Categories
deutschland ticker

Viele Fragen offen – wie geht es in Sachsen-Anhalt weiter?

Die Wähler in Sachsen-Anhalt haben entschieden – das Wahlergebnis lässt offen, wer das Bundesland mit 2,1 Millionen Einwohnern künftig regieren kann. Fragen und Antworten, wie es weitergehen könnte.

Wie sieht das Wahlergebnis aus?

Die AfD hat die Wahl klar gewonnen und strebt an die Regierung, für eine Alleinregierung reichen nach dem vorläufigen Ergebnis ihre knapp 44 Prozent nicht.
Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze kommt auf rund 17 Prozent. Die Linke, die Grünen und die SPD rangieren jeweils bei Werten um 9 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht schafft es mit über 5 Prozent knapp in den Landtag – die FDP nicht.

Könnte es eine CDU-geführte Landesregierung geben?

Eine Regierungsbildung gegen die AfD wäre nur möglich, wenn alle anderen zusammenarbeiten – also von CDU über SPD, Grüne, Linke bis BSW. Eine Kooperation zwischen fünf Partnern wäre aber äußerst ungewöhnlich, sehr kompliziert und kaum vorstellbar.
Eine Koalition oder koalitionsähnliche Zusammenarbeit mit der Linken hat die CDU per Parteitagsbeschluss ausgeschlossen, ebenso wie mit der AfD. Zu einer informellen Zusammenarbeit wäre die Linke zwar bereit, aber nur bei inhaltlichen Zugeständnissen.

Die AfD sieht den Regierungsauftrag bei sich – wie will sie an die Macht kommen?

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund verfolgt weiter seinen Plan, erster AfD-Regierungschef in einem Bundesland zu werden.
Einen natürlichen Koalitionspartner, mit denen man grundsätzliche Probleme wie etwa die Migrationspolitik angehen könne, sehe er Stand jetzt zwar nicht, sagte er in Interviews am Wahlabend.
Doch könne es den einen oder anderen Mitbewerber geben, der in den kommenden Tagen ins Grübeln komme. „Gibt es einzelne Abgeordnete, die das doch möglich machen sollten?“, fragte er. „Gibt es irgendwo eine Partei, die den eigenen Kurswechsel herbeiführt?“
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lässt sich feiern.

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund am Wahlabend.

Foto: Michael Kappeler/dpa

Könnte es Überläufer aus der CDU zur AfD geben?

Solche Spekulationen halten sich seit Monaten. Ein paar AfD-Politiker erzählen, es gebe Gespräche mit CDU-Landtagsabgeordneten, ob die sich einen Wechsel zur AfD vorstellen könnten. Doch Namen nennen sie nicht – und Belege gibt es nicht. Klar ist, dass auf Überläufern ein riesiger öffentlicher Druck lasten würde.

Könnte die AfD aufs BSW setzen?

Diese aus seiner Sicht instabile Partei sei nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems, sagt Siegmund. Hintergrund waren Avancen der BSW-Gründerin Sarah Wagenknecht. Sie hatte angedeutet, dass ihre Partei durchaus einem AfD-Ministerpräsidenten zur Macht verhelfen könnte – durch Enthaltung im entscheidenden Wahlgang.
AfD-Bundeschef Tino Chrupalla brachte am Abend eine Minderheitsregierung ins Spiel, die sich etwa vom BSW dulden lässt und wechselnde Mehrheiten sucht. Doch ein endloses Gezerre will sich der selbstbewusste Wahlsieger nicht antun.
Siegmund sagte am späten Abend: „Im Notfall würde es halt Neuwahlen geben, dann haben wir halt 50 oder 55 Prozent.“ Gut vorbereitet sieht Siegmund seine Partei so oder so: Seine Regierungsmannschaft stehe schon seit Monaten.
BSW-Spitzenkandidatin Claudia Wittig und AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel standen gemeinsam in einer Wahlsendung.

BSW-Spitzenkandidatin Claudia Wittig und AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel standen gemeinsam in einer Wahlsendung.

Foto: Jan Woitas/dpa

Das BSW hat vor der Wahl eine Koalition mit der AfD ausgeschlossen. Gleichzeitig will die Partei aber die sogenannte Brandmauer einreißen. Eine Zusammenarbeit hält sie sich also offen, die Form ist unklar. Inhaltlich gibt es Berührungspunkte.
Das BSW vertritt eine strikte Linie zur Migration, auch der Ruf nach Rückkehr zu billigem Gas aus Russland hört sich bei BSW und AfD ähnlich an. Vorbehalte gibt es beim BSW gegen Aspekte der Bildungs- und Wirtschaftspolitik der AfD.
Parteigründerin Sahra Wagenknecht zeigt sich grundsätzlich offen für einen „politischen Neuanfang“. Allerdings gibt es auch die Ankündigung von Co-Parteichefin Amira Mohamed Ali vom Wahlabend: „Wir werden weder Herrn Schulze noch Herrn Siegmund wählen.“
Das BSW vertritt offiziell ein eigenes Modell: Ein „überparteilicher Ministerpräsident“ soll mit wechselnden Mehrheiten einschließlich der AfD regieren. Bisher unterstützt keine andere Partei diese Idee.

Wie geht es weiter?

Am Montag werten in Berlin die Vorstände der Parteien das Wahlergebnis aus, und die meisten Parteispitzen stellen sich auf Pressekonferenzen den Fragen der Medien.
Am Abend tagt in Sachsen-Anhalt der CDU-Landesvorstand. Dort könnte es unter anderem um die Zukunft von Sven Schulze gehen. Es gibt erste Rücktrittsforderungen aus den Reihen der Christdemokraten.

Welche Regeln und Fristen gelten im Parlament in Magdeburg?

Der neue Landtag muss laut Landesverfassung spätestens am 30. Tag nach der Wahl erstmals zusammentreten, also am 6. Oktober. Dann enden auch die Amtszeiten der Minister und des Regierungschefs. Sie sind verpflichtet, im Amt zu bleiben, bis die Nachfolger übernehmen.
Die erste Sitzung wird vom Alterspräsidenten eröffnet, dem am längsten im Landtag vertretenen Abgeordneten. Er oder sie leitet die Sitzung, bis ein neuer Landtagspräsident gewählt ist. Dieser nimmt bei der Gestaltung der Abläufe eine entscheidende Rolle ein – etwa bei der Einberufung von Sitzungen.

Die Polizei sichert den Landtag von Sachsen-Anhalt während der Landtagswahlen am 6. September 2026 in Magdeburg, Deutschland.

Foto: Omer Messinger/Getty Images

Laut Geschäftsordnung schlägt die stärkste Fraktion einen Abgeordneten für die Wahl zum Präsidenten vor. Die drei stärksten Fraktionen schlagen zudem jeweils einen Vizepräsidenten vor. Gewählt ist, wer die Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen bekommt.
Nach der in diesem Jahr verabschiedeten Parlamentsreform gilt das monopolisierte Vorschlagsrecht der stärksten Fraktion nur im ersten Wahlgang. Ab dem zweiten Wahlgang können alle Fraktionen Kandidaten aufstellen. Ergibt sich auch dann keine Mehrheit, folgen weitere Wahlgänge.

Wie wird der Ministerpräsident gewählt?

Der Ministerpräsident wird ohne Aussprache in geheimer Abstimmung gewählt. Es gibt keine Frist, bis wann dies passieren muss. Abgeordnete sowie Fraktionen können selbst entscheiden, wann sie Wahlanträge einreichen.
Sobald mindestens ein Wahlantrag vorliegt, wird die Wahl für die nächste erreichbare Landtagssitzung auf die Tagesordnung gesetzt – dies kann auch gleich die erste sein.
Gewählt ist, wer im ersten Wahlgang die Stimmen der Mehrheit der Mitglieder erhält. Klappt die Wahl beim ersten Versuch nicht, greifen Fristen: So muss innerhalb von sieben Tagen ein weiterer Wahlgang stattfinden.
Kommt auch dann die Wahl nicht zustande, beschließt der Landtag innerhalb von weiteren vierzehn Tagen, ob die Wahlperiode vorzeitig beendet wird. Wird dies nicht mit der Mehrheit der Mitglieder des Landtags beschlossen, findet unverzüglich ein weiterer Wahlgang statt: Dann reicht die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. (dpa/red)
Categories
ticker

07.06.2026 | Mindestens fünf Tote bei Unfall von Amazon-Frachtflugzeug | Vulkanausbruch am Anak Krakatau

HEUTE6:27 Uhr

Mindestens fünf Tote bei Unfall von Amazon-Frachtflugzeug an Flughafen Miami

Beim Unfall eines Frachtflugzeugs von Amazon am internationalen Flughafen Miami kamen mindestens fünf Menschen ums Leben, es gibt zudem fünf Verletzte. Die aus Puerto Rico kommende Maschine schoss beim Anflug über die Landebahn hinaus, rammte Fahrzeuge und fing Feuer. In den Fahrzeugen wurden mehrere Menschen eingeklemmt. FAA und NTSB ermitteln.

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE6:17 Uhr

Vulkanausbruch in Indonesien: Flughäfen weiter geschlossen

Der Ausbruch des Vulkans Anak Krakatau in Indonesien sorgt weiter für Behinderungen im Flugverkehr. Beide internationale Flughäfen in der Hauptstadt Jakarta bleiben bis mindestens Montagabend geschlossen. Mehr als 1.500 Flüge und rund 170.000 Passagiere sind mittlerweile betroffen. Die Behörden wollen per „Cloud Seeding“ künstlich Regen auslösen, um die Vulkanasche aus der Atmosphäre zu waschen.

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

HEUTE6:12 Uhr

USA hoffen auf direkte Gespräche zwischen Moskau und Kiew

Auch nach den Gesprächen der US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau und Kiew ist unklar, welche Vorschläge für eine Friedenslösung vorliegen und ob Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland aufgenommen werden. Zeitweise nahmen auch Sicherheitsberater aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien teil. Der ukrainische Präsident bezeichnete die Gespräche mit Witkoff und Kushner als „äußerst inhaltsvoll“.
 
Mit Material der Nachrichtenagenturen

Wollen Sie hierzu mehr erfahren?

Categories
deutschland ticker

TICKER Landtagswahl | Vorläufige Wahlergebnisse: AfD siegt mit 43,8 Prozent | Schulze verpasst Direktmandat

Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit großem Abstand vor der CDU gewonnen: Die AfD kommt auf 43,8 Prozent der Stimmen, die CDU erreichte  mit 17,2 Prozent Platz 2. Das BSW kommt über die 5-Prozent-Hürde und ist im Landtag vertreten.
 
HEUTE3:21 Uhr

Rund 99 Prozent der Wahlbezirke sind ausgezählt

Vorläufige Ergebnisse: Nach Auszählungen von 2.661 Wahlbezirken liegt um 03:21 Uhr laut der Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt folgendes vorläufige Ergebnisse vor:
  • AfD 43,8 Prozent
  • CDU 17,2 Prozent
  • Linke 8,6 Prozent
  • SPD 9,3 Prozent
  • BSW 5,3 Prozent
  • Grüne 8,9 Prozent
  • FDP 2,6 Prozent
  • Sonstige Parteien 4,4 Prozent
HEUTE1:38 Uhr

2661 Wahlbezirke sind ausgezählt

Zwischenergebnisse: Nach Auszählungen von 2.652 von 2.660 Wahlbezirken liegt um 01:38 Uhr laut der Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt folgendes Zwischenergebnis vor:
  • AfD 43,9 Prozent
  • CDU 17,2 Prozent
  • Linke 8,6 Prozent
  • SPD 9,3 Prozent
  • BSW 5,3 Prozent
  • Grüne 8,9 Prozent
  • FDP 2,6 Prozent
  • Sonstige Parteien 4,4 Prozent
 
HEUTE0:28 Uhr

Ministerpräsident Schulze verpasst Direktmandat in Magdeburg

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) hat das Direktmandat in seinem Wahlkreis nicht gewonnen. Im Wahlkreis Magdeburg III kam Schulze laut vorläufigem Ergebnis auf 31,7 Prozent und lag damit hinter dem erstplatzierten AfD-Kandidaten Christian Mertens, der 35,2 Prozent erreichte, wie das Statistische Landesamt in Halle an der Saale in der Nacht zum Montag mitteilte.
HEUTE0:10 Uhr

Rund 98 Prozent der Wahlbezirke sind ausgezählt

Zwischenergebnisse: Nach Auszählungen von 2.618 von 2.660 Wahlbezirken liegt um 00:10 Uhr laut der Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt folgendes Zwischenergebnis vor:
  • AfD 44,2 Prozent
  • CDU 17,0 Prozent
  • Linke 8,5 Prozent
  • SPD 9,2 Prozent
  • BSW 5,2 Prozent
  • Grüne 8,9 Prozent
  • FDP 2,6 Prozent
  • Sonstige Parteien 4,4 Prozent
GESTERN22:46 Uhr

Rund 94 Prozent der Wahlbezirke sind ausgezählt

Zwischenergebnisse: Nach Auszählungen 94 Prozent von 2.660 Wahlbezirken liegt um 22:46 Uhr laut der Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt folgendes Zwischenergebnis vor:
  • AfD 44,8 Prozent
  • CDU 16,8 Prozent
  • Linke 8,4 Prozent
  • SPD 9,1 Prozent
  • BSW 5,2 Prozent
  • Grüne 8,8 Prozent
  • FDP 2,5 Prozent
  • Sonstige Parteien 4,4 Prozent
GESTERN22:24 Uhr

Landesparteien in Mecklenburg-Vorpommern warnen vor Rückenwind für AfD

Zwei Wochen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern blicken die Parteien teils mit Sorge auf das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt. „Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik haben Rechtsextremisten sehr deutlich eine Landtagswahl gewonnen“, erklärte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). „Das ist gefährlich, für Sachsen-Anhalt und Deutschland.“ In Mecklenburg-Vorpommern „kann und muss verhindert werden, dass die AfD stärkste Kraft wird“, ergänzte Schwesig.
Der AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm äußerte sich nach der Wahl erwartungsgemäß erfreut und sprach von einer „Zeitenwende“. Der AfD in Mecklenburg-Vorpommern gebe dieser „Triumph enormen Rückenwind“, erklärte Holm im Onlinedienst X. „Die blaue Welle“ schwappe weiter nach Mecklenburg-Vorpommern, ergänzte er.
GESTERN21:48 Uhr

Rund 85 Prozent der Wahlbezirke sind ausgezählt

Zwischenergebnisse: Nach Auszählungen von 2.273 von 2.660 Wahlbezirken liegt um 21:23 Uhr laut der Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt folgendes Zwischenergebnis vor:
  • AfD 45,4 Prozent
  • CDU 16,5 Prozent
  • Linke 8,3 Prozent
  • SPD 8,9 Prozent
  • BSW 5,2 Prozent
  • Grüne 8,8 Prozent
  • FDP 2,5 Prozent
  • Sonstige Parteien 4,3 Prozent
 

Quelle: https://wahlergebnisse.sachsen-anhalt.de/wahlen/lt26/erg_land.html

 
GESTERN21:34 Uhr

Beratungen nach der Wahl

Die Spitzengremien der Parteien im Bund beraten am Montag in Berlin über den Ausgang der Landtagswahl. Den Auftakt machen die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla (10:15 Uhr).
Es folgt Linken-Parteichefin Ines Schwerdtner (12:45 Uhr). Danach tritt CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze vor die Presse (13:30 Uhr).
SPD-Chef Lars Klingbeil hält darauf eine Pressekonferenz gemeinsam mit Sachsen-Anhalts SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann (14:00 Uhr). Zeitgleich tun dies auch Grünen-Parteichef Felix Banaszak und die Spitzenkandidatin der Landes-Grünen, Suse Sziborra-Seidlitz. Schon am Vormittag (11:00 Uhr) äußert sich auch FDP-Chef Wolfgang Kubicki.
GESTERN21:03 Uhr

Siegmund will auch einzelnen Abgeordneten „die Hand ausstrecken“

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat seinen Regierungsanspruch bekräftigt. Man werde die Hand ausstrecken, „sollte es irgendjemanden hier in diesem neuen Landtag geben, ob es eine Fraktion oder ein Abgeordneter ist, der gemeinsam mit uns die Grundprobleme in diesem Land lösen möchte“, sagte Siegmund bei der AfD-Wahlparty in Magdeburg.
Es sei auch klar, dass die gewonnene Wahl ein „Vertrauensvorschuss der Menschen“ im Land sei. „Wir werden uns nicht verbiegen. Wir werden uns nicht selbst aufgeben“, so Siegmund.

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund am 6. September 2026 in Magdeburg im Studio des MDR.

Foto: Jens Schlueter/Getty Images

GESTERN20:48 Uhr

CDU-Politiker Müller sieht Auftrag für Regierungsbildung in Magdeburg bei AfD

Unions-Fraktionsvize Sepp Müller sieht den Auftrag zur Regierungsbildung bei der AfD. „Wir haben keinen Regierungsbildungsauftrag, der liegt jetzt bei der AfD“, sagte Müller am Sonntagabend im ZDF. Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) bleibe zunächst geschäftsführend im Amt.
Der Fraktionsvize bezeichnete das Abschneiden seiner Partei als „historische Niederlage“ und sprach von einem „schwarzen Tag“ für die CDU. Für seine Partei könne es nun „kein Weiter-so geben“, sagte Müller, der zugleich Vorsitzender der CDU-Landesgruppe Sachsen-Anhalt im Bundestag ist.
Der Vorsitzende des CDU-Arbeitnehmerflügels, Dennis Radtke, forderte Bundeskanzler Friedrich Merz zu einem Kurswechsel auf.
Das Wahlergebnis sei „eine Zäsur für die CDU und die politische Mitte in unserem Land“, sagte Radtke. Es gehe nun darum, Wachstum und Arbeitsplätze zu sichern, kleine und mittlere Einkommen zu entlasten, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen und dafür zu sorgen, „dass der Staat seine Aufgaben vernünftig erledigt“.
GESTERN20:39 Uhr

Zwischenergebnisse: AfD bei über 47 Prozent, BSW im Landtag

Nach Auszählung von 1.703 von 2.660 Wahlbezirken liegt um 20:20 Uhr laut der Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt folgendes Zwischenergebnis vor:
  • AfD 47,2 Prozent
  • Union 16,1 Prozent
  • Linke 8,1 Prozent
  • SPD 8,5 Prozent
  • BSW 5,1 Prozent
  • Grüne 8,4 Prozent
  • FDP 2,5 Prozent
  • Sonstige Parteien 4,3 Prozent.

Quelle: https://wahlergebnisse.sachsen-anhalt.de/wahlen/lt26/erg_land.html

 
GESTERN20:29 Uhr

BSW in ARD-Hochrechnung jetzt bei 5,1 Prozent

Es deutet sich nun ein möglicher Einzug des BSW in den Landtag an. In der Hochrechnung von Infratest für die ARD von 20:27 Uhr kommt das BSW jetzt auf 5,1 Prozent. Beim ZDF steht die Partei weiter bei 4,8 Prozent (Stand 19:54 Uhr).
Die AfD kommt laut den jüngsten Hochrechnungen auf 44,3 Prozent, die CDU auf 18,2 Prozent, die Linke auf 9,1 Prozent, die SPD auf 8,8 Prozent, die Grünen auf 8,5 Prozent. Die FDP fliegt mit 2,4 Prozent aus dem Landtag, die Sonstigen kommen auf 3,9 Prozent.
GESTERN20:28 Uhr

Lydia Hüskens kündigt Rücktritt von FDP-Landesvorsitz an

Sachsen-Anhalts FDP-Landesvorsitzende Lydia Hüskens hat ihren Rücktritt angekündigt. „Wir müssen jetzt morgen einfach schlicht darüber reden, wie wir es machen, ob wir es mit sofortiger Wirkung machen oder den Landesparteitag im April nehmen dafür, um da den Wechsel zu machen“, sagte sie dpa.
FDP-Chef Wolfgang Kubicki wertete das Ausscheiden seiner Partei als persönliche Niederlage. Die Freien Demokraten regieren in Sachsen-Anhalt bislang in einer Dreierkoalition mit CDU und SPD. Sie verlören Regierungsverantwortung und hätten eine weitere Wahl in diesem Jahr verloren, sagte Kubicki.
Die Wahlschlappe in Sachsen-Anhalt werde die FDP jedoch nicht auf ihrem Weg abhalten, die Partei „wieder zu einem bedeutenden politischen Faktor zu machen“, sagte Kubicki.
GESTERN20:19 Uhr

Rufe nach Schulze-Rücktritt

Nach der heftigen Niederlage der CDU werden Rufe nach einem Rückzug von Ministerpräsident und Landeschef Sven Schulze laut. Die Junge Union forderte den gesamten Landesvorstand zum Rücktritt auf. Den Regierungsauftrag sieht der Parteinachwuchs bei der AfD.
CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann räumte ein, dass es eine „Niederlage insgesamt für die Christdemokraten“ sei. Bundespolitische Konsequenzen soll es aber nicht geben.
CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann sieht im deutlichen AfD-Sieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ebenfalls keinen Grund, vom Reformkurs der Koalition abzuweichen.
„Dieses schwierige Wahlergebnis ändert nichts am Reformbedarf unseres Landes“, sagte Hoffmann der „Rheinischen Post“. Zugleich nannte er den Wahlausgang einen „ganz bitteren Wahlabend für die CDU in Sachsen-Anhalt“, der auch Berlin beschäftigen müsse.
GESTERN20:10 Uhr

Wenig Veränderung bei neuer Hochrechnung

Die neue Hochrechnung 19:54 ergibt laut der Forschungsgruppe Wahlen: 
  • AfD 44,4 Prozent
  • Union 18,3 Prozent
  • Linke 9,2 Prozent
  • SPD 8,6 Prozent
  • BSW 4,8 Prozent 
  • Grüne 8,4 Prozent
  • FDP 2,4 Prozent
  • Sonstige Parteien 3,9 Prozent.
 
GESTERN20:00 Uhr

Zentralrat der Juden schockiert über AfD-Ergebnis in Sachsen-Anhalt

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, zeigte sich schockiert: „Ich bin von diesem Wahlergebnis persönlich entsetzt“, sagte Schuster am Sonntagabend der Zeitung „Welt“.
Die AfD sei in dem Bundesland „eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei“ und es sei „klar ersichtlich, welche Ziele die AfD verfolgt. Wer sie heute gewählt hat – trotz oder wegen dieser Ziele – trägt die Verantwortung für dieses Ergebnis.“
GESTERN19:33 Uhr

Siegmund lehnt AfD-geführte Minderheitsregierung in Sachsen-Anhalt ab

Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lehnt eine Minderheitsregierung unter Führung seiner Partei ab, falls diese nicht die absolute Mehrheit der Mandate gewinnt. Nach dem Wahlsieg werde es „keine Konstellationen geben mit Minderheitsregierung oder sowas“, sagte Siegmund am Sonntagabend im ZDF.
Prinzipiell wäre die AfD zwar offen für eine Koalition mit einer Partei, die einen neuen Kurs in der Migrations- und Energiepolitik umsetzen wolle, einen derartigen Partner sehe er aber derzeit nicht.
GESTERN19:27 Uhr

Hochrechnung 19:26 Uhr

Die neue Hochrechnung 19:26 ergibt laut ZDF Medien:
  • AfD 44,4 Prozent, 41 Sitze
  • Union 18,2 Prozent, 17 Sitze
  • Linke 9,2 Prozent, 9 Sitze
  • SPD 8,6 Prozent, 8 Sitze
  • BSW 4,8 Prozent,
  • Grüne 8,7 Prozent, 8 Sitze
  • FDP 2,4 Prozent,
  • Sonstige Parteien 3,7 Prozent.
 
GESTERN19:10 Uhr

BSW-Spitzenkandidatin Wittig offen für Kooperation bei Sachfragen mit AfD

BSW-Spitzenkandidatin Claudia Wittig hat sich offen für eine Zusammenarbeit in Sachfragen mit der AfD gezeigt. „Wir werden immer in der Sache entscheiden“, sagte Wittig am Sonntagabend in der ARD. Da gebe es Themen wie die Energiepreispolitik, „das kann man mit der AfD zusammen machen“, bei anderen Themen gebe es „vielleicht nicht so große Schnittmengen“.
Mit Blick auf die Führung der neuen Landesregierung sprach sich Wittig weder für AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund noch für CDU-Amtsinhaber Sven Schulze aus. „Wir möchten einen überparteilichen Ministerpräsidenten“, sagte sie stattdessen.
Wittig sagte allerdings auch, es wäre angesichts des Wahlerfolgs der AfD aus ihrer Sicht „völlig undemokratisch, sie nicht in irgendeiner Weise an der Regierung zu beteiligen“.
GESTERN19:03 Uhr

Hochrechnung 19 Uhr

Die aktuelle Hochrechnung 19:00 ergibt laut ZDF Medien. Im Landtag sind 83 Sitze zu verteilen, 42 bedeuten die Mehrheit.
  • AfD 44,3 Prozent, 41 Sitze
  • Union 18,3 Prozent, 17 Sitze
  • Linke 9,2 Prozent, 9 Sitze
  • SPD 8,7 Prozent, 8 Sitze
  • BSW 4,8 Prozent,
  • Grüne 8,7 Prozent, 8 Sitze
  • FDP 2,4 Prozent,
  • Sonstige Parteien 3,6 Prozent.
 
