Category: wissen
In Kürze:
- Bereits in den 1960er-Jahren wies ein US-Amerikaner nach, dass Pflanzen über eine Art Bewusstsein verfügen.
- Lange Zeit galt diese Annahme als falsch, da sich die Testergebnisse nicht reproduzierbar waren.
- Heute ist klar: Pflanzen können Gedankenlesen, ohne Nervenzellen kommunizieren und ohne Gehirn lernen oder sich erinnern.
Gedankenlesen im Pflanzenreich?
Backster ging in seinen Versuchen noch weiter: Er erwog, ein Blatt der Pflanze anzuzünden, um deren Reaktion zu testen. Noch bevor er jedoch ein Streichholz entzündete, schlug die Nadel des Lügendetektors heftig aus. Das aufgezeichnete Signal glich den Reaktionen, die bei Menschen in Angst- oder Stresssituationen gemessen werden.
Seine Beobachtungen hielt Backster später in dem Buch „Primary Perception“ fest. Er stellte die These der sogenannten „primären Wahrnehmung“ auf. Darunter verstand er die Idee, dass Bewusstsein nicht an ein zentrales Nervensystem gebunden ist, sondern bereits auf zellulärer Ebene existiert. Nach seiner Auffassung verfügen selbst Pflanzen über eine bislang nicht definierte Form der Wahrnehmung.

Cleve Backster testet seine Zimmerpflanze mit einem Lügendetektor.
Foto: gemeinfrei
In der Wissenschaft stießen seine Behauptungen auf breite Ablehnung. Fachleute kritisierten die Methoden scharf, da sich die Effekte bei unabhängigen Wiederholungsversuchen nicht reproduzieren ließen.
Backster führte diese Fehlschläge darauf zurück, dass Pflanzen auf die tatsächliche Haltung des Beobachters reagierten: Eine skeptische oder unbeteiligte Einstellung der Forscher habe seiner Ansicht nach die feinfühlige Wahrnehmung der Pflanzen blockiert.
Er argumentierte, dass Pflanzen nicht wie klassische Messobjekte in einem Labor funktionieren. Nach seiner Theorie reagierten die Pflanzen direkt auf die echten Absichten und Gefühle der anwesenden Menschen. Wenn Wissenschaftler ein Experiment nur durchführten, um seine Thesen zu widerlegen oder die Pflanze skeptisch zu beobachten, spürte die Pflanze diese Distanz oder Täuschung und „blockierte“ oder zeigte keine Reaktionen mehr. Nur bei echter, authentischer Absicht, so Backsters Begründung, ließen sich die Signale messen.
Kommunikation ohne Nervenzellen
Auch wenn Backsters Thesen von der Fachwelt verworfen wurden: Dass Pflanzen miteinander kommunizieren, ist heute keine Vermutung mehr, sondern gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis. Sie besitzen zwar keine Neuronen, tauschen aber dennoch problemlos Informationen aus – etwa um sich vor Gefahren zu warnen.
Frisst eine Raupe an einem Blatt, setzt die Pflanze laut Untersuchungen den Botenstoff Glutamat frei. Dieser Neurotransmitter spielt auch im menschlichen Nervensystem eine zentrale Rolle. Das Glutamat löst innerhalb der Pflanze eine Kettenreaktion aus: Noch unbeschädigte Pflanzenteile werden so über die Verletzung informiert und können Abwehrmechanismen aktivieren.
Darüber hinaus senden Pflanzen auch Warnsignale an ihre Umgebung. Bei einem Schädlingsbefall geben sie flüchtige chemische Verbindungen an die Luft ab. Benachbarte Pflanzen nehmen diese Signale wahr und bereiten sich ebenfalls darauf vor, den drohenden Angriff abzuwehren.

