Laut Beatrix von Storch, AfD-Vize-Fraktions-Vorsitzende, zeige die CDU-Broschüre „die Verzweiflung der CDU“. (Archivfoto) - Foto: Annette Riedl/dpa
In Kürze:
Die CDU verschickte ihre Anti-AfD-Broschüre an alle AfD-Bundestagsabgeordneten.
Dem Schreiben lag eine vorbereiteteAustrittserklärung aus der AfD bei.
AfD-Politiker wie Beatrix von Storch und Bernd Baumann reagierten mit scharferKritik.
Streitpunkte sind unter anderem Aussagen zu „Remigration“ und Antisemitismus.
Die Broschüre der CDU mit dem Titel „Abstieg für Deutschland: Keine Alternative“ sorgt weiterhin für Unmut im Bundestag. Seit einigen Wochen bewirbt die Partei die Schrift, mit der sie ihre Entschlossenheit begründet, auch künftig keine Bündnisse mit der AfD eingehen zu wollen, da sie diese vom Verfassungsschutz beobachtete Partei für eine Gefahr für das Land hält.
Nun hat sie in dieser Sache noch einmal nachgelegt und die Broschüre an alle Bundestagsabgeordneten der AfD geschickt. Wie die CDU selbst in sozialen Medien mitteilt, hat sie den Briefen zudem vorgefertigte Austrittserklärungen beigefügt. Nach dem Lesen der Broschüre könne, so die Begründung, „niemand mehr behaupten, nicht zu wissen, was in der AfD los ist“. Ein Video dazu hat die CDU am 21. Mai auf Instagram veröffentlicht.
Von Storch hat CDU-Brief „zur täglichen Belustigung an die Wand gehängt“
Mit der Unterzeichnung des vorgefertigten Austrittsschreibens sollen Unterzeichner ihren Austritt aus der AfD mit sofortiger Wirkung erklären – unter Bezugnahme auf den Inhalt der Broschüre. Dazu kommen die Bitte um entsprechende Bestätigungen, ein Widerruf von Einzugsermächtigungen und die Forderung nach Löschung personenbezogener Daten.
Die Sendung hat offenbar mittlerweile die Adressaten erreicht, wie mehrere MdBs der AfD gegenüber der Plattform „NIUS“ bestätigt haben.
Die Berliner Abgeordnete Beatrix von Storch postete auf X ein Bild mit einem Kommentar. Darin erklärte sie, sie habe sich „das Schreiben eingerahmt und zu meiner täglichen Belustigung an die Wand gehängt – gleich neben die Statistik der Beliebtheitswerte von Friedrich Merz“.
Das „wichtige zeithistorische Dokument“ zeige „die Verzweiflung der CDU angesichts ihres selbst verschuldeten Niedergangs und des unaufhaltsamen Aufstiegs der AfD“.
Von Storchs Kollege Markus Bühl reagierte ebenfalls auf die Zusendung und schrieb auf Facebook: „Während es in Deutschland immer weiter und massiver bergab geht, nimmt man sich in der CDU-Zentrale Zeit für bizarre PR-Aktionen und politische Selbstbeschäftigung in Sachen ‚Brandmauer‘.“
Streit um Schutz jüdischen Lebens
Bereits zuvor hatte der Parlamentsgeschäftsführer der AfD, Bernd Baumann, die CDU-Bundesgeschäftsstelle besucht und eine der Broschüren mitgenommen. In einem dazugehörigen Video hatte er erklärt, die Broschüre sei „voller Lügen, juristisch widerlegter Mythen und unfassbarer Niedertracht“.
So nimmt Baumann Anstoß an der Aussage, die AfD mache jüdisches Leben in Deutschland „unmöglich“. Er argumentiert, dass dieses hauptsächlich durch radikale Muslime bedroht sei und die AfD im Parlament „die meisten Initiativen zum Schutz jüdischen Lebens“ eingebracht habe.
In der Broschüre heißt es, Antisemitismus sei „ein Problem, welches die AfD ausschließlich den Menschen muslimischen Glaubens zuschreibt“.
Zudem zitiert sie den Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, der über die AfD äußert: „Dabei geht es aber nicht um die Bedürfnisse der Juden im Land. Sondern nur darum, dass Muslime Juden bedrohen. Juden dienen im Programm der AfD einzig und allein dazu, den antimuslimischen Ressentiments der Partei Ausdruck zu verleihen.“
Vorwurf der Deportation deutscher Staatsbürger an die AfD erneuert
Außerdem nahm Baumann daran Anstoß, dass sich in der Broschüre der Satz findet:
„Ganz offen bekennt sich die AfD dazu, Millionen Menschen deportieren zu wollen – auch deutsche Staatsbürger.“
Damit greife die CDU die Aussage der Rechercheplattform „CORRECTIV“ über das sogenannte „Geheimplan“-Treffen vom November 2023 in Potsdam auf. Dieses ist nach wie vor Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen, die noch nicht abgeschlossen sind. Bisherige Gerichtsurteile gehen bezüglich der Zulässigkeit bestimmter Darstellungen im „CORRECTIV“-Artikel in unterschiedliche Richtungen.
In der CDU-Broschüre wird jedoch auf das Potsdamer Treffen oder die „CORRECTIV“-Recherche kein Bezug genommen. Auch in den Quellen ist davon nicht die Rede.
Stattdessen führt der Text Einzeläußerungen führender politischer Exponenten der AfD zum Thema „Remigration“ und deren angestrebtem Umfang auf. Daraus zieht die Broschüre der CDU Schlussfolgerungen.
Worauf sich die CDU in ihrer Broschüre stützt
Die 35-seitige Broschüre bezieht sich hauptsächlich auf Aussagen aktueller oder früherer Politiker der AfD. Diese stammen zum Teil aus jüngerer Zeit, einige liegen bereits länger zurück. Dazu kommen Einschätzungen von Verfassungsschutzämtern oder Gerichten wie des Oberverwaltungsgerichts Münster.
In einigen Fällen stützt sich der Inhalt auch auf Medienberichte. Die Quellenangaben sind nicht in allen Fällen gleich präzise.
Die AfD hatte angekündigt, rechtliche Schritte gegen die Inhalte der Broschüre zu prüfen.
Das Umweltgesetz soll bei Infrastrukturprojekten die Prüfung von Naturschutzbelangen standardisieren und Ausgleichsmaßnahmen beschleunigen. (Symbolbild). - Foto: Andreas Rentz/Getty Images
In Verbindung mit den Regierungsplänen zur Beschleunigung des Ausbaus der Infrastruktur gibt es laut einem Bericht des „Spiegel“ eine Kontroverse zwischen den Ressorts für Verkehr und für Umwelt.
Dabei geht es demnach darum, für welche Ziele ein „überragendes öffentliches Interesse“ festgestellt wird.
Überragendes öffentliches Interesse
Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) wolle dies für Infrastrukturprojekte festschreiben lassen, Umweltminister Carsten Schneider (SPD) zudem für die Sicherung von Naturflächen.
Das Vorhaben Schnieders bezieht sich auf das Infrastrukturzukunftsgesetz, mit dem die Regierung Verfahren für Großprojekte deutlich beschleunigen will.
Dafür soll für diese ein „überragendes öffentliches Interesse“ festgestellt werden. Das Verkehrsministerium dringe darauf, das Gesetz noch vor der Sommerpause durch Bundestag und Bundesrat zu bringen.
Schneider will demnach mit einem eigenen Gesetz ebenfalls ein „überragendes öffentliches Interesse“ für Naturflächen feststellen lassen.
Verkehrsministerium spricht von „Bremsklötzen“
Hintergrund ist die Befürchtung, dass ansonsten bei Interessenkonflikten künftig der Naturschutz automatisch das Nachsehen habe. Dies solle das „Gesetz zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur“ verhindern.
Aus dem Verkehrsministerium heiße es dazu, der Umweltminister wolle „Bremsklötze“ für den Infrastrukturausbau aufbauen. Beide Minister seien hier „schon allein qua Amt Kontrahenten“.
Das Umweltministerium sieht hingegen keinen Widerspruch zwischen den beiden Vorhaben. „Niemand baut eine Stromtrasse durch einen Nationalpark“, hieß es aus dem Umweltressort.
Dort wurde allerdings eingeräumt, dass es gegen die Gesetzespläne Schneiders Widerstand aus der Union gebe: „Momentan sind die Bedenken gegen das Gesetz noch groß.“
Umweltgesetz soll Prüfverfahren standardisieren
Sowohl die Beschleunigung des Infrastrukturausbaus als auch das Gesetz zur Sicherung der Naturflächen sind im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbart.
Sie sollen sich insofern gegenseitig ergänzen, als das Gesetz aus dem Umweltressort dazu beitragen soll, bei Infrastrukturvorhaben die Prüfung von Naturschutzbelangen stärker zu standardisieren sowie Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen schneller auszuweisen.
Umweltverbände sehen die Regelungen zur Beschleunigung des Infrastrukturausbaus generell mit Skepsis. Sie befürchten ein Senken von Umweltstandards und ein Aufweichen von Naturschutzvorgaben. (afp/red)
Der 44-Jährige sagte, es sei „absurd“, Anträge im Parlament nicht zu unterstützen, nur weil sie möglicherweise auch mit Stimmen der AfD eine Mehrheit finden könnten. (Archivbild). - Foto: Daniel Karmann/dpa
Der designierte FDP-Generalsekretär Martin Hagen hat ein Ende der Ausgrenzung der AfD gefordert.
„Wir brauchen eine harte inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD – aber nicht diesen Popanz namens Brandmauer“, sagte Hagen der Nachrichtenagentur AFP in Berlin.