GESTERN19:01 Uhr

CDU gegen Zusammenarbeit mit Linken

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hat eine Zusammenarbeit mit der Linken in Sachsen-Anhalt nach Schließung der Wahllokale erneut abgelehnt. Bei ihrem Unvereinbarkeitsbeschluss gehe es der CDU nicht um „Arithmetik oder Rechengrößen, sondern um wirklich fundamentale inhaltliche Fragen“, sagte sie am Sonntagabend im ZDF.
„Wie sollen wir mit einer Partei ernsthafte Gespräche führen, die ein schweres Antisemitismus-Problem hat, die ein ganz anderes Gesellschaftsmodell will als wir und die uns vorwirft, faschistische Politik zu machen?“, fragte Hoppermann. „Unsere Linien sind da klar: Es wird da keine Zusammenarbeit mit Linksextremen und Rechtsextremen geben.“
GESTERN19:00 Uhr

SPD: Kein Rücktritt von Klingbeil und Bas

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf will nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt keine Debatte über die SPD-Spitze. Die Frage, ob Lars Klingbeil und Bärbel Bas die Parteiführung abgeben sollten, „das ist wirklich gar keine Frage, die ich mir jetzt gerade stelle“, betonte Klüssendorf im Willy-Brandt-Haus.
Das Wahlergebnis der AfD bedeute eine Zäsur. Das Ergebnis der SPD werte er als „wichtiges Zeichen der Stabilität“.
SPD-Chef Lars Klingbeil sieht im Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt „auch ein Signal an Berlin“. Im ZDF deutete Klingbeil Konsequenzen für den Kurs der Bundesregierung an: „Das ist ein Grund auch nachzudenken über Politik hier in Berlin, über den Reformkurs der Bundesregierung. Und seien Sie sich sicher, das werden wir auch tun.“ Details zu möglichen Kurskorrekturen nannte Klingbeil nicht.
GESTERN18:47 Uhr

Übersicht zu den Wahlergebnissen

Auf der Webseite der Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt sind ab jetzt die Auszählungsstände der Landtagswahl freigeschaltet.
Die Ergebnisse der 41 Wahlkreise können hier verfolgt werden: Wahlergebnisse.
GESTERN18:41 Uhr

Linke: „Schwarzer Tag für Sachsen-Anhalt“

Die Linke in Sachsen-Anhalt hat sich entsetzt über das starke Abschneiden der AfD gezeigt. Dies sei „ein schwarzer Tag für Sachsen Anhalt“, sagte die Linken-Spitzenkandidatin Eva von Angern am Sonntagabend in der ARD. Sie zeigte sich bereit, auch eine CDU-geführte Regierung zu unterstützen. Allen sei „bewusst, dass wir vor einer großen Aufgabe stehen“, sagte von Angern. Die Linke wolle „diese Demokratie verteidigen, weil sie schützt eben Minderheiten“.
Linken-Chefin Ines Schwerdtner hat die CDU aufgefordert, Konsequenzen aus dem schlechten Abschneiden in Sachsen-Anhalt zu ziehen. „Die Politik der Bundesregierung macht den Menschen Angst“, sagte Schwerdtner am Sonntag im ZDF.
„Die Menschen verlieren ihre Arbeitsplätze, können sich ihr Leben nicht mehr leisten – und die CDU wurde dafür ja auch heute abgestraft.“ Es liege nun bei der CDU zu sagen, „wer übernimmt jetzt hier Verantwortung“.
Schwerdtner nannte zudem klare Bedingungen für eine mögliche Tolerierung einer CDU-geführten Regierung in Sachsen-Anhalt. „Es muss ganz klar sein, dass es keine wechselnden Mehrheiten mit der AfD gibt. Das ist ganz eindeutig für uns.“
GESTERN18:37 Uhr

Schulze gratuliert AfD zum Wahlsieg – Rücktritt gefordert

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze hat in einer ersten Reaktion nach der klaren Niederlage seiner Partei der AfD zu ihrem klaren Wahlsieg gratuliert. „Die AfD ist jetzt stärkste Kraft im Landtag von Sachsen-Anhalt. Wir werden auch als CDU mit diesem Ergebnis umgehen müssen.“ Zu möglichen persönlichen Konsequenzen äußerte sich Schulze zunächst nicht.
Erste Rücktrittsrufe kamen aber bereits. So sagte die ehemalige Bildungsministerin und CDU-Landtagsabgeordnete Eva Feußner dem „Stern“: „Wenn ihm dieses Land am Herzen liegt, muss Sven Schulze Konsequenzen ziehen und vom Parteivorsitz zurücktreten. Das geht gar nicht anders.“
Ähnlich äußert sich der Stadtratsvorsitzende von Merseburg und langjährige Kreischef des Saalekreises, Michael Hayn, gegenüber dem „Stern“:  „Der Spitzenkandidat muss für den Wahlkampf die Verantwortung übernehmen“. Das erwarte er jetzt auch von Sven Schulze. „Er tut gut daran, in die zweite Reihe zurückzutreten und dort gegebenenfalls neue Stärke zu sammeln.“

Sven Schulze am 6. August 2026

Foto: via dts Nachrichtenagentur

GESTERN18:34 Uhr

CDU-Generalsekretärin schließt nach CDU-Pleite Debatten über Merz aus

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hat bundespolitische Konsequenzen ausgeschlossen. Es beginne nun keine Diskussion über Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und die Bundesregierung, sagte Hoppermann am Sonntag in der ARD. „Die Bundesregierung und der deutsche Bundestag sind für vier Jahre gewählt“, dies habe in Sachsen-Anhalt nicht zur Debatte gestanden.
Hoppermann räumte die Niederlage der CDU ein, die nach den ersten Prognosen ihr historisch schlechtestes Ergebnis geholt hat. „Das ist eine Niederlage insgesamt für die Christdemokraten“, sagte die CDU-Generalsekretärin.
Eine Koalition mit der AfD, die mit Abstand stärkste Kraft werden wird, schloss Hoppermann kategorisch aus. „Wir arbeiten nicht mit Extremen und vor allem Dingen nicht mit Rechtsextremen zusammen.“
Aus Sicht von Kanzleramtsministerin Nina Warken (CDU) muss die Bundesregierung trotz des schlechten Wahlergebnisses an den Reformplänen festhalten. „Wir müssen den Kurs, den wir da angefangen haben, jetzt fortsetzen“, sagte Warken.
GESTERN18:30 Uhr

Erste Hochrechnung

Die erste Hochrechnung von 18:25 Uhr ergibt laut der Forschungsgruppe Medien.
  • AfD 44,1 Prozent, 41 Sitze
  • Union 18,5 Prozent, 17 Sitze
  • Linke 9,2 Prozent, 9 Sitze
  • SPD 8,8 Prozent, 8 Sitze
  • BSW 4,8 Prozent – nicht im Landtag
  • Grüne 8,7 Prozent, 8 Sitze
  • FDP 2,4 Prozent – nicht im Landtag
  • Sonstige Parteien 3,5 Prozent.
Im Landtag sind 81 Sitze zu verteilen. Bekannt ist mittlerweile, das die AfD 250.000 Menschen hinzugewinnen konnte, die aus dem Lager der Nichtwähler stammen.
GESTERN18:30 Uhr

Klüssendorf beurteilt AfD-Ergebnis als „wirklich dramatisch“

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat sich erschrocken über das starke Abschneiden der AfD gezeigt. Im ZDF sprach der SPD-Politiker von einem „wirklich dramatischen Ergebnis für die AfD“. Erleichtert zeigte er sich darüber, dass die SPD ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Landtagswahl halten konnte, auch wenn dies „jetzt kein riesiger Erfolg“ sei.
Ersten Prognosen zufolge kann die SPD mit acht bis neun Prozent rechnen. Im Magdeburger Landtag werde die SPD ihren Beitrag dazu leisten, „eine demokratische Mehrheit zu bilden gegenüber der AfD“, sagte Klüssendorf weiter. Er erwarte eine „sehr schwierige Regierungsbildung“, fügte der SPD-Politiker hinzu.
GESTERN18:30 Uhr

Grüne sind zufrieden

Die Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz hat sich nach der Wahl in Sachsen-Anhalt zufrieden zum Abschneiden ihrer Partei geäußert.
„Die Zahlen heute, die wir gerade gesehen haben, die sind natürlich für uns toll“, sagte sie am Sonntagabend im ZDF. Zugleich sei das starke Abschneiden der AfD „besorgniserregend“. Das Ergebnis ihrer Partei wertete sie als Auftrag der Zivilgesellschaft, eine Alleinregierung der AfD zu verhindern.
Ob dies gelinge, könne sie am frühen Abend zunächst noch nicht sagen. „Aber den Menschen, die Hoffnung in uns gesetzt haben, denen verspreche ich schon heute: Diese Hoffnung ist nicht umsonst“, sagte sie weiter.
GESTERN18:22 Uhr

Siegmund: „Wir haben in diesem Land Geschichte geschrieben“

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt für seine Partei als großen Erfolg gewertet und den Anspruch auf eine grundlegende Wende in dem Bundesland angemeldet. „Wir haben in diesem Land Geschichte geschrieben“, sagte Siegmund kurz nach Schließung der Wahllokale am Sonntagabend der ARD. Das Ergebnis sei „ein Zeichen, das könnte kaum deutlicher sein“.
Siegmund kündigte an, er wolle nun „allen Kräften die Hand ausstrecken, die mit uns eine grundlegende Politikwende herbeiführen wollen“. Er werde sich aber nicht „verbiegen“, um Mehrheiten zu erreichen.
Er werde sich nicht „verbiegen“, um Mehrheiten zu erreichen, sagte Siegmund weiter. „Wir werden nicht unsere Grundposition, die Deutschland gerade dahin gebracht hat, wo es ist, aufgeben für irgendwelche Machtoptionen.“ Konkret nannte er dabei die Themen Migration und Innere Sicherheit sowie „die verrückte Energiepolitik“. Das seien Themen, „die sind nicht verhandelbar“.
„Die Menschen haben ein ganz klares politisches Zeichen hier in Sachsen-Anhalt ausgesprochen“, sagte Siegmund weiter. Dies sei „auch ein Zeichen in Richtung Berlin“. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sei „ein sehr guter Wahlkämpfer“ für die AfD gewesen, spottete der Spitzenkandidat. Merz sei „jeden Tag einer zu viel im Kanzleramt“. Mit dem Wahlergebnis zeigte er sich zufrieden: „Wir haben genau das geschafft, was wir schaffen wollten.“
GESTERN18:14 Uhr

Weidel sieht Regierungsauftrag für AfD

Nach dem Wahlsieg der AfD sieht Bundesvorsitzende Alice Weidel den Regierungsauftrag bei ihrer Partei. „Das ist ein historisches Ergebnis, und es ist ein ganz klarer Regierungsauftrag“, sagte Weidel am Sonntagabend im ZDF. In welcher Form die AfD in Sachsen-Anhalt regieren werde – „durch eine Tolerierung oder durch eine Koalition, das wird sich einfach noch zeigen“, fügte sie hinzu.
„Unsere Hand ist immer ausgestreckt“, sagte Weidel in Bezug auf mögliche Regierungspartner. Der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt sei bei seiner Entscheidung „völlig unabhängig“ von der Bundespartei. „Der Landesverband hat gezeigt, dass er es kann.“
„Wir gehen hier durch die Decke, wir werden in ganz Ostdeutschland durch die Decke gehen, auch im Bund“, sagte die AfD-Chefin weiter. „Die CDU wird keine Wahl mehr gewinnen.“
Eine Neuauflage der bisher in Sachsen-Anhalt regierenden Koalition aus CDU, SPD und FDP ist mit den aktuellen Prognosen ausgeschlossen. Es war das einzige derartige Bündnis auf Landesebene.
Wahrscheinlich ist allerdings, dass die Regierung ihre Amtsgeschäfte noch eine Weile weiterführen wird, denn die Gespräche zur Bildung einer neuen Koalition dürften schwierig werden.
GESTERN18:02 Uhr

Die erste Prognose von 18:00 Uhr

Die erste Prognose der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist da: Die AfD liegt bei 44 Prozent, die Union bei 18,5 Es zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab – um 16:00 Uhr lag sie bei 65,3 Prozent. Das waren bereits mehr Bürger, als 2021 insgesamt gewählt hatten. Das ZDF rechnet mit einer Wahlbeteiligung von über 70 Prozent.
Die 18-Uhr-Prognose von ZDF ergibt für die Parteien (ohne Briefwahl):
  • AfD 44,0 Prozent. (+23,2)
  • Union 18,5 Prozent (-18,6)
  • Linke 9 Prozent (-2,0)
  • SPD 9 Prozent (+0,6)
  • BSW 4,8 Prozent (+4,8)
  • Grüne 8,5 Prozent (+2,6)
  • FDP 2,5 Prozent (-3,9)
  • Sonstige Parteien 3,7 Prozent (-6,7)
Den Prognosen zufolge erhält die AfD 39 bis 41 Sitze im Landtag (2021: 23), die CDU 16 bis 17 (40). Die Linke kommt auf 8 bis 9 Mandate (12), die SPD auf 7 bis 8 (9) und die Grünen auf 8 (6). Das BSW erhält laut ARD-Prognose 5 Mandate.
Die Wahlbeteiligung erreichte laut ZDF mit 80,0 Prozent einen historischen Höchststand in dem ostdeutschen Bundesland. Die bisherige Höchstmarke lag bei 71,1 Prozent im Jahr 1998. Bei der letzten Wahl am 6. Juni 2021 hatten 60,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.
 
GESTERN17:39 Uhr

Medieninteresse an zentraler Wahlveranstaltung ist riesig

Die zentrale Wahlveranstaltung des Landtags findet in der Messe Magdeburg statt. In einer Halle treffen sich die Fraktionen und Parteien, in einer anderen die Medien. Viele Politiker sind bereits vor Ort. 500 Medienvertreter sind akkreditiert, Journalisten haben keinen Zutritt zur Halle der Fraktionen. Im Zwischenbereich sind Interviews und Gespräche möglich.
GESTERN16:30 Uhr

Linke Demonstranten versammeln sich am Magdeburger Hauptbahnhof

Am Hauptbahnhof in Magdeburg versammeln sich die ersten linken Demonstranten. Sie hielten unter anderem Banner mit der Aufschrift „Sozialismus oder Barbarei“ oder „Faschismus bekämpfen“ hoch.
Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Demonstration ist Medienberichten zufolge nicht angemeldet.
Auf dem Domplatz versammelte sich die DGB-Jugend sowie Greenpeace; eine riesige Regenbogenfahne wurde ausgebreitet. Die Polizei sichert die Veranstaltung ab. 
Die Polizei meldet auf X: „Im Stadtgebiet von Magdeburg finden derzeit 4 Versammlungen im Zusammenhang mit der Landtagswahl statt, welche von unseren Einsatzkräften begleitet werden. Es kann zu Verkehrsbehinderungen kommen.
GESTERN16:26 Uhr

Wahlbeteiligung bisher bei über 65 Prozent

Es zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Um 16:00 Uhr am Sonntag lag sie bei 65,3 Prozent, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte.
Zum gleichen Zeitpunkt lag sie 2021 bei 41,0 Prozent, am Ende waren es 60,3 Prozent.
GESTERN15:17 Uhr

Polizei ist mit allen Kräften im Einsatz

Die Polizei in Sachsen-Anhalt ist mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz. Es wurde Unterstützung aus anderen Bundesländern angefordert – Einheiten aus Hamburg, Schleswig-Holstein, dem Saarland, Hessen, Bayern und Thüringen sind vor Ort.
Zum einen ist die Polizei laut Innenministerium flächendeckend präsent, um die per Grundgesetz garantierte freie und unbeeinflusste Ausübung des Wahlrechts zu garantieren. Zudem waren für den Sonntag mehrere Demonstrationen angemeldet, ab dem Nachmittag in Magdeburg beispielsweise auf dem Domplatz unter dem Motto „Sachsen-Anhalt juckt mich! Sachsen-Anhalt bleibt weltoffen!“.
Auch müssen Wahlpartys der Parteien sowie die zentrale Veranstaltung des Landtags in den Magdeburger Messehallen abgesichert werden. Für die Berichterstattung sind mehrere Hundert Medienvertreter angemeldet.
Die Polizei teilte auf X mit: „Der Wahlsonntag verläuft im Zuständigkeitsbereich der PI Magdeburg bislang ruhig. Uns liegen keine Erkenntnisse zu Störungen des Wahlgeschehens vor.

Die Polizei sichert den Landtag von Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 in Magdeburg, Deutschland.

Foto: Omer Messinger/Getty Images

GESTERN14:46 Uhr

Wahlbeteiligung um 14:00 Uhr doppelt so hoch wie 2021

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Um 14:00 Uhr am Sonntag lag sie bei 54,4 Prozent, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte.
Das war ein doppelt so hoher Wert wie bei der letzten Landtagswahl am 6. Juni 2021, als um 14:00 Uhr 27,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten.
Die Zahl beruht auf stichprobenartigen Rückmeldungen aus den repräsentativen Urnenwahlbezirken, wie die Landeswahlleiterin erklärte. Die Briefwahl ist nicht eingerechnet.
GESTERN13:52 Uhr

SPD-Kandidat wählte im Harz

SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann wählte im Harz. „Möge die Sonne auch die nächsten Jahre über Sachsen-Anhalt scheinen“, sagte der Politiker dpa anschließend. Eine Alleinregierung der AfD wäre „ein schwerer Schaden fürs Land“.
GESTERN12:25 Uhr

Deutlich höhere Wahlbeteiligung

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich zum Mittag eine deutlich höhere Wahlbeteiligung ab. Bis 12:00 Uhr am Sonntag hatten 34,72 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte. Zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2021, bei der letzten Landtagswahl, waren es nur 22,4 Prozent.
Erste Prognosen werden mit der Schließung der Wahllokale um 18:00 Uhr erwartet. Die Abstimmung in Sachsen-Anhalt könnte Signalwirkung für die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern in zwei Wochen und auch für die Bundespolitik haben.
GESTERN12:12 Uhr

Vorwahl-Daten

Die AfD wird in Wahlumfragen vor der Wahl bei bis zu 41 Prozent gesehen, das könnte im Landtag bis zu 45 Prozent der Sitze ausmachen. Laut dem ZDF-Politbarometer vom 4. September 2026 tendieren die Wähler zu: 
  • AfD 41 Prozent, 
  • Union 23 Prozent, 
  • Linke 11,5 Prozent. 
  • SPD 8,5 Prozent, 
  • BSW 4 Prozent, 
  • Grüne 6 Prozent,
  • FDP 3 Prozent,
  • Sonstige Parteien 3 Prozent.

Daten des ZDF-Politbarometer vom 4. September 2026 – zwei Tage vor der Wahl.

Foto: Epoch Times

Mögliche Sitzverteilung im Magdeburger Landtag lt. den Daten vom 3. September 2026.

Foto: Epoch Times

GESTERN11:15 Uhr

Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Schulze hat gewählt

Nach AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat auch Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) seine Stimme zur Landtagswahl abgegeben. Er machte sein Kreuz am Sonntagvormittag in einem Wahllokal beim AWO-Landesverband Sachsen-Anhalt.
Schulze verwies vor seiner Stimmabgabe darauf, dass eine hohe Wahlbeteiligung zu erwarten sei. Das habe die Briefwahl schon gezeigt. „Sachsen-Anhalt hat viele Aufgaben zu lösen in den nächsten Wochen“, so Schulze.
„Heute schaut jeder auf Sachsen-Anhalt, aber morgen wird nicht jeder auf Sachsen-Anhalt warten.“ Deswegen sei es ein wichtiger Tag für das ganze Bundesland, für Deutschland, und auch für Europa.
GESTERN11:00 Uhr

AfD-Spitzenkandidat Siegmund gibt Stimme in Tangermünde ab

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat am Sonntagmorgen der Spitzenkandidat der AfD, Ulrich Siegmund, seine Stimme abgegeben. Der 35-Jährige und seine Ehefrau Julia fuhren auf einer Simson vor einem Wahllokal in seiner Heimatstadt Tangermünde vor.
Die AfD liegt in den Umfragen weit vor der regierenden CDU von Ministerpräsident Sven Schulze. Siegmund hat als Wahlziel „45 Prozent plus X“ ausgerufen.
GESTERN8:00 Uhr

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Wahllokale geöffnet

In Sachsen-Anhalt haben die Wahllokale für die Landtagswahl geöffnet. Seit 8.00 Uhr können die Menschen ihre Stimme abgeben. Die Wahllokale sind bis 18:00 Uhr geöffnet. Anschließend beginnt die Auszählung. Die Landeswahlleiterin rechnet mit einem vorläufigen Endergebnis am frühen Montagmorgen.
Die erste Sitzung des neuen Landtags von Sachsen-Anhalt muss spätestens am 30. Tag nach der Wahl stattfinden, das ist der 6. Oktober. Dann enden auch die Amtszeiten der Minister und des Regierungschefs.
Sie sind laut Verfassung verpflichtet, die Geschäfte weiterzuführen, bis ihre Nachfolger übernehmen. Es gibt keine Frist, bis wann ein neuer Regierungschef gewählt sein muss, aber Fristen für mögliche weitere Wahlgänge, sollten der erste und weitere scheitern.
GESTERN7:42 Uhr

Merz: „Wohlstand für alle Generationen“

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) äußerte sich am 5. September zur Landtagswahl und zeigte sich dabei auch selbstkritisch. „Ich gebe zu, angesichts der Umfrageergebnisse und der zu befürchtenden Wahlergebnisse hat das, was wir bisher getan haben, nicht ausgereicht“, sagte er bei einer Wahlkampfveranstaltung zur nächste Woche anstehenden niedersächsischen Kommunalwahl in Langenhagen bei Hannover. Mit Blick auf die AfD sagte er: „Wir müssen die Auseinandersetzung mit dieser Partei besser führen.“
Er kündigte eine grundsätzliche Diskussion in der CDU nach der Landtagswahl an über „die Erzählung, das große Design, das Narrativ“ für Deutschland. Als Beispiel nannte er das Buch „Wohlstand für alle“ des ehemaligen Wirtschaftsministers und Kanzlers Ludwig Erhard von 1957. Erhard habe damit „die Erzählung gesetzt“, die das sogenannte Wirtschaftswunder ausgelöst habe.
Merz schlug in Anlehnung daran den Satz „Wohlstand für alle Generationen“ vor. Es gehe darum, auch der nächsten und übernächsten Generation die Chance zu geben, „in Freiheit, Frieden, Wohlstand und mit einem hohen Maß an sozialer Gerechtigkeit zu leben“, sagte er.
GESTERN7:19 Uhr

Welche Koalitionen sind denn denkbar?

Sollte die AfD keine absolute Mehrheit erreichen, wäre sie auf Bündnispartner angewiesen, um an die Regierung zu kommen. Allerdings will keine der anderen Parteien mit ihr koalieren. Siegmund wiederum hat zuletzt bekräftigt, dass er sich nur zur Wahl als Regierungschef stellt, wenn seine Partei die absolute Mehrheit holt und alleine regieren kann.
Wenn die AfD dieses Ziel verpasst, könnte eine CDU-geführte Minderheitsregierung ins Spiel kommen. Diese könnte allerdings auf Stimmen der Linken angewiesen sein – ähnlich wie in Sachsen und Thüringen.
Das Problem: Die CDU lehnt für sich in einem Parteitagsbeschluss eine Koalition und „ähnliche Formen der Zusammenarbeit“ mit den Linken ebenso ab wie mit der AfD. Ministerpräsident Sven Schulze’s (CDU) Wunschszenario einer Mehrheit für die sogenannten Parteien der Mitte – etwa für CDU, SPD und Grüne – erscheint angesichts der Umfragen sehr unwahrscheinlich.

Wahlplakate zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, September 2026.

Foto: John MacDougall/AFP via Getty Images

5. Sep.17:52 Uhr

15.000 Teilnehmer bei Demokratiefestival

Am Samstag haben sich in Magdeburg mehrere tausend Menschen zu einem Demokratiefestival des Bündnisses Sachsen-Anhalt weltoffen versammelt. Sie zogen vom Hauptbahnhof zum Domplatz.
Die Polizei war wegen insgesamt acht Versammlungen im Großeinsatz. Auf dem Domplatz versammelten sich nach Angaben eines Polizeisprechers rund 8000 Menschen. Der Veranstalter teilte mit, mehr als 15.000 Menschen seien dem Aufruf gefolgt.
5. Sep.8:47 Uhr

Siegmund lässt Ministerpräsidenten-Wahl offen

Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lässt offen, ob er sich im Fall einer absoluten Mehrheit zum Ministerpräsidenten wählen lassen will.
Auf die Frage, ob er bei einer Ein-Stimmen-Mehrheit im Landtag das Ministerpräsidentenamt anstrebe, sagte Siegmund der „BILD“: „Das werden wir am Montag entscheiden. Gucken wir mal, wie es ausgeht.“
Siegmund sagte, es gehe ihm um eine „stabile Mehrheit“ im Landtag. „Was mache ich, wenn mal ein oder zwei oder drei Abgeordnete im Krankenhaus sind? Soll ich die dann mit der Trage in den Landtag reintragen zum Abstimmen?“, sagte Siegmund. Es dürfe nicht so sein, dass der „Fortschritt des Landes gelähmt“ sei, „weil ein oder zwei Abgeordnete gesundheitsbedingt ausfallen“.
5. Sep.7:48 Uhr

Tausende zu Kundgebungen vor Wahl in Sachsen-Anhalt erwartet

Am Wahlwochenende in Sachsen-Anhalt werden mehrere tausend Menschen zu Demonstrationen erwartet. Neben einem Dutzend Veranstaltungen in Magdeburg und Kundgebungen für Demokratie in Halle findet die größte Demo mit rund 8.000 Teilnehmern auf dem Magdeburger Domplatz statt, organisiert von Gewerkschaften und Zivilgesellschaft. Zeitgleich hält die in Umfragen führende AfD dort ihren Wahlkampfabschluss ab.

Am 5. September 2026, einen Tag vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, versammeln sich Menschen bei einem Festival der Demokratie in Magdeburg, um für eine offene, auf Solidarität basierende Gesellschaft zu demonstrieren.

Foto: John MacDougall/AFP via Getty Images

4. Sep.18:36 Uhr

Bei Wahlsieg: CDU-Politiker sieht Auftrag für Regierungsbildung bei AfD

Ein möglicher Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt sorgt in der Bundes-CDU für Diskussionen. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Sepp Müller (CDU), sah die Verantwortung für eine Regierungsbildung nach den bisherigen Umfragen bei der AfD.
Müller widersprach zudem Berichten, wonach einige CDU-Landtagsabgeordnete bereit sein könnten, den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten zu wählen. „Also ich glaube, das ist eher eine Ente“, sagte er. Die CDU-Abgeordneten würden den aktuellen Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) unterstützen.
4. Sep.17:40 Uhr

Wagenknecht sieht Manöver vor Wahl in Sachsen-Anhalt

Nach dem Austritt mehrerer Landtagsabgeordneter in Thüringen sieht BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht ein bewusstes Manöver, um ihrer Partei vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt zu schaden.
Zehn Abgeordnete der BSW-Landtagsfraktion um die bisherige Landeschefin Katja Wolf hatten am Freitag ihren Parteiaustritt erklärt und dies vor allem mit der Einmischung der Parteispitze im Wagenknecht und deren fehlender Distanz zur AfD begründet. Zuvor waren bereits drei andere BSW-Landtagsabgeordnete aus Partei und Fraktion sowie ein weiterer Abgeordneter aus der Partei ausgetreten.
 
Mit Material von Nachrichtenagenturen
Categories
deutschland ticker

AfD siegt: Sachsen-Anhalt steht vor schwieriger Regierungsbildung


In Kürze:

  • Die AfD kommt auf 43,8 Prozent und verfehlt die absolute Mehrheit im Landtag.
  • Das BSW schafft mit 5,3 Prozent den Einzug in den Landtag und erschwert die Regierungsbildung.
  • Die Wahlbeteiligung erreicht mit 77,8 Prozent einen neuen Höchststand.
  • Die AfD mobilisiert vor allem zahlreiche frühere Nichtwähler und gewinnt Stimmen aus mehreren Parteien.

 
In Sachsen-Anhalt dauerte es bis kurz nach 3 Uhr am Montagmorgen, bis das vorläufige Ergebnis der Landtagswahl vom Sonntag, dem 6. September, feststand. Dass die AfD mit 43,8 Prozent zwar ihr bislang bestes überregionales Wahlergebnis erzielen, aber die absolute Mehrheit verfehlen würde, zeichnete sich bereits nach den ersten Hochrechnungen ab. Einer der entscheidenden Unsicherheitsfaktoren war, ob das BSW entgegen den Umfragen vor der Wahl den Sprung in den Landtag schaffen würde.
Hochrechnungen der ARD sahen die Wagenknecht-Partei tendenziell im Landtag, während jene des ZDF knapp unter der Fünf-Prozent-Hürde lagen. Kurz vor 21 Uhr hieß es von infratest dimap, die Chancen des BSW auf einen Einzug stünden bei 70:30. Das vorläufige Ergebnis zeigt jedoch, dass das BSW mit 5,3 Prozent den Einzug in den Landtag geschafft hat.

AfD gewinnt deutlich – BSW wird zum Zünglein an der Waage

Sachsen-Anhalt steht nach dem politischen Erdrutsch vom Sonntag vor einer schwierigen Regierungsbildung. Weder ist absehbar, wer über die erforderlichen Mehrheiten verfügen wird, um einen Ministerpräsidenten wählen zu können, noch sind alle rechnerisch möglichen Koalitionsformen politisch realistisch. Bestimmte Bündnisse sind von vornherein durch Parteitagsbeschlüsse oder aufgrund zu großer ideologischer Gegensätze ausgeschlossen.
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lehnte zudem die Bildung einer Minderheitsregierung ab. Der Einzug des BSW macht die Situation noch komplizierter. Die AfD verfügt gegenüber CDU, SPD, Grünen und Linken nicht über eine absolute Mehrheit und wäre bei bestimmten Abstimmungen auf Unterstützung anderer Fraktionen angewiesen.

AfD verfehlt absolute Mehrheit

Nach dem vorläufigen Ergebnis kam die AfD auf 43,8 Prozent, ein Plus von 23,0 Prozentpunkten. Die CDU erreichte 17,2 Prozent und verlor damit 19,9 Punkte. Die SPD erreichte 9,3 Prozent und lag damit etwas vor den Grünen, die 8,9 Prozent erhielten und um 3,0 Punkte zulegten. Die Linke erreichte 8,6 Prozent und verlor 2,4 Punkte.
Das BSW schaffte mit 5,3 Prozent auf Anhieb den Einzug in den Landtag. Die FDP verlor 3,8 Punkte und kam nur noch auf 2,6 Prozent.
Nach dem vorläufigen Ergebnis hätte die AfD im neuen Landtag 39 der 83 Sitze und damit 17 Sitze mehr als zuvor. Die CDU käme auf 15 Sitze und würde 25 Mandate verlieren. SPD, Grüne und Linke hätten jeweils acht Sitze. Die SPD würde damit ein Mandat einbüßen, die Linke drei. Die Grünen gewännen zwei Sitze hinzu. Das BSW wäre künftig mit fünf Abgeordneten im Landtag vertreten.

Wahlbeteiligung erreicht neuen Höchststand

Die Landtagswahl am Sonntag brachte auch einen neuen Rekord bei der Wahlbeteiligung. Um 14 Uhr meldete Landeswahlleiterin Christa Dieckmann auf Grundlage der bis dahin eingegangenen Meldungen eine Beteiligung von 54,4 Prozent. Bis 16 Uhr stieg sie auf 65,3 Prozent.
Am Ende sollten 77,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben haben. Damit würde die Wahlbeteiligung die bisherigen Höchstwerte von 1998 mit 71,5 Prozent und 1990 mit 65,1 Prozent deutlich übertreffen.
Zuvor hatte Sachsen-Anhalt bei seinen Landtagswahlen auch einen Negativrekord verzeichnet: 2006 machten lediglich 44,4 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch.

