Eine Amazon-Lieferdrohne für den Dienst „Amazon Prime Air“ am 26. März 2026 auf der Fachmesse für autonome Systeme und Robotik „XPONENTIAL Europe“ in Düsseldorf. - Foto: Andreas Rentz/Getty Images
Amazons Lieferdrohnen versprechen, kleine Pakete innerhalb von etwa 30 Minuten zuzustellen. Doch unter den Flugrouten klagen Anwohner über ihr Summen, das sie den ganzen Tag begleitet.
Das Unternehmen hebt hervor, dass die Kunden ihre Bestellungen schneller erhielten, und versichert, den Betrieb an die Rückmeldungen anzupassen. So zeichnen sich im texanischen Richardson, einem Vorort von Dallas, der Pionierarbeit für diese Art der Zustellung leistet, zwei unterschiedliche Sichtweisen auf dieselbe Technologie ab.
Die Überflüge prägen den Tag
In Richardson sind seit Dezember 2025 Lieferungen zwischen 7 und 20 Uhr erlaubt. In den Wohnvierteln in der Nähe des Amazon-Lagers werden laut der „New York Times“ täglich mehrere Dutzend Überflüge verzeichnet, manchmal sogar mehr als hundert.
Einige Anwohner vergleichen den Lärm mit dem fliegender Rasenmäher: Schwer erträglich sei weniger ein einzelnes Gerät als vielmehr die ständige Abfolge der Überflüge.
Nikki Anderson berichtet, dass sie die Drohnen sogar in ihrem Haus höre, selbst wenn der Fernseher läuft. Ihr Garten, den sie früher wegen seiner Ruhe schätzte, biete ihr nicht mehr dieselbe Gelassenheit.
Besonders am Wochenende sei die Aktivität hoch. Sie hat die Stadtverwaltung gebeten, Tage oder Zeiten für Lieferungen einzuschränken. Zu zusätzlichen Beschränkungen sei es nicht gekommen.
Eine Amazon-Lieferdrohne am 10. November 2022 im BOS27 Robotics Innovation Hub von Amazon in Westborough, Massachusetts.
Foto: Joseph Prezioso/AFP via Getty Images
Ein „relativ ruhiger“ Freitag mit 52 Überflügen
Eine andere Anwohnerin, Stephanie Puri, hat ein Gerät zur Erfassung der Flüge installiert. An einem Freitag, den sie als relativ ruhig einschätzte, zählte sie 52 Überflüge, davon drei in Höhen von etwa 46 bis 52 Metern.
Die individuelle Erfassung verdeutlicht die Häufigkeit der Überflüge, stellt jedoch keine akustische Messung dar, die den Lärmpegel im gesamten Stadtteil ermittelt.
Auf X spricht der Nutzer Alex Xplore von einer „Autobahn über Ihrem Haus“ durch die Lieferdrohnen. Und: „Amazon spielt das Problem herunter, indem es den Lärm mit dem eines Autos vergleicht, während die [US-Luftfahrtbehörde] FAA die Umwelt- und Lärmauswirkungen als tolerierbar einstuft.“
Der Dienst breite sich zudem ins Ausland aus, schreibt er. In Frankreich sei ein Start vorerst jedoch unwahrscheinlich, da die französische Zivilluftfahrtbehörde DGAC strenge Lärmschutzauflagen vorgebe. Zum Schluss fragt er: „Möchten Sie, dass Amazon Prime Air nach Frankreich kommt?“ Hier sein Beitrag:
🔊 Drones Amazon : Une autoroute au dessus de votre maison
🚁 Amazon Prime Air livre des colis légers en moins d’une heure grâce à des drones déployés dans une douzaine de villes américaines depuis fin 2022.
🔊 À Richardson au Texas, les habitants subissent des survols bruyants de 7 h à 20 h depuis l’ouverture du centre en décembre 2025.
😠 Des résidents ont créé une association pour transmettre des milliers de plaintes à la FAA et demandent au conseil municipal de revenir sur son autorisation.
📉 Amazon minimise le problème en comparant le bruit à celui d’une voiture, tandis que la FAA juge l’impact environnemental et sonore tolérable.
🇫🇷 Le service s’étend à l’étranger mais reste improbable en France à court terme, où la DGAC impose de limiter fortement les nuisances sonores.
❓ Voulez-vous que Amazon Prime Air arrive en France ?
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Amazon verteidigt die schnelle Lieferung und passt Flugrouten an
Für die Nutzer bietet Prime Air die Möglichkeit, Artikel des täglichen Bedarfs schnell zu erhalten. Die im Bericht der „New York Times“ beschriebenen Fluggeräte wiegen etwa 38 Kilogramm und transportieren Pakete mit einem Gewicht von bis zu 2,3 Kilogramm.
Sie bedienen einen Umkreis von etwa 12 Kilometern um ihren Startpunkt und senken sich laut „GeekWire“ auf etwa 4 Meter über dem Boden, um ihre Fracht abzuliefern.
Lindsay Hamilton, Sprecherin von Amazon, gibt an, dass sich weniger als 1 Prozent der seit Anfang 2026 eingegangenen Anfragen zum Programm mit Lärmproblemen befassten. Diese Zahl bezieht sich jedoch nur auf die Anfragen, die an das Unternehmen gerichtet wurden, und nicht auf eine Umfrage unter allen betroffenen Anwohnern.
Sie vergleicht den Lärm der Fluggeräte mit dem eines auf niedrige Stufe eingestellten Fensterventilators. Amazon versichert, seinen Betrieb entsprechend den Rückmeldungen anzupassen.
In Deutschland lieferte eine Quadcopter-Drohne am 9. Dezember 2013 eine kleine Sendung an der Zentrale der Deutschen Post in Bonn ab. Die Deutsche Post testete damals die Zustellung von Medikamenten aus einer Apotheke in Bonn.
Foto: Andreas Rentz/Getty Images
Kristi Graham, die sich über Überflüge über ihrem Garten beschwert hatte, berichtet, dass daraufhin eine Flugroute vor ihr Haus verlegt worden sei. Das zeigt, dass Änderungen möglich sind, ohne dass die Belästigung für ein Grundstück oder eine Nachbarschaft zwangsläufig verschwindet.
Trotz der angekündigten Anpassungen ist der Lärm nach wie vor ein Thema
Das Problem dauert an. Laut dem „Boston Globe“ berichtet Brian Rowe, ein Einwohner von Richardson, dass er bis in den Abend hinein immer wieder Lärm höre.
Er weist darauf hin, dass auch Walmart-Drohnen in der Gegend unterwegs seien – eine wichtige Unterscheidung, um nicht automatisch jede Lärmbelästigung Amazon zuzuschreiben.
Seine Erfahrungen finden in Westborough, Massachusetts, Widerhall, wo Amazon einen neuen Drohnenstandort vorbereitet. Am 14. Oktober forderten vier Abgeordnete des Bundesstaates eine Untersuchung der lokalen Auswirkungen des Projekts.
Die Bedenken beziehen sich insbesondere auf Lärm und Überflüge über Wohngebieten. Gleichzeitig setzt das Unternehmen die für seine Ansiedlung notwendigen Schritte fort.
Amazon versichert, den Anwohnern weiterhin Gehör zu schenken.
In Richardson bleibt die Herausforderung, den Vorteil einer schnellen Lieferung zu erhalten und gleichzeitig auf die Belästigung der Anwohner unter den Flugrouten zu reagieren – unabhängig davon, ob sie den Dienst nutzen oder nicht.
Der Erfolg oder Misserfolg der Drohnenlieferung in den USA wird darüber entscheiden, ob Lieferdrohnen weltweit eingesetzt werden.
Bisherigen Erkenntnissen zufolge befand sich bei Brandausbruch niemand in dem Gebäude. (Archivbild) - Foto: picture-alliance/ dpa
Am Obersalzberg in Berchtesgaden ist das Kehlsteinhaus in Flammen aufgegangen, das vor dem Zweiten Weltkrieg für Adolf Hitler als Repräsentationsgebäude gebaut wurde. Verletzt wurde nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd niemand, eine verdächtige Person wurde vorläufig festgenommen. Die Kriminalpolizei Traunstein hat die Ermittlungen zur Brandursache übernommen.
Nach Angaben der Polizei löste ein Rauchmelder des Kehlsteinhauses am Freitagabend gegen 21.50 Uhr Brandalarm aus. Die alarmierten Feuerwehren sahen bei der Anfahrt hoch aufschlagende Flammen, vor Ort wurde dann „der Vollbrand des Gebäudes festgestellt“.
Die Feuerwehr war die ganze Nacht im Einsatz.
Foto: Kilian Pfeiffer/dpa
Schwierige Löscharbeiten
Die Anfahrt zum Brandort auf 1.834 Metern Höhe sowie die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, wie Polizeisprecherin Lisa Maier sagte. „Man kann nur mit schwerem Atemschutz in das Gebäude hinein“, sagte sie. Die Einsatzkräfte fanden niemanden in dem Gebäude vor.
Rund 200 Einsatzkräfte waren im Einsatz, um den Großbrand in dem denkmalgeschützten Gebäude unter Kontrolle zu bringen. Zur Brandursache konnten noch keine Angaben gemacht werden. „Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen laufen“, sagte Maier.
Verdächtige Person festgenommen
Kurz nach Ausbruch des Feuers geriet „eine verdächtige Person in den Fokus der Ermittler“, wie die Polizei mitteilte. Diese wurde vorläufig festgenommen. „Ob die Person in Zusammenhang mit dem Brand steht, ist derzeit Gegenstand der kriminalpolizeilichen Untersuchungen“, hieß es.
Die Zeitung „BILD“ berichtete, es bestehe der Verdacht auf Brandstiftung. Auf ihrem Weg zum Einsatzort sei den Beamten ein Motorradfahrer entgegengekommen. Dieser sei später festgenommen worden, berichtete die Zeitung.
Laut der Internetseite des Zweckverbandes Bergerlebnis Berchtesgaden sollte das Kehlsteinhaus – auch Eagle’s Nest (Adlernest) genannt – in dieser Saison noch bis zum 8. November geöffnet sein.
Erbaut in der NS-Zeit
Das 1937/38 erbaute Kehlsteinhaus war Teil des sogenannten Führersperrgebietes Obersalzberg, eines abgeriegelten und für die Öffentlichkeit gesperrten Wohn- und Regierungsareals der nationalsozialistischen Führung. Den Zweiten Weltkrieg überstand das Gebäude unbeschadet. Seit 1952 wird es als Berggaststätte genutzt, eine Ausstellung erinnert an die Geschichte des Hauses.
Der Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden schreibt auf seiner Seite über das Haus: „Erbaut 1937/38, sollte in der NS-Zeit das damals sogenannte Teehaus als politischer Repräsentationsort abseits der Öffentlichkeit dienen. Tatsächlich blieb die Bedeutung des Kehlsteinhauses gering.“ Adolf Hitler habe dort Diplomaten oder andere ausländische Gäste empfangen. „Viel häufiger nutzte es die am Obersalzberg versammelte NS-Entourage zur Erholung und für private Feiern.“
Die Feuerwehr war die ganze Nacht im Einsatz. - Foto: Kilian Pfeiffer/dpa
Am Obersalzberg in Berchtesgaden ist das Kehlsteinhaus in Flammen aufgegangen, das vor dem Zweiten Weltkrieg für Adolf Hitler als Repräsentationsgebäude gebaut wurde. Verletzt wurde nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd niemand, eine verdächtige Person wurde vorläufig festgenommen. Die Kriminalpolizei Traunstein hat die Ermittlungen zur Brandursache übernommen.
