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EU-Länder streiten: Was folgt aus der Krise in Ceuta?

Mindestens 72 Tote, harte gegenseitige Vorwürfe und verstärkte Grenzkontrollen: Während sich die Lage in Ceuta beruhigt, eskaliert der Streit in der EU. Nach der scharfen Kritik an der spanischen Migrationspolitik trafen sich die Mitgliedsländer der EU heute auf Ebene der Botschafter zur Aussprache.
An diesem Dienstag schalten sich dann auch die EU-Innenminister zusammen, um Lehren aus den Ereignissen zu ziehen und über einen besseren Grenzschutz zu diskutieren. Ist die von der europäischen Asylreform (Geas) erhoffte Stabilität schon wenige Wochen nach Inkrafttreten gefährdet? Und was bedeutet die Krise für die europäischen Grenzen?

Spanien fordert nach Kritik von Merz und Co. mehr Solidarität

Eigentlich sollte das vor gut sieben Wochen in Kraft getretene EU-Asylsystem einen jahrelangen Streit zwischen den Mitgliedsländern schlichten. Doch die Bilder von der Situation aus der spanischen Exklave lösten binnen weniger Stunden einen diplomatischen Schlagabtausch mit Schuldzuweisungen aus.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) unterzeichnet einen von Italien und Dänemark initiierten offenen Brief. In dem warfen 22 der 27 Staats- und Regierungschefs Madrid indirekt Fehler bei jüngsten migrationspolitischen Entscheidungen vor. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez kritisierte wiederum die Reaktion einiger EU-Partner.
Sein Außenminister José Manuel Albares schob in einem TV-Interview am Montag hinterher, manche Regierungen sowie rechte Parteien in Europa, hätten die Lage politisch ausgeschlachtet. Er forderte von den Europäern mehr Solidarität.

Was bedeutet der Streit für den Zusammenhalt in der EU?

Angesicht der diplomatischen Eskalation ist der erste Stresstest für das neue Asylsystem nach Ansicht von Migrationsexperte Maximilian Pichl gescheitert: „Weil man sich sofort spalten ließ“, sagte der Rechts- und Politikwissenschaftler von der Frankfurt University of Applied Sciences der dpa.
Den erhobenen Vorwurf, Spanien habe mit seiner Entscheidung etwa 500.000 irreguläre Migranten zu legalisieren, zuletzt ein falsches Signal gesendet, findet Pichl nicht zutreffend. Spanien nutze dieses Instrument bereits seit Jahrzehnten, auch unter konservativen Regierungen und habe ansonsten ein „sehr repressives Migrationssystem“, sagte der Forscher.
Dass Spanien in die Ecke gedrängt würde, anstatt zu vorhanden europäischen Instrumenten wie dem in Geas verankerten Krisenmechanismus zu greifen, sieht Pichl als schlechtes Zeichen für die Zusammengehörigkeit in der EU.

Von der Leyen spricht Sánchez Anerkennung aus

Die Europäische Kommission ist daher bemüht, die Wogen zu glätten. In einem Brief sprach EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dem spanischen Regierungschef ein Lob für sein Handeln in der Krise aus. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.
Von der Leyen schreibt darin: „Migration ist eine europäische Herausforderung, die eine europäische Antwort erfordert. Und dabei ist Solidarität von grundlegender Bedeutung.“ Die deutsche Politikerin sprach sich unter anderem für die Einführung eines Frühwarnsystems aus, um eine Krise wie in Ceuta künftig zu verhindern.

Muss die EU ihre Außengrenzen besser schützen?

Von der Leyen nannte zudem die Stärkung der europäischen Außengrenzen als Schlüsselbereich. Unter anderem die steht auch für die Bundesregierung im Zentrum der kommenden Beratungen. „Natürlich geht es darum, darüber zu sprechen, dass sich solche Dinge nicht wiederholen“, erläuterte Deutschlands Vize-Regierungssprecher Sebastian Hille in Berlin. Deshalb werde über den Schutz und die Kontrolle der EU-Außengrenzen gesprochen, sagte Hille, ohne sich zu Details zu äußern.
Der CSU-Europapolitiker und Chef der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, forderte dafür im Zweifel auf die EU-Grenzschutzbehörde Frontex zu setzen. „Wir müssen Frontex massiv ausbauen, auf 30.000 Mann und wir müssen Frontex in Krisensituationen wie Ceuta die Kommandogewalt geben“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“.
Migrationsexperte Pichl hat Zweifel, dass sich eine Situation wie in Ceuta gänzlich durch verstärkte Grenzen verhindern lässt. In Ceuta gebe es bereits sehr militarisierte Grenzbefestigungsanlagen, Zäune seien in den letzten Jahren bereits erhöht worden. Wegen der geografischen Situation sei es illusorisch zu glauben, dass etwa Befestigungen im Wasser verhindern, dass kein Mensch durchkomme.

Wie geht es mit den Grenzkontrollen in der EU weiter?

Ebenso kritisch sieht Pichl die von mehreren Mitgliedsländern angekündigte Verstärkung von Grenzkontrollen, die er als „Symbolpolitik“ bezeichnete.
Italien hat nach Angaben der rechten Regierung in Rom das Schengen-Abkommen über den freien Personenverkehr gegenüber Spanien vorübergehend ausgesetzt.
Das spanische Nachbarland Frankreich verstärkte in Reaktion auf die Krise in Ceuta seine Grenzkontrollen und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) kündigte an, die bereits bestehenden Kontrollen an den deutschen Landesgrenzen verlängern zu wollen.
Die Migranten befanden sich weder im Schengen-Raum noch auf europäischem Festland. Hätten sie versucht, das Mittelmeer zu überqueren, wären sie zunächst an einer EU-Außengrenze ankommen – in Binnengrenzkontrollen wären sie also zunächst gar nicht geraten.

Suche nach Toten vor Ceuta geht weiter

Der weitaus größte Teil der schätzungsweise 50.000 bis 60.000 Migranten ist nach Angaben der Zentralregierung in Madrid inzwischen ohnehin nach Marokko zurückgekehrt. Wie viele der Ankömmlinge sich noch in der spanischen Nordafrika-Exklave aufhalten, ist unklar. Die Angaben reichen von einigen Hundert Menschen bis zu wenigen Tausend.
Boote und Taucher der Polizei setzten derweil die Suche nach weiteren Todesopfern entlang der Küste fort. Madrid bezifferte die Zahl der Todesopfer zuletzt auf 72, die meisten Menschen seien im Meer an der Straße von Gibraltar ertrunken. Marokko teilte zudem mit, an seiner Küste seien elf Leichen geborgen worden. (dpa/red)
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Berechnung: Betrieb von Gasheizung kommt Vermieter künftig teuer zu stehen

Das Heizen mit Gas wird wegen der Bestimmungen des neuen Heizungsgesetzes laut einer Berechnung des Beratungsinstituts Prognos für Vermieter künftig teuer.
Vermieter müssen demnach für eine mittelmäßig gedämmte 80-Quadratmeter-Wohnung ab 2029 jährliche Kosten in Höhe von 330 Euro tragen, wie das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ am Montag berichtete. Das wären demnach 27 Prozent der Gesamtkosten.
Ab 2035 lägen die Kosten laut Berechnung bei 547 Euro im Jahr, der Höhepunkt wäre 2045 bei Kosten von 761 Euro im Jahr erreicht, fuhr der „Spiegel“ fort. In einem sehr ungünstigen Szenario betrügen die Kosten sogar etwa 1194 Euro im Jahr, und in ungedämmten Wohnungen käme es zu noch deutlich höheren Summen.
Grund  ist das neue Gebäudemodernisierungsgesetz, laut dem sich Vermieter beim Einbau einer fossilen Heizung an den Heizkosten der Mieter beteiligen müssen.
Ab 2028 sollen Vermieter hälftig an den Netzentgelten und den CO2-Kosten beteiligt werden, ab 2029 sollen sie auch die Hälfte der Mehrkosten für die vorgeschriebene Beimischung biogener Brennstoffe tragen. Es gibt eine Härtefallklausel für Vermieter günstiger und alter Wohnungen – sie werden nur an den CO2-Kosten beteiligt.
Der Eigentümerverband Haus & Grund erklärte, „unter diesen Voraussetzungen wird sich für einen Vermieter kaum noch eine neue Gasheizung wirtschaftlich betreiben lassen“.
Die Geschäftsführerin Energie, Umwelt, Technik bei Haus & Grund, Corinna Kodim, sagte dem „Spiegel“, Immobilieneigentümer, die technisch oder wirtschaftlich keine Alternative hätten, würden dann alte Gasheizungen möglichst lange weiterbetreiben, um einen Wechsel hinauszuzögern. Eine Wärmepumpe sei nicht für jedes Gebäude geeignet, betonte sie.
Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz hat die schwarz-rote Koalition das sogenannte Heizungsgesetz der Ampel-Regierung ersetzt. Damit bleiben Weiterbetrieb und Neueinbau von Öl- und Gasheizungen langfristig möglich.
Von nun an neu eingebaute fossile Heizungen müssen aber ab 2029 zu zehn Prozent mit erneuerbaren Brennstoffen betrieben werden, bis 2040 steigt dieser Anteil auf 60 Prozent. Außerdem müssen Anbieter von Heizbrennstoffen bis 2045 vollständig auf alternative Materialien umstellen.(afp/red)
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Über tausend Juristen fordern AfD-Verbotsverfahren – was diese Zahl in Relation bedeutet

„Mehr als tausend Juristinnen und Juristen in Deutschland unterstützen die Einleitung eines AfD-Verbotsverfahrens beim Bundesverfassungsgericht.“ So lautet eine aktuelle Meldung einer Nachrichtenagentur. Demnach hätten mindestens 1051 Anwälte,  Richter, Staatsanwälte, Juristen aus Verwaltung und Wirtschaft sowie Rechtsreferendare einen entsprechenden offenen Brief an die Bundesregierung und die Abgeordneten des Bundestages unterzeichnet, wie der „Republikanische Anwältinnen- und Anwälteverein“ (RAV) am Montag in Berlin mitteilte.
Laut offizieller Statistik der Bundesrechtsanwaltskammer waren mit Stichtag 1. Januar 2026 insgesamt 167.547 natürliche Personen zur Rechtsanwaltschaft zugelassenen. Damit entsprechen 1.051 Unterzeichner 0,6 Prozent aller in Deutschland zugelassenen Rechtsanwälte. Da es bei den Unterzeichnern auch Rechtsreferendare gibt, die noch keine Volljuristen sind und folglich keine Anwaltszulassung haben können, würde die tatsächliche Relation zu Volljuristen geringer ausfallen, je nachdem, wie viele Rechtsreferendare unterzeichnet haben.

