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Sonne, Stil und Etikette: Sommeraccessoires im viktorianischen Zeitalter

Für die Viktorianer war die Sommergarderobe geradezu eine Kunstform und nichts davon wurde sorgfältiger ausgewählt und eingesetzt als die Accessoires. Allein die Art und Weise, wie eine Dame ihren Sonnenschirm hielt, konnte Flirtbereitschaft oder Desinteresse ausdrücken. Der Strohhut und der Spazierstock mit Griff aus Elfenbein eines Mannes erfüllten eine ganz ähnliche Funktion. Es waren nicht bloß Accessoires, sondern Elemente einer ganz eigenen Sprache.
Dieses gesellschaftliche Vokabular fand seine wichtigste Bühne bei den Spaziergängen am Nachmittag. Auf den ersten Blick handelte es sich um einen ritualisierten Spaziergang durch städtische Parkanlagen oder entlang von Strandpromenaden. Tatsächlich war es jedoch die wichtigste Gelegenheit, zu sehen und gesehen zu werden. Wohlstand, modisches Gespür und gesellschaftlicher Rang wurden dort offen präsentiert, während sich in sorgfältig inszenierten Begegnungen die streng geregelten sozialen Beziehungen des viktorianischen Lebens entfalteten. In diesem Rahmen hatte jedes Accessoire seine eigene Bedeutung. Jedes Detail zählte.
Was die viktorianische Sommermode so faszinierend macht, ist, welche Erwartungen an gewöhnliche Gegenstände gestellt wurden. Während der sechs Jahrzehnte Regierungszeit von Königin Victoria (1837–1901) wurde die stille Sprache der Accessoires immer aufwendiger. Zeitschriften und Etiketteratgeber pflegten dabei sorgfältig die Regeln und schrieben einem statusbewussten Publikum nicht nur vor, was es zu tragen hatte, sondern auch genau, auf welche Art und Weise es zu tragen war. Publikationen wie „Godey’s Lady’s Book“, „Harper’s Bazaar“ und „The Englishwoman’s Domestic Magazine“ boten Frauen Modesteckbilder und detaillierte Anleitungen für angemessenes Verhalten.

Abbildung von Damenmode aus der Ausgabe des „Godey’s Lady’s Book“ vom Juni 1865. V. l. n. r.: Das Morgenkleid, das Nachmittagskleid, das Ausflugskleid, das Morgenkostüm und ein Kleid aus weißem Organdy-Musselin.

Foto: Kean Collection/Getty Images

Es gab auch eigene Literatur für Männer. Bücher wie „The Gentlemen’s Book of Etiquette and Manual of Politeness“ waren streng strukturierte Ratgeber, die jeden Aspekt des öffentlichen Lebens im 19. Jahrhundert regelten – vom Verhalten auf der Straße bis zur Partnersuche. Dabei wurde besonderer Wert auf Klasse, moralischen Charakter und Ritterlichkeit gelegt. Sowohl für Männer als auch für Frauen waren Accessoires in diesen Publikationen mehr als nur Schmuck. Der richtige Handschuh, Hut oder Sonnenschirm galt als Ausdruck von Geschmack, Tugend und sozialem Ehrgeiz zugleich.

Der Sonnenschirm: Nicht nur ein Schattenspender

Wenige Accessoires haben jemals so viel über ihre Besitzerin ausgesagt wie der Sonnenschirm im viktorianischen Stil. Der praktische Grund, einen Sonnenschirm mitzuführen, war offensichtlich: Blasse Haut galt als Kennzeichen der wohlhabenden Klasse und als Beweis dafür, dass eine Frau nicht im Freien arbeiten musste. Sonneneinstrahlung gefährdete diese Eigenschaft. Ein guter Sonnenschirm schützte davor. Doch die Rolle des Sonnenschirms entwickelte sich schnell weit über den Sonnenschutz hinaus.
In Etiketteratgebern fanden unverheiratete Frauen detaillierte Anleitungen, wie sie den Sonnenschirm für verschlüsselte Annäherungsversuche einsetzen konnten. Je nachdem, wie er getragen, geneigt, geöffnet oder geschlossen wurde, konnte er Interesse, Gleichgültigkeit oder eine Einladung signalisieren, und das alles ohne ein einziges eindeutiges Wort.

Dieser Sonnenschirm aus den USA aus dem Jahr 1870 war darauf ausgelegt, alle Blicke auf sich zu ziehen. Er bestand aus Seide, Glas, Holz, Metall, Elfenbein und Leinen und war ein wahres Prunkstück, das bei jeder Handbewegung das Licht einfing. Kostümsammlung des Brooklyn Museum im Metropolitan Museum of Art, New York City.

Foto: gemeinfrei

Mitte des 19. Jahrhunderts sorgte Königin Victoria selbst dafür, dass der Sonnenschirm für Reisen populär wurde. Dank seines klappbaren Griffs konnte man ihn zusammenklappen und somit bequem in der Kutsche oder im Zug mitnehmen. So wurde er zu einem unverzichtbaren Begleiter für die wachsende Zahl von Frauen, die an die Küste reisten. Als in den 1840er-Jahren der Urlaub am Meer in Mode kam, entstand ein völlig neuer Absatzmarkt und die Sonnenschirmhersteller gehörten zu den Ersten, die davon profitierten.
In den 1860er-Jahren hatten sich Sonnenschirme zu äußerst raffinierten Gegenständen entwickelt. Ihre Griffe wurden aus geschnitztem Holz, Elfenbein oder Knochen gefertigt, während ihre Schirmdächer aus feiner Seide, Taft oder Baumwolle hergestellt waren. Zu den beliebtesten Modellen gehörte der Marquise-Sonnenschirm, dessen neigbares Schirmdach es Frauen ermöglichte, ihr Gesicht aus jedem Winkel zu beschatten, ohne die Körperhaltung ändern zu müssen.
In den 1890er-Jahren waren die Designs deutlich aufwendiger geworden. Die Griffe wurden länger und zu figurativen Formen geschnitzt. Zu den beliebtesten Motiven gehörten Hunde, Schwäne und botanische Motive. Die Schirme waren mit Chantilly-Spitze, mehreren Lagen Stoffrüschen oder aufwendigen Handmalereien verziert. Einige Modelle waren sogar mit austauschbaren Schirmen ausgestattet, sodass Frauen ihre Sonnenschirme an jedes neue Outfit anpassen konnten. Was als praktischer Sonnenschutz begann, wurde bis zum Ende des Jahrhunderts zu einem unverkennbaren Modestatement.

Der Fächer und das Taschentuch: Ein Gespräch in Gesten

Fächer und Taschentücher funktionierten nach ähnlichen Prinzipien und boten jeweils eine diskrete Sprache der Gesten in Situationen, in denen direkte Kommunikation tabu war. Für Frauen galt das langsame Öffnen eines Fächers, das schnelle Zuschlagen oder das Verbergen des Gesichts dahinter als wortlose Unterhaltung mit einem potenziellen Verehrer. Es war ein äußerst nützliches Kommunikationsmittel, das Frauen innerhalb der strengen Verhaltensregeln der Partnersuche eine gewisse Ausdruckskraft ermöglichte, ohne aufdringlich oder unangemessen zu wirken.
Für Männer hatte das Taschentuch eine andere, aber ebenso wichtige Bedeutung. Das Taschentuch eines Gentleman musste makellos sein, denn sein Zustand galt als Spiegelbild seiner persönlichen Ansprüche und seiner Stellung in der Gesellschaft. Etiketteratgeber betonten diesen Punkt nachdrücklich: Ein verschmutztes oder zerknittertes Taschentuch war ein Makel des Charakters eines Mannes. Ein knackig gefaltetes, sauberes Taschentuch in der Brusttasche hingegen signalisierte jene sorgfältige äußere Erscheinung, die in der angesehenen Gesellschaft vorausgesetzt wurde.
Über den rein äußerlichen Eindruck hinaus diente das Taschentuch auch als Geste galanter Höflichkeit. Einer in Not geratenen Dame ein Taschentuch anzubieten, war eine sehr intime Geste, die ein Gentleman machen konnte, ohne die Grenzen des Anstands zu überschreiten. Der in einem solchen Moment überreichte Gegenstand gewann oft eine sentimentale Bedeutung, die weit über seinen praktischen Nutzen hinausging.

Dieses Taschentuch aus dem späten 19. Jahrhundert wurde aus Leinen in den USA hergestellt. Ein makelloses Taschentuch galt als Zeichen guten Charakters. Ein mit einem Monogramm versehenes Taschentuch, das im richtigen Moment galant gereicht wurde, konnte sogar noch an Bedeutung gewinnen. Kostümsammlung des Brooklyn Museum im Metropolitan Museum of Art, New York City.

Foto: gemeinfrei

In zahlreichen Publikationen wurde diese Sprache begeistert aufgegriffen und die geheimen Botschaften, die beispielsweise durch Handschuhe, Sonnenschirme, Taschentücher oder die Platzierung von Briefmarken übermittelt wurden, aufgeführt. So stellte etwa ein Ratgeber mit dem Titel „The Mystery of Love, Courtship and Marriage Explained“ (1890) fest, dass das Flirten mithilfe von Taschentüchern rasch in Mode kam. Darin wurde festgelegt, dass eine solche Kommunikation in der Oper, auf Bällen und im Theater, jedoch nicht in der Kirche, angemessen sei.

Hüte: Stroh, Status und Sommerferien

Diese um 1838 hergestellte Haube wurde in den USA aus Baumwolle gefertigt. Breitkrempige Strohhüte waren für Frauen in der viktorianischen Zeit, die blasse Haut als Zeichen der Zugehörigkeit zur wohlhabenden Oberschicht schätzten, unverzichtbar. Dieses Exemplar aus Stroh und Baumwolle bot zuverlässigen Schutz vor der Sonne, ohne dass die Trägerin auf Eleganz verzichten musste. Metropolitan Museum of Art, New York City.

Foto: gemeinfrei

Sommerliche Kopfbedeckungen sollten modisch und zugleich funktional sein. Zwar waren kleine, dekorative Hüte während eines Großteils der viktorianischen Ära äußerst stilvoll, sie boten jedoch kaum praktischen Schutz vor der Sonne. Breitkrempige Stroh- und Schilfhüte waren für Frauen die sinnvollere Wahl bei warmem Wetter. Sie waren in der Regel so schlicht verziert, dass man sie am Strand oder bei Sportarten im Freien wie Tennis und Golf tragen konnte. Eine weitere Sommeralternative für diejenigen, die Wert auf ihren blassen Teint legten, war der Leghorn-Hut mit seiner breiten Krempe, der mit einer gewissen rustikalen Eleganz assoziiert wurde.
Eine ähnliche Geschichte erzählen die Sommerhüte für Herren. Der knackige Boater-Hut aus Stroh mit flacher Krone wurde zu einem der prägenden Accessoires des sommerlichen Herrenstils. Ob am Strand oder bei Nachmittagsspaziergängen getragen, er erfüllte eine ganz bestimmte gesellschaftliche Funktion: Er signalisierte, dass der Träger Freizeit hatte, die er genießen konnte.

Dieser Boater aus der Zeit um 1890 wurde in Amerika aus Stroh und Seide gefertigt. Der Stroh-Boater war der Inbegriff des viktorianischen Sommerhutes. Seine knackige, flache Krone stand für Muße und Leichtigkeit. Kostümsammlung des Brooklyn Museum im Metropolitan Museum of Art, New York City.

Foto: gemeinfrei

Panamahüte erfüllten eine ähnliche Funktion. Beide galten bei warmem Wetter als geeignete Alternativen zu den schwereren Filzhüten, die den Rest des Jahres vorwiegend getragen wurden.

Der makellose Handschuh: Das Aussehen als Beweismittel

In dieser Epoche waren Handschuhe für beide Geschlechter ein Muss, auch wenn sich die Stile erheblich unterschieden. Bei den Frauen waren bis in die 1880er-Jahre hinein kurze Handschuhe, die knapp über das Handgelenk reichten, die Norm. Dann kamen lange Abendhandschuhe, die bis zum Ellbogen reichten, in Mode. Diese saßen so eng, dass sie fast wie eine zweite Haut wirkten. Typisch waren helle Farben, obwohl schwarze Handschuhe in diesem Jahrzehnt einen speziellen Prestigewert erlangten.

Ein Stich aus der Modezeitschrift „Le Follet Courrier des Salons“ von 1851, der die damaligen Trends bei Kopfbedeckungen, Spitzen, Handschuhen und Kleidern illustriert.