AfD profitiert massiv von früheren Nichtwählern

Die AfD verdankt ihren Erfolg vor allem der Mobilisierung früherer Nichtwähler. Von ihnen konnte die Partei 157.000 Stimmen gewinnen. Zudem wechselten 82.000 Wähler, die 2021 noch der CDU unter Reiner Haseloff ihre Stimme gegeben hatten, zur AfD.
Weitere Wähler wanderten von der FDP (19.000), der Linken (11.000), der SPD (7.000) und sogar den Grünen (2.000) zur AfD.
Gleichzeitig verlor die AfD 2.000 Stimmen an das erstmals kandidierende BSW. Möglicherweise spielten dabei auch taktische Motive eine Rolle. Die Wagenknecht-Partei hatte als einzige Partei vor der Wahl erklärt, unter bestimmten Umständen sogar eine Wahl Ulrich Siegmunds zum Ministerpräsidenten ermöglichen zu wollen. Deswegen hatte auch das Bündnis „Taktisch Wählen“ von einer Stimme für das BSW abgeraten.

Taktisches Wählen beeinflusst Ergebnis

Mit der Kampagne für eine strategische Wahl von SPD oder Grünen, um eine absolute Mandatsmehrheit der AfD zu verhindern, hatte die Initiative knapp, aber offenbar doch den gewünschten Effekt. Die zuletzt bei überregionalen Wahlen stark unter Druck geratenen Sozialdemokraten konnten gegenüber der Landtagswahl 2021 sogar zulegen.
Die SPD gewann vor allem Stimmen aus dem Lager der Nichtwähler (13.000), von der CDU (13.000) und der FDP (3.000). Zugleich verlor sie netto Stimmen an die Linke (2.000), die Grünen (4.000), das BSW (6.000) und die AfD. Über den Wahlabend hinweg zeichnete sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Sozialdemokraten, Linken und Grünen ab.

Linke und Grüne gewinnen ebenfalls Stimmen

Die Linke konnte 15.000 frühere Nichtwähler für sich mobilisieren und 4.000 Stimmen von der FDP gewinnen. Ebenso wechselten 9.000 ehemalige CDU-Wähler zur Linken. Bei vielen von ihnen könnte es sich um Wähler gehandelt haben, die 2021 taktisch ihre Stimme für Haseloff abgegeben hatten, um die AfD als stärkste Partei des Landes zu verhindern.
Gleichzeitig verlor die Linke 4.000 Stimmen an die Grünen und deutlich mehr an AfD und BSW zusammen 13.000. Die Grünen profitierten von Wählerwanderungen aus den Reihen der CDU (18.000), der Nichtwähler (10.000) und der FDP (5.000) sowie von SPD und Linken. Die Liberalen verloren in alle Richtungen. Ähnlich sah es bei der CDU aus. Immerhin konnte sie 32.000 ehemalige Nichtwähler wieder an die Urnen holen.

Siegmund kündigt „keine Verbiegerei“ an

In einer ersten Reaktion auf das Wahlergebnis erklärte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund, er und seine Partei hätten „Geschichte geschrieben“. Das Ergebnis sei ein „deutliches Zeichen für eine politische Wende“.
Mit Blick auf eine mögliche Regierungsoption erklärte Siegmund, er sei zwar bereit, „staatspolitische Verantwortung“ zu übernehmen. Es werde aber „keine Verbiegerei für Machtoptionen geben“. Eine grundlegende Wende bei Migration, innerer Sicherheit und Energiepolitik sei „nicht verhandelbar“.
Die Landeschefin der Linken, Eva von Angern, erklärte mit Blick auf mögliche Regierungsoptionen, für sie sei „entscheidend, dass es klare demokratische Mehrheiten gibt“. Die amtierende Landesregierung sei abgewählt worden, der Wahlkampf sei jedoch massiv von Bundesthemen überschattet gewesen.
Es sei die Politik der CDU gewesen, die die AfD stark gemacht habe, sagte von Angern. Die Debatte um die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren und über die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) sei mitentscheidend gewesen. Es handele sich „nicht um Reformen, sondern Sozialkürzungen“. In Sachsen-Anhalt habe die CDU Themen der AfD übernommen und dieser damit zusätzlich genutzt.

CDU spricht von einer Niederlage

Während von Angern das Ergebnis einen „schwarzen Tag für Sachsen-Anhalt“ nannte, widersprach Ministerpräsident Sven Schulze dieser Einschätzung. „Es ist Demokratie“, erklärte er in einem ersten Statement nach Verkündung der Prognosen. Als CDU müsse man „mit diesem Ergebnis umgehen, es ist für uns eine Niederlage“. Es gelte jetzt, „die Zeichen zu erkennen“.
Zufrieden mit dem eigenen Wahlergebnis zeigte sich SPD-Landeschef Armin Willingmann. Die Sozialdemokraten stünden „ziemlich stabil da“. Das Ergebnis weiche deutlich von den Prognosen der vergangenen Monate ab, als sogar ein Absturz der SPD unter die Fünf-Prozent-Hürde für möglich gehalten worden war.
Zum Ergebnis der AfD erklärte Willingmann, mit populistischen Thesen erreiche man Menschen in Situationen wie der gegenwärtigen leichter als mit Erklärungen darüber, was tatsächlich realistisch umgesetzt werden könne.
Es gebe „multiple Krisen, die wir von Sachsen-Anhalt nicht ändern, sondern wo wir nur die Folgen lindern können“, sagte Willingmann.

Grüne sehen sich als Gegenspieler der AfD

Grünen-Landeschefin Susan Sziborra-Seidlitz sprach von einem „schwierigen Abend – für uns, aber auch für das Land“. Sie erklärte das gute Ergebnis ihrer Partei damit, dass Menschen Hoffnung in die Grünen gesetzt hätten, eine AfD-Alleinregierung zu verhindern.
Die Stärke des grünen Ergebnisses sei eine „Konsequenz des Aufbäumens der Zivilgesellschaft“. Die Grünen würden „im Landtag immer Antagonist der Rechtsextremen sein“.
Sziborra-Seidlitz erklärte zugleich, dass auch die Themen der Grünen die Sorgen der Menschen abgebildet hätten: „In jeder Hitzephase des vergangenen Sommers war der heißeste Ort stets in Sachsen-Anhalt.“
BSW-Spitzenkandidatin Claudia Wittig erklärte auf die Frage nach einer möglichen Zusammenarbeit mit der AfD: „Bestimmte Punkte können wir mit der AfD mitgehen, andere nicht. Wir werden je nach Themen entscheiden.“
Damit bleibt offen, welche Rolle das BSW bei der Bildung einer neuen Landesregierung spielen könnte. Der Einzug der Partei in den Landtag verändert zugleich die Mehrheitsverhältnisse und erschwert die Suche nach einer tragfähigen Regierungskoalition.

Soziale Sicherheit wichtigstes Wahlmotiv

Infratest dimap zufolge nannten 25 Prozent der Befragten die soziale Sicherheit als wichtigstes Thema für ihre Wahlentscheidung. An zweiter Stelle folgte mit 17 Prozent der Frieden in Europa. Die Wirtschaft nannten 15 Prozent, jeweils 13 Prozent entfielen auf innere Sicherheit und Bildung. Eher weniger bedeutsam waren die Themen Zuwanderung mit 9 Prozent sowie Umwelt und Klima mit 6 Prozent.
59 Prozent der Befragten erklärten auf die Frage nach ihren Wahlmotiven, die Bundesregierung habe einen Denkzettel verdient. Besonders deutlich war diese Einschätzung unter den AfD-Wählern: 89 Prozent stimmten dieser Aussage zu. Unter den Wählern der Linken waren es 41 Prozent.
Besonders stark schnitt die AfD unter Arbeitern mit 60 Prozent und Männern mit 50 Prozent ab. Die CDU erzielte ihr bestes Ergebnis vor allem in der Altersgruppe ab 70 Jahren mit etwa 30 Prozent.
Categories
deutschland ticker

TICKER Landtagswahl | 85 Prozent der Wahlbezirke ausgezählt: AfD bei über 45 Prozent, BSW bei 5,2 | Rufe nach Rücktritt von Schulze

Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit großem Abstand vor der CDU gewonnen: Die AfD kommt auf über 44 Prozent der Stimmen, die CDU erreichte mit unter 20 Prozent Platz 2. In einigen Wahlkreisen liegt die AfD über der 50-Prozent-Marke.
Der 20-Uhr-Hochrechnung zufolge erhält die AfD im Landtag mit 83 Sitzen voraussichtlich 41 (49 Prozent), die CDU 16 oder 17 (20 Prozent). Das BSW liegt laut ARD-Prognose bei 5 Mandate – falls es die Partei über die 5-Prozent-Hürde schafft.
 
 
HEUTE21:48 Uhr

Rund 85 Prozent der Wahlbezirke sind ausgezählt

Zwischenergebnisse: Nach Auszählungen von 2.273 von 2.660 Wahlbezirken liegt um 21:23 Uhr laut der Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt folgendes Zwischenergebnis vor:
  • AfD 45,4 Prozent
  • Union 16,5 Prozent
  • Linke 8,3 Prozent
  • SPD 8,9 Prozent
  • BSW 5,2 Prozent
  • Grüne 8,8 Prozent
  • FDP 2,5 Prozent
  • Sonstige Parteien 4,3 Prozent
 

Quelle: https://wahlergebnisse.sachsen-anhalt.de/wahlen/lt26/erg_land.html

 
HEUTE21:34 Uhr

Beratungen nach der Wahl

Die Spitzengremien der Parteien im Bund beraten am Montag in Berlin über den Ausgang der Landtagswahl. Den Auftakt machen die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla (10:15 Uhr).
Es folgt Linken-Parteichefin Ines Schwerdtner (12:45 Uhr). Danach tritt CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze vor die Presse (13:30 Uhr).
SPD-Chef Lars Klingbeil hält darauf eine Pressekonferenz gemeinsam mit Sachsen-Anhalts SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann (14:00 Uhr). Zeitgleich tun dies auch Grünen-Parteichef Felix Banaszak und die Spitzenkandidatin der Landes-Grünen, Suse Sziborra-Seidlitz. Schon am Vormittag (11:00 Uhr) äußert sich auch FDP-Chef Wolfgang Kubicki.
HEUTE21:03 Uhr

Siegmund will auch einzelnen Abgeordneten „die Hand ausstrecken“

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat seinen Regierungsanspruch bekräftigt. Man werde die Hand ausstrecken, „sollte es irgendjemanden hier in diesem neuen Landtag geben, ob es eine Fraktion oder ein Abgeordneter ist, der gemeinsam mit uns die Grundprobleme in diesem Land lösen möchte“, sagte Siegmund bei der AfD-Wahlparty in Magdeburg.
Es sei auch klar, dass die gewonnene Wahl ein „Vertrauensvorschuss der Menschen“ im Land sei. „Wir werden uns nicht verbiegen. Wir werden uns nicht selbst aufgeben“, so Siegmund.

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund am 6. September 2026 in Magdeburg im Studio des MDR.

Foto: Jens Schlueter/Getty Images

HEUTE20:48 Uhr

CDU-Politiker Müller sieht Auftrag für Regierungsbildung in Magdeburg bei AfD

Unions-Fraktionsvize Sepp Müller sieht den Auftrag zur Regierungsbildung bei der AfD. „Wir haben keinen Regierungsbildungsauftrag, der liegt jetzt bei der AfD“, sagte Müller am Sonntagabend im ZDF. Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) bleibe zunächst geschäftsführend im Amt.
Der Fraktionsvize bezeichnete das Abschneiden seiner Partei als „historische Niederlage“ und sprach von einem „schwarzen Tag“ für die CDU. Für seine Partei könne es nun „kein Weiter-so geben“, sagte Müller, der zugleich Vorsitzender der CDU-Landesgruppe Sachsen-Anhalt im Bundestag ist.
Der Vorsitzende des CDU-Arbeitnehmerflügels, Dennis Radtke, forderte Bundeskanzler Friedrich Merz zu einem Kurswechsel auf.
Das Wahlergebnis sei „eine Zäsur für die CDU und die politische Mitte in unserem Land“, sagte Radtke. Es gehe nun darum, Wachstum und Arbeitsplätze zu sichern, kleine und mittlere Einkommen zu entlasten, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen und dafür zu sorgen, „dass der Staat seine Aufgaben vernünftig erledigt“.
HEUTE20:39 Uhr

Zwischenergebnisse: AfD bei über 47 Prozent, BSW im Landtag

Nach Auszählung von 1.703 von 2.660 Wahlbezirken liegt um 20:20 Uhr laut der Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt folgendes Zwischenergebnis vor:
  • AfD 47,2 Prozent
  • Union 16,1 Prozent
  • Linke 8,1 Prozent
  • SPD 8,5 Prozent
  • BSW 5,1 Prozent
  • Grüne 8,4 Prozent
  • FDP 2,5 Prozent
  • Sonstige Parteien 4,3 Prozent.

Quelle: https://wahlergebnisse.sachsen-anhalt.de/wahlen/lt26/erg_land.html

 
HEUTE20:29 Uhr

BSW in ARD-Hochrechnung jetzt bei 5,1 Prozent

Es deutet sich nun ein möglicher Einzug des BSW in den Landtag an. In der Hochrechnung von Infratest für die ARD von 20:27 Uhr kommt das BSW jetzt auf 5,1 Prozent. Beim ZDF steht die Partei weiter bei 4,8 Prozent (Stand 19:54 Uhr).
Die AfD kommt laut den jüngsten Hochrechnungen auf 44,3 Prozent, die CDU auf 18,2 Prozent, die Linke auf 9,1 Prozent, die SPD auf 8,8 Prozent, die Grünen auf 8,5 Prozent. Die FDP fliegt mit 2,4 Prozent aus dem Landtag, die Sonstigen kommen auf 3,9 Prozent.
HEUTE20:28 Uhr

Lydia Hüskens kündigt Rücktritt von FDP-Landesvorsitz an

Sachsen-Anhalts FDP-Landesvorsitzende Lydia Hüskens hat ihren Rücktritt angekündigt. „Wir müssen jetzt morgen einfach schlicht darüber reden, wie wir es machen, ob wir es mit sofortiger Wirkung machen oder den Landesparteitag im April nehmen dafür, um da den Wechsel zu machen“, sagte sie dpa.
FDP-Chef Wolfgang Kubicki wertete das Ausscheiden seiner Partei als persönliche Niederlage. Die Freien Demokraten regieren in Sachsen-Anhalt bislang in einer Dreierkoalition mit CDU und SPD. Sie verlören Regierungsverantwortung und hätten eine weitere Wahl in diesem Jahr verloren, sagte Kubicki.
Die Wahlschlappe in Sachsen-Anhalt werde die FDP jedoch nicht auf ihrem Weg abhalten, die Partei „wieder zu einem bedeutenden politischen Faktor zu machen“, sagte Kubicki.
HEUTE20:19 Uhr

Rufe nach Schulze-Rücktritt

Nach der heftigen Niederlage der CDU werden Rufe nach einem Rückzug von Ministerpräsident und Landeschef Sven Schulze laut. Die Junge Union forderte den gesamten Landesvorstand zum Rücktritt auf. Den Regierungsauftrag sieht der Parteinachwuchs bei der AfD.
CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann räumte ein, dass es eine „Niederlage insgesamt für die Christdemokraten“ sei. Bundespolitische Konsequenzen soll es aber nicht geben.
CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann sieht im deutlichen AfD-Sieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ebenfalls keinen Grund, vom Reformkurs der Koalition abzuweichen.
„Dieses schwierige Wahlergebnis ändert nichts am Reformbedarf unseres Landes“, sagte Hoffmann der „Rheinischen Post“. Zugleich nannte er den Wahlausgang einen „ganz bitteren Wahlabend für die CDU in Sachsen-Anhalt“, der auch Berlin beschäftigen müsse.
HEUTE20:10 Uhr

Wenig Veränderung bei neuer Hochrechnung

Die neue Hochrechnung 19:54 ergibt laut der Forschungsgruppe Wahlen: 
  • AfD 44,4 Prozent
  • Union 18,3 Prozent
  • Linke 9,2 Prozent
  • SPD 8,6 Prozent
  • BSW 4,8 Prozent 
  • Grüne 8,4 Prozent
  • FDP 2,4 Prozent
  • Sonstige Parteien 3,9 Prozent.
 
HEUTE20:00 Uhr

Zentralrat der Juden schockiert über AfD-Ergebnis in Sachsen-Anhalt

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, zeigte sich schockiert: „Ich bin von diesem Wahlergebnis persönlich entsetzt“, sagte Schuster am Sonntagabend der Zeitung „Welt“.
Die AfD sei in dem Bundesland „eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei“ und es sei „klar ersichtlich, welche Ziele die AfD verfolgt. Wer sie heute gewählt hat – trotz oder wegen dieser Ziele – trägt die Verantwortung für dieses Ergebnis.“
HEUTE19:33 Uhr

Siegmund lehnt AfD-geführte Minderheitsregierung in Sachsen-Anhalt ab

Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lehnt eine Minderheitsregierung unter Führung seiner Partei ab, falls diese nicht die absolute Mehrheit der Mandate gewinnt. Nach dem Wahlsieg werde es „keine Konstellationen geben mit Minderheitsregierung oder sowas“, sagte Siegmund am Sonntagabend im ZDF.
Prinzipiell wäre die AfD zwar offen für eine Koalition mit einer Partei, die einen neuen Kurs in der Migrations- und Energiepolitik umsetzen wolle, einen derartigen Partner sehe er aber derzeit nicht.
HEUTE19:27 Uhr

Hochrechnung 19:26 Uhr

Die neue Hochrechnung 19:26 ergibt laut ZDF Medien:
  • AfD 44,4 Prozent, 41 Sitze
  • Union 18,2 Prozent, 17 Sitze
  • Linke 9,2 Prozent, 9 Sitze
  • SPD 8,6 Prozent, 8 Sitze
  • BSW 4,8 Prozent,
  • Grüne 8,7 Prozent, 8 Sitze
  • FDP 2,4 Prozent,
  • Sonstige Parteien 3,7 Prozent.
 
HEUTE19:10 Uhr

BSW-Spitzenkandidatin Wittig offen für Kooperation bei Sachfragen mit AfD

BSW-Spitzenkandidatin Claudia Wittig hat sich offen für eine Zusammenarbeit in Sachfragen mit der AfD gezeigt. „Wir werden immer in der Sache entscheiden“, sagte Wittig am Sonntagabend in der ARD. Da gebe es Themen wie die Energiepreispolitik, „das kann man mit der AfD zusammen machen“, bei anderen Themen gebe es „vielleicht nicht so große Schnittmengen“.
Mit Blick auf die Führung der neuen Landesregierung sprach sich Wittig weder für AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund noch für CDU-Amtsinhaber Sven Schulze aus. „Wir möchten einen überparteilichen Ministerpräsidenten“, sagte sie stattdessen.
Wittig sagte allerdings auch, es wäre angesichts des Wahlerfolgs der AfD aus ihrer Sicht „völlig undemokratisch, sie nicht in irgendeiner Weise an der Regierung zu beteiligen“.
 
HEUTE19:03 Uhr

Hochrechnung 19 Uhr

Die aktuelle Hochrechnung 19:00 ergibt laut ZDF Medien. Im Landtag sind 83 Sitze zu verteilen, 42 bedeuten die Mehrheit.
  • AfD 44,3 Prozent, 41 Sitze
  • Union 18,3 Prozent, 17 Sitze
  • Linke 9,2 Prozent, 9 Sitze
  • SPD 8,7 Prozent, 8 Sitze
  • BSW 4,8 Prozent,
  • Grüne 8,7 Prozent, 8 Sitze
  • FDP 2,4 Prozent,
  • Sonstige Parteien 3,6 Prozent.
 
HEUTE19:01 Uhr

CDU gegen Zusammenarbeit mit Linken

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hat eine Zusammenarbeit mit der Linken in Sachsen-Anhalt nach Schließung der Wahllokale erneut abgelehnt. Bei ihrem Unvereinbarkeitsbeschluss gehe es der CDU nicht um „Arithmetik oder Rechengrößen, sondern um wirklich fundamentale inhaltliche Fragen“, sagte sie am Sonntagabend im ZDF.
„Wie sollen wir mit einer Partei ernsthafte Gespräche führen, die ein schweres Antisemitismus-Problem hat, die ein ganz anderes Gesellschaftsmodell will als wir und die uns vorwirft, faschistische Politik zu machen?“, fragte Hoppermann. „Unsere Linien sind da klar: Es wird da keine Zusammenarbeit mit Linksextremen und Rechtsextremen geben.“
HEUTE19:00 Uhr

SPD: Kein Rücktritt von Klingbeil und Bas

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf will nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt keine Debatte über die SPD-Spitze. Die Frage, ob Lars Klingbeil und Bärbel Bas die Parteiführung abgeben sollten, „das ist wirklich gar keine Frage, die ich mir jetzt gerade stelle“, betonte Klüssendorf im Willy-Brandt-Haus.
Das Wahlergebnis der AfD bedeute eine Zäsur. Das Ergebnis der SPD werte er als „wichtiges Zeichen der Stabilität“.
SPD-Chef Lars Klingbeil sieht im Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt „auch ein Signal an Berlin“. Im ZDF deutete Klingbeil Konsequenzen für den Kurs der Bundesregierung an: „Das ist ein Grund auch nachzudenken über Politik hier in Berlin, über den Reformkurs der Bundesregierung. Und seien Sie sich sicher, das werden wir auch tun.“ Details zu möglichen Kurskorrekturen nannte Klingbeil nicht.
HEUTE18:47 Uhr

Übersicht zu den Wahlergebnissen

Auf der Webseite der Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt sind ab jetzt die Auszählungsstände der Landtagswahl freigeschaltet.
Die Ergebnisse der 41 Wahlkreise können hier verfolgt werden: Wahlergebnisse.
HEUTE18:41 Uhr

Linke: „Schwarzer Tag für Sachsen-Anhalt“

Die Linke in Sachsen-Anhalt hat sich entsetzt über das starke Abschneiden der AfD gezeigt. Dies sei „ein schwarzer Tag für Sachsen Anhalt“, sagte die Linken-Spitzenkandidatin Eva von Angern am Sonntagabend in der ARD. Sie zeigte sich bereit, auch eine CDU-geführte Regierung zu unterstützen. Allen sei „bewusst, dass wir vor einer großen Aufgabe stehen“, sagte von Angern. Die Linke wolle „diese Demokratie verteidigen, weil sie schützt eben Minderheiten“.
Linken-Chefin Ines Schwerdtner hat die CDU aufgefordert, Konsequenzen aus dem schlechten Abschneiden in Sachsen-Anhalt zu ziehen. „Die Politik der Bundesregierung macht den Menschen Angst“, sagte Schwerdtner am Sonntag im ZDF.
„Die Menschen verlieren ihre Arbeitsplätze, können sich ihr Leben nicht mehr leisten – und die CDU wurde dafür ja auch heute abgestraft.“ Es liege nun bei der CDU zu sagen, „wer übernimmt jetzt hier Verantwortung“.
Schwerdtner nannte zudem klare Bedingungen für eine mögliche Tolerierung einer CDU-geführten Regierung in Sachsen-Anhalt. „Es muss ganz klar sein, dass es keine wechselnden Mehrheiten mit der AfD gibt. Das ist ganz eindeutig für uns.“
HEUTE18:37 Uhr

Schulze gratuliert AfD zum Wahlsieg – Rücktritt gefordert

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze hat in einer ersten Reaktion nach der klaren Niederlage seiner Partei der AfD zu ihrem klaren Wahlsieg gratuliert. „Die AfD ist jetzt stärkste Kraft im Landtag von Sachsen-Anhalt. Wir werden auch als CDU mit diesem Ergebnis umgehen müssen.“ Zu möglichen persönlichen Konsequenzen äußerte sich Schulze zunächst nicht.
Erste Rücktrittsrufe kamen aber bereits. So sagte die ehemalige Bildungsministerin und CDU-Landtagsabgeordnete Eva Feußner dem „Stern“: „Wenn ihm dieses Land am Herzen liegt, muss Sven Schulze Konsequenzen ziehen und vom Parteivorsitz zurücktreten. Das geht gar nicht anders.“
Ähnlich äußert sich der Stadtratsvorsitzende von Merseburg und langjährige Kreischef des Saalekreises, Michael Hayn, gegenüber dem „Stern“:  „Der Spitzenkandidat muss für den Wahlkampf die Verantwortung übernehmen“. Das erwarte er jetzt auch von Sven Schulze. „Er tut gut daran, in die zweite Reihe zurückzutreten und dort gegebenenfalls neue Stärke zu sammeln.“

Sven Schulze am 6. August 2026

Foto: via dts Nachrichtenagentur

HEUTE18:34 Uhr

CDU-Generalsekretärin schließt nach CDU-Pleite Debatten über Merz aus

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hat bundespolitische Konsequenzen ausgeschlossen. Es beginne nun keine Diskussion über Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und die Bundesregierung, sagte Hoppermann am Sonntag in der ARD. „Die Bundesregierung und der deutsche Bundestag sind für vier Jahre gewählt“, dies habe in Sachsen-Anhalt nicht zur Debatte gestanden.
Hoppermann räumte die Niederlage der CDU ein, die nach den ersten Prognosen ihr historisch schlechtestes Ergebnis geholt hat. „Das ist eine Niederlage insgesamt für die Christdemokraten“, sagte die CDU-Generalsekretärin.
Eine Koalition mit der AfD, die mit Abstand stärkste Kraft werden wird, schloss Hoppermann kategorisch aus. „Wir arbeiten nicht mit Extremen und vor allem Dingen nicht mit Rechtsextremen zusammen.“
Aus Sicht von Kanzleramtsministerin Nina Warken (CDU) muss die Bundesregierung trotz des schlechten Wahlergebnisses an den Reformplänen festhalten. „Wir müssen den Kurs, den wir da angefangen haben, jetzt fortsetzen“, sagte Warken.
HEUTE18:30 Uhr

Erste Hochrechnung

Die erste Hochrechnung von 18:25 Uhr ergibt laut der Forschungsgruppe Medien.
  • AfD 44,1 Prozent, 41 Sitze
  • Union 18,5 Prozent, 17 Sitze
  • Linke 9,2 Prozent, 9 Sitze
  • SPD 8,8 Prozent, 8 Sitze
  • BSW 4,8 Prozent – nicht im Landtag
  • Grüne 8,7 Prozent, 8 Sitze
  • FDP 2,4 Prozent – nicht im Landtag
  • Sonstige Parteien 3,5 Prozent.
Im Landtag sind 81 Sitze zu verteilen. Bekannt ist mittlerweile, das die AfD 250.000 Menschen hinzugewinnen konnte, die aus dem Lager der Nichtwähler stammen.
HEUTE18:30 Uhr

Klüssendorf beurteilt AfD-Ergebnis als „wirklich dramatisch“

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat sich erschrocken über das starke Abschneiden der AfD gezeigt. Im ZDF sprach der SPD-Politiker von einem „wirklich dramatischen Ergebnis für die AfD“. Erleichtert zeigte er sich darüber, dass die SPD ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Landtagswahl halten konnte, auch wenn dies „jetzt kein riesiger Erfolg“ sei.
Ersten Prognosen zufolge kann die SPD mit acht bis neun Prozent rechnen. Im Magdeburger Landtag werde die SPD ihren Beitrag dazu leisten, „eine demokratische Mehrheit zu bilden gegenüber der AfD“, sagte Klüssendorf weiter. Er erwarte eine „sehr schwierige Regierungsbildung“, fügte der SPD-Politiker hinzu.
HEUTE18:30 Uhr

Grüne sind zufrieden

Die Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz hat sich nach der Wahl in Sachsen-Anhalt zufrieden zum Abschneiden ihrer Partei geäußert.
„Die Zahlen heute, die wir gerade gesehen haben, die sind natürlich für uns toll“, sagte sie am Sonntagabend im ZDF. Zugleich sei das starke Abschneiden der AfD „besorgniserregend“. Das Ergebnis ihrer Partei wertete sie als Auftrag der Zivilgesellschaft, eine Alleinregierung der AfD zu verhindern.
Ob dies gelinge, könne sie am frühen Abend zunächst noch nicht sagen. „Aber den Menschen, die Hoffnung in uns gesetzt haben, denen verspreche ich schon heute: Diese Hoffnung ist nicht umsonst“, sagte sie weiter.
HEUTE18:22 Uhr