Werden Pflanzen von Schädlingen angegriffen, senden sie Warnsignale für andere Pflanzen aus.
Foto: Heiko119/iStock
Vom Skeptizismus zur wissenschaftlichen Tatsache
Im Jahr 1983 dokumentierte der Forscher David Rhoades als Erster, dass Pflanzen Warnsignale über die Luft übertragen können. Anfänglich stieß auch er auf erheblichen Widerstand in der Fachwelt – vor allem, weil das Phänomen völlig neu war und beinahe wie Fantasie klang. Im Laufe der Zeit wurde seine Theorie jedoch gründlich überprüft, bestätigt und schließlich in wissenschaftlichen Studien bei mehr als 30 verschiedenen Pflanzenarten erfolgreich nachgewiesen.
Einen visuellen Beweis lieferte 2023 ein japanisches Forschungsteam: Mithilfe spezieller Videotechnik filmten die Wissenschaftler, wie eine gesunde Pflanze flüchtige chemische Stoffe einer beschädigten Nachbarpflanze registrierte. Innerhalb von Sekunden löste dieser Kontakt interne Alarmsignale aus, die sich von einem Blatt über die gesamte Pflanze ausbreiteten.
Neueste Experimente belegen zudem, dass der Informationsaustausch nicht nur auf chemischem Weg funktioniert: Pflanzen nutzen für ihre Kommunikation auch elektrische Signale.
Pflanzen mit Gedächtnis?
Einige Arten scheinen zudem über gewisse kognitive Fähigkeiten zu verfügen. Ein bekanntes Beispiel ist die Venusfliegenfalle: Untersuchungen zeigen, sie schnappt keineswegs reflexartig zu, sobald ein Objekt sie berührt. Stattdessen registriert und verarbeitet die Pflanze die Signale, bevor sie ihre Falle schließt.
Im Inneren der Klappfalle sitzen winzige Auslösehaare. Wird nur ein einzelnes Haar berührt, passiert zunächst nichts. Erst eine zweite Berührung innerhalb von 15 bis 20 Sekunden führt dazu, dass die Falle zuschnappt.
Doch selbst im geschlossenen Zustand beginnt die Verdauung nicht sofort. Die Pflanze prüft zunächst, ob sie tatsächlich ein lebendes Insekt gefangen hat. Während sich die Beute im Inneren wehrt, löst sie die Auslösehaare wiederholt aus. Erst nach etwa fünf Reizen beginnt die Venusfliegenfalle mit der Ausschüttung von Verdauungsenzymen.
Die Pflanze zählt die mechanischen Impulsmuster somit effektiv mit. Auf Basis dieser Informationen trifft sie eine zweckmäßige Reaktion – und das völlig ohne Gehirn oder zentrales Nervensystem.

Nahaufnahme einer zersetzten Fliege in halb geöffneter Venusfliegenfalle.
Foto: Andreas Häuslbetz/iStock
Kalkuliertes Risiko im Wurzelreich
Dass Pflanzen verfeinerte Überlebensstrategien nutzen, zeigt auch ein Experiment mit Erbsenpflanzen. Forscher teilten das Wurzelsystem einzelner Pflanzen auf zwei verschiedene Töpfe auf. Während ein Topf gleichmäßig mit Nährstoffen versorgt wurde, schwankte das Angebot im zweiten Topf stark – auch wenn die Nährstoffmenge im Durchschnitt in beiden Töpfen identisch war.
Die Wissenschaftler wollten beobachten, in welchen Topf die Pflanze mehr Energie für neues Wurzelwachstum investieren würde. Dabei zeigte sich ein erstaunliches Verhalten:
Reichte die stabile Nährstoffquelle im ersten Topf problemlos zum Überleben aus, ging die Pflanze auf Nummer sicher und verstärkte dort ihr Wurzelwachstum. War die verlässliche Versorgung jedoch dauerhaft zu gering, änderte die Pflanze ihre Strategie. Sie ging ein kalkuliertes Risiko ein und verstärkte das Wurzelwachstum im Topf mit dem schwankenden Angebot. Sie zog somit die Chance auf ausreichende Nahrung der Gewissheit einer Mangelsituation vor.
Die Forscher schlussfolgerten daraus, dass Pflanzen über eine Form von „Risikosensibilität“ verfügen – ein Entscheidungsverhalten, das verblüffend an die Logik von Anlegern auf dem Finanzmarkt erinnert.
Töne aus dem Ultraschallbereich
Pflanzen reagieren jedoch nicht nur auf mechanische Reize oder chemische Signale: Untersuchungen zeigen, dass sie unter Stress sogar Töne erzeugen. Was Menschen als absolute Stille in der Natur wahrnehmen, könnte für viele Tierarten daher in Wahrheit eine recht geräuschvolle Kulisse sein.
Eine Studie aus dem Jahr 2023 belegt, dass dehydrierte oder verletzte Pflanzen Klickgeräusche von sich geben. Diese Töne liegen im Ultraschallbereich, verbreiten sich über die Luft und lassen sich mit Spezialmikrofonen aufzeichnen. So registrierten Forscher bei einer unterversorgten Tomatenpflanze etwa 35 Klicks pro Stunde. Gut gewässerte Pflanzen blieben hingegen nahezu stumm.
Die Töne erwiesen sich als so spezifisch, dass ein KI-Modell allein anhand des Geräuschmusters erkennen konnte, ob die Pflanze unter Wassermangel litt oder beschädigt worden war.
Als Ursache vermuten die Wissenschaftler ein physikalisches Phänomen namens Kavitation: Dabei bilden sich im Wassertransportsystem der Pflanze winzige Dampfblasen, die schließlich platzen. Für das menschliche Gehör sind diese Frequenzen zwar unhörbar, für Insekten und andere Tiere jedoch gut wahrnehmbar. Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass etwa Motten diese Signale gezielt nutzen: Bei der Eiablage meiden sie gestresste Pflanzen und steuern bevorzugt gesunde Exemplare an.