Nach Angaben der Polizei löste ein Rauchmelder des Kehlsteinhauses am Freitagabend gegen 21.50 Uhr Brandalarm aus. Die alarmierten Feuerwehren sahen bei der Anfahrt hoch aufschlagende Flammen, vor Ort wurde dann „der Vollbrand des Gebäudes festgestellt“.
Bisherigen Erkenntnissen zufolge befand sich bei Brandausbruch niemand in dem Gebäude. (Archivbild)
Foto: picture-alliance/ dpa
Schwierige Löscharbeiten
Die Anfahrt zum Brandort auf 1.834 Metern Höhe sowie die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, wie Polizeisprecherin Lisa Maier sagte. „Man kann nur mit schwerem Atemschutz in das Gebäude hinein“, sagte sie. Die Einsatzkräfte fanden niemanden in dem Gebäude vor.
Rund 200 Einsatzkräfte waren im Einsatz, um den Großbrand in dem denkmalgeschützten Gebäude unter Kontrolle zu bringen. Zur Brandursache konnten noch keine Angaben gemacht werden. „Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen laufen“, sagte Maier.
Verdächtige Person festgenommen
Kurz nach Ausbruch des Feuers geriet „eine verdächtige Person in den Fokus der Ermittler“, wie die Polizei mitteilte. Diese wurde vorläufig festgenommen. „Ob die Person in Zusammenhang mit dem Brand steht, ist derzeit Gegenstand der kriminalpolizeilichen Untersuchungen“, hieß es.
Die Zeitung „BILD“ berichtete, es bestehe der Verdacht auf Brandstiftung. Auf ihrem Weg zum Einsatzort sei den Beamten ein Motorradfahrer entgegengekommen. Dieser sei später festgenommen worden, berichtete die Zeitung.
Laut der Internetseite des Zweckverbandes Bergerlebnis Berchtesgaden sollte das Kehlsteinhaus – auch Eagle’s Nest (Adlernest) genannt – in dieser Saison noch bis zum 8. November geöffnet sein.
Erbaut in der NS-Zeit
Das 1937/38 erbaute Kehlsteinhaus war Teil des sogenannten Führersperrgebietes Obersalzberg, eines abgeriegelten und für die Öffentlichkeit gesperrten Wohn- und Regierungsareals der nationalsozialistischen Führung. Den Zweiten Weltkrieg überstand das Gebäude unbeschadet. Seit 1952 wird es als Berggaststätte genutzt, eine Ausstellung erinnert an die Geschichte des Hauses.
Der Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden schreibt auf seiner Seite über das Haus: „Erbaut 1937/38, sollte in der NS-Zeit das damals sogenannte Teehaus als politischer Repräsentationsort abseits der Öffentlichkeit dienen. Tatsächlich blieb die Bedeutung des Kehlsteinhauses gering.“ Adolf Hitler habe dort Diplomaten oder andere ausländische Gäste empfangen. „Viel häufiger nutzte es die am Obersalzberg versammelte NS-Entourage zur Erholung und für private Feiern.“
VW will bei den anstehenden Tarifverhandlungen auch über Transfergesellschaften verhandeln. (Symbolbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Um den Abbau Tausender Stellen voranzutreiben, will Volkswagen in der anstehenden Tarifrunde auch über die Einrichtung von Transfergesellschaften verhandeln. In den Gesprächen müsse es um zusätzliche sozialverträgliche Personalinstrumente gehen, teilte das Unternehmen nach einem Gespräch mit Arbeitnehmervertretern in Hannover mit. Dazu zählten Transfergesellschaften, in die Beschäftigte wechseln könnten, um sich neue Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu erschließen.
Ziel des Unternehmens sei, Veränderungen so zu gestalten, dass Beschäftigte Wahlmöglichkeiten und Unterstützung für ihren weiteren Weg erhielten. Wie viele VW-Beschäftigte in eine solche Transfergesellschaft wechseln könnten, war zunächst offen. Der Schritt müsste freiwillig geschehen.
Beschäftigungssicherung bis 2030 bleibt
Wie VW weiter mitteilte, hält das Unternehmen am Zukunftstarifvertrag sowie der darin enthaltenen Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 trotz der schwierigen Lage fest.
Nach dpa-Informationen aus Unternehmenskreisen kann sich der Autobauer den Übertritt sowohl für Produktionsmitarbeiter als auch für Beschäftigte in Verwaltung und Entwicklung vorstellen. Laufzeit und Ausgestaltung solcher Gesellschaften müssten mit den Arbeitnehmern verhandelt und festgehalten werden. Das gelte auch für mögliche Abfindungen. Die Tarifverhandlungen bei Volkswagen beginnen am 24. November.
Was ist eine Transfergesellschaft?
Eine Transfergesellschaft ist eine Übergangsstation für Beschäftigte, deren Stelle wegfällt. Wer dorthin wechselt, bekommt Hilfe, um eine neue Arbeit zu finden, zum Beispiel mit Weiterbildungen. Die Teilnahme beruht meist auf einem Sozialplan oder einer Betriebsvereinbarung. Die Bundesagentur für Arbeit kann über das Transferkurzarbeitergeld einen Teil der Entgelte übernehmen.
Gewerkschaft hält Vorstoß für Wortbruch
Die IG Metall lehnt den Vorschlag entschieden ab. Das sei ein tarifpolitischer Wortbruch ohne tragfähige Rechtsgrundlage. IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger teilte mit: „Bevor die Beitragszahler einspringen, sind die Aktionäre in der Pflicht.“ Es dürfe nicht sein, dass die Allgemeinheit zahle, während die Anteilseigner weiter Dividenden kassierten.
Die Gewerkschaft setze öffentlich geförderte Transfergesellschaften bisher vor allem bei Betriebsänderungen und Werksschließungen durch. Statt Beschäftigte dorthin zu schieben, müsse VW die Zukunft sichern, etwa mit neuen Produkten, neuen Märkten und Technologieführerschaft. VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo sah in dem Vorschlag einen Versuch, die Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 durch die Hintertür auszuhebeln.
Weitere 12.000 Stellen sollen wegfallen
Der Vorstand um VW-Chef Oliver Blume will bis 2030 weltweit rund 50.000 Stellen streichen – zusätzlich zu bisherigen Abbauplänen im Konzern. Für die Volkswagen AG, die neben der Kernmarke auch die Komponentensparte und Konzernstellen umfasst, wurde vor zwei Jahren bereits ein Abbau von mehr als 35.000 Stellen bis 2030 verhandelt. Aus den neuen Plänen ergebe sich ein zusätzlicher Abbau von 12.000 Stellen, wie VW erstmals mitteilte.
Der Abbau soll sozialverträglich erfolgen. Neben den Transfergesellschaften seien auch die maximale Ausschöpfung freiwilliger Austrittsinstrumente und eine Reduzierung der Arbeitskosten notwendig. Bisher setzt der Autobauer vor allem auf Altersteilzeit und Abfindungen.
In Frankreich sind für Samstag erneute Demonstrationen angekündigt worden. - Foto: Teresa Suarez/AP/dpa
In Frankreich ist die Anspannung groß: An diesem Samstag werden erneut landesweite Demonstrationen erwartet, bei denen die Behörden Ausschreitungen wie schon am vergangenen Wochenende befürchten.
Mit einem großen Polizeiaufgebot sollen Gewalt und Plünderungen verhindert werden, wie Innenminister Laurent Nuñez ankündigte. Landesweit würden 70.000 Beamte im Einsatz sein. Es gebe zahlreiche Aufrufe zu Gewalttaten und Plünderungen, bei denen es sich offensichtlich um Botschaften der Randalierer handele. Premierminister Sébastien Lecornu sagte am Abend bei einem Besuch in Limoges, wo am vergangenen Wochenende das Rathaus brannte: „Die Bedrohungslage ist nach wie vor hoch.“
Eine Reihe von Demonstrationen ist laut dem Innenminister bereits verboten worden. Erlaubt würden Kundgebungen, die von den Organisatoren mit einem Ordnungsdienst begleitet werden, „und unter der Voraussetzung, dass sie natürlich nicht an Orten stattfinden, an denen es zu Plünderungen, Störungen der öffentlichen Ordnung und Ähnlichem kommen könnte“.
In Paris wurde ein von den Gewerkschaften angemeldeter Demonstrationszug erlaubt, die Route allerdings wurde angepasst. Darauf reagierten die Organisatoren empört. Auch in anderen Städten gab es vorab Streit um die Route von Demonstrationszügen. Unabhängig von den Einschränkungen für Kundgebungen blieben Nuñez zufolge Ausgangsbeschränkungen in sensiblen Bereichen der Städte in Kraft.
„Was am 17. Oktober geschehen ist, ist völlig inakzeptabel“, sagte der Innenminister mit Blick auf die schweren Ausschreitungen mit Schäden in Millionenhöhe am Rande von Demonstrationen am vergangenen Samstag.
Den seit Wochen für eine bessere Ausstattung von Schulen demonstrierenden jungen Leuten hatten sich am Wochenende bei Kundgebungen in zahlreichen Städten weitere Gruppen angeschlossen, unter anderem um gegen zu hohe Lebenshaltungskosten zu demonstrieren.
Präsident Emmanuel Macron hatte in einer Rede „ultralinken“ Gruppen einen Umsturzversuch im Zusammenhang mit den Ausschreitungen vorgeworfen. Die „organisierten Gruppen“ hätten „aufrührerische“ Handlungen begangen mit dem Ziel, „die Republik zu stürzen“, sagte Macron.
Wegen befürchteter neuer Gewalt begannen Ladenbesitzer unter anderem im Zentrum von Paris damit, Spanplatten vor ihre Schaufenster zu montieren. Die Stadtverwaltung rief Händler, Einwohner, Gastronomen und Firmen dazu auf, möglichst Gegenstände zu entfernen, die als Wurfgeschosse oder Barrikaden verwendet oder in Brand gesetzt werden können.
Schüsse bei Paris
Am Freitag kam es zudem zu einer Gewalttat, bei der ein Zusammenhang mit den Sozialprotesten und Unruhen im Land nicht direkt erkennbar war. Ein Mann hatte in Gemeinden bei Paris aus einem Auto mit einer automatischen Waffe geschossen. Ein Mensch kam dabei ums Leben, fünf weitere wurden verletzt. Der Mann wurde kurze Zeit später festgenommen. Präsident Macron sprach von einem rassistischen Terroranschlag.
Vor den erneuten Demonstrationen hatte der Staatschef sich am Freitagnachmittag erstmals mit protestierenden Schülern zusammengesetzt. Macron habe Gymnasiasten und Vertreter ihrer Organisationen empfangen wollen, um „sich ihre Forderungen und Sorgen anzuhören“, teilte der Élysée-Palast mit. Als einen weiteren Schritt, um auf die Protestierenden zuzugehen, wolle die Regierung die für Januar geplante Erhöhung des Mindestlohns vorziehen, berichtete die Zeitung „Les Échos“.
KI-Anwender in Deutschland vertrauen Chatbots auch sensible Informationen an. - Foto: Philip Dulian/dpa/dpa-tmn
HEUTE5:30 Uhr
Röttgen: Trump steht auf der Seite Russlands
CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen sieht US-Präsident Donald Trump im Ukraine-Krieg auf der Seite Russlands. Trump übe Druck auf die Ukraine aus und handle gegen deren Interessen und die der Europäer, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die Europäer müssten Kiew deshalb konsequenter unterstützen.