Siegmund: „Wir haben in diesem Land Geschichte geschrieben“

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt für seine Partei als großen Erfolg gewertet und den Anspruch auf eine grundlegende Wende in dem Bundesland angemeldet. „Wir haben in diesem Land Geschichte geschrieben“, sagte Siegmund kurz nach Schließung der Wahllokale am Sonntagabend der ARD. Das Ergebnis sei „ein Zeichen, das könnte kaum deutlicher sein“.
Siegmund kündigte an, er wolle nun „allen Kräften die Hand ausstrecken, die mit uns eine grundlegende Politikwende herbeiführen wollen“. Er werde sich aber nicht „verbiegen“, um Mehrheiten zu erreichen.
Er werde sich nicht „verbiegen“, um Mehrheiten zu erreichen, sagte Siegmund weiter. „Wir werden nicht unsere Grundposition, die Deutschland gerade dahin gebracht hat, wo es ist, aufgeben für irgendwelche Machtoptionen.“ Konkret nannte er dabei die Themen Migration und Innere Sicherheit sowie „die verrückte Energiepolitik“. Das seien Themen, „die sind nicht verhandelbar“.
„Die Menschen haben ein ganz klares politisches Zeichen hier in Sachsen-Anhalt ausgesprochen“, sagte Siegmund weiter. Dies sei „auch ein Zeichen in Richtung Berlin“. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sei „ein sehr guter Wahlkämpfer“ für die AfD gewesen, spottete der Spitzenkandidat. Merz sei „jeden Tag einer zu viel im Kanzleramt“. Mit dem Wahlergebnis zeigte er sich zufrieden: „Wir haben genau das geschafft, was wir schaffen wollten.“
HEUTE18:14 Uhr

Weidel sieht Regierungsauftrag für AfD

Nach dem Wahlsieg der AfD sieht Bundesvorsitzende Alice Weidel den Regierungsauftrag bei ihrer Partei. „Das ist ein historisches Ergebnis, und es ist ein ganz klarer Regierungsauftrag“, sagte Weidel am Sonntagabend im ZDF. In welcher Form die AfD in Sachsen-Anhalt regieren werde – „durch eine Tolerierung oder durch eine Koalition, das wird sich einfach noch zeigen“, fügte sie hinzu.
„Unsere Hand ist immer ausgestreckt“, sagte Weidel in Bezug auf mögliche Regierungspartner. Der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt sei bei seiner Entscheidung „völlig unabhängig“ von der Bundespartei. „Der Landesverband hat gezeigt, dass er es kann.“
„Wir gehen hier durch die Decke, wir werden in ganz Ostdeutschland durch die Decke gehen, auch im Bund“, sagte die AfD-Chefin weiter. „Die CDU wird keine Wahl mehr gewinnen.“
Eine Neuauflage der bisher in Sachsen-Anhalt regierenden Koalition aus CDU, SPD und FDP ist mit den aktuellen Prognosen ausgeschlossen. Es war das einzige derartige Bündnis auf Landesebene.
Wahrscheinlich ist allerdings, dass die Regierung ihre Amtsgeschäfte noch eine Weile weiterführen wird, denn die Gespräche zur Bildung einer neuen Koalition dürften schwierig werden.
HEUTE18:02 Uhr

Die erste Prognose von 18:00 Uhr

Die erste Prognose der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist da: Die AfD liegt bei 44 Prozent, die Union bei 18,5 Es zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab – um 16:00 Uhr lag sie bei 65,3 Prozent. Das waren bereits mehr Bürger, als 2021 insgesamt gewählt hatten. Das ZDF rechnet mit einer Wahlbeteiligung von über 70 Prozent.
Die 18-Uhr-Prognose von ZDF ergibt für die Parteien (ohne Briefwahl):
  • AfD 44,0 Prozent. (+23,2)
  • Union 18,5 Prozent (-18,6)
  • Linke 9 Prozent (-2,0)
  • SPD 9 Prozent (+0,6)
  • BSW 4,8 Prozent (+4,8)
  • Grüne 8,5 Prozent (+2,6)
  • FDP 2,5 Prozent (-3,9)
  • Sonstige Parteien 3,7 Prozent (-6,7)
Den Prognosen zufolge erhält die AfD 39 bis 41 Sitze im Landtag (2021: 23), die CDU 16 bis 17 (40). Die Linke kommt auf 8 bis 9 Mandate (12), die SPD auf 7 bis 8 (9) und die Grünen auf 8 (6). Das BSW erhält laut ARD-Prognose 5 Mandate.
Die Wahlbeteiligung erreichte laut ZDF mit 80,0 Prozent einen historischen Höchststand in dem ostdeutschen Bundesland. Die bisherige Höchstmarke lag bei 71,1 Prozent im Jahr 1998. Bei der letzten Wahl am 6. Juni 2021 hatten 60,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.
 
HEUTE17:39 Uhr

Medieninteresse an zentraler Wahlveranstaltung ist riesig

Die zentrale Wahlveranstaltung des Landtags findet in der Messe Magdeburg statt. In einer Halle treffen sich die Fraktionen und Parteien, in einer anderen die Medien. Viele Politiker sind bereits vor Ort. 500 Medienvertreter sind akkreditiert, Journalisten haben keinen Zutritt zur Halle der Fraktionen. Im Zwischenbereich sind Interviews und Gespräche möglich.
HEUTE16:30 Uhr

Linke Demonstranten versammeln sich am Magdeburger Hauptbahnhof

Am Hauptbahnhof in Magdeburg versammeln sich die ersten linken Demonstranten. Sie hielten unter anderem Banner mit der Aufschrift „Sozialismus oder Barbarei“ oder „Faschismus bekämpfen“ hoch.
Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Demonstration ist Medienberichten zufolge nicht angemeldet.
Auf dem Domplatz versammelte sich die DGB-Jugend sowie Greenpeace; eine riesige Regenbogenfahne wurde ausgebreitet. Die Polizei sichert die Veranstaltung ab. 
Die Polizei meldet auf X: „Im Stadtgebiet von Magdeburg finden derzeit 4 Versammlungen im Zusammenhang mit der Landtagswahl statt, welche von unseren Einsatzkräften begleitet werden. Es kann zu Verkehrsbehinderungen kommen.
HEUTE16:26 Uhr

Wahlbeteiligung bisher bei über 65 Prozent

Es zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Um 16:00 Uhr am Sonntag lag sie bei 65,3 Prozent, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte.
Zum gleichen Zeitpunkt lag sie 2021 bei 41,0 Prozent, am Ende waren es 60,3 Prozent.
HEUTE15:17 Uhr

Polizei ist mit allen Kräften im Einsatz

Die Polizei in Sachsen-Anhalt ist mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz. Es wurde Unterstützung aus anderen Bundesländern angefordert – Einheiten aus Hamburg, Schleswig-Holstein, dem Saarland, Hessen, Bayern und Thüringen sind vor Ort.
Zum einen ist die Polizei laut Innenministerium flächendeckend präsent, um die per Grundgesetz garantierte freie und unbeeinflusste Ausübung des Wahlrechts zu garantieren. Zudem waren für den Sonntag mehrere Demonstrationen angemeldet, ab dem Nachmittag in Magdeburg beispielsweise auf dem Domplatz unter dem Motto „Sachsen-Anhalt juckt mich! Sachsen-Anhalt bleibt weltoffen!“.
Auch müssen Wahlpartys der Parteien sowie die zentrale Veranstaltung des Landtags in den Magdeburger Messehallen abgesichert werden. Für die Berichterstattung sind mehrere Hundert Medienvertreter angemeldet.
Die Polizei teilte auf X mit: „Der Wahlsonntag verläuft im Zuständigkeitsbereich der PI Magdeburg bislang ruhig. Uns liegen keine Erkenntnisse zu Störungen des Wahlgeschehens vor.

Die Polizei sichert den Landtag von Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 in Magdeburg, Deutschland.

Foto: Omer Messinger/Getty Images

HEUTE14:46 Uhr

Wahlbeteiligung um 14:00 Uhr doppelt so hoch wie 2021

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Um 14:00 Uhr am Sonntag lag sie bei 54,4 Prozent, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte.
Das war ein doppelt so hoher Wert wie bei der letzten Landtagswahl am 6. Juni 2021, als um 14:00 Uhr 27,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten.
Die Zahl beruht auf stichprobenartigen Rückmeldungen aus den repräsentativen Urnenwahlbezirken, wie die Landeswahlleiterin erklärte. Die Briefwahl ist nicht eingerechnet.
HEUTE13:52 Uhr

SPD-Kandidat wählte im Harz

SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann wählte im Harz. „Möge die Sonne auch die nächsten Jahre über Sachsen-Anhalt scheinen“, sagte der Politiker dpa anschließend. Eine Alleinregierung der AfD wäre „ein schwerer Schaden fürs Land“.
HEUTE12:25 Uhr

Deutlich höhere Wahlbeteiligung

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich zum Mittag eine deutlich höhere Wahlbeteiligung ab. Bis 12:00 Uhr am Sonntag hatten 34,72 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte. Zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2021, bei der letzten Landtagswahl, waren es nur 22,4 Prozent.
Erste Prognosen werden mit der Schließung der Wahllokale um 18:00 Uhr erwartet. Die Abstimmung in Sachsen-Anhalt könnte Signalwirkung für die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern in zwei Wochen und auch für die Bundespolitik haben.
HEUTE12:12 Uhr

Vorwahl-Daten

Die AfD wird in Wahlumfragen vor der Wahl bei bis zu 41 Prozent gesehen, das könnte im Landtag bis zu 45 Prozent der Sitze ausmachen. Laut dem ZDF-Politbarometer vom 4. September 2026 tendieren die Wähler zu: 
  • AfD 41 Prozent, 
  • Union 23 Prozent, 
  • Linke 11,5 Prozent. 
  • SPD 8,5 Prozent, 
  • BSW 4 Prozent, 
  • Grüne 6 Prozent,
  • FDP 3 Prozent,
  • Sonstige Parteien 3 Prozent.

Daten des ZDF-Politbarometer vom 4. September 2026 – zwei Tage vor der Wahl.

Foto: Epoch Times

Mögliche Sitzverteilung im Magdeburger Landtag lt. den Daten vom 3. September 2026.

Foto: Epoch Times

HEUTE11:15 Uhr

Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Schulze hat gewählt

Nach AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat auch Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) seine Stimme zur Landtagswahl abgegeben. Er machte sein Kreuz am Sonntagvormittag in einem Wahllokal beim AWO-Landesverband Sachsen-Anhalt.
Schulze verwies vor seiner Stimmabgabe darauf, dass eine hohe Wahlbeteiligung zu erwarten sei. Das habe die Briefwahl schon gezeigt. „Sachsen-Anhalt hat viele Aufgaben zu lösen in den nächsten Wochen“, so Schulze.
„Heute schaut jeder auf Sachsen-Anhalt, aber morgen wird nicht jeder auf Sachsen-Anhalt warten.“ Deswegen sei es ein wichtiger Tag für das ganze Bundesland, für Deutschland, und auch für Europa.
HEUTE11:00 Uhr

AfD-Spitzenkandidat Siegmund gibt Stimme in Tangermünde ab

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat am Sonntagmorgen der Spitzenkandidat der AfD, Ulrich Siegmund, seine Stimme abgegeben. Der 35-Jährige und seine Ehefrau Julia fuhren auf einer Simson vor einem Wahllokal in seiner Heimatstadt Tangermünde vor.
Die AfD liegt in den Umfragen weit vor der regierenden CDU von Ministerpräsident Sven Schulze. Siegmund hat als Wahlziel „45 Prozent plus X“ ausgerufen.
HEUTE8:00 Uhr

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Wahllokale geöffnet

In Sachsen-Anhalt haben die Wahllokale für die Landtagswahl geöffnet. Seit 8.00 Uhr können die Menschen ihre Stimme abgeben. Die Wahllokale sind bis 18:00 Uhr geöffnet. Anschließend beginnt die Auszählung. Die Landeswahlleiterin rechnet mit einem vorläufigen Endergebnis am frühen Montagmorgen.
Die erste Sitzung des neuen Landtags von Sachsen-Anhalt muss spätestens am 30. Tag nach der Wahl stattfinden, das ist der 6. Oktober. Dann enden auch die Amtszeiten der Minister und des Regierungschefs.
Sie sind laut Verfassung verpflichtet, die Geschäfte weiterzuführen, bis ihre Nachfolger übernehmen. Es gibt keine Frist, bis wann ein neuer Regierungschef gewählt sein muss, aber Fristen für mögliche weitere Wahlgänge, sollten der erste und weitere scheitern.
HEUTE7:42 Uhr

Merz: „Wohlstand für alle Generationen“

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) äußerte sich am 5. September zur Landtagswahl und zeigte sich dabei auch selbstkritisch. „Ich gebe zu, angesichts der Umfrageergebnisse und der zu befürchtenden Wahlergebnisse hat das, was wir bisher getan haben, nicht ausgereicht“, sagte er bei einer Wahlkampfveranstaltung zur nächste Woche anstehenden niedersächsischen Kommunalwahl in Langenhagen bei Hannover. Mit Blick auf die AfD sagte er: „Wir müssen die Auseinandersetzung mit dieser Partei besser führen.“
Er kündigte eine grundsätzliche Diskussion in der CDU nach der Landtagswahl an über „die Erzählung, das große Design, das Narrativ“ für Deutschland. Als Beispiel nannte er das Buch „Wohlstand für alle“ des ehemaligen Wirtschaftsministers und Kanzlers Ludwig Erhard von 1957. Erhard habe damit „die Erzählung gesetzt“, die das sogenannte Wirtschaftswunder ausgelöst habe.
Merz schlug in Anlehnung daran den Satz „Wohlstand für alle Generationen“ vor. Es gehe darum, auch der nächsten und übernächsten Generation die Chance zu geben, „in Freiheit, Frieden, Wohlstand und mit einem hohen Maß an sozialer Gerechtigkeit zu leben“, sagte er.
HEUTE7:19 Uhr

Welche Koalitionen sind denn denkbar?

Sollte die AfD keine absolute Mehrheit erreichen, wäre sie auf Bündnispartner angewiesen, um an die Regierung zu kommen. Allerdings will keine der anderen Parteien mit ihr koalieren. Siegmund wiederum hat zuletzt bekräftigt, dass er sich nur zur Wahl als Regierungschef stellt, wenn seine Partei die absolute Mehrheit holt und alleine regieren kann.
Wenn die AfD dieses Ziel verpasst, könnte eine CDU-geführte Minderheitsregierung ins Spiel kommen. Diese könnte allerdings auf Stimmen der Linken angewiesen sein – ähnlich wie in Sachsen und Thüringen.
Das Problem: Die CDU lehnt für sich in einem Parteitagsbeschluss eine Koalition und „ähnliche Formen der Zusammenarbeit“ mit den Linken ebenso ab wie mit der AfD. Ministerpräsident Sven Schulze’s (CDU) Wunschszenario einer Mehrheit für die sogenannten Parteien der Mitte – etwa für CDU, SPD und Grüne – erscheint angesichts der Umfragen sehr unwahrscheinlich.

Wahlplakate zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, September 2026.

Foto: John MacDougall/AFP via Getty Images

GESTERN17:52 Uhr

15.000 Teilnehmer bei Demokratiefestival

Am Samstag haben sich in Magdeburg mehrere tausend Menschen zu einem Demokratiefestival des Bündnisses Sachsen-Anhalt weltoffen versammelt. Sie zogen vom Hauptbahnhof zum Domplatz.
Die Polizei war wegen insgesamt acht Versammlungen im Großeinsatz. Auf dem Domplatz versammelten sich nach Angaben eines Polizeisprechers rund 8000 Menschen. Der Veranstalter teilte mit, mehr als 15.000 Menschen seien dem Aufruf gefolgt.
GESTERN8:47 Uhr

Siegmund lässt Ministerpräsidenten-Wahl offen

Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lässt offen, ob er sich im Fall einer absoluten Mehrheit zum Ministerpräsidenten wählen lassen will.
Auf die Frage, ob er bei einer Ein-Stimmen-Mehrheit im Landtag das Ministerpräsidentenamt anstrebe, sagte Siegmund der „BILD“: „Das werden wir am Montag entscheiden. Gucken wir mal, wie es ausgeht.“
Siegmund sagte, es gehe ihm um eine „stabile Mehrheit“ im Landtag. „Was mache ich, wenn mal ein oder zwei oder drei Abgeordnete im Krankenhaus sind? Soll ich die dann mit der Trage in den Landtag reintragen zum Abstimmen?“, sagte Siegmund. Es dürfe nicht so sein, dass der „Fortschritt des Landes gelähmt“ sei, „weil ein oder zwei Abgeordnete gesundheitsbedingt ausfallen“.
GESTERN7:48 Uhr

Tausende zu Kundgebungen vor Wahl in Sachsen-Anhalt erwartet

Am Wahlwochenende in Sachsen-Anhalt werden mehrere tausend Menschen zu Demonstrationen erwartet. Neben einem Dutzend Veranstaltungen in Magdeburg und Kundgebungen für Demokratie in Halle findet die größte Demo mit rund 8.000 Teilnehmern auf dem Magdeburger Domplatz statt, organisiert von Gewerkschaften und Zivilgesellschaft. Zeitgleich hält die in Umfragen führende AfD dort ihren Wahlkampfabschluss ab.

Am 5. September 2026, einen Tag vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, versammeln sich Menschen bei einem Festival der Demokratie in Magdeburg, um für eine offene, auf Solidarität basierende Gesellschaft zu demonstrieren.

Foto: John MacDougall/AFP via Getty Images

4. Sep.18:36 Uhr

Bei Wahlsieg: CDU-Politiker sieht Auftrag für Regierungsbildung bei AfD

Ein möglicher Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt sorgt in der Bundes-CDU für Diskussionen. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Sepp Müller (CDU), sah die Verantwortung für eine Regierungsbildung nach den bisherigen Umfragen bei der AfD.
Müller widersprach zudem Berichten, wonach einige CDU-Landtagsabgeordnete bereit sein könnten, den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten zu wählen. „Also ich glaube, das ist eher eine Ente“, sagte er. Die CDU-Abgeordneten würden den aktuellen Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) unterstützen.
4. Sep.17:40 Uhr

Wagenknecht sieht Manöver vor Wahl in Sachsen-Anhalt

Nach dem Austritt mehrerer Landtagsabgeordneter in Thüringen sieht BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht ein bewusstes Manöver, um ihrer Partei vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt zu schaden.
Zehn Abgeordnete der BSW-Landtagsfraktion um die bisherige Landeschefin Katja Wolf hatten am Freitag ihren Parteiaustritt erklärt und dies vor allem mit der Einmischung der Parteispitze im Wagenknecht und deren fehlender Distanz zur AfD begründet. Zuvor waren bereits drei andere BSW-Landtagsabgeordnete aus Partei und Fraktion sowie ein weiterer Abgeordneter aus der Partei ausgetreten.
 
Mit Material von Nachrichtenagenturen
Categories
deutschland ticker

Polizei sucht Strom-Attentäter am Hambacher Forst

Nach Sabotageakten an mehreren Umspannwerken in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen sucht die Polizei mit Hochdruck nach dem 48-jährigen Tatverdächtigen.
Am Sonntagnachmittag, 6. September, starteten die Behörden einen Großeinsatz am Hambacher Forst bei Kerpen. Es seien Hinweise bei der Polizei eingegangen, dass sich der Täter, der zuvor bereits Bekennerschreiben an mehrere Medien übermittelt hatte, in diesem Gebiet befinde. An dem Großeinsatz sollen bis zu 100 Polizeifahrzeuge beteiligt sein.
Am selben Tag hat die Polizei Köln Fotos von Daniel V. veröffentlicht, die sein schnelleres Ergreifen ermöglichen sollen. Sie bittet die Bevölkerung um weitere Hinweise zum Tatverdächtigen.
Bereits am Freitag durchsuchten Beamte die Wohnung des 48-Jährigen in Gevelsberg (NRW). Dort haben sie Sprengstoff gefunden. Kurze Zeit später stürmten Einsatzkräfte am Nachmittag im rund 100 Kilometer entfernten Niederzier in einem Wald einen zu einem Wohnmobil umgebauten Laster, der dem mutmaßlichen Täter gehören soll.
Nach einem neuen Hinweis könnte Daniel V. nun mit einem schwarzen Fahrrad der Marke Trenoli in der Region unterwegs sein. Es soll eine Rahmenhöhe von 56 Zentimetern haben. Es handele sich um das Modell „Tazio Sportivo M“.
Die Suche nach dem Tatverdächtigen ist trotz des Großeinsatzes am Hambacher Forst bisher erfolglos geblieben. Die Suche wurde gegen 19 Uhr beendet, wie ein Sprecher der Kölner Polizei der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Es seien keine Hinweise gefunden worden. Nach Beobachtung eines dpa-Reporters waren bis zu 100 Fahrzeuge der Polizei vor Ort.

Weitere Anschläge angekündigt

Die versuchten Sabotage-Akte konzentrierten sich auf Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und zuletzt Sachsen. In allen drei Bundesländern wird noch Braunkohle abgebaut und verstromt.
In den zuvor eingegangenen Bekennerschreiben hat sich der mutmaßliche Täter zu den Anschlägen bekannt. Die Ziele waren stets Umspannwerke direkt bei den Kohlekraftwerken etwa in Jänschwalde oder Dormagen. In dem Schreiben hieß es: „Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen, das unsägliches Leid nach sich zieht.“ Seine Absicht sei es, dieses Leid abzuwenden oder zu vermindern.
In dem Schreiben teilte der mutmaßliche Täter zudem detaillierten Maßangaben mit, wie er mit Rohren, Stäben, Silvesterraketen und Zeitschaltern eine Vorrichtung gebaut haben will. Daran seien dünne Drahtseile angebracht, die so auf die Hochspannungsleitungen gelenkt worden seien. Das sollte eine Verbindung zur Erde und somit sogenannte Erdschlüsse erzeugen. Das sollte weitläufige Stromausfälle verursachen, wozu es jedoch nicht kam.
Ebenso erwähnte der Verfasser des Schreibens, dass die Medien die Dringlichkeit der Situation nicht vermitteln würden und der Staat nicht eingreife, um dieses Leid abzuwenden. Daher „muss ich das jetzt machen“, hieß es weiter.
(Mit Materialien der Agenturen)
Gleichzeitig war in dem Schreiben die Rede von weiteren Taten: „Wenn hier Recht und Ordnung herrschten, dann müsste ich das Gesetz nicht brechen und einen Haufen Leid in Kauf nehmen, das ich wegen des Stromausfalles und allen Stromausfällen, die da noch kommen müssen, zu verantworten habe.“

Hambacher Forst Symbol für Kampf um Energiewende

Der Hambacher Forst ist ein Waldgebiet zwischen Köln und Aachen, das zum bundesweiten Symbol für den Kampf um die Energiewende und gegen die Braunkohle-Verstromung wurde. Der Wald liegt am Rand des Braunkohletagebaus Hambach und sollte ursprünglich dem fortschreitenden Tagebau weichen.
Seit 2012 errichteten Umweltschützer und Aktivisten unter dem Motto „Hambi bleibt“ Baumhäuser im Wald, um die Rodung für die klimaschädliche Braunkohle-Verstromung zu verhindern und ihn vor dem anrückenden Braunkohletagebau zu schützen. Laut der Kölner Polizei gibt es auch heute noch Baumhäuser, die auch Teil der Durchsuchung sind. Ob noch welche bewohnt sind, ist bisher nicht bekannt.
Im Herbst 2018 ließ die CDU-geführte Landesregierung den Hambacher Forst in einem der größten Polizeieinsätze der Geschichte Nordrhein-Westfalens mit Verweis auf den Brandschutz räumen.
Nach langem Rechtsstreit kam die endgültige Rettung des Waldes durch die politische Einigung: Im Kohle-Kompromiss zwischen Bund, Ländern und Energiekonzernen wurde Anfang 2020 entschieden, dass der Hambacher Forst erhalten bleiben soll. Die Abbruchkante des Tagebaus endet seitdem kurz vor dem Waldsaum. Im Juni 2026 wurde eine weitere wichtige Entscheidung getroffen: Der Hambacher Forst soll Urwald werden und wird dauerhaft unter Schutz gestellt.
Categories
deutschland ticker

Nach Bruch mit Bundespartei: Frühere Thüringer BSW-Spitzen gründen neue Partei

Nach dem Bruch mit Parteigründerin Sahra Wagenknecht haben mehrere frühere Spitzenkräfte des Thüringer BSW im Schatten der Landtagswahl im Nachbarland Sachsen-Anhalt eine neue Partei gegründet.
Zur Vorsitzenden wurde am Sonntag in Erfurt die ehemalige BSW-Landesvorsitzende und Thüringer Landesfinanzministerin Katja Wolf gewählt, wie ein Sprecher mitteilte. Die Partei nennt sich demnach Thüringen.Gerecht.
Führend mit dabei in der neuen Partei sind demnach auch die früheren Thüringer BSW-Spitzenvertreter Steffen Schütz sowie Steffi Eschrich. Schütz war neben Wolf Ko-Landeschef des BSW und ist Infrastruktur- und Digitalminister im Kabinett. Eschrich war BSW-Landesgeschäftsführerin.
In der zurückliegenden Woche war ein offener Grundsatzstreit zwischen der BSW-Bundesspitze um Wagenknecht und den Thüringer BSW um dessen Regierungsbeteiligung im Freistaat endgültig eskaliert. Bis auf zwei BSW-Abgeordnete traten alle Abgeordneten aus der Partei und teils auch aus der Fraktion aus.
Das BSW stellt in Thüringen gemeinsam mit CDU und SPD die Regierung und ist Teil einer Dreierkoalition unter Ministerpräsident Mario Voigt (CDU). Der Zerfall des BSW und seiner bisherigen Landtagsfraktion setzt das Bündnis daher unter Druck.
Es hat schon jetzt keine absolute Mehrheit im Landtag. Bei Beschlüssen etwa zum Landeshaushalt arbeitet die Koalition mit der Linkspartei zusammen. Stärkste Landtagsfraktion ist die vom Landesverfassungsschutz als rechtsextrem eingestufte AfD.
Voigt und Wolf sowie SPD-Landeschef Georg Maier bekräftigten am Freitag die Stabilität der aktuellen Koalition und ihren Willen zur weiteren Zusammenarbeit. Wolf betonte, sie und ihre Mitstreiter fühlten sich auch nach dem Austritt aus dem BSW der Koalitionsvereinbarung mit CDU und SPD „verpflichtet“.
„Wir haben versprochen, für Stabilität und Verlässlichkeit in Thüringen zu sorgen. Jetzt laden wir alle Menschen ein, dieses Versprechen gemeinsam mit uns in die Tat umzusetzen“, erklärte Wolf am Sonntag. Der Gründungsvorstand werde so schnell wie möglich einen Gründungsparteitag einberufen, ergänzte die frisch gewählte Vorsitzende der neuen Partei.
Die Gründungsmitglieder beschlossen demnach auch ein Gründungsprogramm mit sechs Kernthemen, die Thüringen.Gerecht künftig in den Mittelpunkt stellen will. Die neue Partei stehe für „gerecht bezahlte Arbeit, die Anerkennung ostdeutscher Lebensleistungen, industrielle Wertschöpfung und Innovation, eine intakte Umwelt, bezahlbare Energie, nachhaltige Investitionen und echte Bürgerbeteiligung“, hieß es in einer Mitteilung.
Den Bruch mit dem BSW begründeten Wolf und die übrigen früheren Spitzenpolitiker des Thüringer BSW-Landesverband am Freitag mit der Einmischung der Bundespartei um Gründerin Wagenknecht und deren fehlender Distanz zur AfD. Die BSW-Bundesführung hatte den Landesverband und seine Abgeordneten im Landtag zuletzt offen zu einem Koalitionsbruch gedrängt.
Nach dem Willen der BSW-Bundesspitze sollte CDU-Regierungschef Voigt gestürzt und durch einen „überparteilichen Ministerpräsidenten“ ersetzt werden, der mit wechselnden Landtagsmehrheiten auch unter Einbeziehung der AfD regiert. Ein solches Modell favorisiert das BSW auch für andere ostdeutsche Länder, brachte es etwa schon für Sachsen-Anhalt ins Spiel.
Die bisherige BSW-Landtagsfraktion besteht trotz der Parteiaustritte der allermeisten Mitglieder rechtlich bislang noch fort, wie Wolf und Fraktionschefin Hupach am Freitag betonten.
Die BSW-Fraktion kommt am Mittwoch für Beratungen zusammen und könnte dann auch Beschlüsse fassen. Parlamentsabgeordnete können grundsätzlich Parteien wechseln und sich anderen Fraktionen anschließen, ohne das sie ihr Mandat zu verlieren.(afp/red)
Categories
deutschland ticker

TICKER Landtagswahl | Rufe nach Schulze-Rücktritt nach Wahldesaster | Zwischenergebnisse: AfD bei über 47 Prozent, BSW im Landtag

Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit großem Abstand vor der CDU gewonnen: Die AfD kommt auf über 44 Prozent der Stimmen, die CDU erreichte mit unter 20 Prozent Platz 2. In einigen wenigen Wahlkreisen liegt die AfD über der 50-Pr0zent-Marke.
Der 20-Uhr-Hochrechnung zufolge erhält die AfD im Landtag mit 83 Sitzen voraussichtlich 41 (49 Prozent), die CDU 16 oder 17 (20 Prozent). Das BSW erhält laut ARD-Prognose 5 Mandate. Ob das BSW in den Landtag kommt, ist ungewiss.
 
