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Mehr als 90 wichtige Bahnprojekte in Deutschland in Gefahr

Mehr als 90 Bahnprojekten in verschiedenen Planungsphasen sowie einigen bereits im Bau befindlichen Projekten droht einem Medienbericht zufolge der Stillstand. Der Grund: der Bund stellt nicht ausreichend Geld bereit.
Es seien auch Projekte von überragendem öffentlichen Interesse bedroht, berichtet das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“. Es beruft sich auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen zum Stand von Neu- und Ausbauprojekten.

Zu geringe Investitionen

Das Verbände-Bündnis Allianz pro Schiene kritisierte dies scharf. Der Bund müsse im Haushalt 2027 entsprechend nachsteuern. Er solle für eine langfristige Planung den Infraplan mit überjähriger Finanzierung auf den Weg bringen.
„Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie ihre Zusage einlöst: nämlich, dass was baureif ist, auch wirklich gebaut wird“, forderte Geschäftsführer Dirk Flege.
Aus der Antwort der Bundesregierung geht dem Bericht zufolge außerdem hervor, dass die in der bisherigen Mittelfristplanung des Bundes bis zum Jahr 2030 vorgesehenen Investitionen für laufende und neue Bauvorhaben auf der Schiene hinter dem Bedarf zurückbleibt, den die Regierung selbst sieht.

Probleme bei der Sanierung offener benennen

Nach Abschluss der Generalsanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin forderten Fachleute von SPD und CDU die Deutsche Bahn auf, Probleme bei der Sanierung von Bahnstrecken künftig offener zu benennen.
SPD-Verkehrspolitikerin Anja Toff-Schaffarzyk fordert, künftig Bauzeitenpläne und Puffer für kritische Infrastrukturen robuster und krisenfester zu kalkulieren. „Die Bilanz weist Schattenseiten auf, die wir ungeschönt benennen müssen“, sagte Toff-Schaffarzyk.
Der verkehrspolitische Sprecher der Union im Bundestag, Björn Simon, forderte ebenfalls, das DB-Management müsse aus den Verzögerungen lernen: „Für die kommenden Korridorsanierungen brauchen wir verlässliche Zeitpläne und eine transparente Kommunikation, die Versprechungen gegenüber den Bürgern einhält.“

Hamburg-Berlin fährt vorerst noch langsamer

Die Zugstrecke Hamburg-Berlin wird nach monatelanger Generalsanierung am Sonntag wieder in Betrieb genommen. Allerdings fahren die Fernzüge der Deutschen Bahn in den ersten zwei Wochen nach der Wiedereröffnung noch abschnittsweise etwas langsamer.
Grund sind nach Angaben der Bahn die Abnahme der neuen Signal- und Stellwerkstechnik sowie Belastungs- und Abnahmefahrten.
Die Bahn vollzieht am Sonntag außerdem ihren kleinen Fahrplanwechsel. Änderungen ergeben sich insbesondere auch durch die Wiedereröffnung der Strecke Hamburg-Berlin.
Zudem ist Buchungsstart für das von der DB angekündigte Familienticket für die Sommerferienwochen zum Preis von 99,99 Euro. Es gilt für Reisen zwischen dem 26. Juni und dem 14. September und ist bis zum 12. September buchbar. Eine einzelne Hin- oder Rückfahrt kostet demnach 59,99 Euro. (afp/red)
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Ab Sonntag zwischen Berlin-Hamburg: Züge rollen im Halbstundentakt

Mit dem Ende der Generalsanierung der Bahnstrecke Berlin-Hamburg am Sonntag (14. Juni) wird auch ein kleiner Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn wirksam.
Damit seien neue Angebote und für einige Verbindungen auch kürzere Reisezeiten verbunden, teilte die Bahn mit. Sie bat Fahrgäste, sich über die genaue Abfahrtszeit ihrer Züge zu informieren.
Für Zehntausende Pendler gehen mehr als zehn Monate Ersatzverkehr und Umleitungen auf der Strecke zwischen den beiden Millionenstädten zu Ende. Die Fernzüge fahren von Sonntag an zwischen Hamburg und Berlin wieder im Halbstundentakt, die Regionalzüge verkehren auf den üblichen Linien. Bis Ende des Monats müssen die Fernzüge teils langsamer fahren, weil Technik getestet wird.

52 Fahrten pro Tag

Die Zahl der täglichen direkten Fernverkehrszüge mit ICE und Railjet RJ soll auf der Strecke von 38 auf 52 Fahrten wachsen, berichtete die Bahn. Auch Büchen (Schleswig-Holstein), Ludwigslust (Mecklenburg-Vorpommern) und Wittenberge (Brandenburg) gehen wieder ans Netz.
Täglich halten laut Bahn über 20 Fernzüge in Büchen, Ludwigslust und Wittenberge. Der Umweg über Stendal, Salzwedel und Uelzen hat ein Ende.
Die Strecke Berlin–Hamburg wird mit der Wiederinbetriebnahme demnach ein zentraler Korridor auf der Dreiländer-Direktverbindung von Prag über Berlin und Hamburg nach Kopenhagen. Der Railjet fährt die Strecke dreimal täglich pro Richtung.

Was ändert sich noch?

Zwischen Hamburg und Dresden verkürzt sich die Fahrzeit um etwa 40 Minuten auf rund dreieinhalb Stunden. Die Züge verkehren täglich achtmal pro Richtung. Alle Direktverbindungen nach und von Budapest, Bratislava, Prag und Wien stehen ab Sonntag wieder zur Verfügung.
Ab Sonntag können Fahrgäste auch erstmals mit dem ICE L von Berlin nach Westerland (Sylt) fahren. Ab 11. Juli soll es ohne Umsteigen von Köln nach Sylt gehen. Ab diesem Tag fährt nach Angaben der Bahn auch ein ICE L ab Frankfurt/Main über Gießen ohne Umsteigen nach Westerland.
Zudem ist Buchungsstart für das von der DB angekündigte Familienticket für die Sommerferienwochen zum Preis von 99,99 Euro. Es gilt für Reisen zwischen dem 26. Juni und dem 14. September und ist bis zum 12. September buchbar. Eine einzelne Hin- oder Rückfahrt kostet demnach 59,99 Euro. (dpa/afp/red)
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Berlin-Hamburg: Züge rollen wieder, kleiner Fahrplanwechsel

Mit dem Ende der Generalsanierung der Bahnstrecke Berlin-Hamburg am Sonntag (14. Juni) wird auch ein kleiner Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn wirksam. Damit seien neue Angebote und für einige Verbindungen auch kürzere Reisezeiten verbunden, teilte die Bahn mit. Sie bat Reisende, sich über die genaue Abfahrtszeit ihrer Züge zu informieren.
Für Zehntausende Pendler gehen mehr als zehn Monate Ersatzverkehr und Umleitungen auf der Strecke zwischen den beiden Millionenstädten zu Ende. Die Fernzüge fahren von Sonntag an zwischen Hamburg und Berlin wieder im Halbstundentakt, die Regionalzüge verkehren auf den üblichen Linien. Bis Ende des Monats müssen die Fernzüge teils langsamer fahren, weil Technik getestet wird.

52 Fahrten pro Tag

Die Zahl der täglichen direkten Fernverkehrszüge mit ICE und Railjet RJ soll auf der Strecke von 38 auf 52 Fahrten wachsen, berichtete die Bahn. Auch Büchen (Schleswig-Holstein), Ludwigslust (Mecklenburg-Vorpommern) und Wittenberge (Brandenburg) gehen wieder ans Netz. Täglich halten laut Bahn über 20 Fernzüge in Büchen, Ludwigslust und Wittenberge. Der Umweg über Stendal, Salzwedel und Uelzen hat ein Ende.
Die Strecke Berlin–Hamburg wird mit der Wiederinbetriebnahme demnach ein zentraler Korridor auf der Dreiländer-Direktverbindung von Prag über Berlin und Hamburg nach Kopenhagen. Der Railjet fährt die Strecke dreimal täglich pro Richtung.

