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Nach der Kettensäge nun die Fußfessel: So will Milei Argentinien vor Verschuldung bewahren


In Kürze:

  • Argentiniens Präsident Milei will strukturell defizitäre Haushalte unmöglich machen.
  • Staatliche Ausgaben werden so lange eingefroren, bis die Bücher wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.
  • Dazu zählen auch Gehälter von Amtsträgern.
  • In Deutschland wäre eine automatische Streichung von Diäten zur Zeit nicht möglich.

 
Der argentinische Präsident Javier Milei hat ein neues Gesetzespaket angekündigt. Ein Mechanismus soll dafür sorgen, dass im Falle einer zu hohen Verschuldung des Staates nicht essenzielle staatliche Ausgaben automatisch eingestellt werden.
Dazu gehört, dass die Gehälter politischer Amtsträger ausgesetzt werden. Das heißt, Politiker auf Bundesebene – vom Präsidenten und Vizepräsidenten über die Minister und Staatssekretäre bis zu sämtlichen Parlamentariern – würden keinen einzigen Peso mehr sehen. Und zwar so lange, bis sie den Haushalt wieder ausgeglichen haben.
Milei nennt das „grillete fiscal“ – oder fiskalische Fußfessel –, die Teil einer dauerhaften Fiskalregel werden soll. Das berichtet das argentinische Nachrichtenportal „parlamentario.com“.

Unterschiede zum amerikanischer „Shutdown“

Seit seinem Amtsantritt hat sich Milei auf die Fahnen geschrieben, die Staatsfinanzen dauerhaft zu stabilisieren und die Inflation einzudämmen.
In einer landesweit ausgestrahlten Fernsehansprache am 30. Juli kündigte der Präsident dazu ein umfangreiches Reformpaket an.
Die „fiskalische Fußfessel“ orientiert sich grob am „Shutdown“ in den USA. In den USA tritt ein „Shutdown“ ein, wenn es keine politische Einigung zwischen Exekutive und Legislative gibt und der Kongress den Haushalt daher nicht verabschieden kann.
„Doch während in den Vereinigten Staaten der Schwerpunkt eher auf der institutionellen Ebene liegt, geht es bei Mileis Vorschlag darum, den Haushaltsüberschuss abzusichern“, erläutert ein Regierungsmitglied der Tageszeitung „La Nacion“.
„Wir wollen um jeden Preis ein Defizit verhindern, denn das ist das große Problem Argentiniens“, so die Quelle weiter. Während der Mechanismus in den Vereinigten Staaten also darauf abzielt, eine Einigung über den Haushalt zu erzwingen, verfolgt die libertäre Regierung in Argentinien eine andere Strategie.
Mit Plänen wie diesem soll der Haushaltsüberschuss durch gesetzliche Mechanismen gesichert werden. „Milei schlägt dies vor, um zu verhindern, dass künftig jemand kommt und sagt: ‚Wir drucken neues Geld‘“, so die Quelle gegenüber „La Nacion“.

Ausnahme bei Renten und Sozialprogrammen

Milei sieht das mangelnde Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben als eine der Hauptursachen für die wirtschaftlichen Probleme Argentiniens in den vergangenen Jahrzehnten.
Eine Verschuldung der Staatshaushalte zahle die Gesellschaft in Form von Steuererhöhungen oder Inflation, so Milei bei der Vorstellung des Entwurfs. Daher sehe er die Notwendigkeit einer Regelung, die die Ordnung der öffentlichen Finanzen vorschreibt.
„Es handelt sich um eine dauerhafte finanzpolitische Regel, die sicherstellen soll, dass Argentinien keinen Haushalt mit Defizit mehr verabschieden oder dauerhaft fortführen kann“, sagte er.
Wenn der Haushalt über mehrere Monate nicht ausgeglichen ist, wird der Staat automatisch abgeschaltet. Sobald alle Haushaltsmittel aufgebraucht sind und kein Geld mehr vorhanden ist, bleibt der Staat so lange abgeschaltet, bis eine Aufstockung des Haushalts beschlossen wird.
Es soll jedoch Ausnahmen geben. Renten, Sozialprogramme, Schuldendienstzahlungen sowie Ausgaben für Sicherheit und Verteidigung sind als essenziell eingestuft und wären von einem „argentinischen Shutdown“ nicht betroffen.
Mileis Gesetzentwurf sieht zudem neue Regeln für die argentinische Zentralbank vor. So soll es strengere Grenzen für die Finanzierung staatlicher Ausgaben durch neu geschaffenes Zentralbankgeld geben, und die Unabhängigkeit der Notenbank soll zusätzlich garantiert werden.