HEUTE20:48 Uhr

CDU-Politiker Müller sieht Auftrag für Regierungsbildung in Magdeburg bei AfD

Unions-Fraktionsvize Sepp Müller sieht den Auftrag zur Regierungsbildung bei der AfD. „Wir haben keinen Regierungsbildungsauftrag, der liegt jetzt bei der AfD“, sagte Müller am Sonntagabend im ZDF. Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) bleibe zunächst geschäftsführend im Amt.
Der Fraktionsvize bezeichnete das Abschneiden seiner Partei als „historische Niederlage“ und sprach von einem „schwarzen Tag“ für die CDU. Für seine Partei könne es nun „kein Weiter-so geben“, sagte Müller, der zugleich Vorsitzender der CDU-Landesgruppe Sachsen-Anhalt im Bundestag ist.
Der Vorsitzende des CDU-Arbeitnehmerflügels, Dennis Radtke, forderte Bundeskanzler Friedrich Merz zu einem Kurswechsel auf.
Das Wahlergebnis sei „eine Zäsur für die CDU und die politische Mitte in unserem Land“, sagte Radtke. Es gehe nun darum, Wachstum und Arbeitsplätze zu sichern, kleine und mittlere Einkommen zu entlasten, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen und dafür zu sorgen, „dass der Staat seine Aufgaben vernünftig erledigt“.
HEUTE20:39 Uhr

Zwischenergebnisse: AfD bei über 47 Prozent, BSW im Landtag

Nach Auszählungen von 1.703 von 2.660 Wahlbezirken liegt um 20:20 Uhr laut der Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt folgendes Zwischenergebnis vor:
  • AfD 47,2 Prozent
  • Union 16,1 Prozent
  • Linke 8,1 Prozent
  • SPD 8,5 Prozent
  • BSW 5,1 Prozent
  • Grüne 8,4 Prozent
  • FDP 2,5 Prozent
  • Sonstige Parteien 4,3 Prozent.

Quelle: https://wahlergebnisse.sachsen-anhalt.de/wahlen/lt26/erg_land.html

 
HEUTE20:29 Uhr

BSW in ARD-Hochrechnung jetzt bei 5,1 Prozent

Es deutet sich nun ein möglicher Einzug des BSW in den Landtag an. In der Hochrechnung von Infratest für die ARD von 20:27 Uhr kommt das BSW jetzt auf 5,1 Prozent. Beim ZDF steht die Partei weiter bei 4,8 Prozent (Stand 19:54 Uhr).
Die AfD kommt laut den jüngsten Hochrechnungen auf 44,3 Prozent, die CDU auf 18,2 Prozent, die Linke auf 9,1 Prozent, die SPD auf 8,8 Prozent, die Grünen auf 8,5 Prozent. Die FDP fliegt mit 2,4 Prozent aus dem Landtag, die Sonstigen kommen auf 3,9 Prozent.
HEUTE20:28 Uhr

Lydia Hüskens kündigt Rücktritt von FDP-Landesvorsitz an

Sachsen-Anhalts FDP-Landesvorsitzende Lydia Hüskens hat ihren Rücktritt angekündigt. „Wir müssen jetzt morgen einfach schlicht darüber reden, wie wir es machen, ob wir es mit sofortiger Wirkung machen oder den Landesparteitag im April nehmen dafür, um da den Wechsel zu machen“, sagte sie dpa.
FDP-Chef Wolfgang Kubicki wertete das Ausscheiden seiner Partei als persönliche Niederlage. Die Freien Demokraten regieren in Sachsen-Anhalt bislang in einer Dreierkoalition mit CDU und SPD. Sie verlören Regierungsverantwortung und hätten eine weitere Wahl in diesem Jahr verloren, sagte Kubicki.
Die Wahlschlappe in Sachsen-Anhalt werde die FDP jedoch nicht auf ihrem Weg abhalten, die Partei „wieder zu einem bedeutenden politischen Faktor zu machen“, sagte Kubicki.
HEUTE20:19 Uhr

Rufe nach Schulze-Rücktritt nach Wahldesaster

Nach der heftigen Niederlage der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt werden Rufe nach einem Rückzug von Ministerpräsident und Landeschef Sven Schulze laut. Die Junge Union forderte den gesamten Landesvorstand zum Rücktritt auf. Den Regierungsauftrag sieht der Parteinachwuchs bei der AfD.
CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann räumte unterdessen ein, dass es eine „Niederlage insgesamt für die Christdemokraten“ sei. Bundespolitische Konsequenzen soll es aber nicht geben.
CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann sieht im deutlichen AfD-Sieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ebenfalls keinen Grund, vom Reformkurs der Koalition abzuweichen.
„Dieses schwierige Wahlergebnis ändert nichts am Reformbedarf unseres Landes“, sagte Hoffmann der „Rheinischen Post“. Zugleich nannte er den Wahlausgang einen „ganz bitteren Wahlabend für die CDU in Sachsen-Anhalt“, der auch Berlin beschäftigen müsse.
HEUTE20:10 Uhr

Wenig Veränderung bei neuer Hochrechnung

Die neue Hochrechnung 19:54 ergibt laut der Forschungsgruppe Wahlen: 
  • AfD 44,4 Prozent
  • Union 18,3 Prozent
  • Linke 9,2 Prozent
  • SPD 8,6 Prozent
  • BSW 4,8 Prozent 
  • Grüne 8,4 Prozent
  • FDP 2,4 Prozent
  • Sonstige Parteien 3,9 Prozent.
 
HEUTE20:00 Uhr

Zentralrat der Juden schockiert über AfD-Ergebnis in Sachsen-Anhalt

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, zeigte sich schockiert: „Ich bin von diesem Wahlergebnis persönlich entsetzt“, sagte Schuster am Sonntagabend der Zeitung „Welt“.
Die AfD sei in dem Bundesland „eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei“ und es sei „klar ersichtlich, welche Ziele die AfD verfolgt. Wer sie heute gewählt hat – trotz oder wegen dieser Ziele – trägt die Verantwortung für dieses Ergebnis.“
HEUTE19:33 Uhr

Siegmund lehnt AfD-geführte Minderheitsregierung in Sachsen-Anhalt ab

Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lehnt eine Minderheitsregierung unter Führung seiner Partei ab, falls diese nicht die absolute Mehrheit der Mandate gewinnt. Nach dem Wahlsieg werde es „keine Konstellationen geben mit Minderheitsregierung oder sowas“, sagte Siegmund am Sonntagabend im ZDF.
Prinzipiell wäre die AfD zwar offen für eine Koalition mit einer Partei, die einen neuen Kurs in der Migrations- und Energiepolitik umsetzen wolle, einen derartigen Partner sehe er aber derzeit nicht.
HEUTE19:27 Uhr

Hochrechnung 19:26 Uhr

Die neue Hochrechnung 19:26 ergibt laut ZDF Medien:
  • AfD 44,4 Prozent, 41 Sitze
  • Union 18,2 Prozent, 17 Sitze
  • Linke 9,2 Prozent, 9 Sitze
  • SPD 8,6 Prozent, 8 Sitze
  • BSW 4,8 Prozent,
  • Grüne 8,7 Prozent, 8 Sitze
  • FDP 2,4 Prozent,
  • Sonstige Parteien 3,7 Prozent.
 
HEUTE19:10 Uhr

BSW-Spitzenkandidatin Wittig offen für Kooperation bei Sachfragen mit AfD

BSW-Spitzenkandidatin Claudia Wittig hat sich offen für eine Zusammenarbeit in Sachfragen mit der AfD gezeigt. „Wir werden immer in der Sache entscheiden“, sagte Wittig am Sonntagabend in der ARD. Da gebe es Themen wie die Energiepreispolitik, „das kann man mit der AfD zusammen machen“, bei anderen Themen gebe es „vielleicht nicht so große Schnittmengen“.
Mit Blick auf die Führung der neuen Landesregierung sprach sich Wittig weder für AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund noch für CDU-Amtsinhaber Sven Schulze aus. „Wir möchten einen überparteilichen Ministerpräsidenten“, sagte sie stattdessen.
Wittig sagte allerdings auch, es wäre angesichts des Wahlerfolgs der AfD aus ihrer Sicht „völlig undemokratisch, sie nicht in irgendeiner Weise an der Regierung zu beteiligen“.
 
HEUTE19:03 Uhr

Hochrechnung 19 Uhr

Die aktuelle Hochrechnung 19:00 ergibt laut ZDF Medien. Im Landtag sind 83 Sitze zu verteilen, 42 bedeuten die Mehrheit.
  • AfD 44,3 Prozent, 41 Sitze
  • Union 18,3 Prozent, 17 Sitze
  • Linke 9,2 Prozent, 9 Sitze
  • SPD 8,7 Prozent, 8 Sitze
  • BSW 4,8 Prozent,
  • Grüne 8,7 Prozent, 8 Sitze
  • FDP 2,4 Prozent,
  • Sonstige Parteien 3,6 Prozent.
 
HEUTE19:01 Uhr

CDU gegen Zusammenarbeit mit Linken

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hat eine Zusammenarbeit mit der Linken in Sachsen-Anhalt nach Schließung der Wahllokale erneut abgelehnt. Bei ihrem Unvereinbarkeitsbeschluss gehe es der CDU nicht um „Arithmetik oder Rechengrößen, sondern um wirklich fundamentale inhaltliche Fragen“, sagte sie am Sonntagabend im ZDF.
„Wie sollen wir mit einer Partei ernsthafte Gespräche führen, die ein schweres Antisemitismus-Problem hat, die ein ganz anderes Gesellschaftsmodell will als wir und die uns vorwirft, faschistische Politik zu machen?“, fragte Hoppermann. „Unsere Linien sind da klar: Es wird da keine Zusammenarbeit mit Linksextremen und Rechtsextremen geben.“
HEUTE19:00 Uhr

SPD: Kein Rücktritt von Klingbeil und Bas

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf will nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt keine Debatte über die SPD-Spitze. Die Frage, ob Lars Klingbeil und Bärbel Bas die Parteiführung abgeben sollten, „das ist wirklich gar keine Frage, die ich mir jetzt gerade stelle“, betonte Klüssendorf im Willy-Brandt-Haus.
Das Wahlergebnis der AfD bedeute eine Zäsur. Das Ergebnis der SPD werte er als „wichtiges Zeichen der Stabilität“.
SPD-Chef Lars Klingbeil sieht im Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt „auch ein Signal an Berlin“. Im ZDF deutete Klingbeil Konsequenzen für den Kurs der Bundesregierung an: „Das ist ein Grund auch nachzudenken über Politik hier in Berlin, über den Reformkurs der Bundesregierung. Und seien Sie sich sicher, das werden wir auch tun.“ Details zu möglichen Kurskorrekturen nannte Klingbeil nicht.
HEUTE18:47 Uhr

Übersicht zu den Wahlergebnissen

Auf der Webseite der Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt sind ab jetzt die Auszählungsstände der Landtagswahl freigeschaltet.
Die Ergebnisse der 41 Wahlkreise können hier verfolgt werden: Wahlergebnisse.
HEUTE18:41 Uhr

Linke: „Schwarzer Tag für Sachsen-Anhalt“

Die Linke in Sachsen-Anhalt hat sich entsetzt über das starke Abschneiden der AfD gezeigt. Dies sei „ein schwarzer Tag für Sachsen Anhalt“, sagte die Linken-Spitzenkandidatin Eva von Angern am Sonntagabend in der ARD. Sie zeigte sich bereit, auch eine CDU-geführte Regierung zu unterstützen. Allen sei „bewusst, dass wir vor einer großen Aufgabe stehen“, sagte von Angern. Die Linke wolle „diese Demokratie verteidigen, weil sie schützt eben Minderheiten“.
Linken-Chefin Ines Schwerdtner hat die CDU aufgefordert, Konsequenzen aus dem schlechten Abschneiden in Sachsen-Anhalt zu ziehen. „Die Politik der Bundesregierung macht den Menschen Angst“, sagte Schwerdtner am Sonntag im ZDF.
„Die Menschen verlieren ihre Arbeitsplätze, können sich ihr Leben nicht mehr leisten – und die CDU wurde dafür ja auch heute abgestraft.“ Es liege nun bei der CDU zu sagen, „wer übernimmt jetzt hier Verantwortung“.
Schwerdtner nannte zudem klare Bedingungen für eine mögliche Tolerierung einer CDU-geführten Regierung in Sachsen-Anhalt. „Es muss ganz klar sein, dass es keine wechselnden Mehrheiten mit der AfD gibt. Das ist ganz eindeutig für uns.“
HEUTE18:37 Uhr

Schulze gratuliert AfD zum Wahlsieg – Rücktritt gefordert

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze hat in einer ersten Reaktion nach der klaren Niederlage seiner Partei der AfD zu ihrem klaren Wahlsieg gratuliert. „Die AfD ist jetzt stärkste Kraft im Landtag von Sachsen-Anhalt. Wir werden auch als CDU mit diesem Ergebnis umgehen müssen.“ Zu möglichen persönlichen Konsequenzen äußerte sich Schulze zunächst nicht.
Erste Rücktrittsrufe kamen aber bereits. So sagte die ehemalige Bildungsministerin und CDU-Landtagsabgeordnete Eva Feußner dem „Stern“: „Wenn ihm dieses Land am Herzen liegt, muss Sven Schulze Konsequenzen ziehen und vom Parteivorsitz zurücktreten. Das geht gar nicht anders.“
Ähnlich äußert sich der Stadtratsvorsitzende von Merseburg und langjährige Kreischef des Saalekreises, Michael Hayn, gegenüber dem „Stern“:  „Der Spitzenkandidat muss für den Wahlkampf die Verantwortung übernehmen“. Das erwarte er jetzt auch von Sven Schulze. „Er tut gut daran, in die zweite Reihe zurückzutreten und dort gegebenenfalls neue Stärke zu sammeln.“

Sven Schulze am 6. August 2026

Foto: via dts Nachrichtenagentur

HEUTE18:34 Uhr

CDU-Generalsekretärin schließt nach CDU-Pleite Debatten über Merz aus

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hat bundespolitische Konsequenzen ausgeschlossen. Es beginne nun keine Diskussion über Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und die Bundesregierung, sagte Hoppermann am Sonntag in der ARD. „Die Bundesregierung und der deutsche Bundestag sind für vier Jahre gewählt“, dies habe in Sachsen-Anhalt nicht zur Debatte gestanden.
Hoppermann räumte die Niederlage der CDU ein, die nach den ersten Prognosen ihr historisch schlechtestes Ergebnis geholt hat. „Das ist eine Niederlage insgesamt für die Christdemokraten“, sagte die CDU-Generalsekretärin.
Eine Koalition mit der AfD, die mit Abstand stärkste Kraft werden wird, schloss Hoppermann kategorisch aus. „Wir arbeiten nicht mit Extremen und vor allem Dingen nicht mit Rechtsextremen zusammen.“
Aus Sicht von Kanzleramtsministerin Nina Warken (CDU) muss die Bundesregierung trotz des schlechten Wahlergebnisses an den Reformplänen festhalten. „Wir müssen den Kurs, den wir da angefangen haben, jetzt fortsetzen“, sagte Warken.
HEUTE18:30 Uhr

Erste Hochrechnung

Die erste Hochrechnung von 18:25 Uhr ergibt laut der Forschungsgruppe Medien.
  • AfD 44,1 Prozent, 41 Sitze
  • Union 18,5 Prozent, 17 Sitze
  • Linke 9,2 Prozent, 9 Sitze
  • SPD 8,8 Prozent, 8 Sitze
  • BSW 4,8 Prozent – nicht im Landtag
  • Grüne 8,7 Prozent, 8 Sitze
  • FDP 2,4 Prozent – nicht im Landtag
  • Sonstige Parteien 3,5 Prozent.
Im Landtag sind 81 Sitze zu verteilen. Bekannt ist mittlerweile, das die AfD 250.000 Menschen hinzugewinnen konnte, die aus dem Lager der Nichtwähler stammen.
HEUTE18:30 Uhr

Klüssendorf beurteilt AfD-Ergebnis als „wirklich dramatisch“

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat sich erschrocken über das starke Abschneiden der AfD gezeigt. Im ZDF sprach der SPD-Politiker von einem „wirklich dramatischen Ergebnis für die AfD“. Erleichtert zeigte er sich darüber, dass die SPD ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Landtagswahl halten konnte, auch wenn dies „jetzt kein riesiger Erfolg“ sei.
Ersten Prognosen zufolge kann die SPD mit acht bis neun Prozent rechnen. Im Magdeburger Landtag werde die SPD ihren Beitrag dazu leisten, „eine demokratische Mehrheit zu bilden gegenüber der AfD“, sagte Klüssendorf weiter. Er erwarte eine „sehr schwierige Regierungsbildung“, fügte der SPD-Politiker hinzu.
HEUTE18:30 Uhr

Grüne sind zufrieden

Die Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz hat sich nach der Wahl in Sachsen-Anhalt zufrieden zum Abschneiden ihrer Partei geäußert.
„Die Zahlen heute, die wir gerade gesehen haben, die sind natürlich für uns toll“, sagte sie am Sonntagabend im ZDF. Zugleich sei das starke Abschneiden der AfD „besorgniserregend“. Das Ergebnis ihrer Partei wertete sie als Auftrag der Zivilgesellschaft, eine Alleinregierung der AfD zu verhindern.
Ob dies gelinge, könne sie am frühen Abend zunächst noch nicht sagen. „Aber den Menschen, die Hoffnung in uns gesetzt haben, denen verspreche ich schon heute: Diese Hoffnung ist nicht umsonst“, sagte sie weiter.
HEUTE18:22 Uhr

Siegmund: „Wir haben in diesem Land Geschichte geschrieben“

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt für seine Partei als großen Erfolg gewertet und den Anspruch auf eine grundlegende Wende in dem Bundesland angemeldet. „Wir haben in diesem Land Geschichte geschrieben“, sagte Siegmund kurz nach Schließung der Wahllokale am Sonntagabend der ARD. Das Ergebnis sei „ein Zeichen, das könnte kaum deutlicher sein“.
Siegmund kündigte an, er wolle nun „allen Kräften die Hand ausstrecken, die mit uns eine grundlegende Politikwende herbeiführen wollen“. Er werde sich aber nicht „verbiegen“, um Mehrheiten zu erreichen.
Er werde sich nicht „verbiegen“, um Mehrheiten zu erreichen, sagte Siegmund weiter. „Wir werden nicht unsere Grundposition, die Deutschland gerade dahin gebracht hat, wo es ist, aufgeben für irgendwelche Machtoptionen.“ Konkret nannte er dabei die Themen Migration und Innere Sicherheit sowie „die verrückte Energiepolitik“. Das seien Themen, „die sind nicht verhandelbar“.
„Die Menschen haben ein ganz klares politisches Zeichen hier in Sachsen-Anhalt ausgesprochen“, sagte Siegmund weiter. Dies sei „auch ein Zeichen in Richtung Berlin“. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sei „ein sehr guter Wahlkämpfer“ für die AfD gewesen, spottete der Spitzenkandidat. Merz sei „jeden Tag einer zu viel im Kanzleramt“. Mit dem Wahlergebnis zeigte er sich zufrieden: „Wir haben genau das geschafft, was wir schaffen wollten.“
HEUTE18:14 Uhr

Weidel sieht Regierungsauftrag für AfD

Nach dem Wahlsieg der AfD sieht Bundesvorsitzende Alice Weidel den Regierungsauftrag bei ihrer Partei. „Das ist ein historisches Ergebnis, und es ist ein ganz klarer Regierungsauftrag“, sagte Weidel am Sonntagabend im ZDF. In welcher Form die AfD in Sachsen-Anhalt regieren werde – „durch eine Tolerierung oder durch eine Koalition, das wird sich einfach noch zeigen“, fügte sie hinzu.
„Unsere Hand ist immer ausgestreckt“, sagte Weidel in Bezug auf mögliche Regierungspartner. Der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt sei bei seiner Entscheidung „völlig unabhängig“ von der Bundespartei. „Der Landesverband hat gezeigt, dass er es kann.“
„Wir gehen hier durch die Decke, wir werden in ganz Ostdeutschland durch die Decke gehen, auch im Bund“, sagte die AfD-Chefin weiter. „Die CDU wird keine Wahl mehr gewinnen.“
Eine Neuauflage der bisher in Sachsen-Anhalt regierenden Koalition aus CDU, SPD und FDP ist mit den aktuellen Prognosen ausgeschlossen. Es war das einzige derartige Bündnis auf Landesebene.
Wahrscheinlich ist allerdings, dass die Regierung ihre Amtsgeschäfte noch eine Weile weiterführen wird, denn die Gespräche zur Bildung einer neuen Koalition dürften schwierig werden.
HEUTE18:02 Uhr

Die erste Prognose von 18:00 Uhr

Die erste Prognose der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist da: Die AfD liegt bei 44 Prozent, die Union bei 18,5 Es zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab – um 16:00 Uhr lag sie bei 65,3 Prozent. Das waren bereits mehr Bürger, als 2021 insgesamt gewählt hatten. Das ZDF rechnet mit einer Wahlbeteiligung von über 80 Prozent.
Die 18-Uhr-Prognose von ZDF ergibt für die Parteien (ohne Briefwahl):
  • AfD 44,0 Prozent. (+23,2)
  • Union 18,5 Prozent (-18,6)
  • Linke 9 Prozent (-2,0)
  • SPD 9 Prozent (+0,6)
  • BSW 4,8 Prozent (+4,8)
  • Grüne 8,5 Prozent (+2,6)
  • FDP 2,5 Prozent (-3,9)
  • Sonstige Parteien 3,7 Prozent (-6,7)
Den Prognosen zufolge erhält die AfD 39 bis 41 Sitze im Landtag (2021: 23), die CDU 16 bis 17 (40). Die Linke kommt auf 8 bis 9 Mandate (12), die SPD auf 7 bis 8 (9) und die Grünen auf 8 (6). Das BSW erhält laut ARD-Prognose 5 Mandate.
Die Wahlbeteiligung erreichte laut ZDF mit 80,0 Prozent einen historischen Höchststand in dem ostdeutschen Bundesland. Die bisherige Höchstmarke lag bei 71,1 Prozent im Jahr 1998. Bei der letzten Wahl am 6. Juni 2021 hatten 60,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.
 
HEUTE17:39 Uhr

Medieninteresse an zentraler Wahlveranstaltung ist riesig

Die zentrale Wahlveranstaltung des Landtags findet in der Messe Magdeburg statt. In einer Halle treffen sich die Fraktionen und Parteien, in einer anderen die Medien. Viele Politiker sind bereits vor Ort. 500 Medienvertreter sind akkreditiert, Journalisten haben keinen Zutritt zur Halle der Fraktionen. Im Zwischenbereich sind Interviews und Gespräche möglich.
HEUTE16:30 Uhr

Linke Demonstranten versammeln sich am Magdeburger Hauptbahnhof

Am Hauptbahnhof in Magdeburg versammeln sich die ersten linken Demonstranten. Sie hielten unter anderem Banner mit der Aufschrift „Sozialismus oder Barbarei“ oder „Faschismus bekämpfen“ hoch.
Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Demonstration ist Medienberichten zufolge nicht angemeldet.
Auf dem Domplatz versammelte sich die DGB-Jugend sowie Greenpeace; eine riesige Regenbogenfahne wurde ausgebreitet. Die Polizei sichert die Veranstaltung ab. 
Die Polizei meldet auf X: „Im Stadtgebiet von Magdeburg finden derzeit 4 Versammlungen im Zusammenhang mit der Landtagswahl statt, welche von unseren Einsatzkräften begleitet werden. Es kann zu Verkehrsbehinderungen kommen.
HEUTE16:26 Uhr

Wahlbeteiligung bisher bei über 65 Prozent

Es zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Um 16:00 Uhr am Sonntag lag sie bei 65,3 Prozent, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte.
Zum gleichen Zeitpunkt lag sie 2021 bei 41,0 Prozent, am Ende waren es 60,3 Prozent.
HEUTE15:17 Uhr

Polizei ist mit allen Kräften im Einsatz

Die Polizei in Sachsen-Anhalt ist mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz. Es wurde Unterstützung aus anderen Bundesländern angefordert – Einheiten aus Hamburg, Schleswig-Holstein, dem Saarland, Hessen, Bayern und Thüringen sind vor Ort.
Zum einen ist die Polizei laut Innenministerium flächendeckend präsent, um die per Grundgesetz garantierte freie und unbeeinflusste Ausübung des Wahlrechts zu garantieren. Zudem waren für den Sonntag mehrere Demonstrationen angemeldet, ab dem Nachmittag in Magdeburg beispielsweise auf dem Domplatz unter dem Motto „Sachsen-Anhalt juckt mich! Sachsen-Anhalt bleibt weltoffen!“.
Auch müssen Wahlpartys der Parteien sowie die zentrale Veranstaltung des Landtags in den Magdeburger Messehallen abgesichert werden. Für die Berichterstattung sind mehrere Hundert Medienvertreter angemeldet.
Die Polizei teilte auf X mit: „Der Wahlsonntag verläuft im Zuständigkeitsbereich der PI Magdeburg bislang ruhig. Uns liegen keine Erkenntnisse zu Störungen des Wahlgeschehens vor.

Die Polizei sichert den Landtag von Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 in Magdeburg, Deutschland.

Foto: Omer Messinger/Getty Images

HEUTE14:46 Uhr

Wahlbeteiligung um 14:00 Uhr doppelt so hoch wie 2021

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Um 14:00 Uhr am Sonntag lag sie bei 54,4 Prozent, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte.
Das war ein doppelt so hoher Wert wie bei der letzten Landtagswahl am 6. Juni 2021, als um 14:00 Uhr 27,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten.
Die Zahl beruht auf stichprobenartigen Rückmeldungen aus den repräsentativen Urnenwahlbezirken, wie die Landeswahlleiterin erklärte. Die Briefwahl ist nicht eingerechnet.
HEUTE13:52 Uhr

SPD-Kandidat wählte im Harz

SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann wählte im Harz. „Möge die Sonne auch die nächsten Jahre über Sachsen-Anhalt scheinen“, sagte der Politiker dpa anschließend. Eine Alleinregierung der AfD wäre „ein schwerer Schaden fürs Land“.
HEUTE12:25 Uhr

Deutlich höhere Wahlbeteiligung

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich zum Mittag eine deutlich höhere Wahlbeteiligung ab. Bis 12:00 Uhr am Sonntag hatten 34,72 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte. Zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2021, bei der letzten Landtagswahl, waren es nur 22,4 Prozent.
Erste Prognosen werden mit der Schließung der Wahllokale um 18:00 Uhr erwartet. Die Abstimmung in Sachsen-Anhalt könnte Signalwirkung für die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern in zwei Wochen und auch für die Bundespolitik haben.
HEUTE12:12 Uhr

Vorwahl-Daten

Die AfD wird in Wahlumfragen vor der Wahl bei bis zu 41 Prozent gesehen, das könnte im Landtag bis zu 45 Prozent der Sitze ausmachen. Laut dem ZDF-Politbarometer vom 4. September 2026 tendieren die Wähler zu: 
  • AfD 41 Prozent, 
  • Union 23 Prozent, 
  • Linke 11,5 Prozent. 
  • SPD 8,5 Prozent, 
  • BSW 4 Prozent, 
  • Grüne 6 Prozent,
  • FDP 3 Prozent,
  • Sonstige Parteien 3 Prozent.

Daten des ZDF-Politbarometer vom 4. September 2026 – zwei Tage vor der Wahl.

Foto: Epoch Times

Mögliche Sitzverteilung im Magdeburger Landtag lt. den Daten vom 3. September 2026.

