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Ifo: Automobilindustrie erheblich pessimistischer

Das Ifo-Geschäftsklima in der Automobilindustrie hat sich im April verschlechtert.
Der Indikator fiel auf -23,8 Punkte, von -19,0 Punkten im März, teilte das Ifo-Institut am Montag mit. Die Unternehmen bewerteten zwar ihre aktuelle Geschäftslage besser als im Vormonat, blicken aber erheblich pessimistischer auf die kommenden Monate.
Die Geschäftserwartungen fielen auf -30,7 Punkte, von -15,3 Punkten im März. „Die Iran-Krise belastet die ohnehin geschwächte Autoindustrie zusätzlich“, sagte Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl.

Materialknappheit angestiegen

In der Autoindustrie machen sich erste Anzeichen von Materialknappheit bemerkbar. Bei 9,3 Prozent der Unternehmen fehlten im April wichtige Vorprodukte, im März waren es noch knapp ein Prozent.
„Die Iran-Krise beeinträchtigt etwa die Produktion und Lieferung von Helium“, sagte Wölfl, „einem Edelgas, das direkt und indirekt für die Automobilproduktion wichtig ist.“
Helium wird zum Beispiel in der Chipproduktion, für Airbags, bei der Metallbearbeitung und der Leckortung von Batterien verwendet. Die EU bezieht mit etwa 40 Prozent einen bedeutenden Anteil ihres Heliumbedarfs aus Katar, so die Deutsche Rohstoffagentur; alternative Importquellen sind rar.
Hinzu kommen indirekte Wirkungen aus der Iran-Krise, die sich in den gesunkenen Geschäftserwartungen niederschlagen: Die generelle Unsicherheit bei Unternehmen und Haushalten steigt. Zusammen mit den hohen Energiepreisen könnte dies für Kaufzurückhaltung beim Kauf von Neuwagen sorgen. (dts/red)
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Deutsche Wirtschaftsverbände kritisieren neue US-Zölle – Aufrufe zur Deeskalation

Deutsche Wirtschaftsverbände haben die von US-Präsident Donald Trump angekündigten neuen Zölle kritisiert und zur Deeskalation aufgerufen. Dabei mahnte der Industrieverband BDI am Sonntag auch von der EU die Einhaltung geschlossener Handelsvereinbarungen an.
Das Münchner ifo-Institut warnte vor einem neuen Handelskrieg zwischen EU und USA, sollte die Europäische Union nun ihrerseits mit Zöllen auf US-Produkte reagieren.
„Die Ankündigungen sind eine erneute massive Herausforderung für die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen und gefährden sie über die Automobilindustrie hinaus“, hieß es in einer Erklärung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) mit Blick auf Trump.

Ab kommender Woche: US-Zölle auf Autos und Lkw bei 25 statt 15 Prozent

Der US-Präsident hatte am Freitag angekündigt, er wolle die Zölle auf aus der Europäischen Union in den USA eingeführte Lkw und Pkw auf 25 Prozent erhöhen. Der neue Satz soll ab kommender Woche gelten. Bislang sind es laut dem zwischen den USA und der EU im vergangenen Sommer vereinbarten Abkommens 15 Prozent. Trump warf der EU jedoch vor, dieses Abkommen nicht einzuhalten.
„Das Handelsabkommen zwischen der EU und den USA muss von beiden Seiten eingehalten werden“, erklärte dazu nun der BDI, auch durch die EU. Zwar beschädige die amerikanische Seite „mit immer neuen Provokationen das gegenseitige Vertrauen“, dennoch sei ein weiteres Aufschieben der Vereinbarungen keine Option. Es gelte jetzt, „weiteren Eskalationen vorzubeugen“.
„Die von US‑Präsident Donald Trump angekündigten Zölle markieren eine erneute und unnötige Eskalation im transatlantischen Handelskonflikt“, erklärte der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier. Während die EU konstruktiv an der Umsetzung des mit den USA geschlossenen Handelsabkommens arbeite, „drohen die jüngsten Ankündigungen aus dem Weißen Haus, ebendiesen Prozess in Gefahr zu bringen“.
Die deutsche Wirtschaft sei jedoch „auf verlässliche und stabile Rahmenbedingungen im transatlantischen Handel angewiesen“, betonte Treier. Die EU solle daher die Umsetzung der Handelsvereinbarungen „unbeirrt fortsetzen“, aber zugleich „klarstellen, dass einseitige Eskalationen nicht ohne Reaktion bleiben“. Parallel sollten andere Handelspartnerschaften wie das gerade in Kraft getretene Mercosur-Abkommen zwischen der EU und südamerikanischen Staaten ausgebaut werden.

ifo-Präsident warnt vor neuem Handelskrieg und Rezession

ifo-Präsident Professor Clemens Fuest sagte der „Bild“-Zeitung zu den neuen US-Zöllen: „Falls daraus ein neuer Handelskrieg wird, droht Deutschland 2026 eine Rezession.“ Die Zollerhöhungen träfen die deutsche Autoindustrie „in einer ohnehin schwierigen Lage“.
Der Ökonom und Berater von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), Jens Südekum, sagte der „Bild“, die EU solle zunächst abwarten, ob die erhöhten Zölle wirklich erhoben würden. Brüssel riet er für den Fall des Eintretens zu „angemessenen Gegenmaßnahmen“.
Der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer hatte am Samstag zu den neuen Zöllen gesagt, das Vorgehen Trumps lasse sich als „Beginn eines Wirtschaftskriegs gegen Deutschland“ interpretieren. Die direkten Auswirkungen für die Autohersteller stufte Dudenhöffer allerdings als begrenzt ein.
Er bezifferte die jährliche Zusatzlast in einer am Samstag in Bochum veröffentlichten Erklärung auf voraussichtlich etwa 2,5 Milliarden Euro. Allerdings dürften die Hersteller versuchen, einen Teil davon über höhere Preise an Käufer in den USA weiterzugeben.
Grundlage der Berechnungen Dudenhöffers sind Ausfuhren deutscher Hersteller von 409.000 Neuwagen aus Deutschland in die USA im Jahr 2025. Mercedes und BMW hätten wegen ihrer Produktionsanlagen in den USA einen gewissen Zollschutz.
Trumps Zollankündigung erfolgte, kurz nachdem er Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Donnerstag wegen dessen ablehnender Haltung zum Irankrieg scharf kritisiert hatte. (afp/red)
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US-Billigflieger Spirit trotz Rettungsversuch von Trump am Ende

Der US-Billigflieger Spirit Airlines ist trotz Rettungsversuchen der US-Regierung am Ende. Die geordnete Einstellung des Flugbetriebs habe begonnen, teilte die Fluggesellschaft mit. Alle Flüge seien gestrichen und der Kundenservice nicht länger verfügbar.
US-Präsident Trump hatte eine Lösung ins Gespräch gebracht, bei der der amerikanische Staat im Gegenzug für einen Rettungskredit Anteile an Spirit übernehmen sollte.
Laut Medien ging es um eine Finanzspritze von rund 500 Millionen US-Dollar, nach der die Regierung einen Anteil von bis zu 90 Prozent an Spirit hätte bekommen können. Berichten zufolge waren andere Geldgeber nicht mit den Konditionen einverstanden und die Gespräche wurden ergebnislos beendet.