Gestresste und schwache Pflanzen geben für den Menschen unhörbare Klickgeräusche ab.
Foto: Tatiana Dyuvbanova/iStock
Lernfähig ohne Gehirn
Dass Pflanzen Reize nicht nur verarbeiten, sondern auch aus Erfahrungen lernen können, zeigte ein Experiment aus dem Jahr 2014. Die Forscherin Monica Gagliano und ihr Team untersuchten dazu die Mimose (Mimosa pudica) – eine Pflanze, die bekannt dafür ist, bei der kleinsten Berührung schlagartig ihre Blätter zusammenzufalten.
Für die Studie ließen die Wissenschaftler im Topf gezogene Mimosen wiederholt aus geringer Höhe auf ein weiches Kissen fallen. Für die Pflanze war dieser Sturz zwar eine unerwartete, aber völlig harmlose Erschütterung. Zu Beginn faltete die Mimose nach jedem Sturz ihre Blätter ein. Nach mehreren Wiederholungen schwächte sich die Reaktion jedoch ab, bis die Pflanze schließlich nicht mehr ihre Blätter faltete. Sie hatte offenbar gelernt, dass von dem Reiz keine Gefahr ausging, und sparte sich den Energieaufwand.

Mimosen falten bei Berührung gewöhnlich ihre Blätter ein.
Foto: JokoHarismoyo/iStock
Wurde die Pflanze jedoch einem anderen, unbekannten Reiz ausgesetzt, faltete sie ihre Blätter erneut zusammen. Als das Team das ursprüngliche Fall-Experiment einen Monat später wiederholte, zeigte sich der Gewöhnungseffekt noch immer: Die Pflanze reagierte weiterhin gelassen.
Für die Forscher war dies ein starkes Indiz für eine Art von Langzeitgedächtnis. Sie schlussfolgerten, dass Lern- und Erinnerungsprozesse keineswegs an tierische Gehirne oder Nervensysteme gebunden sind. Komplexe neuronale Netzwerke seien zwar eine hochentwickelte Lösung der Natur, eine zwingende Voraussetzung für Lernfähigkeit scheinen sie laut den Studienergebnissen jedoch nicht zu sein.
In Kürze:
- Laut einer Hypothese könnte im Weltall eine für uns unsichtbare Spiegelwelt existieren.
- Sich dabei verwandelnde Elementarteilchen könnten so Erscheinungen wie die Dunkle Materie erklären.
- Physiker aus der Schweiz sind dieser Idee nachgegangen und haben dafür 25 Milliarden ultrakalten Neutronen untersucht.
- In ihrem Experiment konnten die Forscher keine Verwandlung in Spiegelneutronen feststellen und halten die Hypothese daher für unwahrscheinlich.
Die Suche nach dem Unmöglichen?
Keine Hinweise auf eine Spiegelwelt gefunden
In Kürze:
- Heute herrscht das heliozentrische Weltbild mit seiner Sonne im Mittelpunkt vor, das mit dem preußischen Astronomen Nikolaus Kopernikus verbunden wird.
- Die Kopernikanische Wende sorgte mit der Abkehr vom seit Jahrtausenden etablierten, geozentrischen Weltbild für große Aufregung.
- Tatsächlich war die Idee aus dem 16. Jahrhundert keine neue, sondern hatte ihre Wurzeln in der Antike.
Ein starres Modell

Die Büste von Aristoteles aus Marmor ist die römische Kopie eines griechischen Bronze-Originals.
Foto: gemeinfrei
Verrückte Welt mit Lücken

Das Schema zeigt die Bewegung eines Planeten nach der Epizykeltheorie.
Foto: gemeinfrei
Drei Astronomen auf der Spur der Wahrheit

Vergleich des geozentrischen Weltbildes (o.) und des heliozentrischen Weltbildes (u.).
Foto: gemeinfrei
Ideen der Zeit voraus
In Kürze:
- „Was ist Zeit?“ ist eine der ältesten Fragen, der Menschen seit mehr als 2.000 Jahren nachgehen.
- Ein britischer Forscher hat in seinem Labor ein kleines Universum erschaffen und erstmals Zeit ohne Uhr gemessen.
- Anhand 24.000 ultrakalter Atome erkannte er, dass Zeit vorwärts und langsamer laufen, aber auch stillstehen kann – je nachdem, wie viel Aufmerksamkeit wir ihr schenken.
Die Frage aller wissenschaftlichen Fragen

Für Albert Einstein war Musik ein wichtiger Teil in seinem Leben. Nicht nur ihr Empfinden, sondern auch ihre zeitliche Abfolge ist relativ.
Foto: gemeinfrei
Besitzt das Universum so etwas wie Zeit?