Foto: Epoch Times

HEUTE11:15 Uhr

Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Schulze hat gewählt

Nach AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat auch Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) seine Stimme zur Landtagswahl abgegeben. Er machte sein Kreuz am Sonntagvormittag in einem Wahllokal beim AWO-Landesverband Sachsen-Anhalt.
Schulze verwies vor seiner Stimmabgabe darauf, dass eine hohe Wahlbeteiligung zu erwarten sei. Das habe die Briefwahl schon gezeigt. „Sachsen-Anhalt hat viele Aufgaben zu lösen in den nächsten Wochen“, so Schulze.
„Heute schaut jeder auf Sachsen-Anhalt, aber morgen wird nicht jeder auf Sachsen-Anhalt warten.“ Deswegen sei es ein wichtiger Tag für das ganze Bundesland, für Deutschland, und auch für Europa.
HEUTE11:00 Uhr

AfD-Spitzenkandidat Siegmund gibt Stimme in Tangermünde ab

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat am Sonntagmorgen der Spitzenkandidat der AfD, Ulrich Siegmund, seine Stimme abgegeben. Der 35-Jährige und seine Ehefrau Julia fuhren auf einer Simson vor einem Wahllokal in seiner Heimatstadt Tangermünde vor.
Die AfD liegt in den Umfragen weit vor der regierenden CDU von Ministerpräsident Sven Schulze. Siegmund hat als Wahlziel „45 Prozent plus X“ ausgerufen.
HEUTE8:00 Uhr

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Wahllokale geöffnet

In Sachsen-Anhalt haben die Wahllokale für die Landtagswahl geöffnet. Seit 8.00 Uhr können die Menschen ihre Stimme abgeben. Die Wahllokale sind bis 18:00 Uhr geöffnet. Anschließend beginnt die Auszählung. Die Landeswahlleiterin rechnet mit einem vorläufigen Endergebnis am frühen Montagmorgen.
Die erste Sitzung des neuen Landtags von Sachsen-Anhalt muss spätestens am 30. Tag nach der Wahl stattfinden, das ist der 6. Oktober. Dann enden auch die Amtszeiten der Minister und des Regierungschefs.
Sie sind laut Verfassung verpflichtet, die Geschäfte weiterzuführen, bis ihre Nachfolger übernehmen. Es gibt keine Frist, bis wann ein neuer Regierungschef gewählt sein muss, aber Fristen für mögliche weitere Wahlgänge, sollten der erste und weitere scheitern.
HEUTE7:42 Uhr

Merz: „Wohlstand für alle Generationen“

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) äußerte sich am 5. September zur Landtagswahl und zeigte sich dabei auch selbstkritisch. „Ich gebe zu, angesichts der Umfrageergebnisse und der zu befürchtenden Wahlergebnisse hat das, was wir bisher getan haben, nicht ausgereicht“, sagte er bei einer Wahlkampfveranstaltung zur nächste Woche anstehenden niedersächsischen Kommunalwahl in Langenhagen bei Hannover. Mit Blick auf die AfD sagte er: „Wir müssen die Auseinandersetzung mit dieser Partei besser führen.“
Er kündigte eine grundsätzliche Diskussion in der CDU nach der Landtagswahl an über „die Erzählung, das große Design, das Narrativ“ für Deutschland. Als Beispiel nannte er das Buch „Wohlstand für alle“ des ehemaligen Wirtschaftsministers und Kanzlers Ludwig Erhard von 1957. Erhard habe damit „die Erzählung gesetzt“, die das sogenannte Wirtschaftswunder ausgelöst habe.
Merz schlug in Anlehnung daran den Satz „Wohlstand für alle Generationen“ vor. Es gehe darum, auch der nächsten und übernächsten Generation die Chance zu geben, „in Freiheit, Frieden, Wohlstand und mit einem hohen Maß an sozialer Gerechtigkeit zu leben“, sagte er.
HEUTE7:19 Uhr

Welche Koalitionen sind denn denkbar?

Sollte die AfD keine absolute Mehrheit erreichen, wäre sie auf Bündnispartner angewiesen, um an die Regierung zu kommen. Allerdings will keine der anderen Parteien mit ihr koalieren. Siegmund wiederum hat zuletzt bekräftigt, dass er sich nur zur Wahl als Regierungschef stellt, wenn seine Partei die absolute Mehrheit holt und alleine regieren kann.
Wenn die AfD dieses Ziel verpasst, könnte eine CDU-geführte Minderheitsregierung ins Spiel kommen. Diese könnte allerdings auf Stimmen der Linken angewiesen sein – ähnlich wie in Sachsen und Thüringen.
Das Problem: Die CDU lehnt für sich in einem Parteitagsbeschluss eine Koalition und „ähnliche Formen der Zusammenarbeit“ mit den Linken ebenso ab wie mit der AfD. Ministerpräsident Sven Schulze’s (CDU) Wunschszenario einer Mehrheit für die sogenannten Parteien der Mitte – etwa für CDU, SPD und Grüne – erscheint angesichts der Umfragen sehr unwahrscheinlich.

Wahlplakate zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, September 2026.

Foto: John MacDougall/AFP via Getty Images

GESTERN17:52 Uhr

15.000 Teilnehmer bei Demokratiefestival

Am Samstag haben sich in Magdeburg mehrere tausend Menschen zu einem Demokratiefestival des Bündnisses Sachsen-Anhalt weltoffen versammelt. Sie zogen vom Hauptbahnhof zum Domplatz.
Die Polizei war wegen insgesamt acht Versammlungen im Großeinsatz. Auf dem Domplatz versammelten sich nach Angaben eines Polizeisprechers rund 8000 Menschen. Der Veranstalter teilte mit, mehr als 15.000 Menschen seien dem Aufruf gefolgt.
GESTERN8:47 Uhr

Siegmund lässt Ministerpräsidenten-Wahl offen

Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lässt offen, ob er sich im Fall einer absoluten Mehrheit zum Ministerpräsidenten wählen lassen will.
Auf die Frage, ob er bei einer Ein-Stimmen-Mehrheit im Landtag das Ministerpräsidentenamt anstrebe, sagte Siegmund der „BILD“: „Das werden wir am Montag entscheiden. Gucken wir mal, wie es ausgeht.“
Siegmund sagte, es gehe ihm um eine „stabile Mehrheit“ im Landtag. „Was mache ich, wenn mal ein oder zwei oder drei Abgeordnete im Krankenhaus sind? Soll ich die dann mit der Trage in den Landtag reintragen zum Abstimmen?“, sagte Siegmund. Es dürfe nicht so sein, dass der „Fortschritt des Landes gelähmt“ sei, „weil ein oder zwei Abgeordnete gesundheitsbedingt ausfallen“.
GESTERN7:48 Uhr

Tausende zu Kundgebungen vor Wahl in Sachsen-Anhalt erwartet

Am Wahlwochenende in Sachsen-Anhalt werden mehrere tausend Menschen zu Demonstrationen erwartet. Neben einem Dutzend Veranstaltungen in Magdeburg und Kundgebungen für Demokratie in Halle findet die größte Demo mit rund 8.000 Teilnehmern auf dem Magdeburger Domplatz statt, organisiert von Gewerkschaften und Zivilgesellschaft. Zeitgleich hält die in Umfragen führende AfD dort ihren Wahlkampfabschluss ab.

Am 5. September 2026, einen Tag vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, versammeln sich Menschen bei einem Festival der Demokratie in Magdeburg, um für eine offene, auf Solidarität basierende Gesellschaft zu demonstrieren.

Foto: John MacDougall/AFP via Getty Images

4. Sep.18:36 Uhr

Bei Wahlsieg: CDU-Politiker sieht Auftrag für Regierungsbildung bei AfD

Ein möglicher Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt sorgt in der Bundes-CDU für Diskussionen. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Sepp Müller (CDU), sah die Verantwortung für eine Regierungsbildung nach den bisherigen Umfragen bei der AfD.
Müller widersprach zudem Berichten, wonach einige CDU-Landtagsabgeordnete bereit sein könnten, den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten zu wählen. „Also ich glaube, das ist eher eine Ente“, sagte er. Die CDU-Abgeordneten würden den aktuellen Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) unterstützen.
4. Sep.17:40 Uhr

Wagenknecht sieht Manöver vor Wahl in Sachsen-Anhalt

Nach dem Austritt mehrerer Landtagsabgeordneter in Thüringen sieht BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht ein bewusstes Manöver, um ihrer Partei vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt zu schaden.
Zehn Abgeordnete der BSW-Landtagsfraktion um die bisherige Landeschefin Katja Wolf hatten am Freitag ihren Parteiaustritt erklärt und dies vor allem mit der Einmischung der Parteispitze im Wagenknecht und deren fehlender Distanz zur AfD begründet. Zuvor waren bereits drei andere BSW-Landtagsabgeordnete aus Partei und Fraktion sowie ein weiterer Abgeordneter aus der Partei ausgetreten.
 
Mit Material von Nachrichtenagenturen
Categories
meinung ticker wissen

Tod, Chaos, Neuanfang: Die Bedeutung der Zahl 13


In Kürze:

  • Die 13 gilt hierzulande als typische Unglückszahl, was sich in fehlenden Sitzreihen und Etagen zeigt.
  • Eine mögliche Ursache für die Angst könnte in der Natur der Zahl Zwölf liegen, die Ordnung und Vollendung symbolisiert.
  • Ein Blick in die Mathematik, Religion, Astronomie und Geschichte zeigt jedoch, dass die Dreizehn eine schöne Seite hat.
  • Indem wir die Zahl nicht mehr fürchten und vielmehr als Beginn von etwas Neuem sehen, können wir sie zu einer Glückszahl machen.

 
Die Zahl Zwölf gilt als eine der großen Zahlen der Vollendung: zwölf Monate im Jahr, zwölf Tierkreiszeichen, die zwölf Apostel Christi und natürlich die zwölf Aufgaben des Herakles.
Doch was geschieht nach der Vollendung? Was ist, wenn wir dem Dutzend noch eine Zahl hinzufügen? Dann gelangen wir zur 13 – und betreten sofort unruhigeres und mehrdeutigeres Terrain.

Leben mit der unheilvollen 13

Für viele Menschen ist die 13 schlichtweg eine Unglückszahl. Hotels lassen manchmal die 13. Etage weg. In Flugzeugen fehlt möglicherweise die 13. Reihe. Und Gastgeber haben oft Angst davor, 13 Personen an einen Esstisch zu setzen.
Diesen Aberglauben nutzte die britische Schriftstellerin Agatha Christie (1890–1976) in ihrem Roman „Dreizehn bei Tisch“ aus, der verfilmt unter dem unheilvollen Titel „Mord à la Carte“ erschien.
Mit „Triskaidekaphobie“ hat diese Angst sogar einen eigenen Namen. Er bildet sich aus den griechischen Wörtern „treis“ (drei), „kai“ (und), „deka“ (zehn) und „phobia“ (Angst). Zwar ist der Begriff relativ modern, doch tauchte er im Englischen erstmals etwa zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf.
Obwohl die Angst real ist, sind ihre Ursprünge weitaus weniger sicher. Eine bekannte Erklärung bezieht sich beispielsweise auf das Letzte Abendmahl. Christus speiste mit seinen zwölf Aposteln, womit 13 Personen am Tisch saßen. Einer von ihnen, Judas, verriet ihn. Auf das Mahl folgte die Kreuzigung am Karfreitag, was erklärt, warum der Freitag, der 13., seinen besonders unheilvollen Ruf erlangte.
„Das letzte Abendmahl“ von Leonardo da Vinci

„Das Letzte Abendmahl“ ist neben der „Mona Lisa“ das berühmteste Gemälde von da Vinci.

Erfundene Geschichten als Rechtfertigung für die Angst

Eine andere weitverbreitete Geschichte erzählt von zwölf nordischen Göttern, die in Walhalla ein Festmahl feierten. Als Loki, der ungebetene 13. Gast, eintraf, tötete er Baldr, den Gott des Lichts und der Freude.
Es ist eine hervorragende Geschichte – aber wahrscheinlich eine spätere Erfindung. Denn keine der beiden Sagen-Versionen der Edda, unsere Hauptquellen für Baldrs Tod, beschreibt ein solches Festmahl oder identifiziert Loki als den 13. Gast. Das ist an sich schon aufschlussreich.
Wir erfinden Geschichten, um unser instinktives Unbehagen zu erklären. Wir haben das Gefühl, dass mit der Zahl 13 etwas nicht stimmt, und suchen daher in der Vergangenheit nach einem Ereignis, das dieses Gefühl rechtfertigt.
Aber warum sollte uns die 13 beunruhigen? Die Antwort liegt vielleicht nicht in der 13 selbst, sondern in der außergewöhnlichen Kraft der Zahl Zwölf.

Ein schönes Zahlenspiel

Die Zwölf ist eine Zahl, die sich wunderbar teilen lässt: durch zwei, drei, vier und sechs. Sie eignet sich daher für Maße, Ordnung und Herrschaft. Zwölf Monate gliedern das Jahr, zwölf Stunden teilen Tag und Nacht, zwölf Tierkreiszeichen kartografieren den Himmel. Die Zwölf suggeriert einen geordneten, vermessenen und nachvollziehbaren Kosmos.
Die 13 durchbricht diese Ordnung. Als Primzahl lässt sie sich nur durch sich selbst und durch eins ganzzahlig teilen. Im Gegensatz zur anpassungsfähigen Zwölf widersetzt sie sich der Unterteilung.
Dennoch besitzt sie ihre eigene seltsame mathematische Schönheit: 13 × 13 = 169. Kehrt man diese Ziffern um, erhält man 31 und 31 × 31 = 961: eine Art numerisches Palindrom.
Dennoch bleibt die 13 ästhetisch wie praktisch ein unbehagliches Element. Sie ist der Rest, der Gast, für den kein Platz vorbereitet wurde. Nachdem die Zwölf den Kreis vollendet hat, tritt die 13 aus ihm heraus. Sie lässt sich nicht nahtlos in das bestehende Muster einfügen. Dies könnte erklären, warum die Zahl 13 später so häufig mit dem Tod in Verbindung gebracht wurde.

13 als Zahl des Endes

In der üblichen Tarot-Reihenfolge ist der 13. Trumpf der Tod. Die frühesten erhaltenen Tarotkarten waren jedoch nicht immer nummeriert, und ihre Reihenfolge war noch nicht vollständig festgelegt.
Eine Visconti-Sforza-Karte aus dem 15. Jahrhundert zeigt den Tod als elegante Skelettgestalt. Er ist mit einem Bogen bewaffnet und konfrontiert den Betrachter mit der Vergänglichkeit weltlicher Rangordnung und Macht. In der späteren Tarot-Tradition bedeutet der Tod nicht unbedingt bloßes Auslöschen: Ein Zustand muss enden, bevor ein anderer beginnen kann.
In der üblichen Tarot-Reihenfolge ist der 13. Trumpf der Tod

Die Tarotkarte von Bonifacio Bembo (1420–1480), welche sich in der US-amerikanischen Morgan Library befindet, zeigt den Tod mit Bogen.

Im Volksmund mussten Verurteilte 13 Stufen hinauf zum Galgen steigen, obwohl die tatsächliche Stufenanzahl bei Schafotten wohl keine Rolle spielte. Das Bild hat sich dennoch gehalten, weil es die Vorstellungskraft widerspiegelt, die die Zahl 13 mit dem letzten Schritt jenseits der geordneten Welt der Lebenden verbindet.
Die Zahl 13 steht also vielleicht weniger für Unglück als vielmehr für Verwandlung. Dies wird deutlicher, wenn wir den Mond betrachten.

Die Verbindung zum Mond

Ein Mondzyklus dauert etwa 29,5 Tage. Die meisten Sonnenjahre umfassen daher zwölf Vollmonde, doch etwa alle zwei oder drei Jahre erscheint ein dreizehnter, „zusätzlicher“ Mond. Dieser zweite Mond innerhalb eines Monats wird auch „Blauer Mond“ genannt.
Der 13. Mond stört die ordentliche Übereinstimmung zwischen Mond- und Sonnenkalender. Er ist ein Überbleibsel der erwarteten Ordnung, und doch ist er völlig natürlich. Die Natur lässt sich nicht in unsere bequemen Zahlensysteme einengen.
Außerdem ist der Mond stark mit menschlicher Unbeständigkeit und Fruchtbarkeit verbunden. Das englische Wort „lunacy“ (zu Deutsch: Wahnsinn) bewahrt den alten Glauben, dass der Mond den rationalen Verstand stören könne. Moderne wissenschaftliche Untersuchungen haben jedoch kaum Belege für einen Einfluss des Mondes auf das menschliche Verhalten gefunden.
Der Menstruationszyklus wurde unterdessen aufgrund seiner in etwa vergleichbaren Dauer oft fantasievoll mit dem Mondmonat in Verbindung gebracht. Ob der Mond einen derartigen Einfluss hat oder nicht, die alte Assoziation ist symbolisch vielsagend: Blut, Verlust, Periodizität und die Vorbereitung auf erneute Fruchtbarkeit gehören alle zu dem geheimnisvollen Rhythmus, nach dem das Leben voranschreitet – nicht in einer geraden Linie, sondern durch wiederkehrende Enden und Anfänge.

Der Beginn von etwas Neuem

Die gleiche Mehrdeutigkeit zeigt sich in der Religion. Im Judentum ist die 13 keine Zahl, die in erster Linie mit Unglück in Verbindung steht. Mit 13 wird ein Junge für die Einhaltung der Gebote verantwortlich: Er wird Bar-Mizwa, wörtlich „derjenige, der den göttlichen Geboten unterliegt“.
Im traditionellen Judentum übernimmt ein Mädchen die entsprechenden Pflichten im Alter von zwölf Jahren, wobei die unterschiedlichen Altersangaben den Glauben widerspiegeln, dass Mädchen früher die Reife erlangen als Jungen.
Für unsere Zwecke bleibt jedoch das 13. Lebensjahr des Jungen bemerkenswert: Die 13 ist kein Fluch, sondern eine Initiation, der Punkt, an dem die Kindheit der moralischen Verantwortung weicht. Das bisherige Leben endet – ein neues und anspruchsvolleres Leben beginnt.

Lesung der Thora während der Bar-Mizwa eines Jungen in den USA.

Von der NASA bis zum Basketballer

Die Symbolik der Gründung der USA liefert ein weiteres positives Beispiel. Die 13 ursprünglichen Kolonien werden auf dem Großen Siegel der Vereinigten Staaten in vielfältiger Weise gewürdigt: 13 Sterne, 13 Streifen, 13 Pfeile, 13 Blätter und 13 Olivenzweige. Hier steht die Zahl nicht für Zersplitterung, sondern für eine neue Einheit, die aus getrennten politischen Gemeinschaften hervorgeht.
Das Große Siegel der Vereinigten Staaten wurde nach der Vereinigung der 13 US-Kolonien im Jahr 1782 eingeführt

Das Große Siegel der Vereinigten Staaten wurde nach der Vereinigung der 13 US-Kolonien im Jahr 1782 eingeführt.

Selbst eines der Ereignisse der Neuzeit, dessen Datum am bedrohlichsten erscheint, birgt dieselbe Umkehrung. Am 13. April 1970 kam es bei der Apollo-13-Mission zu einer Explosion des Sauerstofftanks. Es waren zwei Dreizehner, die sich offenbar gegen die NASA verschworen und sie zwangen, die geplante Mondlandung abzubrechen.
Doch dank Mut, Einfallsreichtum und disziplinierter Zusammenarbeit kehrten die drei Astronauten sicher zur Erde zurück. Die NASA hat die Mission treffend als „erfolgreichen Misserfolg“ bezeichnet. Was wie eine Katastrophe aussah, wurde zu einem Beweis für den Einfallsreichtum.
Manche sind noch einen Schritt weiter gegangen und haben die 13 bewusst als Herausforderung an den Aberglauben angenommen. Der 2,16 Meter große US-amerikanische Basketballer Wilt Chamberlain (1936–1999) trug diese Nummer während seiner gesamten Karriere. Auf die Frage, ob die 13 Unglück bringe, soll er geantwortet haben: „Ja, meinen Gegnern“.
Basketballer Wilt Chamberlain trug während seiner gesamten Karriere die Trikotnummer 13

Wilt Chamberlain (1936–1999) war einer der besten und athletischsten Basketballer der NBA und trug während seiner gesamten Karriere die Trikotnummer 13.

Herakles‘ 13. Aufgabe

Werfen wir noch einmal einen Blick auf Herakles und seine zwölf Aufgaben. Durch diesen Heldenzyklus überwindet er Bestien, Tyrannen, das Chaos und sogar den Tod selbst, als er den Höllenhund aus der Unterwelt holt. Doch die Geschichte des griechischen Helden endet nicht wirklich mit der zwölften Aufgabe. Es gibt nämlich tatsächlich eine Dreizehnte: Herakles muss sterben.
Vergiftet durch das Blut des Zentauren Nessos befiehlt Herakles, auf dem Berg Oeta einen Scheiterhaufen zu errichten. Seine sterbliche Natur wird von den Flammen verzehrt – doch seine göttliche Natur steigt zum Olymp empor.
Dort versöhnt er sich mit Hera, deren Feindseligkeit seine Leiden verursacht hatte. Dafür erhält er Hebe, die Göttin der Jugend, als seine unsterbliche Braut. Das ist die tiefste Bedeutung der Zahl 13: Die zwölf Aufgaben vollendeten den Helden innerhalb der Grenzen der Welt – die dreizehnte trug ihn über die Welt hinaus.
Der Tod von Herakles war schmerzhaft und das Produkt einer Täuschung, die aus dem vergifteten Erbe seiner eigenen vergangenen Gewalt herrührt

Das Hemd, das ihm seine Frau Deianira auf Anraten des Kentauren Nessos überreichte, war mit dem Gift der Hydra eingerieben. Ohne es zu wissen, tötete sie damit Herakles.

Die Zahl der Verwandlung

Das gleiche Muster zeigt sich im Christentum. Beim Letzten Abendmahl ist Christus nicht einer der Zwölf, sondern derjenige, um den sich die Zwölf versammeln. Der Verräter bringt den Tod in die Gemeinschaft, doch Christus verwandelt diesen Tod in den Weg zur Auferstehung. Wieder einmal durchbricht die 13 die feststehende Ordnung und weist auf etwas noch Unsichtbares hin.
Wir haben Angst vor der 13, weil wir das fürchten, was jenseits der Vollendung liegt. Wir wollen, dass die Uhr bei der Zwölf stehen bleibt, der Kreis geschlossen ist und die bekannte Welt unendlich weiterbesteht. Doch keine menschliche Errungenschaft, keine Institution und kein Leben kann dort verharren.
Jede Vollendung wird zur Schwelle eines neuen Anfangs. Das Kind wird verantwortungsbewusst, das alte Jahr weicht dem neuen, der Held tritt ins Feuer und der Samen stirbt in der Erde. Die 13 ist gefährlich, weil Verwandlung gefährlich ist.
Sie ist eine Unglückszahl für alles, was sich weigert, sich zu verändern. Doch für diejenigen, die bereit sind, die Schwelle zu überschreiten, ist die 13 vielleicht gar nicht die Zahl der Zerstörung. Sie könnte die Zahl der Auferstehung und Neuordnung sein.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Number 13: Death, Disorder, and the Door to a New Life“. (redaktionelle Bearbeitung: kms)
Categories
deutschland ticker

Wählerwanderung: AfD gewinnt massiv Nichtwähler hinzu

Der Wahlsieger AfD hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt besonders stark von den Stimmen bisheriger Nichtwähler profitiert.
Laut einer ersten vorläufigen Analyse des Instituts infratest dimap für die ARD vom Sonntagabend, wählten aus dieser Gruppe diesmal 157.000 Menschen die AfD. Zudem wechselten zur AfD demnach 83.000 bisherige Wähler der CDU.

Von FDP und Linken zur AfD

Relativ stark war mit 19.000 Wählern auch der Wechsel von der FDP zur AfD, gemessen an der geringen Stärke der FDP auch bei der Wahl 2021. Von der Linken wechselten 11.000 Menschen zur AfD, von der SPD 7.000 und von den Grünen 2.000.
Die SPD verlor Wähler außer an die AfD auch an alle übrigen Parteien. Relativ hoch war die Zahl der Wechsler auch zu den Grünen mit 18.000. An die SPD verlor die CDU 13.000 Wählern, an das BSW 11.000 und an die Linke 9.000.
Die Linkspartei gewann 15.000 Wähler aus dem Lager der Nichtwähler, außerdem abgesehen von den Wechslern von der CDU auch 4.000 Menschen von der FDP und 2000 von der SPD. Sie verlor aber außer an die AfD auch 13.000 Wählern an das erstmals antretende BSW und 4.000 an die Grünen.

SPD und Grüne

Das Ergebnis der SPD blieb zwar in der Summe laut den Hochrechnungen weitgehend unverändert, es gab aber auch hier erhebliche Bewegung.
Die Sozialdemokraten gewannen außer von der CDU auch 13.000 bisherige Nichtwähler hinzu, außerdem 3.000 Menschen von der FDP. Sie verloren allerdings außer an AfD und Linke auch 6.000 Wähler an das BSW und 4.000 an die Grünen.
Die Grünen gewannen außer von der AfD von allen übrigen Parteien Wähler hinzu, außerdem 10.000 bisherige Nichtwähler.
Für das BSW gab es keine Vergleichszahlen, da die Partei bei der Wahl vor fünf Jahren noch nicht existierte. Die FDP gab an alle übrigen Parteien Wähler ab. (afp/red)
Categories
ausland deutschland ticker

Internationale Pressestimmen zur Wahl in Sachsen-Anhalt

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit dem starken Abschneiden der AfD und dem herben Absturz der CDU macht im Ausland Schlagzeilen. Medien wie die BBC und die englischsprachige Seite des arabischen Senders Al Jazeera pushten die ersten Prognosen auf die Handys ihrer Leserinnen und Leser. Auf vielen Online-Seiten war die Berichterstattung weit oben.

Großbritannien

„The Telegraph“: „Migrantenfeindliche AfD steuert in Ostdeutschland auf überwältigenden Wahlsieg zu“
BBC: „Seit dem Zweiten Weltkrieg hat in Deutschland noch nie eine Rechtsaußenpartei die Kontrolle über ein Bundesland übernommen. Eine Regierungsbeteiligung auf Landesebene würde Zuständigkeiten für die Polizei sowie für das Bildungs- und Kulturwesen mit sich bringen.“
„Financial Times“: „Prognosen zufolge wird die Alternative für Deutschland (AfD) bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stärkste Kraft. Dies wäre ein Durchbruch für die Partei der äußersten Rechten und zugleich ein schwerer Rückschlag bei den Wahlen für die etablierten politischen Parteien Deutschlands.“
„The Times“: „Sollten sich die Hochrechnungen bestätigen, wäre das Ergebnis eine persönliche Demütigung für Friedrich Merz, dem geraten worden war, den Wahlkampf fast gänzlich zu meiden – aus Angst, seine persönliche Unbeliebtheit könnte der AfD Auftrieb geben. Der Stimmenanteil der CDU hat sich im Vergleich zum Ergebnis bei der letzten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Jahr 2021 halbiert; damals konnte sie die AfD noch knapp abwehren.“

Polen

„Politische Wende in Deutschland?“, fragt das polnische Portal „Onet“. Und die „Gazeta Wyborcza“ schreibt: „Exit Polls: AfD gewinnt. Wird sie in der Lage sein, die Regierung zu bilden?“ Die Tageszeitung „Rzeczpospolita“ widmet der Wahl einen Live-Ticker.

Tschechien

„Aktualne.cz“: „Umbruch in Deutschland? Die AfD triumphiert Prognosen zufolge in einer Landtagswahl“
„Lidove noviny“: „Deutschland gehen die Zeit und das Geld aus. Es muss sich eingestehen, dass das bisherige Modell bereits nicht mehr funktioniert.“

Belgien

„De Tijd“: „Das Ergebnis – das beste für die Anti-Einwanderungspartei seit ihrer Gründung im Jahr 2013 – ist ein herber Rückschlag für die CDU unter Bundeskanzler Friedrich Merz.
Die AfD hat von der Frustration über eine schwächelnde Wirtschaft und steigende Energiepreise profitiert, indem sie gesellschaftliche Missstände aufgegriffen und dazu aufgerufen hat, die Migration zu stoppen, Klimaschutzmaßnahmen einzustellen und die Beziehungen zu Russland wiederherzustellen.“

Niederlande

„de Volkskrant“: „Sollte die AfD die absolute Mehrheit verfehlen, wird die Regierungsbildung sehr schwierig. Die CDU müsste dann eine Minderheitsregierung mit der SPD und den Grünen bilden. In wichtigen Fragen wäre sie jedoch auf die Unterstützung der radikalen Linken angewiesen sowie möglicherweise auf die des BSW.
Das ist innerhalb der CDU ein äußerst heikles Thema. Zudem stellt sich die Frage, ob CDU-Ministerpräsident und Spitzenkandidat Sven Schulze dieses Wahlergebnis politisch überleben wird.“

Italien

„La Repubblica“: „Die schwarze Welle der AfD in Sachsen-Anhalt. (…) Die Wahllokale schlossen um 18.00 Uhr bei den Wahlen zum Landesparlament des ärmsten und zugleich ältesten Bundeslandes des Landes. Die Alternative für Deutschland liegt mit großem Vorsprung vorn: Sollte es ihr gelingen, allein zu regieren, wäre dies die erste rechtsextreme Regierung in Deutschland seit 1945.“
„La Stampa“: „Es handelt sich um das beste Ergebnis überhaupt für die Souveränisten in einem deutschen Bundesland, das den Weg für die erste rechtsextreme Regierung im Land seit 1945 ebnet und den Erfolg des lokalen Parteichefs Ulrich Siegmund krönt.“
Wie „La Repubblica“ und „La Stampa“ widmet auch die Zeitung „Corriere della Sera“ der Wahl in Sachsen-Anhalt einen Live-Ticker.

