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Vor der Ernte – von Martin Greif

Vor der Ernte

Nun störet die Ähren im Felde
Ein leiser Hauch,
Wenn eine sich beugt, so bebet
Die andre auch.
Es ist, als ahnten sie alle
Der Sichel Schnitt –
Die Blumen und fremden Halme
Erzittern mit.
 
Martin Greif (1839-1911)
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Ruhe, bitte! Was Menschen im Büro nervt

Ein bisschen Frieden: Wer in Deutschland im Büro arbeitet, hätte es gerne leiser. 95 Prozent nennen eine ruhige Arbeitsumgebung in einer aktuellen Umfrage sehr oder eher wichtig. Und am meisten stören dabei die lieben Kollegen. Die Erhebung, die YouGov im Auftrag von Logitech durchführte, umfasste gut 2.100 Befragte in Deutschland, die zumindest teilweise im Büro arbeiten.
Gefragt, welche Geräusche sie als besonders störend empfinden, nannten 53 Prozent der Teilnehmer Calls und Telefonate der Kollegen, 47 Prozent nannten deren Gespräche und 41 Prozent Videomeetings, die ohne Kopfhörer geführt wurden. Erst mit deutlichem Abstand folgen Hintergrundgeräusche wie Lüftung, Drucker oder Kaffeemaschine, die von 18 Prozent genannt wurden. Tastaturgeräusche stören 7 Prozent, Mausklicks 4 Prozent. Bei der Frage konnten bis zu 3 Geräusche genannt werden.

Das Ruhebedürfnis ist gewachsen

Zudem sagten 68 Prozent, dass das Bedürfnis nach Ruhe im Arbeitsumfeld in den letzten fünf Jahren gestiegen sei. Dass in Büros bewusster auf Lautstärke geachtet werde, konnten aber nur 41 Prozent erkennen. Von sich selbst sagten allerdings 51 Prozent, dass sie sich stärker zu rücksichtsvollem Verhalten verpflichtet fühlten. Der Krach hat zudem Folgen: 70 Prozent sagen, dass Geräusche im Büro ihre Konzentration beeinträchtigen.
„Ein gestiegenes Ruhebedürfnis bedeutet nicht, dass Menschen weniger Austausch wollen. Es zeigt vielmehr, dass Kommunikation im Büro bewusster organisiert werden muss“, sagt Logitech-Deutschlandchef Serkan Ates. „Viele Arbeitsroutinen haben sich verändert, aber die Regeln für das Miteinander im Büro sind nicht überall im gleichen Tempo mitgewachsen. Gerade bei Calls, spontanen Gesprächen und hybriden Meetings braucht es mehr Klarheit darüber, was für andere zumutbar ist.“ Letztlich entscheide Rücksicht mit darüber, „ob Menschen im Arbeitsalltag fokussiert bleiben oder ständig aus ihrer Konzentration gerissen werden“. (dpa/red)
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Studie: Abhängigkeit von EU-E-Autoindustrie von asiatischen Batterien steigt

Deutsche und europäische Autohersteller sind beim Thema Batterien für E-Autos massiv abhängig von Importen aus Asien. Einer am Montag veröffentlichten Studie des Beratungsunternehmens Deloitte zufolge nimmt diese Abhängigkeit zudem weiter zu. Die Batterie ist der wichtigste Einzelbestandteil von E-Autos, weshalb den Unternehmen ohne eigene Batterieproduktion Milliarden entgehen.
„Europas Abhängigkeit insbesondere von chinesischen Batterieproduzenten steigt deutlich auf hohem Niveau“, erklärte Deloitte. Im vergangenen Jahr wurden demnach 77 Prozent der in Europa verbauten Batteriezellen für E-Autos in Asien hergestellt. 2024 waren es noch 70 Prozent.

98 Prozent der europäischen Produktionskapazitäten von Asien kontrolliert

Auf Europa entfallen derzeit nur 13 Prozent der Batteriezellenproduktion – und 98 Prozent der europäischen Produktionskapazitäten werden von asiatischen Unternehmen kontrolliert, wie Deloitte ausführt. 2024 waren es noch 97 Prozent.
Zugleich ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach Batterien weiter steigen wird. Deloitte geht von knapp 28 Millionen in Europa zu produzierenden E-Autos bis 2030 aus – mit dem entsprechenden Bedarf an Batterien. „Den hiesigen Batterieunternehmen entgehen über die kommenden vier Jahre Gewinne in Höhe von 10,5 Milliarden Euro, wenn sie diese nicht selbst herstellen.“
„Batterien bestimmen Reichweite, Leistung und Preis eines Elektroautos“, erklärte Harald Proff, Leiter im Automobilbereich bei Deloitte. „Wenn europäische Hersteller hier nicht wettbewerbsfähig sind, werden die Absätze künftig noch stärker unter Druck geraten.“ Branche und Politik müssten hier „gemeinsam gegensteuern“.
Die Experten gehen davon aus, dass es noch nicht zu spät ist: „Die Batterieproduktion ist eine langfristige Wette, die die europäischen Unternehmen noch gewinnen können“, erklärte Proff. Es werde an neuen Technologien geforscht, „doch die Probleme liegen bei der Finanzierung und der Industrialisierung“. Investitionen und Fördermittel müssten daher nicht nur die Entwicklungsphase, sondern auch die ersten kapitalintensiven Betriebsjahre abdecken. (afp/red)
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Nach Rekordbußgeld: Stuttgarter Influencerin meldet Insolvenz an


In Kürze:

  • Rekordbußgeld: Die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg verhängte gegen Hanadi Diab ein Bußgeld von 36.000 Euro wegen Verstößen gegen die Werbekennzeichnung auf Instagram – nach eigenen Angaben das höchste Bußgeld gegen einen Influencer im Land.
  • Insolvenz eröffnet: Wenige Tage nach Rechtskraft des Bußgelds wurde über das Vermögen der 39-Jährigen ein Regelinsolvenzverfahren eröffnet.
  • Arbeit geht weiter: Trotz der Insolvenz kann Diab ihre Arbeit als Influencerin fortsetzen. Sie ist nicht die erste Prominente, die wegen Schleichwerbung rechtliche Konsequenzen erfahren hat.

 
Die Stuttgarter Beauty-, Mode- und Lifestyle-Influencerin Hanadi Diab hat ein Regelinsolvenzverfahren eröffnet. Das bestätigte das Amtsgericht Stuttgart. Zuvor war bekannt geworden, dass gegen die 39-Jährige wegen Verstößen gegen die Werbekennzeichnung auf Instagram ein rechtskräftiges Bußgeld verhängt worden war. Die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) setzte die Geldbuße auf 36.000 Euro fest. Einschließlich Gebühren und Auslagen beläuft sich die Forderung auf 37.803,50 Euro. Nach Angaben der Behörde handelt es sich um das bislang höchste Bußgeld, das in Baden-Württemberg gegen eine Influencerin verhängt wurde.
Die LFK teilte mit, dass die Behörde das Internet inzwischen mit einer eigens entwickelten KI nach möglichen Regelverstößen durchsucht. Laut LFK hatte Diab zwischen Mai und Juli 2025 mehrere bezahlte Kooperationen in ihren Instagram-Storys gar nicht oder nicht ausreichend als Werbung gekennzeichnet. Teilweise seien Werbehinweise für Nutzer nicht eindeutig erkennbar gewesen. Die Influencerin wies die Vorwürfe zurück und erklärte in einem TikTok-Video, sie kennzeichne sämtliche Kooperationen.

Strafe nach mehrfacher Ermahnung

Diab war bereits 2020 und 2022 mehrfach auf die gesetzlichen Anforderungen an die Werbekennzeichnung hingewiesen worden. Bei der Höhe der Geldbuße berücksichtigte die LFK laut dem Jura-Portal beck-aktuell.de unter anderem die wiederholten Verstöße, die hohe Reichweite des Instagram-Auftritts, den wirtschaftlichen Wert der Kooperationen sowie die früheren Hinweise der Behörde. Auf Instagram folgen der Influencerin mehr als 760.000 Menschen, auf TikTok knapp 139.000.
Trotz des Insolvenzverfahrens kann Diab ihre Tätigkeit als Influencerin fortführen. Der Geschäftsbetrieb wurde nach Angaben des Insolvenzverwalters aus der Insolvenzmasse freigegeben. Ein Insolvenzverfahren dauert häufig ein bis zwei Jahre, abhängig vom Umfang der Vermögensverhältnisse. Anschließend beginnt die Phase bis zur Restschuldbefreiung. Seit der Reform des Insolvenzrechts im Jahr 2020 können natürliche Personen bereits nach drei Jahren von ihren restlichen Schulden befreit werden, sofern sie ihre gesetzlichen Pflichten erfüllen. Dazu gehören unter anderem die Abführung pfändbarer Einkünfte und die Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter.

Weitere Influencer betroffen

Der Fall unterscheidet sich von vielen bekannten Verfahren gegen Influencer. Anders als etwa bei Cathy Hummels oder Pamela Reif geht es hier nicht um eine wettbewerbsrechtliche Klage eines Wettbewerbsverbands, sondern um ein Bußgeldverfahren der Medienaufsicht wegen Verstößen gegen die Werbekennzeichnung.
Auch andere prominente Influencer mussten sich bereits wegen mutmaßlicher Schleichwerbung rechtlich verantworten.
Im Fall von Cathy Hummels beanstandete der Verband Sozialer Wettbewerb Markenverlinkungen in Instagram-Beiträgen. Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied 2021, dass unbezahlte Beiträge mit reinen Markenverlinkungen grundsätzlich nicht als Werbung gekennzeichnet werden müssen. Erhält ein Influencer jedoch eine Gegenleistung, besteht eine Kennzeichnungspflicht. Gemeinsam mit dem Fall Hummels verhandelte der BGH damals auch Verfahren der Influencerinnen Leonie Hanne und Luisa-Maxime Huss.
Als weiterer wichtiger Fall gilt die Fitness-Influencerin Pamela Reif. Der Verband Sozialer Wettbewerb hatte ihr 2019 vorgeworfen, Produkte und Kleidung in Instagram-Beiträgen über sogenannte „Tap Tags“ mit Herstellern zu verlinken, ohne die Beiträge als Werbung zu kennzeichnen. Reif argumentierte, sie habe dafür keine Bezahlung erhalten, sondern lediglich häufige Fragen ihrer Follower beantwortet.
Der Fall landete schließlich vor dem Bundesgerichtshof. Mit seinem Grundsatzurteil vom 9. September 2021 stellte das Gericht klar: Erhält ein Influencer keine Gegenleistung für einen Beitrag, besteht grundsätzlich keine Kennzeichnungspflicht. Fließt dagegen Geld oder ein anderer wirtschaftlicher Vorteil, muss der Beitrag als Werbung gekennzeichnet werden. Das Urteil gilt bis heute als wichtiger Maßstab für Gerichte und Medienaufsichtsbehörden.
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Meer für alle – haben Italiens Strandbäder noch Zukunft?

August also. Der heilige Ferienmonat der Italiener. Normalerweise würden sie hier in Ostia, dem Stadtstrand von Rom, jetzt wieder dicht an dicht liegen. Körper an Körper, Liege an Liege, Schirm an Schirm. So wie jedes Jahr, wenn die Sonne wochenlang herunterbrennt. Nichts davon. Stattdessen sind im „Shilling“, einem der bekanntesten Strandbäder der 90.000-Einwohner-Gemeinde, die Abrissbagger an der Arbeit. Gerade werden die Toilettenhäuschen plattgemacht. Abgesehen davon ist hier kein Mensch.
Das „Shilling“ ist ein gutes Beispiel für den Sinneswandel an Italiens Stränden. Entlang der 7.500 Kilometer Mittelmeerküste gibt es Tausende privat betriebene Bäder, die Liegen und Schirme vermieten, eine über Jahrzehnte gewachsene italienische Tradition. Jetzt jedoch gehen die Behörden in Ostia und anderswo dagegen vor, dass man nur ans Meer gelassen wird, wenn man dafür bezahlt. Das hat mit einer 20 Jahre alten EU-Richtlinie zu tun, die nun endlich umgesetzt werden soll. Aber nicht nur.

Strand ist auch in Italien gratis – eigentlich

Offiziell gibt es in Italien mehr als 7.300 Stabilimenti Balneari, tatsächlich wohl einige Tausend mehr. Die meisten sind Familienbetriebe – zumal man den Begriff Familie in Italien großzügig auslegen kann. Auch die Mafia ist mancherorts dabei. Viele sind durch die Vermietung von Strandliege (Lettino) und Sonnenschirm (Ombrellone) reich geworden. In dieser Saison liegt die Durchschnittsmiete für zwei Liegen und Schirm bei etwa 40 Euro pro Tag. In einigen Regionen wie der Toskana kann es deutlich teurer werden.
Dabei gehört die Küste – so wie anderswo in Europa – auch in Italien eigentlich dem Staat. Von Gesetzes wegen müsste das Ufer überall für jedermann frei und kostenlos zugänglich sein. Mehr als die Hälfte der Strände ist jedoch privat verpachtet, oft unter der Hand und oft auch zu Spottpreisen. Im Durchschnitt kostet die Konzession 8.200 Euro pro Jahr. Durchschnittlicher Umsatz, ermittelt vom Centrum für Europäische Politik (CEP): 260.000 Euro. Andere Schätzungen reichen weit darüber hinaus.

Zäune und Mauern versperren Zugang zum Meer

Bei Touristen aus dem Ausland sorgt die Liegegebühr immer wieder für Ärger. Die Italiener haben sich über die Jahrzehnte daran gewöhnt. Allerdings wird es inzwischen auch einigen von ihnen zu viel. Die Römerin Isabella Pedrelli, die mit ihren beiden Kindern nach Ostia gekommen ist, sagt: „Eine Normalfamilie kann sich das überhaupt nicht mehr leisten.“ In Neapel besetzten Aktivisten kürzlich mit eigenen Handtüchern und Sonnenschirmen die Bezahlbereiche. Zudem sorgt für Unmut, dass vielerorts die Stabilimenti den Zugang zum Meer durch hohe Zäune und Mauern versperren.
In Ostia sieht man über kilometerlang kaum etwas davon. Damit soll jetzt Schluss sein. Die Stadtverwaltung von Rom – wozu der Vorort immer noch gehört – geht seit einiger Zeit rigoros gegen illegale Bauten und Machenschaften vor. Das „Shilling“ wurde wegen Bauvergehen und anderer Vorwürfe gegen den Betreiber beschlagnahmt. Im Winter nahm es durch Stürme so schweren Schaden, dass es zur Ruine zu verfallen drohte.

Auch anderswo in Italien gehen die Behörden vor

Nun wird es abgerissen, ebenso wie das „Sporting Beach“ daneben. Roms sozialdemokratischer Bürgermeister Roberto Gualtieri will dort nun eine Spiaggia Libera ansiedeln, einen „freien Strand“. Einem anderen Club, dem „Village“, entzog die Stadt im Zuge von Mafia-Ermittlungen die Konzession und vergab sie an eine Genossenschaft. Ziel ist es, aus bislang nur 1,2 Kilometern Gratis-Strand (von insgesamt 11,3 Kilometern) 6,5 Kilometer zu machen. Statt 70 Stabilimenti soll es in Ostia künftig nur noch 35 geben.
Auch anderswo, wie an der italienischen Riviera in Ligurien oder in Apulien, unten im Süden, haben Bürgermeister damit begonnen, die Strände wieder kostenlos zu machen. Das hängt auch mit einer EU-Richtlinie von 2006 zusammen. Demnach müssen die staatlichen Konzessionen für Strandabschnitte regelmäßig neu ausgeschrieben werden, weil es sich um öffentlichen Grund handelt.

