Categories
etplus gesellschaft kultur ticker

25 alltägliche Wunder, die man nicht immer so wahrnimmt

„Der späte G. K. Chesterton sagt in einem Lebensrückblick, er habe seit jeher die Überzeugung gehabt, ‚die fast mystische Überzeugung von dem Wunder in allem, was existiert, und von der aller Erfahrung wesenhaft innewohnenden Entzückung‘“, schrieb Josef Pieper in „Glück und Kontemplation“.
Der deutsche Philosoph sah tiefgreifende Weisheit und Wahrheit in Chestertons Beobachtung. Er fuhr fort: „Diese herzhafte Formulierung besagt mehreres: Jedes Ding birgt und verbirgt auf seinem Grunde ein göttliches Ursprungszeichen; wer es zu Gesicht bekommt, ‚sieht‘, daß dieses und alle Dinge über jegliches Begreifen ‚gut‘ sind; er sieht es und ist glücklich.“
Dennoch kann es schwierig sein, dieses Wunder zu erkennen, das in allen Dingen existiert. Wir werden mit dem Leben vertraut, und es verliert seinen Glanz. Routine dämpft unsere Aufmerksamkeit für das Wunderbare.
Um dieses Gefühl des Staunens und das Bewusstsein für das Außergewöhnliche im Gewöhnlichen wiederzuerwecken, gibt es hier 25 Fakten.

Wenn sterbende Sterne wiedergeboren werden

Sowohl die Implosion von Sternen als auch deren Verschmelzung lösen Fusionsreaktionen aus, die Unmengen von Edelmetallen und schweren Elementen in den interstellaren Raum freisetzen.
Sterbende Sterne liefern die Rohmaterialien, die benötigt werden, um alles zu erschaffen, was wir im Universum sehen. Es ist ein kosmischer Prozess von Tod und Wiedergeburt. Im Grunde genommen sind wir Sternenstaub.

Die Erde, fein abgestimmt auf das Leben

Die Erde ist in vielerlei komplexer Hinsicht fein auf das Leben abgestimmt. Als sie entstand, herrschten genau die richtigen Bedingungen, um Leben zu ermöglichen. Auf der Erdkruste waren Stickstoff und Phosphor in den richtigen Mengen vorhanden. Zudem erzeugt der Erdkern ein Magnetfeld, das die Erde vor schädlichen Sonnenpartikeln und kosmischer Strahlung schützt.
Die Erde verfügt außerdem über die magische Flüssigkeit, die wir als Wasser bezeichnen – und die gar nicht so häufig vorkommt, wie man vielleicht denken könnte. Wasser ist für die chemischen Prozesse, die das Leben ermöglichen, unerlässlich. Schließlich befindet sie sich in Bezug auf die Sonne in der sogenannten „Goldlöckchen-Zone“, der bewohnbaren Zone eines Sterns, die weder zu heiß noch zu kalt ist.
Die Erdatmosphäre, das Magnetfeld und der reichliche Vorkommen von flüssigem Wasser sorgen gemeinsam dafür, dass der Planet Leben ermöglicht. Foto: NASA

Die Erdatmosphäre, das Magnetfeld und das reichliche Vorkommen von flüssigem Wasser sorgen gemeinsam dafür, dass der Planet Leben ermöglicht.

Foto: NASA

Der Soundtrack des Universums

Die Alten glaubten an eine wunderschöne und harmonische Musik, die als Ausdruck der Ordnung des Universums durch den Weltraum strahlt. Wie sich herausstellte, ist die „Sphärenmusik“ nicht nur eine poetische Idee oder ein bloßer Mythos. Tatsächlich bewegen sich viele Resonanzen und Radiowellen, die für das menschliche Ohr unhörbar sind, durch den Weltraum.
Moderne wissenschaftliche Geräte können einige dieser Wellen in hörbaren Schall umwandeln. Der tiefste je entdeckte Ton (57 Oktaven unter dem mittleren C) stammt aus dem supermassereichen Schwarzen Loch im Kern von NGC 1275, einer Galaxie im Perseus-Haufen.

