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11.08.2026 | Nach Minenräumung Straße von Hormus wieder offen | 111 Tote bei Erdbeben in Kolumbien | Riesiger Benzin-Lagertank in Libyen brennt

HEUTE7:54 Uhr

Extremschwimmerin in Main und Rhein unterwegs

Extremschwimmerin Nathalie Pohl (31) hat ihre rund 200 Kilometer lange Schwimm-Challenge von Frankfurt nach Köln begonnen. Sie will in vier Tagen schwimmend den Main und Rhein durchqueren und auf die Bedeutung des sicheren Schwimmens für Kinder aufmerksam machen. Das Niedrigwasser sieht sie gelassen – es sei genug Wasser da und die geringere Strömung könnte das Vorankommen verlangsamen. 

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HEUTE7:13 Uhr

Riesiger Benzin-Lagertank in Libyen brennt

Unbekannte haben in Sawija westlich von Tripolis (Libyen) einen Benzin-Lagertank angegriffen und einen Großbrand ausgelöst. Der Tank des Ölkonzerns Bregg enthielt rund 4,5 Millionen Liter Benzin. Er brach nach dem Angriff in sich zusammen. Feuerwehrleute sind damit beschäftigt, den Brand einzudämmen. Bislang gibt es keine Schwerverletzten. Der Tank befindet sich auf dem Gelände der zweitgrößten Ölraffinerie Libyens.

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HEUTE6:36 Uhr

Straße von Hormus laut Trump wieder offen

Die Straße von Hormus ist laut US-Präsident Donald Trump nach einer Minenräumung wieder befahrbar. Sie werde „zu 100 Prozent“ von den USA kontrolliert. Er verlangte Entschädigungszahlungen vom Iran. Die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) sieht die Bedrohungslage in der Meerenge weiterhin als ernst an.

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HEUTE6:22 Uhr

Retter in Kolumbien suchen nach Überlebenden des Erdbebens

Kolumbien hat nach dem Erdbeben mit mindestens 111 Toten den Notstand ausgerufen. Die Opferzahl könnte noch steigen. Das Epizentrum lag nahe San José del Palmar im Westen des Landes. Mehr als 1.500 Wohnhäuser wurden schwer beschädigt, rund 60 Gebäude stürzten vollständig ein. Sechs Flughäfen sind derzeit für den kommerziellen Flugverkehr außer Betrieb. Auch Soldaten helfen bei den Bergungsarbeiten.
Anwohner und Rettungskräfte durchsuchen die Trümmer nach einem Erdbeben.

Anwohner und Rettungskräfte durchsuchen die Trümmer nach einem Erdbeben.

Foto: Santiago Saldarriaga/AP/dpa

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HEUTE6:00 Uhr

Über zehn Kunden für Schnellzugang zu Trumps Online-Posts

Das Online-Netzwerk Truth Social hat mehr als zehn Kunden für einen Schnellzugang gewonnen, vor allem Firmen zum Hochfrequenzhandel an Börsen. Sie zahlen meist 60.000 bis 100.000 US-Dollar monatlich. Für TMTG (Trump Media & Technology Group) könnte das eine lukrative neue Erlösquelle werden. Das Unternehmen verzeichnete zuletzt 238,1 Millionen Dollar Verlust.

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HEUTE5:30 Uhr

Hitzetage: Handel fordert Abkühlung der Innenstädte

Der Handelsverband Deutschland fordert Maßnahmen zur Abkühlung der Innenstädte wie mehr Bäume oder Sonnensegel. Auch öffentliche Trinkwasserspender seien eine gute Anregung. Die Kommunen müssten dafür finanziell in die Lage versetzt werden – da die Hitze die Attraktivität des Einzelhandels mindere.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen

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Pegel, Kaub, Fahrverbot, Produktionskürzungen: Was zum Niedrigwasser wichtig ist

Niedrigwasser am Rhein, sinkende Pegelstände, weniger Ladung für Schiffe: In diesen Tagen häufen sich Meldungen über die niedrigen Wasserstände. Was bedeuten die Zahlen?
Warum ist ausgerechnet der Pegel in Kaub so wichtig – und ab wann wird Niedrigwasser zum Problem für die Schifffahrt? Stehen nun Produktionskürzungen an? Ein Überblick.

Niedrigwasser, Pegelwert und Fahrrinnentiefe

Wenn ein Fluss einen Wasserstand erreicht, der deutlich unter dem durchschnittlichen Wert liegt, spricht man von Niedrigwasser. Laut der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes sind schwankende Wasserstände im Jahresverlauf nicht ungewöhnlich und abhängig von Regen, Temperaturen, Gletschern und Schneeschmelze.
Der Pegelwert gibt Aufschluss darüber, wie hoch das Wasser an einer bestimmten Stelle steht. Gemessen wird dabei von einem festgelegten Bezugspunkt, dem sogenannten Pegelnullpunkt.
Der Pegelstand gibt deshalb nicht direkt an, wie tief der Fluss ist. Wenn der Pegelstand im rheinland-pfälzischen Kaub bei 16 Zentimetern liegt, bedeutet das, dass der Wert 16 Zentimeter über dem festgelegten Nullpunkt liegt.
Schiffe fahren im Rhein in der vorgesehenen Fahrrinne - solange sie noch tief genug ist.

Schiffe fahren im Rhein in der vorgesehenen Fahrrinne – solange sie noch tief genug ist.

Foto: Christoph Reichwein/dpa

Für die Schifffahrt ist vor allem die Fahrrinnentiefe entscheidend. Die Fahrrinne ist der Bereich des Flusses, in dem im Normalfall bestimmte Breiten und Tiefen für den Schiffverkehr vorhanden sind.
Je nach Abschnitt des Rheins gibt es Unterschiede. In Kaub ist die Fahrrinne bei einem Pegelstand von 16 Zentimetern rechnerisch 129 Zentimeter tief.

Ein 1.500-Tonnen-Binnenschiff ersetzt rund 60 Lkw

Nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) stehen notgedrungen Produktionskürzungen an. „Südlich von Kaub droht jetzt ein komplettes Abschneiden der Transportwege und damit eine Zweiteilung des Rheins“, sagte IW-Verkehrsexperte Thomas Puls der „Rheinischen Post“.
„Da weder Straße noch Schiene in der Lage sind, die anfallenden Güter aufzunehmen, besteht die wahrscheinlichste Reaktion der Grundstoffindustrien in einer Produktionsreduktion.“
Erste Einschränkungen meldet bereits der Chemiekonzern Covestro, wo der „Rohstoff- und Warenverkehr derzeit erheblich eingeschränkt“ ist, wie ein Unternehmenssprecher der „Rheinischen Post“ sagte.
„Schiff-Transporte über den Rhein sind auf der Straße praktisch nicht zu kompensieren, denn ein Binnenschiff mit einer Tragfähigkeit von 1.500 Tonnen ersetzt circa 60 Lkw“, führte der Sprecher an. „Daher lässt sich der Schiffsverkehr nicht vollständig auf die Straße verlagern.“

Landwirtschaft rechnet mit starken Belastungen

Der Bauernverband geht davon aus, dass die Trockenheit die Landwirte finanziell stark belasten wird. Die Auswirkungen der Dürre seien extrem, sagte Verbandspräsident Joachim Rukwied den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Er rechne mit erheblichen Ertragseinbußen, nicht nur beim Getreide, sondern auch bei den Herbstkulturen und im Futterbau.
Die unterdurchschnittlichen Erträge in Verbindung mit niedrigen Erzeugerpreisen und hohen Kosten, etwa für Diesel, würden die Liquidität vieler Betriebe enorm belasten. „Nicht wenige Betriebe brauchen Sonder- oder Zwischenfinanzierungen zur Sicherung der Liquidität und zum Fortbestand des Betriebes“, sagte Rukwied.

Kaub ist ein Nadelöhr der Rheinschifffahrt

Sehr oft wird der Pegel Kaub für Meldungen herangezogen. Kaub liegt im Mittelrheinabschnitt zwischen St. Goar und Budenheim bei Mainz. Dieser Flussabschnitt stellt dem Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt zufolge ein Nadelöhr für die Rheinschifffahrt dar.
Dort sei die Fahrrinne schlechter ausgebaut als stromaufwärts und stromabwärts. Schiffe können diesen Abschnitt jedoch nicht einfach überspringen oder umfahren – sie müssen sich nach den dortigen Gegebenheiten richten.
Auch die Industrie- und Handelskammern für Rheinhessen und Pfalz sehen in Kaub einen Engpass, der die Transportkapazitäten auf dem Rhein begrenzt.
Vor der aktuellen Niedrigwasserphase lag der niedrigste gemessene Wert bei 25 Zentimeter am 22. Oktober 2018. Dieser Tiefstwert ist Geschichte: Nun sank der Wert auf 16 Zentimeter. Sogar einstellige Werte seien möglich.

Schifffahrtsamt warnt vor Unbefahrbarkeit

Der Binnenschifffahrt-Bundesverband warnt, dass die gewerbliche Schifffahrt bei derart niedrigen Wasserständen in der Region keinen Gütertransport mehr durchführen könne. Gleiches gelte für die Tagesausflugs- und Kreuzfahrtschifffahrt.
Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein sieht diesen Punkt für viele Schiffsklassen schon erreicht. Die meisten Schiffe können demnach bei den herrschenden Wasserständen den Mittelrhein schon nicht mehr befahren.
Mit weiter fallenden Wasserständen werde über kurz oder lang der Schiffsverkehr entlang des Mittelrheins ganz zum Erliegen kommen.
Die Wasserstände im Rhein sind wegen der anhaltenden Trockenheit stark gesunken.

Die Wasserstände im Rhein sind wegen der anhaltenden Trockenheit stark gesunken.

Foto: Thomas Frey/dpa

Ein behördliches Fahrverbot gibt es bei Niedrigwasser nicht. Für die sichere Beladung und Fahrt ist der Schiffsführer verantwortlich, wie die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung informiert. Wie stark ein Schiff beladen werden kann, hängt unter anderem vom aktuellen Wasserstand und der verfügbaren Fahrrinnentiefe ab.
Anders ist es bei Hochwasser: Wird die sogenannte Hochwassermarke II erreicht oder überschritten, wird die Schifffahrt auf dem jeweiligen Streckenabschnitt eingestellt. (dpa/afp/dts/red)
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11.08.2026 | Nach Minenräumung Straße von Hormus wieder offen | 111 Tote bei Erdbeben in Kolumbien | Handel für Abkühlung der Städte

HEUTE6:36 Uhr

Für Trump ist die Straße von Hormus wieder offen

Für US-Präsident Donald Trump ist die Straße von Hormus nach einer Minenräumung wieder befahrbar. Sie werde „zu 100 Prozent“ von den USA kontrolliert. Er verlangte Entschädigungszahlungen vom Iran. Die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) sieht die Bedrohungslage in der Meerenge weiterhin als ernst an.

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HEUTE6:22 Uhr

Retter in Kolumbien suchen nach Überlebenden des Erdbebens

Kolumbien hat nach dem Erdbeben mit mindestens 111 Toten den Notstand ausgerufen. Die Opferzahl könnte noch steigen. Das Epizentrum lag nahe San José del Palmar im Westen des Landes. Mehr als 1.500 Wohnhäuser wurden schwer beschädigt, rund 60 Gebäude stürzten vollständig ein. Sechs Flughäfen sind derzeit für den kommerziellen Flugverkehr außer Betrieb. 
Anwohner und Rettungskräfte durchsuchen die Trümmer nach einem Erdbeben.

Anwohner und Rettungskräfte durchsuchen die Trümmer nach einem Erdbeben.

Foto: Santiago Saldarriaga/AP/dpa

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HEUTE6:00 Uhr

Über zehn Kunden für Schnellzugang zu Trumps Online-Posts

Das Online-Netzwerk Truth Social hat mehr als zehn Kunden für einen Schnellzugang gewonnen, vor allem Firmen zum Hochfrequenzhandel an Börsen. Sie zahlen meist 60.000 bis 100.000 US-Dollar monatlich. Für TMTG (Trump Media & Technology Group) könnte das eine lukrative neue Erlösquelle werden. Das Unternehmen verzeichnete zuletzt 238,1 Millionen Dollar Verlust.