EU-Richtlinie soll nun endlich umgesetzt werden

Die Umsetzung der Richtlinie wurde von den verschiedensten Regierungen in Rom immer wieder hinausgeschoben. Nun soll 2027 doch damit begonnen werden. Viele hoffen, dass größere Konkurrenz zu niedrigeren Preisen führt. Sicher ist das nicht.
Umso mehr gibt es von Bürgerinitiativen wie der Vereinigung Mare Libero (Freies Meer) Lob für die Rückwandlung von Stränden in kostenlose Bereiche. „Wir müssen deutlich machen, dass Strand, Meer und Luft öffentliche Güter sind – und nichts, das man einfach verkaufen oder abtreten kann“, sagt deren Rom-Statthalter Danilo Ruggeri. „Aber da ist noch einiges zu tun.“

Neuer Ärger um mitgebrachte Speisen und Getränke

Tatsächlich gab es eben erst neue Aufregung, weil einige Strandbad-Betreiber in Apulien ihren Gästen auch noch verbieten wollten, mitgebrachte Speisen und Getränke zu konsumieren. Begründet wurde dies mit einem möglichen „Imageschaden“.
Der Präsident der Region, Antonio Decaro, las den Pächtern daraufhin die Leviten. Angesichts der ohnehin extrem hohen Preise für Schirme und Liegen sei es absurd, den Leuten auch noch vorzuschreiben, teures Essen kaufen zu müssen. „Das Meer ist ein Allgemeingut. Es darf nicht zum Luxusgut werden.“ (dpa/red)
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Blitzermarathon startet: Polizei nimmt Raser verstärkt ins Visier

Die Polizei ist in den nächsten Tagen verstärkt Temposündern auf den Straßen auf der Spur. Am Montag beginnt der sogenannte Blitzermarathon, auch Speedweek genannt. Laut dem Autofahrerclub ADAC beteiligen sich daran mehrere Bundesländer, allerdings nicht alle. Die Aktion fällt mitten in die Ferienzeit und trifft diesmal auch viele Urlauber.
Bereits im Frühjahr gab es gezielte Kontrollen über mehrere Tage. Ziel der Aktion bis zum kommenden Sonntag ist es laut Polizei und Innenministerien der beteiligten Länder, die Zahl der schweren Verkehrsunfälle zu reduzieren. 2025 starben bei Unfällen im Straßenverkehr mehr als 2.800 Menschen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren das 62 Getötete mehr als im Jahr zuvor. Das sind deutlich weniger als 1995, als noch 9.500 Menschen starben.

Weshalb kontrolliert wird

Nach Einschätzung von Experten ist zu schnelles Fahren eine häufige Unfallursache. Insbesondere an Unfallschwerpunkten müssten Autofahrer mit Tempokontrollen rechnen. Die Innenministerien von Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen teilten zum Beispiel nicht vorab mit, wo genau mobile und stationäre Blitzer in den kommenden Tagen stehen werden.
„Wir werden unsere Geschwindigkeitsmessgeräte nicht nur auf Bundesautobahnen aufstellen, sondern uns auf die ländlichen Bereiche, insbesondere Alleen, konzentrieren“, sagte die Leiterin der Verkehrspolizei in der Brandenburger Polizeidirektion West, Peggy Baier. Anders als bei der Aktion im Frühjahr gibt es laut ADAC diesmal keinen Hauptkontrolltag.

Was Automobilclubs zu der Aktion sagen

Der ADAC Nordrhein befürwortet dauerhaft mehr gezielte Kontrollen gerade an Unfallschwerpunkten. Auch der Automobilclub von Deutschland (AvD) fordert, an Unfallschwerpunkten kontinuierlich zu kontrollieren. Er kritisiert aber den Zeitpunkt der Aktionswoche in der Hauptreisezeit. Kontrollen sollten nicht den Eindruck erwecken, „in erster Linie der Einnahmeerzielung zu dienen“.
Die Speedweek ist eine vom europäischen Polizeinetzwerk Roadpol europaweit abgestimmte Aktion. Jedes Jahr im April und im August finden dabei solche Kontrollwochen statt, bei denen die Polizei die Geschwindigkeit auf den Straßen strenger überwacht.
Allein in Baden-Württemberg wurden bei der europaweit abgestimmten Geschwindigkeitskontrollwoche im April 58.347 Verstöße festgestellt. (dpa/red)
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Trump setzt „größten Angriff seit Zweitem Weltkrieg“ aus – neue Iran-Verhandlungen


In Kürze:

  • Trump sagt geplanten Großangriff auf den Iran kurzfristig ab.
  • Neue Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sollen am Montag beginnen.
  • Explosion nahe Tanker in der Straße von Hormus verschärft die Unsicherheit.

 
US-Präsident Donald Trump hat nach dem vorläufigen Verzicht auf eine weitere Angriffswelle gegen den Iran eine neue Runde von Verhandlungen mit Vertretern der Islamischen Republik angekündigt. Die Gespräche sollen nach seinen Angaben am Montag beginnen. An Bord der Präsidentenmaschine Air Force One erklärte Trump auf dem Rückflug von New Jersey nach Washington, die USA würden „in Form von Verhandlungen“ mit dem Iran sprechen.
„Was wir jetzt tun, ist, dass wir in Form von Verhandlungen mit ihnen sprechen. Es beginnt morgen Nachmittag, und dann werden wir sehen.“
Wo die Gespräche stattfinden, wie lange sie dauern und wer daran teilnehmen wird, ließ der Präsident offen.
Trump betonte, der Iran sei an einer Einigung interessiert. „Sie wollen natürlich nicht angegriffen werden.“
Mit Blick auf die geplanten Verhandlungen erklärte Trump außerdem, einige Beteiligte – darunter Saudi-Arabien – gingen davon aus, dass eine Einigung über die Straße von Hormus unmittelbar bevorstehe. Anschließend solle folgen, was er als „Denuklearisierung des Iran“ bezeichnete.
„Trump

Trump sprach an Bord der Präsidentenmaschine mit mitreisenden Reportern.

Foto: Anna Moneymaker/Getty Images

Trump spricht von abgesagtem Großangriff

Der US-Präsident bekräftigte erneut seine Darstellung, dass das US-Militär kurz vor einer neuen massiven Angriffswelle gegen den Iran gestanden habe.
„Es wäre der größte Angriff seit dem Zweiten Weltkrieg geworden,“ sagte Trump.
Nach seinen Worten hätte der Angriff für den Iran verheerende Folgen gehabt.
Nach Trumps Angaben verzichteten die USA jedoch auf den Angriff, nachdem Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar sowie auch der Iran selbst darum gebeten hätten. Die Verbündeten hätten signalisiert, dass eine politische Einigung unmittelbar bevorstehe und militärische Schritte den Verhandlungsprozess gefährden könnten. Deshalb habe er entschieden, den Angriff zunächst auszusetzen.
Bereits am Samstag hatte Trump auf seiner Plattform Truth Social erklärt, die USA und Israel würden vorläufig keine weiteren Angriffe durchführen, da sich „Umrisse einer Vereinbarung“ abzeichneten. Zuvor hatte er erklärt, den Angriff „unter der Voraussetzung, dass wir schnell eine Einigung erzielen können“, abgesagt zu haben.
Gleichzeitig machte Trump deutlich, dass die militärische Option weiterhin auf dem Tisch liege. „Wir sind jederzeit bereit loszulegen,“ so der Präsident.
Auf die Frage nach einer Frist für den Iran wollte er sich nicht festlegen. „Wir werden einfach sehen, wie es läuft. Würde ich lieber einen Deal machen? Ich bin nicht darauf aus, Menschen zu töten. Viele Menschen sterben, und das wollen wir nicht.“

Iran weist Trumps Darstellung zurück

Aus Teheran kam dagegen ein deutlich anderes Bild. Iranische Militärvertreter bezeichneten Trumps Aussagen laut der Nachrichtenagentur Mehr als „nichts als eine neue Lüge“. Eine Bestätigung für die von Trump angekündigten Verhandlungen oder für eine unmittelbar bevorstehende Einigung gab es von iranischer Seite zunächst nicht.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, erklärte zudem, Teheran werde weiterhin „auf der Grundlage dessen handeln, was den Interessen des Landes dient“ und wies Behauptungen zurück, wonach der Iran Washington gebeten habe, die Angriffe einzustellen.
Noch wenige Tage zuvor hatte Trump dem Iran mit neuen massiven Militärschlägen gedroht. Erst am Freitag hatte er erklärt, die USA würden den Iran „ganz hart angehen“, falls keine Fortschritte erzielt würden.

Pendler passieren am 21. Juli 2026 eine Wandmalerei in Teheran. Die Iranischen Revolutionsgarden meldeten Angriffe auf US-Militärziele in Bahrain und Kuwait.

Foto: ATTA KENARE / AFP via Getty Images

Gescheitertes Rahmenabkommen belastet die Beziehungen

Der aktuelle Konflikt dauert bereits seit Ende Februar an. Mitte Juni hatten sich Washington und Teheran zwar auf ein Rahmenabkommen verständigt, das den Weg zu einem dauerhaften Frieden ebnen sollte. Innerhalb einer 60-tägigen Übergangsfrist sollten die offenen Streitpunkte geklärt werden.
Schon kurz nach Abschluss des Abkommens kamen jedoch Zweifel an dessen Tragfähigkeit auf. Wiederholte gegenseitige Angriffe verhinderten eine nachhaltige Entspannung. Mitte Juli nahmen die USA ihre Militärschläge gegen iranische Ziele erneut auf. Zu den zentralen Streitpunkten zählen weiterhin das iranische Atomprogramm sowie die Kontrolle über die strategisch wichtige Straße von Hormus.

Explosion nahe Tanker in der Straße von Hormus

Parallel zu den diplomatischen Bemühungen hat sich die Sicherheitslage in der Golfregion erneut verschärft. In der Nacht zum Montag ereignete sich in der Straße von Hormus offenbar eine Explosion in unmittelbarer Nähe eines Tankers.
Wie die britische Seefahrtbehörde UKMTO über den Kurznachrichtendienst X mitteilte, meldete der Kapitän des Schiffes eine Explosion in direkter Nähe des Tankers. Das Schiff selbst sowie die Besatzung blieben den Angaben zufolge unversehrt.
Der Vorfall ereignete sich rund 20 Seemeilen (etwa 37 Kilometer) nordöstlich der omanischen Hafenstadt Chasab. Die UKMTO rief alle Schiffe dazu auf, die Meerenge mit besonderer Vorsicht zu passieren und verdächtige Aktivitäten umgehend zu melden.

Unsicherheit über die Zukunft der Meerenge

Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt für den Transport von Erdöl und Erdgas und steht seit Beginn des Konflikts im Mittelpunkt der Spannungen zwischen dem Iran und den USA. Der Iran hatte die Meerenge nach Kriegsbeginn Ende Februar blockiert.
Am Sonntag erklärte Teheran, man stehe kurz vor einer Einigung mit dem Oman über eine neue Schifffahrtsroute. Gleichzeitig stellte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei, jedoch klar, dass dies nicht bedeute, dass die Straße von Hormus wieder vollständig geöffnet werde.
Ob die angekündigten Verhandlungen zwischen Washington und Teheran tatsächlich zu einer nachhaltigen Entspannung führen können, bleibt daher weiter offen. Während Trump von einer bevorstehenden Einigung spricht, weist der Iran diese Darstellung bislang entschieden zurück. Gleichzeitig zeigt der Zwischenfall in der Straße von Hormus, wie fragil die Sicherheitslage in der Region weiterhin ist.
Mit Material der Nachrichtenagenturen
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Trump Says Iran Talks to Begin on Monday“. (deutsche Bearbeitung: zk)
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„Alles ist dahin“: Wie ein Waldbauer gegen den Brand kämpft

„Man sagt, das Feuer ist ein Monster“, sagt Didier Monchaux mit feuchten Augen, als er vor seinem von den Flammen zerstörten Land steht. „Das stimmt.“ Geschätzt 95 Prozent seiner Anbaufläche im westfranzösischen Lanton sind dem riesigen Brand zum Opfer gefallen, der bei Bordeaux wütete. „Alles ist dahin“, sagt der Waldbauer aufgewühlt.
Rund 140 Hektar Wald besitzen Monchaux und seine Frau Françoise, deren Eltern einst hier wirtschafteten. Das Land brachte Geld ein, wenn Bäume an die Papier- oder Holzindustrie verkauft wurden. Eines Tages sollten die Urenkel das Fleckchen bekommen, erzählt der 76-Jährige. Doch nun ist die Zukunft ungewiss.
„Das ist nicht wie bei einem Weizenfeld. Nach einem Jahr können sie dort abernten. Wir müssen 40 Jahre warten und nun liegt alles am Boden. Entweder fangen wir also von vorn an oder wir hören komplett auf.“ Monchaux ergänzt: „Wir werden nun schwierige Entscheidungen treffen müssen.“

Waldbauer will kleines grünes Fleckchen retten

Das Feuer erreichte zuerst die Nachbarorte. Monchaux, der beim örtlichen Verband zur Waldbrandbekämpfung DFCI auch beratend helfen soll, den Wald vor Bränden zu schützen, machte sich mit seinem Truck direkt auf den Weg und half als Freiwilliger aus. Dann erreichten die Flammen Lanton, das Paar verließ sein Gelände für eine Nacht und kehrte am Morgen zurück.
Seitdem seien sie im Dauereinsatz, sagt Monchaux. Das Haus und ein kleines Stück Wald retteten die Feuerwehrleute. „Damit diese grüne Lunge grün bleibt, machen wir keine Pause, gar keine. Wir sind die ganze Nacht und den ganzen Tag im Einsatz, die ganze Zeit.“

Zahlreiche Freiwillige ziehen selbst durch Wälder

Monchaux ist bei Weitem nicht der Einzige. Unzählige Freiwillige sind dieser Tage im Brandgebiet unterwegs, laden Wassertanks auf Geländewägen, fahren auf eigene Faust in den Wald und versuchen, zu retten, was zu retten ist. Auch wenn Tausende Feuerwehrleute im Einsatz sind: überall können sie nicht sein. Aber sie dulden die Arbeit der Freiwilligen oder arbeiten direkt mit ihnen zusammen.
Unweit von Monchaux‘ Grundstück ist auch die Organisation Mission Trekkeurs mit sieben Freiwilligen im Einsatz. Mehr als sechs Stunden sind sie bis ins Brandgebiet gefahren, um zu unterstützen statt Urlaub zu machen. Mit mehreren Wasserpumpen helfen sie Freiwilligen und der Feuerwehr, Tanks und Schläuche neu zu befüllen. Auch sie selbst löschen kleine Stellen am Boden, an denen der Rauch wieder zutage tritt. „Es ist immerhin die Zukunft unserer Kinder, die auf dem Spiel steht“, erzählt die 50 Jahre alte Maud.

„Wenn ihre Kinder zu brennen drohen, was machen Sie dann?“

Das Feuer, so beschreibt es Monchaux, sei in den Boden gekrochen. Es breite sich dort in Wurzeln und Baumstämmen aus, schreite voran und flamme plötzlich wieder auf. „Man könnte sagen, es sucht Fressen.“ Als Teil von DFCI berät Monchaux normalerweise, sagt aber auch: „Wir haben das Steuer nicht in der Hand.“
„Normalerweise sollen wir nur einschreiten, wenn die Feuerwehr schon da war. Das Feuer ist gelöscht, dann kommen wir. Wir sollen nicht am Feuer im Einsatz sein“, erklärt der Rentner. „Aber hier, ob wir oder die Freiwilligen es waren, wir waren am Feuer. Wir haben uns in Gefahr gebracht.“
Für den Waldbauern ist das eine Selbstverständlichkeit. „Das ist unser Zuhause, das ist unser Erbe. Wenn ihre Kinder zu brennen drohen, was machen Sie dann? Sagen Sie sich, dazu habe ich kein Recht? Nein, wir waren dort.“ Er ergänzt: „Der erste Lanzenschlag, auch wenn wir ihn nicht hätten tun dürfen, kam von uns.“ Oftmals seien es Freiwillige gewesen, die mit dem Löschen begonnen hätten, noch bevor die Feuerwehr eingetroffen sei.

Feuer wühlt zutiefst auf und schürt Wut

Auch wenn der Brand, der auf 42.000 Hektar übergriff – eine Fläche etwa so groß wie der Stadtstaat Bremen – mittlerweile in Schach ist, wird es noch lange dauern, bis alles gelöscht ist, fürchtet Monchaux. Und auch für ihn wird die Aufarbeitung Zeit brauchen. „Es gibt das Davor, es gibt die Katastrophe und es gibt das Danach. Wie soll man danach emotional damit umgehen?“, fragt der Senior. „Es wird hart sein.“
Den Waldbauern plagen aber nicht nur der Verlust seines Landes und die schwere Entscheidung, ob ein Aufforsten lohnt. Er ist auch wütend. „Haben wir das nötige Material, um die Feuer zu bekämpfen? Ich bin überzeugt, dass es nicht so ist.“ Es gehe um politische Entscheidungen und die Politiker sollten Verantwortung für diese tragen. „Wenn wir eine Dummheit begehen, zahlen wir dafür, und ich habe den Eindruck, dass sie nicht dafür zahlen müssen, und das stört mich ein bisschen.“ Gegen wen genau seine Wut sich richtet, fällt Monchaux schwer zu sagen.