Was ändert sich noch?

Zwischen Hamburg und Dresden verkürzt sich die Fahrzeit um etwa 40 Minuten auf rund dreieinhalb Stunden. Die Züge verkehren täglich achtmal pro Richtung. Alle Direktverbindungen nach und von Budapest, Bratislava, Prag und Wien stehen ab Sonntag wieder zur Verfügung.
Ab Sonntag können Fahrgäste auch erstmals mit dem ICE L von Berlin nach Westerland (Sylt) fahren. Ab 11. Juli soll es ohne Umsteigen von Köln nach Sylt gehen. Ab diesem Tag fährt nach Angaben der Bahn auch ein ICE L ab Frankfurt/Main über Gießen ohne Umsteigen nach Westerland. (dpa/red)
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Bahnstrecke Hamburg–Berlin geht wieder in Betrieb

Rund zehneinhalb Monate Ersatzverkehr und Umleitungen haben ein Ende: Am Sonntag wird die wichtige Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin auf ganzer Länge freigegeben. Um 5.34 Uhr soll am Hamburger Hauptbahnhof ein erster Fernverkehrszug Richtung Berlin starten – und die Stadt planmäßig in weniger als zwei Stunden erreichen. Schon früher sind Regionalzüge unterwegs, wie die Deutsche Bahn (DB) mitteilte.
Was die Fahrgäste zur Wiederaufnahme der Strecke wissen müssen:

Welche Bedeutung hat die Verbindung?

Auf rund 280 Kilometern verkehren Fern-, Regional- und Güterzüge zwischen den bevölkerungsreichsten Städten des Landes. Im Fernverkehr gilt Berlin-Hamburg als wichtigste Direktverbindung zwischen zwei Städten. Rund 30.000 Fahrgäste waren vor der Generalsanierung täglich auf der Route im Fernverkehr unterwegs, darunter auch viele Pendler.

Was ändert sich nach der Sanierung für die Fahrgäste?

Die Fernzüge fahren von Sonntag an wieder im gewohnten Halbstundentakt, und die Regionalzüge verkehren wieder auf den üblichen Linien. Bis Ende des Monats müssen die Fernzüge abschnittsweise langsamer fahren, weil noch Technik getestet wird. Die Bahn erwartet, dass jede Sanierung das Gesamtnetz stabiler macht. „Das wirkt sich auf die Pünktlichkeit insgesamt aus.“ Ein Ersatzverkehr mit Bussen wird eingestellt.

Stimmt es, dass sich die Fahrtzeit verlängert?

Die planmäßige Fahrtzeit der ICE soll sich nach Abschluss der Sanierung um zwei Minuten auf 107 Minuten verlängern. Die Änderung gilt allein für den diesjährigen Fahrplan. Eine Bahnsprecherin sagte, die Züge könnten zwar schneller fahren als geplant. Dass die Fahrzeit sich verlängert, hängt ihr zufolge damit zusammen, dass mehr Züge als zuvor unterwegs sind. Das sei wie auf der Straße. Wenn viele Autos unterwegs seien, werde langsamer gefahren.

Warum wurde saniert?

Die Strecke war laut Bahn hochbelastet und deshalb stark abgenutzt. Vor der Sanierung befuhren am Tag im Schnitt rund 470 Züge die Trasse. Die Bahn bewertete den Zustand der Strecke vor Beginn der Generalsanierung mit der Note 3,7. Nach der Sanierung prognostizierte die DB damals die Note 2,3.

Wann begann die Generalsanierung?

Das Vorhaben begann am 1. August 2025. Der Plan war, die Sanierung bis zum 30. April 2026 abzuschließen. Dass die Sanierung rund eineinhalb Monate verspätet beendet wird, begründete die Bahn mit dem Frost zu Jahresbeginn. Arbeiter konnten keine Kabelschächte ausheben, Arbeiten an Oberleitungen wurden erschwert. Einen ersten Abschnitt gab die Bahn Mitte Mai wieder frei, seitdem fahren Züge wieder durchgehend zwischen Hamburg und Schwerin.

Was wurde erneuert?

Die Bahn hat unter anderem Gleise, Weichen und Signale ausgetauscht sowie 28 Bahnhöfe modernisiert. Die Arbeiter erneuerten Toiletten und Wetterschutzhäuser und errichteten Fahrradständer. An mehreren Bahnhöfen wurden Bahnsteige verlängert, damit längere Züge sie anfahren können.

Was fehlt?

Die digitale Zugleittechnik ETCS, die nach Vorstellung der Europäischen Union Standard werden soll, kann auch nach der Sanierung nicht eingesetzt werden. Die Bahn hat allerdings Vorbereitungen für einen späteren Einsatz getroffen. „Eine Ausrüstung mit ETCS wird in den frühen 2030er-Jahren erfolgen“, teilte die Bahn mit. ETCS ermöglicht, dass Züge dichter hintereinander auf einer Strecke fahren können. An der Entscheidung der Bahn, ETCS entgegen der ursprünglichen Planung nicht zu installieren, gab es Kritik.

Was kostet die Generalsanierung?

Angedacht war, dass die Bahn 2,2 Milliarden Euro aufbringen muss. Der staatseigene Verkehrskonzern nannte auf Anfrage keine neue Summe. Die abschließende Kostenermittlung werde erst nach Ende der Bauarbeiten vorgenommen, teilte die DB mit.

Welche Auswirkungen gab es für Fahrgäste?

Im Fernverkehr wurden die Züge über Stendal und Uelzen umgeleitet. Es fuhren zudem weniger Züge, und die Fahrzeit verlängerte sich um rund 45 Minuten. Schwerer waren die Auswirkungen im Regionalverkehr: Züge entfielen oder sie fuhren nur Teilstrecken. Die Bahn setzte einen Ersatzverkehr mit mehr als 200 Bussen ein. Zeitweise gab es Streit zwischen dem Busanbieter Ecovista und der Bahn, weil Busse älter waren als vereinbart und es zu Ausfällen kam.

Welche Auswirkungen gab es auf die Wirtschaft?

Der Verband Güterbahnen beklagte Nachteile während der Sanierung. „Wenn ich eine Strecke dicht mache, müssen die Umleiter funktionieren“, sagte eine Verbandssprecherin. „Das hat in diesem Fall nicht gut funktioniert.“ Ausweichstrecken seien teils nicht ausreichend ertüchtigt gewesen, und kurzfristige Baustellen sowie Störungen der Infrastruktur auf den Umleiterstrecken führten zum Teil zu mehreren Hundert Kilometern Umweg.

Werden weitere Strecken saniert?

Die Generalsanierung ist Teil des 2022 vorgestellten Infrastrukturvorhabens Korridorsanierung Hochleistungsnetz. Bis Mitte der 2030er Jahre sollen mehr als 40 Strecken erneuert werden, so dass dort für rund fünf Jahre nicht mehr gebaut werden muss. Die Arbeiten begannen 2024. Als Erstes wurde die „Riedbahn“ Frankfurt-Mannheim saniert, anschließend die für den Güterverkehr wichtige Verbindung Emmerich-Oberhausen.

Welche Sanierungen stehen als Nächstes an?