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HEUTE5:30 Uhr

Hitzetage: Handel fordert Abkühlung der Innenstädte

Der Handelsverband Deutschland fordert Maßnahmen zur Abkühlung der Innenstädte wie mehr Bäume oder Sonnensegel. Auch öffentliche Trinkwasserspender seien eine gute Anregung. Die Kommunen müssten dafür finanziell in die Lage versetzt werden – da die Hitze die Attraktivität des Einzelhandels mindere.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen

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Immer mehr E-Scooter aber weniger Leihgeräte

In Deutschland gibt es immer mehr E-Scooter. Im Jahr 2025 waren knapp 1,66 Millionen versichert, wie aus Daten des Versicherungsverbands GDV hervorgeht. Das sind rund 320.000 mehr als vor einem Jahr und gut doppelt so viele wie 2022.
Auffällig ist dabei, dass der aktuelle Anstieg nur auf privat genutzte E-Scooter zurückgeht. Ihre Zahl stieg von 1,01 Millionen auf 1,34 Millionen. Die Zahl der Leih-Scooter sank dagegen von 331.000 auf 300.000.

Mehr E-Scooter, mehr Verantwortung

Grundsätzlich müssen E-Scooter, die auf der Straße eingesetzt werden, versichert sein. Die komplette Zahl aller E-Scooter in Deutschland – inklusive solcher, die in Kellern verstauben oder trotz Pflicht nicht versichert sind – könnte noch höher sein.
„E-Scooter haben sich für viele Menschen als Verkehrsmittel für kurze Wege etabliert“, sagt die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des GDV, Anja Käfer-Rohrbach. Sie seien vergleichsweise günstig und brauchten wenig Platz.
Gleichzeitig betont Käfer-Rohrbach aber: „Mit der wachsenden Zahl der Fahrzeuge steigt aber auch die Bedeutung klarer Regeln und eines rücksichtsvollen Miteinanders im Straßenverkehr.“

Fast doppelt so viele Unfälle wie 2022

Auch die Zahl der Unfälle ist deutlich gestiegen, wie der GDV unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes mitteilt.
Demnach gab es 2025 insgesamt 16.496 E-Scooter-Unfälle mit Verletzten, bei denen 38 Menschen ums Leben kamen. Im Jahr 2022 waren es noch 8.341 Unfälle mit Personenschaden.
Die Versicherer zählten vergangenes Jahr 11.700 Haftpflichtschäden mit E-Scootern.
Auffällig dabei: Die Schadenhäufigkeit war bei Mietgeräten mehr als doppelt so hoch wie bei privaten: 13 Schäden pro 1.000 versicherten Mietgeräten stehen 6 Schäden pro 1.000 versicherten Privatgeräten gegenüber. Es ist allerdings nicht bekannt, ob Mietgeräte insgesamt mehr oder weniger gefahren werden als Privatgeräte.

GDV fordert strengere Regeln für E-Scooter

Die Leiterin der Unfallforschung im GDV, Kirstin Zeidler, weist zudem auf unterschiedliche Verhaltensweisen hin: „Nutzer eigener Scooter fahren in der Regel viel, tragen eher Helm und sind seltener auf Gehwegen unterwegs“, sagt sie.
Um die Zahl der Unfälle zu reduzieren, schlägt der GDV vor, dass Verleiher deutlicher gegen Verstöße wie Trunkenheitsfahrten, mehrere Personen auf einem Roller oder das Fahren auf Gehwegen vorgehen. Zudem sollten weiterführende Schulen die Regeln vermitteln.
So sei vielen nicht bewusst, dass unter 21 Jahren Alkoholverbot auf dem E-Scooter gelte – das koste nicht nur Bußgeld, sondern könne auch den späteren Führerschein gefährden. (dpa/red)
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Acht statt vier Standorte: Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei soll größer werden

Nach der Entdeckung einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle soll die neue Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei nun deutlich größer werden als bisher geplant.
Bundesinnenministerin Alexander Dobrindt (CSU) werde noch im Laufe des Montags eine Weisung an die Bundespolizei geben, wonach die Einheit auf 300 Kräfte anwachsen soll, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Statt vier Standorten seien nunmehr acht Standorte geplant, „um schnell und flexibel bei Bedarf vor Ort zu sein“. Zuerst hatte „Bild“ über die geplante Erweiterung berichtet.
Als Reaktion auf die gestiegene Bedrohung hat Dobrindt im Dezember eine neue Einheit in Dienst gestellt, die unbemannte Luftfahrzeuge aufspüren, abfangen und gegebenenfalls auch abschießen soll. Die Kräfte sind an Flughäfen, in der Bundeshauptstadt und bundesweit in der Nähe sicherheitsrelevanter Objekte stationiert, um möglichst rasch am Einsatzort sein zu können.

Ursprünglich bis zu 130 Spezialkräfte geplant

Die neue Einheit werde in der Anfangsphase aus rund 60 Bundespolizisten bestehen und solle rasch auf 130 Spezialkräfte anwachsen, hieß es im Dezember. Sie werde unter anderem KI-gestützte Störsysteme und automatische Abfangdrohnen einsetzen. Außerdem solle die neue Einheit in Amtshilfe die Landespolizeien unterstützen, wenn dies nötig ist und entsprechende Kapazitäten zur Verfügung stehen.

Bundesregierung sieht rechtlich keinen Handlungsbedarf

Mehrere Politiker hatten zuletzt Gesetzesänderungen für eine effektivere Abwehr der Bedrohung durch Drohnen ins Spiel gebracht. Die Bundesregierung verweist ihrerseits auf bereits umgesetzte Änderungen, etwa im Luftsicherheitsgesetz. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille sagte, bei der Drohnenabwehr sehe sich die Bundesregierung, was die rechtliche Lage angehe, gut aufgestellt.
Am späten Dienstagabend vergangener Woche war auf dem Flughafen Leipzig/Halle in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne entdeckt worden. Zudem war ein Flugzeug mit einem unbekannten kleineren Flugobjekt kollidiert – möglicherweise einer zweiten Drohne. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. (dpa/red)
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Rente, Pflege, Wahlen – volles Programm für Merz im Herbst

Das Kanzleramt liegt ruhig in der August-Hitze, statt schwarzer Politiker-Limousinen fahren nur Touristenbusse durchs Regierungsviertel, im Reichstag sind die Fraktionssitzungssäle fest in der Hand von Bauarbeitern. Die Politik in Berlin befindet sich – leicht verspätet – in der Sommerpause. Selbst der Kanzler, über den seine Sprecher gern sagen, dass er immer im Dienst sei, gönnt sich etwas Erholung. Auf Merz und seine Mannschaft wartet nach der Sommerpause ein Berg an Aufgaben und Problemen. Eine Auswahl:

Abschluss der Personalrochade

Nach der Sommerpause ist für Merz ein wenig wie vor der Sommerpause, denn der Personalumbau ist noch nicht abgeschlossen. So muss noch die Nachfolge für Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein geklärt werden, die ins Gesundheitsministerium gewechselt ist.
In der Unionsfraktion ist der wichtige Posten des Ersten Parlamentarischen Geschäftsführers vakant, weil Steffen Bilger (CDU) nun als Verkehrsminister im Kabinett sitzt. Und für die CDU sucht Merz noch eine neue Schatzmeisterin, nachdem er Franziska Hoppermann zur Generalsekretärin befördert hat.
Vergleichsweise einfach wird dagegen der Abschluss der Kabinettsumbildung: Die neuen Minister müssen in der ersten Sitzungswoche des Bundestags Anfang September noch ihren Amtseid leisten.

Schwierige Haushaltslage

Diese erste Sitzungswoche gehört traditionell dem Haushalt für das kommende Jahr. Der Entwurf von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) sieht für 2027 eine Rekordneuverschuldung von 118,7 Milliarden Euro vor. Mit den kreditfinanzierten Sondervermögen für die Bundeswehr sowie für Infrastruktur und Klimaneutralität liegt sie sogar bei gut 200 Milliarden Euro.
Angesichts geplanter Kürzungen etwa beim Eltern- und Wohngeld, beim Unterhaltsvorschuss oder beim Klimafonds dürfte in den Haushaltsberatungen noch härter als sonst um jeden Euro gerungen werden. Und noch weiß niemand, ob nicht zum Beispiel durch den Iran-Krieg weitere Belastungen auf Deutschland zukommen werden.
Auch mittelfristig schaut es nicht gut aus. Laut Kabinettvorlage liegt die Finanzlücke 2028 bei 22 Milliarden, 2029 bei 38 Milliarden und 2030 bei 47 Milliarden Euro.

Rettung der Rentenreform

Unter das Reformpaket zur Stabilisierung des Rentensystems war eigentlich ein Haken gemacht – mit der klaren Ansage des Kanzlers, alle Elemente müssten jetzt zügig umgesetzt werden. Doch dann stellten sich die drei ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (Sachsen), Sven Schulze (Sachsen-Anhalt) und Mario Voigt (Thüringen) gegen das geplante Ende der Rente mit 63.
Das rief auch SPD-Länderchefs wie Anke Rehlinger (Saarland) und Andreas Bovenschulte (Bremen) auf den Plan. Manuela Schwesig (Mecklenburg-Vorpommern) hatte von Anfang an gegen diesen zentralen Reformbaustein gewettert. Der Kanzler und seine Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) werden im Herbst viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, um das Gesamtprojekt zu retten.

Zeit drängt bei Pflegereform

Dass eine Reform der Pflegeversicherung kommen muss, ist angesichts des erwarteten Milliardendefizits unbestritten. Den vorliegenden Entwurf des Gesundheitsministeriums sieht aber auch der Kanzler in einem Punkt kritisch: Es geht um vorgesehene Kürzungen von Renteneinzahlungen für pflegende Angehörige. Auch die CSU lehnt diese ab.

Einkommensteuerreform

Im Grundsatz beschlossen, aber noch nicht in Gesetz gegossen ist auch die geplante Steuerreform zur Entlastung niedriger und mittlerer Einkommen. Das jährliche Entlastungsvolumen soll rund zehn Milliarden Euro betragen. Wo das Geld herkommen soll, ist nur teilweise klar. Die Reform soll ab 2027 gelten – es ist also Tempo angesagt. Immerhin: Anders als bei der Rentenreform wurden hier die Details bisher nicht zerredet.

Wahlen im Osten

In Sachsen-Anhalt ist nicht auszuschließen, dass die AfD die absolute Mehrheit holt und den Ministerpräsidenten stellt. Das würde Schockwellen bis nach Berlin jagen.
Auch in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD in den Umfragen vorn. In Berlin könnte die CDU die Macht verlieren. Je nach Wahlausgang droht der Union eine neue Brandmauerdebatte – auch im Verhältnis zur Linken – und der SPD eine Debatte über ihr Berliner Spitzenpersonal. Schon jetzt gibt es Rufe, Bas und Klingbeil sollten den Parteivorsitz abgeben und sich auf ihre Ministerämter konzentrieren.

Internationales Konfliktpotenzial

Krieg in der Ukraine, Krieg im Iran, Nahost-Konflikt: Alle diese Brandherde haben teils direkte Folgen für Deutschland etwa in Form von gestörten Lieferketten oder stark steigenden Spritpreisen. Je nach weiterer Entwicklung können sie auch Berlin kurzfristig zum Handeln zwingen.
Doch auch unterhalb dieser Schwelle gibt es Zündstoff. So soll möglichst bis zum Jahresende ein Kompromiss für den nächsten EU-Haushalt gefunden werden. Den vorliegenden Budgetentwurf mit einem Volumen von 1,76 Billionen Euro für 2028 bis 2034 hält Merz für inakzeptabel. Er fordert, mehrere hundert Millionen Euro zu sparen. Die Positionen der 27 Mitgliedsstaaten liegen noch weit auseinander. (dpa/red)
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Gefälschte Auto-Inserate: So gehen Betrüger vor

Polizei, Autohändler und Internetplattformen warnen vor gefälschten Auto-Angeboten. Jüngst wies die Pforzheimer Polizei via Instagram auf Täuschungsversuche hin, bei denen Betrüger angebliche Unfallfahrzeuge zu Schnäppchenpreisen feilbieten. „Das Problem: Weder das Fahrzeug noch die angeblichen Verkäufer existieren.“

Worum geht es?

Kriminelle nehmen sowohl private Käufer als auch Autohäuser aus. Unter Vortäuschung eines echten Verkaufsangebots werden sie zur Vorkasse gebeten. Am Ende sehen Opfer weder das Auto noch ihr Geld wieder.

Wie gehen die Kriminellen vor?

Die Maschen sind unterschiedlich und zielen darauf ab, dass jemand vorab Geld zahlt. „In manchen Fällen wird in Aussicht gestellt, dass das Fahrzeug mit einem Transportfahrzeug an die Geschädigten geliefert wird“, erklärt ein Sprecher der Polizei. Dann werde eine Anzahlung gefordert. „Nicht selten leisteten die Geschädigten dann „Anzahlungen“ in Höhe von mehreren Tausend Euro.“
Stefan Obert vom Bundesverband freier Kfz-Händler berichtet, aktuell würden häufig Autos aus angeblichen Insolvenzmassen angeboten. „Da werden vermeintliche Rechtsanwaltskanzleien oder Namen von real existierenden Kanzleien, Anwältinnen beziehungsweise Anwälten missbraucht und gefälschte Gerichtsbeschlüsse vorgelegt.“ Auch vermeintliche Kataloge einer großen Autohandelsgruppe aus Süddeutschland mit Sonderangeboten sind im Umlauf, wie der Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg schreibt.

