260 Millionen Euro insgesamt für den Bereich der Kreislaufwirtschaft bis zum Jahre 2029“, wie Minister Schneider sagte. „So viel Geld gab es noch nie für die Kreislaufwirtschaft.“
Ein weiterer Punkt in dem Aktionsplan ist die öffentliche Beschaffung als Hebel für mehr Recyclingprodukte. Allerdings bleibt der Plan hier unkonkret und ohne Zielvorgabe: „Wir werden das jährliche Auftragsvolumen für zirkuläre Produkte über alle Unternehmen mit mehrheitlicher Bundesbeteiligung hinweg kontinuierlich steigern und dafür zeitnah auch regulatorische Hemmnisse abbauen“, heißt es im Aktionsprogramm.

Verbände kritisieren fehlende Vorgaben

Auf die öffentliche Beschaffung zielt auch die Kritik vieler Verbände, unter anderem die des Bundesverbands Nachhaltige Wirtschaft (BNW). „Solange die öffentliche Hand weiter ressourcenintensiv Primärrohstoffe beschafft, ohne Lebenszykluskosten oder Kreislauffähigkeit einzubeziehen, wird das mit der Kreislaufwirtschaft keine runde Sache“, erklärte BNW-Geschäftsführerin Katharina Reuter.
„Der Staat ist der größte Investor des Landes und muss seine milliardenschwere Marktmacht nutzen“, erklärte auch Sarah Brückner vom Maschinen- und Anlagenbauverband VDMA.
„Wir fordern eine konsequente Umstellung auf eine Beschaffung, die Parameter wie Langlebigkeit, Reparierbarkeit Ersatzteilverfügbarkeit und Rezyklierbarkeit priorisiert, ohne neue bürokratische Lasten zu schaffen.“ Brückner sprach zugleich von einem „grundsätzlich richtigen Signal“ durch den Plan.

Auch Industrie zeigt sich enttäuscht

Enttäuscht äußerte sich auch der Bundesverband der Deutschen Industrie. „Das Aktionsprogramm ist zu unambitioniert und setzt kaum neue wirtschaftspolitische Impulse“, erklärte der Verband. Dabei sei das Potenzial erheblich.
Auch der Verband der Chemischen Industrie erklärte, der Plan bleibe trotz guter Ansätze „hinter den Erwartungen zurück“.
Etwas positiver äußerten sich der Digitalverband Bitkom und der TÜV-Verband: „Besonders positiv ist, dass Digitalisierung als Schlüssel zur Kreislaufwirtschaft fest verankert ist“, erklärte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder und verwies auf digitale Produktpässe.
Der TÜV-Verband lobte, das Programm schaffe „eine wichtige Grundlage, um die Potenziale der Kreislaufwirtschaft (…) stärker zu nutzen“. Er kritisierte gleichzeitig, „dass zentrale Hebel im Laufe der Ressortabstimmung abgeschwächt wurden“ und verwies ebenfalls auf die öffentliche Beschaffung. (afp/red)
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Neue Gesetze: EU will Abhängigkeit bei KI und Cloud reduzieren

Künstliche Intelligenz, Clouddienste und Online-Netzwerke: Die EU will raus aus der Abhängigkeit von US-Digitalkonzernen.
Die EU-Kommission stellte am Mittwoch, 3. Juni, ein Gesetzespaket vor, mit dem sie europäische Unternehmen fördern und die Daten öffentlicher Stellen vor dem Zugriff aus dem Ausland schützen will.
Ein Überblick über die Pläne:

Wo liegt das Problem?

Die EU verlässt sich bei zahlreichen Technologien auf Dienstleister aus den USA. Zwar nennt die Kommission die USA in ihren Vorschlägen nicht explizit, doch von keinem Staat außerhalb der EU ist die Abhängigkeit so groß.
Halbleiter – das Grundgerüst zahlreicher Technologien – stammen außerdem aus Taiwan und aus China. Im vergangenen Jahr kam es in Europa zu Engpässen, als der chinesische Mutterkonzern hinter dem Hersteller Nexperia im Streit mit der niederländischen Regierung die Produktion stoppte.

Clouddienste

Cloudserver speichern große Datenmengen, von Nachrichten aus Messenger-Apps bis hin zu Firmendaten. Ohne sie funktionieren viele digitale Dienste schlicht nicht.
Weltmarktführer für solche Clouds ist mit großem Abstand der Amazon-Dienst AWS, gefolgt von Microsoft. US-Anbieter dominieren nach Kommissionsangaben insgesamt 70 Prozent des europäischen Marktes.
Die EU-Kommission will Behörden und Regierungen dazu bewegen, auf europäische Anbieter umzusteigen – vor allem auf Open-Source-Programme, bei denen der Quellcode öffentlich verfügbar ist.
Sie schlägt zudem vor, dass öffentliche Stellen von Krankenhäusern über Rathäuser und Polizei bis zu Regierung und Militär nur Dienste nutzen dürfen, bei denen ihre Daten auf Servern in Europa bleiben.
Je nach Sicherheitsstufe sollen nach Vorstellung aus Brüssel zusätzliche Anforderungen gelten: Vorkehrungen gegen Kill Switches und europäische Eigentümer bis hin zur vollen Kontrolle über die Software durch einen EU-Anbieter.

Künstliche Intelligenz

Die führenden KI-Modelle heißen ChatGPT, Claude, Gemini oder Copilot – und gehören den US-Unternehmen OpenAI, Anthropic, Google und Microsoft. Der US-Konzern Nvidia baut Chips für die KI-Entwicklung.
In Europa sind die Investitionen in Künstliche Intelligenz im Vergleich gering.
KI-Modelle sowie Clouddienste brauchen Rechenzentren, die große Datenmengen verarbeiten können. „Europa verfügt heute über ein Drittel der Kapazitäten in den USA, weit weniger als es sollte“, sagte ein EU-Beamter. „Wir müssen aufholen.“
Er schätzt die Nachfrage für das Jahr 2035 auf rund 60 Gigawatt, nach aktuellem Planungsstand könne die EU bis dahin aber nur 42 Gigawatt liefern.
Die Kommission will deshalb dafür sorgen, dass Genehmigungsverfahren schneller gehen und mehr Fördergelder fließen. Für öffentliche Stellen sollen außerdem ähnliche Regeln wie für Clouddienste gelten, sodass die Nachfrage nach europäischen Anbietern steigt.

Halbleiter

Die Chips sind die Grundlage für Computer, Künstliche Intelligenz und stecken in Autos sowie Smartphones. Mit ASML hat die EU in den Niederlanden zwar den Weltmarktführer für die Maschinen, die Halbleiter herstellen, will aber selbst mehr Chips produzieren.
Ein Zwischenziel von 20 Prozent der weltweiten Chipproduktion werde die EU jedoch verfehlen, räumte ein EU-Beamter ein.
Die Kommission will zudem künftig eingreifen können, falls es zu einem Mangel an Halbleitern kommt. Sie will dann eine Liste der Branchen aufstellen, die zuerst an die Chips kommen – sich also über bestehende Lieferverträge hinwegsetzen.
Außerdem will sie gemeinsame Chipeinkäufe der 27 Staaten koordinieren. (afp/red)
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gesellschaft wissen

Die gigantischen Bedarfe von Rechenzentren


In Kürze:

  • Weltweit entstehen immer mehr und immer größere Rechenzentren.
  • Umweltorganisationen kritisieren ihren riesigen Energiehunger und ihre mangelhafte Ökobilanz.
  • Die größten geplanten Rechenzentren haben einen Strombedarf von bis zu 9 Gigawatt und nehmen riesige Flächen in Anspruch.
  • Auch ihr Wasserbedarf ist vergleichbar mit dem von Städten.

 
Mit Stand November 2025 gab es in Deutschland rund 2.000 Rechenzentren mit einer Anschlussleistung von jeweils mindestens 0,1 Megawatt (MW). Die meisten davon zählen zur kleinsten Kategorie. Nur rund 100 benötigen mehr als 5 MW.
Dennoch stieg die Leistung aller deutschen Rechenzentren 2025 um 9 Prozent auf 2.980 MW. Damit trägt die Bundesrepublik aktuell den Titel des größten Standorts für Rechenzentren in Europa – und wächst weiter. Mehr als 70 Großprojekte für neue Rechenzentren sind angekündigt. Bis 2030 sollen es insgesamt 5.000 MW sein. Besonders der Anteil der Künstlichen Intelligenz (KI) soll deutlich steigen.
Auch weltweit steigt der Bedarf nach Rechenleistung rasant. Das lässt vielerorts Rechenzentren wie Pilze aus dem Boden schießen. In ihnen finden – für die meisten unbemerkt – die Prozesse unter anderem für den Betrieb von Internet und KI statt und sorgen dafür, dass wir Google, WhatsApp, ChatGPT, Netflix oder Onlinebanking benutzen können.

„Greenwashing“ bei der KI-Branche?

Umweltverbände hingegen beobachten die KI-Konzerne ganz genau und kritisieren den enormen Energiehunger ihrer Rechenzentren. Die Unternehmen argumentieren, dass KI ein entscheidendes Werkzeug gegen die Klimakrise sei. Eine Untersuchung mehrerer NGOs kommt zu einem anderen Ergebnis: Die Studienautoren werfen der Branche vor, Umweltschäden zu verschleiern.
Laut der Analyse stützten sich nur 26 Prozent der Aussagen der Betreiber auf wissenschaftliche Studien. Bei 36 Prozent der Behauptungen fehlten die Belege. Der überwiegende Rest verwies auf eigene Berichte.
„Rechenzentren“

KI ist laut Betreibern ein entscheidendes Werkzeug gegen die Klimakrise. Belege für diese Behauptung sind selten, denn Rechenzentren benötigen vielfältige Ressourcen.

Foto: Oselote/iStock

Ein zentraler Kritikpunkt sei die fehlende Differenzierung bei dem Begriff der KI. Demnach beziehen sich die propagierten positiven Klimaeffekte hauptsächlich auf „herkömmliche“ KI-Anwendungen. Der Rechenzentrenboom basiere aber primär auf „generativer“ KI, also auf Systemen wie ChatGPT oder Gemini, die Texte, Bilder und Videos erzeugen. Die Studienautoren konnten hierfür kein Beispiel für eine deutliche Treibhausgasreduktion finden.
Julian Bothe, Senior Policy Manager bei AlgorithmWatch, sagte, wenn es Nachhaltigkeitsvorteile durch KI gebe, dann durch Anwendungen traditioneller KI mit wenig Ressourcenverbrauch. Er fügte hinzu:
„Die großen sprach- und bildgenerierenden Modelle wie ChatGPT, um die es beim aktuellen KI-Hype vor allem geht, verbrauchen Unmengen an Strom und Wasser, verursachen CO₂-Emissionen in der Höhe ganzer Länder, bringen aber keinerlei positiven Nutzen für die Umwelt.“

Angetrieben durch Gaskraftwerke

Wie gewaltig dieser Energiehunger ist, zeigt das geplante „Stratos“-Rechenzentrum im US-Bundesstaat Utah im Bezirk Box Elder County. Dessen Strombedarf ist mit 9 Gigawatt (GW) angegeben. Das entspricht mehr als dem Doppelten des durchschnittlichen Stromverbrauchs des gesamten Bundesstaates Utah. Den nötigen Strom sollen mehrere Gasturbinen auf dem Gelände mit insgesamt 10 GW Nennleistung zur Verfügung stellen. Das macht das Rechenzentrum unabhängig vom öffentlichen Stromnetz. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Grundlast von Deutschland beträgt rund 50 GW.
Auch die Ausmaße des Rechenzentrums sind gigantisch. Rund 16.200 Hektar sind für das neue Hyperscale-Rechenzentrum vorgesehen. Das entspricht rund 22.700 Fußballfeldern oder mehr als einem Sechstel der Fläche von Berlin.
Ebenfalls groß dimensioniert ist das „Hyperion“-KI-Rechenzentrum des US-Konzerns Meta im US-Bundesstaat Louisiana. Auch diese Anlage wird eigene Gaskraftwerke mit mehr als 7 GW haben. Der Konzern baut zunächst einen ersten Abschnitt des Rechenkomplexes mit 2 GW. Allein dieser soll mit 2.250 Hektar Flächenbedarf größer sein als der Central Park in New York.
Nochmal Deutschland zum Vergleich: Die Bundesrepublik plant, bis 2031 bis zu 12 GW an Reservegaskraftwerken zu bauen. Das bedeutet, dass zwei solche Hyperscale-Rechenzentren nebenbei die Kraftwerkskapazität entstehen lassen, die ein ganzes Land absichern soll.
Dass der hohe Strombedarf von Rechenzentren zu Engpässen führen kann, zeigte die Situation am Lake Tahoe im US-Bundesstaat Kalifornien. Hier kann NV Energy, der lokale Stromversorger, ab Mai 2027 knapp 50.000 Menschen nicht mehr mit Strom versorgen. Sie müssen sich einen anderen Anbieter suchen. Stromvorrang erhalten hingegen neue Rechenzentren. Die Bewohner kritisieren, dass man sie behandelt, als würden sie „nicht existieren“. Ebenso würden die Betreiber die Kosten des Booms der Rechenzentren auf sie abwälzen – bei bereits steigenden Strompreisen.