Das Gutachten

Der Brief von Mitte Juli war zunächst von mehr als 500 Juristen unterzeichnet und veröffentlicht worden. Darin nimmt der RAV Bezug auf ein rechtswissenschaftliches Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF), welches am Donnerstag, 26. Juni, im Haus der Bundespressekonferenz vorgestellt wurde.
Dieses Gutachten wurde laut GFF nicht durch einen externen Auftraggeber finanziert. Vielmehr stammte das Geld aus Crowdfunding, wonach die Arbeit durch mehr als 20.000 Spender aus der Bevölkerung finanziert wurde. So kamen insgesamt über 1 Million Euro zusammen. Unterstützt wurde die Spendenkampagne von Organisationen wie „Campact“, „Frag den Staat“ oder „Volksverpetzer“.
Zum Ergebnis des Gutachtens erklärte GFF-Projektleiter Bijan Moini: „Die AfD ist verfassungswidrig im Sinne des Artikels 21 Absatz 2 des Grundgesetzes. Das bedeutet, dass ein zulässiger Verbotsantrag nach unserer Einschätzung wahrscheinlich Erfolg hätte.“

Einschätzung zur Verfassungsmäßigkeit

Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass die Politik der AfD gegen das Menschenwürdeprinzip des Grundgesetzes und das Demokratieprinzip verstoße und damit verfassungswidrig sei.
Die RAV-Vorsitzende und Mit-Initiatorin des offenen Briefs, Angela Furmaniak, erklärte, das Grundgesetz gebe „ein Instrument an die Hand, das nun endlich eingesetzt werden muss“. Die Politik dürfe sich „nicht mehr hinter Scheinargumenten verstecken“, sondern müsse „handeln, bevor es zu spät ist“.
Das Gutachten befeuerte erneut die Kontroverse um ein AfD-Verbotsverfahren und brachte auch einige Kritik hervor. Prof. Werner Patzelt (CDU) erklärte gegenüber Epoch Times, er glaube nicht, dass dieses Gutachten die Erfolgsaussichten eines Verbotsverfahrens wesentlich erhöhen werde. „Vielmehr sehe ich es als Bestandteil der politischen Kommunikationsstrategie im Vorfeld der Landtagswahlen, um die Kritik an der AfD nochmals zu verstärken.“ Denn das Gutachten erweitere seiner Einschätzung nach die bisherige Beweislage gegen die AfD nicht wesentlich. Das Ergebnis stütze sich im Kern erneut auf den Vorwurf eines völkisch-kulturellen Volksbegriffes.
„Neu hervorgehoben wird der Vorwurf, Teile der AfD wollten politische Gegner mit strafrechtlichen Mitteln ausschalten. Tatsächlich gibt es Äußerungen einzelner AfD-Politiker, die etwa Haftstrafen für politische Gegner fordern“, so Patzelt.
„Allerdings gibt es keinen Straftatbestand für schlechte oder unliebsame Politik. Politische Fehlentscheidungen sind grundsätzlich nicht strafbar. Deshalb halte ich diese Argumentation nur begrenzt für tragfähig.“
Mit Material von Agenturen. 
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Unbekanntes Virus bei Rindern in Süddeutschland nachgewiesen

Ein neues Virus ist nach Europa eingeschleppt worden und breitet sich nun bei Rindern in Süddeutschland aus. Die betroffenen Tiere zeigten Fieber und Durchfall, Milchkühe geben weniger Milch, wie das Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) erklärte, das sich als Bundesforschungsinstitut der Tiergesundheit widmet. Übertragen wird das Virus durch blutsaugende Gnitzen.
Das FLI bei Greifswald untersuchte vier Proben aus Baden-Württemberg und kam zu dem Schluss, dass es sich um ein bislang nicht näher charakterisiertes Orthobunyavirus aus der Simbu-Serogruppe handelt. Viren dieser Gruppe kämen vor allem in Afrika, Asien und Australien vor.

Wahrscheinlich kein relevantes Risiko für Menschen

Das neue Virus gehört zu einer Gruppe, zu der auch das Schmallenberg-Virus gehört. Dieses war 2011 nach Deutschland gelangt und sorgte in den darauf folgenden Jahren vor allem bei Schafen für Fehlgeburten und Missbildungen. Mehr als 2.000 Höfe waren damals betroffen.
Infiziert mit Viren dieser Gruppe werden demnach überwiegend Wiederkäuer, insbesondere Rinder, Schafe und Ziegen. Außerdem wurden Antikörper bei Alpaka, Bison, Reh-, Rot-, Dam- und Muffelwild nachgewiesen.
Das Schmallenberg-Virus ist nicht auf den Menschen übertragbar. Das neue Virus stellt laut dem Institut „nach bisherigem Kenntnisstand kein relevantes Infektionsrisiko für den Menschen dar“. Das müsse nun aber genauer untersucht werden.

Virus wird möglicherweise auch auf Fetus im Mutterleib übertragen

Laut FLI führen Infektionen mit Viren der Gruppe bei erwachsenen Tieren in der Regel lediglich zu milden bis moderaten klinischen Erscheinungen. „Von besonderer Bedeutung ist jedoch die mögliche Übertragung auf den Fetus während der Trächtigkeit. Abhängig vom Zeitpunkt der Infektion können Aborte, Totgeburten und schwere angeborene Fehlbildungen auftreten.“
Inwiefern derartige Probleme infolge des nun nachgewiesenen Virus auftreten, müsse noch untersucht werden, erklärte das Institut. Da die entsprechenden Mücken noch bis November aktiv sind, müsse mit einer weiteren und möglicherweise schnellen Ausbreitung des Virus gerechnet werden.

Potenzial bislang nicht genau bekannt

„Wir wissen noch nicht genau, welches Potenzial das Virus in sich trägt“, sagte eine FLI-Sprecherin. Möglicherweise ginge es darum, jetzt möglichst schnell einen Impfstoff zu entwickeln.
Aufgefallen waren laut FLI erkrankte Rinder in der Schweiz, Frankreich und im Juli auch Rinder in zahlreichen Beständen in Süddeutschland, insbesondere in Baden-Württemberg. Die Symptome entsprachen demnach zunächst dem Schmallenberg-Virus. Untersuchungen auf diesen oder andere bekannte Erreger verliefen demnach jedoch negativ.
Das FLI konnte nach eigenen Angaben schließlich eine große genetische Übereinstimmung mit Shamonda-Viren nachweisen. In der FLI-Mitteilung wird das nun nachgewiesene Virus daher auch als „Shamonda-like“ (englisch für „Shamonda-ähnlich“) bezeichnet.
Nach 2011 sei nun erneut in exotisches Orthobunyavirus eingeschleppt worden, stellte Martin Beer, Vizepräsident des Friedrich-Loeffler-Instituts fest. „Die Untersuchungen der kommenden Wochen werden zeigen, wie rasch es sich ausbreitet, welche Tierarten besonders betroffen sind und mit welchen klinischen Folgen zu rechnen ist.“ (dpa/red)
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Streit um Rentenpaket: Kommen Nachbesserungen bei der „Rente mit 63“?


In Kürze:

  • SPD-Fraktion bringt Nachbesserungen für Härtefälle ins Spiel.
  • CDU zeigt sich offen für Nachverhandlungen.
  • CSU-Politiker Dorn bezeichnet die abschlagsfreie Rente als „Privileg“.
  • AfD und Linke sprechen von einem Wahlkampfmanöver im Osten.

 
Die Abschaffung der „Rente mit 63“ ist eine von 33 Empfehlungen, die die Rentenkommission der Bundesregierung im Juni 2026 vorgelegt hat. Die Regierung betonte damals, das Maßnahmenpaket könne nur als Gesamtpaket umgesetzt werden. Änderungen an einzelnen Punkten könnten den Kompromiss gefährden. Doch jüngste Äußerungen aus der Politik deuten darauf hin, dass zumindest punktuelle Nachbesserungen nicht mehr ausgeschlossen werden.

Nachbesserungen sind möglich

So zeichnet sich im Ringen um das von den schwarz-roten Koalitionsspitzen eingebrachte Rentenpaket zumindest bei Härtefällen Bewegung ab. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Bundestag, Dirk Wiese, warnte in der WELT zwar davor, das Rentenpaket komplett wieder aufzuschnüren. Dennoch sei es aus seiner Sicht wichtig, dass „mindestens eine klare und deutliche Härtefallregelung“ gefunden werde. „Da denke ich beispielhaft an den jahrelangen Schichtarbeiter in der Stahl- und Metallindustrie“, sagte Wiese.
Zudem brauche es einen starken Vertrauensschutz für diejenigen, die jetzt 58 oder 59 Jahre alt seien und den abschlagsfreien Renteneintritt nach 45 Jahren Beitragszahlungen eigentlich für sich eingeplant hätten. „Darüber sollten wir mindestens im parlamentarischen Verfahren gründlich beraten.“
Der CDU-Sozialexperte Marc Biadacz zeigte sich offen für Nachverhandlungen. Im parlamentarischen Verfahren werde man gemeinsam mit der SPD über den künftigen Zugang zur Erwerbsminderungsrente beraten, sagte er. Denn für Menschen, die aus Gesundheitsgründen vorzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden müssten, brauche es praxistaugliche Regelungen.
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hält die geplante Abschaffung der abschlagsfreien „Rente mit 63“ für unverzichtbar. Sie sei „ein zentrales und finanziell das wichtigste Element der geplanten Rentenreform“, sagte er der „Rheinischen Post“: Eine Abschaffung schaffe schätzungsweise knapp zehn Milliarden Euro an langfristigen Einsparungen und 125.000 zusätzliche Beschäftigte pro Rentnerjahrgang.

Drei ostdeutsche CDU-Ministerpräsidenten gegen Abschaffung

„Ohne dieses Element ist die Rentenreform tot“, sagte der DIW-Präsident weiter. „Die Bundesregierung müsste erneut von vorne beginnen und vor allem die Finanzierung der gesetzlichen Rente komplett neu aufsetzen.“
Nach Fratzschers Einschätzung würde der Verzicht auf die Abschaffung der „Rente mit 63“ zudem die Umverteilung in der gesetzlichen Rentenversicherung zulasten der Jüngeren weiter verschärfen. Auch würden nach seinen Worten eher Besserverdienende und Männer profitieren, während Menschen mit erhöhtem Risiko für Altersarmut seltener von der Regelung Gebrauch machten. „Denn von der Rente mit 63 profitieren deutlich häufiger Besserverdienende und Männer und deutlich seltener Menschen, die von Altersarmut bedroht sind.“
Gegen die Empfehlung der Rentenkommission hatten sich hingegen die drei ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (Sachsen), Sven Schulze (Sachsen-Anhalt) und Mario Voigt (Thüringen) gestellt. In einem Brief an die Bundesregierung verteidigten sie die abschlagsfreie „Rente mit 63“. „Wer 45 Jahre eingezahlt hat, hat genug eingezahlt. Diesen Grundsatz geben wir nicht auf.“

Söder: Weniger arbeiten und früher in Rente funktioniert nicht

Anders sieht das Bayerns Ministerpräsident und CSU-Parteivorsitzender Markus Söder. „In der Sache muss man aufpassen, dass man nicht das ganze Rentenpaket aufschnürt“, sagte er zu Beginn des „ARD“-Sommerinterviews am Sonntag. „Wir müssen auf die Herausforderung der Demografie eine langfristige Antwort haben, und die Rentenreformkommission hat da gute Arbeit geleistet.“ Er glaube nicht, „dass alle Vorschläge zusammen – wir müssen weniger arbeiten oder früher in Rente gehen – auf Dauer funktionieren“.
Auch der CSU-Politiker Florian Dorn, einer von drei Bundestagsabgeordneten in der Rentenkommission, will am Aus für die „Rente mit 63“ festhalten. Würde dieser Punkt gestrichen, geriete aus seiner Sicht das gesamte Rentenpaket in Gefahr. „Das Privileg der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte kostet die Solidargemeinschaft, also die Beitrags- und Steuerzahler, jährlich mehrere Milliarden Euro“, sagte er dem „Handelsblatt“. Die Abschaffung dieser Regelung bezeichnete Dorn als zentralen „Baustein der Gesamtreform zur Stabilisierung der Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung“.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hatten bereits bekräftigt, alle Empfehlungen der Rentenkommission vollständig umsetzen zu wollen. Auch Unionsfraktionschef Thorsten Frei und CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann machten am Wochenende deutlich, dass die CDU an der Abschaffung der „Rente mit 63“ als Teil des Reformpakets festhält.