Grundgesetz sichert feste Entschädigung

In Deutschland ist eine automatische vorläufige Streichung oder Aussetzung von Politikergehältern bei Haushaltsdefiziten rechtlich nicht vorgesehen. Abgeordnete haben gemäß Artikel 48 Absatz 3 des Grundgesetzes „Anspruch auf eine angemessene, ihre Unabhängigkeit sichernde Entschädigung“.
Zudem wurde die vom Grundgesetz vorgesehene Schuldenbremse wiederholt durch sogenannte „Sondervermögen“, Notlagenbeschlüsse und kreditfinanzierte Nebenhaushalte umgangen.
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Abgasnorm behindert Löscharbeiten: Französische Feuerwehr fordert Ausnahme bei AdBlue


In Kürze:

  • AdBlue reduziert die Emissionen moderner Dieselmotoren.
  • Der Motor nimmt ohne den Harnstoff keinen Schaden, verursacht aber höhere Emissionen.
  • Viele Motorsteuergeräte reduzieren daher die Leistung, wenn der Vorrat zur Neige geht, oder schalten in einen Notlaufmodus.
  • Für die Feuerwehr wird die Abgasnorm so zu einem Hindernis bei der Brandbekämpfung in Frankreich:
  • Damit Fahrer AdBlue nachfüllen können, müssen sie den Einsatzort verlassen.

 
Zu einem Zeitpunkt, an dem Waldbrände in Europa an Intensität gewinnen, hat die Feuerwehr des aktuell stark betroffenen französischen Departements Gironde bei Bordeaux eine technische Debatte wiederbelebt: die Diskussion um AdBlue, jenes Abgasreinigungssystem, das in vielen neueren Dieselmotoren verpflichtend verbaut ist.
Marc Vermeulen, Leiter der regionalen Rettungskräfte, forderte eine Ausnahmegenehmigung, damit die Einsatzfahrzeuge bei Brandeinsätzen weniger stark durch die EU-Vorschrift eingeschränkt werden.

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Dahinter steht, dass Rettungsfahrzeuge, die bei Bränden im Einsatz sind, Vorschriften unterliegen, die für den normalen Straßenverkehr konzipiert wurden. Ihre Einsätze finden jedoch unter außergewöhnlichen Umständen statt: Zeitdruck, über mehrere Stunden oder Tage hinweg und manchmal in abgelegenen Gebieten.
Dabei handelt es sich um kein theoretisches Problem. In den von der lokalen und nationalen Presse gesammelten Erfahrungsberichten erklären Feuerwehrleute, dass es vorkommt, dass ihre Fahrzeuge die Brandfront verlassen müssen, um AdBlue nachzufüllen oder einen technischen Defekt überprüfen zu lassen.
Vor dem Hintergrund der raschen Ausbreitung der Flammen wird eine solche Unterbrechung als Zeitverlust empfunden, der sich unmittelbar nachteilig auf die Effizienz der Rettungsmaßnahmen auswirkt.
Die Generaldirektion für Zivilschutz räumte ein, dass sich das System unter bestimmten Einsatzbedingungen als „sehr einschränkend“ erweisen könne. Da es sich um eine EU-Norm handelt, betreffen die Einschränkungen prinzipiell auch deutsche Rettungskräfte.

