Christian Lundgaard, Fahrer des Arrow McLaren Chevrolet mit der Startnummer 7, bereitet sich am 22. August 2026 in Washington, DC, auf das Rennen im Rahmen der NTT INDYCAR Freedom 250-Serie vor. - Foto: Finn Gomez/Getty Images
HEUTE10:02 Uhr
Kasachstan wählt erstmals nach Verfassungsreform neues Parlament
In Kasachstan stimmen rund 12,6 Millionen Wahlberechtigte über die 145 Abgeordneten des neuen Einkammerparlaments mit dem Namen Kurultai ab. Der Senat als zweite Parlamentskammer wurde mit Annahme der neuen Verfassung im März abgeschafft. Kritiker werfen Präsident Tokajew vor, mit den Reformen seine Macht weiter zu festigen. Zur Wahl sind sieben Parteien zugelassen; mehrere Oppositionsgruppen sind verboten.
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HEUTE9:40 Uhr
Sechs EU-Finanzminister für Übergewinnsteuer
Deutschland, Italien, Österreich, Polen, Portugal und Spanien plädieren für eine europaweite Übergewinnsteuer auf Ölkonzerne, die seit den Unruhen im Nahen Osten hohe Gewinne einfahren. Die Finanzminister wandten sich dazu an die turnusmäßige EU-Ratspräsidentschaft, die derzeit Irland inne hat. Sie fordern, eine solche Abgabe beim Treffen der EU-Finanzminister in Dublin im September zu besprechen.
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HEUTE9:34 Uhr
Wadephul sagt Ukraine weitere 50 Millionen Euro zu
Außenminister Johann Wadephul sagte der Ukraine bei einem Besuch in Kiew 50 Millionen Euro humanitäre Hilfe zu. Er werde versuchen, Bündnispartner zur Abgabe von Patriot-Abwehrraketen zu bewegen und Bestände der Bundeswehr zu prüfen. Die Bundeswehr hat bereits fünf Systeme an die Ukraine abgegeben und sieht eigentlich keine Möglichkeit, weitere eigene zu liefern. Sie sei schon an ihre Reserven herangegangen.
Ein Flugabwehrraketensystem Patriot.
Foto: via dts Nachrichtenagentur
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HEUTE9:16 Uhr
Rotkäppchen-Mumm warnt vor Erhöhung der Schaumweinsteuer
Die Sektkellereien Rotkäppchen-Mumm warnen vor den Folgen der geplanten Erhöhung der Schaumweinsteuer. Chefin Silvia Wiesner nennt diese sozial ungerecht und befürchtet wirtschaftlichen Schaden. 20 Prozent mehr Steuer auf eine Sektflasche würden eine Erhöhung von 20 Cent pro Flasche zuzüglich Mehrwertsteuer bedeuten.
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HEUTE8:47 Uhr
Paris räumt illegales Camp vor Rathaus
Die Stadt Paris räumt seit den Morgenstunden ein Zeltlager mit 253 Menschen vor dem Rathaus von Paris Centre im Stadtteil Marais. Sie wurden in städtische Unterkünfte gebracht. Der Einsatz beendet eine mehrwöchige Besetzung im Zentrum der Hauptstadt. Das Lager beherbergte hauptsächlich Migranten, darunter sowohl Ausländer mit gültigem Aufenthaltsstatus als auch Menschen ohne Papiere.
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HEUTE8:18 Uhr
Südkorea schickt erstmals Frachter über Arktis nach Europa
Südkorea testet die Nordostpassage durch die Arktis nach Europa: Das Containerschiff „PanStar Acro“ legte am 22. August in der Stadt Busan ab. Es soll unter anderem mit Chemieprodukten und Gebrauchtwagen die Häfen in Felixstowe (Großbritannien), Rotterdam (Niederlande) und Danzig (Polen) anlaufen. Die Fahrt soll inklusive Rückkehr 45 Tage dauern und Daten für den kommerziellen Schiffsverkehr sammeln.
Die Nordostpassage ist nur saisonal ohne Eisbrecher schiffbar.
Foto: LYagovy/iStock
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HEUTE7:57 Uhr
Iran droht: Wer sich an Wirtschaftskrieg der USA beteiligt, wird als Feind betrachtet
Teheran droht allen Länder, die sich an wirtschaftlichen Sanktionen der USA gegen den Iran beteiligen, mit einer Einstufung als „Feinde“. Sicherheitsratschef Mohsen Resai kündigte bei weitere Sanktionen Angriffe auf US-Erdöl- und andere Unternehmen rund um den Iran an. Bisher habe sein Land „keinerlei wirtschaftlichen Interessen Amerikas angegriffen“, sondern lediglich Militärstützpunkte.