Der Herzschlag der Erde

Objekte im Weltraum sind nicht die einzigen Dinge, die kosmische Klänge erzeugen. Auch die Erde „singt“.
Die Schumann-Resonanz ist eine Reihe von elektromagnetischen Resonanzen, die durch Blitze im Hohlraum zwischen der Erde und der Ionosphäre erzeugt werden. Sie wird manchmal als „Herzschlag der Erde“ beschrieben. Erste Forschungsergebnisse deuten sogar darauf hin, dass die Schumann-Resonanz eine wohltuende Wirkung auf die menschliche Gesundheit haben könnte.
Wissenschaftlern ist es gelungen, Protonen dazu zu bringen, in einem „Teilchen-Hymnus“ „wie eine Glocke zu läuten“, wie sie es kurz nach dem Urknall getan haben könnte. Jeden Morgen geht die Sonne auf, und wir erleben eine kleine Auferstehung, wenn aus einem Zustand der Unbewusstheit neues Leben zurückkehrt.

Nein, der Mond ist nicht grau

Der Mond weist auf seiner Oberfläche mehr Farben auf, als das menschliche Auge wahrnehmen kann.
Der Mond, geheimnisvoller Erd-Trabant. Foto: voraorn/iStock

Der Mond, geheimnisvoller Erd-Trabant.

Foto: voraorn/iStock

Die Neigung der Erdachse verursacht die Jahreszeiten

Die Jahreszeiten leiten sich aus der 23,5-Grad-Achsenneigung der Erde ab. Das führt dazu, dass Sonnenlicht einige Teile des Globus direkter trifft als andere.
Dieser Bereich verschiebt sich mit der Bewegung der Erde um die Sonne.

Das Geheimnis der unsterblichen Qualle

Man nennt sie die „Unsterbliche Qualle“ („Immortal Jellyfish“) oder wissenschaftlich „Turritopsis dohrnii“. Wenn dieses Lebewesen verletzt wird oder ausgehungert ist, kehrt es in ein früheres Lebensstadium zurück, anstatt zu sterben.
Bei ungünstigen Bedingungen oder Stress kann die adulte Turritopsis dohrnii ihre adulten Zellen wieder in Jugendzellen umwandeln. Dieser Prozess, die sogenannte Transdifferenzierung, ermöglicht es der Qualle, ihren Lebenszyklus neu zu beginnen. Foto: Bachware , CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Bei ungünstigen Bedingungen oder Stress kann die adulte Turritopsis dohrnii ihre adulten Zellen wieder in Jugendzellen umwandeln. Dieser Prozess, die sogenannte Transdifferenzierung, ermöglicht es der Qualle, ihren Lebenszyklus neu zu beginnen.

Das Wunder der Kolibris

Der Rubinkehlkolibri ist ein Winzling in der Vogelwelt. Bei einer Größe von rund 8 Zentimetern wiegt er gerade einmal 3 Gramm – so viel wie eine 2-Cent-Münze. Doch er ist ein Hochgeschwindigkeitsathlet in der Natur.
Sein kleines Herz schlägt 20 Mal pro Sekunde, und dieses wunderschöne Vöglein vermag es, seine Flügel mit einer Frequenz von 50 Schlägen pro Sekunde in der Form einer Acht zu bewegen. Dabei kann er nicht nur auf der Stelle „schweben“, sondern auch vorwärts, rückwärts oder kopfüber fliegen.
Wer jetzt denkt, dass der kleine Kerl solche Höchleistung nur kurzfristig erzielen kann, wird eines Besseren belehrt. Der Rubinkehlkolibri schreckt auch nicht vor Langstreckenflügen zurück. Er kann durchaus bis zu 800 Kilometer ohne Zwischenlandung zurücklegen.

Hörst du die Bäume flüstern?