Einige Betroffene wollen gegen Staat vorgehen

Auch Laurent, der seinen ganzen Besitz, seine Felder, sein landwirtschaftliches Gerät und seine Schuppen durch die Flammen verloren hat, macht der Regierung Vorwürfe. Weil sie nicht ausreichend Canadair-Löschflieger in Auftrag gegeben hätten, träfe sie Schuld.
Bewohner von Le Porge, der am schlimmsten verwüsteten Gemeinde, wollen gar juristisch gegen den Staat vorgehen. Sie sind überzeugt, ihr Ort sei geopfert worden, um das schicke und touristische Cap Ferret zu retten. Die Regierung streitet das ab. Doch den Frust über die Verluste und das vom Feuer angefachte Misstrauen zu löschen, könnte wohl noch länger dauern, als den Brand an sich endgültig zu ersticken. (dpa/red)
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03.08.2026 | Randalierender 34-Jähriger stirbt nach Polizeieinsatz | Höhere Nachfrage bei Bio-Lebensmittel | Hitzewarnung für weite Teile Deutschlands

HEUTE12:38 Uhr

Randalierender 34-Jähriger stirbt nach Polizeieinsatz in München

In München ist ein 34-Jähriger nach einem Polizeieinsatz gestorben. Er soll im Hasenbergl randaliert, einen Insassen geschlagen und sich bei der Festnahme heftig gewehrt haben, dabei wurden zwei Beamte verletzt. Während der Festnahme habe der 34-Jährige das Bewusstsein verloren. Trotz sofortiger Wiederbelebungsmaßnahmen sei er in einem Krankenhaus gestorben. Das LKA prüft das Vorgehen der Einsatzkräfte.

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HEUTE11:46 Uhr

Mehr als tausend Juristen fordern AfD-Verbotsverfahren

Mehr als tausend Juristen unterstützen einen offenen Brief für ein AfD-Verbotsverfahren beim Bundesverfassungsgericht. Mindestens 1051 Anwälte, Richter, Staatsanwälte, Juristen aus Verwaltung und Wirtschaft sowie Rechtsreferendare hätten einen entsprechenden offenen Brief an die Bundesregierung und die Abgeordneten des Bundestages unterzeichnet, teilte der Republikanische Anwältinnen- und Anwälteverein (RAV) am Montag in Berlin mit.

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HEUTE11:35 Uhr

Dax steigt erstmals über 26.000 Punkte

Die Hoffnung auf eine Annäherung der Kriegsparteien USA und Iran hat den Dax erstmals über die 26.000-Punkte-Marke getrieben. Der deutsche Leitindex stieg am Montagvormittag auf 26.005,10 Punkte, ein Plus von 1,47 Prozent im Vergleich zum Schlussstand am Freitag.

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HEUTE11:21 Uhr

Elektroautos werden teurer–Verbrenner günstiger

Elektroautos werden laut einer Untersuchung des Center Automotive Research wegen der staatlichen Förderprämie und gestiegener Verkäufe wieder teurer. Im Juli kosteten sie im Schnitt 34.665 Euro. Die Rabatte für Verbrenner-Modelle stiegen dagegen von 18,4 auf 19,4 Prozent auf 32.302 Euro. Höhere Rabatte auf Verbrenner gewährten etwa die Hersteller Audi, Opel und BMW. Diese lagen bei bis zu 31,5 Prozent.

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HEUTE10:54 Uhr

Bio-Lebensmittel: Erneut höhere Nachfrage

Der Einzelhandel setzte im zweiten Quartal mit Bio-Lebensmitteln 4,75 Milliarden Euro um, 3,8 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Im ersten Halbjahr waren es mehr als 9,6 Milliarden Euro. Drogerien steigerten den Bio-Umsatz um fast 20 Prozent, der Bio-Fachhandel stagnierte dagegen bei 0,82 Milliarden Euro.

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HEUTE10:28 Uhr

Hitzewarnung für weite Teile Deutschlands

Der Deutsche Wetterdienst warnt von 11 bis 19 Uhr vor Hitze in weiten Teilen der Mitte und des Südens Deutschlands – von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz über Hessen und Thüringen bis nach Baden-Württemberg, Bayern und Teile Sachsens. Für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und den Norden gibt es keine Warnung. Empfohlen werden Schatten, regelmäßiges Trinken, leichte Kleidung, leichte Mahlzeiten und den Verzicht auf Alkohol.

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HEUTE10:07 Uhr

Bericht: Wales will Infantinos Wiederwahl nicht unterstützen

Der walisische Fußball-Verband FAW entzieht Gianni Infantino öffentlich die Unterstützung für seine Wiederwahl als FIFA-Präsident 2027. Er begründet dies mit Defiziten bei Führung, Entscheidungsprozessen, Werten, Kommunikation und Urteilsvermögen. Die Wahl ist am 18. März 2027 in Rabat geplant.

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HEUTE10:03 Uhr

Bergsteiger verunglückt nahe der Zugspitze tödlich

Nahe der Zugspitze ist ein 68-Jähriger aus Baden-Württemberg tödlich verunglückt. Zwei Bergsteiger fanden den Vermissten am Sonntag auf der Südseite des Jubiläumsgrats; er war offenbar 50 Meter abgestürzt. Hinweise auf Fremdverschulden gab es nicht.

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HEUTE9:52 Uhr

Sicherheitspolitiker warnen vor Risiken offener KI-Modelle

Politiker von Union, SPD und Grünen warnen vor Sicherheitsrisiken durch leistungsfähige offene KI-Modelle. Diese könnten Cyberangriffe, Einflusskampagnen und Schadsoftware erleichtern. Von Notz fordert Gegenmaßnahmen und das schnelle Schließen von Sicherheitslücken.

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HEUTE9:37 Uhr

Griechenland: Kampf gegen Flammen geht weiter

Die Wald- und Buschbrände westlich Athens sind weiter nicht unter Kontrolle. Die Feuerwehr bekämpft zwei Fronten bei der Ortschaft Agios Nektario im Kithairon-Gebirge und nordwestlich der Stadt Megara mit gut 36.000 Einwohnern. Fünf Menschen starben, darunter drei Feuerwehrleute; Hunderte Häuser und rund 10.000 Hektar Fläche verbrannten.

Feuerwehrleute und Mitarbeiter des griechischen Zivilschutzes bekämpfen die Flammen eines Waldbrandes nahe Agios Nektarios in Westattika, Griechenland.

Foto: Nick Paleologos / SOOC / AFP via Getty Images

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HEUTE9:33 Uhr

Ukraine greift erneut Lager von russischem Onlinehändler Wildberries an

Bei einem erneuten ukrainischen Drohnenangriff auf ein Logistikzentrum des Onlinehändlers Wildberries im Gebiet Wladimir wurde laut Gouverneur Alexander Awdejew ein Mensch verletzt. Es brach ein Feuer aus; Wildberries bestätigte den Angriff. Seit Mitte Juli wurden rund 20 Wildberries-Standorte angegriffen.

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HEUTE8:48 Uhr

Zahl der Arbeitslosen in Ingenieur- und IT-Berufen auf höchstem Stand seit 2011

Im 4. Quartal 2025 waren in Deutschland knapp 58.400 Menschen in Ingenieur- und IT-Berufen arbeitslos – Höchststand seit Beginn der VDI-Erhebung 2011. Fast 97.000 Stellen waren offen, 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Der VDI sieht langfristig weiter hohen Fachkräftebedarf.

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HEUTE8:14 Uhr

Einzelhandelsumsatz im Juni niedriger

Der deutsche Einzelhandel setzte im Juni 2026 real 1,1 Prozent und nominal 1,2 Prozent weniger um als im Mai. Gegenüber Juni 2025 sank der reale Umsatz um 0,2 Prozent, nominal stieg er um 1,2 Prozent. Im 1. Halbjahr lag er real 0,7 und nominal 2,2 Prozent über Vorjahr.

Verkauf in einem Kaufhaus (Archiv)

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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HEUTE8:02 Uhr

Bericht: Deutschlandticket könnte 3,40 Euro teurer werden

Das Deutschlandticket könnte im kommenden Jahr laut Berechnungen des „Tagesspiegel Background“ um 3,40 Euro auf 66,40 Euro monatlich steigen. Grundlage ist der von den Verkehrsministern beschlossene Preisindex. Derzeit kostet das Abo 63 Euro.

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HEUTE7:22 Uhr

Kuba erneut von landesweitem Stromausfall betroffen

Ein landesweiter Stromausfall hat Kuba am Sonntag erneut getroffen. Der staatliche Energieversorger UNE sprach von einer „vollständigen“ Unterbrechung. Gründe sind veraltete Technik und unterbrochene Treibstofflieferungen nach einer US-Ölblockade.

Blick auf eine Straße während eines Stromausfalls in Havanna, aufgenommen am 1. August 2026.

Foto: YAMIL LAGE / AFP via Getty Images

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HEUTE6:13 Uhr

SPD-Politiker unterstützen Aigner als Bundespräsidentin

Mehrere SPD-Politiker sprechen sich für eine Kandidatur der bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) für das Bundespräsidentenamt aus. Die Wahl ist am 30. Januar 2027, Steinmeiers Amtszeit endet im März. In Koalitionskreisen wird ein gemeinsamer Vorschlag von Union und SPD erwartet. Die AfD deutete kürzlich die Nominierung eines eigenen Kandidaten an.

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HEUTE6:09 Uhr

Japanische Währung: Trump bestätigt Eingreifen der USA zur Stützung des Yen

US-Präsident Donald Trump bestätigte, dass die USA Japan bei der Stützung der schwächelnden Landeswährung Yen geholfen haben. Die Fed in New York verkaufte für das US-Finanzministerium Euro und kaufte Yen, um „exzessive Volatilität“ zu bremsen. Die Intervention soll 6 bis 8,45 Billionen Yen umfasst haben. Der Yen war zuvor auf ein 40-Jahres-Tief gefallen.

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HEUTE5:48 Uhr

DIW-Präsident für Abschaffung der „Rente mit 63“

DIW-Präsident Marcel Fratzscher hält die geplante Abschaffung der abschlagsfreien „Rente mit 63“ für unverzichtbar. Sie könne knapp zehn Milliarden Euro sparen und 125.000 zusätzliche Beschäftigte je Rentnerjahrgang bringen. Drei ostdeutsche CDU-Ministerpräsidenten hatten sich offen gegen die Abschaffung gestellt.

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HEUTE4:38 Uhr

CDU-Innenexperte fordert nach CSD-Anschlag Vereinsgesetz-Reform

Nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD fordert CDU-Innenpolitiker Alexander Throm eine schnelle Reform des Vereinsgesetzes. Vereine sollen Auslandsspenden über 10.000 Euro offenlegen; zudem sollen Hawala-Finanzierung bekämpft und das Ausländervereinsregister reaktiviert werden.

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HEUTE4:30 Uhr

Ceuta-Krise: Marokko spricht erstmals von elf Toten

Marokko meldet in einer ersten offiziellen Reaktion nach der Migrationskrise in Ceuta elf Tote, darunter zehn Ertrunkene. Zudem habe es 40.000 irreguläre Grenzübertrittsversuche gegeben. Spanien spricht von 72 Toten und mehr als 60.000 Ankünften; fast alle seien zurückgeschickt worden. Die EU-Innenminister beraten am Dienstag.
Mit Material der Nachrichtenagenturen

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03.08.2026 | Hitzewarnung für weite Teile Deutschlands | Griechenland kämpft gegen Flammen | DIW-Präsident für Abschaffung der „Rente mit 63“

HEUTE10:28 Uhr

Hitzewarnung für weite Teile Deutschlands

Der Deutsche Wetterdienst warnt von 11 bis 19 Uhr vor Hitze in weiten Teilen der Mitte und des Südens Deutschlands – von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz über Hessen und Thüringen bis nach Baden-Württemberg, Bayern und Teile Sachsens. Für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und den Norden gibt es keine Warnung. Empfohlen werden Schatten, regelmäßiges Trinken, leichte Kleidung, leichte Mahlzeiten und den Verzicht auf Alkohol.

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HEUTE10:07 Uhr

Bericht: Wales will Infantinos Wiederwahl nicht unterstützen

Der walisische Fußball-Verband FAW entzieht Gianni Infantino öffentlich die Unterstützung für seine Wiederwahl als FIFA-Präsident 2027. Er begründet dies mit Defiziten bei Führung, Entscheidungsprozessen, Werten, Kommunikation und Urteilsvermögen. Die Wahl ist am 18. März 2027 in Rabat geplant.

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HEUTE10:03 Uhr

Bergsteiger verunglückt nahe der Zugspitze tödlich

Nahe der Zugspitze ist ein 68-Jähriger aus Baden-Württemberg tödlich verunglückt. Zwei Bergsteiger fanden den Vermissten am Sonntag auf der Südseite des Jubiläumsgrats; er war offenbar 50 Meter abgestürzt. Hinweise auf Fremdverschulden gab es nicht.

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HEUTE9:52 Uhr

Sicherheitspolitiker warnen vor Risiken offener KI-Modelle

Politiker von Union, SPD und Grünen warnen vor Sicherheitsrisiken durch leistungsfähige offene KI-Modelle. Diese könnten Cyberangriffe, Einflusskampagnen und Schadsoftware erleichtern. Von Notz fordert Gegenmaßnahmen und das schnelle Schließen von Sicherheitslücken.

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HEUTE9:37 Uhr

Griechenland: Kampf gegen Flammen geht weiter

Die Wald- und Buschbrände westlich Athens sind weiter nicht unter Kontrolle. Die Feuerwehr bekämpft zwei Fronten bei der Ortschaft Agios Nektario im Kithairon-Gebirge und nordwestlich der Stadt Megara mit gut 36.000 Einwohnern. Fünf Menschen starben, darunter drei Feuerwehrleute; Hunderte Häuser und rund 10.000 Hektar Fläche verbrannten.

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HEUTE9:33 Uhr

Ukraine greift erneut Lager von russischem Onlinehändler Wildberries an

Bei einem erneuten ukrainischen Drohnenangriff auf ein Logistikzentrum des Onlinehändlers Wildberries im Gebiet Wladimir wurde laut Gouverneur Alexander Awdejew ein Mensch verletzt. Es brach ein Feuer aus; Wildberries bestätigte den Angriff. Seit Mitte Juli wurden rund 20 Wildberries-Standorte angegriffen.

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Zahl der Arbeitslosen in Ingenieur- und IT-Berufen auf höchstem Stand seit 2011

Im 4. Quartal 2025 waren in Deutschland knapp 58.400 Menschen in Ingenieur- und IT-Berufen arbeitslos – Höchststand seit Beginn der VDI-Erhebung 2011. Fast 97.000 Stellen waren offen, 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Der VDI sieht langfristig weiter hohen Fachkräftebedarf.

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Einzelhandelsumsatz im Juni niedriger

Der deutsche Einzelhandel setzte im Juni 2026 real 1,1 Prozent und nominal 1,2 Prozent weniger um als im Mai. Gegenüber Juni 2025 sank der reale Umsatz um 0,2 Prozent, nominal stieg er um 1,2 Prozent. Im 1. Halbjahr lag er real 0,7 und nominal 2,2 Prozent über Vorjahr.

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Bericht: Deutschlandticket könnte 3,40 Euro teurer werden

Das Deutschlandticket könnte im kommenden Jahr laut Berechnungen des „Tagesspiegel Background“ um 3,40 Euro auf 66,40 Euro monatlich steigen. Grundlage ist der von den Verkehrsministern beschlossene Preisindex. Derzeit kostet das Abo 63 Euro.

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Kuba erneut von landesweitem Stromausfall betroffen

Ein landesweiter Stromausfall hat Kuba am Sonntag erneut getroffen. Der staatliche Energieversorger UNE sprach von einer „vollständigen“ Unterbrechung. Gründe sind veraltete Technik und unterbrochene Treibstofflieferungen nach einer US-Ölblockade.

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SPD-Politiker unterstützen Aigner als Bundespräsidentin

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Japanische Währung: Trump bestätigt Eingreifen der USA zur Stützung des Yen

US-Präsident Donald Trump bestätigte, dass die USA Japan bei der Stützung der schwächelnden Landeswährung Yen geholfen haben. Die Fed in New York verkaufte für das US-Finanzministerium Euro und kaufte Yen, um „exzessive Volatilität“ zu bremsen. Die Intervention soll 6 bis 8,45 Billionen Yen umfasst haben. Der Yen war zuvor auf ein 40-Jahres-Tief gefallen.

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DIW-Präsident für Abschaffung der „Rente mit 63“

DIW-Präsident Marcel Fratzscher hält die geplante Abschaffung der abschlagsfreien „Rente mit 63“ für unverzichtbar. Sie könne knapp zehn Milliarden Euro sparen und 125.000 zusätzliche Beschäftigte je Rentnerjahrgang bringen. Drei ostdeutsche CDU-Ministerpräsidenten hatten sich offen gegen die Abschaffung gestellt.