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HEUTE5:20 Uhr
Krypto-Verfahren gegen Milei eingestellt
In Argentinien ist das Strafverfahren gegen Präsident Javier Milei und seine Schwester wegen der Kryptowährung $LIBRA eingestellt worden. Milei hatte sie 2025 auf X beworben, danach stürzte ihr Kurs um 90 Prozent ab. Anleger verloren hunderte Millionen Euro. Laut Richter liegt keine Straftat vor.
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HEUTE5:10 Uhr
Kalifornien stimmt über Reichensteuer ab
Bei den US-Wahlen am 3. November stimmt Kalifornien über eine einmalige Steuer von fünf Prozent auf Vermögen über einer Milliarde Dollar ab. Betroffen wären rund 200 Milliardäre, der Erlös soll in das Gesundheitssystem fließen. Gegner wie Elon Musk sammelten über 200 Millionen Dollar dagegen.
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HEUTE5:00 Uhr
Fast 90 Prozent wollen weltweite KI-Regeln
Fast 90 Prozent der Menschen in Deutschland halten weltweit gültige Regeln für Künstliche Intelligenz für sehr wichtig oder wichtig. Das ergab eine Forsa-Umfrage für die Zeitschrift „Internationale Politik“. 70 Prozent fanden sie „sehr wichtig“, nur 9 Prozent nicht wichtig.
Ilse Aigner (CSU), bayerische Landtagspräsidentin, bedankt sich beim CSU-Parteitag. - Foto: Peter Kneffel/dpa
CDU und CSU droht ein offener Streit um das Amt des Bundespräsidenten. Während CSU-Chef Markus Söder sich am Freitag unter dem Jubel der Anhänger seiner Partei auf dem CSU-Parteitag in München für Ilse Aigner als erste Frau im höchsten deutschen Staatsamt aussprach, erhob die CDU selbst Anspruch auf die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier. Söder beschwor die Kampfkraft der Union, um ein weiteres Erstarken von Linken und AfD zu verhindern.
Die Bundespräsidentenwahl findet am 30. Januar statt. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung hat der Kandidat oder die Kandidatin von CDU und CSU die größten Chancen auf die Steinmeier-Nachfolge. Medienberichten zufolge will Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Anfang November einen Vorschlag machen – Söder hatte zuletzt zunehmend offensiv für Aigner geworben.
Als Söder sich auf dem CSU-Parteitag für Aigner aussprach, brach Jubel unter den Delegierten aus. „Das wäre eine tolle Sache“, sagte Söder zu einem möglichen Wechsel der bisherigen bayerischen Landtagspräsidentin nach Berlin. Er würde der 61-jährigen Aigner das Amt von Herzen gönnen, sagte Söder.
Unmittelbar vor Beginn des CSU-Parteitags hieß es aber in Berichten der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und der „Bild“-Zeitung, die CDU wehre sich gegen eine Festlegung auf Aigner als gemeinsame Kandidatin der Union. „Die CDU erhebt durchaus den Anspruch, einen eigenen Kandidaten oder eine eigene Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten zu benennen“, zitierte die „FAZ“ aus CDU-Kreisen. Auch die „Bild“-Zeitung berichtete, es gebe in der CDU-Führung den Anspruch, dass die Kanzler-Partei selbst das Staatsoberhaupt stellt.
Dies sei zwar noch keine Absage an Aigner durch den CDU-Vorsitzenden und Bundeskanzler Friedrich Merz, berichtete die „FAZ“. Doch wolle dieser sich in der Nachfolgefrage offenkundig nicht weiter von der CSU unter Druck setzen lassen. Nach „FAZ“-Informationen hat Merz noch keine Entscheidung darüber getroffen, wen er ins Rennen schicken will. Der Kanzler kommt am Samstag selbst als Gastredner zum CSU-Parteitag.
Söder beschwor vor seiner Partei die Geschlossenheit in nach seinen Worten sehr ernsten Zeiten. „Wir müssen echt zusammenhalten.“ Er kündigte dabei harte politische Auseinandersetzungen mit AfD und Linkspartei an. „Es geht jetzt um die Existenz der Volksparteien.“ Seine Partei werde dem Erstarken der Radikalen nicht tatenlos zusehen, es gebe „kein Wachkoma“. „Wir sind nicht bereit, Deutschland und Bayern den Radikalen zu überlassen.“
Söder warnte die Bundesregierung davor, mit neuen Schulden die Wähler überzeugen zu wollen. „Zustimmung lässt sich nicht kaufen“, sagte der CSU-Chef. Die Glaubwürdigkeit leide. Deshalb müsse die Schuldenbremse nun konsequent eingehalten werden. „Es reicht mit Schulden, wir werden keine Schuldenbremse lockern.“
Er bekräftigte zugleich, mit einer Extremismusklausel extremistisch regierte Bundesländer vom Länderfinanzausgleich ausschließen zu wollen – dies zielt insbesondere auf Berlin, wo die Linke vor Koalitionsverhandlungen mit Grünen und SPD steht.
In der Diskussion um ein AfD-Verbotsverfahren bekräftigte Söder seine Ablehnung. „Eine Verbotsdiskussion löst das Problem nicht, es verstärkt es sogar noch“. Nach Einschätzung von Verfassungsjuristen wäre ein Verbotsverfahren „extremst schwierig“, sagte Söder. Es würde außerdem lange dauern und den „Märtyrerstatus“ der AfD nur noch weiter stärken. „Wir müssen uns demokratisch wehren“, forderte der CSU-Vorsitzende deshalb.
Söder schloss zugleich eine Kooperation oder sogar Koalition der Union mit der AfD aus. Dies würde die Union „zerreißen“, sagte der CSU-Chef. Stattdessen müsse die Union in den politischen Nahkampf gehen und die AfD inhaltlich stellen. „So hart es ist, wir müssen kämpfen.“ (afp/red)
US-Präsident Donald Trump bei seiner Rede auf dem Parteitag der Republikaner in Dallas, 9. September 2026. - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
Kurz vor den Zwischenwahlen zum US-Kongress am 3. November sorgen gefälschte Meinungsumfragen für Unruhe. Das selbst ernannte Umfrageinstitut Wedgewood Polls räumte ein, dass seine Zahlen größtenteils frei erfunden waren. Die „New York Times“ und andere Medien entfernten die Erhebungen daraufhin von ihren Webseiten. US-Präsident Donald Trump reagierte mit Häme. „Die New York Times ist erwischt worden!“, schrieb er am Donnerstag in seinem Onlinedienst Truth Social.
Der Fall kam Anfang dieser Woche ans Licht, nachdem dem Umfragedienst FiftyPlusOne Unstimmigkeiten aufgefallen waren. Wedgewood erklärte daraufhin im Onlinedienst X, „der Großteil“ seiner Daten sei erfunden. Das Unternehmen habe testen wollen, wie leicht es für „ein vollständig erfundenes Umfrageinstitut“ sei, „Fuß zu fassen“ und „ernst genommen zu werden“.
Wer genau hinter Wedgewood stand, ist unklar. Das Nutzerkonto auf X ist inzwischen gelöscht. Im August war bereits ein anderes Unternehmen namens Median Strategies aufgeflogen. Es nannte seine ebenfalls gefälschten Umfragen ein „soziales Experiment“.
Politiker der Demokraten reagierten entsetzt. Die US-Senatsanwärterin für Michigan, Mallory McMorrow, sagte, die gefälschten Umfragen hätten zu ihrem Aus in der Vorwahl der Demokraten geführt. Wedgewood Polls habe die Zustimmung zu ihrer Bewerbung Ende Juni im einstelligen Bereich beziffert. Daraufhin hätten Spender ihre Unterstützung beendet und Reporter sie zum Aufgeben aufgerufen, erklärte sie im Onlinedienst X. Bei der Vorwahl setzte sich schließlich der Linkspolitiker Abdul El-Sayed durch.
Der von Trump ernannte Vorsitzende der US-Medienbehörde FCC, Brendan Carr, sprach von einem „erheblichen Anstieg“ fingierter Umfragen. Trump sät bereits seit Wochen Zweifel an den Umfragen. Die meisten Institute sagen bei den Kongresswahlen zur Hälfte seiner zweiten Amtszeit eine empfindliche Niederlage für die Republikaner voraus.
„Es wird immer einfacher, minderwertige Umfragen durchzuführen – oder sie gleich ganz zu fälschen“, kritisierte der Umfragedienst FiftyPlusOne. Der Verband der US-Umfrageinstitute (AAPOR) warnt vor einem allgemeinen Vertrauensverlust in Meinungs- und Wahlumfragen. Auch Künstliche Intelligenz erleichtere das Fälschen, erklärte der Verband. (afp/red)
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Franzosen bereiten sich auf Protestwochenende vor
Am Samstag sind in Frankreich weitere Proteste angekündigt. Erlaubt sein sollen aber nur gewerkschaftlich organisierte Demonstrationen auf festgelegten Routen. Ladenbesitzer bereiten sich teils dennoch auf Ausschreitungen vor – unter anderem durch Selbstbewaffnung. Waffenhändler bestätigen, dass die Nachfrage etwa nach Pfefferspray in Paris um das zehnfache angestiegen sei.
Innerhalb weniger Wochen nach dem Wahlsieg der Berliner Linken haben bereits 72 Polizisten eine Versetzung in andere Bundesländer angefragt. Das sind mehr als dreimal so viele, wie 2025. Die meisten wollen demnach nach Baden-Württemberg wechseln. In ihrem Wahlprogramm hatte die Linke unter anderem angekündigt eine „Aufrüstung“ der Polizei stoppen zu wollen und Waffenverbotszonen aufzuheben.
Der zweitägige CSU-Parteitag in München hat begonnen. Im Fokus stehen dabei fünf Themen: die Sorge um den Status als letzte große Volkspartei, die Zukunft von Ilse Aigner als mögliche Bundespräsidentin, das kühle Verhältnis zu Kanzler Merz, die Lage der CSU in Bayern und die stockende schwarz-rote Koalition in Berlin. In Umfragen liegt die CSU in Bayern derzeit bei rund 37 Prozent.
Eine ehemalige Mitarbeiterin der Kölner Ausländerbehörde wird beschuldigt, Indern durch Scheinehen eine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland verschafft zu haben. Laut einem Bericht der „Welt“ soll sie etwa 20 Männern aus Indien zu einer Aufenthaltsgenehmigung verholfen haben. Der Prozess gegen die vierköpfige Bande beginnt voraussichtlich im Februar 2027.
Nach einem Schusswaffenvorfall in der Nähe von Hebron hat Israels Premierminister Netanjahu die Vorbereitung einer vollständigen Abriegelung des Westjordanlands angeordnet. Zunächst soll ein Sperrgürtel um Hebron errichtet werden. Der Vorfall ereignete sich kurz vor der israelischen Parlamentswahl. Dabei hatten israelische Soldaten zwei mutmaßliche palästinensische Angreifer getötet.
Väter haben die einzigartige Möglichkeit, ihren Töchtern zu mehr Selbstvertrauen und Widerstandsfähigkeit zu verhelfen. - Foto: Illustration von Rae Li für The Epoch Times
Mein Vater Michael erinnert sich daran, wie meine Schwestern – seine beiden Töchter – noch klein waren und es liebten, „bunte, glitzernde Sachen“ zu tragen. Die pure Freude, die sie an ihren albernen, zusammengewürfelten Outfits aus Kronen, Tutus und Halsketten hatten, hat ihn damals berührt und ist ihm heute, rund 30 Jahre später, noch immer in Erinnerung.