Foto: gemeinfrei

Männerhandschuhe folgten ihrer eigenen Logik. Schwereres Leder wurde zum Autofahren verwendet, während feines Ziegenleder in den Farben Grau, Braun oder Schwarz für den Alltag und in Weiß für abendliche Anlässe genutzt wurde. Bei formellen Bällen hatten die Herren manchmal zusätzliche Handschuhe dabei, um sicherzustellen, dass ihre Handschuhe den ganzen Abend über makellos blieben.
Der hohe Anspruch an saubere, gebügelte und makellose Handschuhe spiegelt einen weiteren Aspekt der viktorianischen Einstellung zum öffentlichen Auftreten wider. Sichtbare Abnutzungserscheinungen oder Mängel an einem Accessoire galten als gesellschaftlicher Makel. Makellose Handschuhe waren gewissermaßen ein Zeugnis für den Charakter ihres Trägers.

Der Stock und die Kunst, gesehen zu werden

Unter allen Accessoires, die ein viktorianischer Mann auf der Promenade bei sich trug, war keines wichtiger als der Spazierstock. Die Auswahl reichte von leichten Stöcken mit silbernen Knäufen bis hin zu schwereren Modellen mit gebogenen Griffen, die in den 1880er-Jahren in Mode kamen. Auch das Material und die Verarbeitung eines Spazierstocks konnten die soziale Zugehörigkeit widerspiegeln – Eiche gegenüber Ebenholz und eine geschnitzte Holzspitze gegenüber einer ziselierten Goldverzierung. Ein Spazierstock verriet den Betrachtern auf einen Blick fast alles, was sie über den sozialen Stand eines Mannes wissen mussten.

Spazierstock aus den USA, 1885, aus Holz, Metall und Glas. Kostümsammlung des Brooklyn Museum im Metropolitan Museum of Art, New York City.

Foto: gemeinfrei

Manche Spazierstöcke waren sogar noch ausgefeilter. Ein erhaltenes Exemplar aus den USA von 1885, das sich heute in der Sammlung eines Museums befindet, verbirgt in seinem Schaft ein knapp 40 Zentimeter langes Schnapsfläschchen und ein Glas mit Fuß. Somit diente dieser Spazierstock gleichzeitig als tragbare Bar. Andere ausgefallene Spazierstöcke dieser Zeit verbargen Messer oder Schwerter. Mit anderen Worten: Der Spazierstock war nicht immer das, was er zu sein schien – und genau das war möglicherweise Teil seines Reizes.

Für den viktorianischen Gentleman war ein Spazierstock ebenso sehr eine Frage des Aussehens wie der Nützlichkeit. Dieses Modell aus den USA aus dem Jahr 1885 ging in puncto Funktionalität noch einen Schritt weiter: In seinem Schaft waren ein Schnapsfläschchen und ein Glas mit Fuß versteckt. Kostümsammlung des Brooklyn Museum im Metropolitan Museum of Art, New York City.

Foto: gemeinfrei

Ein Grund für die enorme Verbreitung viktorianischer Sommeraccessoires war der wirtschaftliche Wandel in der Fertigungsindustrie. Durch die industrielle Produktion wurden hochwertige Waren nicht mehr nur der Oberschicht, sondern auch der Mittelschicht zugänglich. Die rasant wachsende Branche versorgte die Verbraucher mit Hüten, Handschuhen und Sonnenschirmen, die in Kaufhäusern und über Versandkataloge erhältlich waren.
Das Ergebnis war eine Gesellschaft, in der die „Sprache der Accessoires“ weitverbreitet war – vom Adel bis hin zu Angestellten und Ladenbesitzern. Nun konnten Viktorianer aller sozialen Schichten an der visuellen Ausdrucksweise des öffentlichen Lebens teilhaben. Ein in der Hauptstraße gekaufter Strohhut konnte zumindest für einen Nachmittag dieselbe Ungezwungenheit und Muße ausstrahlen wie der eines wohlhabenden Gentleman.
Doch Accessoires dienten nicht nur dazu, den gesellschaftlichen Rang zu signalisieren. Gerade die zunehmende Verbreitung modischer Gegenstände schärfte den viktorianischen Blick für Qualität und die Kunst der Präsentation. Als diese Dinge für breitere Gesellschaftsschichten zugänglich wurden, lag die wahre Unterscheidungskraft nämlich nicht mehr im Besitz selbst, sondern darin, wie man sie trug.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Sun, Style, and Propriety: Summer Accessories of the Victorian Era“. (redaktionelle Bearbeitung: ee)
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wirtschaft

2000 Arbeitsplätze gefährdet: Keine Einigung auf Sozialplan bei Zalando in Erfurt

Die Verhandlungen über einen Sozialplan bei dem vor der Schließung stehenden Zalando-Logistikzentrum in Erfurt sind dem Management zufolge gescheitert. Der Betriebsrat habe die Gespräche am Samstag abgebrochen, da er keine weitere Verhandlungsgrundlage sehe, teilte das Unternehmen mit. Damit gehe das Verfahren nun – wie vorab vereinbart – in die Einigungsstelle unter einem neutralen Vorsitz. Von der Arbeitnehmervertretung war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.
Der Sozialplan regelt den finanziellen Ausgleich für die Beschäftigten wie Abfindungen oder Prämien. Beim Interessenausgleich, der die organisatorischen Aspekte der geplanten Schließung wie Schichtplanungen regelt, wurden laut einem Unternehmenssprecher bereits gute Ergebnisse erzielt. Bei Zalando in Erfurt geht es aktuell um rund 2.000 Arbeitsplätze.

Zalando hält an Schließungsdatum fest

Nach wochenlanger Funstille hatten Management und Betriebsrat Ende Mai die Gespräche über Interessenausgleich und Sozialplan aufgenommen. Dem war ein Vergleich vorausgegangen, der vorsah, dass zunächst außerhalb einer Einigungsstelle verhandelt wird. Da bis zum 20. Juni keine Einigung erzielt wurde, wird nun am kommenden Dienstag die Einigungsstelle unter Vorsitz eines ehemaligen Arbeitsrichters eingesetzt. Als Termin für die vorerst letzte Sitzung ist den Angaben nach der 9. Juli geplant.
Der Dax-Konzern will das Logistikzentrum, mit dem er als Online-Modehändler groß geworden ist, im Herbst schließen. „Unser Ziel bleibt es, das Verfahren zeitnah abzuschließen und das geplante Schließungsdatum zum 30.09.2026 umzusetzen“, bekräftigte der Unternehmenssprecher. (dpa/red)
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kultur

Mode und Kino: Eine lange Geschichte der Liebe … und des Marketings

Das schwarze Kleid von Audrey Hepburn in „Frühstück bei Tiffany“ (Blake Edwards, 1961), entworfen von Hubert de Givenchy, ist ein markantes Beispiel für den Moment, in dem das Kleidungsstück auf der Leinwand eine völlig neue Dimension erlangte.
Dieses Etuikleid aus Satin mit seinem genial einfachen Rückenausschnitt verkörpert zeitlose Eleganz und besiegelte die Allianz zwischen Haute Couture und der siebten Kunst – dem Film. Die vor den Schaufenstern von Tiffany’s verewigte Szene katapultierte das „kleine Schwarze“, in den 1920er-Jahren von Coco Chanel popularisiert, in den Rang einer Ikone.
Das von der Protagonistin getragene Kleid sollte zu einem der teuersten Kostüme der Kinogeschichte werden. Das einzige verkaufte Exemplar wurde 2006 bei einer Auktion für 608.000 Euro versteigert.

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Goldenes Zeitalter der Zusammenarbeit

Mit dem Aufstieg Giorgio Armanis markieren die 1980er-Jahre einen Wendepunkt. Dessen minimalistische und strukturell aufgelöste Silhouetten definieren die maskuline und feminine Eleganz neu. Durch die Kreation der Garderobe von Richard Gere in „American Gigolo“ (Paul Schrader, 1980) wird Armani dem amerikanischen Publikum bekannt.
Seine eleganten und raffinierten Anzüge wurden zu seinem Markenzeichen und begründeten einen Stil, der bis heute prägend ist. Der Mailänder Modeschöpfer realisierte anschließend zahlreiche hochkarätige Kooperationen: Er kleidete Kevin Costner, Sean Connery und Robert De Niro in „Die Unbestechlichen“ (Brian De Palma, 1987), Lauren Bacall in „A Star for Two“ (Jim Kaufman, 1991) und erneut Kevin Costner in „Bodyguard“ (Mick Jackson, 1992). Diese Auftritte trugen maßgeblich dazu bei, das Bild eines Armani-Stils zu prägen, der für unaufdringliche Stärke und zeitlose Eleganz steht.
Diese privilegierte Beziehung zwischen Armani und Hollywood setzte sich fort mit George Clooney und Brad Pitt in „Ocean’s 13“ (Steven Soderbergh, 2007), deren Outfits er ebenso entwarf wie jene von Tom Cruise in „Mission: Impossible – Phantom Protokoll“ (Brad Bird, 2011) oder auch jene von Leonardo DiCaprio in „The Wolf of Wall Street“ (Martin Scorsese, 2013).
Dort trägt die Figur des Jordan Belfort dreiteilige Anzüge, die seinen gesellschaftlichen Aufstieg und seine Maßlosigkeit symbolisieren. Diese Kollaborationen veranschaulichen, wie die Mode der Erzählung dient, die Glaubwürdigkeit der Figuren stärkt und den Zuschauer in eine bestimmte Epoche oder ein bestimmtes soziales Milieu eintauchen lassen kann.

Mode als Motor des Wandels

Das Kleidungsstück im Kino dient der Transformation. Forscher haben sich mit diesem Prozess anhand von „Pretty Woman“ (Garry Marshall, 1990) befasst. Der Film greift auf moderne Weise das archetypische Thema der Verwandlung auf, das in den klassischen Märchen „Aschenputtel“ und „Die Schöne und das Biest“ sowie in „Pygmalion“ aus den „Metamorphosen“ des Ovid präsent ist.
Vivian Ward, gespielt von Julia Roberts, eine gewöhnliche, naive und doch charmante Frau, verwandelt sich dank ihrer Outfits. Sie entwickelt sich von einer Außenseiterin zu einer eleganten, mondänen Frau. Dies ermöglicht es ihr, die Aufmerksamkeit von Edward Lewis (Richard Gere), einem wohlhabenden Geschäftsmann, auf sich zu ziehen.
Die oben erwähnten Forscher betonen, dass „Pretty Woman“ eine Gesellschaft im Wandel widerspiegelt, in der die persönliche Identität zunehmend durch Image und Stil geprägt wird. Die gepunkteten Kleider, das weiße Kleid mit schwarzem Hut auf dem Rodeo Drive oder das rote Abendkleid in der Oper wurden zu Symbolen dieser Metamorphose. Sie prägten Trends, die die amerikanische Mode der 1990er-Jahre definierten.

Wenn Mode den Ehrgeiz und die berufliche Identität formt

In „Der Teufel trägt Prada“ (David Frankel, 2006), adaptiert nach dem Roman von Lauren Weisberger, ist Mode nicht nur ein Accessoire, sondern ein Instrument der Macht und der Selbstverwirklichung.
Andrea Sachs, eine frisch diplomierte junge Journalistin, gespielt von Anne Hathaway, wird die Assistentin von Miranda Priestly, der tyrannischen Chefredakteurin des Magazins „Runway“, verkörpert von Meryl Streep.
Venedig, 7. September 2006 – Die Schauspieler Meryl Streep, Stanley Tucci und Anne Hathaway aus „Der Teufel trägt Prada“ bei der Premiere des Films bei den 63. Filmfestspielen von Venedig. Foto: MJ Kim/Getty Images

Venedig, 7. September 2006: Die Schauspieler Meryl Streep, Stanley Tucci und Anne Hathaway (v. l. n. r.) aus „Der Teufel trägt Prada“ bei der Premiere des Films bei den 63. Filmfestspielen von Venedig.

Foto: MJ Kim/Getty Images

Anfänglich wegen ihres Mangels an Stil verspottet, durchläuft Andrea eine kleidungsmäßige Metamorphose, die ihr Selbstvertrauen stärkt. Der weiße Mantel, der grüne Blazer und der Faltenrock oder auch die über das Knie reichenden schwarzen Chanel-Stiefel werden zu sichtbaren Merkmalen ihrer Entwicklung und veranschaulichen, wie die Anpassung an die Modecodes die Türen zu einer unerbittlichen Berufswelt öffnen kann.
20 Jahre später wirft die Veröffentlichung des zweiten Teils eine zentrale Frage auf: Wird sich Andrea gegenüber Miranda und den anderen ehrgeizigen Frauen der Branche weiterhin behaupten können, insbesondere durch das Tragen von Herrenmode? Welche neuen Silhouetten entstehen aus dieser Rivalität und diesem Streben nach Emanzipation?