Es ist nicht nur eine erschreckend schöne Vorstellung aus J. R. R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“: Bäume sprechen wirklich miteinander. Die Ökologin Suzanne Simard entdeckte, dass Bäume Informationen und Nährstoffe über ein unterirdisches Netzwerk aus gitterartigen Pilzen austauschen.
In einigen Fällen nutzen die Bäume dieses Netzwerk sogar, um „Warnungen“ zu senden, nach Verwandten zu suchen oder Nährstoffe an andere Bäume zu übertragen, bevor sie sterben.
Unterirdische Pilznetzwerke verbinden Bäume und ermöglichen ihnen den Austausch von Nährstoffen und chemischen Signalen. Foto: audioundwerbung/iStock

Unterirdische Pilznetzwerke verbinden Bäume und ermöglichen ihnen den Austausch von Nährstoffen und chemischen Signalen.

Foto: audioundwerbung/iStock

Licht lässt Blumen blühen

Temperatur- und Lichtsignale aktivieren ein Pflanzenhormon namens Florigen, das in den Blättern produziert und zu den Triebspitzen transportiert wird.
Dann beginnt die Blume mit der Bildung von Blütenknospen.

Oktopusse sind wie Außerirdische

Oktopusse haben keine Knochen. Was sie haben, sind drei verschiedene Herzen, kupferbasiertes blaues Blut und Minigehirne in ihren Tentakeln.
Oktopusse können die Farbe und Beschaffenheit ihrer Haut verändern, um sich ihrer Umgebung anzupassen. Foto: IlyaAMT/iStock

Oktopusse können die Farbe und Beschaffenheit ihrer Haut verändern, um sich ihrer Umgebung anzupassen.

Foto: IlyaAMT/iStock

Fotosynthese verwandelt Licht in Energie

Überall um uns herum ist der Prozess der Fotosynthese ständig am Werk. Grüne Pflanzen wandeln Lichtenergie in chemische Energie um. Sie produzieren auch Kohlenhydrate aus Kohlendioxid und einer Wasserstoffquelle.

Bäume, zahlreicher als Sterne in der Galaxy

Es gibt mehr Bäume auf der Erde als Sterne in der Galaxie. Sie alle arbeiten daran, unsere Luft zu reinigen.

Das ältestes Restaurant ist über 300 Jahre alt

Das älteste Restaurant der Welt steht in Spaniens Hauptstadt Madrid. Doch es hat noch eine Besonderheit: Im Küchenofen des „Sobrino de Botín“ brennt seit 300 Jahren eine Flamme – ohne Unterbrechung. Während Napoleon, der Spanische Bürgerkrieg und auch COVID-19 kamen und gingen, die Flamme blieb – und sie brennt immer noch.
03. März 2014 – Das „Sobrino de Botín“ (Calle de los Cuchilleros, 17) – das älteste Restaurant der Welt (1725) – wurde von dem Franzosen Jean Botín gegründet. Ernest Hemingway besuchte das „Botín“ auf seinen Reisen nach Spanien häufig. Foto: znm/iStock

3. März 2014: Das „Sobrino de Botín“ (Calle de los Cuchilleros, 17), das älteste Restaurant der Welt (1725), wurde von dem Franzosen Jean Botín gegründet. Ernest Hemingway besuchte das „Botín“ auf seinen Reisen nach Spanien häufig.

Foto: znm/iStock

Wie David gegen Goliath

Im Juni 1694, in der Schlacht von Hodów (in der heutigen Ukraine), errichteten 400 Soldaten der Adelsrepublik Polen-Litauen eilig provisorische Befestigungen auf offenem Feld, um sich den anrückenden 40.000 Krimtataren entgegenzustellen.
Sie hielten nicht nur die Stellung, sondern zwangen die Angreifer sogar zum Rückzug. Mit einer Quote von – je nach Quelle – 100 : 1 war dies einer der unaugeglichensten Kämpfe der Geschichte, bei dem die zahlenmäßig deutlich unterlegene Seite siegte.