„Der Versuch, die AfD durch Brandmauer und Ausgrenzung klein zu halten, ist offensichtlich gescheitert. Ich plädiere für einen anderen Umgang.“
Die FDP werde unter ihrer künftigen Führung versuchen, Wähler von der Union, aber auch von der AfD zurückzugewinnen. Zur Strategie gehöre dabei auch die Bereitschaft zur Zuspitzung bei politischen Streitthemen.
„Gerade in der außerparlamentarischen Opposition muss man zuspitzen und manchmal auch ein Stück weit provozieren können“, sagte Hagen, der am Samstag beim FDP-Bundesparteitag auf Vorschlag des designierten Parteichefs Wolfgang Kubicki zum Generalsekretär gewählt werden soll.
„Der Meinungskorridor ist in den letzten zehn Jahren immer enger gezogen worden, etwa bei den Themen Migration, Klima oder Corona.“ Die Kritik an dieser Entwicklung wolle er nicht der AfD überlassen.
In den Parlamenten wolle die FDP zwar nicht mit der AfD zusammenarbeiten, sagte Hagen. Sie sei aber nicht generell dagegen, mit der AfD gemeinsame Mehrheiten zu bilden.
„Aus meiner Sicht ist es absurd, dass man einem Antrag im Parlament nicht zustimmt aus Angst, er könnte dann auch mit den Stimmen der AfD eine Mehrheit finden“, sagte der 44-Jährige.
„Wir sollten unser Abstimmungsverhalten nicht davon abhängig machen, was die AfD tut.“
Kubicki stellt sich hinter Hagens Aussagen
Der designierte Parteichef Kubicki stellte sich ausdrücklich hinter Hagens Angaben. Das Ende der Brandbauer sei für ihn eine „Selbstverständlichkeit“, entgegnete Kubicki den Sendern RTL und ntv auf eine Frage zu Hagens Interview-Äußerungen.
„Wir werden unsere eigenen Entscheidungen, unsere Anträge in Parlamenten nicht davon abhängig machen, wer zustimmt, weil wir das, was wir wollen, für richtig und gut halten. Die Brandmauer steht auch nicht in der Verfassung.“
Der Kubicki-Vertraute Hagen war von 2021 bis 2025 Landesvorsitzender der Bayern-FDP. Inzwischen ist er Geschäftsführer der Denkfabrik R21, die nach eigenen Angaben Ideen für eine „neue bürgerliche Politik“ entwickelt.
Das Institut kritisiert Themen wie „woke Identitätspolitik“ und eine angebliche Übermacht linker und grüner Ansichten in der öffentlichen Debatte.
Eine Rechtsverschiebung der FDP plane die neue Parteiführung nicht, beteuerte Hagen gegenüber AFP. Die FDP müsse wieder eine „Partei der Meinungsfreiheit und des offenen Diskurses sein“, in der auch Platz für zugespitzte Thesen sei.
„Das galt früher mal als links, heute gilt es als rechts“, sagte Hagen. „Es bleibt aber unverändert richtig.“
Die FDP wolle unter der künftigen Führung als Partei der Marktwirtschaft um Wähler werben und als Verfechterin von Freiheiten gegen einen als übergriffig empfundenen Staat.
„Nicht alle AfD-Wähler sind rechtsextrem“, sagte Hagen. „Diejenigen, die die Partei aus purer Verzweiflung über die Regierungspolitik der letzten Jahre wählen, kann und muss man zurückgewinnen.“ (afp/red)
Sonja von Norwegen war wegen Vorhofflimmerns und Herzinsuffizienz krankgeschrieben und erhielt im Januar einen Herzschrittmacher. (Archivbild). - Foto: Ole Hagen/Getty Images
Norwegens Königin Sonja ist nach einer Nacht im Krankenhaus wegen Herzproblemen wieder zu Hause. „So weit ich weiß, fühlt sie sich viel besser“, sagte ihr Ehemann, König Harald V., am Donnerstag, 28. Mai während einer Reise vor Journalisten.
Königin Sonja nach Klinikaufenthalt besser
Der 89-jährige Monarch zeigte sich zugleich sehr besorgt über den Zustand seiner lungenkranken Schwiegertochter, Kronprinzessin Mette-Marit.
Die 88-jährige Königin Sonja war am Mittwoch zur Beobachtung in eine Klinik in der Hauptstadt Oslo gebracht worden.
Dort werde sie „einige Tage“ lang bleiben, teilte der königliche Palast mit. König Harald sagte nun jedoch, seine Frau sei „auf dem Weg nach Hause“.
Der Monarch, der selbst gesundheitlich angeschlagen ist und auf Gehhilfen angewiesen ist, reist derzeit durch Norwegen.
Königin Sonja war am Sonntag wegen Vorhofflimmerns und Herzinsuffizienz krankgeschrieben worden. Ihr war im Januar ein Herzschrittmacher eingesetzt worden.
Sorge um Kronprinzessin Mette-Marit
Über seine Schwiegertochter Mette-Marit sagte König Harald, diese sei „ernsthaft krank“. „Daran gibt es keinen Zweifel“, sagte er vor Journalisten und fügte hinzu, dies sei „sehr traurig“.
Kronprinz Haakon hatte am Dienstag gesagt, Mette-Marits Zustand habe sich „in jüngster Zeit deutlich verschlechtert“. Er mache sich „Sorgen um ihre Gesundheit“.
Mette-Marit hatte 2018 bekannt gegeben, dass sie an einer seltenen Form von Lungenfibrose leidet, einer unheilbaren Krankheit. Diese führt zu Narbenbildung in der Lunge und damit zu Atemnot.
Kürzlich hatte sich die 52-Jährige erstmals öffentlich mit einem Sauerstoffgerät gezeigt. Ende Dezember hatte der Palast erklärt, dass sich Mette-Marit vermutlich in absehbarer Zeit einer Lungentransplantation unterziehen müsse.
Gesundheitliche und private Belastungen
„Sie nutzt täglich Sauerstoff, und das hilft ein wenig, aber es ist offensichtlich keine ganz zufriedenstellende Lösung“, sagte der 52-jährige Kronprinz.
Hinter Mette-Marit, die Haakon 2001 geheiratet hatte, liegen schwierige Monate. Ihr Sohn Marius Borg Hoiby, der aus einer früheren Beziehung stammt, musste sich wegen Vergewaltigungsvorwürfen vor Gericht verantworten.
Das Urteil gegen ihn wird für Mitte Juni erwartet. Die Kronprinzessin steht zudem wegen ihrer jahrelangen Freundschaft mit dem inzwischen verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein unter Druck. (afp/red)
Drei Menschen wurden verletzt. - Foto: Claudio Thoma/KEYSTONE/dpa
Am Schweizer Bahnhof Winterthur sind bei einem Terrorakt drei Männer mit einem Messer verletzt worden, einer von ihnen schwer. Der Täter, der 2015 wegen Verbreitung von Propaganda für die Terrororganisation Islamischer Staat angezeigt worden war, stach mit einem Messer auf die Personen ein, wie die Kantonspolizei Zürich mitteilte.
Er sei fünf Minuten nach dem Auslösen des Alarms festgenommen worden. Es habe keine weiteren Täter gegeben.
Augenzeugen hatten berichtet, der 31-Jährige habe bei den Taten „Allahu Akbar“ („Gott ist groß“) gerufen, was Islamisten bei Anschlägen oft als religiösen Kampfruf verwenden.
Winterthur mit rund 120.000 Einwohnern liegt etwa 50 Kilometer südwestlich von Konstanz am Bodensee.
Polizei hatte Mann vorher in die Psychiatrie gebracht
Der Schweizer, der auch die türkische Staatsbürgerschaft hat, war nach Angaben der Polizei noch vor wenigen Tagen in der Psychiatrie.
„Es ist ein Mensch, der ganz offensichtlich eine Verwirrung hat, die jihadistisch motiviert ist“, sagte Mario Fehr, Sicherheitsdirektor des Kantons Zürich, bei einer Pressekonferenz.
Er habe sich am 25. Mai bei der Stadtpolizei Winterthur gemeldet und dabei „wirre Aussagen“ gemacht, sagte der Kommandant der Kantonspolizei, Marius Weyermann.
Dabei habe er aber keine Gewaltdrohungen ausgestoßen. Die Polizei sei dennoch ausgerückt und habe ihn in die psychiatrische Einrichtung gebracht, die er aber am nächsten Tag wieder verlassen habe.
Er sei zunächst gesucht worden, aber ein Arzt habe bescheinigt, dass er keine Gefahr für sich und andere darstelle.
Am Bahnhof seien mutige Leute gewesen, sagte Weyermann. So habe sich eine Lehrerin schützend vor ihre Klasse gestellt, die zufällig gerade am Bahnhof vorbeiging.
Ein Opfer musste operiert werden
Bei den Opfern handelt es sich um drei Schweizer. Ein 28-Jähriger habe eine Stichverletzung am Bein erlitten, ein 43-Jähriger am Hals. Beide hätten nach der Versorgung im Krankenhaus nach Hause gehen können.
Ein 52-Jähriger sei schwerer verletzt worden. Er habe nach einer Stichverletzung am Oberschenkel operiert werden müssen.
Der mutmaßliche Täter sei in der Schweiz geboren und 2009 eingebürgert worden, hieß es von den Behörden. Er habe sich aber 2024 abgemeldet und sei in die Türkei gezogen.
Nach Informationen der Polizei kehrte er erst vor kurzem zurück in die Schweiz.