Von der Produktplatzierung hin zur Kreation von Trends

Film und Fernsehserien haben sich durch die Präsentation von Luxusmarken zu wichtigen Marketinginstrumenten entwickelt. Die 2000er-Jahre mit Serien wie „Sex and the City“ systematisierten diese Gangart, und Leinwand und Bildschirme verwandelten sich in Schaufenster für Manolo Blahnik, Dolce & Gabbana, Prada und Gucci. Die Untersuchungen von Sunita Kumar (2017) bestätigen, dass Produktplatzierung in Filmen eine hervorragende Strategie ist, die Markenbekanntheit zu steigern und gezielt bestimmte Kundensegmente zu erreichen.
In einem Luxusmarkt, der, mit fast 25 Prozent amerikanischen Kunden, im Jahr 2024 auf mehr als 1,5 Billionen Euro geschätzt wurde, ist es nicht überraschend, dass Marken die Produktionen jenseits des Atlantiks so sehr begehren.
Dennoch bleibt das Gleichgewicht zwischen erzählerischer Kongruenz und übermäßiger Werbung fragil. Marken müssen es vermeiden, zur Karikatur zu werden, wie in „Emily in Paris“, bei dem das wiederholte Zeigen von Luxusprodukten manchmal an parodistisches Theater grenzt.
Hingegen haben bestimmte diskretere Auftritte wie die Taschen eines Modehauses aus dem Département Isère, die für die 5. Staffel einer Serie produziert wurden, zu einem Ansturm von Bestellungen geführt – ein Beweis für den direkten Einfluss dieser Produktplatzierungen.

Wenn die Mode zur Hauptfigur wird

Die Serie „Love Story“ (2024), die die Beziehung zwischen Carolyn Bessette und John F. Kennedy Jr. von den 1990er-Jahren bis zu deren tragischem Ableben im Jahr 1999 nachzeichnet, verdeutlicht eindrucksvoll den Einfluss der auf der Leinwand gezeigten Mode.
Obwohl die Serie vor allem die psychologische Dimension dieses ikonischen Paares beleuchtet, nehmen die Outfits von Carolyn Bessette-Kennedy darin einen zentralen Platz ein. Ihr minimalistischer, schlichter und eleganter Stil wird dort förmlich zu einer eigenständigen Figur, die unter dem Namen „Carolyn Bessette Style“ gefeiert wird.
Die sozialen Medien greifen das Phänomen auf. Suchanfragen nach Kleidungsstücken aus den 1990er-Jahren und dem Hashtag #CBK schnellen in die Höhe. Secondhand-Marktplätze verzeichnen einen rasanten Anstieg der Verkäufe von Vintagekleidung, während Calvin Klein, die Kultmarke jener Zeit, eine beispiellose Renaissance erlebt.

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Dieser Erfolg zeigt, dass Mode, wenn sie subtil und wirkungsvoll eingesetzt wird, über ihre Rolle als bloßes Accessoire hinauswächst und zu einem wichtigen Identifikationsobjekt mit Sehnsuchtsfaktor werden kann.
Doch die Platzierung von Luxusmarken entfaltet ihre Wirkung nur dann, wenn sie Teil eines stimmigen Erzählkontextes ist. „Love Story“ ist der beste Beweis dafür. Indem die Serie Carolyn Bessettes Stil mit einer bestimmten Ära, Ästhetik und Emotion verknüpfte, schuf sie ein kulturelles Phänomen, das weit über eine einfache Produktplatzierung hinausging.

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Mode auf der Leinwand: Gesellschaftlicher Spiegel und Meinungsbildner

Das Kinokostüm, anfänglich ein einfaches Accessoire, das gesellschaftliche Entwicklungen widerspiegelt und vorwegnimmt, hat sich als universelle Sprache durchgesetzt. Es geht mittlerweile über seine narrative Funktion hinaus und wird zu einem Instrument der Identitätsbildung und zu einem unverzichtbaren Marketinginstrument.
Im digitalen Zeitalter, in dem die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen, pflegen Luxusmarken und die siebte Kunst – die Filmkunst – eine symbiotische Beziehung: Die eine bietet die Bühne, die anderen die Geschichte. Diese Verbindung zwischen künstlerischem Schaffen und Geschäftsstrategie fesselt weiterhin die kollektive Vorstellungskraft und hinterfragt zugleich die Grenzen einer immer intensiveren Zurschaustellung. Sehen die Zuschauer auf der Suche nach Identifikation und Authentizität in diesen Erzählungen noch immer das Versprechen einer persönlichen Metamorphose?
Ein neuer Trend scheint sich abzuzeichnen, der einige Modehäuser dazu veranlasst, in die Filmproduktion einzusteigen, um ihr Storytelling neu zu erfinden, ihr Image zu kontrollieren und ein Publikum zu erreichen, das nach Sinn sucht. Die lange Liebes- und Marketinggeschichte zwischen Mode und Kino ist noch lange nicht am Ende, sondern erfindet sich ständig neu.
Dieser Artikel erschien im Original auf „Conversation“ unter dem Titel „Entre la mode et le cinéma, une longue histoire d’amour… et de marketing“. (deutsche Bearbeitung: sm)The Conversation
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Insolvenz-TICKER | Anbieter von Glasfaserprojekten in Düsseldorf und im Ruhrgebiet gefährdet

2026 wird mit weiteren Insolvenzen gerechnet. Ökonomen erwarten in diesem Jahr auch einen deutlichen Anstieg der Insolvenzen großer Unternehmen in Deutschland. „In manchen Branchen geht es mittlerweile nur noch ums reine Überleben“, sagt Jonas Eckhardt von der Restrukturierungsberatung Falkensteg.
Auch unseren Insolvenz-Ticker 2026 ergänzen wir fortlaufend. Die vorherigen Meldungen von 2025 finden Sie hier und hier.

 
HEUTE11:50 Uhr

Glasfaser-Anbieter Metrofibre

Die Metrofibre GmbH hat am 26. Mai beim Amtsgericht Düsseldorf einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das berichtet die „Wirtschaftswoche“. Betroffen ist sowohl Düsselfibre als auch das Schwesterunternehmen Ruhrfibre.
Das Unternehmen ist als Anbieter von Glasfaserprojekten bekannt. Als Grund wird angegeben, dass sich bisherige Finanzierungspartner „kurzfristig und überraschend“ zurückgezogen haben. Nun sollen die laufenden Bauarbeiten „vorübergehend pausieren“. Grundsätzlich soll der Geschäftsbetrieb weitergeführt werden.
 
HEUTE8:00 Uhr

TV-Sender meldet Insolvenz an

Der Teleshopping-Sender „Channel 21“ ist insolvent, am Amtsgericht Hannover wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Wie mit Bestellungen, Ratenzahlungen oder offenen Lieferungen umgegangen wird, ist unklar. Betroffene können sich an das Amtsgericht oder den Insolvenzverwalter wenden.
Am 31. Mai endet das Programm für immer. Grund sind fehlende wirtschaftliche Perspektiven.
Der Sender startete 2001 als „RTL Shop“ und fuhr stetig Verluste ein. 2024 hatte Channel 21 einen Umsatz von 54 Millionen Euro – bei einem Verlust von 4,3 Millionen Euro. Beschäftigt waren zuletzt 166 Mitarbeiter.
 
23. Mai20:47 Uhr

Confiserie-Spezialist „DreiMeister“

Feine Pralinen und Schokoladen: Der Traditionsbetrieb „DreiMeister“ Spezialitäten GmbH & Co. KG hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Es wird nun geprüft, ob das Unternehmen fortgeführt und wirtschaftlich rentabel bleiben kann.
Die Firma aus dem westfälischen Werl stellt exklusive Confiserie-Spezialitäten her. Sie beliefert renommierte Hotels, Kreuzfahrtschiffe, Sterne-Restaurants, Airlines, Konditoreien und andere Unternehmen weltweit. Gegründet wurde das Unternehmen 1973.
Die Gründe sind wie so oft hohe Rohstoffpreise und Ernteausfälle, hinzu kommen laut „BILD“ auch Insolvenzen von Kunden von DreiMeister.
 
23. Mai20:41 Uhr

Lada-Importeur stellt Betrieb ein

Die Lada Deutschland GmbH ist insolvent. Die Firma aus Buxtehude importiert die russische Automarke Lada und muss nun nach 50 Jahren den Vertrieb beenden. Das bedeutet auch, dass Ersatzteile und Serviceleistungen für bestehende Fahrzeuge ein Problem werden könnten.
2024 und 2025 wurden in Deutschland nur noch 36 Ladas zugelassen, zuvor lagen die Neuzulassungen bei über Tausend pro Jahr. Der Unternehmer in Buxtehude importierte Anfang der 1990er Jahr auch den ersten Kia aus Südkorea offiziell nach Deutschland.

Ein Lada Niva: russisch und unverwüstlich.

Foto: DarthArt/iStock

 
20. Mai10:02 Uhr

Maschinenbauer Schuler will Gemmingen aufgeben

In Gemmingen steht die Produktion des Maschinenbauers Schuler vor dem Aus, es sollen 90 von 200 Stellen wegfallen. Die Schuler Group GmbH firmiert seit 2025 unter dem Namen ANDRITZ und gilt als weltweit führender Hersteller von Anlagen in der Blechumformung.
Hergestellt werden unter anderem Pressen, Biegemaschinen, Platinenschneidanlagen oder Stanzautomaten – auch für die Kunststoffindustrie. Das Tradiitionsunternehmen wurde 1839 gegründet.
Entwicklungsabteilungen, die auf Automatisierungskomponenten spezialisiert sind, sollen an einen anderen Standort verlagert werden. Die Produktion in Gemmingen sei nicht mehr wirtschaftlich, der Standort soll offenbar im Ganzen aufgegeben werden.
 
20. Mai9:45 Uhr

Der Hammer ist gefallen

Auch die Fachmarktkette Hammer stellt ihren Betrieb ein, die letzten 21 Filialen schließen. Es hat sich kein Investor gefunden, der das Unternehmen weiterführt.
Die Hammer Raumstylisten GmbH, zu der die auf Raumausstattung und Heimtextilien spezialisierte gleichnamige Kette gehört, hatte im Januar einen Insolvenzantrag gestellt. Die Hammer-Fachmärkte waren im Herbst von einem Investorenkonsortium namens Rethink übernommen worden. Wer dahintersteht, blieb unklar.
Die Handels- und Einrichtungskette Hammer hatte zu Jahresbeginn etwa 90 Standorte. Im März und im April schlossen bereits zahlreiche Filialen, auch diese in Hamm. (Archivbild)

Die Handels- und Einrichtungskette Hammer hatte zu Jahresbeginn etwa 90 Standorte. Im März und im April schlossen bereits zahlreiche Filialen, auch diese in Hamm.

Foto: Max Lametz/dpa

 
18. Mai9:46 Uhr

Industrieofenbauer ELIOG macht dicht

Der Industrieofenbauer ELIOG in Thüringen meldet Insolvenz an. ELIOG ist ein mittelständischer Weltmarktführer für Spezialöfen, die unter anderem in der Metallurgie und der Auto- und Glasindustrie zum Einsatz kommen.
Der Spezialmaschinenbauer wurde 1924 in Düsseldorf gegründet und verlagerte seine Produktion nach dem Zweiten Weltkrieg nach Römhild in Südthüringen. Zu DDR-Zeiten firmierte er als VEB Elektro Industrieofen- und Gerätebau Meinigen/Römhild. Seit 2011 gehört er zur Rupprecht-Gruppe. Betroffen von der Insolvenz sind 74 Mitarbeiter.
 
12. Mai15:00 Uhr

Discounter Mac Geiz insolvent

Die Mäc Geiz Handelsgesellschaft mbH hat einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Halle (Saale) gestellt. Der Geschäftsbetrieb in den gut 180 Filialen soll vorerst weiterlaufen. Schließungen sind jedoch möglich. Das teilte das Unternehmen mit, das in Landsberg in Sachsen-Anhalt beheimatet ist und knapp 1.200 Menschen beschäftigt.
Die Lage für Discounter ist schwierig: Auch die Unternehmensgruppe Brüder Schlau, zu der die Fachmarktkette Hammer gehört, stellte im Juni 2025 einen Insolvenzantrag und Anfang 2026 erneut.
Der Discounter Pepco und der Dekohändler Depot machten 2025 insolvenzbedingt jeweils einen großen Teil ihrer Filialen dicht.
Zuvor traf es unter anderem den Non-Food-Discounter Kodi, der Mäc Geiz kürzlich übernommen hat, und die Warenhauskette Galeria.
In vielen ostdeutschen Städten gibt es Filialen der Kette Mäc Geiz.

In vielen ostdeutschen Städten gibt es Filialen der Kette Mäc Geiz.

Foto: Elisa Schu/dpa

 
7. Mai11:34 Uhr

Elektonik-Zulieferer IAV schließt Werk in Berlin

Der Automobilzulieferer IAV will den Standort Berlin weitgehend schließen. Das Unternehmen teilte  mit, dass das Betriebsgelände in Berlin „bis spätestens 2027“ veräußert werde, da die  Wertschöpfung „an den Standorten Gifhorn und Stollberg fokussiert werden“ solle.
Insgesamt ist der Abbau von 1.400 Stellen in Deutschland geplant, „um Überkapazitäten abzubauen und die Organisation an veränderte Marktbedingungen anzupassen“.
Der Zulieferer, der unter anderem Software und Elektronik- und Fahrzeugarchitekturen entwickelt und nach eigenen Angaben weltweit rund 6.600 Mitarbeiter an 25 Standorten beschäftigt, hatte bereits im Februar angekündigt, die Zahl der Stellen in Deutschland deutlich zu reduzieren.
 