Warum werden auch professionelle Kfz-Händler Opfer?

Weil die Täter nicht zuletzt mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) immer professioneller agieren. Der baden-württembergische Verband berichtet von täuschend echten Fake-Webseiten und -Händlerprofilen – inklusive Logos, Impressum und Kontaktdaten. Zudem sei es bei Geschäften zwischen Betrieben üblich, Waren auch ungesehen zu kaufen, erklärt Obert. „Ein Katalog mit 30, 40 Seiten ist da keine Seltenheit.“ Die Preise seien oft günstig – „aber nicht so, dass jeder argwöhnisch wird“.

Wie haben sich die Fallzahlen entwickelt?

Die Polizei hat keine konkreten Zahlen, weil sie nicht ohne weiteres aus den Betrugsstraftaten gefiltert werden könnten. Solche Delikte verlagerten sich seit Jahren immer mehr ins Internet, erklärt der Sprecher. Dort könnten Täter eine Vielzahl an potenziellen Geschädigten ansprechen und betrügerische Inserate mehrfach einstellen – sei es auf unterschiedlichen Plattformen oder unter Angabe verschiedener Verkaufsadressen. Beim Autoclub ACE geht laut dessen Auskunft ein Großteil der Mitgliederanfragen auf betrügerische Inserate zurück.
Laut dem Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg nehmen Betrugsfälle merklich zu: „Bei geprellten Autohäusern sehen wir leider eine steigende Tendenz.“ Hauptgeschäftsführer Carsten Beuß spricht von einer „Betrugswelle, die mit neuen Tricks Fahrt aufnimmt und an Professionalität gewinnt“. Beim Bundesverband geht man aber davon aus, dass viele Unternehmen inzwischen sensibilisiert seien. Den Höhepunkt an Meldungen habe der Verband 2024 erlebt, sagt Obert. „In diesem Jahr haben wir über 20 entsprechende Warnmeldungen ausgegeben.“

Was weiß man über die Betrüger?

„Die Täter befinden sich nicht selten im Ausland“, erklärt die Polizei. Vor einigen Jahren habe man die betrügerischen Inserate und den Mailverkehr anhand von Übersetzungsfehlern noch leichter als solche erkennen können. „Heute sind diese durch den Fortschritt von KI und KI-Übersetzungsprogrammen jedoch nicht mehr anhand des bloßen Textes zu identifizieren.“

Wie laufen die Ermittlungen?

Die Polizei nutzt unterschiedliche Ermittlungsansätze. „Der „Weg des Geldes“ ist hier häufig die heißeste Spur“, erläutert der Sprecher. Oft lägen Tage oder Wochen zwischen Tat und Anzeige. Nicht selten lande das Geld zunächst auf Geldwäschekonten. „Bis zur Anzeigenaufgabe wurden die Gelder in vielen Fällen bereits mehrfach weiterüberwiesen.“

Was machen Plattform-Betreiber zum Schutz?

Zur Aufklärung haben Autoscout24, mobile.de, Kleinanzeigen und der Autoclub ADAC mit der Polizei die „Initiative Sicherer Autokauf im Internet“ gegründet. Hinzu kommen technische Sicherheitsmechanismen – teils mit Hilfe von KI – und manuelle Prüfprozesse, um verdächtige Aktivitäten zu erkennen, wie die Plattformbetreiber mitteilten. Verwarnungen, Sperren oder Kündigungen können folgen.

Wie schützen sich Kfz-Betriebe?

Der Bundesverband freier Kfz-Händler veröffentlicht seit 2023 „Warnmeldungen“ auf seiner Internetseite, um über aktuelle Betrugsmaschen aufzuklären. Der Kfz-Verband in Baden-Württemberg rät etwa, Mitarbeitende über neue Maschen zu informieren und wichtige Transaktionen und Verträge intern gegenprüfen zu lassen.

Was können Betrogene machen?

Ist das Geld einmal überwiesen, stehen die Chancen laut der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg schlecht, es zurückzubekommen. Man müsse schnell die Bank oder Polizei einschalten, sagt Oliver Buttler, Abteilungsleiter Telekommunikation, Internet, Verbraucherrecht.
Die Bank könne das Geld vielleicht zurückhalten. Ermittler könnten das Empfängerkonto sperren lassen. Bei Kreditkarten gebe es Rückbuchungsverfahren. Die Plattformen erstatten nach eigenen Angaben kein Geld. (dpa/red)
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„Produktionskapazitäten aufbauen“: Top-Ökonom wirft Pistorius falsche Investitionen vor

Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Moritz Schularick, wirft Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) falsche Akzente bei Rüstungs-Investitionen vor. Der Top-Ökonom fordert die Einsetzung eines zentralen Koordinators für die militärische Beschaffung im Kanzleramt.
Der „Süddeutschen Zeitung“ sagte Schularick, statt die 700 Milliarden Euro – die bis 2030 für die Modernisierung der Bundeswehr zur Verfügung stünden – gezielt in Waffensysteme der Zukunft zu investieren, gebe Pistorius einen Großteil des Geldes weiter für Panzer, Fregatten und andere veraltete Technologien aus. Das weitgehend kreditfinanzierte Milliardenprogramm, mit dem man bei richtiger Verwendung auch das Wirtschaftswachstum ankurbeln könnte, drohe deshalb weitgehend zu verpuffen.
„Wir haben viel Kapital, viel industrielles Know-how und in Teilbereichen auch immer noch hochmoderne Technologien“, sagte der IfW-Chef mit Blick auf Deutschlands Stärken. „Was wir nicht haben, sind Hunderttausende Menschen, die in Panzer steigen und an die Front fahren möchten. Das heißt: Statt auf mehr Soldaten, mehr bemannte Fahrzeuge und mehr Kasernen müssen wir – wo immer möglich – auf KI, Robotik, Drohnen und Satellitentechnik setzen.“

Schularick fordert zentralen Koordinator für Beschaffung

Ein einzelnes und zudem „sehr langsames“ Ministerium ist aus Sicht des Wirtschaftswissenschaftlers mit der Neuorganisation der deutschen und europäischen Verteidigungsstrategie überfordert. Stattdessen sei jemand nötig, „der mit politischer Macht ausgestattet ist, Industrie, Start-ups und Ministerien zusammenbringt, Friktionen ausräumen kann und alles auf ein Ziel konzentriert“. Er könne sich beispielsweise den früheren Telekom-Vorstandschef René Obermann oder Ex-Airbus-Chef Tom Enders als einen solchen Koordinator im Kanzleramt vorstellen, sagte der Ökonom.

„Bundesregierung und Industrie müssen sich umstellen“

Aus Sicht Schularicks müssen sowohl die Bundesregierung als auch die Industrie ihre Herangehensweise bei der Rüstungsbeschaffung vollständig umstellen. Es reiche nicht, viel Geld auszugeben und die Bestände der Bundeswehr aufzufüllen. „Vielmehr müssen wir von Beginn an mitdenken, wie die wirtschaftlichen Prozesse aussehen müssen, damit die nötigen Waffensysteme im Fall der Fälle auch wirklich rasch und in ausreichender Menge nachproduziert werden können“, sagte er.
Statt hochkomplexe, maßgefertigte Panzer in kleiner Stückzahl oder 200 Flugabwehrraketen zu ordern, müsse es also darum gehen, Produktionskapazitäten aufzubauen. „Anders ausgedrückt: Wir bestellen nicht mehr das einzelne Gerät, sondern die ganze Fabrik, die dann im Ernstfall sehr rasch 2.000 statt 200 Raketen pro Jahr produzieren kann“, sagte Schularick. Weil sich das Vorhalten einer solchen Fabrik in Friedenszeiten für ein Unternehmen nicht rechne, müsse der Staat eine Prämie dafür zahlen. (dpa/red)
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Bauernverband gegen staatliche Preisdiktate: Kritik an Pachtreform


In Kürze:

  • Landwirtschaftliche Verbände kritisieren den Pachtpreisdeckel im EEG-Entwurf der Bundesregierung.
  • Der Deutsche Bauernverband spricht unter anderem von einem unnötigen Markteingriff des Staates.
  • Auch andere Verbände weisen auf mehrere Nachteile für Landwirte hin wie geringere Einnahmen.
  • Der Pachtdeckel könnte ein Dämpfer für die Energiewende sein und ein Gewinn für die Landwirtschaft.

 
Die Verpachtung einer Agrar- oder Forstfläche für eine Windkraftanlage ist für die Besitzer – meist Landwirte – ein lukratives Geschäft. Aktuell bieten die Anlagenbetreiber Pachtpreise zwischen 20.000 und 50.000 Euro pro Jahr und Anlage, teilweise auch deutlich darüber. Nach jüngster Entwicklung kann eine Pacht auch bei über 400.000 Euro pro Jahr und Anlage liegen.
Für diese Energieanlagenverpachtung können Landwirte weitaus mehr Pacht erhalten als für eine Landwirtschaftsverpachtung. Der Faktor kann mehr als 2.000 sein, da eine herkömmliche Pacht für Feldanbau im Bundesdurchschnitt bei 357 Euro pro Hektar und Jahr liegt. Am teuersten ist sie mit 560 Euro in NRW. Hierbei ist zu erwähnen, dass Windräder oft nur einen halben Hektar an Fläche oder weniger benötigen.

Reformplan reduziert den Geldfluss deutlich

Doch diese äußerst ertragreiche Einkommensquelle könnte bald um bis über 70 Prozent schmaler werden. Denn das Bundeswirtschaftsministerium plant die Einführung eines Pachtpreisdeckels für Windräder. Das geht aus dem Entwurf zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für 2027, kurz EEG-Entwurf, hervor. Aktuell befindet er sich noch im Gesetzgebungsverfahren.
Am 29. Juli hat das Bundeskabinett den Pachtdeckel im Rahmen des Gesetzentwurfs zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) mit einer Änderung beschlossen. Auf Anfrage der Epoch Times teilte die Pressestelle des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie mit, womit Landwirte ab 2027 rechnen müssen.
Die Bundesregierung hat sich „darauf verständigt, die maximal zulässige jährliche Pachthöhe auf 3,5 Prozent des jährlich erzielbaren Standortertrags der Windenergieanlage zu begrenzen“. Momentan sind hier Werte zwischen 7 und 12 Prozent üblich. Zuvor wurde über eine Beschränkung auf 2,5 Prozent nachgedacht.
Für Landwirte mit geeigneten, aber noch ungenutzten Flächen hat die Reform damit erhebliche finanzielle Konsequenzen. Bestehende Verträge sind davon nicht unmittelbar betroffen.
Die Ministeriumssprecherin Susanne Ungrad bezifferte „die maximal mögliche [künftige] Pachthöhe bei rund 35.000 Euro“ für Grundbesitzer und durchschnittliche Windkraftanlagen an Land. Der Wert könne je nach Windenergieanlagentyp und Windaufkommen noch von diesem Wert abweichen.

Geringere Einsparungen für den Bund

Laut Ungrad „bieten die in der Vergangenheit zum Teil sehr hohen Pachtkosten nach unseren Analysen erhebliches weiteres Potenzial zur Reduktion der EEG-Förderkosten und damit zur Entlastung des Bundeshaushalts“. Unter Berücksichtigung der neuerlichen Anpassung auf 3,5 Prozent erwartet das Ministerium für den Zeitraum von 2027 bis 2032 Einsparungen von rund 160 Millionen Euro weniger.
Der Grund ist die Einspeisevergütung durch das EEG-Konto: Die aktuellen Pachtpreise stellen für die Anlagenbetreiber Kosten dar, die in ihre Kalkulationen einfließen. Diese beeinflussen die Gebote in den EEG-Ausschreibungen. Je höher die Pachtkosten, umso höher sind auch die Förderkosten, die der Staat über den EEG-Haushalt tragen muss. Sind die Einnahmen aus der Vermarktung des Stroms niedriger als die Vergütung, gleicht der Staat die Differenz aus. Das zahlen letztlich die Steuerzahler.
So steuerte der Bund im vergangenen Jahr rund 16,5 Milliarden Euro an Steuergeldern in das EEG-Konto, im ersten Halbjahr 2026 waren es gut 7,5 Milliarden Euro. Die mögliche Einsparung bewegt sich also im Bereich von einem Prozent.
Mit der Begrenzung der Pachthöhen will das Ministerium gleichzeitig „die Kosten einzelner Windenergieprojekte spürbar senken“, so Ungrad. Das könnte diese nochmals rentabler machen, auch wenn die staatlichen Zuschüsse sinken.

