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Schwermetalle in Boden und Gärten: Wie viel Metall ist „zu viel“?


In Kürze:

  • Zahlreiche Böden sind durch Schwermetalle belastet, auch in Deutschland. Teils stammen sie aus der Natur, teils vom Menschen.
  • Einige Stoffe wie Eisen und Kupfer sind in geringen Mengen für unsere Gesundheit wichtig. Andere, wie Arsen oder Cadmium, sind schon in kleinen Mengen schädlich.
  • Im Regelfall werden die Gesamtkonzentrationen gemessen, doch nicht alles, was im Boden ist, kann freigesetzt werden.
  • Teure Sanierungen, etwa durch Bodenaustausch, könnten durch Beachtung der sogenannten Bioverfügbarkeit reduziert werden.
  • Im Garten kann die Auswahl der richtigen Obst- und Gemüsesorten die Belastung für den Menschen senken.

 
In vielen Köpfen hat sich festgesetzt: Schwermetalle sind böse und müssen weg. Boden wird ausgetauscht und als Sondermüll deklariert. Es wird teuer saniert, was mit Cadmium oder Blei, Kobalt oder Arsen, Kupfer oder Zink belastet sind. Dabei sind Kupfer und Zink sogar in geringen Mengen lebenswichtig für den menschlichen Körper. Kobalt auch.
Die Frage, die gestellt werden muss, ist daher: Wie viel Metall ist „zu viel“? Denn entscheidend ist nicht nur die bloße Masse der Metalle, sondern ihre biologische Verfügbarkeit.
Zu diesem Ergebnis kam der Professor Willie Peijnenburg von der Universität Leiden und dem Nationalen Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt in den Niederlanden. Er sagte:
„Metallverschmutzung im Boden ist ein echtes globales Problem, aber Entscheidungen über Lebensmittelsicherheit, Aufräumarbeiten und Wiederverwendung von Land müssen auf dem Teil der Metalle basieren, den Organismen wirklich aufnehmen können, nicht nur auf den Zahlen in den Schlagzeilen.“
Im Boden würden Schwermetalle oft in großen Mengen gemessen. Deutschland ist hier keine Ausnahme. Doch das Risiko, das Menschen, die Umwelt und Feldfrüchte dadurch tatsächlich haben, werde oft überschätzt, so der Chemiker und Umwelttoxikologe.

Bodenchemie rückt ins Zentrum

An vielen Orten gebe es hohe Belastungswerte, so Peijnenburg. Jedoch sei die biologische Gefahr gering, da die Metalle fest an Bodenpartikel gebunden seien, auf die Organismen nicht leicht zugreifen können. Teilweise seien sie auch in mineralischen Formen eingeschlossen.
An anderen Orten könnten hingegen bereits geringe Schwermetallbelastungen zum Thema werden, wenn die Bodenchemie Metalle mobil macht und diese leicht von Nutzpflanzen oder Bodenlebewesen aufgenommen werden.
Das Risiko hängt stark vom pH-Wert des Bodens, seiner mineralischen Zusammensetzung, organischen Substanzen, den Sauerstoffbedingungen und der Aktivität der Mikroorganismen ab. Dabei agieren Humusböden anders als Sand-, Ton- oder Lehmboden.
Der Forscher durchforstete die Fachliteratur zu zahlreichen chemischen und biologischen Methoden, um diese komplexe Chemie in praktikable Daten zu verwandeln. Anhand der Ergebnisse früherer Pflanzenwachstumstests, Regenwürmern, mikrobiellen und auch Enzymaktivitätsmessungen ordnete er ein, welche Bodenmetalle tatsächlich aufgenommen werden.

Was sind Schwermetalle?