Teures Kerosin

Seit August vergangenen Jahres war Spirit bereits im zweiten Insolvenzverfahren binnen weniger als zwölf Monaten. Ursprünglich wollte die Airline es im Sommer mit niedrigeren Schulden verlassen – was die stark gestiegenen Kerosinpreise torpedierten.
Der „plötzliche und anhaltende“ Anstieg habe keinen anderen Weg gelassen als den Betrieb einzustellen, betonte Spirit-Chef Dave Davis. Fluggesellschaften sichern sich gemeinhin gegen Risiken wie Preisschwankungen beim Kerosin ab, diese Instrumente kosten aber auch Geld.
Die Airline rief Passagiere mit Tickets für anstehende Flüge auf, nicht mehr zum Flughafen zu fahren. Passagiere sollen das Geld für ihre gebuchten Flüge zurückbekommen. Laut Medienberichten blieben an manchen US-Flughäfen am Freitag Passagiere sitzen, deren Flüge abgesagt wurden.
So zeigte der Sender „WWJ Newsradio 950“ rund 200 Fluggäste am Gate in Detroit, deren Flug nach Los Angeles ausfiel. Viele Passagiere, die am Wochenende fliegen wollten, mussten nach Alternativen suchen. Andere Airlines kündigten an, Spirit-Kunden unter die Arme greifen zu wollen. So bieten etwa United und Southwest Sondertarife für Leute mit Tickets für abgesagte Flüge von Spirit an.

Gescheiterte Übernahme

Die Krise bei Spirit gilt als hausgemacht. Der Chef des deutlich größeren Konkurrenten United Airlines, Scott Kirby, sagte etwa, das Problem liege im Geschäftsmodell – und die hohen Kerosinpreise hätten die Entwicklung nur beschleunigt.
Spirit sollte 2022 vom Rivalen JetBlue übernommen werden – Wettbewerbshüter der damaligen Regierung von Präsident Joe Biden zogen dagegen vor Gericht und ein Richter blockierte den Deal.
Die US-Regierung hatte zwar die Luftfahrt-Industrie in Krisenzeiten etwa nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 oder in der Corona-Pandemie gestützt – ein Eingreifen zugunsten eines einzelnen Unternehmens wäre aber eine ungewöhnliche Aktion.
Trump hatte in seiner zweiten Amtszeit allerdings erhöhte Bereitschaft demonstriert, den Staat Anteile an Unternehmen im Gegenzug für Finanzhilfen übernehmen zu lassen. So bekam die US-Regierung einen Anteil von rund zehn Prozent am Chipriesen Intel als Ausgleich für bereits zuvor unentgeltlich zugesagte Milliarden-Subventionen. (dpa/red)
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Bio legt weiter zu: Zuwächse bei Süßwaren, Rückgang bei Kartoffeln

Das Geschäft mit Bio-Lebensmitteln in Deutschland hat nach Branchenangaben weiter angezogen. Von Januar bis Ende März stieg der Umsatz im Vergleich zum ersten Quartal 2025 um sechs Prozent auf 4,91 Milliarden Euro, wie Daten des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft ergeben.
Ein Großteil entfällt auf Discounter und Supermärkte, Drogeriemärkte legten zu. Die Branche wirbt für Anreize, damit mehr Bauern auf Öko umstellen.
Verbandschefin Tina Andres sagte: „Bio bleibt auch in Krisenzeiten eine Wachstumsbranche.“ Angesichts der Weltlage sei dies nicht nur gut für die Umwelt, sondern trage zur Versorgungssicherheit bei. „Die derzeitige Preisexplosion bei Düngemitteln tangiert Bio-Landwirte nicht.“
Der Bio-Spitzenverband legte in Zusammenarbeit mit der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft erstmals aktuelle Quartalszahlen vor, die auf Daten von vier Marktforschungsinstituten basieren. Grundlage für den Vergleich zum ersten Quartal 2025 sind demnach damalige Marktdaten der Institute.

Zuwächse bei Süßwaren, Rückgang bei Kartoffeln

Deutliche Umsatzzuwächse gab es demnach nun bei Fleischersatzprodukten, Mehl, Süßwaren, Eis, Tiefkühlkost, Feinkost, Fertigprodukten, Heißgetränken und Backwaren. Der Umsatz mit Bier und Spirituosen ging deutlich zurück. Bei frischen Eiern und Fleisch gab es Zuwächse vor allem durch Preiserhöhungen. Bei Butter, Brot und Kartoffeln wurden dagegen Umsatzrückgänge verzeichnet.
Die größten Anteile am Bio-Geschäft haben den Daten zufolge die Discounter mit 30 Prozent und die Supermärkte mit 29 Prozent. Treiber waren erneut die Bio-Eigenmarken des Handels mit plus 12,5 Prozent. Der Naturkostfachhandel legte um 1,1 Prozent auf 840 Millionen Euro zu und kommt auf einen Marktanteil von 17 Prozent. Die Drogeriemärkte kommen auf knapp 13 Prozent, nachdem sie von Januar bis März ein kräftiges Bio-Umsatzplus von 14 Prozent erzielten.
Die restlichen Marktanteile verteilen sich demnach auf E-Commerce-Angebote mit Lieferdiensten und Onlineshops (5 Prozent) sowie auf Hofläden, Bäckereien, Metzgereien, Wochenmärkte und Tankstellen.

Wie robust ist der Trend?

Die Branche knüpft mit dem Plus im ersten Quartal an ihren Wachstumstrend an. Angesichts der angespannteren Wirtschaftslage infolge des Irankriegs mit Preissprüngen nicht nur an den Tankstellen muss sich weiter zeigen, wie robust der Trend ist.
Im Gesamtjahr 2025 war der Bio-Umsatz mit Lebensmitteln und Getränken um 6,7 Prozent auf Rekordhöhe von 18,23 Milliarden Euro gestiegen. Der Bio-Anteil am gesamten Lebensmittelmarkt liegt nun bei 6,5 Prozent.
Der Spitzenverband rief die Politik in Berlin und Brüssel auf, auch bei der EU-Agrarfinanzierung mehr Anreize für die Umstellung auf Ökolandbau zu schaffen. Immer mehr Verbraucher würden sich für eine Lebensmittelwirtschaft entscheiden, die „mit der Natur arbeitet, ohne chemisch-synthetische Pestizide und ohne Kunstdünger“, sagte die Vorstandvorsitzende Andres.
Hintergrund ist, dass die Nachfrage nach Bio-Produkten, die meist etwas mehr kosten, bis auf einen Dämpfer 2022 wegen der hohen Inflation kontinuierlich wächst. Die heimische Öko-Produktion auf den Feldern und in den Ställen bleibt dahinter zurück. Die Umstellungsbereitschaft in der Landwirtschaft sei 2025 erneut äußerst verhalten gewesen, sagte der Bauernverband.
Die ökologisch bewirtschaftete Fläche wächst nur langsam. (Archivbild)

Die ökologisch bewirtschaftete Fläche wächst nur langsam. (Archivbild)

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Bio-Anteil auf dem Feld von 30 Prozent?

Bio bewirtschaftet werden nach jüngsten Daten des Bundesagrarministeriums von 2024 nun 11,5 Prozent der Agrarfläche – nach 11,4 Prozent 2023. Das Ziel eines Bio-Anteils von 30 Prozent bis 2030, das einst die Ampel-Koalition aufstellte, bleibt weit entfernt. Die Zahl der Öko-Betriebe ging 2024 sogar um 2,2 Prozent auf 35.881 zurück, ihr Anteil liegt nunmehr noch bei 14,1 Prozent.
Minister Alois Rainer hebt die wirtschaftlichen Chancen hervor. „Bei aller europäischen Solidarität will ich natürlich, dass vor allem unsere deutschen Landwirte von einem wachsenden Bio-Geschäft profitieren“, sagte der CSU-Politiker zu Jahresbeginn anlässlich der Agrarmesse Grüne Woche. „Wenn sich der Markt gut entwickelt, motiviert das mehr Betriebe, auf Bio umzustellen.“

Höhere Kosten im Ökolandbau

Die Produktion müsse mit dem Markt mitwachsen, erläuterte der Minister. „Wenn sie schneller wächst als der Absatz und man am Markt vorbeiproduziert, dann fallen die Preise.“ Bio-Landwirte hätten höhere Kosten, und die wollten sie am Markt erlösen.
Generell ist es eine Kalkulationsfrage, ob Bauern auf Ökolandbau umstellen. So ist etwa der Aufwand bei der mechanischen Bodenbearbeitung höher, und da schlagen Treibstoffkosten für Traktoren zu Buche. Andererseits sind chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel bei Bio tabu, bei denen es infolge des Irankriegs gerade wieder Preissprünge gab. (dpa/red)
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Bahlsen senkt Preise – und will „enkelfähig“ bleiben