Babys sind ein wahres Wunder

Babys wachsen von der Empfängnis bis zur Geburt in ihrer Zellzahl beziehungsweise biologischen Masse um einen Milliardenfaktor. Doch irgendwie scheinen all diese sich vermehrenden Zellen im Körper eines Säuglings ganz genau zu wissen, wie sie sich ausrichten müssen, um ein Herz, ein Gehirn, zwei Augen, zwei Nieren, zwei Hände, zwei Füße und den ganzen übrigen Körper zu bilden.
Obwohl das Baby bekanntlich kein Meerestier ist, entwickelt es sich neun Monate lang im Fruchtwasser seiner Mutter. Erst dann „betritt“ es das Tageslicht und beginnt mit seinen kleinen Lungen den Sauerstoff in der Luft zu atmen. Dieser unvergleichlich komplexe Prozess, hat sich schon viele Milliarden Male in der Menschheitsgeschichte wiederholt.
Babys kommen mit 300 Knochen zur Welt, erwachsene Menschen hingegen nur mit 206. Viele der zusätzlichen Knochen bestehen aus Knorpel, um die Geburt zu erleichtern. Später verschmelzen sie zu den 206 Knochen eines Erwachsenen. Foto: Irina Gutyryak/iStock

Babys kommen mit 300 Knochen zur Welt, Erwachsene hingegen haben nur 206. Viele der zusätzlichen Knochen bestehen aus Knorpel, um die Geburt zu erleichtern. Später verschmelzen sie zu den 206 Knochen eines Erwachsenen.

Foto: Irina Gutyryak/iStock

Die Organisation des menschlichen Körpers

Wussten Sie, dass es 7.000.000.000.000.000.000.000.000.000 (~ 7 x 10²⁷) Atome erfordert – alle an ihrem richtigen Platz –, um Ihren Körper zu bilden?

Gehirne sind besser als Technologie?

Die 86 Milliarden Neuronen in Ihrem Gehirn verarbeiten in 30 Sekunden mehr Informationen als das Hubble-Weltraumteleskop in 30 Jahren. Zudem vermag das Gehirn 200 Exabytes an Informationen zu speichern.

Ihre DNA erstreckt sich über Galaxien hinweg

Würde man die gesamte DNA in Ihrem Körper von einem Ende zum anderen ausstrecken, würde sie sich über eine Entfernung von 10 Milliarden Meilen erstrecken.
Wie Bill Bryson in „Der Körper: Eine Anleitung für Insassen“ (Originaltitel: „The Body: A Guide for Occupants“) schreibt: „Es ist genug von Ihnen vorhanden, um das Sonnensystem zu verlassen. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes kosmisch.“ (x0132There is enough of you to leave the solar system. You are in the most literal sense cosmic.x0147)

Die Heilkraft von Musik

Musik aktiviert das gesamte Gehirn, setzt Endorphine frei, lindert Schmerzen und kann den Zugang zu verlorenen Erinnerungen wiederherstellen. In Shakespaers „Viel Lärm um nichts“ (englischer Originaltitel: „Much Ado About Nothing“) sagt die Figur Benedikt in Bezug auf ein gängiges Material für die Saiten von Musikinstrumenten: „Ist es nicht seltsam, daß Schafdärme die Seele aus eines Menschen Leibe ziehn können?“
Detail aus Johann Sebastian Bachs Manuskript mit dem zweiten Satz „Air“ aus der Orchestersuite Nr. 3. Foto: Unbekannt, gemeinfrei

Detail aus Johann Sebastian Bachs Manuskript mit dem zweiten Satz „Air“ aus der Orchestersuite Nr. 3.

Gute Beziehungen bringen Gesundheit und Glück

Der größte Indikator für ein glückliches und gesundes Leben ist nicht Ruhm oder Geld, sondern die Qualität Ihrer Beziehungen. Das hat die längste Studie über menschliches Glück herausgefunden, die jemals durchgeführt wurde.
Starke soziale Beziehungen stehen in einem nachweislichen Zusammenhang mit besserer körperlicher Gesundheit und höherer Lebenserwartung. Foto: Jacob Wackerhausen/iStopck

Starke soziale Beziehungen stehen in einem nachweislichen Zusammenhang mit besserer körperlicher Gesundheit und höherer Lebenserwartung.