Giovanni Barontini, Professor für Physik an der Universität Birmingham, hat in seinem Labor ein „Mini-Universum“ erschaffen und erstmals Zeit ohne Uhr gemessen.
Foto: University of Birmingham
Mini-Universum im Labor

Die „Wolke“ im Inneren der Glaszelle ist eine magnetooptische Falle für Atome. Hier herrschen Temperaturen von etwa 0,0001 Grad über dem absoluten Nullpunkt.
Foto: University of Birmingham
Die drei Phasen der Zeit
- floss Entropie, also nahm die Streuung der Teilchen im hellen Bereich zu oder ab, lief die Zeit vorwärts
- verlangsamte sich der Austausch der Atome, verlangsamte sich auch die Uhr
- erreichten beide Hälften ein Gleichgewicht, also gab es keinen Entropiefluss mehr, stand die Zeit still
Zeitgefühl erklärt durch Unwissenheit oder Schrödingers Katze
In Kürze:
- Vor rund 2.000 Jahren entstand in Ägypten mit dem Heronsball eine frühe Form der Dampfmaschine.
- Der Entwickler der sogenannten Aeolipile war Heron von Alexandria, auf den auch die Erfindung von Wasserorgeln und münzbetriebenen Automaten zurückgeht.
- Zwar nutzte die „Windkugel“ das Prinzip der Dampfkraft, doch als Energiequelle oder zum Antrieb im eigentlichen Sinne kam sie wahrscheinlich nie zum Einsatz.
Entwickelt in einer antiken Ideenschmiede

Die Zeichnung des 9. Jhs. soll den antiken Mathematiker und Ingenieur Heron von Alexandria zeigen.
Foto: gemeinfrei
Die Kunst, eine Kugel zum Drehen zu bringen

Schematische Zeichnung des Heronsballs aus dem Jahr 1876.
Foto: gemeinfrei
Kuriosum ohne praktischen Nutzen?
Nachbau eines Heronsballs in einem griechischen Museum.
Aus einem Prinzip wird eine Dampfmaschine

Aufbau und Prinzip der Newcomen Dampfmaschine.
Foto: gemeinfrei
In Kürze:
- Ein Solar-Teleskop auf Hawaii entdeckt kleine Wirbel auf der Sonnenoberfläche.
- Forscher werten das als Anzeichen von Instabilitäten im Sonnenplasma.
- Die Entdeckung soll dazubeitragen explosive Sonnenausbrüche besser zu verstehen.
Kleinste sichtbare Wirbel auf der Sonne
„Das ist an der Grenze dessen, was selbst das weltgrößte Sonnenteleskop und modernste Simulationen leisten können“, weiß Michiel van Noort vom MPS.

Beobachtungen des Inouye Solar Telescope (o.l., u.l.) zeigen eine „bemerkenswerte Übereinstimmung“ mit Simulationen von Kelvin-Helmholtz-Instabilitäten (o.r., u.m.), einem universellen physikalischen Phänomen, das auftritt, wenn benachbarte Flüssigkeits- oder Gasschichten sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen. Eine simulierte Karte des Magnetfeldes an der Sonnenoberfläche (u.r.) bestätigt, dass diese Prozesse die Grenzen der magnetischen Elemente physikalisch krümmen und verformen.
Foto: NSF/NSO/AURA/HAO
Instabilitäten im Sonnenplasma
Verdrillte Magnetfeldlinien an der Grenze des heute Sichtbaren
„Die Auswertungen zeigen zudem, dass die Mini-Wirbel magnetisiertes und nicht magnetisiertes Plasma an der Sonnenoberfläche effizient vermischen. Dies könnte dazu beitragen, dass sich das Magnetfeld von der Oberfläche rasch in die Atmosphäre der Sonne ausbreitet.„Die neu entdeckten Plasmawirbel zeigen auf beeindruckende Weise, wie kleinste Prozesse – an der Grenze dessen, was wir mit allen Mitteln der Kunst auflösen können – maßgeblich das Wesen unseres Sterns bestimmen.“
In Kürze:
- Heute Abend schiebt sich der Neumond vor die Sonne und erzeugt eine Sonnenfinsternis.
- Ein schmaler Streifen von Oviedo an der spanischen Atlantikküste bis Mallorca verschwindet bis knapp zwei Minuten in totaler Dunkelheit.
- In weiten Teilen Europas lässt sich eine partielle Sonnenfinsternis beobachten.
- Von Deutschland aus gesehen, schiebt sich der Mond ab kurz nach 19:00 Uhr vor die Sonne und wird sie – je nach Standort – zu 84 bis 90 Prozent verdecken.
- Sowohl die Europäische Weltraumagentur ESA als auch die NASA senden aus Nordspanien live.
Wettrennen um Betten und Brillen

Von Oviedo im Norden bis Palma de Mallorca ist die totale Sonnenfinsternis sichtbar.

