Für Millionen von Menschen ist der erste Kaffee am Morgen weit mehr als ein Genussmittel – er ist das Startsignal für den Tag. Doch hinter dem schlichten Wachmacher steckt mehr: Zahlreiche Studien zeigen, dass regelmäßiger Kaffeekonsum nicht nur die kognitive Leistungsfähigkeit schärft, sondern auch mit einem geringeren Risiko für Lebererkrankungen, Typ-2-Diabetes sowie neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson in Verbindung steht.
Wichtige Nährstoffe
Kaffee ist reich an Antioxidantien. In einer norwegischen
Ernährungsstudie trug Kaffee am stärksten zur geschätzten Gesamtzufuhr an Antioxidantien bei.
6 Gründe, warum Kaffee der Gesundheit nützen kann
1. Gesteigerte kognitive Leistungsfähigkeit
Eine Tasse (240 Milliliter) Kaffee täglich kann das Gehirn in Schwung bringen.
Untersuchungen haben gezeigt, dass Koffein dazu beitragen kann, Wachsamkeit, Aufmerksamkeit und Denkgeschwindigkeit aufrechtzuerhalten, insbesondere in Zeiten von Schlafmangel.
2. Senkt das Risiko für Typ-2-Diabetes
Kaffee hat auch positive Auswirkungen auf den Stoffwechsel. Eine
Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2021 ergab, dass regelmäßiger Kaffeekonsum mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden ist, und zwar sowohl bei koffeinhaltigem als auch bei entkoffeiniertem Kaffee.
3. Schützt die Leber
Eine tägliche Tasse Kaffee kann sich auch positiv auf die Leber auswirken. Eine 2021 in BMC Public Health veröffentlichte
Studie ergab, dass Kaffeetrinker im Vergleich zu Nicht-Kaffeetrinkern ein um 21 Prozent geringeres Risiko für chronische Lebererkrankungen und ein um 49 Prozent geringeres Risiko hatten, an einer chronischen Lebererkrankung zu sterben. Ähnliche Zusammenhänge wurden für gemahlenen Kaffee, Instantkaffee und entkoffeinierten Kaffee festgestellt, was darauf hindeutet, dass die potenziellen Vorteile für die Leber nicht auf Koffein beschränkt sind.
Darüber hinaus ergab eine
systematische Übersicht und Metaanalyse aus dem Jahr 2017, dass zwei zusätzliche Tassen Kaffee pro Tag mit einem um 35 Prozent geringeren relativen Risiko für Leberkrebs verbunden waren. Auch hier zeigte sich der Zusammenhang sowohl bei koffeinhaltigem als auch bei entkoffeiniertem Kaffee, war jedoch bei koffeinhaltigem Kaffee stärker ausgeprägt.
4. Kann die Herz-Kreislauf-Gesundheit fördern
Eine
Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2018 kam zu dem Schluss, dass mäßiger Kaffeekonsum – etwa zwei bis fünf Tassen pro Tag – mit einem geringeren Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und die Gesamtmortalität verbunden ist.
Allerdings variieren die individuelle Empfindlichkeit und der Koffeingehalt je nach Kaffeesorte.
5. Schutz für das Nervensystem
Kaffeekonsum wurde zudem mit einem geringeren Risiko für die Parkinson-Krankheit in Verbindung gebracht. Eine 2024 in „Neurology“ veröffentlichte
Studie ergab, dass Menschen mit dem höchsten Kaffeekonsum im Vergleich zu Nicht-Kaffeetrinkern ein um 37 Prozent geringeres Risiko aufwiesen, an der Parkinson-Krankheit
zu erkranken.
6. Mehr Ausdauer beim Sport
Der Koffeingehalt von Kaffee bietet zudem einen unmittelbareren Vorteil: einen Energieschub beim Training. Eine
systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2022 ergab, dass Koffein die Ausdauerleistung beim Laufen verbessert. Im Vergleich zu einem Placebo verlängerte Koffein die Zeit bis zur Erschöpfung und führte zu einer leichten Verbesserung der Leistung bei Laufzeitfahren. Es sind jedoch weitere Untersuchungen bei Frauen sowie zur Ermittlung der optimalen Dosis erforderlich.
Eine
systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2018 ergab, dass Koffein zu kleinen, aber signifikanten Verbesserungen der Oberkörperkraft und der Muskelkraft führte.
Worauf Sie beim Kaffeegenuss achten sollten
Auch wenn Beobachtungsstudien bei sehr hohem Konsum von bis zu sechs Tassen am Tag verschiedene positive Effekte beschreiben, ist zu beachten, dass Koffein nicht bei jedem Menschen gleich wirkt.
Wie gut jemand Kaffee verträgt, wird unter anderem von Unterschieden im
CYP1A2-Gen beeinflusst, das daran beteiligt ist, wie schnell die Leber das Koffein abbaut. Beispielsweise gibt es
Studien, die darauf hindeuten, dass bei Menschen, die Koffein aufgrund einer genetischen Variation dieses Gens langsamer abbauen, mehrere Tassen Kaffee pro Tag das Risiko für Bluthochdruck erhöhen können.
Wichtig ist zudem auch der
richtige Zeitpunkt für den letzten Kaffee des Tages. Auch dieser ist individuell, denn es kann laut
Studien zwischen drei und sieben Stunden dauern, bis der Körper die Hälfte des aufgenommenen Koffeins wieder abgebaut hat. Laut
Untersuchungen ist es für einen erholsamen Schlaf am besten, das letzte koffeinhaltige Getränk des Tages zwischen acht und neun Stunden vor dem Schlafengehen zu trinken.
Die richtige Lagerung
Um von den gesundheitlichen Vorteilen und dem vollen Geschmack zu profitieren, kommt es auch auf die richtige Aufbewahrung an.
Bohnen werden laut Studien am besten in ihrer Originalverpackung mit Aromaventil oder einem anderen luftdichten Gefäß an einem Aufbewahrungsort gelagert, wo sie vor direktem Licht, Feuchtigkeit und Fremdgerüchen geschützt sind. Ein Verschließen mit Clip oder Klebeband führte hingegen zu einem schnelleren Frischeverlust.
Wer die Bohnen zudem erst direkt vor dem Aufbrühen mahlt, schützt laut Untersuchungen Aromastoffe und andere empfindliche Substanzen besser vor Sauerstoff und damit vor oxidativen Veränderungen, die Aroma und Geschmack beeinträchtigen können.