Foto: Jacob Wackerhausen/iStock

Unsere Herzen können sich synchronisieren

Wenn sich zwei Liebende in die Augen schauen, synchronisieren sich ihre Herzfrequenzen. Und das Betrachten eines Bildes eines geliebten Menschen lindert körperliche Schmerzen.

Was denken Sie über Nahtoderfahrungen (NTE)?

Etwa 15 Prozent der Patienten auf Intensivstationen berichten über Nahtoderfahrungen. Beim Vergleich und der Analyse verschiedener NTEs wurden einige gemeinsame Merkmale festgestellt: Sinneswahrnehmung außerhalb des physischen Körpers, das Durchqueren eines Tunnels, die Begegnung mit mystischem Licht, eine Rückschau auf das eigene frühere Leben und die Begegnung mit verstorbenen geliebten Menschen.
Menschen, die von NTEs berichten, bezeugen oft Ereignisse, von denen sie unmöglich hätten wissen können – es sei denn, sie wären von ihren physischen Körpern getrennt gewesen.
Nahtoderfahrungen deuten auf eine weitere Dimension des Mysteriums von Leben und Tod hin. Foto: bestdesigns/iStock

Nahtoderfahrungen geben einen Einblick in eine weitere Dimension des Mysteriums von Leben und Tod.

Foto: bestdesigns/iStock

Ehrfurcht liegt in unserer Reichweite

Laut Dacher Keltners Buch „Awe: The New Science of Everyday Wonder and How It Can Transform Your Life“ (zu Deutsch etwa: „Ehrfurcht: Die neue Wissenschaft des alltäglichen Staunens und wie sie Ihr Leben verändern kann) sind Erfahrungen, die Ehrfurcht hervorrufen, nicht schwer zu erlangen. Über die Teilnehmer seiner Forschung schrieb Keltner:
„Menschen erleben Ehrfurcht zwei- bis dreimal pro Woche, das ist alle paar Tage einmal. Sie finden das Außergewöhnliche im Gewöhnlichen: die Großzügigkeit eines Freundes gegenüber einer obdachlosen Person auf der Straße; den Duft einer Blume; den Anblick eines belaubten Baumes, dessen Licht und Schatten auf dem Gehweg spielt; das Hören eines Liedes, das sie zurückversetzt in die Zeit ihrer ersten Liebe … Alltägliche Ehrfurcht.“

„People experience awe two to three times a week, that’s once every couple of days. They find the extraordinary in the ordinary: a friend’s generosity to a homeless person in the streets; the scent of a flower; looking at a leafy tree’s play of light and shadow on a sidewalk; hearing a song that transported them back to a first love … Everyday awe.“

Ehrfurcht zu fühlen macht uns glücklicher

Ehrfurcht zu erfahren – eine überwältigende Emotion des Staunens, der Angst und der Begeisterung angesichts von etwas Schönem und Mächtigem – hat tatsächlich nachweisbare physiologische Wirkungen. Die Forschung deutet darauf hin, dass Erfahrungen von Ehrfurcht uns glücklicher, gesünder und sozial stärker verbunden machen. Sie kann uns sogar dabei helfen, altruistischer zu handeln.
Wie der letzte Punkt auf dieser Liste zeigt, ist Ehrfurcht ein entscheidender Aspekt des menschlichen Lebens. Von der Schönheit bewegt und in uns selbst versunken zu sein – sei es eine Blume, ein Stern, ein geliebter Mensch, oder das Universum selbst –, was könnte zutiefst menschlicher sein als das? Was könnte erfüllender sein?
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „25 Everyday Miracles to Inspire Awe“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
Categories
meinung