Kritik an staatlichem Eingriff

Ob sich dieser Kürzungsplan der Bundesregierung bis zum Ende des Gesetzgebungsverfahrens durchsetzen wird, ist allerdings ungewiss. Gegenwind kommt besonders von Bauern- und Forstverbänden.
Aus Sicht des Deutschen Bauernverbandes ist der geplante Pachtdeckel für Windenergieanlagen „völlig unverständlich“. In der Pressemitteilung vom 20. Juli, also noch vor der Lockerung im Kabinett, bezeichnet er dessen mögliche Nachteile:
„Er ist ein unnötiger Eingriff in den Markt, schränkt die Vertragsfreiheit der Flächeneigentümer ein und schafft zusätzliche Bürokratie.“
Der Unternehmerverband und Interessenvertreter für alle Landwirte in Deutschland erwartet „deshalb im weiteren Gesetzgebungsverfahren deutliche Nachbesserungen“.

Vollständige Ablehnung des Pachtdeckels gefordert

Epoch Times fragte beim Bauernverband nach, welche Nachbesserungen dieser konkret erwartet. In der uns bereitgestellten Stellungnahme zum EEG 2027 forderte der Deutsche Bauernverband nicht weniger als den vollständigen „Verzicht des Windpachtdeckels“. Somit würde der Bauernverband auch die Lockerung des Kabinetts nicht tolerieren.
Der Verband kritisierte vor allem, dass der Bund trotz der genannten Einschränkungen für die Landwirte keinen „belastbaren Nachweis für eine Senkung der EEG-Förderkosten oder eine Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energien“ darlegt. Das sind im EEG-Entwurf erklärte Ziele, die der Bund erreichen will.
Laut dem Verband bestimmen zahlreiche Faktoren im Wettbewerb der Ausschreibungen die Höhe der Förderkosten. Nur einer davon seien die Pachtzahlungen, sie seien somit nicht maßgeblich. „Flächeneigentümer sind unverzichtbare Partner der Energiewende“, heißt es in der Stellungnahme. Bisher habe die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Grundstückseigentümern und Projektierern „ohne staatliche Preiseingriffe erfolgreich funktioniert“ und die Windenergie wesentlich vorangebracht.
Viele Landesbauernverbände der einzelnen Bundesländer teilen die Kritik des Deutschen Bauernverbandes. So auch der Landesbauernverband Brandenburg e.V. Dort ist Ulrich Böhm Referent für allgemeine Agrarpolitik. Gegenüber Epoch Times teilte er mit, dass der geplante Pachtdeckel „ein nicht gerechtfertigter, einseitiger, staatlicher Eingriff in die private Vertragsgestaltung“ sei.
Durch diese Neuerung gingen „den Grundeigentümern bzw. Verpächtern und Betrieben Einnahmemöglichkeiten verloren“. Allerdings existiert diese Einnahmemöglichkeit erst durch die staatliche Förderung der Windkraft. Laut Böhm bestehe mit der Reform das Risiko, „dass die breitere Beteiligung der Bodeneigentümer und Landwirte an der Energiewende beeinträchtigt wird“.
Oder anders gesagt: Durch einen Pachtdeckel könnte die Energiewende wichtige Unterstützer im landwirtschaftlichen Sektor verlieren. Ob das jedoch das Flächenpotenzial der Windkraft einschränkt, ist noch unklar.

Ungünstigere Verhandlungsposition

Besonders kritisiert der Deutsche Bauernverband, dass die Regelung „die Verhandlungsposition der Flächeneigentümer verschlechtert“. Zwar seien auch mit der Reform in Zukunft noch rechtlich höhere Entgelte möglich. Die vorgesehenen Sanktionen erzeugen auf die Landwirte jedoch einen „erheblichen Druck, die staatlich vorgegebene Grenze einzuhalten“. Von diesem Preisdeckel würden einzig die Projektierer und Energieunternehmen profitieren.
Als weiteren Nachteil nennt der Verband Rechts- und Investitionsunsicherheiten für bereits abgeschlossene Verträge durch die Reform. „Sie greift in langfristig ausgehandelte Vertragsverhältnisse ein und untergräbt das Vertrauen in bestehende Vereinbarungen“, erklärte der Verband. Manche Vertragspartner könnten mit der Einführung des Pachtdeckels eine Vertragsanpassung fordern.
Anstatt einen Windpachtdeckel einzuführen, solle die Regierung laut dem Bauernverband „stattdessen die tatsächlichen Hemmnisse des Ausbaus erneuerbarer Energien, insbesondere Genehmigungsprozesse, Netzengpässe und Finanzierungsbedingungen, gezielt angehen.“
Der Bauernverband wies allerdings darauf hin, dass die Landwirtschaft grundsätzlich dazu bereit ist, „ihren Beitrag zu einer sicheren, heimischen und dezentralen Energieversorgung zu leisten“. Dafür könne die Bundesregierung mit dem EEG die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. „Zusätzliche Investitionshemmnisse müssen dabei aber zwingend vermieden werden“, so der Verband.
„Statt die Bereitschaft zur Flächenbereitstellung durch staatliche Preisdiktate zu schwächen, müssen Anreize für die Bereitstellung geeigneter Flächen erhalten bleiben.“
Bei weiterhin hundertfach erhöhten Pachterträgen ist davon auszugehen, dass letzteres weiterhin gegeben ist.

Wie Betreiber den Pachtdeckel betrachten

In Deutschland gibt es zahlreiche Betreiber von Windkraftanlagen. Zu ihrem Standpunkt äußerte sich das Unternehmen ABO Energy, das weltweit bereits mehr als 1.300 Windräder, davon rund 550 in Deutschland, realisiert hat. „Wir errichten Windenergieanlagen ausschließlich auf gepachteten Flächen“, teilte der Pressesprecher Dr. Daniel Duben der Epoch Times mit. Auch künftig plant der Projektentwickler ABO Energy in vergleichbarem Umfang Projekte zu errichten.
ABO Energy geht laut Duben davon aus, „dass sich die Pachten aufgrund des Preisdrucks am Markt auch ohne staatliche Eingriffe deutlich verringern werden“. Das begründete er mit der aktuellen massiven Überzeichnung der Ausschreibungen für Windkraftanlagen an Land. Demnach drücke der Wettbewerb die Preise weiter nach unten. Das Wirtschaftsministerium bestätigte diese Entwicklung.
„In der Mai-Ausschreibung erreichte die Vergütung mit einem durchschnittlichen mengengewichteten Zuschlagswert von 5,06 Cent pro Kilowattstunde den niedrigsten Stand seit Jahren“, erklärte Duben. „Es liegt auf der Hand, dass bei fallenden Erlösen auf dieser Seite auch die zahlbaren Pachten auf der anderen Seite fallen müssen, damit sich die Projekte wirtschaftlich rechnen.“

Ein Gewinn für die Landwirtschaft?

Auch ein fertiges Windrad benötigt nur wenig Fläche. Neben den eigentlichen Bau- und angrenzenden Stellflächen sowie Zuwegen können Landwirte nach dem Bau der Anlage wieder Landwirtschaft betreiben, auch wenn das Areal der Windkraft gewidmet ist.
Eine Einschränkung gibt es dennoch. Speziell von den Rotorblättern können sich Mikropartikel ablösen, die unter anderem giftigen Chemikalien wie PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) und BPA (Bisphenol-A) enthalten. Pro Jahr können sich durch ein großes Windrad rund 100 Kilogramm in der direkten Umgebung der Anlage verteilen und die landwirtschaftliche Nutzung dadurch einschränken.
Falls der Pachtdeckel kommt und dadurch weniger noch verfügbare Flächen der Windkraft gewidmet werden, könnten diese uneingeschränkt für die landwirtschaftliche Nutzung erhalten bleiben.
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Hitze-Warnung im Süden – Schulstart in ersten Bundesländern

In der Südhälfte Deutschlands wird der Wochenstart wieder schweißtreibend – ausgerechnet zum Schulbeginn in drei Bundesländern. Der Deutsche Wetterdienst gab für mehrere Regionen abermals eine Warnung vor Hitze heraus. Sie gilt zunächst bis 19:00 Uhr für einen Großteil der Gebiete in Bayern, Baden-Württemberg sowie Teile von Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Zugleich steigt am Montag die Gefahr von Gewittern.
Die hohen Temperaturen fallen zusammen mit dem Schulstart nach den Sommerferien in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Hunderttausende Schüler müssen nach sechs Wochen Pause wieder zur Schule. Mehr als eine Woche lang ruhte bundesweit der Unterricht. Bayern und Baden-Württemberg waren die letzten Bundesländer, die in die Schul-Sommerpause gingen.

Wie das Wetter am Montag wird

Am Montag soll es nach Vorhersage des Wetterdienstes im Süden bis zu 36 Grad heiß werden. Lediglich im Nordwesten und Norden werden Höchstwerte zwischen 19 und 25 Grad erwartet. Anders als noch am Sonntag scheint zu Wochenbeginn die Sonne nicht mehr verbreitet.
Ein Niederschlagsgebiet an einer Kaltfront verlagere sich über den Nordosten nach Polen. Es könne es zu schauerartigen, teils gewittrigen Regenfälle kommen. „Sonst zunächst heiter bis sonnig und meist trocken, im Tagesverlauf vom Südwesten bis zur Neiße sowie vom Schwarzwald bis nach Ober- und Niederbayern Quellwolken mit Schauern einzelnen teils kräftigen Gewittern“, heißt es in der Vorhersage von Sonntag. (dpa/red)
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Berlin: SPD-Spitzenkandidat will „100 Mietpolizisten“ einsetzen


In Kürze:

  • Steffen Krach, SPD-Spitzenkandidat bei Berlins Abgeordnetenhaus-Wahl, will sich für das Mietproblem der Hauptstadt einsetzen.
  • Den bereits beschlossenen Mietenkataster will er bis Juli 2027 aufbauen.
  • Vorher schon soll eine Mietpolizei gegen Verstöße vorgehen.
  • Die Enteignungspläne der Linken lehnt Krach entschieden ab.

 
Der SPD-Spitzenkandidat zur Berliner Abgeordnetenhaus-Wahl, Steffen Krach, will Nachfolger des amtierenden Berliner Bürgermeisters Kai Wegner werden.
Das mit Abstand größte Problem aus Sicht der Bürger in der Hauptstadt ist laut Infratest dimap-Umfrage der Bereich Wohnen und Mieten. Das nannten 30 Prozent der Befragten im Juli dieses Jahres, sechs Prozentpunkte mehr als die letzte Erhebung im Juni 2025. Maßgebliche Kritikpunkte sind die hohen Mieten, der Wohnungsmangel.

Krach: 100 Mietenpolizisten gegen Mietwucher

In einem Interview mit der „ZEIT“ teilte Krach seine Pläne in diesem Bereich mit. „Wir haben gerade ein bundesweit einmaliges Mietenkataster beschlossen“, sagte er. „Es wird bis Juli 2027 aufgebaut und alle 1,8 Millionen Mietwohnungen digital erfassen.“ Dieses soll laut dem SPD-Politiker wie ein „Radar“ funktionieren. Dieser soll klar erkennbar machen, wo Mietwucher stattfindet. Gleichzeitig soll das Kataster Zweckentfremdung und Leerstand erkennen lassen.
All diese Verstöße will Krach „systematisch ahnden“. Doch auch schon für die Zeit vor Fertigstellung dieses Mietenkatasters hat er einen konkreten Plan. Er erklärte:
„Für den Übergang, bis das Mietenkataster steht, werden wir 100 Mietenpolizistinnen und -polizisten einsetzen, um händisch gegen Verstöße vorzugehen. Vermieter mit gesetzeswidrigen Mietverträgen sollten diese schnell anpassen.“
Schon ab Januar 2027 plant Krach hohe Bußgelder zu verteilen. „Ich bin dafür, diese auf 100.000 Euro anzuheben“, teilte er mit.

Gamechanger auf dem Wohnungsmarkt

Der Spitzenkandidat bezeichnete den Mietenkataster als einen „Gamechanger“ auf dem Wohnungsmarkt. „Ich bin mir ganz sicher, dass wir damit Berlin zum Vorbild auf dem Wohnungsmarkt machen werden. Das gibt es bisher in keinem anderen Bundesland“, sagte er.
Das Ziel ist seiner Aussage nach, alle Berliner Mietverträge transparent darzulegen. „Wir haben viele Bereiche, wo Mietwucher betrieben wird und das werden wir hart bekämpfen“, so Krach.
SPD

Am 1. Juni 2024 nehmen Menschen in Berlin an einer linken Demonstration gegen steigende Mieten, Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt und Zwangsräumungen teil.