Die hohen Schokoladenpreise haben den Gebäckhersteller Bahlsen zuletzt stark belastet – nun zeichnet sich eine Entspannung ab. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben die Abgabepreise für ausgewählte Produkte gegenüber dem Handel gesenkt. Erste Preissenkungen seien bereits im Handel sichtbar.
„Durch die stark gestiegenen Schokoladenpreise mussten wir unsere Preise anheben, weil der Schokoladenanteil in unseren Produkten höher ist als im Wettbewerb“, sagte Firmenchef Alexander Kühnen. Da sich die Preise inzwischen stabilisierten, werde eher über Preissenkungen nachgedacht als über weitere Erhöhungen.
Auch andere Hersteller reagieren auf die Entwicklung. So hat etwa der Schweizer Schokoladenkonzern Lindt & Sprüngli die Preise einzelner Produkte gesenkt.
Nach Monaten hoher Preise deutet sich bei Schokolade eine Entspannung an. (Symbolbild)

Nach Monaten hoher Preise deutet sich bei Schokolade eine Entspannung an. (Symbolbild)

Foto: Holger Hollemann/dpa

„Enkelfähigkeit“ statt kurzfristiger Einsparungen

Trotz der hohen Preise kam für Bahlsen eine Änderung der Rezeptur nicht infrage. Die Produkte seien stark von Gewohnheit und Vertrauen geprägt, viele Menschen äßen sie seit Jahrzehnten, sagte Kühnen. „Wenn jemand regelmäßig unsere Produkte kauft und plötzlich würde sich der Geschmack verändern, weil wir am Rezept sparen würden, dann verliert man diese Kunden sehr schnell und oft dauerhaft.“
Eine Anpassung am Produkt sei daher keine Option gewesen – auch wenn sie kurzfristig vielleicht geholfen hätte. „Aber langfristig wäre es nicht nachhaltig gewesen.“ Im Unternehmen, das zu 100 Prozent der Familie Bahlsen gehört, spiele dabei der Begriff „Enkelfähigkeit“ eine große Rolle – also die Frage, ob es Bahlsen in zwei Generationen noch in seiner heutigen Form geben wird.

Zurück auf Wachstumskurs

Das Unternehmen aus Hannover kämpfte zuletzt mit rückläufigen Absatzmengen und verlor Marktanteile. „Als ich zu Bahlsen kam, hatte das Unternehmen kein gutes Jahr hinter sich, und mein Auftrag war klar: Veränderung“, sagte Kühnen, der seit drei Jahren im Amt ist.
Der Umsatz der Bahlsen-Gruppe stieg 2024 auf 644,6 Millionen Euro, nach 607,9 Millionen im Jahr zuvor und 539,9 Millionen Euro 2022. Das operative Ergebnis lag bei 63,6 Millionen Euro, nach 40,5 Millionen 2023. 2022 hatte Bahlsen auf dieser Basis noch einen Verlust von 1,8 Millionen Euro ausgewiesen.

Mehr Biss im Markt

Jubeln will Kühnen aber nicht. „Wo ich nicht zufrieden bin, ist unsere Wettbewerbsposition.“ Er habe sich gewünscht, dass das Unternehmen stärker wachse und Marktanteile gewinne. Ein wesentlicher Grund dafür, dass das Wachstum hinter den Erwartungen blieb, seien auch die Schokoladenpreise gewesen.
„In drei Jahren möchte ich, dass wir im Wettbewerb gefürchtet werden“, sagte Kühnen. „Im Moment sind wir das noch nicht, aber genau dahin wollen wir.“ Der Konkurrenzdruck habe durch große Player wie Ferrero und den Milka-Hersteller Mondelez zugenommen. Künftig solle die Branche zuerst an Bahlsen denken, wenn es um starke Wettbewerber gehe.
„Und nach innen soll Bahlsen ein Unternehmen sein, bei dem junge Leute sagen: Das ist ein traditionelles Unternehmen, aber gleichzeitig richtig sexy“, sagte Kühnen. (dpa/red)
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Energiekrise und Sicherheit: Wird Braunkohle wieder strategisch wichtig?


In Kürze:

  • Braunkohle-Debatte kehrt zurück: Energieunsicherheit stellt den Kohleausstieg erneut infrage.
  • LEAG bringt Vorschläge: Sonderregeln beim CO₂-Handel und günstiger Industriestrom.
  • Experten warnen: Ausnahmen könnten die Klimapolitik schwächen.
  • Lausitz betroffen: Tausende Arbeitsplätze hängen weiter an der Kohle.

 
Die deutsche Energiewende galt lange als gesellschaftlicher Konsens. Mit dem Beschluss des Bundestages zum Kohleausstieg sollte der Weg in eine klimaneutrale Energieversorgung unumkehrbar werden. Spätestens 2038 soll die Kohleverstromung enden.
Doch während die Politik am Zeitplan festhalten will, wachsen im Hintergrund Zweifel – sowohl in Teilen der Industrie als auch in einigen Landesregierungen. Eine interne Präsentation des ostdeutschen Energiekonzerns LEAG, über die die „Wirtschaftswoche“ berichtet, deutet darauf hin, dass in der Lausitz über eine Zukunft der Braunkohle jenseits der bisherigen Ausstiegspläne nachgedacht wird. Damit stellt sich eine Frage, die lange als geklärt galt: Kommt es zum Ausstieg aus dem Kohleausstieg?

Vom Klimaargument zu „Sicherheitsenergien“

Auslöser der neuen Debatte ist eine veränderte geopolitische und energiepolitische Lage. Die Energiekrise infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine hat Deutschland vor Augen geführt, wie verletzlich ein stark importabhängiges Energiesystem sein kann. Inzwischen wird die Diskussion durch weitere internationale Spannungen verstärkt. Konflikte im Nahen Osten und Unsicherheiten auf globalen Energiemärkten lassen die Frage der Versorgungssicherheit wieder stärker in den Vordergrund rücken. So äußerte sich die baden-württembergische Energieministerin Thekla Walker im März in einer Pressemitteilung dazu:
„Wenn wir weiter auf fossile Importe angewiesen sind, sind wir auch weiter einem unkalkulierbaren Preisroulette ausgesetzt.“
Anlass der Äußerung war damals ein gemeinsamer Brief der Energieministerinnen und Energieminister der Länder Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein an Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. In diesem Brief forderten sie vom Bund entschlossenes Handeln für bezahlbare und sichere Energie.
Während die Energiewende ursprünglich vor allem unter klimapolitischen Gesichtspunkten geführt wurde, gewinnt nun ein klassisches energiepolitisches Argument an Gewicht: Erneuerbare Energien als „Sicherheitsenergie“. So machte Bundesumweltminister Carsten Schneider im März deutlich:
„Erneuerbare Energien sind Sicherheitsenergien, die Deutschlands und Europas fatale Abhängigkeit von fossilen Energien schon stark verringert haben. “
Der Irankrieg, so Schneider weiter, sei eine „schmerzhafte Erinnerung“ daran, wie „verwundbar wir immer noch sind durch solche Schocks auf den Öl- und Gasmärkten“.