10 Sekunden, die Ihren Tag verändern können … und Ihr Leben

Im Jahr 1997 erhielt der US-amerikanische TV-Moderator und Pfarrer Fred Rogers, bekannt als Mister Rogers aus der Kindersendung „Mister Rogers’ Neighborhood“, für sein Lebenswerk einen Emmy Award. Seine Dankesrede war 153 Wörter lang. Hier ist die Rede, die Sie auch heute noch auf YouTube ansehen können:
„So viele Menschen haben mir geholfen, diesen Abend zu erleben. Einige von euch sind hier, einige sind weit weg, einige sind sogar im Himmel. Wir alle haben besondere Menschen, die uns mit Liebe ins Leben hineinbegleitet haben. Würden Sie sich einfach zusammen mit mir 10 Sekunden Zeit nehmen, um an die Menschen zu denken, die Ihnen geholfen haben, der zu werden, der Sie sind? An diejenigen, denen Sie am Herzen lagen und die das Beste für Sie im Leben wollten? 10 Sekunden Stille. Ich werde auf die Zeit achten.“
Während der damals 69-Jährige auf seine Uhr schaute, zoomte die Kamera ins Publikum. Mehrere Personen hatten Tränen in den Augen. Und Rogers fuhr fort:
„An wen auch immer Sie gerade gedacht haben – wie glücklich muss diese Person wohl sein, zu wissen, welchen Unterschied sie Ihrer Meinung nach bewirkt hat. Sie wissen, dass genau diese Art Mensch, das Fernsehen unserer Welt bieten kann. Ein besonderer Dank gilt meiner Familie, meinen Freunden und meinen Kollegen bei Public Broadcasting Family Communications sowie dieser Akademie dafür, dass sie mich all die Jahre ermutigt und mir ermöglicht haben, Ihr Nachbar zu sein. Möge Gott mit Ihnen sein. Vielen Dank.“
Obwohl er das Wort nie erwähnte, sprach Rogers natürlich über Dankbarkeit.

Dankbarkeit – eine bescheidene Kardinalstugend

Der römische Philosoph und Staatsmann Cicero sagte einst über Dankbarkeit: „Diese eine Tugend ist nicht nur die größte, sondern auch die Mutter aller anderen Tugenden.“[frei übersetzt]
Mut, Gerechtigkeit und all die anderen Tugenden werden uns als Geschenke anderer zuteil, ebenso wie das Leben, die Freiheit und das Streben nach Glück. Diese drei letzten sind natürliche Grundrechte, aber genau wie die Tugenden haben unsere Vorfahren sie geschützt und bewahrt und an uns weitergegeben. Ihrer Fürsorge gebührt unser Dank.
Dankbarkeit ist das Anerkennen des Guten in unserem Leben, selbst an jenen Tagen, an denen alles durcheinander zu sein scheint. Dankbarkeit ist sozusagen ein Stärkungsmittel für Herz, Seele und Verstand, das uns hilft, diese drei bei guter Gesundheit zu erhalten.
Andererseits wirkt sie auch wie ein kraftvolles Gegenmittel zu Wut oder Frustration, wenn die Dinge schiefgehen. Dankbarkeit kann uns durch einen harten Tag bringen und den nächsten Morgen mit einem Paukenschlag einleiten, wenn wir daran denken, „Danke“ zu sagen.
Wenn Dankbarkeit Mangelware ist, nur sporadisch hervorgerufen wird oder, schlimmer noch, gar nicht vorhanden ist, ist die Welt ein trostloser und viel öderer Ort.

30 Jahre blind gekämpft – und dann …

Das kann ich aus Erfahrung bestätigen. In den ersten 30 Jahren meines Erwachsenenlebens begann ich meine Tage mit einer To-do-Liste und zu schlagenden Schlachten. Sobald ich aus dem Bett war, stürzte ich mich in meine Verpflichtungen und Aufgaben. Ich betrieb zwei Unternehmen, half dabei, vier Kinder aufzuziehen und zu Hause zu unterrichten, und rannte dem Geld hinterher.
Nur selten hielt ich inne, um für meine Frau, meine wunderbaren Kinder, meine Freiheit, mein Leben in Amerika und das Leben selbst dankbar zu sein.
Der bekannte britische Schriftsteller und Journalist G. K. Chesterton hat diese weit verbreitete Einstellung einmal treffend beschrieben: „Wenn es um das Leben geht, ist das Entscheidende, ob man die Dinge als selbstverständlich betrachtet oder sie in Dankbarkeit annimmt.“
Ich betrachtete sie als selbstverständlich.
Das änderte sich schlagartig im Jahr 2004, als meine Frau an einem Gehirn-Aneurysma starb. Ihr Verlust entriss mir meine blinde Selbstgefälligkeit. Es dauerte einige Jahre, doch schließlich wurde die Dankbarkeit für die Menschen und Dinge, die ich liebe, zu einem vertrauten Begleiter.