Bas: Union muss Position zur abschlagsfreien Frührente klären

Bundesarbeitsministerin Bas, die im Kabinett federführend für das Thema zuständig ist, hatte das Reformpaket als „Gesamtkunstwerk“ bezeichnet. Die SPD-Chefin forderte die Union auf, ihre Position zur Abschaffung der „Rente mit 63“ zu klären. Sie sträube sich nicht dagegen, das Paket wieder aufzuschnüren, wenn dies der Wunsch der Union sei. „Das sehe ich aber noch nicht“, sagte sie im ZDF-„Sommerinterview“.
Indes kommt aus den eigenen Reihen Widerstand. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf lehnt ein Aus für die „Rente mit 63“ ab. In der „Bild am Sonntag“ begründete er dies so: „Menschen, die sehr lange gearbeitet und ihre Beiträge gezahlt haben, sollten die Möglichkeit haben, früher abschlagsfrei in Rente zu gehen.“ Sie hätten sich „das verdient“.
Auch die AfD kritisiert die Pläne der Bundesregierung. Die Koalition schnüre „überfällige Korrekturen mit Zumutungen zusammen, die sie den Bürgern lieber nicht offen nennt“, sagte der arbeits- und sozialpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, René Springer. So wolle sie die Menschen länger arbeiten lassen, „am Ende bis 70“. Wer ein Leben lang gearbeitet und eingezahlt habe, „hat eine sichere Rente verdient“. Die Regierungen „haben die Sozialkassen über Jahre geplündert. Es ist nicht Aufgabe der fleißigen Beitragszahler, deren Versäumnisse auszubaden“, betonte Springer.
Dass sich die ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten gegen die Abschaffung der „Rente mit 63“ positionierten, sei vor dem Hintergrund der anstehenden Landtagswahlen nachvollziehbar, sagte die rentenpolitische Sprecherin der AfD-Fraktion, Ulrike Schielke-Ziesing. Eine Chance auf Durchsetzung ihrer Position hätten sie jedoch nicht. „So ist die Positionierung der Ost-Ministerpräsidenten nichts anderes als Wahlkampfgetöse.“
Das Führungsduo der Rentenkommission übergab den Kommissionsbericht im Juni an Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Sozialministerin Bärbel Bas (SPD). (Archivfoto)

Das Führungsduo der Rentenkommission übergab den Kommissionsbericht im Juni an Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Sozialministerin Bärbel Bas (SPD). (Archivfoto)

Foto: Kay Nietfeld/dpa

Linke: Abschaffung der „Rente mit 63“ geht an der Realität vorbei

Auch die Grünen fordern nach Agenturangaben Verlässlichkeit und den Erhalt des Rentenniveaus. „Das Rentenniveau abzusenken, bedeutet gerade für Frauen und viele Menschen im Osten Altersarmut. Das darf nicht passieren“, sagte Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch. Wer seinen Renteneintritt geplant habe, müsse sich auf die geltenden Regeln verlassen können.
Mittelfristig brauche es eine Reform, die sicherstelle, dass Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht länger arbeiten können, weiterhin ohne Abschläge vorzeitig in den Ruhestand gehen können. Wer jahrzehntelang Beiträge gezahlt habe, habe diese Verlässlichkeit verdient.
Auch die Linke lehnt eine Abschaffung der „Rente mit 63“ ab. Die Forderung gehe „völlig an der Realität vorbei“, kritisierte die rentenpolitische Sprecherin Sarah Vollath. Wer 45 Jahre lang „hart gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt hat, soll auch in Zukunft das Recht haben, frei über den Ruhestand entscheiden zu dürfen“, betonte sie.
Das Vorhaben von Union und SPD, den abschlagsfreien Renteneintritt nach 45 Versicherungsjahren abzuschaffen, nannte Vollath „falsch und respektlos gegenüber den hart arbeitenden Menschen“. Es sei „gut, dass nun auch einige ostdeutsche CDU-Ministerpräsidenten das erkennen“. Sie befürchte allerdings, dass diese „nur billig Wahlkampf mit dem Thema Rente machen und so im Osten auf Stimmenfang gehen – genauso wie einige Stimmen aus der SPD“.
Die „Rente mit 63“ ist ein gebräuchliches, inzwischen aber nicht mehr ganz zutreffendes Schlagwort. Tatsächlich ist der abschlagsfreie Renteneintritt bei 45 Versicherungsjahren derzeit erst ab einem Alter von 64 Jahren und sechs Monaten möglich.
Mit Material der Nachrichtenagenturen
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Rentenpaket wackelt: Widerstand gegen die Reform wächst


In Kürze:

  • SPD-Fraktion bringt Nachbesserungen für Härtefälle ins Spiel.
  • CDU zeigt sich offen für Nachverhandlungen.
  • CSU-Politiker Dorn bezeichnet die abschlagsfreie Rente als „Privileg“.
  • AfD und Linke sprechen von einem Wahlkampfmanöver im Osten.

 
Die Abschaffung der „Rente mit 63“ ist eine von 33 Empfehlungen, die die Rentenkommission der Bundesregierung im Juni 2026 vorgelegt hat. Die Regierung betonte damals, das Maßnahmenpaket könne nur als Gesamtpaket umgesetzt werden. Änderungen an einzelnen Punkten könnten den Kompromiss gefährden. Doch jüngste Äußerungen aus der Politik deuten darauf hin, dass zumindest punktuelle Nachbesserungen nicht mehr ausgeschlossen werden.

Nachbesserungen sind möglich

So zeichnet sich im Ringen um das von den schwarz-roten Koalitionsspitzen eingebrachte Rentenpaket zumindest bei Härtefällen Bewegung ab. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Bundestag, Dirk Wiese, warnte in der WELT zwar davor, das Rentenpaket komplett wieder aufzuschnüren. Dennoch sei es aus seiner Sicht wichtig, dass „mindestens eine klare und deutliche Härtefallregelung“ gefunden werde. „Da denke ich beispielhaft an den jahrelangen Schichtarbeiter in der Stahl- und Metallindustrie“, sagte Wiese.
Zudem brauche es einen starken Vertrauensschutz für diejenigen, die jetzt 58 oder 59 Jahre alt seien und den abschlagsfreien Renteneintritt nach 45 Jahren Beitragszahlungen eigentlich für sich eingeplant hätten. „Darüber sollten wir mindestens im parlamentarischen Verfahren gründlich beraten.“
Der CDU-Sozialexperte Marc Biadacz zeigte sich offen für Nachverhandlungen. Im parlamentarischen Verfahren werde man gemeinsam mit der SPD über den künftigen Zugang zur Erwerbsminderungsrente beraten, sagte er. Denn für Menschen, die aus Gesundheitsgründen vorzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden müssten, brauche es praxistaugliche Regelungen.
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hält die geplante Abschaffung der abschlagsfreien „Rente mit 63“ für unverzichtbar. Sie sei „ein zentrales und finanziell das wichtigste Element der geplanten Rentenreform“, sagte er der „Rheinischen Post“: Eine Abschaffung schaffe schätzungsweise knapp zehn Milliarden Euro an langfristigen Einsparungen und 125.000 zusätzliche Beschäftigte pro Rentnerjahrgang.

Drei ostdeutsche CDU-Ministerpräsidenten gegen Abschaffung

„Ohne dieses Element ist die Rentenreform tot“, sagte der DIW-Präsident weiter. „Die Bundesregierung müsste erneut von vorne beginnen und vor allem die Finanzierung der gesetzlichen Rente komplett neu aufsetzen.“
Nach Fratzschers Einschätzung würde der Verzicht auf die Abschaffung der „Rente mit 63“ zudem die Umverteilung in der gesetzlichen Rentenversicherung zulasten der Jüngeren weiter verschärfen. Auch würden nach seinen Worten eher Besserverdienende und Männer profitieren, während Menschen mit erhöhtem Risiko für Altersarmut seltener von der Regelung Gebrauch machten. „Denn von der Rente mit 63 profitieren deutlich häufiger Besserverdienende und Männer und deutlich seltener Menschen, die von Altersarmut bedroht sind.“
Gegen die Empfehlung der Rentenkommission hatten sich hingegen die drei ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (Sachsen), Sven Schulze (Sachsen-Anhalt) und Mario Voigt (Thüringen) gestellt. In einem Brief an die Bundesregierung verteidigten sie die abschlagsfreie „Rente mit 63“. „Wer 45 Jahre eingezahlt hat, hat genug eingezahlt. Diesen Grundsatz geben wir nicht auf.“

Söder: Weniger arbeiten und früher in Rente funktioniert nicht

Anders sieht das Bayerns Ministerpräsident und CSU-Parteivorsitzender Markus Söder. „In der Sache muss man aufpassen, dass man nicht das ganze Rentenpaket aufschnürt“, sagte er zu Beginn des „ARD“-Sommerinterviews am Sonntag. „Wir müssen auf die Herausforderung der Demografie eine langfristige Antwort haben, und die Rentenreformkommission hat da gute Arbeit geleistet.“ Er glaube nicht, „dass alle Vorschläge zusammen – wir müssen weniger arbeiten oder früher in Rente gehen – auf Dauer funktionieren“.
Auch der CSU-Politiker Florian Dorn, einer von drei Bundestagsabgeordneten in der Rentenkommission, will am Aus für die „Rente mit 63“ festhalten. Würde dieser Punkt gestrichen, geriete aus seiner Sicht das gesamte Rentenpaket in Gefahr. „Das Privileg der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte kostet die Solidargemeinschaft, also die Beitrags- und Steuerzahler, jährlich mehrere Milliarden Euro“, sagte er dem „Handelsblatt“. Die Abschaffung dieser Regelung bezeichnete Dorn als zentralen „Baustein der Gesamtreform zur Stabilisierung der Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung“.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hatten bereits bekräftigt, alle Empfehlungen der Rentenkommission vollständig umsetzen zu wollen. Auch Unionsfraktionschef Thorsten Frei und CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann machten am Wochenende deutlich, dass die CDU an der Abschaffung der „Rente mit 63“ als Teil des Reformpakets festhält.

Bas: Union muss Position zur abschlagsfreien Frührente klären

Bundesarbeitsministerin Bas, die im Kabinett federführend für das Thema zuständig ist, hatte das Reformpaket als „Gesamtkunstwerk“ bezeichnet. Die SPD-Chefin forderte die Union auf, ihre Position zur Abschaffung der „Rente mit 63“ zu klären. Sie sträube sich nicht dagegen, das Paket wieder aufzuschnüren, wenn dies der Wunsch der Union sei. „Das sehe ich aber noch nicht“, sagte sie im ZDF-„Sommerinterview“.
Indes kommt aus den eigenen Reihen Widerstand. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf lehnt ein Aus für die „Rente mit 63“ ab. In der „Bild am Sonntag“ begründete er dies so: „Menschen, die sehr lange gearbeitet und ihre Beiträge gezahlt haben, sollten die Möglichkeit haben, früher abschlagsfrei in Rente zu gehen.“ Sie hätten sich „das verdient“.
Auch die AfD kritisiert die Pläne der Bundesregierung. Die Koalition schnüre „überfällige Korrekturen mit Zumutungen zusammen, die sie den Bürgern lieber nicht offen nennt“, sagte der arbeits- und sozialpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, René Springer. So wolle sie die Menschen länger arbeiten lassen, „am Ende bis 70“. Wer ein Leben lang gearbeitet und eingezahlt habe, „hat eine sichere Rente verdient“. Die Regierungen „haben die Sozialkassen über Jahre geplündert. Es ist nicht Aufgabe der fleißigen Beitragszahler, deren Versäumnisse auszubaden“, betonte Springer.
Dass sich die ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten gegen die Abschaffung der „Rente mit 63“ positionierten, sei vor dem Hintergrund der anstehenden Landtagswahlen nachvollziehbar, sagte die rentenpolitische Sprecherin der AfD-Fraktion, Ulrike Schielke-Ziesing. Eine Chance auf Durchsetzung ihrer Position hätten sie jedoch nicht. „So ist die Positionierung der Ost-Ministerpräsidenten nichts anderes als Wahlkampfgetöse.“
Das Führungsduo der Rentenkommission übergab den Kommissionsbericht im Juni an Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Sozialministerin Bärbel Bas (SPD). (Archivfoto)

Das Führungsduo der Rentenkommission übergab den Kommissionsbericht im Juni an Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Sozialministerin Bärbel Bas (SPD). (Archivfoto)

Foto: Kay Nietfeld/dpa

Linke: Abschaffung der „Rente mit 63“ geht an der Realität vorbei

Auch die Grünen fordern nach Agenturangaben Verlässlichkeit und den Erhalt des Rentenniveaus. „Das Rentenniveau abzusenken, bedeutet gerade für Frauen und viele Menschen im Osten Altersarmut. Das darf nicht passieren“, sagte Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch. Wer seinen Renteneintritt geplant habe, müsse sich auf die geltenden Regeln verlassen können.
Mittelfristig brauche es eine Reform, die sicherstelle, dass Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht länger arbeiten können, weiterhin ohne Abschläge vorzeitig in den Ruhestand gehen können. Wer jahrzehntelang Beiträge gezahlt habe, habe diese Verlässlichkeit verdient.
Auch die Linke lehnt eine Abschaffung der „Rente mit 63“ ab. Die Forderung gehe „völlig an der Realität vorbei“, kritisierte die rentenpolitische Sprecherin Sarah Vollath. Wer 45 Jahre lang „hart gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt hat, soll auch in Zukunft das Recht haben, frei über den Ruhestand entscheiden zu dürfen“, betonte sie.
Das Vorhaben von Union und SPD, den abschlagsfreien Renteneintritt nach 45 Versicherungsjahren abzuschaffen, nannte Vollath „falsch und respektlos gegenüber den hart arbeitenden Menschen“. Es sei „gut, dass nun auch einige ostdeutsche CDU-Ministerpräsidenten das erkennen“. Sie befürchte allerdings, dass diese „nur billig Wahlkampf mit dem Thema Rente machen und so im Osten auf Stimmenfang gehen – genauso wie einige Stimmen aus der SPD“.
Die „Rente mit 63“ ist ein gebräuchliches, inzwischen aber nicht mehr ganz zutreffendes Schlagwort. Tatsächlich ist der abschlagsfreie Renteneintritt bei 45 Versicherungsjahren derzeit erst ab einem Alter von 64 Jahren und sechs Monaten möglich.
Mit Material der Nachrichtenagenturen
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Großbrand in Sprendlingen gelöscht – Evakuierung aufgehoben

Entwarnung nach dem Großbrand auf einem Industriegelände in Sprendlingen in Rheinhessen: Das Feuer sei mittlerweile gelöscht und die Sicherheitsmaßnahmen seien weitestgehend aufgehoben worden, wie die Kreisverwaltung Mainz-Bingen mitteilte. Zur Sicherheit sei lediglich noch eine Brandwache vor Ort.
Alle sechs evakuierten Bewohner seien seit spätestens heute Morgen zurück in ihren Häusern, erklärte ein Sprecher der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen. Ein Ausbreiten auf die angrenzenden Wohnhäuser konnte demnach verhindert werden. Auch die Bahnstrecke sei seit dem frühen Morgen wieder freigegeben.