Dieses Jahr sollen nach Plan vier weitere Generalsanierungen abgeschlossen werden – und zwar auf den Strecken Hagen-Wuppertal-Köln, Nürnberg-Regensburg, Obertraubling-Passau und Troisdorf-Wiesbaden. (dpa/red)
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Sicherheitsbereich am Hamburger Flughafen geräumt

Wegen einer „polizeilichen Lage“ am Hamburger Flughafen ist der Sicherheitsbereich des Airports geräumt worden. Alle Passagiere hätten den Bereich hinter den Sicherheitskontrollen verlassen müssen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Auch bereits in den Maschinen sitzende Passagiere mussten demnach wieder aussteigen.
Um was für eine „polizeiliche Lage“ es sich handelt, wollte der Sprecher nicht weiter ausführen. Häufig sind in solchen Fällen verdächtige Gegenstände Ursache für eine solche Sicherheitsmaßnahme.

Nur Sicherheitsbereich betroffen

Derzeit werde der Bereich untersucht, sagte der Sprecher. Wie lange die Sperrung andauern werde, sei noch nicht absehbar.
Ein dpa-Reporter berichtete vom Flughafen, dass für alle Flüge Verspätungen von drei Stunden angezeigt würden.
Betroffen von der Sperrung war nach Angaben der Bundespolizei aber nur der Sicherheitsbereich, in dem sich die bereits kontrollierten Passagiere befanden. Die anderen Teile des Flughafens seien weiter zugänglich, hieß es.

Bundeswehr-Kampfjets trainieren am Airport

Am Hamburger Flughafen trainiert derzeit die Bundeswehr. Seit Anfang der Woche sind am zivilen Helmut-Schmidt-Airport sechs Tornado-Kampfflugzeuge stationiert. Die Maschinen üben dort zwischen 9.00 und 18.00 Uhr parallel zum normalen Flugbetrieb Starts und Landungen. (dpa/red)
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Nach Attacke auf Frau: Hamburger Wolf wahrscheinlich tot

Vor gut zwei Monaten hat ein Wolf eine Frau in einer Hamburger Einkaufspassage verletzt – nun ist das Tier laut Umweltbehörde wahrscheinlich tot. Der junge männliche Wolf war nach der Attacke im Stadtteil Altona in der Innenstadt eingefangen und bei seiner Auswilderung mit einem Sender versehen worden.
Die automatisierten Sendedaten des Ortungshalsbandes liegen laut dem Behördensprecher bis Ende Mai vor. Dann sei das Signal abgerissen. „Die verwendeten Sender sind technisch äußerst verlässlich und erprobt; ein Defekt oder ein herkömmlicher Verlust des Halsbandes wird nach so kurzer Laufzeit als unwahrscheinlich eingeschätzt“, sagte er.

Umfangreiche Suchaktionen blieben erfolglos

Umfangreiche Suchaktionen nach dem jungen Wolf seien erfolglos geblieben. „Es konnten bislang weder das Tier noch der Sender lokalisiert werden“, so der Sprecher. „Aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse ist der Tod des Tieres wahrscheinlich.“ Zuvor hatte der NDR berichtet.
Vor dem Zwischenfall war der Wolf tagelang durch Hamburg geirrt. Nach der Attacke lief er durch die Innenstadt und sprang in die Binnenalster, wo ihn die Polizei einfangen konnte. Er wurde in eine Wildtierstation nach Sachsenhagen im niedersächsischen Landkreis Schaumburg gebracht und Anfang April im südlichen Stadtgebiet von Hamburg wieder ausgewildert.
Anschließend habe sich der Wolf unauffällig in einem festen Revier in einem ländlichen Bereich in Niedersachsen, über 150 Kilometer weit weg von Hamburg, niedergelassen, teilte der Sprecher jetzt mit. „Auf seiner gesamten Route hat sich das Tier völlig unauffällig und wolfstypisch verhalten.“

Frau soll auf panisches Tier zugegangen sein

Nach früheren Angaben geht die Hamburger Umweltbehörde davon aus, dass der Wolf die Frau gebissen hat, als diese mutmaßlich auf das panische Tier zugegangen sei, um es durch die gläsernen Automatiktüren der Einkaufspassage nach draußen zu lassen.
Naturschützer bezweifeln, dass der Wolf die Frau angegriffen und gebissen hat. Sie verweisen etwa auf eine Zeugin, die gesehen haben will, dass der Wolf die Frau angesprungen, aber nicht gebissen habe. Dabei habe er sie möglicherweise mit der Pranke verletzt. (dpa/red)
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Streit in Supermarkt: 29-Jähriger mit Messer getötet

Bei einem Streit in einem Supermarkt in Hamburg ist ein 29-Jähriger mit einem Messer tödlich verletzt worden. Wie die Polizei heute mitteilte, starb der Mann in einem Krankenhaus. Tatverdächtig ist ein 31-Jähriger.
Beide sollen am Montagabend gegen 21:30 Uhr im Bezirk Altona vor dem Supermarkt aneinander geraten sein.
Der Streit verlagerte sich kurz darauf in den Supermarkt, wo der Tatverdächtige den 29-Jährigen mit einem Messer angriff. Dabei erlitt das Opfer mehrere Schnitt- und Stichverletzungen am Oberkörper, an denen er später starb.

Angreifer festgenommen

Alarmierte Einsatzkräfte nahmen den mutmaßlichen Angreifer noch am Tatort fest. Der 31-Jährige kam anschließend in ein Untersuchungsgefängnis. Die Entscheidung eines Haftrichters über einen möglichen Haftbefehl stand noch aus.
Das mutmaßliche Tatmesser wurde beschlagnahmt. Zu den Hintergründen der Tat lagen zunächst keine Angaben vor. Die Ermittlungen einer Mordkommission dauerten an. (afp/red)
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Die Nation der Kaffeetrinker: Genuss, Gewohnheit und Inflation

Gut 160 Liter Kaffee trinken die Menschen in Deutschland durchschnittlich pro Kopf und Jahr. Trotz gestiegener Preise bleibt das Getränk beliebt. Was bewegt Kaffeetrinker und wie konsumieren sie?
Antworten liefert der neue Kaffeereport von Tchibo, dem Magazin „Brand Eins“ und der Statistik-Plattform Statista. Darin enthalten ist auch eine repräsentative Umfrage. Dafür wurden im Januar 1.500 Kaffeetrinker zwischen 18 und 75 Jahren online von Statista befragt. Ein Überblick:

Mehr als drei Tassen pro Tag

Die Kaffeetrinker in Deutschland trinken im Schnitt 3,2 Tassen täglich. Die 56- bis 65-Jährigen kommen auf 3,6, Konsumenten zwischen 18 und 21 auf 2,3. Bei Männern sind es 3,4, bei Frauen 3,0.
Fast jeder Zwölfte trinkt täglich mehr als fünf Tassen. Zwei Drittel können sich ein Leben ohne Kaffee nicht vorstellen. Bei Frauen ist der Anteil etwas höher (72 Prozent) als bei Männern (62 Prozent). 18 Prozent geben an, jederzeit Kaffee trinken zu können.

Vollautomat knapp hinter Filterkaffeemaschine

47 Prozent bevorzugen Filterkaffee, gefolgt von Caffè Crema (38 Prozent), Cappuccino (34 Prozent) und Latte Macchiato (26 Prozent). Letzterer ist bei Frauen deutlich beliebter als bei Männern.
Bei den Zubereitungsgeräten steht möglicherweise eine Wachablösung bevor: 43 Prozent verwenden eine Filterkaffeemaschine, 42 Prozent einen Vollautomaten. Die Unterschiede sind regional groß.
So kommt die Filterkaffeemaschine in Ostdeutschland auf 55 Prozent, im Süden hingegen auf 35 Prozent. Der Vollautomat gewinnt seit Jahren an Bedeutung. 2015 kam er noch auf einen Anteil von 19 Prozent, die Filtermaschine auf 72 Prozent.
Tchibo-Sprecherin Karina Schneider führt die Entwicklung nicht nur auf Bequemlichkeit zurück, sondern auch auf den Trend zur Nutzung ganzer Bohnen und frischer Zubereitung sowie einen bewussteren Umgang mit dem Produkt. Beim Gerätekauf zählen für Konsumenten laut Statista vor allem einfache Reinigung, einfache Bedienung und Langlebigkeit.