5. Mai13:12 Uhr

BioNTech will sparen

Das Biotechnologieunternehmen BioNTech will mehrere Standorte schließen.
„BioNTech plant, die Produktionsstandorte in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur sowie an den Standorten von CureVac zu schließen, wovon insgesamt bis zu rund 1860 Stellen betroffen sein könnten“, erklärte das Mainzer Pharmaunternehmen. Das soll jährlich Einsparungen in Höhe von rund 500 Millionen Euro bringen.
Biontech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci scheiden aus dem Unternehmen aus. (Archivbild)

BioNTech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci scheiden aus dem Unternehmen aus. (Archivbild)

Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

 
22. Apr.11:20 Uhr

Druckmaschinenhersteller Manroland schließt in Offenbar

Der Druckmaschinenhersteller Manroland schließt sein Werk in Offenbach. Ab 31. Mai werden keine neuen Maschinen mehr gebaut, so die IG Metall. Nach dem 1. Juni werden noch letzte Aufträge abgearbeitet und der Betrieb abgewickelt. Gespräche mit möglichen Käufern im Rahmen des Ersatzteilgeschäfts dauern an.
Ein Großteil der 750 Beschäftigten muss zum 1. Juni gehen,  84 Mitarbeiter bleiben für die weiteren Arbeiten übergangsweise im Werk. Das 1871 gegründete Unternehmen stellte Bogenoffsetdruckmaschinen her. 2012 wurde das Unternehmen von der Langley Holding plc übernommen. 
 
16. Apr.11:21 Uhr

Autozulieferer meldet Insolvenz an

Steckverbindungen, insbesondere hochwertige System für die Auto- und Nutzfahrzeugindustrie, hat die Firma Erich Jaeger GmbH entwickelt und seit über 90 Jahren produziert. Nun muss das hessische Unternehmen im Wetteraukreis mit weltweit rund 1.000 Mitarbeitern, davon 200 in Deutschland, ein Insolvenzverfahren eröffnen.
Das Verfahren läuft am Amtsgericht Friedberg. Global gibt es vier Produktionsstandorte: Deutschland, Mexiko, Tschechien und China sowie mehrere Vertriebsbüros. Gesucht werden neue Investoren, der Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter.
 
12. Apr.10:06 Uhr

72 Feneberg-Filialen im Süden in Insolvenz

Die Supermarktkette Feneberg ist insolvent, sie beantragte am 9. Januar ein Schutzschirmverfahren beim Amtsgericht Kempten. Am 1. April wurde das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung planmäßig eröffnet. Der Betrieb in den Filialen geht uneingeschränkt weiter.
Feneberg ist der größte selbstständige Edeka-Händler und betreibt mit rund 3.000 Beschäftigten 72 Filialen im Süden Bayerns. Filialen gibt es vor allem im Allgäu, Oberbayern, Schwaben, Oberschwaben und der Bodenseeregion. Laut dem „Bayerischen Rundfunk“ habe die Kette angeblich rund 200 Millionen Euro Schulden.
 
9. Apr.17:06 Uhr

Spedition Betz International hat Insolvenz angemeldet

Die Spedition Betz International GmbH hat Insolvenz angemeldet. Am Amtsgericht Tübingen wurde das Insolvenzverfahren am 7. April eingeleitet.
Derzeit wird geprüft, wie das Unternehmen weitergeführt werden kann, es gebe Interessenten. Betroffen sind 140 Mitarbeiter. Die Spedition wurde 1979 gegründet und gehört zur Willi Betz-Gruppe.
 
15. März8:39 Uhr

Tegut verlässt Deutschland

Die Supermarktkette Tegut verlässt Deutschland, das teilt der Schweizer Mutterkonzern Migros mit. Tegut gehört seit 2012 dem Schweizer Unternehmen. Es sind rund 7.400 Mitarbeiter betroffen. Die Marke soll nicht weitergeführt werden, Tegut sei „langfristig wirtschaftlich nicht zukunftsfähig“.
Einen Teil der knapp 300 Filialen übernimmt Edeka, ebenso das Logistikzentrum in Michelsrombach, die Herzberger Bäckerei und die Smart Retail Solutions. Es fehlt noch die Zustimmung des Kartellamtes.

Der Eingang eines tegut-Geschäfts am 19. Mai 2015 in Schweinfurt.

Foto: Thomas Lohnes/Getty Images

 
18. Feb.9:15 Uhr

Kinderwagenhersteller insolvent

Der ostdeutsche Kinderwagenhersteller Zekiwa geht ins Insolvenzverfahren. Der Hersteller in Kretzschau (Sachsen-Anhalt) stellte Mitte Februar beim zuständigen Gericht einen Insolvenzantrag.
Das Unternehmen galt zu DDR-Zeiten und bis in die 1990er-Jahre hinein als einer der größten Kinderwagenhersteller Europas. Es werden auch Puppenwagen produziert. Als Gründe nennt die Geschäftsführung vor allem rückläufigen Umsatz, steigende Kosten – und den Geburtenrückgang in Deutschland.
Der Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter, es wird ein Investor gesucht.
 
12. Feb.12:03 Uhr

Atlas wird saniert

Die Atlas-Gruppe hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestartet. Bei dieser Variante der Insolvenz, die auf den Erhalt des Unternehmens abzielt, bleibt das Management im Amt, während es durch externe Sanierungsberater und einen vom Gericht eingesetzten Sachwalter unterstützt wird.
Grund für das Verfahren soll eine seit „längerem andauernde, branchenweite Marktschwäche in der Baumaschinen- und Bauwirtschaft, die zu deutlich rückläufigen Auftragseingängen und einer niedrigeren Auslastung geführt hat“, sein, so der Baumaschinenhersteller.
Das Unternehmen produziert seit über 100 Jahren Bagger, Ladekrane und anderes schweres Baugerät. Der Umsatz lag zuletzt bei etwa 150 Millionen Euro. Rund 400 Mitarbeiter sind in den betroffenen Gesellschaften der Gruppe beschäftigt.
Baumaschinenbranche in der Krise.

Baumaschinenbranche in der Krise. Die Atlas-Gruppe ist nun auch betroffen.

 
27. Jan.18:02 Uhr

Hammer-Raumstylisten stellen Insolvenzantrag

Die Hammer Raumstylisten GmbH hat beim Amtsgericht Bielefeld einen Insolvenzantrag gestellt. Ziel sei die Fortführung und nachhaltige Stabilisierung des Unternehmens.
Zu der Firma gehört die auf Raumausstattung und Heimtextilien spezialisierte Fachmarktkette Hammer. Der Geschäftsbetrieb soll uneingeschränkt fortgeführt werden, alle Standorte bleiben demnach geöffnet.
Die Handels- und Einrichtungskette Hammer hat bundesweit 93 Standorte und beschäftigt rund 1.200 Menschen. Die Fachmärkte waren erst im Herbst von einem Investorenkonsortium übernommen worden. Der Verkauf erfolgte im Rahmen eines sogenannten Asset-Deals, bei dem die Vermögenswerte auf die neu gegründete Hammer Raumstylisten GmbH übergingen.
 
28. Jan.11:43 Uhr

Landmaschinen-Händler insolvent

Die August Bruns Landmaschinen GmbH in Cloppenburg hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Die Firma vertreibt und vermietet Landmaschinen und bietet zudem technischen Service für Land- und Baumaschinen an.
Das Unternehmen ist auch in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt vertreten. Es stehen 170 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Als Ursache wird die allgemeine Lage angegeben: Die Nachfrage nach Landmaschinen sei eingebrochen, auch die Zulassungen sinken. Landwirte verschieben Neuanschaffungen.
Hoffnung wird in neuen strategischen Partnerschaften und im Ausbau des technischen Service gesehen. Das familiengeführte Unternehmen wurde 1948 gegründet.
 
24. Jan.21:30 Uhr

Hotelbetreiber insolvent

Der Hotelbetreiber Revo Hospitality hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Davon betroffen sind rund 140 Gesellschaften im deutschsprachigen Raum – darunter Hotels in Rostock (Vienna House Sonne am Neuen Markt), Stralsund (Hotel Baltic) und auf Rügen (Aedenlife Hotel in Trent). Ebenso zwei Holiday Inn in München, der Pullman Schweizerhof in Berlin und einige Mercure Hotels in verschiedenen Städten.
Insgesamt hat das Unternehmen in zwölf Ländern Europas 250 Hotels. Der Betrieb läuft zunächst weiter, das Insolvenzgeld ist bis März gesichert. Als Ursachen wurden gestiegene Lohnkosten, die Anhebung der Mindestlöhne und höhere Ausgaben für Mieten, Energie und Lebensmittel genannt. Bis 2025 firmierte die Gruppe unter dem Namen HR-Group.
 
10. Jan.10:11 Uhr

Hersteller von Papierschneidemaschinen insolvent

Das Perfect Schneidemaschinenwerk GmbH Bautzen meldete Insolvenz in Eigenregie an. Das Traditionsunternehmen stellt in Sachsen Papierschneidemaschinen für die grafische Industrie her und bezeichnet sich als den weltweit ältesten Hersteller dieser Maschinen.
Derzeit sind 86 Mitarbeiter betroffen, der Geschäftsbetrieb wird über das Insolvenzgeld bis Februar abgesichert. Ziel ist derzeit, einen passenden Investor zu finden. Das Unternehmen beliefert Kunden in über 70 Ländern.
 
8. Jan.11:34 Uhr

Zalando schließt Standort Erfurt

Der deutsche Modeversandhändler Zalando schließt Ende September sein Logistikzentrum in Erfurt mit 2.700 Beschäftigten. Das teilte der DAX-Konzern mit Hauptsitz in Berlin mit. Aktuell würden die Beschäftigten über die Pläne informiert.
Grund ist eine Neuausrichtung des konzerneigenen europaweiten Logistiknetzwerks nach der Übernahme des Online-Modehändlers About You 2025. Die Erfurter Betreibergesellschaft des Standorts und Konzerntochter stelle demnach zum Jahresende den Betrieb ein. Bis dahin laufe die Arbeit unverändert weiter.

Zalando-Mitarbeiter nach dem Börsengang 2014 vor der Frankfurter Börse – das Unternehmen schließt 2026 sein einziges großes Logistikzentrum im Osten, 2.700 Menschen bangen in Erfurt um ihren Job. (Symbolbild)

Foto: Hannelore Foerster/Getty Images

Das Logistikzentrum Erfurt wurde 2012 eröffnet, es ist der einzige konzerneigene Logistikstandort in dieser Größe in Ostdeutschland. Weitere große Logistikzentren betreibt Zalando in Gießen, in Lahr im Schwarzwald und in Mönchengladbach. Insgesamt sollen nach dem geplanten Umbau 14 Logistikzentren in sieben Ländern verbleiben.
 
(Mit Material der Nachrichtenagenturen)
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deutschland wirtschaft

Insolvenz-TICKER | Confiserie-Spezialist „DreiMeister“ steht vor Problemen

2026 wird mit weiteren Insolvenzen gerechnet. Ökonomen erwarten in diesem Jahr auch einen deutlichen Anstieg der Insolvenzen großer Unternehmen in Deutschland. „In manchen Branchen geht es mittlerweile nur noch ums reine Überleben“, sagt Jonas Eckhardt von der Restrukturierungsberatung Falkensteg.
Auch unseren Insolvenz-Ticker 2026 ergänzen wir fortlaufend. Die vorherigen Meldungen von 2025 finden Sie hier und hier.

 
HEUTE20:47 Uhr

Confiserie-Spezialist „DreiMeister“

Feine Pralinen und Schokoladen: Der Traditionsbetrieb „DreiMeister“ Spezialitäten GmbH & Co. KG hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Es wird nun geprüft, ob das Unternehmen fortgeführt und wirtschaftlich rentabel bleiben kann.
Die Firma aus dem westfälischen Werl stellt exklusive Confiserie-Spezialitäten her. Sie beliefert renommierte Hotels, Kreuzfahrtschiffe, Sterne-Restaurants, Airlines, Konditoreien und andere Unternehmen weltweit. Gegründet wurde das Unternehmen 1973.
Die Gründe sind wie so oft hohe Rohstoffpreise und Ernteausfälle, hinzu kommen laut „BILD“ auch Insolvenzen von Kunden von DreiMeister.
 