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CDU-Innenexperte fordert nach CSD-Anschlag Vereinsgesetz-Reform

Nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD fordert CDU-Innenpolitiker Alexander Throm eine schnelle Reform des Vereinsgesetzes. Vereine sollen Auslandsspenden über 10.000 Euro offenlegen; zudem sollen Hawala-Finanzierung bekämpft und das Ausländervereinsregister reaktiviert werden.

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Ceuta-Krise: Marokko spricht erstmals von elf Toten

Marokko meldet in einer ersten offiziellen Reaktion nach der Migrationskrise in Ceuta elf Tote, darunter zehn Ertrunkene. Zudem habe es 40.000 irreguläre Grenzübertrittsversuche gegeben. Spanien spricht von 72 Toten und mehr als 60.000 Ankünften; fast alle seien zurückgeschickt worden. Die EU-Innenminister beraten am Dienstag.
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03.08.2026 | Griechenland kämpft gegen Flammen | Kuba: Erneut landesweiter Stromausfall | DIW-Präsident für Abschaffung der „Rente mit 63“

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Bericht: Wales will Infantinos Wiederwahl nicht unterstützen

Der walisische Fußball-Verband FAW entzieht Gianni Infantino öffentlich die Unterstützung für seine Wiederwahl als FIFA-Präsident 2027. Er begründet dies mit Defiziten bei Führung, Entscheidungsprozessen, Werten, Kommunikation und Urteilsvermögen. Die Wahl ist am 18. März 2027 in Rabat geplant.

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Bergsteiger verunglückt nahe der Zugspitze tödlich

Nahe der Zugspitze ist ein 68-Jähriger aus Baden-Württemberg tödlich verunglückt. Zwei Bergsteiger fanden den Vermissten am Sonntag auf der Südseite des Jubiläumsgrats; er war offenbar 50 Meter abgestürzt. Hinweise auf Fremdverschulden gab es nicht.

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Sicherheitspolitiker warnen vor Risiken offener KI-Modelle

Politiker von Union, SPD und Grünen warnen vor Sicherheitsrisiken durch leistungsfähige offene KI-Modelle. Diese könnten Cyberangriffe, Einflusskampagnen und Schadsoftware erleichtern. Von Notz fordert Gegenmaßnahmen und das schnelle Schließen von Sicherheitslücken.

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Griechenland: Kampf gegen Flammen geht weiter

Die Wald- und Buschbrände westlich Athens sind weiter nicht unter Kontrolle. Die Feuerwehr bekämpft zwei Fronten bei der Ortschaft Agios Nektario im Kithairon-Gebirge und nordwestlich der Stadt Megara mit gut 36.000 Einwohnern. Fünf Menschen starben, darunter drei Feuerwehrleute; Hunderte Häuser und rund 10.000 Hektar Fläche verbrannten.

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Bei einem erneuten ukrainischen Drohnenangriff auf ein Logistikzentrum des Onlinehändlers Wildberries im Gebiet Wladimir wurde laut Gouverneur Alexander Awdejew ein Mensch verletzt. Es brach ein Feuer aus; Wildberries bestätigte den Angriff. Seit Mitte Juli wurden rund 20 Wildberries-Standorte angegriffen.

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Zahl der Arbeitslosen in Ingenieur- und IT-Berufen auf höchstem Stand seit 2011

Im 4. Quartal 2025 waren in Deutschland knapp 58.400 Menschen in Ingenieur- und IT-Berufen arbeitslos – Höchststand seit Beginn der VDI-Erhebung 2011. Fast 97.000 Stellen waren offen, 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Der VDI sieht langfristig weiter hohen Fachkräftebedarf.

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Der deutsche Einzelhandel setzte im Juni 2026 real 1,1 Prozent und nominal 1,2 Prozent weniger um als im Mai. Gegenüber Juni 2025 sank der reale Umsatz um 0,2 Prozent, nominal stieg er um 1,2 Prozent. Im 1. Halbjahr lag er real 0,7 und nominal 2,2 Prozent über Vorjahr.

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Bericht: Deutschlandticket könnte 3,40 Euro teurer werden

Das Deutschlandticket könnte im kommenden Jahr laut Berechnungen des „Tagesspiegel Background“ um 3,40 Euro auf 66,40 Euro monatlich steigen. Grundlage ist der von den Verkehrsministern beschlossene Preisindex. Derzeit kostet das Abo 63 Euro.

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Kuba erneut von landesweitem Stromausfall betroffen

Ein landesweiter Stromausfall hat Kuba am Sonntag erneut getroffen. Der staatliche Energieversorger UNE sprach von einer „vollständigen“ Unterbrechung. Gründe sind veraltete Technik und unterbrochene Treibstofflieferungen nach einer US-Ölblockade.

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Foto: YAMIL LAGE / AFP via Getty Images

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SPD-Politiker unterstützen Aigner als Bundespräsidentin

Mehrere SPD-Politiker sprechen sich für eine Kandidatur der bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) für das Bundespräsidentenamt aus. Die Wahl ist am 30. Januar 2027, Steinmeiers Amtszeit endet im März. In Koalitionskreisen wird ein gemeinsamer Vorschlag von Union und SPD erwartet. Die AfD deutete kürzlich die Nominierung eines eigenen Kandidaten an.

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Japanische Währung: Trump bestätigt Eingreifen der USA zur Stützung des Yen

US-Präsident Donald Trump bestätigte, dass die USA Japan bei der Stützung der schwächelnden Landeswährung Yen geholfen haben. Die Fed in New York verkaufte für das US-Finanzministerium Euro und kaufte Yen, um „exzessive Volatilität“ zu bremsen. Die Intervention soll 6 bis 8,45 Billionen Yen umfasst haben. Der Yen war zuvor auf ein 40-Jahres-Tief gefallen.

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DIW-Präsident für Abschaffung der „Rente mit 63“

DIW-Präsident Marcel Fratzscher hält die geplante Abschaffung der abschlagsfreien „Rente mit 63“ für unverzichtbar. Sie könne knapp zehn Milliarden Euro sparen und 125.000 zusätzliche Beschäftigte je Rentnerjahrgang bringen. Drei ostdeutsche CDU-Ministerpräsidenten hatten sich offen gegen die Abschaffung gestellt.

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CDU-Innenexperte fordert nach CSD-Anschlag Vereinsgesetz-Reform

Nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD fordert CDU-Innenpolitiker Alexander Throm eine schnelle Reform des Vereinsgesetzes. Vereine sollen Auslandsspenden über 10.000 Euro offenlegen; zudem sollen Hawala-Finanzierung bekämpft und das Ausländervereinsregister reaktiviert werden.

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Ceuta-Krise: Marokko spricht erstmals von elf Toten

Marokko meldet in einer ersten offiziellen Reaktion nach der Migrationskrise in Ceuta elf Tote, darunter zehn Ertrunkene. Zudem habe es 40.000 irreguläre Grenzübertrittsversuche gegeben. Spanien spricht von 72 Toten und mehr als 60.000 Ankünften; fast alle seien zurückgeschickt worden. Die EU-Innenminister beraten am Dienstag.
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03.08.2026 | Ceuta-Krise: Marokko spricht von elf Toten | CDU-Innenexperte fordert nach CSD-Anschlag Vereinsgesetz-Reform

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CDU-Innenexperte fordert nach CSD-Anschlag Vereinsgesetz-Reform

Nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD fordert CDU-Innenpolitiker Alexander Throm eine schnelle Reform des Vereinsgesetzes. Vereine sollen Auslandsspenden über 10.000 Euro offenlegen; zudem sollen Hawala-Finanzierung bekämpft und das Ausländervereinsregister reaktiviert werden.

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Ceuta-Krise: Marokko spricht erstmals von elf Toten

Marokko meldet in einer ersten offiziellen Reaktion nach der Migrationskrise in Ceuta elf Tote, darunter zehn Ertrunkene. Zudem habe es 40.000 irreguläre Grenzübertrittsversuche gegeben. Spanien spricht von 72 Toten und mehr als 60.000 Ankünften; fast alle seien zurückgeschickt worden. Die EU-Innenminister beraten am Dienstag.
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Was steckt hinter dem überraschenden Comeback der Schallplatte?

Lautlose Rotation, ähnlich der Erde, die ihre Runden im Weltraum dreht. Die Nadel setzt auf – ein plötzliches, alles veränderndes Eintauchen in die Welt der Schallplatte. Ein paar Sekunden Rauschen. Dann Magie: Musik, die vor Monaten, Jahren oder gar Jahrzehnten zum ersten Mal gespielt wurde, erfüllt plötzlich den Raum, als stünden die Musiker direkt neben uns und spielten und wiegten sich im Takt. Der Zuhörer verstummt, entrückt.
Das ist die Freude am Plattenspieler. Eine Freude, die schon unsere Großeltern kannten, und im Gegensatz zu manch anderer Audiotechnologie – ich denke dabei an Musikkassetten – ist sie nicht in Vergessenheit geraten. Im Gegenteil, Vinyl erlebte in den letzten Jahrzehnten ein beachtliches Comeback. Es ist kein Relikt der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehr, sondern ein fester Bestandteil der Musikwelt des 21. Jahrhunderts.

Herrliche Ineffizienz

Die Frage ist: Wozu noch einen Plattenspieler? Musik ist heute so zugänglich wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. Streamingdienste können jeden jemals aufgenommenen Song mit wenigen Klicks abrufen. Wozu also noch Vinyl, ein umständlicheres und weniger effizientes Mittel zum Musikhören?
Genau darin besteht der Reiz, den „Vinylliebhaber“ so schätzen. Es ist genau diese Ineffizienz bei der Benutzung eines Plattenspielers.
„Das ist irgendwie der Punkt, weil Streaming einfach zu einfach ist“, erklärt Avi Brown, Vinylenthusiast und Gründer von Evergreen Vinyl, gegenüber der Epoch Times. „Streaming kann sich wie die Fast Fashion der Musik anfühlen. Es ist zu leicht zugänglich; wir erleben die Alben nicht mehr so intensiv und schätzen sie nicht im gleichen Maße.“
Im digitalen Zeitalter sind manche Musikliebhaber des reibungslosen Streamingprozesses überdrüssig geworden.
Ein Plattenspieler erzeugt Ton, indem er mit einer Nadel mikroskopisch kleine Rillen in der Vinylplatte abtastet und so physikalische Schwingungen in Musik umwandelt. Foto: gbh007/iStock

Ein Plattenspieler erzeugt Ton, indem er mit einer Nadel mikroskopisch kleine Rillen in der Vinylplatte abtastet und so physikalische Schwingungen in Musik umwandelt.

Foto: gbh007/iStock

„Wir sind in so vielen Bereichen unseres täglichen Lebens auf Effizienz und Vereinfachung fokussiert“, sagt Brown. „Bei Vinyl ist es wie eine Gegenbewegung. Es geht um den Genuss des Rituals, um die Freude am physischen Objekt, das als Kulturgut Bedeutung trägt.“
Menschen, die Plattenspieler benutzen, suchen mehr als nur Effizienz und Bequemlichkeit. Sie wollen ein authentisches Erlebnis, eines, das bewusst nicht reibungslos verläuft. Schließlich erzeugt Reibung Schwingungen. Reibung ist es, die Musik erzeugt.
Sowohl wörtlich als auch metaphorisch gesehen ist es die „Reibung“ bei der Benutzung von Schallplatten und Plattenspielern, die die Intentionalität fördert. Das Abspielen einer Schallplatte erfordert Voraussicht, physische Schritte und Geduld. Sie kann nicht gedankenlos eingeschaltet werden, wie digitale Musik, und das Überspringen von Titeln ist nicht möglich.

Auf der Suche nach der Ruhe

Nathan Green, Mitbegründer und CEO von New Level Radio formuliert es so: „Eine Schallplatte bietet ein haptisches, rituelles und ungestörtes Musikerlebnis. Vinyl erfordert, die Platte aus der Hülle zu ziehen, die Nadel aufzusetzen und die Platte nach 20 Minuten umzudrehen. Es verwandelt passives Musikhören im Hintergrund in eine bewusste, konzentrierte Tätigkeit.“
Ruhe. Konzentration. Bewusstes Handeln: Diese Worte sind im modernen Sprachgebrauch, der von Effizienz, Bequemlichkeit, Produktivität und technologischen Hilfsmitteln, die genau das versprechen, dominiert wird, immer seltener geworden. Vinyl bietet etwas anderes. Vinyl bietet etwas anderes. Es ist eine nostalgische Atempause von dieser zerstreuten, ablenkenden Technologiewelt. Es ist die Entschleunigung, nach der sich Menschen sehnen.
„Heute sind die Menschen mehr denn je vom schnellen Zugriff auf alles erschöpft, und das führt zu Informations- und Optionsüberlastung“, sagt Bob Bradley, PR-Manager der Musikindustrie, gegenüber der Epoch Times. „Jung und Alt sehnen sich nach Nostalgie und nach Erlebnissen, die uns helfen, uns jeweils auf eine Sache zu konzentrieren.“
Diese bewusste Verlangsamung rührt unter anderem von der physischen, haptischen Beschaffenheit des Vinyls. Hand, Plattenspieler und Nadel können sich nur mit begrenzter Geschwindigkeit bewegen. Es ist eine langsame, sinnliche Erfahrung, die neben dem Hören auch den Tastsinn und das Sehen auf intensive Weise einbezieht.
„Das taktile Vergnügen, durch Stapel von Schallplatten zu stöbern, die visuelle Freude am Albumcover – es ist ein multisensorisches Bankett“, heißt es auf dem Blog des Plattenspielerherstellers Fluance.
Albumcover bieten einen visuellen Kontext, der bei digitaler Musik oft verloren geht. Sie enthalten außerdem Songtexte und Angaben zu den Produzenten, die das Hörerlebnis intensivieren. Foto: dimitris_k/iStock

Albumcover bieten einen visuellen Kontext, der bei digitaler Musik oft verloren geht. Zudem enthalten sie Songtexte und Angaben zu den Produzenten, die das Hörerlebnis intensivieren.

Foto: dimitris_k/iStock

Ritual und Intentionalität

Die bewusste Hinwendung, der sinnliche Reiz und die präzisen Handgriffe beim Bedienen des Plattenspielers haben einen besonderen Charakter, der das Musikerlebnis vertieft. „Das Hören einer EP oder LP auf Vinyl schafft ein Ritual“, so Bradley. „Du ziehst sie heraus, schaust dir das Cover an, platzierst sie auf dem Plattenteller, setzt die Nadel auf und hörst zu. Letztlich vermittelt es ein Gefühl von Präsenz, welches Streaming und sogar CDs nicht immer bieten können.“
Rituale – vom Teeaufguss über religiöse Zeremonien bis zum Abspielen von Vinyl – bieten uns vorhersehbare, bedeutungsvolle und stabilisierende Muster. Sie erden uns sowohl in der Tradition als auch im gegenwärtigen Moment und verbinden uns mit Werten, die über den Alltag hinausgehen. Sie helfen uns, als Menschen unseren Platz in einer chaotischen Welt zu finden. Das Ritual des Schallplattenhörens besitzt eine Kraft, die von keiner anderen Art des Musikhörens erreicht wird.
Zudem haben die physischen Einschränkungen von Schallplatten einen künstlerischen Vorteil. Paradoxerweise geben Schallplatten dem Zuhörer die Freiheit, ein Musikalbum so zu erleben, wie es ursprünglich gedacht war.
„Es ist ein Ritual, das einen die Musik viel mehr schätzen lässt, als wenn man 80 Millionen Songs im Autopilotmodus durchhört“, sagt Brown. „Es ist ein langsamerer Prozess, bei dem man sich mit genau einem Album hinsetzt und sich voll darauf fokussiert.“
Bei einer Schallplatte kann der Zuhörer nicht vor- oder zurückspringen. Er muss die Lieder des Albums in der vorgegebenen Reihenfolge hören, so wie es der Künstler ursprünglich beabsichtigt hat. Lieder eines Albums sind bewusst angeordnet, um eine Geschichte zu erzählen oder sich gegenseitig zu ergänzen – wie Kunstwerke an einer Galeriewand. Beim Streaming mit seinem frei kombinierbaren, nicht fortlaufenden Ansatz geht das Erlebnis dieser künstlerischen Entscheidung oft unter.
Obwohl digitale Musik mehr Komfort bietet, schätzen viele Hörer Vinyl weiterhin wegen seiner haptischen Qualitäten. Das Auswählen von Fotoalben fördert auf natürliche Weise Gespräche und die Beteiligung und macht es so zu einem gemeinsamen Erlebnis. Foto: Dejan_Dundjerski/iStock

Obwohl digitale Musik mehr Komfort bietet, schätzen viele Hörer Vinyl weiterhin wegen seiner haptischen Qualitäten. Das Auswählen von Fotoalben fördert auf natürliche Weise Gespräche. Die gegenseitige Beteiligung macht es so zu einem gemeinsamen Erlebnis.