Luxusgut Kaffee

Vielen Konsumenten ist es wichtig, immer genügend Kaffee zu haben. 63 Prozent haben eine bis drei Packungen als Reserve zu Hause, jeder Sechste mehr. 85 Prozent bevorraten sich gezielt, wenn Kaffee im Angebot ist. Nur vier Prozent kaufen unabhängig von Rabattaktionen.
Dass Vorräte angelegt werden, dürfte auch mit den in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Kaffeepreisen zusammenhängen. Grund dafür waren höhere Rohstoffpreise infolge von Trockenheit und schwachen Ernten.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kostete Bohnenkaffee im April 2026 im Schnitt 57 Prozent mehr als 2020. Zuletzt haben die großen Lebensmittelhändler die Preise ihrer Eigenmarken zwar wieder etwas gesenkt. Kaffee ist jedoch nach wie vor deutlich teurer als vor einigen Jahren. Laut Marktforscher YouGov greifen Verbraucher deshalb vermehrt zu den günstigeren Eigenmarken.
Für fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) ist Kaffee mittlerweile ein Luxusgut. 22 Prozent widersprechen. Knapp ein Drittel (31 Prozent) legt sich nicht eindeutig fest, räumt aber ein, inzwischen stärker auf den Preis zu achten.

Was ist ein Kilo Kaffee wert?

Gut ein Drittel (35 Prozent) ist bereit, 10 bis 12,99 Euro pro Kilo zu bezahlen, 26 Prozent würden 13 bis 15,99 Euro ausgeben, 12 Prozent 16 bis 19,99 Euro. Jeder Fünfte (21 Prozent) würde höchstens 9,99 Euro ausgeben.
Lediglich 7 Prozent würden mehr zahlen, ein Prozent davon sogar über 40 Euro pro Kilo. Knapp 40 Prozent geben allerdings an, weiterhin Kaffee zu trinken, auch wenn er teurer wäre, als ihnen lieb ist.
Wichtig beim Kaffeekauf sind Verbrauchern laut Statista vor allem Geschmack, ein niedriger Preis, die Art der Kaffeebohnen sowie die Marke.

4,50 Euro: Schmerzgrenze für einen Espresso

Im Restaurant liegt die Schmerzgrenze für einen Espresso bei 4,50 Euro. 46 Prozent würden darauf verzichten, wenn er teurer wäre. Bei 66- bis 75-Jährigen liegt die Grenze bei 4 Euro, bei 18- bis 21-Jährigen sind es 5 Euro.
Innerhalb der EU variieren die Preise stark. In Italien kostet ein Cappuccino im Restaurant laut der Datenbank Numbeo im Schnitt 1,74 Euro, in Dänemark hingegen 5,65 Euro. In Finnland und Schweden sind es 4,37 Euro. Deutschland liegt mit 3,57 Euro im oberen Mittelfeld. In fast allen 27 EU-Staaten sind die Preise höher als 2025.

Ein Kaffee-Wunsch frei

„Wenn Sie eine Sache verändern könnten – was wäre Ihnen beim Kaffee am wichtigsten?“ – das wurden die Teilnehmer der Umfrage gefragt.
Das Ergebnis: 20 Prozent wünschen sich, dass Kaffee insgesamt günstiger wird, jeweils 16 Prozent erschwinglichere Preise für nachhaltigen Kaffee und bessere Arbeitsbedingungen in den Anbauländern. 11 Prozent nennen höhere Verdienste für Kaffeefarmer, 10 Prozent besseren Geschmack und höhere Qualität.
Schmeckt Kaffee aus einem Trinkgefäß besser als aus einem anderen? Drei Vierteln der Befragten ist es wichtig, Kaffee aus ihrer Lieblingstasse zu trinken. 20 Prozent sagen sogar, dass er ohne nicht richtig schmeckt. Lediglich 11 Prozent ist die Tasse nicht wichtig.
Was, wenn der Kaffee mal ausgeht? 51 Prozent würden zu Tee greifen, 32 Prozent zu Wasser, 22 Prozent zu Kakao oder heißer Schokolade und 20 Prozent zu Cola oder anderen koffeinhaltigen Softdrinks.

Kaffee ans Bett liefern – oder als Pille?

Nur etwa jeder Dritte (32 Prozent) würde sich Kaffee morgens mit einem Lieferdienst direkt ans Bett bringen lassen. 36 Prozent wären bereits, einen Kaffee zu probieren, den eine künstliche Intelligenz gemischt hat.
20 Prozent würden einen Kaffee trinken, der nicht natürlich gewachsen ist, sondern im Labor hergestellt wurde. 15 Prozent können sich vorstellen, auf das Kaffeetrinken zu verzichten und Koffein stattdessen etwa über eine Tablette aufzunehmen. Bei den 18- bis 35-Jährigen gibt das mehr als jeder Dritte an. (dpa/red)
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170.000 Euro wert: Gestohlene Handtücher in Hamburger Lager entdeckt

In einer Lagerhalle in Hamburg haben Ermittler gestohlene Handtücher mit einem Verkaufswert von knapp 170.000 Euro entdeckt.
Bei der Durchsuchung am Freitag wurden in der Halle auch eine tatverdächtige 49-jährige Frau und ihr mutmaßlicher 68-jähriger Komplize angetroffen, wie die Polizei am Montag, 1. Juni, in der Hansestadt mitteilte.

Ware auf Europaletten gelagert

Die 21.000 Gastronomiehandtücher waren auf sechs Europaletten sowie in 44 Umzugskartons verpackt.
Die Handtücher waren im November 2025 von einem Geschäftsführer eines Restpostenhandels als gestohlen gemeldet worden. Sie waren aus seinem Lager verschwunden. Die Ermittlungen führten schließlich zu der 49-Jährigen. (afp/red)
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Hamburg raus: Was das für die deutschen Olympia-Pläne heißt

Für die deutschen Olympia-Planer ist das Hamburger Nein zu einer Bewerbung Stimmungsdämpfer und Warnsignal. Aus dem Vierer-Rennen um die nationale Kandidatur für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 ist durch das krachende Scheitern der Befürworter in der Hansestadt ein Dreikampf geworden.
„Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass die Menschen bundesweit mehrheitlich für Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland sind“, beteuerte Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB).
Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) zog umgehend die Bewerbung zurück. Damit dürfen sich nur noch München, die Rhein-Ruhr-Region mit Köln als Zentrum und Berlin Hoffnungen auf den Zuschlag durch den DOSB machen. „Es gilt jetzt, im weiteren Prozess das Konzept mit den größten Erfolgschancen zu finden und international weiter zu überzeugen“, mahnte Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU).

Wie geht es nun weiter?

Am Donnerstagabend läuft die Frist zur Einreichung der Bewerbungsunterlagen beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ab. München und Rhein-Ruhr haben sich für ihre Pläne die klare Zustimmung der Bürger gesichert. In Berlin hat das Abgeordnetenhaus mehrheitlich für eine Bewerbung gestimmt.
In den kommenden Monaten bewerten der DOSB und die Fachverbände die vorliegenden Bewerbungen mit Hilfe einer Matrix. Wichtig sind dabei vor allem die internationale Strahlkraft der Bewerbung und die Wirtschaftlichkeit. Eine Evaluierungskommission wird eine Empfehlung abgeben, ehe am 26. September einer außerordentlichen DOSB-Mitgliederversammlung in Baden-Baden den deutschen Bewerber kürt.

Was bedeutet das Votum in Hamburg für das weitere Rennen?