HEUTE20:41 Uhr

Lada-Importeur stellt Betrieb ein

Die Lada Deutschland GmbH ist insolvent. Die Firma aus Buxtehude importiert die russische Automarke Lada und muss nun nach 50 Jahren den Vertrieb beenden. Das bedeutet auch, dass Ersatzteile und Serviceleistungen für bestehende Fahrzeuge ein Problem werden könnten.
2024 und 2025 wurden in Deutschland nur noch 36 Ladas zugelassen, zuvor lagen die Neuzulassungen bei über Tausend pro Jahr. Der Unternehmer in Buxtehude importierte Anfang der 1990er Jahr auch den ersten Kia aus Südkorea offiziell nach Deutschland.

Ein Lada Niva: russisch und unverwüstlich.

Foto: DarthArt/iStock

 
20. Mai10:02 Uhr

Maschinenbauer Schuler will Gemmingen aufgeben

In Gemmingen steht die Produktion des Maschinenbauers Schuler vor dem Aus, es sollen 90 von 200 Stellen wegfallen. Die Schuler Group GmbH firmiert seit 2025 unter dem Namen ANDRITZ und gilt als weltweit führender Hersteller von Anlagen in der Blechumformung.
Hergestellt werden unter anderem Pressen, Biegemaschinen, Platinenschneidanlagen oder Stanzautomaten – auch für die Kunststoffindustrie. Das Tradiitionsunternehmen wurde 1839 gegründet.
Entwicklungsabteilungen, die auf Automatisierungskomponenten spezialisiert sind, sollen an einen anderen Standort verlagert werden. Die Produktion in Gemmingen sei nicht mehr wirtschaftlich, der Standort soll offenbar im Ganzen aufgegeben werden.
 
20. Mai9:45 Uhr

Der Hammer ist gefallen

Auch die Fachmarktkette Hammer stellt ihren Betrieb ein, die letzten 21 Filialen schließen. Es hat sich kein Investor gefunden, der das Unternehmen weiterführt.
Die Hammer Raumstylisten GmbH, zu der die auf Raumausstattung und Heimtextilien spezialisierte gleichnamige Kette gehört, hatte im Januar einen Insolvenzantrag gestellt. Die Hammer-Fachmärkte waren im Herbst von einem Investorenkonsortium namens Rethink übernommen worden. Wer dahintersteht, blieb unklar.
Die Handels- und Einrichtungskette Hammer hatte zu Jahresbeginn etwa 90 Standorte. Im März und im April schlossen bereits zahlreiche Filialen, auch diese in Hamm. (Archivbild)

Die Handels- und Einrichtungskette Hammer hatte zu Jahresbeginn etwa 90 Standorte. Im März und im April schlossen bereits zahlreiche Filialen, auch diese in Hamm.

Foto: Max Lametz/dpa

 
18. Mai9:46 Uhr

Industrieofenbauer ELIOG macht dicht

Der Industrieofenbauer ELIOG in Thüringen meldet Insolvenz an. ELIOG ist ein mittelständischer Weltmarktführer für Spezialöfen, die unter anderem in der Metallurgie und der Auto- und Glasindustrie zum Einsatz kommen.
Der Spezialmaschinenbauer wurde 1924 in Düsseldorf gegründet und verlagerte seine Produktion nach dem Zweiten Weltkrieg nach Römhild in Südthüringen. Zu DDR-Zeiten firmierte er als VEB Elektro Industrieofen- und Gerätebau Meinigen/Römhild. Seit 2011 gehört er zur Rupprecht-Gruppe. Betroffen von der Insolvenz sind 74 Mitarbeiter.
 
12. Mai15:00 Uhr

Discounter Mac Geiz insolvent

Die Mäc Geiz Handelsgesellschaft mbH hat einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Halle (Saale) gestellt. Der Geschäftsbetrieb in den gut 180 Filialen soll vorerst weiterlaufen. Schließungen sind jedoch möglich. Das teilte das Unternehmen mit, das in Landsberg in Sachsen-Anhalt beheimatet ist und knapp 1.200 Menschen beschäftigt.
Die Lage für Discounter ist schwierig: Auch die Unternehmensgruppe Brüder Schlau, zu der die Fachmarktkette Hammer gehört, stellte im Juni 2025 einen Insolvenzantrag und Anfang 2026 erneut.
Der Discounter Pepco und der Dekohändler Depot machten 2025 insolvenzbedingt jeweils einen großen Teil ihrer Filialen dicht.
Zuvor traf es unter anderem den Non-Food-Discounter Kodi, der Mäc Geiz kürzlich übernommen hat, und die Warenhauskette Galeria.
In vielen ostdeutschen Städten gibt es Filialen der Kette Mäc Geiz.

In vielen ostdeutschen Städten gibt es Filialen der Kette Mäc Geiz.

Foto: Elisa Schu/dpa

 
7. Mai11:34 Uhr

Elektonik-Zulieferer IAV schließt Werk in Berlin

Der Automobilzulieferer IAV will den Standort Berlin weitgehend schließen. Das Unternehmen teilte  mit, dass das Betriebsgelände in Berlin „bis spätestens 2027“ veräußert werde, da die  Wertschöpfung „an den Standorten Gifhorn und Stollberg fokussiert werden“ solle.
Insgesamt ist der Abbau von 1.400 Stellen in Deutschland geplant, „um Überkapazitäten abzubauen und die Organisation an veränderte Marktbedingungen anzupassen“.
Der Zulieferer, der unter anderem Software und Elektronik- und Fahrzeugarchitekturen entwickelt und nach eigenen Angaben weltweit rund 6.600 Mitarbeiter an 25 Standorten beschäftigt, hatte bereits im Februar angekündigt, die Zahl der Stellen in Deutschland deutlich zu reduzieren.
 
5. Mai13:12 Uhr

BioNTech will sparen

Das Biotechnologieunternehmen BioNTech will mehrere Standorte schließen.
„BioNTech plant, die Produktionsstandorte in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur sowie an den Standorten von CureVac zu schließen, wovon insgesamt bis zu rund 1860 Stellen betroffen sein könnten“, erklärte das Mainzer Pharmaunternehmen. Das soll jährlich Einsparungen in Höhe von rund 500 Millionen Euro bringen.
Biontech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci scheiden aus dem Unternehmen aus. (Archivbild)

BioNTech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci scheiden aus dem Unternehmen aus. (Archivbild)

Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

 
22. Apr.11:20 Uhr

Druckmaschinenhersteller Manroland schließt in Offenbar

Der Druckmaschinenhersteller Manroland schließt sein Werk in Offenbach. Ab 31. Mai werden keine neuen Maschinen mehr gebaut, so die IG Metall. Nach dem 1. Juni werden noch letzte Aufträge abgearbeitet und der Betrieb abgewickelt. Gespräche mit möglichen Käufern im Rahmen des Ersatzteilgeschäfts dauern an.
Ein Großteil der 750 Beschäftigten muss zum 1. Juni gehen,  84 Mitarbeiter bleiben für die weiteren Arbeiten übergangsweise im Werk. Das 1871 gegründete Unternehmen stellte Bogenoffsetdruckmaschinen her. 2012 wurde das Unternehmen von der Langley Holding plc übernommen. 
 
16. Apr.11:21 Uhr

Autozulieferer meldet Insolvenz an

Steckverbindungen, insbesondere hochwertige System für die Auto- und Nutzfahrzeugindustrie, hat die Firma Erich Jaeger GmbH entwickelt und seit über 90 Jahren produziert. Nun muss das hessische Unternehmen im Wetteraukreis mit weltweit rund 1.000 Mitarbeitern, davon 200 in Deutschland, ein Insolvenzverfahren eröffnen.
Das Verfahren läuft am Amtsgericht Friedberg. Global gibt es vier Produktionsstandorte: Deutschland, Mexiko, Tschechien und China sowie mehrere Vertriebsbüros. Gesucht werden neue Investoren, der Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter.
 
12. Apr.10:06 Uhr

72 Feneberg-Filialen im Süden in Insolvenz

Die Supermarktkette Feneberg ist insolvent, sie beantragte am 9. Januar ein Schutzschirmverfahren beim Amtsgericht Kempten. Am 1. April wurde das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung planmäßig eröffnet. Der Betrieb in den Filialen geht uneingeschränkt weiter.
Feneberg ist der größte selbstständige Edeka-Händler und betreibt mit rund 3.000 Beschäftigten 72 Filialen im Süden Bayerns. Filialen gibt es vor allem im Allgäu, Oberbayern, Schwaben, Oberschwaben und der Bodenseeregion. Laut dem „Bayerischen Rundfunk“ habe die Kette angeblich rund 200 Millionen Euro Schulden.
 
9. Apr.17:06 Uhr

Spedition Betz International hat Insolvenz angemeldet

Die Spedition Betz International GmbH hat Insolvenz angemeldet. Am Amtsgericht Tübingen wurde das Insolvenzverfahren am 7. April eingeleitet.
Derzeit wird geprüft, wie das Unternehmen weitergeführt werden kann, es gebe Interessenten. Betroffen sind 140 Mitarbeiter. Die Spedition wurde 1979 gegründet und gehört zur Willi Betz-Gruppe.
 
15. März8:39 Uhr

Tegut verlässt Deutschland

Die Supermarktkette Tegut verlässt Deutschland, das teilt der Schweizer Mutterkonzern Migros mit. Tegut gehört seit 2012 dem Schweizer Unternehmen. Es sind rund 7.400 Mitarbeiter betroffen. Die Marke soll nicht weitergeführt werden, Tegut sei „langfristig wirtschaftlich nicht zukunftsfähig“.
Einen Teil der knapp 300 Filialen übernimmt Edeka, ebenso das Logistikzentrum in Michelsrombach, die Herzberger Bäckerei und die Smart Retail Solutions. Es fehlt noch die Zustimmung des Kartellamtes.

Der Eingang eines tegut-Geschäfts am 19. Mai 2015 in Schweinfurt.

Foto: Thomas Lohnes/Getty Images

 
18. Feb.9:15 Uhr

Kinderwagenhersteller insolvent

Der ostdeutsche Kinderwagenhersteller Zekiwa geht ins Insolvenzverfahren. Der Hersteller in Kretzschau (Sachsen-Anhalt) stellte Mitte Februar beim zuständigen Gericht einen Insolvenzantrag.
Das Unternehmen galt zu DDR-Zeiten und bis in die 1990er-Jahre hinein als einer der größten Kinderwagenhersteller Europas. Es werden auch Puppenwagen produziert. Als Gründe nennt die Geschäftsführung vor allem rückläufigen Umsatz, steigende Kosten – und den Geburtenrückgang in Deutschland.
Der Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter, es wird ein Investor gesucht.
 
12. Feb.12:03 Uhr

Atlas wird saniert

Die Atlas-Gruppe hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestartet. Bei dieser Variante der Insolvenz, die auf den Erhalt des Unternehmens abzielt, bleibt das Management im Amt, während es durch externe Sanierungsberater und einen vom Gericht eingesetzten Sachwalter unterstützt wird.
Grund für das Verfahren soll eine seit „längerem andauernde, branchenweite Marktschwäche in der Baumaschinen- und Bauwirtschaft, die zu deutlich rückläufigen Auftragseingängen und einer niedrigeren Auslastung geführt hat“, sein, so der Baumaschinenhersteller.
Das Unternehmen produziert seit über 100 Jahren Bagger, Ladekrane und anderes schweres Baugerät. Der Umsatz lag zuletzt bei etwa 150 Millionen Euro. Rund 400 Mitarbeiter sind in den betroffenen Gesellschaften der Gruppe beschäftigt.
Baumaschinenbranche in der Krise.

Baumaschinenbranche in der Krise. Die Atlas-Gruppe ist nun auch betroffen.

 
27. Jan.18:02 Uhr

Hammer-Raumstylisten stellen Insolvenzantrag

Die Hammer Raumstylisten GmbH hat beim Amtsgericht Bielefeld einen Insolvenzantrag gestellt. Ziel sei die Fortführung und nachhaltige Stabilisierung des Unternehmens.
Zu der Firma gehört die auf Raumausstattung und Heimtextilien spezialisierte Fachmarktkette Hammer. Der Geschäftsbetrieb soll uneingeschränkt fortgeführt werden, alle Standorte bleiben demnach geöffnet.
Die Handels- und Einrichtungskette Hammer hat bundesweit 93 Standorte und beschäftigt rund 1.200 Menschen. Die Fachmärkte waren erst im Herbst von einem Investorenkonsortium übernommen worden. Der Verkauf erfolgte im Rahmen eines sogenannten Asset-Deals, bei dem die Vermögenswerte auf die neu gegründete Hammer Raumstylisten GmbH übergingen.
 
28. Jan.11:43 Uhr

Landmaschinen-Händler insolvent

Die August Bruns Landmaschinen GmbH in Cloppenburg hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Die Firma vertreibt und vermietet Landmaschinen und bietet zudem technischen Service für Land- und Baumaschinen an.
Das Unternehmen ist auch in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt vertreten. Es stehen 170 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Als Ursache wird die allgemeine Lage angegeben: Die Nachfrage nach Landmaschinen sei eingebrochen, auch die Zulassungen sinken. Landwirte verschieben Neuanschaffungen.
Hoffnung wird in neuen strategischen Partnerschaften und im Ausbau des technischen Service gesehen. Das familiengeführte Unternehmen wurde 1948 gegründet.
 