„Sie hatten keine Ahnung von gutem Geschmack. Manchmal sahen sie einfach lächerlich aus“, erzählte Michael der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times. „Aber sie hatten die unverfälschte Freude, eine Prinzessin zu sein. Ich hatte das Gefühl, es sei meine Aufgabe – eine leichte Aufgabe –, sie in diesem Selbstwertgefühl zu bestätigen.“
Er fügte hinzu: „Ich glaube, Väter können das für ihre Töchter tun, nicht nur, wenn sie verrückte Kostüme tragen, sondern immer – besonders dann, wenn das Leben schwer wird, was sicherlich irgendwann der Fall sein wird.“
Diese Bewunderung und stille Bestätigung ist eines der wichtigsten Geschenke, die ein Vater seiner Tochter machen kann.
„Kleine Mädchen, die von ihren Vätern bewundert werden, gehen mehr Risiken ein, sind abenteuerlustiger und haben mehr Selbstvertrauen in der Welt“, sagte Erica Komisar, Psychoanalytikerin, Erziehungscoach und Autorin, in einem Interview mit Epoch Times. „Als Vater haben Sie durch Ihre Bewunderung viel Einfluss.“
Mädchen, die ohne die beständige, bestätigende Präsenz eines Vaters aufwachsen, leiden unter vielen negativen Folgen. Es ist mittlerweile eine tragische und altbekannte Litanei, was Statistiken der US-Organisation National Fatherhood Initiative zum Thema Vaterlosigkeit besagen: Mädchen, die in einem Elternhaus ohne Vater aufwachsen, werden siebenmal häufiger als Teenager schwanger; Kinder aus vaterlosen Familien brechen doppelt so häufig die Schule ab und leiden doppelt so häufig an Fettleibigkeit.
„Die Forschungsergebnisse sind erdrückend“, sagte der klinische Psychologe, Erziehungsexperte und Autor Ray Guarendi gegenüber Epoch Times. „Eine liebevolle, engagierte Mutter und ein liebevoller, engagierter Vater in einer festen Beziehung sind die beste Grundlage für die Erziehung eines Kindes.“
Laut Guarendi führt diese Konstellation in jeder Hinsicht zu besseren Ergebnissen, darunter weniger Depressionen, Ängste, Drogenkonsum und Alkoholismus sowie bessere schulische Leistungen, ein positiveres Selbstbild und bessere soziale Beziehungen.
Wie wir mit der Zeit und dank weiterer Forschung immer besser verstehen, geben engagierte Väter ihren Töchtern etwas Unersetzliches, das sie auf ein erfolgreiches Leben vorbereitet.
Zu den wichtigsten Aufgaben eines Vaters gehört es, seinen Töchtern gesundes männliches Verhalten und gesunde Beziehungen zwischen Männern und Frauen vorzuleben.
„Ein Vater kann seinen Töchtern zeigen, wie ein guter Mann seine Frau behandelt“, sagte Guarendi. „Man kann noch einen Schritt weiter gehen: Nur Väter können einer Tochter zeigen, wie ein Mann – ein guter Mann – Frauen behandelt.“ Das fürsorgliche, respektvolle, liebevolle und beschützende Verhalten des Vaters gegenüber dem kleinen Mädchen und seiner Mutter verankert wichtige Prägungsmuster im Geist und Herzen des Mädchens. Sie fühlt sich nicht nur sicher und geborgen, sondern entwickelt auch gesunde Erwartungen an spätere Beziehungen.
Dr. William Sears, Autor zahlreicher Erziehungsratgeber, wandte sich in einem Interview mit der Epoch Times direkt an die Väter. Der Kinderarzt sagte: „Seien Sie ein Vorbild für Männlichkeit. Sie sind das Vorbild für den Ehemann, den Sie sich für sie wünschen.“
Wenn Ihre Tochter Ihnen eines Tages sagt: „Ich möchte einen Mann heiraten wie den, den Mama geheiratet hat“, dann ist das laut Sears ein Erfolg.
In einer gesunden Familie ist der Vater die erste große Liebe eines kleinen Mädchens. Wie Komisar erklärte, werden Väter für Mädchen im Alter von etwa drei Jahren zum ersten „Liebesobjekt“ – die Mädchen projizieren dann ihr Interesse und ihre Vorstellung von Männlichkeit auf den Vater.
Dies ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung des kleinen Mädchens, wenn es beginnt, sich von seiner Mutter abzugrenzen. Diese erste Verlagerung von der Mutter zum Vater wird in Komisars Worten „zum Vorbild für zukünftige vertrauensvolle, liebevolle und intime romantische Beziehungen“.
Doch Papa bietet nicht nur ein Vorbild für Beziehungen zwischen Mann und Frau. Er spielt auch eine wichtige Rolle dabei, Kindern beizubringen, wie sie bestimmte Emotionen und Verhaltensweisen regulieren können. Das gilt sowohl für Mädchen als auch für Jungen.
„Väter helfen dabei, Aggression, Aufregung, risikoreiches Verhalten und Impulsivität zu regulieren. Auf der positiven Seite fördern sie Dinge wie das Einschätzen von Risiken“, sagte Komisar. „Sie fördern die Selbstständigkeit und die Widerstandsfähigkeit.“
Diese Dimension des väterlichen Einflusses steht im Kontrast zur einfühlsam-fürsorglichen Rolle der Mutter und bildet einen Ausgleich dazu. Babys und Kinder müssen getröstet werden, brauchen aber auch ausgelassenes Herumtollen, das Väter ihnen bieten. Das von Vätern oft initiierte körperliche Spiel ist entscheidend für die kindliche Entwicklung. Es vermittelt die Grundlagen von Anpassungsfähigkeit, Belastbarkeit und Problemlösungskompetenz.
Komisar sagte: „Diese Vater-Tochter-Beziehung hat etwas an sich, das kleinen Mädchen das Gefühl gibt, dass sie ihre Flügel in der Welt ausbreiten und gewissermaßen fliegen können.“
Sie erklärte weiter, dass Väter große Mengen eines Hormons namens Vasopressin produzierten.
„Sowohl Mütter als auch Väter produzieren Vasopressin, aber Väter produzieren mehr davon. Wir nennen es das ‚schützend-aggressive Hormon‘, das viele Spielweisen antreibt, mit denen Väter mit Kindern spielen“, sagte sie.
Sowohl Väter als auch Mütter produzieren ebenfalls das Bindungshormon Oxytocin. Bei Müttern führt es zu feinfühliger, empathischer Fürsorge, bei Vätern hingegen zu spielerischer taktiler Stimulation, die für die kindliche Entwicklung und Resilienz wichtig ist.
So tragen Väter dazu bei, ihre Kinder auf gesunde Weise zu begeistern und gleichzeitig ihr Selbstvertrauen und ihre Resilienz zu stärken. Aber sie helfen auch dabei, zu verhindern, dass diese Ausgelassenheit außer Kontrolle gerät. Hier kommt die Regulierung von Aggression und Risikobereitschaft ins Spiel.
Eine aus der afrikanischen Savanne gewonnene Erkenntnis lässt sich auch auf unsere Wohnzimmer übertragen. Forscher der Universität Exeter stellten bei Elefantenbullen in Botswana fest, dass sie sich gegenüber Objekten, die keine Elefanten waren – etwa Fahrzeugen, Nutztieren und anderen Tierarten –, häufiger aggressiv verhielten, wenn weniger ältere Bullen in der Nähe waren.
Heranwachsende Elefanten reagierten zudem aggressiver und ängstlicher, wenn sie ohne andere Männchen unterwegs waren. Umgekehrt wirkte die Anwesenheit reifer Männchen tendenziell beruhigend und stabilisierend auf alle Mitglieder der sozialen Gruppe.
Die Studie wurde an rein männlichen Elefantengruppen durchgeführt, doch das Kernprinzip gilt unabhängig davon. Ebenso kann nichts den stabilisierenden und beruhigenden Einfluss einer verlässlichen männlichen Bezugsperson in einer sozialen Gruppe oder Familie ersetzen.
Aus all diesen und weiteren Gründen hinterlässt ein fehlender oder gewalttätiger Vater eine Lücke im Leben eines kleinen Mädchens. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Lücke nicht durch eine Ersatzvaterfigur gefüllt werden kann. Vaterschaft ist viel mehr als nur biologische Elternschaft. Ein aufrichtiger, vertrauenswürdiger Mann kann durch seine Liebe und sein Engagement für das Wohlergehen eines Mädchens zu einer Vaterfigur werden.
„Wenn der leibliche Vater sich nicht einbringen kann oder will, dann müssen Sie eine Vaterfigur für Ihre Tochter finden“, sagte Komisar, „damit sie mit einem liebevollen, wohlwollenden, beständigen, verlässlichen, verantwortungsbewussten, zuverlässigen, bewundernden, einfühlsamen und empathischen Vater aufwächst.“
Guarendi pflichtete ihr bei: „Sie muss sehen, wie ein guter Mann aussieht. Wenn sie nicht sieht, dass ihr eigener Vater dies tut, und sie durch ihn – der ein Mann mit Fehlern ist – ein bestimmtes Bild von Männern hat, kann sie zumindest zu einem großen Bruder, zu einem Onkel oder zu einem Großvater aufschauen. Sie kann sagen: ‚Wie anders, wie viel bewundernswerter!‘“
Laut Komisar ist es ein echter Fehler, wenn ein Vater – oder eine Vaterfigur – glaubt, seine Tochter brauche ihn nicht, nur weil sie ein Mädchen ist. Das Engagement eines Vaters kann viele Formen annehmen. Väter sollten nicht zögern, sich einzubringen und mitzumachen, auch wenn das Spielen mit kleinen Mädchen ihnen nicht von Natur aus leichtfällt.
„Mit seiner Tochter ein Teekränzchen zu veranstalten, ist eine sehr liebevolle Sache, die Väter tun können. Einfach hinauszugehen und einen Fußball zu kicken, ist es ebenso“, sagte sie und fügte hinzu: „Nicht genug Einbindung ist wahrscheinlich einer der größten Fehler, die ein Vater machen kann.“
Wie können Väter diesen Fehler vermeiden? Indem sie von Anfang an eine enge, liebevolle und respektvolle Beziehung zu ihrer Tochter aufbauen. Sears empfahl Papa-Tochter-Dates.
„Eine meiner Töchter zeigte mir ein Foto, das sie sich jeden Tag ansieht: Darauf stecke ich ihr eine schöne Rose an das Kleid, bevor wir zu einem Papa-Tochter-Date gehen“, erinnerte sich Sears.
Die Zeit, die er investierte, als seine Töchter noch klein waren, schuf eine tiefe Bindung und schöne Erinnerungen. Das zeigt kleinen Mädchen, dass ihre Väter sie lieben und Zeit mit ihnen verbringen wollen. Bis heute geht Sears jede Woche mit seinen Töchtern tanzen.
Auch Guarendi plädiert dafür, als Vater seine Zuneigung deutlich zu zeigen. Zuneigung, Schutz und Disziplin bilden ein starkes Dreigespann in der Vater-Tochter-Beziehung. All diese Faktoren vermitteln jungen Mädchen letztlich ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität, das nur ein Vater bieten kann.
Ein liebevoller Vater schenkt seiner Tochter etwas Unersetzliches.
Foto: Illustration von Rae Li für The Epoch Times
Laut Guarendi müssen Töchter wissen, dass sie sich an ihren Vater wenden und mit ihm über alles reden können. Und zwar ohne Angst, dass er schreit oder die Geduld verliert. Das bedeutet nicht, dass ein Vater keine Maßstäbe hat oder Fehlverhalten nicht ahndet. Es bedeutet jedoch, dass er immer bereit ist, zuzuhören. Er ist, wie Sears es ausdrückt, für seine Töchter „immer zur Stelle“, egal was passiert.