Foto: Dejan_Dundjerski/iStock

Sonorer Klang

Die Authentizität von Vinyl zeigt sich auch in seiner Klangqualität. Rauschen, Mängel und ein wärmerer Ton können die Musik „echter“ klingen lassen. Brown erläutert die Unterschiede zwischen digitalen und analogen Aufnahmen und warum viele Menschen den Klang von Schallplatten als voller empfinden:
„Digitale Dateien bieten einen Schallpegel von über 90 [Dezibel, dB], verglichen mit den 70 dB von Vinyl. Digital ist auch gleichmäßiger. Es gibt keine Tonhöheschwankungen, keine Oberflächengeräusche und keine Abnutzung durch wiederholtes Abspielen.“ Es gibt keine Gleichlaufschwankungen, kein Oberflächengeräusch und keine Abnutzung durch wiederholtes Abspielen.
„Aber Vinyl hat seine Vorteile. Seit Mitte der 90er herrscht ein regelrechter Lautheitskrieg, weil die Plattenfirmen wollten, dass ihre Titel lauter klingen als die der Konkurrenz. Ingenieure wurden beauftragt, das Audiomaterial stark zu komprimieren, was den Dynamikumfang zusammendrückt und eine Menge Nuancen verloren gehen lässt“, so Brown.
Und weiter: „Hier hat Vinyl physische Einschränkungen, die ein Überkomprimieren verhindern und es dynamischer und lebendiger klingen lassen. Vinyl klingt ‚wärmer‘, da seine Verzerrung irgendwo zwischen 0,4 [Prozent] und 3 [Prozent] totaler harmonischer Verzerrung liegt, während digitale DACs [Digital-Analog-Wandler] bei unter 0,001 [Prozent] liegen. Technisch ist das ein Makel, aber viele Ohren finden es angenehm. Es ist eine Unvollkommenheit, die menschlicher wirken kann – besonders in einer Welt, die zunehmend digital und KI-zentriert wird.“
So wie es bei Musik um mehr geht als bloße Effizienz, geht es auch um mehr als bloße technische Perfektion. Vieles von dem, wonach wir uns bei Musik sehnen, ist das menschliche Element, das nicht immer effizient ist und nur selten perfekt. Das macht den Reiz des Plattenspielers aus. Er ist ursprünglicher, intimer und menschlicher – mit all seinen Unvollkommenheiten.

Eingravierte Geschichten

Die Unvollkommenheit einer alten Schallplatte, abgenutzt durch wiederholtes Abspielen, erinnert uns an alles, was sie durchgemacht hat. Schallplatten gibt es seit mehr als einem Jahrhundert. Und jede Schallplatte erzählt ihre eigene Geschichte.
Der erste Phonograph – ein früher Begriff für einen Plattenspieler – wurde 1877 von Thomas Edison entwickelt. Er benutzte Vertiefungen, die von einer vibrierenden Nadel in Stanniol [Zinnfolie] geprägt wurden, das um einen rotierenden Zylinder gewickelt war. Emil Berliner verbesserte dieses Verfahren im Jahr 1887, indem er die Tonrillen nicht mehr in einen Zylinder, sondern spiralförmig in eine flache Scheibe eingravierte. Von dieser Scheibe ließ sich ein Negativ herstellen, das wiederum als Gussform für die Vervielfältigung der Originalaufnahme diente. Die so gefertigten Schallplatten konnten anschließend auf einem Grammophon abgespielt werden.
(Links) Der deutsch-amerikanische Ingenieur Emile Berliner mit dem Modell des ersten von ihm erfundenen Phonographen, um 1920. (Rechts) Thomas Edison und sein Phonograph, um 1877. Fotos: unbekannter Autor und Levin C. Handy (per http://hdl.loc.gov/loc.pnp/cwpbh.04326), gemeinfrei

Der deutsch-amerikanische Ingenieur Emil Berliner

Foto: l.) mit dem Modell des ersten von ihm erfundenen Phonographen, um 1920. Thomas Edison (r.) und sein Phonograph, um 1877. Fotos: unbekannter Autor und Levin C. Handy (per http://hdl.loc.gov/loc.pnp/cwpbh.04326

Die Hersteller verbesserten das Verfahren weiter, sodass die Schallplatten immer längere Audioabschnitte aufnehmen konnten. 1948 brachte Columbia Records die Langspielplatte (LP) mit einer Rotationsgeschwindigkeit von 33⅓ Umdrehungen pro Minute auf den Markt. Sie bot bis zu 30 Minuten Spielzeit pro Seite.
Vielleicht ist das Unglaublichste an dieser vergleichsweise einfachen Technologie ihre Langlebigkeit. Brown beobachtete: „Die Vinylschallplatte ist ein elegant einfaches und unglaublich langlebiges Medium, das 8-Spur-Kassetten, Musikkassetten, MiniDiscs und jetzt sogar CDs überdauert hat.“

Vor allem bei jungen Leuten beliebt

Obwohl Streaming dominiert, erlebt Vinyl weiterhin eine Renaissance. „Die Verkaufszahlen von Vinyl wachsen Jahr für Jahr, seit über einem Jahrzehnt“, erzählt Brown.
Die größte Käuferschicht? Überraschenderweise sind es junge Leute. Eine aktuelle Umfrage von Vinyl Alliance hat ergeben, dass Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren prozentual die größten Liebhaber physischer Tonträger wie Schallplatten, Kassetten und CDs sind.
Mehr als die Hälfte der Befragten aus der Generation Z (geboren 1997–2012) sammelt Schallplatten. Zum Vergleich: Nur 49 Prozent der Millennials (Jahrgänge 1981–1996) und 34 Prozent der Generation X (Jahrgänge 1965–1980) sammeln Schallplatten.
Das Interesse der jungen Menschen hat auch eine gemeinschaftliche und persönliche Komponente: Mehr als 80 Prozent kaufen ihre Schallplatten im Laden. Mehr als die Hälfte zieht stationäre Geschäfte Online-Käufen vor. Außerdem wünschen sie sich mehr Veranstaltungen für Vinylfans.
Die Vinylgemeinschaft in den USA floriert. Seit 2008 gibt es dort halbjährlich einen „Record Store Day“, um die Vinylsubkultur zu feiern. Epoch Times sprach mit Sydney, einer jungen Mutter, Musikerin und Musikliebhaberin aus der Millenialgeneration.
Sie brachte den Reportern gegenüber eine weit verbreitete Stimmung unter jungen Leuten zum Ausdruck, die gerne ältere Gewohnheiten wiederentdecken möchten. Sie sagte: „Ich denke, es gibt einen kulturellen Wunsch, in gewisser Weise zurückzugehen. Ich glaube, wir fühlen uns zu einer Zeit hingezogen, in der wir die Welt noch nicht mit einem Fingertipp zur Verfügung hatten.“
Die „Unbequemlichkeit“, die Absichtlichkeit und die Rauheit von Vinyl bieten eine Antwort auf diesen Wunsch.

Mehr Zeit durch Entschleunigung?

„Ich glaube, wir sehnen uns alle nach einem langsameren, friedlicheren Leben. Und die Wahrheit ist: Je mehr Technologie wir haben, um Dinge ‚effizient‘ zu machen, desto weniger Zeit und Frieden und Ruhe haben wir“, sagt sie und fügt hinzu: „Ich glaube, viele Menschen sehnen sich nach einer Zeit, in der unser Verstand in der Lage war, sich ruhig auf die Aufgabe vor uns zu fokussieren, und in der wir keinen Zugriff auf alles die ganze Zeit hatten.“
Als vielbeschäftigte Mutter findet Sydney die beruhigende Qualität von Vinyl besonders wichtig: „Ich habe festgestellt, dass es, wenn man Kinder hat, noch wesentlicher ist, Wege zu finden, um langsamer zu werden und den Moment zu genießen.“
Für Vinylliebhaber ist genau das der Sinn der Sache: tief durchatmen, sich Freiraum schaffen und die Musik auf sich wirken lassen, während sich die Schallplatte immer weiter dreht – wie die sich wiederholenden Rhythmen unserer Tage, Jahre und Jahrzehnte. Trotz aller Veränderungen der letzten Jahrhunderte haben uns Schallplatten bis heute begleitet. Und es sieht nicht so aus, als würden sie bald verschwinden.
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Analog Revival: Behind Vinyl’s Surprising Comeback“. (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung: sm)
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„Genug gearbeitet“ – Kontrolle: Warum mehr Regeln selten mehr Wirkung bringen

Wenn etwas nicht funktioniert, liegt eine Lösung scheinbar nahe: mehr Regeln. Mehr Freigaben. Mehr Nachweise. Mehr Kontrolle.
Der Gedanke ist verständlich. Wer Verantwortung trägt, will Risiken reduzieren. Doch häufig entsteht das Gegenteil: Die Organisation wird langsamer, vorsichtiger und weniger verantwortlich.
Kontrolle kann Sicherheit schaffen. Aber zu viel Kontrolle erzeugt Abhängigkeit. Menschen lernen dann nicht, besser zu entscheiden, sondern sich besser abzusichern. Sie fragen häufiger nach, dokumentieren mehr, vermeiden Risiko und warten auf Freigaben.
Ein Bereichsleiter sagte: „Ich will nicht alles kontrollieren, aber sonst passiert es nicht richtig.“ Wir schauten genauer hin. In Wahrheit fehlten keine Kontrollen. Es fehlten Standards. Es war nicht klar, was „richtig“ bedeutet, wann Rücksprache nötig ist und welche Fehler tolerierbar sind.
Der Unterschied ist groß: Kontrolle prüft nach. Orientierung ermöglicht vorher gutes Handeln.
Drei Dinge ersetzen oft unnötige Kontrolle:
  • Ein klarer Qualitätsmaßstab: Woran erkennen wir gute Arbeit?
  • Ein Entscheidungsrahmen: Was darf selbst entschieden werden?
  • Ein Lernrhythmus: Was schauen wir regelmäßig gemeinsam an?
Genug gearbeitet. Genug Zeit in nachträglicher Kontrolle verloren, weil vorn keine Klarheit geschaffen wurde.
Natürlich gibt es Bereiche, in denen Kontrolle notwendig ist: Sicherheit, Finanzen, Recht, Datenschutz und Qualität. Aber auch dort gilt: Kontrolle muss dienend bleiben. Sie darf nicht das Denken ersetzen.
Eine sinnvolle Kontrollfrage lautet: „Macht diese Regel gute Arbeit wahrscheinlicher – oder nur Absicherung sichtbarer?“ Wenn die Antwort ehrlich ausfällt, wird vieles klar.
In einem Team wurde jede Kundenmail ab einem bestimmten Umfang gegengelesen. Das war aus einem Fehler entstanden. Zwei Jahre später war das Team erfahrener, aber die Regel blieb. Sie kostete Zeit, erzeugte Stau und signalisierte Misstrauen. Nach einer Überarbeitung blieb nur eine Checkliste für kritische Fälle. Die Qualität sank nicht. Die Verantwortung stieg.
Mehr Regeln sind oft der Versuch, fehlendes Vertrauen zu ersetzen. Doch Vertrauen entsteht nicht durch Regelabbau allein. Es entsteht durch verlässliches Verhalten, klare Standards und sauberes Lernen aus Fehlern.
Der praktische Schritt: Nehmen Sie eine Regel, die alle nervt. Prüfen Sie ihren Ursprung, ihren heutigen Nutzen und ihre Nebenwirkungen. Dann entscheiden Sie: behalten, vereinfachen oder beenden.
Genug gearbeitet. Welche Kontrolle ist bei Ihnen längst Gewohnheit, obwohl sie kaum noch Wirkung hat?
Rolf Hempel | www.b-steps.de/summit | b-steps summit
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Illegale Migranten weiterhin über ganz Ceuta verstreut


In Kürze:

  • Viele illegal eingereiste Migranten befinden sich weiterhin in der spanischen Enklave Ceuta.
  • Einsatzkräfte haben bereits einige zur Rückkehr nach Marokko bewegt.
  • Epoch Times war vor Ort und sprach mit Einwohnern, Migranten und einem Politiker.
  • Es stellt sich heraus, dass viele Migranten aufgrund von Hoffnung gebenden Videos auf Social Media kamen.

 
Am Samstag, 1. August 2026, war der Strand von Ceuta, an dem wenige Tage zuvor Zehntausende illegal eingereiste Migranten an Land gegangen waren, weitgehend leer. Patrouillenboote lagen neben einer 500 Meter langen schwimmenden Absperrbarriere, die erst an diesem Morgen errichtet worden war.
Die Auswirkungen des Massenzustroms von Zehntausenden Menschen aus Marokko auf die Stadt mit ihren 84.000 Einwohnern waren jedoch noch sichtbar.
Während einige über die Grenze in ihr Heimatland zurückgekehrt waren, hatten sich andere ins Landesinnere begeben. Scharen von Migranten hielten sich weiterhin verstreut in der Stadt auf. Sie warteten in Hauseingängen, Seitenstraßen und Randbezirken, ohne klare Aussicht darauf, wie lange es dauern würde, sie alle zurückzuschicken.
Der Bürgermeister der Stadt, Juan Jesús Vivas, trat am Samstag gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Volkspartei, Alberto Núñez Feijóo, auf. Er begrüßte die Rückkehr vieler der illegal eingereisten Personen. Jedoch erklärte er: „In Ceuta ist noch keine Normalität eingekehrt“, da inmitten einer angespannten Stimmung noch mehrere Tausend Personen zurückgeschickt werden müssten.

Der lange Rückweg

Der Rückstrom nach Marokko war ebenso eindrucksvoll wie der Zustrom. Kolonnen junger Männer zogen zu Fuß in Richtung des Grenzübergangs, einige skandierten „Viva Marruecos! (Es lebe Marokko)“, während Beamte im Rahmen des Rückführungsabkommens Hunderte weiterer Abreisen meldeten – nach Tagen ohne Nahrung und Unterkunft.
An einer Stelle löste sich eine Gruppe aus der Menge und ging auf Reporter der Epoch Times zu. Dabei riefen sie „Free Palestine“ und aggressive Parolen gegen Israel, bevor sie sich wieder der Kolonne anschlossen.
Diejenigen, die anhielten, um zu sprechen, nannten übereinstimmende Gründe für ihre Rückkehr: Seit ihrer Ankunft hätten sie nichts zu essen oder zu trinken gehabt. Außerdem habe es wegen der großen Zahl an Menschen keine Perspektiven gegeben.
Mehrere sagten, sie hätten gar nicht vorgehabt, in Spanien zu bleiben, sondern hofften, weiter nach Frankreich oder Dänemark zu gelangen. Einige sagten auch, sie fühlten sich nicht willkommen und behaupteten, von einigen Einwohnern angegriffen worden zu sein.
Epoch Times wurde am Freitag Zeuge einer gewalttätigen Auseinandersetzung, bei der Einwohner und Migranten sich gegenseitig mit Steinen bewarfen.
Ceuta

Junge illegale Einwanderer versammeln sich am 1. August 2026 in der Nähe von Straßenschildern, die in Richtung Príncipe Alfonso und El Tarajal in Ceuta, Spanien, weisen. Mehrere sagten gegenüber Epoch Times, sie planten, in der spanischen Enklave zu bleiben.

Foto: Etienne Fauchaire/The Epoch Times

Gerichtsurteil im Internet neu interpretiert

Der 39-jährige Bilal schilderte der Epoch Times, er glaube, „Europa manipuliert uns“. Man hätte den Marokkanern den Eindruck vermittelt, sie würden „dringend als Arbeitskräfte gebraucht“ und könnten ein weitaus besseres Leben führen. Er kritisierte Videos, die auf Instagram und Facebook geteilt wurden und diese Botschaft verbreiteten.
Vertreter der Regierung Sánchez erklärten inzwischen, dass „mafiaähnliche“ Menschenhandelsnetzwerke diese Videos nutzten, um die falsche Darstellung und irreführende Informationen über das Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs vom 8. Juli zu verbreiten. Die Videos stehen im Mittelpunkt der offiziellen Erklärung für den Anstieg der Zuwanderungszahlen.
In dem Urteil untersagte das Gericht die sofortige Zurückweisung oder „Hot Returns“ („heiße Rückführungen“) von Migranten, die beim Schwimmen in Richtung Ceuta oder Melilla abgefangen wurden. Solche Ankömmlinge würden das reguläre Verfahren durchlaufen. Das schließt laut dem Gericht auch den Zugang zu einem Anwalt, einem Dolmetscher und die Möglichkeit, Asyl zu beantragen, ein.
Das Gericht wies jedoch darauf hin, dass sofortige Rückführungen zulässig sind, wenn Migranten versuchen, eine physische „Grenzsicherung“ zu überwinden. Diese Regel soll nach Angaben der Behörden nun durch die neue schwimmende Barriere umgesetzt werden.
In den sozialen Medien wurde dieser enge rechtliche Punkt anders interpretiert. Es stand die Behauptung im Raum, Spanien habe seine Grenze geöffnet. Ebenso gebe es keine Abschiebung von Menschen, die auf dem Seeweg ankämen.
Videos von erfolgreichen Schwimmern verbreiteten sich weitläufig. Mehrere junge Migranten teilten der Epoch Times mit, die Instagram-Videos hätten sie davon überzeugt, zu kommen.