„Für uns ist das so ein bisschen frustrierend nach 19 positiven Ergebnissen“, sagte DOSB-Vorstandschef Otto Fricke mit Blick auf die vorangegangenen Referenden. Dass Deutschlands zweitgrößte Stadt zum zweiten Mal nach 2015 wieder gegen Olympia stimmte, könnte auch die deutschen Bemühungen beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) vorerst belasten.
Diesen Eindruck will der DOSB aber möglichst gar nicht erst aufkommen lassen. Hamburgs Nein sei „ein Beweis dafür, dass es der richtige Weg war, den Bewerbern erst die Möglichkeit zu Referenden und anderen Beteiligungsformaten zu geben“, versicherte Fricke. Die deutsche Dachorganisation setzt darauf, dass der Schub der zuvor erfolgreichen Bürgerentscheide am Ende stärker ist als der Gegenwind aus Hamburg.

Wer ist aktuell der Favorit im nationalen Wettlauf?

München dürfte mit breiter Brust in die finalen Wochen bis zur DOSB-Entscheidung gehen.
Die klare Mehrheit von 66,4 Prozent beim Bürgerentscheid war das erste erfolgreiche Referendum zu Sommerspielen weltweit und ein echtes Signal an die Konkurrenz. Zudem kann die bayerische Landeshauptstadt mit dem Olympia-Erbe von 1972, ihrer Wirtschaftskraft und der internationalen Bekanntheit auch dank des Oktoberfests punkten.

Wie sind die Chancen für die anderen beiden Bewerber?

Mindestens so stark wie bei München ist gewiss die internationale Strahlkraft des Tourismus-Magneten Berlin. Als Hauptstadt mit großer Historie und ikonischen Sehenswürdigkeiten könnte Berlin dem leuchtenden Beispiel von Paris 2024 folgen. Doch die Pläne der Spree-Metropole wirkten lange mutlos und gebremst. Weil Berlin aus verfassungsrechtlichen Gründen kein Referendum abhielt und die Opposition im Falle des Zuschlags durch den DOSB mit einem Volksentscheid gegen Olympia droht, wäre die Wahl der Hauptstadt für die Dachorganisation ein Risiko.
Nordrhein-Westfalen dagegen holte sich beim Referendum in den Gastgeber-Kommunen eine ähnlich hohe Zustimmung wie München. Die Macher der Rhein-Ruhr-Bewerbung setzen vor allem auf den möglichen Rekord von 14 Millionen Tickets für die Sommerspiele. Die Frage ist, wie attraktiv das IOC die international eher weniger bekannte Region finden würde.

Welche Chancen hat eine deutsche Bewerbung überhaupt?

„Der Wettbewerb ist hart, und wir als Deutschland müssen bereit sein, wenn Europa wieder gefragt ist“, sagte IOC-Mitglied Michael Mronz dem „Hamburger Abendblatt“. Indien und Katar gelten als mögliche Kandidaten für 2036, in Europa haben Madrid, Budapest und Istanbul Olympia-Pläne. Der Norden Großbritanniens prüft für die Zeit ab 2040 eine Bewerbung.
Noch aber ist offen, wann und nach welchem Modus künftige Spiele vergeben werden. Die neue IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hat eine Kommission einberufen, die den aktuellen Auswahlprozess überprüfen soll. Ende Juni werden Ergebnisse erwartet, dann werden auch die Olympia-Planer in Deutschland ihr weiteres Vorgehen anpassen.

Warum bemüht sich Deutschland überhaupt um Olympia?

Der deutsche Sport hat es aus Sicht von Fachverbänden, Athletenvertretern und Bundesregierung dringend nötig, ein Fernziel mit großer Strahlkraft zu bekommen, um sich finanziell und strukturell besser aufzustellen.
„Unser Land will und braucht diese Spiele“, sagte Sport-Staatsministerin Schenderlein nach den jüngsten Winterspielen in Italien, bei denen das deutsche Team erneut sein Medaillenziel verfehlte.

Was spricht gegen Olympische Spiele in Deutschland?

Die Kritiker argumentieren, so ein Großevent koste viel zu viel. In die aktuellen Ausgabenrechnungen seien viele Kosten wie zum Beispiel für die Sicherheit noch gar nicht eingerechnet. Zudem melden Gegner Zweifel an, dass Olympia wirklich auch dem Breitensport hilft. (dpa/red)
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Zeugin im Block-Prozess: Wir wurden falsch beraten

Im Prozess um die Entführung der Block-Kinder hat die Verteidigung eine mutmaßliche Täterin mit furchtbaren Einzelheiten aus der Silvesternacht 2023/24 konfrontiert. Die 51-Jährige aus Israel hatte zuvor in ihrer Zeugenaussage moniert, der mitangeklagte Familienanwalt der Blocks, Andreas Costard, habe erklärt, es werde keine rechtlichen Konsequenzen für das Team geben, wenn die Kinder zurück in Deutschland seien.
„Alles war falsch“, sagte die Frau, die in Hamburg den Alias-Namen „Olga“ trug. Sie war Mitarbeiterin einer israelischen Sicherheitsfirma, die für die Tat verantwortlich sein soll.
Costards Verteidiger Marko Voß feuerte daraufhin eine Frage nach der anderen bezogen auf das Geschehen in Dänemark ab: Habe Costard jemals erklärt, es werde keine rechtlichen Konsequenzen haben, den Vater zu Boden zu bringen? Die beiden Kinder zu fesseln und in den Fußraum eines Autos zu drücken? Klebetape um den Kopf zu wickeln? Ein Kind über die Schulter zu werfen und bei Nacht durch einen Wald zu tragen? „Nein“, antwortete die Zeugin knapp auf jede seiner Fragen.
Das alles hätten ihre Teammitglieder aber in der Silvesternacht anscheinend gemacht, betonte Voß. Wie solle sein Mandant falsch beraten haben, wenn über diese Dinge nie vorher gesprochen worden sei?

Familienanwalt gehört zu den Hauptangeklagten

Der langjährige Anwalt der Familie Block gehört im aktuellen Prozess neben Christina Block (53) und einem 36-jährigen Israeli zu den Hauptangeklagten. Dem 64-Jährigen wird vorgeworfen, zusammen mit der Mutter den Auftrag zur Entführung der Kinder vom Wohnort des Vaters in Dänemark erteilt zu haben.
Vorausgegangen war ein erbitterter Sorgerechtsstreit. Der Anwalt ist auch Aufsichtsratsvorsitzender der Elysée Hotel AG Hamburg. Er soll das israelische Team im Hotel Grand Elysée unentgeltlich einquartiert haben.
Die Anklage gegen Costard lautet auf gemeinschaftliche schwere Entziehung Minderjähriger in Tateinheit mit gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung sowie gemeinschaftliche Freiheitsberaubung. Der Angeklagte selbst hat in der Verhandlung bisher geschwiegen.

Befragung der Zeugin dauerte vier Verhandlungstage

Die Befragung der Zeugin dauerte vier Prozesstage. Die 51-Jährige war laut Anklage „die rechte Hand“ des Chefs der israelischen Sicherheitsfirma, die für die Entführung verantwortlich sein soll. Sie hatte sich erst im laufenden Prozess aus Israel gemeldet und bekam sicheres Geleit für ihre Aussage.
Die Zeugin hatte sich vor der Tat mit der Hamburger Unternehmerin Christina Block angefreundet, die die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette „Block House“, Eugen Block, ist.