Der Mondschatten wird mit rund 2.500 Kilometer pro Stunde – über 40 Kilometer pro Minute – über Spanien ziehen, bevor der sich im Mittelmeer mit dem Sonnenuntergang trifft und verschwindet.
Nicht mit bloßen Augen in die Sonne schauen
Es bleibt eine schmale Sichel

Verlauf und Sichtbarkeit der Sonnenfinsternis am 12. August 2026.
Foto: Grzegorz Nykiel/Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Der beste Blick: in Deutschland, in Spanien, auf dem Sofa
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Sonne und Mond kehren zurück
In Kürze:
- Eine Sonnenfinsternis sorgt seit jeher für Staunen und Furcht bei den Menschen – auch bei den Gebildeten und Gewöhnlichen des Römischen Reiches.
- Zwar kannten sie die kosmische Ursache des Naturphänomens, aber dennoch glaubten sie, dass ihnen damit die Götter eine Botschaft vermitteln wollten.
- Römische Politiker deuteten sie oft als schlechte Omen, Missfallen der Götter oder ungünstige Zeitpunkte für ihre Bestrebungen.
Frühe Erforschung der Sonnenfinsternis

Das Werk von Pierre Brébiette (1598–1650) zeigt zwei Philosophen beim Beobachten einer Finsternis.
Foto: gemeinfrei
Zeichen der Götter
Sonnenfinsternis aus der Sicht römischer Politiker

Das Relief am Konstantinsbogen in Rom zeigt den römischen Sonnengott Sol mit seinem Himmelswagen.

Zur Zeit der Kreuzigung Jesu soll sich eine Sonnenfinsternis ereignet haben.
Foto: Timacoch/iStock
Die Erfahrung der einfachen Menschen

Das Gemälde „Astronomen beobachten eine Sonnenfinsternis“ von Antoine Caron (1521–1599).
Foto: gemeinfrei
„Die gute alte Zeit“ – war sie auch gut für die Lebensmittelproduktion?
Die Grüne Revolution
Die Wurzeln des Ökolandbaus
Sind Biolebensmittel gesünder?
Haben die Rückstände in Obst und Gemüse abgenommen?
- Es wurden mehr als 9.000 Lebensmittelproben analysiert.
- Rund 99 Prozent der Proben lagen innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte.
- Das gesundheitliche Risiko durch Pestizidrückstände wird von der EFSA als niedrig eingestuft.
Nicht nur die Anbaumethode
- Bodengesundheit
- Sortenauswahl
- Reifegrad bei der Ernte
- Lagerdauer
- Frische des Produkts
In Kürze:
- Europas häufigste Schnecken verwenden ihren Schleim in Variationen – und dafür ein Protein, das wir aus dem menschlichen Körper kennen.
- Die Bänderschnecke nutzt ihn zur Fortbewegung, zur Haftung, zum Schutz oder zur Verteidigung.
- Seine Entschlüsselung könnte zur Entwicklung umweltfreundlicher Klebstoffe, funktioneller Beschichtungen oder medizinischer Materialien beitragen.
Auf den Spuren des Schneckenschleims
„Schneckenschleim mag auf den ersten Blick unscheinbar wirken, ist aber ein unglaublich vielseitiges Material“, sagte Franziska Jehle, Wissenschaftlerin am MPIKG.

Auch Bänderschnecken mögen zuweil an Erdbeeren naschen. Forscher machen derweil einen langen Hals, um den Schneckenschleim zu untersuchen
Foto: Olha Haletska/iStock
Überraschung aus dem Baukasten der Natur
Mögliche Anwendungen der Schnecken-„Technologie“
„Natürliche Materialien erzielen mit wenigen Bausteinen eine enorme Vielfalt an Funktionen. Wenn wir die Prinzipien dahinter verstehen, ist das für die Entwicklung nachhaltiger Materialien von großer Bedeutung.“
In Kürze:
- Um das Jahr 2030 soll die Mobilfunkgeneration 6G starten. Vorbereitung und Forschung laufen weltweit.
- Der neue Standard soll das Funknetz zugleich zum „Radar“ machen. Potenziell wird damit jedes funkfähige Gerät ein aktives Ortungsgerät.
- Die deutsche Datenschutzkonferenz vergleicht die Eingriffstiefe mit einer nicht wahrnehmbaren Videoüberwachung.
- Erfasst würde auch, wer kein Gerät bei sich trägt. Eine wirksame Einwilligung halten die Behörden für ausgeschlossen.
Wie ISAC funktioniert