Fehr geht davon aus, dass er sich in der Türkei radikalisiert hat. „Wir wollen, dass solche Leute das Land verlassen“, sagte er. Die Aberkennung der Staatsbürgerschaft sei möglich. (dpa/red)
In freier Wildbahn sind Rhesusaffen vor allem in Asien anzutreffen - hierzulande lassen sie sich in Zoos beobachten. (Symbolfoto) - Foto: Uwe Anspach/dpa
Eine Gruppe Rhesusaffen ist in Witten im Ruhrgebiet ausgebüxt. Die sehr intelligenten, aber scheuen Tiere hatten nach Angaben der Polizei am Mittwoch vermutlich Mörtel aus einer Backsteinmauer gekratzt und konnten so ausbrechen, wie ein Polizeisprecher sagte.
Der WDR hatte zuvor berichtet. Nach Angaben des Senders handelt es sich um sechs der sogenannten Tempelaffen.
Mehrere Affen weiter auf der Flucht
Sie seien aus Tierschutzgründen in einer Auffangstation untergebracht gewesen.
Die Verantwortlichen hätten der Polizei glaubhaft versichert, dass von den Tieren keine Gefahr ausgehe. Daher suchen die Einsatzkräfte auch nicht aktiv nach den Affen.
Bis zum Nachmittag seien nach Auskunft der Auffangstation drei der Ausreißer bereits wieder aufgetaucht, berichtete der Polizeisprecher. Wo sich die übrigen befinden, sei allerdings weiter unklar.
„Wer einen Affen in seinem Garten sieht, kann sich aber an die Polizei oder die Feuerwehr wenden“, so der Polizeisprecher. Man stehe in Kontakt mit den Verantwortlichen, die für das Einfangen der Tiere Sorge tragen würden. (dpa/red)
Nicht die sogenannten Alkolocks selbst, aber dafür geschaffene Vorrichtungen müssen künftig in alle Neuwagen in der EU eingebaut sein. (Foto: Herbert Pfarrhofer/apa/dpa - Foto: Archiv)
In Kürze:
Ab Juli 2026 müssen neue Fahrzeuge in der EU über eine SchnittstellefürAlkolocks verfügen.
Die Alkohol-Wegfahrsperre selbst bleibt freiwillig und muss nicht serienmäßig eingebaut werden.
Ziel der EU ist eine deutliche Senkung der Anzahl alkoholbedingter Verkehrstoten bis 2030.
Mehrere Länder setzen Alkolocks bereits bei Wiederholungstätern oder freiwillig bei Berufskraftfahrern ein.
Ab Juli 2026 wird eine EU-Verordnung von 2019 wirksam, die sich unter anderem auf Einbauverpflichtungen für hochentwickelte Fahrassistenzsysteme bezieht.
In der im Jahr 2024 modifizierten Verordnung ist nicht nur die Rede von intelligenten Geschwindigkeitsassistenten oder Warnsystemen bei Müdigkeit. Auch eine „Vorrichtung zum Einbau einer alkoholempfindlichen Wegfahrsperre“ muss künftig in alle neuen Kraftfahrzeuge eingebaut sein, die eine Zulassung in der EU anstreben.
Vorrichtung für Alkolocks muss künftig vorhanden sein
Die Autohersteller müssen sicherstellen, dass es im Fahrzeuginnenraum einen geeigneten Einbauplatz für die sogenannten Alcohol-Interlock-Systeme oder Alkolocks gibt. Zudem muss die zu dessen Betrieb erforderliche elektronische Anschlussstelle vorhanden sein. Der Alkolock selbst muss nicht vorhanden sein – aber es muss möglich sein, diesen bei Bedarf schnell und ohne komplexe Modifikationen einzubauen.
Der sogenannte Alkolock selbst kombiniert einen Atemalkoholtester mit einer Wegfahrsperre. Der Fahrer muss vor Antritt seiner Fahrt in ein Röhrchen pusten. Wird eine zu hohe Alkoholkonzentration gemessen, würde das System den Start verweigern.
Jedes Gerät, das an die Schnittstelle gekoppelt wird, muss dabei der Norm EN 50436 entsprechen und über eine entsprechende Zertifizierung verfügen. Die Einbaupflicht für die Schnittstelle ist Ausdruck der Ambitionen der EU, die Anzahl alkoholbedingter Verkehrstoter und schwerer Verletzter bis zum Jahr 2030 um mindestens 50 Prozent zu reduzieren. Im Sinne der „Vision Zero“ soll sie bis 2050 im Idealfall komplett auf null sinken.
Mehrere Länder nutzen Option – in Deutschland fehlt die Rechtsgrundlage
Eine Verpflichtung zum Einbau der Alkolocks selbst ist mit der Verordnung nicht verbunden. Es gäbe auch hierzulande keine gesetzliche Grundlage, um Verkehrsteilnehmer selbst dazu zu veranlassen. Dies gilt auch für Fahrer, die bereits in der Vergangenheit durch alkoholbezogenes Fehlverhalten im Straßenverkehr aufgefallen sind.
In einigen Ländern innerhalb der EU wie Italien gibt es jedoch Gesetze, die es ermöglichen, in Einzelfällen Fahrer zum Einbau eines Alkolocks zu verpflichten. Ähnliche Programme gibt es laut WDR etwa in Dänemark, Schweden, Großbritannien, Finnland, Polen, Österreich, Belgien, Frankreich und den Niederlanden.
Zum Einsatz kommen die Geräte unter anderem als Auflage für notorische Trunkenheitsfahrer. Aber auch in einigen Branchen, wie in Schulbussen oder bei Berufskraftfahrern, statten Unternehmen selbst ihre Fahrzeuge mit Alkolocks aus. Deren Einbau ist auch eine Geldfrage: Ein Gerät dieser Art kostet auf dem Markt derzeit zwischen 1.500 und 2.000 Euro.
Pilotprogramm mit Alkolocks in Österreich fand mehrere Hundert Freiwillige
Schätzungen, über die der österreichische „Standard“ berichtet, gehen davon aus, dass eine breite Nutzung der Wegfahrsperren die Zahl tödlicher Unfälle mit Alkoholbezug um bis zu 65 Prozent senken könnte. In Österreich hatten sich von 2017 bis 2022 insgesamt 655 Männer und 98 Frauen an einem Pilotprogramm beteiligt. D
ie Freiwilligen waren nach Alkoholfahrten von einem Führerscheinentzug bedroht.
In Deutschland gibt es auch in solchen Fällen keine gesetzliche Grundlage, Betroffene einer solchen Auflage zu unterziehen. Überschreitung eines Limits von 1,1 Promille führt hier zwingend zum Führerscheinentzug.
Jordi Savall am Abend der Preisverleihung mit Tabea Zimmermann, Bratschistin und Vorsitzende des Stiftungsrates der Ernst von Siemens Stiftung (l.) sowie Ilona Schmiel, Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung zur Auswahl der Preisträger. - Foto: Ernst von Siemens Musikstiftung/Astrid Ackermann
Es ist unter anderem die Zeit, die Jordi Savall sich nimmt – vielmehr seine Lebenszeit, die er gibt, hingibt, um vergessene Musik uns vorangegangener Generationen wieder zum Leben zu erwecken. Er forscht, recherchiert, entziffert – ohne auf sofortige, schnelle Ergebnisgarantie zu setzen.
Nun wurde der Gambist Savall für sein Lebenswerk mit dem Ernst von Siemens Musikpreis geehrt. Im würdigen Rahmen des Prinzregententheaters in München konnte ihm der Preis persönlich überreicht werden. Das voll besetzte Haus mit rund tausend Plätzen zollte dem 85-Jährigen begeisterten Applaus.
Savall: „Wir wissen, dass die Schönheit der Musik immer die Kraft haben wird, uns zu erretten“
Es ist beileibe nicht die erste Auszeichnung, die Savall sein Eigen nennen darf. 17 davon sind dieser vorangegangen, wie Laudator Edouard Mätzener, selbst Violinist und mehrfach ausgezeichnet, in seiner Rede anmerkt. Mätzener lernte den Maestro bei einem Videointerview kennen, das ihn zunächst – sprachlich bedingt – völlig aus dem Konzept brachte.
Doch lassen Sie uns zuerst die Sprache in den Fokus nehmen, in der Savall im Laufe seines Lebens ein Virtuose geworden ist: die Musik. Es ist der Klang der Stimmen und Instrumente, der einen nach dieser Ehrungsfeier begleitet und wie einen Schatz mit sich trägt.
Savall konzipierte hierfür ein Programm unter dem Titel „Pro Pacem“ – ein musikalisches Plädoyer für den Frieden vom Mittelalter bis in unsere Zeit. Dass dies nicht Worte bleiben, sondern sich auf allen Ebenen des Seins transportiert, ist das, wofür Jordi Savall im hohen Alter von allen Seiten geehrt wird.
Sobald die ersten Töne seiner von ihm gegründeten Ensembles La Capella Reila de Catalunya und Hespèrion XXI erklingen – Savall selbst dabei an der Gambe und von dort aus dirigierend –, entsteht eine Atmosphäre, welche die Herzen zur Ruhe kommen lässt. Aus dieser inneren Stille heraus wird der Frieden erfahrbar, für den Menschen über die Jahrhunderte im Gesang und mit Musik gebetet haben.
Gleichsam einem Zelt öffnen die Musiker den geistigen Raum nach oben – wohlwissend, dass die Überwindung menschlicher Differenzen nur in dieser Ausrichtung nach oben, auf diesem „Umweg“ und mit dem Rückhalt an universellen Werten gelingen kann.