Spanien

„La Vanguardia“: „Die rechtsextreme AfD hat am Sonntag die deutsche Politiklandschaft mit einem Rekordsieg bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt aufgerüttelt. Laut ersten Prognosen des ZDF erzielte sie 44 % der Stimmen. Die CDU landete mit 18,5 % weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz.“

Portugal

„Público“: Wahlen in Sachsen-Anhalt: Nachwahlbefragungen sagen AfD 44 % voraus. Die Zahlen erlauben es uns noch nicht, festzustellen, ob die AfD das Land tatsächlich regieren könnte, aber Alice Weidel sagte bereits, dass die Partei ein Mandat zur Führung der Exekutive habe.“

Norwegen

NRK: „AfD steuert auf deutlichen Sieg in deutschem Bundesland zu. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg könnte eine Rechtsaußenpartei in einem deutschen Bundesland an die Macht kommen.“

Schweden

„Dagens Nyheter“: „Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg könnte eine radikal-rechte Partei in einem deutschen Bundesland die Macht übernehmen.“

Brasilien

„Folha de São Paulo“: „Extreme Rechte führt bei Landtagswahlen in Deutschland und könnte laut Prognosen nach fast einem Jahrhundert wieder an die Macht kommen“, titelt die Zeitung. „Die Wahl Siegmunds, der einen populistischen Wahlkampf auf TikTok geführt und dabei emotionale Erinnerungen an die ehemalige DDR geweckt hat, wäre ein seit dem Zweiten Weltkrieg beispielloses Ereignis in Deutschland.“
USA 
„New York Times“: „Nach ersten Prognosen vom Sonntag dürfte die Partei „Alternative für Deutschland“ bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Osten Deutschlands auf den ersten Platz kommen, was die Möglichkeit eröffnet, dass die extreme Rechte zum ersten Mal seit dem Ende der Nazizeit in einem Teil des Landes die Macht übernehmen könnte. (…) Dieser Zuwachs ging fast ausschließlich zulasten der Christdemokraten, der Partei von Bundeskanzler Friedrich Merz, die heute Abend gemessen am Stimmenanteil mit Abstand die größten Verlierer sind.“
Die „New York Times“ setzt das Thema auf Platz zwei und begleitet die Entwicklungen im Live-Ticker, bei CNN steht der Ausgang der Wahl auch weit oben auf der Seite. Die „Washington Post“ räumte den Entwicklungen weniger Priorität ein, die Wahl war unter verschiedenen Nachrichten aus der Welt zu finden. (dpa/red)
Categories
ausland ticker

Selenskyj mit wenig Hoffnung auf baldigen Frieden

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich nach seinen Unterredungen mit Vertretern der USA und Europas wenig optimistisch über die Aussichten auf einen baldigen Frieden geäußert.
„Sollte sich der Krieg bis zum Winter ziehen, und danach sieht es aktuell aus, brauchen wir ein „Winterpaket““, sagte Selenskyj nach Angaben ukrainischer Medien.
Darüber habe er länger mit den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner sowie den Vertretern Europas gesprochen. Die Unterredungen selbst nannte er lediglich „äußerst inhaltsvoll“.
„Wir haben vereinbart, dass sich die Ukraine, Europa und Amerika in Kürze treffen werden“, sagte Selenskyj nach den Verhandlungen in Kiew, an denen sich auch die Sicherheitsberater der Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien beteiligt hatten. Einen konkreten Termin nannte Selenskyj nicht.

„Besser als Flugabwehrsysteme“

Im Scherz meinte er, die Anwesenheit Witkoffs und Kushners habe „besser funktioniert als die Patriot-Flugabwehrsysteme“. Die beiden Emissäre von US-Präsident Donald Trump sollten öfter nach Kiew kommen, um den Bewohnern eine Chance zu geben, ohne die ständigen russischen Angriffe ein wenig Luft zu holen.
Kremlchef Wladimir Putin hatte für die Dauer des Besuchs der US-Unterhändler eine dreitägige Pause in den Angriffen auf Kiew verkündet, die Ukraine verzichtete dafür in dieser Zeit auf Angriffe gegen Moskau.
Selenskyj bekräftigte zu guter Letzt die Ansicht, dass zur Lösung der wichtigsten Fragen im Ukraine-Konflikt, wie etwa der territorialen Aufteilung, ein Treffen auf höchster Ebene nötig sei.
Putin hat bisher ein direktes Treffen mit Selenskyj an einem neutralen Ort kategorisch abgelehnt. Stattdessen forderte er Selenskyj auf, zu Gesprächen nach Moskau zu kommen. Dies wiederum lehnte der ukrainische Staatschef ab.
Trumps Schwiegersohn Kushner sprach sich für die Wiederaufnahme trilateraler Gespräche der Ukraine und Russlands unter US-Vermittlung aus. „Hoffentlich sehen wir da sehr bald Fortschritte“, wurde er von CNN mit Blick auf die jüngsten Gespräche in Kiew und Moskau zitiert.

Witkoff fordert Russland und Ukraine zu „Kompromissen“ für Kriegsende auf

Der US-Gesandte Steve Witkoff hat Moskau und Kiew zu „Kompromissen“ aufgefordert, um einen Ausweg aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu finden.
„Beide Parteien müssen Kompromisse eingehen und die Meinungsverschiedenheiten abbauen“, sagte Witkoff am Sonntag bei einer Pressekonferenz nach Gesprächen in Kiew. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte, dass territoriale Fragen nur bei einem Treffen beider Staatschefs geklärt werden könnten.
„Wir denken, über die notwendigen Elemente“ für einen Kompromiss zu verfügen, sagte Witkoff in der ukrainischen Hauptstadt, in die er gemeinsam mit dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, erstmals seit Beginn der zweiten Amtszeit Trumps gereist war.
„Es ist sehr schwer, aber wir sind entschlossen, es liegt uns am Herzen und wir hoffen, dass dies alles zu einer erfolgreichen, friedlichen, diplomatischen Lösung führen wird“, fügte Witkoff hinzu.
Er bleibe dabei, „dass derart komplexe Fragen“ nur auf höchster Ebene geklärt werden könnten, betonte Selenskyj.
Er hat seit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar 2022 bereits mehrfach ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gefordert, was dieser aber ablehnt.
Vor dem Besuch in Kiew hatten Witkoff und Kushner am Samstag Putin in Moskau getroffen.(dpa/afp/red)
Categories
deutschland ticker

Erschüttert ins Mark: Sachsen-Anhalts Wahlverlierer Schulze kritisiert Merz

Am Ende eines langen Wahlkampfs wirkt Sven Schulze erschüttert und persönlich bis ins Mark getroffen. Solch einen Wahlkampf habe es vorher nicht gegeben, sagt Sachsen-Anhalts CDU-Ministerpräsident nach der krachenden Niederlage seiner Partei gegen die AfD.
Schulze glaubt, dass die Menschen in seinem Bundesland ein Zeichen setzen wollten – dass er damit die Aufforderung zum Ende der Brandmauer der CDU zur AfD meint, will er aber nicht aussprechen.

Bittere Niederlage mit unter 20 Prozent

Einen Wahlsieg gegen den teilweise wie ein Popstar im Wahlkampf gefeierten AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund erwartete von Schulze am Ende niemand mehr. Aber die Niederlage, die Schulze nun einfuhr, fiel noch bitterer aus als erwartet: Bei deutlich unter 20 Prozent sehen ihn die Hochrechnungen.
Das ist das historisch schlechteste Ergebnis der CDU – bei gleichzeitig einer historisch hohen Wahlbeteiligung.
Das Ergebnis treffe ihn und die CDU „sehr hart“, sagt Schulze. „Wir haben jetzt ein Land, was sehr gespalten ist“. Alle Parteien seien nun gefordert, wieder aufeinander zuzugehen. Gleichzeitig will Schulze aber auch nicht den Erfolg der vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuften AfD kleinreden – „das ist Demokratie“.
Als CDU-Landeschef, früherer EU-Abgeordneter und langjähriger Wirtschaftsminister ist der 47-Jährige zwar gut vernetzt – in seiner Heimat blieb Schulze vielen Menschen aber unbekannt. Die Hoffnung, er könnte als Nachfolger des beliebten Haseloff der AfD die Stirn bieten, erfüllte sich nur bedingt.
Die Zufriedenheit mit seiner Landesregierung gehörte zu den niedrigsten in allen 16 Bundesländern. Zwar trat der häufig blass wirkende Schulze im Schlussspurt des Wahlkampfs deutlich selbstsicherer auf, bei der Frage nach dem bevorzugten Ministerpräsident ließ er AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund hinter sich.

Persönliche Konsequenzen ungewiss

Schulze konnte Siegmund letztlich nichts entgegen setzen. Siegmund hatte seine Popularität in den sozialen Netzwerken aufgebaut – Schulze hatte dort im Vergleich verschwindend wenige Follower.
Dennoch war er bis zum Schluss überzeugt, dass seine „5000 Telefonnummern“ von Brüssel bis Berlin „mehr wert“ sind als tausende Follower und Likes in sozialen Medien – ein Trugschluss.
Welche persönlichen Konsequenzen er womöglich daraus zieht, ließ Schulze zunächst offen. Am Montag und Dienstag treffen sich die Parteigremien und die neue Fraktion – dort werde alles besprochen. Keinen Hehl machte er daraus, dass er von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der Bundesregierung enttäuscht ist – die Berliner Politik habe „Gegenwind“ für ihn bedeutet.
Eine Regierungsbildung an der AfD vorbei dürfte nun nahezu unmöglich, zumindest äußerst schwierig werden. Spekulationen, aus der neuen CDU-Landtagsfraktion könnten Mitglieder zur AfD überlaufen und Siegmund zur absoluten Mehrheit verhelfen, wies Schulze am Sonntagabend noch zurück.
„Wir werden nicht von der CDU zu einer anderen Partei wechseln“, sagte Schulze. Seine Fraktion stehe. Welche Funktionen er selbst in Zukunft noch übernehmen will und kann, war am Sonntag nicht absehbar – unübersehbar war aber Schulzes abgrundtiefe Erschütterung. (afp/red)
Categories
deutschland ticker

Siegmund lehnt AfD-geführte Minderheitsregierung in Sachsen-Anhalt ab

Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lehnt eine Minderheitsregierung unter Führung seiner Partei ab, falls diese nicht die absolute Mehrheit der Mandate gewinnt.
Nach dem Wahlsieg werde es „keine Konstellationen geben mit Minderheitsregierung oder sowas“, sagte Siegmund am Sonntagabend im ZDF. Prinzipiell wäre die AfD zwar offen für eine Koalition mit einer Partei, die einen neuen Kurs in der Migrations- und Energiepolitik umsetzen wolle, einen derartigen Partner sehe er aber derzeit nicht.
„Wir möchten uns nicht verbiegen für irgendwelche Machtoptionen“, sagte Siegmund. Deswegen sei die Alleinregierung das Wahlziel. Der AfD-Politiker äußerte zugleich die Hoffnung auf Stimmen von anderen Parteien.
Er wisse nicht, was in den nächsten Tagen passiere, sagte Siegmund. „Ich weiß nicht, ob es einzelne Abgeordnete gibt, die sagen, ‚jetzt ist Schluss, jetzt spiele ich das hier nicht mehr mit‘.“
Die AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla hatten zuvor eine AfD-Minderheitsregierung oder eine Koalition ins Spiel gebracht.
Sollte die AfD keine absolute Mehrheit erreichen, sei die Partei auch „gesprächsbereit“, sagte Chrupalla im ZDF. „Unsere Hand ist immer ausgestreckt“, betonte ebenfalls Weidel in Bezug auf mögliche Regierungspartner. (afp/red)
Categories
deutschland ticker

TICKER Landtagswahl | BSW offen für Kooperation und Gespräche mit AfD | Rücktritt von Ministerpräsident Schulze gefordert

Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit großem Abstand vor der CDU gewonnen: Die AfD kommt auf 44 bis 44,5 Prozent der Stimmen, die CDU erreichte mit 18,2 Prozent Platz zwei.
Der aktuellen Hochrechnung zufolge erhält die AfD 39 bis 41 Sitze im Landtag (2021: 23), die CDU 16 bis 17 (40). 83 Sitze sind zu verteilen, 42 wäre die Mehrheit. Die Linke kommt auf 8 bis 9 Mandate (12), die SPD auf 7 bis 8 (9) und die Grünen auf 8 (6). Das BSW erhält laut ARD-Prognose 5 Mandate. Ob das BSW in den Landtag kommt, ist ungewiss.
HEUTE19:27 Uhr

Hochrechnung 19:26 Uhr

Die neue Hochrechnung 19:26 ergibt laut ZDF Medien:
  • AfD 44,4 Prozent, 41 Sitze
  • Union 18,2 Prozent, 17 Sitze
  • Linke 9,2 Prozent, 9 Sitze
  • SPD 8,6 Prozent, 8 Sitze
  • BSW 4,8 Prozent,
  • Grüne 8,7 Prozent, 8 Sitze
  • FDP 2,4 Prozent,
  • Sonstige Parteien 3,7 Prozent.
 
HEUTE19:10 Uhr

BSW-Spitzenkandidatin Wittig offen für Kooperation bei Sachfragen mit AfD

BSW-Spitzenkandidatin Claudia Wittig hat sich offen für eine Zusammenarbeit in Sachfragen mit der AfD gezeigt. „Wir werden immer in der Sache entscheiden“, sagte Wittig am Sonntagabend in der ARD. Da gebe es Themen wie die Energiepreispolitik, „das kann man mit der AfD zusammen machen“, bei anderen Themen gebe es „vielleicht nicht so große Schnittmengen“.
Mit Blick auf die Führung der neuen Landesregierung sprach sich Wittig weder für AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund noch für CDU-Amtsinhaber Sven Schulze aus. „Wir möchten einen überparteilichen Ministerpräsidenten“, sagte sie stattdessen.
Wittig sagte allerdings auch, es wäre angesichts des Wahlerfolgs der AfD aus ihrer Sicht „völlig undemokratisch, sie nicht in irgendeiner Weise an der Regierung zu beteiligen“.
HEUTE19:03 Uhr

Hochrechnung 19 Uhr

Die aktuelle Hochrechnung 19:00 ergibt laut ZDF Medien. Im Landtag sind 83 Sitze zu verteilen, 42 bedeuten die Mehrheit.
  • AfD 44,3 Prozent, 41 Sitze
  • Union 18,3 Prozent, 17 Sitze
  • Linke 9,2 Prozent, 9 Sitze
  • SPD 8,7 Prozent, 8 Sitze
  • BSW 4,8 Prozent,
  • Grüne 8,7 Prozent, 8 Sitze
  • FDP 2,4 Prozent,
  • Sonstige Parteien 3,6 Prozent.
 
HEUTE19:01 Uhr

CDU gegen Zusammenarbeit mit Linken

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hat eine Zusammenarbeit mit der Linken in Sachsen-Anhalt nach Schließung der Wahllokale erneut abgelehnt. Bei ihrem Unvereinbarkeitsbeschluss gehe es der CDU nicht um „Arithmetik oder Rechengrößen, sondern um wirklich fundamentale inhaltliche Fragen“, sagte sie am Sonntagabend im ZDF.
„Wie sollen wir mit einer Partei ernsthafte Gespräche führen, die ein schweres Antisemitismus-Problem hat, die ein ganz anderes Gesellschaftsmodell will als wir und die uns vorwirft, faschistische Politik zu machen?“, fragte Hoppermann. „Unsere Linien sind da klar: Es wird da keine Zusammenarbeit mit Linksextremen und Rechtsextremen geben.“
HEUTE19:00 Uhr

SPD: Kein Rücktritt von Klingbeil und Bas

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf will nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt keine Debatte über die SPD-Spitze. Die Frage, ob Lars Klingbeil und Bärbel Bas die Parteiführung abgeben sollten, „das ist wirklich gar keine Frage, die ich mir jetzt gerade stelle“, betonte Klüssendorf im Willy-Brandt-Haus.
Das Wahlergebnis der AfD bedeute eine Zäsur. Das Ergebnis der SPD werte er als „wichtiges Zeichen der Stabilität“.
SPD-Chef Lars Klingbeil sieht im Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt „auch ein Signal an Berlin“. Im ZDF deutete Klingbeil Konsequenzen für den Kurs der Bundesregierung an: „Das ist ein Grund auch nachzudenken über Politik hier in Berlin, über den Reformkurs der Bundesregierung. Und seien Sie sich sicher, das werden wir auch tun.“ Details zu möglichen Kurskorrekturen nannte Klingbeil nicht.
HEUTE18:47 Uhr

Übersicht zu den Wahlergebnissen

Auf der Webseite der Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt sind ab jetzt die Auszählungsstände der Landtagswahl freigeschaltet.
Die Ergebnisse der 41 Wahlkreise können hier verfolgt werden: Wahlergebnisse.
HEUTE18:41 Uhr

Linke: „Schwarzer Tag für Sachsen-Anhalt“

Die Linke in Sachsen-Anhalt hat sich entsetzt über das starke Abschneiden der AfD gezeigt. Dies sei „ein schwarzer Tag für Sachsen Anhalt“, sagte die Linken-Spitzenkandidatin Eva von Angern am Sonntagabend in der ARD. Sie zeigte sich bereit, auch eine CDU-geführte Regierung zu unterstützen. Allen sei „bewusst, dass wir vor einer großen Aufgabe stehen“, sagte von Angern. Die Linke wolle „diese Demokratie verteidigen, weil sie schützt eben Minderheiten“.
Linken-Chefin Ines Schwerdtner hat die CDU aufgefordert, Konsequenzen aus dem schlechten Abschneiden in Sachsen-Anhalt zu ziehen. „Die Politik der Bundesregierung macht den Menschen Angst“, sagte Schwerdtner am Sonntag im ZDF.
„Die Menschen verlieren ihre Arbeitsplätze, können sich ihr Leben nicht mehr leisten – und die CDU wurde dafür ja auch heute abgestraft.“ Es liege nun bei der CDU zu sagen, „wer übernimmt jetzt hier Verantwortung“.
Schwerdtner nannte zudem klare Bedingungen für eine mögliche Tolerierung einer CDU-geführten Regierung in Sachsen-Anhalt. „Es muss ganz klar sein, dass es keine wechselnden Mehrheiten mit der AfD gibt. Das ist ganz eindeutig für uns.“
HEUTE18:37 Uhr

Schulze gratuliert AfD zum Wahlsieg – Rücktritt gefordert

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze hat in einer ersten Reaktion nach der klaren Niederlage seiner Partei der AfD zu ihrem klaren Wahlsieg gratuliert. „Die AfD ist jetzt stärkste Kraft im Landtag von Sachsen-Anhalt. Wir werden auch als CDU mit diesem Ergebnis umgehen müssen.“ Zu möglichen persönlichen Konsequenzen äußerte sich Schulze zunächst nicht.
Erste Rücktrittsrufe kamen aber bereits. So sagte die ehemalige Bildungsministerin und CDU-Landtagsabgeordnete Eva Feußner dem „Stern“: „Wenn ihm dieses Land am Herzen liegt, muss Sven Schulze Konsequenzen ziehen und vom Parteivorsitz zurücktreten. Das geht gar nicht anders.“
Ähnlich äußert sich der Stadtratsvorsitzende von Merseburg und langjährige Kreischef des Saalekreises, Michael Hayn, gegenüber dem „Stern“:  „Der Spitzenkandidat muss für den Wahlkampf die Verantwortung übernehmen“. Das erwarte er jetzt auch von Sven Schulze. „Er tut gut daran, in die zweite Reihe zurückzutreten und dort gegebenenfalls neue Stärke zu sammeln.“

Sven Schulze am 6. August 2026

Foto: via dts Nachrichtenagentur

HEUTE18:34 Uhr

CDU-Generalsekretärin schließt nach CDU-Pleite Debatten über Merz aus

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hat bundespolitische Konsequenzen ausgeschlossen. Es beginne nun keine Diskussion über Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und die Bundesregierung, sagte Hoppermann am Sonntag in der ARD. „Die Bundesregierung und der deutsche Bundestag sind für vier Jahre gewählt“, dies habe in Sachsen-Anhalt nicht zur Debatte gestanden.
Hoppermann räumte die Niederlage der CDU ein, die nach den ersten Prognosen ihr historisch schlechtestes Ergebnis geholt hat. „Das ist eine Niederlage insgesamt für die Christdemokraten“, sagte die CDU-Generalsekretärin.
Eine Koalition mit der AfD, die mit Abstand stärkste Kraft werden wird, schloss Hoppermann kategorisch aus. „Wir arbeiten nicht mit Extremen und vor allem Dingen nicht mit Rechtsextremen zusammen.“
Aus Sicht von Kanzleramtsministerin Nina Warken (CDU) muss die Bundesregierung trotz des schlechten Wahlergebnisses an den Reformplänen festhalten. „Wir müssen den Kurs, den wir da angefangen haben, jetzt fortsetzen“, sagte Warken.
HEUTE18:30 Uhr

Erste Hochrechnung

Die erste Hochrechnung von 18:25 Uhr ergibt laut der Forschungsgruppe Medien.
  • AfD 44,1 Prozent, 41 Sitze
  • Union 18,5 Prozent, 17 Sitze
  • Linke 9,2 Prozent, 9 Sitze
  • SPD 8,8 Prozent, 8 Sitze
  • BSW 4,8 Prozent – nicht im Landtag
  • Grüne 8,7 Prozent, 8 Sitze
  • FDP 2,4 Prozent – nicht im Landtag
  • Sonstige Parteien 3,5 Prozent.
Im Landtag sind 81 Sitze zu verteilen. Bekannt ist mittlerweile, das die AfD 250.000 Menschen hinzugewinnen konnte, die aus dem Lager der Nichtwähler stammen.
HEUTE18:30 Uhr

Klüssendorf beurteilt AfD-Ergebnis als „wirklich dramatisch“

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat sich erschrocken über das starke Abschneiden der AfD gezeigt. Im ZDF sprach der SPD-Politiker von einem „wirklich dramatischen Ergebnis für die AfD“. Erleichtert zeigte er sich darüber, dass die SPD ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Landtagswahl halten konnte, auch wenn dies „jetzt kein riesiger Erfolg“ sei.
Ersten Prognosen zufolge kann die SPD mit acht bis neun Prozent rechnen. Im Magdeburger Landtag werde die SPD ihren Beitrag dazu leisten, „eine demokratische Mehrheit zu bilden gegenüber der AfD“, sagte Klüssendorf weiter. Er erwarte eine „sehr schwierige Regierungsbildung“, fügte der SPD-Politiker hinzu.
HEUTE18:30 Uhr

Grüne sind zufrieden

Die Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz hat sich nach der Wahl in Sachsen-Anhalt zufrieden zum Abschneiden ihrer Partei geäußert.
„Die Zahlen heute, die wir gerade gesehen haben, die sind natürlich für uns toll“, sagte sie am Sonntagabend im ZDF. Zugleich sei das starke Abschneiden der AfD „besorgniserregend“. Das Ergebnis ihrer Partei wertete sie als Auftrag der Zivilgesellschaft, eine Alleinregierung der AfD zu verhindern.
Ob dies gelinge, könne sie am frühen Abend zunächst noch nicht sagen. „Aber den Menschen, die Hoffnung in uns gesetzt haben, denen verspreche ich schon heute: Diese Hoffnung ist nicht umsonst“, sagte sie weiter.
HEUTE18:22 Uhr

Siegmund: „Wir haben in diesem Land Geschichte geschrieben“

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt für seine Partei als großen Erfolg gewertet und den Anspruch auf eine grundlegende Wende in dem Bundesland angemeldet. „Wir haben in diesem Land Geschichte geschrieben“, sagte Siegmund kurz nach Schließung der Wahllokale am Sonntagabend der ARD. Das Ergebnis sei „ein Zeichen, das könnte kaum deutlicher sein“.
Siegmund kündigte an, er wolle nun „allen Kräften die Hand ausstrecken, die mit uns eine grundlegende Politikwende herbeiführen wollen“. Er werde sich aber nicht „verbiegen“, um Mehrheiten zu erreichen.
Er werde sich nicht „verbiegen“, um Mehrheiten zu erreichen, sagte Siegmund weiter. „Wir werden nicht unsere Grundposition, die Deutschland gerade dahin gebracht hat, wo es ist, aufgeben für irgendwelche Machtoptionen.“ Konkret nannte er dabei die Themen Migration und Innere Sicherheit sowie „die verrückte Energiepolitik“. Das seien Themen, „die sind nicht verhandelbar“.
„Die Menschen haben ein ganz klares politisches Zeichen hier in Sachsen-Anhalt ausgesprochen“, sagte Siegmund weiter. Dies sei „auch ein Zeichen in Richtung Berlin“. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sei „ein sehr guter Wahlkämpfer“ für die AfD gewesen, spottete der Spitzenkandidat. Merz sei „jeden Tag einer zu viel im Kanzleramt“. Mit dem Wahlergebnis zeigte er sich zufrieden: „Wir haben genau das geschafft, was wir schaffen wollten.“
HEUTE18:14 Uhr

Weidel sieht Regierungsauftrag für AfD

Nach dem Wahlsieg der AfD sieht Bundesvorsitzende Alice Weidel den Regierungsauftrag bei ihrer Partei. „Das ist ein historisches Ergebnis, und es ist ein ganz klarer Regierungsauftrag“, sagte Weidel am Sonntagabend im ZDF. In welcher Form die AfD in Sachsen-Anhalt regieren werde – „durch eine Tolerierung oder durch eine Koalition, das wird sich einfach noch zeigen“, fügte sie hinzu.
„Unsere Hand ist immer ausgestreckt“, sagte Weidel in Bezug auf mögliche Regierungspartner. Der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt sei bei seiner Entscheidung „völlig unabhängig“ von der Bundespartei. „Der Landesverband hat gezeigt, dass er es kann.“
„Wir gehen hier durch die Decke, wir werden in ganz Ostdeutschland durch die Decke gehen, auch im Bund“, sagte die AfD-Chefin weiter. „Die CDU wird keine Wahl mehr gewinnen.“
Eine Neuauflage der bisher in Sachsen-Anhalt regierenden Koalition aus CDU, SPD und FDP ist mit den aktuellen Prognosen ausgeschlossen. Es war das einzige derartige Bündnis auf Landesebene.
Wahrscheinlich ist allerdings, dass die Regierung ihre Amtsgeschäfte noch eine Weile weiterführen wird, denn die Gespräche zur Bildung einer neuen Koalition dürften schwierig werden.
HEUTE18:02 Uhr

Die erste Prognose von 18:00 Uhr

Die erste Prognose der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist da: Die AfD liegt bei 44 Prozent, die Union bei 18,5 Es zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab – um 16:00 Uhr lag sie bei 65,3 Prozent. Das waren bereits mehr Bürger, als 2021 insgesamt gewählt hatten. Das ZDF rechnet mit einer Wahlbeteiligung von über 80 Prozent.
Die 18-Uhr-Prognose von ZDF ergibt für die Parteien (ohne Briefwahl):
  • AfD 44,0 Prozent. (+23,2)
  • Union 18,5 Prozent (-18,6)
  • Linke 9 Prozent (-2,0)
  • SPD 9 Prozent (+0,6)
  • BSW 4,8 Prozent (+4,8)
  • Grüne 8,5 Prozent (+2,6)
  • FDP 2,5 Prozent (-3,9)
  • Sonstige Parteien 3,7 Prozent (-6,7)
Den Prognosen zufolge erhält die AfD 39 bis 41 Sitze im Landtag (2021: 23), die CDU 16 bis 17 (40). Die Linke kommt auf 8 bis 9 Mandate (12), die SPD auf 7 bis 8 (9) und die Grünen auf 8 (6). Das BSW erhält laut ARD-Prognose 5 Mandate.
Die Wahlbeteiligung erreichte laut ZDF mit 80,0 Prozent einen historischen Höchststand in dem ostdeutschen Bundesland. Die bisherige Höchstmarke lag bei 71,1 Prozent im Jahr 1998. Bei der letzten Wahl am 6. Juni 2021 hatten 60,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.
 