Rechenleistung ersetzt Arbeitskraft

Initiator des „Stratos“-Projekts ist der kanadische Unternehmer Kevin O’Leary. Kostenpunkt für ihn sind umgerechnet rund 85 Milliarden Euro. Er versprach, dass durch das Projekt 10.000 temporäre Bauarbeitsplätze und 2.000 unbefristete neue Arbeitsplätze in der Region entstehen würden.
Zudem sei die Erhöhung der US-Rechenkapazität für die nationale Sicherheit von entscheidender Bedeutung. Ebenso sagte er: „Wir können nicht zulassen, dass die Chinesen uns schlagen.“
Andererseits macht KI Tausende Arbeitsplätze überflüssig. Allein Meta hat die interne Streichung von 8.000 Jobs angekündigt – rund 10 Prozent der Belegschaft – und setzt auf mehr Rechenleistung. Der Konzern entlässt damit jene Mitarbeiter, deren Arbeitsabläufe die KI letztlich ersetzen wird. Es gleicht einem Austausch von menschlicher Arbeitskraft durch KI.

KI kontra Mensch: Wasserklau durch Rechenzentrum

Rechenzentren benötigen jedoch nicht nur Energie, sondern auch enorme Mengen an Wasser zur Kühlung, damit die Prozessoren nicht überhitzen. Vieles davon wird verdunstet, um die Wärme abzuführen. Wie hoch der Wasserverbrauch eines Rechenzentrums sein kann, zeigt wieder ein Beispiel. Im vergangenen Jahr fiel den Bewohnern der Stadt Fayetteville im US-Bundesstaat Georgia ein ungewöhnlich niedriger Wasserdruck auf. Schließlich fand man heraus, dass zwei große Wasseranschlüsse nicht erfasst waren. Diese führten direkt zu einem rund 275-MW-Rechenzentrum.
Letztlich hatte der Datencampus dem Wassernetz rund 110 bis 113 Millionen Liter Wasser entnommen, ohne dafür zu zahlen. Laut der Behörde wurde diese Menge innerhalb von rund vier Monaten bezogen. Der Betreiber gab neun bis 15 Monate an. Trotz geleisteter Nachzahlung ist dies für die Anwohner besonders ärgerlich. Denn die heimliche Wasserentnahme geschah in einer Trockenperiode, die die Gemeinde veranlasste, ihre Bewohner zum Wassersparen aufzurufen.
„Rechenzentren“

Eine wichtige Komponente bei Rechenzentren: die Kühlsysteme.

Foto: coffeekai/iStock

Ein mittelgroßes Rechenzentrum verbraucht laut der US-Umwelt- und Energieorganisation EESI mehr als 400 Millionen Liter Wasser pro Jahr. Hyperscale-Rechenzentren mit bis zu 1 GW können rund 19 Millionen Liter Wasser pro Tag oder knapp 7 Milliarden Liter Wasser pro Jahr verbrauchen. Das entspricht dem jährlichen Trinkwasserverbrauch von über 75.000 deutschen Haushalten oder den Einwohnern der Stadt Heidelberg.
Vielfach größer sind die oben genannten Anlagen „Hyperion“ und „Stratos“. Mit seinen 9 GW kommt „Stratos“ rechnerisch auf über 60 Milliarden Liter Wasser pro Jahr. Das entspricht rund 1,5 Prozent des gesamten jährlichen deutschen Wasserverbrauchs.

Tonnenweise Metalle nötig

Neben Energie, Fläche, Arbeitskraft und Wasser benötigen Rechenzentren außerdem große Mengen an Metallen und anderen wertvollen Rohstoffen. Jedes Megawatt Rechenleistung erfordert laut Weltwirtschaftsforum rund 60 bis 75 Tonnen Mineralien. Diese befinden sich hauptsächlich in den Systemen für die Stromversorgung und die Kühlung.
Neben Stahl/Eisen sind die wichtigsten Metalle Aluminium und Kupfer. Auch Seltene Erden und Edelmetalle wie Neodym und Yttrium, Gold und Silber kommen hier zum Einsatz. Ende 2025 hat das Weltwirtschaftsforum geschätzt, dass bis 2030 die erforderliche Kapazität an Rechenleistung mehr als 100 GW betragen könnte – fast eine Verdopplung der aktuellen Kapazität. Entsprechend steigt der Bedarf an Wasser und Rohstoffen.
Damit einher geht, besonders in Deutschland, eine weitere Herausforderung, nämlich fehlende Netzkapazitäten. Die Netzbetreiber haben für stromintensive Projekte bereits Wartezeiten von mehreren Jahren angekündigt. Weitere Infrastrukturprobleme entstehen durch den begrenzten Flächenbedarf. Die Rechenzentren stehen hierzulande damit in doppelter Konkurrenz – Fläche und Wasser – zu Landwirtschaft und Wohnraum.

Steuergelder für Rechenzentren

In Deutschland profitieren die technischen Anlagen zudem von Steuervorteilen und Entlastungen, die letztlich Steuergelder sind. Dazu hat der Bund im März die neue Rechenzentrumsstrategie veröffentlicht. Demnach profitieren Rechenzentren von „begünstigenden Maßnahmen zur Senkung der Energiekosten“.
Neben Deutschland gewähren auch andere Industriestaaten steuerliche Anreize für Rechenzentren. In den USA bieten aktuell 38 Staaten spezielle Steueranreize für sie an. So kann sich Metas geplanter „Hyperion“-Standort über eine Erleichterung von umgerechnet 2,84 Milliarden Euro freuen. Dieses Geld muss die Regierung an anderer Stelle einsparen oder anderweitig einnehmen.
Auch andere Länder wie Frankreich oder Großbritannien wollen in diesem globalen Wettbewerb durch finanzielle Anreize mithalten.
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Mathematiker: KI-Hype nicht unkritisch übernehmen

Mehr als 150 Mathematiker aus aller Welt haben davor gewarnt, den „Hype“ um die mathematischen Fähigkeiten von Systemen der Künstlichen Intelligenz (KI) unkritisch zu übernehmen.
In einer am Dienstag, 2. Juni nach einer Konferenz in der niederländischen Universitätsstadt Leiden veröffentlichten Erklärung hieß es, KI-Entwickler hätten „einen starken kommerziellen Anreiz“, die Fähigkeiten ihrer Produkte übertrieben darzustellen.

Kommerzielle Marktlogik und falsche Beweise

Öffentlichkeitsarbeit zu KI werde häufig nach Marktlogik betrieben und nicht im Tempo wissenschaftlicher Begutachtung.
Dabei würden KI-Lösungen für einzelne mathematische Aufgaben irreführend als Maßstab für die allgemeinen Fähigkeiten kommerzieller KI-Modelle dargestellt, hieß es in der Leidener Erklärung.

Kritik am KI-Wettlauf: Mathematiker Michael Harris von der Columbia Universität, bemängelt den extremen wirtschaftlichen Druck in der Branche, der zu einer verzerrten und übertriebenen Darstellung realer KI-Fähigkeiten führe.

Foto: Steve Rosenbach / iStock

Der Mathematiker Michael Harris von der Columbia Universität, einer der Mitautoren der Erklärung, sagte, zwischen den großen KI-Laboren herrsche ein „Wettbewerb auf Leben und Tod“. Die Unternehmen versuchten, mit Hilfe der Mathematik Investitionen anzuziehen.
Die Autoren der Erklärung warnen unter anderem davor, dass KI-Systeme plausibel wirkende, aber letztlich falsche „Beweise“ erzeugen könnten, die für Menschen schwer zu überprüfen seien.
Auch bestehe die Gefahr, dass die Nutzung von KI in der Mathematik Forschung begünstige, die sich vor allem an neuen praktischen Anwendungen orientiere, zulasten anderer wichtiger Fragestellungen.

Warnung vor Missbrauch und ethische Pflichten

Die Autoren warnen außerdem vor möglichen Schäden durch KI bei der Kriegsführung, der Massenüberwachung, der Destabilisierung politischer Systeme und der Umweltbelastung.
Sie riefen Kollegen ihrer Zunft auf, die ethischen Folgen ihrer Forschung zu prüfen und sich nötigenfalls aus schädlicher Arbeit zurückzuziehen.
KI eröffne „neue und spannende Möglichkeiten“, werfe aber auch Fragen auf, „die nicht ungeprüft bleiben dürfen“, erklärte die Vizepräsidentin der Internationalen Mathematischen Union (IMU), Ulrike Tillmann.
Die Zukunft der mathematischen Forschung müsse von „menschlichem Urteilsvermögen, fairen und transparenten Verfahren“ sowie den „gemeinsamen Werten der weltweiten mathematischen Gemeinschaft“ geleitet werden. (afp/red)
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Von der Draisine zum Fahrrad: Wie zwei Räder die Welt bewegten


In Kürze:

  • Vor über 200 Jahren erfand ein deutscher Freiherr das erste Fahrrad – vielleicht wegen eines Schlittschuhs oder Vulkanausbruchs.
  • Über rund fünf Jahrzehnte wurden die zeitweise verbotenen und kritisch beäugten Zweiräder immer größer – und schneller.
  • Ein Engländer entwickelte 1885 das uns heute geläufige Fahrrad – sein Durchbruch gelang letztlich erst mit einem illegalen Radrennen.
  • Zehn Jahre später erhielt die erste Laufmaschine einen elektrischen Antrieb – bis das Konzept wieder aufgegriffen wurde, sollte fast ein Jahrhundert vergehen.

 
Es war ein besonderer Schritt für seinen Entwickler und ein revolutionärer für die Welt: die Erfindung des Fahrrads. Heute begleitet das zweirädrige Fortbewegungsmittel Menschen weltweit in den Urlaub, zur Arbeit oder zum Bäcker.
Der Begriff „Fahrrad“ ist inzwischen so geläufig, wie sein Tretpedal oder seine Gangschaltung. Doch erst 1885 führten Mitglieder der Radfahrvereine in Deutschland den Namen ein. Zuvor bezeichneten die Deutschen mit „Fahrrad“ primär Motorräder, während das unmotorisierte Zweirad „Laufmaschine“ oder „Draisine“ hieß. Bis 1920 fand auch die französische Bezeichnung „Veloziped“ Verwendung.
Bis heute haben sich mit „Drahtesel“ oder „Stahlross“ weitere scherzhafte Bezeichnungen in unserem Sprachgebrauch etabliert – ergänzt durch dialektspezifische Namen. So heißt das Fahrrad im Niederdeutschen auch „Fietse“, im Münsterland „Leeze“ oder in Bayern einfach „Radl“.
Doch egal welcher Name heute verwendet wird, die über 200-jährige Erfindung wird am Weltfahrradtag am 3. Juni geehrt. Moderne Drahtesel zeichnen heute im Wesentlichen vier Punkte aus: zwei durch einen Rahmen verbundene Räder, einen Tretkurbelantrieb, zwei gleich große Räder und luftgefüllte Gummireifen. Die ersten Fahrräder erfüllten jedoch nur einen Teil dieser Bedingungen.

Der Muskelkraftwagen (1420) – die Vorgänger

Mit menschlicher Kraft angetriebene und lenkbare Fortbewegungsmittel gab es lange vor der Erfindung des Fahrrads. Der älteste Beleg eines sogenannten Muskelkraftwagens stammt aus dem Jahr 1420 und ist eine Zeichnung des italienischen Arztes Johannes de Fontana (1395–1455). Sein Gefährt soll demnach mittels Seilzug und Trommelmechanismus bewegt worden sein.
Eine weitere bekannte Entwicklung stammt aus dem Jahr 1655 von Stephan Farfler (1633–1689). Damit der ab der Hüfte gelähmte Uhrmacher aus Nürnberg mobil blieb, baute er einen dreirädrigen Wagen mit Handkurbelantrieb. Ähnliche Fahrzeuge gibt es bis heute.
Als offizielle Geburtsstunde des Zweirads gilt das Jahr 1817. Es wird gemunkelt, dass der Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora im Jahr 1815 zur Erfindung des Fahrrads führte. Weil sich das Wetter verschlechterte und es zu Missernten kam, sollen Lasttiere vermehrt auf den Tellern der Hungernden gelandet sein. Um Güter dennoch zu transportieren, habe der deutsche Forstbeamte Karl Freiherr von Drais (1785–1851) aus Karlsruhe den Drahtesel erfunden.
Der deutsche Forstbeamte Karl Freiherr von Drais (1785–1851) aus Karlsruhe hat das Fahrrad erfunden

Der deutsche Forstbeamte Karl Freiherr von Drais (1785–1851) aus Karlsruhe gilt als Vater des Fahrrads.

Die Draisine (1817) – Erfindung und Verbot des Fahrrads

Laut dem erfinderischen Deutschen selbst soll er die Inspiration für seine Draisine, wie er sein Fahrrad nannte, von Schlittschuhen genommen haben. Bis heute sind deren Kufen häufig an zwei hintereinander liegenden Punkten unter den Schuhen befestigt. Mit dem Umschwenken von vormals vier Rädern auf zwei schuf Karl von Drais damit das erste Fahrrad der Geschichte.
Dafür verband er zwei gleich große Holzräder mit Eisenreifen über einen hölzernen Rahmen so miteinander, dass das Vorderrad lenkbar war. Zusätzlich stattete von Drais sein Gefährt mit einem ausklappbaren Ständer, Bremsen und einem Gepäckträger aus. Angetrieben wurde die 25 Kilogramm schwere Draisine wie ein Laufrad durch Abstoßen mit den Beinen.
Am 12. Juni 1817 soll von Drais auf diese Weise seine erste, 15 Kilometer lange Probefahrt von Mannheim nach Schwetzingen innerhalb einer Stunde absolviert haben. Damit war er viermal so schnell wie die Postkutschen der damaligen Zeit. Um den Bekanntheitsgrad seiner Erfindung zu steigern, organisierte er zudem öffentliche Fahrten und Veranstaltungen und sorgte damit für Staunen in der Bevölkerung.
So schnell wie sein Rad rasten die Meldungen von seiner Erfindung durch Europa. Überall bauten Findige die Draisine nach – häufig jedoch ohne Bremsen. Weil das Balancieren ungewohnt war und es wegen der schnellen Fortbewegung häufig zu Unfällen kam, wurde das Fahrrad in Deutschland vielerorts verboten.

