Das Olympia-Aus für die Nordische Kombination lässt die deutschen Athleten und Funktionären geschockt und mit Zukunftsängsten zurück. „Mir fällt es enorm schwer, Worte zu finden“, sagte der dreimalige Olympiasieger und Bundestrainer Eric Frenzel.
„Für uns ist die Entscheidung niederschmetternd und sehr enttäuschend“, bemerkte Horst Hüttel, Sportdirektor im Deutschen Skiverband. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte am 7. Juli entschieden, die Kombination nach mehr als 100 Jahren aus dem Programm der Winterspiele für 2030 zu nehmen.
„Uns hat es den Boden unter den Füßen weggezogen“, schilderte Johannes Rydzek, einer der Athletensprecher im Ski- und Snowboard-Weltverband Fis, im „Morgenmagazin“ des ZDF. Der zweimalige Olympiasieger, der jüngst seine aktive Karriere beendet hatte, meinte:
„Die Entscheidung hat so weitreichende Folgen für unsere Sportart, das können wir noch nicht abschätzen.“
Große Sorgen um Nachwuchs
Sportarten wie die Nordische Kombination sind sehr von Fördergeldern und Sponsoren abhängig – ohne die große Olympia-Bühne scheint offen, wie eine Finanzierung künftig funktionieren soll.
Rydzek berichtete von einer Zusage des DSV, dass es bis zur nächsten Weltmeisterschaft 2027 in Falun noch so weitergehe wie bislang. „Aber wie lange, das weiß man nicht“, sagte er.
Der erfahrene Athlet dachte dabei vor allem an Nachwuchssportler, die sich nun fragen werden: „Auch wenn ich den Sport liebe, habe ich überhaupt eine Perspektive, ihn professionell ausüben zu können?“

Schlusspunkt in Italien: Die Kombination fällt aus dem Programm. (Archivbild)
Foto: Daniel Karmann/dpa
Optimisten hatten zuletzt noch gehofft, dass die Nordische Kombination im Olympia-Programm bleibt und 2030 in den französischen Alpen sogar erstmals Frauen um Medaillen kämpfen können.
Doch daraus wird nun nichts. Das IOC begründete seine Entscheidung damit, dass die Sportart beim Publikum nicht beliebt sei und sie zudem in zu wenigen Ländern ausgeübt werden.
Wie groß ist die Hoffnung auf ein Comeback 2034?
Bundestrainer Frenzel kann das nicht glauben. Er hoffe, „dass man hier beim IOC die Größe hat“ und die der Entscheidung zu Grunde liegenden Studien und Zahlen öffentlich macht. „Das haben wir als traditionsreiche Sportart verdient.“
IOC-Präsident Kirsty Coventry äußerte Verständnis für den Frust und die Trauer der Kombinierer und betonte, dass ein Comeback bei Olympia 2034 möglich sei. Was dafür nötig ist, das wird sich zeigen.
DSV-Funktionär Hüttel sagte: „Wir werden nach vorn blicken und hoffen, diese Chance für 2034, die dann im nächsten Jahr aller Voraussicht nach wieder auf die Agenda des IOC kommt, mit neuer Kraft und einem neuen Fis-Präsidenten Alexander Ospelt anzugehen.“ (dpa/red)