Erinnerungen an 2021

Anwohner teilten der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times mit, dass die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez für den Grenzübertritt der Migranten verantwortlich sei. Sie bezweifelten, dass die verbleibenden Rückführungen zügig erfolgen würden.
Mehrere von ihnen sagten, die Szenen erinnerten an die Ereignisse aus dem Jahr 2021. Damals gelangten innerhalb von zwei Tagen rund 10.000 Menschen von Marokko aus in die spanische Exklave auf dem afrikanischen Kontinent. Zuvor hatten die marokkanischen Behörden die Kontrollen im Zuge eines Konflikts um die Westsahara offenbar gelockert. Der Zustrom der vergangenen Tage war um ein Vielfaches größer.
Soldaten und die örtliche Polizei durchkämmten am Samstag Stadtviertel, in denen sich kleine Lager von Migranten gebildet hatten. Sie wiesen diese zurück in Richtung Grenze und machten deutlich, dass eine Legalisierung solcher Einreisen aus Marokko nicht in Aussicht stehe.
Die Zivilgarde wurde zudem damit beauftragt, den Strand von El Tarajal zu überwachen, um neue Ankunftsversuche zu verhindern. Sie soll damit die Gefahr von Ertrinkungsunfällen verringern, wie ein in der Nähe stationierter Soldat berichtete.

Die am 1. August 2026 vor dem Strand von Tarajal an der Seegrenze zwischen Ceuta und Marokko neu installierte 500 Meter lange schwimmende Barriere.

Foto: Etienne Fauchaire/The Epoch Times

Sánchez’ Regierung unter Druck

Erst am Vorabend hatte die Epoch Times beobachtet, wie Migranten – zwar weit weniger als zu Spitzenzeiten – immer noch ungehindert nach Ceuta schwammen.
Die Krise der illegalen Migration hat die Kritik an der sozialistischen Regierung Spaniens sowohl seitens der rechten Opposition als auch seitens der europäischen Nachbarländer verschärft.
Juan Sergio Redondo, Vorsitzender und Sprecher der nationalkonservativen Partei Vox in Ceuta sprach mit der Epoch Times über die aktuelle Lage. Er sagte, dass „die Migrationskrise nicht gelöst wurde, weil sich die Regierung von Pedro Sánchez den Interessen Marokkos unterwirft und wir eine selbstzerstörerische Einwanderungspolitik betreiben“.
Redondo warnte, dass die Abschiebungen Zeit benötigen. „Es ist unmöglich, dass diese Menschen innerhalb weniger Tage das Land verlassen oder zurückgeschickt werden“, sagte er. Ebenso fügte er hinzu: „Viele kehren freiwillig zurück … aber andere haben nicht die Absicht, zurückzukehren.“

Bleiben Migranten noch viele Monate?

Der Vox-Vorsitzende prognostizierte, dass ein erheblicher Teil derjenigen, die „unsere Grenze gestürmt haben“, noch „viele Monate“ lang durch die Stadt ziehen werde. Gleichzeitig verwies er auf die Unsicherheit und Angst unter den Einwohnern, die weiterhin das Gefühl hätten, dass das Problem nicht gelöst sei.
Ceuta

Marokkanische illegale Einwanderer sitzen am 1. August 2026 auf den Stufen in der Nähe des Rafael-Gibert-Tors in Ceuta, Spanien.

Foto: Etienne Fauchaire/The Epoch Times

Nach Redondos Aussage seien Spaniens Sicherheitskräfte durch das Fehlen von Gesetzen „an Händen und Füßen gebunden“. Vox fordere seit vier Jahren verstärkte Zäune, verlängerte Wellenbrecher und maritime Absperrungen. Er beklagte:
„Hätte man eine ganze Menge tun können? Ja. Hat man es getan? Nein.“
Ministerpräsident Sánchez erklärte seinerseits auf einer Pressekonferenz am 31. Juli, seine Regierung werde „die Sicherheit der Einwohner von Ceuta garantieren, indem die Präsenz von Sicherheitskräften und Polizeibeamten in den Straßen der Stadt erhöht wird“. Außerdem werde man die Bearbeitung von Rückführungsverfahren für illegal eingereiste Personen beschleunigen.

Ein Durchbruch ohne Präzedenzfall in jüngster Zeit

Das Innenministerium schätzt, dass zwischen dem 30. und 31. Juli etwa 50.000 Menschen nach Ceuta eingereist sind. Stadtpräsident Vivas bezifferte die Zahl auf 60.000. Einen Tag zuvor versammelten sich vor dem Versammlungspalast von Ceuta Menschenmengen anlässlich des Besuchs von Sánchez und skandierten „Sánchez, tritt zurück“.
Der Ministerpräsident bezeichnete den Zustrom als „Verletzung der territorialen Integrität Spaniens“ und erklärte, Innenminister Fernando Grande-Marlaska werde vor Ort bleiben, um die Sicherheitsmaßnahmen in Abstimmung mit dem Einsatz der Armee zu koordinieren.
Ceuta

Marokkanische Migranten gehen am 1. August 2026 entlang der Carretera N-352 nahe der Grenze in Ceuta, Spanien, zurück in Richtung Marokko.

Foto: Etienne Fauchaire/The Epoch Times

Spanien und Marokko einigten sich am Donnerstag darauf, alle illegal eingereisten Personen „so schnell wie möglich“ zurückzuschicken. Die Regierung in Madrid lobte die Zusammenarbeit mit Rabat als ausgezeichnet.

Wiederholung möglich

Derzeit ist das Wasser vor El Tarajal leer und die Barriere hält stand. Einige männliche Migranten zeigten sich unbeeindruckt. „Wir werden es ein anderes Mal erneut versuchen“, sagte einer gegenüber Epoch Times.
Lola, eine Einwohnerin von Ceuta, erklärte der Epoch Times, sie habe damit gerechnet. „Leider werden wir wahrscheinlich erleben, dass sich eine solche Krise wiederholt.“
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Spain: Days After Historic Border Breach, Illegal Migrants Remain Scattered Across Ceuta“ (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung mf)
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Illegale Migranten weiterhin über ganz Ceuta verstreut


In Kürze:

  • Viele illegal eingereiste Migranten befinden sich weiterhin in der spanischen Enklave Ceuta.
  • Einsatzkräfte haben bereits einige zur Rückkehr nach Marokko bewegt.
  • Epoch Times war vor Ort und sprach mit Einwohnern, Migranten und einem Politiker.
  • Es stellt sich heraus, dass viele Migranten aufgrund von Hoffnung gebenden Videos auf Social Media kamen.

 
Am Samstag, 1. August 2026, war der Strand von Ceuta, an dem wenige Tage zuvor Zehntausende illegal eingereiste Migranten an Land gegangen waren, weitgehend leer. Patrouillenboote lagen neben einer 500 Meter langen schwimmenden Absperrbarriere, die erst an diesem Morgen errichtet worden war.
Die Auswirkungen des Massenzustroms von Zehntausenden Menschen aus Marokko auf die Stadt mit ihren 84.000 Einwohnern waren jedoch noch sichtbar.
Während einige über die Grenze in ihr Heimatland zurückgekehrt waren, hatten sich andere ins Landesinnere begeben. Scharen von Migranten hielten sich weiterhin verstreut in der Stadt auf. Sie warteten in Hauseingängen, Seitenstraßen und Randbezirken, ohne klare Aussicht darauf, wie lange es dauern würde, sie alle zurückzuschicken.
Der Bürgermeister der Stadt, Juan Jesús Vivas, trat am Samstag gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Volkspartei, Alberto Núñez Feijóo, auf. Er begrüßte die Rückkehr vieler der illegal eingereisten Personen. Jedoch erklärte er: „In Ceuta ist noch keine Normalität eingekehrt“, da inmitten einer angespannten Stimmung noch mehrere Tausend Personen zurückgeschickt werden müssten.

Der lange Rückweg

Der Rückstrom nach Marokko war ebenso eindrucksvoll wie der Zustrom. Kolonnen junger Männer zogen zu Fuß in Richtung des Grenzübergangs, einige skandierten „Viva Marruecos! (Es lebe Marokko)“, während Beamte im Rahmen des Rückführungsabkommens Hunderte weiterer Abreisen meldeten – nach Tagen ohne Nahrung und Unterkunft.
An einer Stelle löste sich eine Gruppe aus der Menge und ging auf Reporter der Epoch Times zu. Dabei riefen sie „Free Palestine“ und aggressive Parolen gegen Israel, bevor sie sich wieder der Kolonne anschlossen.
Diejenigen, die anhielten, um zu sprechen, nannten übereinstimmende Gründe für ihre Rückkehr: Seit ihrer Ankunft hätten sie nichts zu essen oder zu trinken gehabt. Außerdem habe es wegen der großen Zahl an Menschen keine Perspektiven gegeben.
Mehrere sagten, sie hätten gar nicht vorgehabt, in Spanien zu bleiben, sondern hofften, weiter nach Frankreich oder Dänemark zu gelangen. Einige sagten auch, sie fühlten sich nicht willkommen und behaupteten, von einigen Einwohnern angegriffen worden zu sein.
Epoch Times wurde am Freitag Zeuge einer gewalttätigen Auseinandersetzung, bei der Einwohner und Migranten sich gegenseitig mit Steinen bewarfen.
Ceuta

Junge illegale Einwanderer versammeln sich am 1. August 2026 in der Nähe von Straßenschildern, die in Richtung Príncipe Alfonso und El Tarajal in Ceuta, Spanien, weisen. Mehrere sagten gegenüber Epoch Times, sie planten, in der spanischen Enklave zu bleiben.

Foto: Etienne Fauchaire/The Epoch Times

Gerichtsurteil im Internet neu interpretiert

Der 39-jährige Bilal schilderte der Epoch Times, er glaube, „Europa manipuliert uns“. Man hätte den Marokkanern den Eindruck vermittelt, sie würden „dringend als Arbeitskräfte gebraucht“ und könnten ein weitaus besseres Leben führen. Er kritisierte Videos, die auf Instagram und Facebook geteilt wurden und diese Botschaft verbreiteten.
Vertreter der Regierung Sánchez erklärten inzwischen, dass „mafiaähnliche“ Menschenhandelsnetzwerke diese Videos nutzten, um die falsche Darstellung und irreführende Informationen über das Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs vom 8. Juli zu verbreiten. Die Videos stehen im Mittelpunkt der offiziellen Erklärung für den Anstieg der Zuwanderungszahlen.
In dem Urteil untersagte das Gericht die sofortige Zurückweisung oder „Hot Returns“ („heiße Rückführungen“) von Migranten, die beim Schwimmen in Richtung Ceuta oder Melilla abgefangen wurden. Solche Ankömmlinge würden das reguläre Verfahren durchlaufen. Das schließt laut dem Gericht auch den Zugang zu einem Anwalt, einem Dolmetscher und die Möglichkeit, Asyl zu beantragen, ein.
Das Gericht wies jedoch darauf hin, dass sofortige Rückführungen zulässig sind, wenn Migranten versuchen, eine physische „Grenzsicherung“ zu überwinden. Diese Regel soll nach Angaben der Behörden nun durch die neue schwimmende Barriere umgesetzt werden.
In den sozialen Medien wurde dieser enge rechtliche Punkt anders interpretiert. Es stand die Behauptung im Raum, Spanien habe seine Grenze geöffnet. Ebenso gebe es keine Abschiebung von Menschen, die auf dem Seeweg ankämen.
Videos von erfolgreichen Schwimmern verbreiteten sich weitläufig. Mehrere junge Migranten teilten der Epoch Times mit, die Instagram-Videos hätten sie davon überzeugt, zu kommen.

Erinnerungen an 2021

Anwohner teilten der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times mit, dass die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez für den Grenzübertritt der Migranten verantwortlich sei. Sie bezweifelten, dass die verbleibenden Rückführungen zügig erfolgen würden.
Mehrere von ihnen sagten, die Szenen erinnerten an die Ereignisse aus dem Jahr 2021. Damals gelangten innerhalb von zwei Tagen rund 10.000 Menschen von Marokko aus in die spanische Exklave auf dem afrikanischen Kontinent. Zuvor hatten die marokkanischen Behörden die Kontrollen im Zuge eines Konflikts um die Westsahara offenbar gelockert. Der Zustrom der vergangenen Tage war um ein Vielfaches größer.
Soldaten und die örtliche Polizei durchkämmten am Samstag Stadtviertel, in denen sich kleine Lager von Migranten gebildet hatten. Sie wiesen diese zurück in Richtung Grenze und machten deutlich, dass eine Legalisierung solcher Einreisen aus Marokko nicht in Aussicht stehe.
Die Zivilgarde wurde zudem damit beauftragt, den Strand von El Tarajal zu überwachen, um neue Ankunftsversuche zu verhindern. Sie soll damit die Gefahr von Ertrinkungsunfällen verringern, wie ein in der Nähe stationierter Soldat berichtete.

Die am 1. August 2026 vor dem Strand von Tarajal an der Seegrenze zwischen Ceuta und Marokko neu installierte 500 Meter lange schwimmende Barriere.

Foto: Etienne Fauchaire/The Epoch Times

Sánchez’ Regierung unter Druck

Erst am Vorabend hatte die Epoch Times beobachtet, wie Migranten – zwar weit weniger als zu Spitzenzeiten – immer noch ungehindert nach Ceuta schwammen.
Die Krise der illegalen Migration hat die Kritik an der sozialistischen Regierung Spaniens sowohl seitens der rechten Opposition als auch seitens der europäischen Nachbarländer verschärft.
Juan Sergio Redondo, Vorsitzender und Sprecher der nationalkonservativen Partei Vox in Ceuta sprach mit der Epoch Times über die aktuelle Lage. Er sagte, dass „die Migrationskrise nicht gelöst wurde, weil sich die Regierung von Pedro Sánchez den Interessen Marokkos unterwirft und wir eine selbstzerstörerische Einwanderungspolitik betreiben“.
Redondo warnte, dass die Abschiebungen Zeit benötigen. „Es ist unmöglich, dass diese Menschen innerhalb weniger Tage das Land verlassen oder zurückgeschickt werden“, sagte er. Ebenso fügte er hinzu: „Viele kehren freiwillig zurück … aber andere haben nicht die Absicht, zurückzukehren.“

Bleiben Migranten noch viele Monate?

Der Vox-Vorsitzende prognostizierte, dass ein erheblicher Teil derjenigen, die „unsere Grenze gestürmt haben“, noch „viele Monate“ lang durch die Stadt ziehen werde. Gleichzeitig verwies er auf die Unsicherheit und Angst unter den Einwohnern, die weiterhin das Gefühl hätten, dass das Problem nicht gelöst sei.
Ceuta

Marokkanische illegale Einwanderer sitzen am 1. August 2026 auf den Stufen in der Nähe des Rafael-Gibert-Tors in Ceuta, Spanien.

Foto: Etienne Fauchaire/The Epoch Times

Nach Redondos Aussage seien Spaniens Sicherheitskräfte durch das Fehlen von Gesetzen „an Händen und Füßen gebunden“. Vox fordere seit vier Jahren verstärkte Zäune, verlängerte Wellenbrecher und maritime Absperrungen. Er beklagte:
„Hätte man eine ganze Menge tun können? Ja. Hat man es getan? Nein.“
Ministerpräsident Sánchez erklärte seinerseits auf einer Pressekonferenz am 31. Juli, seine Regierung werde „die Sicherheit der Einwohner von Ceuta garantieren, indem die Präsenz von Sicherheitskräften und Polizeibeamten in den Straßen der Stadt erhöht wird“. Außerdem werde man die Bearbeitung von Rückführungsverfahren für illegal eingereiste Personen beschleunigen.

Ein Durchbruch ohne Präzedenzfall in jüngster Zeit

Das Innenministerium schätzt, dass zwischen dem 30. und 31. Juli etwa 50.000 Menschen nach Ceuta eingereist sind. Stadtpräsident Vivas bezifferte die Zahl auf 60.000. Einen Tag zuvor versammelten sich vor dem Versammlungspalast von Ceuta Menschenmengen anlässlich des Besuchs von Sánchez und skandierten „Sánchez, tritt zurück“.
Der Ministerpräsident bezeichnete den Zustrom als „Verletzung der territorialen Integrität Spaniens“ und erklärte, Innenminister Fernando Grande-Marlaska werde vor Ort bleiben, um die Sicherheitsmaßnahmen in Abstimmung mit dem Einsatz der Armee zu koordinieren.
Ceuta

Marokkanische Migranten gehen am 1. August 2026 entlang der Carretera N-352 nahe der Grenze in Ceuta, Spanien, zurück in Richtung Marokko.