Aus winzigen Unterschieden im reflektierten Schall kann eine Fledermaus ermitteln, wo sich ein Hindernis befindet. Radar, ISAC und WLAN-Sensing funktionieren auf ähnliche Art und Weise. Die Unterschiede liegen in Detailtiefe, Durchdringung und von welchen Geräten die Funkwellen ausgehen, aufgefangen und ausgewertet werden.
Foto: Petteri Aimonen, gemeinfrei
Wozu die Technik gedacht ist
Was sich darüber hinaus erkennen lässt
Das eigentliche Problem: Niemand kann zustimmen
Warum jetzt – und warum in Europa?
USA und China: Wettlauf mit anderen Prioritäten
Ein technischer Gegenentwurf aus Dresden
In Kürze:
- Das älteste Seismoskop, ein Gerät zur Erkennung von Erdbeben, wurde 132 n. Chr. von dem chinesischen Universalgenie Zhang Heng gebaut.
- Laut Schriftquellen zeigte der Apparat in Form eines Bronzegefäßes im Jahr 138 die Richtung eines über 400 Kilometer entfernten Erdbebens korrekt an.
- Möglich macht dies ein ausgeklügeltes, bis heute teils unerklärtes Schwingsystem im Inneren des Gefäßes, das einen Drachen eine Kugel speien und in das Maul einer Kröte fallen lässt.

Nachbau eines Seismoskops von Zhang Heng in einem Museum für chinesische Kultur im kanadischen Calgary.
Der Zeit voraus

Replik des Seismoskops von Zhang Heng im Museum von Macau.
Zhang Heng: Ein frühes Universalgenie

Gedenkstatue von Zhang Heng an seinem Grab im chinesischen Nanyang.
Beben in Hunderten Kilometern Entfernung erkannt
Die erste Seite des Buches „Hou Hanshu“, in dem vieles über die Geschichte des Alten Chinas überliefert ist.
Foto: gemeinfrei
Wie funktionierte das Seismoskop?

Vereinfachte Konstruktionszeichnung des Seismoskops von Zhang Heng.
Foto: gemeinfrei
Vom Seismoskop zum Seismografen
Sind alle Wespenarten gefährlich?

Auge in Auge mit einem Stück Apfelkuchen?
Foto: thamerpic/iStock
Was provoziert Wespen?
Wie gefährlich sind ihre Stiche?
Was schützt vor Wespen?
Darf man Nester selbst entfernen?

Wespen stehen in Deutschland unter Artenschutz und bewohnte Nester dürfen laut Bundesnaturschutzgesetz nicht ohne Not entfernt werden.
Foto: Freila/iStock
In Kürze:
- Neue UFO-Akten mit Berichten über ungewöhnliche Flugobjekte.
- Mehrere Zeugen beschreiben riesige schwarze Dreiecke mit Lichtern.
- Ein historischer Bericht aus Brasilien erwähnt einen angeblich toten Besatzungsangehörigen.
Abgestürzter Metallballon und rätselhafte „Geisterraketen“
US-Militär rätselt über unbekannte Flugobjekte
Mysteriöse Dreiecksobjekte über Afghanistan und Colorado

Ein Angehöriger des US-Militärs berichtete, 2002 über dem Flugplatz Bagram in Afghanistan ein dreiecksförmiges Flugobjekt gesehen zu haben, das die Sterne verdunkelte.
Foto: US-Kriegsministerium
In Kürze:
- Am 12. August verdunkelt der Neumond die Sonne. Über Teilen von Grönland, Island und Spanien, einschließlich Mallorca, zeigt sich dies als totale Sonnenfinsternis.
- Weltweit wiederholt sich ein derartiges Himmelsspektakel etwa alle 18 Monate, über Deutschland jedoch erst im Jahr 2081 wieder.
- Während der knapp zweiminütigen Totalität kann die 1 Million Grad heiße Sonnenkorona gesehen werden – und womöglich gleichzeitig Sternschnuppen.
- Der direkte Blick in die Sonne kann das Augenlicht unmittelbar und dauerhaft schädigen. Zertifizierte Sonnenfilter sind um ein Vielfaches dunkler als improvisierte Lösungen.
Sonnenfinsternis, Sonnenuntergang, Sternschnuppen
Mit 2.500 Kilometern pro Stunde nach Spanien
Ein kosmischer Reigen
Eine Finsternis alle 18 Monate – aber erst 2081 wieder über Deutschland
1 Million Grad heißes Plasma und Reste eines Kometen
Beim direkten Blick in die Sonne drohen augenblicklich Schäden