Das Künzelsauer Schubstockrad (1850) – mit Handantrieb und Fußlenkung

Freunde des Zweirads ließen sich jedoch nicht vom Fahrrad abbringen. Bereits kurz nach der Erfindung der Draisine schlugen Erfinder zahlreiche Verbesserungen vor oder entwickelten das Fahrrad weiter – etwa zum sogenannten Schubstockrad.
Erste Anregungen dieser Art kamen 1817, kurz nach Erfindung der Draisine, von Johann Carl Bauer. Sie beinhalteten zwei Hinterräder und einen Antrieb über Schubstöcke, auch „Jungnickelsche Hebel“ genannt. Erstmals technisch umgesetzt wurde diese Idee jedoch erst 1850 in Künzelsau, Baden-Württemberg, wo der Schmied Heinrich Färber ein Schubstockrad baute.
Das Fahrrad von Färber besaß zwei mit Eisen beschlagene Holzräder und einen Sattel. Mit 50 Kilogramm, 120 Zentimetern Höhe, 56 Zentimetern Breite und 182 Zentimetern Länge war die Konstruktion groß und schwer. Das Vorderrad war kleiner als das Hinterrad (Durchmesser: 42 und 80 Zentimeter) und an dessen Aufhängung waren Fußrasten angebracht.
Die Fortbewegung selbst erfolgte ohne Bodenkontakt der Füße durch das schnelle Vor- und Zurückbewegen eines langen Hebels, an dem zwei Schubstangen befestigt waren. Sobald der Fahrer saß und den Hebel zu sich zog, wurden die Stangen nach hinten und damit gegen den Boden gedrückt. Das Abstoßen sorgte dafür, dass sich die Konstruktion bewegte. Gelenkt wurde mit den Füßen auf den Rasten am Vorderrad.
Von der Draisine zum Fahrrad: das Schubstockrad

Das Schubstockrad wurde von Hand betrieben und hatte eine Fußlenkung.

Das Tretkurbelrad (1853) – drei Erfinder

Die mit Schubstöcken angetriebenen Räder gerieten mit der Erfindung des Tretkurbelrades bald in Vergessenheit. Umstritten ist jedoch, welcher deutsche Ingenieur der Erfinder dieses Radtyps ist.
Zur Auswahl stehen zwei mögliche Kandidaten aus Bayern: der deutsche Ingenieur und Arzt Joseph von Baader (1763–1835) aus München sowie der Schreiner und Musikinstrumentenbauer Philipp Moritz Fischer (1812–1890) aus Oberndorf bei Schweinfurt.
Das Fahrrad von Joseph von Baader ist mit seinem geraden Holzrahmen und den zwei gleich großen Rädern im Aussehen noch stark an die Draisine angelehnt – die einzige Neuerung ist die Tretkurbel am Vorderrad. Der Münchner Arzt soll sein Tretkurbelrad gebaut haben, um schneller zwischen seinen Patienten umherfahren zu können.
Das Rad von Fischer erinnert dagegen optisch an ein Moped. Es besaß ebenfalls eine am Vorderrad angebrachte Tretkurbel, jedoch zusätzlich ein Scheinwerferlicht und zwei ungleich große Räder. Sein Zweirad baute der Schreiner vermutlich auch zum Eigenbedarf.
Ob der deutsche Mechaniker Heinrich Mylius (1813–1892) aus dem thüringischen Friedrichsthal seinerseits eine Rolle spielte, ist umstritten. Sein angeblich 1845 erfundenes Fahrrad scheint aufgrund der speziellen Form der Hinterradgabel deutlich jünger zu sein.

Die Michauline (1861) – erste Serienfertigung

Dasselbe Tretkurbel-Prinzip entwickelte unabhängig davon der französische Wagenbauer Pierre Michaux (1813–1883) mit seinem Sohn Ernest ab 1861. Laut Überlieferungen kam den Franzosen diese Idee, nachdem sie die Draisine eines Kunden reparieren sollten. Kurzerhand sollen sie zusätzlich einen Tretkurbelantrieb angebracht haben.
Ihre Konstruktion besaß wiederum zwei mit einem Holzrahmen verbundene Holzräder mit Eisenbereifung, wobei das Vorderrad etwas größer war als das Hinterrad mit 90 Zentimetern Durchmesser. Wegen ihrer ruckeligen Fahrweise erhielten die Räder scherzhaft den Namen „Knochenschüttler“.
Die Familie Michaux stellte ihre Erfindung 1867 auf der Weltausstellung in Paris aus und erlangte dadurch größere Bekanntheit. Mit mehr als 400 Exemplaren waren die sogenannten Michaulinen die ersten in großer Stückzahl hergestellten Fahrräder.
Nur ein Jahr später kam es am 1. November bei Bordeaux zum ersten Fahrradrennen der Welt. Dabei traten vier Frauen auf Michaulinen gegeneinander an – Siegerin war Mademoiselle Julie. Das Rennen sorgte fortan in Frankreich für einen Fahrrad-Boom, sodass immer mehr Menschen – einschließlich des Adels – zum Drahtesel griffen.

Das Hochrad (1867) – Speichen im Wandel

Ebenfalls technisch zu den Tretkurbelrädern gehören die Hochräder mit ihren markanten, sehr unterschiedlich großen Rädern. Als Erfinder gilt die Firma Compagnie Parisienne der Gebrüder Olivier, die das Geschäft der Familie Michaux übernahm. Mit ihrer Entwicklung wollten die Gebrüder Olivier die Radrennen als neu aufgekommenen Volkssport unter französischen Männern weiter anfeuern.
Das erste Hochrad besaß einen Rahmen aus Eisen und Räder mit Holzspeichen, wodurch das Rad 40 Kilogramm wog. Charakteristisch für das Hochrad sind das große Vorder- und das kleine Hinterrad mit 127 und 35 Zentimetern Durchmesser. Die großen Vorderräder machten die Fahrzeuge schneller. Um auf das Fahrrad aufzusteigen, mussten die Fahrer springen oder die Hilfe einer zweiten Person in Anspruch nehmen. Erst bei späteren Modellen wurden Fußrasten als Aufstiegshilfen angebaut.
 
Aber auch in Deutschland wurden Hochräder gebaut. Der bekannteste Hersteller war Heinrich Büssing (1843–1929) aus Wolfsburg, der später den Lastkraftwagen und den Omnibus erfand.
Ab 1871 ersetzten Fahrradbauer die hölzernen Speichen durch Draht oder Stahl und die Räder erhielten Vollgummireifen. Eine wichtige Neuerung kam zudem von dem englischen Fabrikanten James Starley (1830–1881). Er ersetzte die radial angeordneten Speichen durch tangential angeordnete, um die Kräfte besser abzuleiten und die Räder belastbarer zu machen.
Dies hatte jedoch zur Folge, dass die großen Vorderräder zwingend richtigherum eingebaut werden mussten, damit das Rad beim Treten nicht in sich zusammenbrach. Um dies zu verhindern, entwickelte Starley 1874 seine einfach tangential angeordneten Speichen zu gekreuzten Tangentialspeichenrädern weiter.

In der Anfangszeit waren Räder mit radialen Speichen (l.) üblich. 1871 erfand der Engländer James Starley die einfach tangentiale Anordnung der Speichen (m.) und 1874 die gekreuzt tangentiale Anordnung.

Foto: kms/Epoch Times

Das Einrad (um 1870) – 200 Kilometer an einem Tag

Die nächste Schwierigkeitsstufe im Fahrradfahren entwickelte der Italiener Alexander Giovanni Battista Scuri um 1870 mit dem Einrad. Er war vermutlich auch der Erste, der die spezielle Fahrweise erlernte.
1880 war es dann so weit: Scuri soll innerhalb eines Tages mit seinem Einrad von Mailand nach Turin gefahren sein, was einer Strecke von etwa 200 Kilometern entspricht. Fortan war das Einrad besonders bei Artisten beliebt.
Die ersten Modelle dieser Art besaßen zusätzlich eine Lenkstange, die heute nicht mehr üblich ist. Ebenso ungewohnt ist der Name „Monocycle“, wie man zur Zeit seiner Erfindung das Einrad in Deutschland nannte.

Das hohe Sicherheitsrad (1878) – Räder an die Kette gelegt

Da die in den 1870er-Jahren beliebten Hochräder bald enorme Größen erreichten und es zu gefährlichen Stürzen kam, wurde dieser Radtyp zu einem sogenannten hohen Sicherheitsrad weiterentwickelt.
Dieser Bestrebung gingen vor allem Ingenieure in England nach. So beinhalteten die Modifizierungen unter anderem die Verkleinerung der Vorderräder und die Verlagerung des Fahrradschwerpunktes in Richtung Hinterrad.
Besonders Edouard Carl Friedrich Otto (1841–1905) sorgte mit seinem 1878 in London entwickelten Fahrrad „Kangaroo“ für mehr Sicherheit. Der gebürtige Berliner fügte seinem Rad zudem einen Kettenantrieb hinzu. Der erste war er damit aber nicht. Erfunden und erstmals an einem Hochrad verbaut wurde ein solcher Mechanismus ein Jahr zuvor in Frankreich.

Das Bicyclette (1879) – Hinterradantrieb wird Serie

Einen weiteren Schritt in die Richtung unseres modernen Fahrrads ging der Engländer Harry John Lawson mit seinem Bicyclette. Bisher besaßen die Zweiräder meist einen Vorderradantrieb mittels Trethebeln.
1879 fügte Lawson seinem Drahtesel jedoch einen Kettenantrieb auf das Hinterrad hinzu. In seiner restlichen Erscheinung ähnelte das Fahrrad des Engländers mit seinen ungleich großen Rädern immer noch einem Hochrad.
Von der Draisine zum Fahrrad: das Bicyclette

Das Bicyclette, erfunden von dem Engländer Harry John Lawson im Jahr 1879.

Bereits vor Lawson gab es vier Erfinder aus Schottland und Frankreich, die einen Hinterradantrieb konstruierten. Diese älteren Modelle wurden jedoch mit Schwinghebeln statt Ketten bewegt, wie der schottische Schmied Kirkpatrick Macmillan (1812–1878) im Jahr 1839 erstmals anwandte.

Das Sicherheitsniederrad (1885) – Durchbruch dank illegalem Radrennen

Doch alle Fahrradtypen konnten sich letztlich nicht gegen das Sicherheitsniederrad des Engländers John Kemp Starley (1855–1901) durchsetzen. Er war der Neffe von James Starley, der die modernen Tangentialspeichenräder erfunden hatte.
John Kemp Starley wollte das neue Fahrrad in puncto Rahmenform, Sicherheit und Kraftverhältnis verbessern. Sein erster Prototyp, der „Rover I“, wurde von der Presse jedoch stark kritisiert. Man glaubte nicht an die gute und schnelle Fahrweise der Neuentwicklung.
Daraufhin baute Starley einen zweiten Prototyp, den „Rover II“, der als Vorbild heutiger Fahrräder gilt. Um Aufsehen zu erregen und seine Kritiker zu überzeugen, veranstaltete Starley ein illegales Radrennen. Sein Rover II brillierte, ein neuer Weltrekord wurde aufgestellt und die Beliebtheit des Sicherheitsniederrades stieg.
Im Vergleich zu vorherigen Radtypen besaß das neue Modell zwei gleich große Räder sowie Steuerung und Bremsen an den Vorderrädern. Ab den 1880er-Jahren folgten zahlreiche Erfindungen wie die Gangschaltung, die Rücktrittbremse und luftgefüllte Reifen, die heute zur Standardausrüstung eines modernen Fahrrads gehören.

Das Damenrad (1889) – Einstieg aus Holland

Seit der Erfindung des ersten Fahrrads waren Frauen aufgrund der Kleidernorm benachteiligt, was das Fahren des Zweirads betraf. So galt es als üblich, dass Frauen lange Röcke oder Kleider trugen, die jedoch beim Fahrradfahren störten.
Als einer der Ersten baute der Engländer Dennis Johnson 1819 eine Draisine so um, dass Frauen mit langem Rock gefahrlos Rad fahren konnten. Sporadisch wurden Räder fortan frauenfreundlich umgebaut und vom weiblichen Geschlecht gefahren.
Der große Durchbruch gelang jedoch erst mit der Entwicklung des Sicherheitsniederrades. So baute John Kemp Starley 1889 ein Modell eigens für Damen, das „Rover Ladys Safety“. Niederländische Fahrradhersteller kopierten dieses Modell, fügten einen Vollkettenschutz und Seitenverkleidungen hinzu und schufen so das bekannte Hollandrad.