Foto: Adam Berry/AFP via Getty Images

An dem genannten Datum will er festhalten. „Ich werde mich nicht zufriedengeben mit drei, vier oder fünf Jahren“, versprach er. „Das ist mein Anspruch an Berlin. Wir sind die Hauptstadt. Im Juli 2027 muss es so einen Mietenkataster geben und dann wird es einen wirklichen Wechsel auf dem Wohnungsmarkt geben.“
Das Berliner Abgeordnetenhaus hat unabhängig von der bevorstehenden Wahl das geplante Mietenkataster kurz vor der Sommerpause bereits beschlossen. Diese digitale Datenbank soll den Behörden einen Überblick über den Berliner Wohnungsbestand verschaffen.
Für die Datenübermittlung müssen Vermieter alle relevanten Daten ihrer Wohnungen übermitteln – und diese künftig bei Änderungen aktualisieren. Dazu zählen Wohnadresse, Wohnlage, Etage einer Wohnung, deren Größe, die Anzahl der Zimmer, die Ausstattung, die Dauer des Mietverhältnisses. Von zentraler Bedeutung sind dabei die Höhe der Nettokaltmiete, die Zusammensetzung der Nebenkosten und der Grundsteueranteil für die Wohnung.

Koalition mit den Linken und Grünen?

Ob der SPD-Spitzenkandidat bei der Wahl am 20. September 2026 erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Wenn, dann müsste er eine Koalition mit anderen Parteien bilden.
Neben Krach hat laut Umfragen auch die Linke gute Chancen, mit Spitzenkandidatin Elif Eralp die erste linke Bürgermeisterin der Hauptstadt zu stellen. Eine rot-rot-grüne Koalition hätte voraussichtlich eine deutliche Mehrheit.
Bei der Frage, welche Partei die Berliner Bürger aktuell wählen würden, zeigt sich ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Linke führt mit 22 Prozent knapp vor der CDU mit 20 Prozent. Auf Platz drei liegen die Grünen mit 17 Prozent und dahinter mit einem weiteren Prozentpunkt weniger die AfD. Deutlich abgeschlagen liegt die SPD mit 12 Prozent auf Platz fünf.

Streitpunkt Enteignung

Eines ist für Krach seiner Aussage nach aber klar: Er will in keine Koalition eintreten, die Enteignungen zur Bedingung macht. „Wenn das die rote Linie ist für die Linkspartei, dann müssen sie gucken, mit welcher Koalition sie das umsetzen wollen. Mit der SPD jedenfalls nicht“, sagte Krach am Donnerstag, 6. August.
Zuvor hatte die Bundesvorsitzende der Linken, Ines Schwerdtner, die Enteignung von Immobilienkonzernen zur Bedingung für eine Regierungsbeteiligung in Berlin erklärt.
Ebenso sei Krach „ein bisschen irritiert, dass eine Bundesparteivorsitzende sich in Landesangelegenheiten einmischt“. Dabei äußerte er seinen Standpunkt: „Ich werde jedenfalls nicht akzeptieren, dass ich für Koalitionsverhandlungen oder für Sondierungen in irgendeiner Form Ratschläge von der Bundesebene bekomme.“
Krach kritisierte in diesem Zusammenhang auch den kürzlichen Vorstoß der Koalition aus CDU und SPD auf Bundesebene. Diese hatte Anfang Juli vereinbart, ein gesetzliches Verbot zur Enteignung von Immobilienkonzernen einführen zu wollen. Er habe Enteignungen als Mittel der Wohnungspolitik immer abgelehnt, sagte Krach. Ebenfalls fügte er hinzu: „Ich brauche keine Nachhilfe von der Bundesregierung bei diesem Thema.“ Der Plan habe die Debatte unnötig neu entfacht.
Mit Material von AFP
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Union attackiert Klingbeils Steuerpläne

Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) treibt die in der Koalition vereinbarte Reform der Einkommensteuer voran – doch erntet damit harsche Kritik aus der Union.
Der SPD-Chef breche sein Wort, von den versprochenen Entlastungen bleibe nicht viel übrig, kritisierten am Wochenende mehrere Politiker von CDU und CSU. Worum sie entrüstet sind – und was an der Kritik dran ist:

Wie viel Steuern sparen die Bürger?

Union und SPD hatten vereinbart, dass die Einkommensteuer gesenkt wird – durch einen höheren Grundfreibetrag (dem Betrag, ab dem Einkommen überhaupt versteuert werden muss), mehr Kindergeld, einen höheren Arbeitnehmerpauschbetrag und ein späteres Einsetzen des Spitzensteuersatzes.
„Das Entlastungsvolumen der Reform beläuft sich auf insgesamt ca. 10 Milliarden Euro pro Jahr“, erklärten sie gemeinsam. Voll wirken solle die Reform ab 2028.
Klingbeils Finanzministerium hat das nun in einen ersten Gesetzentwurf gegossen. Aus den Zahlen geht hervor, dass die Bürger 2027 in einem ersten Schritt um rund drei Milliarden entlastet werden, 2028 sollen weitere rund sieben Milliarden folgen.
Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, Daniel Peters, sieht sich getäuscht: Die Entlastung falle im kommenden Jahr deutlich geringer aus als versprochen. Er sagte der „BILD am Sonntag“:
„Klingbeil bricht sein Wort, von der ohnehin dürftigen Zehn-Milliarden-Steuererleichterung bleibt nicht mal ein Drittel übrig.“
Im Finanzministerium entgegnete man sofort, die Koalitionsvereinbarung werde genau eingehalten.
„Die Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger werden im Jahr 2028 verglichen mit dem Jahr 2026 insgesamt etwa 10 Milliarden Euro betragen.“

Was ist mit der kalten Progression?

Derzeit nicht geplant ist ein Ausgleich der sogenannten kalten Progression. Diese liegt vor, wenn Lohnerhöhungen, die lediglich die Inflation ausgleichen, zu einer höheren Steuerbelastung führen – obwohl die reale Kaufkraft gleich bleibt oder sogar sinkt.
In den vergangenen Jahren hatte die Bundesregierung diesen Effekt ausgeglichen. In Klingbeils Entwurf ist das nicht vorgesehen. Allerdings wird der für die Bewertung maßgebliche Progressionsbericht üblicherweise auch erst im Herbst vorgelegt.
FDP-Chef Wolfgang Kubicki kritisierte, die Bundesregierung breche „auch das letzte Versprechen“, wenn sie die kalte Progression nicht ausgleiche. Übrig bleibe dann nichts als zusätzliche Belastung, um einen immer größer werdenden Staat und ausufernde Ausgaben zu finanzieren.
Auch die Steuerexpertin der Linksfraktion, Doris Achelwilm, zeigte sich enttäuscht. „Wenn nicht einmal die kalte Progression ausgeglichen wird, ist das eine Steuererhöhung durch die Hintertür und Umverteilung nach oben“, kritisierte sie.
Nötig seien gezielte Korrekturen zugunsten von Menschen mit geringen Einkommen – und dafür eine höhere Besteuerung großer Vermögen, Erbschaften und Kapitalerträge.

Müssen Vereine bald höhere Steuern zahlen?

Kritik gibt es auch an Klingbeils Plänen, von bestimmten Vereinen künftig höhere Steuern zu verlangen. Er will die Freibeträge für steuerpflichtige Vereine deutlich senken. Betroffen wären vor allem Vereine, die wirtschaftliche Interessen verfolgen, etwa Wirtschaftsverbände, Vereine mit großen Immobilienbeständen oder Profisportvereine.
Für sie soll künftig statt eines Freibetrags von 5.000 Euro eine Freigrenze von 1.000 Euro gelten. Einkommen bis 1.000 Euro bliebe damit steuerfrei, sobald höhere Gewinne erzielt werden, würde das gesamte Einkommen steuerpflichtig.
Nicht betroffen wären gemeinnützige Vereine, also kleine Sportvereine, Musikvereine, Umwelt- und Tierschutzvereine, Wohlfahrts-, Feuerwehr- und Heimatvereine. Sie sind mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit von fast allen Steuerarten befreit. (dpa/red)
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Tatort Internet: LKA warnt vor Identitätsdiebstahl im Netz


In Kürze:

  • Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein warnt vor Identitätsdiebstahl.
  • Etwa jeder Zehnte ist in Deutschland davon betroffen.
  • Durch den bewussten Umgang mit Passwörtern, TANs und anderen Zugangsdaten kann man sich schützen.

 
Um sich finanziell zu bereichern, wenden Kriminelle immer wieder den sogenannten Identitätsdiebstahl an. Vor dieser Methode warnen jetzt das Landeskriminalamt und der Weiße Ring, Deutschlands größte Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität, in Schleswig-Holstein.
Demnach kann sich der Identitätsdiebstahl auf verschiedene Arten bemerkbar machen. Es können unbekannte Abbuchungen auf dem Bankkonto auftauchen oder Inkassoschreiben für Waren, die man nie bestellt hat. Im schlimmsten Fall können den Opfern Straftaten vorgeworfen werden, die sie nicht begangen haben.
Die Täter missbrauchen dabei die gestohlenen persönlichen Daten anderer Menschen. Hierzu zählen Namen, Anschriften, Geburtsdaten, Telefonnummern oder Bankverbindungen. An solche Daten können Kriminelle unter anderem über das Darknet gelangen. Je umfangreicher ein Datensatz ist, desto größer sind die Möglichkeiten für Betrug und weitere Straftaten.
In Deutschland wurden laut einer YouGov-Umfrage aus dem Jahr 2024 bereits rund 11 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Opfer von Identitätsdiebstahl. Somit war bereits fast jeder neunte Bürger davon betroffen.

Wie stehlen Kriminelle Ihre Daten?

Ob Bankaktivität, Einkäufe im Internet oder Online-Kommunikationswege: Unsere Handlungen im Alltag haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend digitalisiert. Im Zuge dessen hat sich auch die Cyberkriminalität stark weiterentwickelt. Die Methoden werden immer professioneller und schwerer zu erkennen.
Ein heute gängiger Weg des Datendiebstahls sind laut dem Kriminalhauptkommissar Henning Dibbern von der Zentralstelle Cybercrime im Landeskriminalamt (LKA) die sogenannten Phishing-Angriffe. Diese können die Verbraucher per E-Mail, SMS oder Kurznachricht auf Messenger-Diensten erreichen.
Auf den ersten Blick stammen sie angeblich von Banken, Paketdiensten, Online-Shops oder Behörden. Diese Nachrichten wollen die Nutzer dazu bewegen, dem Absender ihre Zugangsdaten, Passwörter, TANs oder Kreditkarteninformationen mitzuteilen. „Das läuft häufig über Links, die man per E-Mail oder SMS zugeschickt bekommt“, teilt Dibbern mit.
Ergänzt werden die Daten einer Person durch Informationen, die unter anderem durch Datenlecks bei Unternehmen oder durch Schadsoftware auf Computern abgegriffen werden. „Man kann mit echten Daten quasi eine Person herstellen und im Namen dieser Person Straftaten begehen“, erklärt der Kriminalhauptkommissar.

Welche Betrugsmaschen treten besonders häufig auf?

Die Behörde nennt dabei die aktuell häufigsten Formen des Identitätsdiebstahls. Dazu zählen:
  • Phishing-E-Mails und SMS mit gefälschten Internetseiten.
  • Übernahme von E-Mail- und Social-Media-Konten durch gestohlene Passwörter.
  • Fake-Shops oder gefälschte Verkaufsplattformen, auf denen persönliche Daten abgegriffen werden.
  • Bestellungen oder Vertragsabschlüsse unter fremdem Namen.
Die Vorgehensweisen der kriminellen Datenjäger folgen dabei häufig ähnlichen Mustern. Die Nachrichten sind so aufgebaut, dass sie beim Empfänger entweder Zeitdruck erzeugen oder vor angeblichen Sicherheitsproblemen warnen. Inzwischen sind die Nachrichten oftmals so gestaltet, dass sie einen seriösen Eindruck erwecken.