Tabea Zimmermann verliest die Würdigung zum Ernst von Siemens Musikpreis an Jordi Savall.
Foto: Ernst von Siemens Musikstiftung/AstridAckermann
Jordi Savall bei der Preisverleihung des Musikpreises der Ernst von Siemens Stiftung an ihn, am 23. Mai 2026 im Prinzregententheater in München.
Foto: Ernst von Siemens Musikstiftung/Astrid Ackermann
Frieden im Herzen
„Der Titel Pro Pacem verweist nicht nur auf den Wunsch nach Frieden und Konfliktfreiheit, sondern auch auf das Streben nach innerer Harmonie und einem tiefen Dialog zwischen Völkern und Glaubensrichtungen“, schreibt Jordi Savall dazu im Programmheft. Und weiter: „Da pacem Domine (Herr, gib uns Frieden) ist der zentrale liturgische Text, der das gesamte Konzert durchdringt …“
In sich wandelnden Formationen – als A-cappella-Gesang, rein instrumental oder in Kombination mit menschlicher Stimme – wird diese Hoffnung in die Welt getragen. Faszinierend dabei ist, wie die Stücke – obwohl über acht Jahrhunderte entstanden und aus unterschiedlichen Kulturen – wunderbar miteinander harmonieren.
Allen eigen ist eine demütige Schlichtheit, die sich in der Interpretation durch Savall und seine Ensembles transportiert. Ob es die Vertonung des Psalms 137 von Salomone Rossi (1570–1630) für vier Männerstimmen ist, eine Schütz-Motette oder ein traditionelles südafrikanisches Lied namens Indodana, das Jehovah und seinen Sohn besingt und bei dem sich die Sängerinnen kreisförmig formieren: Alle Stücke strahlen Größe und Erhabenheit aus, denn sie besingen nichts Geringeres als das Herz des Lebens.
Für Jordi Savall ist es eine innere Verpflichtung, Musik lebendig und immer wieder neu erfahrbar werden zu lassen, auch und gerade bei Alter Musik.
Foto: Ernst von Siemens Musikstiftung/Astrid Ackermann
Höchst interessant ist auch eine anonyme Hymne an die Jungfrau Maria in arabischer Sprache aus der syrisch-maronitischen Tradition, eine katholische Gemeinschaft mit Ursprüngen im Libanon.
Der Reigen schließt sich mit einer von Savall an Arvo Pärt im Jahr 2004 in Auftrag gegebenen Komposition anlässlich der damaligen Anschläge in Madrid. Fast möchte man sich wünschen, auf das Klatschen zu verzichten, um die Musik aller Stücke in der Stille nachhallen lassen zu können.
Ohne Musik könnte man nicht leben
Warum wird Jordi Savall der mit rund einer Viertelmillion dotierte Ernst von Siemens Preis nun genau verliehen? Dies in wenigen Sätzen beschreiben zu wollen, gleicht dem Unterfangen, eine ganze Welt mit ein paar Worten skizzieren zu wollen.
Festzuhalten ist, dass Jordi Savall schon recht früh die Gnade zuteil wurde, zu wissen, zu erfahren und letztlich zu entscheiden, wofür er geboren wurde. Wie so oft ist es ein leidvolles Ereignis, das zur Erkenntnis verhilft. Er erkrankt mit elf Jahren an Typhus und entdeckt, dass es das geistige und seelische Brot ist, das er wirklich zum Überleben braucht: Puschkin, Beethoven, Brahms und viele andere.
Sein nächster entscheidender Wendepunkt im Alter von vierzehn ist die Begegnung mit Mozarts Requiem und die Entscheidung, Cello zu lernen. Dieser Herausforderung nähert er sich zunächst als Autodidakt und vertraut auf seine Ohren. Disziplin und Ausdauer sind dabei die Wegbegleiter seiner Leidenschaft, 8 Stunden Cellospiel sein tägliches Pensum.
Später wird er am Conservatori Superior de Música del Liceu in Barcelona studieren, und es werden immer wieder die Begegnungen mit Menschen sein, anderen Musikern, die ihm Inspiration sind und die Weichen für die Zukunft stellen. So lernt er die Gambe kennen, entdeckt sie für sich auf seine eigene Weise und mit ihr das Interesse an Notenrepertoire, dessen er in geduldiger Suche in Bibliotheken in Paris, Brüssel und London fündig wird. Es sind ganze Musikwelten, die er so wieder lebendig werden lässt.
Eine glückliche Fügung will es, dass der Direktor des Goethe-Instituts in Barcelona die sogenannte Alte Musik sehr schätzt – das Musikrepertoire vor und aus der Zeit des Barock, dem sich Savall so intensiv widmet. Dies hat zur Folge, dass Savall 1968 mithilfe eines Stipendiums an die Schola Cantorum Basiliensis in der Schweiz gehen kann.
Fünf Jahre später, bis 1993, wird er dort Lehrer sein, immer getragen von der Frage, wie Musik unmittelbar erfahrbar wird und lebendig bleibt. Obwohl er zu diesem Zeitpunkt bereits vielfach konzertiert und gefragt ist, gewährleistet erst diese Stelle den Lebensunterhalt. In dieser Zeit ist es auch, als er die Meditation für sich entdeckt, deren Praxis er bis heute treu ist.
„Vive Jordi, Vive l’Europe“
Mätzeners sprühende Begeisterung in seiner Laudatio ob des Menschen Savall sowie seiner zahlreichen Initiativen springt regelrecht auf das Publikum über. „Offene Ohren, feine Antennen, Großzügigkeit und Vertrauen – das ist es, was Jordi für mich ausmacht“, sagt Mätzener. „Vive Jordi, Vive l’Europe“ ist der krönende Schluss.
Edouard Mätzener, Laudator für Jordi Savall.
Foto: Ernst von Siemens Musikstiftung/AstridAckermann
Aber auch allein die nüchternen Fakten sprechen für sich: Savall gründete sechs Ensembles, darunter große Orchester oder Vokalensembles. Von 1975 bis heute spielte er über 200 Aufnahmen ein, die meisten unter seinem eigenen Label Alia Vox (eine andere Stimme), welches er 1998 mit der Sopranistin Montserrat Figueras gründete, seiner inzwischen verstorbenen ersten Frau.
Er komponierte die Musik zu sechs Filmen, darunter „Tous les matins du monde“ (deutscher Titel: „Die siebente Saite“), der sich 2 Millionen Mal verkaufte. Sein Kammerorchester Le Concert des Nations ist legendär, denn die Verbindung von jungen und erfahrenen Berufsmusikern ist für beide Seiten sehr befruchtend und damit auch für das Publikum.
Diese Melange aus Erfahrungswissen und Aufbruchskraft setzt Savall auch bei seinen zwölftägigen Akademien ein. Hierfür möchte Savall einen Teil des Preisgeldes verwenden. Auch das Projekt „Orpheus 21“ soll von der Auszeichnung profitieren. Savall rief dieses ins Leben, um nach Europa geflüchtete Musikerinnen und Musiker aus orientalischen Ländern, zu unterstützen, indem sie in Ensembles spielen und konzertieren können und damit wieder sichtbar werden.
Musiker, Forscher, Vermittler, Leiter
Und da wäre auch noch Prometheus 21 zu nennen: eine Initiative, die Ensembles vereint, und sich für die Forschung, Weitergabe und institutionelle Unterstützung der europäischen Musik und damit auch der vielen freischaffenden Musiker einsetzt. Denn Savall weiß, wie er in seiner Rede betont, dass nur die Weitergabe des Wissens, welches in den letzten Jahrzehnten wiederentdeckt wurde, es vor dem erneuten Vergessen bewahren wird.
In Bezug auf das Bewahren des Wissen ist es nur folgerichtig, dass Mätzener statt dem erwarteten Ja zum Englischen als Interviewsprache eine Ablehnung von Savall erhält. Es sei an der Zeit, unsere europäischen Sprachen mit Stolz zu vertreten, bemerkte Savall und schlug ihm vor auf Französisch oder Deutsch zu kommunizieren.
Somit setzt die Ernst von Siemens Musikstiftung mit ihrer Wahl für Jordi Savall beim diesjährigen Musikpreis auch ein deutliches Zeichen. Sie unterstützt das gesellschaftliche Engagement eines großen Musikers und seiner vielen Kollegen und Mitarbeiter, die ihn auf diesem Weg begleiten. Sie ehren einen Musiker, der etwas zu sagen hat.
Dass es für Savall immer um das Verbindende in der Musik geht, das sich durch das Wahrnehmen und Respektieren des anderen speist, wird in vielem deutlich. Nicht zuletzt im großen Blumenstrauß, den er entgegennimmt und der zur Freude und Anerkennung aller Musiker auf der Bühne verbleibt.
La Capella Reial de Catalunya und Hespèrion XXI beim Programm „Pro Pacem“. Bei seiner Rede bedankt sich Savall bei allen, auch seinen Ensembles, die ihm mit Unterstützung, Rat und Freundschaft zur Seite standen. Auch ging der Dank an seine Eltern, seine erste Frau und seine beiden Kinder.
Foto: Ernst von Siemens Musikstiftung/AstridAckermann
Das Design des neuen Ferrari Luce ist umstritten. - Foto: Ferrari/PA Wire/dpa
Ferrari wird für das Design seines ersten Elektro-Modells Luce verspottet. Im Netz heißt es „Playmobil-Auto“ oder „Temu-Ferrari“. Ex-Ferrari-Chef Luca di Montezemolo warnt sogar: „Es besteht die Gefahr der Zerstörung eines Mythos“, und stichelt: „Es ist zumindest ein Auto, das die Chinesen nicht kopieren werden.“
Die starken Reaktionen zeigen ein Dilemma, vor dem viele Autohersteller bei der Elektromobilität stehen – und bei dem die deutschen Konzerne inzwischen dazugelernt haben.