Großeinsatz mit erschwerten Bedingungen

Am Sonntagnachmittag war in dem Kunststoffbetrieb aus bislang ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Mehrere Gebäude auf dem Betriebsgelände standen daraufhin in Flammen. Rund 250 Kräfte von Feuerwehr, Hilfsdiensten, THW und Polizei aus mehreren Landkreisen und Gemeinden waren laut Kreisverwaltung im Einsatz. Wegen der Hitzeperiode erwies sich zudem die Löschwasserversorgung als anspruchsvoll, sodass auch Wasser aus dem nahegelegenen Wiesbach sowie dem Freibad zum Einsatz kam.
Anwohner wurden zwischenzeitlich vor Sichtbehinderungen und Geruchsbelästigung gewarnt. Nach wie vor gilt es laut Kreisverwaltung auf Ruß und Verbrennungsrückstände zu achten, insbesondere im Gemeindegebiet Sprendlingen. Eine besondere Gefahr bestehe diesbezüglich nicht. Eine direkte Berührung soll aber vermieden werden, heißt es. Warum das Feuer ausbrach und wie hoch der Schaden ist, konnte die Kreisverwaltung nicht mitteilen. (dpa/red)
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Ferien und Baustellen: Dort sind am Wochenende Staus zu erwarten

Für das kommende Wochenende rechnet der ADAC erneut mit einem sehr hohen Verkehrsaufkommen auf den deutschen Autobahnen. Staus auf den wichtigsten Fernstraßen sind aufgrund der andauernden Ferien nahezu unvermeidlich, wie der Automobilklub am Montag in München mitteilte. In Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland gehen die Sommerferien bereits am Wochenende zu Ende.
In Kombination mit dem Ferienverkehr aus vielen europäischen Nachbarstaaten seien zahlreiche Urlauber gleichzeitig auf Hin- und Rückreisen unterwegs. Vor allem am Freitagnachmittag und -abend seien die Strecken Richtung Süden, Alpen sowie  Küstenregionen stark befahren. Am Sonntagnachmittag und -abend werde der Verkehr dagegen besonders in der entgegengesetzten Richtung dichter sein.

Rund 1.000 Baustellen

Neben Urlaubern seien bei gutem Wetter auch zahlreiche Tagesausflügler unterwegs, die zudem in Richtung des Mittelgebirges sowie verschiedener Seen für ein hohes Verkehrsaufkommen sorgen. Bundesweit wird der Verkehr dem Automobilklub zufolge durch rund 1.000 Baustellen zusätzlich ausgebremst.
Auf viel befahrenen Reiserouten im Ausland müssen Urlauber laut ADAC ebenfalls mit Staus rechnen. In Österreich gilt dies etwa auf der West-, Tauern-, Inntal- und Brennerautobahn sowie der Fernpassroute, in der Schweiz für die Gotthardroute und San-Bernardino-Route und in Italien für die Verlängerung der Brennerautobahn. (afp/red)
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„Spider-Man: Brand New Day“ – alles andere als ein Multiversum-Hokuspokus

Was hat der neueste „Spider-Man“-Film zu bieten? Auch wenn ich zugeben muss, dass ich das Marvel-Comic-Universum (MCU) mittlerweile ziemlich satt habe, gibt es da doch einiges – allerdings nur, wenn man ein begeisterter Fan oder 14 Jahre alt ist oder beides.
Der neue Streifen startet mit einem Zeitsprung und erinnert daran, dass Tom Holland zuletzt vor vier Jahren in die Rolle des Spidey geschlüpft ist. Damals, in „Spider-Man: No Way Home“, stand Peter vor der Aufgabe, das Universum zu retten. Wie? Indem er Benedict Cumberbatchs Doctor Strange bittet, einen Zauber zu wirken. Die Welt sollte vergessen, dass Peter Parker Spider-Man ist.
Tragischerweise traf der Zauber auch Peters Freundin MJ (Zendaya) und seinen besten Freund, Ned Leeds (Jacob Batalon).

Spidey rund um die Uhr

Seitdem bekämpft Peter das Verbrechen in Manhattan. Mir als langjährigem New-Yorker ist witzigerweise irgendwann klar geworden: Wenn sich Spider-Man zwischen den Wolkenkratzern hin- und herschwingt, bewegt er sich im Grunde nur rund um den Times Square sowie entlang der Lexington Avenue in der Nähe des Chrysler Buildings. Sein Einsatzgebiet ist also recht überschaubar, sodass es kaum eine Rolle spielt, dass die Dreharbeiten in Glasgow, Schottland, stattfanden.
Peter hat eine Verbündete, die Polizistin Jean DeWolff (Liza Colón-Zayas), eine Ermittlerin des New York Police Departments, die ihn auf Kurzwahl hat und mit Hinweisen versorgt. Dabei versucht Peter, dem Selbstjustizler Frank Castle aus dem Weg zu gehen, auch bekannt als „The Punisher“ (Jon Bernthal). Bernthal spielt erstmals in einem MCU‑Film mit, nachdem er zuvor zwei Staffeln der TV-Serie „The Punisher“ angeführt hatte.

Scorpion (Michael Mando, links), in „Spider-Man: Brand New Day“.

Foto: © & ™ 2026 MARVEL

Einsam an der Spitze (des Empire State Buildings)

Peter lebt seit vier Jahren zurückgezogen. Aber über die sozialen Medien hält er sich auf dem Laufenden und weiß, wie es MJ und Ned nach dem Studium ergangen ist. Abgesehen von seinen Einsätzen als Superheld kümmert er sich lediglich um eine Sache: das Grab seiner Tante May (Marisa Tomei, in Rückblenden zu sehen), um dort die Blumen zu erneuern.
Doch dann geschieht etwas Seltsames. Peter merkt, dass sich sein Körper verändert. Ihm wachsen organische Auswurfdrüsen, mit denen er Spinnennetze abschießen kann. Der ursprüngliche Spider-Man (Tobey Maguire) hatte sie, Andrew Garfields Spidey jedoch nicht. Es scheint, als würde seine Spinnen-DNA an Stärke gewinnen. Wird das Spinnentier in ihm die Oberhand gewinnen?
Damit Peters Überwachung von MJ nicht alle an den Soziopathen aus „Obsession – Du sollst mich lieben“ (2025) erinnert, nimmt der Film rasch an Fahrt auf. Ein Telepath tritt in Szene. Er kann andere Menschen kontrollieren, auch Superschurken. Auf diese Weise verbreitet er Chaos in New York City, mit einem einzigen Ziel: das Department of Damage Control zu unterwandern – jener Behörde, deren Aufgabe es ist, die von Superhelden verursachten Schäden an Gebäuden zu beheben.
In der ersten großen Actionsequenz des Films schwingt sich Spidey durch die Straßen von Downtown Manhattan, um einen Panzer zu verfolgen, der kurz davor steht, in das Manhattan-Hauptquartier von Damage Control zu krachen. Am Steuer sitzt eine zufällig ausgewählte Zivilistin, die wie eine Marionette telepathisch von einem mysteriösen Bösewicht gesteuert wird. Die Folge: überschlagene Autos und Busse, demolierte Gebäude und fliegende Spinnnetze.

MJ (Zendaya) und Spider-Man (Tom Holland) versuchen in „Spider-Man: Brand New Day“ herauszufinden, warum sich seine Spinnen-DNA vermehrt.

Foto: © & ™ 2026 MARVEL

Marvel hat Kritiker eindringlich gebeten, keine Details preiszugeben. Auch ohne etwas Wesentliches zu verraten, kann ich zumindest sagen, dass die Drehbuchautoren andere Marvel-Figuren geschickt einbinden. Einige, wie Bruce Banner (Mark Ruffalo) sowie eine gewisse Blondine mit russischem Akzent, tauchen schon früh auf und verknüpfen den neuen Spider-Man-Film mit früheren Produktionen von Marvel.
Eine Schlüsselfigur, die bereits in vielen früheren MCU-Filmen aufgetreten ist, wird hier von „Stranger Things“-Star Sadie Sink gespielt, die der Rolle eine kraftvolle neue Interpretation (und enorme Leinwandpräsenz) verleiht.
Sink spielt in den beiden größten Actionszenen des Films eine herausragende Rolle. Die Szene in der Mitte wirkt wie ein vorhersehbares Wirrwarr aus digital erschaffenem Trümmerregen – ein echtes Gähnen. Dafür begeistert das gelungene Finale die Zuschauer eher durch Emotionen und weniger durch endloses Schleudern von Spinnennetzen.

Spider-Man (Tom Holland).

Foto: © & ™ 2026 MARVEL

Gemeinsam liefern Holland, Zendaya und Bernthal (die alle kürzlich auch in „Die Odyssee“ mitwirkten) einige überzeugende Szenen, die einen aufschlussreichen Einblick in die Beziehung zwischen Peter und MJ geben.
Es ist jedoch die beeindruckende Darstellung von Sink, die dem Publikum am Ende im Gedächtnis bleiben wird – zusammen mit dem starken Verdacht, dass die nächste Folge nicht lange auf sich warten lassen wird.
„Spider-Man: Brand New Day“
Regie: Destin Daniel Cretton
Mit: Tom Holland, Zendaya, Jon Bernthal, Mark Ruffalo, Sadie Sink, Jacob Batalon, Michael Mando, Marvin Jones III
Laufzeit: 2 Std. 25 Min.
FSK 12
Bewertung: 3,5 von 5 Sternen
In deutschen Kinos seit dem 29. Juli 2026

Das Poster zum Film.

Foto: © & ™ 2026 MARVEL

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „‘Spider-Man: Brand New Day’: No Multiverse Nonsense, It’s Not Bad“. (redaktionelle Bearbeitung: sua)
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Bezahlte China-Reisen für US-Journalisten – eine Transparenzfrage auch für Deutschland


In Kürze:

  • China-Reisen im Fokus: Journalistin Natalie Winters untersuchte anhand öffentlicher Unterlagen, wie C100 Journalistenreisen nach China organisierte und finanzierte.
  • 60.000 Dollar Reiseprogramm: C100 übernahm Kosten, wählte Teilnehmer aus und plante Treffen. Eine Delegationsreise 2012 für fünf Journalisten kostete rund 60.000 US-Dollar.
  • Deutschland ohne vergleichbares FARA-System: Während die USA mit FARA bestimmte Tätigkeiten im Auftrag ausländischer Akteure offenlegen, gibt es in Deutschland kein vergleichbares Register.