Braunkohle als strategischer Vorteil

In dieser Perspektive erscheint die Braunkohle manchen Akteuren wieder als strategischer Vorteil. Anders als Erdgas oder Steinkohle muss sie nicht importiert werden. Die gesamte Wertschöpfungskette – vom Tagebau über den Transport bis zur Stromproduktion – liegt innerhalb Deutschlands. Für Unternehmen wie die LEAG, die ihre Kraftwerke und Tagebaue in der Lausitz betreibt, ist dies ein zentraler Punkt der Argumentation. In der internen Präsentation wird laut „Wirtschaftswoche“ Braunkohle ausdrücklich als „Made in Germany“ bezeichnet und damit als Bestandteil einer energiepolitischen Sicherheitsstrategie dargestellt.
Ökonomisch sieht sich der Konzern allerdings unter Druck. Der entscheidende Faktor ist der europäische Emissionshandel. Stromerzeuger müssen für jede ausgestoßene Tonne Kohlendioxid Zertifikate erwerben, deren Gesamtmenge schrittweise reduziert wird. Dadurch steigen die Preise. Für besonders emissionsintensiven Technologien wie die Braunkohle wird die Stromproduktion zunehmend teurer. Nach Angaben der LEAG musste das Unternehmen im Jahr 2024 Zertifikate für etwa 36 Millionen Tonnen CO₂ kaufen. Bei durchschnittlichen Preisen von rund 65 Euro pro Zertifikat summieren sich die Kosten auf mehr als 2 Milliarden Euro.

Forderung nach Sonderrolle für nationale Energiequellen

Die Präsentation, die nach außen nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war, enthält deshalb weitreichende Vorschläge. Eine zentrale Idee besteht darin, die Braunkohleverstromung von der Pflicht zum Erwerb von CO₂-Zertifikaten auszunehmen. In der Logik des Papiers würde die Kohle damit als nationale Energiequelle eine Sonderrolle erhalten. Ergänzend wird vorgeschlagen, den Preis für Emissionszertifikate zeitweise durch europäische Verwaltungsmaßnahmen zu senken. Außerdem könnten einzelne Kraftwerke in einen Status der Sicherheitsbereitschaft überführt werden. In einem solchen Modell würden sie nur bei Bedarf Strom produzieren, während der Tagebau weiterhin betrieben würde.
Als Gegenleistung stellt der Konzern einen staatlich unterstützten Industriestrom in Aussicht. Dieser könnte etwa zum halben Marktpreis angeboten werden, sofern der Staat die CO₂-Kosten übernimmt. Die LEAG verweist darauf, dass in Europa ohnehin über Modelle eines günstigen Industriestroms diskutiert wird, um energieintensive Unternehmen zu entlasten und Abwanderung zu verhindern.

Das Primat des Marktes wird infrage gestellt

Politisch wären solche Maßnahmen höchst umstritten. Der europäische Emissionshandel gilt als zentrales Instrument der Klimapolitik. Sein Grundprinzip besteht darin, CO₂-Emissionen einen Preis zu geben, der mit der Zeit steigt und damit klimafreundliche Technologien wirtschaftlich attraktiver macht. Eine Ausnahme für die emissionsintensivste Form der Stromproduktion würde dieses System grundsätzlich infrage stellen.
Diese ordnungspolitische Sorge wird durch das aktuelle Gutachten des Expertenrats für Klimafragen (ERK) zum „Klimaschutzprogramm 2026“ massiv gestützt. Die Experten warnen eindringlich vor einer Erosion marktwirtschaftlicher Prinzipien: Ein „besonderes Problem“ stellt laut Gutachten die „mangelnde Berücksichtigung der möglicherweise kompensierenden Wirkungen der Emissionshandelssysteme EU-ETS 1 und BEHG/EU-ETS 2“ dar.
Der Rat rügt, dass die Bundesregierung zunehmend auf dirigistische Einzelmaßnahmen setzt, statt auf die Kraft des Preissignals zu vertrauen. In der Stellungnahme heißt es kritisch, dass „ökonomische Erwägungen und effiziente Anreizstrukturen bei der Maßnahmengestaltung weiterhin keine prioritäre Rolle zu spielen“ scheinen. Wenn die Politik durch Sonderregelungen fossile Energieträger im Markt hält, deren Vermeidungskosten „weit oberhalb der relevanten CO₂-Preise liegen dürften“, konterkariert sie die Logik des Emissionshandels. Der Expertenrat mahnt daher eine Rückkehr zur ökonomischen Vernunft an und empfiehlt, „innovative, anreizorientierte Maßnahmen stärker in den Blick zu nehmen“, um den Klimaschutz nicht zum haushaltspolitischen Fass ohne Boden werden zu lassen.

Tausende Arbeitsplätze hängen an der Braunkohle

Gleichzeitig lässt sich die politische Brisanz der Debatte nicht allein aus klimapolitischer Perspektive erklären. In der Lausitz hängen noch immer Tausende Arbeitsplätze direkt oder indirekt an der Kohleindustrie. Die LEAG beschäftigt derzeit rund 6.300 Menschen. Zwar sind nicht alle Beschäftigten im Kohlebereich tätig, dieser bleibt jedoch ein zentraler Unternehmenszweig. Für eine strukturschwache Region wäre ein schneller wirtschaftlicher Einbruch kaum zu verkraften. Bund und Länder versuchen deshalb seit Jahren, den Wandel mit milliardenschweren Förderprogrammen zu begleiten. Allein der Bund stellt mehr als 10 Milliarden Euro für Strukturprojekte in der Region bereit.
Die Leag selbst hatte noch vor wenigen Jahren eine andere Strategie verfolgt. Unter dem früheren Vorstandschef Thorsten Kramer kündigte das Unternehmen den Bau einer sogenannten Gigawatt Factory an. Bis 2030 sollten große Kapazitäten an Wind- und Solarenergie entstehen, ergänzt durch Speicher und neue Kraftwerke. Die Lausitz sollte zu einer Modellregion der Energiewende werden. Der Konzern stellte Investitionen in Milliardenhöhe in Aussicht und präsentierte eine Zukunftsvision, in der erneuerbare Energien das bisherige Kohlegeschäft Schritt für Schritt ersetzen sollten.

Konzern könnte Spielraum ausloten

Nach dem Führungswechsel im Jahr 2024 scheint sich die strategische Gewichtung im Unternehmen verschoben zu haben. Der neue Vorstandschef Adolf Roesch setzt offenbar stärker auf eine pragmatische Anpassung an die energiepolitischen Realitäten. Während der Ausbau erneuerbarer Energien weiterhin Teil der Unternehmensstrategie bleibt, wird die Rolle der Braunkohle wieder offensiver diskutiert.
Die offizielle Linie des Unternehmens bleibt allerdings vorsichtig. Die Leag verweist in der Präsentation darauf, dass der gesetzlich beschlossene Kohleausstieg weiterhin gilt und es keine anderslautenden politischen Beschlüsse gibt. Gleichzeitig betont der Konzern die Bedeutung eines kontinuierlichen Austauschs mit den Landesregierungen in Brandenburg und Sachsen. In beiden Bundesländern betreibt die Leag ihre Tagebaue und Kraftwerke.
Auch die Frage möglicher Stromimporte spielt in der Debatte eine Rolle. Deutschland hat in den vergangenen Jahren seine Kraftwerkskapazitäten reduziert und gleichzeitig den Anteil erneuerbarer Energien erhöht. Kritiker warnen deshalb, dass das Land künftig stärker auf Strom aus dem Ausland angewiesen sein könnte. In der Präsentation wird dieses Szenario ausdrücklich erwähnt. Sollte Deutschland nicht genügend Strom erhalten, könnte die Versorgungssicherheit gefährdet sein.