24. Jan.21:30 Uhr

Hotelbetreiber insolvent

Der Hotelbetreiber Revo Hospitality hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Davon betroffen sind rund 140 Gesellschaften im deutschsprachigen Raum – darunter Hotels in Rostock (Vienna House Sonne am Neuen Markt), Stralsund (Hotel Baltic) und auf Rügen (Aedenlife Hotel in Trent). Ebenso zwei Holiday Inn in München, der Pullman Schweizerhof in Berlin und einige Mercure Hotels in verschiedenen Städten.
Insgesamt hat das Unternehmen in zwölf Ländern Europas 250 Hotels. Der Betrieb läuft zunächst weiter, das Insolvenzgeld ist bis März gesichert. Als Ursachen wurden gestiegene Lohnkosten, die Anhebung der Mindestlöhne und höhere Ausgaben für Mieten, Energie und Lebensmittel genannt. Bis 2025 firmierte die Gruppe unter dem Namen HR-Group.
 
10. Jan.10:11 Uhr

Hersteller von Papierschneidemaschinen insolvent

Das Perfect Schneidemaschinenwerk GmbH Bautzen meldete Insolvenz in Eigenregie an. Das Traditionsunternehmen stellt in Sachsen Papierschneidemaschinen für die grafische Industrie her und bezeichnet sich als den weltweit ältesten Hersteller dieser Maschinen.
Derzeit sind 86 Mitarbeiter betroffen, der Geschäftsbetrieb wird über das Insolvenzgeld bis Februar abgesichert. Ziel ist derzeit, einen passenden Investor zu finden. Das Unternehmen beliefert Kunden in über 70 Ländern.
 
8. Jan.11:34 Uhr

Zalando schließt Standort Erfurt

Der deutsche Modeversandhändler Zalando schließt Ende September sein Logistikzentrum in Erfurt mit 2.700 Beschäftigten. Das teilte der DAX-Konzern mit Hauptsitz in Berlin mit. Aktuell würden die Beschäftigten über die Pläne informiert.
Grund ist eine Neuausrichtung des konzerneigenen europaweiten Logistiknetzwerks nach der Übernahme des Online-Modehändlers About You 2025. Die Erfurter Betreibergesellschaft des Standorts und Konzerntochter stelle demnach zum Jahresende den Betrieb ein. Bis dahin laufe die Arbeit unverändert weiter.

Zalando-Mitarbeiter nach dem Börsengang 2014 vor der Frankfurter Börse – das Unternehmen schließt 2026 sein einziges großes Logistikzentrum im Osten, 2.700 Menschen bangen in Erfurt um ihren Job. (Symbolbild)

Foto: Hannelore Foerster/Getty Images

Das Logistikzentrum Erfurt wurde 2012 eröffnet, es ist der einzige konzerneigene Logistikstandort in dieser Größe in Ostdeutschland. Weitere große Logistikzentren betreibt Zalando in Gießen, in Lahr im Schwarzwald und in Mönchengladbach. Insgesamt sollen nach dem geplanten Umbau 14 Logistikzentren in sieben Ländern verbleiben.
 
(Mit Material der Nachrichtenagenturen)
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Billig-Versandhändler Shein will US-Modemarke Everlane übernehmen

Diese Verbindung war bis vor kurzem kaum vorstellbar: Der in China gegründete und für seine billigen Produkte bekannte Textil-Versandhändler Shein steht kurz vor der Übernahme der für ihre verantwortungsvolle Mode anerkannten US-Marke Everlane. Dies bestätigte Everlane-Chef Alfred Chang am Freitag (Ortszeit) in einer der Nachrichtenagentur AFP übermittelten Stellungnahme. Shein gilt als einer der Marktführer der von vielen Everlane-Kunden abgelehnten Fast Fashion – in Deutschland als „Wegwerfmode“ bekannt.
Everlane „sieht sich in einem sich rasant wandelnden Einzelhandelssektor zunehmendem Druck ausgesetzt“, erklärte Chang. Dies habe die ohnehin schon schwierige finanzielle Lage des Unternehmens weiter verschärft. Die Vereinbarung mit Shein sehe vor, dass Everlane „eine unabhängige Marke bleibt und dabei seinen Werten sowie seinen Verpflichtungen in puncto Nachhaltigkeit und außergewöhnlicher Qualität treu bleibt“, betonte Chang.

Nachhaltigkeit vs. Fast Fashion

Everlane war 2010 gegründet worden und hatte sich als Marke mit starken Grundsätzen positioniert. Das in San Francisco ansässige Unternehmen setzte es sich zum Ziel, den Ressourcenverbrauch bei der Herstellung seiner Kleidungsstücke zu begrenzen und möglichst dem Recycling von Materialien Vorrang zu geben. Zudem beanspruchte Everlane für sich, Produkte von überdurchschnittlicher Langlebigkeit entworfen zu haben. Dagegen gilt der Shein-Konzern, der vor allem in China produziert, allgemein als ein Paradebeispiel für extrem billige Fast Fashion.
Everlane lehnte es auf Anfrage ab, den Finanzrahmen der geplanten Transaktion offenzulegen. Die Website Puck News berichtete von einer Bewertung von 100 Millionen Dollar (86 Millionen Euro). (afp/red)
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Insolvenz-TICKER | Schuler-Pressen: Maschinenbauer ANDRITZ will Standort Gemmingen aufgeben

2026 wird mit weiteren Insolvenzen gerechnet. Ökonomen erwarten in diesem Jahr auch einen deutlichen Anstieg der Insolvenzen großer Unternehmen in Deutschland. „In manchen Branchen geht es mittlerweile nur noch ums reine Überleben“, sagt Jonas Eckhardt von der Restrukturierungsberatung Falkensteg.
Auch unseren Insolvenz-Ticker 2026 ergänzen wir fortlaufend. Die vorherigen Meldungen von 2025 finden Sie hier und hier.

 
HEUTE9:40 Uhr

Maschinenbauer Schuler will Gemmingen aufgeben

In Gemmingen steht die Produktion des Maschinenbauers Schuler vor dem Aus, es sollen 90 von 200 Stellen wegfallen. Die Schuler Group GmbH firmiert seit 2025 unter dem Namen ANDRITZ und gilt als weltweit führender Hersteller von Anlagen in der Blechumformung.
Hergestellt werden unter anderem Pressen, Biegemaschinen, Platinenschneidanlagen oder Stanzautomaten – auch für die Kunststoffindustrie. Das Tradiitionsunternehmen wurde 1839 gegründet.
Entwicklungsabteilungen, die auf Automatisierungskomponenten spezialisiert sind, sollen an einen anderen Standort verlagert werden. Die Produktion in Gemmingen sei nicht mehr wirtschaftlich, der Standort soll offenbar im Ganzen aufgegeben werden.
 
18. Mai9:46 Uhr

Industrieofenbauer ELIOG macht dicht

Der Industrieofenbauer ELIOG in Thüringen meldet Insolvenz an. ELIOG ist ein mittelständischer Weltmarktführer für Spezialöfen, die unter anderem in der Metallurgie und der Auto- und Glasindustrie zum Einsatz kommen.
Der Spezialmaschinenbauer wurde 1924 in Düsseldorf gegründet und verlagerte seine Produktion nach dem Zweiten Weltkrieg nach Römhild in Südthüringen. Zu DDR-Zeiten firmierte er als VEB Elektro Industrieofen- und Gerätebau Meinigen/Römhild. Seit 2011 gehört er zur Rupprecht-Gruppe. Betroffen von der Insolvenz sind 74 Mitarbeiter.
 
12. Mai15:00 Uhr

Discounter Mac Geiz insolvent

Die Mäc Geiz Handelsgesellschaft mbH hat einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Halle (Saale) gestellt. Der Geschäftsbetrieb in den gut 180 Filialen soll vorerst weiterlaufen. Schließungen sind jedoch möglich. Das teilte das Unternehmen mit, das in Landsberg in Sachsen-Anhalt beheimatet ist und knapp 1.200 Menschen beschäftigt.
Die Lage für Discounter ist schwierig: Auch die Unternehmensgruppe Brüder Schlau, zu der die Fachmarktkette Hammer gehört, stellte im Juni 2025 einen Insolvenzantrag und Anfang 2026 erneut.
Der Discounter Pepco und der Dekohändler Depot machten 2025 insolvenzbedingt jeweils einen großen Teil ihrer Filialen dicht.
Zuvor traf es unter anderem den Non-Food-Discounter Kodi, der Mäc Geiz kürzlich übernommen hat, und die Warenhauskette Galeria.
In vielen ostdeutschen Städten gibt es Filialen der Kette Mäc Geiz.

In vielen ostdeutschen Städten gibt es Filialen der Kette Mäc Geiz.

Foto: Elisa Schu/dpa

 
7. Mai11:34 Uhr

Elektonik-Zulieferer IAV schließt Werk in Berlin

Der Automobilzulieferer IAV will den Standort Berlin weitgehend schließen. Das Unternehmen teilte  mit, dass das Betriebsgelände in Berlin „bis spätestens 2027“ veräußert werde, da die  Wertschöpfung „an den Standorten Gifhorn und Stollberg fokussiert werden“ solle.
Insgesamt ist der Abbau von 1.400 Stellen in Deutschland geplant, „um Überkapazitäten abzubauen und die Organisation an veränderte Marktbedingungen anzupassen“.
Der Zulieferer, der unter anderem Software und Elektronik- und Fahrzeugarchitekturen entwickelt und nach eigenen Angaben weltweit rund 6.600 Mitarbeiter an 25 Standorten beschäftigt, hatte bereits im Februar angekündigt, die Zahl der Stellen in Deutschland deutlich zu reduzieren.
 
5. Mai13:12 Uhr

BioNTech will sparen

Das Biotechnologieunternehmen BioNTech will mehrere Standorte schließen.
„BioNTech plant, die Produktionsstandorte in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur sowie an den Standorten von CureVac zu schließen, wovon insgesamt bis zu rund 1860 Stellen betroffen sein könnten“, erklärte das Mainzer Pharmaunternehmen. Das soll jährlich Einsparungen in Höhe von rund 500 Millionen Euro bringen.
Biontech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci scheiden aus dem Unternehmen aus. (Archivbild)

BioNTech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci scheiden aus dem Unternehmen aus. (Archivbild)

Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

 
22. Apr.11:20 Uhr

Druckmaschinenhersteller Manroland schließt in Offenbar

Der Druckmaschinenhersteller Manroland schließt sein Werk in Offenbach. Ab 31. Mai werden keine neuen Maschinen mehr gebaut, so die IG Metall. Nach dem 1. Juni werden noch letzte Aufträge abgearbeitet und der Betrieb abgewickelt. Gespräche mit möglichen Käufern im Rahmen des Ersatzteilgeschäfts dauern an.
Ein Großteil der 750 Beschäftigten muss zum 1. Juni gehen,  84 Mitarbeiter bleiben für die weiteren Arbeiten übergangsweise im Werk. Das 1871 gegründete Unternehmen stellte Bogenoffsetdruckmaschinen her. 2012 wurde das Unternehmen von der Langley Holding plc übernommen. 
 
16. Apr.11:21 Uhr

Autozulieferer meldet Insolvenz an

Steckverbindungen, insbesondere hochwertige System für die Auto- und Nutzfahrzeugindustrie, hat die Firma Erich Jaeger GmbH entwickelt und seit über 90 Jahren produziert. Nun muss das hessische Unternehmen im Wetteraukreis mit weltweit rund 1.000 Mitarbeitern, davon 200 in Deutschland, ein Insolvenzverfahren eröffnen.
Das Verfahren läuft am Amtsgericht Friedberg. Global gibt es vier Produktionsstandorte: Deutschland, Mexiko, Tschechien und China sowie mehrere Vertriebsbüros. Gesucht werden neue Investoren, der Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter.
 
12. Apr.10:06 Uhr

72 Feneberg-Filialen im Süden in Insolvenz

Die Supermarktkette Feneberg ist insolvent, sie beantragte am 9. Januar ein Schutzschirmverfahren beim Amtsgericht Kempten. Am 1. April wurde das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung planmäßig eröffnet. Der Betrieb in den Filialen geht uneingeschränkt weiter.
Feneberg ist der größte selbstständige Edeka-Händler und betreibt mit rund 3.000 Beschäftigten 72 Filialen im Süden Bayerns. Filialen gibt es vor allem im Allgäu, Oberbayern, Schwaben, Oberschwaben und der Bodenseeregion. Laut dem „Bayerischen Rundfunk“ habe die Kette angeblich rund 200 Millionen Euro Schulden.
 