10 alles verändernde Sekunden

Seit vielen Jahren beginne ich nun jeden Tag mit einem Kaffee und einem gesprochenen Gedanken, der nicht einmal 10 Sekunden dauert: „Danke, Herr, für einen weiteren Tag. Hilf mir, das zu tun, was ich tun soll.“
In letzter Zeit hat dieser Gedanke für mich eine noch tiefere Bedeutung bekommen. Wenn man mein Alter erreicht hat, ist das Wertschätzen eines weiteren Tages kein leeres Gebet mehr.
Diese tägliche Übung hat, glaube ich, mein Leben verändert. Natürlich bin ich manchmal immer noch entmutigt oder niedergeschlagen, aber nicht mehr so wie früher. Einmal verinnerlicht, scheint Dankbarkeit ein fester Bestandteil zu sein, ein Bollwerk gegen die tieferen Verwüstungen vergänglicher Gefühle und Enttäuschungen.

Was die Wissenschaft dazu sagt

Eine Onlinestudie auf der Harvard-Publikationsplattform „Harvard Health Publishing“ untermauert diesen Einzelfallbericht. Die Forscher haben herausgefunden, dass bewusste Dankbarkeit das emotionale Wohlbefinden steigert, das Risiko für Depressionen senkt und sogar günstige kardiovaskuläre Marker liefert.
Für diejenigen, die nicht daran gewöhnt sind, Dankbarkeit zu praktizieren, und dies ändern möchten, empfiehlt der Artikel mehrere Fragen, die sie sich selbst stellen könnten. Hier sind vier davon:
  • Was ist heute Gutes passiert?
  • Was halte ich für selbstverständlich, wofür ich eigentlich dankbar sein könnte?
  • Für welche Menschen in meinem Leben bin ich dankbar?
  • Was war das Freundlichste, das jemand in letzter Zeit gesagt oder getan hat?
Zu dieser Liste können wir eine beliebige Anzahl von Gründen für Dankbarkeit hinzufügen, vom Dach über dem Kopf bis hin zur Wertschätzung des Landes, in dem wir leben. Was den letztgenannten Grund betrifft, so ist die diesjährige Feier zum 250. Jahrestag der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung der perfekte Anlass, um für die vielen Vorteile und Segnungen zu danken, die uns durch das Opfer und die harte Arbeit vergangener Generationen zuteil wurden. [Respektive auf andere Länder anzuwenden, Anm. d. Red.]

Erinnern Sie sich wieder an den Zauber im Leben

Nun zurück zu Chesterton, dem Meister des Aphorismus: „Ich würde behaupten, dass Dank die höchste Form des Denkens ist; und dass Dankbarkeit Glückseligkeit ist, verdoppelt durch Wunder.“
Probieren Sie die Methode von Mr. Rogers einmal aus. Beginnen Sie mit 10 Sekunden, in denen Sie sich an eine Person erinnern, die Ihnen geholfen hat, das zu werden, was Sie sind.
Versuchen Sie es am nächsten Tag erneut, und gehen Sie dann zu anderen Segnungen in Ihrem Leben über. Geben Sie diesem Experiment etwa einen Monat lang täglich 10 Sekunden. Wenn Sie möchten, können Sie es auch drei- oder viermal pro Tag tun – und die Chancen stehen gut, dass sich Ihre Glückseligkeit bald durch Wunder verdoppeln wird.
Der Artikel erschien im Original bei theepochtimes.com mit dem Titel „10 Seconds That May Change Your Day … and Your Life“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)