Neben dem Vertrauen, mit dem Vater sprechen zu können, sollte einer Tochter noch etwas anderes sicher sein: Es gibt nichts, was sie tun könnte, damit ihr Vater aufhört, sie zu lieben.
Laut Guarendi sollten Väter ihren Töchtern Folgendes sagen: „Ich werde dich immer beschützen. Ich werde da sein und dich emotional, seelisch und körperlich beschützen. Vielleicht willst du das nicht immer, aber ich möchte, dass du mich als den einen Menschen in deinem Leben siehst, auf den du dich verlassen kannst.“
Eine Tochter ist ein Geschenk
Was könnte für einen Mann größeres Glück bedeuten, als derjenige zu sein, auf den sich andere verlassen können, selbst in den dunkelsten und stürmischsten Zeiten? Trotz seiner Fehler hat ein Vater ein paar Jahrzehnte Zeit, der Held seiner Tochter zu sein. Er kann ihre Stütze sein. Das ist es, wonach sich die Herzen der meisten Männer sehnen.
Bisher haben wir hauptsächlich darüber gesprochen, was Töchter von ihren Vätern erhalten. Aber natürlich erhalten auch Väter so viel von ihren Töchtern. Als Michael über die Jahrzehnte nachdachte, die er mit seinen Mädchen verbringen durfte, fasste er es so zusammen, dass all die strahlenden Momente „in der Erinnerung zu einer endlosen Kette von Geschenken verschwimmen“.
Töchter sind ein Geschenk, eine Freude und ein Privileg für ihre Väter. Die Liebe zwischen einem Vater und seiner Tochter zeichnet sich durch eine ganz besondere Reinheit und Einfachheit aus.
Es ist entscheidend, dass Männer das Geschenk, Töchter zu haben, wiederentdecken. In dieser Berufung haben Männer mehr Kraft zum Guten, als ihnen vielleicht bewusst ist.
„Gerade heutzutage sind Depressionen, Ängste und all die familiären Probleme so groß wie nie zuvor in der Geschichte, besonders bei jungen Frauen und Mädchen“, sagte Sears. „Wir brauchen Väter, die die Dinge in die Hand nehmen und für ihre Töchter etwas bewegen. Seien Sie kein distanzierter Vater!“
Nach jahrelanger Erziehungserfahrung sagte Michael: „Nur Väter können ihren Töchtern die Liebe eines Vaters geben. So einfach ist das. […] Die Liebe eines Vaters – oder auch das Fehlen dieser Liebe – prägt die Wahrnehmung seiner Tochter von der männlichen Natur vielleicht sogar ein Leben lang.“
Das ist die Herausforderung eines Mannes und zugleich sein Privileg.
First Lady Melania Trump bei der Weltpremiere von „Melania“ von Amazon MGM am 29. Januar 2026 im Trump-Kennedy-Center in Washington, D.C. - Foto: Dimitrios Kambouris/Getty Images
Nach US-Angaben hat First Lady Melania Trump eine befristete Waffenruhe in einer von Russland besetzten Stadt im Süden der Ukraine erreicht. Die Ehefrau von US-Präsident Donald Trump habe „erfolgreich eine Feuerpause zwischen Russland und der Ukraine bewirkt, die auf die Stadt Oleschky begrenzt ist“, teilte ihr Büro im Weißen Haus am Freitag mit. Die Waffenruhe soll ab dem 29. Oktober gelten.
Russland und die Ukraine hätten sich bereiterklärt, alle Militäroperationen in Oleschky vorübergehend einzustellen, um den Zugang für humanitäre Hilfe zu ermöglichen und Zivilisten über einen sicheren Korridor aus der Stadt herauszubringen, hieß es weiter. „Oleschky ist eine Frontstadt, die am Rande einer Katastrophe steht“, erklärte Melania Trump. Ohne ihren persönlichen Einsatz bei der russischen und ukrainischen Führung hätte keine Chance bestanden, den Menschen zu helfen.
Oleschky liegt am Ufer des Dnjepr in der Region Cherson im von Russland besetzten Süden der Ukraine und ist zwischen den beiden Armeen umkämpft. Russland hatte die Stadt bereits 2022 erobert. Von den ursprünglich 24.000 Einwohnern sollen sich noch 1700 bis 2000 in Oleschky aufhalten.
Dabei handelt es sich nach Angaben des Weißen Hauses vor allem um ältere Menschen und 50 Kinder. Die aus Slowenien stammende Melania Trump hatte sich mehrfach für Kinder in der Ukraine stark gemacht.
Mitte Oktober hatte sich bereits Papst Leo XIV. bei einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin für eine Waffenruhe in Oleschky eingesetzt. Der Papst habe „zu einer Waffenruhe aufgerufen, um die Lieferung von Lebensmitteln und medizinischer Hilfe sowie die freiwillige und sichere Evakuierung der Zivilbevölkerung zu ermöglichen“, teilte der Vatikan dazu mit. (afp/red)
Ein Polizeibeamter steht während einer nicht genehmigten Demonstration, die von Ausschreitungen und Zusammenstößen mit den Ordnungskräften geprägt war, in der Nähe der Place de la République in Paris, Île-de-France, Frankreich, am 18. Oktober 2026 neben einem Feuer. - Foto: Gauthier Bedrignans / Hans Lucas / AFP via Getty Images
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Im Interview mit Stefania Cox von NTD, dem US-Fernsehsender der Epoch Media Group, beschreibt Étienne Fauchaire, ein in Paris ansässiger Journalist der Epoch Times, was er bei den Ausschreitungen in Paris am 17. Oktober beobachtet hat.
Fauchaire hat sich in seiner Berichterstattung auf französische Politik und die Beziehungen zwischen den USA und Frankreich spezialisiert. Derweil rüsten sich französische Behörden für das kommende Wochenende, wobei erstmals auch Soldaten zum Einsatz kommen sollen.
„Während der Proteste habe ich hauptsächlich Parolen der extremen Linken gehört wie „Revolution“, „Nieder mit der Polizei“, „Nieder mit dem Staat“ und „Nieder mit den Faschisten“ oder „Wir sind alle Antifaschisten“ und „Jeder hasst die Polizei“. Das sind sehr verbreitete Parolen der extremen Linken. Am 17. Oktober haben die Proteste eine ganz neue Ebene erreicht. Was ich gesehen habe, waren, ehrlich gesagt, sehr apokalyptische Szenen.“
Während sich Frankreich für weitere Proteste und Ausschreitungen am Samstag rüstet, sei dies zugleich ein Test für die „Entschlossenheit der Regierung“, ob sie wie angekündigt „für Sicherheit auf den Straßen“ sorgen kann. „Die Mehrheit der Franzosen ist etwas verängstigt und nicht davon überzeugt, dass die Regierung das schaffen wird“, sagte der Journalist im Interview mit NTD.
CSU-Chef Söder hat Aigner schon im April ins Gespräch gebracht. (Archivbild) - Foto: Peter Kneffel/dpa
Die CDU will sich nach Medienberichten nicht auf die CSU-Politikerin Ilse Aigner als Kandidatin für die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier festlegen.
„Die CDU erhebt durchaus den Anspruch, einen eigenen Kandidaten oder eine eigene Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten zu benennen“, zitierte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am Freitag aus CDU-Kreisen.
CDU beansprucht eigene Kandidatur
Auch die „Bild“-Zeitung berichtete, es gebe in der CDU-Führung den Anspruch, dass die Kanzler-Partei selbst das Staatsoberhaupt stellt.
Dies sei zwar noch keine Absage an Aigner durch den CDU-Vorsitzenden und Bundeskanzler Friedrich Merz, berichtete die „FAZ“. Doch wolle dieser sich in der Nachfolgefrage offenkundig nicht weiter von der CSU unter Druck setzen lassen.
Nach „FAZ“-Informationen hat Merz noch keine Entscheidung darüber getroffen, wen er ins Rennen schicken will.
Aigner gilt weiterhin als Favoritin
Die bayerische Landtagspräsidentin Aigner gilt seit längerem als Favoritin für die Nachfolge von Bundespräsident Steinmeier. Das Thema dürfte beim nun laufenden CSU-Parteitag eine prominente Rolle spielen. Dort spricht am am Samstagmittag auch CDU-Chef Merz.
Die „Bild“-Zeitung verwies darauf, dass durch eine Bundespräsidentin Aigner eine mögliche Kanzlerkandidatur von CSU-Chef Markus Söder endgültig ausgeschlossen wäre. Denn zwei CSU-Politiker aus Bayern an der Staatsspitze wären kaum vorstellbar. (afp/red)
Süßigkeiten – mit viel Zucker – gibt es in allen Farben und Formen. - Foto: Adam Bartosik/iStock
In Kürze:
Zucker wurde erstmals 510. v. Chr. in persischen Schriften erwähnt. Seine Süße ist weitaus länger bekannt.
Über die islamische Welt gelangte Zucker als Luxusgewürz im Mittelalter nach Europa.
Wirtschaftliche Interessen und internationale Konflikte führten erst zum Entstehen von Zuckerplantagen in Übersee und später der europäischen Zuckerrübenindustrie.
Nachdem Zucker zum Massenprodukt wurde, wurden auch seine Wirkungen auf unsere Gesundheit bekannter – und über Jahrzehnte stark heruntergespielt.
Vor einigen tausend Jahren war Zucker in der westlichen Welt noch unbekannt. Zuckerrohr, ein hohes Gras, das erstmals um 6000 v. Chr. in Neuguinea kultiviert wurde, wurde anfangs wegen seines süßen Saftes gekaut und nicht zu Kristallen verarbeitet. Um 500 v. Chr. entwickelten Menschen in Indien erstmals Verfahren, um Zuckerrohrsaft zu Kristallen einzukochen.
Eine der frühesten uns bekannten Erwähnungen von Zucker stammt aus dem Jahr 510 v. Chr., als Kaiser Darius I. von Persiens in Indien einfiel. Dort fand er „das Schilf, das Honig ohne Bienen gibt“.
Das Wissen über die Zuckerherstellung verbreitete sich nach Westen bis nach Persien und nach dem 7. Jahrhundert n. Chr. weiter in die islamische Welt. Zucker gelangte erst über Handelswege ins mittelalterliche Europa. Er war extrem kostspielig und wurde eher wie ein Gewürz verwendet. Tatsächlich berichteten im 11. Jahrhundert heimkehrende Kreuzritter davon, wie angenehm dieses „neue Gewürz“ sei.
Zuckerrohr wird auf einer Plantage, vermutlich in Westindien, im Jahr 1749 angebaut und verarbeitet. Originalvorlage: Stich für das „Universal Magazine“
Foto: MPI/Getty Images
Vom Luxusgewürz zum Massenprodukt
Das Potenzial dieses „neuen Gewürzes“ im frühen 16. Jahrhundert, ermutigte portugiesische Unternehmer, versklavte Menschen in das neu entdeckte Brasilien zu bringen. Dort begannen sie rasch mit dem Anbau hochprofitabler Zuckerrohrkulturen. In den 1680er Jahren unterhielten die Niederländer, Engländer und Franzosen bereits ihre eigenen Zuckerplantagen mit versklavten Kolonien in der Karibik.
Im 18. Jahrhundert führte die wachsende Beliebtheit von Tee und Kaffee zur weit verbreiteten Verwendung von Zucker als Süßungsmittel. 1874 schaffte Premierminister William Gladstone eine Steuer von 34 Prozent auf Zucker ab. Er senkte damit die Kosten für Grundnahrungsmittel für Arbeiter. Billige Marmelade (ein Drittel Fruchtpüree, zwei Drittel Zucker) fand ihren Weg auf die Tische der Arbeiterhaushalte. Die steigende Nachfrage nach Zucker in Großbritannien und Europa förderte das weitere Wachstum und die Gewinne. Es entstand der Name „weißes Gold“.