Chemisch gesehen sind Schwermetalle Stoffe mit relativ hoher Dichte, von, in der Regel, über 5 Gramm pro Kubikzentimeter. Eine einheitliche Definition gibt es nicht. Im Zusammenhang mit Medizin und Umwelt sind hingegen oft Metalle gemeint, die in höheren Mengen gesundheitsschädlich oder belastend sein können.
Im Allgemeinen werden Blei, Cadmium, Chrom, Kobalt, Kupfer, Nickel, Quecksilber, Zink sowie Arsen als Schwermetalle betrachtet. Chemisch gesehen ist Arsen ein Halbmetall, wird aber oft im gleichen Atemzug mit Schwermetallen genannt. Auch Gold, Eisen, Uran und Bismut werden hinzugezählt.
Forscher vieler Nationen und Institute beschäftigen sich mit diesen Themen, darunter die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit den gesundheitlichen Wirkungen, die Giftstoffagentur der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde mit den toxikologischen Profilen, die Internationale Krebsforschungsagentur der WHO mit der Krebsrisikoeinstufung, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit in Bezug auf Ernährung und zulässige Grenzwerte sowie die US-Umweltbehörde mit der industriellen Nutzung und der Exposition.
Nicht alle Schwermetalle sind dabei grundsätzlich schädlich, einige sind sogar essenziell für den Menschen: Eisen, Zink, Kupfer, Mangan und Kobalt werden in kleinen Mengen vom menschlichen Körper benötigt. Problematischer sind Blei, Quecksilber und Cadmium, die bereits in geringen Mengen als gesundheitlich bedenklich gelten.

Intelligente Sanierung soll Kosten sparen

Peijnenburg kam zu dem Fazit, dass die Konzentration auf die Bioverfügbarkeit zu intelligenterer Sanierung führen kann. Er sieht die Vorteile auch in realistischeren Bodenstandards, einem besseren Schutz der Ernährungssicherheit und der Gesundheit des Ökosystems.
Er plädiert für den Einsatz von Bioverfügbarkeitstests, um unnötigen Bodenaushub bei Projekten zur städtischen Flächenentwicklung zu vermeiden. Ein von ihm erstellter Entscheidungsbaum soll Praktikern und Politikern die künftigen Risikobewertungen erleichtern.
„Ziel war es, jahrzehntelange Forschung in eine praktische Toolbox zu übersetzen, die Wissenschaftler, Berater und Regulierungsbehörden tatsächlich in diesem Bereich anwenden können“, sagt er.

Blei auf Salat, Arsen im Reis

Welche Auswirkungen sind bekannt? Cadmium ist im Boden relativ mobil, in sauren Böden stärker löslich und für Pflanzen verfügbar. Blei wird hingegen nur sehr gering von Pflanzenwurzeln aufgenommen. Das Problem von bleibelasteten Nahrungsmitteln ist oft eher ein Staubproblem und damit ein Luftproblem. So können etwa Blattsalate durch Staub höher mit Blei belastet sein. Das hat auch historische Gründe.
In Deutschland wurde verbleites Benzin 1988 und bleihaltiges Superbenzin 1996 verboten, in der EU kam das endgültige Verbot im Jahr 2000. Seither hat sich die Belastung vor allem für städtische Kleingärtner verringert.
Kupfer bindet sich seinerseits stark an Humus, ist dann aber nur gering mobil. Von Pflanzen wird Kupfer nur geringfügig aufgenommen, allerdings schädigt es in hohen Mengen Bodenmikroorganismen und Regenwürmer. Blei und Kupfer werden überwiegend im Oberboden fest gebunden und verbleiben dort über eine lange Zeit, teils Jahrzehnte.
Gefährlich bleibt Arsen, das sich einerseits an Eisenoxide bindet und andererseits bei Sauerstoffmangel aktiver werden kann. Es ist stark abhängig von Redoxbedingungen, Phosphat und dem Wasserstand. Das Problem ist besonders im Reisanbau bekannt, wo Felder längere Zeit unter Wasser stehen. Dort kann es von Pflanzen aufgenommen werden oder auch ins Grundwasser gelangen.