Kaum Bewegung auf politischer Bühne

Ob diese Argumente politisch durchdringen, ist jedoch offen. Die Bundesregierung hält weiterhin an den Klimazielen fest, und auch auf europäischer Ebene wird der Emissionshandel als zentrales Instrument verteidigt.
Die Braunkohle, lange Zeit Symbol einer vergangenen Industrieepoche, bleibt trotzdem ein politischer Faktor. Ob sie tatsächlich eine zweite Karriere im deutschen Energiesystem erlebt, ist ungewiss. Doch die Tatsache, dass darüber wieder diskutiert wird, zeigt, wie sehr sich die energiepolitischen Rahmenbedingungen verändert haben.
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Weltweite Elektroautoverkäufe stagnieren

Die weltweiten Verkäufe von Elektroautos schwächeln im ersten Quartal. In 43 wichtigen Märkten, die das Beratungsunternehmen PwC ausgewertet hat, lag ihre Zahl mit knapp 2,7 Millionen um 1 Prozent niedriger als im Vergleichszeitraum 2025. Das ist ungewöhnlich – zuletzt hatten die Zahlen stets deutliche Zuwächse aufgewiesen, im Gesamtjahr 2025 war es beispielsweise fast ein Drittel nach oben gegangen.
Entscheidend für die schwachen Zahlen ist die Entwicklung im mit Abstand größten Markt China. Mit 1,32 Millionen Stromern zählte PwC dort 20 Prozent weniger als vor einem Jahr. In den USA fiel der Rückgang mit 23 Prozent auf knapp 233.000 sogar noch etwas stärker aus.
Zuwächse in anderen Teilen der Welt konnten die Entwicklung nicht kompensieren, auch wenn es in Europa – genauer gesagt in der EU plus Großbritannien, Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz – um 26 Prozent auf knapp 724.000 Autos nach oben ging. Treiber waren unter anderem starke Verkäufe in Deutschland und Frankreich.

Rekord beim Marktanteil

Trotz des Rückgangs in absoluten Zahlen haben Elektroautos allerdings weltweit weiter an Bedeutung gewonnen – unter anderem, weil der Absatz reiner Verbrenner mit einem Minus von 8 Prozent deutlich stärker war. Der Marktanteil der Stromer lag laut PwC mit 16 Prozent so hoch wie noch nie in einem ersten Quartal.
Zudem geht man bei PwC davon aus, dass der Rückgang in China vor allem an Einmaleffekten wie reduzierten Förderprämien liegt. Der Trend zeige dort bereits wieder nach oben. Die Unternehmensberatung geht daher davon aus, dass der Absatz der reinen Stromer im zweiten Quartal wieder zulegen wird.
Das Umfeld sei schwierig, aber die europäischen Hersteller hätten aufgeholt, sagte PwC-Partner Harald Wimmer. „Ihre neuen Modelle sind technologisch ausgereift und treffen den Geschmack der Kundschaft. In ihren Heimatmärkten spiegelt sich das bereits jetzt in steigenden Verkaufsvolumen, die durch einen potenziellen Nachfrageschub aufgrund des aktuellen Spritpreises weiter gestützt werden könnten.“ Allerdings sieht er für die europäischen Autobauer weiter Handlungsbedarf bei Kosten und Innovationsgeschwindigkeit. (dpa/red)
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Tankrabatt kommt nicht voll bei Autofahrern an – Preise sinken langsamer als Steuer

Am ersten Tag des Tankrabatts ist die Steuersenkung zur Entlastung der Autofahrer nach Marktbeobachtungen noch nicht komplett an den Zapfsäulen angekommen. Nach Berechnungen des Autofahrerclubs ADAC fiel der Preisrückgang bei Diesel und Benzin am 1. Mai um etwa 3 Cent geringer aus als die am selben Tag greifende Steuersenkung von 16,7 Cent.
Am Freitag gab es laut ADAC Tagesdurchschnittspreise bei Super E10 von 1,989 Euro, bei Diesel lag der Literpreis im Schnitt bei 2,079 Euro. Dies seien 13,7 und 13,6 Cent weniger als am Vortag gewesen. Das Bundeskartellamt teilte mit, dass die Preise vom 30. April auf den 1. Mai im bundesweiten Schnitt um knapp 13 Cent gefallen seien. Dabei gebe es große Preisunterschiede zwischen verschiedenen Tankstellen und zwischen unterschiedlichen Regionen.

Branche verweist auf Lagerbestände

Momentan sei das Preisniveau in weiten Teilen Süddeutschlands um etwa 5 bis 7 Cent geringer als in Mittel- und Norddeutschland, erläuterte die Bonner Wettbewerbsbehörde am Samstag. Der Grund seien Unterschiede in Raffinerie- und Großhandelspreisen zwischen den Regionen. Mit Stand 10.30 Uhr lagen die Durchschnittspreise am Samstag demnach für Diesel bei 2,06 Euro pro Liter, für Super E5 bei 2,03 Euro und für Super E10 bei 1,97 Euro.
Der ADAC wies darauf hin, dass der Ölpreis seit kurzfristigen Höchstständen Ende April wieder deutlich nachgegeben habe. Dadurch gebe es zusätzlichen Spielraum für Preisreduzierungen. Die Steuersenkung müsse nun im Laufe des Samstags vollständig an die Verbraucher weitergegeben werden, sagte eine Sprecherin.
Der Branchenverband Fuels und Energie hatte zum Start des Tankrabatts angekündigt, dass die volle Steuersenkung bei den Kunden ankommen soll.
Die Branche hatte zuvor aber auch darauf hingewiesen, dass sich in den Tanks vieler Tankstellen noch Kraftstoff befindet, der nach den alten Steuersätzen abgerechnet wurde. Entscheidend für den Steuernachlass ist nicht der Verkauf an der Tankstelle, sondern der Moment, in dem der Kraftstoff das Tanklager beziehungsweise die Raffinerie verlassen hat. (dpa/red)
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KI verändert Jobmarkt: Büroberufe unter Druck

Der Arbeitsmarkt verschiebt sich mit der Verbreitung sogenannter „Künstlicher Intelligenz“ (KI) zulasten klassischer Büroberufe, während handwerkliche Tätigkeiten vergleichsweise stabil gefragt bleiben.
Das zeigt eine Auswertung des Stellenmarktforschers Index, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet. Demnach ist die Zahl der ausgeschriebenen Stellen in Büro- und Verwaltungsberufen zuletzt deutlich gesunken. Im Sekretariat und Office Management lag das Minus bei 22 Prozent, im Personalwesen bei 19 Prozent. Im Bau, Handwerk und im Bereich Umwelt fiel der Rückgang mit 14 Prozent deutlich geringer aus.

KI und Konjunktur verändern Stellenmarkt

Noch klarer zeigt sich der Trend bei den Tätigkeitsprofilen, die von Industrieunternehmen ausgeschrieben werden: 2025 brach die Zahl offener Stellen für Geschäftsführer um 30 Prozent ein und für akademische Fachkräfte um 22 Prozent, aber bei Fachkräften mit Berufsausbildung betrug das Minus nur acht Prozent.
Die Daten basieren auf einer breiten Analyse von 197 Printmedien, 321 Onlinebörsen, dem Stellenportal der Bundesagentur für Arbeit sowie rund 969.000 Firmenwebsites. Die Auswertung deutet darauf hin, dass Berufe mit hohem Anteil an Routinetätigkeiten stärker unter Druck geraten. Neben Konjunktureffekten scheint auch der Einsatz generativer KI eine Rolle zu spielen.
„Akademiker sind nicht mehr immun“, sagte Enzo Weber, Forschungsbereichsleiter am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Gleichzeitig sei die Lage grundsätzlich angespannt. „In der aktuellen Konjunkturkrise gibt es insgesamt wenig neue Jobs.“

Handwerk bleibt gefragt

Vertreter des Handwerks sehen in der Entwicklung dennoch eine Chance. Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), sagte, während KI zunehmend standardisierte Tätigkeiten im Büro- und Wissensbereich übernehme, wachse zugleich die Nachfrage nach dem, was sie nicht leisten könne: handwerkliches Können, Erfahrung und Verantwortung.
„KI treibt das Handwerk um“, sagte auch Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Viele junge Menschen prüften ihre beruflichen Optionen neu und entdeckten dabei auch die Stabilität handwerklicher Tätigkeiten. „Es gibt keinen Automatismus: KI kommt und alle gehen ins Handwerk“, so Esser. Dennoch schärfe die Entwicklung den Blick für die Sicherheit praktischer Berufe. (dts/red)
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Ex-Siemens-Chef empfiehlt Merz Minderheitsregierung

Ex-Siemens-Chef Joe Kaeser empfiehlt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Bildung einer Minderheitsregierung. Das berichtet der „Tagesspiegel“ (Samstagausgabe).
Mehr als das Scheitern der schwarz-roten Koalition fürchte er, was passiere, wenn sie bestehen bleibe, sagte Kaeser dem Blatt. Eine Bundesregierung, die sich nicht auf das einigen könne, was die Wähler von ihr erwarteten, sei Zeitverschwendung.