Verteidiger wollen Widersprüche aufzeigen

Auch Christina Blocks Verteidiger Ingo Bott hatte zuvor versucht, Widersprüche in der Aussage der Zeugin aufzuzeigen. Der Anwalt hielt der Frau vor, alle mutmaßlichen Entführer hätten unterschiedliche Zeitpunkte für ein angebliches Treffen mit seiner Mandantin in dem Hotel Ende Dezember 2023 genannt. Auch die Behauptungen zu einem vermeintlichen Code „Happy new year“ für die erfolgte Rückholaktion seien in sich zusammengefallen, erklärte Bott am Rande der Verhandlung.
Für ihn stehe fest: „Es ist sehr deutlich geworden anhand der Aussage der Zeugin, dass meine Mandantin Frau Block nicht wusste, was in der Silvesternacht geschehen werde.“
Ganz anders sah das der Vertreter der Nebenklage: Die israelischen Zeugen und Beschuldigten hätten deutlich gemacht, dass die Entführung so stattgefunden habe wie sie angeklagt sei, sagte Philip von der Meden, der Anwalt von Blocks Ex-Mann Stephan Hensel. Dieser hatte die Kinder im Sommer 2021 nach einem Besuch bei ihm nicht wie vereinbart nach Hamburg zurückgebracht.

Ins Team sollten „keine Verbrecher“

Die mutmaßliche Entführerin berichtete zudem, nach welchen Kriterien das Team ausgewählt wurde. Das höre sich komisch an, sagte die Zeugin auf Englisch laut Übersetzung. „Dass es keine Verbrecher sind.“ Es hätten gute Leute sein sollen. Es sei immer gesagt worden, es dürfe keine Gewalt geben.
Vier Beschuldigte aus Israel bekamen für ihre Zeugenaussagen schon vor Monaten sicheres Geleit. Nun wurde bekannt, dass noch ein weiterer Zeuge, Jonathan C., hinzukommt. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft teilte dies auf Nachfrage mit, zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.

Ermittlungsgericht traf die Entscheidung

Im Fall von Jonathan C. hatte die Staatsanwaltschaft bisher betont, seine Rolle in diesem Verfahren sei nicht bedeutend genug. Nun aber sei vom sogenannten Ermittlungsgericht entschieden worden, dem Beschuldigten auf seinen Antrag hin sicheres Geleit für die Dauer einer Zeugenaussage zu gewähren, teilte die Sprecherin mit.
„Die Staatsanwaltschaft hatte keinen entsprechenden Antrag gestellt, weil die Voraussetzungen dieser Ausnahmevorschrift aus Ihrer Sicht nicht vorlagen.“ In der Strafprozessordnung heißt es: „Das sichere Geleit gewährt Befreiung von der Untersuchungshaft.“ Eine Gerichtssprecherin erklärte zu den israelischen Zeugen: „Sie werden sich aber einem eigenen Verfahren stellen müssen.“

Model sollte bei Rückholung mit Kindern Deutsch sprechen

Der Mann, der als Model arbeitete und nach eigenen Worten früher lange in Hamburg lebte, hatte sich im Frühjahr aus Israel in Interviews in Deutschland zu Wort gemeldet. Darin hatte er betont, ihm sei vorher gesagt worden, die Rückholaktion der Block-Kinder sei rechtmäßig.
Er habe helfen wollen. Nach Aussage anderer mutmaßlicher Entführer war Jonathan C. erst kurzfristig in das Team geholt worden, weil er gut Deutsch sprach und mit den Kindern kommunizieren sollte.
Der Prozess wird am 11. Juni fortgesetzt. (dpa/red)
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deutschland

Stellwerk repariert: Zugverkehr Hamburg-Berlin rollt wieder

Die Störung auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin ist behoben. Der Bahnverkehr rolle wieder uneingeschränkt, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Morgen.
Die Reparaturarbeiten in dem ausgefallenen Stellwerk bei Deutsch Evern nahe Lüneburg konnten ihm zufolge in den frühen Morgenstunden früher als geplant abgeschlossen werden.
Das Angebot an Fahrten im Fern- und Regionalverkehr stehe wieder zur Verfügung, sagte der Konzernsprecher. Nur sehr vereinzelt könne es noch zu Ausfällen und Verspätungen kommen.

Verspätungen und Zugausfälle

Seit Mittwochnachmittag war es laut Bahn auf der wichtigen Strecke zu Verspätungen und Ausfällen gekommen und das Unternehmen hatte zunächst damit gerechnet, dass die technische Störung am Donnerstag erst im Laufe des Tages behoben werde.
ICE-Züge verkehrten aufgrund der Störung am Mittwochabend auf der Strecke nur alle zwei Stunden, und Fahrgäste sollten alternativ die Route über Hannover nutzen und waren damit länger unterwegs. Probleme gab es auch im Regionalverkehr.
Die Strecke zwischen Berlin und Hamburg war seit August 2025 generalsaniert worden und gesperrt. Seit dem 15. Mai ist ein Teil wieder freigegeben, am 14. Juni soll die ganze Strecke wieder befahrbar sein. (dpa/red)
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gesellschaft

Ärger in Gefängnis in Hamburg – Zwei verletzte Justizmitarbeiter

In einem Jugendgefängnis in Hamburg sind bei einer Auseinandersetzung zwei Justizmitarbeiter verletzt worden. Daran seien Insassen beteiligt gewesen, teilte die Polizei mit. Was genau vorgefallen ist, wurde noch nicht mitgeteilt.
Der Zwischenfall ereignete sich den Angaben zufolge am Samstagnachmittag. Demnach handelte es sich um eine kurze Auseinandersetzung, die bereits „anstaltsintern geregelt“ worden sei, als die Polizei eintraf.
Medienberichte über einen Ausbruchsversuch könnten nicht bestätigt werden, hieß es von den Beamten weiter.
Die Polizei nahm den Angaben nach Anzeigen auf und ermittele nun zu den weiteren Hintergründen des Zwischenfalls.
Die Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand wird von Hamburg betrieben, liegt aber in Niedersachsen. Sie befindet sich auf einer kleinen Elbinsel kurz hinter der Bundeslandgrenze im Landkreis Stade. (dpa/red)
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Gefängnisse in zehn Bundesländern vollbelegt

In zehn der 16 Bundesländer sind die Gefängnisse vollbelegt. Das geht aus einer Befragung des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ (Freitagausgabe) unter den Justizbehörden der Länder hervor.
In zehn Ländern verschlechterte sich die Lage seit der letzten Befragung im Sommer 2025. Nur in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland sank die Belegungsquote der Justizvollzugsanstalten. In Hamburg verblieb die Auslastung bei 96 Prozent.

Belegung vielerorts gestiegen

Bereits bei einer Auslastung von 85 bis 90 Prozent ist in Fachkreisen von einer Vollbelegung die Rede, da nicht alle Hafträume für alle Arten des Strafvollzugs nutzbar und Renovierungs- und Umbauarbeiten einzukalkulieren sind.
Bundesweit ergibt sich aus den Angaben der Justizbehörden der Länder im Schnitt eine Belegung von gut 86 Prozent der Haftplätze im Frühjahr 2026.
Eine Auslastung von mehr als 100 Prozent verzeichnete nur das Land Bremen, mit einer Belegungsquote von 103 Prozent zum 1. März.
Eine Gesamtauslastung von über 90 Prozent war zu den jeweiligen Stichtagen im Zeitraum März bis April 2026 in Rheinland-Pfalz (97,2 Prozent), Hamburg (96 Prozent), Baden-Württemberg (92,93 Prozent), Hessen (91,9 Prozent) und dem Saarland (91,47 Prozent) feststellbar.