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HEUTE7:43 Uhr
Erdbeben in Japan: Dutzende Verletzte bei Erdstoß nahe Tokio
Bei einem Erdbeben der Stärke 5,9 in der Nähe von Tokio sind dutzende Menschen verletzt worden. Das Beben erschütterte gegen 2:00 Uhr Ortszeit (19:00 Uhr MESZ am 22.8.) den südlichen Teil der Präfektur Ibaraki. Der Bahnverkehr im Großraum Tokio war beeinträchtigt. Eine Tsunami-Meldung gab es nicht, gewarnt wird von Erdrutschen und Nachbeben.
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HEUTE7:21 Uhr
Merz vor Kabinettsklausur: Wachstum und Beschäftigung sind das Wichtigste
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht Wirtschaftswachstum und Beschäftigung vor der Kabinettsklausur als die wichtigsten Themen an. Er fordert Tempo bei den Gesetzgebungsverfahren für die vor der Sommerpause beschlossenen Reformen. Es gehe um eine „schnelle und umfassende Entlastung für die Wirtschaft, gerade auch für Handwerk und Mittelstand“. Die Kabinettsklausur findet am 25. und 26. August auf Schloss Neuhardenberg in Brandenburg statt.
Medaille für Marathon-Läufer in Sydney zeigt Münchner Allianz-Arena
Bei der Vorstellung der Medaille für den Sydney-Marathon am 30. August räumen die Organisatoren einen Fehler ein. Sie zeigt Sehenswürdigkeiten an der Laufstrecke, darunter das Opernhaus, die Harbour Bridge – und die Allianz-Arena in München. Die Münchner nahmen auf Instagram das Missgeschick mit Humor. Die Medaille wird an alle Teilnehmer überreicht, gerechnet wird mit über 40.000 Läufern.
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HEUTE6:37 Uhr
„Spektakuläre Kulisse“: Fahrer bereiten sich auf Autorennen in Washington vor
Zum Abschluss der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeit absolvierten 25 IndyCar-Fahrer Training und Qualifikation in Washington. Die US-Rennsportserie ähnelt der europäischen Formel 1. US-Präsident Trump soll in „The Beast“ eine Ehrenrunde drehen und das Rennen starten. Erwartet werden bis zu 100.000 Besucher, die Fahrer absolvieren mit bis zu 298 Stundenkilometern 147 Runden.
Autos versammeln sich in der Boxengasse für den „First Freedom 250 Grand Prix“ am 22. August 2026 in Washington, DC. US-Präsident Donald Trump hat das Autorennen am Wochenende als Teil der einjährigen Feierlichkeiten zum 250-jährigen Jubiläum der Vereinigten Staaten ins Leben gerufen.
Foto: Finn Gomez/Getty Images
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HEUTE6:19 Uhr
EVG droht mit Streiks im Regionalverkehr
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft droht mit bundesweiten Streik im Regionalverkehr im Januar – falls das Gesetz für härtere Strafen bei Angriffen auf auf Sanitäter, Feuerwehrleute, Ärzte und Pflegernicht noch in diesem Jahr in den Bundestag kommt. Die Regierung stellte im Februar in Aussicht, dass Bahnmitarbeiter als besonders gefährdete Berufsgruppe hinzugefügt werden sollen. Ob das geschieht, ist offen. Das Justizministerium sieht den Entwurf in Abstimmung.
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HEUTE6:00 Uhr
Linnemann will Rentenansprüche für pflegende Angehörige sichern
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann will geplante Einsparungen bei Rentenansprüchen für pflegende Angehörige stoppen. Geplant ist, dass für künftige Rentenansprüche noch 70 Prozent der entsprechenden Beträge gezahlt werden sollen. Die Rentenpunkte sollen erhalten bleiben. Die Koalition müsse dafür einen Gegenfinanzierung finden.
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HEUTE5:45 Uhr
US-Konzerne fordern neue Gespräche zwischen den USA und Kanada im Zollstreit
Die einflussreiche US-Managervereinigung Business Roundtable hat die Regierungen in Washington und Ottawa im Zollstreit zwischen den beiden Nachbarländern zu neuen Gesprächen aufgerufen. Die neuen Zölle drohten die Kosten für US-Unternehmen in die Höhe zu treiben, erklärte die Lobbygruppe, in der die Chefs von rund 200 großen Konzernen zusammengeschlossen sind. Auch Verbraucher würden getroffen.