Ferngläser oder Feldstecher ermöglichen die risikoarme Beobachtung der Sonnenfinsternis, solange sie ausschließlich als Projektoren dienen. Wer direkt hindurch sieht, riskiert dauerhafte Augenschäden! Dennoch sollte auch die Projektion zeitlich begrenzt bleiben, da sich die Optik ebenfalls erhitzt und Schaden nehmen kann.
Foto: ts/Epoch Times
1.000-mal dunkler als eine Sonnenbrille
In Kürze:
- Katzen sind das häufigste Haustier in Deutschland – noch vor Hunden: Knapp 16 Millionen Samtpfoten lebten 2025 in deutschen Haushalten.
- Von sanft-verschmust bis kratzig-zerstörerisch: Das Verhalten einer Katze stellt ihre Besitzer nicht selten vor Rätsel
- Lautmalerisch äußern sich Katzen durch Miauen und Schnurren, Knurren, Fauchen oder Jaulen. Vor allem ersteres prägt den Umgang mit Menschen.
- Das Schnurren einer Katze verrät hingegen mehr über die Persönlichkeit einer Katze.
„Menschen achten vor allem auf das Miauen, weil Katzen diese Laute hauptsächlich gegenüber uns einsetzen“, erklärt Danilo Russo, Erstautor der Studie. „Aber nachdem wir die akustische Struktur genau untersucht hatten, stellte sich das gleichmäßige Schnurren als das bessere Mittel zur Identifikation verschiedener Individuen heraus.“
Ja, sie verstehen uns uneingeschränkt.
Ja, sie verstehen uns, ignorieren uns aber.
Ja, aber nur teilweise.
Nein, sie verstehen uns nicht.
„Beleidigte“ Katzen brauchen Geduld

Eine „Glückskatze“ mit dem für sie typischen dreifarbigen Fell wartet auf die Rückkehr ihres Besitzers. Unglückliche Katzen kehren ihrem Besitzer oft den Rücken zu. Typisch ist die körperliche Anspannung. Die Ohren sind leicht seitlich nach hinten gezogen. Der Schwanz peitscht oder liegt eng am Körper an. Anstelle des wohligen Schnurrens ist bei Annäherungsversuchen ein leises Grollen oder Fauchen möglich.
Foto: ablokhin/iStock
Verängstigung erfordert Freiraum

Auch verängstigte Katzen leiden unter Stress und verstecken sich gern, beispielsweise unter Möbeln. Ihre Haltung ist geduckt, der Kopf zwischen den Schultern, während der Schwanz eng am Körper liegt und oft eingerollt ist. Mit großen Augen, weiten Pupillen und angelegten Ohren beobachtet sie aus sicherem Abstand die Situation.
Foto: Iryna Olkhova/iStock
Katzenbuckel bei Bedrohung

Hier ist Vorsicht geboten. Hochkonzentriert beobachtet die Katze ihre Umgebung. Eine Katze, die sich bedroht fühlt, bringt ihr Unwohlsein mit Katzenbuckel und gesträubtem Fell auf dem Rücken zur Geltung. Dadurch wirkt sie größer. Selbst der Schwanz sträubt sich, was ihm auch die Bezeichnung „Flaschenbürste“ einbringt. Oft liegen die Ohren eng an, die Pupillen sind geweitet.
Foto: Scrofula/iStock
Hunger fokussiert

Dieser Blick ist unmissverständlich: „Ich habe Hunger!“ Die Katze sitzt erwartungsvoll vor ihrem Futternapf, den sie mit den Augen fokussiert – oder ihren Besitzer, Ohren nach vorn, der Schwanz hochgetragen.
Foto: Lightspruch/iStock
Neugier spitzt Ohren und Schnurrhaare

So ein Wassertropfen ist gar nicht so leicht zu fassen. Neugierige Katzen untersuchen einen Gegenstand indem sie den Kopf interessiert nach vorn strecken. Auch Ohren und Schnurrhaare sind vorwärts ausgerichtet, während der Schwanz nach oben steht. Die Kontaktaufnahme erfolgt oft mit Pfote oder Nase.
Foto: Nils Jacobi/iStock
Müdigkeit braucht Vorbereitung und zeigt Entspannung

Ein schattiger Platz im Garten ist ein guter Ort für ein Nickerchen. Die Katze liegt entspannt seitlich, sodass der Bauch sichtbar ist.
Foto: chendongshan/iStock