Das Tandem (1890er-Jahre) – gemeinsam radeln

Nachdem das Fahrrad für jedes Geschlecht technisch fahrbar war, tüftelten Ingenieure daran, mit einem Drahtesel mehr als eine Person zu bewegen. Wie auch beim Damenrad legte Starleys Sicherheitsniederrad den Grundstein für das Tandem.
Obwohl es bereits erste Patente in den 1880er-Jahren gegeben hat, gilt der Däne Mikael Pedersen (1855–1929) als Erfinder des ersten Tandems. Er baute sein Pedersen-Fahrrad für zwei Personen um und entwickelte mit dem „Quad“ auch ein Tandem für Vier.
1896 baute die US-amerikanische Firma „Waltham Manufacturing Company“ mit ihrem Zehner-Tandem „Oriten“ das größte Tandem der Welt. Dieses war knapp 140 Kilogramm schwer und über 7 Meter lang, was die Grenze des physikalisch Umsetzbaren bildete. Heutige Tandems werden daher meist wieder nur für zwei bis vier Personen gebaut.

Das BMX (1960er-Jahre) – Tricks auf zwei Rädern

Im 20. Jahrhundert entstanden keine neuen Fahrradtypen – lediglich die zusätzliche Ausrüstung wurde weiter verbessert oder das Sicherheitsniederrad für spezielle Zwecke angepasst. Dazu gehört auch das heute bei Kindern und jungen Erwachsenen beliebte BMX.
Dies ist eine Weiterentwicklung aus den 1960er-Jahren, als in den USA Tricks und Stunts mit kleinen Fahrrädern immer beliebter wurden. Charakteristisch dafür sind deshalb der stabile Rahmen, der hohe Lenker und die Metallrohre an den Achsen der Vorder- und Hinterräder. Eine modifizierte Art des BMX kam in den 1970er-Jahren nach Europa und wurde dort als Bonanzarad verkauft.
Von der Draisine zum Fahrrad: das BMX

Das BMX wurde in den 1960er-Jahren in den USA erfunden.

Foto: Henfaes/iStock

Das Mountainbike (1973) – zunächst nur bergab

Ebenfalls eine US-amerikanische Weiterentwicklung des Fahrrads ist das Mountainbike, welches im Jahr 1973 erfunden wurde. Die ersten Modelle besaßen stabile Räder mit dicken Ballonreifen und waren relativ schwer, weshalb sie vor allem für Abfahrten im Gelände verwendet wurden. Als erster Hersteller eines Mountainbikes nach modernem Standard gilt der Designer und Anwalt Joe Breeze aus Kalifornien.
Von der Draisine zum Fahrrad: das Mountainbike

Das erste Mountainbike eignete sich nur für Abfahrten im Gelände. Heute gibt es dafür spezielle Downhill-Bikes.

Foto: Sandra Alkado/iStock

Das E-Fahrrad (1982) – ein Jahrhundert mit Hilfsmotor

Ähnlich wie bei E-Autos gab es schon früh die ersten elektrisch angetriebenen Fahrräder, die sich, wie ihre vierrädrigen Gefährten, jedoch nicht dauerhaft durchsetzen konnten. Als Erster versah Ogden Bolton aus den USA 1895 seine Draisine mit einem E-Motor. 1899 baute der deutsche Erfinder Albert Hänsel an seinem mit Pedal betriebenen Rad auch einen Elektromotor ein.
Als Vater des heutigen E-Bikes gilt der deutsche Egon Gelhard aus Zülpich, Nordrhein-Westfalen. Sein Rad wurde wie die modernen E-Fahrräder durch einen elektrischen Motor unterstützt, der aber vom Treten der Pedale abhängig war.
Von der Draisine zum Fahrrad: das E-Bike

Das erste mit einem elektrischen Motor betriebene Fahrrad fuhr 1895 über US-amerikanische Straßen.

Foto: frantic00/iStock

Das Fahrrad bewegt die Welt

Abgesehen von spezifischen Rädern, die primär für bestimmte Personengruppen gebaut wurden, ermöglichte das Fahrrad lange vor dem Automobil einer Vielzahl von Menschen, schneller von einem Ort zum anderen zu gelangen.
Obwohl sich der Nutzen vielleicht nicht sofort erschließt, fand der Drahtesel auch im Militär mehrfach und lange Zeit Verwendung. So rollten Fahrräder seit 1870 für die französische Armee, seit 1878 für die italienische und seit 1892 für die deutschen Truppen.
Während die letzte Fahrradtruppe auf dem europäischen Kontinent im Jahr 2003 von den Schweizern eingestellt wurde, nutzt die Armee von Sri Lanka noch heute das Fahrrad für ihre militärischen Dienste.
Heute gibt es schätzungsweise eine Milliarde Fahrräder weltweit. Es ist damit das am häufigsten genutzte Fahrzeug überhaupt. Schätzungen zufolge kommt Deutschland dabei auf 84 Millionen Drahtesel (Stand 2023). Das sind mehr, als in den ersten 150 Jahren ihrer bewegten Geschichte insgesamt über die Straßen der Welt gerollt sind.
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Vier Berliner Przewalski-Pferde reisen in die Steppe

Erneut wildert der Berliner Tierpark vier Przewalski-Pferde in der kasachischen Steppe aus.
In wenigen Tagen solle der Transport in die zentralkasachische Altyn-Dala-Steppe erfolgen. Die Tiere, die in der Wildnis einst ausstarben, sollen dort dauerhaft wieder heimisch werden.
Laut Tierpark befinden sich fünf Stuten in der Quarantäne- und Vorbereitungsstation. Welche vier von ihnen auf die Reise gehen, entscheidet sich erst kurz vor dem Abflug – je nach Gesundheitszustand und sozialer Dynamik.
Der Transport erfolgt in speziellen Kisten und wird von Tierärzten, Tierpflegern und Biologen begleitet.
Die im natürlichen Lebensraum als lange Zeit ausgestorben gegoltenen Przewalski-Pferde im Tierpark Berlin.

Die im natürlichen Lebensraum als lange Zeit ausgestorben gegoltenen Przewalski-Pferde im Tierpark Berlin.

Foto: Jens Kalaene/dpa

Vier Hengste kommen aus dem Zoo aus Prag

Die Ansiedlung der Tiere in der Altyn-Dala-Steppe, dem historischen Verbreitungsgebiet der Przewalski-Pferde, ist Teil eines internationalen Erhaltungszuchtprogramms unter Federführung des Prager Zoos. 2024 wurden erstmals Tiere aus dem Tierpark Berlin nach Kasachstan gebracht.
Ein weiterer Transport mit vier Hengsten aus dem Prager Zoo befindet sich den Angaben zufolge derzeit auf dem Weg in die Steppe.
„Wir werden dieses Programm fortführen, bis eine stabile Grundlage für eine lebensfähige Population in den Steppen Zentralkasachstans geschaffen ist“, erklärte die Direktorin des Prager Zoos, Lenka Poliaková, laut Tierparkmitteilung. Die Initiative „Return of the Wild Horses“ sei das „Flaggschiff des Prager Zoos“.

Ein Symbol des Artenschutzes

Das Przewalski-Pferd gilt als letztes echtes Wildpferd der Erde. Nach seinem Aussterben in der Wildnis in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts überlebte die Art ausschließlich in menschlicher Obhut.
Nach ersten Projekten in den 90er Jahren gibt es inzwischen wieder stabile Populationen in der Mongolei und in China.
Die kasachische Altyn-Dala-Steppe mit ihren riesigen Graslandschaften, Halbwüsten und Feuchtgebieten bietet ideale Lebensbedingungen für eine Vielzahl von Wildtieren. Die grasfressenden Przewalski-Pferde leisten einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität und Widerstandsfähigkeit des Ökosystems. (afp/red)
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Runde Nostalgie: Die Geschichte des Fußball


In Kürze:

  • Bereits vor mehreren Tausend Jahren spielten Menschen in Mesoamerika und im Alten China ein fußballähnliches Spiel.
  • Der Ballsport, wie wir ihn heute kennen, entstand erst vor rund 200 Jahren in England – mitsamt seiner charakteristischen Spielregeln.
  • Obwohl Deutschland heute als Fußballland gilt, hatte die Sportart hierzulande einen schweren Start und musste sich lange dem Turnen geschlagen geben.
  • Werden alle Podestplätze bei der Welt- und Europameisterschaft zusammengezählt, ist Deutschland die erfolgreichste Nation im Fußball.

 
Ein Ball, eine große freie Fläche und etwas, das als Tor definiert werden kann – fertig sind die grundlegenden Bedingungen für ein Fußballspiel. Die Stadt oder das Land spielen dabei keine Rolle, denn Fußball ist die am weitesten verbreitete Sportart der Welt und somit fast auf jedem Kontinent zu finden.
Doch wie weit reicht die Tradition vom Kicken eines Balls zurück? Welches Land gilt als Heimat des Fußballs? Warum sprühte ein Verantwortlicher kurz vor einem Spiel den Ball mit Farbe an? Und warum ist Deutschland eigentlich die erfolgreichste Fußballnation der Welt?

Drei Namen, ein Sport

Hierzulande nennen Fans ihre liebste Sportart einfach Fußball. Das erscheint nicht unlogisch, schließlich wird der Ball charakteristischerweise mit dem Fuß gespielt. Wie das Spiel selbst übernahmen die Deutschen den Namen aus England, wo der moderne Fußball vor fast 200 Jahren entstand.
Die Engländer bezeichnen ihre liebste Sportart seit jeher als „Football“ (in vollständiger Form „Association Football“). Weniger häufig ist dagegen der Name „Soccer“, der Ende des 19. Jahrhunderts von englischen Studenten eingeführt wurde. Sie verkürzten den Begriff „Association football“ in ihrer Jugendsprache zu „Soccer“.
Ungeahnt lösten die englischen Studenten dadurch ein Dilemma für die US-Amerikaner, denn diese kannten bereits eine Sportart namens „Football“. Um ihre Traditionssportart mit dem eiförmigen Ball vom europäischen Fußball abzugrenzen, nennen sie den uns geläufigen Fußball seither „Soccer“.

Spielen wie die Mayas

Doch weder die Deutschen, die Engländer noch die US-Amerikaner scheinen als Erste einen Ball mit den Füßen gekickt zu haben. Die Suche nach dem ältesten Hinweis auf ein Fußspiel des Balls führt nach Mesoamerika, wo es um 1650 v. Chr. steinerne Stadien in Form eines doppelten T gab.
Hier spielten die Azteken und Mayas ein Spiel, dessen Name und genaue Regeln nicht überliefert sind. Sicher ist nur, dass ein Ball aus Kautschuk zum Einsatz kam, der mit Hüfte, Knien, Ellenbogen oder Füßen gespielt wurde, ohne den Boden zu berühren.
Das Ziel des Spiels war es vermutlich, den Ball auf die gegnerische Seite zu bringen und ihn durch einen hoch an den Mauern angebrachten Ring zu spielen. Damit war das Ballspiel der südamerikanischen Hochkulturen eine Mischung aus Fußball und American Football. Es wurde scheinbar primär im Rahmen religiöser Zeremonien und weniger in der Freizeit gespielt.
Fußball bei den Azteken

Die Malerei aus Teotihuacán zeigt einen Mann, der einen Ball mit dem Fuß spielt.

China als Wiege des Fußballs?

Fußballähnlicher war dagegen „Cuju“ beziehungsweise „Tsu Chu“, das die Chinesen im 3. Jahrhundert v. Chr. spielten. Das Spiel, dessen genaue Regeln ebenfalls nicht überliefert sind, ist aus Schriftquellen bekannt.
So wissen wir, dass es Teil der Übungen im Militär der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.) war. Der Ball musste, ähnlich wie in Mesoamerika, ohne auf den Boden zu fallen von Spieler zu Spieler befördert werden. Am Ende galt es, den Ball durch ein rundes Tor zu schießen. Aufgrund der überlieferten Spielweise ähnelt „Cuju“ dem modernen Fußball, Basketball und Volleyball.
Cuju war eine Art Fußball in China

Eine Zeichnung des chinesischen Malers Su Hanchen (1101–1161) zeigt vier Kinder mit einem Ball.

„Cuju“ erlangte schon bald so große Beliebtheit, dass es sich zum Nationalsport entwickelte und sowohl den Adel als auch das gewöhnliche Volk bewegte. Um Verletzungen zu verhindern, wurden rasch Richtlinien eingeführt. Der vormals mit Federn und Haaren gefüllte Lederball wurde durch einen mit Luft gefüllten ersetzt und es wurden Tore und Torhüter eingeführt.
Besonders die chinesischen Kaiser schienen große Freude am Ballspiel gehabt zu haben. So sollen sie an ihrem Hof die ersten professionellen, bezahlten Mannschaften unterhalten haben. Wie heutige Profispieler trainierten diese regelmäßig und traten in vom Kaiser veranstalteten Wettkämpfen gegen andere Mannschaften an.

Im antiken China traten professionelle „Cuju“-Mannschaften vor dem Kaiser in einem Wettbewerb gegeneinander an.

Über die Seidenstraße verbreitete sich „Cuju“ rasant in der Welt, bis um 700 n. Chr. die große Euphorie abebbte. Ähnliche Sportarten, die vermutlich aus „Cuju“ entstanden sind, sind das japanische „Kemari“ und das nordamerikanische „Pasuckuakohowog“.