Christian Lundgaard, Fahrer des Arrow McLaren Chevrolet mit der Startnummer 7, bereitet sich am 22. August 2026 in Washington, DC, auf das Rennen im Rahmen der NTT INDYCAR Freedom 250-Serie vor. - Foto: Finn Gomez/Getty Images
HEUTE10:33 Uhr
Selenskyj: Wahlen im Krieg würden die Ukraine „spalten“
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj weist die Forderung des früheren Verteidigungsministers Mychailo Fedorow nach Neuwahlen im Krieg zurück – Wahlen seien als solche in einem Krieg ein großes Risiko. Das sei ein „Tsunami für das Land, der die Ukraine spalten wird“. Fedorow (35) rief zuvor dazu auf, einen „legalen, sicheren und realistischen Mechanismus“ zu finden, um trotz der russischen Invasion Wahlen zu ermöglichen. Die Demokratie dürfe nicht von Russland als Geisel genommen werden.
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HEUTE10:26 Uhr
Thüringen verlangt mehr Transparenz bei Bonitätsbewertung
Thüringens Verbraucherschutzministerin Beate Meißner (CDU) fordert mehr Transparenz bei der Bonitätsbewertung durch Auskunfteien wie die Schufa. Seit dem Frühjahr bewertet die Schufa die Bonität auf einer Skala von 100 bis 999 Punkten, jedoch nutzt nur ein Viertel der Schufa-Vertragspartner den neuen Score. Verbraucherzentralen sammeln bis 31. August Fälle zu falschen oder veralteten Daten, schwerer Korrektur oder unerwartet niedrigeren oder verschlechterten Scores.
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Kasachstan wählt erstmals nach Verfassungsreform neues Parlament
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Ein Flugabwehrraketensystem Patriot.
Foto: via dts Nachrichtenagentur
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Rotkäppchen-Mumm warnt vor Erhöhung der Schaumweinsteuer
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Foto: LYagovy/iStock
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Bei einem Erdbeben der Stärke 5,9 in der Nähe von Tokio sind dutzende Menschen verletzt worden. Das Beben erschütterte gegen 2:00 Uhr Ortszeit (19:00 Uhr MESZ am 22.8.) den südlichen Teil der Präfektur Ibaraki. Der Bahnverkehr im Großraum Tokio war beeinträchtigt. Eine Tsunami-Meldung gab es nicht, gewarnt wird von Erdrutschen und Nachbeben.
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„Spektakuläre Kulisse“: Fahrer bereiten sich auf Autorennen in Washington vor
Zum Abschluss der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeit absolvierten 25 IndyCar-Fahrer Training und Qualifikation in Washington. Die US-Rennsportserie ähnelt der europäischen Formel 1. US-Präsident Trump soll in „The Beast“ eine Ehrenrunde drehen und das Rennen starten. Erwartet werden bis zu 100.000 Besucher, die Fahrer absolvieren mit bis zu 298 Stundenkilometern 147 Runden.
Autos versammeln sich in der Boxengasse für den „First Freedom 250 Grand Prix“ am 22. August 2026 in Washington, DC. US-Präsident Donald Trump hat das Autorennen am Wochenende als Teil der einjährigen Feierlichkeiten zum 250-jährigen Jubiläum der Vereinigten Staaten ins Leben gerufen.
Foto: Finn Gomez/Getty Images
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EVG droht mit Streiks im Regionalverkehr
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft droht mit bundesweiten Streik im Regionalverkehr im Januar – falls das Gesetz für härtere Strafen bei Angriffen auf auf Sanitäter, Feuerwehrleute, Ärzte und Pflegernicht noch in diesem Jahr in den Bundestag kommt. Die Regierung stellte im Februar in Aussicht, dass Bahnmitarbeiter als besonders gefährdete Berufsgruppe hinzugefügt werden sollen. Ob das geschieht, ist offen. Das Justizministerium sieht den Entwurf in Abstimmung.
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HEUTE6:00 Uhr
Linnemann will Rentenansprüche für pflegende Angehörige sichern
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann will geplante Einsparungen bei Rentenansprüchen für pflegende Angehörige stoppen. Geplant ist, dass für künftige Rentenansprüche noch 70 Prozent der entsprechenden Beträge gezahlt werden sollen. Die Rentenpunkte sollen erhalten bleiben. Die Koalition müsse dafür einen Gegenfinanzierung finden.
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US-Konzerne fordern neue Gespräche zwischen den USA und Kanada im Zollstreit
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Champagner ist eines der teuersten Getränke weltweit und ist der Inbegriff von Luxus. - Foto: Olga Yastremska/iStock
In Kürze:
Champagner gilt heute als Luxusgetränk und wird mit französischer Weinanbaukunst in Verbindung gebracht.