9. Apr.17:06 Uhr

Spedition Betz International hat Insolvenz angemeldet

Die Spedition Betz International GmbH hat Insolvenz angemeldet. Am Amtsgericht Tübingen wurde das Insolvenzverfahren am 7. April eingeleitet.
Derzeit wird geprüft, wie das Unternehmen weitergeführt werden kann, es gebe Interessenten. Betroffen sind 140 Mitarbeiter. Die Spedition wurde 1979 gegründet und gehört zur Willi Betz-Gruppe.
 
15. März8:39 Uhr

Tegut verlässt Deutschland

Die Supermarktkette Tegut verlässt Deutschland, das teilt der Schweizer Mutterkonzern Migros mit. Tegut gehört seit 2012 dem Schweizer Unternehmen. Es sind rund 7.400 Mitarbeiter betroffen. Die Marke soll nicht weitergeführt werden, Tegut sei „langfristig wirtschaftlich nicht zukunftsfähig“.
Einen Teil der knapp 300 Filialen übernimmt Edeka, ebenso das Logistikzentrum in Michelsrombach, die Herzberger Bäckerei und die Smart Retail Solutions. Es fehlt noch die Zustimmung des Kartellamtes.

Der Eingang eines tegut-Geschäfts am 19. Mai 2015 in Schweinfurt.

Foto: Thomas Lohnes/Getty Images

 
18. Feb.9:15 Uhr

Kinderwagenhersteller insolvent

Der ostdeutsche Kinderwagenhersteller Zekiwa geht ins Insolvenzverfahren. Der Hersteller in Kretzschau (Sachsen-Anhalt) stellte Mitte Februar beim zuständigen Gericht einen Insolvenzantrag.
Das Unternehmen galt zu DDR-Zeiten und bis in die 1990er-Jahre hinein als einer der größten Kinderwagenhersteller Europas. Es werden auch Puppenwagen produziert. Als Gründe nennt die Geschäftsführung vor allem rückläufigen Umsatz, steigende Kosten – und den Geburtenrückgang in Deutschland.
Der Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter, es wird ein Investor gesucht.
 
12. Feb.12:03 Uhr

Atlas wird saniert

Die Atlas-Gruppe hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestartet. Bei dieser Variante der Insolvenz, die auf den Erhalt des Unternehmens abzielt, bleibt das Management im Amt, während es durch externe Sanierungsberater und einen vom Gericht eingesetzten Sachwalter unterstützt wird.
Grund für das Verfahren soll eine seit „längerem andauernde, branchenweite Marktschwäche in der Baumaschinen- und Bauwirtschaft, die zu deutlich rückläufigen Auftragseingängen und einer niedrigeren Auslastung geführt hat“, sein, so der Baumaschinenhersteller.
Das Unternehmen produziert seit über 100 Jahren Bagger, Ladekrane und anderes schweres Baugerät. Der Umsatz lag zuletzt bei etwa 150 Millionen Euro. Rund 400 Mitarbeiter sind in den betroffenen Gesellschaften der Gruppe beschäftigt.
Baumaschinenbranche in der Krise.

Baumaschinenbranche in der Krise. Die Atlas-Gruppe ist nun auch betroffen.

 
27. Jan.18:02 Uhr

Hammer-Raumstylisten stellen Insolvenzantrag

Die Hammer Raumstylisten GmbH hat beim Amtsgericht Bielefeld einen Insolvenzantrag gestellt. Ziel sei die Fortführung und nachhaltige Stabilisierung des Unternehmens.
Zu der Firma gehört die auf Raumausstattung und Heimtextilien spezialisierte Fachmarktkette Hammer. Der Geschäftsbetrieb soll uneingeschränkt fortgeführt werden, alle Standorte bleiben demnach geöffnet.
Die Handels- und Einrichtungskette Hammer hat bundesweit 93 Standorte und beschäftigt rund 1.200 Menschen. Die Fachmärkte waren erst im Herbst von einem Investorenkonsortium übernommen worden. Der Verkauf erfolgte im Rahmen eines sogenannten Asset-Deals, bei dem die Vermögenswerte auf die neu gegründete Hammer Raumstylisten GmbH übergingen.
 
28. Jan.11:43 Uhr

Landmaschinen-Händler insolvent

Die August Bruns Landmaschinen GmbH in Cloppenburg hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Die Firma vertreibt und vermietet Landmaschinen und bietet zudem technischen Service für Land- und Baumaschinen an.
Das Unternehmen ist auch in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt vertreten. Es stehen 170 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Als Ursache wird die allgemeine Lage angegeben: Die Nachfrage nach Landmaschinen sei eingebrochen, auch die Zulassungen sinken. Landwirte verschieben Neuanschaffungen.
Hoffnung wird in neuen strategischen Partnerschaften und im Ausbau des technischen Service gesehen. Das familiengeführte Unternehmen wurde 1948 gegründet.
 
24. Jan.21:30 Uhr

Hotelbetreiber insolvent

Der Hotelbetreiber Revo Hospitality hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Davon betroffen sind rund 140 Gesellschaften im deutschsprachigen Raum – darunter Hotels in Rostock (Vienna House Sonne am Neuen Markt), Stralsund (Hotel Baltic) und auf Rügen (Aedenlife Hotel in Trent). Ebenso zwei Holiday Inn in München, der Pullman Schweizerhof in Berlin und einige Mercure Hotels in verschiedenen Städten.
Insgesamt hat das Unternehmen in zwölf Ländern Europas 250 Hotels. Der Betrieb läuft zunächst weiter, das Insolvenzgeld ist bis März gesichert. Als Ursachen wurden gestiegene Lohnkosten, die Anhebung der Mindestlöhne und höhere Ausgaben für Mieten, Energie und Lebensmittel genannt. Bis 2025 firmierte die Gruppe unter dem Namen HR-Group.
 
10. Jan.10:11 Uhr

Hersteller von Papierschneidemaschinen insolvent

Das Perfect Schneidemaschinenwerk GmbH Bautzen meldete Insolvenz in Eigenregie an. Das Traditionsunternehmen stellt in Sachsen Papierschneidemaschinen für die grafische Industrie her und bezeichnet sich als den weltweit ältesten Hersteller dieser Maschinen.
Derzeit sind 86 Mitarbeiter betroffen, der Geschäftsbetrieb wird über das Insolvenzgeld bis Februar abgesichert. Ziel ist derzeit, einen passenden Investor zu finden. Das Unternehmen beliefert Kunden in über 70 Ländern.
 
8. Jan.11:34 Uhr

Zalando schließt Standort Erfurt

Der deutsche Modeversandhändler Zalando schließt Ende September sein Logistikzentrum in Erfurt mit 2.700 Beschäftigten. Das teilte der DAX-Konzern mit Hauptsitz in Berlin mit. Aktuell würden die Beschäftigten über die Pläne informiert.
Grund ist eine Neuausrichtung des konzerneigenen europaweiten Logistiknetzwerks nach der Übernahme des Online-Modehändlers About You 2025. Die Erfurter Betreibergesellschaft des Standorts und Konzerntochter stelle demnach zum Jahresende den Betrieb ein. Bis dahin laufe die Arbeit unverändert weiter.

Zalando-Mitarbeiter nach dem Börsengang 2014 vor der Frankfurter Börse – das Unternehmen schließt 2026 sein einziges großes Logistikzentrum im Osten, 2.700 Menschen bangen in Erfurt um ihren Job. (Symbolbild)

Foto: Hannelore Foerster/Getty Images

Das Logistikzentrum Erfurt wurde 2012 eröffnet, es ist der einzige konzerneigene Logistikstandort in dieser Größe in Ostdeutschland. Weitere große Logistikzentren betreibt Zalando in Gießen, in Lahr im Schwarzwald und in Mönchengladbach. Insgesamt sollen nach dem geplanten Umbau 14 Logistikzentren in sieben Ländern verbleiben.
 
(Mit Material der Nachrichtenagenturen)
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ausland

Nach mysteriösem Tod von Mango-Gründer: Sohn unter Verdacht

Ein mutmaßliches Verbrechen im Umfeld der Gründerfamilie erschüttert den weltweit erfolgreichen spanischen Modekonzern Mango – und sorgt in ganz Spanien für Aufsehen.
Knapp eineinhalb Jahre nach dem Tod von Firmengründer Isak Andic wurde nun dessen Sohn als Verdächtiger festgenommen. Bisher war man von einem Unfall ausgegangen.
Jonathan Andic sei in Barcelona in Gewahrsam genommen worden, berichteten der staatliche TV-Sender RTVE und weitere Medien unter Berufung auf Ermittlerkreise. Ein Sprecher der Polizei bestätigte die Festnahme auf Anfrage.
Isak Andic war am 14. Dezember 2024 bei einem Familienausflug im Montserrat-Gebirge circa 40 Kilometer nordwestlich von Barcelona in den Tod gestürzt. Er war damals 71 Jahre alt. Ein Unfall hieß es seinerzeit.
Der mehrfache Milliardär sei in den Salpeterhöhlen von Collbató ausgerutscht und 150 Meter in die Tiefe gefallen.
Im weiteren Verlauf der Untersuchungen wurden irgendwann jedoch Zweifel laut, der Gründer-Sohn geriet in den Fokus der Ermittlungen. Laut Medien wurde auch sein Handy untersucht.

Sohn verwickelte sich in Widersprüche

Nach bisherigen Erkenntnissen der katalanischen Polizei Mossos d’Esquadra war Jonathan Andic die einzige Begleitperson, als der Mango-Gründer in die Tiefe stürzte.
Dem 44-Jährigen werde nun Totschlag vorgeworfen, berichtete RTVE. Die Polizei habe Widersprüche in seiner Aussage festgestellt. Die Lebenspartnerin von Isak Andic, die Profi-Golfspielerin Estefanía Knuth, habe von einem schlechten Verhältnis zwischen Vater und Sohn erzählt.
Der Verdächtige sollte noch am Dienstag, 19. Mai dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Dieser könnte Untersuchungshaft anordnen oder den Verdächtigen unter Auflagen freisetzen. Zuständig sei das Untersuchungsgericht Nr. 5 in Martorell bei Barcelona.
Familienvertreter teilten der Nachrichtenagentur Europa Press mit, Jonathan Andic habe am Dienstagvormittag bereits eine erste Aussage gemacht. Wegen der Geheimhaltung des Verfahrens könne man keine weiteren Angaben machen, hieß es weiter. Man arbeite aber eng mit den Behörden zusammen.

Sogar Spaniens Königin Letizia trägt Mango

Mit einem geschätzten Vermögen von rund 4,5 Milliarden Euro galt Andic als einer der wohlhabendsten Männer Spaniens. Er war begeisterter Bergsteiger und Wanderer.
Andic habe nicht nur die katalanische, sondern auch die globale Modebranche unauslöschlich geprägt, schrieb der katalanische Regionalpräsident Salvador Illa nach dem Tod auf der Nachrichtenplattform X.
Sogar Spaniens Königin Letizia trägt Mango. Nach der überraschenden Wende gaben weder Illa noch andere Persönlichkeiten zunächst Stellungnahmen ab.
Die Familie des 1953 in Istanbul geborenen Unternehmers war 1969 nach Spanien ausgewandert. Im Alter von 17 Jahren verkaufte er bereits Kleidung und Schuhe auf Märkten.
Anfang der 1980er Jahre eröffnete Andic in Barcelona und in Madrid mehrere Modegeschäfte unter dem Namen Isak Jeans. Vor etwas mehr als 40 Jahren benannte er diese in Mango um. Neben Jonathan hatte Andic zwei Töchter, Judith und Sarah, die ebenfalls im Unternehmen tätig sind.

Knapp 3.000 Verkaufspunkte in mehr als 120 Ländern

„Isak war ein Vorbild für uns alle“, hatte Mango-CEO Toni Ruiz in der Mitteilung kurz nach dem Tod gesagt.
„Er hat sein Leben dem Mango-Projekt gewidmet und einen unauslöschlichen Eindruck hinterlassen, dank seiner strategischen Vision, seiner inspirierenden Führungsqualitäten und seinem unerschütterlichen Engagement für Werte, die er selbst in unser Unternehmen eingebracht hat.“

Ein Geschäft des spanischen Modehändlers Mango in Düsseldorf. (Archivbild)

Foto: Andreas Rentz/Getty Images

Mit 2.900 Verkaufspunkten in mehr als 120 Ländern und mehr als 18.000 Mitarbeitern schloss Mango das vergangene Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatzrekord von mehr als 3,7 Milliarden Euro ab.
Das entsprach einem Wachstum von 13 Prozent im Vergleich zu 2024. Knapp 80 Prozent des Umsatzes wird inzwischen nach Konzernangaben außerhalb Spaniens erzielt. (dpa/red)
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deutschland wirtschaft

Insolvenz-TICKER: Mac Geiz macht dicht

2026 wird mit weiteren Insolvenzen gerechnet. Ökonomen erwarten in diesem Jahr auch einen deutlichen Anstieg der Insolvenzen großer Unternehmen in Deutschland. „In manchen Branchen geht es mittlerweile nur noch ums reine Überleben“, sagt Jonas Eckhardt von der Restrukturierungsberatung Falkensteg.
Auch unseren Insolvenz-Ticker 2026 ergänzen wir fortlaufend. Die vorherigen Meldungen von 2025 finden Sie hier und hier.

