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Sporadisch Café-Small-Talk: Sind wir nur noch Pseudofreunde?

Die sogenannte Catch-up-Culture – auf Deutsch etwa: Aufhol- oder Nachholkultur – beschreibt ein Phänomen im heutigen Sozialleben, bei dem kleine Treffen von Freunden – etwa auf einen Kaffee oder Cocktail – nur noch darin zu bestehen scheinen, sich auf den neuesten Stand zu bringen, Statusberichterstattung zu leisten.
Derzeit scheint es irgendwie schick zu sein, diese oberflächliche Freundschaftspflege per Treffen im Café zu problematisieren, also solche Beziehungen als Pseudofreundschaften zu diskreditieren. Doch der Reihe nach:

Sich auf den neusten Stand bringen

Statt ihr Leben natürlich miteinander zu teilen, kennen viele Erwachsene ab einem bestimmten Alter auch diese Art der Freundschaftspflege: Bei gelegentlichen Treffen, etwa einem Kaffeetrinken oder Abendessen, werden die Ereignisse der letzten Wochen für den anderen zusammengefasst, aufbereitet, quasi ein Update des eigenen Lebens abgeliefert und nachgeholt.
Was war los bei dir die letzten Tage? Gibt es Neues bei der Arbeit? Wie läuft die Beziehung? Wie geht es den Kindern? Wie war der Urlaub?
Solche Treffen erinnern womöglich an ein vierteljährliches Mitarbeitergespräch, an eine Pflichtaufgabe, die man im Kalender abhakt. Es wird sich erzählt, was getrennt voneinander erlebt worden ist.
So entsteht das Gefühl, das Leben der anderen bloß von der Seitenlinie aus zu beobachten. Oft bleiben die kleinen, alltäglichen, scheinbar belanglosen Dinge bei der präsentierten Auswahl außen vor. Dabei wären es eigentlich gerade sie, die emotionale Nähe und kontinuierliche Verbundenheit schaffen.

Social-Media-Illusion und lange Arbeitszeiten

Auf TikTok und anderen sozialen Netzwerken wird das Phänomen derzeit gern debattiert. Influencer und Fachleute verweisen auf mehrere strukturelle Ursachen im modernen Leben.
Vermeintliche Nähe dank Social-Media-Illusion: Der Blick auf die Instagram-Storys von Freunden vermittelt das trügerische Gefühl, stets up to date zu sein. Dadurch verliert der persönliche Austausch an Dringlichkeit.
Das optimierte Leben: Der gesellschaftliche Drang, Effizienz zu steigern, führt dazu, dass Menschen ihren Tag bis zur letzten Stunde durchtakten. Scheinbar unnütze soziale Kontakte und Spontanität bleiben so auf der Strecke.
Und: Hohe Lebenshaltungskosten, lange oder unregelmäßige Arbeitszeiten rauben vielen die Energie, sich treiben zu lassen oder eben auch, Freunde entspannt zu sich einzuladen.

Lödung: Mehr miteinander reden

Wenn das Leben wegen gewachsener Verpflichtungen immer voller erscheint, fühlt es sich fast unmöglich an, Freundschaften zwanglos zu pflegen und spontan zu sein – wie man es vielleicht mit 20 noch getan hat beziehungsweise gewesen ist.
Der Lösungsvorschlag ist recht simpel: wieder mehr miteinander erleben. Statt sich bloß auf einen Kaffee zu verabreden, kann man etwa gemeinsam kochen oder zusammen einkaufen gehen, ganz alltägliche Besorgungen machen.
Auch jemanden zum Arzt begleiten, gemeinsam saunieren oder bloß auf der Couch chillen kommen infrage. Selbst recht ereignislose Momente miteinander können mehr Nähe schaffen als ein Kurzreferat übers Erlebte ohneeinander.
Freunde, die weiter weg wohnen, könnte man einfach spontan anrufen, um zu plaudern. Lieben Menschen könnte man auch konkrete Kurznachrichten schicken, um Nähe zu erzeugen: „Wie ist deine Präsentation heute gelaufen?“
Auch passives Beisammensein ist ein Trick, der das Gefühl von Jugend- oder Studentenfreundschaften wachrufen kann. Das meint zum Beispiel eine offene Videoschalte während der Hausarbeit – etwa beim Wäsche zusammenlegen.

Kaffeekränzchen pflegen

Die renommierte Einsamkeitsforscherin Maike Luhmann, Professorin für Psychologische Methodenlehre an der Ruhr-Universität Bochum, findet „Catch-up Culture“ nicht so schlimm wie deren Ruf. „Es ist doch besser, wenn man sich die Zeit fürs Kaffeekränzchen nimmt, um sich mal wieder auf dem Laufenden zu halten, als sich – was wäre denn die Alternative? – gar nicht zu sehen.“
Es gebe natürlich Freundschaften, die einfach so gar nicht im Gleichgewicht seien, die sogar toxische Elemente haben, wo jemand ausgenutzt werde – etwa: Eine Person hört immer zu, aber ihr selbst wird nicht zugehört.
„Wenn man den Eindruck hat, in so einer Freundschaft zu stecken, dann ist das vielleicht tatsächlich nicht die Beziehung, in die man viel Zeit investieren sollte“, sagt Professorin Luhmann, die das Buch „Einsamkeit – Warum sie uns alle betrifft“ geschrieben hat. „Aber da sollte man erst mal probieren, die Konflikte zu lösen und darüber zu sprechen, bevor man leichtfertig eine Freundschaft aufgibt.“
Das sei vielleicht so ihre Hauptmessage, sagt Luhmann: „Es ist gar nicht so leicht, gute Freunde zu finden und auch oberflächliche Freundschaften zu finden. Und wenn man sie hat, dann sollte man sie nicht einfach leichtfertig aufgeben, nur weil irgendwelche hohen Erwartungen nicht gleich erfüllt sind.“ (dpa/red)
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Trend „Nonna Maxxing“: Zurück zum einfachen Leben

Rosella Mercuri rollt gekonnt den Nudelteig aus, immer und immer wieder, bis er so dünn ist, dass man durchschauen kann. „Ich mache alles selbst“, sagt die 78-jährige Italienerin. „Schon immer.“ Sie gibt gerade einen Kochkurs: „Nudeln machen mit Oma“ heißt er und zieht Touristen an, die in Rom von „Nonna Rosi“ lernen wollen.
Der Lebensstil von italienischen Omas ist gerade beliebt. Auf sozialen Netzwerken wie Instagram und TikTok trendet der Begriff „Nonna Maxxing“ (auch Nonnamaxxing geschrieben) – also „Oma-Maximierung“. Es geht darum, das eigene Leben möglichst so zu gestalten wie das einer italienischen Oma (einer Nonna).
Gerade junge Frauen posten viel dazu. Eine Nutzerin schreibt etwa „forget hot girl summer, I want happy italian nonna summer“ (Vergessen wir den Hot-Girl-Sommer-Trend, ich will den Sommer einer glücklichen italienischen Oma).

Das Nonna-Maxxing

Wieso ist es plötzlich cool, wie eine 70-Jährige zu leben? Friederike Herrmann ist Professorin für Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.
Sie sagt: „Ich würde Nonna-Maxxing zunächst als Gegenentwurf zu den Vorstellungen von Selbstoptimierung und Sichtbarkeit verstehen, die insbesondere auf Social Media transportiert werden.“ Allerdings lasse sich der Trend auch als ein seit Generationen vertrautes Muster verstehen: „Die Sehnsucht nach dem einfachen und nicht entfremdeten Leben, als Alternative zu Kapitalismus und Leistungsgesellschaft.“
Rosella Mercuri zeigt bei einem Kochkurs, wie man Nudeln macht.

Rosella Mercuri zeigt bei einem Kochkurs, wie man Nudeln macht.

Foto: Malin Wunderlich/dpa

Von wegen Entspannung: „Ich habe einen Haufen Jobs gemacht“

Doch die romantische Vorstellung des Dolce Vita geht oft an der Realität vorbei. Das Leben von Mercuri, wie auch von vielen anderen Frauen ihrer Generation, war und ist alles andere als entspannt.
Einfach mal nichts tun war für sie nicht drin: Schon als Jugendliche war sie Erntehelferin, hat Trauben, Pfirsiche und Oliven gepflückt. Danach bekam sie einen Job in einem Obstladen, dann in einer Pilzhandlung.
Von Job zu Job lebte sie. Die Arbeitszeiten überschritten oftmals zwölf Stunden am Tag. „Ich habe einen Haufen Jobs gemacht, sehr viel gearbeitet“, sagt Mercuri.
„Aber mich hat das nicht ermüdet.“ Mercuri hält sich beschäftigt. „Ich mache alles Mögliche.“ Sie sei gerne unter Menschen. Deshalb steht sie auch jetzt, im Alter von 68 noch in der Küche und werkelt – sei es zu Hause oder im Colleggio Bistrot vor Touristen.
Die vermeintliche Gelassenheit der italienischen Omas kann Mercuri bestätigen. „Die Erfahrung macht viel.“ Früher habe sie sich zu viele Sorgen gemacht und sich weniger getraut, alles in sich hineingefressen. „Heute sage ich, was ich denke.“ Man müsse sich von der Seele reden, was einen beschäftigt. Sie sieht die Vorteile des Alters.

„Früher war man nie alleine“

Deshalb freut sich Mercuri auch über den Trend: Junge Leute sollten ruhig etwas mehr wie die Nonna leben, öfter mal das Handy weglegen. „Heutzutage chatten immer alle nur noch. Damit kann ich nichts anfangen. Ich will die Menschen sehen und ihre Stimmen hören.“
Früher, in Rosis Dorf, musste man nur vor die Tür gehen und schon waren da Freundinnen. „Es war alles viel familiärer.“ In der Stadt sei das aber schwieriger. Dennoch, Rosi geht auf die Leute zu. „In meinem Wohnhaus kennen mich alle.“
Mercuris Ratschlag an junge Menschen: „Na ja, ich würde sagen, man sollte im Grunde alles von der Oma lernen, denn im Leben weiß man ja nie, ob man Arbeit hat oder nicht, ob man Geld verdient oder nicht.“
Sie habe von klein auf gelernt, in allem etwas Nützliches zu sehen. „Ich werfe nie etwas weg.“ Aus überschüssigem Obst wird Marmelade, die Auberginen, die nicht mehr ganz so knackig sind, werden paniert und gebraten, aus der übriggebliebenen Karotte macht sie Brühe.
Bei Mercuri ist diese Art zu denken und zu leben aus einer Notwendigkeit geboren: „Wenn man alles kann, reicht einem auch ein kleiner Job, bei dem man wenig verdient.“

Der Oma-Trend: emanzipiert oder rückständig?

Bei den jungen Frauen, die dem Vorbild der Nonna nacheiferten, gehe das unter, meint Herrmann.
„Aus feministischer Perspektive muss man einwenden, dass hier einmal mehr die Arbeit von Frauen unsichtbar bleibt, nicht als Arbeit wahrgenommen wird. Hausarbeit, Kochen und Fürsorge waren und sind für viele Frauen keine entspannenden Hobbys, sondern unbezahlte und harte Arbeit. Ökonomische Abhängigkeit und Rechtlosigkeit verschwinden aus diesem Bild.“
Es störe sie, „dass dieser Trend anscheinend vor allem von jungen Frauen aufgenommen wird und an ein sehr traditionelles Weiblichkeitsbild anknüpft, dessen problematische Seiten ausgeblendet bleiben“.
Mercuri sagt, sie habe gelernt, alles selbst zu können, gerade, damit sie sich ihre Unabhängigkeit erhalte. Für sie ist ihr Lebensstil freilich kein Trend. Doch sie ist zufrieden: „Ich würde nichts ändern.“ (dpa/red)
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So entfliehen Sie der Handysucht – auch langfristig


In Kürze:

  • Digitale Entgiftungskuren nützen nur kurzfristig, da man nach dem Verzicht wieder in das normale Leben mit Bildschirmen zurückkommt.
  • Auch Zwang hilft wenig, weil das Gehirn schon auf schnelle Entspannung durch das Handy eingestellt ist.
  • Um die Macht der Gewohnheit zu brechen, sollte man schauen, welche Belohnung man von der Bildschirmzeit erwartet – und ob sie tatsächlich eintritt.
  • Verschiedene Tipps können helfen, langfristig nicht bei jeder freien Minute das Handy zu zücken.

 
Eine digitale Auszeit bringt kurzzeitig viel: Nach ein paar Tagen ohne soziale Medien, endloses Scrollen oder Gaming schlafen viele Menschen besser und fühlen sich geistig weniger zerstreut. 
Auch merken sie erst da, wie viel Aufmerksamkeit ihre Bildschirme zuvor in Anspruch genommen haben. 
Doch dann schleicht sich das echte Leben wieder ein, und man landet wieder bei den alten Gewohnheiten. 
Die Herausforderung besteht also nicht nur darin, sich vom Bildschirm zu lösen. Es geht vielmehr darum, die Gewohnheiten und Belohnungen zu ändern, die uns wieder in die digitale Abhängigkeit zurückziehen.

Warum Willenskraft oft versagt

„Bei Entgiftungskuren wird der Bildschirm als das Problem und der vollständige Verzicht als die Lösung betrachtet“, erklärte Dr. Judson Brewer in einer E-Mail gegenüber Epoch Times. „Aber bei Gewohnheiten geht es nicht wirklich um die Droge. Es geht um den zugrunde liegenden, belohnungsbasierten Lernkreislauf“, so der Suchtpsychiater, Neurowissenschaftler und Autor von „The Craving Mind“.
Viele Menschen greifen zum Handy, sobald sie Langeweile, Einsamkeit oder Unsicherheit empfinden. Mit der Zeit lernt das Gehirn, diese Gefühle mit der schnellen Entspannung zu verbinden, die ein Handy bieten kann.
„Das Gehirn hat bereits gelernt, dass das Greifen nach dem Handy zuverlässig für Ablenkung oder Stimulation sorgt“, sagte Brewer. „Man ist nicht willensschwach. Das eigene Gehirn ist gut trainiert.“
Erlernte Gewohnheiten lassen sich noch schwerer überwinden, weil Menschen nach einer digitalen Entgiftung in Umgebungen zurückkehren, die mit digitalen Reizen übersättigt sind. Benachrichtigungs-Pop-ups, vibrierende Handys, automatisch abspielende Videos und endlose Feeds erinnern die Menschen nicht nur daran, ihre Geräte zu überprüfen. Sie verstärken auch kontinuierlich die Gewohnheiten, die sie abzulegen versuchen.
Im Gegensatz zu vielen anderen Suchtverhalten lassen sich digitale Reize kaum vermeiden, da Handys und Bildschirme fest im Alltag verankert sind.
„Wie Pawlow’sche Hunde beginnen wir bei Suchtreizen zu sabbern und müssen dann enorme Willenskraft aufbringen, um zu widerstehen“, meinte Dr. Anna Lembke in einer E-Mail an Epoch Times.
„Diese Suchtreize selbst setzen Dopamin im Belohnungssystem des Gehirns frei, was den Verzicht umso schwieriger macht“, ergänzte die medizinische Leiterin für Suchtmedizin an der Stanford University School of Medicine und Autorin von „Die Dopamin-Nation: Balance finden im Zeitalter des Vergnügens“.

Automatische Bildschirmgewohnheiten erkennen

Die Tendenz, in alte Gewohnheiten zurückzufallen, bedeute nicht, dass digitale Entgiftungskuren nutzlos sind, erklärte Dr. Clifford Sussman gegenüber Epoch Times.
Schon wenige Tage fernab von hochstimulierenden digitalen Inhalten könnten genügend Abstand schaffen, um zu erkennen, wie automatisch die eigenen Bildschirmgewohnheiten geworden sind, so der Entwicklungspsychiater und Pionier bei der Erkennung und Behandlung von Internet-Spielsucht.
Doch im Gegensatz zu Ansätzen, die auf völligem Verzicht basieren, müssen die meisten Menschen irgendwann wieder an die Bildschirme zurückkehren – für Arbeit, Schule und den Alltag.
Genau hier beginnt die eigentliche Herausforderung, und hier kann eine dauerhafte Veränderung geschehen.

Sich fragen: Was steckt hinter der Gewohnheit?

Wer seine Bildschirmgewohnheiten ändern will, sollte seinem Verhalten mit Neugier begegnen, empfiehlt der Suchtpsychiater Brewer.
Dafür sollte er den Drang zum Scrollen nicht mit aller Kraft unterdrücken. Vielmehr sollte er genauer und ohne Vorurteile darauf achten, welche Belohnung er sich von der Bildschirmzeit verspricht, und ob diese tatsächlich eintrifft.
„Oft stellt man fest, dass die Belohnung viel weniger befriedigend ist, als sie das Gehirn vorhersagte“, meinte Brewer. „Diese Diskrepanz zwischen erwarteter und tatsächlicher Belohnung ist es, die das Lernen aktualisiert.“
Beispielsweise greift jemand vielleicht nach seinem Handy, weil er erwartet, Langeweile oder Angst zu lindern. 30 Minuten später stellt er allerdings fest, dass er sich abgelenkter, emotional erschöpfter oder überforderter fühlt als zuvor. Wenn man diesen Widerspruch erkennt – was den Drang auslöste, was man sich erhofft hatte, wie man sich tatsächlich fühlte –, schwächt das nach und nach den Automatismus.
„Die Gewohnheit verliert ihre Macht nicht durch Zwang, sondern durch klarere Vernunft“, sagte Brewer dazu.

Die freie Zeit füllen

Sich der Gewohnheit bewusst zu werden, kann diese schwächer machen. Doch das allein kann nicht die Zeit und Aufmerksamkeit füllen, die frei werden, wenn man das Scrollen aufgibt.
Einer der verwirrendsten Aspekte einer digitalen Entgiftung ist die Erkenntnis, wie viel leeren Raum Bildschirme routinemäßig einnehmen: beim Warten auf den Kaffee, beim Mittagessen, in Pausen zwischen Aufgaben oder abends im Bett. Sobald diese Gewohnheiten unterbrochen werden, stehen viele Menschen vor stundenlanger unstrukturierter Zeit, die sie nicht zu füllen wissen.
Deshalb ermutigt Sussman seine Patienten, sich in solchen Fällen nicht komplett neu zu erfinden, sondern auf bereits bestehenden Interessen aufzubauen. 
Das kann bedeuten, einem Sportverein beizutreten, ehrenamtlich tätig zu werden, einen Malkurs zu besuchen, mit Freunden zu kochen oder einfach mehr Zeit mit anderen Menschen zu verbringen, ohne dass Geräte im Mittelpunkt der Interaktion stehen.
Das Ziel sei nicht einfach, eine Stimulationsquelle zu entfernen, sondern andere Aktivitäten zu finden, die sich wirklich lohnend anfühlen, so der Psychiater.

Tipps für mehr Selbstkontrolle

Darüber hinaus empfiehlt Lembke verbindliche praktische Barrieren. Diese helfen, Menschen von ihren zwanghaftesten digitalen Verhaltensweisen fernzuhalten. Dazu gehört:
  • Handys außerhalb des Schlafzimmers aufladen.
  • Social-Media-Apps vom Startbildschirm entfernen.
  • Soziale Medien nur zu bestimmten Tageszeiten nutzen.
  • Gerätefreie Zonen rund um Mahlzeiten und Schlaf schaffen.
Es ist auch wichtig, andere Personen an Bord zu holen. Familienmitglieder oder Partner können helfen, indem sie gemeinsame Grenzen setzen. Eltern können zudem die Gewohnheiten vorleben, die sie bei ihren Kindern sehen möchten. Denn Familiennormen sind in der Regel wirksamer als Regeln, die sich nur an Kinder richten.

Sich nicht von Rückfällen entmutigen lassen

Menschen, die versuchen, ihre Bildschirmgewohnheiten zu ändern, verfallen oft wieder in alte Muster: Gelöschte Apps werden neu installiert, Abende werden nach einer stressigen Woche mit Scrollen vergeudet. Auch können sie in vertraute Routinen zurückfallen, von denen sie dachten, sie hätten sie sich abgewöhnt.
„Rückfälle sind Teil der Verhaltensänderung“, so Sussman. „Wichtig ist, zu verstehen, was den Rückfall ausgelöst hat und wie schnell man sich davon erholt.“
Eine gesündere Beziehung zur Technik entsteht nicht allein durch eine dramatische Entgiftungskur am Wochenende. Sie entwickelt sich schrittweise: durch größeres Bewusstsein, bessere Routinen, ein unterstützendes Umfeld und wiederholte Kurskorrekturen.
Das Ziel ist nicht, ein Leben ohne Handy zu leben. Das Ziel ist vielmehr ein Leben, in dem das Handy nicht mehr die automatische Antwort auf jeden leeren Moment ist.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Digital Detox Is Easy Short-Term. Here’s How to Make It Last.“ (redaktionelle Bearbeitung: as)
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Wanderweg als Wirtschaftsmotor: Wie Gäste umworben werden

Natascha Heinrich hat schon zu Fuß die Alpen überquert, heute ist sie Chefin eines familiengeführten Hotels im Erzgebirge. Als die Sanierung anstand, wurde die alte Baude am Fuße des Fichtelbergs abgerissen und für mehrere Millionen Euro das „Basislager“ errichtet. Mit 13 Zimmern und einem 10-Mann-Wanderlager empfängt sie seit Frühjahr 2025 vor allem sportlich aktive Gäste, darunter viele Wanderer.
Die kommen etwa über den Kammweg Erzgebirge-Vogtland oder nutzen das Hotel als Ausgangspunkt für Touren in der deutsch-tschechischen Grenzregion, wie die 43-Jährige erzählt.
Rund um den Fichtelberg gibt es zahlreiche Wege für Wanderungen. Nun startet ein neues sportliches Angebot für Trailrunner.

Rund um den Fichtelberg gibt es zahlreiche Wege für Wanderungen. Nun startet ein neues sportliches Angebot für Trailrunner.

Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Damit sich Wanderer wohlfühlen, brauche man mehr als eine Unterkunft: Vom Schuhtrockner über Insidertipps für Touren bis hin zu einem Wellnessbereich mit Saunen und Infrarotkabinen für die Entspannung nach der Tour reicht das Angebot. „Wer weit wandert, will auch gut essen“, erklärt die Hotelchefin weiter. „Und wer mehrere Tage unterwegs ist, freut sich, wenn er mal seine Wäsche waschen und trocknen kann.“
Das Interesse am Wandern ist Studien zufolge in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen. „Heute gehen wieder mehr Menschen wandern“, sagt Bernd Hartmann, Geschäftsführer des Deutschen Wanderverbandes: „Etwa zwei von drei Deutschen ab 16 Jahren.“
Dabei geben sie nicht nur Geld für Schuhe, Outdoor-Kleidung oder Karten aus. Sie sorgen auch für Umsatz in Gaststätten sowie Hotels und Pensionen. Pro Jahr ergebe sich eine Wertschöpfung von etwa 7,8 Milliarden Euro in den Regionen. Davon profitiere der ländliche Raum.

Schuhe, Apps & Co: Wanderer investieren in Ausrüstung

Wandern habe seit den 1990er Jahren einen Imagewandel vollzogen, erklärt Heinz-Dieter Quack, Leiter des Forschungszentrums Wandern an der Ostfalia Hochschule in Salzgitter: von einer eher betulichen zu einer Lifestyle-orientierten Freizeitaktivität.
Seine Arbeitsgruppe erstellt jedes Jahr den Wandermonitor mit verschiedenen Schwerpunkten – so auch zur Wertschöpfung des Wanderns. Die Erhebung 2025 ergab, dass die Befragten in den beiden Jahren zuvor zusammen im Schnitt etwa 445 Euro für Ausrüstung ausgegeben haben.
Ganz oben stehen Schuhe, Socken und Hosen; gekauft wurden aber auch Rucksäcke, Flaschen, Apps und Karten. Vor allem die 30- bis 49-Jährigen lassen sich Ausrüstung einiges kosten.
Eine Frau schnürt ihre Wanderschuhe. Deutschland gilt mit seinen vielfältigen Landschaften und Regionen als Wanderland.

Eine Frau schnürt ihre Wanderschuhe. Deutschland gilt mit seinen vielfältigen Landschaften und Regionen als Wanderland.

Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Pro Tag gaben die befragten Wanderer unterwegs zudem im Schnitt mehr als 60 Euro aus – etwa für Gastronomie, Einkäufe oder Bus und Bahn; wer mehrere Tage auf Tour war, hat inklusive Übernachtung noch 100 Euro draufgelegt.

Dichtes Netz an Wanderwegen

„Wandern ist aber eine vergleichsweise günstige Freizeitbeschäftigung“, betont Quack. „Man braucht gute Schuhe, packt ein Butterbrot ein und dann läuft man los.“ Denn die Nutzung der Wege ist kostenlos. Sie werden von Ehrenamtlichen und Kommunen in Schuss gehalten. Ein erheblicher Aufwand. Der Professor wollte daher wissen, ob Wanderer bereit wären, für die Nutzung zu zahlen. Rund 43 Prozent der Befragten konnte sich das vorstellen.
Ob das der Praxis standhielte, daran setzt er aber ein Fragezeichen. Projekte, bei denen freiwillig um Beiträge gebeten wurden, hätten nur geringen Ertrag gebracht. Vielversprechender seien Serviceangebote entlang der Wege, erklärt Quack. Etwa bei Transfer und Verpflegung oder Gebühren für Parkplätze.
Der Wanderverband spricht von einem Wanderwegenetz von mehr als 300.000 Kilometern hierzulande. Das ist siebeneinhalbmal so lang wie der Äquator. Dabei bietet Deutschland mit seinen unterschiedlichen Regionen einiges an Abwechslung – nicht nur für Wanderer aus dem Inland. Auch im Ausland bewirbt die Deutsche Zentrale für Tourismus die Bundesrepublik als „Wanderland“.
Natascha Heinrich führt das Hotel «Basislager Fichtelberg» in Oberwiesenthal. Die Region präsentiert sich diese Tage als Mekka für Wanderer.

Natascha Heinrich führt das Hotel „Basislager Fichtelberg“ in Oberwiesenthal. Die Region präsentiert sich diese Tage als Mekka für Wanderer.

Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Wandern wird extremer: die Suche nach dem sportlichen Kick

Die Vielfalt des Wanderns hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Während die einen auf Ruhe in der Natur aus sind oder pilgern gehen, erkunden andere beim Stadtwandern – neudeutsch Urban Hiking – Architektur und Parks in Städten. Wieder andere suchen sportliche Herausforderungen.
Der Wandermarathon im Frankenwald lockt den Organisatoren zufolge Hunderte Teilnehmer aus dem In- und Ausland und ist meist binnen weniger Stunden ausverkauft. Im Harz werden regelmäßig Wandermärsche geboten und in Sachsen laufen Extremwanderer beim Fichtelbergmarsch von Chemnitz zum Fichtelberg an nur einem Tag – mehr als 60 Kilometer und 1.700 Höhenmeter.
Der höchste Gipfel Ostdeutschlands ist überregional als Wintersportgebiet bekannt. Doch wie in anderen Mittelgebirgen macht sich auch dort der Schnee im Winter öfter rar.
Um trotzdem Gäste anzulocken sowie Hotels und Pensionen das ganze Jahr mehr auszulasten, setzt der Tourismus auf andere Aktivitäten – Mountainbiking etwa und Wandern. Dazu gibt es in der als Unesco-Welterbe anerkannten Bergbauregion viele Wege beiderseits der deutsch-tschechischen Grenze.
Diese Tage kommt ein neues Angebot hinzu: der Stoneman Miriquidi Hike + Trailrun. Dabei können Wanderer eine Tour von 62 (Hike) oder 86 Kilometern (Trailrun) wandern oder laufen – an drei, zwei oder nur einem Tag.
Hotelchefin Natascha Heinrich in Oberwiesenthal ist froh über solche neuen Angebote. Diese Woche ist die Region auch Gastgeber für das europäische Wanderfest Eurorando und den Deutschen Wandertag. Heinrich baut darauf, dass, wer einmal hier war, wiederkommt und dann Familie oder Freunde mitbringt.
„Es gibt ganz viele, die das Erzgebirge noch nicht kennen.“ Und wandern lasse sich auch mit anderen Anlässen verbinden, sagt sie. Mit Tagungen von Firmen etwa oder Kursangeboten wie Yoga. (dpa/red)
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Menschen hängen kopfüber in Wiesn-Drehkarussell fest

Rund fünf Minuten lang mussten Besucher eines Fahrgeschäfts auf dem Oktoberfest kopfüber ausharren. Das Drehkarussell blieb am Samstagabend wohl wegen einer technischen Störung stehen, wie ein Sprecher der Wiesnwache der Feuerwehr München mitteilte.
Vor allem Jugendliche klagten nach Angaben der Wiesn-Sanitäter der Aicher Ambulanz nach der Fahrt über leichten Schwindel und Kreislaufprobleme.
Nach einer kurzen Untersuchung konnten jedoch alle Besucher des Fahrgeschäfts wieder zurück auf das Festgelände gehen. Ein Sachverständiger prüfte nach Angaben der Feuerwehr das Karussell und gab es noch am Abend wieder frei.

191. Oktoberfest startete bei Traumwetter

Am Abend des Eröffnungstages meldeten die Wiesn-Sanitäter der Aicher Ambulanz zudem, dass die 600er-Marke an versorgten Patienten fast erreicht worden sei.
Das 191. Oktoberfest hatte am Samstagmorgen bei Traumwetter begonnen. Die ersten Gäste hatten bereits frühmorgens im Dunkeln ausgeharrt. Als die Eingänge um kurz nach 9.00 Uhr öffneten, stürmten sie im Laufschritt los, um einen guten Platz im Bierzelt zu ergattern.
Oberbürgermeister Dominik Krause meisterte seinen ersten Oktoberfest-Anstich mit zwei Schlägen. (dpa/red)
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Das Geheimnis der Langeweile – und wie Sie es nutzen können

Während meiner langjährigen Tätigkeit als Dozent für Schreibkurse ließ ich die Schüler mehrmals ihre Metallklappstühle auf den kaum genutzten hinteren Parkplatz des Gebäudes tragen.
Dort ließ ich sie in einem großen Kreis Platz nehmen, mit dem Rücken zueinander und weit genug voneinander entfernt, um Flüstern zu verhindern. Gemäß meinen Anweisungen saßen sie 20 Minuten lang schweigend da und schauten geradeaus, ohne Augenkontakt zu den Klassenkameraden, ohne Handys, ohne Bücher und ohne Stifte und Papier. Sie betrachteten einfach nur den Wald rund um den Parkplatz oder das Gebäude. Wenn die Zeit um war, gingen wir wieder hinein, wo sie weitere 20 Minuten lang aufschrieben, was sie erlebt hatten.
Einige von ihnen verbrachten die Zeit mit Beten. Einige andere schmiedeten Pläne für das Wochenende oder blickten in die Zukunft und fragten sich, was der Schulabschluss wohl für sie bereithalten würde.
Jedes Mal gaben mindestens 50 Prozent der Schüler an, sich immens zu langweilen.

Das Dilemma: startklar für nichts

Leo Tolstoi definierte Langeweile in „Anna Karenina“ so: „Bald fühlte er, dass sich in seiner Brust der Wunsch der Wünsche regte – die Langeweile.“
Ein anonymer Autor fügte diese Wendung hinzu, um Langeweile zu veranschaulichen: „Es ist nicht langweilig, wochenlang am Stück zu Hause zu bleiben. Aber wie kommt es, dass der eine Sack Reis 48.356 Körner enthält und der andere 47.998?“
Das Wort „boredom“ entstand im Englischen erst im 19. Jahrhundert. Der früheste bekannte Beleg stammt aus dem Jahr 1829; Charles Dickens machte das Wort mit seinem Roman „Bleak House“ in den 1850er-Jahren literarisch bekannt. Doch der Zustand an sich ist uralt. Die Römer litten unter „taedium“ (lateinisch für: Überdruss, Verdrossenheit, Ekel), woraus sich das englische Wort „Tedium“ ableitet. Die frühen Christen gaben dem „taedium“ mit „acedia“ (altgriechisch für: „Sorglosigkeit“, „Teilnahmslosigkeit“) eine religiöse Wendung, die Langeweile mit Trägheit verbindet, einer der sieben Todsünden. Die Franzosen schenkten uns das Wort „ennui“, das die alltägliche Langeweile mit Müdigkeit verbindet.
Viele Menschen greifen bei Langeweile schnell zum Handy – und verpassen die Chance, hinter der Leere Neues zu entdecken. Foto: LSOphoto/iStock

Viele Menschen greifen bei Langeweile schnell zum Handy – und verpassen die Chance, hinter der Leere Neues zu entdecken.

Foto: LSOphoto/iStock

Wenn Hunde sich langweilen, schlafen sie oft ein. Wenn Menschen sich langweilen, beschweren sie sich. Der Sechsjährige, der jammert: „Mir ist langweilig“, ist nicht gerade glücklich, aber das gilt auch für den Teenager oder den alten Mann, denen es genauso geht.

Die Flucht ins Digitale

G.K. Chesterton schrieb in seinem Werk „Heretics“ dereinst: „Es gibt auf der Welt kein uninteressantes Thema; das Einzige, was existieren kann, ist ein uninteressierter Mensch.“
Trotz dieser grandiosen Fülle an interessanten Dingen ist ein gelangweilter Mensch blind für all das.
In unserem Zeitalter der Ablenkung durch Bildschirme hat die Langeweile etwas von ihrer Wucht verloren. Amerikaner checken ihre Handys durchschnittlich 186 Mal pro Tag. Rechnet man Computer zu dieser Statistik hinzu, verbringt der durchschnittliche Amerikaner täglich sechs Stunden und zwölf Minuten damit, sowohl bei der Arbeit als auch in der Freizeit auf einen Bildschirm zu schauen – und in Deutschland sieht es nicht besser aus. Wenn uns die Langeweile lustlos und niedergeschlagen macht, können wir unser Handy zücken und mit einem Tastendruck dem Alltag entfliehen, um die Nachrichten zu verfolgen, ein Spiel zu spielen oder die neuesten Katzenvideos in den sozialen Medien anzuschauen.
Aber ist diese moderne Fähigkeit, Langeweile mit Bildschirmen zu vertreiben, zwangsläufig eine gute Sache?

Langeweile nach draußen zu verlagern

Die meisten Eltern kennen die Kindheitsbeschwerde „Mir ist langweilig“, besonders im Sommer, wenn die Schulen geschlossen sind. Heutzutage reagieren manche darauf, indem sie den Fernseher einschalten oder das Kind ein paar Spiele auf Mamas Handy spielen lassen. Dies löst zwar das unmittelbare Problem, ist aber laut Expertenmeinung bei häufiger und langfristiger Anwendung wahrscheinlich eine verheerende Lösung.
Andere Eltern reagieren auf „Es gibt nichts zu tun“ mit der traditionellen Drohung: „Oh, ich finde schon etwas, das du tun kannst“, was so viel bedeutet wie Unkraut im Garten jäten oder das Spielzeug im Wohnzimmer aufräumen. Diese Warnung mag hart erscheinen, kommt aber dem Kind zugute, das klug genug ist, den Hinweis seiner Mutter zu verstehen. Es findet etwas anderes zu tun, was kreatives Denken erfordert.
Jeff Gardner, Autor des kürzlich erschienenen Buches „Landscapes of Grace: Hiking, Faith, and Finding Yourself in the Wild“ (deutsch etwa: Pfade der Gnade: Vom Wandern, dem Glauben und dem Weg zu sich selbst in der Wildnis), betont, wie wichtig es ist, dass Eltern vorausschauend auf den Sommerblues eines Kindes reagieren. Gardner, selbst Vater von vier erwachsenen Kindern, ist seit Jahren Verfechter des freien und unbeaufsichtigten Spielens der Kinder draußen – sei es im Wald und auf Feldern oder auf einem kleinen Rasen im städtischen Hinterhof.

Struktur, Führung und viel Freiraum

Im Gespräch mit der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times sagte Gardner: „Langeweile braucht Struktur und Führung. Wenn wir passive Ablenkungen beseitigen, schaffen wir für unsere Kinder den Freiraum für aktive, bewegungsbezogene Tätigkeiten.“
Mit seinem Hinweis auf motorische Aktivitäten meint Gardner fantasievolles Spielen im Freien oder bei schlechtem Wetter, mit Spielzeug statt vor Bildschirmen im Haus.
„Die Langeweile sollte so strukturiert werden, dass Kinder einen Ausweg sehen, etwas zu tun“, sagte er. „Das ist – wie wir aus der Entwicklungspsychologie wissen – absolut entscheidend für ihre gesunde Entwicklung als Kinder und später als Erwachsene. Der größte unbeabsichtigte Schaden, den Helikopter-Eltern anrichten, ist die Unterhaltung. Schaffen Sie ihnen jene Struktur, die ihnen den Weg zu Aktivitäten ebnet, bei denen das Kind sich selbst oder mit anderen beschäftigt.“
Bewegungsreiche Aktivitäten im Freien – Spazierengehen, Gärtnern, Rasenpflege und so weiter – bieten auch Erwachsenen gesunde Möglichkeiten, Langeweile zu vertreiben. Ob sie jedoch die Fantasie beflügeln, wie manche glauben, ist weniger sicher.
"Mir ist so langweilig." – Der Impuls vieler Eltern ist meist Beschäftigung. Doch wer diesen leeren Moment aushält, gibt dem Kind Raum für eigene Kreativität. Foto: PeopleImages/iStock

„Mir ist so langweilig.“ – Der Impuls vieler Eltern ist meist Beschäftigung. Doch wer diesen leeren Moment aushält, gibt dem Kind Raum für eigene Kreativität.

Foto: PeopleImages/iStock

Langeweile als Geschenk erkennen

Langeweile wird oft als Nährboden für Kreativität bezeichnet, und das kann durchaus zutreffen, insbesondere in der Kindheit. Wenn Kinder wenig zu tun haben, ihnen aber Möglichkeiten geboten werden, können sie einfallsreich sein: Sie bauen sich Festungen im Wald, lernen neue Fußballtricks oder helfen sogar beim Plätzchenbacken oder bei der Zubereitung des Abendessens. Diese Erfahrungen fördern ihre Fantasie und ihre Fähigkeiten.
Für gelangweilte Erwachsene sind die Fluchtmöglichkeiten vielfältiger, aber nicht immer ebenso wirksam. In einer Flaute festzustecken kann dazu führen, dass aus zwei Gläsern Wein am Abend eine ganze Flasche wird, dass man sich dem Online-Glücksspiel zuwendet oder noch mehr Stunden als bildschirmabhängiger Stubenhocker verbringt. Ein langweiliger, mühsamer Job mag bei manchen Menschen kreatives Denken anregen, während andere sich dadurch geistig ausgelaugt und lethargisch fühlen.
Dennoch kann Langeweile, wenn man sich ihr bewusst stellt, unser geistiges und seelisches Wohlbefinden steigern. Arthur C. Brooks, Autor, Professor an der Harvard University und langjähriger Forscher zum Thema Glück, preist den Wert der Langeweile, wenn man ihr mit der richtigen Einstellung begegnet. Sie kann zu einem Weg der Besinnung werden, zu einer Reise ins eigene Ich, das so oft unter unseren digitalen Geräten und der Hektik des modernen Lebens begraben liegt.
Auf seiner Website schrieb Brooks: „Ich spreche oft von der Falle, Unbehagen aus unserem Leben verbannen zu wollen. Bei Langeweile ist das nicht anders. Wenn wir uns ständig ablenken, entgeht uns genau jener geistige Raum, in dem Einsicht und Reflexion entstehen. Die Wahrheit ist, dass Langeweile ein Geschenk sein kann. Eines, das die Tür zu tieferen Gedanken und einem klareren Sinnempfinden öffnet.“

Der Sinn im Unscheinbaren

Viele Menschen, die wie Brooks bereits Meditation oder Gebet praktizieren, brauchen keine Langeweile, um in Kontemplation zu gelangen. Sein Punkt ist, dass wir, wenn wir „in der Schlange stehen, im Stau sitzen oder auf einen verspäteten Flug warten“, dem, was sonst ein ärgerliches Ärgernis ist, Wert und Sinn verleihen können.
Funktioniert Brooks’ Mittel gegen Langeweile? Warum probieren Sie es nicht einfach aus und finden es heraus? Wenn Ihre Kinder das nächste Mal von Langeweile befallen sind, schicken Sie sie in den Garten, damit sie durch freies Spielen ihre Fantasie entfalten können. Nehmen Sie auch Ihre eigene Langeweile mit nach draußen und beobachten Sie, wie sie bei einem Abendspaziergang verschwindet. Wenn Sie in einer langen Schlange bei der Post festsitzen, denken Sie über Ihr Leben nach und über die Menschen, die Ihnen auf Ihrem Weg geholfen haben.
Sobald wir anfangen, nach Chestertons interessanten Themen zu suchen – sowohl in uns selbst als auch außerhalb von uns –, werden wir sie überall entdecken.
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Got the Blahs? Boredom Can Be a Gift“. Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: (sm)
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Bergwacht im Rampenlicht – Fans, Geschenke und Bewerbungen

Sie retten Verunglückte aus steilen Felswänden und suchen bei Schneesturm nach Vermissten – und sind plötzlich Fernsehstars. Die ARD-Dokuserie „In höchster Not – Bergretter im Einsatz“ bringt der bayerischen Bergwacht ungewohnte Aufmerksamkeit. Fans kommen zu den Wachen, bitten um Selfies oder stellen Geschenkkörbe vor die Tür.
Auch Geldspenden und Bewerbungen gingen ein. „Das Feedback war gigantisch“, sagt Toni Vogg, Bereitschaftsleiter der Bergwacht Grainau. Vor allem zur Veröffentlichung der zweiten Staffel habe es Hunderte E-Mails und Nachrichten in sozialen Medien gegeben.

Bergwacht-Haus als Tourismus-Attraktion

Das Bergwacht-Haus in Grainau ist inzwischen auch ein touristisches Ziel. Manche Urlauber planten einen Besuch gezielt ein, berichtet Vogg. Sie kämen für Fotos vorbei oder um mit den Rettern ins Gespräch zu kommen.
Die erste Staffel erschien 2025, die acht Folgen der zweiten im Mai. Vom 7. September an laufen sie montags um 20.15 Uhr im BR Fernsehen. Eine dritte Staffel wird bereits gedreht und soll im kommenden Jahr erscheinen.
Die Retter aus Ramsau machen dabei Pause. Dafür sind neben den Bergwachten aus Grainau und Bad Reichenhall nun auch die Bergretter aus Oberstdorf dabei. Das Einsatzgebiet der 52 aktiven Einsatzkräfte erstreckt sich rund um Oberstdorf und den Allgäuer Hauptkamm.

Szenen bei Nacht, Wind und Wetter sowie Millionen Abrufe

Schneesturm, Gewitter, Stirnlampen in der Nacht, Fels, Gletscherspalten: Die Bergwachtretter tragen Bodycams oder 360-Grad-Kameras am Helm. Die Doku geht hautnah heran – und zoomt mitten ins Geschehen.
Teils drehen bergerfahrene Kamerateams unter Extrembedingungen. Die von der Bad Reichenhaller Firma Timeline Production für den BR produzierte Serie zählt dem Sender zufolge zu den bisher aufwändigsten Doku-Produktionen für die ARD Mediathek.
Die zweite Staffel kommt bereits auf knapp 8 Millionen Abrufe, beide zusammen auf rund 18,4 Millionen. „Wir haben schon damit gerechnet, dass die Serie interessant wird für die Leute, weil es so bildgewaltig ist“, sagt Vogg. Die Abrufzahlen hätten dennoch alle überrascht.
Bei Übungen wird die Rettung per Seilwinde mit dem Helikopter geprobt. (Archivbild)

Bei Übungen wird die Rettung per Seilwinde mit dem Helikopter geprobt. (Archivbild)

Foto: Matthias Bein/dpa

Geschenkkörbe vor der Tür

Gelegentlich finden die Retter vor der Tür Geschenke: Mal ein Fresskorb mit Wurst, Käse und Speck, mal ein Kasten Bier. Mitunter würden Einsatzkräfte im Alltag angesprochen – am Berg, im Ort und im Supermarkt: „Ich kenne dich irgendwoher“ oder „Seid ihr nicht die aus der Serie?“
Manche hätten Geld gespendet oder sich für eine Fördermitgliedschaft entschieden. „Die meisten finden es Wahnsinn, was wir machen, und dass wir das ehrenamtlich machen, in unserer Freizeit.“
Die rund 4.000 Retter der Bergwacht Bayern arbeiten ehrenamtlich. Die Serie habe das Ehrenamt sichtbarer gemacht und das Interesse an einer Mitarbeit gesteigert, sagt Bergwachtsprecher Roland Ampenberger.

Kletterhalle genügt nicht

Die Anforderungen sind hoch. Bewerber sollten vor Ort wohnen: „Wir haben Ausrückzeiten von maximal zehn Minuten, wenn der Heli fliegen muss“, sagt Vogg. Auch der Arbeitgeber müsse hier mitspielen.
Sportliche Fitness allein reicht nicht. Es gebe Anfragen von Menschen, die in der Kletterhalle schwierige Routen schafften – doch das bringe am Berg wenig. Wer Bergretter werden will, braucht eine gute Skitourentechnik, muss im Fels sicher und schnell unterwegs sein, Wetter und Gelände einschätzen können, so Vogg. „Was wir brauchen, ist der Allrounder.“

„Helden liegen am Friedhof“

Die verwackelten Bilder der Bodycams zeigen Retter, die sich aus dem Hubschrauber zu Verunglückten abseilen, sich bei Wind und Wetter durch unwegsames Gelände vorkämpfen. Notrufe verzweifelter Hundebesitzer wegen verunglückter Vierbeiner gehen ein – und immer öfter müssen Menschen, die sich überschätzt haben, am Ende per Seilwinde und Helikopter geholt werden.
Das alles klingt spannend, nach Abenteuer. Doch Heldentaten wolle in der Bergwacht niemand vollbringen: „Helden liegen am Friedhof“, sagt Vogg. „Wir wollen gesund wieder heimkommen.“
Die Fälle sind auch eine Mahnung zu Vorsicht und verantwortungsvoller Planung. Die Bergwacht Bayern hat schon jetzt alle Hände voll zu tun. Mehr als 9.000 Mal rückten die Bergretter laut Bergwachtsprecher Ampenberger 2025 aus – fast 1.000 Mal mehr als im Jahr 2023.
Vor allem die Zahlen der Sommereinsätze zeigen seit zehn Jahren nach oben. „Berge sind keine normierten Räume wie wir sie aus dem Tal oder der Stadt kennen“, mahnt Ampenberger.
Training für den Notfall - Mitglieder der DRK Bergwacht Sachsen üben an einem Skilift die Evakuierung von Personen.

Training für den Notfall – Mitglieder der DRK Bergwacht Sachsen üben an einem Skilift die Evakuierung von Personen.

Foto: Bodo Schackow/dpa

Fernsehbilder nicht mit Alltag verwechseln

Die Serie zeigt vor allem Action und meist Einsätze, die gut ausgehen – auch um Angehörige nach Todesfällen nicht zusätzlich zu belasten. „Wir kriegen vieles hin. Aber es geht halt auch mal nicht gut aus“, sagt Vogg. Man dürfe die Fernsehbilder mit dem gesamten Alltag der Bergretter nicht verwechseln. „Es gibt nicht nur den Hochglanz nach außen.“
Zum Ehrenamt gehöre auch, Ausrüstung zu warten, Autos zu putzen oder Holz für die Hütte zu machen. „Wir machen es gern, sonst würden wir unsere Freizeit nicht investieren.“ Für viele sei die Bergwacht Familientradition.
„Ein Ort lebt davon, dass sich jeder engagiert“, sagt Vogg – ob in Bergwacht, Wasserwacht, Feuerwehr oder Nachbarschaftshilfe. „Wir haben Publicity damit gekriegt“, sagt er über die Serie. „Aber es gibt auch sehr viele andere Ehrenämter.“ Auch Ampenberger betont, es gehe um mehr als die Bergretter im TV: „Jeder, der sich ehrenamtlich engagiert, ist wertvoll.“ (dpa/red)
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„Tramprennen“ nach Rumänien – „Schneller als die Bahn“

Daumen raus und los geht’s per Anhalter ins Abenteuer – etwa 67 Teilnehmer starten aus Weiden in der Oberpfalz und Lüneburg das „Tramprennen“ nach Rumänien. In Grüppchen zu zweit oder dritt geht es auf mehrere Etappen, wer zuerst ankommt, schaut sich nach Übernachtungsmöglichkeiten um.
„Wir sind in Teams unterwegs, allein in ein Auto steigen führt zur Disqualifikation. So sind unsere Regeln“, erzählt Tessa Brancalion von der Organisation über den Wettkampf. Sie startet mit 36 Mitstreitern und Mitstreiterinnen in Lüneburg.

Trampen populärer machen

Geplant ist außer der Reservierung des Campingplatzes am Zielort Pui nicht viel. Alle haben Outdoor-Ausrüstung inklusive Zelt dabei. „Wir sind eine Gruppe von 19 bis 56 Jahren und unser Ziel ist es, dass Trampen populärer wird“, erzählt die 33-Jährige. „Deutschland ist zum Trampen ein einfaches Land, ich bin deutlich schneller als die Deutsche Bahn“, sagt die Studentin.
Seit 2018 gibt es das jährliche Gemeinschaftserlebnis, zuerst ging es nach Spanien, auch Estland und Griechenland waren Zielländer – nur wegen Corona wurde zwei Jahre pausiert. Der Wettkampf führt über mehrere Etappen, die einzeln gewertet werden, erklärt Mitorganisatorin Brancalion.
Philipp Weckesser startet mit seiner Freundin in der Oberpfalz. Er reist seit elf Jahren per Autostopp und wartet im Inland nach eigenen Angaben längstens eine Stunde auf eine Mitfahrgelegenheit. „Es ist ein Hobby, wir machen es gern, weil man immer mit Menschen in Kontakt kommt, die sich vor Ort auskennen“, erzählt der 35-Jährige.
Antonina Eliseeva (l.) freut sich darauf, neue Länder zu entdecken.

Antonina Eliseeva (l.) freut sich darauf, neue Länder zu entdecken.

Foto: Kai Morschlatt/dpa

Trampen so (un-)gefährlich wie Disco-Besuch

Einmal habe er eine schlechte Erfahrung gemacht, als ein Autofahrer sexuell übergriffig werden wollte. Aber generell, findet Weckesser, sei das kostenlose Mitreisen nicht gefährlich.
Der Student der Sozialen Arbeit schrieb seine Bachelorarbeit zum Thema Sicherheit beim Trampen und fasst seine Erkenntnisse zusammen: „Es ist vergleichsweise so wie in eine Disco zu gehen. Jeder kann auch beim Trampen entscheiden, ob er einsteigt.“
Viele Frauen stiegen nie bei einzelnen Männern ein, auch er werde manches Mal nicht von Autofahrerinnen mitgenommen. „Von der Sicherheit ist es eigentlich tiefenentspannt“, sagt Weckesser, der nach der Ankunft in Pui zu einer dreijährigen Weltreise aufbrechen will, in Etappen immer wieder auch per Anhalter.

Neue Länder entdecken mit Tipps aus erster Hand

Mitorganisatorin Tessa Brancalion sieht den Reiz im Trampen unter anderem darin, von Ortskundigen Informationen zu den bereisten Ländern sowie zu Sehenswürdigkeiten und Kulinarik zu erhalten.
Wenn man lange auf eine Mitfahrgelegenheit warten müsse, könne es aber auch mal anstrengend werden. „Wichtig ist, dass man freundlich bleibt.“ Zwar gehöre zum Trampen auch ein kleines bisschen Können, „vor allem ist es aber Glück.“
Teilnehmerin Antonina Eliseeva ist zum vierten Mal dabei. Bepackt mit einem dicken Rucksack, Isomatten und einem Campingkocher macht sie sich auf die Reise. Sie freue sich „sehr darauf, aus dem Alltag herauszukommen“ und neue Länder zu entdecken, sagt sie.

Freizeitforscher: Sicherheit geht vor Abenteuer

Ältere erinnern sich wehmütig an viele Anhalter-Abenteuer – junge Leute reisen immer weniger per Autostopp. „Empirisch kann man das nicht nachweisen, aber die These der Zukunftsforschung ist, dass die Sehnsucht nach Sicherheit größer wird als der Durst nach Freiheit“, sagt der Hamburger Zukunftsforscher Horst Opaschowski der Deutschen Presse-Agentur.
Fast könne man sagen, Sicherheit sei für manche die neue Freiheit. „Die große Kunst ist es, sicher zu sein, ohne die Freiheit aufzugeben“, sagt der 85-Jährige. „Und Trampen ist ein Sicherheitsrisikofaktor im Privatleben.“
Seit der Coronakrise breitet sich nach seiner Einschätzung eine pessimistische Grundstimmung in Deutschland aus. „Wir leben in unsicheren Zeiten, da ist kein Ende abzusehen“, sagt Opaschowski, der seit vielen Jahrzehnten die Stimmung mit repräsentativen Umfragen ermittelt.

Junge Leute sind mobiler als früher

Die junge Generation wachse damit auf und müsse sich arrangieren. „Die wilden Touren nach Sri Lanka werden weniger“, sagt er, „die Sehnsucht bleibt, aber vielen ist so etwas zu unsicher“. Work and Travel in sicheren Staaten wie Australien sei relativ risikoarm.
Den besonderen, teuren Auszeiten wie Junggesellenabschieden in fernen Städten wie Palma de Mallorca oder Mailand hat Opaschowski den Titel „Luxese“ gegeben, die Mischung aus Luxus und Askese davor oder danach, um die Extravaganzen zu finanzieren.
Autostopp auf kleineren Strecken sei auch deswegen aus der Mode, weil viele Menschen mobiler geworden seien, sagt Opaschowski. Auch die Bahn-Tarife seien für junge Leute interessanter: „Viele nehmen dann in Kauf, mal zwei Stunden auf dem Bahnsteig auf einer Bank zu schlafen.“ Zudem seien die öffentlichen Verkehrsmittel viel besser ausgebaut worden, führt Tramper Weckesser an. (dpa/red)
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Es werden weniger Reisemobile und Wohnwagen verkauft

Nach dem Corona-Boom setzt Deutschlands Caravan-Branche ihre Abwärtsfahrt fort. Wie der Caravaning Industrie Verband (CIVD) im Vorfeld der Düsseldorfer Messe Caravan Salon mitteilte, sank die Anzahl der neu zugelassenen Reisemobile und Wohnwagen (Caravans) in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 in Deutschland um 3 Prozent auf 63.329.
Im kompletten Vorjahr hatte es ein Minus von 2,3 Prozent gegeben. In den Pandemiejahren wiederum waren die Verkäufe steil nach oben geschnellt, weil sich viele Menschen für Caravaning entschieden, etwa aus Angst vor Ansteckungen oder wegen Einschränkungen bei Flugreisen.
Aktuell wirkt sich die schwache Konjunktur negativ auf die Branche aus: Manche Bürger scheuen hohe Ausgaben für einen Wohnwagen oder ein Reisemobil. Einige Hersteller wiederum sitzen noch auf Altbeständen, die sie als Folge des Corona-Booms produziert haben und seither nicht loswerden.
Der größte Teil des Marktes entfällt auf Wohnmobile, auch Reisemobile genannt: In den ersten sieben Monaten 2026 wurden 50.118 Reisemobile neu zugelassen und damit 3,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, bei den Caravans lag das Minus bei 1,9 Prozent auf 13.211.

Branchenverband sieht positive Zukunft

Der Geschäftsführer des Branchenverbandes CIVD, Daniel Onggowinarso, sieht die aktuelle Entwicklung gelassen. Der Markt zeige sich robust, und es sei normal, dass es nach Corona wieder etwas runtergehe.
Hätte es die Pandemie nicht gegeben, wäre man womöglich Jahr für Jahr gewachsen und auf dem jetzigen Niveau angekommen. „Wir machen eine kurze Zwischenpause und atmen durch – und wenn es der Wirtschaft wieder besser geht und der Energieschock vorbei ist, dann wird es wieder besser.“
Der Oberbegriff für Reisemobile und Wohnwagen (Caravans) ist Freizeitfahrzeuge – deren Anzahl hat sich laut CIVD-Angaben von 2015 bis 2025 verdoppelt. Das Wachstum fand allerdings bei Reisemobilen statt, die Anzahl der Caravans stagnierte. Aktuell sind in Deutschland rund 1,8 Millionen Freizeitfahrzeuge zugelassen.
Das Interesse an Caravaning sei weiterhin groß, sagte der Verbandsvertreter. „Wir haben eine emotionale Klientel, die an ihrer Reiseform hängt – wir bauen nur einfach zu gute Produkte, die gehen nicht kaputt, es gibt keinen Bedarf, etwas auszutauschen“, sagte Onggowinarso.

Eine Viertelmillion Menschen werden beim Caravan Salon erwartet

Bei dem am 28. August startenden Caravan Salon präsentieren sich nach Angaben der Veranstalter mehr als 830 Aussteller. Damit sei der letztjährige Rekordwert von 810 übertroffen, sagte Stefan Koschke von der Messe Düsseldorf. Caravaning sei längst keine Nische mehr, das Thema sei vielmehr in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
Im vergangenen Jahr strömten 269.000 Menschen in die Messehallen – der Besucher-Höchstwert von 2019 wurde damit knapp verfehlt. Für dieses Jahr gab Koschke das Ziel von mindestens 250.000 Besucherinnen und Besuchern aus.
Es gehe gar nicht so sehr um eine möglichst hohe Anzahl von Besuchern, sondern um das echte Kaufinteresse von Besuchern. „Wir wollen Käuferklientel ansprechen – darauf zielt unser ganzes Marketing, unser ganzes Tun.“ Die Besucher sollten zu Konsumenten werden. (dpa/red)
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Blackout stoppt Apnoetaucher kurz vor Tiefenrekord

Applaus am Boot, Applaus am Ufer – die Leistung war grandios. Und dennoch reichte es nicht ganz: Der Apnoetaucher Minja Marinković hat den neuen deutschen Tiefenrekord knapp verfehlt. Der 29-Jährige tauchte an der Allmannshauser Steilwand mit einem Atemzug auf die angestrebten 85 Meter ab. Doch beim Auftauchen wurde er kurz vor der Oberfläche in etwa drei Metern Tiefe ohnmächtig – ein Blackout, wie es die Taucher nennen. Damit zählt der Rekord nicht.
Wäre er gewertet worden, wäre der 29-Jährige – der zu den weltbesten Apnoetauchern zählt – der Erste in Deutschland gewesen, der in einem See diese Tiefe erreicht. Der bisherige Rekord liegt bei 80 Metern und stammte aus dem Jahr 2011. Rund neun Bar Druck herrschen da unten, die Luft in der Lunge wird auf ein Neuntel zusammengedrückt.

Gehört zum Sport

Es gehe ihm gut, es sei nicht dramatisch, sagte er kurz nach dem dreiminütigen Tauchgang. Dass man scheitere, „das gehört zum Sport“. Es sei dennoch ein schöner Tag gewesen, die Unterstützung durch das Team großartig, sagt der Ingenieur. Er will es wieder versuchen. „Das wird wiederholt.“
An Land bekommt er viele Umarmungen, Familie und Freunde sind da und haben mitgefiebert, Mutter und Schwester. Sie konnten den Versuch über ein Handy auf der Tauchplattform live verfolgen. Sorgen hätten sie sich nicht gemacht – es sei alles sicher und gut gelaufen, sagt Schwester Anja. Sie sei stolz auf ihren Bruder und habe volles Vertrauen in seine Fähigkeiten.

Sauerstoffmangel

Die Hauptgefahr beim Freitauchen ist Bewusstlosigkeit durch Sauerstoffmangel. Wettkämpfe finden deshalb unter streng kontrollierten Bedingungen statt, mit Sonar, Gegengewichtssystem und mehreren Sicherungstauchern.
An der Steilwand von Allmannshausen hatte 2018 bereits der Apnoetaucher Jens Stötzner versucht, den Rekord zu brechen. Er schaffte es auf 81 Meter. Auch er verlor beim Auftauchen das Bewusstsein. Rekord ungültig.

Kalt und stockdunkel

Die große Herausforderung in Seen sind die absolute Dunkelheit und die Kälte – auch im Hochsommer. Vier Grad herrschen in der Tiefe, neun bar Druck wirken in gut 80 Metern auf den Körper. Die Luft in der Lunge wird auf knapp ein Neuntel zusammengedrückt.
„Es war sehr kalt und dunkel“, schildert Marinković den heutigen Tauchgang. Ein paar Faktoren hätten dazu geführt, dass er nicht seine volle Leitungsfähigkeit hatte, darunter Schlafmangeln und die Verzögerung des Tauchgangs aus technischen Gründen.
Er war in der Disziplin Free Immersion ohne Flossen gestartet. An einem Seil zog er sich nach unten. Ab etwa 30 Metern beginnt der freie Fall, kopfüber in die schwarze Tiefe. Am Zielpunkt der Griff nach dem „Tag“, ein Stück Stoff, das er zum Beweis mit hochbringen muss. Dann am Seil wieder nach oben. Über den Neoprenhandschuhen trug er Gartenhandschuhe, mit Klebeband befestigt. Sie haben mehr Grip.
Doch knapp vor der Oberfläche verlor Marinković den Kampf: Es sei wie „in einen Schlafzustand fallen“, beschreibt er das Gefühl des Bewusstseinsverlusts. Marinković wurde von einem Sicherungstaucher nach oben gebracht, kurzzeitig Mund-zu-Nase beatmet und bekam dann Sauerstoff. Er war gleich wieder bei Bewusstsein. Drei Sicherungstaucher und eine Ärztin hatten den Versuch begleitet.

Rote Karte

Wettkampfrichter des Verbandes Aida International konnten Marinković den Rekord nicht bestätigen – sie mussten die rote Karte zeigen anstatt der erhofften weißen. Voraussetzung ist unter anderem, dass der Taucher aus eigener Kraft nach oben kommt und bei Bewusstsein ist. Trotzdem, so Wettkampfrichter Nils Heininger, Vizevorsitzender von Aida Deutschland: „Es ist für mich eine krasse Leistung.“
Heininger beschreibt das Apnoetauchen so: „Es ist sehr anspruchsvoll, mental ruhig zu bleiben, während der Körper eigentlich auf Alarm schalten sollte. Aber wenn es gelingt, ist man in einem meditativen Zustand und schaltet völlig ab. Das sind die Tauchgänge, nach denen Freediver irgendwann beinahe süchtig werden.“

Wie eine starke Meditation

Marinković spricht von einem Gefühl „wie auf einem anderen Planeten“. „Man ist sehr ruhig – und sehr alleine“, so der Taucher. „Es ist ein sehr friedliches Gefühl. Wie eine starke Meditation.“
Lange Zeit ging man davon aus, dass ein Mensch ohne technische Hilfsmittel nicht tiefer als etwa 40 Meter tauchen kann. Nun liegt der Rekord im Meer in der Disziplin Free Immersion bei 137 Metern. Ähnlich wie beim Höhenbergsteigen, bei dem ein Aufstieg am Mount Everest ohne zusätzlichen Sauerstoff vor Reinhold Messners und Peter Habelers Erfolg als unmöglich erschien, die Frage: Wo liegt die Grenze menschlicher Leistungsfähigkeit – wie weit lässt sie sich durch Technik und Training verschieben? (dpa/red)
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Mahjong-Boom in den USA: Wie ein altes Spiel neue Freundschaften schafft

Während viele Menschen im Alter mit Einsamkeit und einem kleiner werdenden sozialen Umfeld kämpfen, entsteht in den USA eine ungewöhnliche Gemeinschaft rund um ein jahrhundertealtes Spiel aus China: Mahjong. In einem Vorort von Memphis treffen sich Frauen regelmäßig zum gemeinsamen Spielen, Lachen und Austauschen – nicht nur wegen der Spielsteine, sondern vor allem wegen der Verbindung untereinander.
Es ist ein Donnerstagnachmittag in einem Barbecue-Restaurant. Dutzende Frauen sitzen an Tischen, vor sich Reihen kleiner Spielsteine, und legen konzentriert Muster. Sie lachen, sprechen miteinander und bleiben ständig in Bewegung. „Lunch and Play“ nennt die Gruppe MahJ Squad 901 dieses gemeinsame Ritual.
Gegründet wurde die Gemeinschaft von den Schwestern Patricia Ford und Sandy Sissom kurz nach der Corona-Pandemie in der Nähe von Memphis. „Wir haben einfach angefangen zu spielen, und die Runde wurde immer größer und größer“, sagt Sissom. Heute bringen sie Mahjong auch anderen Menschen in der gesamten Region Mid-South näher.
Der Anstoß dafür kam aus einer persönlichen Erfahrung innerhalb der eigenen Familie. Die Schwestern beobachteten, wie ihre Mutter im Alter immer mehr Freunde verlor. „Wenn man älter wird, wird der Kreis kleiner“, sagt Sissom. Deshalb wollten sie eine Gemeinschaft schaffen, die groß und vielfältig genug ist, damit niemand das Gefühl hat, am Ende allein zurückzubleiben.
Mahjong ist dabei weniger das eigentliche Ziel als vielmehr das verbindende Element. Das Spiel schafft einen festen Anlass für regelmäßige Treffen, gemeinsame Erlebnisse und neue soziale Kontakte.
Mahjong – ausgesprochen etwa „Ma-dschong“ – entstand im China des 19. Jahrhunderts, vermutlich in der Region um Ningbo und Shanghai gegen Ende der Qing-Dynastie. Der Name bedeutet wörtlich „Sperling“. Einer verbreiteten Erklärung zufolge geht die Bezeichnung auf das Geräusch der Spielsteine beim Mischen zurück, das an das Klappern und Zwitschern einer aufgescheuchten Spatzenschar erinnert.

Mitglieder des MAHJ Squad 901 spielen Mahjong in einem Gemischtwarenladen in Memphis, Tennessee. Die Gruppe wurde von zwei Schwestern nach der COVID-19-Pandemie gegründet, um soziale Kontakte zu etablieren.

Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Patricia Ford, Jacki Thrapp/The Epoch Times

In Memphis wird allerdings nicht die klassische chinesische Variante gespielt, sondern American Mah Jongg, eine im 20. Jahrhundert in den USA entwickelte Form des Spiels. Sie unterscheidet sich unter anderem durch zusätzliche Jokersteine und eine jährlich wechselnde Spielkarte, auf der die gültigen Gewinnkombinationen festgelegt sind. Gespielt wird in der Regel zu viert. Ziel ist es, eine Hand aus 14 Steinen zusammenzustellen, die exakt einer der vorgegebenen Kombinationen auf der Karte entspricht.
Was zunächst einfach klingt, erfordert viel Übung und Konzentration. Da die Karte jedes Frühjahr erneuert wird, können sich die Spielerinnen nicht dauerhaft auf einmal gelernte Muster verlassen. Mit jeder neuen Saison müssen sie neue Kombinationen verstehen, Strategien anpassen und sich wieder auf die veränderten Regeln einstellen.

Ordnung aus dem Chaos

Am Anfang jeder Partie steht der sogenannte „Charleston“: Dabei geben die Spielerinnen reihum nicht benötigte Steine weiter – drei nach rechts, drei an die gegenüberliegende Spielerin und drei nach links. Dieses kreisförmige Tauschen dient dazu, die eigene Hand zu ordnen und erste Strategien zu entwickeln, bevor der eigentliche Wettkampf mit Ziehen und Ablegen der Steine beginnt.
Wer als Erste eine gültige Kombination vervollständigt, ruft „Mahjong“ und gewinnt die Runde. Spielerinnen vergleichen das Spiel häufig mit einer Mischung aus Schach, Bridge und Rommé – kombiniert mit der sozialen Atmosphäre eines regelmäßigen Treffens, bei dem Strategie, Austausch und Geselligkeit zusammenkommen.
Die Schauspielerin Julia Roberts, die Mahjong bereits lange vor dem aktuellen Trend für sich entdeckte, beschrieb den Reiz des Spiels einmal als den Versuch, aus zufällig gezogenen Steinen Ordnung zu schaffen. Da sich die Spielsituation mit jedem Zug verändert, erfordert jede Runde neue Entscheidungen, Anpassungsfähigkeit und Konzentration.
Mahjong Spielerinnen in einem Restaurant in Memphis, Tennesse im Juni 2026.

Mahjong-Spielerinnen in einem Restaurant in Memphis, Tennesse, am 19.Juni 2026.

Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Patricia Ford, Jacki Thrapp/The Epoch Times

Mahjong hat Amerika schon einmal erobert

Dass ausgerechnet Mahjong diese Rolle übernimmt, ist in den USA nicht neu. Als das Spiel in den 1920er-Jahren nach Amerika gelangte, löste es eine landesweite Begeisterung aus, die den heutigen Aufschwung noch deutlich übertraf.
Joseph Park Babcock, ein Vertreter des Ölkonzerns Standard Oil, gehörte zu den Personen, die Mahjong in den Vereinigten Staaten populär machten. Er vereinfachte die Regeln für amerikanische Spieler und trug dazu bei, dass das Spiel schnell in wohlhabenden Gesellschaftskreisen Fuß fasste. Selbst im Weißen Haus spielten Präsident Warren G. Harding und seine Frau Mahjong.
Auch in Hollywood fand das Spiel Anhänger. Berichten zufolge gehörten Stummfilmstars wie Mildred Davis und Bessie Love zu den begeisterten Spielerinnen. In Los Angeles veranstaltete ein Gastronom für seine prominenten Gäste sogar eigene „Mahjong-Tees“, für die sie zeitgenössischen Berichten zufolge teilweise ihre Studioverpflichtungen unterbrachen.
Der Import nahm bald enorme Ausmaße an. Im Jahr 1923 waren Mahjong-Sets aus Shanghai das sechstgrößte Exportgut der Stadt in die Vereinigten Staaten. Die Nachfrage war so hoch, dass sogar Rinderknochen aus Kansas und Chicago nach China geliefert wurden, um daraus Spielsteine für den amerikanischen Markt herzustellen.
Der Revenue Act von 1924 belegte Mahjong-Sets mit einer zehnprozentigen Steuer. Diese Maßnahme sorgte für Unmut in der Branche. Die Bostoner Spielefirma Hillson legte sogar eine Petition dagegen ein – jedoch ohne Erfolg.
Doch die große Mahjong-Welle verschwand fast so schnell, wie sie entstanden war. Mit dem Börsencrash von 1929 und der folgenden Weltwirtschaftskrise verlor das Spiel seinen Status als gesellschaftliches Symbol der Wohlhabenden. Teure Spielsets und aufwendige Mahjong-Abende passten nicht mehr in eine Zeit wirtschaftlicher Unsicherheit.
Mahjong verschwand jedoch nie vollständig. Es überlebte in kleineren Gemeinschaften, besonders unter jüdischen Frauen in New York. Dort wurde es nicht als vorübergehender Trend, sondern als soziales Ritual über Generationen hinweg weitergegeben. Man traf sich regelmäßig, spielte gemeinsam, tauschte sich aus und pflegte Freundschaften.

Die Rückkehr

Nach der Corona-Pandemie nahm die Begeisterung für Mahjong erneut zu. Gruppen wie jene in Memphis trafen offenbar ein Bedürfnis vieler Frauen, ihre sozialen Kontakte wieder auszubauen und regelmäßige persönliche Begegnungen zurück in ihren Alltag zu holen.
Im April 2026 ermittelte die Spieleplattform Bam Good Time anhand öffentlicher Verzeichnisse 1.026 Mahjong-Clubs in den gesamten Vereinigten Staaten. Private Spielrunden und kleinere Gruppen dürften in dieser Zahl allerdings nicht vollständig erfasst sein.
Neben dem sozialen Aspekt bietet Mahjong auch eine geistige Herausforderung. Eine im Jahr 2020 veröffentlichte Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass ältere Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung nach zwölf Wochen regelmäßigem Mahjong-Spielen bei Tests zu exekutiven Funktionen bessere Ergebnisse erzielten als eine Vergleichsgruppe.
Mit der wachsenden Popularität entdecken auch Händler und Luxusmarken das Potenzial des Spiels. Marken wie Tiffany & Co., Prada und Coach bieten eigene Mahjong-Sets an. Hermès verkaufte beispielsweise Sets aus Palisanderholz und Kalbsleder für 42.000 US-Dollar. Louis Vuitton bietet ein handgefertigtes „Vanity Mahjong“-Set aus Corian und Holz für rund 63.000 US-Dollar an, das ausschließlich über einen Concierge-Service erhältlich ist.
Für die Freude am Spiel ist solcher Luxus jedoch nicht notwendig. Ein ansprechendes Set für vier Personen ist in den USA bereits ab etwa 50 US-Dollar und in Deutschland ab etwa 40 Euro erhältlich. Der eigentliche Wert von Mahjong liegt ohnehin weniger im Material der Steine als in der Regelmäßigkeit, mit der Menschen zusammenkommen.
„Es ist nicht nur etwas für alte Damen“, sagt Sissom und lacht. „Wir bringen es vielen jungen Frauen bei.“
Jüngere Spielerinnen lernen die Regeln von erfahrenen Mahjong-Spielerinnen, neue Teilnehmerinnen kommen hinzu – und aus einem einfachen Treffen an einem Donnerstagnachmittag entsteht allmählich ein festes Ritual.
Auch in Deutschland gibt es Freunde des chinesischen Gesellschaftsspiels Mahjong (oder auch Mah-Jongg geschrieben).

Auch in Deutschland gibt es Freunde des chinesischen Gesellschaftsspiels Mahjong (oder auch Mah-Jongg geschrieben).

Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Mahjong in Deutschland

Viele Menschen in Deutschland verbinden mit Mahjong vor allem ein Computerspiel, bei dem gleiche Steine paarweise vom Bildschirm entfernt werden. Mit dem traditionellen Mahjong, das von vier Personen mit Spielsteinen gespielt wird, hat diese digitale Variante jedoch nur wenig gemeinsam.
In Deutschland ist Mahjong bislang vor allem durch Vereine, Regionalgruppen und den Turnierbetrieb sichtbar. Seit 2002 gibt es die Deutsche Mah-Jongg Liga, die neue Spielrunden fördern und verschiedene Spielvarianten vermitteln möchte. Eine mit den USA vergleichbare Welle gemeinschaftlicher Mahjong-Treffen ist derzeit zwar nicht erkennbar, aber auch nicht ausgeschlossen – denn private Spielrunden erscheinen in keiner offiziellen Statistik.
Ob die neue amerikanische Begeisterung für Mahjong auch nach Deutschland überspringt, bleibt abzuwarten. Gesellschaftsspiele erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit, und für eine Partie braucht es nicht viel: vier Spieler, einen Satz Steine und die Bereitschaft, einige Stunden gemeinsam ohne Bildschirm zu verbringen.
In East Memphis wird derweil weiter gemischt, getauscht und überlegt. Aus den Steinen entstehen neue Kombinationen – und aus einzelnen Spielerinnen wächst eine Gemeinschaft.
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Bayern: Achtjähriger stirbt nach Badeunfall in Freibad

Drei Tage nach einem Badeunfall in einem Freibad in Bayern ist ein achtjähriger Junge gestorben. Das Kind starb am Montagabend in einem Klinikum, wie das Polizeipräsidium Oberfranken in Bayreuth mitteilte.
Der Achtjährige war am Freitag mit Freunden in einem Freibad in Naila im Landkreis Hof. Später entdeckten Badegäste den Jungen leblos im Nichtschwimmerbecken und begannen umgehend mit Wiederbelebungsversuchen.
Anschließend wurde er in eine Klinik gebracht, wo er trotz intensivmedizinischer Behandlung nun starb. Die Kriminalpolizei leitete Ermittlungen zum Unfallhergang ein.(afp/red)
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Fliegende Kirschkerne und eine Diesellok am Seil

111 Menschen haben gemeinsam eine Diesellok samt zwei Waggons 111 Meter weit an Seilen gezogen. Der kollektive Kraftakt während des Brezelfests in Speyer hat nach Angaben der Organisatoren unfallfrei geklappt.
Auch andernorts in Deutschland gab es kuriose Veranstaltungen: Im hessischen Witzenhausen spuckten Hunderte Teilnehmer Kirschkerne um die Wette und in Plau am See kämpften 22 Teams um den Titel der kreativsten „Badewanne“.

Muskelkraft gegen Lok

„In gut zwei Minuten war die Lok im Ziel. Jeder war überrascht, wie schnell das Ganze funktioniert hat“, berichtete der Vorsitzende des Verkehrsvereins Speyer, Uwe Wöhlert, dpa.
Mit dabei waren 19 Teams aus der Region, von Gewichthebern und Ringern bis zu Stadtwerken und Verwaltung. Die Lok und die Waggons zusammen wogen den Angaben zufolge 111 Tonnen.
Es gab zwei je 50 Meter lange Seile, die über den Schultern der Teilnehmer lagen. Die 111 Menschen liefen teils im Gleisbett. Es sei niemand gestürzt oder gestolpert, sagte Wöhlert.
Die Organisatoren hatten das Muskelkraft-Event als Weltrekordversuch angemeldet. Geplant ist ein Eintrag beim Rekordinstitut für Deutschland (RID). Ein Notar hat das Geschehen verfolgt.

30 Meter lange Spuckebahn in Hessen gebaut

Ähnlich ambitioniert, aber unter ganz anderen Vorzeichen traten im hessischen Witzenhausen Hunderte Kinder, Frauen und Männer im Kirschsteinweitspucken gegeneinander an. Die Sieger dürfen sich Deutsche Meister in der Disziplin nennen.
Das Reglement sieht vor, dass das Spucken „ausschließlich mit dem bloßen Mund“ erfolgt. „Jegliche Hilfsmittel oder Veränderungen am Kirschstein sind nicht gestattet“, heißt es dort.
Der verwendete Kirschstein muss aus den zur Verfügung gestellten Kirschen stammen. Jeder Teilnehmer hat drei Spuckversuche. Es zählt nicht das erste Aufkommen, sondern der Punkt, an dem der Stein liegenbleibt.
Das Reglement sieht vor, dass das Spucken «ausschließlich mit dem bloßen Mund» erfolgt.

Das Reglement sieht vor, dass das Spucken „ausschließlich mit dem bloßen Mund“ erfolgt.

Foto: Kai Moorschlatt/dpa

Seit 1985 finden die Deutschen Meisterschaften im Kirschsteinweitspucken schon in Witzenhausen im Rahmen der jährlichen Kesperkirmes statt. Den Titel als Deutsche Meisterin beim Kirschsteinweitspucken verteidigte Frederike Brübach – mit mehr als zwölf Metern.

Buntes Badewannen-Rennen in Plau am See

Deutlich bunter ging es in Plau am See (Mecklenburg-Vorpommern) zu, wo sich die Elde wieder in eine Rennstrecke für auffällig geschmückte Boote verwandelte.
Bei sommerlichen Temperaturen bis zu 29 Grad traten 22 Teams mit ihren „Badewannen“, meist schwimmfähigen Plattformen, gegeneinander an und kämpften unter anderem um den Titel der kreativsten Kreation.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der traditionellen Badewannenrallye stellten sich sowohl der Wertung der Besucher als auch einer Jury.

Die Teilnehmer der traditionellen Badewannenrallye stellten sich sowohl der Wertung der Besucher als auch einer Jury.

Foto: Philip Dulian/dpa

Die Teilnehmer der traditionellen Badewannenrallye stellten sich dabei sowohl der Wertung der Besucher als auch einer Jury. Die Rallye fand in diesem Jahr zum 32. Mal statt.
Gepaddelt wurde auf einer Strecke von etwa 500 Metern zwischen der Plauer Schleuse und der historischen Hubbrücke. Am Abend sollten die Teilnehmer dann noch ausgezeichnet werden. (dpa/red)
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Kein Deutsch, kein Eintritt: Strandbad verschärft Einlass

Kein Deutsch, kein Eintritt: Diese umstrittene Regel ist in einem Strandbad in Sachsen-Anhalt eingeführt worden.
Nachdem der Chef des Heidebades, Mathias Nobel, im sachsen-anhaltischen Halle am vergangenen Wochenende ein Kleinkind aus metertiefem Wasser retten musste, führte er eine neue Regel ein.
Demnach werden Menschen, die nicht ausreichend Deutsch sprechen und die Baderegeln nicht verstehen, nicht mehr hereingelassen. Diese Entscheidung sorgt laut Nobel auch für Kritik.

Es wird im Einzelfall entschieden

„Wir müssen uns sicher sein, dass die Besucherinnen und Besucher unsere Baderegeln verstehen und so konsequent sein, um die Sicherheit der Badegäste gewährleisten zu können“, sagte Nobel. Falle am Eingang auf, dass es Verständnisprobleme gibt, werde im Einzelfall entschieden, wie verfahren wird.
Nobel gehe es vor allem darum, dass die Badegäste wüssten, wie sie sich am und im Wasser verhalten müssten, betonte er. Dabei spiele die Sprache eine wichtige Rolle, aber nicht nur.
„Wenn die Sprachkenntnis eher schlecht ist, wir aber das Gefühl haben, dass die Menschen wissen, wie sich am Wasser verhalten wird, dürfen sie natürlich bei uns baden.“ Für seine Entscheidung sei er dennoch auch kritisiert worden, erzählt der Geschäftsführer des Bades. „Wir bleiben da aber konsequent.“

Kleinkind aus tiefem Wasser gerettet

Vor allem an heißen Tagen wie am vergangenen Wochenende sei auch am Einlass des Bades so viel los, dass eine neue Regelung habe gefunden werden müssen – ergänzend zu den Hinweisschildern, die an mehreren Stellen im Bad zu finden sind, sagte Nobel.
Seit die neue Einlassregel vor wenigen Tagen eingeführt wurde, seien vereinzelt Menschen nicht hereingelassen worden.
Anlass, die Regel ins Leben zu rufen, sei ein Vorfall vom vergangenen Wochenende gewesen. Nobel – selbst Rettungsschwimmer – musste ein Kleinkind aus dem Wasser retten, das in viel zu tiefem Wasser war. „Unser See ist zum Teil 13 Meter tief. Das ist einfach gefährlich.“

Was ist leistbar und was nicht?

Vor allem die Kinder müssten verstehen, wie sie sich am Wasser zu verhalten hätten und in Aufsicht von Personen sein, die ebenfalls wüssten, wie sie zu handeln hätten.
Außerdem müssten die Menschen von den Rettungsschwimmern angesprochen werden können. Komme zum Beispiel eine Gruppe ohne auch nur eine Person, die ausreichend Deutsch verstehe, kämen bei ihm und seinem Team Bedenken auf, sagte Nobel.
Mit der neuen Regelung wolle er auch seine Bademeister entlasten. In der Vergangenheit habe es Diskussionen gegeben, weil diese nicht dazu bereit gewesen seien, die Schwimmregeln einzeln in ein Übersetzungsprogramm zu sprechen, so der Chef des Heidebades. „Mein Personal ist so schon an der Grenze.“

Stadtwerke Jena mit anderem Ansatz

In Jena beispielsweise wird das Thema anders gehandhabt: „Die Jenaer Bäder stehen grundsätzlich allen Gästen offen“, betonte eine Sprecherin der Stadtwerke, die in Jena mehrere Bäder und einen Badesee betreiben.
„Ein Zutrittsverbot oder ein Verweis aus dem Bad erfolgt ausschließlich bei Verstößen gegen die Haus- und Badeordnung. Herkunft, Nationalität oder Sprache spielen dabei keine Rolle.“
Die Sprecherin erklärte, dass es dort keinerlei Überlegungen gebe, vergleichbare Regelungen einzuführen. Bisher seien dort keine Fälle bekannt, in denen es aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse zu gefährlichen Situationen im Badebetrieb gekommen ist.

DLRG: Kommunikation ist nicht nur Sprache

Für die Wasserrettung sei Kommunikation ein wichtiger Faktor, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Sachsen-Anhalt, Holger Friedrich. „Unsere Arbeit wird deutlich erschwert, wenn der Badegast nicht versteht – oder verstehen will.“
Die Kräfte der DLRG entschieden zwar nicht, wer in Schwimmbäder gelassen wird, könnten den Betreibern aber durchaus darstellen, wo und warum es zu Problemen kommt.
Besonders an beliebten Punkten in Bädern, wie zum Beispiel Sprüngtürme oder Rutschen, komme es immer häufiger dazu, dass Badegäste Regeln nicht befolgen, so Friedrich. „Da für Ordnung zu sorgen, ist eigentlich gar nicht die Aufgabe der DLRG und lenkt von der eigentlichen Arbeit ab.“
Immer häufiger gebe es Badegäste, die von Regeln nichts wissen wollen, so der DLRG-Geschäftsführer. „Das hat dann in erster Linie gar nicht mit der Sprache an sich zu tun. Aber natürlich wird es umso komplizierter, wenn es Sprachbarrieren gibt.“

Regel nicht eingehalten? Mann stirbt in Weinheimer Spaßbad

Diskussionen um die Einhaltung von Regeln im Schwimmbad-Betrieb hatte es zuletzt nach einem Unfall im baden-württembergischen Weinheim gegeben. Nach einem Unfall in einer Rutsche im Spaßbad „Miramar“ war dort ein 25 Jahre alter Mann gestorben.
Die Kriminalpolizei hatte danach die Ermittlungen aufgenommen. „Nach dem derzeitigen Kenntnisstand kam es im Zusammenhang mit einem Verstoß gegen die geltenden Nutzungs- und Sicherheitsregeln zu dem Unfallgeschehen“, hatte ein Bad-Sprecher nach dem Unfall erklärt. (dpa/red)
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Alkoholverbot in Teilen Frankreichs wegen Hitzewelle

Angesichts der extremen Hitze gilt in Teilen Frankreichs, darunter der Hauptstadt Paris, während der in dem Land groß gefeierten „Fête de la musique“ ein Alkoholverbot auf öffentlichen Straßen. Davon betroffen sind insbesondere 35 Départements, für die der französische Wetterdienst Météo France ab 12 Uhr die höchste Hitze-Warnstufe Rot verhängte.
Die französische Regierung hatte mitgeteilt, dass die Präfekte dieser Verwaltungsbezirke Verbote für Alkoholkonsum im öffentlichen Raum erlassen würden. Damit sollen Rettungsdienste entlastet werden. Mancherorts wurden die Feierlichkeiten zu dem Musikfest abgesagt.
Die rote Hitzewarnung könnte in den nächsten Tagen auf weitere Départements ausgeweitet werden, so Météo France. Die erwarteten Spitzenwerte von bis zu 41 Grad am Sonntag sollen demnach noch weiter nach oben klettern. Außerdem warnte der Wetterdienst vor einer hohen Waldbrandgefahr in einigen Gebieten.

Schließung von mehr als 800 Schulen angekündigt

Die Hitzewelle trifft auch die französischen Schülerinnen und Schüler: Wie Frankreichs Bildungsminister Édouard Geffray laut Medien ankündigte, werden am Montag 845 Grund- und Mittelschulen in Frankreich geschlossen.
Diese Einrichtungen würden keine Schüler aufnehmen oder nur einen minimalen Betrieb gewährleisten, erklärte er demnach. Etwa 1.800 weitere Einrichtungen würden ihre Stundenpläne anpassen und die Schüler am frühen Nachmittag nach Hause schicken.
Selbst der französische Staatspräsident Emmanuel Macron rief auf der Plattform X dazu auf, angesichts der hohen Temperaturen wachsam zu sein. „Lasst uns gemeinsam auf unsere älteren Mitmenschen, unsere Kinder und auf alleinstehende oder schutzbedürftige Menschen achten“, schrieb er.
Bahnchef und Ex-Premierminister Jean Castex empfahl laut Medienberichten „vulnerablen“ Personen, auf das Zugfahren zu verzichten. (dpa/red)
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Umgestürzte Bäume und Überschwemmungen: Weiterhin Unwetter und Gewitter

Erst brütend heiß, dann ein kräftiges Donnerwetter: Vor allem im Osten und Westen Deutschlands drohen neue Schauer und Unwetter. Lokal können sie laut Deutschem Wetterdienst auch heftiger ausfallen.
Die Hitze setzt sich vor allem in der Mitte und im Süden des Landes bis Mittwoch fort mit Temperaturen zwischen 32 und 39 Grad.
Im Norden und Nordosten kann es kühler werden. „Ob im Südwesten Deutschlands während der aktuellen Hitzewelle Rekordtemperaturen von mehr als 40 Grad erreicht werden, ist derzeit noch unsicher“, sagte Meteorologe Christian Herold.
„Ab Wochenmitte deutet sich allerdings an, dass sich die Hitze auch wieder auf den Norden ausdehnt“, teilte der DWD mit. „Hinweise auf eine Abkühlung liefert die Modellwelt nach aktuellem Stand frühestens ab kommendem Wochenende.“
Am 21. Juni ist vor allem Nordrhein-Westfalen von schweren Gewittern betroffen, dabei insbesondere auch das Ruhrgebiet. Im Laufe des Sonntags sehen Meteorologen die heftigsten Gewitter in der Mitte und später im Südosten.

Umgestürzte Bäume und Überschwemmungen

Polizei und Feuerwehr hatten deswegen bereits am Wochenende viel zu tun: Umgestürzte Bäume beschädigten Autos und Häuser. Flüsse traten über die Ufer, zum Beispiel in Rheinland-Pfalz. Größere Schäden blieben aber aus. Oft musste die Feuerwehr ausrücken, weil es heftig gestürmt hat.
Auf dem Schützenfestgelände in Ostfriesland stürzte ein Baum auf einen Schaustellerwagen, laut Feuerwehr wurde niemand verletzt.
Die Feuerwehr aus der Gemeinde Ihlow berichtete von einem Einsatz bei einer Hochzeitsfeier. Dort sei das Zelt einer Hochzeitsgesellschaft durch den Sturm auf ein Scheunendach geweht worden. Von den etwa 50 Feiernden sei niemand verletzt worden.

Festivals und Gewitter

Am 19. Juni wurde das Southside-Festival im baden-württembergischen Neuhausen ob Eck wegen eines Unwetters unterbrochen. Später durften die 59.000 Besucher wieder tanzen und feiern.
Ein anderes Festival südlich von Flensburg mit rund 5.000 Besuchern räumten die Behörden in der Nacht zu Samstag wegen eines Sturms. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, sind 13 Menschen nach dem Sturm leicht verletzt. Mittlerweile duften die Menschen zurück auf das Gelände.
Bei einem Blitzeinschlag während eines Sportfests im baden-württembergischen Rastatt gab es neun Verletzte. Sechs von ihnen kamen in ein Krankenhaus, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte.
Im Zuge des Handballfests zelteten in der Nacht zum 19. Juni mehrere Menschen auf einem Sportplatz im Stadtteil Niederbühl, als ein starkes Unwetter über die Region zog. Über die Schwere der Verletzungen lagen zunächst keine Details vor. In Lebensgefahr schwebt niemand.
Im ostfriesischen Moormerland bei Leer musste nach Angaben der Polizei ein Zeltlager mit etwa 300 Kindern geräumt werden. Zusammen mit der Feuerwehr wurden die Kinder nach Hause gebracht oder von ihren Erziehungsberechtigten abgeholt. Alle blieben unverletzt. In mehreren Bundesländern mussten Feuerwehren ausrücken.
Gewitter, Stürme und Hitze zeigten am Wochenende bereits erste Spuren.

Gewitter, Stürme und Hitze zeigten am Wochenende bereits erste Spuren.

Foto: Patrick Pleul/dpa

Schäden auf der Autobahn

In Brandenburg haben die Temperaturen zu Straßenschäden geführt. Auf der Autobahn 13 von Dresden Richtung Schönefelder Kreuz kommt es zwischen der Anschlussstelle Duben am Rande des Spreewalds und Freiwalde zu Behinderungen wegen Fahrbahnschäden, wie eine Sprecherin der Polizei sagte. Der Verkehrsclub ADAC meldete, der Asphalt blähe sich auf.
Schäden gab es auch auf der Fahrbahn der A1 in Richtung Lübeck zwischen Bargteheide und Bad Oldesloe. Als Notfallmaßnahme sei der beschädigte Fahrstreifen gesperrt, teilte die Autobahn GmbH mit.

Höchste Warnstufe in Paris, Waldbrand in Griechenland

Auch im übrigen Europa ächzen die Menschen unter den hohen Temperaturen. In Frankreich verhängte der Wetterdienst Météo France für Sonntag nahezu im gesamten Land die höchste oder zweithöchste Warnstufe – mit erwarteten Spitzentemperaturen zwischen 38 und 41 Grad. Für 35 Departements, darunter Paris, gilt die höchste Warnstufe Rot.
In Griechenland kämpfte die Feuerwehr auf der Insel Euböa am Samstag gegen den ersten großen Waldbrand des Jahres: 120 Einsatzkräfte, 35 Löschzüge, sieben Hubschrauber und acht Flugzeuge waren im Einsatz. Starker Wind trieb die Flammen in der Nähe der Ortschaften Mesochoria und Raptei an; zwei Ortschaften wurden vorsorglich evakuiert.
In Spanien erwartet der staatliche Wetterdienst für Sonntag in großen Teilen Andalusiens Temperaturen von 40 Grad. Dort sowie in anderen Bereichen des Landes wie etwa dem Süden Mallorcas, wo es 39 Grad werden könnten, wurde die zweithöchste Warnstufe Orange ausgerufen.
In Teilen des Baskenlandes, das an heißes Wetter weniger angepasst ist, wurde die höchste Alarmstufe Rot ausgelöst. (dpa/red)
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Unwetter und Gewitter drohen

Erst brütend heiß, dann ein kräftiges Donnerwetter: Vor allem im Osten und Westen Deutschlands drohen neue Schauer und Unwetter. Lokal können sie laut Deutschem Wetterdienst auch heftiger ausfallen.
Die Hitze setzt sich vor allem in der Mitte und im Süden des Landes bis Mittwoch fort mit Temperaturen zwischen 32 und 39 Grad.
Im Norden und Nordosten kann es kühler werden. „Ob im Südwesten Deutschlands während der aktuellen Hitzewelle Rekordtemperaturen von mehr als 40 Grad erreicht werden, ist derzeit noch unsicher“, sagte Meteorologe Christian Herold.
Am Sonntagvormittag – dem Tag des kalendarischen Sommerbeginns – ist vor allem Nordrhein-Westfalen von schweren Gewittern betroffen, dabei insbesondere auch das Ruhrgebiet. Im Laufe des Sonntags sehen Meteorologen die heftigsten Gewitter in der Mitte und später im Südosten der Republik.

Festivals und Gewitter

Am Freitagabend wurde das Southside-Festival im baden-württembergischen Neuhausen ob Eck wegen eines Unwetters unterbrochen. Später durften die 59.000 Besucher wieder tanzen und feiern.
Ein anderes Festival südlich von Flensburg mit rund 5.000 Besuchern räumten die Behörden in der Nacht zu Samstag wegen eines Sturms. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, sind 13 Menschen nach dem Sturm leicht verletzt. Mittlerweile duften die Menschen zurück auf das Gelände.
Bei einem Blitzeinschlag während eines Sportfests im baden-württembergischen Rastatt gab es neun Verletzte. Sechs von ihnen kamen in ein Krankenhaus, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte.
Im Zuge des Handballfests zelteten in der Nacht zum Samstag mehrere Menschen auf einem Sportplatz im Stadtteil Niederbühl, als ein starkes Unwetter über die Region zog. Über die Schwere der Verletzungen lagen zunächst keine Details vor. In Lebensgefahr schwebt niemand.
Im ostfriesischen Moormerland bei Leer musste nach Angaben der Polizei ein Zeltlager mit etwa 300 Kindern geräumt werden. Zusammen mit der Feuerwehr wurden die Kinder nach Hause gebracht oder von ihren Erziehungsberechtigten abgeholt. Alle blieben unverletzt. In mehreren Bundesländern mussten Feuerwehren ausrücken.

Schäden auf der Autobahn

In Brandenburg haben die Temperaturen zu Straßenschäden geführt. Auf der Autobahn 13 von Dresden Richtung Schönefelder Kreuz kommt es zwischen der Anschlussstelle Duben am Rande des Spreewalds und Freiwalde zu Behinderungen wegen Fahrbahnschäden, wie eine Sprecherin der Polizei sagte. Der Verkehrsclub ADAC meldete, der Asphalt blähe sich auf.
Schäden gab es auch auf der Fahrbahn der A1 in Richtung Lübeck zwischen Bargteheide und Bad Oldesloe. Als Notfallmaßnahme sei der beschädigte Fahrstreifen gesperrt, teilte die Autobahn GmbH mit.

Höchste Warnstufe in Paris, Waldbrand in Griechenland

Auch im übrigen Europa ächzen die Menschen unter den hohen Temperaturen. In Frankreich verhängte der Wetterdienst Météo France für Sonntag nahezu im gesamten Land die höchste oder zweithöchste Warnstufe – mit erwarteten Spitzentemperaturen zwischen 38 und 41 Grad. Für 35 Departements, darunter Paris, gilt die höchste Warnstufe Rot.
In Griechenland kämpfte die Feuerwehr auf der Insel Euböa am Samstag gegen den ersten großen Waldbrand des Jahres: 120 Einsatzkräfte, 35 Löschzüge, sieben Hubschrauber und acht Flugzeuge waren im Einsatz. Starker Wind trieb die Flammen in der Nähe der Ortschaften Mesochoria und Raptei an; zwei Ortschaften wurden vorsorglich evakuiert.
In Spanien erwartet der staatliche Wetterdienst für Sonntag in großen Teilen Andalusiens Temperaturen von 40 Grad. Dort sowie in anderen Bereichen des Landes wie etwa dem Süden Mallorcas, wo es 39 Grad werden könnten, wurde die zweithöchste Warnstufe Orange ausgerufen.
In Teilen des Baskenlandes, das an heißes Wetter weniger angepasst ist, wurde sogar die höchste Alarmstufe Rot ausgelöst. (dpa/red)
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Unwetter, Verletzte und Straßenschäden

Erst brütend heiß, dann ein kräftiges Donnerwetter: Vor allem im Osten und Westen Deutschlands drohen neue Schauer und Unwetter. Lokal können sie laut Deutschem Wetterdienst auch heftiger ausfallen.
Die Hitze setzt sich vor allem in der Mitte und im Süden des Landes bis Mittwoch fort mit Temperaturen zwischen 32 und 39 Grad.
Im Norden und Nordosten kann es kühler werden. „Ob im Südwesten Deutschlands während der aktuellen Hitzewelle Rekordtemperaturen von mehr als 40 Grad erreicht werden, ist derzeit noch unsicher“, sagte Meteorologe Christian Herold.
Am Sonntagvormittag – dem Tag des kalendarischen Sommerbeginns – ist vor allem Nordrhein-Westfalen von schweren Gewittern betroffen, dabei insbesondere auch das Ruhrgebiet. Im Laufe des Sonntags sehen Meteorologen die heftigsten Gewitter in der Mitte und später im Südosten der Republik.

Festivals und Gewitter

Am Freitagabend wurde das Southside-Festival im baden-württembergischen Neuhausen ob Eck wegen eines Unwetters unterbrochen. Später durften die 59.000 Besucher wieder tanzen und feiern.
Ein anderes Festival südlich von Flensburg mit rund 5.000 Besuchern räumten die Behörden in der Nacht zu Samstag wegen eines Sturms. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, sind 13 Menschen nach dem Sturm leicht verletzt. Mittlerweile duften die Menschen zurück auf das Gelände.
Bei einem Blitzeinschlag während eines Sportfests im baden-württembergischen Rastatt gab es neun Verletzte. Sechs von ihnen kamen in ein Krankenhaus, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte.
Im Zuge des Handballfests zelteten in der Nacht zum Samstag mehrere Menschen auf einem Sportplatz im Stadtteil Niederbühl, als ein starkes Unwetter über die Region zog. Über die Schwere der Verletzungen lagen zunächst keine Details vor. In Lebensgefahr schwebt niemand.
Im ostfriesischen Moormerland bei Leer musste nach Angaben der Polizei ein Zeltlager mit etwa 300 Kindern geräumt werden. Zusammen mit der Feuerwehr wurden die Kinder nach Hause gebracht oder von ihren Erziehungsberechtigten abgeholt. Alle blieben unverletzt. In mehreren Bundesländern mussten Feuerwehren ausrücken.

Schäden auf der Autobahn

In Brandenburg haben die Temperaturen zu Straßenschäden geführt. Auf der Autobahn 13 von Dresden Richtung Schönefelder Kreuz kommt es zwischen der Anschlussstelle Duben am Rande des Spreewalds und Freiwalde zu Behinderungen wegen Fahrbahnschäden, wie eine Sprecherin der Polizei sagte. Der Verkehrsclub ADAC meldete, der Asphalt blähe sich auf.
Schäden gab es auch auf der Fahrbahn der A1 in Richtung Lübeck zwischen Bargteheide und Bad Oldesloe. Als Notfallmaßnahme sei der beschädigte Fahrstreifen gesperrt, teilte die Autobahn GmbH mit. (dpa/red)
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Hitzewelle bringt Unwetter, Verletzte und Straßenschäden

Erst brütend heiß, dann ein kräftiges Donnerwetter: Vor allem im Osten und Westen Deutschlands drohen neue Schauer und Unwetter. Lokal können sie laut Deutschem Wetterdienst (DWD) auch heftiger ausfallen. Bei einem Blitzeinschlag während eines Sportfestes in Baden-Württemberg gab es bereits mehrere Verletzte. Der Hitze geht die Puste derweil vorerst noch nicht aus. Und das sorgt für Probleme.

Wie es mit dem Wetter weitergeht

Die Hitze setzt sich vor allem in der Mitte und im Süden des Landes bis Mittwoch fort mit Temperaturen zwischen 32 und 39 Grad. Der DWD warnt vor starker bis teils extremer Wärmebelastung. Im Norden und Nordosten kann es kühler werden. „Ob im Südwesten Deutschlands während der aktuellen Hitzewelle Rekordtemperaturen von mehr als 40 Grad erreicht werden, ist derzeit noch unsicher“, sagte Meteorologe Christian Herold.
Doch nicht nur Hitze macht den Menschen zu schaffen, auch Gewitter. Am Sonntagvormittag – dem Tag des kalendarischen Sommerbeginns – ist vor allem Nordrhein-Westfalen von schweren Gewittern betroffen, dabei insbesondere auch das Ruhrgebiet. Im Laufe des Sonntags werden die heftigsten Gewitter dann in der Mitte und später im Südosten der Republik erwartet.

Bei Gewittern kann es gefährlich werden

Bei Gewittern und Unwettern ist generell Vorsicht angesagt – besonders aber, wenn sie über Großveranstaltungen unter freiem Himmel hinwegziehen. Am Freitagabend wurde das Southside-Festival im baden-württembergischen Neuhausen ob Eck wegen eines Unwetters unterbrochen. Später durften die 59.000 Besucher und Besucherinnen wieder tanzen und feiern.
Ein anderes Festival südlich von Flensburg mit rund 5.000 Besuchern wurde in der Nacht zu Samstag wegen eines Sturms geräumt. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, wurden 13 Menschen bei dem Sturm leicht verletzt. Mittlerweile duften die Menschen zurück auf das Gelände. Gleich mehrere Großveranstaltungen laufen an diesem Wochenende.

Was noch vorgefallen ist

Bei einem Blitzeinschlag während eines Sportfests im baden-württembergischen Rastatt wurden neun Menschen verletzt. Sechs von ihnen kamen in ein Krankenhaus, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Im Zuge des Handballfests zelteten in der Nacht zum Samstag mehrere Menschen auf einem Sportplatz im Stadtteil Niederbühl, als ein starkes Unwetter über die Region zog. Über die Schwere der Verletzungen lagen zunächst keine Details vor. In Lebensgefahr schwebt jedoch niemand.
Im ostfriesischen Moormerland bei Leer musste nach Angaben der Polizei ein Zeltlager mit etwa 300 Kindern geräumt werden. Zusammen mit der Feuerwehr wurden die Kinder nach Hause gebracht oder von ihren Erziehungsberechtigten abgeholt. Alle blieben unverletzt. In mehreren Bundesländern mussten Feuerwehren ausrücken.

Licht und Schatten der Hitze

Profiteure der hohen Temperaturen dürften zum Beispiel Freibäder und Eisverkäufer sein. Gut auch, wer klimatisiert im Auto, Bus oder mit der Bahn reisen kann. Die Deutsche Bahn meldete bis Samstagmittag kaum Störungen.
Hitze kann sich aber auch auf die Fahrbahnen auswirken und Fahrzeuge ausbremsen. In Brandenburg hat sie beispielsweise zu Straßenschäden geführt. Auf der Autobahn 13 von Dresden Richtung Schönefelder Kreuz kommt es zwischen der Anschlussstelle Duben am Rande des Spreewalds und Freiwalde zu Behinderungen wegen Fahrbahnschäden, wie eine Sprecherin der Polizei sagte. Der Verkehrsclub ADAC meldete, der Asphalt blähe sich auf.
Schäden gab es auch auf der Fahrbahn der A1 in Richtung Lübeck zwischen Bargteheide und Bad Oldesloe. Als Notfallmaßnahme sei der beschädigte Fahrstreifen gesperrt worden, teilte die Autobahn GmbH mit.

Hitzewellen mit der Klimakrise häufiger geworden

Obwohl die Temperaturen außergewöhnlich hoch sind, wurden in den vergangenen Tagen noch keine Rekordwerte geknackt. Die insgesamt höchste Temperatur in Deutschland wurde am 25. Juli 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl gemessen: 41,2 Grad zeigte das Thermometer damals an. Der höchste jemals im Monat Juni gemessene Wert wurde ebenfalls 2019 gemessen: 39,6 Grad registrierten die Wetterexperten am 30. Juni in Bernburg in Sachsen-Anhalt.
Hitzewellen sind im Zuge des Klimawandels häufiger und intensiver geworden. Besonders Ältere, Kinder, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen sind dadurch gefährdet. (dpa/red)
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Legendärer DDR-Schnellzug ist zurück

Dieses Schmuckstück lässt Herzen vieler Eisenbahn-Fans höherschlagen: Bahn-Enthusiasten haben in Radebeul die Rückkehr des historischen Schnellzugs SVT Görlitz gefeiert.
Das einstige Prestigefahrzeug der Deutschen Reichsbahn im internationalen Verkehr stammt aus dem Jahr 1968 und wurde über mehr als fünf Jahre hinweg aufwendig aufbereitet. Die Kosten dafür wurden mit etwa 7 Millionen Euro angegeben.
Der Zug mit stromlinienförmiger Front und markanter Nase war am Samstag im Harz unter den Augen Hunderter Schaulustiger übergeben worden und hatte dann seine Erstfahrt nach Magdeburg und zurück nach Halberstadt angetreten.
Am Sonntag fuhr er von dort über Halle und Leipzig nach Radebeul, wo er mit einem Fest willkommen geheißen wurde.

Regelmäßige Sonderfahrten geplant

Künftig soll der Zug regelmäßig bei Sonderfahrten zu erleben sein, sagte Mario Lieb von der SVT Görlitz gGmbH. Dazu zählen etwa Fahrten nach Prag und Karlsbad, ins Rheintal oder nach Hamburg und Sylt. Am 28. Juni bringt er Fans der Band Keimzeit („Kling Klang“) von Dresden zu einem Konzert nach Cottbus.
In den 1960er Jahren wurden insgesamt acht Züge dieses Typs gebaut. Der Schnelltriebwagen war für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde zugelassen. Der Zug verband einst unter anderem Berlin mit Prag und Wien. (dpa/red)