Drei konkrete Beispiele: Cadmium, Blei, Arsen

Was tun, wenn man einen Garten hat? Ein Blick auf drei belastende Schwermetalle.
Cadmium als Lebensmittelproblem
Cadmium nehmen Menschen am häufigsten über Tabakrauch auf. Es ist aber auch in Farben und Akkus enthalten. Es wird nur sehr langsam ausgeschieden und reichert sich im Körper an. Es schädigt Nieren und führt langfristig zur Entkalkung von Knochen (Osteoporose, Knochenbrüche).
Prinzipiell können fast alle Pflanzen Cadmium aufnehmen. Viele Pflanzen „halten“ das Cadmium jedoch in den Wurzeln fest und transportieren es nur begrenzt in die Früchte. Eine der Pflanzen, die am stärksten Cadmium aufnimmt, ist Tabak. Es folgen Blattgemüse wie Salat oder Spinat, Kohlarten, Sellerie – und auch Sonnenblumen. Bei Getreide und Obst sind die Cadmiumgehalte meist sehr niedrig.
Obwohl die Bioverfügbarkeit von Cadmium in sauren Böden höher ist, sind so auch Kulturheidelbeeren kaum betroffen. Die Beeren enthalten in der Regel nur geringe Mengen. In den Blättern ist mehr zu finden.
Tipp für den Garten: Höhere Cadmiumwerte im Boden können durch Untersuchungen von Bodenproben in einem Umwelt- oder Landwirtschaftslabor festgestellt werden. Wenn gegeben, lohnt es sich, am Boden-pH-Wert anzusetzen. Ein pH-Wert im neutralen Bereich von etwa 6,5 bis 7 und eine passende Bepflanzung können das gesundheitliche Risiko reduzieren.
Blei – mögliche Altlast in Stadtgärten
Blei, das in alten Wasserleitungen vorkommt, in Batterien, Farben und auch Munition, ist giftig für das Nervensystem und das Gehirn. Es kann bei Kindern zu Entwicklungsschäden im Gehirn führen.
Humus und Tonminerale binden Blei sehr gut, das bedeutet aber nicht, dass Kompost grundsätzlich Blei enthält. Nur dann, wenn das Ausgangsmaterial belastet war – durch Straßenstaub, Industrie oder belastete Pflanzenreste –, kann auch der Kompost erhöhte Bleigehalte haben.
Pflanzen können geringe Mengen Blei aufnehmen, allerdings wird es stark in der Wurzel zurückgehalten und nur schlecht über das Leitgewebe der Pflanze transportiert. Höhere Gehalte finden sich in Salaten und Kräutern, hier jedoch vor allem aufgrund Staubbelastung über die Luft, mittlere in Möhren, Rote Bete oder Sellerie, sehr geringe in Früchten wie Äpfeln, Birnen, Tomaten oder Gurken.
Tipp für den Garten: In älteren innerstädtischen Gärten oder in der Nähe ehemaliger Industrieanlagen gibt es häufig noch erhöhte Bleigehalte. Sie stammen aus den 1950er- bis 1980er-Jahren. Der Gemüseanbau ist hier nur bedingt empfehlenswert, ein Obstgarten ist weniger empfindlich.
Arsen und das Sauerstoffproblem
Arsen kommt natürlich in manchen Gesteinen sowie im Grundwasser vor und ist sehr giftig. Zu Arsenvergiftungen kommt es eher in der Industrie oder bei der Verarbeitung von Erzen. Es kann auch in historischen Holzschutzmitteln vorkommen.
Arsen reagiert stark auf Sauerstoffverhältnisse und damit anders als andere Schwermetalle. Es bindet sich zeitweise vor allem an Eisen- und Aluminiumoxide. Mobiler wird es, wenn ein Boden längere Zeit überflutet ist. Dann werden Eisenoxide chemisch reduziert und das gebundene Eisen wird frei. Daher spielt Arsen in Reisfeldern eine besondere Rolle. Auch bei starker Düngung mit Phosphor kann Arsen verdrängt werden, dann steigt ebenfalls die Konzentration im Boden.
Pflanzen wie Kartoffeln, Weizen, Mais oder Obst nehmen meist deutlich weniger auf. In Früchte gelangt Arsen nur selten. Im Boden hemmt Arsen Enzyme und Bakterien, Pilze und Regenwürmer.
Tipp für den Garten: Auf dauerhaft feuchten Böden baut sich schlecht Gemüse und Obst an. Wer damit zu kämpfen hat, könnte mit Hochbeeten und anderer Erde arbeiten oder überlegen, ob er den Boden trockenlegen kann.
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EU setzt auf neue Rohstoffroute durch Afrika

Alles, was man für die Energiewende braucht, kann hier gefunden werden: in den rohstoffreichen Bergbauregionen der Demokratischen Republik Kongo und Sambias, und auch weiter südwestlich, in Angola.
Eine neue Bahnroute soll kritische Bodenschätze für moderne Schlüsseltechnologien wie Kupfer, Kobalt, Lithium, Coltan, Nickel und seltene Erden nach Europa bringen. Der sogenannte Lobito-Korridor verspricht schnellen, sicheren und günstigen Transport. Vor allem soll er Chinas wachsendem Einfluss in Afrika etwas entgegensetzen.