Halb im Schlaf dehnt sich die Katze gemächlich. Der Schwanz liegt locker, die Augen sind halb geschlossen, Ohren zeigen seitlich oder nach vorn.
Foto: Scrofula/iStock
Schnurren als Therapie
„Die Schnurfrequenzen entsprechen den Schwingungs- beziehungsweise elektrischen Frequenzen, die bei Behandlungsmethoden für Knochenwachstum und Knochenbrüche, Schmerzen, Ödemen, Muskelwachstum und -verspannung, Beweglichkeit der Gelenke, Atemnot sowie Wunden zum Einsatz kommen“, so die Forscherin aus North Carolina.
In Kürze:
- Über 15 Millionen Katzen machen sie zum häufigsten Haustier Deutschlands, noch vor dem Hund.
- Die älteste Beziehung zwischen Mensch und Samtpfote reicht bis in die Steinzeit zurück.
- Heute ist bekannt, dass die Hauskatze von der Afrikanischen Wildkatze abstammt.
- Erst um das Jahr 0 breitete sich der domestizierte Stubentiger mit den Römern in Europa aus.
Der wilde Vorfahre unserer Katze

Die Afrikanische Wildkatze (Felis lybica lybica), auch Falbkatze genannt, ist der Vorfahre unserer Hauskatzen.
Foto: slowmotiongli/iStock
Samtpfoten auf dem Weg nach Europa

Eine Leopardkatze (Prionailurus bengalensis), auch Bengalkatze genannt.
Heiliger Stubentiger

Ob sich Katzen ihrer göttlichen Behandlung im Alten Ägypten noch immer bewusst sind?
Die Katze in China: Das einzige Tier mit Seele
Helfer des Teufels und der Jungfrau Maria
Auf die Katz’ gekommen
In Kürze:
- In mehreren Ländern in Europa mussten Kernkraftwerke ihre Leistung herunterfahren.
- Als Grund werden Erwärmung von Flüssen und Niedrigwasser aufgrund sommerlicher Temperaturen genannt.
- Auch andere Kraftwerksarten arbeiten mit Dampfturbinen und benötigen Kühlung, sind aber viel seltener von Drosselungen betroffen.
- Entscheidend sind der Aufbau des Kühlsystems und unterschiedliche Regularien.
- Die letzte hitzebedingte Drosselung eines Großkraftwerks in Deutschland geschah 2018.
Drosselungen auch bei anderen Kraftwerksarten
Höhere Temperaturen in anderen Ländern
Bauweise ist entscheidend

Schematischer Aufbau eines Kernkraftwerks mit Druckwasserreaktor. Sichtbar ist der Primärkreis im Reaktorgebäude, der Sekundärkreis ins Maschinenhaus und der Tertiärkreis für das Kühlwasser mit Fluss und/oder Kühlturm.
Foto: San Jose, Niabot, CC BY 3.0
1. Kühlung mit Fluss- oder Meerwasser
2. Kühlung (fast) ohne Fluss- oder Meerwasser
Aktuell keine Abschaltung in Deutschland
Wie können künftig KKW-Abschaltungen vermieden werden?
In Kürze:
- Batteriespeicher sollen bei der deutschen Energiewende die Lösung für Hellbrisen darstellen.
- Mehr Batteriespeicher könnten niedrige Marktwerte wieder anheben und Preisspitzen am Strommarkt dämpfen.
- Laut dem Fraunhofer-Institut hätten 20 Gigawatt zusätzliche Speicherleistung im vergangenen Jahr 3,9 Milliarden Euro gespart.
- Zuletzt legten Speicher deutlich zu, der Ausbau bleibt aber weit hinter dem ermittelten Bedarf der Studie zurück.
- Einen möglichen Ausweg können Batteriespeicher an bestehenden Windkraft- und Solaranlagen darstellen. Sie kommen ohne neuen Netzanschluss aus.
Ein Problem: Hellbrisen
- Starke Abregelungen: Um die Netze nicht zu überlasten, müssen Netzbetreiber immer häufiger Windkraft- und Solaranlagen per Fernzugriff drosseln oder komplett abschalten. Diese Maßnahmen gehören zum sogenannten Redispatch.
- Extreme Preise: Der Börsenstrompreis fällt auf oder sogar unter null Euro. Zu Sonnenuntergang entstehen häufig positive Preisspitzen durch Strommangel. Dadurch entsteht eine für Deutschland ungünstige Kostenbilanz beim Stromhandel mit dem Ausland.
- Hohe Kosten: Die betriebswirtschaftliche Grundlage wird durch sinkende Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zunehmend schwieriger.
- Sinkende Marktwerte.


























































































