Tatsächlich stammt die Grundlage aus Frankreich, doch erhielt der Schaumwein erst in England seine Bläschen, Glasflaschen und Korken.
Im Jahr 1889 war auf der Weltausstellung in Paris eine Werbebroschüre für Champagner im Umlauf. Darin hieß es, dass Dom Pérignon – ein Mönch der Benediktinerabtei von Hautvillers – der „Erfinder“, „Schöpfer“ oder „Entdecker“ des prickelnden Alkohols war. „Kommt, Brüder! Ich trinke Sterne!“ lautet das berühmte Zitat, das ihm oft zugeschrieben wird.
Die Geschichte eines blinden Mönchs, der eine Erleuchtung hatte und zufällig auf das Geheimnis der Perlage stieß, war verführerisch. Sie verband göttliche Offenbarung mit französischem Weinbaukönnen und schuf so ein nationales Symbol, das tief in der französischen Landschaft verwurzelt ist.
Die Wahrheit sieht jedoch etwas anders aus. Dom Pérignon trug zwar zur Verbesserung der Weine der Champagne bei, doch er entdeckte die Perlage nicht. Vielmehr versuchte er gar, die Bläschen loszuwerden.
Heute werden die edlen Getränke oft mit Korken verschlossen und in Glasflaschen gelagert. Beides gab es in Frankreich lange Zeit nicht und ist eine fremdländische Erfindung.
Foto: Natx33/iStock
Der Champagner-Mythos
Die Ausstellung, auf der der Champagner-Mythos verbreitet wurde, fand anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Bastille-Tages statt. In die Geschichte ging sie jedoch primär für die Enthüllung einer anderen Ikone der französischen Kultur ein: des Eiffelturms.
Geschichten wie die um Pérignon kamen jedoch äußerst gelegen. Denn zu diesem Zeitpunkt versuchte Frankreich, seine Nation nach außen zu repräsentieren, indem die Einzigartigkeit der Kultur und Geschichte unterstrichen wurde.
Der Ursprung des Mythos lässt sich auf einen Brief von Dom Grossard von der Abtei Hautvillers an den Bürgermeister von Aÿ im Herzen der Champagne zurückführen. Grossard behauptete, Pérignon habe die Methode zur Herstellung von vollkommen weißem Wein aus Pinot-Noir-Trauben (Blanc de Noirs) perfektioniert. Zudem habe er Pionierarbeit bei der Technik der Perlage geleistet und sich für die Verwendung von Flaschen und Korken eingesetzt.
Statue des Benediktinermönches Dom Pérignon, der als Erfinder des Champagners gilt.
Aber nur die erste dieser Behauptungen ist wahr. In der Abtei wurden Holzstopfen und in Fett getränkte Leinwandstoffe zum Verschließen der Flaschen verwendet, und französisches Glas war zu schwach, um dem Druck der Perlage standzuhalten. Ein größeres Problem war, dass die Franzosen die Bläschen als Makel betrachteten. Vor allem in den Augen von Verbrauchern waren sie ein Trick, um von schlechtem Wein abzulenken.
Der bekannte französische Weinhändler Bertin de Rocheret riet einem Kunden, der sich nach Sekt erkundigte: „Die Perlage verschleiert die besten Eigenschaften guter Weine, genauso wie sie Weine minderer Qualität verbessert.“
Das Verfahren zur Herstellung von Schaumwein, robuste Glasflaschen und die Verwendung von Korken kamen im 17. Jahrhundert aus England. Englische Verbraucher importierten Wein in Fässern aus Frankreich, da Flaschen höher besteuert wurden als Wein, der als Fassware importiert wurde.
Die Weine verdarben oft während der Reise über den Ärmelkanal oder oxidierten nach ihrer Öffnung schnell, wodurch sie tatsächlich einen unangenehmen Geschmack entwickelten. Um letzteren zu verbessern, fügten die Verbraucher Honig, Sirup aus Rosinen oder Zucker hinzu. Der zusätzliche Zuckergehalt löste eine Nachgärung aus – und damit die Perlage.
Im Jahr 1662 veröffentlichte der englische Naturforscher Christopher Merrett (1614–1695) eine Abhandlung, in der er die Methode zur Erzeugung von Sprudel beschrieb: „Unsere Küfer der jüngeren Zeit verwenden große Mengen an Zucker und Melasse für alle Arten von Weinen, um sie spritzig und prickelnd zu machen, ihnen Schwung zu verleihen und ihren schlechten Geschmack zu verbessern.“
Das Gemälde „The Oyster Lunch“ von Jean-François de Troy (1679–1752) ist die älteste künstlerische Darstellung vom Trinken des Champagners.