 
HEUTE15:00 Uhr

Discounter Mac Geiz insolvent

Die Mäc Geiz Handelsgesellschaft mbH hat einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Halle (Saale) gestellt. Der Geschäftsbetrieb in den gut 180 Filialen soll vorerst weiterlaufen. Schließungen sind jedoch möglich. Das teilte das Unternehmen mit, das in Landsberg in Sachsen-Anhalt beheimatet ist und knapp 1.200 Menschen beschäftigt.
Die Lage für Discounter ist schwierig: Auch die Unternehmensgruppe Brüder Schlau, zu der die Fachmarktkette Hammer gehört, stellte im Juni 2025 einen Insolvenzantrag und Anfang 2026 erneut.
Der Discounter Pepco und der Dekohändler Depot machten 2025 insolvenzbedingt jeweils einen großen Teil ihrer Filialen dicht.
Zuvor traf es unter anderem den Non-Food-Discounter Kodi, der Mäc Geiz kürzlich übernommen hat, und die Warenhauskette Galeria.
 
7. Mai11:34 Uhr

Elektonik-Zulieferer IAV schließt Werk in Berlin

Der Automobilzulieferer IAV will den Standort Berlin weitgehend schließen. Das Unternehmen teilte  mit, dass das Betriebsgelände in Berlin „bis spätestens 2027“ veräußert werde, da die  Wertschöpfung „an den Standorten Gifhorn und Stollberg fokussiert werden“ solle.
Insgesamt ist der Abbau von 1.400 Stellen in Deutschland geplant, „um Überkapazitäten abzubauen und die Organisation an veränderte Marktbedingungen anzupassen“.
Der Zulieferer, der unter anderem Software und Elektronik- und Fahrzeugarchitekturen entwickelt und nach eigenen Angaben weltweit rund 6.600 Mitarbeiter an 25 Standorten beschäftigt, hatte bereits im Februar angekündigt, die Zahl der Stellen in Deutschland deutlich zu reduzieren.
 
5. Mai13:12 Uhr

BioNTech will sparen

Das Biotechnologieunternehmen BioNTech will mehrere Standorte schließen.
„BioNTech plant, die Produktionsstandorte in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur sowie an den Standorten von CureVac zu schließen, wovon insgesamt bis zu rund 1860 Stellen betroffen sein könnten“, erklärte das Mainzer Pharmaunternehmen. Das soll jährlich Einsparungen in Höhe von rund 500 Millionen Euro bringen.
Biontech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci scheiden aus dem Unternehmen aus. (Archivbild)

BioNTech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci scheiden aus dem Unternehmen aus. (Archivbild)

Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

 
22. Apr.11:20 Uhr

Druckmaschinenhersteller Manroland schließt in Offenbar

Der Hersteller für Druckmaschinen Manroland schließt sein Werk in Offenbach. Ab 31. Mai werden keine neuen Maschinen gebaut, so die IG Metall. Nach dem 1. Juni werden noch letzte Aufträge abgearbeitet und der Betrieb abgewickelt. Gespräche mit möglichen Käufern im Rahmen des Geschäfts mit Ersatzteilen dauern an.
Ein Großteil der 750 Beschäftigten muss zum 1. Juni gehen,  84 Mitarbeiter bleiben für die weiteren Arbeiten übergangsweise im Werk. Das 1871 gegründete Unternehmen stellte Bogenoffset-Druckmaschinen her. 2012 wurde das Unternehmen von der Langley Holding plc übernommen. 
 
16. Apr.11:21 Uhr

Autozulieferer meldet Insolvenz an

Steckverbindungen, insbesondere hochwertige System für die Auto- und Nutzfahrzeugindustrie, hat die Firma Erich Jaeger GmbH entwickelt und seit über 90 Jahren produziert. Nun musst das hessische Unternehmen im Wetteraukreis mit weltweit rund 1.000 Mitarbeitern, davon 200 in Deutschland, ein Insolvenzverfahren eröffnen.
Das Verfahren läuft am Amtsgericht Friedberg. Global gibt es vier Produktionsstandorte: Deutschland, Mexiko, Tschechien und China sowie mehrere Vertriebsbüros. Gesucht werden neue Investoren, der Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter.
 
12. Apr.10:06 Uhr

72 Feneberg-Filialen im Süden in Insolvenz

Die Supermarktkette Feneberg ist insolvent, sie beantragte am 9. Januar ein Schutzschirmverfahren beim Amtsgericht Kempten. Am 1. April wurde das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung planmäßig eröffnet. Der Betrieb in den Filialen geht uneingeschränkt weiter.
Feneberg ist der größte selbstständige Edekahändler und betreibt mit rund 3.000 Beschäftigten 72 Filialen im Süden Bayerns. Filialen gibt es vor allem im Allgäu, Oberbayern, Schwaben, Oberschwaben und der Bodenseeregion. Laut dem „Bayerischen Rundfunk“ habe die Kette angeblich rund 200 Millionen Euro Schulden.
 
9. Apr.17:06 Uhr

Spedition Betz International hat Insolvenz angemeldet

Die Spedition Betz International GmbH hat Insolvenz angemeldet. Am Amtsgericht Tübingen wurde das Insolvenzverfahren am 7. April eingeleitet.
Derzeit wird geprüft, wie das Unternehmen weitergeführt werden kann, es gebe Interessenten. Betroffen sind 140 Mitarbeiter. Die Spedition wurde 1979 gegründet und gehört zur Willi Betz-Gruppe.
 
15. März8:39 Uhr

Tegut verlässt Deutschland

Die Supermarktkette Tegut verlässt Deutschland, das teilt der Schweizer Mutterkonzern Migros mit. Tegut gehört seit 2012 dem schweizer Unternehmen. Es sind rund 7.400 Mitarbeiter betroffen. Die Marke soll nicht weitergeführt werden, Tegut sei „langfristig wirtschaftlich nicht zukunftsfähig“.
Einen Teil der knapp 300 Filialen übernimmt Edeka, ebenso das Logistikzentrum in Michelsrombach, die Herzberger-Bäckerei und die Smart Retail Solutions. Es fehlt noch die Zustimmung des Kartellamtes.

Der Eingang eines tegut-Geschäfts am 19. Mai 2015 in Schweinfurt.

Foto: Thomas Lohnes/Getty Images

 
18. Feb.9:15 Uhr

Kinderwagenhersteller insolvent

Der ostdeutsche Kinderwagenhersteller Zekiwa geht ins Insolvenzverfahren. Der Hersteller in Kretzschau (Sachsen-Anhalt) stellte Mitte Februar beim zuständigen Gericht einen Insolvenzantrag.
Das Unternehmen galt zu DDR-Zeiten und bis in die 1990er Jahre hinein als einer der größten Kinderwagenhersteller Europas. Es werden auch Puppenwagen produziert. Als Gründe nennt die Geschäftsführung vor allem rückläufigen Umsatz, steigende Kosten – und den Geburtenrückgang in Deutschland.
Der Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter, es wird ein Investor gesucht.
 
12. Feb.12:03 Uhr

Atlas wird saniert

Die Atlas-Gruppe hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestartet. Bei dieser Variante der Insolvenz, die auf den Erhalt des Unternehmens abzielt, bleibt das Management im Amt, während es durch externe Sanierungsberater und einen vom Gericht eingesetzten Sachwalter unterstützt wird.
Grund für das Verfahren soll eine seit „längerem andauernde, branchenweite Marktschwäche in der Baumaschinen- und Bauwirtschaft, die zu deutlich rückläufigen Auftragseingängen und einer niedrigeren Auslastung geführt hat“, so der Baumaschinenhersteller.
Das Unternehmen produziert seit über 100 Jahren Bagger, Ladekrane und anderes schweres Baugerät. Der Umsatz lag zuletzt bei etwa 150 Millionen Euro. Rund 400 Mitarbeiter sind in den betroffenen Gesellschaften der Gruppe beschäftigt.
Baumaschinenbranche in der Krise.

Baumaschinenbranche in der Krise. Die Atlas-Gruppe ist nun auch betroffen.

 
27. Jan.18:02 Uhr

Hammer-Raumstylisten stellen Insolvenzantrag

Die Hammer Raumstylisten GmbH hat beim Amtsgericht Bielefeld einen Insolvenzantrag gestellt. Ziel sei die Fortführung und nachhaltige Stabilisierung des Unternehmens.
Zu der Firma gehört die auf Raumausstattung und Heimtextilien spezialisierte Fachmarktkette Hammer. Der Geschäftsbetrieb soll uneingeschränkt fortgeführt werden, alle Standorte bleiben demnach geöffnet.
Die Handels- und Einrichtungskette Hammer hat bundesweit 93 Standorte und beschäftigt rund 1.200 Menschen. Die Fachmärkte waren erst im Herbst von einem Investorenkonsortium übernommen worden. Der Verkauf erfolgte im Rahmen eines sogenannten Asset-Deals, bei dem die Vermögenswerte auf die neu gegründete Hammer Raumstylisten GmbH übergingen.
 
28. Jan.11:43 Uhr

Landmaschinen-Händler insolvent

Die August Bruns Landmaschinen GmbH in Cloppenburg hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Die Firma vertreibt und vermietet Landmaschinen und bietet zudem technischen Service für Land- und Baumaschinen an.
Das Unternehmen ist auch in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt vertreten. Es stehen 170 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Als Ursache wird die allgemeine Lage angegeben: Die Nachfrage nach Landmaschinen sei eingebrochen, auch die Zulassungen sinken. Landwirte verschieben Neuanschaffungen.
Hoffnung wird in neuen strategischen Partnerschaften und im Ausbau des technischen Service gesehen. Das familiengeführte Unternehmen wurde 1948 gegründet.
 
24. Jan.21:30 Uhr

Hotelbetreiber insolvent

Der Hotelbetreiber Revo Hospitality hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Davon betroffen sind rund 140 Gesellschaften im deutschsprachigen Raum – darunter Hotels in Rostock (Vienna House Sonne am Neuen Markt), Stralsund (Hotel Baltic) und auf Rügen (Aedenlife Hotel in Trent). Ebenso zwei Holiday Inn in München, der Pullman Schweizerhof in Berlin und einige Mercure Hotels in verschiedenen Städten.
Insgesamt hat das Unternehmen in 12 Ländern Europas 250 Hotels. Der Betrieb läuft zunächst weiter, das Insolvenzgeld ist bis März gesichert. Als Ursachen wurden gestiegene Lohnkosten, die Anhebung der Mindestlöhne und höhere Ausgaben für Mieten, Energie und Lebensmittel genannt. Bis 2025 firmierte die Gruppe unter dem Namen HR-Group.
 
10. Jan.10:11 Uhr

Hersteller von Papierschneidemaschinen insolvent

Das Perfect Schneidemaschinenwerk GmbH Bautzen meldete Insolvenz in Eigenregie an. Das Traditionsunternehmen stellt in Sachsen Papierschneidemaschinen für die grafische Industrie her und bezeichnet sich als den weltweit ältesten Hersteller dieser Maschinen.
Derzeit sind 86 Mitarbeiter betroffen, der Geschäftsbetrieb wird über das Insolvenzgeld bis Februar abgesichert. Ziel ist derzeit, einen passenden Investor zu finden. Das Unternehmen beliefert Kunden in über 70 Ländern.
 
8. Jan.11:34 Uhr

Zalando schließt Standort Erfurt

Der deutsche Modeversandhändler Zalando schließt Ende September sein Logistikzentrum in Erfurt mit 2.700 Beschäftigten. Das teilte der DAX-Konzern mit Hauptsitz in Berlin mit. Aktuell würden die Beschäftigten über die Pläne informiert.
Grund ist eine Neuausrichtung des konzerneigenen europaweiten Logistiknetzwerks nach der Übernahme des Online-Modehändlers About You 2025. Die Erfurter Betreibergesellschaft des Standorts und Konzerntochter stelle demnach zum Jahresende den Betrieb ein. Bis dahin laufe die Arbeit unverändert weiter.

Zalando-Mitarbeiter nach dem Börsengang 2014 vor der Frankfurter Börse – das Unternehmen schließt 2026 sein einziges großes Logistikzentrum im Osten, 2.700 Menschen bangen in Erfurt um ihren Job (Symbolbild).

Foto: Hannelore Foerster/Getty Images

Das Logistikzentrum Erfurt wurde 2012 eröffnet, es ist der einzige konzerneigene Logistikstandort in dieser Größe in Ostdeutschland. Weitere große Logistikzentren betreibt Zalando in Gießen, in Lahr im Schwarzwald und in Mönchengladbach. Insgesamt sollen nach dem geplanten Umbau 14 Logistikzentren in sieben Ländern verbleiben.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen