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15.08.2026 | Reul: Hürtgenwald-Brand von Menschen verursacht | Bundeswehr unterstützt UN-Einsatz in Haiti

HEUTE18:18 Uhr

Bundeswehr unterstützt UN-Einsatz in Haiti

Die Bundeswehr will den UN-Einsatz in Haiti mit kurzfristigen Lufttransportkapazitäten für Ausrüstung und Material unterstützen. Der Einsatz solle „in den nächsten Wochen“ erfolgen und jene Länder unterstützen, die Truppen vor Ort bereit stellen – dies sind auch Kenia, Tschad, die Mongolei, Bangladesch, Guatemala und die Elfenbeinküste. Ziel ist die Bekämpfung krimineller Banden.

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HEUTE16:43 Uhr

INSA: Union fällt auf niedrigsten Wert seit fünf Jahren

Im INSA-„Sonntagstrend“ fällt die Union auf 20 Prozent (-1) und liegt hinter der AfD (28). Linke und SPD erreichen je 12, Grüne 13, FDP 5 und BSW 3 Prozent. 78 Prozent sind mit Kanzler Merz unzufrieden, 16 Prozent zufrieden.

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HEUTE16:37 Uhr

Nach Anschlag am Bondi Beach: Australien kündigt Schusswaffen-Rückkauf an

Acht Monate nach dem antisemitischen Schusswaffenangriff am Bondi Beach mit 15 Toten startet New South Wales im November ein Rückkaufprogramm. Besitzer verbotener Waffen können sie für bis zu 1.000 australische Dollar abgeben. Weitere Bundesstaaten sollen folgen.

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HEUTE16:23 Uhr

Wüst sieht Grund zur Hoffnung in NRW-Waldbrandgebieten

Die Lage in den Waldbrandgebieten Nordrhein-Westfalens hat sich laut Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Samstag stabilisiert. Für die evakuierten Bewohner von Gey gebe es Hoffnung auf baldige Rückkehr. Häuser und Menschen kamen nicht zu Schaden; Wüst verwies auf Klimaschutz und Klimafolgenanpassung.

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HEUTE16:20 Uhr

Liechtenstein ändert seine Thronfolge: Erstgeborenes erbt den Fürstenthron

Das Fürstenhaus Liechtensteins änderte am Samstag die Thronfolgeregelung: Künftig erbt das erstgeborene Kind unabhängig vom Geschlecht den Thron, nicht mehr der erstgeborene Sohn. Voraussichtlicher Erbe bleibt Joseph Wenzel, ältestes Kind von Erbprinz Alois.

Erbprinz Alois von Liechtenstein bei einem Pressetermin am 15. August 2026 in Vaduz, im Hintergrund Schloss Vaduz. Am Staatsfeiertag nehmen Mitglieder der Fürstenfamilie an den Feierlichkeiten teil.

Foto: Fabrice Coffrini / AFP via Getty Images

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HEUTE16:08 Uhr

Flughafen auf Sizilien nach Ausbruch des Ätna wieder geöffnet

Nach einwöchiger Schließung wegen des Ätna-Ausbruchs ist der Flughafen Catania auf Sizilien am frühen Samstagnachmittag wieder geöffnet worden. Tausende Urlauber saßen seit dem 8. August fest, nachdem die Flüge eingestellt worden waren.

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HEUTE15:29 Uhr

Polen begeht „Tag der Armee“ mit großer Militärparade

Polen hat am 15. August vor dem Hintergrund des Ukrainekriegs in Warschau den „Tag der Armee“ mit einer Militärparade begangen. Rund 2.000 Soldaten und Militärfahrzeuge, darunter K2-Panzer, wurden gezeigt; erinnert wurde an die Schlacht bei Warschau 1920.

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HEUTE15:20 Uhr

Reul: Hürtgenwald-Brand von Menschen verursacht

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) geht davon aus, dass der Großbrand im Hürtgenwald von Menschen verursacht wurde. Die Feuerwehr meldete das Feuer unter Kontrolle; rund 1.400 Einsatzkräfte halfen. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) besuchte den Einsatzort.

Ein Hubschrauber wirft am 15. August 2026 Wasser auf den Waldbrand im Hürtgenwald bei Düren. Das Feuer hat bereits mehr als 200 Hektar vernichtet und ist der größte jemals in NRW verzeichnete Waldbrand.

Foto: Sascha Schuermann/Getty Images

HEUTE15:07 Uhr

NRW-Ministerin warnt eindringlich vor Betreten brandgefährdeter Wälder

NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) warnt wegen schwerer Waldbrände vor dem Betreten der Wälder. Für den Brand im Hürtgenwald gebe es Hinweise auf mögliche Brandstiftung, gesicherte Erkenntnisse fehlten. Ein behördliches Betretungsverbot wird geprüft.

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HEUTE15:01 Uhr

Mehrere Verletzte nach Schüssen an US-Universität

Bei Schüssen auf dem Campus der Virginia State University in Ettrick (Virginia) sind am Samstag fünf Menschen verletzt worden. Eine Person ist in kritischem Zustand, vier weitere haben nicht lebensgefährliche Verletzungen. Mehrere Verdächtige sollen beteiligt sein; der Campus blieb abgeriegelt.

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HEUTE14:53 Uhr

Augenärzte melden Netzhautschäden nach Sonnenfinsternis

Nach der partiellen Sonnenfinsternis wurden bei einigen Beobachtern Netzhautschäden festgestellt. Große Augenkliniken meldeten je bis zu 20 Patienten; konkrete Zahlen fehlen. Experten führen das Ausbleiben massenhafter schwerer Augenschäden auf Aufklärung zurück und warnen vor spät bemerkten Verletzungen.

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HEUTE14:43 Uhr

Neuer Waldbrand im Südwesten Frankreichs

Bei Luglon im französischen Département Landes hat sich seit Donnerstag ein Waldbrand auf rund 1.600 Hektar ausgebreitet. Rund 650 Menschen wurden evakuiert, etwa 550 Feuerwehrleute und Löschflugzeuge sind im Einsatz. Wohnhäuser sind bislang nicht betroffen.

Ein Feuerwehrmann steht am 15. August 2026 auf seinem Einsatzfahrzeug während eines Waldbrandes nahe Luglon im Südwesten Frankreichs. Der Brand im Waldgebiet der Landes hat bereits fast 1600 Hektar vernichtet; rund 550 Einsatzkräfte kämpfen gegen das Feuer.

Foto: Gaizka Iroz / AFP via Getty Images

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HEUTE14:41 Uhr

Weiteres Erdbeben der Stärke 6,9 trifft Indonesien

Ein Beben der Stärke 6,9 erschütterte am Samstagabend Sumatra. Laut USGS lag das Epizentrum 126 Kilometer südöstlich von Medan in 183 Kilometern Tiefe; eine Tsunami-Warnung gab es nicht. Ein Beben der Stärke 7,7 hatte morgens auf Flores mindestens 38 Menschen getötet.

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HEUTE14:27 Uhr

Iran greift erneut Tanker an – Neuer Streit um Hormus

Die Vereinigten Arabischen Emirate werfen dem Iran vor, am Freitag erneut ein Adnoc-Schiff in der Straße von Hormus angegriffen zu haben. Verletzte gab es nicht. Teheran wies Trumps Aussage zurück, die Meerenge zum US-Territorium erklären zu wollen. US-Präsident Donald Trump kündigte an, die Straße von Hormus nach einem Sieg über den Iran schon bald zum US-Territorium erklären zu wollen; ein Vertreter des Weißen Hauses erklärte später laut „Wall Street Journal“, Trump habe dies als Scherz gemeint.

US-Präsident Donald Trump trifft am 14. August 2026 im David S. Mack Center in Garden City, New York, ein. Er stellte dort den FBI-Kriminalitätsbericht 2025 vor und warb für republikanische Kandidaten. (Archivbid)

Foto: Samuel Corum/Getty Images

HEUTE14:09 Uhr

CSD-Paraden in mehreren Städten – Steinmeier ruft zu Solidarität mit queeren Menschen auf

Drei Wochen nach dem Anschlag auf den Berliner CSD hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Solidarität mit queeren Menschen aufgerufen. Bedrohungen und Angriffe auf CSD-Paraden seien nicht hinnehmbar. Für Samstag waren Umzüge in Krefeld, Koblenz, Darmstadt, Lübeck und Plauen geplant.

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HEUTE13:52 Uhr

Busunglück in der Türkei – fünf Todesopfer

Bei einem Kleinbus-Unfall am Samstagmorgen in Lice (Türkei) starben fünf Menschen, darunter zwei Kinder. Elf Insassen wurden verletzt, drei davon lebensgefährlich. Der Bus war auf dem Weg zu einer Verlobungsfeier, als ein Reifen platzte und er sich überschlug.

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HEUTE13:43 Uhr

Rhein-Pegelstand bei Kaub steigt leicht auf elf Zentimeter

Die Niedrigwasser-Lage im Rhein hat sich am Samstag nicht weiter verschärft: Der Pegel in Kaub stieg bis zum Vormittag auf elf Zentimeter, nach sechs am Vortag. Die meisten Schiffe können die flache Stelle nicht passieren; der Rhein ist faktisch zweigeteilt.

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HEUTE13:38 Uhr

Erdbeben reißt Einwohner von Granada in Spanien aus dem Schlaf

Ein Erdbeben der Stärke 5 hat am Samstag gegen 1 Uhr Granada erschüttert. Das Epizentrum lag etwa zehn Kilometer südlich der Stadt. Es gab laut Bürgermeisterin keine Toten oder schwerwiegenden Schäden; Einsatzkräfte registrierten mehr als 200 Anrufe wegen Rissen und herabgestürzten Teilen.

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HEUTE13:25 Uhr

Größte Marienstatue Europas in Polen eingeweiht

Bei Konotopie nahe Toruń ist eine mehr als 55 Meter hohe Marienstatue eingeweiht worden. Sie gilt als größte Marienfigur Europas; errichtet wurde sie vom Unternehmer Roman Karkosik, die Kosten werden auf 23 Millionen Euro geschätzt. Ein Dominikaner kritisierte sie als „King Kong auf dem Feld“.

Das Marien-Monument wurde vom polnischen Unternehmer und Multimillionär Roman Karkosik errichtet – aus Dankbarkeit gegenüber Maria. Die Baukosten schätzt das Fachportal „Architektura Murator“ auf rund 23 Millionen Euro. (Archivbild)

Foto: Wojtek Radwanski / AFP via Getty Images

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HEUTE13:18 Uhr

Schwimmbad vor Berliner Volksbühne wieder offen

Das „Volksbad“ vor der Berliner Volksbühne ist nach tagelanger Schließung wieder offen. Das „solidarische Anbaden“ begann Samstag; Tickets sind vergriffen, spontane Besuche eventuell möglich. Zuvor wurde die Veranstaltung mit Each One Teach One nach rassistischen Diskussionen und Drohungen abgesagt.

Menschen schwimmen am 7. August 2026 in einem temporären Schwimmbecken vor der Volksbühne in Berlin. Das Theater stellte es für acht Wochen als Zeichen für freie öffentliche Infrastruktur auf. (Archivbid)

Foto: Michele Tantussi/Getty Images

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HEUTE13:17 Uhr

Philip-Morris-Chefin hofft auf Ende der Zigaretten: „Rauchen ist schädlich“

Philip-Morris-Deutschlandchefin Özlem Dikmen hofft langfristig auf ein Ende der Zigaretten und warnt: „Rauchen ist schädlich.“ Die geplante Tabaksteuererhöhung kritisiert sie; starke Preisanstiege könnten den Schwarzmarkt befördern. Mit Drogenbeauftragtem Streeck will sie das Gespräch suchen.

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HEUTE13:14 Uhr

„Kassandrarufe“: Grimm kritisiert Warnungen vor AfD-Wahlsiegen

Wirtschaftsweise Veronika Grimm kritisiert Warnungen, ein AfD-Sieg bei den Landtagswahlen im Osten schade dem Wachstum. Nötig seien Reformen: ein stärkeres Bildungssystem, weniger Regulierung etwa bei Gentechnik und KI sowie ein flexibleres Arbeitsrecht.

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HEUTE13:04 Uhr

Billigairline Easyjet streicht wegen Streiks in Frankreich rund 100 Flüge

Wegen eines Streiks des Kabinenpersonals streicht Easyjet am Wochenende mindestens 98 Flüge von und nach Frankreich, vor allem an Pariser Flughäfen sowie in Nizza, Bordeaux und Lyon. Grund ist Unmut über häufige Änderungen von Dienstplänen. Passagiere können kostenlos umbuchen.

Easyjet streicht am Wochenende mindestens 98 Flüge – 47 am Samstag und 51 am Sonntag. Betroffen sind vor allem innerfranzösische Strecken sowie Verbindungen nach Portugal, Italien und Nordafrika. (Archivbild)

Foto: Fabrice Coffrini / AFP via Getty Images

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HEUTE13:01 Uhr

Bauarbeiter entdecken Gold im Millionenwert in Belgien

Bei Renovierungsarbeiten einer Wohltätigkeitsorganisation in Dendermonde (Belgien) fanden Bauarbeiter 49 Goldbarren zu je einem Kilo und zahlreiche Münzen im Wert von rund neun Millionen Euro. Herkunft und Eigentümer sind unklar; die Polizei übergab das Gold den Bundesbehörden.

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HEUTE12:57 Uhr

Nach hohen Temperaturen kommen Abkühlung und Gewitter

Am Sonntag werden im Süden nochmals 28 bis 33 Grad erwartet. Von der Eifel bis zur Lausitz ziehen kräftige Schauer und Gewitter auf, lokal unwetterartig; im Norden und in der Mitte bleibt es meist trocken. Montag kühlt es ab, bleibt aber teils regnerisch und gewittrig.

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HEUTE11:50 Uhr

Waldbrand im Hohen Venn: Fast 850 Hektar in Belgien nahe deutscher Grenze zerstört

Bei einem Waldbrand im Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der deutschen Grenze sind bislang fast 850 Hektar Fläche zerstört worden. Die Löscharbeiten dauerten am Samstag an. Einsatzkräfte aus ganz Belgien und Deutschland unterstützten die Feuerwehr.

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HEUTE11:15 Uhr

Japans Verteidigungsminister besucht umstrittenen Yasukuni-Schrein

Japans Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi hat zum Jahrestag der Kapitulation Japans den umstrittenen Yasukuni-Schrein besucht. Regierungschefin Sanae Takaichi blieb fern und schickte eine Opfergabe. China verurteilte beides scharf und protestierte bei Japan.

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HEUTE11:00 Uhr

Neuer „Avengers: Doomsday“-Trailer sorgt für Aufsehen

Der neue Trailer zu „Avengers: Doomsday“ gibt weitere Einblicke in das Superhelden-Spektakel. Robert Downey Jr. spielt erstmals den Bösewicht Doctor Doom. Der Film soll Mitte Dezember in die Kinos kommen.
Der Schauspieler Robert Downey Jr. ist auch beim neuen «Avengers»-Film wieder dabei, aus dem nun einige weitere Szenen veröffentlicht wurden. (Archivbild)

Der Schauspieler Robert Downey Jr. ist auch beim neuen «Avengers»-Film wieder dabei, aus dem nun einige weitere Szenen veröffentlicht wurden. (Archivbild)

Foto: Jordan Strauss/Invision via AP/dpa

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HEUTE10:30 Uhr

Nadeschdin im Exil: „Die roten Linien haben sich verschoben“

Der russische Oppositionspolitiker Boris Nadeschdin hat Russland aus Angst vor einem Strafverfahren verlassen. Er sieht seine Kritik am Ukraine-Krieg als Grund für die zunehmende Verfolgung. Dennoch glaubt er an den Wunsch nach Frieden in Russland.

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HEUTE10:02 Uhr

Blaualgen an Ostsee und Seen – Warnung für Badende

An Ostsee und Seen in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein breiten sich Blaualgen aus. Behörden raten, sichtbare Algenteppiche zu meiden. In Schleswig-Holstein gelten an mehreren Seen Badeverbote. Cyanobakterien können Hautreizungen und Übelkeit auslösen.

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HEUTE9:12 Uhr

Starker Wind: Waldbrandgefahr und Fährchaos in Griechenland

Starker Meltemi-Wind setzt Griechenland zu: Böen von mehr als 100 km/h erhöhen die Waldbrandgefahr und legen zahlreiche Fähren lahm. Besonders am Feiertagswochenende sind viele Inselverbindungen betroffen. Die Wetterlage soll bis Wochenbeginn anhalten.

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HEUTE9:00 Uhr

Cambridge-Professor Jason Arday tot aufgefunden – eine Woche nach Rücktritt

Der Cambridge-Professor Jason Arday ist im Alter von 41 Jahren tot aufgefunden worden. Eine Woche zuvor war er wegen einer angekündigten Untersuchung zu Plagiatsvorwürfen zurückgetreten. Die Polizei geht nicht von einem verdächtigen Tod aus.

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HEUTE8:20 Uhr

Schweres Erdbeben vor der Küste Indonesiens

Vor der indonesischen Insel Flores hat sich ein schweres Erdbeben der Stärke 7,7 ereignet. Die Behörden gaben eine Tsunami-Warnung aus. Nachbeben erreichten bis zu 6,1. Zunächst gab es keine Informationen zu möglichen Schäden oder Verletzten.
Ein schweres Erdbeben hat die indonesische Insel Flores erschüttert.

Ein schweres Erdbeben hat die indonesische Insel Flores erschüttert.

Foto: Kurniawan/AP/dpa

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HEUTE8:10 Uhr

Nach Dialogrunde: Mehr als 130 politische Gefangene in Venezuela freigelassen

In Venezuela sind nach der ersten Runde des Dialogs zwischen Regierung und Opposition 131 politische Gefangene freigelassen worden. Die Opposition begrüßte den Schritt, forderte aber die Freilassung aller politischen Gefangenen. Zuvor waren bereits Hunderte freigekommen.

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HEUTE7:50 Uhr

Niedrigwasser: Ökonomin Grimm sagt steigende Preise voraus

Wirtschaftsweise Veronika Grimm warnt vor steigenden Preisen durch Niedrigwasser und Transportprobleme auf deutschen Flüssen. Besonders Chemie und Energie seien betroffen. DB Cargo will zudem bis zu 900 alte Güterwaggons reaktivieren, um Schiffstransporte zu ersetzen.

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HEUTE7:32 Uhr

Entwarnung bei Waldbrand in Rheinland-Pfalz: Feuer ist unter Kontrolle

Der Waldbrand bei Langenscheid in der Vordereifel ist unter Kontrolle. Die Evakuierungswarnungen für Arft und Langenfeld wurden aufgehoben. Rund 220 Einsatzkräfte bleiben über Nacht vor Ort. Betroffen waren etwa 50 Hektar Fläche.

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HEUTE7:17 Uhr

Reisewirtschaft trotz Iran-Krieg im Aufwind

Die deutsche Reisewirtschaft erlebt trotz der Folgen des Iran-Kriegs einen überraschend starken Sommer. Der Gesamtmarkt wächst laut DRV um ein Prozent auf 57 Milliarden Euro, während Fernreisen um 14 Prozent zurückgingen. Viele Urlauber sparen vor Ort statt auf Reisen zu verzichten.
Solo-Reisen werden für Reiseveranstalter zum wichtigen Geschäft. (Symbolbild)

Solo-Reisen werden für Reiseveranstalter zum wichtigen Geschäft. (Symbolbild)

Foto: Clara Margais/dpa

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HEUTE7:00 Uhr

CDU-Politikerin Winter: Merz bleibt bis zum Ende der Legislatur

CDU-Spitzenkandidatin Wiebke Winter fordert ihre Partei auf, sich weniger mit internen Debatten zu beschäftigen. Spekulationen über einen Kanzlertausch weist sie zurück. Bei der Bundespräsidentenwahl solle nicht das Geschlecht, sondern das Profil der Kandidatin oder des Kandidaten entscheidend sein.

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HEUTE6:45 Uhr

Bis zu 45 Grad: Pflegeheime kämpfen mit extremer Hitze

Eine Verdi-Befragung zeigt extreme Hitze in Pflegeeinrichtungen. Gemessen wurden bis zu 45 Grad, 40,9 Prozent meldeten mehr als 30 Grad. Beschäftigte berichten von Kreislaufproblemen, Dehydrierung und möglichen Hitzetoten.

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HEUTE6:27 Uhr

Bauarbeiter finden in Belgien Gold im Wert von neun Millionen Euro

Bauarbeiter haben im belgischen Dendermonde rund 50 Goldbarren und zahlreiche Goldmünzen im Wert von etwa neun Millionen Euro entdeckt. Der Fund wurde bei Renovierungsarbeiten in Kellerwänden einer Wohltätigkeitsorganisation gemacht. Die Polizei sperrte die Baustelle ab.

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HEUTE6:20 Uhr

Wagenknecht erhöht Druck auf Thüringer BSW

Sahra Wagenknecht erhöht den Druck auf das Thüringer BSW und fordert das Ende der Koalition mit CDU und SPD. Die Regierungsbeteiligung habe dem BSW Glaubwürdigkeit gekostet und der AfD genutzt. Intern wird zudem über einen Sonderparteitag im Herbst spekuliert.

Sahra Wagenknecht (Archiv)

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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HEUTE6:10 Uhr

UNO: Alle 30 Minuten stirbt in Demokratischer Republik Kongo ein Mensch durch Ebola

In der Demokratischen Republik Kongo stirbt laut UN derzeit etwa alle 30 Minuten ein Mensch an Ebola. Mehr als 2.000 Menschen sind bereits tot. Seit dem Ausbruch im Mai wurden 4.566 Fälle bestätigt. Besonders betroffen ist die Provinz Ituri im Osten des Landes.

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HEUTE5:58 Uhr

Umfrage: CDU in Berlin wieder knapp vor Linken

Fünf Wochen vor der Berlin-Wahl liegt die CDU laut Insa mit 20 Prozent knapp vor der Linken (19) und der AfD (17). Grüne kommen auf 16, SPD auf 15 Prozent. Linke, SPD und Grüne erreichen zusammen 50 Prozent, CDU, SPD und Grüne 51 Prozent.

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Lage im Hürtgenwald stabilisiert – erste Hoffnung

Nach dramatischem Kampf der Einsatzkräfte gegen die Flammen hat sich die Lage in den NRW-Waldbrandgebieten stabilisiert. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sprach am Samstag bei einem Besuch in Hürtgenwald von einer „ersten Hoffnung, dass der Brand unter Kontrolle gebracht werden kann“. Menschen seien glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen, kein Haus sei abgebrannt.

1400 Einsatzkräfte im Einsatz

Insgesamt kämpften 1400 Einsatzkräfte unter anderem mit Hilfe von Löschhubschraubern gegen den bislang größten und folgenschwersten Waldbrand des Sommers in Deutschland, wie der Landkreis Düren mitteilte. Der Waldbrand sei „in seiner Dimension historisch für unser Bundesland“, sagte NRW-Vizeministerpräsidentin Mona Neubaur (Grüne).
„Er hat eine Fläche wie alle Waldbrände der letzten fünf Jahre zusammen.“ Die Bekämpfung sei besonders schwierig – „bei schwierigstem Gelände, bei größter Hitze, bei drehenden Winden“.

Ortsteil Gey bleibt vorerst evakuiert

Der in der Nacht zum Freitag geräumte Ortsteil Gey blieb vorerst aus Sicherheitsgründen evakuiert – rund 1800 Menschen waren betroffen. Laut Regierungschef Wüst bestand aber Hoffnung, „dass die evakuierten Menschen aus der Ortschaft Gey bald wieder in ihre Häuser zurückkehren können, wenn es weiter gut läuft“. Geys Bürgermeister Stephan Cranen dankte allen Helferinnen und Helfern: „Ich kann mich nur dafür verneigen, für diese Arbeit, die hier geleistet wird. Alleine hätten wir das nicht stemmen können.“

Reul vermutet menschliches Fehlverhalten

Innenminister Herbert Reul (CDU) machte Fahrlässigkeit oder gar böse Absicht für den Brand verantwortlich. „Das Feuer ist entstanden durch irgendeinen Idioten“, sagte er bei einem Besuch der Einsatzkräfte. „Darum muss man nachdenken, wie verantwortungslos die Leute in der Gegend rumrennen und einfach irgendwas wegwerfen. Das ist das eigentliche Problem.“ Einen Waldbrand wie im Hürtgenwald habe er noch nicht gesehen.
Unverständnis zeigte Reul für Kritik, dass Nordrhein-Westfalen keine eigenen Löschflugzeuge habe. „Diese Nörgeleien, ich habe keine Lust mehr darauf. Bitte nachher nörgeln, Ende, aus.“ Nun sei es das Wichtigste, das Feuer unter Kontrolle zu halten. „Die Leute interessiert, ob wir deren Häuser sichern können.“
Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen, ist entsetzt.

Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen.

Foto: Malte Krudewig/dpa

Warnung vor dem Betreten der Wälder

Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) warnte die Bürgerinnen und Bürger eindringlich: „Bleiben Sie bitte einfach aus den Wäldern raus.“ Oft reiche schon eine weggeworfene Kippe oder zurückgelassenes Glas, um einen Brand auszulösen – besonders wegen der extremen Trockenheit.
Es gebe zudem Hinweise auf mögliche Brandstiftung. „Wir sehen durchaus, wenn verschiedene Brandstellen relativ gleichzeitig oder in enger Abfolge hochkommen. Es macht einen stutzig.“ Gesicherte Erkenntnisse lägen aber noch nicht vor.

Wüst: Brand als Folge des „Klimawandels“

wertete den Waldbrand auch als Beleg dafür, wie wichtig der Kampf gegen den „Klimawandel“ sei. „Wir erleben das hier in dieser Art eines großen Feuers zum ersten Mal, aber wir erleben eben nicht zum ersten Mal diese Extremwetterlage. Und das hat eben auch was mit Klimawandel zu tun. Das wird nun ernsthaft keiner mehr leugnen.“ Das Land werde künftig häufiger mit Extremwetterereignissen zu tun haben.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU).

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Brand am Donnerstag ausgebrochen

Der Waldbrand im Hürtgenwald bei Düren war am Donnerstag ausgebrochen. Zunächst hatten sich die Flammen schnell ausgebreitet, massiv beschleunigt vom böigen Wind. In der Nacht zum Samstag wurde die Ausbreitung gestoppt. Am Samstagnachmittag fiel leichter Regen, der die Löscharbeiten begünstigen dürfte.
Bundesweit kämpfen Einsatzkräfte bei anhaltend heißem und trockenem Wetter seit Tagen gegen zahlreiche Wald- und Flächenbrände. In weiten Teilen des Landes herrschen Temperaturen von weit mehr als 30 Grad.

Forstwirtschaftsrat fordert Waldumbau

Angesichts der zunehmenden Zahl an Bränden forderte der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gezielten Waldumbau und eine bessere Früherkennung. „Wir müssen in diesem Jahr feststellen, dass Waldbrände häufiger auftreten und inzwischen auch Regionen erreichen, die wir bislang nicht zu den klassischen Waldbrandgebieten Deutschlands gezählt haben“, sagte DFWR-Präsident Christian Haase.
Die langfristig wichtigste Antwort laute deshalb: Waldumbau. Nötig seien strukturreiche, mehrschichtige Mischwälder mit höherem Laubholzanteil.  (afp/red)
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Die „Legende“ von Winnie Puuh – Heilung für kranke Herzen im Hundert-Morgen-Wald

Es naht der 100. Geburtstag von Winnie Puuh, dem Protagonisten einer Kinderbuchreihe von Alan Alexander Milne (1882–1956). Die Bücher erschienen in einer Zeit, die unserer heutigen sehr ähnlich war, und sie vermitteln eine Grundhaltung und Botschaft, auf die wir uns wieder besinnen sollten.
In einer Zeit des Zynismus sowie des sozialen und kulturellen Zerfalls müssen wir die Unschuld der Kindheit wiederentdecken und neu erleben.
Die Bücher bescherten England und der gesamten englischsprachigen Welt nach den Schrecken des Ersten Weltkriegs eine Art Wiedergeburt. 2017 erschien mit „Goodbye Christopher Robin“ ein Film über den Autor und seine Biografie.
Es ist ein brillanter Film über die Hintergründe, die auf das Kriegstrauma des Autors zurückzuführen sind. Jahrelang arbeitete er daran, die Öffentlichkeit dazu zu bringen, sich der schrecklichen Wahrheit zu stellen. Doch er schrieb für ein Publikum, das vergessen wollte. Seine Antwort fand er in der Fantasie seines Sohnes Christopher Robin.
Hartfield, England, am 7. Juli 2026 – Eine Torte zum 100-jährigen Jubiläum von „Winnie-the-Pooh“ im Ashdown Forest, der als Inspiration für den „Hundert-Morgen-Wald“ in A.A. Milnes Winnie-Puuh-Kinderbüchern diente. Foto: Chris Jackson/Getty Images

Hartfield, England, am 7. Juli 2026: Eine Torte zum 100-jährigen Jubiläum von „Winnie-the-Pooh“ im Ashdown Forest, der als Inspiration für den „Hundert-Morgen-Wald“ in A.A. Milnes Winnie-Puuh-Kinderbüchern diente.

Foto: Chris Jackson/Getty Images

Ein Zeitalter des Fortschritts

Es ist wichtig, den Kontext zu verstehen. Vor dem Ersten Weltkrieg erlebte die Menschheit jahrzehntelang einige der größten technologischen und sozialen Fortschritte ihrer Geschichte. Das Tempo der technologischen Entwicklung war atemberaubend.
Die Stadtbilder veränderten sich dramatisch, Gebäude ragten bis in die Wolken. Stahl ermöglichte den Bau von Brücken wie nie zuvor. Elektrizität erhellte die Dunkelheit. Die Telefonie revolutionierte die Kommunikation. Fliegen war nun möglich.
Daher entstand im späten 19. Jahrhundert die Ideologie, dass Frieden und Wohlstand nun unvermeidlich seien, da die Menschheit endlich das Geheimnis großer Gesellschaften verstanden habe. Das Britische Empire befand sich auf dem Höhepunkt seiner Macht, und es schien, als könne nichts den Marsch des Fortschritts aufhalten. Man konnte es in all der Literatur jener Zeit spüren, den alles durchdringenden Drang nach Perfektionismus in menschlichen Angelegenheiten.
Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zerschmetterte alles. Er machte auf erschreckende Weise die Brutalität der neuen Technologie deutlich, die in den Händen von Staatsmännern lag, die keine Ahnung hatten, was sie taten. Und jede Gemeinschaft und jede Familie bekam das zu spüren. Das Blutvergießen war schockierend. Ebenso war es die Art und Weise, wie die gesamte Zivilbevölkerung der meisten Länder Europas sowie vieler Länder in Amerika mit in den Krieg hineingezogen wurde.

Die Grauen des Krieges

Milne wurde in London geboren und besuchte eine von seinem Vater geleitete Schule. Er studierte Mathematik am Trinity College in Cambridge und arbeitete als Redaktionsassistent und Autor bei der Satirezeitschrift „Punch“. Nachdem er sich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet hatte – er wäre ohnehin eingezogen worden –, veränderte ihn diese Erfahrung für immer.
Im Juli 1916 wurde er an die Westfront in Frankreich geschickt, wo er in der Anfangsphase der Schlacht an der Somme – einer der blutigsten Schlachten des Krieges – als Fernmeldeoffizier diente. Zu seinen Aufgaben gehörte das Verlegen und Warten von Telefonkabeln unter gefährlichen Bedingungen – manchmal an oder nahe der Frontlinie oder im Niemandsland.
Er wurde Zeuge heftiger Kämpfe und schwerer Verluste. Enge Freunde kamen ums Leben. Einer von ihnen war Ernest Pusch, der von einer Granate zerfetzt wurde, als er sich gerade zum Tee niederlassen wollte. Den Bruder von Pusch erwischte später ein Scharfschütze. Mindestens einmal unternahm seine Einheit einen Angriff, der durch deutsches Maschinengewehrfeuer niedergemäht wurde. Keiner der Männer gelangte näher als etwa 20 Yards an die deutschen Schützengräben heran. Bei diesem Einsatz erlitt das Bataillon Dutzende Tote und über 100 Verwundete.
Im November 1916 befand sich das Bataillon in ruhigeren Schützengräben bei Loos in Nordfrankreich. Zuvor war es von den Hauptkämpfen an der Somme abgezogen worden. Dort erkrankte Milne an Schützengrabenfieber, einer durch Körperläuse übertragenen bakteriellen Infektion, die wiederkehrendes hohes Fieber und anhaltende Schwäche verursacht. Man evakuierte ihn nach England, wo er wochenlang im Krankenhaus lag.

Vom Kriegsministerium in eine Fantasiewelt

Nach seiner Genesung wurde er ans Kriegsministerium versetzt, genauer gesagt zur Abteilung für Militärgeheimdienst und Propaganda, wo er Propagandamaterial verfasste. Das heißt, seine Aufgabe war es, zu lügen.
Später beschrieb er diese Erfahrung in drastischen Worten und schrieb, dass ihm „vor lauter geistigem und moralischem Verfall fast übel wurde“. Wie alle anderen auch litt er unter einem extremen „Shell Shock“, heute als PTBS bezeichnet, was keine Krankheit ist, sondern ein Trauma, das aus moralischem Entsetzen entsteht. Nichts davon ergab einen Sinn, was es übrigens nie tut.
Später versuchte er verzweifelt, seine Talente einzusetzen, um zu beschreiben, zu erklären und zu warnen. Er fand jedoch kein Publikum und litt sehr darunter. Deprimiert und verloren stürzte er sich in die Vaterschaft. Jeder Elternteil versteht genau, was er in seinem kleinen Jungen sah. Er sah einen Neuanfang, ein neues Leben, das in Unschuld geboren und bereit für ein großartiges Leben war. Dem Kind blieb das Trauma seines Vaters erspart. Sein Vater erkannte, dass seine wichtigste Aufgabe im Leben darin bestand, die Welt durch das Leben seines Sohnes zu inspirieren.
Konkret erfanden er und sein Sohn magische Fantasiewelten mit Stofftieren. Sie schufen eine friedliche, glückliche und vielfältige Gemeinschaft der Freundschaft, voller Exzentrik und Abenteuer. Als Milne spürte, wie diese Erfahrung zu einer Quelle seiner eigenen Heilung wurde, gab er das Schreiben schrecklicher Kriegsgeschichten auf und schlug einen anderen Weg ein – hin zur Feier der Unschuld der Kindheit.

Der Bär, das Schweinchen und der Tiger

Aus den Spielsachen seines Sohnes entstanden Winnie Puuh sowie Ferkel, I-Aah, Ruh, Tigger, Eule und Hase.
Der Hundert-Morgen-Wald, der Schauplatz der Geschichten, ist dem Ashdown Forest in der Nähe der Cotchford Farm, dem Landhaus der Familie Milne in East Sussex, nachempfunden.
Milne ließ den Bären erstmals in einer Version des Gedichts „Teddy Bear“ auftreten, das im Magazin „Punch“ und in der Gedichtsammlung „When We Were Very Young“ aus dem Jahr 1924 veröffentlicht wurde. Die erste vollständige Geschichte „The Wrong Sort of Bees“, in der es um Poohs Versuch geht, mit einem Ballon an Honig zu gelangen, erschien am Heiligabend 1925 in der „London Evening News“. Es folgten die Hauptbücher, alle illustriert von E.H. Shepard, dessen Zeichnungen – teilweise basierend auf dem Bären seines eigenen Sohnes – sich untrennbar mit dem Text verbanden.
Der Ton ist sanft, humorvoll und zurückhaltend – voller Wortspiele, wörtlich genommener Logik und kleiner „Abenteuer“, die die alltägliche Fantasie feiern. Die Hauptwerke erschienen Mitte bis Ende der 1920er-Jahre.
Ein Winnie-Puuh-Plüschtier im Archiv der Walt Disney Studios in Burbank, Kalifornien. Winnie Puuh, der sich selbst als Bär mit „sehr wenig Verstand“ bezeichnet und Generationen mit seiner bodenständigen und herzlichen Weisheit verzaubert hat, wird 100 Jahre alt. Foto: Patrick T. Fallon / AFP via Getty Images

Ein Winnie-Puuh-Plüschtier im Archiv der Walt Disney Studios in Burbank, Kalifornien. Winnie Puuh, der sich selbst als Bär mit „sehr wenig Verstand“ bezeichnet und mit seiner bodenständigen und herzlichen Weisheit Generationen verzaubert hat, wird 100 Jahre alt.

Foto: Patrick T. Fallon/AFP via Getty Images

Erfolg auf ganzer Linie

Die Bücher waren auf Anhieb sowohl kommerziell als auch bei den Kritikern ein großer Erfolg. „Winnie Puuh“ verkaufte sich in Großbritannien rasch zehntausendfach und in den Vereinigten Staaten bis Ende 1926 150.000 Mal. Seither werden die Bücher immer wieder gedruckt und in mehr als 50 Sprachen übersetzt. Es gibt sogar eine lateinische Fassung mit dem Titel „Winnie ille Pu“, die es auf die Bestsellerliste der New York Times schaffte. Weltweit wurden viele Millionen der Bücher verkauft.
Das Merchandising begann schon früh. So erwarb Stephen Slesinger in den 1930er-Jahren die Rechte und Disney kaufte 1961 die Lizenz für die Figuren. 1966 veröffentlichte Disney auch den ersten Zeichentrickkurzfilm „Winnie the Pooh and the Honey Tree“ und baute ein riesiges globales Franchise auf – aus Filmen, Fernsehserien, Attraktionen in Freizeitparks und Produkten. So wurde Winnie Puuh zu einer der weltweit bekanntesten Figuren.
Die originalen Plüschtiere sind in der New York Public Library ausgestellt. Die Bücher beeinflussten spätere Werke, darunter Benjamin Hoffs „The Tao of Pooh“, philosophische Diskussionen und die Populärkultur. Sie sahen sich aber auch gelegentlich moderner Kritik oder politischer Instrumentalisierung ausgesetzt, zum Beispiel in Form von Memes.

Genesung im Hundert-Morgen-Wald

Warum ist das in unserer heutigen Zeit von Bedeutung? Die letzten sechs Jahre – beginnend mit der verfehlten Reaktion auf die Pandemie – waren vergleichbar mit unserem eigenen Großen Krieg: Die versprochene Ausrottung einer Krankheit wurde zu einem Angriff auf Grundrechte und Freiheiten, der in einer aus der Laborwissenschaft hervorgegangenen biologischen Invasion gipfelte. Das Ganze endete in einem Trauma.
Durch das Leben von Kindern können Erwachsene eine Flucht vor den Traumata des Lebens finden. Das ist einer der größten Segen, die das Kinderhaben mit sich bringt. Kinder vermitteln die Hoffnung, dass das Leben neu beginnen kann – frisch und unberührt von den Verwüstungen und Grausamkeiten der Welt. Sie öffnen uns ein Fenster zu der Freude, die möglich ist. Insbesondere Winnie Puuh feiert die kleinen Freuden des häuslichen Lebens und der eigenen Umgebung – das Einzige, was wir letztlich selbst in der Hand haben.
Milne fand seine Antwort auf das Trauma und teilte sie mit der Welt. Sein Gesamtwerk ist für uns noch immer so frisch und aktuell wie am Tag seiner Entstehung. Und wir alle brauchen diesen Hundert-Morgen-Wald in unserem eigenen Leben.

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Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „The Triumph of Winnie-the-Pooh“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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Waldbrände in Europa: Waldbrand im belgischen Hohen Venn breitet sich aus

Im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der deutschen Grenze breitet sich ein Waldbrand rasch aus. Bis zum frühen Samstagnachmittag verwüsteten die Flammen nach Behördenangaben mindestens 1600 Hektar Wald – rund 50 Kilometer entfernt vom Brandgebiet in der deutschen Eifel bei Hürtgenwald. Die Löscharbeiten dauerten an, ebenso wie im Südwesten Frankreichs und auf dem Balkan.

Belgien: Feuer nahe Monschau außer Kontrolle

Das Feuer in Belgien war am Freitagnachmittag nahe der deutschen Gemeinde Monschau ausgebrochen und breitete sich in der Nacht und am Vormittag rasch aus. Ein AFP-Journalist sah in der nahegelegenen Stadt Eupen, wie in der Ferne Rauch aufstieg und den Himmel gelb färbte.
Die Behörden riefen bislang noch nicht offiziell zu Evakuierungen auf. Dörfer wie Surbrot, nur eine Viertelstunde von der deutschen Grenze entfernt, könnten am Samstag aber evakuiert werden. „Es besteht die Gefahr, dass die Flammen die Wohngebäude erreichen, aber wir tun alles, um sie zu schützen“, sagte ein Behördensprecher.
Verstärkung aus ganz Belgien und Deutschland wurde mobilisiert. EU-Krisenkommissarin Hadja Lahbib teilte mit, dass zwei Hubschrauber aus den Niederlanden, einer aus Tschechien sowie zwei Löschflugzeuge aus Schweden auf dem Weg seien.

Deutschland: Brand im Hürtgenwald vorerst gestoppt

Auf der anderen Seite der Grenze breitete sich der Waldbrand in der nordrhein-westfälischen Eifel über Nacht nicht weiter aus. 1400 Einsatzkräfte kämpften unter anderem mit Löschhubschraubern gegen den bislang größten und folgenschwersten Waldbrand des Sommers in Deutschland. Der am Freitag geräumte Ortsteil Gey blieb aus Sicherheitsgründen vorerst evakuiert.

Ein Hubschrauber wirft am 15. August 2026 bei Düren Wasser auf den Waldbrand im Hürtgenwald ab. Das Feuer hat bereits mehr als 200 Hektar vernichtet und ist der größte jemals in NRW verzeichnete Waldbrand. Gestern wurden 2000 Bewohner aus Gey evakuiert.

Foto: Sascha Schuermann/Getty Images

Frankreich: Neues Feuer im Kiefernwald der Landes

Im Südwesten Frankreichs war am Donnerstag in einem trockenen Kiefernwald ein neues Feuer ausgebrochen. Es verwüstete inzwischen mindestens 1580 Hektar. Die Einsatzkräfte konnten die Flammen am Freitag zunächst ausbremsen, in der Nacht zum Samstag flammten sie aber wieder auf. Insgesamt 650 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.
Rund 500 Feuerwehrleute und vier Löschflugzeuge waren nahe dem Dorf Luglon im Einsatz, knapp hundert Kilometer südlich von Bordeaux. Ende Juli hatte ein riesiger Brand in der Region mehr als 40.000 Hektar zerstört und rund 220.000 Menschen zur Flucht gezwungen. Die Einsatzkräfte rechnen damit, das Gebiet noch Wochen und Monate beobachten zu müssen.

Ein Feuerwehrmann steht auf seinem Einsatzfahrzeug, während ein Löschflugzeug am 15. August 2026 über dem Waldbrand nahe Luglon im Südwesten Frankreichs fliegt. Das Feuer hat bereits fast 1600 Hektar vernichtet.

Foto: Gaizka Iroz / AFP via Getty Images

Spanien: Brand in Aragonien ausgebremst

In Spanien wüteten die Flammen in der Region Aragonien weiter. Der Waldbrand hat inzwischen 15.000 Hektar Vegetation vernichtet. Die Feuerwehrleute haben die Flammen nach eigenen Angaben aber ausgebremst, sodass sie sich vorerst nicht weiter auf Wohngebiete und zwei alte Klöster zubewegen. 18 Dörfer blieben am Samstag evakuiert.

Kroatien und Serbien: Mehrere Brände unter Kontrolle

In Kroatien brachten Feuerwehrleute zwei größere Brände unter Kontrolle. Auf der Insel Dugi kämpften sie mit zwei Löschflugzeugen die ganze Nacht gegen Flammen in einem Kiefernwald. Drei weitere Löschflugzeuge waren über den Oliven- und Weinbergen der Halbinsel Pelješac im Einsatz.
In der Region Omiš südlich von Split ermitteln die Behörden die Ursache eines schweren Brandes. Dort war in der Nacht zum Freitag ein Mensch ums Leben gekommen, rund 40 weitere wurden verletzt.
Im Nachbarland Serbien zählten die Behörden am Samstag 25 aktive Brände. Der größte hat sich auf 2500 Hektar ausgebreitet. Im Naturschutzgebiet der Banater Sandwüste kämpften rund 300 Einsatzkräfte gegen die Flammen.

Griechenland: Hohe Brandgefahr durch starke Winde

Auch in Griechenland blieb die Waldbrandgefahr wegen heftiger Windböen hoch. In den vergangenen 24 Stunden brachen mehr als 50 Brände aus. Die meisten konnten rasch gelöscht oder unter Kontrolle gebracht werden. (afp/red)
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Niedrigwasser setzt Europas Stromversorgung unter Druck – Solarstrom erreicht Rekordwerte


In Kürze:

  • Niedrigwasser belastet die Stromversorgung: Wasser- und Kernkraftwerke mussten in mehreren europäischen Ländern ihre Produktion drosseln oder vorübergehend einstellen.
  • Solarstrom erreicht Rekordwerte: Im Juni und Juli deckte Solarenergie jeweils rund 25 Prozent der EU-Stromerzeugung ab.
  • Abends bleibt das Problem: Während Solarstrom tagsüber die Preise drückt, können sie morgens und abends deutlich steigen. Ember fordert deshalb mehr Speicher, Netzausbau und flexiblen Stromverbrauch.

 
Den Prognosen zufolge wird die Hitzewelle am Samstag, 15. August, das Wetter in Deutschland noch einmal prägen, ehe für kommende Woche Entspannung und örtlich Regen angesagt ist. Das durch die heiße und trockene Witterung begünstigte Niedrigwasser droht sich auch auf die Strompreise auszuwirken. Da Wasser- und Kernkraftwerke in mehreren Ländern ihren Betrieb eingeschränkt oder vorübergehend eingestellt haben, kam es dort teilweise zu einer deutlichen Verknappung des Stromangebots.

Niedrigwasser setzt konventionelle Kraftwerke unter Druck

Dem Fachinformationsdienst Montel zufolge ging die Stromerzeugung aus Laufwasserkraftwerken gegenüber dem Sommer des Vorjahres deutlich zurück. In der Schweiz soll sie um 26 Prozent gesunken sein, in Österreich sogar um 46 Prozent. Im Vorjahr hatte der Anteil der Wasserkraft an der Stromversorgung in der Schweiz bei etwa 56 Prozent gelegen, in Österreich waren es im Juni 2026 etwa 45 Prozent.
Am Donnerstag nahm Rumänien sein einziges Kernkraftwerk in Cernavodă vom Netz, das mit Donauwasser gekühlt wird. Ungarn musste nach der Abschaltung seines Kernkraftwerks Paks plötzlich 50 Prozent seines Energiebedarfs anderweitig decken. Auch in Italien hatten die Flüsse einen Tiefststand erreicht.
Der in Brüssel ansässige Thinktank Ember Energy kommt in seinem jüngsten Bericht zu dem Schluss, dass die Stromerzeugung aus Wasserkraft in der gesamten EU bereits seit Monaten eingeschränkt ist. Im Mai, Juni und Juli lag sie demnach auf dem niedrigsten Niveau seit mindestens einem Jahrzehnt. Mehr als 90 Prozent der Wasserkraft in der EU werden in acht Ländern erzeugt; sieben davon produzierten im Juli weniger Wasserkraftstrom als im Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2025.

Blick auf den Kaltwasserzulaufkanal des Kernkraftwerks Paks von der Donau aus am 31. Juli 2026 in Paks, Ungarn.

Foto: Janos Kummer/Getty Images

Solarstrom stabilisiert – Preise schwanken

Der Thinktank, der sich für eine Stromversorgung aus erneuerbaren Energien einsetzt, hat Mitte August seinen Bericht „Solar helps Europe’s grid withstand extreme heat“ veröffentlicht. Darin geht es um die Auswirkungen der trockenen und heißen Monate Juni und Juli auf die Stromversorgung in Europa. Die Stromnachfrage stieg demnach an besonders heißen Tagen um 28 Prozent.
Gleichzeitig sank die Produktion aus wichtigen Quellen wie Wasserkraft und thermischen Kraftwerken deutlich. Das galt insbesondere dort, wo die Kühlung wegen niedriger Wasserstände und hoher Wassertemperaturen problematisch werden kann. Vor allem die Wasserkraft war davon betroffen.
Der Bericht verweist darauf, dass sich Solarstrom in dieser Situation als wichtige Stütze erwiesen habe. In Frankreich und Ungarn lag die Stromproduktion aus Sonnenenergie durchschnittlich 17 Prozent über dem Normalwert. Auch in Spanien waren es 5 Prozent mehr. EU-weit lag die Solarstromproduktion im Juni bei 52 Terawattstunden und im Juli bei 55 Terawattstunden – jeweils ein neuer Höchststand.

Negative Strompreise vor allem in den Mittagsstunden – Kostenexplosion am Abend

Solarstrom deckte in diesen beiden Monaten rund 25 Prozent der Stromerzeugung in der EU ab. Gleichzeitig konnte jedoch nicht jede Terawattstunde Strom aus Solarerzeugung auch verwertet werden. Die Summe der Stunden mit negativen Strompreisen im ersten Halbjahr 2026 lag in einer Vergleichsgruppe mehrerer EU-Länder mit Frankreich, Deutschland, Spanien und Polen höher als im gesamten Vorjahr.
Immerhin ist in Deutschland in den ersten sechs Monaten des Jahres die Anzahl der negativen Preisstunden gegenüber 2025 von 389 auf 299 gesunken. Dies ist auch eine Konsequenz daraus, dass die kommerzielle Abregelung um 20 Prozent stieg.
Der Tagesverlauf zeigte dabei regelmäßig ein eindeutiges Muster. Durch hohe Solareinspeisung sank der Preis in den Mittagsstunden regelmäßig deutlich. Negative Preise traten vor allem an sonnigen Wochenenden und Feiertagen zwischen 11:00 und 16:00 Uhr auf. Der Tiefstwert beim Börsenpreis lag im Juli demnach bei -1,5 Cent pro Kilowattstunde. Am Morgen und in den Abendstunden stieg er hingegen wieder deutlich an – auf bis zu 35,24 Cent.
In Deutschland werden immer mehr Solaranlagen gebaut. (Archivbild)

In Deutschland werden immer mehr Solaranlagen gebaut. (Archivbild)

Foto: Marcus Brandt/dpa

Niedrigwasser als Stresstest für die Energieversorgung

Es bestätigt sich zunehmend, dass Solarenergie vor allem tagsüber an warmen Sommertagen zu den wichtigsten Versorgungsquellen gehört. Allerdings entsteht in den Abendstunden, wenn die Sonne wegfällt, Klimaanlagen weiterlaufen und konventionelle Kraftwerke wegen Niedrigwassers eingeschränkt sind, eine Versorgungslücke.
Aus Sicht von Ember Energy ist es deshalb auch nicht damit getan, dem strukturellen Problem durch den Aufbau noch größerer Kapazitäten an Erneuerbaren zu begegnen. Vielmehr beziehe sich der Bedarf auf Batteriespeicher und Lastmanagement („Demand Response“) und allgemein mehr Flexibilität im Stromsystem. Auch mehr Solar- und Windenergie nützen wenig, wenn sie nicht mit ausgebauten Speichern, Netzen und flexibler Nachfrage einhergehen.
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Solarstrom auf Rekordniveau, doch abends droht die Versorgungslücke


In Kürze:

  • Niedrigwasser belastet die Stromversorgung: Wasser- und Kernkraftwerke mussten in mehreren europäischen Ländern ihre Produktion drosseln oder vorübergehend einstellen.
  • Solarstrom erreicht Rekordwerte: Im Juni und Juli deckte Solarenergie jeweils rund 25 Prozent der EU-Stromerzeugung ab.
  • Abends bleibt das Problem: Während Solarstrom tagsüber die Preise drückt, können sie morgens und abends deutlich steigen. Ember fordert deshalb mehr Speicher, Netzausbau und flexiblen Stromverbrauch.

 
Den Prognosen zufolge wird die Hitzewelle am Samstag, 15. August, das Wetter in Deutschland noch einmal prägen, ehe für kommende Woche Entspannung und örtlich Regen angesagt ist. Das durch die heiße und trockene Witterung begünstigte Niedrigwasser droht sich auch auf die Strompreise auszuwirken. Da Wasser- und Kernkraftwerke in mehreren Ländern ihren Betrieb eingeschränkt oder vorübergehend eingestellt haben, kam es dort teilweise zu einer deutlichen Verknappung des Stromangebots.

Niedrigwasser setzt konventionelle Kraftwerke unter Druck

Dem Fachinformationsdienst Montel zufolge ging die Stromerzeugung aus Laufwasserkraftwerken gegenüber dem Sommer des Vorjahres deutlich zurück. In der Schweiz soll sie um 26 Prozent gesunken sein, in Österreich sogar um 46 Prozent. Im Vorjahr hatte der Anteil der Wasserkraft an der Stromversorgung in der Schweiz bei etwa 56 Prozent gelegen, in Österreich waren es im Juni 2026 etwa 45 Prozent.
Am Donnerstag nahm Rumänien sein einziges Kernkraftwerk in Cernavodă vom Netz, das mit Donauwasser gekühlt wird. Ungarn musste nach der Abschaltung seines Kernkraftwerks Paks plötzlich 50 Prozent seines Energiebedarfs anderweitig decken. Auch in Italien hatten die Flüsse einen Tiefststand erreicht.
Der in Brüssel ansässige Thinktank Ember Energy kommt in seinem jüngsten Bericht zu dem Schluss, dass die Stromerzeugung aus Wasserkraft in der gesamten EU bereits seit Monaten eingeschränkt ist. Im Mai, Juni und Juli lag sie demnach auf dem niedrigsten Niveau seit mindestens einem Jahrzehnt. Mehr als 90 Prozent der Wasserkraft in der EU werden in acht Ländern erzeugt; sieben davon produzierten im Juli weniger Wasserkraftstrom als im Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2025.

Blick auf den Kaltwasserzulaufkanal des Kernkraftwerks Paks von der Donau aus am 31. Juli 2026 in Paks, Ungarn.

Foto: Janos Kummer/Getty Images

Solarstrom stabilisiert – Preise schwanken

Der Thinktank, der sich für eine Stromversorgung aus erneuerbaren Energien einsetzt, hat Mitte August seinen Bericht „Solar helps Europe’s grid withstand extreme heat“ veröffentlicht. Darin geht es um die Auswirkungen der trockenen und heißen Monate Juni und Juli auf die Stromversorgung in Europa. Die Stromnachfrage stieg demnach an besonders heißen Tagen um 28 Prozent.
Gleichzeitig sank die Produktion aus wichtigen Quellen wie Wasserkraft und thermischen Kraftwerken deutlich. Das galt insbesondere dort, wo die Kühlung wegen niedriger Wasserstände und hoher Wassertemperaturen problematisch werden kann. Vor allem die Wasserkraft war davon betroffen.
Der Bericht verweist darauf, dass sich Solarstrom in dieser Situation als wichtige Stütze erwiesen habe. In Frankreich und Ungarn lag die Stromproduktion aus Sonnenenergie durchschnittlich 17 Prozent über dem Normalwert. Auch in Spanien waren es 5 Prozent mehr. EU-weit lag die Solarstromproduktion im Juni bei 52 Terawattstunden und im Juli bei 55 Terawattstunden – jeweils ein neuer Höchststand.

Negative Strompreise vor allem in den Mittagsstunden – Kostenexplosion am Abend

Solarstrom deckte in diesen beiden Monaten rund 25 Prozent der Stromerzeugung in der EU ab. Gleichzeitig konnte jedoch nicht jede Terawattstunde Strom aus Solarerzeugung auch verwertet werden. Die Summe der Stunden mit negativen Strompreisen im ersten Halbjahr 2026 lag in einer Vergleichsgruppe mehrerer EU-Länder mit Frankreich, Deutschland, Spanien und Polen höher als im gesamten Vorjahr.
Immerhin ist in Deutschland in den ersten sechs Monaten des Jahres die Anzahl der negativen Preisstunden gegenüber 2025 von 389 auf 299 gesunken. Dies ist auch eine Konsequenz daraus, dass die kommerzielle Abregelung um 20 Prozent stieg.
Der Tagesverlauf zeigte dabei regelmäßig ein eindeutiges Muster. Durch hohe Solareinspeisung sank der Preis in den Mittagsstunden regelmäßig deutlich. Negative Preise traten vor allem an sonnigen Wochenenden und Feiertagen zwischen 11:00 und 16:00 Uhr auf. Der Tiefstwert beim Börsenpreis lag im Juli demnach bei -1,5 Cent pro Kilowattstunde. Am Morgen und in den Abendstunden stieg er hingegen wieder deutlich an – auf bis zu 35,24 Cent.
In Deutschland werden immer mehr Solaranlagen gebaut. (Archivbild)

In Deutschland werden immer mehr Solaranlagen gebaut. (Archivbild)

Foto: Marcus Brandt/dpa

Niedrigwasser als Stresstest für die Energieversorgung

Es bestätigt sich zunehmend, dass Solarenergie vor allem tagsüber an warmen Sommertagen zu den wichtigsten Versorgungsquellen gehört. Allerdings entsteht in den Abendstunden, wenn die Sonne wegfällt, Klimaanlagen weiterlaufen und konventionelle Kraftwerke wegen Niedrigwassers eingeschränkt sind, eine Versorgungslücke.
Aus Sicht von Ember Energy ist es deshalb auch nicht damit getan, dem strukturellen Problem durch den Aufbau noch größerer Kapazitäten an Erneuerbaren zu begegnen. Vielmehr beziehe sich der Bedarf auf Batteriespeicher und Lastmanagement („Demand Response“) und allgemein mehr Flexibilität im Stromsystem. Auch mehr Solar- und Windenergie nützen wenig, wenn sie nicht mit ausgebauten Speichern, Netzen und flexibler Nachfrage einhergehen.
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Fall Jason Arday: Trauer nach Tod von Cambridge-Professor

Nach dem Tod des früheren Professors der renommierten Universität Cambridge, Jason Arday, herrscht in Großbritannien Bestürzung und Trauer. Der 41-Jährige war zuletzt im Zuge von Plagiatsvorwürfen von seinem Posten an der weltbekannten Universität zurückgetreten.
Der britische Premierminister Andy Burnham sprach der Nachrichtenagentur PA zufolge bei einem Besuch in Cornwall von einer „Tragödie auf so vielen Ebenen, vor allem aber für alle, die Jason kannten“. Jetzt sei nicht die Zeit für „voreilige Urteile“. „Es ist ein Moment der Reflexion“, sagte er, „wir alle denken heute an Jason, sein Wirken und an seine Familie und seine Freunde“.
Bildungsministerin Lucy Powell sprach auf der Plattform X von einer „schockierenden“ Nachricht, Cambridge-Leiterin Deborah Prentice von einer „unglaublich schweren Zeit“. Indes wurden auch kritische Stimmen am öffentlichen Umgang mit den gegen Arday erhobenen Vorwürfen laut, darunter etwa von Londons Bürgermeister Sadiq Khan.
Arday wurde am Freitag leblos in London aufgefunden. Die Metropolitan Police teilte mit, ein 41 Jahre alter Mann sei am Einsatzort im Südwesten der britischen Hauptstadt für tot erklärt worden. Zum jetzigen Zeitpunkt werde sein Tod als unerwartet eingestuft, es gebe jedoch keinen Grund zu der Annahme, dass ein Verbrechen vorliege, zitierte die Nachrichtenagentur PA die Polizei, die in Großbritannien grundsätzlich keine Namen nennt. Der Fall werde untersucht. Zur Todesursache gibt es bisher keine offiziellen Angaben.

Was Jason Arday vorgeworfen wurde

2023 war Arday im Alter von 37 Jahren zum jüngsten schwarzen Professor in der langen Geschichte der weltweit renommierten Universität Cambridge geworden. Seine Ernennung wurde als progressiver Meilenstein gefeiert, seine Lebensgeschichte bestaunt. Arday wuchs in einfachen Verhältnissen in London auf. Als Kind wurde er eigenen Angaben zufolge mit einer Form von Autismus diagnostiziert. Laut der Cambridge-Universität war er an mehreren Universitäten im Bereich der Soziologie tätig.
Doch in den vergangenen Wochen bekam das Image des oft als Star seines Fachs bezeichneten Akademikers Risse. Zahlreiche Medien berichteten ausführlich über Plagiatsvorwürfe mit Blick auf die Doktorarbeit des Professors an der Liverpool John Moores Universität. Auch in anderen wissenschaftlichen Veröffentlichungen solle er plagiiert haben, lauteten die Vorwürfe. Eine frühere Untersuchung der Uni in Liverpool stellte laut PA allerdings kein wissenschaftliches Fehlverhalten fest.
Schließlich wurde auch an der Glaubwürdigkeit von Teilen seiner Lebensgeschichte gezweifelt. Infrage gestellt wurden unter anderem Angaben zu Millionenspenden für wohltätige Zwecke sowie zu sportlichen Leistungen.

Schwere Kritik an Elite-Uni

Vergangene Woche trat der 41-Jährige schließlich von seiner Cambridge-Professur zurück. Zuvor hatte die Uni eine Untersuchung zu seiner Ernennung und Tätigkeit angekündigt. Nach Angaben von BBC und PA sagte Arday zuletzt mehrere Veranstaltungen ab.
In einem Rücktrittschreiben wies er die gegen ihn erhobenen Plagiatsvorwürfe zurück. Sein Rücktritt sei „der einzige Weg, dieses Kapitel zu beenden“, heißt es in dem Schreiben. Dieser solle nicht als „Zustimmung zu den Darstellungen verstanden werden“. „Kritik ist zwar ein unvermeidlicher Bestandteil des akademischen Lebens, doch was ich erlebt habe, geht weit über wissenschaftliche Meinungsverschiedenheiten hinaus.“
Durch den Fall war auch die Universität Cambridge massiv in die Kritik geraten. Leiterin Deborah Prentice hatte zuletzt mitgeteilt, eine Untersuchung rund um Arday werde „unabhängig durch hochrangige Wissenschaftler aus Cambridge und von außerhalb“ durchgeführt.
„Ich weiß, dass es im Zusammenhang mit diesem belastenden und schwierigen Fall Wut und Besorgnis gibt“, sagte sie. Den Fall bezeichnete sie als Ausnahme und betonte, dass dieser nicht dazu genutzt werden sollte, die Legitimität der wissenschaftlichen Arbeit nicht-weißer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter infrage zu stellen.
Auch die Universitäten Durham und Glasgow, an denen Arday tätig war, kündigten Untersuchungen an. Eine Professorin der Universität Cambridge bezeichnete den Fall zuletzt laut PA als „Geschenk“ für alle, die gegen Vielfalt an Hochschulen vorgehen würden.

Kritik an Umgang mit Vorwürfen

Wenige Stunden nachdem britische Medien am Freitagabend zahlreiche Eilmeldungen zu dem Tod von Arday verschickt hatten, äußerte sich auch die Angehörigen der Nachrichtenagentur PA zufolge.
Seit seiner Professur an der Universität Cambridge sei Arday „einer anhaltenden Hetzkampagne“ ausgesetzt gewesen, heißt es demnach in dem von seinem Verlag Simon & Schuster UK verschickten Statement der Familie. Auch von einer „Kampagne der Falschinformationen“ ist die Rede. Arday sei ein „sanftmütiger Mann“ gewesen, der „immer das Beste in jedem sehen wollte“.
Kritik am öffentlichen Umgang mit den Vorwürfen kam auch von Londons Bürgermeister Sadiq Khan. Arday sei öffentlich bloßgestellt worden und einer „Welle von Beschimpfungen“ ausgesetzt gewesen, behauptete der Labour-Politiker in einem X-Beitrag. Die Labour-Abgeordnete für den Londoner Wahlkreis Clapham und Brixton Hill, Bell Ribeiro-Addy, sprach beim Sender Sky von einer medialen „Hexenjagd“.
Ende August sollen die Memoiren von Arday in Großbritannien erscheinen. Der Verlag Simon & Schuster UK bezeichnete „Great and Unfortunate Things“ als ein Buch über „Widerstandsfähigkeit und Liebe“. (dpa/red)
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Mindestens 38 Tote bei schwerem Erdbeben in Indonesien

Ein schweres Erdbeben hat die indonesische Insel Flores erschüttert und mindestens 38 Menschen unter den Trümmern getötet. Mindestens 13 weitere Personen wurden verletzt, zwei von ihnen schwer, sagte der Leiter der Nationalen Katastrophenschutzbehörde, Suharyanto, am Samstag bei einer Pressekonferenz. Rund 2000 Menschen brachten sich aus eigener Initiative in Sicherheit.

Tsunami-Warnung ausgelöst und wieder aufgehoben

Nach dem Erdstoß der Stärke 7,7 lösten die Behörden einen Tsunami-Alarm aus, hoben die Warnung später jedoch wieder auf. Die indonesische Wetter- und Erdbebenbehörde hatte unmittelbar nach dem Beben vor möglichen Wellen mit bis zu drei Metern Höhe gewarnt. Die Katastrophenschutzbehörde rief die Bewohner der Küstengebiete dringend auf, sich unverzüglich in Sicherheit zu bringen. Auf den Straßen bildeten sich lange Staus.
Anwohner in der Region Nagekeo nahe dem Epizentrum rannten auf Hügel. Das Meer zog sich zurück – ein typisches Warnzeichen für einen Tsunami. Die amtliche Warnung wurde später aufgehoben. Die Behörden mahnten aber, nicht in beschädigte Häuser zurückzukehren, solange Nachbeben andauern.

Bewohner fliehen am 15. August 2026 aus ihren Häusern im Dorf Talibura (Regierungsbezirk Sikka, Ost-Nusa Tenggara), nachdem ein Erdbeben der Stärke 7,7 vor der Insel Flores eine Tsunami-Warnung ausgelöst hatte.

Foto: Arnold Welianto ARNOLD / AFP via Getty Images

Epizentrum und starke Nachbeben

Das Epizentrum lag nach Behördenangaben rund 70 Kilometer vor der Nordküste der Insel im Osten Indonesiens. Auf den ersten Erdstoß am frühen Morgen (Ortszeit, um 23.30 Uhr MESZ) folgten mehrere starke Nachbeben, darunter eines mit der Stärke 6,1.

Augenzeugen berichten von Panik

„Plötzlich begann es zu beben, und ich geriet in Panik“, sagte Lukas Lotar, der in einem Krankenhaus in Maumere arbeitet, der Nachrichtenagentur AFP. Auch Patienten flohen aus dem Krankenhaus. „Der Stoß war heftig. Ich sah Risse in einigen Wänden.“
Yulian Yuita Ekalia aus Ruteng im Inselinneren erklärte: „Ich habe noch nie so ein starkes Erdbeben erlebt. Es hat sich angefühlt wie auf einem Trampolin, es war sehr beängstigend.“ Alles im Haus sei heruntergefallen – der Fernseher, Pokale ihres Sohnes, Geschirrregale und Koffer.
Später holte sie ihren Herd heraus und kochte auf der Straße. Auch die Universität, an der sie arbeitet, wurde schwer beschädigt. Sie sei froh, dass das Beben an einem Samstagmorgen passiert sei: „Ich kann mir nicht vorstellen, wie es gewesen wäre, wenn wir alle da gewesen wären.“

Rettungskräfte suchen nach Verschütteten

Rettungskräfte suchten in den Trümmern nach Verschütteten. Das volle Ausmaß der Zerstörung war am Samstag noch nicht absehbar. Die am stärksten betroffene Region ist ländlich geprägt und hat nur wenige hohe Häuser.

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring

Wegen seiner Lage auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring wird Indonesien häufig von Erdbeben erschüttert. 2004 hatte eine Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe die Provinz Aceh schwer zerstört – allein in Indonesien starben damals 170.000 Menschen. (afp/red)
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Ifo-Präsident Fuest fordert einheitliche Mehrwertsteuer: Wer gewinnt, wer verliert?


In Kürze:

  • Ifo-Präsident Clemens Fuest schlägt vor, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz abzuschaffen und niedrige Einkommen direkt zu entlasten.
  • Eine Modellrechnung zeigt: Ein einheitlicher Satz von 16,74 Prozent wäre aufkommensneutral, würde Geringverdiener aber relativ stärker belasten.
  • Weniger Ausnahmen könnten Bürokratie abbauen – wer tatsächlich gewinnt oder verliert, hängt vom Sozialausgleich und der Verwendung der Mehreinnahmen ab.

 
Ein Brot wird in Deutschland mit 7 Prozent Umsatzsteuer belastet, viele andere Waren und Dienstleistungen mit 19 Prozent. Auch Bücher, Hotelübernachtungen, der Nahverkehr und seit Anfang 2026 wieder Speisen in Restaurants profitieren von ermäßigten Sätzen.
Hinter dem scheinbar einfachen System stehen zahlreiche Ausnahmen, mit denen der Staat soziale, kulturelle, verkehrs- oder wirtschaftspolitische Ziele verfolgt.
Nun hat der Präsident des ifo Instituts in München, Clemens Fuest, in der „BILD“ den Vorschlag gemacht, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz abzuschaffen. Zukünftig sollen alle Waren einheitlich mit 19 Prozent besteuert werden. Haushalte mit niedrigen Einkommen, so der Fuest-Vorschlag, sollen stattdessen über direkte Transfers unterstützt werden. Der ifo-Chef schlägt konkret 360 Euro im Jahr als Ausgleich vor.
Dahinter steht die grundlegende Frage: Soll der Staat bestimmte Güter und Dienstleistungen für alle Verbraucher steuerlich verbilligen oder Menschen mit geringerem Einkommen gezielt unterstützen?
Dabei geht es um viel Geld.
Das ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung hat das System des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes im Auftrag des Bundesfinanzministeriums untersucht.
Nach dessen Angaben aus einer Analyse vom April 2026 summieren sich die Steuermindereinnahmen durch ermäßigte Umsatzsteuersätze im Jahr 2026 auf rund 43,5 Milliarden Euro. Allein für Nahrungsmittel veranschlagt die Studie 27,99 Milliarden Euro. Eine Reform könnte deshalb erheblichen finanziellen Spielraum schaffen. Der Staat könnte zusätzliche Einnahmen behalten, für Sozialtransfers verwenden oder im Gegenzug den regulären Mehrwertsteuersatz senken.

Warum Deutschland zwei Steuersätze hat

Nach dem Umsatzsteuergesetz beträgt der reguläre Satz 19 Prozent, für zahlreiche gesetzlich bestimmte Umsätze gelten 7 Prozent. Deutschland bewegt sich damit unter dem Mittelwert des regulären Mehrwertsteuersatzes der EU-Mitgliedländer.
Die EU schreibt für den regulären Satz eine Untergrenze von 15 Prozent vor und erlaubt ermäßigte Sätze für ausgewählte Waren und Dienstleistungen.
Deutschland könnte sein System daher tatsächlich deutlich vereinfachen. Dass es auch anders geht, zeigt Dänemark: Dort gilt grundsätzlich ein Satz von 25 Prozent, einen allgemeinen ermäßigten Mehrwertsteuersatz gibt es nicht.
Die Begründungen für die deutschen Ausnahmen unterscheiden sich allerdings. Bei Lebensmitteln steht die soziale Entlastung im Vordergrund, bei Büchern und Zeitungen kommen kulturpolitische Ziele hinzu.
Der niedrigere Satz im Nahverkehr soll auch verkehrs- und umweltpolitische Zwecke unterstützen. Andere Vergünstigungen sollen bestimmte Wirtschaftszweige entlasten. Diese vielen Ziele haben ihren Preis.
Zudem erscheinen die Regelungen für Konsumenten und Händler nicht immer nachvollziehbar. So fallen für Kartoffeln, Leitungswasser und Äpfel 19 Prozent an, für Süßkartoffeln, Mineralwasser und Apfelsaft aber nur 7 Prozent. Beim Erwerb von einem Kaffee mit wenig Milch gilt der volle Satz, bei einem mit einem hohen Milchanteil hingegen der verminderte. Für eine Brille werden 19 Prozent dazugeschlagen, für ein Hörgerät aber nur 7 Prozent.
Nach Angaben des ZEW machen unterschiedliche Mehrwertsteuersätze zudem Unternehmen und Behörden mehr Arbeit. Sie führen zu Abgrenzungsproblemen und höheren Kosten bei der Anwendung der Steuervorschriften. Weniger Ausnahmen könnten diesen Aufwand verringern.

Lebensmittel sind ein schwieriger Fall

Sozialpolitisch wird eine Vereinheitlichung vor allem bei Lebensmitteln problematisch. Haushalte mit niedrigen Einkommen geben einen größeren Teil ihrer Konsumausgaben für Lebensmittel aus.
Bei Haushalten mit weniger als 1.000 Euro monatlichem Nettoeinkommen entfielen 2023 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 18,3 Prozent der Konsumausgaben auf Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren. Bei Haushalten mit mindestens 5.000 Euro waren es 13,2 Prozent.
In absoluten Eurobeträgen sieht das Bild jedoch anders aus. Haushalte mit weniger als 1.000 Euro Nettoeinkommen gaben 2023 durchschnittlich 205 Euro im Monat für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren aus. Bei Haushalten mit mindestens 5.000 Euro Nettoeinkommen waren es 628 Euro. Aus diesen Zahlen allein lässt sich allerdings noch nicht ableiten, wie stark die einzelnen Einkommensgruppen vom ermäßigten Mehrwertsteuersatz profitieren.
Genau dieses Spannungsverhältnis zeigt die ZEW-Simulation. Durch den ermäßigten Steuersatz spart eine Person aus der niedrigsten untersuchten Einkommensgruppe im Durchschnitt 9,91 Euro im Monat, in der höchsten Einkommensgruppe sind es 16,79 Euro.
Gemessen am Einkommen kehrt sich das Verhältnis jedoch um: Die Entlastung entspricht bei niedrigen Einkommen 1,21 Prozent, bei hohen Einkommen nur 0,28 Prozent.
Besserverdienende profitieren in Euro gerechnet somit stärker. Für Menschen mit niedrigen Einkommen fällt die Entlastung relativ zum Einkommen jedoch mehr ins Gewicht.
Das ZEW hält den ermäßigten Steuersatz auf Lebensmittel deshalb aus verteilungspolitischer Sicht für begründbar. Zugleich könnten nach Einschätzung der Forscher andere Instrumente dieses Ziel gezielter und kostengünstiger erreichen.

Ein einheitlicher Satz von 16,74 Prozent

In der politischen Debatte entsteht leicht der Eindruck, die einzige Alternative zum heutigen System seien 19 Prozent auf Lebensmittel und alle anderen bislang begünstigten Güter. Zwingend ist das nicht.
Das ZEW hat auch eine aufkommensneutrale Reform berechnet. Dabei würden sämtliche ermäßigten Steuersätze abgeschafft und die zusätzlichen Einnahmen dazu verwendet, den regulären Satz zu senken. Nach der Modellrechnung könnte dann ein einheitlicher Mehrwertsteuersatz von 16,74 Prozent gelten.
Für Verbraucher hätte eine solche Anpassung unterschiedliche Folgen. Wer einen großen Teil seines Geldes für Lebensmittel und andere heute ermäßigt besteuerte Produkte ausgibt, würde stärker belastet. Wer dagegen überwiegend Waren und Dienstleistungen kauft, auf die heute 19 Prozent entfallen, könnte von dem niedrigeren einheitlichen Satz profitieren.
Die Modellrechnung zeigt allerdings, dass Haushalte mit niedrigen Einkommen stärker belastet würden. Bei den einkommensschwächsten 10 Prozent entspricht die zusätzliche Belastung laut ZEW 0,66 Prozent des Einkommens, bei den einkommensstärksten 10 Prozent nur 0,05 Prozent.
Für die Berechnung nimmt das Institut an, dass Unternehmen 80 Prozent einer Mehrwertsteueränderung über höhere oder niedrigere Preise an die Verbraucher weitergeben. Zudem berücksichtigt es, dass Verbraucher ihr Kaufverhalten bei veränderten Preisen anpassen. Ein einheitlicher Steuersatz könnte das System zwar vereinfachen, würde ohne zusätzlichen Ausgleich aber vor allem Menschen mit niedrigen Einkommen stärker treffen.

Unternehmen: Weniger Bürokratie, neue Belastungen

Auch für deutsche Unternehmen gäbe es Gewinner und Verlierer. Unternehmen in bisher begünstigten Branchen könnten stärker belastet werden. Steigt der Steuersatz etwa in Gastronomie, Hotellerie oder Teilen des Kulturbereichs, stellt sich die Frage, wie viel davon auf die Kunden abgeladen werden kann. Wo der Wettbewerb Preiserhöhungen erschwert, kann ein Teil der zusätzlichen Steuer die Unternehmensmargen belasten.
Von einem niedrigeren regulären Mehrwertsteuersatz würden nicht nur Verbraucher profitieren. Auch bestimmte Unternehmen hätten geringere Kosten.
Normalerweise können Unternehmen die Mehrwertsteuer, die sie etwa beim Kauf von Waren oder Dienstleistungen zahlen, mit ihrer eigenen Umsatzsteuerschuld verrechnen. In einigen Branchen ist das jedoch nicht oder nur eingeschränkt möglich.
Das betrifft laut ZEW beispielsweise Teile der Finanz-, Versicherungs- und Vermietungswirtschaft. Sinkt der reguläre Mehrwertsteuersatz von 19 auf 16,74 Prozent, werden für diese Unternehmen bestimmte Einkäufe und Dienstleistungen günstiger. Ein Teil der Entlastung käme deshalb zunächst ihnen und nicht den privaten Haushalten zugute.

Ohne Sozialausgleich verlieren niedrige Einkommen

Sollten auch Lebensmittel künftig, wie von ifo-Präsident Fuest vorgeschlagen, dem regulären Satz unterliegen, könnte die Mehrbelastung niedriger Einkommen durch Transfers ausgeglichen werden. Dahinter steht die Überlegung, nicht mehr jedes Brot oder jeden Liter Milch unabhängig vom Einkommen des Käufers steuerlich zu begünstigen, sondern das Geld gezielt an bedürftige Haushalte zu geben.
Die OECD kommt in einer Untersuchung von 20 Mitgliedstaaten vor über zehn Jahren zu einem ähnlichen Ergebnis. Ermäßigte Mehrwertsteuersätze auf Lebensmittel und Energie entlasten Haushalte mit niedrigen Einkommen relativ stärker. Dennoch bezeichnet die OECD solche Steuersätze als „ein sehr ungeeignetes Instrument, um einkommensschwache Haushalte gezielt zu unterstützen“. Denn auch wohlhabende Haushalte profitieren von der Vergünstigung.
Direkte Transfers könnten einkommensschwache Haushalte zielgerichteter entlasten. Ganz einfach wäre ein solcher Ausgleich jedoch nicht. Die OECD weist in einer späteren Studie darauf hin, dass es in der Praxis schwierig sein dürfte, alle – und nur die – Verlierer einer Reform zu entschädigen.
Der Grund: Wie stark ein Haushalt durch höhere Mehrwertsteuersätze belastet wird, hängt davon ab, welche Waren und Dienstleistungen er tatsächlich kauft. Zwei Haushalte mit gleichem Einkommen können deshalb unterschiedlich stark betroffen sein.
Damit verschiebt eine einheitliche Mehrwertsteuer letztlich Aufgaben aus dem Steuersystem in die Sozialpolitik.
Genau hier setzt Fuests Vorschlag an: Haushalte mit niedrigen Einkommen sollen einen direkten Ausgleich erhalten. Die verbleibenden Mehreinnahmen könnten genutzt werden, um den regulären Mehrwertsteuersatz um bis zu zwei Prozentpunkte zu senken oder die Bürger über eine Reform der Einkommensteuer zu entlasten.
Aus der Abschaffung des ermäßigten Satzes würde damit nicht zwangsläufig eine reine Steuererhöhung, sondern eine Neuverteilung der Steuerlast. Wer dabei gewinnt oder verliert, entscheidet sich letztlich daran, wie der Sozialausgleich gestaltet wird und was mit den zusätzlichen Steuereinnahmen geschieht.
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Taliban feiern fünf Jahre Machtübernahme in Afghanistan

Fahnen, Festreden und Blumen aus Militärhubschraubern: Die islamistischen Taliban in Afghanistan haben ihre Machtübernahme vor fünf Jahren gefeiert. „Heute sind die Weltanschauungen und Werte der afghanischen Regierung und Nation miteinander im Einklang“, sagte Außenminister Amir Khan Muttaki bei einer Zeremonie in der Hauptstadt Kabul, die vom staatlichen Sender RTA übertragen wurde.
In einem Bericht des afghanischen Fernsehsenders Tolonews war zu sehen, wie aus einem Militärhubschrauber Blumen über Kabul abgeworfen wurden. Schon in den vergangenen Tagen waren in der Hauptstadt die Taliban-Fahnen mit schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund erneuert worden. Medienberichte zeigten auch Zeremonien und Autokorsos in anderen Landesteilen.
Die Taliban feiern ihre fünfjährige Machtübernahme in Afghanistan.

Die Taliban feiern ihre fünfjährige Machtübernahme in Afghanistan.

Foto: Siddiqullah Alizai/AP/dpa

Afghanistan-Einsatz dauerte fast 20 Jahre

Nach der Ankündigung des Abzugs der NATO und US-Truppen für den Spätsommer 2021 hatten die Taliban am 15. August praktisch ohne Gegenwehr Kabul eingenommen. Es folgten chaotische Zustände, unter anderem am Flughafen, als westliche Länder versuchten, eigenes Personal sowie afghanische Mitarbeiter zu evakuieren.
Zuvor hatte nach den Anschlägen der Terrorgruppe Al Kaida vom 11. September 2001 auf Ziele in den USA eine internationale Koalition in Afghanistan Krieg gegen die Taliban geführt, die damals zum ersten Mal das Land beherrschten. Ihnen wurde vorgeworfen, Al Kaida zu beherbergen.
Allein die amerikanischen Streitkräfte verloren in den Jahren bis 2021 am Hindukusch mehr als 2.300 Soldaten. Die Bundeswehr beklagte 59 Opfer. Die Brown Universität schätzt, dass in dem knapp zwanzigjährigen Krieg über 46.000 Zivilisten und fast 70.000 afghanische Sicherheitskräfte getötet wurden.

Kritik an Bundesregierung im Umgang mit Taliban

Afghanistan durchläuft heute eine schwere humanitäre Krise – der Zugang zu internationalen Hilfsmitteln ist auch wegen der Taliban-Herrschaft stark begrenzt. Die Islamisten beschneiden die Meinungsfreiheit und insbesondere die Freiheiten und den Zugang zu Bildung für Frauen und Mädchen massiv.
Kritiker bemängeln, dass die deutsche Bundesregierung die Taliban einerseits wegen ihrer Menschenrechtsverletzungen nicht anerkennt, gleichzeitig aber, um Abschiebungen zu ermöglichen, praktische Zugeständnisse macht. (dpa/red)
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Kurioser Hundewettbewerb: Mops-Hündin Jinny Lu ist „hässlichster Hund der Welt“

Eine schief heraushängende Zunge, Glupschaugen und Falten im Gesicht: eine Mops-Hündin namens Jinny Lu hat es damit zu der Auszeichnung „hässlichster Hund der Welt“ gebracht. Hundebesitzerin Michelle Grady kann sich nach dem traditionellen Wettbewerb im nordkalifornischen Santa Rosa nun über ein Preisgeld von 5.000 Dollar freuen.
Jinny Lu, die einst von Tierschützern in Südkorea gerettet und in die USA gebracht wurde, hatte im vorigen Jahr den zweiten Platz beim „World’s Ugliest Dog“-Wettbewerb gewonnen.
Eine schief heraushängende Zunge hat die Chancen von Mops Jinny Lu wohl verbessert.

Eine schief heraushängende Zunge hat die Chancen von Mops Jinny Lu wohl verbessert.

Foto: Noah Berger/AP/dpa

Schiefes Grinsen, nackte Haut

Diesmal ging der zweite Rang an den zehnjährigen Pinky, eine Mischung aus Chihuahua und Zwergspitz. Der Albino-Hund mit riesigen rosa Ohren, pinkfarbener Nase und wässrigblauen Augen, der früher im Tierheim an einer Hautkrankheit litt, nahm zum ersten Mal an dem Wettbewerb teil – und holte auf Anhieb ein Preisgeld von 3.000 Dollar.
Auf Platz Drei schaffte es der zweijährige Chihuahua-Mischling Otto, der mit einer beidseitigen Lippen-Kiefer-Gaumenspalte geboren wurde. Mit seinem schiefen Grinsen punktete Otto aus dem US-Bundesstaat Oklahoma wohl bei den Juroren. Sein Auftritt wurde mit 2000 Dollar belohnt.
Zu den Anwärtern gehörten unter anderem eine Französische Bulldogge mit starkem Unterbiss, ein Chinesischer Schopfhund mit schiefer Zunge und verbogenen Hinterbeinen, ein fast haarloser Dackelmischling oder die aus Polen angereiste Hündin Klara, mit struppigem Fell und schief sitzendem Kopf.
Um einen Platz auf dem Sieger-Treppchen zu sichern, mussten sich die Vierbeiner auf einer Bühne vor klatschenden Zuschauern präsentieren. Eine Gruppe von Juroren stimmte dann ab, wobei Aussehen, Persönlichkeit und die Reaktion des Publikums in ihre Entscheidung einflossen.
Mops-Rettungshündin Jinny Lu ist der hässlichste Hund der Welt

Mops-Rettungshündin Jinny Lu ist der hässlichste Hund der Welt

Foto: Noah Berger/AP/dpa

Siegerauftritt in der Morning-Show

Auf die Gewinnerin Jinny Lu kommt noch ein weiterer Auftritt zu. Neben der Siegerprämie wird Hund und Frauchen auch ein Flug nach New York spendiert, wo der Champion im Morgenmagazin des Senders NBC präsentiert wird.
Man wolle sich bei dem Wettbewerb nicht über die „hässlichen“ Hunde lustig machen, sondern vielmehr ihre liebenswerten und schönen Seiten herausstellen, erklärten die Organisatoren des seit 50 Jahren ausgetragenen Events. Viele der Vierbeiner stammen aus Tierheimen. Mit der Aktion wird auch dazu aufgerufen, ausgesetzten Tieren ein neues Zuhause zu geben. (dpa/red)
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15.08.2026 | Russischer Oppositioneller im Exil | Blaualgen an Ostsee und Seen | Cambridge-Professor tot aufgefunden

HEUTE11:00 Uhr

Neuer „Avengers: Doomsday“-Trailer sorgt für Aufsehen

Der neue Trailer zu „Avengers: Doomsday“ gibt weitere Einblicke in das Superhelden-Spektakel. Robert Downey Jr. spielt erstmals den Bösewicht Doctor Doom. Der Film soll Mitte Dezember in die Kinos kommen.

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HEUTE10:30 Uhr

Nadeschdin im Exil: „Die roten Linien haben sich verschoben“

Der russische Oppositionspolitiker Boris Nadeschdin hat Russland aus Angst vor einem Strafverfahren verlassen. Er sieht seine Kritik am Ukraine-Krieg als Grund für die zunehmende Verfolgung. Dennoch glaubt er an den Wunsch nach Frieden in Russland.

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HEUTE10:02 Uhr

Blaualgen an Ostsee und Seen – Warnung für Badende

An Ostsee und Seen in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein breiten sich Blaualgen aus. Behörden raten, sichtbare Algenteppiche zu meiden. In Schleswig-Holstein gelten an mehreren Seen Badeverbote. Cyanobakterien können Hautreizungen und Übelkeit auslösen.

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HEUTE9:12 Uhr

Starker Wind: Waldbrandgefahr und Fährchaos in Griechenland

Starker Meltemi-Wind setzt Griechenland zu: Böen von mehr als 100 km/h erhöhen die Waldbrandgefahr und legen zahlreiche Fähren lahm. Besonders am Feiertagswochenende sind viele Inselverbindungen betroffen. Die Wetterlage soll bis Wochenbeginn anhalten.

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HEUTE9:00 Uhr

Cambridge-Professor Jason Arday tot aufgefunden – eine Woche nach Rücktritt

Der Cambridge-Professor Jason Arday ist im Alter von 41 Jahren tot aufgefunden worden. Eine Woche zuvor war er wegen einer angekündigten Untersuchung zu Plagiatsvorwürfen zurückgetreten. Die Polizei geht nicht von einem verdächtigen Tod aus.

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HEUTE8:20 Uhr

Schweres Erdbeben vor der Küste Indonesiens

Vor der indonesischen Insel Flores hat sich ein schweres Erdbeben der Stärke 7,7 ereignet. Die Behörden gaben eine Tsunami-Warnung aus. Nachbeben erreichten bis zu 6,1. Zunächst gab es keine Informationen zu möglichen Schäden oder Verletzten.
Ein schweres Erdbeben hat die indonesische Insel Flores erschüttert.

Ein schweres Erdbeben hat die indonesische Insel Flores erschüttert.

Foto: Kurniawan/AP/dpa

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HEUTE8:10 Uhr

Nach Dialogrunde: Mehr als 130 politische Gefangene in Venezuela freigelassen

In Venezuela sind nach der ersten Runde des Dialogs zwischen Regierung und Opposition 131 politische Gefangene freigelassen worden. Die Opposition begrüßte den Schritt, forderte aber die Freilassung aller politischen Gefangenen. Zuvor waren bereits Hunderte freigekommen.

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HEUTE7:50 Uhr

Niedrigwasser: Ökonomin Grimm sagt steigende Preise voraus

Wirtschaftsweise Veronika Grimm warnt vor steigenden Preisen durch Niedrigwasser und Transportprobleme auf deutschen Flüssen. Besonders Chemie und Energie seien betroffen. DB Cargo will zudem bis zu 900 alte Güterwaggons reaktivieren, um Schiffstransporte zu ersetzen.

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HEUTE7:32 Uhr

Entwarnung bei Waldbrand in Rheinland-Pfalz: Feuer ist unter Kontrolle

Der Waldbrand bei Langenscheid in der Vordereifel ist unter Kontrolle. Die Evakuierungswarnungen für Arft und Langenfeld wurden aufgehoben. Rund 220 Einsatzkräfte bleiben über Nacht vor Ort. Betroffen waren etwa 50 Hektar Fläche.

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HEUTE7:17 Uhr

Reisewirtschaft trotz Iran-Krieg im Aufwind

Die deutsche Reisewirtschaft erlebt trotz der Folgen des Iran-Kriegs einen überraschend starken Sommer. Der Gesamtmarkt wächst laut DRV um ein Prozent auf 57 Milliarden Euro, während Fernreisen um 14 Prozent zurückgingen. Viele Urlauber sparen vor Ort statt auf Reisen zu verzichten.
Solo-Reisen werden für Reiseveranstalter zum wichtigen Geschäft. (Symbolbild)

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Foto: Clara Margais/dpa

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HEUTE7:00 Uhr

CDU-Politikerin Winter: Merz bleibt bis zum Ende der Legislatur

CDU-Spitzenkandidatin Wiebke Winter fordert ihre Partei auf, sich weniger mit internen Debatten zu beschäftigen. Spekulationen über einen Kanzlertausch weist sie zurück. Bei der Bundespräsidentenwahl solle nicht das Geschlecht, sondern das Profil der Kandidatin oder des Kandidaten entscheidend sein.

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HEUTE6:45 Uhr

Bis zu 45 Grad: Pflegeheime kämpfen mit extremer Hitze

Eine Verdi-Befragung zeigt extreme Hitze in Pflegeeinrichtungen. Gemessen wurden bis zu 45 Grad, 40,9 Prozent meldeten mehr als 30 Grad. Beschäftigte berichten von Kreislaufproblemen, Dehydrierung und möglichen Hitzetoten.

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HEUTE6:27 Uhr

Bauarbeiter finden in Belgien Gold im Wert von neun Millionen Euro

Bauarbeiter haben im belgischen Dendermonde rund 50 Goldbarren und zahlreiche Goldmünzen im Wert von etwa neun Millionen Euro entdeckt. Der Fund wurde bei Renovierungsarbeiten in Kellerwänden einer Wohltätigkeitsorganisation gemacht. Die Polizei sperrte die Baustelle ab.

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HEUTE6:20 Uhr

Wagenknecht erhöht Druck auf Thüringer BSW

Sahra Wagenknecht erhöht den Druck auf das Thüringer BSW und fordert das Ende der Koalition mit CDU und SPD. Die Regierungsbeteiligung habe dem BSW Glaubwürdigkeit gekostet und der AfD genutzt. Intern wird zudem über einen Sonderparteitag im Herbst spekuliert.

Sahra Wagenknecht (Archiv)

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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HEUTE6:10 Uhr

UNO: Alle 30 Minuten stirbt in Demokratischer Republik Kongo ein Mensch durch Ebola

In der Demokratischen Republik Kongo stirbt laut UN derzeit etwa alle 30 Minuten ein Mensch an Ebola. Mehr als 2.000 Menschen sind bereits tot. Seit dem Ausbruch im Mai wurden 4.566 Fälle bestätigt. Besonders betroffen ist die Provinz Ituri im Osten des Landes.

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HEUTE5:58 Uhr

Umfrage: CDU in Berlin wieder knapp vor Linken

Fünf Wochen vor der Berlin-Wahl liegt die CDU laut Insa mit 20 Prozent knapp vor der Linken (19) und der AfD (17). Grüne kommen auf 16, SPD auf 15 Prozent. Linke, SPD und Grüne erreichen zusammen 50 Prozent, CDU, SPD und Grüne 51 Prozent.