So können Sie sich schützen

Betrügerische Nachrichten kann man meist beim genauen Blick etwa auf die Absendeadresse erkennen. Vorsicht ist geboten, wenn diese nicht erkennbar vom angegebenen Unternehmen oder der Behörde stammt.
Generell sollten Verbraucher mit digitalen Nachrichten stets kritisch umgehen. Ein bewusster Umgang mit persönlichen Daten, auch in den sozialen Medien, ist ein wichtiger Schutz vor Identitätsdiebstahl.
Im Folgenden sind wichtige Sicherheitsvorkehrungen aufgeführt, auf die Verbraucher achten sollten:
  • Geben Sie Passwörter, TANs oder Sicherheitscodes niemals auf Aufforderung per E-Mail, SMS oder Telefon weiter.
  • Prüfen Sie Internetadressen sorgfältig und öffnen Sie Links nur, wenn deren Echtheit zweifelsfrei feststeht.
  • Verwenden Sie für verschiedene Online-Dienste unterschiedliche, starke Passwörter und aktivieren Sie nach Möglichkeit die Zwei-Faktor-Authentifizierung.
  • Installieren Sie Sicherheitsupdates zeitnah auf all Ihren Geräten.
  • Seien Sie misstrauisch bei Nachrichten, die Zeitdruck erzeugen oder ungewöhnliche Forderungen enthalten.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Kontoauszüge und Online-Konten auf unberechtigte Aktivitäten.

Was Nutzer im Verdachtsfall tun sollten

Wer vermutet, Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden zu sein, sollte unverzüglich seine Passwörter ändern. Bei dringendem Verdacht ist zudem gegebenenfalls ratsam, betroffene Konten sperren zu lassen und die jeweilige Bank oder den betroffenen Dienst zu informieren.
„Auch wenn die Daten weg sind, ist nicht zwangsläufig ein finanzieller Schaden entstanden“, betont Dibbern. „Oft kann man den durch überlegtes Handeln verhindern.“
Der Kriminalhauptkommissar rät Betroffenen, verdächtige Nachrichten zu dokumentieren. Anschließend sollte Anzeige bei der örtlich zuständigen Polizeidienststelle oder über die Online-Wache der Landespolizei erstatt werden.

Welche Folgen hat Identitätsdiebstahl für Betroffene?

Zu bedenken ist auch, dass die Täter lange Zeit nach einem Datendiebstahl noch Identitäten missbrauchen können. Stellt das Opfer Unregelmäßigkeiten fest, sind ebenfalls Konten zu sperren, Passwörter zu ändern und Strafanzeige zu erstatten. Ebenso sollten Betroffene ihre Bonität überprüfen.
Oftmals müssen Geschädigte nachweisen, dass sie abgeschlossene Verträge oder Bestellungen nicht selbst getätigt haben. „Das Perfide ist auch, dass Daten als eine Art wiederverwertbarer Rohstoff gehandelt werden“, bestätigt Dibbern. „Wir kennen Fälle, wo Daten gestohlen und Jahre später erneut für die Erstellung eines Fake-Accounts benutzt wurden.“
Ein solches Erlebnis sorgt nicht nur für einen organisatorischen Aufwand. Der Nutzer verliert zudem das Vertrauen in digitale Angebote und Dienste.
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Hitzewarnung am Sonntag – keine Abkühlung in Sicht

Richtige Abkühlung ist auch in den nächsten Tagen nicht in Sicht. Immerhin ziehen ein paar Wolken auf, wie der Deutsche Wetterdienst berichtet. Örtlich kann es ein bisschen regnen, aber lange nicht genug.
Für Teile Süddeutschlands gab der DWD am Sonntag eine Hitzewarnung heraus. Sie galt ab 11:00 Uhr für Gebiete in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz, wo es bis zu 36 Grad heiß werden sollte.
auch Später können Wolken aufziehen, die vereinzelt Schauer oder auch ein Gewitter bringen, hieß es in der Vorhersage.

Viel trinken und Sonne meiden

Die Hitzebelastung könne für Menschen gefährlich werden und zu Problemen mit der Gesundheit führen. Weiter heißt es: „Vermeiden Sie nach Möglichkeit die Hitze, trinken Sie ausreichend Wasser und halten Sie die Innenräume kühl.“
Größere Abkühlung ist erst einmal nicht in Sicht. „Während am Dienstag und Mittwoch die Temperaturkurve eine vorübergehende Delle hinlegt, die in Süddeutschland nur geringe Auswirkungen hat, dringen in der zweiten Wochenhälfte erneut wärmere Luftmassen nach Norddeutschland vor“, so die Prognose.

Zu wenig Regen

Am Montag bilden sich viele Quellwolken, aus denen es örtlich leicht regnen kann. In der Südhälfte können auch lokal Schauer und Gewitter entstehen. Sonst scheint im Süden verbreitet die Sonne.
„Da die heiße Luftmasse im Süden nicht ausgetauscht wurde, steigt dort die Quecksilbersäule auf Werte bis 36 Grad. Im Norden ist es mit etwa 25 Grad deutlich angenehmer“, sagt DWD-Meteorologe Markus Eifried.
Am Dienstag liegen über Norddeutschland tiefe Wolken, während es in Süddeutschland wieder sonnig wird. Eine Ausnahme bildet der Alpenrand, hier können sich Gewitter bilden.
„Die Höchstwerte gehen etwas zurück, wobei im Südwesten immer noch heiße 34 Grad auf der Agenda stehen“, wie der Meteorologe vorhersagt.
Ab Mitte der Woche wird es noch heißer: Bis zu 37 Grad im Südwesten, auch im Norden werden vielfach 30 Grad erreicht.
„Die Trockenheit, die besonders in Süddeutschland spürbar ausgeprägt ist, wird sich damit weiter verstärken. Die Waldbrandgefahr verharrt besonders in Süddeutschland im Bereich hoher und teils sehr hoher Werte.“ (dpa/red)
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Kriegswracks, Minen, Mammutknochen: Die Donau als Asservatenkammer der Geschichte

Der Rekord-Tiefstand der Donau wirft für die Anrainerstaaten erhebliche Probleme auf. Flusskreuzfahrtschiffe kommen nicht mehr weiter, Frachtschiffe fahren mit minimaler Ladung. Die Landwirtschaft muss gestiegene Kosten für die Bewässerung hinnehmen, Ernteverluste drohen.
Zugleich wartet der große Strom mit einem spektakulären Phänomen auf: Dinge, die sonst in den Tiefen des Gewässers verborgen bleiben, werden plötzlich sichtbar. Es ist, als ob der Fluss seine manchmal grausamen, manchmal bizarren Geheimnisse preisgäbe.

Was da alles so zum Vorschein kommt

In der ungarischen Donau-Metropole Budapest exhumierten Mitarbeiter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Gebeine zweier Soldaten der deutschen Wehrmacht. Auch ein Motorrad und eine Tellermine aus dem Zweiten Weltkrieg kamen zum Vorschein.
Das Niedrigwasser der Donau legte ein Motorrad aus dem Zweiten Weltkrieg frei - sowie die sterblichen Überreste zweier Wehrmachtssoldaten.

Das Niedrigwasser der Donau legte ein Motorrad aus dem Zweiten Weltkrieg frei – sowie die sterblichen Überreste zweier Wehrmachtssoldaten.

Foto: Gabor-Kohlrusz/Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge/dpa

Das Motorrad und die Erkennungsmarken der beiden toten Soldaten seien gut erhalten, weil der mit Gasöl vermischte Hafenschlamm an der Fundstelle wie ein Konservierungsmittel wirke, teilte die Organisation mit.
Bei Szob nahe der slowakischen Grenze ragte das Rad eines Pkw aus der ungewöhnlich flachen Donau. Nachdem die Feuerwehr das Gefährt aus dem Gewässer gezogen hatte, stellte sich heraus, dass es sich um einen Opel Corsa handelte, der vor 13 Jahren als gestohlen gemeldet worden war.
Die Boulevardzeitung „Blikk“ machte den Besitzer ausfindig, einen Mann in bescheidenen Verhältnissen, inzwischen zum Rentner geworden. Der unaufgeklärte Diebstahl habe ihn damals in seiner wirtschaftlichen Existenz schwer getroffen, sagte er dem Blatt.

Die Wracks der Nazi-Schiffe bei Prahovo

In Serbien zeigen sich derzeit die Wracks von Kriegsschiffen der deutschen Marine aus dem Zweiten Weltkrieg. Das Phänomen ist schon länger bekannt, weil die Wracks bei Prahovo immer wieder in Sommern mit niedrigen Wasserständen freigelegt werden.
In der flachen Donau werden bei Prahovo in Serbien die Wracks von Nazi-Kriegsschiffen sichtbar.

In der flachen Donau werden bei Prahovo in Serbien die Wracks von Nazi-Kriegsschiffen sichtbar.

Foto: Darko Vojinovic/AP/dpa

Ihre besondere Häufung in dem Donauabschnitt unmittelbar vor dem sogenannten Eisernen Tor – einem Durchbruchstal der Donau an der Grenze zwischen Serbien und Rumänien – erklärt sich damit, dass die deutsche Marine ihre Schiffe kurz vor Kriegsende dort selbst versenkt hatte.
Die Wracks sollten eine Barriere für die Sowjets bilden, die die auf dem Rückzug befindliche Wehrmacht verfolgten.
Das Niedrigwasser der Donau lüftet aber auch prähistorische Geheimnisse. Bei dem bulgarischen Donaudorf Rjachowo, unweit der Stadt Russe, entdeckte ein Anwohner auf dem Flussboden die Knochen eines Mammuts, wie das Bulgarische Nationale Fernsehen BNT berichtete.
Das Regionale Geschichtsmuseum von Russe bestätigte, bei dem Fund handele es sich um einen Unterkiefer, zwei Stoßzähne und eine Rippe eines Mammuts. Experten würden nun daran arbeiten, um die genaue Herkunft und das Alter des urzeitlichen Tiers festzustellen.
Knochen eines Mammuts tauchten im bulgarischen Abschnitt der Donau auf.

Knochen eines Mammuts tauchten im bulgarischen Abschnitt der Donau auf.

Foto: —/Regionales Geschichtsmuseum Russe an der Donau/dpa

Die Gefahren der Relikte

Manche der Funde weisen ein nicht unerhebliches Gefahrenpotenzial auf. Zur Bergung der beiden toten Wehrmachtssoldaten in Budapest rückte auch der Kampfmittelräumdienst aus.
Eine in ihrer Nähe befindliche Tellermine 35, eine Waffe für die Abwehr von Panzern, wurde als potenzieller Gefahrenherd identifiziert. Kriegswaffen dieser Art, die ihre tödliche Wirkung mit Sprengstoffladungen erzielen, bleiben über Jahrzehnte intakt.
Einige Schiffswracks von Prahovo in Serbien bedrohen bei niedrigen Wasserständen die Donau-Schifffahrt. Die Kapitäne müssen geschickt an ihnen vorbei navigieren.
Die EU fördert deshalb ein Programm, um die besonders ungünstig platzierten alten Nazi-Schiffe nach und nach aus dem Wasser zu ziehen. Von 21 dazu ausersehenen Wracks seien bis April dieses Jahres 7 geborgen worden, berichtete die Website des staatlichen Fernsehens RTS.
Nahe der slowakischen Gemeinde Virt östlich von Bratislava lag am letzten Montag an einer ausgetrockneten Stelle des Donau-Flussbetts eine britische Anti-Schiffs-Mine aus dem Zweiten Weltkrieg. Die slowakische Polizei sperrte den Flussabschnitt für die gesamte Schifffahrt. Die Behörde wollte sich auf kein unnötiges Risiko einlassen.

Eine kontrollierte Unterwassersprengung am Flussbett der Donau im Dorf Izvoarele am 3. August 2026. Die Sprengung diente dazu, das Flussbett zu vertiefen und eine größere Wassermenge zu den Kühlsystemen des Kernkraftwerks Cernavoda umzuleiten.

Foto: Daniel Mihalescu/AFP via Getty Images

Was uns die Funde über die Geschichte verraten

Für große Schriftsteller wie den Italiener Claudio Magris (geb. 1939) oder den Ungarn Peter Eszterhazy (1950-2016) ist die Donau nicht bloß ein Fluss, sondern eine Metapher für den gemeinsamen Kultur- und Gedächtnisraum der an ihren Gestaden lebenden europäischen Völker.
Die Funde im ausgetrockneten oder kaum mit Wasser bedeckten Flussbett konfrontieren uns mit der Geschichte dieses ostmitteleuropäischen Raumes.
In seinem Buch „Donau. Biographie eines Flusses“ (1986) hebt Magris das Verbindende des großen Stromes hervor. Er verwehrt sich aber gegen eine Idyllisierung, geht auch auf Kriege, Vertreibungen, Diktaturen ein.
Die toten Soldaten, die Minen, Militärmotorräder und Kriegsschiffe, die der Fluss derzeit freilegt, erzählen von den blutigen Kriegen, die entlang dieser Wasserstraße geführt wurden.

Diese Luftaufnahme zeigt den niedrigen Wasserstand der Donau unterhalb der Vidin-Calafat-Brücke in der Nähe von Vidin, Bulgarien, am 5. August 2026.