Der Ball rollt nach Europa

Der älteste Erwähnung eines fußballähnlichen Spiels in Europa stammt von dem türkischen Gelehrten Mahmūd al-Kāschgharī (1008–1105). Demnach sollen Turkvölker zu dieser Zeit „Tepük“ gespielt haben, was übersetzt „Fußtritt“ heißt.
Obwohl England als Heimat des Fußballs gilt, kannte Frankreich als eines der ersten Länder Mitteleuropas eine frühe Form von Fußball. Das Spiel namens „La Soule“ beziehungsweise „Choule“ stammt aus der Normandie, wo die Franzosen im 12. Jahrhundert n. Chr. nach den sonntäglichen Gottesdiensten oder an christlichen Feiertagen den Ball rollen ließen. Dabei galt es, das Spielgerät mittels Händen, Füßen oder Stöcken ins gegnerische Tor zu befördern.
Das Fußball-ähnliche Spiel „La soule“ aus Frankreich

Im 12. Jahrhundert spielte man in Frankreich nach dem Sonntagsgebet oder an Feiertagen das fußballähnliche Spiel „La soule“.

Historische Quellen zeigen zudem, dass es 1363 in England bereits „Handball“, „Football“ und „Hockey“ gab. Beim britischen Football traten zwei Mannschaften aus benachbarten Ortschaften außerhalb der Stadtmauern gegeneinander an. Ziel war es, den Ball durch das Stadttor des Gegners zu kicken. Da es keine Regeln gab und es unter den Spielern rabiat zuging – einschließlich lebensgefährlicher Verletzungen –, verbot der englische König Eduard III. das Spiel. Daraufhin verlor Football an Bedeutung und geriet in Vergessenheit.
Auch in Italien kannte man im 15. Jahrhundert mit „Calcio storico fiorentino“ eine Sportart, bei dem der Ball im gegnerischen Netz versenkt werden musste. Noch heute finden Wettbewerbe dieser Art in Florenz zum Johannistag (24. Juni) statt – nur deutlich blutiger als noch vor 500 Jahren. Bei diesem Sport, der inzwischen eine Mischung aus Fußball, Ringen und Rugby ist, treten vier Teams aus den jeweiligen historischen Stadtvierteln gegeneinander an.

Erste Vereine und Wettkämpfe

Doch im Fußball führten schließlich alle Wege wieder nach England, wo die Sportart im 19. Jahrhundert neu auflebte. Um 1845 entstanden die ersten Vereine, in denen zunächst ausschließlich Studenten eine Mischung aus Fußball und Rugby spielten.
Da jede Einrichtung ihre eigenen Spielregeln hatte, fanden in der Frühzeit keine Wettbewerbe zwischen den Universitäten statt. So war nach den 1848 von der Universität Cambridge festgelegten Regeln für die 15 bis 20 Mann starken Teams unter anderem das Handspiel erlaubt, nicht aber das Tragen des Balls. Das erste Fußballspiel der Geschichte fand erst im Dezember 1860 zwischen dem FC Sheffield und dem FC Hallam statt.
Aufgrund des großen Erfolgs wurde 1863 in London der englische Fußballverband „Football Association“ (kurz FA) gegründet. Mit ihrem für alle Vereine gültigen, 13 Punkte umfassenden Regelwerk taten die Verantwortlichen einen großen Schritt in Richtung des modernen Fußballs. Zum Vergleich: Das Regelwerk des Deutschen Fußball-Bundes besitzt für die Saison 2025/2026 insgesamt 17 Regeln auf 93 Seiten – plus Tipps für Schiedsrichter.

Die ältesten Fußballregeln der Welt von 1863, ausgestellt im National Football Museum in Manchester.

So kamen zwischen 1866 und 1871 zahlreiche fußballspezifische Regeln hinzu, was zur Trennung von Fußball und Rugby führte. Das erste Fußballspiel zwischen zwei Ländern fand im November 1872 zwischen England und Schottland statt (Endergebnis: 0:0).
Neben England war auch die Schweiz schnell im Fußballfieber. Ab 1870 gründeten sich dort die ersten Vereine, die neben Dänemark und Belgien eine große Rolle bei der Entwicklung des modernen Fußballs in Europa spielten.
 

Deutschland: Turnen vs. Fußball

1874 erreichte der Fußball auch Deutschland – dank des Gymnasiallehrers Konrad Koch (1846–1911) aus Braunschweig. Auf ihn gehen die heute geläufigen Fußballbegriffe wie „Abseits“ und „Strafstoß“ sowie die deutschen Fußballregeln zurück. Koch erinnerte sich an diesen geschichtsträchtigen Moment und schrieb in dem Buch „Jahrbuch für Volks- und Jugendspiele“:
„Die Geschichte des Fußballspiels in Deutschland hat ihren Anfang in Braunschweig genommen. Wie weit liegen doch jene Zeiten zurück, als in Frankfurt und in Hamburg in allen Spielwarenhandlungen kein Fußball aufzutreiben war […]“
Der Lehrer Konrad Koch (1846–1911) hat den Fußball in Deutschland eingeführt

Der Lehrer Konrad Koch (1846–1911) hat den Fußball in Deutschland eingeführt und entscheidend zu seiner Entwicklung beigetragen.

Das erste Spiel nach Fußballregeln wurde 1875 in Lüneburg veranstaltet. Ab da gewann der Fußball auch in Deutschland immer mehr Anhänger. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts blieb das Turnen jedoch Sportart Nummer eins der Deutschen, während viele Kritiker den Fußball als „Fußlümmelei“ oder „englische Krankheit“ bezeichneten.
Dennoch wuchs die Anerkennung der Sportart rasant, und Fußball wurde vor allem im Militär gespielt – möglicherweise stammen die Begriffe „Angriff“, „Abwehr“ oder „Flanke“ daher. Weitere wegweisende Schritte waren die Gründung des Deutschen Fußballbundes (kurz DFB) im Jahr 1900 und die Anerkennung als olympische Sportart im selben Jahr.

Deutsche Fußballnationalmannschaft während der Olympischen Spiele 1912.

Foto: Official Olympic Report, gemeinfrei

Der Ball wird weiß

1904 folgte die Gründung des Internationalen Fußballverbandes (kurz FIFA), in dem heute 208 Staaten Mitglied sind – mehr als in den Vereinten Nationen mit 192 Mitgliedstaaten. Damit einher gingen zahlreiche weitere Regelanpassungen sowie die Ausrichtung der ersten Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 1930 mit 13 Mannschaften in Uruguay.
Erster Weltmeister der Geschichte wurde Uruguay, während Deutschland aufgrund der hohen Reisekosten nicht am Wettbewerb teilnahm. Bereits vier Jahre später landete die deutsche Elf bei der WM in Italien aus dem Stand auf dem dritten Platz.
Ebenfalls in den 1930er-Jahren kam es zu einem besonderen Fußballmoment. Da frühere Bälle kein vorgeschriebenes Farbschema besaßen, kam alles zum Einsatz – unter anderem braune Lederbälle. Als ein solcher bei einem spätabendlichen Spiel in Brasilien jedoch schlecht zu sehen war, zückte ein Verantwortlicher vor dem Anpfiff des Spiels kurzerhand eine Sprühdose und färbte den Ball weiß.
Im Jahr 1954 folgte die Gründung des Europäischen Fußballverbandes (kurz UEFA). Bereits ein Jahr später richtete dieser den Europapokal-Wettbewerb aus, der 1968 in Europameisterschaft umbenannt wurde.
Dank Medien und Fernsehen stieg die Beliebtheit des Fußballs bei den Deutschen enorm. Doch für die Zuschauer zu Hause gab es oft ein Problem: Weil die meisten einen Schwarz-Weiß-Fernseher besaßen, waren Fußballfans unsicher, ob ein Spieler nun eine Gelbe oder eine Rote Karte erhielt. Um dieses Dilemma zu lösen, steckten Schiedsrichter die Gelbe Karte in ihre Brusttasche und die Rote Karte in die hintere Hosentasche. Beging ein Fußballer eine schwere Regelwidrigkeit, hatte er im Volksmund die „Arschkarte gezogen“.

Titel, Treppchen, Torrekorde

Von 1930 bis 2022 wurde die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer 22 Mal ausgerichtet. Rekordweltmeister ist Brasilien mit fünf Titeln, mit je vier Titeln folgen Deutschland (1954, 1974, 1990, 2014) und Italien. Außerdem wurde die deutsche Nationalelf viermal Vizeweltmeister, bestritt also insgesamt acht Finalspiele. Den dritten Platz belegte Deutschland ebenfalls viermal.
Auch im europäischen Wettbewerb schneidet Deutschland gut ab. Rekordweltmeister mit vier Titeln ist Spanien vor Deutschland mit drei Titeln (1972, 1980, 1996) sowie Frankreich und Italien mit je zwei Titeln. Hinzu kommen drei zweite Plätze und neun Halbfinalteilnahmen. Vergleicht man alle Treppchenerfolge bei Welt- und Europameisterschaften, mit den anderen Nationen, hat Deutschland mit Abstand die erfolgreichste Fußballmannschaft.
Ob in diesem Jahr mit der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko ein weiterer Titel hinzukommt, steht in spätestens sieben Wochen fest. Bis dahin ist Schwarz-Rot-Gold wieder auf zahlreichen Autos, Balkonen und Hüten zu finden, denn für Sportfans ist die Weltmeisterschaft das größte Ereignis überhaupt. Und selbst Nicht-Fußballfans werden es zumindest temporär.
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Forscher prüfen Ausrottung gefährlicher Mückenarten

Die tödlichsten Tiere der Welt sind nicht Löwen oder Giftschlangen, sondern Mücken. Sie saugen Blut und übertragen Krankheiten. Manche Arten sind so gefährlich, dass Wissenschaftler ernsthaft über ihre Ausrottung diskutieren. Laut der Forschungsplattform „Our World in Data“ sterben jährlich rund 760.000 Menschen an den Folgen eines Mückenstichs.
Mücken übertragen rund 17 Prozent aller Infektionskrankheiten, darunter Malaria, Zika, Dengue- und Gelbfieber. Längere und wärmere Sommer könnten die Gefahr durch Mücken vergrößern. Wie kann sich die Menschheit wehren? Ist es möglich, krankheitsübertragende Mücken auszurotten? Und welche Folgen hätte das für die Umwelt?

Wie gefährlich sind Mücken wirklich?

Tatsächlich müssten nicht alle Mücken vernichtet werden. Von rund 3.500 bekannten Arten stechen nur etwa 100 den Menschen. Und lediglich fünf Arten seien für rund 95 Prozent aller Infektionen verantwortlich, sagt die Biologin Hilary Ranson von der Liverpool School of Tropical Medicine.
Sie hält deren Ausrottung angesichts der verheerenden Folgen der übertragenen Krankheiten für „vertretbar“. Das hätte vermutlich keine gravierenden Auswirkungen auf das Ökosystem, argumentiert die Wissenschaftlerin. Andere, genetisch ähnliche und weniger gefährliche Arten würden ihre ökologische Rolle voraussichtlich rasch übernehmen.
Der Insektenforscher Dan Peach von der University of Georgia teilt diese Einschätzung grundsätzlich, mahnt jedoch zu Vorsicht. Über die ökologische Funktion vieler Mückenarten sei bislang zu wenig bekannt. Mücken transportieren Nährstoffe aus Gewässern in andere Lebensräume und dienen unter anderem Fischen und Insekten als Nahrung. Teilweise bestäuben sie auch Pflanzen.
Natürlich müsse es eine ethische Debatte über das Auslöschen von Arten geben, sagt Biologin Ranson. Sie verweist aber darauf, dass der Mensch bereits jetzt unbeabsichtigt eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten verdrängt oder vernichtet hat.

Feldversuch von Gates gestoppt

Wie könnte die Ausrottung in der Praxis funktionieren? Zu den Ansätzen zählt die sogenannte Gene-Drive-Technologie. Dabei werden Tiere genetisch so verändert, dass bestimmte Eigenschaften an nahezu alle Nachkommen weitergegeben werden.
Forscher konnten Weibchen der Malariamücke Anopheles gambiae auf diese Weise unfruchtbar machen. Im Labor verschwand eine Population dadurch innerhalb weniger Generationen.
Das von der Gates-Stiftung finanzierte Projekt „Target Malaria“ plant bis zum Jahr 2030 erste Feldversuche in einem Malariagebiet. In Burkina Faso stoppte die Militärregierung im Jahr 2025 nach Kritik der Zivilgesellschaft einen Test mit gentechnisch veränderten Mücken.

Wolbachia-Bakterie reduziert Denguefieber

Eine weitere vielversprechende Strategie setzt auf das Bakterium Wolbachia. Werden Ägyptische Tigermücken damit infiziert, können sie Krankheiten wie Denguefieber deutlich schlechter übertragen.
Damit stellt sich die Frage, ob die Mücken überhaupt getötet werden müssen. Eine im Jahr 2025 veröffentlichte Studie zeigte, dass die Freisetzung von mit Wolbachia infizierten Mücken in der brasilianischen Stadt Niterói die Anzahl der Dengue-Fälle um 89 Prozent senkte.
Mehr als 16 Millionen Menschen in 15 Ländern seien inzwischen durch diese Methode geschützt worden – „ohne negative Folgen“, sagt Scott O’Neill, Gründer des World Mosquito Program.