Am Montag hatte Ferrari in Rom sein erstes vollelektrisches Auto vorgestellt.
Der Autobauer selbst will mit dem mehr als eine halbe Million Euro teuren Luce ein neues Kapitel in der Geschichte der Marke aufschlagen. Doch das Aussehen, an dem der ehemalige Apple-Designchef Jony Ive mitgewirkt hat, sorgt für Debatten.
Schiefes Gesamtkonzept
„Ferrari macht beim Luce einen Fehler, den viele andere Hersteller schon hinter sich haben: Bei Elektroautos auf stark abweichende Designs zu setzen und damit ein Fahrzeug zu bauen, das zu sehr nach Stromer und nicht mehr nach der eigenen Marke aussieht“, sagt Ferdinand Dudenhöffer.
Das Gesamtkonzept des Luce sei schief, sagt der Branchenexperte. „Der sieht nicht mehr aus als sei er in Italien entwickelt, sondern wie ein fahrendes Smartphone.“
Die deutschen Autohersteller sind beim E-Autodesign schon weiter. „Mercedes und Volkswagen rudern hier zurzeit stark zurück. BMW hat das bereits vor Jahren nach dem futuristisch aussehenden i3 getan“, sagt Dudenhöffer.
Die Kundschaft habe ein klares Bild von einem BMW, VW oder Mercedes im Kopf. „Wenn man das zu schnell ändert, verschreckt man seine Käufer. Das gilt nicht nur, aber insbesondere für Elektroautos.“
Die ID-Modelle waren vielen zu wenig VW
VW hatte beim Start seiner Elektro-Familie 2019 viel Kritik einstecken müssen. Das Design, das der Konzern den ID-Modellen unter dem damaligen Konzernchef Herbert Diess verpasste, sollte eigentlich das Neue im Vergleich zu den Verbrennern herausstellen.
Doch bei den Kunden polarisierte es vor allem: Frisch und entspannt sagten die einen, zu steril und vor allem zu wenig VW die anderen.
Am Ende änderte VW die Richtung. Nach dem Abgang von Diess 2022 verordnete die neue Konzernspitze auch dem ID-Design einen Neustart. Ein VW müsse wieder aussehen wie ein VW, verkündete Markenchef Thomas Schäfer.
Der ID.3 wurde per Facelift entschärft, den geplanten Kleinwagen darunter ließ Schäfer noch einmal komplett neu zeichnen. Ergebnis: Der ID.Polo, der demnächst anläuft, sieht wieder fast so aus wie der Verbrenner-Polo.
Mercedes legt ebenfalls Kehrtwende hin
Auch Mercedes-Benz hat seine Designstrategie für E-Autos korrigieren müssen. Mit Submarke EQ und Modellen wie EQS und EQE setzte der Konzern zunächst auf einen radikalen Bruch: Die fließende, eiförmige Silhouette war zwar gut für die Reichweite – kam aber bei vielen potenziellen Kunden nicht an.
Das gilt auch für die schwarzen Flächen, die statt des klassischen Kühlergrills verbaut wurden.
Konzernchef Ola Källenius vollzog daraufhin eine Kehrtwende – und kündigte vor zwei Jahren eine Designsprache an, die unverkennbar Mercedes sei.
Die neuen E-Modelle sollen wieder unter den etablierten Modellnamen angeboten und stärker an Klassiker angelehnt werden.
Der 2025 vorgestellte, elektrische CLA kehrte zum Beispiel zu gewohnten Proportionen zurück und unterscheidet sich kaum von der Verbrenner-Variante.
Der vergangene Woche vorgestellte Mercedes-AMG GT polarisiert allerdings heftig im Netz – vor allem wegen des Designs.
BMW hat früh gelernt
BMW setzt bei Elektroautos schon lange auf Design nah am Verbrenner. Beim 2013 vorgestellten i3 waren die Münchner noch andere Wege gegangen – vom Material der Karosserie bis zum Aussehen.
Der durchschlagende Erfolg blieb dem Modell verwehrt, möglicherweise auch aus optischen Gründen. Bei späteren Elektroautos verzichtete BMW auf große Design-Sonderwege.
„Ich glaube ein großer Teil des Erfolges, den BMW bei Elektroautos in den vergangenen Jahren außerhalb Chinas hatte, geht darauf zurück, dass sie auch bei den Stromern auf ihr klassisches Design vertraut haben“, sagt Dudenhöffer.
Porsche: Evolution statt Revolution
Auch Porsche setzt bei der Designsprache auf Kontinuität. Viele klassische Elemente der Marke finden sich auch bei den E-Modellen. Ihre Gestaltung verantwortet noch der frühere Chefdesigner Michael Mauer.
„Als Luxusmarke lebt Porsche davon, Dinge nicht ständig neu zu erfinden, sondern Gutes kontinuierlich weiterzuentwickeln“, sagte er bereits vor zwei Jahren.
Die Unterschiede zu den Verbrennern liegen daher vor allem im Detail: Taycan, Macan und Cayenne sind aerodynamischer und haben beispielsweise statt eines Kühlergrills eine geschlossene Frontpartie mit aktiven Luftklappen.
Zudem unterscheidet sich die Lichtsignatur deutlich. Aber: Es ist auf den ersten Blick erkennbar, dass es sich um einen Porsche handelt – ein Credo Maurers. Ob das auch unter seinem Nachfolger so bleibt, wird sich zeigen.
Kontinuität ist gut für den Wert
„Die Kontinuität in der Gestaltung hilft auch, den Wert der Gebrauchtwagen sicherzustellen“, sagt Dudenhöffer. „Das ist bei einem Auto nun mal sehr viel wichtiger als bei einem Kleidungsstück, das man wegwerfen kann oder in den Schrank legt, wenn sich die Mode schnell ändert.“ (dpa/red)
Bei einem „Sicherheitsgipfel“ hat die Deutsche Bahn mehr Sicherheitspersonal, bessere Ausrüstung und engere Zusammenarbeit mit der Bundespolizei beschlossen. (Symbolbild). - Foto: RALF HIRSCHBERGER / AFP via Getty Images
Rund vier Monate nach der tödlichen Attacke auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz ist der 26-jährige Verdächtige wegen Mordes angeklagt worden.
Es sei von einer Tat aus niedrigen Beweggründen auszugehen, erklärte die Staatsanwaltschaft Zweibrücken am Donnerstag. 28. Mai.
Anklage nach Angriff auf Zugbegleiter erhoben
Der Beschuldigte soll den Zugbegleiter nach einer Fahrtkartenkontrolle am 2. Februar bei Landstuhl mehrere Schläge versetzt haben, als dieser ihn der Bahn verwies.
„Nach den durchgeführten Ermittlungen handelte der Angeschuldigte aus Verärgerung über eine alltägliche Ticketkontrolle“, teilte die Behörde weiter mit.
Der Beschuldigte habe das Tatgeschehen bei richterlichen Vernehmungen und gegenüber einem forensisch-psychologischen Gutachter objektiv eingeräumt, einen Tötungsvorsatz jedoch bestritten und sich teils auf Erinnerungslücken berufen.
Die Anklage erging zum Landgericht Zweibrücken. Es muss nun über die Eröffnung der Prozesses entscheiden.
Die Tat löste bundesweit Entsetzen aus und trat eine Debatte über die Sicherheit des Zugpersonals los.
DB-Gipfel beschließt mehr Sicherheitspersonal
Die Deutsche Bahn hielt einen „Sicherheitsgipfel“ mit Gewerkschaftern sowie Vertretern aus Politik und Behörden ab.
Beschlossen wurden unter anderem die Einstellung von 200 zusätzlichen Kräften bei der DB Sicherheit, eine Verbesserung der Ausrüstung der Mitarbeiter sowie mehr Kooperation mit der Bundespolizei.
Die Attacke ereignete sich während der Fahrt eines Regionalzugs bei Landstuhl in Rheinland-Pfalz. Laut Staatsanwaltschaft kontrollierte der Zugbegleiter den 26-Jährigen.
Da dieser keinen Fahrschein hatte, forderte ihn zur Vorlage seines Ausweises aus. Als der Angeklagte dies nicht tat, verwies er ihn des Zugs.
Daraufhin versetzte dieser dem Bahnmitarbeiter mehrere Faustschläge gegen den Kopf. Dieser stützte bewusstlos zu Boden und erlitt eine letztlich tödliche Hirnblutung. (afp/red)
Nach einem nächtlichen israelischen Angriff in Sidon meldete das Gesundheitsministerium fünf Tote; das Gebäude wurde laut einem AFP-Reporter teilweise zerstört. (Archivbild). - Foto: Bilal Hussein/AP/dpa
Israels Armee hat nach eigenen Angaben einen Luftangriff auf ein Ziel in Beirut geflogen. Weitere Einzelheiten würden später mitgeteilt, hieß es am Donnerstag, 28. Mai in einer kurzen Erklärung der israelischen Armee.
Tote nach Angriffen im Libanon
Wie die Nachrichtenagentur AFP aus libanesischen Militärkreisen erfuhr, richtete sich der Angriff gegen eine Wohnung in der Hisbollah-Hochburg Schueifat im Süden von Beirut.
Zuvor hatten die Behörden im Libanon mindestens 14 Tote bei israelischen Luftangriffen im Süden des Libanon gemeldet.