Einzelne Haftanstalten überfüllt

In jedem Bundesland gibt es mindestens eine vollbelegte JVA, deren Haftplätze zu mehr als 85 Prozent ausgelastet sind. Einzelne Haftanstalten waren – selbst unter Einbezug des wenig ausgelasteten offenen Vollzugs – deutlich überbelegt.
Besonders stark aus- beziehungsweise überlastet waren die baden-württembergischen Justizvollzugsanstalten in Rottweil (mit einer Belegungsquote von 125 Prozent), Offenburg (114 Prozent) und Ravensburg (113 Prozent).
Das RND hat alle 16 Justizministerien der Bundesländer befragt. Die Abfrage der Zahlen erfolgte am 29. April 2026. Manche Justizbehörden nannten tagesaktuelle Zahlen, andere lieferten Zahlen von anderen Stichtagen im März oder April.
In den Statistiken sind sowohl Männer, Frauen als auch Jugendliche im geschlossenen und offenen Vollzug erfasst, die eine Freiheitsstrafe verbüßen oder aus sonstigen Gründen inhaftiert sind. (dts/red)
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Bund gab 2025 knapp 25 Milliarden für Flucht und Migration aus

Der Bund hat im Jahr 2025 knapp 25 Milliarden Euro für Leistungen im Bereich Flucht und Migration ausgegeben. Das geht aus dem Flüchtlingskostenbericht des Bundesfinanzministeriums hervor, der in der kommenden Woche im Kabinett beschlossen werden soll und aus dem das Magazin Politico berichtet.
Die Kosten beliefen sich auf 24,8 Milliarden Euro. Sie fielen damit um 3,2 Milliarden Euro niedriger aus als noch 2024 und erreichten den niedrigsten Stand seit 2021 (21,7 Milliarden Euro).
Unter die Kosten fallen unter anderem die Beteiligung des Bundes an den Flüchtlings- und Integrationskosten von Ländern und Kommunen sowie eine Pauschale pro Asylerstantrag, die von Bundesseite 7.500 Euro beträgt und über eine Änderung der Umsatzsteuerverteilung zur Verfügung gestellt wird.
Für das Jahr 2025 betrug diese Abschlagszahlung 1,25 Milliarden Euro. Der Bericht geht davon aus, dass sich für 2025 ein Rückforderungsanspruch des Bundes gegenüber den Ländern in Höhe von 250 Millionen Euro ergibt.
Im Bericht des BMF, der den Mittelabruf der Länder und die Weitergabe der Gelder an die Kommunen beschreibt, kritisierten die Länder, dass ihre Gesamtkosten im Bereich Flucht und Migration deutlich höher seien als die Umsatzsteuermittel, die ihnen auf Basis der Pauschale zur Verfügung stehen.
Bayern merkte in seinem Teilbericht an, dass die Leistungen des Freistaates an die Kommunen für Unterbringung, Versorgung und Integration die Entlastungsmittel des Bundes erheblich übersteigen.
Hamburg forderte, dass eine deutliche Erhöhung der Bundesbeteiligung sowie deren anschließende Dynamisierung dringend notwendig sei. Eine hohe Kostenbelastung stellt für viele Länder die Entlastung der Kommunen für Ausgaben bei unbegleiteten, minderjährigen Ausländern dar.
Wie der Bericht zeigt, hat Nordrhein-Westfalen im Jahr 2025 beispielsweise rund 667 Millionen Euro für die Unterbringung und Versorgung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen an die Kommunen gezahlt.
Nach einem Anstieg um rund 147 Millionen Euro in 2024 im Vergleich zum Vorjahr betrug der Mehrbedarf der Kommunen im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 rund 320 Millionen Euro.
Mit einer schnellen Absenkung dieses enormen Mehrbedarfs sei aufgrund der anhaltend hohen Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge nicht zu rechnen, hieß es in der Beschreibung aus NRW. (dts/red)
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Hamburg setzt nicht mehr voll auf Elektro: Neue Verbrennerbusse bestellt


In Kürze:

  • Hamburg will trotz strengem Klimakurs bis zu 150 neue Verbrennerbusse ordern.
  • Das soll der Stadt mehr Flexibilität im Krisenfall geben.
  • Mit gleichzeitig bis zu 240 neuen E-Bussen soll der Fokus aber weiter auf der Elektrifizierung liegen.
  • Die Dieselbusse können zudem synthetischen Kraftstoff tanken.

 
Im vergangenen Herbst kam Hamburg für seine eifrige Zielsetzung, die Klimaneutralität bereits 2040 erreichen zu wollen, in die Schlagzeilen. Dieses Ziel könnte nun mit der aktuellen Verkehrspolitik ins Wanken geraten.
Zwar konzentriert sich die Hamburger HOCHBAHN AG weiterhin auf die Elektrifizierung der Busflotte. Bis 2031 plant das größte Nahverkehrsunternehmen der Hansestadt die Anschaffung von bis zu 240 weiteren batterieelektrischen Bussen. Allerdings teilt die HOCHBAHN ebenso mit:
„Gleichzeitig ergänzt das Unternehmen seine Busflotte um bis zu 150 zusätzliche Fahrzeuge, die flexibel und unabhängig von der betriebseigenen Bus-Ladeinfrastruktur eingesetzt werden können.“

Mehr Handlungsspielraum im Krisenfall

Gemeint sind neue Dieselbusse. Damit reagiere der Verkehrsbetrieb auf die steigenden Anforderungen an die Krisenfestigkeit des öffentlichen Personennahverkehrs in Hamburg.
Dieser Entscheidung ging eine Neubewertung der Aufgaben der HOCHBAHN im Bereich Katastrophenschutz und Krisenvorsorge voraus. Hintergrund seien die Risiken der weltpolitischen Lage, der Situation in der Ukraine und globale Herausforderungen im Energiesektor.

E-Busse auf dem Busbetriebshof Alsterdorf.

Foto: Hamburger HOCHBAHN AG

Es habe sich gezeigt, dass ein möglichst krisenfester und leistungsfähiger Nahverkehr künftig noch stärker auf unterschiedliche Ausnahmesituationen vorbereitet sein muss. Dazu zählen:

  • Großflächige Störungen der Energieversorgung (wie in Kiew),
  • Kurzfristig stark steigender Transportbedarf, etwa bei Evakuierungen, in denen Busse lange Laufleistungen erbringen müssen,
  • Internationale Entwicklungen mit Auswirkungen auf Energie- oder Kraftstoffverfügbarkeiten.
Saskia Heidenberger, Betriebsvorständin Bus, erklärte: „Ein leistungsfähiger Nahverkehr muss heute beides schaffen: nachhaltiger werden und zugleich robust gegenüber Krisen und Ausfällen sein. Diese beiden Ziele stehen nicht im Widerspruch, sondern müssen gemeinsam gedacht werden.“

E-Anteil der Busflotte soll weiter steigen

Robert Henrich, Vorstandsvorsitzender der HOCHBAHN, sagte dazu: „Unser Kurs bleibt klar: Wir treiben die Elektrifizierung unserer Busflotte konsequent voran. Gleichzeitig tragen wir Verantwortung dafür, dass der Nahverkehr auch in Ausnahmesituationen stabil, flexibel und zuverlässig funktioniert.“
Seit 2020 beschafft die HOCHBAHN laut eigenen Angaben „ausschließlich emissionsfrei angetriebene Busse“. Aktuell seien bereits 432 von ihnen im Einsatz. Das entspreche rund 39 Prozent der gesamten Flotte. Hierbei ist zu erwähnen, dass die Emissionen nicht direkt am Fahrzeug entstehen. Wenn E-Busse laden, kann dieser auch aus einem Kohle- oder Gaskraftwerk stammen. Im vergangenen Jahr lag der fossile Anteil der gesamten deutschen Stromerzeugung bei 41 Prozent.
Die bis zu 240 neuen batteriegetriebenen Busse sollen den E-Anteil auf bis zu 60 Prozent weiter steigern. Zudem geht die HOCHBAHN davon aus, dass sich die Rahmenbedingungen für eine elektrische Busflotte in den kommenden Jahren weiter verbessern werde.

E-Zielsetzung verfehlt?