Gentechnik gegen Malaria

Parallel arbeitet das Projekt „Transmission Zero“ daran, mithilfe von Gene-Drive-Technologie Anopheles gambiae so zu verändern, dass die Tiere keine Malaria mehr übertragen können. Forschungsergebnisse, die Ende vergangenen Jahres im Fachjournal „Nature“ veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass dieses Ziel näher rückt.
Ein Feldversuch dazu soll im Jahr 2030 beginnen. Der Fall Burkina Faso habe jedoch gezeigt, dass solche Projekte politische Unterstützung und gesellschaftliche Akzeptanz benötigen, sagt Studienautor Dickson Wilson Lwetoijera vom Gesundheitsinstitut Ifakara in Tansania.
Statt allein auf technologische „Wunderlösungen“ zu setzen, die meist von der Gates-Stiftung finanziert werden, plädiert Biologin Ranson für einen umfassenderen Ansatz im Kampf gegen durch Mücken übertragene Krankheiten. Dazu gehörten ein besserer Zugang zu medizinischer Versorgung und Impfstoffen. Das wird durch Kürzungen bei der internationalen Hilfe schwieriger. (afp/red)
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Papageikuchen: Süßer, bunter Blickfang nicht nur zum Kindertag

Ameisenkuchen, Leopardenkuchen, Kalter Hund … auf der Suche nach Namen für ihre süßen Kreationen haben Bäcker auch vor der Tierwelt nicht Halt gemacht. Einer der farbenfrohsten ist jedoch der Papageikuchen.
Wie bei den anderen Süßspeisen sorgten zum Glück nicht die Zutaten, sondern das Aussehen für die Namensgebung. Erzeugt werden die Farben des Papageikuchens durch verschiedenfarbige Grütze in Pulverform. Der praktische Nebeneffekt: Die Grütze bringt nicht nur Farbe, sondern gleichzeitig auch unterschiedliche Geschmacksrichtungen mit sich.
Besonders für Kinder ist der bunte Kuchen bestens geeignet – auch ich war in meiner Kindheit verrückt danach. Noch heute ist der tierisch leckere Kuchen bei mir mit zahlreichen Familienfesten und kulinarischen Erinnerungen an die DDR verbunden. Letzteres spiegelt sich in seinen wenigen Zutaten und der einfachen, schnellen Zubereitung wider.

Zutaten

Für eine Gugelhupfform benötigen Sie:
  • 300 g Mehl
  • 300 g Zucker
  • 250 g Butter
  • 4 Eier
  • 400 ml saure Sahne
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 2 EL Kakao
  • 1 Päckchen Vanillepuddingpulver
  • 1 Päckchen Rote-Grütze-Pulver (Geschmack Kirsche oder Himbeere)
  • 1 Päckchen Grüne-Grütze-Pulver (Geschmacksrichtung Apfel)
  • 1 Päckchen Blaue-Grütze-Pulver (Geschmack Blaubeere)

Zubereitung

  1. Butter auf niedrigster Stufe in einem Topf schmelzen.
  2. Mehl, Zucker und Backpulver in einer Schüssel mischen. Anschließend Eier, flüssige Butter und saure Sahne zugeben und alles miteinander verrühren, bis ein glatter Teig entsteht.
  3. Den Grundteig in fünf gleichgroße Portionen teilen. In je eine Schüssel den Kakao, den Vanillepudding und die drei verschiedenen Grützen unterrühren.
  4. Backform fetten und die verschiedenfarbigen Teige klecksweise in die Form geben.
  5. Im vorgeheizten Ofen bei 160 Grad Celsius Ober-/Unterhitze 45 Minuten lang backen. Stäbchenprobe machen.
  6. Den noch heißen Kuchen mit etwas Butter bestreichen. Danach vollständig abkühlen lassen und aus der Form nehmen.
Guten Appetit!
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Wie sich Tech-Unternehmen ins Kinderzimmer einloggen


In Kürze:

  • Apps und Spiele verwenden gezieltes Design, um Nutzer länger zu binden, ohne dass es auf den ersten Blick zu erkennen ist.
  • Kinder sind besonders anfällig: Ihre Fähigkeit zur Selbstregulation ist noch nicht ausgereift.
  • Free-to-Play-Spiele und soziale Netzwerke setzen auf psychologische Mechanismen mit Suchtpotenzial.
  • Mit dem richtigen Wissen können Eltern gegensteuern, ohne ihren Kindern Medien grundsätzlich zu verbieten.

 
Es ist ein Konflikt, den viele Familien kennen: Das Kind sitzt vor dem Tablet, die vereinbarte Zeit ist längst vorbei und trotzdem legt es das Gerät nicht aus der Hand. Um gegenzusteuern, ist es hilfreich, zu verstehen, dass hinter diesem Verhalten oft keine bloße Trotzreaktion steckt, sondern digitale Mechanismen.
Derartige zielgerichtete Wirkweisen haben einen Namen, es handelt sich um sogenannte „Dark Patterns“ (verborgene Muster). Das sind manipulative Gestaltungselemente in Apps, Spielen, sozialen Medien und Mediatheken. Sie sollen Nutzer dazu bringen, länger auf der Plattform zu verweilen, weiterzuklicken oder Entscheidungen im Interesse der Anbieter zu treffen.
Oft sind diese kaum sichtbar, weil sie direkt in das Design eingebettet sind: auffällige Buttons, die zum Weitermachen animieren, auf der einen Seite, und schwer auffindbare „Beenden“-Optionen auf der anderen. Auch automatische Wiedergaben oder scheinbar endlose Inhalte gehören dazu.

Die Psychologie des Nicht-Aufhören-Könnens

Auffällige Reaktionen beim Abschalten, etwa Gereiztheit oder Unruhe, können auf problematische Nutzungsgewohnheiten hinweisen. Die technische Gestaltung allein erklärt jedoch nicht die starke Bindungswirkung der digitalen Medien.
Hinzu kommt das Gefühl, ständig etwas zu verpassen, bekannt als „Fear of Missing Out“ (FOMO). Entscheidend ist dabei weniger der einzelne Inhalt als die permanente Reizfolge: Neue Clips, Likes oder Belohnungen erscheinen in schneller Taktung und aktivieren immer wieder das Belohnungssystem des Gehirns, mit einem Gewöhnungseffekt, der suchtähnliche Züge annehmen kann.

Das versteckte Geschäft

Hinter vielen dieser Mechanismen steckt ein wirtschaftliches Interesse. Sogenannte Free-to-Play-Spiele (FTP) starten kostenlos, werden aber oft durch In-Game-Käufe finanziert. Belohnungssysteme motivieren Nutzer zur regelmäßigen Rückkehr, das sind sogenannte „Time Patterns“. Zugleich lösen versteckte Kaufanreize, etwa Buttons, im Spielfluss kostenpflichtige Aktionen aus, während sie kaum als solche erkennbar sind. Hier wirken Begriffe wie „freischalten“ oder „Upgrade“ nicht wie ein Bezahlvorgang und die Entscheidungen werden impulsiv getroffen.
Treffen Kinder diese Entscheidungen, kommt eine rechtliche Besonderheit zum Tragen hinzu: Minderjährige sind in Deutschland nur beschränkt geschäftsfähig, sodass kostenpflichtige Verträge grundsätzlich der elterlichen Zustimmung bedürfen. Zwar gibt es mit dem sogenannten „Taschengeldparagrafen“ eine Ausnahme, doch diese greift nur unter bestimmten Bedingungen.
In der Praxis entsteht daraus ein Graubereich: Problematisch wird es, wenn Zahlungsdaten bereits auf dem Gerät gespeichert sind. Dann reichen oft wenige Klicks für einen Kauf – auch durch Kinder. Anbieter berufen sich darauf, dass der Vorgang technisch bestätigt wurde. Für Familien ist es dann schwierig, solche Käufe rückgängig zu machen, auch wenn sie rechtlich anfechtbar sind.

Zwischen Komfort und Manipulation

Diese Mechanismen sind keine Zufallsentwicklungen, sie nutzen gezielt menschliche Wahrnehmung und Verhaltensmuster aus. Kinder und Jugendliche seien für solche Strategien besonders anfällig, warnt die Initiative „SCHAU HIN! Was dein Kind mit Medien macht“. Ihnen fehle die Erfahrung, zu durchschauen, dass sie gezielt gelenkt werden. Zudem ist ihre Fähigkeit zur Selbstregulation noch nicht vollständig entwickelt. Aber auch Ältere sind gefährdet.
Die Folgen können gravierend sein: Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafprobleme, Reizüberflutung und ein zunehmender Kontrollverlust im Umgang mit Medien. Vor allem bei den Jüngeren besteht die Gefahr, dass sich Gewohnheiten festigen, die später nur schwer zu verändern sind. Rechtlich sind solche Praktiken in der EU bereits im Blick: Europäische Regelwerke zielen darauf ab, manipulative Gestaltungspraktiken zu unterbinden, die Transparenz gegenüber Nutzern zu stärken und besonders schutzbedürftige Gruppen – darunter Minderjährige – besser abzusichern.
Doch problematisch sind nicht nur versteckte Kostenfallen, sondern auch viele alltägliche Designentscheidungen bewegen sich rechtlich in einer Grauzone. Wenn die Option „Weiter“ groß und farblich hervorgehoben ist, während „Abbrechen“ klein und unauffällig bleibt, besteht formal eine Wahl – praktisch wird sie jedoch stark gelenkt. Dasselbe gilt für Cookie-Banner: Akzeptieren geht oft mit einem Klick, Ablehnen erfordert mehrere Schritte. Sie täuschen nicht offen, lenken aber subtil, was sie juristisch außerordentlich schwer greifbar macht.

Warum Kinder in die Falle tappen

Ein weiteres plastisches Beispiel ist die Schwierigkeit, Streaming-Angebote für Kinder überhaupt zu verlassen: Statt eines klaren „Aus“-Knopfes werden weitere Inhalte vorgeschlagen oder Pop-ups eingeblendet, die den Ausstieg systematisch erschweren – so weit, dass sogar manch Erwachsener aufgibt.
Gerade weil Kinder solche Funktionsweisen kaum erkennen können, kommt den Eltern eine wichtige Rolle zu. Dafür ist es entscheidend, manipulative Gestaltung zunächst selbst zu entschlüsseln. Oft hilft bereits ein einfacher Test, eine App oder Plattform bewusst zu verlassen. Daneben ist es sinnvoll, Kinder bei der Mediennutzung bewusst zu begleiten und gemeinsam gezielt auf bestimmte Muster zu achten, um gezielt zu sensibilisieren.
In beiden Fällen stellen sich dieselben Fragen: Wie viele Schritte sind tatsächlich nötig, um ein Video zu beenden? Startet automatisch ein neuer Inhalt? Werden große, farbige Buttons hervorgehoben, während die Option zum Beenden eher unscheinbar bleibt? Auf diese Weise entwickeln Sie schrittweise ein bewussteres Verständnis für digitale Angebote – für Sie selbst und für Ihre Kinder.

Kinder stark machen: kleine Hebel, große Wirkung

Im Alltag hilft es, die Komfortfunktion gezielt zu deaktivieren. Das ist nicht immer möglich, automatische Wiedergabe ist hier jedoch oft eine Ausnahme. Medienpädagogische Stellen empfehlen zudem klare Zeitregeln, gemeinsame Medienzeiten und regelmäßige Gespräche über Inhalte und digitale Mechanismen. So können Kinder lernen, dass Apps und Spiele nicht neutral sind, sondern Ziele verfolgen.
Neben festen Bildschirmzeiten – und deren konsequenter Einhaltung – sind auch bewusste Offline-Phasen hilfreich. Ebenso wichtig ist es, auf Veränderungen im Verhalten zu achten: Rückzug, Reizbarkeit oder Schlafprobleme können Hinweise auf eine problematische Nutzung sein.

Nicht verbieten, sondern verstehen

Medien zu verbieten, kann nicht das Ziel sein, denn Verbotenes lockt. Entscheidend ist, die Risiken zu kennen. Wer die Mechanismen hinter scheinbar harmlosen Angeboten versteht, kann Kinder dabei unterstützen, digitale Medien bewusst zu nutzen, als Werkzeug und zur zeitlich begrenzten Unterhaltung.
Denn was kein Algorithmus ersetzen kann, sind echte Begegnungen, freies Spiel und sinnliche Erlebnisse außerhalb der Zweidimensionalität des Bildschirms. Eben das sind die erfüllenden und existenziellen Erfahrungen, die für die Entwicklung des Kindes und sein persönliches Glück unverzichtbar sind.
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Dieser Smartphone-Trick macht winzige Zecken sichtbar


In Kürze:

  • Smartphonelupen mit „Invertiert“-Filter können winzige Zeckennymphen auf Haut oder Fell sichtbarer machen.
  • Der Trick funktioniert über stärkeren Kontrast und hilft besonders bei hellem Fell oder schlechten Lichtverhältnissen.
  • Zecken sollten schnell und korrekt mit einer feinen Pinzette oder einem speziellen Entferner entfernt und die Stelle anschließend desinfiziert werden.