Warnung vor politischem Stillstand

Sollte die Koalition nicht in der Lage sein, die notwendigen Strukturreformen umzusetzen, sei „die Ultima Ratio“ eine Minderheitsregierung. Dieser Schritt würde die demokratischen Kräfte noch einmal zur Ordnung rufen, argumentierte Kaeser. Es sei die letzte Chance, bevor die AfD auf Bundesebene eine Mehrheit hole.
Den Begriff der „Brandmauer“ gegenüber der AfD hält Kaeser „terminologisch für falsch und äußerst bedenklich“. Das Wort „Brand“ wecke bei ihm Assoziationen mit der Reichskristallnacht, „Mauer“ stehe für das Leid der deutschen Teilung. Damit knapp einem Viertel der Wahlberechtigten zu suggerieren, sie gehörten nicht dazu, sei ein gefährlicher Fehler.
Das erste Jahr der schwarz-roten Koalition sei eine Enttäuschung gewesen, urteilte der ehemalige Siemens-CEO. Es erinnere ihn an seine eher mäßigen Schulzeugnisse, in denen oft gestanden habe: „Er war stets bemüht.“ Das reiche jedoch nicht. „Es sind die Ergebnisse, an denen sich Erfolg bemisst“, so Kaeser. (dts/red)
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EU und Wirtschaft üben scharfe Kritik an Trumps neuen Zollplänen

Die Europäische Union und die deutsche Wirtschaft kritisieren die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Anhebung von Zöllen auf Fahrzeuge aus der EU. Die EU-Kommission behielt sich in einer ersten Reaktion Gegenmaßnahmen vor, sollte Trump seine Ankündigung tatsächlich wahr machen.
Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im Europaparlament, nannte Trumps Ankündigung inakzeptabel. Der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA) bezeichnete Trumps Vorstoß als „erneute und schwerwiegende Belastung der transatlantischen Beziehungen“.
Trump hatte am Freitag auf der Plattform Truth Social angekündigt, er wolle Zölle auf Autos und Lastwagen, die aus der EU in die USA eingeführt werden, von kommender Woche an auf 25 Prozent erhöhen. Er begründete das mit dem Vorwurf, dass sich die EU nicht an das vereinbarte Handelsabkommen halte.

EU-Kommission behält sich Gegenmaßnahmen vor

Eine Sprecherin der für die Handelspolitik der Staatengemeinschaft zuständigen EU-Kommission teilte mit, man bekenne sich weiter „zu einer berechenbaren, für beide Seiten vorteilhaften transatlantischen Beziehung“. Sollten die USA Maßnahmen ergreifen, die im Widerspruch zum gemeinsamen Handelsabkommen stünden, behalte man sich jedoch „alle Optionen vor, um die Interessen der EU zu schützen“. Die Sprecherin versicherte, die EU setze die eingegangenen Verpflichtungen im Einklang mit der üblichen Gesetzgebungspraxis um und halte die US-Regierung dabei stets umfassend auf dem Laufenden.
Lange sagte, das Europäische Parlament halte weiterhin an der Vereinbarung fest und arbeite an der Umsetzung des Abkommens. „Während die EU ihre Verpflichtungen erfüllt, bricht die US-Seite ihre Zusagen immer wieder“, schrieb er auf der Plattform X weiter.
VDA-Präsidentin Hildegard Müller betonte: „Das Handelsabkommen, das zwischen der EU und den USA vereinbart wurde, muss von beiden Seiten eingehalten werden.“ Dabei müsse Brüssel „endlich“ die Abmachungen umsetzen. Die zusätzlichen Abgaben würden die deutsche und europäische Automobilindustrie in einer ohnehin angespannten Lage hart treffen. Zugleich könnten die Maßnahmen auch Auswirkungen auf Verbraucher in den USA haben, hieß es weiter.
Müller forderte beide Seiten auf, das zwischen der EU und den USA geschlossene Handelsabkommen einzuhalten und mahnte insbesondere Fortschritte auf europäischer Seite an. Die Automobilindustrie rufe sowohl Washington als auch Brüssel zu einer Deeskalation und zu raschen Gesprächen auf.
EU-Kommission in Brüssel. (Symbolbild) Foto: Alicia Windzio/dpa

EU-Kommission in Brüssel. (Symbolbild)

Foto: Alicia Windzio/dpa

Experte: Social-Media-Beiträge sind kein Gesetz

Simon Evenett, Handelsexperte an der privaten Wirtschaftshochschule IMD Business School, sagte dem britischen Sender BBC: „Diejenigen, die glauben, dass diese (US-)Regierung sich an kein Abkommen hält, werden sich bestätigt sehen.“ Allerdings müsse man beachten, dass Social-Media-Beiträge kein Gesetz seien, weshalb Brüssel den genauen Wortlaut sehen wolle, bevor es zurückschlage.
Im Sommer vergangenen Jahres hatten sich Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem Rahmenabkommen auf eine Obergrenze von 15 Prozent auf die meisten EU-Warenimporte in die USA geeinigt. Auch für europäische Autos und Autoteile soll der Satz gelten. Im Gegenzug verpflichtet sich die EU, Zölle auf US-Industriegüter zu streichen und den Marktzugang für US-Agrarprodukte wie Schweinefleisch und Milchprodukte zu erleichtern.

Angespanntes Verhältnis

Weitere Zolldrohungen Trumps im Grönland-Konflikt und Unsicherheit nach einer Gerichtsentscheidung, die viele US-Zölle für rechtswidrig erklärt hatte, hatten die Umsetzung des Zolldeals allerdings gebremst. Das Europäische Parlament gab im März bekannt, die weitere Umsetzung des Abkommens mit den USA an strenge Bedingungen knüpfen zu wollen. Die Abgeordneten sprachen sich mehrheitlich dafür aus. Für den Vollzug müssen auch die Mitgliedstaaten noch den entsprechenden Verordnungen zustimmen.
Autos und Lastwagen von EU-Herstellern, die in den Vereinigten Staaten produziert werden, sind laut Trump von den Abgaben ausgenommen. Der US-Präsident will dadurch Autobauer auf der ganzen Welt dazu bewegen, trotz höherer Herstellungskosten mehr in den USA zu produzieren.
Das Verhältnis zwischen den USA und europäischen Ländern war zuletzt angespannt. In den vergangenen Tagen war Trump etwa Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mehrfach verbal angegangen, weil dieser sich kritisch über die US-Offensive gegen den Iran geäußert hatte. Der US-Präsident kritisiert seit geraumer Zeit die aus seiner Sicht mangelnde Unterstützung der Europäer bei seinem Krieg gegen den Iran. (dpa/red)
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E20-Benzin: Hoffnungsträger oder Scheinlösung?


In Kürze:

  • E20 soll die Kraftstoffemissionen weiter senken.
  • Bioethanol unterliegt nicht der CO₂-Bepreisung.
  • Deutschland ist beim Bioethanol in hohem Maße auf Importe angewiesen.
  • Der VCD hält die Elektromobilität für die saubere Energieform.

 
Die EU-Kommission prüft offenbar die Einführung eines günstigeren E20-Kraftstoffs. Das berichtet die „BILD“ unter Berufung auf ein ihr vorliegendes Schreiben von drei deutschen CDU-Europaabgeordneten. Demnach setzen sich Peter Liese, Jens Gieseke und Norbert Lins bereits seit einiger Zeit für die Einführung von E20 ein.