Der Zuckerkonsum pro Kopf in Großbritannien stieg von vier Pfund im Jahr 1704 auf 90 Pfund (gut 40 kg) bis 1901. Während die Sklaverei schließlich abgeschafft wurde, wurde das Angebot an billigen Arbeitskräften durch neue Ströme von Vertragsarbeitern aus Indien, Afrika und China aufrechterhalten.
Mit Zuckerrohr beladene Karren werden von den Feldern zur Zuckerraffinerie im Hintergrund transportiert, Barbados, um 1950.
Die britische Seeblockade gegen das napoleonische Frankreich zu Beginn des 19. Jahrhunderts veranlasste die Franzosen, nach einer Alternative zu den karibischen Zuckerlieferungen zu suchen. Dies führte zur Entstehung der europäischen Zuckerrübenindustrie.
Die Zuckerrübe ist eine zweijährige Wurzelpflanze, die wegen ihres hohen Zuckergehalts angebaut wird, aus dem Haushaltszucker gewonnen wird. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wuchs diese traditionell stark subventionierte und durch Zölle geschützte Industrie so stark, dass sie mittlerweile etwa 50 Prozent des europäischen Zuckers produziert. Darin enthalten ist auch der Verbrauch Großbritanniens. Dieser beläuft sich mittlerweile auf rund 2 Millionen Tonnen Rüben- (60 Prozent) und Rohrzucker (40 Prozent) pro Jahr.
Zuckerrüben warten auf den Abtransport; Hoeven, Niederlande, Oktober 2016.
Foto: Peter-Braakmann/iStock
Ursprung zweier Giganten
1886 zwangen die Prohibitionsgesetze in Atlanta den Geschäftsmann und Chemiker John Pemberton, sein beliebtes Getränk „Pemberton’s Tonic French Wine Coca“ zu überarbeiten. Er ersetzte den Alkohol durch einen 15-prozentigen Zuckersirup und fügte Zitronensäure hinzu. Sein Buchhalter, Frank Robinson, wählte einen neuen Namen für das Getränk nach seinen Hauptzutaten – Kokablätter und Kolanüsse – und schuf das Coca-Cola-Logo in der geschwungenen Schrift, wie wir es heute kennen.
Im Jahr 1879 erfand der Schweizer Chocolatier Daniel Peter die weltweit erste kommerzielle Milchschokolade unter Verwendung von gesüßter Kondensmilch, die sein Nachbar Henri Nestlé entwickelt hatte. Milchschokolade, die etwa 50–52 Gramm Zucker pro 100 Gramm enthält, ist heute aufgrund ihres süßen Geschmacks und ihrer cremigen Konsistenz weltweit beliebt.
Schokolade und Cola haben sich seitdem als weltweite Klassiker im Bereich der kohlensäurehaltigen Getränke und Süßigkeiten etabliert und sind für Menschen auf der ganzen Welt zu unverzichtbaren Genüssen geworden.
Im Jahr 1961 erschien der amerikanische Epidemiologe Ancel Keys auf dem Cover des Time-Magazins mit seiner „Ernährungs-Herz-Hypothese“. In seiner „Sieben-Länder-Studie“ stellte er eine Verbindung zwischen der Aufnahme von gesättigten Fetten, Cholesterin im Blut und Herzerkrankungen fest. Keys sagte: „Die Menschen sollten die Fakten kennen. Wenn sie sich dann zu Tode essen wollen, sollen sie es tun.“
Angesichts konkurrierender wissenschaftlicher Meinungen veröffentlichte John Yudkin, Gründer der Ernährungsabteilung am Queen’s College London, einen Artikel in der Fachzeitschrift „The Lancet“. Er argumentierte, dass internationale Vergleiche nicht die Behauptung stützen, dass Gesamt- oder tierisches Fett die Hauptursache für koronare Thrombose sei, und betonte, dass die Zuckeraufnahme eine stärkere Korrelation mit Herzkrankheiten aufweist.
1972 veröffentlichte er sein Buch „Pure, White and Deadly“. Darin präsentierte er Beweise, die den Zuckerkonsum mit einem erhöhten Risiko für Koronarthrombosen in Verbindung bringen, sowie dessen Rolle bei Karies, Fettleibigkeit, Diabetes und Lebererkrankungen. Er bemerkte düster:
„Wenn nur ein kleiner Teil dessen, was über die Auswirkungen von Zucker bekannt ist, über einen anderen Lebensmittelzusatzstoff offenbart würde, würde dieser sofort verboten.“
Das British Sugar Bureau tat Yudkins Aussagen über Zucker als „emotionale Behauptungen“ ab. Die World Sugar Research Organisation bezeichnete sein Buch als „Science-Fiction“. In den 1960er- und 1970er-Jahren bewarb die Zuckerindustrie Zucker als Appetitzügler. Sie finanzierte Forschungsarbeiten, die die Risiken von Saccharose herunterspielten, während sie gleichzeitig Nahrungsfett als Hauptursache für koronare Herzerkrankungen betonten.
Von der Versuchung zur Sucht
Die wissenschaftliche Debatte über die gesundheitlichen Auswirkungen von Zucker und Fett zog sich über Jahrzehnte hin. In der Zwischenzeit begannen Regierungen, Ernährungsempfehlungen zu veröffentlichen, die den Menschen rieten, weniger gesättigte Fette und cholesterinreiche Lebensmittel zu konsumieren. Eine unvermeidliche Folge war, dass die Menschen stattdessen mehr Kohlenhydrate und Zucker aßen.
Eine Gruppe von Konditoren, die im 19. Jahrhundert die ersten österreichischen „Mozart“-Süßigkeiten herstellten – die Mozartkugeln. Ursprünglich waren sie als Mozart-Bonbons bekannt.
Foto: flik47/iStock
Offizielle Ernährungsempfehlungen begannen erst viel später, die Gesundheitsrisiken eines übermäßigen Zuckerkonsums klar zu benennen. Erst Ende des 20. Jahrhunderts häuften sich die Beweise gegen Zucker.
In meinem neuen Buch „Food and Us: the Incredible Story of How Food Shapes Humanity“ gehe ich der Tatsache nach, dass Zucker ein relativ neuer Bestandteil unserer Ernährung ist. In nur 300 Jahren – das entspricht etwa 0,0001 Prozent unserer Ernährungsgeschichte – ist Zucker in unserer Nahrungsversorgung allgegenwärtig geworden. Er hat sogar eigene Kosenamen hervorgebracht, wie „sugar“, „honey“ und „sweetheart“.
Die weltweite Sucht nach Zucker stellt erhebliche und miteinander verflochtene Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit, die Wirtschaft, die Gesellschaft und die Umwelt dar.
Die allgegenwärtige Präsenz von Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln, zusammen mit seinen Auswirkungen auf das Belohnungssystem des Gehirns, schafft einen Teufelskreis der Abhängigkeit – der eine weltweite Krise ernährungsbedingter Krankheiten auslöst und die Gesundheitssysteme belastet.
Dieser Artikel erschien im Original auf theconversation.com unter dem Titel „A Brief history of sugar“. (Übersetzung mit freundlicher Genehmigung des Autors, deutsche Bearbeitung: ts)
Um Aufenthaltsgenehmigungen für Deutschland zu bekommen heirateten Inder mit Hilfe einer Schleuserbande Bulgarinnen auf Zypern. - Foto: Bernhard Krieger/dpa-tmn
In Kürze:
Die Kölner Ausländerbehörde geriet bereits mehrfach in die Schlagzeilen:
Eine ehemalige Mitarbeiterin soll 76.000 Euro kassiert haben.
Ein ähnlicher Fall ereignete sich bereits 2022.
Nachdem die Polizei Anfang Dezember vergangenen Jahres einer mutmaßlichen Schleuserbande auf die Schliche kam und mehrere Personen verhaftete, gab es nun Konsequenzen in der betroffenen Kölner Behörde.
Im Ausländeramt des Stadtteils Ehrenfeld habe Subha L. vier Jahre gearbeitet, berichtete „BILD“. Sie stehe unter Verdacht, diese Zeit genutzt zu haben, um an Inder mit auf Zypern eingegangenen Scheinehen Aufenthaltsgenehmigungen für Deutschland vermittelt zu haben.
Laut „BILD“ soll sie mit ihrem Mann etwa 76.000 Euro dafür kassiert haben.
Bulgarinnen zum Heiraten nach Zypern geschickt
Die Aufenthaltsgenehmigungsanträge soll die Frau, die Deutsche mit indischen Wurzeln ist, dann in der Behörde selbst bearbeitet und genehmigt haben. Mittlerweile hat das Amt die Fälle untersucht und die „rechtswidrig festgestellten Erteilungen […] durch entsprechende Rücknahmeentscheidungen aufgehoben“, so die Stadtverwaltung gegenüber der Zeitung.
Wie „WELT“ berichtete, soll die Mitarbeiterin etwa 20 Männern aus Indien zu Aufenthaltsgenehmigungen verholfen haben. Dazu hatte die Bande Bulgarinnen nach Zypern gebracht, wo sie Ehen eingingen. Als EU-Bürgerinnen gilt für die Osteuropäerinnen die Freizügigkeit, die ihnen erlaubt, sich in Deutschland niederzulassen. Die Behörden der östlichen Mittelmeerinsel schienen dabei kaum zu prüfen, ob die Frauen in Bulgarien bereits verheiratet waren oder ob sie ihre zukünftigen Partner überhaupt persönlich kannten.
Die Schleuserbande soll aus vier Personen bestanden haben. Im kommenden Februar beginnt voraussichtlich der Prozess gegen sie vor dem Landgericht Darmstadt. Dabei gilt laut „BILD“ das jüngste Mitglied der Bande als wichtiger Zeuge. Nach Angaben seines Anwaltes Marc Piel war der 26-Jährige „vollumfänglich geständig“ und habe das „verwirklichte Unrecht“ eingesehen.
Abschiebungen verhindert?
Die Kölner Behörde ist bereits in die Schlagzeilen geraten. So gab es 2022 einen ähnlichen Vorfall. Bei einer Razzia im Oktober jenes Jahres nahm die Polizei die Mitglieder einer Schleusergruppe fest, darunter die Gruppenleiterin des Ausländeramtes. Laut Anklage hatte sie Daten manipuliert und gefälschte Aufenthaltsdokumente sowie Reisepapiere ausgestellt, um überwiegend Syrern die Einreise nach Deutschland zu ermöglichen. Dafür hat sie insgesamt etwa 15.000 Euro erhalten. Das Landgericht Köln verurteilte sie Ende Juni 2023 zu vier Jahren und neun Monaten Haft.
Im vergangenen August war bekannt geworden, dass Köln die Abschiebung von mehreren Hundert Ausreisepflichtigen verhindert haben soll. Unter sollen sich auch zahlreiche Straftäter befunden haben.
Gregor Golland, stellvertretender Vorsitzender der der CDU-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen, sagte gegenüber „WELT“: „Hier wurde Recht und Gesetz mit voller Absicht gebrochen, um Menschen hierzubehalten, die längst hätten abgeschoben werden müssen.“ Diese Menschen könne man nicht integrieren, „und ich will sie auch gar nicht integrieren. Da sind Kriminelle dabei, da sind Sozialstaatsbetrüger dabei“.
Im Vorfeld der Proteste am Samstag verbarrikadieren die Geschäfte ihre Räumlichkeiten, während „Le Parisien“ über eine steigende Nachfrage nach Waffen zur Selbstverteidigung berichtet. Bürgermeister zeigen sich beunruhigt.