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Ceuta rüstet sich gegen neuen Migrantenansturm – Grenze massiv gesichert

Nach Aufrufen in sozialen Netzwerken zu einem erneuten massenhaften Migrantenansturm auf Ceuta an diesem Wochenende haben Spanien und vor allem Marokko ihre Sicherheitsvorkehrungen an der Grenze zur spanischen Nordafrika-Exklave deutlich verstärkt. Am Grenzübergang in Ceuta war es jedoch morgens ruhig, wie ein dpa-Reporter vor Ort berichtete. Gleiches meldeten der staatliche Fernsehsender RTVE und andere spanische Medien aus der Exklave.
Die Behörden beider Länder wollen verhindern, dass sich die Ereignisse von Ende Juli wiederholen, als nach verschiedenen Schätzungen bis zu 80.000 Migranten nach Ceuta gelangten. Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska betonte dieser Tage erneut, die damalige Massenankunft sei ein „außergewöhnliches“ Ereignis gewesen, das sich nicht wiederholen werde.
Vor wenigen Tagen hatte das Innenministerium in Marokko mitgeteilt, man habe eine Gruppe von Menschen festgenommen, die im Verdacht stehen, zu neuen Versuchen der illegalen Einreise in die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla angestiftet zu haben. In sozialen Medien kursierten Aufrufe zu gemeinsamen Massenüberquerungen am 15. August. Man habe jedoch alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um illegale Grenzübertritte zu verhindern.

Stacheldraht, Wasserwerfer und Patrouillenboote

Vor allem auf der marokkanischen Seite der Grenze wurden die Sicherheitsmaßnahmen in den vergangenen Tagen deutlich verschärft, wie RTVE berichtete. In der Grenzstadt Fnideq errichteten die Behörden demnach zusätzliche Sperren aus Stacheldraht und Nato-Draht.
Patrouillenboote überwachen laut RTVE die Küste, Wasserwerfer stehen an der Grenze bereit. Zudem gebe es zahlreiche Kontrollstellen auf den Zufahrtsstraßen. In Ceuta sind derweil 880 Beamte der spanischen Nationalpolizei im Einsatz, 270 mehr als noch Ende Juli. Sie werden von rund 2.000 Soldaten und 700 Beamten der Polizeieinheit Guardia Civil unterstützt.
In den sozialen Netzwerke kursierten Aufrufe zu einem neuen Ansturm auf die Exklave.

In den sozialen Netzwerke kursierten Aufrufe zu einem neuen Ansturm auf die Exklave.

Foto: Sven Kaeuler/dpa

Rückkehr zur Normalität braucht Zeit

Der Ansturm vor rund zwei Wochen war beispiellos. Vor allem am 30. Juli waren Zehntausende Migranten meist schwimmend nach Ceuta gelangt. Bei dem Versuch kamen Dutzende ums Leben: Nach der jüngsten offiziellen Mitteilung Madrids wurden im Meer 83 Leichen geborgen, Nichtregierungsorganisationen schätzen die Zahl der Todesopfer auf weit über hundert.
Die meisten Ankömmlinge kehrten nach Angaben der spanischen Regierung innerhalb weniger Stunden oder Tage nach Marokko zurück. Nach Angaben von Minister Grande-Marlaska halten sich derzeit noch rund 5.000 Migranten in Ceuta auf. Es werde noch etwas Zeit dauern, bis man zur totalen Normalität zurückkehrt, räumte er ein. (dpa/red)
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Waldbrand im Hürtgenwald bleibt stabil – Merz stellt weitere Löschhubschrauber bereit

Der große Waldbrand im Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen hat sich in der Nacht zum Samstag nach Behördenangaben nicht weiter ausgebreitet. Rund 1.400 Einsatzkräfte kämpfen weiterhin gegen die Flammen, unterstützt von inzwischen zehn Löschhubschraubern der Bundespolizei, Landespolizei und Bundeswehr.

Brandlage bleibt zunächst stabil

Die Lage im Brandgebiet sei „statisch“, teilte der Landkreis Düren mit. Der Brandherd habe sich demnach nicht vergrößert. Gleichzeitig zieht Wind aus nördlicher Richtung auf, dessen Auswirkungen auf das Feuer noch unklar sind.
Der Ortsteil Gey, der in der Nacht zum Freitag geräumt worden war, bleibt aus Sicherheitsgründen vorerst evakuiert. Die Bewohner von Vossenack, Hürtgen, Kleinhau und Simonskall wurden zudem aufgerufen, sparsam mit Wasser umzugehen.

Merz informiert sich über Lage

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ließ sich am Samstag über die Entwicklung informieren. In einem Telefonat berichtete der Dürener Landrat Ralf Nolten dem Kanzler über die Lage in den Brandgebieten. Merz habe sich dabei „ausdrücklich bei allen Helferinnen und Helfern bedankt“.
Der Bund stellte weitere Löschhubschrauber bereit. Insgesamt stehen damit zehn Hubschrauber von Bundespolizei, Landespolizei und Bundeswehr für den Einsatz zur Verfügung. Merz hatte bereits am Freitag erklärt, Bundeswehr und Bundespolizei würden „wo immer möglich“ Unterstützung leisten.

Fünf Einsatzkräfte verletzt

Bei den Löscharbeiten wurden bislang fünf Einsatzkräfte verletzt. Bundesweit kämpfen Feuerwehr und andere Einsatzkräfte angesichts der anhaltenden Hitze und Trockenheit gegen zahlreiche Wald- und Flächenbrände.
In weiten Teilen Deutschlands werden Temperaturen von deutlich über 30 Grad erwartet. Für Samstag sind laut Deutschem Wetterdienst allerdings Regenfälle vorhergesagt. (afp/red)
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15.08.2026 | Waldbrandgefahr und Fährchaos in Griechenland | Blaualgen an Ostsee und Seen – Warnung für Badende

HEUTE10:02 Uhr

Blaualgen an Ostsee und Seen – Warnung für Badende

An Ostsee und Seen in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein breiten sich Blaualgen aus. Behörden raten, sichtbare Algenteppiche zu meiden. In Schleswig-Holstein gelten an mehreren Seen Badeverbote. Cyanobakterien können Hautreizungen und Übelkeit auslösen.

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Schweres Erdbeben vor der Küste Indonesiens

Vor der indonesischen Insel Flores hat sich ein schweres Erdbeben der Stärke 7,7 ereignet. Die Behörden gaben eine Tsunami-Warnung aus. Nachbeben erreichten bis zu 6,1. Zunächst gab es keine Informationen zu möglichen Schäden oder Verletzten.
Ein schweres Erdbeben hat die indonesische Insel Flores erschüttert.

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Foto: Kurniawan/AP/dpa

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Nach Dialogrunde: Mehr als 130 politische Gefangene in Venezuela freigelassen

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CDU-Politikerin Winter: Merz bleibt bis zum Ende der Legislatur

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Bis zu 45 Grad: Pflegeheime kämpfen mit extremer Hitze

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Bauarbeiter finden in Belgien Gold im Wert von neun Millionen Euro

Bauarbeiter haben im belgischen Dendermonde rund 50 Goldbarren und zahlreiche Goldmünzen im Wert von etwa neun Millionen Euro entdeckt. Der Fund wurde bei Renovierungsarbeiten in Kellerwänden einer Wohltätigkeitsorganisation gemacht. Die Polizei sperrte die Baustelle ab.

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Wagenknecht erhöht Druck auf Thüringer BSW

Sahra Wagenknecht erhöht den Druck auf das Thüringer BSW und fordert das Ende der Koalition mit CDU und SPD. Die Regierungsbeteiligung habe dem BSW Glaubwürdigkeit gekostet und der AfD genutzt. Intern wird zudem über einen Sonderparteitag im Herbst spekuliert.

Sahra Wagenknecht (Archiv)

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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UNO: Alle 30 Minuten stirbt in Demokratischer Republik Kongo ein Mensch durch Ebola

In der Demokratischen Republik Kongo stirbt laut UN derzeit etwa alle 30 Minuten ein Mensch an Ebola. Mehr als 2.000 Menschen sind bereits tot. Seit dem Ausbruch im Mai wurden 4.566 Fälle bestätigt. Besonders betroffen ist die Provinz Ituri im Osten des Landes.

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Umfrage: CDU in Berlin wieder knapp vor Linken

Fünf Wochen vor der Berlin-Wahl liegt die CDU laut Insa mit 20 Prozent knapp vor der Linken (19) und der AfD (17). Grüne kommen auf 16, SPD auf 15 Prozent. Linke, SPD und Grüne erreichen zusammen 50 Prozent, CDU, SPD und Grüne 51 Prozent.

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Südkorea bietet Nordkorea Friedensgespräche an – Pjöngjang schweigt

Der südkoreanische Präsident Lee Jae Myung hat Nordkorea Verhandlungen über einen Friedensvertrag angeboten. „Lasst uns unsere Absichten ablegen, einander zu bedrohen, und Gespräche aufnehmen, um diesen langen Krieg zu beenden“, sagte Lee in seiner Ansprache zum koreanischen Unabhängigkeitstag am Samstag. Die beiden Staaten befinden sich offiziell noch immer im Kriegszustand, der Koreakrieg endete 1953 nur mit einem Waffenstillstand.
Lee sprach sich für direkte Verhandlungen zwischen Seoul und Pjöngjang aus. Er wiederholte damit sein Angebot aus den vergangenen Monaten, auf das Nordkorea bislang nicht reagiert hat. „Dadurch könnte es auch möglich sein, wirksame Maßnahmen zu besprechen, um die Entwicklung der atomaren Fähigkeiten Nordkoreas zu stoppen“, fügte er in seiner Rede hinzu. Anders als sein Vorgänger bemüht sich Lee seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr um eine Annäherung an den nördlichen Nachbarn.

Lee Jae Myung.

Foto: Lee Jin-man/AP/dpa

Enge Verbindung zu Russland

Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind angespannt. Nordkorea hat den Nachbarn im Süden zu seinem ärgsten Feind und sich selbst zur „unumstößlichen“ Nuklearmacht erklärt. US-Präsident Donald Trump war 2019 daran gescheitert, mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un über eine Zerstörung der nordkoreanischen Atomwaffen zu verhandeln, im Gegenzug für Lockerungen der strengen US-Sanktionen.
Nordkorea ist zudem enger an Russland herangerückt. Beobachtern zufolge unterstützt das Land Moskau in seinem Krieg gegen die Ukraine mit Truppen und Munition. Im Gegenzug erhält das international isolierte Nordkorea Zugang zu Geld, Lebensmittel, Energie und militärische Technologien aus Russland. Kim soll in den kommenden Monaten nach Moskau reisen, womöglich um weitere Waffenlieferungen zu besprechen.

Militärische Spannungen in Ostasien

Der wichtigste Verbündete Südkoreas sind die USA, die rund 28.500 Soldaten in dem Land stationiert haben. In der kommenden Woche beginnt eine elftägige gemeinsame Militärübung der beiden Staaten in Südkorea, die offiziell der Vorbereitung auf eine möglicherweise notwendige Verteidigung gegen Nordkorea dient.
Nordkorea verschärfte in den vergangenen Wochen zudem den Ton gegenüber der ehemaligen Kolonialmacht Japan, die zwischen 1910 und 1945 über die Halbinsel herrschte. Das nordkoreanische Militär feuerte nach Angaben aus Tokio und Seoul im August bereits zweimal eine ballistische Rakete über das Meer in Richtung Japan ab. Zuvor hatte die japanische Regierung angekündigt, ihre Streitkräfte aufzurüsten. (afp/red)
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Rüstung nimmt weiter Fahrt auf – Bundeswehr plant rund 100 weitere Rüstungsprojekte

Das Verteidigungsministerium plant für das zweite Halbjahr 2026 rund 100 weitere große Rüstungsprojekte. Dabei handelt es sich jeweils um Vorhaben mit einem Volumen von mehr als 25 Millionen Euro. Die Projekte müssten jeweils ab September vom Bundestag gebilligt werden.
Die „Welt am Sonntag“ berichtet unter Berufung auf interne Unterlagen, in 2025 habe es im gesamten Jahr 100 solcher Vorhaben gegeben. Für 2026 könnten es knapp 150 werden, für 2027 bis zu 170. Für das laufende Jahr ist die Mehrheit der knapp 150 geplanten Großprojekte demnach noch nicht dem Parlament zugeleitet worden.

Bundestag muss Vorhaben genehmigen

Die Vorhaben betreffen alle Teilstreitkräfte und Bereiche der Bundeswehr. Ein Schwerpunkt liegt auf der Beschaffung von Munition. Geplant sind unter anderem weitere Projekte und Verbesserungen für Eurofighter, F-35, Patriot, Iris-T, den Schützenpanzer Boxer, die Bewaffnung der Drohne Heron TP sowie Ausrüstung für Marine, Weltraumaufklärung und militärische Infrastruktur.
Auch neue Geschäfte mit den USA sind vorgesehen. Die genauen Inhalte und Zahlen können sich nach den Planungen noch ändern. Das Ministerium äußert sich nach eigenen Angaben vor der parlamentarischen Befassung nicht zu geplanten Beschaffungsvorhaben.
Grünes Licht für 20 neue Kampfjets im Wert von 3,75 Milliarden Euro. (Archivbild)

Deutscher Kampfjet. (Archivbild)

Foto: Christoph Reichwein/dpa

Rüstungsausgaben nehmen weiter zu

Bis zur Sommerpause waren zuletzt 44 Großprojekte mit einem Gesamtvolumen von knapp 19 Milliarden Euro umgesetzt. Bis Anfang August erteilte das Verteidigungsministerium nach Angaben in der „Welt am Sonntag“ insgesamt knapp 6.400 Aufträge, kleinere Vorhaben eingerechnet. (dts/red)
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Treibstoffpreise in Deutschland: Warum Benzin und Diesel so teuer sind


In Kürze:

  • Hohe Preise: Super kostete am Samstag 2,20 Euro, Diesel 2,22 Euro pro Liter.
  • EU-Vergleich: Deutschland liegt beim Sprit deutlich über dem europäischen Durchschnitt.
  • Steuern: Energiesteuer und CO₂-Preis machen einen erheblichen Teil des Tankstellenpreises aus.
  • Politischer Streit: Grüne und SPD fordern eine Übergewinnsteuer, Wirtschaftsministerin Reiche lehnt sie ab.

 
Die Treibstoffpreise in Deutschland bleiben auf einem hohen Niveau. Die Plattform „Benzinpreis-Aktuell.de“ wies am Samstagmorgen, 15. August, einen bundesweiten Durchschnittspreis für Superbenzin von 2,20 Euro aus. E10 stand bei 2,14 Euro und Diesel bei 2,22 Euro pro Liter.
Für die Woche bis zum 10. August meldete die EU-Kommission einen Durchschnittspreis in Mitgliedsländern von etwa 1,91 Euro für Benzin und 2,01 Euro für Diesel. Damit lag das Preisniveau in Deutschland rund 13 Prozent beziehungsweise etwa 10 Prozent über dem EU-Mittel.
Beim Superbenzin lag Deutschland laut „clever-tanken.de“ in der 33. Kalenderwoche auf Platz vier der teuersten Länder in Europa hinter Dänemark, den Niederlanden und Finnland. Beim Diesel war das Preisniveau in Finnland, den Niederlanden, Frankreich, der Schweiz und Belgien noch höher.

Deutsche Preise für Sprit EU-weit im Spitzenfeld

Zu den günstigsten Ländern der EU bei den Treibstoffpreisen zählen weiterhin Schweden und Malta mit zuletzt 1,31 Euro für Super (Schweden) und 1,21 Euro für Dieselkraftstoff (Malta). Im untersten Bereich finden sich auch Bulgarien, Zypern, Ungarn und Luxemburg. Grund für die niedrigen Preise sind dort hauptsächlich staatliche Interventionen und die Steuerpolitik.
So legt Malta staatliche Höchstpreise für Treibstoffe fest und arbeitet mit Subventionen über den staatlichen Haushalt, um diese zu gewährleisten. Schweden hat seit 2025 die Verpflichtung zur Beimischung von Biokraftstoffen auf das EU-weite Mindestmaß abgesenkt sowie die Kraftstoffsteuer reduziert.