Politisch neu, technisch schon länger im Fokus

Die von Ursula von der Leyen geführte EU-Kommission prüft demnach die Einführung eines Kraftstoffs mit einem Bioethanolanteil von bis zu 20 Prozent. Für eine europaweite Einführung müsste die EU-Kraftstoffqualitätsrichtlinie (Fuel Quality Directive) angepasst werden, da sie bislang nur einen Ethanolanteil von bis zu 10 Prozent erlaubt.
Politisch ist das Thema noch relativ neu, technisch jedoch seit Längerem vorbereitet. Mehrere Autohersteller testen bereits seit Jahren höhere Ethanolanteile, da entsprechende Kraftstoffe in anderen Weltregionen verbreitet sind. Neuere Modelle verschiedener Marken – darunter VW, BMW und Mercedes – gelten als E20-tauglich. Auch in Deutschland laufen Pilotprojekte unter realen Bedingungen.
E20 ist ein Ottokraftstoff mit einem Bioethanolanteil von 20 Prozent, der aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt wird, wie der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) erklärt. Das Ziel besteht darin, Emissionen zu senken, erneuerbare Energien stärker einzubinden und gleichzeitig die Kompatibilität mit bestehenden Motoren und Infrastrukturen zu gewährleisten.
Für Verbraucher könnte E20 eine attraktive Alternative zu rein fossilen Kraftstoffen sein, da nur der fossile Anteil der CO₂-Bepreisung unterliegt, nicht jedoch der Bioethanolanteil. Mit dem neuen EU-Emissionshandelssystem ETS II, das ab 2027 fossile Kraftstoffe deutlich verteuern dürfte, könnte sich daraus ein Preisvorteil ergeben. Wann E20 tatsächlich eingeführt wird, ist offen. Laut dem Fachmagazin „Auto Motor und Sport“ gilt ein Zeitraum ab 2027 oder 2028 als möglich – abhängig davon, wie schnell die politischen und regulatorischen Voraussetzungen geschaffen werden.

VDA: E20 eröffnet eine klare Perspektive

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) ist der Ansicht, dass Deutschland die Chancen nutzen sollte, Biokraftstoffe der zweiten Generation sowie synthetische E-Fuels einzusetzen. Biokraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sowie aus Abfall- und Reststoffen, deren Herstellung auf erneuerbarer Energie basiert, könnten Verbrennungsmotoren nahezu klimaneutral oder mit deutlich geringeren Treibhausgasemissionen betreiben.
Der ADAC hält es daher grundsätzlich für möglich, den Beimischungsanteil perspektivisch auf 20 Energieprozent zu erhöhen. Als Maßnahme wird unter anderem eine Anhebung des Ethanolanteils in Ottokraftstoffen auf E10+ oder E20 (bis zu 20 Prozent Bioethanol) genannt, wie aus einer Antwort des Clubs an die Epoch Times hervorgeht.
Voraussetzung dafür sei jedoch, dass Fahrzeuge für den Einsatz solcher Kraftstoffe eindeutig freigegeben sind. Aus Gründen der Produkthaftung und Verkehrssicherheit seien laut ADAC konkrete Herstellerfreigaben für Bestands- und Neufahrzeuge notwendig. Zudem müsse eine einheitliche Kraftstoffqualität durch Normung sichergestellt werden. Da die aktuelle Norm DIN EN 228 einen maximalen Ethanolanteil von 10 Volumenprozent vorsieht, ist der Verkauf von E20 an Endverbraucher derzeit nicht zulässig.
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) spricht sich ebenfalls für eine zügige Einführung von E20 aus, da dieser zur schnelleren Dekarbonisierung des Straßenverkehrs beitragen könne. Nun seien die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen entscheidend.
E20 könne zugleich eine Weiterentwicklung hin zu vollständig erneuerbaren Kraftstoffen darstellen, etwa für Fahrzeuge, die ausschließlich mit solchen Kraftstoffen betrieben werden.
Auf europäischer Ebene müsste E20 zunächst normiert werden. Dafür wäre eine Anpassung der Kraftstoffqualitätsrichtlinie erforderlich. Erst mit dieser Grundlage könnte E20 einheitlich spezifiziert, zugelassen und europaweit eingeführt werden. Ein koordiniertes Vorgehen gilt dabei als entscheidend, um Planungssicherheit für Industrie und Verbraucher zu gewährleisten.

Verband sieht eine positive Umweltbilanz

Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) begrüßt die Entscheidung der EU-Kommission, die Einführung von E20 zu prüfen. Klimapolitik im Verkehrssektor sei dann erfolgreich, wenn sie auf Technologieoffenheit, Versorgungssicherheit, Praxistauglichkeit und Bezahlbarkeit basiere. Dafür sei eine verlässliche Strategie erforderlich.
Nachhaltig erzeugte Biokraftstoffe wie E20 seien laut einer Sprecherin gegenüber Epoch Times ein zentraler Bestandteil einer solchen Transformationsstrategie. Sie könnten sofort eingesetzt werden, die bestehende Infrastruktur nutzen und die CO₂-Emissionen insbesondere der Bestandsflotte wirksam senken. Eine mögliche Einführung von E20 in Europa würde diese Transformation weiter beschleunigen, dessen ist man sich beim BDBe sicher.
Auch die Umweltbilanz falle positiv aus, heißt es beim Verband. Ein Projekt an der Hochschule Coburg habe gezeigt, dass höhere Beimischungsanteile von Bioethanol zu Benzin die Kohlenwasserstoffemissionen von Ottokraftstoffen reduzieren. Zudem halbierten sich die Partikelemissionen beim Verbrennungsvorgang nahezu, was die Luftqualität verbessere. Auch der Kohlenmonoxidausstoß sinke. Lediglich die Stickoxidemissionen steigen leicht an, lägen jedoch mit unter 20 mg/km deutlich unter dem Grenzwert von 60 mg/km.
E20 biete zudem weitere Vorteile. Die Nutzung heimischer Rohstoffe stärke die Resilienz der Energieversorgung und reduziere Abhängigkeiten von fossilen Energieimporten. Auch der geringere Preis werde als Vorteil gesehen.
Gleichzeitig zeigt die Marktbilanz des BDBe für das Jahr 2024, dass Deutschland beim Bioethanol auf Importe angewiesen ist: Der inländischen Produktion von 744.000 Tonnen stand ein Verbrauch von rund 1,3 Millionen Tonnen gegenüber.
Auch der Auto Club Europa (ACE) steht einer Einführung von E20 „grundsätzlich offen“ gegenüber. Aus technischer Sicht spreche nichts dagegen, sofern die Fahrzeuge vom Hersteller freigegeben seien. Entscheidend sei jedoch die Akzeptanz, so eine Sprecherin des ACE gegenüber Epoch Times. Bereits bei E10 habe sich gezeigt, dass Unsicherheit und fehlende Informationen viele Autofahrer vom Umstieg abgehalten hätten, weshalb sich E10 in Deutschland nur begrenzt durchgesetzt habe.