Megaprojekt der EU vs. China

Bei ihrem China-Besuch diese Woche mahnte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) verlässliche Zugänge und faire Marktzugangsbedingungen zu kritischen Rohstoffen und seltenen Erden an. Berlin ist bei strategisch wichtigen Gütern stark abhängig von Peking.
Das führe zu wirtschaftlicher Verwundbarkeit, warnen Experten, auch weil China Deutschlands Abhängigkeit zunehmend als politisches Druckmittel nutze. Alternative Lieferketten gelten daher als unabdingbares Risikomanagement für die deutsche Wirtschaft.
Als Gegenmodell zu Chinas Neuer Seidenstraße hat die EU ihre globale Infrastrukturinitiative „Global Gateway“ konzipiert, deren Flagschiff der Lobito-Korridor ist. Auch die USA investieren stark.
Eine neue Handelsroute bringt kritische Rohstoffe in wenigen Tagen nach Europa.

Eine neue Handelsroute bringt kritische Rohstoffe in wenigen Tagen nach Europa.

Foto: Kristin Palitza/dpa

„Wer bei dem Projekt vorn mitmischt, wird sich einen großen Teil des Mineralreichtums Afrikas sichern können“, glaubt der angolanische Ökonom Benedito Mavo. Das Megaprojekt werde zu einer der wichtigsten Transportwege weltweit werden. Zahlreiche europäische und deutsche Unternehmen sind schon involviert.

Strategischer Handelskorridor

Der Lobito-Korridor ist längst mehr als Zukunftsmusik. Der längste Teil der geplanten Bahnstrecke ist bereits in Betrieb und verläuft über knapp 1.800 Kilometer von der kongolesischen Industriestadt Kolwezi bis an den angolanischen Atlantikhafen Lobito.
Die Konzession hält ein europäisches Konsortium unter dem Namen „Lobito Atlantic Railway“ (LAR), bestehend aus dem Rohstoffhändler Trafigura, dem Bauunternehmen Mota-Engil und dem Bahnbetreiber Vecturis.
Vom Hafen in Lobito ist es über den Atlantischen Ozean ein relativ kurzer Wasserweg bis nach Westeuropa oder in die USA. Was noch fehlt, sind 450 Kilometer Gleise ins Herz des sambischen Kupfergürtels, beziehungsweise eine 800 Kilometer lange Alternativroute, die direkt von Angola nach Sambia führt. Diese sollen bis 2028 fertig sein.
In Afrika befinden sich nach Angaben des UN-Umweltprogramms rund 30 Prozent der weltweiten Bodenschätze. Der Kongo und Sambia gehören zu den größten Produzenten von Kupfer, das in Solarmodulen und Windkraftanlagen verwendet wird.
Der Kongo ist zudem einer der weltweit größten Produzenten von Kobalt, das für Batterien von Elektroautos nötig ist. Auch Angola verfügt neben großen Ölvorkommen über kritische Mineralvorkommen für moderne Schlüsseltechnologien.
Der Lobito-Korridor ist ein neuer Handelsknotenpunkt für kritische Rohstoffe.

Der Lobito-Korridor ist ein neuer Handelsknotenpunkt für kritische Rohstoffe.