Energiesteuer und CO₂-Preis treiben die Belastung

Die deutsche Bundesregierung hält an ihrer Steuerpolitik auf Treibstoffe fest, nachdem es Anfang Mai für zwei Monate den sogenannten Tankrabatt eingeführt hatte. Bedingt durch die Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel sank der Preis um 14,04 Cent. Seit dem Ende dieser vorübergehenden Maßnahmen sind die Preise deutlich in die Höhe geschossen – beim Benzin teilweise wieder über das Niveau vom April.
Die feste Energiesteuer in Deutschland beträgt 65,45 Cent pro Liter Benzin und 47,04 Cent pro Liter Diesel. Diese Steuer fällt unabhängig von der Höhe des Rohölpreises an. Weitere 15,7 bis 18,6 Cent pro Liter Benzin und 17,3 bis 20,5 Cent pro Liter Diesel entfallen laut ADAC auf die nationale CO₂-Abgabe.
Auf den gesamten Nettopreis einschließlich Energiesteuer kommt eine zusätzliche Belastung von 19 Prozent Mehrwertsteuer. Der gesamte Steueranteil am Treibstoffpreis in Deutschland beträgt laut „Statista“ somit rund die Hälfte des Preises an der Zapfsäule. Das exakte Ausmaß hängt von Faktoren wie Kraftstoff, CO₂-Preis und dem jeweiligen Nettomarktpreis ab.

Niedrigwasser lässt Preis für Treibstoff weiter steigen

Kurzfristig wirken neben dem Irankrieg und dem dadurch beeinflussten Ölpreis auch andere Faktoren preistreibend. Dazu gehört das Niedrigwasser auf dem Rhein, der einen bedeutenden heimischen Transportweg für Öl und Kraftstoffe darstellt. Aufgrund der niedrigen Pegel können Tankschiffe weniger Ladung transportieren – was die Logistikkosten in die Höhe treibt.
Dazu kommen hohe Raffineriemargen und knappere Dieselangebote. Der Internationalen Energieagentur zufolge trugen im Juli höhere saisonale Nachfrage, niedrige Lagerbestände, Produktionsausfälle sowie geringere Exporte aus Russland, dem Nahen Osten und Asien dazu bei. Über die Straße von Hormus wird nicht nur Rohöl transportiert, sondern die Spannungen betreffen auch große Mengen bereits raffinierter Kraftstoffe.
Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge sprach angesichts der hohen Treibstoffpreise diese Woche von „Abzocke“. Sie wirft den Mineralölkonzernen vor, für die erheblichen Belastungen verantwortlich zu sein, und fordert eine Übergewinnsteuer. Damit schließt sie sich einer Forderung von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig an. Die SPD-Politikerin forderte diese Woche neben einer Übergewinnsteuer auch eine Spritpreisbremse.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hingegen hat solche Maßnahmen im Frühjahr als „teuer, wirkungsschwach und verfassungsrechtlich fragwürdig“ bezeichnet.

Tankstellenverband fordert Ende der 12-Uhr-Regel

Der Verband der freien Tankstellen sprach sich diese Woche für ein Ende der 12-Uhr-Regel aus. Einer Umfrage zufolge hatten sich zwei Drittel der befragten Mitgliedsunternehmen für eine vollständige Abschaffung der Regel ausgesprochen.
Ein weiteres knappes Siebtel fordert eine grundlegende Überarbeitung. Verbandschef Carsten Müller erklärt, der Gesetzgeber schaffe dadurch „künstliche Spitzen und Leerzeiten, anstatt den Wettbewerb zu verbessern“. An der Umfrage beteiligten sich 132 Unternehmen mit zusammen mehr als 850 Tankstellen. Das ist rund ein Viertel der Verbandsmitglieder.
Die Bundesregierung hatte die 12-Uhr-Regel zum 1. April diesen Jahres als Entlastungsmaßnahme eingeführt, um die seit dem Irankrieg gestiegenen Preise für Benzin und Diesel unter Kontrolle zu bringen. Die Preise dürfen seitdem einmal täglich um 12 Uhr erhöht werden. Laut einer Kleinen Anfrage habe aus Sicht der Regierung die Maßnahme die „Verlässlichkeit der Preisinformationen für die Endkundinnen und Endkunden“ gestärkt.
Mit Material der Nachrichtenagenturen
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Pflegeversicherung vor dem Kollaps: Was die große Reform für Familien bedeutet

Immer mehr Pflegebedürftige, zu wenige Pflegekräfte und Milliardendefizite – die gesetzliche Pflegeversicherung steht vor großen Herausforderungen. Die Bundesregierung plant deshalb eine große Pflegereform. Für einen ersten Entwurf hat die damalige Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) viel Kritik geerntet – auch weil die Eigenanteile für Pflegebedürftige weiter steigen dürften. Nach dem Kabinettsumbau muss nun Warkens Nachfolger Carsten Linnemann trotz starkem Gegenwind das Vorhaben zu Ende bringen.

Wie funktioniert die Pflegeversicherung?

Die Pflegeversicherung gehört wie die Kranken- und die Rentenversicherung zur Sozialversicherung. Dabei gilt eine Versicherungspflicht: Gesetzlich Versicherte sind automatisch in der gesetzlichen Pflegeversicherung versichert, privat Versicherte müssen eine private Pflegeversicherung abschließen.
Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen paritätisch Beiträge in die gesetzliche Pflegeversicherung ein: Dies sind bundesweit – bis auf Sachsen – jeweils 1,8 Prozent des Bruttolohns. Für Kinderlose gibt es noch einen Zuschlag von 0,6 Prozentpunkten, den nur die Arbeitnehmer zahlen.
Von der Versicherung bekommen Pflegebedürftige Leistungen bezahlt, die unter anderem vom Pflegegrad und der Art der Pflege abhängen. Die Pflegeversicherung ist dabei explizit als Teilversicherung angelegt: Sie übernimmt nur einen Teil der Kosten, zum Beispiel für die Unterbringung in einem Pflegeheim. Den Rest, die sogenannten Eigenanteile, müssen die Betroffenen oder deren Angehörige selbst bezahlen.

Welche Probleme gibt es?

Dem Medizinischen Dienst des Bundes zufolge erhielten Ende 2025 rund sechs Millionen Menschen Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Die Zahl der Pflegebedürftigen hat sich damit in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt und dürfte weiter ansteigen.
Dies liegt daran, dass die Gesellschaft immer älter wird, und dass nach einer Reform im Jahr 2017 mehr Bedürftige erfasst werden. Die Folge sind enorm gestiegene Ausgaben der gesetzlichen Pflegeversicherung: Diese kletterten von rund 24 Milliarden Euro 2013 auf mehr als 73,8 Milliarden im vergangenen Jahr.
In diesem Jahr erwarten die gesetzlichen Krankenkassen ein Defizit von 4,2 Milliarden Euro. Für 2027 geht das Gesundheitsministerium von einem Fehlbetrag von 7,6 Milliarden Euro aus, für das Jahr darauf von über 15 Milliarden Euro.
Immer mehr Bedürftigen stehen gleichzeitig zu wenige Pflegekräfte gegenüber: Bis 2034 könnten bis zu 500.000 Pfleger fehlen, warnte der Deutsche Pflegerat.

Wie viel muss für das Pflegeheim aus eigener Tasche bezahlt werden?

3364 Euro pro Monat müssen Betroffene im Durchschnitt für das erste Jahr im Pflegeheim selbst zahlen. Im zweiten Jahr sind es noch rund 3000 Euro, ab dem vierten Jahr 2100 Euro. Grund sind mit der Aufenthaltsdauer ansteigende Zuschüsse der Pflegeversicherung.
Die sogenannten Eigenanteile steigen seit Jahren kontinuierlich an – seit 2018 um 76 Prozent laut Arbeitgeberverband Pflege. Grund für die Entwicklung ist vor allem eine bessere Bezahlung der Pflegekräfte. Sowohl Verbände als auch Politiker von Opposition und Koalition halten die aktuellen Eigenanteile für nicht mehr tragbar und fordern eine Begrenzung.

Was hat die Regierung unternommen?

Als Notfallmaßnahme hat der Bund die Pflegeversicherung kurzfristig mit Milliardendarlehen stabilisiert: 2025 mit 0,5 Milliarden Euro und 2026 mit 3,2 Milliarden Euro. Dadurch sollten Beitragserhöhungen verhindert werden. Damit ist das grundsätzliche Problem bei der Pflege aber nicht gelöst – dass die Ausgaben viel schneller steigen als die Einnahmen. Deshalb soll eine umfassende Strukturreform kommen.

Was könnte die Reform konkret bedeuten?

Erste Pläne sehen erhebliche Mehrbelastungen für Bedürftige und ihre Angehörigen vor. So sollen die Voraussetzungen für die Einstufung in einen Pflegegrad verschärft werden. Damit dürfte es auch schwieriger werden, überhaupt als pflegebedürftig anerkannt zu werden. Die Regierung erhofft sich davon geringere Ausgaben für die Pflegeversicherung.
Deren Zuschüsse zu den Heimkosten sollen zudem zeitlich gestreckt werden. Damit würde es länger dauern, bis die Betroffenen von den schrittweise steigenden Zuschüssen profitieren. Die Folge wären zumindest anfangs noch höhere Eigenanteile. Umgekehrt könnte die Pflegeversicherung Ausgaben in Milliardenhöhe sparen.
Besonders ältere Menschen sollten genügend trinken. (Archivbild).

Pflegestation. (Archivbild).

Foto: Elisa Schu/dpa

Was würde sich für Familien und Kinderlose ändern?

Wie in der Krankenversicherung geplant soll auch bei der Pflege die beitragsfreie Mitversicherung eingeschränkt werden: Ab 2028 sollen Versicherte für bisher beitragsfrei versicherte Ehegatten oder Lebenspartner einen Beitragszuschlag in Höhe von 0,52 Prozentpunkten zahlen. Ausnahmen davon sind bei der Betreuung kleiner Kinder oder der Pflege von Angehörigen geplant.
Mehr zahlen sollen künftig über eine Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze Gutverdienende sowie Kinderlose. Bei Letzteren soll der Beitragszuschlag um nochmals 0,1 Prozentpunkte auf dann insgesamt 0,7 Prozent steigen. (afp/red)
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Pflegeversicherung vor dem Kollaps: Was die große Reform für Familien bedeutet

Immer mehr Pflegebedürftige, zu wenige Pflegekräfte und Milliardendefizite – die gesetzliche Pflegeversicherung steht vor großen Herausforderungen. Die Bundesregierung plant deshalb eine große Pflegereform. Für einen ersten Entwurf hat die damalige Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) viel Kritik geerntet – auch weil die Eigenanteile für Pflegebedürftige weiter steigen dürften. Nach dem Kabinettsumbau muss nun Warkens Nachfolger Carsten Linnemann trotz starkem Gegenwind das Vorhaben zu Ende bringen.

Wie funktioniert die Pflegeversicherung?

Die Pflegeversicherung gehört wie die Kranken- und die Rentenversicherung zur Sozialversicherung. Dabei gilt eine Versicherungspflicht: Gesetzlich Versicherte sind automatisch in der gesetzlichen Pflegeversicherung versichert, privat Versicherte müssen eine private Pflegeversicherung abschließen.
Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen paritätisch Beiträge in die gesetzliche Pflegeversicherung ein: Dies sind bundesweit – bis auf Sachsen – jeweils 1,8 Prozent des Bruttolohns. Für Kinderlose gibt es noch einen Zuschlag von 0,6 Prozentpunkten, den nur die Arbeitnehmer zahlen.
Von der Versicherung bekommen Pflegebedürftige Leistungen bezahlt, die unter anderem vom Pflegegrad und der Art der Pflege abhängen. Die Pflegeversicherung ist dabei explizit als Teilversicherung angelegt: Sie übernimmt nur einen Teil der Kosten, zum Beispiel für die Unterbringung in einem Pflegeheim. Den Rest, die sogenannten Eigenanteile, müssen die Betroffenen oder deren Angehörige selbst bezahlen.

Welche Probleme gibt es?

Dem Medizinischen Dienst des Bundes zufolge erhielten Ende 2025 rund sechs Millionen Menschen Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Die Zahl der Pflegebedürftigen hat sich damit in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt und dürfte weiter ansteigen.
Dies liegt daran, dass die Gesellschaft immer älter wird, und dass nach einer Reform im Jahr 2017 mehr Bedürftige erfasst werden. Die Folge sind enorm gestiegene Ausgaben der gesetzlichen Pflegeversicherung: Diese kletterten von rund 24 Milliarden Euro 2013 auf mehr als 73,8 Milliarden im vergangenen Jahr.
In diesem Jahr erwarten die gesetzlichen Krankenkassen ein Defizit von 4,2 Milliarden Euro. Für 2027 geht das Gesundheitsministerium von einem Fehlbetrag von 7,6 Milliarden Euro aus, für das Jahr darauf von über 15 Milliarden Euro.
Immer mehr Bedürftigen stehen gleichzeitig zu wenige Pflegekräfte gegenüber: Bis 2034 könnten bis zu 500.000 Pfleger fehlen, warnte der Deutsche Pflegerat.

Wie viel muss für das Pflegeheim aus eigener Tasche bezahlt werden?

3364 Euro pro Monat müssen Betroffene im Durchschnitt für das erste Jahr im Pflegeheim selbst zahlen. Im zweiten Jahr sind es noch rund 3000 Euro, ab dem vierten Jahr 2100 Euro. Grund sind mit der Aufenthaltsdauer ansteigende Zuschüsse der Pflegeversicherung.
Die sogenannten Eigenanteile steigen seit Jahren kontinuierlich an – seit 2018 um 76 Prozent laut Arbeitgeberverband Pflege. Grund für die Entwicklung ist vor allem eine bessere Bezahlung der Pflegekräfte. Sowohl Verbände als auch Politiker von Opposition und Koalition halten die aktuellen Eigenanteile für nicht mehr tragbar und fordern eine Begrenzung.

Was hat die Regierung unternommen?

Als Notfallmaßnahme hat der Bund die Pflegeversicherung kurzfristig mit Milliardendarlehen stabilisiert: 2025 mit 0,5 Milliarden Euro und 2026 mit 3,2 Milliarden Euro. Dadurch sollten Beitragserhöhungen verhindert werden. Damit ist das grundsätzliche Problem bei der Pflege aber nicht gelöst – dass die Ausgaben viel schneller steigen als die Einnahmen. Deshalb soll eine umfassende Strukturreform kommen.

Was könnte die Reform konkret bedeuten?

Erste Pläne sehen erhebliche Mehrbelastungen für Bedürftige und ihre Angehörigen vor. So sollen die Voraussetzungen für die Einstufung in einen Pflegegrad verschärft werden. Damit dürfte es auch schwieriger werden, überhaupt als pflegebedürftig anerkannt zu werden. Die Regierung erhofft sich davon geringere Ausgaben für die Pflegeversicherung.
Deren Zuschüsse zu den Heimkosten sollen zudem zeitlich gestreckt werden. Damit würde es länger dauern, bis die Betroffenen von den schrittweise steigenden Zuschüssen profitieren. Die Folge wären zumindest anfangs noch höhere Eigenanteile. Umgekehrt könnte die Pflegeversicherung Ausgaben in Milliardenhöhe sparen.
Besonders ältere Menschen sollten genügend trinken. (Archivbild).

Pflegestation. (Archivbild).

Foto: Elisa Schu/dpa

Was würde sich für Familien und Kinderlose ändern?

Wie in der Krankenversicherung geplant soll auch bei der Pflege die beitragsfreie Mitversicherung eingeschränkt werden: Ab 2028 sollen Versicherte für bisher beitragsfrei versicherte Ehegatten oder Lebenspartner einen Beitragszuschlag in Höhe von 0,52 Prozentpunkten zahlen. Ausnahmen davon sind bei der Betreuung kleiner Kinder oder der Pflege von Angehörigen geplant.
Mehr zahlen sollen künftig über eine Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze Gutverdienende sowie Kinderlose. Bei Letzteren soll der Beitragszuschlag um nochmals 0,1 Prozentpunkte auf dann insgesamt 0,7 Prozent steigen. (afp/red)