Foto: Etienne Fauchaire/The Epoch Times

Spanien und Marokko einigten sich am Donnerstag darauf, alle illegal eingereisten Personen „so schnell wie möglich“ zurückzuschicken. Die Regierung in Madrid lobte die Zusammenarbeit mit Rabat als ausgezeichnet.

Wiederholung möglich

Derzeit ist das Wasser vor El Tarajal leer und die Barriere hält stand. Einige männliche Migranten zeigten sich unbeeindruckt. „Wir werden es ein anderes Mal erneut versuchen“, sagte einer gegenüber Epoch Times.
Lola, eine Einwohnerin von Ceuta, erklärte der Epoch Times, sie habe damit gerechnet. „Leider werden wir wahrscheinlich erleben, dass sich eine solche Krise wiederholt.“
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Spain: Days After Historic Border Breach, Illegal Migrants Remain Scattered Across Ceuta“ (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung mf)
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Illegale Migranten weiterhin über ganz Ceuta verstreut

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In Kürze:

  • Viele illegal eingereiste Migranten befinden sich weiterhin in der spanischen Enklave Ceuta.
  • Einsatzkräfte haben bereits einige zur Rückkehr nach Marokko bewegt.
  • Epoch Times war vor Ort und sprach mit Einwohnern, Migranten und einem Politiker.
  • Es stellt sich heraus, dass viele Migranten aufgrund von Hoffnung gebenden Videos auf Social Media kamen.

 
Am Samstag, 1. August 2026, war der Strand von Ceuta, an dem wenige Tage zuvor Zehntausende illegal eingereiste Migranten an Land gegangen waren, weitgehend leer. Patrouillenboote lagen neben einer 500 Meter langen schwimmenden Absperrbarriere, die erst an diesem Morgen errichtet worden war.
Die Auswirkungen des Massenzustroms von Zehntausenden Menschen aus Marokko auf die Stadt mit ihren 84.000 Einwohnern waren jedoch noch sichtbar.
Während einige über die Grenze in ihr Heimatland zurückgekehrt waren, hatten sich andere ins Landesinnere begeben. Scharen von Migranten hielten sich weiterhin verstreut in der Stadt auf. Sie warteten in Hauseingängen, Seitenstraßen und Randbezirken, ohne klare Aussicht darauf, wie lange es dauern würde, sie alle zurückzuschicken.
Der Bürgermeister der Stadt, Juan Jesús Vivas, trat am Samstag gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Volkspartei, Alberto Núñez Feijóo, auf. Er begrüßte die Rückkehr vieler der illegal eingereisten Personen. Jedoch erklärte er: „In Ceuta ist noch keine Normalität eingekehrt“, da inmitten einer angespannten Stimmung noch mehrere Tausend Personen zurückgeschickt werden müssten.

Der lange Rückweg

Der Rückstrom nach Marokko war ebenso eindrucksvoll wie der Zustrom. Kolonnen junger Männer zogen zu Fuß in Richtung des Grenzübergangs, einige skandierten „Viva Marruecos! (Es lebe Marokko)“, während Beamte im Rahmen des Rückführungsabkommens Hunderte weiterer Abreisen meldeten – nach Tagen ohne Nahrung und Unterkunft.
An einer Stelle löste sich eine Gruppe aus der Menge und ging auf Reporter der Epoch Times zu. Dabei riefen sie „Free Palestine“ und aggressive Parolen gegen Israel, bevor sie sich wieder der Kolonne anschlossen.
Diejenigen, die anhielten, um zu sprechen, nannten übereinstimmende Gründe für ihre Rückkehr: Seit ihrer Ankunft hätten sie nichts zu essen oder zu trinken gehabt. Außerdem habe es wegen der großen Zahl an Menschen keine Perspektiven gegeben.
Mehrere sagten, sie hätten gar nicht vorgehabt, in Spanien zu bleiben, sondern hofften, weiter nach Frankreich oder Dänemark zu gelangen. Einige sagten auch, sie fühlten sich nicht willkommen und behaupteten, von einigen Einwohnern angegriffen worden zu sein.
Epoch Times wurde am Freitag Zeuge einer gewalttätigen Auseinandersetzung, bei der Einwohner und Migranten sich gegenseitig mit Steinen bewarfen.
Ceuta

Junge illegale Einwanderer versammeln sich am 1. August 2026 in der Nähe von Straßenschildern, die in Richtung Príncipe Alfonso und El Tarajal in Ceuta, Spanien, weisen. Mehrere sagten gegenüber Epoch Times, sie planten, in der spanischen Enklave zu bleiben.

Foto: Etienne Fauchaire/The Epoch Times

Gerichtsurteil im Internet neu interpretiert

Der 39-jährige Bilal schilderte der Epoch Times, er glaube, „Europa manipuliert uns“. Man hätte den Marokkanern den Eindruck vermittelt, sie würden „dringend als Arbeitskräfte gebraucht“ und könnten ein weitaus besseres Leben führen. Er kritisierte Videos, die auf Instagram und Facebook geteilt wurden und diese Botschaft verbreiteten.
Vertreter der Regierung Sánchez erklärten inzwischen, dass „mafiaähnliche“ Menschenhandelsnetzwerke diese Videos nutzten, um die falsche Darstellung und irreführende Informationen über das Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs vom 8. Juli zu verbreiten. Die Videos stehen im Mittelpunkt der offiziellen Erklärung für den Anstieg der Zuwanderungszahlen.
In dem Urteil untersagte das Gericht die sofortige Zurückweisung oder „Hot Returns“ („heiße Rückführungen“) von Migranten, die beim Schwimmen in Richtung Ceuta oder Melilla abgefangen wurden. Solche Ankömmlinge würden das reguläre Verfahren durchlaufen. Das schließt laut dem Gericht auch den Zugang zu einem Anwalt, einem Dolmetscher und die Möglichkeit, Asyl zu beantragen, ein.
Das Gericht wies jedoch darauf hin, dass sofortige Rückführungen zulässig sind, wenn Migranten versuchen, eine physische „Grenzsicherung“ zu überwinden. Diese Regel soll nach Angaben der Behörden nun durch die neue schwimmende Barriere umgesetzt werden.
In den sozialen Medien wurde dieser enge rechtliche Punkt anders interpretiert. Es stand die Behauptung im Raum, Spanien habe seine Grenze geöffnet. Ebenso gebe es keine Abschiebung von Menschen, die auf dem Seeweg ankämen.
Videos von erfolgreichen Schwimmern verbreiteten sich weitläufig. Mehrere junge Migranten teilten der Epoch Times mit, die Instagram-Videos hätten sie davon überzeugt, zu kommen.

Erinnerungen an 2021

Anwohner teilten der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times mit, dass die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez für den Grenzübertritt der Migranten verantwortlich sei. Sie bezweifelten, dass die verbleibenden Rückführungen zügig erfolgen würden.
Mehrere von ihnen sagten, die Szenen erinnerten an die Ereignisse aus dem Jahr 2021. Damals gelangten innerhalb von zwei Tagen rund 10.000 Menschen von Marokko aus in die spanische Exklave auf dem afrikanischen Kontinent. Zuvor hatten die marokkanischen Behörden die Kontrollen im Zuge eines Konflikts um die Westsahara offenbar gelockert. Der Zustrom der vergangenen Tage war um ein Vielfaches größer.
Soldaten und die örtliche Polizei durchkämmten am Samstag Stadtviertel, in denen sich kleine Lager von Migranten gebildet hatten. Sie wiesen diese zurück in Richtung Grenze und machten deutlich, dass eine Legalisierung solcher Einreisen aus Marokko nicht in Aussicht stehe.
Die Zivilgarde wurde zudem damit beauftragt, den Strand von El Tarajal zu überwachen, um neue Ankunftsversuche zu verhindern. Sie soll damit die Gefahr von Ertrinkungsunfällen verringern, wie ein in der Nähe stationierter Soldat berichtete.

Die am 1. August 2026 vor dem Strand von Tarajal an der Seegrenze zwischen Ceuta und Marokko neu installierte 500 Meter lange schwimmende Barriere.

Foto: Etienne Fauchaire/The Epoch Times

Sánchez’ Regierung unter Druck

Erst am Vorabend hatte die Epoch Times beobachtet, wie Migranten – zwar weit weniger als zu Spitzenzeiten – immer noch ungehindert nach Ceuta schwammen.
Die Krise der illegalen Migration hat die Kritik an der sozialistischen Regierung Spaniens sowohl seitens der rechten Opposition als auch seitens der europäischen Nachbarländer verschärft.
Juan Sergio Redondo, Vorsitzender und Sprecher der nationalkonservativen Partei Vox in Ceuta sprach mit der Epoch Times über die aktuelle Lage. Er sagte, dass „die Migrationskrise nicht gelöst wurde, weil sich die Regierung von Pedro Sánchez den Interessen Marokkos unterwirft und wir eine selbstzerstörerische Einwanderungspolitik betreiben“.
Redondo warnte, dass die Abschiebungen Zeit benötigen. „Es ist unmöglich, dass diese Menschen innerhalb weniger Tage das Land verlassen oder zurückgeschickt werden“, sagte er. Ebenso fügte er hinzu: „Viele kehren freiwillig zurück … aber andere haben nicht die Absicht, zurückzukehren.“

Bleiben Migranten noch viele Monate?

Der Vox-Vorsitzende prognostizierte, dass ein erheblicher Teil derjenigen, die „unsere Grenze gestürmt haben“, noch „viele Monate“ lang durch die Stadt ziehen werde. Gleichzeitig verwies er auf die Unsicherheit und Angst unter den Einwohnern, die weiterhin das Gefühl hätten, dass das Problem nicht gelöst sei.
Ceuta

Marokkanische illegale Einwanderer sitzen am 1. August 2026 auf den Stufen in der Nähe des Rafael-Gibert-Tors in Ceuta, Spanien.

Foto: Etienne Fauchaire/The Epoch Times

Nach Redondos Aussage seien Spaniens Sicherheitskräfte durch das Fehlen von Gesetzen „an Händen und Füßen gebunden“. Vox fordere seit vier Jahren verstärkte Zäune, verlängerte Wellenbrecher und maritime Absperrungen. Er beklagte:
„Hätte man eine ganze Menge tun können? Ja. Hat man es getan? Nein.“
Ministerpräsident Sánchez erklärte seinerseits auf einer Pressekonferenz am 31. Juli, seine Regierung werde „die Sicherheit der Einwohner von Ceuta garantieren, indem die Präsenz von Sicherheitskräften und Polizeibeamten in den Straßen der Stadt erhöht wird“. Außerdem werde man die Bearbeitung von Rückführungsverfahren für illegal eingereiste Personen beschleunigen.

Ein Durchbruch ohne Präzedenzfall in jüngster Zeit

Das Innenministerium schätzt, dass zwischen dem 30. und 31. Juli etwa 50.000 Menschen nach Ceuta eingereist sind. Stadtpräsident Vivas bezifferte die Zahl auf 60.000. Einen Tag zuvor versammelten sich vor dem Versammlungspalast von Ceuta Menschenmengen anlässlich des Besuchs von Sánchez und skandierten „Sánchez, tritt zurück“.
Der Ministerpräsident bezeichnete den Zustrom als „Verletzung der territorialen Integrität Spaniens“ und erklärte, Innenminister Fernando Grande-Marlaska werde vor Ort bleiben, um die Sicherheitsmaßnahmen in Abstimmung mit dem Einsatz der Armee zu koordinieren.
Ceuta

Marokkanische Migranten gehen am 1. August 2026 entlang der Carretera N-352 nahe der Grenze in Ceuta, Spanien, zurück in Richtung Marokko.

Foto: Etienne Fauchaire/The Epoch Times

Spanien und Marokko einigten sich am Donnerstag darauf, alle illegal eingereisten Personen „so schnell wie möglich“ zurückzuschicken. Die Regierung in Madrid lobte die Zusammenarbeit mit Rabat als ausgezeichnet.

Wiederholung möglich

Derzeit ist das Wasser vor El Tarajal leer und die Barriere hält stand. Einige männliche Migranten zeigten sich unbeeindruckt. „Wir werden es ein anderes Mal erneut versuchen“, sagte einer gegenüber Epoch Times.
Lola, eine Einwohnerin von Ceuta, erklärte der Epoch Times, sie habe damit gerechnet. „Leider werden wir wahrscheinlich erleben, dass sich eine solche Krise wiederholt.“
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Spain: Days After Historic Border Breach, Illegal Migrants Remain Scattered Across Ceuta“ (Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung mf)
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Warum mehrere Kernkraftwerke in Europa drosseln müssen


In Kürze:

  • Mehrere Kernkraftwerke in der EU schalten wegen zu hoher Flusstemperaturen ab.
  • In Ungarn bricht fast die Hälfte der gesicherten Leistung weg.
  • Wegen befürchteten Strommangels hat Rumänien den Notstand ausgerufen.
  • In Frankreich sind 18 von 57 Reaktoren nicht in Betrieb.

 
In mehreren Ländern Europas drosseln aktuell die Betreiber von Kernkraftwerken (KKW) ihre Reaktoren. Grund dafür sind die anhaltenden sommerlichen Temperaturen sowie zu niedrige Flusspegelstände.
Die Leistung aller Atommeiler in der Europäischen Union lag zu Wochenbeginn am 27. Juli noch bei rund 70 Gigawatt (GW, oder 70.000 Megawatt). Am Sonntagmorgen zeigen die Leistungsdaten des Stromportals „Energy Charts“ nur noch knapp 53 GW an. Das ist ein Rückgang um 24,5 Prozent, also um fast ein Viertel.
Kernkraftwerke

Öffentliche Stromerzeugungsdaten der Kernkraft und die Verbrauchskurve (Last) in der Europäischen Union vom 27. Juli bis 2. August 2026.

Foto: Bildschirmfoto  /energy-charts.info/Fraunhofer ISE

Nur begrenzte Aufheizung der Flüsse erlaubt

Wärmeres Flusswasser ist rein aus technischer Sicht nicht unbrauchbar für ein KKW. Es kann die Anlage ebenfalls ausreichend abkühlen. Hintergrund ist vielmehr, dass die Meiler die Flüsse nicht zusätzlich aufheizen dürfen.
Die Brennstäbe im Kernreaktor geben Temperaturen von mehreren Hundert Grad Celsius ab. Diese Wärmeenergie können die Anlagen zu rund einem Drittel in Strom umwandeln. Die übrige Abwärme muss abgeführt werden. KKW, die an Flüssen liegen, entnehmen dazu Flusswasser und fügen diesem die Abwärme zu. Anschließend leitet der Kühlkreislauf das erwärmte Wasser in den Fluss zurück.
Im Sommer kann diese zusätzliche Wassererwärmung für manche Lebewesen in den Flüssen problematisch sein. Im schlimmsten Fall kann es zu erhöhtem Fischsterben kommen.
Daher gibt es in den EU-Ländern bestimmte Regelungen. Sie schreiben vor, wie warm das Flusswasser maximal sein darf, um es für die Kühlung der Meiler zu verwenden. Der Energieexperte Leonhard Gandhi erklärte: „Der Grenzwert für die Flusstemperatur liegt an vielen Standorten bei etwa 25 Grad Celsius, wobei je nach Kraftwerk und Genehmigung auch Ausnahmeregelungen möglich sind.“

Ungarn fährt komplett herunter

Im Verhältnis der Stromproduktion eines Landes ist Ungarn am stärksten betroffen. Das osteuropäische Land hat nur ein KKW mit vier Reaktoren am Standort Paks, rund 100 Kilometer südlich der Hauptstadt Budapest. Im Normalbetrieb erzeugen diese fast die Hälfte des ungarischen Stroms. Der Anteil der Kernenergie am Strommix lag in diesem Jahr bis dato bei rund 44 Prozent.
Seit Montag, 27. Juli, begann laut den Stromdaten des Portals „Energy Charts“ jedoch die schrittweise Drosselung der Leistung der Anlage. Am Sonntagmorgen speiste sie nur noch rund 173 Megawatt (MW) ins ungarische Netz ein. In der Spitze und vor der Drosselung erbrachte das Kraftwerk noch rund 1.850 MW.
Kernkraftwerke

Öffentliche Stromerzeugungsdaten der Kernkraft und die Verbrauchskurve (Last) in Ungarn vom 27. Juli bis 2. August 2026.