 
Journalismus lebt vom Zugang. Reporter reisen in Länder, sprechen mit Politikern, besuchen Unternehmen und versuchen, sich vor Ort ein eigenes Bild zu machen. Gerade bei Staaten wie China, die international kontrovers diskutiert werden, gehören solche Reisen zum journalistischen Alltag.
Doch wenn Reisen von Regierungen oder staatsnahen Organisationen organisiert und bezahlt werden, stellt sich eine grundsätzliche Frage: Wo endet legitimer Austausch – und wo beginnt mögliche Einflussnahme? Diese Frage stellt sich nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland, wo vergleichbare Aktivitäten schwerer nachvollziehbar sind.
Diese Debatte wurde durch eine Recherche der US-Journalistin Natalie Winters neu entfacht. Sie untersuchte Programme, über die amerikanische Journalisten nach China eingeladen wurden. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur die Reise selbst, sondern auch die Frage, wer solche Delegationen organisiert, finanziert und welche Kontakte dadurch entstehen.

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Committee of 100 und Journalistenreisen nach China

Im Mittelpunkt der Recherche stehen Unterlagen des Committee of 100 (C100). Die Organisation wurde 1989 gegründet und versteht sich nach eigener Darstellung als Netzwerk chinesischstämmiger Amerikaner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur, das den Austausch zwischen China und den USA fördern möchte.
C100 organisierte zwischen 2007 und 2014 ein Journalisten-Delegationsprogramm mit Reisen nach China. Nach Angaben der Organisation handelte es sich um professionelle Austauschprogramme.
Auf Nachfrage der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times bestätigte C100, dass die Organisation die Reisekosten übernahm, die Teilnehmer auswählte, die Reiserouten festlegte und bestimmte, mit welchen Personen sich die Journalisten trafen.
Winters bezeichnete das Programm als „Propaganda-Pipeline“. C100 weist diese Darstellung zurück und erklärte, es habe keinen Austausch von Berichterstattung gegen Reisen gegeben. Die Teilnehmer hätten ihre redaktionelle Unabhängigkeit behalten.

60.000 Dollar für eine neuntägige Reise

Ein Reisebericht aus dem Jahr 2012, der auf der Website von C100 mit „Internal Use“ („Interner Gebrauch“) gekennzeichnet war, bezifferte die Kosten einer neuntägigen Delegationsreise für fünf Journalisten auf etwa 60.000 US-Dollar.
Teilnehmer waren Vertreter von The New York Times, The Atlantic, der Financial Times, Foreign Affairs und New York Public Radio (WNYC). Die Reise führte durch Peking, Shanghai und Hangzhou.
Zum Programm gehörten Besichtigungen, Unternehmens- und Kulturbesuche sowie rund 20 organisierte Treffen mit chinesischen Regierungsvertretern, Wissenschaftlern, Medienvertretern, Studenten und Wirtschaftsführern.
Der Bericht erklärte, das Programm habe darauf abgezielt, die Wahrnehmung Chinas zu verbessern und die Teilnehmer dazu zu bringen, ihre Erfahrungen mit beruflichen Kollegen zu teilen.

Teilnehmer berichten über veränderte Sicht auf China

In den C100-Unterlagen wurden auch Aussagen der Teilnehmer festgehalten.
Winnie O’Kelley, damals stellvertretende Wirtschaftsredakteurin bei The New York Times, erklärte demnach, sie werde mit mehreren Ideen für Geschichten zurückkehren und ihre Arbeit im Asien-Bereich teilweise neu ausrichten.
Gary Silverman, damals US-Nachrichtenchef und stellvertretender Chefredakteur der Financial Times, sagte laut Bericht, er werde künftig nicht mehr über China schreiben, ohne das während der Reise Gelernte zu berücksichtigen.
Der WNYC-Moderator Brian Lehrer wurde mit der Aussage zitiert, seine Wahrnehmung Chinas habe sich „in 100 Arten“ verändert.
Jonathan Tepperman, damals Chefredakteur von Foreign Affairs, erklärte, die Reise habe ihm ein „viel tieferes, subtileres und nuancierteres“ Verständnis Chinas vermittelt.
C100 verwies nach der Reise unter anderem auf veröffentlichte Beiträge von Clive Crook bei The Atlantic sowie weitere Arbeiten von Teilnehmern.
US-Präsident Donald Trump hat eine Milliarden-Klage gegen die renommierte «New York Times» eingereicht.

The New York Times.

Foto: Mark Lennihan/AP/dpa

Chinesischer Einfluss auch in Deutschland?

Während Winters ihre Recherche auf öffentlich zugängliche Unterlagen des Foreign Agents Registration Act (FARA) stützen konnte, wäre eine vergleichbare Untersuchung in Deutschland deutlich schwieriger. Anders als die USA verfügt Deutschland über kein spezielles Transparenzgesetz für Tätigkeiten im Auftrag ausländischer Auftraggeber.
Das deutsche Lobbyregister erfasst zwar Interessenvertretung gegenüber Bundestag und Bundesregierung, bietet jedoch keinen vergleichbaren Einblick in Verträge, Kommunikationsaufträge oder PR-Mandate ausländischer Organisationen.
Der Bundesverfassungsschutz warnt seit Jahren, dass China neben klassischer Diplomatie auch Wirtschaftsverbände, Wissenschaftskooperationen, Kultur- und Austauschprogramme sowie persönliche Netzwerke nutzt, um Einfluss auszuüben.
Auch in Deutschland arbeiten PR-Agenturen mit chinesischen staatlichen Institutionen zusammen. So wird etwa das Fremdenverkehrsamt der Volksrepublik China in Deutschland von der Agentur One Billion Voices als Presseagentur betreut. Der Fall zeigt, wie eng touristische, wirtschaftliche und politische Kommunikation teilweise miteinander verbunden sein können.
Auch Medienreisen und Austauschprogramme chinesischer Institutionen finden in Deutschland statt. Wie umfangreich solche Aktivitäten sind und wer sie finanziert, lässt sich jedoch deutlich schwerer nachvollziehen als in den USA.

C100 verteidigt das Programm

C100 erklärte gegenüber der Epoch Times, das Journalistenprogramm sei ein offener professioneller Austausch gewesen, der zuletzt 2014 stattfand.
Die Organisation erklärte, Ziel sei es gewesen, amerikanischen Redakteuren einen direkten Einblick in ein Land zu ermöglichen, über das häufig aus der Distanz berichtet werde.
„Der Zweck des Programms war Verständnis durch direkte Erfahrung“, teilte C100 mit. Die Teilnehmer hätten ihre Reisen offengelegt und ihre redaktionelle Unabhängigkeit behalten.
Die Organisation beantwortete jedoch keine weiteren Fragen dazu, ob die Finanzierung der Reisen gegenüber Lesern, Zuhörern oder Arbeitgebern ausdrücklich offengelegt wurde.

Medienhäuser äußern sich nicht

The New York Times, The Atlantic, die Financial Times, Foreign Affairs und WNYC wurden gefragt, ob sie die Reisen genehmigt hatten, ob Kosten übernommen wurden und welche Regeln damals für gesponserte Reisen galten.
Die Medienhäuser und die beteiligten Journalisten antworteten bis zur Veröffentlichung nicht.

Zu diesem Bericht hat Lydia Roeber beigetragen.

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „China-Focused Influence Program Courted Senior US Media Figures With Sponsor-Paid Trips“. (deutsche Bearbeitung: rb)
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Vor der Ernte – von Martin Greif

Vor der Ernte

Nun störet die Ähren im Felde
Ein leiser Hauch,
Wenn eine sich beugt, so bebet
Die andre auch.
Es ist, als ahnten sie alle
Der Sichel Schnitt –
Die Blumen und fremden Halme
Erzittern mit.
 
Martin Greif (1839-1911)
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Ruhe, bitte! Was Menschen im Büro nervt

Ein bisschen Frieden: Wer in Deutschland im Büro arbeitet, hätte es gerne leiser. 95 Prozent nennen eine ruhige Arbeitsumgebung in einer aktuellen Umfrage sehr oder eher wichtig. Und am meisten stören dabei die lieben Kollegen. Die Erhebung, die YouGov im Auftrag von Logitech durchführte, umfasste gut 2.100 Befragte in Deutschland, die zumindest teilweise im Büro arbeiten.
Gefragt, welche Geräusche sie als besonders störend empfinden, nannten 53 Prozent der Teilnehmer Calls und Telefonate der Kollegen, 47 Prozent nannten deren Gespräche und 41 Prozent Videomeetings, die ohne Kopfhörer geführt wurden. Erst mit deutlichem Abstand folgen Hintergrundgeräusche wie Lüftung, Drucker oder Kaffeemaschine, die von 18 Prozent genannt wurden. Tastaturgeräusche stören 7 Prozent, Mausklicks 4 Prozent. Bei der Frage konnten bis zu 3 Geräusche genannt werden.

Das Ruhebedürfnis ist gewachsen

Zudem sagten 68 Prozent, dass das Bedürfnis nach Ruhe im Arbeitsumfeld in den letzten fünf Jahren gestiegen sei. Dass in Büros bewusster auf Lautstärke geachtet werde, konnten aber nur 41 Prozent erkennen. Von sich selbst sagten allerdings 51 Prozent, dass sie sich stärker zu rücksichtsvollem Verhalten verpflichtet fühlten. Der Krach hat zudem Folgen: 70 Prozent sagen, dass Geräusche im Büro ihre Konzentration beeinträchtigen.
„Ein gestiegenes Ruhebedürfnis bedeutet nicht, dass Menschen weniger Austausch wollen. Es zeigt vielmehr, dass Kommunikation im Büro bewusster organisiert werden muss“, sagt Logitech-Deutschlandchef Serkan Ates. „Viele Arbeitsroutinen haben sich verändert, aber die Regeln für das Miteinander im Büro sind nicht überall im gleichen Tempo mitgewachsen. Gerade bei Calls, spontanen Gesprächen und hybriden Meetings braucht es mehr Klarheit darüber, was für andere zumutbar ist.“ Letztlich entscheide Rücksicht mit darüber, „ob Menschen im Arbeitsalltag fokussiert bleiben oder ständig aus ihrer Konzentration gerissen werden“. (dpa/red)
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Studie: Abhängigkeit von EU-E-Autoindustrie von asiatischen Batterien steigt

Deutsche und europäische Autohersteller sind beim Thema Batterien für E-Autos massiv abhängig von Importen aus Asien. Einer am Montag veröffentlichten Studie des Beratungsunternehmens Deloitte zufolge nimmt diese Abhängigkeit zudem weiter zu. Die Batterie ist der wichtigste Einzelbestandteil von E-Autos, weshalb den Unternehmen ohne eigene Batterieproduktion Milliarden entgehen.
„Europas Abhängigkeit insbesondere von chinesischen Batterieproduzenten steigt deutlich auf hohem Niveau“, erklärte Deloitte. Im vergangenen Jahr wurden demnach 77 Prozent der in Europa verbauten Batteriezellen für E-Autos in Asien hergestellt. 2024 waren es noch 70 Prozent.

98 Prozent der europäischen Produktionskapazitäten von Asien kontrolliert

Auf Europa entfallen derzeit nur 13 Prozent der Batteriezellenproduktion – und 98 Prozent der europäischen Produktionskapazitäten werden von asiatischen Unternehmen kontrolliert, wie Deloitte ausführt. 2024 waren es noch 97 Prozent.
Zugleich ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach Batterien weiter steigen wird. Deloitte geht von knapp 28 Millionen in Europa zu produzierenden E-Autos bis 2030 aus – mit dem entsprechenden Bedarf an Batterien. „Den hiesigen Batterieunternehmen entgehen über die kommenden vier Jahre Gewinne in Höhe von 10,5 Milliarden Euro, wenn sie diese nicht selbst herstellen.“
„Batterien bestimmen Reichweite, Leistung und Preis eines Elektroautos“, erklärte Harald Proff, Leiter im Automobilbereich bei Deloitte. „Wenn europäische Hersteller hier nicht wettbewerbsfähig sind, werden die Absätze künftig noch stärker unter Druck geraten.“ Branche und Politik müssten hier „gemeinsam gegensteuern“.
Die Experten gehen davon aus, dass es noch nicht zu spät ist: „Die Batterieproduktion ist eine langfristige Wette, die die europäischen Unternehmen noch gewinnen können“, erklärte Proff. Es werde an neuen Technologien geforscht, „doch die Probleme liegen bei der Finanzierung und der Industrialisierung“. Investitionen und Fördermittel müssten daher nicht nur die Entwicklungsphase, sondern auch die ersten kapitalintensiven Betriebsjahre abdecken. (afp/red)
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Nach Rekordbußgeld: Stuttgarter Influencerin meldet Insolvenz an


In Kürze:

  • Rekordbußgeld: Die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg verhängte gegen Hanadi Diab ein Bußgeld von 36.000 Euro wegen Verstößen gegen die Werbekennzeichnung auf Instagram – nach eigenen Angaben das höchste Bußgeld gegen einen Influencer im Land.
  • Insolvenz eröffnet: Wenige Tage nach Rechtskraft des Bußgelds wurde über das Vermögen der 39-Jährigen ein Regelinsolvenzverfahren eröffnet.
  • Arbeit geht weiter: Trotz der Insolvenz kann Diab ihre Arbeit als Influencerin fortsetzen. Sie ist nicht die erste Prominente, die wegen Schleichwerbung rechtliche Konsequenzen erfahren hat.