Fünf Tote meldete das Gesundheitsministerium nach einem nächtlichen israelischen Angriff aus der Küstenstadt Sidon gemeldet, der laut einem AFP-Reporter die ersten beiden Stockwerke eines Gebäudes zerstörte.
Weitere Tote und ausgeweitete Kämpfe im Libanon
Weitere Tote wurden aus Nabatije sowie Tyros und Umgebung gemeldet, wo die Armee die Bewohner zuvor zur Evakuierung aufgerufen hatte. Unter den Toten sind demnach auch zwei syrische Staatsbürger, darunter ein Kind.
Israel hatte seinen Militäreinsatz gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz in den vergangenen Tagen ausgeweitet. Am Mittwoch erklärte sie ein großes Gebiet im Süden des Landes zur „Kampfzone“.
Armeesprecher Avichay Adraee warf der vom Iran finanzierten Miliz wiederholte Verstöße gegen die seit Mitte April geltende Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon vor.
Gespräche zwischen Israel und Libanon geplant
Für Freitag ist ein Treffen von Militärvertretern Israels und des Libanon in Washington angesetzt. Das Treffen findet im Vorfeld einer neuen direkten Gesprächsrunde zwischen beiden Ländern am 2. und 3. Juni statt.
Der Libanon war durch neue Angriffe der Hisbollah auf Israel in den Iran-Krieg hineingezogen worden.
Die vom Iran unterstützte Miliz lehnt die direkten Gespräche zwischen dem Libanon und Israel sowie ein unter Vermittlung der USA geschlossenes Waffenruhe-Abkommen ab, das Mitte April in Kraft trat. (afp/red)
Abed Rabbo Mansour Hadi wurde 2012 Präsident des Jemen und folgte auf Langzeitmachthaber Ali Abdullah Saleh. (Archivbild). - Foto: KHALED FAZAA/AFP via Getty Images
Der frühere Präsident des Jemen, Abed Rabbo Mansur Hadi, ist jemenitischen Angaben zufolge in Saudi-Arabien gestorben.
Der 80-Jährige starb in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad „infolge eines plötzlichen gesundheitlichen Zusammenbruchs“, hieß es aus dem Umfeld von Jemens Präsidentschaft.
Hadi war nach dem Beginn des Bürgerkriegs in seiner Heimat 2015 nach Saudi-Arabien geflohen. 2022 übertrug er seine Befugnisse an einen neu eingesetzten Präsidialrat mit Sitz in Aden.
Hadi hatte sein Amt 2012 angetreten. Zuvor war er jahrelang Vizepräsident unter Ali Abdullah Saleh, der nach drei Jahrzehnten an der Spitze des Staates im Zuge des sogenannten Arabischen Frühlings im Februar 2012 zurückgetreten war.
Der Jemen ist das ärmste Land auf der arabischen Halbinsel. In den vergangenen Jahren wütete dort ein Bürgerkrieg, der eine humanitäre Katastrophe nach sich zog.
Huthi-Kontrolle, Waffenruhe und anhaltende Krise
Große Teile des Jemen werden von der islamistischen Huthi-Miliz kontrolliert, die 2014 die Hauptstadt Sanaa eingenommen hatte. 2015 begann ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis, zugunsten der Regierungstruppen einzugreifen.
Der auch als Stellvertreterkrieg zwischen dem Iran und Saudi-Arabien geltende Bürgerkrieg wurde im April 2022 durch eine von der UNO vermittelte Waffenruhe beendet.
Obwohl das Abkommen auslief, wurden die Kämpfe weitestgehend eingestellt. Die humanitäre Krise dauert jedoch weiter an. (afp/red)
Bei einem Rücktritt müsste Friedrich Merz seine Entlassung bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beantragen und bliebe bis zur Nachfolge geschäftsführend im Amt. (Archivbild). - Foto: Bernd Thissen/dpa
Angesichts schlechter Umfragewerte für Bundeskanzler Friedrich Merz und auch für die Regierung insgesamt gibt es Spekulationen, wonach der Amtsinhaber durch einen anderen Regierungschef ersetzt werden könnte, beispielsweise durch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (beide CDU).
Führende Unionspolitiker wiesen entsprechende Gerüchte zurück. Rein rechtlich wäre ein solcher Kanzlerwechsel jedoch unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
Szenario 1: Rücktritt
Durch einen Rücktritt könnte Merz den Weg für die Wahl eines anderen Kanzlers freimachen. Dass er dies vorhat, dafür gibt es aber keinerlei Anzeichen.
Formal müsste Merz bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier seine Entlassung beantragen. Diese müsste das Staatsoberhaupt auch annehmen, allerdings bliebe der Kanzler bis zur Neubesetzung des Amts geschäftsführend im Amt.
Dafür würden dann die normalen Regeln für die Kanzlerwahl nach Grundgesetz-Artikel 63 gelten.
Szenario 2: Vertrauensfrage
Merz könnte auch – mit oder ohne Verbindung mit einer Sachfrage – die Vertrauensfrage stellen. Dies könnte auch dazu dienen, seinen Rückhalt in der Koalition unter Beweis zu stellen.
Erhielte er bei einem solchen Vertrauensvotum keine Mehrheit, könnte der Bundespräsident laut Grundgesetz-Artikel 68 innerhalb von 21 Tagen den Bundestag auflösen, jedoch nur, wenn Merz ihm dies vorschlägt.
Der Bundestag könnte dann in diesem Zeitraum auch einen neuen Kanzler wählen, womit das Recht auf Parlamentsauflösung erlischt. Auch könnte Merz trotz verlorener Vertrauensfrage rechtlich gesehen im Amt bleiben.
Szenario 3: Konstruktives Misstrauensvotum
Der Bundestag hat gemäß Grundgesetz-Artikel 67 immer das Recht, in einem konstruktiven Misstrauensvotum mit der Mehrheit seiner Mitglieder einen anderen Bundeskanzler zu wählen.
Allerdings wäre ein solches Vorgehen kaum geeignet, um einen Wechsel innerhalb derselben Partei oder Koalition herbeizuführen: Der Gegenkandidat zum Beispiel Wüst – müsste dazu gegen Merz antreten und eine Mehrheit erzielen.
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (Archivbild)
Foto: Christoph Reichwein/dpa
Option Neuwahlen
Denkbar wären auch Neuwahlen zum Bundestag. Dafür sind die rechtlichen Hürden allerdings hoch. Möglich wäre dies im Fall des Scheiterns einer Kanzlerneuwahl nach einem Rücktritt von Merz oder nach dessen Niederlage bei einer Vertrauensabstimmung.
Letzteres könnte auch bewusst herbeigeführt werden. Im Fall einer Neuwahl könnten die Unionsparteien einen neuen Spitzenkandidaten aufstellen – oder auch erneut mit Merz antreten.
Das Risiko eines Mehrheitsverlusts für die aktuelle rot-schwarze Koalition wäre aber laut den aktuellen Umfragen bei Neuwahlen sehr hoch.
Anders als in einigen anderen Ländern, gibt es in Deutschland rechtlich kein Verfahren, bei dem die Kanzlerpartei CDU oder auch die Unionsfraktion sich während einer laufenden Wahlperiode für die Nominierung eines anderen Regierungschefs entscheiden und so einen Kanzlerwechsel herbeiführen könnten.
Politisch könnten sie aber Merz natürlich zum Rücktritt auffordern, wenn sie dies wollten. Auch dafür gibt es derzeit keine Anzeichen.
Denkbar wäre auch eine Ablösung von Merz als CDU-Chef durch Rücktritt oder Abwahl, letzteres allerdings regulär erst wieder 2028.
Ein Ende seiner Kanzlerschaft wäre damit jedoch rechtlich nicht verbunden und müsste es auch politisch nicht sein. (afp/red)
Containerumschlag im Duisburger Hafen. - Foto: Oliver Berg/dpa
Das Pharmaunternehmen Sandoz hat bei der EU-Kommission den Entwurf für eine Antidumping-Beschwerde zur Einfuhr chinesischer Inhaltsstoffen für die Antibiotikaproduktion eingereicht.
Wie das in der Schweiz ansässige Unternehmen, das für die Antibiotikaherstellung ein großes Werk in Österreich betreibt, mitteilte, gebe es „eindeutige Anzeichen für marktverzerrendes Verhalten“.
Konkret seien dies Preisunterbietungen und staatliche Subventionen, führte Sandoz aus. Zudem kritisierte das Pharmaunternehmen „die Konzentration der weltweiten Produktionskapazitäten in einem einzigen Land“.
EU soll Antidumpingzölle erheben
Die Vorwürfe beziehen sich auf chinesische Importe von Amoxicillin-Wirkstoffen – einem weitverbreiteten Antibiotikum, das zu den Penicillinen zählt.
Die EU werde aufgefordert, Antidumpingzölle zu erheben, um zu verhindern, dass ausländische Unternehmen die globalen Märkte mit extrem billigen, staatlich subventionierten Penicillin-Wirkstoffen überschwemmen, erklärte Sandoz.
Der „wegweisende“ Schritt des Unternehmens sei der erste derartige Fall in der Pharmaindustrie seit Jahrzehnten.
Sandoz-Chef Richard Saynor kritisierte, dass „mittlerweile bis zu 90 Prozent der weltweiten pharmazeutischen Wirkstoffe für Antibiotika außerhalb Europas produziert werden, vor allem in China“.
Dies sei eine „entscheidende strategische Schwachstelle“, erklärte er. Die aktuellen Marktbedingungen spiegelten „keinen fairen Wettbewerb“ wider – stattdessen benachteiligten sie systematisch eine „resiliente“ Produktion in Europa. Dadurch wiederum werde der Verlust „kritischer Produktionskapazitäten“ riskiert.