 
Kaum wird es draußen wärmer, beginnt wieder die Hochsaison der Zecken. Sie sitzen im hohen Gras, in Parks und an Waldwegen und landen schneller auf Mensch oder Hund, als vielen bewusst ist. Besonders tückisch sind die winzigen Nymphen – stecknadelkopfgroße Entwicklungsstadien der Zecke. Sie sind oft kaum größer als ein Mohnkorn und werden beim schnellen Absuchen leicht übersehen. Dabei verursacht gerade die Zeckennymphe den Großteil der Stiche beim Menschen.
Doch ausgerechnet ein Feature, das viele nur für Speisekarten oder Kleingedrucktes nutzen, könnte zum praktischen Helfer werden: die Lupenfunktion im Smartphone. Der Trick stammt ursprünglich aus Social-Media-Videos und Technikforen, verbreitet sich inzwischen aber auch unter Hundebesitzern und Outdoor-Fans. Der Clou: Durch einen speziellen Farbfilter werden kleine dunkle Punkte optisch hervorgehoben, darunter auch Zecken. So lassen sie sich leichter erkennen und frühzeitig entfernen.

Warum der Handytrick funktioniert

Die Methode nutzt weder spezielle Sensoren noch Künstliche Intelligenz. Entscheidend ist ein einfacher Kontrasteffekt. Wird in der Lupenfunktion des Smartphones der Filter „Invertiert“ aktiviert, kehrt das Gerät helle und dunkle Bildbereiche um. Dadurch heben sich kleine Parasiten auf Haut oder Fell deutlich stärker vom Hintergrund ab. Besonders bei hellem Tierfell oder schlecht ausgeleuchteten Stellen kann das hilfreich sein.
Natürlich ersetzt das keine gründliche Kontrolle mit den Händen. Der Kameracheck kann jedoch dabei helfen, verdächtige Stellen schneller zu entdecken.

So geht’s! Zeckenfinder auf dem iPhone aktivieren

Bei Apple-Geräten steckt die Funktion bereits im System:
  • Die App „Lupe“ (auch als „Magnifier“ kostenfrei im App-Store) öffnen
  • Unten über das Zahnrad die Einstellungen aufrufen
  • Steuerelement „Filter“ auswählen
  • Den Filter „Invertiert“ anklicken beziehungsweise aktivieren
  • Es kann losgehen: mit der Kamera langsam über Haut oder Fell fahren. Die Zecken erscheinen dabei meist stark kontrastiert als auffällige dunkle Punkte.

Auch Android-User können den Zeckentrick nutzen

Viele Android-Smartphones besitzen ebenfalls eine integrierte Lupen- oder Vergrößerungsfunktion. Je nach Hersteller findet sie sich unter Namen wie „Lupe“, „Magnifier“ oder „Vergrößerung“.
Auch hier lässt sich in der Regel ebenfalls ein Negativ- oder Invertierungsfilter aktivieren. Wer die Funktion nicht findet, kann über die Einstellungen oder die Gerätesuche danach suchen. Bei älteren Geräten helfen kostenlose Lupen-Apps aus dem Store.

Mehr als ein Handyhack: Gesundheitsvorsorge

Der Smartphonetrick wirkt im ersten Moment wie ein kurioser Lifehack. Dahinter steckt jedoch ein ernst zu nehmendes Thema. Denn Zecken können Krankheiten wie Borreliose oder FSME übertragen. Deshalb sollte der Körper nach Aufenthalten im Grünen während der warmen Monate möglichst schnell nach den Parasiten abgesucht und gefundene Zecken direkt entfernt werden.
Und wenn die kleinen Blutsauger – ob mithilfe der Smartphonelupe oder ganz klassisch – entdeckt wurden, sollte man rasch mit geeignetem Werkzeug zur Tat schreiten.

Zecken unter der Lupe – und raus damit

  1. Nutzen Sie eine spitze Pinzette oder einen speziellen Zeckenentferner für Nymphen (zum Beispiel Nymphia-Schlingen). Übrigens: Normale Zeckenkarten sind für die oft nur stecknadelkopfgroßen Tiere oft zu grob.
  2. Richtig ansetzen: Greifen Sie die Nymphe oder auch Zecke so nah wie möglich an der Haut an ihren Mundwerkzeugen. Wichtig: den prallen Hinterleib nicht quetschen.
  3. Gerade herausziehen: Ziehen Sie die Zecke langsam und senkrecht zur Haut heraus, dabei nicht drehen, da sie sonst abreißen kann.
  4. Desinfektion als Nachbereitung: Nach dem Entfernen die Einstichstelle gründlich desinfizieren. Zur Nachsorge gehört auch die Beobachtung der Einstichstelle in den nächsten Wochen. Wenn sich eine ringförmige Rötung bildet oder grippeähnliche Symptome auftreten, sollte ein Arztbesuch erfolgen.
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Weber fordert Atomkraft-Comeback für Deutschlands Energiewende

EVP-Chef Manfred Weber (CSU) dringt auf eine stärkere Nutzung von Atomkraft. „Ohne Atomstrom kann die Energiewende nicht gelingen. Wir brauchen die Grundlastversorgung zu einem vernünftigen Preis“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). Ob in Deutschland neue Kernkraftwerke gebaut oder stillgelegte reaktiviert werden, müsse die deutsche Politik entscheiden.

Europa soll Strommarkt öffnen

Weber rief zur Schaffung eines offenen Energie-Binnenmarkts auf. „Wenn Frankreich, Polen, die Tschechische Republik, die Niederlanden, Schweden und Finnland jetzt auf Atomkraft setzen, um die sonnenarmen Stunden auszugleichen, dann soll auch Deutschland davon profitieren“, sagte er. „Wir brauchen Strom als ganz normale handelbare Ware.“ Ein Energie-Binnenmarkt könne seiner Ansicht nach „den deutschen Fehler des Atomausstiegs heilen“.
Weber äußerte sich skeptisch über zu möglichen neuen Entlastungen, um die Folgen des Iran-Kriegs auszugleichen. „Es ist gut, dass geholfen wird – je zielgerichteter, desto besser. Es kommt aber auch der Punkt, wo wir den Menschen sagen müssen, dass wir nicht alle weltwirtschaftlichen Auswirkungen abfedern können“, sagte er. „Wir sind als Deutsche und Europäer in einem globalen Boot und werden hin und her geschlagen.“
Weber forderte, die erneuerbaren Energiequellen weiter auszubauen und zugleich auf die Kernkraft setzen. „Das sind die beiden großen Botschaften in der europäischen Energiepolitik“, sagte er.
In Deutschland wurden alle Atomkraftwerke abgeschaltet. Dieses hier stand in Bayern. (Archivbild)

In Deutschland wurden alle Atomkraftwerke abgeschaltet. Dieses hier stand in Bayern. (Archivbild)

Foto: Sven Hoppe/dpa

Studie widerspricht Atomkurs

Der EVP-Chef widersprach damit einer kürzlich veröffentlichten Studie, die das Umweltbundesamt in Auftrag gegeben hatte. Danach kann Atomenergie bei der Bekämpfung des Klimawandels allenfalls eine untergeordnete Rolle spielen. Die Wissenschaftler des Öko-Instituts kommen in ihrer Forschung zu dem Ergebnis, dass zur Vermeidung von Treibhausgasen Kernenergie im Vergleich zu erneuerbaren Energien eine teure Option ist.
Während erneuerbare Energien bereits heute und auch perspektivisch kostengünstige Möglichkeiten zur Emissionsminderung bieten, bleiben neue Kernkraftwerke aufgrund hoher Kapitalkosten, langer Bauzeiten und erheblicher finanzieller Risiken eine kostenintensive Vermeidungsoption.
Hinzu kommt, dass Kernenergie laut Öko-Institut für ein zukünftiges Stromsystem mit hohen Anteilen erneuerbarer Energien nur begrenzt geeignet ist. Wind- und Solarenergie erzeugen Strom abhängig von Wetterbedingungen und Tageszeit.
Das künftige Energiesystem brauche daher flexible Anlagen, die diese Schwankungen ausgleichen können. Konventionelle Kernkraftwerke sind aufgrund ihrer Größe, technischen Eigenschaften und wirtschaftlichen Anforderungen auf hohe Auslastung angewiesen. Ein flexibler Betrieb würde ihre ohnehin hohen Stromerzeugungskosten weiter erhöhen. (dts/red)
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Rezept für Kartoffeln aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

Linda, Sieglinde, Heiderose, Laura und Anneliese – die Namensliste der verschiedenen Kartoffelsorten ist lang. Auffällig sind dabei die zahlreichen weiblichen Namen, was vielleicht auf eine alte Praxis zurückgeht. Demnach sollen Bauern ihre Kartoffelsorten nach ihren schönsten und hübschesten Töchtern benannt haben.
In Deutschland sind seit 2023 etwa 540 Arten zugelassen. Liebhaber von Kartoffeln könnten damit fast zwei Jahre lang täglich eine andere Sorte des südamerikanischen Nachtschattengewächses probieren. Weltweit gibt es sogar über 3.000 Sorten der Erdäpfel, ausreichend für mehr als acht Jahre täglicher Kartoffelverkostung.
Damit dies auf die Dauer nicht langweilig wird, gibt es zum Internationalen Tag der Kartoffel am 30. Mai drei traditionelle Rezepte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz:

Kartoffelauflauf deutscher Art

Rezept für Kartoffeln aus Deutschland: Kartoffelauflauf

Der deutsche Klassiker: Kartoffelauflauf mit Speck und Petersilie.

Foto: kabVisio/iStock

Zutaten (für 4 Personen)
  • 800 g festkochende Kartoffeln
  • 200 g weiße Champignons
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 250 g Schinkenwürfel
  • 300 ml Sahne
  • 200 ml Milch
  • 150 g geriebener Käse
  • 2 EL Butter
  • frische Petersilie
  • Salz und Pfeffer
Zubereitung
  1. Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben schneiden. Pilze putzen und in kleine Stücke schneiden.
  2. Zwiebel und Knoblauch fein hacken und in einer Pfanne mit ein wenig Butter glasig anbraten. Schinkenwürfel und Champignons zugeben und kurz mit anbraten.
  3. Sahne und Milch in einer Schüssel vermengen und mit Salz, Pfeffer und klein gehackter Petersilie würzen.
  4. Eine Auflaufform mit Butter fetten. In Schichten abwechselnd die Kartoffelscheiben und die Zwiebel-Schinken-Mischung in Schichten hineinlegen. Dazwischen jeweils etwas Sahnesoße zugeben.
  5. Mit Käse bestreuen und im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad Celsius Ober-/Unterhitze etwa 40 bis 45 Minuten goldbraun backen.
Zu diesem Gericht kann ergänzend Salat, Fleisch oder Fisch serviert werden.

Petersilienkartoffeln aus Österreich

Rezept für Kartoffeln aus Österreich: Petersilienkartoffeln

Der österreichische Klassiker: Petersilienkartoffeln mit Wiener Schnitzel.

Foto: bhofack2/iStock

Zutaten (für 4 Personen)
  • 12 bis 16 mittelgroße, festkochende Kartoffeln
  • 4 EL Butter oder Schmalz
  • frische Petersilie
  • Salz und Pfeffer
Zubereitung
  1. Kartoffeln schälen und kochen.
  2. Das Bratfett in einer Pfanne zerlassen, gehackte Petersilie dazugeben und kurz anschwitzen.
  3. Die Kartoffeln grob zerkleinern, zur Petersilie in die Pfanne geben und kurz darin schwenken. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Zu diesem Gericht kann ergänzend traditionell Wiener Schnitzel oder Backhendl serviert werden.

Original Schweizer Rösti

Rezept für Kartoffeln aus der Schweiz: Rösti

Der Klassiker aus der Schweiz: Rösti.

Foto: Mariha-kitchen/iStock

Zutaten (für 4 Personen)
  • 1 kg mehlig kochende Kartoffeln
  • 4 EL Butter
  • 1 Prise Salz
Zubereitung
  1. Am Vortag die Kartoffeln nicht ganz gar kochen, abkühlen lassen und im Kühlschrank lagern.
  2. Die Kartoffeln pellen und längs durch eine Kartoffelreibe geben, damit lange Kartoffelraspel entstehen. Dann salzen.
  3. Einen Esslöffel Butter in der Pfanne auf mittlerer Stufe schmelzen. Dann auf die höchste Stufe stellen, ein Viertel der geraspelten Kartoffel in die Pfanne geben und zu einem Fladen formen.
  4. 3 Minuten scharf anbraten, dann auf niedriger Stufe langsam 15 Minuten lang goldbraun braten. Rösti umdrehen und weitere 10 Minuten goldbraun braten.
  5. Schritt 4 wiederholen, um weitere Rösti zu braten.
Zu diesem Gericht kann ergänzend Fleisch oder Spiegelei mit Schnittlauch serviert werden.
Guten Appetit!
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Ferdinand Magellan: Weltumsegelung von West nach Ost


In Kürze:

  • Der Portugiese Ferdinand Magellan (ca. 1480–1521) gilt heute als einer der erfolgreichsten Entdecker der Welt.
  • Mit seinem Flaggschiff „Trinidad“ war er der Erste, der einen westlichen Seeweg nach Asien einschlug und die Gewürzinseln erreichte.
  • Bis heute prägt er unseren Alltag, wie Magellan-Pinguine, Magellan-Südbuchen und die Magellansche Wolke zeigen.
  • Magellan war überzeugt: „Wer an der Küste bleibt, kann keine neuen Ozeane entdecken.“

 
Auf der Suche nach Ruhm und Reichtum brach der portugiesische Entdecker Ferdinand Magellan (ca. 1480–1521) 1519 von Spanien aus mit einer Flotte von fünf Schiffen auf. Sein Ziel war es, einen westlichen Seeweg zu den berühmten Gewürzinseln zu finden. Unterwegs zu den heute zu Indonesien gehörenden Molukken entdeckte er die Magellanstraße und überquerte vermutlich als erster Europäer den Pazifischen Ozean.
Seine Reise war lang und gefährlich, und nur ein Schiff kehrte drei Jahre später nach Hause zurück. Das mit wertvollen Gewürzen aus dem Osten beladene Schiff kehrte nur mit einem Bruchteil der ursprünglichen Besatzung zurück. Magellan selbst starb während seiner Reise bei einem Gefecht auf den heutigen Philippinen.
Dennoch war seine ehrgeizige Expedition für viele Menschen bis heute ein Erfolg. So bewies der Portugiese, dass der Globus auf dem Seeweg umrundet werden konnte und die Welt viel größer war, als man sie sich am Ende des Mittelalters vorgestellt hatte.