 
Die Stuttgarter Beauty-, Mode- und Lifestyle-Influencerin Hanadi Diab hat ein Regelinsolvenzverfahren eröffnet. Das bestätigte das Amtsgericht Stuttgart. Zuvor war bekannt geworden, dass gegen die 39-Jährige wegen Verstößen gegen die Werbekennzeichnung auf Instagram ein rechtskräftiges Bußgeld verhängt worden war. Die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) setzte die Geldbuße auf 36.000 Euro fest. Einschließlich Gebühren und Auslagen beläuft sich die Forderung auf 37.803,50 Euro. Nach Angaben der Behörde handelt es sich um das bislang höchste Bußgeld, das in Baden-Württemberg gegen eine Influencerin verhängt wurde.
Die LFK teilte mit, dass die Behörde das Internet inzwischen mit einer eigens entwickelten KI nach möglichen Regelverstößen durchsucht. Laut LFK hatte Diab zwischen Mai und Juli 2025 mehrere bezahlte Kooperationen in ihren Instagram-Storys gar nicht oder nicht ausreichend als Werbung gekennzeichnet. Teilweise seien Werbehinweise für Nutzer nicht eindeutig erkennbar gewesen. Die Influencerin wies die Vorwürfe zurück und erklärte in einem TikTok-Video, sie kennzeichne sämtliche Kooperationen.

Strafe nach mehrfacher Ermahnung

Diab war bereits 2020 und 2022 mehrfach auf die gesetzlichen Anforderungen an die Werbekennzeichnung hingewiesen worden. Bei der Höhe der Geldbuße berücksichtigte die LFK laut dem Jura-Portal beck-aktuell.de unter anderem die wiederholten Verstöße, die hohe Reichweite des Instagram-Auftritts, den wirtschaftlichen Wert der Kooperationen sowie die früheren Hinweise der Behörde. Auf Instagram folgen der Influencerin mehr als 760.000 Menschen, auf TikTok knapp 139.000.
Trotz des Insolvenzverfahrens kann Diab ihre Tätigkeit als Influencerin fortführen. Der Geschäftsbetrieb wurde nach Angaben des Insolvenzverwalters aus der Insolvenzmasse freigegeben. Ein Insolvenzverfahren dauert häufig ein bis zwei Jahre, abhängig vom Umfang der Vermögensverhältnisse. Anschließend beginnt die Phase bis zur Restschuldbefreiung. Seit der Reform des Insolvenzrechts im Jahr 2020 können natürliche Personen bereits nach drei Jahren von ihren restlichen Schulden befreit werden, sofern sie ihre gesetzlichen Pflichten erfüllen. Dazu gehören unter anderem die Abführung pfändbarer Einkünfte und die Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter.

Weitere Influencer betroffen

Der Fall unterscheidet sich von vielen bekannten Verfahren gegen Influencer. Anders als etwa bei Cathy Hummels oder Pamela Reif geht es hier nicht um eine wettbewerbsrechtliche Klage eines Wettbewerbsverbands, sondern um ein Bußgeldverfahren der Medienaufsicht wegen Verstößen gegen die Werbekennzeichnung.
Auch andere prominente Influencer mussten sich bereits wegen mutmaßlicher Schleichwerbung rechtlich verantworten.
Im Fall von Cathy Hummels beanstandete der Verband Sozialer Wettbewerb Markenverlinkungen in Instagram-Beiträgen. Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied 2021, dass unbezahlte Beiträge mit reinen Markenverlinkungen grundsätzlich nicht als Werbung gekennzeichnet werden müssen. Erhält ein Influencer jedoch eine Gegenleistung, besteht eine Kennzeichnungspflicht. Gemeinsam mit dem Fall Hummels verhandelte der BGH damals auch Verfahren der Influencerinnen Leonie Hanne und Luisa-Maxime Huss.
Als weiterer wichtiger Fall gilt die Fitness-Influencerin Pamela Reif. Der Verband Sozialer Wettbewerb hatte ihr 2019 vorgeworfen, Produkte und Kleidung in Instagram-Beiträgen über sogenannte „Tap Tags“ mit Herstellern zu verlinken, ohne die Beiträge als Werbung zu kennzeichnen. Reif argumentierte, sie habe dafür keine Bezahlung erhalten, sondern lediglich häufige Fragen ihrer Follower beantwortet.
Der Fall landete schließlich vor dem Bundesgerichtshof. Mit seinem Grundsatzurteil vom 9. September 2021 stellte das Gericht klar: Erhält ein Influencer keine Gegenleistung für einen Beitrag, besteht grundsätzlich keine Kennzeichnungspflicht. Fließt dagegen Geld oder ein anderer wirtschaftlicher Vorteil, muss der Beitrag als Werbung gekennzeichnet werden. Das Urteil gilt bis heute als wichtiger Maßstab für Gerichte und Medienaufsichtsbehörden.
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Meer für alle – haben Italiens Strandbäder noch Zukunft?

August also. Der heilige Ferienmonat der Italiener. Normalerweise würden sie hier in Ostia, dem Stadtstrand von Rom, jetzt wieder dicht an dicht liegen. Körper an Körper, Liege an Liege, Schirm an Schirm. So wie jedes Jahr, wenn die Sonne wochenlang herunterbrennt. Nichts davon. Stattdessen sind im „Shilling“, einem der bekanntesten Strandbäder der 90.000-Einwohner-Gemeinde, die Abrissbagger an der Arbeit. Gerade werden die Toilettenhäuschen plattgemacht. Abgesehen davon ist hier kein Mensch.
Das „Shilling“ ist ein gutes Beispiel für den Sinneswandel an Italiens Stränden. Entlang der 7.500 Kilometer Mittelmeerküste gibt es Tausende privat betriebene Bäder, die Liegen und Schirme vermieten, eine über Jahrzehnte gewachsene italienische Tradition. Jetzt jedoch gehen die Behörden in Ostia und anderswo dagegen vor, dass man nur ans Meer gelassen wird, wenn man dafür bezahlt. Das hat mit einer 20 Jahre alten EU-Richtlinie zu tun, die nun endlich umgesetzt werden soll. Aber nicht nur.

Strand ist auch in Italien gratis – eigentlich

Offiziell gibt es in Italien mehr als 7.300 Stabilimenti Balneari, tatsächlich wohl einige Tausend mehr. Die meisten sind Familienbetriebe – zumal man den Begriff Familie in Italien großzügig auslegen kann. Auch die Mafia ist mancherorts dabei. Viele sind durch die Vermietung von Strandliege (Lettino) und Sonnenschirm (Ombrellone) reich geworden. In dieser Saison liegt die Durchschnittsmiete für zwei Liegen und Schirm bei etwa 40 Euro pro Tag. In einigen Regionen wie der Toskana kann es deutlich teurer werden.
Dabei gehört die Küste – so wie anderswo in Europa – auch in Italien eigentlich dem Staat. Von Gesetzes wegen müsste das Ufer überall für jedermann frei und kostenlos zugänglich sein. Mehr als die Hälfte der Strände ist jedoch privat verpachtet, oft unter der Hand und oft auch zu Spottpreisen. Im Durchschnitt kostet die Konzession 8.200 Euro pro Jahr. Durchschnittlicher Umsatz, ermittelt vom Centrum für Europäische Politik (CEP): 260.000 Euro. Andere Schätzungen reichen weit darüber hinaus.

Zäune und Mauern versperren Zugang zum Meer

Bei Touristen aus dem Ausland sorgt die Liegegebühr immer wieder für Ärger. Die Italiener haben sich über die Jahrzehnte daran gewöhnt. Allerdings wird es inzwischen auch einigen von ihnen zu viel. Die Römerin Isabella Pedrelli, die mit ihren beiden Kindern nach Ostia gekommen ist, sagt: „Eine Normalfamilie kann sich das überhaupt nicht mehr leisten.“ In Neapel besetzten Aktivisten kürzlich mit eigenen Handtüchern und Sonnenschirmen die Bezahlbereiche. Zudem sorgt für Unmut, dass vielerorts die Stabilimenti den Zugang zum Meer durch hohe Zäune und Mauern versperren.
In Ostia sieht man über kilometerlang kaum etwas davon. Damit soll jetzt Schluss sein. Die Stadtverwaltung von Rom – wozu der Vorort immer noch gehört – geht seit einiger Zeit rigoros gegen illegale Bauten und Machenschaften vor. Das „Shilling“ wurde wegen Bauvergehen und anderer Vorwürfe gegen den Betreiber beschlagnahmt. Im Winter nahm es durch Stürme so schweren Schaden, dass es zur Ruine zu verfallen drohte.

Auch anderswo in Italien gehen die Behörden vor

Nun wird es abgerissen, ebenso wie das „Sporting Beach“ daneben. Roms sozialdemokratischer Bürgermeister Roberto Gualtieri will dort nun eine Spiaggia Libera ansiedeln, einen „freien Strand“. Einem anderen Club, dem „Village“, entzog die Stadt im Zuge von Mafia-Ermittlungen die Konzession und vergab sie an eine Genossenschaft. Ziel ist es, aus bislang nur 1,2 Kilometern Gratis-Strand (von insgesamt 11,3 Kilometern) 6,5 Kilometer zu machen. Statt 70 Stabilimenti soll es in Ostia künftig nur noch 35 geben.
Auch anderswo, wie an der italienischen Riviera in Ligurien oder in Apulien, unten im Süden, haben Bürgermeister damit begonnen, die Strände wieder kostenlos zu machen. Das hängt auch mit einer EU-Richtlinie von 2006 zusammen. Demnach müssen die staatlichen Konzessionen für Strandabschnitte regelmäßig neu ausgeschrieben werden, weil es sich um öffentlichen Grund handelt.

EU-Richtlinie soll nun endlich umgesetzt werden

Die Umsetzung der Richtlinie wurde von den verschiedensten Regierungen in Rom immer wieder hinausgeschoben. Nun soll 2027 doch damit begonnen werden. Viele hoffen, dass größere Konkurrenz zu niedrigeren Preisen führt. Sicher ist das nicht.
Umso mehr gibt es von Bürgerinitiativen wie der Vereinigung Mare Libero (Freies Meer) Lob für die Rückwandlung von Stränden in kostenlose Bereiche. „Wir müssen deutlich machen, dass Strand, Meer und Luft öffentliche Güter sind – und nichts, das man einfach verkaufen oder abtreten kann“, sagt deren Rom-Statthalter Danilo Ruggeri. „Aber da ist noch einiges zu tun.“

Neuer Ärger um mitgebrachte Speisen und Getränke

Tatsächlich gab es eben erst neue Aufregung, weil einige Strandbad-Betreiber in Apulien ihren Gästen auch noch verbieten wollten, mitgebrachte Speisen und Getränke zu konsumieren. Begründet wurde dies mit einem möglichen „Imageschaden“.
Der Präsident der Region, Antonio Decaro, las den Pächtern daraufhin die Leviten. Angesichts der ohnehin extrem hohen Preise für Schirme und Liegen sei es absurd, den Leuten auch noch vorzuschreiben, teures Essen kaufen zu müssen. „Das Meer ist ein Allgemeingut. Es darf nicht zum Luxusgut werden.“ (dpa/red)
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Blitzermarathon startet: Polizei nimmt Raser verstärkt ins Visier

Die Polizei ist in den nächsten Tagen verstärkt Temposündern auf den Straßen auf der Spur. Am Montag beginnt der sogenannte Blitzermarathon, auch Speedweek genannt. Laut dem Autofahrerclub ADAC beteiligen sich daran mehrere Bundesländer, allerdings nicht alle. Die Aktion fällt mitten in die Ferienzeit und trifft diesmal auch viele Urlauber.
Bereits im Frühjahr gab es gezielte Kontrollen über mehrere Tage. Ziel der Aktion bis zum kommenden Sonntag ist es laut Polizei und Innenministerien der beteiligten Länder, die Zahl der schweren Verkehrsunfälle zu reduzieren. 2025 starben bei Unfällen im Straßenverkehr mehr als 2.800 Menschen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren das 62 Getötete mehr als im Jahr zuvor. Das sind deutlich weniger als 1995, als noch 9.500 Menschen starben.