Ladenbesitzer in der Nähe des Canal Saint-Martin in Paris begutachten die Schäden, nachdem Plünderer ihre Geschäfte während der Unruhen vom 17. bis 18. Oktober verwüste…
Die neue Unternehmensrechtsform soll Firmengründungen europaweit vereinfachen. (Symbolbild) - Foto: Oliver Berg/dpa
Die Einführung einer europaweit einheitlichen Rechtsform für einfachere Unternehmensgründungen in der EU hat eine entscheidende Hürde genommen: Die 27 EU-Mitgliedstaaten einigten sich am Freitag auf eine überarbeitete Position zur geplanten „EU Inc.“.
Diese soll nun als Grundlage für Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament dienen.
Firmengründung in 48 Stunden geplant
Mit EU Inc. will die EU-Kommission eine neue Unternehmensform einführen, mit der Startups in kurzer Zeit in allen EU-Staaten eingetragen können werden sollen.
Eine Unternehmensgründung soll dann über ein zentrales EU-Portal für maximal hundert Euro vollständig digital und grundsätzlich innerhalb von 48 Stunden möglich werden.
Neue Regeln gegen Geldwäsche
Nach Angaben der irischen Ratspräsidentschaft haben die EU-Staaten zusätzliche Sicherheitsmechanismen in den Text eingebaut.
Demnach können Behörden eine Unternehmensregistrierung künftig verweigern, sofern dies dem Kampf gegen „Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung oder andere Straftaten“ dient. Grundlage hierfür bleibe das jeweilige nationale Recht.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lobte die Einigung der EU-Mitgliedstaaten. Von der EU Inc. profitierten junge Unternehmen ebenso wie etablierte, erklärte sie.
„Ein gemeinsamer Markt ist wirtschaftlich nur so stark, wie Unternehmen ihn tatsächlich nutzen können. Gerade in geopolitisch unsicheren Zeiten ist es entscheidend, diese Stärke auszuschöpfen.“
Weiter forderte Reiche das EU-Parlament auf, nun ebenfalls zügig zu entscheiden. „Europas Unternehmen brauchen weniger Hürden, um die Chancen dieses Marktes zu nutzen“, betonte sie.
EU-Parlament muss noch zustimmen
Damit die neue Rechtsform in Kraft treten kann, müssen sich die Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament auf einen gemeinsamen Gesetzestext einigen.
Die EU-Kommission hofft auf einen Abschluss noch in diesem Jahr. Es wird erwartet, dass das Parlament bereits im nächsten Monat seine Position festlegt. (afp/red)
Der Sitz der Europäischen Kommission in Brüssel. Für die Modernisierung öffentlicher Verwaltungen waren aus dem europäischen Corona-Wiederaufbauprogramm rund 49 Milliarden Euro verplant. - Foto: Michael Kappeler/dpa
In Kürze:
EU-Schulden: Deutschland wird ein rechnerischer Finanzierungsanteil von 118 Milliarden Euro zugerechnet.
Haushaltsbelastung: Ab 2028 beginnt die Rückzahlung der Corona-Schulden, die bis 2058 abgeschlossen sein soll.
Erfolgskontrolle: Der Europäische Rechnungshof bemängelt fehlende Nachweise für den Nutzen vieler Verwaltungsreformen.
Ein Antrag auf Kindergeld, eine Baugenehmigung oder die Anmeldung eines Unternehmens: Wer in Deutschland etwas von einer Behörde benötigt, muss häufig Informationen angeben, die der Staat längst besitzt. Die Digitalisierung sollte solche Vorgänge vereinfachen. Behörden sollten Daten austauschen, Anträge schneller bearbeiten und Bürgern unnötige Wege ersparen.
Dafür stellte die Europäische Union während und nach der Corona-Zeit Milliardenbeträge bereit. Nach Angaben des Europäischen Rechnungshofs waren allein für Reformen und Investitionen in die öffentliche Verwaltung in den Mitgliedstaaten rund 49,1 Milliarden Euro zugesagt.
Das Geld stammt aus der europäischen Aufbau- und Resilienzfazilität, dem Kernstück des Wiederaufbauprogramms „NextGenerationEU“, das 2020 beschlossen wurde, um die wirtschaftlichen Folgen von Corona abzufedern. Daneben sollte es auch langfristige Verbesserungen ermöglichen, etwa durch modernere Behörden und digitale Dienstleistungen.
Finanziert wurde das Programm mit Geld, das sich die EU an den Finanzmärkten geliehen hatte. Einen Teil erhielten die Mitgliedstaaten als Kredite, die sie selbst zurückzahlen müssen. Andere Mittel wurden als Zuschüsse vergeben. Für die Rückzahlung der dafür aufgenommenen Schulden kommt der gemeinsame EU-Haushalt auf, in den auch Deutschland einzahlt.
Doch die Ergebnisse bleiben vielfach hinter den Erwartungen zurück. In einem gerade erst veröffentlichten Sonderbericht kommt der Europäische Rechnungshof zu dem Ergebnis, dass zahlreiche untersuchte Reformen bislang nur begrenzte Verbesserungen gebracht haben.
Von 14 genauer geprüften Maßnahmen in vier Ländern, einschließlich Deutschland, erzielten lediglich fünf erhebliche Ergebnisse. Acht brachten nur begrenzte Verbesserungen. Bei einer weiteren ließ sich kein entsprechender Erfolg nachweisen. Die Zahlen beziehen sich auf die untersuchten Projekte, nicht auf sämtliche geförderten Verwaltungsreformen.
Warum die EU gemeinsame Schulden aufnahm
Im Juli des Corona-Jahres 2020 einigten sich die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsländer auf einen gemeinsamen Wiederaufbaufonds. Die EU-Kommission durfte bis zu 750 Milliarden Euro zu Preisen von 2018 am Kapitalmarkt aufnehmen. Im Juni 2021 begann die Kommission unter Präsidentin Ursula von der Leyen, dafür Anleihen an Investoren auszugeben.
Das Programm wurde als außergewöhnliche und zeitlich begrenzte Antwort auf die Pandemie beschlossen. Finanziert wurden Investitionen in Energieversorgung, Verkehr, Digitalisierung, Bildung und staatliche Reformen.
Bis Ende Januar 2026 waren nach Angaben des Rechnungshofs 577 Milliarden Euro aus dem zentralen Förderinstrument für Maßnahmen verplant. Davon entfielen 360 Milliarden Euro auf Zuschüsse und 217 Milliarden Euro auf Darlehen.
Rund 50 Milliarden Euro waren für die öffentliche Verwaltung bestimmt.
Deutschland unterschätzte die technischen Probleme
Wie schwierig Verwaltungsreformen sein können, zeigt Deutschland. Hier sollten Behörden künftig Informationen austauschen können, damit Bürger ihre persönlichen Angaben nicht bei jedem Antrag erneut einreichen müssen. Dieses sogenannte Once-Only-Prinzip ist auch im deutschen Registermodernisierungsgesetz verankert.
Doch bei der Umsetzung stieß die Bundesregierung auf erhebliche Schwierigkeiten. Nach den Feststellungen des Europäischen Rechnungshofs hatte das zuständige Bundesministerium unterschätzt, wie unterschiedlich die Computersysteme der Länder und Kommunen aufgebaut sind. Die Landesministerien waren bei der ursprünglichen Planung nicht ausreichend beteiligt worden.
Vorhandene Programme konnten teilweise nicht wie vorgesehen genutzt werden. Stattdessen wurden neue technische Lösungen entwickelt. Das verzögerte die Umsetzung. Der Rechnungshof bewertet die bisherigen Ergebnisse der deutschen Registermodernisierung als begrenzt.
Besser fällt die Bewertung der Digitalisierung einzelner Verwaltungsleistungen aus. Deutschland konnte im Rahmen einer untersuchten Maßnahme 100 Leistungen der Länder und 115 des Bundes digitalisieren. Die geschätzten Kosten beliefen sich auf 2,52 Milliarden Euro. Allerdings umfasst der zugrunde gelegte Katalog insgesamt 575 Verwaltungsleistungen.
Brüssel misst die Umsetzung statt Erfolg
Ob die Digitalisierung den Bürgern und Unternehmen tatsächlich Zeit und Aufwand erspart, lässt sich bislang nur eingeschränkt beurteilen.
Der Europäische Rechnungshof bemängelt in seinem Sonderbericht, dass die tatsächlichen Verbesserungen bei den untersuchten Verwaltungsreformen nicht ausreichend gemessen wurden. Häufig wurde nur erfasst, ob eine technische Lösung eingeführt oder eine Verwaltungsleistung digitalisiert wurde. Weniger klar war dagegen, ob sich dadurch Bearbeitungszeiten verkürzten, Kosten sanken oder Verwaltungsverfahren einfacher wurden.
Ein Antrag kann beispielsweise online verfügbar sein, während die Bearbeitung innerhalb der Behörde weiterhin mehrere Wochen dauert.
Für Unternehmen ist jedoch nicht allein entscheidend, ob sie ein Formular digital einreichen können. Wichtiger ist, wie schnell sie etwa eine Baugenehmigung oder eine andere behördliche Entscheidung erhalten. Genau diese Wirkung der Digitalisierung lässt sich anhand der untersuchten Maßnahmen bislang nicht zuverlässig nachweisen.
Als die EU-Staaten im Juli 2020 den Corona-Wiederaufbaufonds beschlossen, sollte die gemeinsame Kreditaufnahme eine Ausnahme bleiben. In den Schlussfolgerungen des Europäischen Rates hieß es, die der EU-Kommission übertragenen Befugnisse zur Kreditaufnahme seien „in Bezug auf Umfang, Dauer und Anwendungsbereich klar begrenzt“.
Die Kommission durfte demnach bis zu 750 Milliarden Euro zu Preisen von 2018 aufnehmen. Das Geld sollte „ausschließlich zur Bewältigung der Folgen der COVID-19-Krise“ verwendet werden. Zudem legten die Staats- und Regierungschefs fest, dass die Aufnahme neuer Nettokredite spätestens Ende 2026 endet.
Inzwischen nutzt die EU gemeinsame Anleihen auch für andere Aufgaben. Ein Beispiel ist die Unterstützung der Ukraine. Für die Jahre 2024 bis 2027 richtete sie zunächst ein Hilfsprogramm über 50 Milliarden Euro ein. Davon sind 33 Milliarden Euro als Darlehen und 17 Milliarden Euro als Zuschüsse vorgesehen.
Auch bei der europäischen Verteidigung kommt gemeinsame Kreditaufnahme zum Einsatz. Am 27. Mai 2025 beschloss der EU-Rat das Instrument für Sicherheitsmaßnahmen für Europa (SAFE). Es ermöglicht Darlehen von bis zu 150 Milliarden Euro für Verteidigungsinvestitionen der Mitgliedstaaten.
Die EU finanziert das Programm durch die Ausgabe eigener Anleihen. Die Empfängerstaaten müssen die Kredite zurückzahlen.
Hinzu kommt ein weiteres Darlehen von 90 Milliarden Euro für die Ukraine. Die EU-Staaten hatten sich im Dezember 2025 darauf verständigt.
Im April 2026 verabschiedete der Rat die abschließenden rechtlichen Voraussetzungen. Das Geld wird ebenfalls durch EU-Anleihen finanziert und durch den EU-Haushalt abgesichert. Vorgesehen sind 30 Milliarden Euro zur Unterstützung des ukrainischen Staatshaushalts und 60 Milliarden Euro für die Verteidigungsindustrie.