Magellans frühe Jahre

Ferdinand Magellan (portug. Fernão de Magalhães; span. Fernando de Magallanes) wurde circa 1480 als Sohn von Rui de Magalhães und Alda de Mesquita, Mitglieder des niederen portugiesischen Adels, geboren. Sein genauer Geburtsort ist bis heute umstritten. Während Historiker zum einen die Stadt Sabrosa vorschlagen, sehen andere die Küstenstadt Porto als wahre Geburtsstätte an.
Im Alter von 12 Jahren reisten Magellan und sein Bruder Diogo nach Lissabon, um als Knaben am portugiesischen Königshof zu dienen. Hier erfuhr Magellan von der großen portugiesischen und spanischen Rivalität um die Erforschung der Meere und die Vorherrschaft über den Gewürzhandel in Ostindien, insbesondere auf den Gewürzinseln. Fasziniert von der Aussicht auf Ruhm und Reichtum, entwickelte Magellan in diesen frühen Jahren ein Interesse an maritimen Entdeckungen.
Portrait von Magellan

Portrait von Ferdinand Magellan. Öl auf Leinwand, um 1550-1625, Künstler unbekannt.

Im Jahr 1505 teilte man Magellan und seinen Bruder schließlich einer portugiesischen Flotte zu, welche nach Indien unterwegs war. In den nächsten sieben Jahren nahm Magellan an mehreren Expeditionen in Indien und Afrika teil, wobei er vermutlich mehrfach in Schlachten verwundet wurde.
Im Jahr 1513 schloss er sich der riesigen königlichen Streitmacht mit 500 Schiffen und 15.000 Soldaten an. Im Auftrag der Krone kämpften sie gegen den marokkanischen Gouverneur, der sich weigerte, seinen jährlichen Tribut an das portugiesische Reich zu zahlen. Die Portugiesen gingen als Sieger aus der Schlacht hervor und Magellan blieb in Marokko. Dort wurde er in einem weiteren Gefecht schwer am Bein verwundet, was ihn für den Rest seines Lebens hinken ließ.

Vom portugiesischen König abgelehnt

Im 15. Jahrhundert waren Gewürze die kostbarsten Handelsgüter weltweit. Zimt, Muskatnuss, Nelken und vor allem schwarzer Pfeffer wurden zum Aromatisieren und Konservieren von Speisen verwendet. Außerdem sollen sie zum Überdecken des Geschmacks von verdorbenem Fleisch sehr geschätzt worden sein.
Da Gewürze im kalten und trockenen Europa nicht angebaut werden konnten, scheute man keine Mühen, den schnellsten Seeweg zu den Gewürzinseln zu entdecken. Portugal und Spanien führten den Wettbewerb um die frühe Kontrolle über dieses Handelsgut an.
Der Vertrag von Tordesillas aus dem Jahr 1494 teilte die damals bekannte Welt in zwei Hoheitsgebiete. Die Grenze verlief etwa 2.200 Kilometer westlich der Kapverdischen Inseln von Pol zu Pol über die Südspitze Grönlands und das heutige São Paulo. Alle Ländereien östlich dieser Grenzlinie sollten Portugal zustehen, Ländereien westlich dieser Linie sollten Spanien gehören.
Die Europäer hatten die Gewürzinseln erreicht, indem sie nach Osten segelten. Sie lagen also im portugiesischen Teil der Welt. Doch auch Spanien wollte an dem lukrativen Geschäft teilhaben und suchte nach neuen Wegen, die Inseln in ihren Weltbereich zu rücken. Bis dato hatte es jedoch niemand geschafft, von Europa aus nach Westen zu segeln, um die andere – die portugiesische – Seite des Globus zu erreichen. Magellan war entschlossen, der Erste zu sein, der dies tat.
Inzwischen ein erfahrener Seemann, wandte sich Magellan an König Manuel von Portugal, um seine Unterstützung für eine Reise nach Westen zu den Gewürzinseln zu erbitten. Der König lehnte sein Gesuch wiederholt ab. 1517 gab der frustrierte Magellan seine portugiesische Staatsbürgerschaft auf und siedelte nach Spanien über, um königliche Unterstützung für sein Vorhaben zu suchen.

König Manuel von Portugal. Gemälde aus dem 16. Jh., Künstler unbekannt.

Neues Land, neues Glück für Magellan

Als Magellan im Oktober 1517 in Sevilla ankam, hatte er keine Beziehungen und sprach kaum Spanisch. Bald darauf lernte er jedoch den ebenfalls eingewanderten Portugiesen Diogo Barbosa kennen. Innerhalb eines Jahres heiratete er Barbosas Tochter Beatriz, die ein Jahr später den gemeinsamen Sohn Rodrigo zur Welt brachte.
Die gut vernetzte Barbosa-Familie machte Magellan mit Offizieren bekannt, die für die spanische Eroberung verantwortlich waren. Er überzeugte sie von seinem Vorhaben und schon bald erhielt Magellan einen Termin beim König von Spanien.
Der Enkel von König Ferdinand und Königin Isabella, die 1492 die Expedition von Christoph Kolumbus in die Neue Welt finanziert hatten, empfing Magellans Gesuch mit der gleichen Gunst, die einst seine Großeltern Kolumbus erwiesen hatten. Der damals erst 18-jährige König Karl I. gewährte Magellan seine Unterstützung. Im Gegenzug versprach Magellan dem jungen König, dass seine Seereise nach Westen unermessliche Reichtümer nach Spanien bringen würde.

König Karl I. von Spanien. Öl auf Leinwand, 1548, Tizian (1490–1576).

Am 10. August 1519 verabschiedete sich Magellan von seiner Frau und seinem kleinen Sohn. Beide sollte er nie wieder sehen, als er mit der Armada De Molukken in See stach. Magellan kommandierte das Flaggschiff Trinidad, während ihn vier weitere Schiffe begleiteten: San Antonio, Concepción, Victoria und Santiago.
Die Expedition erwies sich als langwierig und beschwerlich. Drei Jahre später kehrte nur ein Schiff, die Victoria, nach Hause zurück. An Bord waren zudem nur 18 der ursprünglich 270 Mann starken Besatzung.

Schlechte Omen und die Entdeckung einer sagenumwobenen Meerenge

Im September 1519 segelte Magellans Flotte von Sanlúcar de Barrameda, Spanien, aus und überquerte den Atlantischen Ozean. Etwas mehr als einen Monat später erreichte die Flotte Südamerika. Dort segelten die Schiffe südwärts, entlang der Küste auf der Suche nach der sagenumwobenen Meerenge, die die Durchfahrt durch Südamerika ermöglichen würde.
Die Flotte stoppte in Port San Julian, wo die Besatzung am Ostertag 1520 meuterte. Magellan schlug den Aufstand schnell nieder, richtete einen der Kapitäne hin und ließ einen anderen meuternden Kapitän zurück.
In der Zwischenzeit hatte Magellan die Santiago ausgesandt, um die vor ihm liegende Route zu erkunden, wo sie in einem Sturm Schiffbruch erlitt. Die Besatzungsmitglieder des Schiffes wurden gerettet und auf die übrigen Schiffe verteilt. Mit diesen Ereignissen im Rücken verließ die Flotte Port San Julian fünf Monate später, als die saisonalen Stürme nachließen.
Magellanstraße

Karte mit der Kap Hoorn Route und der Magellanstraße.

Am 21. Oktober 1520 fuhr Magellan endlich in die gesuchte Meerenge ein, die fortan seinen Namen tragen sollte. Die Reise durch die Magellanstraße war tückisch und kalt. Viele Seeleute misstrauten ihrem Anführer weiterhin und murrten über die Gefahren der bevorstehenden Reise.
In den ersten Tagen der Durchquerung der Meerenge zwang die Mannschaft der San Antonio ihren Kapitän zur Desertion, woraufhin das Schiff wendete und über den Atlantik zurück nach Spanien floh. Mit ihm ging ein Großteil der Essensvorräte verloren. Zu diesem Zeitpunkt waren nur noch drei der ursprünglich fünf Schiffe in Magellans Flotte übrig.

Magellan und die Umrundung der Welt

Nach einer mehr als einmonatigen Durchquerung der Meerenge tauchte Magellans verbliebene Armada im November 1520 auf und erblickte einen riesigen Ozean vor sich. Sie waren die ersten bekannten Europäer, die den großen Ozean sahen, den Magellan wegen seiner scheinbaren Friedlichkeit „Mar Pacifico“, den Pazifischen Ozean, nannte.
Über die Geografie jenseits von Südamerika war zu dieser Zeit wenig bekannt, und Magellan schätzte optimistisch, dass die Reise über den Pazifik schnell gehen würde. Tatsächlich dauerte es drei Monate, bis die Flotte schließlich im März 1521 die Pazifikinsel Guam erreichte, um ihre Lebensmittelvorräte wieder aufzufüllen.
Magellans Flotte segelte anschließend weiter zum philippinischen Archipel und landete auf der Insel Cebu. Hier freundete sich Magellan mit den Einheimischen an und versuchte, sie sogar zum Christentum zu bekehren. Magellan war seinem Ziel, die Gewürzinseln zu erreichen, nun näher denn je.
Schiff Victoria von Magellan

Ausschnitt einer Karte von Ortelius (1590) mit der Darstellung von Magellans Schiff Victoria.

Überheblichkeit kostet Magellan das Leben

Als seine Freunde ihn um Hilfe im Kampf gegen ihre Nachbarn auf der Insel Mactan baten, willigte Magellan ein. Er nahm an, dass er mit seinen überlegenen europäischen Waffen einen schnellen Sieg erringen würde. Gegen den Rat seiner Männer führte Magellan selbst den Angriff an. Doch Magellan unterschätzte die Mactanesen und starb am 27. April 1521, nachdem er von einem Giftpfeil getroffen worden war.
Magellan sollte es nie zu den Gewürzinseln schaffen. Nach dem Verlust eines weiteren Schiffes seiner Flotte erreichten die beiden verbliebenen Schiffe schließlich am 5. November 1521 ihr Ziel. Schließlich kehrte jedoch nur die Victoria im September 1522 unter der Führung von Juan Sebastián Elcano mit einer schweren Ladung Gewürze nach Spanien zurück.
Einer der 18 Überlebenden war der italienische Gelehrte und Entdecker Antonio Pigafetta. Das Tagebuch, das Pigafetta auf der Reise führte, ist heute eine der wichtigsten Aufzeichnungen über die Reise zu den Gewürzinseln.
Zeichnung zu Tod von Magellan

Eine Zeichnung von 1521 zeigt den Tod von Ferdinand Magellan während eines Gefechts mit Einheimischen.

Foto: Archive Photos/Getty Images

Das Erbe von Ferdinand Magellan

Doch Magellans kühne und ehrgeizige Weltreise brachte den Europäern weit mehr als nur Gewürze. Obwohl der Weg von Europa nach Osten über die Magellanstraße entdeckt und kartiert worden war, war die Reise zu lang und gefährlich, um eine praktikable Route zu den Gewürzinseln zu werden.
Dennoch wurde das europäische geografische Wissen durch Magellans Expedition unermesslich erweitert. Er fand nicht nur einen riesigen Ozean, der den Europäern bis dahin unbekannt war, sondern entdeckte auch, dass die Erde viel größer war als bisher angenommen.
Und obwohl man zu diesem Zeitpunkt nicht mehr glaubte, dass die Erde flach sei, hat Magellans Weltumsegelung die mittelalterliche Theorie endgültig widerlegt.
Weltumsegelung von Magellan

Karte zur Weltumsegelung von Ferdinand Magellan.

Schließlich wird Magellan die erste Weltumsegelung zugeschrieben, auch wenn sie in zwei Etappen geschah. So reiste er zunächst ostwärts von Europa zu den Gewürzinseln und später über seine berühmte Westroute zu den Philippinen. Wenn auch nicht am Stück, umrundete Magellan – und 18 seiner Besatzungsmitglieder – somit tatsächlich die Welt.
Weiterhin ist der portugiesische Eroberer Namensgeber für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten wie beispie„“lsweise dem Magellan-Pinguin oder der Magellan-Südbuche sowie diversen Landschaften, Kratern, Sonden und Galaxien (sog. „Magellansche Wolken“).
Magellan Pinguin

Ein Magellan-Pinguin in Argentinien.

Foto: Ignacio Leonardi/iStock

Quellen und Literatur:
Christian Jostmann, Magellan, oder: Die erste Umsegelung der Erde, C. H. Beck, München 2019.
Antonio Pigafetta, Die erste Reise um die Welt. An Bord mit Magellan, wbg, 2020.
Laurence Bergreen, Magellan. Over the Edge of the World, Roaring Brook Press, New York 2017.