Weshalb kontrolliert wird

Nach Einschätzung von Experten ist zu schnelles Fahren eine häufige Unfallursache. Insbesondere an Unfallschwerpunkten müssten Autofahrer mit Tempokontrollen rechnen. Die Innenministerien von Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen teilten zum Beispiel nicht vorab mit, wo genau mobile und stationäre Blitzer in den kommenden Tagen stehen werden.
„Wir werden unsere Geschwindigkeitsmessgeräte nicht nur auf Bundesautobahnen aufstellen, sondern uns auf die ländlichen Bereiche, insbesondere Alleen, konzentrieren“, sagte die Leiterin der Verkehrspolizei in der Brandenburger Polizeidirektion West, Peggy Baier. Anders als bei der Aktion im Frühjahr gibt es laut ADAC diesmal keinen Hauptkontrolltag.

Was Automobilclubs zu der Aktion sagen

Der ADAC Nordrhein befürwortet dauerhaft mehr gezielte Kontrollen gerade an Unfallschwerpunkten. Auch der Automobilclub von Deutschland (AvD) fordert, an Unfallschwerpunkten kontinuierlich zu kontrollieren. Er kritisiert aber den Zeitpunkt der Aktionswoche in der Hauptreisezeit. Kontrollen sollten nicht den Eindruck erwecken, „in erster Linie der Einnahmeerzielung zu dienen“.
Die Speedweek ist eine vom europäischen Polizeinetzwerk Roadpol europaweit abgestimmte Aktion. Jedes Jahr im April und im August finden dabei solche Kontrollwochen statt, bei denen die Polizei die Geschwindigkeit auf den Straßen strenger überwacht.
Allein in Baden-Württemberg wurden bei der europaweit abgestimmten Geschwindigkeitskontrollwoche im April 58.347 Verstöße festgestellt. (dpa/red)
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Trump setzt „größten Angriff seit Zweitem Weltkrieg“ aus – neue Iran-Verhandlungen


In Kürze:

  • Trump sagt geplanten Großangriff auf den Iran kurzfristig ab.
  • Neue Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sollen am Montag beginnen.
  • Explosion nahe Tanker in der Straße von Hormus verschärft die Unsicherheit.

 
US-Präsident Donald Trump hat nach dem vorläufigen Verzicht auf eine weitere Angriffswelle gegen den Iran eine neue Runde von Verhandlungen mit Vertretern der Islamischen Republik angekündigt. Die Gespräche sollen nach seinen Angaben am Montag beginnen. An Bord der Präsidentenmaschine Air Force One erklärte Trump auf dem Rückflug von New Jersey nach Washington, die USA würden „in Form von Verhandlungen“ mit dem Iran sprechen.
„Was wir jetzt tun, ist, dass wir in Form von Verhandlungen mit ihnen sprechen. Es beginnt morgen Nachmittag, und dann werden wir sehen.“
Wo die Gespräche stattfinden, wie lange sie dauern und wer daran teilnehmen wird, ließ der Präsident offen.
Trump betonte, der Iran sei an einer Einigung interessiert. „Sie wollen natürlich nicht angegriffen werden.“
Mit Blick auf die geplanten Verhandlungen erklärte Trump außerdem, einige Beteiligte – darunter Saudi-Arabien – gingen davon aus, dass eine Einigung über die Straße von Hormus unmittelbar bevorstehe. Anschließend solle folgen, was er als „Denuklearisierung des Iran“ bezeichnete.
„Trump

Trump sprach an Bord der Präsidentenmaschine mit mitreisenden Reportern.

Foto: Anna Moneymaker/Getty Images

Trump spricht von abgesagtem Großangriff

Der US-Präsident bekräftigte erneut seine Darstellung, dass das US-Militär kurz vor einer neuen massiven Angriffswelle gegen den Iran gestanden habe.
„Es wäre der größte Angriff seit dem Zweiten Weltkrieg geworden,“ sagte Trump.
Nach seinen Worten hätte der Angriff für den Iran verheerende Folgen gehabt.
Nach Trumps Angaben verzichteten die USA jedoch auf den Angriff, nachdem Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar sowie auch der Iran selbst darum gebeten hätten. Die Verbündeten hätten signalisiert, dass eine politische Einigung unmittelbar bevorstehe und militärische Schritte den Verhandlungsprozess gefährden könnten. Deshalb habe er entschieden, den Angriff zunächst auszusetzen.
Bereits am Samstag hatte Trump auf seiner Plattform Truth Social erklärt, die USA und Israel würden vorläufig keine weiteren Angriffe durchführen, da sich „Umrisse einer Vereinbarung“ abzeichneten. Zuvor hatte er erklärt, den Angriff „unter der Voraussetzung, dass wir schnell eine Einigung erzielen können“, abgesagt zu haben.
Gleichzeitig machte Trump deutlich, dass die militärische Option weiterhin auf dem Tisch liege. „Wir sind jederzeit bereit loszulegen,“ so der Präsident.
Auf die Frage nach einer Frist für den Iran wollte er sich nicht festlegen. „Wir werden einfach sehen, wie es läuft. Würde ich lieber einen Deal machen? Ich bin nicht darauf aus, Menschen zu töten. Viele Menschen sterben, und das wollen wir nicht.“

Iran weist Trumps Darstellung zurück

Aus Teheran kam dagegen ein deutlich anderes Bild. Iranische Militärvertreter bezeichneten Trumps Aussagen laut der Nachrichtenagentur Mehr als „nichts als eine neue Lüge“. Eine Bestätigung für die von Trump angekündigten Verhandlungen oder für eine unmittelbar bevorstehende Einigung gab es von iranischer Seite zunächst nicht.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, erklärte zudem, Teheran werde weiterhin „auf der Grundlage dessen handeln, was den Interessen des Landes dient“ und wies Behauptungen zurück, wonach der Iran Washington gebeten habe, die Angriffe einzustellen.
Noch wenige Tage zuvor hatte Trump dem Iran mit neuen massiven Militärschlägen gedroht. Erst am Freitag hatte er erklärt, die USA würden den Iran „ganz hart angehen“, falls keine Fortschritte erzielt würden.

Pendler passieren am 21. Juli 2026 eine Wandmalerei in Teheran. Die Iranischen Revolutionsgarden meldeten Angriffe auf US-Militärziele in Bahrain und Kuwait.

Foto: ATTA KENARE / AFP via Getty Images

Gescheitertes Rahmenabkommen belastet die Beziehungen

Der aktuelle Konflikt dauert bereits seit Ende Februar an. Mitte Juni hatten sich Washington und Teheran zwar auf ein Rahmenabkommen verständigt, das den Weg zu einem dauerhaften Frieden ebnen sollte. Innerhalb einer 60-tägigen Übergangsfrist sollten die offenen Streitpunkte geklärt werden.
Schon kurz nach Abschluss des Abkommens kamen jedoch Zweifel an dessen Tragfähigkeit auf. Wiederholte gegenseitige Angriffe verhinderten eine nachhaltige Entspannung. Mitte Juli nahmen die USA ihre Militärschläge gegen iranische Ziele erneut auf. Zu den zentralen Streitpunkten zählen weiterhin das iranische Atomprogramm sowie die Kontrolle über die strategisch wichtige Straße von Hormus.

Explosion nahe Tanker in der Straße von Hormus

Parallel zu den diplomatischen Bemühungen hat sich die Sicherheitslage in der Golfregion erneut verschärft. In der Nacht zum Montag ereignete sich in der Straße von Hormus offenbar eine Explosion in unmittelbarer Nähe eines Tankers.
Wie die britische Seefahrtbehörde UKMTO über den Kurznachrichtendienst X mitteilte, meldete der Kapitän des Schiffes eine Explosion in direkter Nähe des Tankers. Das Schiff selbst sowie die Besatzung blieben den Angaben zufolge unversehrt.
Der Vorfall ereignete sich rund 20 Seemeilen (etwa 37 Kilometer) nordöstlich der omanischen Hafenstadt Chasab. Die UKMTO rief alle Schiffe dazu auf, die Meerenge mit besonderer Vorsicht zu passieren und verdächtige Aktivitäten umgehend zu melden.

Unsicherheit über die Zukunft der Meerenge

Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt für den Transport von Erdöl und Erdgas und steht seit Beginn des Konflikts im Mittelpunkt der Spannungen zwischen dem Iran und den USA. Der Iran hatte die Meerenge nach Kriegsbeginn Ende Februar blockiert.
Am Sonntag erklärte Teheran, man stehe kurz vor einer Einigung mit dem Oman über eine neue Schifffahrtsroute. Gleichzeitig stellte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei, jedoch klar, dass dies nicht bedeute, dass die Straße von Hormus wieder vollständig geöffnet werde.
Ob die angekündigten Verhandlungen zwischen Washington und Teheran tatsächlich zu einer nachhaltigen Entspannung führen können, bleibt daher weiter offen. Während Trump von einer bevorstehenden Einigung spricht, weist der Iran diese Darstellung bislang entschieden zurück. Gleichzeitig zeigt der Zwischenfall in der Straße von Hormus, wie fragil die Sicherheitslage in der Region weiterhin ist.
Mit Material der Nachrichtenagenturen
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Trump Says Iran Talks to Begin on Monday“. (deutsche Bearbeitung: zk)
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„Alles ist dahin“: Wie ein Waldbauer gegen den Brand kämpft

„Man sagt, das Feuer ist ein Monster“, sagt Didier Monchaux mit feuchten Augen, als er vor seinem von den Flammen zerstörten Land steht. „Das stimmt.“ Geschätzt 95 Prozent seiner Anbaufläche im westfranzösischen Lanton sind dem riesigen Brand zum Opfer gefallen, der bei Bordeaux wütete. „Alles ist dahin“, sagt der Waldbauer aufgewühlt.
Rund 140 Hektar Wald besitzen Monchaux und seine Frau Françoise, deren Eltern einst hier wirtschafteten. Das Land brachte Geld ein, wenn Bäume an die Papier- oder Holzindustrie verkauft wurden. Eines Tages sollten die Urenkel das Fleckchen bekommen, erzählt der 76-Jährige. Doch nun ist die Zukunft ungewiss.
„Das ist nicht wie bei einem Weizenfeld. Nach einem Jahr können sie dort abernten. Wir müssen 40 Jahre warten und nun liegt alles am Boden. Entweder fangen wir also von vorn an oder wir hören komplett auf.“ Monchaux ergänzt: „Wir werden nun schwierige Entscheidungen treffen müssen.“

Waldbauer will kleines grünes Fleckchen retten

Das Feuer erreichte zuerst die Nachbarorte. Monchaux, der beim örtlichen Verband zur Waldbrandbekämpfung DFCI auch beratend helfen soll, den Wald vor Bränden zu schützen, machte sich mit seinem Truck direkt auf den Weg und half als Freiwilliger aus. Dann erreichten die Flammen Lanton, das Paar verließ sein Gelände für eine Nacht und kehrte am Morgen zurück.
Seitdem seien sie im Dauereinsatz, sagt Monchaux. Das Haus und ein kleines Stück Wald retteten die Feuerwehrleute. „Damit diese grüne Lunge grün bleibt, machen wir keine Pause, gar keine. Wir sind die ganze Nacht und den ganzen Tag im Einsatz, die ganze Zeit.“

Zahlreiche Freiwillige ziehen selbst durch Wälder

Monchaux ist bei Weitem nicht der Einzige. Unzählige Freiwillige sind dieser Tage im Brandgebiet unterwegs, laden Wassertanks auf Geländewägen, fahren auf eigene Faust in den Wald und versuchen, zu retten, was zu retten ist. Auch wenn Tausende Feuerwehrleute im Einsatz sind: überall können sie nicht sein. Aber sie dulden die Arbeit der Freiwilligen oder arbeiten direkt mit ihnen zusammen.
Unweit von Monchaux‘ Grundstück ist auch die Organisation Mission Trekkeurs mit sieben Freiwilligen im Einsatz. Mehr als sechs Stunden sind sie bis ins Brandgebiet gefahren, um zu unterstützen statt Urlaub zu machen. Mit mehreren Wasserpumpen helfen sie Freiwilligen und der Feuerwehr, Tanks und Schläuche neu zu befüllen. Auch sie selbst löschen kleine Stellen am Boden, an denen der Rauch wieder zutage tritt. „Es ist immerhin die Zukunft unserer Kinder, die auf dem Spiel steht“, erzählt die 50 Jahre alte Maud.