Ein System zur Emissionsreduzierung

AdBlue ist eine Lösung aus entmineralisiertem Wasser und Harnstoff, die in die Abgase von Dieselmotoren eingespritzt wird, um Stickoxide zu reduzieren. Das Ziel ist ökologischer Natur: Es soll die von schweren Nutzfahrzeugen verursachte Umweltbelastung gemäß den europäischen Normen begrenzt werden.
Bei den betroffenen Fahrzeugen muss neben Kraftstoff auch AdBlue regelmäßig aufgefüllt werden; andernfalls kann die Motorsteuerung die Leistung reduzieren, in einen Notlaufmodus wechseln oder den Dienst gänzlich verweigern.
Dieser Mechanismus wurde entwickelt, um sicherzustellen, dass ein Motor innerhalb seiner Abgasreinigungsparameter bleibt. Bei einem Feuerwehrfahrzeug, das über viele Stunden im Einsatz ist, lässt sich diese Logik jedoch nur schwer umsetzen.
Medienberichten zufolge können bestimmte Fahrzeuge stark in ihrer Leistung eingeschränkt werden oder ganz ausfallen, wenn der AdBlue-Füllstand zu niedrig ist oder wenn das elektronische System eine Störung feststellt.

Rettungskräfte fordern Ausnahmeregelung

Der Nationale Verband der französischen Feuerwehr hat eine „Notfallanpassung“ der für Rettungsfahrzeuge geltenden Normen gefordert. Für die Vertreter der Feuerwehr ist die Priorität klar: Es müsse gewährleistet sein, dass robuste Fahrzeuge jederzeit einsatzbereit sind, und ohne unnötige technische Unterbrechungen an der Brandstelle bleiben können.
Vermeulen, der Leiter der Rettungskräfte der Gironde, vertrat in seinen jüngsten Äußerungen dieselbe Linie. Er ist überzeugt, dass Feuerwehrfahrzeuge nicht wie herkömmliche Lkw behandelt werden sollten, da ihr Einsatz weitaus strengere Auflagen mit sich bringt. Die Feuerwehrleute weisen daher darauf hin, dass ein Fahrzeug, das zum Auftanken oder wegen einer Panne aus dem Einsatz genommen wird, die Kapazität zur Brandbekämpfung in einem kritischen Moment beeinträchtigen kann.
Die Zivilschutzbehörde seinerseits relativiert das Bild. Sie weist darauf hin, dass gemeinsam mit den staatlichen Stellen Arbeiten aufgenommen wurden, um geeignete Lösungen zu prüfen. Gleichzeitig versichert man, dass bislang keine flächendeckenden Funktionsstörungen festgestellt wurden. Die Behörde plädiert daher für eine technische Anpassung, anstatt das Prinzip der Abgasnormen an sich infrage zu stellen.

Ein Spannungsfeld zwischen zwei Erfordernissen

In der Debatte stehen sich zwei öffentliche Ziele gegenüber, die schwer miteinander in Einklang zu bringen sind. Einerseits bleibt die Reduzierung von Schadstoffemissionen eine Anforderung der öffentlichen Gesundheit und der Umweltpolitik. Andererseits fordern die Rettungsdienste, dass ihre Fahrzeuge in erster Linie auf Notfälle, extreme Mobilität und die Aufrechterhaltung des Einsatzes auch in Krisensituationen ausgelegt sind.
Tatsächlich bestreiten die Feuerwehrleute nicht den allgemeinen Nutzen des AdBlue-Systems bei Serienfahrzeugen. Sie sind jedoch der Ansicht, dass dessen strikte Anwendung bei Feuerwehrfahrzeugen eine unverhältnismäßige Belastung darstellen kann, wenn es darum geht, Brände zu bekämpfen.
Dieser Artikel erschien im Original auf epochtimes.fr unter dem Titel „L’AdBlue, cette norme antipollution qui devient une contrainte pour les pompiers pour éteindre les feux“. (deutsche Bearbeitung: ts)
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Social-Media-Verbot: EU will Zugang von Kindern zu sozialen Medien beschränken

Die EU-Kommission will den Zugang von Kindern zu Social-Media-Plattformen einschränken, ein Vorschlag dazu soll nach dem Sommer vorgelegt werden.
„Unsere Kinder brauchen Zeit in der realen Welt. Zeit zum Spielen, Zeit, um Freundschaften zu schließen, Zeit, um Fehler zu machen. Zeit, um ihre eigene Identität und Persönlichkeit zu entwickeln, bevor stattdessen ein Algorithmus sie prägt“, sa…