Sandoz war 2023 aus einer Abspaltung des Schweizer Pharmariesen Novartis hervorgegangen. Das unternehmen ist in Europa der größte Hersteller von Generika – also von Nachahmerpräparaten von Arzneimitteln, deren Patentschutz abgelaufen ist und die deshalb unter anderem wegen der geringeren Entwicklungskosten üblicherweise preiswerter als die Originalpräparate sind. (afp/red)
Verdi-Proteste am 28.05.2026 - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Die Proteste von Klinikbeschäftigten gegen die Kürzungspläne von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung haben Fahrt aufgenommen. Wie die Gewerkschaft ver.di mitteilte, sind heute und in den kommenden Tagen an über 50 Krankenhäusern im ganzen Bundesgebiet Aktionen geplant.
„Rote Karten für Frau Warken“
Unter anderem fand am Donnerstagmittag in Berlin im Rahmen des „Klinikaufstands“ am Sana-Klinikum Lichtenberg die Aktion „Rote Karten für Frau Warken“ statt, an der sich auch Linken-Chefin Ines Schwerdtner beteiligte.
Diese warf der Bundesregierung vor, die „Kettensäge“ an die Gesundheitsversorgung zu setzen. Eine weitere Aktion in Berlin war für Donnerstag zudem für die Charité angekündigt, bei der auch die DGB-Bundesvorsitzende Yasmin Fahimi auftreten soll.
„Die Beschäftigten der Krankenhäuser sind wütend über die Sparorgie der Bundesgesundheitsministerin, die vor allem auf ihre Kosten gehen soll“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler.
„Ihre Antwort ist der Klinikaufstand.“ Warken setze sehenden Auges die Qualität der Krankenversorgung aufs Spiel. „Sie will die Erfolge der letzten Jahre zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen zurückdrehen.“
Zudem gefährde die Ministerin hunderttausende Arbeitsplätze in der Branche. „Das alles ist das Gegenteil von guter Gesundheitspolitik und ruft unseren Widerstand hervor“, so Bühler.
Gewerkschaft rechnet mit schlechteren Behandlungen
Laut ver.di würden die Regierungspläne den Krankenhäusern bis 2030 fast 30 Milliarden Euro entziehen und einer Studie des HCB-Instituts zufolge fast die Hälfte der Kliniken in akute Insolvenzgefahr stürzen.
Die Gewerkschaft befürchtet, dass die schlechtere Refinanzierung von Tariferhöhungen und der Pflege am Bett Stellenstreichungen in der Pflege und bei anderen Berufsgruppen nach sich ziehen würde.
Immer noch könnten in vielen Kliniken Patienten nicht „bedarfsgerecht“ versorgt werden, weil das Personal fehle, so Bühler. „Dieser Zustand würde sich infolge des Gesetzes dramatisch verschlimmern – bis hin zur Gefährdung von Menschenleben.“
Tariflöhne nicht mehr vollständig erstatten zu wollen, stehe auch völlig konträr zu dem Ziel der Bundesregierung, die Tarifbindung zu stärken.
Ver.di kündigte an, in der Sache weiter Druck machen zu wollen. Unter anderem soll bei der Gesundheitsministerkonferenz am 10. Juni 2026 in Hannover eine Großkundgebung stattfinden. (dts/red)
„In Not befindliche amerikanische Patienten sollten wir nicht abweisen“, sagte der SPD-Politiker Karl Lauterbach. - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) würde weitere US-Patienten aufnehmen, die sich mit dem Ebola-Virus infiziert haben. Die USA hatten zuvor erklärt, keine mit Ebola infizierten Personen ins Land zu lassen.
„In Not befindliche amerikanische Patienten sollten wir nicht abweisen“, sagte der SPD-Politiker dem Nachrichtenportal „Politico“.
Falls die USA wirklich ihre eigenen Erkrankten nicht zur Behandlung einreisen ließen, wäre das ein Fehler. Es könne in Zukunft dazu führen, dass Kranke unbehandelt versuchten, zurückzukommen, warnte er.
US-Außenminister Marco Rubio hatte am 27. Mai erklärt: „Wir können und werden nicht zulassen, dass Ebola-Fälle in die Vereinigten Staaten gelangen.“ Ziel sei, „das amerikanische Volk zu schützen“.
Aktuell wird bereits ein amerikanischer Arzt in der Berliner Charité behandelt, der sich in der Demokratischen Republik Kongo mit Ebola infiziert hatte. Seine Frau und seine vier Kinder sind ebenfalls in dem Krankenhaus isoliert und werden dort betreut.
Der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer bekräftigte, die US-Regierung habe die Bundesregierung bei der Aufnahme des US-Bürgers um Unterstützung gebeten.
„Dieser Bitte haben wir entsprochen. Zum einen verfügt Deutschland über Expertise bei der Behandlung von Ebola-Patienten, zum anderen ist die Flugzeit nach Deutschland deutlich geringer, sodass die Behandlung hier sehr viel schneller aufgenommen werden konnte“, sagte Meyer zu „Politico“. (dts/red)
Blumen und Kerzen am Unfallort: In Dinslaken ist die Trauer nach dem Unfalltod zweier Kinder groß. - Foto: Oliver Berg/dpa
Die 47 Jahre alte Autofahrerin, die am 27. Mai in Dinslaken am Niederrhein mit ihrem Wagen in eine Gruppe von Schülern gefahren ist, trug ein Gerät zur langfristigen Herzüberwachung, einen sogenannten Eventrecorder.
Sie hatte nach dpa-Informationen im Mai vergangenen Jahres wegen einer Ohnmacht am Steuer bereits einen Verkehrsunfall verursacht und deshalb das Gerät bekommen, das die Herzaktivität kontinuierlich überwacht. Ein Fahrverbot bestand nicht. Die „BILD“ hatte darüber zuerst berichtet.
Eventrecorder sollen Ohnmachten erkennen
Eventrecorder werden implantiert, um plötzliche Ohnmachtsanfälle oder Aussetzer der Herztätigkeit zu erkennen, die bei einem Langzeit-EKG möglicherweise nicht auffallen.
Die Frau war am Morgen kurz vor Schulbeginn mit ihrem Auto in eine Gruppe von drei zwölfjährigen Jungen gefahren – Schüler des Dinslakener Otto-Hahn-Gymnasiums, die auf Fahrrädern auf dem Weg zum Unterricht waren.
Zwei der Zwölfjährigen wurden so schwer verletzt, dass sie später im Krankenhaus starben. Der Dritte erlitt leichte Verletzungen. Die 47-Jährige hatte danach mit ihrem Wagen noch drei weitere Autos gerammt und beschädigt. Sie wurde selbst ebenfalls schwer verletzt.
Bei internistischen Notfällen wie einem kurzzeitigen Aussetzen des Herzens oder einem Ohnmachtsanfall könne es durchaus passieren, dass Autofahrer verkrampften und ungewollt das Gaspedal durchdrückten, sagte der bekannte Unfallforscher Siegfried Brockmann von der Björn Steiger Stiftung.
Eine aktuelle Studie der Stiftung vom Oktober vergangenen Jahres habe ergeben, dass medizinische Notfälle weit häufiger als bisher vermutet für Seniorenunfälle verantwortlich sind. Es könne durchaus aber auch jüngere Menschen treffen, sagte Brockmann.
Unfallgutachter prüft den Ablauf
Die Frau sei am Unfalltag nicht vernehmungsfähig gewesen, sagte die zuständige Staatsanwältin. Ob man heute mit ihr sprechen könne, müsse geprüft werden. Die Behörde habe ein Unfallgutachten zum Ablauf der Kollision in Auftrag gegeben. Dabei gehe es auch darum, ob die Frau in der Tempo-30-Zone vor der Schule zu schnell unterwegs war.
Am Gymnasium der drei verunglückten Jungen, an der Grundschule, vor der der Unfall passiert war, und in der ganzen Stadt herrschte am Tag danach große Betroffenheit. Zahlreiche Menschen legten an der Unfallstelle Kerzen, Blumen und Teddybären ab, um ihre Trauer auszudrücken.
Nach dem tödlichen Unfall in Dinslaken wird bekannt: Die Fahrerin trug wegen einer früheren Ohnmacht am Steuer ein Überwachungssystem für ihr Herz
Foto: Fabian Strauch/dpa
An der Schule der Jungen seien Schulpsychologen und Notfallseelsorger im Einsatz. Besondere Zuwendung erhalte dabei die Klasse, die um ihre zwei Mitschüler trauert, sagte eine Sprecherin der Stadt. Die Dinslakener Grundschule am Unfallort gab ihren rund 350 Schülerinnen und Schülern am frühen Mittag Hitzefrei.
Große Betroffenheit
NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) hatte der weiterführenden Schule sowie der Grundschule, in deren Nähe sich der Verkehrsunfall ereignete, Hilfen etwa durch Schulpsychologen zugesichert. „Wir werden die Schulen mit allem unterstützen, was uns möglich ist“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.
„Was in Dinslaken passiert ist, ist furchtbar. Ein Kind zu verlieren, ist das Schlimmste für Eltern“, erklärte Feller. Sie trauere mit den Familien, den Freunden und Bekannten und allen Menschen an den betroffenen Schulen.