„Wenn ihre Kinder zu brennen drohen, was machen Sie dann?“

Das Feuer, so beschreibt es Monchaux, sei in den Boden gekrochen. Es breite sich dort in Wurzeln und Baumstämmen aus, schreite voran und flamme plötzlich wieder auf. „Man könnte sagen, es sucht Fressen.“ Als Teil von DFCI berät Monchaux normalerweise, sagt aber auch: „Wir haben das Steuer nicht in der Hand.“
„Normalerweise sollen wir nur einschreiten, wenn die Feuerwehr schon da war. Das Feuer ist gelöscht, dann kommen wir. Wir sollen nicht am Feuer im Einsatz sein“, erklärt der Rentner. „Aber hier, ob wir oder die Freiwilligen es waren, wir waren am Feuer. Wir haben uns in Gefahr gebracht.“
Für den Waldbauern ist das eine Selbstverständlichkeit. „Das ist unser Zuhause, das ist unser Erbe. Wenn ihre Kinder zu brennen drohen, was machen Sie dann? Sagen Sie sich, dazu habe ich kein Recht? Nein, wir waren dort.“ Er ergänzt: „Der erste Lanzenschlag, auch wenn wir ihn nicht hätten tun dürfen, kam von uns.“ Oftmals seien es Freiwillige gewesen, die mit dem Löschen begonnen hätten, noch bevor die Feuerwehr eingetroffen sei.

Feuer wühlt zutiefst auf und schürt Wut

Auch wenn der Brand, der auf 42.000 Hektar übergriff – eine Fläche etwa so groß wie der Stadtstaat Bremen – mittlerweile in Schach ist, wird es noch lange dauern, bis alles gelöscht ist, fürchtet Monchaux. Und auch für ihn wird die Aufarbeitung Zeit brauchen. „Es gibt das Davor, es gibt die Katastrophe und es gibt das Danach. Wie soll man danach emotional damit umgehen?“, fragt der Senior. „Es wird hart sein.“
Den Waldbauern plagen aber nicht nur der Verlust seines Landes und die schwere Entscheidung, ob ein Aufforsten lohnt. Er ist auch wütend. „Haben wir das nötige Material, um die Feuer zu bekämpfen? Ich bin überzeugt, dass es nicht so ist.“ Es gehe um politische Entscheidungen und die Politiker sollten Verantwortung für diese tragen. „Wenn wir eine Dummheit begehen, zahlen wir dafür, und ich habe den Eindruck, dass sie nicht dafür zahlen müssen, und das stört mich ein bisschen.“ Gegen wen genau seine Wut sich richtet, fällt Monchaux schwer zu sagen.

Einige Betroffene wollen gegen Staat vorgehen

Auch Laurent, der seinen ganzen Besitz, seine Felder, sein landwirtschaftliches Gerät und seine Schuppen durch die Flammen verloren hat, macht der Regierung Vorwürfe. Weil sie nicht ausreichend Canadair-Löschflieger in Auftrag gegeben hätten, träfe sie Schuld.
Bewohner von Le Porge, der am schlimmsten verwüsteten Gemeinde, wollen gar juristisch gegen den Staat vorgehen. Sie sind überzeugt, ihr Ort sei geopfert worden, um das schicke und touristische Cap Ferret zu retten. Die Regierung streitet das ab. Doch den Frust über die Verluste und das vom Feuer angefachte Misstrauen zu löschen, könnte wohl noch länger dauern, als den Brand an sich endgültig zu ersticken. (dpa/red)
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03.08.2026 | Griechenland kämpft gegen Flammen | Kuba: Erneut landesweiter Stromausfall | DIW-Präsident für Abschaffung der „Rente mit 63“

HEUTE10:07 Uhr

Bericht: Wales will Infantinos Wiederwahl nicht unterstützen

Der walisische Fußball-Verband FAW entzieht Gianni Infantino öffentlich die Unterstützung für seine Wiederwahl als FIFA-Präsident 2027. Er begründet dies mit Defiziten bei Führung, Entscheidungsprozessen, Werten, Kommunikation und Urteilsvermögen. Die Wahl ist am 18. März 2027 in Rabat geplant.

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HEUTE10:03 Uhr

Bergsteiger verunglückt nahe der Zugspitze tödlich

Nahe der Zugspitze ist ein 68-Jähriger aus Baden-Württemberg tödlich verunglückt. Zwei Bergsteiger fanden den Vermissten am Sonntag auf der Südseite des Jubiläumsgrats; er war offenbar 50 Meter abgestürzt. Hinweise auf Fremdverschulden gab es nicht.

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HEUTE9:52 Uhr

Sicherheitspolitiker warnen vor Risiken offener KI-Modelle

Politiker von Union, SPD und Grünen warnen vor Sicherheitsrisiken durch leistungsfähige offene KI-Modelle. Diese könnten Cyberangriffe, Einflusskampagnen und Schadsoftware erleichtern. Von Notz fordert Gegenmaßnahmen und das schnelle Schließen von Sicherheitslücken.

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HEUTE9:37 Uhr

Griechenland: Kampf gegen Flammen geht weiter

Die Wald- und Buschbrände westlich Athens sind weiter nicht unter Kontrolle. Die Feuerwehr bekämpft zwei Fronten bei der Ortschaft Agios Nektario im Kithairon-Gebirge und nordwestlich der Stadt Megara mit gut 36.000 Einwohnern. Fünf Menschen starben, darunter drei Feuerwehrleute; Hunderte Häuser und rund 10.000 Hektar Fläche verbrannten.

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HEUTE9:33 Uhr

Ukraine greift erneut Lager von russischem Onlinehändler Wildberries an

Bei einem erneuten ukrainischen Drohnenangriff auf ein Logistikzentrum des Onlinehändlers Wildberries im Gebiet Wladimir wurde laut Gouverneur Alexander Awdejew ein Mensch verletzt. Es brach ein Feuer aus; Wildberries bestätigte den Angriff. Seit Mitte Juli wurden rund 20 Wildberries-Standorte angegriffen.

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HEUTE8:48 Uhr

Zahl der Arbeitslosen in Ingenieur- und IT-Berufen auf höchstem Stand seit 2011

Im 4. Quartal 2025 waren in Deutschland knapp 58.400 Menschen in Ingenieur- und IT-Berufen arbeitslos – Höchststand seit Beginn der VDI-Erhebung 2011. Fast 97.000 Stellen waren offen, 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Der VDI sieht langfristig weiter hohen Fachkräftebedarf.

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HEUTE8:14 Uhr

Einzelhandelsumsatz im Juni niedriger

Der deutsche Einzelhandel setzte im Juni 2026 real 1,1 Prozent und nominal 1,2 Prozent weniger um als im Mai. Gegenüber Juni 2025 sank der reale Umsatz um 0,2 Prozent, nominal stieg er um 1,2 Prozent. Im 1. Halbjahr lag er real 0,7 und nominal 2,2 Prozent über Vorjahr.

Verkauf in einem Kaufhaus (Archiv)

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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HEUTE8:02 Uhr

Bericht: Deutschlandticket könnte 3,40 Euro teurer werden

Das Deutschlandticket könnte im kommenden Jahr laut Berechnungen des „Tagesspiegel Background“ um 3,40 Euro auf 66,40 Euro monatlich steigen. Grundlage ist der von den Verkehrsministern beschlossene Preisindex. Derzeit kostet das Abo 63 Euro.

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HEUTE7:22 Uhr

Kuba erneut von landesweitem Stromausfall betroffen

Ein landesweiter Stromausfall hat Kuba am Sonntag erneut getroffen. Der staatliche Energieversorger UNE sprach von einer „vollständigen“ Unterbrechung. Gründe sind veraltete Technik und unterbrochene Treibstofflieferungen nach einer US-Ölblockade.

Blick auf eine Straße während eines Stromausfalls in Havanna, aufgenommen am 1. August 2026.

Foto: YAMIL LAGE / AFP via Getty Images

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HEUTE6:13 Uhr

SPD-Politiker unterstützen Aigner als Bundespräsidentin

Mehrere SPD-Politiker sprechen sich für eine Kandidatur der bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) für das Bundespräsidentenamt aus. Die Wahl ist am 30. Januar 2027, Steinmeiers Amtszeit endet im März. In Koalitionskreisen wird ein gemeinsamer Vorschlag von Union und SPD erwartet. Die AfD deutete kürzlich die Nominierung eines eigenen Kandidaten an.

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HEUTE6:09 Uhr

Japanische Währung: Trump bestätigt Eingreifen der USA zur Stützung des Yen

US-Präsident Donald Trump bestätigte, dass die USA Japan bei der Stützung der schwächelnden Landeswährung Yen geholfen haben. Die Fed in New York verkaufte für das US-Finanzministerium Euro und kaufte Yen, um „exzessive Volatilität“ zu bremsen. Die Intervention soll 6 bis 8,45 Billionen Yen umfasst haben. Der Yen war zuvor auf ein 40-Jahres-Tief gefallen.

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HEUTE5:48 Uhr

DIW-Präsident für Abschaffung der „Rente mit 63“

DIW-Präsident Marcel Fratzscher hält die geplante Abschaffung der abschlagsfreien „Rente mit 63“ für unverzichtbar. Sie könne knapp zehn Milliarden Euro sparen und 125.000 zusätzliche Beschäftigte je Rentnerjahrgang bringen. Drei ostdeutsche CDU-Ministerpräsidenten hatten sich offen gegen die Abschaffung gestellt.

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HEUTE4:38 Uhr

CDU-Innenexperte fordert nach CSD-Anschlag Vereinsgesetz-Reform

Nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD fordert CDU-Innenpolitiker Alexander Throm eine schnelle Reform des Vereinsgesetzes. Vereine sollen Auslandsspenden über 10.000 Euro offenlegen; zudem sollen Hawala-Finanzierung bekämpft und das Ausländervereinsregister reaktiviert werden.

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HEUTE4:30 Uhr

Ceuta-Krise: Marokko spricht erstmals von elf Toten

Marokko meldet in einer ersten offiziellen Reaktion nach der Migrationskrise in Ceuta elf Tote, darunter zehn Ertrunkene. Zudem habe es 40.000 irreguläre Grenzübertrittsversuche gegeben. Spanien spricht von 72 Toten und mehr als 60.000 Ankünften; fast alle seien zurückgeschickt worden. Die EU-Innenminister beraten am Dienstag.
Mit Material der Nachrichtenagenturen

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03.08.2026 | Hitzewarnung für weite Teile Deutschlands | Griechenland kämpft gegen Flammen | DIW-Präsident für Abschaffung der „Rente mit 63“

HEUTE10:28 Uhr

Hitzewarnung für weite Teile Deutschlands

Der Deutsche Wetterdienst warnt von 11 bis 19 Uhr vor Hitze in weiten Teilen der Mitte und des Südens Deutschlands – von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz über Hessen und Thüringen bis nach Baden-Württemberg, Bayern und Teile Sachsens. Für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und den Norden gibt es keine Warnung. Empfohlen werden Schatten, regelmäßiges Trinken, leichte Kleidung, leichte Mahlzeiten und den Verzicht auf Alkohol.

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Einzelhandelsumsatz im Juni niedriger

Der deutsche Einzelhandel setzte im Juni 2026 real 1,1 Prozent und nominal 1,2 Prozent weniger um als im Mai. Gegenüber Juni 2025 sank der reale Umsatz um 0,2 Prozent, nominal stieg er um 1,2 Prozent. Im 1. Halbjahr lag er real 0,7 und nominal 2,2 Prozent über Vorjahr.

Verkauf in einem Kaufhaus (Archiv)

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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Blick auf eine Straße während eines Stromausfalls in Havanna, aufgenommen am 1. August 2026.

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