Foto: Bildschirmfoto  /energy-charts.info/Fraunhofer ISE

In Kürze schaltet das KKW Paks dann wegen zu niedriger Pegelstände der Donau komplett ab. „Nach aktuellen Berechnungen (…) könnte das am Dienstag oder Mittwoch geschehen“, sagte Ministerpräsident Peter Magyar am Freitag, 31. Juli, bei einer Pressekonferenz am Kraftwerk. Der Betreiber der Anlage hatte die Abschaltung „unvermeidlich“ genannt. Es ist die erste Komplettabschaltung dieses KKW seit seiner 44-jährigen Existenz.
Der Fluss hat an seinem Unterlauf stellenweise nur ein Drittel des im Juli durchschnittlich gemessenen Wasserstands. Der Wetterdienst Hungaromet sagt Ungarn in den kommenden sechs Tagen eine Hitzeperiode mit Temperaturen von bis zu 41 Grad Celsius voraus.

Minister spricht von drohender Energiekrise

Der ungarische Regierungschef Magyar rief die Industrie auf, ihren Stromverbrauch einzuschränken, um eine Energiekrise zu vermeiden. Zudem soll die Beleuchtung öffentlicher Gebäude eingestellt werden, um Strom zu sparen. Spätestens ab Montag, 3. August, könne es zu Engpässen bei der Stromversorgung kommen, hatte Magyar angekündigt. Seiner Einschätzung nach könne die Krisensituation wegen des erwarteten heißen Sommers noch Wochen andauern.
Die Bevölkerung in Ungarn ist weiterhin aufgerufen, während der Spitzenverbrauchszeit zwischen 17 und 22 Uhr keinen zusätzlich Strom zu verbrauchen – etwa durch das Aufladen von Elektroautos und den Betrieb von Klimaanlagen.
An einem durchschnittlichen Sommerabend würden 6.000 Megawatt Strom verbraucht, aufgrund der Hitze steige dieser Wert um 20 Prozent, erläuterte Magyar. Man setze nun die Stromreserven des Landes ein und kümmere sich um Importe.

Rumänien schaltet ab – und ruft Notstand aus

Wegen der hohen Temperaturen und des ausbleibenden Regens sind die Pegelstände der Donau mancherorts auf ein Rekordtief gesunken. Die Donau verläuft auch an der rumänisch-bulgarischen Grenze und versorgt das einzige KKW Rumäniens in der Stadt Cernavoda mit Kühlwasser.
Aufgrund der Bedingungen hat der Betreiber am Dienstag, 28. Juli, bereits den ersten der beiden Reaktoren der Anlage heruntergefahren. Ebenso ist die Abschaltung des zweiten Reaktors angekündigt. Von rund 1.185 MW sank die Leistung des KKW somit auf rund 625 MW.
Kernkraftwerke

Öffentliche Stromerzeugungsdaten der Kernkraft und die Verbrauchskurve (Last) in Rumänien vom 27. Juli bis 2. August 2026.

Foto: Bildschirmfoto  /energy-charts.info/Fraunhofer ISE

Aufgrund eines drohenden Strommangels hat das Land für den gesamten August den Notstand ausgerufen. Es laufen bereits Verhandlungen mit ​einigen Nachbarländern wie der Ukraine, Bulgarien, aber auch mit dem etwas weiter entfernten Griechenland, um bei Bedarf zusätzlichen Strom zu importieren.
Eine Komplettabschaltung des rumänischen KKW über rund drei Wochen erlebte die Anlage in Cernavoda in diesem Jahr bereits im Mai. Aufgrund einer technischen Störung wurde der Reaktor 2 am 4. Mai automatisch vom Netz getrennt. Der Reaktor 1 fuhr hingegen für eine planmäßige Wartung am 10. Mai auf null herunter. Die übrigen Stromquellen sowie Kraftwerke aus anderen Ländern hielten das rumänische Stromnetz am Laufen.

Rückgang auch in Frankreich

Das EU-Land mit den meisten Kernreaktoren, Frankreich, kann die meisten seiner Anlagen weiterhin betreiben. Von den 57 vorhandenen Reaktoren sind aktuell 18 außer Betrieb (Stand: 2. August 2026). Manche wurden aufgrund planmäßiger Wartung heruntergefahren, andere wegen der hohen Temperaturen.
Eine hitzebedingte Abschaltung traf das Kernkraftwerk Golfech. Beide Reaktoren stehen still. Die Temperatur des kühlenden Flusses Garonne ist inzwischen auf 28 Grad angestiegen.
Während die Leistung aller französischen KKW am Wochenbeginn noch bei bis zu 45 GW lag, sank sie bis Sonntag auf nur noch rund 37 GW ab. Das sind 17,8 Prozent weniger.
Um die Stromversorgung weiterhin sicherzustellen, müssen die Netzbetreiber vielerorts flexible Kraftwerke hochfahren. Dazu zählen Gas- und Kohlekraftwerke. Stand Sonntagmittag haben die fossilen Kraftwerke in der EU in dieser Woche (KW 31) bereits mehr Strom produziert als in der Woche zuvor.
Mit Material der Nachrichtenagenturen
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Ceuta kehrt zur Normalität zurück – Mindestens 72 Tote

Nach dem beispiellosen Ansturm von Migranten kehrt in Ceuta allmählich wieder Alltag ein. Geschäfte, Cafés und Restaurants, die in der spanischen Nordafrika-Exklave wegen der chaotischen Szenen aus Angst tagelang geschlossen waren, öffneten wieder.
Auf den Straßen waren viele Bewohner mit Einkaufstaschen unterwegs, an den Stränden spielten Familien mit Kindern, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete. Die politische Debatte über die Ursachen und Konsequenzen der Krise mit Dutzenden Todesopfern dürften Spanien und die EU dagegen noch lange beschäftigen.
Nach Angaben der spanischen Regierung sind die meisten der rund 50.000 bis 60.000 Menschen, die nach verschiedenen Schätzungen vor allem am Mittwoch und Donnerstag aus Marokko in die Exklave gelangt waren, inzwischen wieder zurückgekehrt. In Ceuta patrouillieren noch 3.000 wegen der Krise entsandte Sicherheitskräfte. Sie sollen dort nach Angaben des Innenministeriums „so lange wie nötig“ bleiben.
Laut RTVE hielten sich noch einige hundert Neuankömmlinge in Ceuta auf. Die Lage sei aber entspannt. Versuche, über das Meer in die Exklave zu gelangen, seien nicht zu beobachten, berichtete eine Reporterin des Senders.
Regionalpräsident Juan Jesús Vivas zeichnete ein anderes Bild. Er bestritt, dass die Normalität zurückgekehrt sei. Er bezifferte die Zahl der noch in Ceuta gebliebenen Migranten „auf Tausende“. Vivas gehört der konservativen Volkspartei PP von Oppositionsführer Alberto Nuñez Feijóo an, der der linken Zentralregierung die alleinige Schuld an dem Ansturm gibt und von einer „Invasion“ spricht.

Einige Ankömmlinge halten sich in Ceuta noch versteckt

Einige Marokkaner hielten sich zwar noch versteckt, „aber nach und nach gehen sie alle zurück“, zitierte RTVE Bewohner an den Stränden der Exklave. Der Sender sprach auch mit einigen derjenigen, die nicht zurückwollen und sich in Seitenstraßen und Parks, zwischen Häusern oder auf den Hügeln verstecken.
Oder unter einer Straßentreppe, wie Humad und dessen Freund Hachim. „Ich suche hier ein besseres Leben. Ich habe in Marokko nur meine Mutter und meinen kleinen Bruder, der krank ist und Insulin braucht“, erzählt der 20-Jährige. Sein erst 17 Jahre alter Freund Hachim sei ein guter Fußballer und träume davon, beim FC Barcelona zu spielen.
Andere Träume platzten brutal, wie jene ihres Freundes Mohamed. Der 19-Jährige sei wenige Meter vor der Küste ertrunken, erzählt Humad. „Er konnte schwimmen. Aber an der Grenzanlage waren so viele Menschen. Ich habe versucht, ihm zu helfen, aber er war zu weit weg“. „Es sind viele Menschen gestorben. Ich habe ihm zugerufen: „Los, Mohamed, los!“ Aber dann sah ich ihn nur noch dort …“ Den Satz kann der junge Mann nicht mehr zu Ende bringen.

Bereits 72 Todesopfer geborgen

Die Einsatzkräfte bargen weitere Leichen. Inzwischen liegt die Zahl der Toten bei mindestens 72, wie die Behörden mitteilten. Einsatzkräfte suchen das Meer weiter ab. Die Zeitung „El País“ zitierte einen anonymen Polizeibeamten mit den Worten: „Es gibt mehr Tote im Meer.“ Die meisten Todesopfer ertranken bei dem Versuch, schwimmend von Marokko aus in die Exklave an der Straße von Gibraltar zu gelangen.
Schnell verwirklichte die Zentralregierung die Ankündigung von Ministerpräsident Pedro Sánchez, mit einer rund 500 Meter langen aufblasbaren orangefarbenen Barriere ein weiteres Hindernis an der Grenze zu schaffen. Die schwimmende Sperre, die je nach Wellengang etwa 30 bis 70 Zentimeter aus dem Wasser ragt und bis zu einem Meter in die Tiefe reicht, soll verhindern, dass Migranten schwimmend nach Ceuta gelangen. Die Barriere ist im Grunde eine Verlängerung des Grenzdamms an Land im Meer.

Die Lücke im Gesetz

Die Barriere solle auch dazu beitragen, dass die Kontrolle und Überwachung des Gebiets verbessert werde, heißt es vom Innenministerium. Mit der neuen Sperre, die durch eine Bojenkette verstärkt wird, will Madrid aber nicht zuletzt eine Lücke schließen, die nach Einschätzung mancher Beobachter durch ein Urteil des Obersten Gerichts entstanden war.
Das Gericht hatte Anfang Juli entschieden, dass Migranten, die über einen unbefestigten Grenzabschnitt wie das Meer nach Spanien gelangen, Anspruch auf eine individuelle Prüfung ihres Asylbegehrens haben. Eine sofortige Zurückweisung ist demnach nur zulässig, wenn sie zuvor einen Zaun oder eine andere Grenzsperre überwunden haben.

EU-Innenminister beraten am Dienstag über die Krise

In der EU verschärft sich die Debatte über den Schutz der Außengrenzen. Er erwarte, dass die EU-Kommission dem Thema „absolute Priorität einräumt, um das Schengen-System offener EU-Binnengrenzen nicht weiter zu gefährden“, sagte Außenminister Johann Wadephul der „Bild am Sonntag“.
Am Dienstag wollen die EU-Innenminister per Videokonferenz über die Krise beraten. Das Treffen könnte auch der Aussprache dienen – waren in den vergangenen Tagen deutliche Risse zwischen den EU-Partnern sichtbar geworden. Italien und Dänemark initiierten einen offenen Brief, in dem Madrid indirekt vorgeworfen wird, mit jüngsten migrationspolitischen Entscheidungen unerwünschte Signale gesendet zu haben. 22 der 27 EU-Staats- und Regierungschefs unterzeichneten ihn, auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).
Sánchez kritisierte die Reaktion einiger EU-Partner als von „Vorurteilen, Falschmeldungen, Unwissenheit oder politischen Interessen“ getrieben. Ceuta gehöre nicht zum Schengen-Raum, schrieb er an die EU-Spitze. Migranten könnten von dort nicht ohne Weiteres in andere EU-Staaten weiterreisen. (dpa/red)
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Neue Debatten in Koalition über Abkehr von „Rente mit 63“

Der Protest mehrerer ostdeutscher CDU-Ministerpräsidenten gegen eine Abschaffung der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte hat neue kontroverse Debatten auch in der Koalition in Berlin ausgelöst.
Politiker von CDU und CSU pochten darauf, an dem besprochenen Aus für die „Rente mit 63“ festzuhalten. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf stellte hingegen klar, dass die Abschaffung eine Forderung der Union, nicht aber der SPD sei.

CDU: Mit SPD ist vereinbart, die Rentenvorschläge in Gesamtheit umzusetzen

Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) drang darauf, den Vorschlag der Rentenreform-Kommission für die Abschaffung der vorgezogenen abschlagsfreien Rente umzusetzen.
„Was die Rente mit 63 anbelangt, glaube ich, dass der Vorschlag, den die Alterssicherungskommission gemacht hat, ein wirklich kluger Vorschlag ist“, sagte Frei der „BILD“. Dies sei auch „gerecht im Sinne der Generationengerechtigkeit“.
Der Fraktionschef verwies auch auf diesbezügliche Absprachen zwischen Union und SPD hinsichtlich der Kommissionsvorschläge: „Wir haben uns in der Koalition darauf verständigt, dass wir dieses Gesamtkunstwerk, das es ist, auch in seinen Grundzügen so umsetzen möchten.“
Der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, warnte im Berliner „Tagesspiegel“ vor einem „leichtfertigen Spiel“ mit bereits getroffenen Absprachen zur Rentenreform. Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Tilman Kuban forderte ein Festhalten an den von der Kommission empfohlenen Maßnahmen. „Das Rentenpaket ist der Auftakt, um Deutschland wieder auf Kurs zu bringen“, sagte er dem „Tagesspiegel“.
CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann mahnte in der „Augsburger Allgemeinen“ zur Koalitionsdisziplin. „Diese Reform verfolgt ein klares Ziel: Wir wollen die Rente verlässlich und generationengerecht ausgestalten.“

SPD: Umdenken in Ost-CDU „richtiges Signal“

Klüssendorf (SPD) sagte der „BILD“-Zeitung vom Samstag, die Abschaffung der „Rente mit 63“ sei „immer eine zentrale Forderung der CDU“ gewesen. Für die SPD wäre die Abschaffung der abschlagsfreien Rente für Menschen mit mindestens 45 Versicherungsjahren hingegen allenfalls „ein schmerzhafter Bestandteil eines Gesamtpakets zur Rentenreform“.
„Menschen, die sehr lange gearbeitet und ihre Beiträge gezahlt haben, sollten die Möglichkeit haben, früher abschlagsfrei in Rente zu gehen“, betonte der SPD-Generalsekretär. Insofern sei ein Umdenken auch in der CDU „ein richtiges Signal“, verwies er auf die Forderungen der ostdeutschen Länderchefs.
Für ihn sei die Möglichkeit, nach 45 Beitragsjahren abschlagsfrei in Rente gehen zu können, „eine Frage von Respekt und Solidarität“, sagte auch der SPD-Politiker Ralf Stegner im „Tagesspiegel“ vom Sonntag.
Wenn nun auch CDU-Ministerpräsidenten diese Möglichkeit erhalten wollten, „sollten wir gemeinsam einen Weg finden können“, fügte er hinzu. Ohne einen „guten Kompromiss“ werde die Rentenreform im Bundestag keine Mehrheit finden, warnte Stegner.

Was hatten drei Ost-CDU-Ministerpräsidenten vorgeschlagen?

Die drei CDU-Ministerpräsidenten in Ostdeutschland – Michael Kretschmer (Sachsen), Sven Schulze (Sachsen-Anhalt) und Mario Voigt (Thüringen) – hatten am Donnerstag gemeinsam gefordert, die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren doch zu erhalten.
Sie begründeten dies damit, dass eine Abschaffung die Menschen in Ostdeutschland besonders hart treffen würde, wo viele im Alter ausschließlich auf die gesetzliche Rente angewiesen sind. Ähnlich äußerten sich auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (beide SPD).
Gegen das Aus für die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren wandte sich erneut der Sozialverband VdK. Diese Pläne stießen Menschen vor den Kopf, „die lange gearbeitet und lange eingezahlt haben“, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele der „Rheinischen Post“. Es sei wichtig, dass bei der Reform „niemand unter die Räder kommt“.
Die abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte sei „absolut richtig angesichts der Lebensleistung der Menschen, die so lange gearbeitet haben“, sagte auch die Linken-Sozialexpertin Sarah Vollath der Nachrichtenagentur AFP. Sie begrüßte daher den Vorstoß der Ost-Ministerpräsidenten, sah darin jedoch in erster Linie ein Wahlkampfmanöver vor den Landtagswahlen im September.
Die abschlagsfreie Rente können derzeit Menschen in Anspruch nehmen, die mindestens 45 Versicherungsjahre nachweisen können. Dies galt ursprünglich ab einer Altersgrenze von 63 Jahren, diese steigt jedoch schrittweise auf 65 Jahre an. Für den Geburtsjahrgang 1961 beträgt der Grenzwert 64,5 Jahre. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) bereitet derzeit einen Gesetzentwurf für eine Rentenreform auf Grundlage der Kommissionsvorschläge vor. (afp/red)