Um Sekt herzustellen und die Spritzigkeit zu bewahren, sind indes drei Dinge notwendig: Bläschen, robuste Glasflaschen und Korken. Merretts beschriebene Methode sorgte für die Spritzigkeit, während Korken in England bereits für die Abfüllung von Apfel- und Birnenwein zum Einsatz kamen.
Robustes Glas war zudem in England das Nebenprodukt eines Brennholzverbots, das König Jakob I. im Jahr 1615 erlassen hatte. Holz war zu wertvoll, um für die Glasherstellung verbrannt zu werden und sollte stattdessen für den Bau von Schiffen reserviert werden. Durch die Verwendung von Seekohle – Steinkohle, die per Schiff transportiert wurde – erreichten englische Glasöfen höhere Temperaturen und produzierten widerstandsfähigeres Glas. Diese Flaschen konnten dem Druck, der so hoch ist wie in einem Autoreifen, standhalten, ohne zu bersten.
Das Paradoxon?
Die einzige Zutat, die den Engländern fehlte, war Wein, was französische Weinhistoriker dazu veranlasste, ihren Beitrag als „das englische Paradoxon“ zu bezeichnen. Wie konnte ein Land ohne Weinbautradition Pionierarbeit bei der Technik der Perlage leisten? Die Bezeichnung „Paradoxon“ ergibt jedoch nur Sinn, wenn man davon ausgeht, dass die Traditionen und Standards des französischen Weinbaus überlegen sind.
An Traditionen gebunden, waren französische Winzer nicht bereit, einen Fehler als wünschenswerte Innovation zu betrachten. Aus der Not heraus und ohne jegliche Regeln für den Weinbau konnten englische Verbraucher frei experimentieren.
Die französische Champagnerindustrie behauptet heute, die Perlage sei nicht erfunden worden, sondern ein natürliches Produkt des Bodens und des Klimas in einer streng definierten Region.
Weinberge in der Champagne, Frankreich.
Foto: southtownboy/iStock
Bei der natürlichen Gärung entsteht zwar etwas Kohlensäure, doch selten genug, um einen Korken springen zu lassen. Die Betonung der Natur unterstreicht die Exklusivität und die einzigartigen geografischen Eigenschaften, die den Champagner von allen anderen Schaumweinen unterscheiden.
Eine komplexere Geschichte des Ursprungs der Spritzigkeit stellt Vorurteile über nationale Identität in Frage. Dies schmälert den Luxusstatus des Champagners nicht, offenbart jedoch den Einfluss kultureller Traditionen auf Innovationen und die vielfältigen Einflüsse, die den Weg zu Neuem ebnen.
Auch die Steuer auf Sekt soll den Plänen zufolge um 20 Prozent angehoben werden. (Archivbild) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) will die Alkoholsteuer weniger stark anheben als zuletzt von der Expertenkommission des Gesundheitsministeriums empfohlen. Das ergibt sich aus einem Gesetzentwurf des Finanzministeriums, aus dem das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ zitiert. Danach soll die Steuer auf Spirituosen im kommenden Jahr um 20 Prozent steigen.
Dadurch würde beispielsweise eine Flasche Wodka mit einem Alkoholgehalt von 40 Volumenprozent im Einzelhandel um knapp einen Euro teurer. Die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingesetzte Expertenkommission hatte dagegen für 2027 einen Anstieg um mehr als 40 Prozent vorgeschlagen. Bis 2029 sah der Vorschlag sogar eine Verdoppelung der Steuer vor.
Eine Erhöhung um 20 Prozent bedeutet, dass die Alkoholsteuer von 13,03 Euro je Liter Reinalkohol auf 15,64 Euro steigt. Bezogen auf eine 0,7-Liter-Flasche und eine Spirituose mit 40 Volumenprozent – unter anderem Wodka, Whisky oder Rum – würde die Steuerlast inklusive Mehrwertsteuer um 87 Cent steigen.
Auch die Steuer auf Sekt, Champagner, mit Alkohol versetzte Likörweine sowie sogenannte Alkopops soll den Plänen zufolge um 20 Prozent angehoben werden. Die Biersteuer will Klingbeil dagegen nicht erhöhen. Wein soll weiter steuerfrei bleiben.
Die Mehreinnahmen für den Staat sollen sich auf jährlich rund 400 Millionen Euro summieren. Im Gesetzentwurf heißt es, die Steuererhöhung diene der „Konsolidierung des Bundeshaushalts 2027 und des Finanzplanes bis 2030“. (dts/red)