Allerdings unterscheiden sich die Programme. Bei SAFE müssen die Empfängerstaaten ihre Darlehen zurückzahlen. Beim Corona-Aufbauprogramm wurden dagegen auch umfangreiche Zuschüsse durch gemeinsame Schulden finanziert.
Eine vollständige Wiederholung des ursprünglichen Modells ist das deshalb nicht. Die Beispiele zeigen jedoch, dass die EU die gemeinsame Kreditaufnahme inzwischen auch für Aufgaben außerhalb der Pandemiebewältigung einsetzt.
Deutschland trägt einen Teil der EU-Schulden
Die gemeinsamen Schulden haben auch Folgen für Deutschland. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank beliefen sich die Schulden europäischer Institutionen Ende 2025 nach Abzug bestimmter Forderungen auf rund 477 Milliarden Euro. Davon entfiel rechnerisch ein Finanzierungsanteil von 118 Milliarden Euro auf Deutschland. Das entsprach 2,6 Prozent der Wirtschaftsleistung.
Diese Summe umfasst insbesondere Schulden für Zuschüsse aus dem Corona-Aufbaufonds und EU-Kredite an die Ukraine. Sie zählt nicht zur deutschen Staatsschuld nach den europäischen Maastricht-Regeln, weil die EU die Kredite aufgenommen hat.
Finanzielle Folgen können dennoch entstehen: Die Rückzahlung wird teilweise über den EU-Haushalt finanziert, zu dem Deutschland beiträgt. Die 118 Milliarden Euro sind allerdings keine unmittelbar fällige Forderung an den Bund.
Bundestag stimmte der Kreditaufnahme zu
Die europäische Verschuldung berührt auch die parlamentarische Haushaltskontrolle. Der Bundestag stimmte 2021 den rechtlichen Voraussetzungen des Corona-Aufbaufonds zu. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte im Dezember 2022 die Verfassungsmäßigkeit dieser Zustimmung. Entscheidend war unter anderem, dass die Kreditaufnahme hinsichtlich Umfang, Zweck und Dauer begrenzt blieb.
Die einzelnen EU-Anleihen erscheinen jedoch nicht als neue Schulden im Bundeshaushalt. Zusätzliche Belastungen könnten sich später über Deutschlands Beiträge zum EU-Haushalt ergeben.
Rückzahlung bis 2058
Die planmäßige Tilgung der Schulden aus dem Corona-Aufbaufonds beginnt 2028 und soll spätestens 2058 abgeschlossen sein. Während die Empfängerstaaten ihre Darlehen selbst zurückzahlen, werden die Schulden für Zuschüsse aus dem EU-Haushalt bedient.
Für den EU-Haushalt 2028 bis 2034 sieht die Kommission jährlich rund 24 Milliarden Euro für Zinsen und Tilgung vor, also insgesamt 168 Milliarden Euro – bei einem Gesamtvolumen von knapp 2 Billionen Euro.
Der Vorschlag ist noch nicht beschlossen. Beim zweitägigen EU-Gipfel in Brüssel Mitte Oktober stand der auf sieben Jahre angelegte Haushalt im Mittelpunkt. Die wie erwartet harten Verhandlungen zwischen den „Sparsamen“, einschließlich Deutschlands, und den Mitgliedstaaten wie Frankreich, die ein größeres Budget fordern, blieben ergebnislos. EU-Ratspräsident António Costa wird nun nach Wegen suchen, noch bis Ende des Jahres einen Kompromiss zu finden.
Eine wichtige Rolle sollen neue Eigenmittel spielen. Nach dem Vorschlag der Kommission gehören dazu auch Einnahmen aus dem europäischen Emissionshandel sowie Abgaben im Zusammenhang mit Elektroschrott, Tabak und großen Unternehmen. Ohne zusätzliche Einnahmen könnte der Druck steigen, die Beiträge der Mitgliedstaaten zu erhöhen oder an anderer Stelle im EU-Haushalt zu sparen.
Mit dem Auslaufen des europäischen Wiederaufbauprogramms Ende 2026 endet zunächst die Finanzierung neuer Maßnahmen. Die bereits angestoßenen Verwaltungsreformen können jedoch über diesen Zeitpunkt hinaus fortgeführt werden. Welche langfristigen Ergebnisse die Investitionen erzielen, wird sich daher erst in den kommenden Jahren vollständig beurteilen lassen.
Die finanziellen Verpflichtungen aus dem Programm bestehen unabhängig davon fort. An der Finanzierung beteiligen sich die Mitgliedstaaten über ihre Beiträge zum gemeinsamen Haushalt, darunter auch Deutschland.
Bei der Berliner Polizei - hier bei einem Einsatz im Sommer - herrscht nach dem Wahlsieg der Linken große Unsicherheit. 72 Beamte haben bislang einen Versetzungsantrag gestellt. - Foto: via dts Nachrichtenagentur
In Kürze:
Innerhalb weniger Wochen haben 72 Berliner Polizisten in anderen Bundesländern eine Versetzung angefragt oder beantragt.
Die meisten wollen nach Baden-Württemberg wechseln.
Die Bundespolizeigewerkschaft spricht von einem Frontalangriff auf die rechtsstaatlichen Strukturen.
Seit Anfang September haben 72 Berliner Polizisten in anderen Bundesländern eine Versetzung angefragt oder beantragt. Das ergab eine Umfrage von „FOCUS online“ bei allen Bundesländern. Das sind mehr als dreimal so viele, wie im gesamten Jahr 2025 tatsächlich versetzt wurden: Damals wechselten 22 Berliner Polizisten in ein anderes Bundesland, 2024 waren es 36.
„FOCUS online“ bringt die Anfragen mit dem Sieg der Linken bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September in Zusammenhang. Nach der Wahl hatten Baden-Württemberg und Brandenburg offen um Berliner Polizisten geworben.
Der Berliner Polizei selbst sind seit dem 6. September offiziell sieben Versetzungsanträge bekannt. Die Differenz erklärt sich laut dem Bericht damit, dass Beamte sich in Berlin nicht erklären müssen, bevor sie in einem anderen Bundesland anfragen. Den eigentlichen Versetzungsantrag stellen sie erst später.
Große Sorge in der Berliner Polizei
Die Zahl überrasche die Gewerkschaft der Polizei (GdP) nicht, sagte deren Berliner Sprecher Benjamin Jendro gegenüber „FOCUS online“. In wenigen Wochen sei das aber viel. „Wenn das jedes Jahr passiert, ist personell in zwei Jahren ein Polizeiabschnitt in Berlin weg.“ In Berlin gibt es insgesamt 18.500 Polizisten im Vollzugsdienst.
In der Berliner Polizei herrsche seit der Wahl große Sorge darüber, wie es in der Stadt weitergehe, so Jendro. Für viele sei die „politische Zukunft völlig unklar“.
In ihrem Wahlprogramm kündigt die Linke an: „Die immer weitere, teure Aufrüstung der Polizei wollen wir stoppen und die Mittel umverteilen.“ Polizeieinsätze etwa bei Demonstrationen, bei anlasslosen Kontrollen an sogenannten kriminalitätsbelasteten Orten, in Waffenverbotszonen oder bei Fußballspielen seien „personalintensiv und oft nicht zielführend“.
Insgesamt will die Linke den Personalbestand der Polizei auf das Niveau anderer Stadtstaaten senken. „Die polizeiliche Arbeit muss, wo immer dies möglich ist, durch Soziale Arbeit ersetzt oder zumindest ergänzt werden“, heißt es auf Seite 288.
Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel (CDU) hatte nach der Wahl gegenüber der „BILD“ gesagt: „Die Berliner Polizei ist zu schade für eine linke Clan-Bürgermeisterin, die ihr Mittel und Befugnisse nehmen will.“ Dabei warb er ganz offen um die Polizisten: „Wer für Sicherheit, Freiheit und unseren Rechtsstaat einsteht, ist bei uns immer willkommen. Jede und jeder Einzelne. Jederzeit.“
Bislang sei es laut Jendro „fast unmöglich“, in ein anderes Bundesland zu wechseln, da die Innenminister der Länder eine Übereinkunft gegen sogenannte „Raub-Ernennungen“, also das gegenseitige Abwerben, getroffen hätten. „Das scheint nunmehr obsolet“, so Jendro.
Es überrasche aber nicht, dass andere Bundesländer ihre Chance witterten, Nachwuchskräfte und erfahrene Beamte aus Berlin zu sich zu holen. Die Berliner Polizei habe die „höchste Einsatzbelastung deutschlandweit“, dabei sei die Besoldung „weiterhin unterirdisch“.
Auch Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) warb um Berliner Polizisten, zumal Brandenburg insgesamt 440 zusätzliche Stellen aufbauen will. Sein Angebot richtet sich allerdings vor allem an junge Polizeianwärter.
Laut „FOCUS online“ haben 58 Beamte Interesse an einem Wechsel nach Baden-Württemberg bekundet. Nach Bayern wollen zehn, nach Thüringen drei und nach Bremen einer. Zwei Bundesländer haben auf die Anfrage nicht geantwortet.
Die Entwicklung in der Bundeshauptstadt bereitet dem Bundesvorsitzenden der DPolG Bundespolizeigewerkschaft, Manuel Ostermann, Sorge: „Der Organisierten Kriminalität wird Tür und Tor geöffnet“, sagte er in einem Gespräch mit der „WELT“. Ostermann nannte den geplanten Entzug finanzieller Mittel – nach dem Motto „Defund the Police“ – „und das gesamte Programm einen frontalen Angriff auf unsere rechtsstaatlichen Strukturen“.
Selbstverteidigungswaffen der Klasse D – die Tränengaspistolen JPX4 LE (rechts) und Guardian Angel III (links) sowie verschiedene Tränengassprays – sind am 22. Oktober 2026 auf der Theke eines Waffenladens im Zentrum von Paris zu sehen. - Foto: Guillaume BAPTISTE / AFP via Getty Images
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Im Vorfeld der Proteste am Samstag verbarrikadieren Geschäfte ihre Räumlichkeiten, um sich vor neuen Krawallen und Zerstörung zu schützen. „Le Parisien“ berichtet über eine steigende Nachfrage nach Waffen zur Selbstverteidigung. Einige Bürgermeister, darunter der von Paris, haben ihre Besorgnis über Anwohner die sich gegen Randalierer bewaffnen, zum Ausdruck gebracht.
Der Besitzer eines Waffenladens im Zentrum von Paris berichtete, dass die Verkäufe von Pfefferspray in seinem Geschäft seit den Unruhen vom vergangenen Wochenende gestiegen sind.
David Vives, NTD-Korrespondent der Epoch Media Group aus Paris, sprach mit Ladenbesitzern in der Nähe des Canal Saint-Martin in Paris, dessen Geschäfte während der Unruhen vom 17. und 18. Oktober verwüstet wurden.
Anwohner organisieren Unterstützung über eine lokale Gruppe namens „Les Amis du Canal“ (Freunde des Kanals). „Diese Menschen sind völlig auf sich allein gestellt. Es gibt noch keine öffentlichen Hilfsangebote, die sie unterstützen“, sagte der Organisator der Epoch Media Group.
Die Regierung hat Hilfen für betroffene Unternehmen und Arbeitnehmer angekündigt. Der Thinktank iFRAP schätzt, dass sich die landesweiten Schäden und Geschäftsverluste auf 1,1 Milliarden Euro belaufen könnten, auch wenn die endgültigen Kosten noch ungewiss sind.
Ein Bericht von David Vives, NTD-Korrespondent der Epoch Media Group aus Paris. (Deutsche Bearbeitung sk)