Foto: Kristin Palitza/dpa

Europas Antwort auf Chinas Neue Seidenstraße

In vergangenen Jahrzehnten hat Peking in ganz Afrika Straßen, Häfen, Bahnlinien und andere Infrastrukturprojekte gebaut und sich so Zugriff auf die reichen Bodenschätze des Kontinents gesichert. Zudem kontrolliert China viele Minen und Verarbeitungsbetriebe für kritische Mineralien in Afrika.
Der Westen war lange abwesend. Der Lobito-Korridor soll dieses Versäumnis korrigieren und Europa und den USA eine eigene, zuverlässige Rohstoffachse sichern.
Im Rahmen von „Global Gateway“ stellen die EU und neun Mitgliedstaaten, einschließlich Deutschland, Investitionen in Höhe von über 2 Milliarden Euro bereit. Die USA haben bereits Hunderte Millionen Dollar zugesagt.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte bei seinem Besuch in Angola im November 2025 deutsche Unternehmen ausdrücklich zu Investitionen entlang der Strecke aufgerufen, die „wirtschaftlich von ungeheurer Bedeutung“ sei.
Die deutsche Industrie – von der Automobilbranche über den Maschinenbau bis zur Chemie – ist in hohem Maße auf kritische Rohstoffe angewiesen. Ein gut funktionierender Lobito-Korridor würde deutschen Unternehmen direktere, transparentere und politisch weniger riskante Lieferketten ermöglichen. Und die Abhängigkeit von China reduzieren.

Zeit, Geld und CO2-Emissionen sparen

Bisher werden Rohstofflieferungen hauptsächlich per Lkw auf maroden Straßen an weit entfernte Häfen transportiert. Entweder bis nach Durban in Südafrika, auf einer gut 3.000 Kilometer langen Strecke, für die ein Lastwagen etwa vier Wochen braucht. Oder rund 2.200 Kilometer nach Daressalam in Tansania – trotz des kürzeren Wegs eine Fahrtdauer von rund 35 Tagen.
Schlechtes Wetter, Unfälle und Verzögerungen an Grenzübergängen tragen zu langen Transportzeiten bei. Von Kolwezi bis nach Lobito sind es mit der Bahn dagegen nur sieben Tage, sagt LAR-Geschäftsführer Nicolas Gregoir. Das spare Zeit, Geld und CO2-Emissionen.
Ein weiterer Vorteil des Lobito-Korridors: Entlang der westafrikanischen Küste ist das Risiko der Piraterie geringer als an der Küste vor dem Horn von Afrika, wo besonders vor Somalia immer wieder Angriffe auf Schiffe gemeldet werden.
Der Lobito-Korridor bringt Rohstoffe auf dem Mineralgürtel Afrikas nach Europa.

Der Lobito-Korridor bringt Rohstoffe auf dem Mineralgürtel Afrikas nach Europa.

Foto: Kristin Palitza/dpa

Das europäische Konsortium hat den kommerziellen Güterverkehr auf der Strecke offiziell im Februar 2024 aufgenommen. Sechs Monate später fuhr die erste Kupferlieferung aus dem Kongo mit Ziel USA über die Schienen. Im Mai 2026 folgte der erste Kobalttransport.
Nach Angaben von Gregoir wurden 2025 rund 200.000 Tonnen internationale Fracht befördert. Das seien im globalen Vergleich zwar geringe Mengen, doch die Kapazität steige stetig. Ziel sei eine Million Tonnen pro Jahr.
Auch am Hafen von Lobito sind Sanierungsarbeiten im Gang, um für Rohstofftransporte in großem Volumen bereit zu sein. Bahnschienen werden bis direkt an den Trockenhafen und an Frachtterminals gelegt. Das Hafenbecken wird vertieft, damit auch die weltweit größten Containerschiffe mit Tiefgängen von bis zu 17 Metern anlegen können. Fünfzehn Autominuten entfernt ist ein internationaler Flughafen in Betrieb.

Deutsche Unternehmen am Zug

Der Korridor werde bald zum Knotenpunkt für Transporte Richtung USA und EU werden, glaubt der Hapag-Lloyd-Vertriebsleiter für Angola, Marco Ligeiro. Die Reederei hat bereits Kupfer über den Lobito-Korridor nach Asien und Europa transportiert.
Auch Kunden von DHL Global Forwarding zeigten reges Interesse an der Bahnstrecke, sagt deren Geschäftsführer für Sub-Sahara Afrika, Egidio Monteiro.
Um einen Auftrag zur Verbesserung der Fahrgeschwindigkeit und Sicherheit des Lobito-Korridors bewirbt sich derzeit die Bahnsparte Mobility von Siemens. Die deutsche Firma Gauff GmbH hat einen Auftrag für den Bau eines 170 Kilometer langen Straßenabschnitts gewonnen, der zwischen den angolanischen Städten Munhango und Luena parallel zum Eisenbahnkorridor verlaufen soll. (dpa/red)