Dabei verkündete die HOCHBAHN in einer früheren Meldung noch, dass der Wandel auf Hamburgs Straßen „in vollem Gange“ sei. „Wir entwickeln unsere Busflotte konsequent weiter und reduzieren den Einsatz fossiler Antriebe Schritt für Schritt“, heißt es auf der Webseite.
Bis 2030 wollte die norddeutsche Stadt alle Busflotten von Hochbahn und der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) „vollständig auf Busse mit emissionsfreien Antrieben“ umstellen. So lautete die Zielsetzung aus dem Jahr 2019.
Mit der Anschaffung der neuen Verbrennerbusse ist klar, dass daraus nun nichts wird. Normalerweise ist ein Bus zwischen zehn und 15 Jahren im Einsatz, um nicht zuletzt auch wirtschaftlich zu sein.

Einsatz von synthetischem Kraftstoff möglich

Wie das Busportal „Bus Blickpunkt“ berichtet, können die neuen Verbrennerbusse auch mit dem synthetischen Kraftstoff HVO 100 betankt werden. HVO (Hydrotreated Vegetable Oil) gilt als nachhaltiger Dieselersatzstoff. Er wird aus biogenen Abfall- und Reststoffen wie Altspeisefetten hergestellt.
Der Vorteil: Dieser biogene Treibstoff kann in normalen Dieselmotoren zum Einsatz kommen, spezielle Modifikationen sind nicht nötig.
HVO 100 reduziert die Treibhausgasemissionen um bis zu 90 Prozent gegenüber herkömmlichem Dieselkraftstoff. Daher gilt dieser biogene Treibstoff als klimafreundlich.
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deutschland

Länder beschließen Schritte zur schnelleren digitalen Verwaltung

Die Digitalminister der Länder haben bei ihrer 5. Konferenz in Hamburg zentrale Beschlüsse für eine „einfachere digitale Verwaltung“ gefasst.
Im Mittelpunkt standen die Umsetzung der Föderalen Modernisierungsagenda, schnellere Unternehmensgründungen und leistungsfähige digitale Infrastrukturen, teilte das Brandenburger Digitalministerium am Mittwoch, 13. Mai, mit.
Die Konferenz befasste sich auch mit der praxistauglichen Anwendung des Datenschutzes.
Brandenburgs Digitalminister Benjamin Grimm (SPD) sagte, dass die digitale Verwaltung den Alltag der Menschen erleichtern müsse, indem sie weniger Papier verlange und schneller zu Entscheidungen komme.

„Digital Only“ als Ziel

Die Föderale Modernisierungsagenda soll schrittweise den Regelfall „Digital Only“ einführen, wobei Menschen mit wenig digitalen Kenntnissen nicht ausgeschlossen werden sollen.
Das Vorhaben „Gründen in 24 Stunden“ zielt unterdessen darauf ab, Unternehmensgründungen zu vereinfachen, indem Anträge digital gebündelt erledigt werden können.
Die Länder sprachen sich auch für mehr Klarheit und Rechtssicherheit in der Datenschutzpraxis aus, ohne den Schutz persönlicher Daten zu verringern.
Zudem soll Deutschland als Standort für leistungsfähige und souveräne Rechenzentren gestärkt werden, um digitale Wertschöpfung und moderne Cloud-Infrastrukturen zu fördern. Planungs- und Genehmigungsverfahren sollen beschleunigt und Glasfaser- sowie Mobilfunknetze weiter ausgebaut werden. (dts/red)
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gesellschaft

Handel: Ver.di kündigt bundesweite Warnstreiks für Freitag an

In den laufenden Tarifverhandlungen im Handel hat die Gewerkschaft ver.di zu den ersten Warnstreiks aufgerufen.
Am Freitag, 15. Mai, sollen bundesweit Betriebe bestreikt werden, sagte Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer. In Frankfurt am Main, Hamburg, Stuttgart und Dortmund finden zudem Streikkundgebungen statt.
In Hamburg und Nordrhein-Westfalen hatte die Arbeitgeberseite in dieser Woche erste Tarifangebote für den Einzelhandel vorgelegt. Die Gewerkschaft wies sie zurück.
Zimmer sprach von „vergifteten Angeboten“, die nicht einmal die Inflation ausgleichen würden. Die Arbeitgeber bieten ab November eine Erhöhung um zwei Prozent und ab August 2027 eine weitere um 1,5 Prozent. Ver.di fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens 225 Euro.

HDE sieht „kaum Spielraum“

Die Verhandlungen für den Einzelhandel sowie den Groß- und Außenhandel starteten im April in den ersten Landesbezirken. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte zuvor bereits vor unrealistischen Forderungen gewarnt.
Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gebe es „dieses Mal kaum Spielraum“ für Lohnerhöhungen.
Im Handel arbeiten laut Verdi hierzulande rund 5,2 Millionen Menschen, davon 3,4 Millionen im Einzelhandel. Die vorigen Tarifverhandlungen zogen sich über mehr als ein Jahr hin.
Am Ende konnten sich die Beschäftigten im Einzelhandel für 2023 bis 2025 über ein Einkommensplus von insgesamt etwa 14 Prozent freuen. Die Tarifbindung in der Branche ist seit Jahren rückläufig und vergleichsweise gering. (dpa/red)
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ausland

Bahn plant Direktzug von Berlin nach Oslo

Die Deutsche Bahn will gemeinsam mit den beiden Staatsbahnen in Norwegen und Dänemark eine Direktverbindung von Berlin bis hoch hinauf nach Skandinavien aufnehmen.
Über Hamburg, Kopenhagen, Malmö und Göteborg fahren die Züge ab dem Sommer 2028 bis in die norwegische Hauptstadt Oslo.
„Wir bringen gleich drei Hauptstädte über die Schiene zusammen“, sagte Fernverkehrsvorstand Michael Peterson den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Mit rund 1.000 Kilometern Länge werde die Verbindung eine der längsten in Europa sein. Zwei Zugpaare täglich sollen die Strecke in 14 bis 15 Stunden bewältigen.
Eingesetzt wird laut Bahn der neue ICE L, der mit einem bodennahen Einstieg komfortabler gestaltet ist als andere Baureihen.
Die Direktverbindung gehört zu zehn Pilotprojekten der EU-Kommission, die den grenzüberschreitenden Verkehr ausbauen will. (dts/red)
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Unfall mit Linienbus in Hamburg: Ein Toter und drei Schwerverletzte

Bei einem Unfall zwischen einem Linienbus und einem Transporter sind am Freitag in Hamburg ein Mensch getötet und weitere teils schwer verletzt worden. Wie die Feuerwehr in der Hansestadt mitteilte, handelte es sich bei dem Getöteten um einen Insassen des Transporters. Zudem wurden drei Fahrgäste im Bus schwer sowie 14 weitere leicht verletzt.
Nach Angaben der Feuerwehr ereignete sich der Unfall am Freitagmorgen im Stadteil Cranz südlich der Elbe. Unter den Passagieren im Bus waren auch mehrere Kinder mit ihren Eltern. Ein Großaufgebot von rund 80 Rettungs- und Feuerwehrkräften war im Einsatz, auch zwei Rettungshubschrauber wurden entsandt. Insgesamt acht Verletzte kamen in Krankenhäuser.
Ein Insasse des Transporters wurde nach Feuerwehrangaben in seinem Wagen eingeklemmt und mit hydraulichem Rettungsgerät befreit. Trotz notärztlicher Versorgung starb er noch an der Unfallstelle.
Für zusätzliche Probleme sorgte demnach ein bei dem Unfall beschädigter Strommast, den Einsatzkräfte zunächst abschalten mussten. Genauere Angaben zum Unglückshergang und den Betroffenen lagen zunächst nicht vor. (afp/red)