Foto: Dimitar Kyosemarliev/AFP via Getty Images

Esterhazy wiederum ging als Meister der Post-Moderne im Roman „Donau abwärts“ (1992) mit dem Objekt seiner Beschreibung spielerisch um. In seiner Prosa verflüchtigen sich alle klaren Festlegungen.
Die Donau steht bei ihm mal für „die Geschichte“, mal für die Literatur, mal für Europa als solches. Wer weiß: Die Story vom gestohlenen Opel Corsa, den das Rinnsal ausspuckte, hätte ihn vielleicht zu neuen Sprachspielen inspiriert. (dpa/red)
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Blackout stoppt Apnoetaucher kurz vor Tiefenrekord

Applaus am Boot, Applaus am Ufer – die Leistung war grandios. Und dennoch reichte es nicht ganz: Der Apnoetaucher Minja Marinković hat den neuen deutschen Tiefenrekord knapp verfehlt. Der 29-Jährige tauchte an der Allmannshauser Steilwand mit einem Atemzug auf die angestrebten 85 Meter ab. Doch beim Auftauchen wurde er kurz vor der Oberfläche in etwa drei Metern Tiefe ohnmächtig – ein Blackout, wie es die Taucher nennen. Damit zählt der Rekord nicht.
Wäre er gewertet worden, wäre der 29-Jährige – der zu den weltbesten Apnoetauchern zählt – der Erste in Deutschland gewesen, der in einem See diese Tiefe erreicht. Der bisherige Rekord liegt bei 80 Metern und stammte aus dem Jahr 2011. Rund neun Bar Druck herrschen da unten, die Luft in der Lunge wird auf ein Neuntel zusammengedrückt.

Gehört zum Sport

Es gehe ihm gut, es sei nicht dramatisch, sagte er kurz nach dem dreiminütigen Tauchgang. Dass man scheitere, „das gehört zum Sport“. Es sei dennoch ein schöner Tag gewesen, die Unterstützung durch das Team großartig, sagt der Ingenieur. Er will es wieder versuchen. „Das wird wiederholt.“
An Land bekommt er viele Umarmungen, Familie und Freunde sind da und haben mitgefiebert, Mutter und Schwester. Sie konnten den Versuch über ein Handy auf der Tauchplattform live verfolgen. Sorgen hätten sie sich nicht gemacht – es sei alles sicher und gut gelaufen, sagt Schwester Anja. Sie sei stolz auf ihren Bruder und habe volles Vertrauen in seine Fähigkeiten.

Sauerstoffmangel

Die Hauptgefahr beim Freitauchen ist Bewusstlosigkeit durch Sauerstoffmangel. Wettkämpfe finden deshalb unter streng kontrollierten Bedingungen statt, mit Sonar, Gegengewichtssystem und mehreren Sicherungstauchern.
An der Steilwand von Allmannshausen hatte 2018 bereits der Apnoetaucher Jens Stötzner versucht, den Rekord zu brechen. Er schaffte es auf 81 Meter. Auch er verlor beim Auftauchen das Bewusstsein. Rekord ungültig.

Kalt und stockdunkel

Die große Herausforderung in Seen sind die absolute Dunkelheit und die Kälte – auch im Hochsommer. Vier Grad herrschen in der Tiefe, neun bar Druck wirken in gut 80 Metern auf den Körper. Die Luft in der Lunge wird auf knapp ein Neuntel zusammengedrückt.
„Es war sehr kalt und dunkel“, schildert Marinković den heutigen Tauchgang. Ein paar Faktoren hätten dazu geführt, dass er nicht seine volle Leitungsfähigkeit hatte, darunter Schlafmangeln und die Verzögerung des Tauchgangs aus technischen Gründen.
Er war in der Disziplin Free Immersion ohne Flossen gestartet. An einem Seil zog er sich nach unten. Ab etwa 30 Metern beginnt der freie Fall, kopfüber in die schwarze Tiefe. Am Zielpunkt der Griff nach dem „Tag“, ein Stück Stoff, das er zum Beweis mit hochbringen muss. Dann am Seil wieder nach oben. Über den Neoprenhandschuhen trug er Gartenhandschuhe, mit Klebeband befestigt. Sie haben mehr Grip.
Doch knapp vor der Oberfläche verlor Marinković den Kampf: Es sei wie „in einen Schlafzustand fallen“, beschreibt er das Gefühl des Bewusstseinsverlusts. Marinković wurde von einem Sicherungstaucher nach oben gebracht, kurzzeitig Mund-zu-Nase beatmet und bekam dann Sauerstoff. Er war gleich wieder bei Bewusstsein. Drei Sicherungstaucher und eine Ärztin hatten den Versuch begleitet.

Rote Karte

Wettkampfrichter des Verbandes Aida International konnten Marinković den Rekord nicht bestätigen – sie mussten die rote Karte zeigen anstatt der erhofften weißen. Voraussetzung ist unter anderem, dass der Taucher aus eigener Kraft nach oben kommt und bei Bewusstsein ist. Trotzdem, so Wettkampfrichter Nils Heininger, Vizevorsitzender von Aida Deutschland: „Es ist für mich eine krasse Leistung.“
Heininger beschreibt das Apnoetauchen so: „Es ist sehr anspruchsvoll, mental ruhig zu bleiben, während der Körper eigentlich auf Alarm schalten sollte. Aber wenn es gelingt, ist man in einem meditativen Zustand und schaltet völlig ab. Das sind die Tauchgänge, nach denen Freediver irgendwann beinahe süchtig werden.“

Wie eine starke Meditation

Marinković spricht von einem Gefühl „wie auf einem anderen Planeten“. „Man ist sehr ruhig – und sehr alleine“, so der Taucher. „Es ist ein sehr friedliches Gefühl. Wie eine starke Meditation.“
Lange Zeit ging man davon aus, dass ein Mensch ohne technische Hilfsmittel nicht tiefer als etwa 40 Meter tauchen kann. Nun liegt der Rekord im Meer in der Disziplin Free Immersion bei 137 Metern. Ähnlich wie beim Höhenbergsteigen, bei dem ein Aufstieg am Mount Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff vor Reinhold Messners und Peter Habelers Erfolg als unmöglich erschien, die Frage: Wo liegt die Grenze menschlicher Leistungsfähigkeit – wie weit lässt sie sich durch Technik und Training verschieben? (dpa/red)
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Steuerreform: Bestimmte Vereine sollen höhere Steuern zahlen

Auf große Vereine in Deutschland könnten bald höhere Steuern zukommen. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) will die Freibeträge für steuerpflichtige Vereine deutlich senken. Das geht aus einem Entwurf aus dem Finanzministerium hervor, über den zuerst die „Bild“ berichtete.
Nicht betroffen wären gemeinnützige Vereine, also kleine Sportvereine, Musikvereine, Umwelt- und Tierschutzvereine, Wohlfahrts-, Feuerwehr- und Heimatvereine. Sie sind mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit von fast allen Steuerarten befreit.
Nicht gemeinnützig sind etwa Vereine, die wirtschaftliche Interessen verfolgen. Dazu können Wirtschaftsverbände, Vereine mit großen Immobilienbeständen, aber auch Profisportvereine zählen. Für sie soll künftig statt eines Freibetrags von 5.000 Euro eine Freigrenze von 1.000 Euro gelten. Einkommen bis 1.000 Euro bliebe damit steuerfrei, sobald höhere Gewinne erzielt werden, würde das gesamte Einkommen steuerpflichtig.
Der Gesetzentwurf wird derzeit in der Bundesregierung abgestimmt. In einem nächsten Schritt würden Stellungnahmen von Verbänden und Betroffenen eingeholt, bevor sich Kabinett und Bundestag damit befassen.
Das bayerische Finanzministerium hat Sorge, dass auch kleinere Vereine betroffen sein könnten – etwa dann, wenn sie ein Fest veranstalten und dort mit dem Verkauf von Bratwürsten und Getränken Gewinne erzielten. Allerdings: Einnahmen aus solchen Aktivitäten sind bis zu einer Grenze von 50.000 Euro brutto für gemeinnützige Vereine ohnehin steuerfrei – unabhängig von der Höhe des Gewinns.
„Sowohl das Ehrenamt als auch unsere Vereine sind eine wesentliche Stütze unserer Gesellschaft und stärken den sozialen Zusammenhalt“, sagte der bayerische Finanzminister Albert Füracker (CSU) der dpa. Die Pläne des Bundesfinanzministers gingen in die falsche Richtung. „Bayern wird hier nicht mitmachen“, sagte Füracker. Der Freistaat werde sich im Rahmen einer Bundesratsinitiative sogar für eine Verdoppelung des Freibetrags auf 10.000 Euro einsetzen. (dpa/red)
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Kinderärzte: Eltern versagen beim Schutz vor Social Media

Kinder- und Jugendärzte verlangen einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sozialen Medien und beklagen dabei ein Versagen der Eltern. „Ich merke fast jeden Tag in meiner Praxis, dass sich die Probleme immer weiter verschärfen“, sagte der Bundessprecher des Pädiater-Berufsverbandes BVKJ, Jakob Maske, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). „Kinder können sich der krassen Beeinflussung auf den Plattformen kaum noch entziehen, und Jugendlichen ist es fast nicht mehr möglich, sich eine freie Meinung zu bilden.“ Es sei längst erwiesen, dass Social Media vor allem junge Menschen krank und dumm mache.

Was Eltern aus Ärztesicht leisten sollten

„Es gibt leider ein gravierendes Elternversagen, was Social Media und Bildschirmnutzung angeht“, sagte Maske weiter. Sie müssten Grenzen setzen und selbst Vorbild sein. „Das passiert leider viel zu selten, sie machen es nicht, oder sie scheitern beim Versuch, Regeln durchzusetzen“, sagte der Mediziner. „Wenn ich ins Wartezimmer schaue, kleben dort Eltern und Kinder an ihren Smartphones. Schon Kleinkinder haben Kopfhörer auf und ein Tablet vor der Nase.“ Es gebe den Trend, noch kleinere Kinder mit den Geräten abzulenken.
Zuletzt hatte Frankreich als erstes EU-Land ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren beschlossen. Mehrere Mitgliedsländer, darunter Spanien, Griechenland und Österreich, wollen ein Social-Media-Verbot für Minderjährige bis zu einem bestimmten Alter gesetzlich festlegen. Auch Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) kündigte an, ein solches Verbot in Deutschland einführen zu wollen.

Was die Ärzte von der Politik fordern

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und -ärztinnen (BVKJ) als Interessenvertretung dieser Berufsgruppe sei inzwischen offen für ein Verbot von Social Media, „etwa bis 14 Jahren“, sagte Maske. Die Bundesregierung und der neue Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) müssten endlich handeln. „Es gibt längst die Möglichkeit, national Bedingungen für Plattformen zu setzen.“ Die Engländer machten es vor. „Es geht um die Zukunft unserer Kinder und damit unserer Gesellschaft.“ (dpa/red)
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Sonnenfinsternis trifft auf Sternschnuppen


In Kürze:

  • Am 12. August verdunkelt der Neumond die Sonne. Über Teilen von Grönland, Island und Spanien, einschließlich Mallorca, zeigt sich dies als totale Sonnenfinsternis.
  • Weltweit wiederholt sich ein derartiges Himmelsspektakel etwa alle 18 Monate, über Deutschland jedoch erst im Jahr 2081 wieder.
  • Während der knapp zweiminütigen Totalität kann die 1 Million Grad heiße Sonnenkorona gesehen werden – und womöglich gleichzeitig Sternschnuppen.
  • Der direkte Blick in die Sonne kann das Augenlicht unmittelbar und dauerhaft schädigen. Zertifizierte Sonnenfilter sind um ein Vielfaches dunkler als improvisierte Lösungen.

 
Mehrere Millionen Menschen können in Europa am 12. August ein ganz besonderes Himmelsschauspiel erleben, das es zuletzt im Jahr 1999 gegeben hat: eine totale Sonnenfinsternis. Auf dem europäischen Festland wird sie allerdings nur einen schmalen Streifen quer durch Spanien komplett verdunkeln.
Auch in Deutschland wird die Sonne durch den Mond verdeckt, aber nur zu rund 85 bis 90 Prozent. Die stärkste Bedeckung gibt es im äußersten Südwesten, in Freiburg sind es gut 90 Prozent. Eine besondere Zugabe bietet der Himmel kurze Zeit danach mit einem großen Sternschnuppenstrom.