Notfallseelsorger helfen Betroffenen und Mitschülern nach dem schweren Unfall in Dinslaken
Foto: Oliver Berg/dpa
Der Bürgermeister von Dinslaken, Simon Panke (SPD), sprach der Familie ebenfalls sein Beileid aus. „Unsere Gedanken sind vor allem bei den Kindern und ihren Eltern und Familien. Für sie ist das Schlimmste eingetreten, was überhaupt passieren kann“, schrieb er bei Facebook.
Auch bei Freunden, Mitschülern und Lehrkräften seien Schock und Schmerz riesig. Die Schule brauche jetzt Zeit und Ruhe zur Aufarbeitung, so Panke. „Dies gilt speziell für die Klassenkameraden der verstorbenen Kinder.“
„Bei aller öffentlichen Aufmerksamkeit bitten wir um Verständnis dafür, dass Schule, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern jetzt Zeit benötigen, um das Geschehene zu begreifen und zu verarbeiten, da es ein sehr schwerer Tag war und noch viele weitere sehr schwere Tage folgen werden“, sagte die Stadtsprecherin. (dpa/red)
Ein Matrose löst die Taue des Nachschubschiffs A 1412 „Frankfurt am Main“ der Bundesmarine, als das Schiff am 7. Mai 2024 seinen Heimathafen Wilhelmshaven verlässt. Das Schiff ist eines der größten Schiffe der deutschen Streitkräfte. - Foto: Focke Strangmann/AFP via Getty Images
Das Sondervermögen von 100 Milliarden Euro, das die Ampelregierung nach dem Beginn des Ukrainekrieges auf den Weg gebracht hat, wird offenbar ohne Aufsicht des Bundestags ausgegeben. Das berichtet der „Spiegel“.
Ein entsprechendes Gremium aus Abgeordneten wurde in dieser Legislaturperiode zwar gewählt, hat sich jedoch bislang weder konstituiert noch getagt.
Der Grünen-Abgeordnete Sebastian Schäfer, selbst ein Mitglied des Gremiums, hat deshalb in einem Brief an die sechs weiteren Mitglieder angemahnt, sich nun „dringend“ zusammenzufinden und sich auf eine zukünftige Arbeitsweise zu verständigen.
„Als Abgeordnete haben wir gerade in diesen Zeiten der großen Herausforderungen einen wichtigen Auftrag, dem wir uneingeschränkt nachkommen müssen“, schreibt der Haushälter.
Der Bundestag hatte nach der „Zeitenwende“-Rede des damaligen Bundeskanzlers Olaf Scholz (SPD) beschlossen, die 100 Milliarden Euro in Form von Krediten aufzunehmen.
Unter anderem wurden damit Kampfflugzeuge vom Typ F-35 bestellt. Die Mittel sind weitgehend verplant. Inzwischen wurden per Grundgesetzänderung Ausgaben für die Rüstung von der Schuldenbremse ausgenommen.
Schäfer beharrt dennoch auf dem Gremium: „So sind für dieses Jahr Ausgaben in Höhe von mehr als 25 Milliarden Euro geplant. Im nächsten Jahr sollen sogar mehr als 27 Milliarden Euro verausgabt werden.“
Schäfer fürchtet unter anderem, dass die Rüstungsunternehmen zu viel Geld für ihre Produkte verlangen. (dts/red)
MediaMarktSaturn ist Europas größter Elektronik-Fachhändler und nach Amazon, Otto und Zalando viertgrößter Onlineshop in Deutschland. - Foto: Creativebird/iStock
Die geplante Übernahme von Europas größtem Elektronikfachhändler MediaMarktSaturn durch den chinesischen E-Commerce-Riesen JD.com beschäftigt gleich mehrere Behörden.
Die Europäische Kommission hat nach einer ersten Untersuchung „vorläufige Bedenken“ und prüft den Fall nun genauer. Ihre Zustimmung ist eine der Voraussetzungen für einen Eigentümerwechsel.
„Die vorläufige Untersuchung deutet darauf hin, dass JD.com möglicherweise ausländische Subventionen erhalten hat, die den EU-Binnenmarkt verzerren“, teilte die Brüsseler Behörde mit.
Chinesische Subventionen könnten es JD.com ermöglicht haben, ein höheres Übernahmeangebot für Ceconomy, die MediaMarkt- und Saturn-Mutter, abzugeben. Dies könnte den Prozess verzerrt haben. Dabei gehe es um Vorzugsfinanzierungen, steuerliche Anreize und Zuschüsse.
Die EU-Kommission will außerdem prüfen, ob die Übernahme den Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt verzerren würde. Nach EU-Recht hat sie bis zum 2. Oktober Zeit für eine endgültige Entscheidung. Sie betonte, dass deren Ergebnis offen sei. JD.com könnte sich im Laufe der Untersuchung auch zu bestimmten Zusagen verpflichten, um Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern.
Behörden prüfen nach Kartellrecht und Sicherheit
Behörden in mehreren Ländern prüfen die Übernahme. Je nach nationalen Anforderungen wird die Transaktion kartellrechtlich geprüft. In anderen Ländern wird untersucht, ob der Einstieg eines ausländischen Investors sicherheits- oder ordnungspolitisch unbedenklich ist.
Frankreich und Italien haben laut Ceconomy grünes Licht für die Übernahme gegeben. Die Entscheidungen aus Deutschland, Spanien und Österreich stehen noch aus. Aus Unternehmenskreisen hieß es, man rechne mit einer Gesamt-Freigabe in der zweiten Jahreshälfte.
Ceconomy und JD hatten die Übernahme im vergangenen Jahr angekündigt. Der chinesische Onlinehändler hält demnach inzwischen 59,8 Prozent der Aktien und Stimmrechte.
Die Beteiligungsgesellschaft der Gründerfamilie Kellerhals behält einen Anteil von 25,4 Prozent, hat sich aber verpflichtet, künftig mit JD zu stimmen. De facto kommt der chinesische Konzern damit auf mehr als 85 Prozent.
Das Bundeskartellamt hatte den Erwerb bereits im September freigegeben. Es gebe keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken, da JD.com bislang nur in sehr geringem Umfang in Deutschland aktiv sei. Das Bundeswirtschaftsministerium hat noch nicht zugestimmt, es prüft unter sicherheitspolitischen Gesichtspunkten.
JD ist Chinas größter Einzelhändler nach Umsatz
MediaMarktSaturn ist Europas größter Elektronik-Fachhändler und nach Amazon, Otto und Zalando viertgrößter Onlineshop in Deutschland. Das Handelsunternehmen Ceconomy, zu dem die MediaMarktSaturn Retail Group heute zählt, entstand 2017 als Abspaltung von Metro.
JD.com ist mit einem Jahresumsatz von knapp 159 Milliarden US-Dollar (2024) laut dem Forschungsinstitut EHI größter chinesischer Handelskonzern und zählt auch weltweit zu den zehn größten.
Die Gruppe, die etwa 570.000 Beschäftigte hat, ist unter anderem auch in den Bereichen Technologie, Logistik und Gesundheit tätig. In Deutschland ist das Engagement bislang überschaubar. Im März dieses Jahres startete JD.com den Onlineshop Joybuy.
Ceconomy ist laut Geschäftsbericht mit mehr als 1.000 Märkten in elf europäischen Ländern aktiv, rund 400 davon hierzulande. Filialen der Kette Saturn gibt es nur noch in Deutschland.
Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr machte das Unternehmen einen Umsatz von 23,1 Milliarden Euro. Weltweit beschäftigte der Konzern im Jahr 2024 rund 50.000 Menschen, davon knapp 20.000 in Deutschland.
Die erste Saturn-Filiale wurde 1961 in Köln eröffnet, der erste MediaMarkt 1979 in München. Die Einzelhandelskette übernahm den Wettbewerber Saturn 1990. Einige Jahre später besaß die Metro AG die Mehrheit an beiden Marken. (dpa/red)
Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr stehen nach einem Unfall neben zwei Stadtbahnen. - Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Beim Zusammenstoß zweier Stadtbahnen in Hannover sind nach Angaben der Feuerwehr mehrere Menschen verletzt worden.
Es gebe eine zweistellige Zahl an Verletzten, die vom Rettungsdienst betreut würden, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Zum Schweregrad der Verletzungen konnte er zunächst nichts sagen.
Leitstelle löste Massenanfall von Verletzten aus
Die beiden Stadtbahnen waren den Angaben zufolge gegen Mittag am Allerweg aus zunächst ungeklärter Ursache zusammengestoßen. Die Leitstelle löste einen sogenannten Massenanfall von Verletzten aus.
Mehrere Fahrgäste wurden vom Rettungsdienst versorgt.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Die Feuerwehr war mit zahlreichen Kräften vor Ort, darunter auch mit einem Großraumrettungswagen. Dabei handelt es sich um einen zum Rettungswagen umfunktionierten Bus, in dem mehrere Patienten gleichzeitig versorgt werden können.
Nach Beobachtungen eines dpa-Fotografen vor Ort entgleisten beide Stadtbahnen. Eine Bahn sei gegen die Haltestelle gedrückt worden, dabei seien Betonplatten hochgedrückt worden.
An einer der Stadtbahnen war demnach eine lange Schleifspur zu sehen, zudem waren Scheiben gesplittert.
Die beiden Bahnen waren kollidiert.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Einige Verletzte bereits in umliegenden Krankenhäusern
Zahlreiche Rettungswagen und Notärzte waren im Einsatz. Einige Verletzte seien bereits in umliegende Krankenhäuser gebracht worden, andere würden noch vor Ort versorgt, berichtete der Fotograf.
Der Verkehrsunfalldienst der Polizei Hannover war den Angaben zufolge bereits vor Ort und begann mit den Ermittlungen zur Unfallursache. (dpa/red)