VCD: Biokraftstoffe sind „Augenwischerei“

Die technische Anpassung bei Fahrzeugen sei laut Auto Club Europa (ACE) „überschaubar und technologisch gut beherrschbar“. Eine Sprecherin erklärt weiter: „Für die Automobilindustrie bedeutet die Einführung von E20 daher eher eine Weiterentwicklung bestehender Technologien als einen grundlegenden Umbruch.“
Aus Sicht des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) ist die geplante Ausweitung von Biokraftstoffen hingegen „Augenwischerei“. Sie seien nur dann klimafreundlich, „wenn die gesamte Umweltbilanz stimmt“, so ein Sprecher des Umwelt- und Verkehrsverbands. Dies gelte für Anbau, Verarbeitung, Transport bis hin zur Verbrennung. In der Praxis sei dies jedoch selten der Fall. Teilweise verursachten Biokraftstoffe sogar höhere Emissionen als die fossilen Kraftstoffe, die sie ersetzen sollen. Zudem stehe der Anbau der Rohstoffe häufig in Konkurrenz zu Nahrungs- und Futtermitteln. Auch indirekte Landnutzungsänderungen führten zum Verlust von Wald- und Moorflächen. „Selbst die Nutzung besonders nachhaltiger Rest- und Abfallstoffe für die Kraftstoffproduktion stößt schnell an Grenzen“, so der Sprecher weiter. Die Potenziale seien begrenzt und alternative Verwertungswege bereits etabliert.
Derzeit machen Biokraftstoffe wie Biodiesel und Bioethanol nur rund 4 Prozent der getankten Kraftstoffmenge aus. Ihr Einfluss auf die Gesamtbilanz des Straßenverkehrs sei entsprechend gering. Zudem stammt mehr als die Hälfte der in Deutschland genutzten Biokraftstoffe aus Importen außerhalb der EU. „Betrugsfälle bei der Kennzeichnung besonders nachhaltiger Biokraftstoffe werfen zusätzliche Fragen auf“, betont der Sprecher.
Die Elektromobilität sei hingegen deutlich effizienter und klimaschonender, selbst unter Berücksichtigung von Batterieproduktion und Strommix. Zudem verursache sie keine direkten Schadstoffemissionen – „ein Vorteil, den Verbrennungsmotoren, egal ob mit oder ohne Biokraftstoffe, nicht bieten können“, so der VCD-Sprecher.
Auch in Bezug auf die Spritpreise seien Biokraftstoffe keine Lösung. Aufgrund der Konkurrenz zum Flugverkehr, der durch EU-Vorgaben ebenfalls auf nachhaltige Kraftstoffe angewiesen ist, sei vielmehr mit steigenden Preisen zu rechnen. Das Laden von Elektrofahrzeugen sei deutlich günstiger.
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Trump kündigt 25 Prozent Zölle auf Autos und Lastwagen an

US-Präsident Donald Trump will Zölle auf Autos und Lastwagen, die aus der Europäischen Union in die USA eingeführt werden, ab nächster Woche auf 25 Prozent erhöhen.
In seinem Post auf der Plattform Truth Social begründete er das mit dem Vorwurf, dass sich die EU nicht an das vereinbarte Handelsabkommen halte.
Im Sommer vergangenen Jahres hatten sich Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem Rahmenabkommen auf eine Obergrenze von 15 Prozent auf die meisten EU-Warenimporte in die USA geeinigt. Auch für europäische Autos und Autoteile soll der Satz gelten.
Im Gegenzug verpflichtet sich die EU, Zölle auf US-Industriegüter zu streichen und den Marktzugang für US-Agrarprodukte wie Schweinefleisch und Milchprodukte zu erleichtern.
Weitere Zolldrohungen Trumps im Grönland-Konflikt und Unsicherheit nach einer Gerichtsentscheidung, die viele US-Zölle für rechtswidrig erklärt hatte, hatten die Umsetzung des Zolldeals allerdings gebremst.
Das Europäische Parlament gab im März bekannt, die weitere Umsetzung des Abkommens mit den USA an strenge Bedingungen knüpfen zu wollen. Die Abgeordneten sprachen sich mehrheitlich dafür aus.
Für den Vollzug müssen auch die Mitgliedstaaten noch den entsprechenden Verordnungen zustimmen.

Trump: Ausnahme für in den USA produzierte Fabrikate

Autos und Lastwagen von EU-Herstellern, die in den Vereinigten Staaten produziert werden, sind laut Trump von den Abgaben ausgenommen.
Der US-Präsident will dadurch Autobauer auf der ganzen Welt dazu bewegen, trotz höherer Herstellungskosten mehr in den USA zu produzieren. Derzeit befänden sich „zahlreiche“ Produktionsstätten im Bau, das Investitionsvolumen liege bei mehr als 100 Milliarden US-Dollar (knapp 85,5 Mrd. Euro), schreibt er in seinem Post.
Das Verhältnis zwischen den USA und europäischen Ländern war zuletzt angespannt. In den vergangenen Tagen war Trump etwa Bundeskanzler Friedrich Merz mehrfach verbal angegangen, weil dieser sich kritisch über die US-Offensive gegen den Iran geäußert hatte.
Kurz danach drohte Trump mit einem Abzug von US-Soldaten aus Deutschland. Wenig später stellte er entsprechende Überlegungen auch für Italien und Spanien in Aussicht. Der US-Präsident kritisiert seit geraumer Zeit die aus seiner Sicht mangelnde Unterstützung der Europäer bei seinem Krieg gegen den Iran. (dpa/red)
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Deutsche Wirtschaftsleistung im ersten Quartal überraschend deutlich gestiegen

Erfreuliche Überraschung: Deutschlands Wirtschaftsleistung ist zu Beginn des Jahres deutlicher gestiegen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im ersten Quartal um 0,3 Prozent verglichen mit dem Vorquartal zu, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Die privaten und staatlichen Konsumausgaben nahmen zu, auch die Exporte stiegen. Die weiteren Aussichten sind mit Blick auf den Irankrieg und die Folgen aber schlecht.
Mit der Zunahme im ersten Quartal stieg die Wirtschaftsleistung zum zweiten Mal in Folge an, wie das Statistikamt erklärte. Die Behörde korrigierte aber die Zahlen für das letzte Quartal des vergangenen Jahres leicht nach unten: Demnach wuchs die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal um 0,2 Prozent verglichen mit dem Vorquartal, bislang waren die Statistiker von 0,3 Prozent ausgegangen. Damit ergab sich auch für das Gesamtjahr ein Wachstum von 0,3 Prozent statt bisher 0,4 Prozent.
Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum legte das BIP im ersten Quartal dieses Jahres preisbereinigt um 0,5 Prozent zu, preis- und kalenderbereinigt betrug das Plus 0,3 Prozent. Die Angaben sind vorläufig – ausführliche Ergebnisse will das Statistikamt am 22. Mai bekanntgeben.
ING-Analyst Carsten Brzeski erklärte zwar, Deutschlands Wirtschaft sei besser als ihr Ruf. Er fürchtet aber eine Abwärtskorrektur, denn die Schnellschätzung des Statistikamtes enthalte keine konkreten Daten für den Monat März. Der Irankrieg hatte Ende Februar begonnen, die Preise für Öl und Gas stiegen unmittelbar danach stark an.
Mit dem Wachstum um 0,3 Prozent im ersten Quartal zog Deutschland als größte Volkswirtschaft der Eurozone die Wirtschaftsleistung in der Währungsunion an. Insgesamt stieg das BIP in der Eurozone nur um 0,1 Prozent und entging damit knapp einer Stagnation. In der gesamten EU wuchs das BIP ebenfalls um 0,1 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat in Luxemburg mitteilte.

„Überraschend guter Jahresauftakt“

KfW-Konjunkturexperte Sebastian Wanke sprach von einem „überraschend guten Jahresauftakt“ für die deutsche Wirtschaft. Das gelte umso mehr, als dass bereits das erste Quartal von der Grönland-Krise – als US-Präsident Donald Trump mit neuen Zöllen drohte – und dem Iran-Krieg geprägt gewesen sei. „Die Daten zeigen, dass es für die deutsche Konjunktur ein starkes Jahr hätte werden können.“
Der Ökonom Christian Breuer vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung sieht in dem Wachstum ein Zeichen, dass sich die Wirtschaft nach einer Reihe negativer Schocks habe stabilisieren können. Die Aussichten für das zweite Quartal seien indes „deutlich gesunken“, fuhr er mit Blick auf die Iran-Krise fort.
Die wirtschaftspolitische Analyse müsse nun „an den Wurzeln ansetzen“, forderte Breuer. Es gelte, „die Folgen der Energiepreisinflation sozialadäquat zu kompensieren und verstärkt die staatlichen Investitionen in Infrastruktur und Klimaneutralität auf den Weg zu bringen“. Dann gebe es eine Chance, dass das Land wirtschaftlich mit einem „blauen Auge“ davonkomme.
(afp/red)