Sonnenfinsternis, Sonnenuntergang, Sternschnuppen

In Deutschland startet die partielle Sonnenfinsternis im Nordosten – sie erreicht um 19:12 Uhr Greifswald und um 19:23 Uhr München. Ihr Maximum wird etwa in der Zeit zwischen 20:05 Uhr und 20:15 Uhr erwartet. Das Schauspiel endet in ganz Deutschland mit dem Sonnenuntergang in den Minuten um 21:00 Uhr. Die partielle Sonnenfinsternis ist im Großteil Europas, aber auch in Nordamerika und in Westafrika zu sehen.
Da die Sonne während der Sonnenfinsternis in Deutschland relativ tief am Horizont steht, ist sie am besten von einer Anhöhe aus mit freiem Blick nach Nordwesten oder Westen zu sehen – nötig ist dafür eine Sonnenfinsternisbrille. Auch zahlreiche astronomische Einrichtungen in ganz Deutschland laden in der „Langen Nacht der Astronomie“ zur Beobachtung der Sonnenfinsternis in Deutschland ein, einige bieten zudem Liveübertragungen aus Spanien an.
Nach der Sonnenfinsternis können sich Himmelsgucker auf ein weiteres Ereignis freuen: Der Meteorstrom der Perseiden hat in der Nacht vom 12. auf 13. August seinen Höhepunkt, wobei mit bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde zu rechnen ist. Die besten Beobachtungszeiten sind die Stunden von 23 Uhr bis 4 Uhr. In den frühen Abendstunden und mit bloßen Augen sind in unseren Breiten indes weit weniger zu sehen.

Mit 2.500 Kilometern pro Stunde nach Spanien

Die totale Sonnenfinsternis startet im nördlichen Sibirien, wo die Sonne gerade noch als Mitternachtssonne über dem Horizont zu sehen ist. In Deutschland ist es dann etwa 19 Uhr. Der Schatten des Mondes zieht am Nordpol vorbei sowie über den Osten Grönlands und den Westen Islands. Er erreicht Nordspanien, einen Zipfel von Portugal und zieht dann quer über die iberische Halbinsel und über die Balearen hinweg. Die totale Finsternis endet kurz nach 20:30 Uhr im Mittelmeer.
Am längsten dauert die Totalität mit 2 Minuten und 18 Sekunden etwa 100 Kilometer westlich der isländischen Küste vor der Inselgruppe Hvallátur.
An Land ist ein etwas erhöhter Standort ideal, da man von dort aus den Schatten des Mondes herannahen sehen kann. Er bewegt sich in Spanien mit einer Geschwindigkeit von etwa 2.500 Kilometern pro Stunde über die Erdoberfläche, umgerechnet etwa 42 Kilometer pro Minute.
Wer die totale Sonnenfinsternis vom heimischen Sofa aus betrachten möchte, kann sie per Livestream der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) verfolgen. Sie wird die Sonnenfinsternis vom Observatorio Astrofísico de Javalambre in Teruel, Spanien, übertragen und dabei fortlaufend Teleskopaufnahmen senden. Epoch Times wird diesen Livestream ebenfalls verbreiten.

Ein kosmischer Reigen

Bei einer Sonnenfinsternis steht der Mond auf einer Linie zwischen Sonne und Erde, sodass der Schatten des Mondes auf die Erde fällt. Deutschland liegt am 12. August nur im Halbschatten, der Mond bedeckt also nur einen Teil der Sonne. Im Kernschatten dagegen ist die Sonne völlig vom Mond bedeckt, die Sonnenfinsternis ist total.
Es ist ein astronomischer Zufall, dass der Mond die Sonne nahezu exakt verdecken kann. Denn der Sonnendurchmesser ist zwar einerseits etwa 400-mal größer als der des Mondes, aber andererseits ist die Sonne rund 400-mal weiter von der Erde entfernt als der Mond. Deshalb erscheinen beide Himmelskörper von der Erde aus gesehen in etwa gleich groß. Doch es gibt leichte Abweichungen.
Weil die Umlaufbahn des Mondes um die Erde nicht exakt kreisförmig, sondern leicht elliptisch ist, schwankt die Entfernung Erde–Mond etwas. Deshalb ändert sich auch die scheinbare Größe des Mondes am Himmel. Steht der Erdtrabant bei einer Finsternis gerade nahe dem erdfernsten Punkt seiner Bahn, so ist er geringfügig zu klein, um die Scheibe der Sonne vollständig abzudecken. Die Folge: Statt zu einer totalen kommt es zu einer – nicht minder beeindruckenden – ringförmigen Finsternis.

Eine Finsternis alle 18 Monate – aber erst 2081 wieder über Deutschland

Damit es zu einer Finsternis kommen kann, muss der Mond von der Erde aus gesehen in der gleichen Richtung stehen wie die Sonne, es muss also Neumond sein. Doch nicht bei jedem Neumond kommt es zu einer Sonnenfinsternis. Denn die Bahn des Mondes liegt ein wenig schief im All, sie ist um etwa 5 Grad gegen die Bahn der Erde gekippt. Daher zieht der Erdtrabant sozusagen meistens oberhalb oder unterhalb der Sonne vorbei. Nur zwei- bis fünfmal pro Jahr kommt es zu Sonnenfinsternissen.
Dabei fällt nicht immer auch der Kernschatten auf die Erde. Eine totale Sonnenfinsternis gibt es nur etwa alle 18 Monate – irgendwo auf der Erde. An einem bestimmten Ort kommen sie selten vor, da der Kernschatten mit einem Durchmesser von rund 200 Kilometern sehr klein ist.
Die bislang letzte totale Sonnenfinsternis war von Deutschland aus am 11. August 1999 zu sehen, die nächste wird erst am 3. September 2081 sein. Kuriosum am Rande: Bereits am 2. August nächsten Jahres ist wieder eine totale Sonnenfinsternis in Spanien zu sehen, jedoch nur im äußersten Süden. Der Höhepunkt wird sich in der Nähe von Luxor, Ägypten, zeigen. Am 26. Januar 2028 gibt es in Spanien eine ringförmige Sonnenfinsternis.

1 Million Grad heißes Plasma und Reste eines Kometen

Bei Eintritt der Totalität kommt es schlagartig zu einer Abnahme der Helligkeit – innerhalb von Sekunden herrscht eine Art späte Dämmerung und einige helle Sterne und Planeten erscheinen am Himmel. Besonders auffällig ist bei dieser Finsternis die Venus, die in einem Abstand von etwa 45 Grad links von der Sonne aufleuchtet.
Um die schwarze Scheibe der vom Mond verdunkelten Sonne herum erstrahlt während der Totalität die Korona. Bei diesem Strahlenkranz handelt es sich um die äußere Atmosphäre der Sonne, extrem dünn verteiltes Gas, das aufgrund seiner hohen Temperatur von über 1 Million Grad leuchtet. Diese Temperatur ist überraschend hoch, da die Oberfläche der Sonne lediglich 6.000 Grad Celsius heiß ist.
Dieses Jahr kommt noch ein anderes Himmelsspektakel dazu: der Meteorstrom der Perseiden. Bereits ungefähr eine Stunde nach der abendlichen Sonnenfinsternis lohnt sich daher der erneute Blick in den Himmel. Obwohl die Sternschnuppen bereits seit Mitte Juli fallen, erreichen sie erst im Zeitraum vom 9. bis 15. August sehenswert hohe Raten.
Das Maximum liegt 2026 in der Nacht vom 12. auf den 13. August und fällt damit mit der Sonnenfinsternis zusammen. Obwohl es auch während der Totalität nicht „schwarz wie die Nacht“ wird, ist nicht ausgeschlossen, dass helle Exemplare in diesen knapp zwei Minuten sichtbar über den Himmel ziehen.
Ihren Namen „Perseiden“ verdanken sie ihrem gemeinsamen, vermeintlichen Ursprung am Himmel im Sternbild Perseus. In Wirklichkeit gehen die im Volksmund auch Laurentius-Tränen genannten Sternschnuppen auf den Kometen 109P/Swift-Tuttle zurück, der auf seiner Bahn um die Sonne winzige Partikel ausgestoßen hat. Jedes Jahr im Sommer fliegt die Erde durch diese Staubfahne, wobei einige in der Erdatmosphäre verglühen.

Beim direkten Blick in die Sonne drohen augenblicklich Schäden

Ohne eine spezielle Sonnenfinsternisbrille kann ein Blick in die Sonne die Augen stark schädigen. Auch die hohe Abdeckung der Sonne während der Sonnenfinsternis durch den Mond in Deutschland oder die einsetzende Dämmerung ist kein Grund die Augen weniger gut zu schützen. „Der direkte Blick in die Sonne kann das Auge auch dann schädigen“, warnt Daniela Weiskopf vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).
Ohne Schutz „erzeugen die von der Augenlinse gebündelten Sonnenstrahlen eine gezielte Hitze in der Netzhaut, die die Sehzellen in kürzester Zeit schädigen kann“, ergänzt der Direktor der Augenklinik der Universitätsmedizin Göttingen, Hans Hoerauf. Sie seien dann nicht mehr funktionsfähig. „Es können sich irreversible Vernarbungen am Ort des schärfsten Sehens bilden.“
„Die Sonnenfinsternisbrillen sollten nach der europäischen Norm DIN EN ISO 12312-2:2015 mit entsprechender CE-Kennzeichnung versehen sein“, sagt Hoerauf. Die Schutzbrille müsse intakt sein und die Folie dürfe keine Kratzer, Löcher und Risse haben.
„Hochgefährlich ist übrigens auch die direkte Beobachtung der Sonne durch Ferngläser, Teleskope oder Kameras. Diese Geräte bündeln die Sonnenstrahlen zusätzlich.“ Sie taugen jedoch dazu, das Bild der Sonne – für eine begrenzte Zeit – auf eine Leinwand oder Ähnliches abzubilden.

Ferngläser oder Feldstecher ermöglichen die risikoarme Beobachtung der Sonnenfinsternis, solange sie ausschließlich als Projektoren dienen. Wer direkt hindurch sieht, riskiert dauerhafte Augenschäden! Dennoch sollte auch die Projektion zeitlich begrenzt bleiben, da sich die Optik ebenfalls erhitzt und Schaden nehmen kann.

Foto: ts/Epoch Times

1.000-mal dunkler als eine Sonnenbrille

Das BfS warnt in diesem Zusammenhang auch vor Tipps, die derzeit wieder verstärkt in den sozialen Netzen und im Internet kursieren: Kein zuverlässiger Schutz für die Augen, sondern gefährlich seien etwa schwarze Filmstreifen, mit Kerzenruß geschwärzte Gläser, gefaltete Rettungsdecken, Sonnenbrillen, Schweißerbrillen oder Gletscherbrillen, Röntgenbilder und CDs. Sie alle bieten – obwohl scheinbar undurchsichtig – nicht die gleichen Filtereigenschaften wie spezielle Sonnenfilter.
Für die direkte Beobachtung durch ein Fernglas oder das Fotografieren mit Teleobjektiv taugen diese jedoch nicht. Dafür geeignete Sonnenfilter lassen nur noch etwa ein Hunderttausendstel des Lichts durch und sind damit um ein Vielfaches „schwärzer“ als die vermeintlichen Alternativen und etwa um das Tausendfache dunkler als normale Sonnenbrillen.
Mit Material der Nachrichtenagenturen
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Innenministerium plant Personalausweis ohne Adresse und mit größerem Foto

Auf dem Personalausweis könnte die Adresse künftig entfallen. Wie die „Rheinische Post“ am Samstag berichtete, arbeitet das Bundesinnenministerium an einer neuen Generation des Dokuments – mit größerem Foto und weiteren Sicherheitsmerkmalen. Dabei werde „auch über das Datenfeld Anschrift, den bei Umzügen aufzubringenden Änderungsaufkleber und diesbezügliche Maßnahmen zur Bürokratieentlastung und Digitalisierung nachgedacht“, zitierte die Zeitung einen Ministeriumssprecher.
Die Konzeption soll den Angaben zufolge bis Ende 2027 dauern. Viele Alltagsvorgänge liefen bereits digital ab. „Ein aufgedrucktes Datenfeld Anschrift beziehungsweise ein Änderungsaufkleber sind hierfür nicht erforderlich“, erklärte der Sprecher demnach weiter. Für Fälle, in denen der Ausweis bislang als Adressnachweis diene, seien barrierearme und unkomplizierte digitale Lösungen vorgesehen.
Im Gespräch sind laut Bericht außerdem zusätzliche Sicherheitsmerkmale, eine verbesserte kryptografische Absicherung und die Integration eines Data-Matrix-Codes. Damit soll sich die Identität leichter feststellen lassen.
Auch der Petitionsausschuss des Bundestags unterstützt Überlegungen, bei einer neuen Generation von Personalausweisen auf den Aufdruck der Wohnanschrift zu verzichten. Der Ausschuss beschloss Anfang Mai eine entsprechende Beschlussempfehlung, nachdem dies in einer Petition gefordert worden war. (afp/red)