HEUTE17:39 Uhr

Medieninteresse an zentraler Wahlveranstaltung ist riesig

Die zentrale Wahlveranstaltung des Landtags findet in der Messe Magdeburg statt. In einer Halle treffen sich die Fraktionen und Parteien, in einer anderen die Medien. Viele Politiker sind bereits vor Ort. 500 Medienvertreter sind akkreditiert, Journalisten haben keinen Zutritt zur Halle der Fraktionen. Im Zwischenbereich sind Interviews und Gespräche möglich.
HEUTE16:30 Uhr

Linke Demonstranten versammeln sich am Magdeburger Hauptbahnhof

Am Hauptbahnhof in Magdeburg versammeln sich die ersten linken Demonstranten. Sie hielten unter anderem Banner mit der Aufschrift „Sozialismus oder Barbarei“ oder „Faschismus bekämpfen“ hoch.
Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Demonstration ist Medienberichten zufolge nicht angemeldet.
Auf dem Domplatz versammelte sich die DGB-Jugend sowie Greenpeace; eine riesige Regenbogenfahne wurde ausgebreitet. Die Polizei sichert die Veranstaltung ab. 
Die Polizei meldet auf X: „Im Stadtgebiet von Magdeburg finden derzeit 4 Versammlungen im Zusammenhang mit der Landtagswahl statt, welche von unseren Einsatzkräften begleitet werden. Es kann zu Verkehrsbehinderungen kommen.
HEUTE16:26 Uhr

Wahlbeteiligung bisher bei über 65 Prozent

Es zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Um 16:00 Uhr am Sonntag lag sie bei 65,3 Prozent, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte.
Zum gleichen Zeitpunkt lag sie 2021 bei 41,0 Prozent, am Ende waren es 60,3 Prozent.
HEUTE15:17 Uhr

Polizei ist mit allen Kräften im Einsatz

Die Polizei in Sachsen-Anhalt ist mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz. Es wurde Unterstützung aus anderen Bundesländern angefordert – Einheiten aus Hamburg, Schleswig-Holstein, dem Saarland, Hessen, Bayern und Thüringen sind vor Ort.
Zum einen ist die Polizei laut Innenministerium flächendeckend präsent, um die per Grundgesetz garantierte freie und unbeeinflusste Ausübung des Wahlrechts zu garantieren. Zudem waren für den Sonntag mehrere Demonstrationen angemeldet, ab dem Nachmittag in Magdeburg beispielsweise auf dem Domplatz unter dem Motto „Sachsen-Anhalt juckt mich! Sachsen-Anhalt bleibt weltoffen!“.
Auch müssen Wahlpartys der Parteien sowie die zentrale Veranstaltung des Landtags in den Magdeburger Messehallen abgesichert werden. Für die Berichterstattung sind mehrere Hundert Medienvertreter angemeldet.
Die Polizei teilte auf X mit: „Der Wahlsonntag verläuft im Zuständigkeitsbereich der PI Magdeburg bislang ruhig. Uns liegen keine Erkenntnisse zu Störungen des Wahlgeschehens vor.

Die Polizei sichert den Landtag von Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 in Magdeburg, Deutschland.

Foto: Omer Messinger/Getty Images

HEUTE14:46 Uhr

Wahlbeteiligung um 14:00 Uhr doppelt so hoch wie 2021

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Um 14:00 Uhr am Sonntag lag sie bei 54,4 Prozent, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte.
Das war ein doppelt so hoher Wert wie bei der letzten Landtagswahl am 6. Juni 2021, als um 14:00 Uhr 27,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten.
Die Zahl beruht auf stichprobenartigen Rückmeldungen aus den repräsentativen Urnenwahlbezirken, wie die Landeswahlleiterin erklärte. Die Briefwahl ist nicht eingerechnet.
HEUTE13:52 Uhr

SPD-Kandidat wählte im Harz

SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann wählte im Harz. „Möge die Sonne auch die nächsten Jahre über Sachsen-Anhalt scheinen“, sagte der Politiker dpa anschließend. Eine Alleinregierung der AfD wäre „ein schwerer Schaden fürs Land“.
HEUTE12:25 Uhr

Deutlich höhere Wahlbeteiligung

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich zum Mittag eine deutlich höhere Wahlbeteiligung ab. Bis 12:00 Uhr am Sonntag hatten 34,72 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte. Zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2021, bei der letzten Landtagswahl, waren es nur 22,4 Prozent.
Erste Prognosen werden mit der Schließung der Wahllokale um 18:00 Uhr erwartet. Die Abstimmung in Sachsen-Anhalt könnte Signalwirkung für die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern in zwei Wochen und auch für die Bundespolitik haben.
HEUTE12:12 Uhr

Vorwahl-Daten

Die AfD wird in Wahlumfragen vor der Wahl bei bis zu 41 Prozent gesehen, das könnte im Landtag bis zu 45 Prozent der Sitze ausmachen. Laut dem ZDF-Politbarometer vom 4. September 2026 tendieren die Wähler zu: 
  • AfD 41 Prozent, 
  • Union 23 Prozent, 
  • Linke 11,5 Prozent. 
  • SPD 8,5 Prozent, 
  • BSW 4 Prozent, 
  • Grüne 6 Prozent,
  • FDP 3 Prozent,
  • Sonstige Parteien 3 Prozent.

Daten des ZDF-Politbarometer vom 4. September 2026 – zwei Tage vor der Wahl.

Foto: Epoch Times

Mögliche Sitzverteilung im Magdeburger Landtag lt. den Daten vom 3. September 2026.

Foto: Epoch Times

HEUTE11:15 Uhr

Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Schulze hat gewählt

Nach AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat auch Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) seine Stimme zur Landtagswahl abgegeben. Er machte sein Kreuz am Sonntagvormittag in einem Wahllokal beim AWO-Landesverband Sachsen-Anhalt.
Schulze verwies vor seiner Stimmabgabe darauf, dass eine hohe Wahlbeteiligung zu erwarten sei. Das habe die Briefwahl schon gezeigt. „Sachsen-Anhalt hat viele Aufgaben zu lösen in den nächsten Wochen“, so Schulze.
„Heute schaut jeder auf Sachsen-Anhalt, aber morgen wird nicht jeder auf Sachsen-Anhalt warten.“ Deswegen sei es ein wichtiger Tag für das ganze Bundesland, für Deutschland, und auch für Europa.
HEUTE11:00 Uhr

AfD-Spitzenkandidat Siegmund gibt Stimme in Tangermünde ab

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat am Sonntagmorgen der Spitzenkandidat der AfD, Ulrich Siegmund, seine Stimme abgegeben. Der 35-Jährige und seine Ehefrau Julia fuhren auf einer Simson vor einem Wahllokal in seiner Heimatstadt Tangermünde vor.
Die AfD liegt in den Umfragen weit vor der regierenden CDU von Ministerpräsident Sven Schulze. Siegmund hat als Wahlziel „45 Prozent plus X“ ausgerufen.
HEUTE8:00 Uhr

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Wahllokale geöffnet

In Sachsen-Anhalt haben die Wahllokale für die Landtagswahl geöffnet. Seit 8.00 Uhr können die Menschen ihre Stimme abgeben. Die Wahllokale sind bis 18:00 Uhr geöffnet. Anschließend beginnt die Auszählung. Die Landeswahlleiterin rechnet mit einem vorläufigen Endergebnis am frühen Montagmorgen.
Die erste Sitzung des neuen Landtags von Sachsen-Anhalt muss spätestens am 30. Tag nach der Wahl stattfinden, das ist der 6. Oktober. Dann enden auch die Amtszeiten der Minister und des Regierungschefs.
Sie sind laut Verfassung verpflichtet, die Geschäfte weiterzuführen, bis ihre Nachfolger übernehmen. Es gibt keine Frist, bis wann ein neuer Regierungschef gewählt sein muss, aber Fristen für mögliche weitere Wahlgänge, sollten der erste und weitere scheitern.
HEUTE7:42 Uhr

Merz: „Wohlstand für alle Generationen“

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) äußerte sich am 5. September zur Landtagswahl und zeigte sich dabei auch selbstkritisch. „Ich gebe zu, angesichts der Umfrageergebnisse und der zu befürchtenden Wahlergebnisse hat das, was wir bisher getan haben, nicht ausgereicht“, sagte er bei einer Wahlkampfveranstaltung zur nächste Woche anstehenden niedersächsischen Kommunalwahl in Langenhagen bei Hannover. Mit Blick auf die AfD sagte er: „Wir müssen die Auseinandersetzung mit dieser Partei besser führen.“
Er kündigte eine grundsätzliche Diskussion in der CDU nach der Landtagswahl an über „die Erzählung, das große Design, das Narrativ“ für Deutschland. Als Beispiel nannte er das Buch „Wohlstand für alle“ des ehemaligen Wirtschaftsministers und Kanzlers Ludwig Erhard von 1957. Erhard habe damit „die Erzählung gesetzt“, die das sogenannte Wirtschaftswunder ausgelöst habe.
Merz schlug in Anlehnung daran den Satz „Wohlstand für alle Generationen“ vor. Es gehe darum, auch der nächsten und übernächsten Generation die Chance zu geben, „in Freiheit, Frieden, Wohlstand und mit einem hohen Maß an sozialer Gerechtigkeit zu leben“, sagte er.
HEUTE7:19 Uhr

Welche Koalitionen sind denn denkbar?

Sollte die AfD keine absolute Mehrheit erreichen, wäre sie auf Bündnispartner angewiesen, um an die Regierung zu kommen. Allerdings will keine der anderen Parteien mit ihr koalieren. Siegmund wiederum hat zuletzt bekräftigt, dass er sich nur zur Wahl als Regierungschef stellt, wenn seine Partei die absolute Mehrheit holt und alleine regieren kann.
Wenn die AfD dieses Ziel verpasst, könnte eine CDU-geführte Minderheitsregierung ins Spiel kommen. Diese könnte allerdings auf Stimmen der Linken angewiesen sein – ähnlich wie in Sachsen und Thüringen.
Das Problem: Die CDU lehnt für sich in einem Parteitagsbeschluss eine Koalition und „ähnliche Formen der Zusammenarbeit“ mit den Linken ebenso ab wie mit der AfD. Ministerpräsident Sven Schulze’s (CDU) Wunschszenario einer Mehrheit für die sogenannten Parteien der Mitte – etwa für CDU, SPD und Grüne – erscheint angesichts der Umfragen sehr unwahrscheinlich.

Wahlplakate zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, September 2026.

Foto: John MacDougall/AFP via Getty Images

GESTERN17:52 Uhr

15.000 Teilnehmer bei Demokratiefestival

Am Samstag haben sich in Magdeburg mehrere tausend Menschen zu einem Demokratiefestival des Bündnisses Sachsen-Anhalt weltoffen versammelt. Sie zogen vom Hauptbahnhof zum Domplatz.
Die Polizei war wegen insgesamt acht Versammlungen im Großeinsatz. Auf dem Domplatz versammelten sich nach Angaben eines Polizeisprechers rund 8000 Menschen. Der Veranstalter teilte mit, mehr als 15.000 Menschen seien dem Aufruf gefolgt.
GESTERN8:47 Uhr

Siegmund lässt Ministerpräsidenten-Wahl offen

Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lässt offen, ob er sich im Fall einer absoluten Mehrheit zum Ministerpräsidenten wählen lassen will.
Auf die Frage, ob er bei einer Ein-Stimmen-Mehrheit im Landtag das Ministerpräsidentenamt anstrebe, sagte Siegmund der „BILD“: „Das werden wir am Montag entscheiden. Gucken wir mal, wie es ausgeht.“
Siegmund sagte, es gehe ihm um eine „stabile Mehrheit“ im Landtag. „Was mache ich, wenn mal ein oder zwei oder drei Abgeordnete im Krankenhaus sind? Soll ich die dann mit der Trage in den Landtag reintragen zum Abstimmen?“, sagte Siegmund. Es dürfe nicht so sein, dass der „Fortschritt des Landes gelähmt“ sei, „weil ein oder zwei Abgeordnete gesundheitsbedingt ausfallen“.
GESTERN7:48 Uhr

Tausende zu Kundgebungen vor Wahl in Sachsen-Anhalt erwartet

Am Wahlwochenende in Sachsen-Anhalt werden mehrere tausend Menschen zu Demonstrationen erwartet. Neben einem Dutzend Veranstaltungen in Magdeburg und Kundgebungen für Demokratie in Halle findet die größte Demo mit rund 8.000 Teilnehmern auf dem Magdeburger Domplatz statt, organisiert von Gewerkschaften und Zivilgesellschaft. Zeitgleich hält die in Umfragen führende AfD dort ihren Wahlkampfabschluss ab.

Am 5. September 2026, einen Tag vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, versammeln sich Menschen bei einem Festival der Demokratie in Magdeburg, um für eine offene, auf Solidarität basierende Gesellschaft zu demonstrieren.

Foto: John MacDougall/AFP via Getty Images

4. Sep.18:36 Uhr

Bei Wahlsieg: CDU-Politiker sieht Auftrag für Regierungsbildung bei AfD

Ein möglicher Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt sorgt in der Bundes-CDU für Diskussionen. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Sepp Müller (CDU), sah die Verantwortung für eine Regierungsbildung nach den bisherigen Umfragen bei der AfD.
Müller widersprach zudem Berichten, wonach einige CDU-Landtagsabgeordnete bereit sein könnten, den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten zu wählen. „Also ich glaube, das ist eher eine Ente“, sagte er. Die CDU-Abgeordneten würden den aktuellen Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) unterstützen.
4. Sep.17:40 Uhr

Wagenknecht sieht Manöver vor Wahl in Sachsen-Anhalt

Nach dem Austritt mehrerer Landtagsabgeordneter in Thüringen sieht BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht ein bewusstes Manöver, um ihrer Partei vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt zu schaden.
Zehn Abgeordnete der BSW-Landtagsfraktion um die bisherige Landeschefin Katja Wolf hatten am Freitag ihren Parteiaustritt erklärt und dies vor allem mit der Einmischung der Parteispitze im Wagenknecht und deren fehlender Distanz zur AfD begründet. Zuvor waren bereits drei andere BSW-Landtagsabgeordnete aus Partei und Fraktion sowie ein weiterer Abgeordneter aus der Partei ausgetreten.
 
Mit Material von Nachrichtenagenturen
Categories
deutschland ticker

AfD-Erdrutschsieg in Sachsen-Anhalt – absolute Mehrheit unklar – CDU abgeschlagen

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund am Sonntag mit großem Abstand gewonnen – ob es zu einer absoluten Mehrheit reichen würde, war zunächst unklar.
AfD-Bundeschefin Alice Weidel beanspruchte für ihre Partei die Regierungsbildung. Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) räumte seine Niederlage ein.

In Zahlen: AfD bei über 44 Prozent

Laut Hochrechnungen von ARD und ZDF kam die AfD auf 44,1 bis 44,5 Prozent der Stimmen – ein Plus von mehr als 23 Prozentpunkten im Vergleich zur Wahl im Juni 2021.
Die Christdemokraten von Ministerpräsident Schulze erreichten mit 18,5 Prozent deutlich abgeschlagen Platz zwei. Die CDU büßte im Vergleich zur Wahl im Juni 2021 18,6 Prozentpunkte ein.
Auch die Linke mit 9,2 bis 9,4 Prozent, die SPD mit 8,2 bis 8,8 Prozent und die Grünen mit 8,7 Prozent schafften es demnach wieder in den Magdeburger Landtag, während das BSW mit 4,8 bis fünf Prozent um den Einzug ins Landesparlament zittern musste. Die FDP scheiterte bis 2,1 bis 2,4 Prozent klar an der Fünfprozenthürde.

83 Sitze im Landtag zu vergeben

Den Hochrechnungen zufolge kann die AfD mit 39 bis 41 Sitzen im 83 Sitze umfassenden Landtag rechnen. Die CDU kommt auf 16 bis 17 Mandate. Acht bis neun Sitze gehen an die Linke, sieben bis acht Mandate an die SPD, acht Sitze an die Grünen und möglicherweise vier bis fünf Mandate an das BSW.
Eine absolute Mehrheit ergibt sich für die AfD bei dieser Sitzverteilung nicht. Parteichefin Weidel formulierte jedoch einen klaren Machtanspruch.
„Das ist ein historisches Ergebnis, und es ist ein ganz klarer Regierungsauftrag“, sagte Weidel am Abend im ZDF. In welcher Form die AfD in Sachsen-Anhalt regieren werde, „durch eine Tolerierung oder durch eine Koalition, das wird sich einfach noch zeigen“.
AfD-Spitzenkandidat Siegmund meldete den Anspruch auf eine grundlegende Wende in dem ostdeutschen Bundesland an. „Wir haben in diesem Land Geschichte geschrieben“, sagte Siegmund in der ARD. Er wolle nun „allen Kräften die Hand ausstrecken, die mit uns eine grundlegende Politikwende herbeiführen wollen“. Er werde sich aber nicht „verbiegen“, um Mehrheiten zu erreichen.
Da alle anderen Parteien nicht mit der AfD zusammenarbeiten wollen und die CDU auch Bündnisse mit der Linken grundsätzlich ausschließt, reicht es nicht für eine Koalition mit parlamentarischer Mehrheit. Sollte es für eine absolute Mehrheit der AfD nicht reichen, erscheint politisch und rechnerisch eine von der Linken tolerierte Minderheitsregierung unter CDU-Führung möglich.

CDU-Ministerpräsident gratuliert AfD

Ministerpräsident Schulze gratulierte der AfD zum Wahlsieg. „Der Wahlsieger, die AfD, ist jetzt stärkste Kraft im Landtag von Sachsen-Anhalt“, sagte Schulze Sonntagabend vor Anhängern seiner Partei in Magdeburg. „Wir werden auch als CDU mit diesem Ergebnis umgehen müssen“, sagte der CDU-Politiker.
Er beklagte in seiner ersten Analyse die Folgen der Politik der Bundesregierung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), die zu seiner Niederlage beigetragen habe. „Wir hatten oft Gegenwind, und das war nicht immer ganz einfach.“

Sven Schulze am 06.09.2026.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

BSW für überparteilichen Ministerpräsident

Ob die AfD an die Macht kommt, könnte auch entscheidend vom BSW abhängen – sofern es die Partei in den Landtag schafft. Die BSW-Spitze um Parteigründerin Sahra Wagenknecht hält die sogenannte Brandmauer für gescheitert.
Das BSW will Schulze abwählen und wirbt für einen „überparteilichen Ministerpräsidenten“, der mit wechselnden Mehrheiten unter Einbindung der AfD regiert. Sollten die anderen Parteien das nicht mittragen, würde sich das BSW bei der Wahl eines Ministerpräsidenten im dritten Wahlgang enthalten, was dem AfD-Kandidaten Siegmund den Weg ebnen könnte.

BSW-Wahlparty am 06.09.2026.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

Die Wahlbeteiligung erreichte laut ZDF mit 80,0 Prozent einen historischen Höchststand in dem ostdeutschen Bundesland. Die bisherige Höchstmarke lag bei 71,1 Prozent im Jahr 1998. Bei der letzten Wahl am 6. Juni 2021 hatten 60,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.
Zur Wahl aufgerufen waren in Sachsen-Anhalt knapp 1,7 Millionen Menschen. Der Wahlausgang könnte Signalwirkung haben, denn in zwei Wochen wählen auch Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Auch in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD in Umfragen vorn, der Abstand zur nachfolgenden SPD schrumpfte aber zuletzt.(afp/red)
Categories
deutschland ticker

TICKER Landtagswahl | Schulze gratuliert AfD zum Wahlsieg – Rücktritt gefordert | BSW offen für Gespräche mit AfD

Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt laut Prognosen und der ersten Hochrechnung mit großem Abstand vor der CDU gewonnen: Die AfD kommt auf 44 bis 44,5 Prozent der Stimmen, die CDU erreichte mit 18,5 Prozent Platz zwei.
Der aktuellen Hochrechnung zufolge erhält die AfD 39 bis 41 Sitze im Landtag (2021: 23), die CDU 16 bis 17 (40). Die Linke kommt auf 8 bis 9 Mandate (12), die SPD auf 7 bis 8 (9) und die Grünen auf 8 (6). Das BSW erhält laut ARD-Prognose 5 Mandate. Ob das BSW in den Landtag kommt, ist ungewiss.
HEUTE19:10 Uhr

BSW-Spitzenkandidatin Wittig offen für Kooperation bei Sachfragen mit AfD

BSW-Spitzenkandidatin Claudia Wittig hat sich offen für eine Zusammenarbeit in Sachfragen mit der AfD gezeigt. „Wir werden immer in der Sache entscheiden“, sagte Wittig am Sonntagabend in der ARD. Da gebe es Themen wie die Energiepreispolitik, „das kann man mit der AfD zusammen machen“, bei anderen Themen gebe es „vielleicht nicht so große Schnittmengen“.
Mit Blick auf die Führung der neuen Landesregierung sprach sich Wittig weder für AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund noch für CDU-Amtsinhaber Sven Schulze aus. „Wir möchten einen überparteilichen Ministerpräsidenten“, sagte sie stattdessen.
Wittig sagte allerdings auch, es wäre angesichts des Wahlerfolgs der AfD aus ihrer Sicht „völlig undemokratisch, sie nicht in irgendeiner Weise an der Regierung zu beteiligen“.
HEUTE19:03 Uhr

Hochrechnung 19 Uhr

Die aktuelle Hochrechnung 19:00 ergibt laut ZDF Medien. Im Landtag sind 83 Sitze zu verteilen, 42 bedeuten die Mehrheit.
  • AfD 44,3 Prozent, 41 Sitze
  • Union 18,3 Prozent, 17 Sitze
  • Linke 9,2 Prozent, 9 Sitze
  • SPD 8,7 Prozent, 8 Sitze
  • BSW 4,8 Prozent,
  • Grüne 8,7 Prozent, 8 Sitze
  • FDP 2,4 Prozent,
  • Sonstige Parteien 3,6 Prozent.
HEUTE19:01 Uhr

CDU gegen Zusammenarbeit mit Linken

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hat eine Zusammenarbeit mit der Linken in Sachsen-Anhalt nach Schließung der Wahllokale erneut abgelehnt. Bei ihrem Unvereinbarkeitsbeschluss gehe es der CDU nicht um „Arithmetik oder Rechengrößen, sondern um wirklich fundamentale inhaltliche Fragen“, sagte sie am Sonntagabend im ZDF.
„Wie sollen wir mit einer Partei ernsthafte Gespräche führen, die ein schweres Antisemitismus-Problem hat, die ein ganz anderes Gesellschaftsmodell will als wir und die uns vorwirft, faschistische Politik zu machen?“, fragte Hoppermann. „Unsere Linien sind da klar: Es wird da keine Zusammenarbeit mit Linksextremen und Rechtsextremen geben.“
HEUTE19:00 Uhr

SPD: Kein Rücktritt von Klingbeil und Bas

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf will nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt keine Debatte über die SPD-Spitze. Die Frage, ob Lars Klingbeil und Bärbel Bas die Parteiführung abgeben sollten, „das ist wirklich gar keine Frage, die ich mir jetzt gerade stelle“, betonte Klüssendorf im Willy-Brandt-Haus.
Das Wahlergebnis der AfD bedeute eine Zäsur. Das Ergebnis der SPD werte er als „wichtiges Zeichen der Stabilität“.
SPD-Chef Lars Klingbeil sieht im Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt „auch ein Signal an Berlin“. Im ZDF deutete Klingbeil Konsequenzen für den Kurs der Bundesregierung an: „Das ist ein Grund auch nachzudenken über Politik hier in Berlin, über den Reformkurs der Bundesregierung. Und seien Sie sich sicher, das werden wir auch tun.“ Details zu möglichen Kurskorrekturen nannte Klingbeil nicht.
HEUTE18:47 Uhr

Übersicht zu den Wahlergebnissen

Auf der Webseite der Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt sind ab jetzt die Auszählungsstände der Landtagswahl freigeschaltet.
Die Ergebnisse der 41 Wahlkreise können hier verfolgt werden: Wahlergebnisse.
HEUTE18:41 Uhr

Linke: „Schwarzer Tag für Sachsen-Anhalt“

Die Linke in Sachsen-Anhalt hat sich entsetzt über das starke Abschneiden der AfD gezeigt. Dies sei „ein schwarzer Tag für Sachsen Anhalt“, sagte die Linken-Spitzenkandidatin Eva von Angern am Sonntagabend in der ARD. Sie zeigte sich bereit, auch eine CDU-geführte Regierung zu unterstützen. Allen sei „bewusst, dass wir vor einer großen Aufgabe stehen“, sagte von Angern. Die Linke wolle „diese Demokratie verteidigen, weil sie schützt eben Minderheiten“.
Linken-Chefin Ines Schwerdtner hat die CDU aufgefordert, Konsequenzen aus dem schlechten Abschneiden in Sachsen-Anhalt zu ziehen. „Die Politik der Bundesregierung macht den Menschen Angst“, sagte Schwerdtner am Sonntag im ZDF.
„Die Menschen verlieren ihre Arbeitsplätze, können sich ihr Leben nicht mehr leisten – und die CDU wurde dafür ja auch heute abgestraft.“ Es liege nun bei der CDU zu sagen, „wer übernimmt jetzt hier Verantwortung“.
Schwerdtner nannte zudem klare Bedingungen für eine mögliche Tolerierung einer CDU-geführten Regierung in Sachsen-Anhalt. „Es muss ganz klar sein, dass es keine wechselnden Mehrheiten mit der AfD gibt. Das ist ganz eindeutig für uns.“
HEUTE18:37 Uhr

Schulze gratuliert AfD zum Wahlsieg – Rücktritt gefordert

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze hat in einer ersten Reaktion nach der klaren Niederlage seiner Partei der AfD zu ihrem klaren Wahlsieg gratuliert. „Die AfD ist jetzt stärkste Kraft im Landtag von Sachsen-Anhalt. Wir werden auch als CDU mit diesem Ergebnis umgehen müssen.“ Zu möglichen persönlichen Konsequenzen äußerte sich Schulze zunächst nicht.
Erste Rücktrittsrufe kamen aber bereits. So sagte die ehemalige Bildungsministerin und CDU-Landtagsabgeordnete Eva Feußner dem „Stern“: „Wenn ihm dieses Land am Herzen liegt, muss Sven Schulze Konsequenzen ziehen und vom Parteivorsitz zurücktreten. Das geht gar nicht anders.“
Ähnlich äußert sich der Stadtratsvorsitzende von Merseburg und langjährige Kreischef des Saalekreises, Michael Hayn, gegenüber dem „Stern“:  „Der Spitzenkandidat muss für den Wahlkampf die Verantwortung übernehmen“. Das erwarte er jetzt auch von Sven Schulze. „Er tut gut daran, in die zweite Reihe zurückzutreten und dort gegebenenfalls neue Stärke zu sammeln.“

Sven Schulze am 6. August 2026

Foto: via dts Nachrichtenagentur

HEUTE18:34 Uhr

CDU-Generalsekretärin schließt nach CDU-Pleite Debatten über Merz aus

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hat bundespolitische Konsequenzen ausgeschlossen. Es beginne nun keine Diskussion über Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und die Bundesregierung, sagte Hoppermann am Sonntag in der ARD. „Die Bundesregierung und der deutsche Bundestag sind für vier Jahre gewählt“, dies habe in Sachsen-Anhalt nicht zur Debatte gestanden.
Hoppermann räumte die Niederlage der CDU ein, die nach den ersten Prognosen ihr historisch schlechtestes Ergebnis geholt hat. „Das ist eine Niederlage insgesamt für die Christdemokraten“, sagte die CDU-Generalsekretärin.
Eine Koalition mit der AfD, die mit Abstand stärkste Kraft werden wird, schloss Hoppermann kategorisch aus. „Wir arbeiten nicht mit Extremen und vor allem Dingen nicht mit Rechtsextremen zusammen.“
Aus Sicht von Kanzleramtsministerin Nina Warken (CDU) muss die Bundesregierung trotz des schlechten Wahlergebnisses an den Reformplänen festhalten. „Wir müssen den Kurs, den wir da angefangen haben, jetzt fortsetzen“, sagte Warken.
HEUTE18:30 Uhr

Erste Hochrechnung

Die erste Hochrechnung von 18:25 Uhr ergibt laut der Forschungsgruppe Medien.
  • AfD 44,1 Prozent, 41 Sitze
  • Union 18,5 Prozent, 17 Sitze
  • Linke 9,2 Prozent, 9 Sitze
  • SPD 8,8 Prozent, 8 Sitze
  • BSW 4,8 Prozent – nicht im Landtag
  • Grüne 8,7 Prozent, 8 Sitze
  • FDP 2,4 Prozent – nicht im Landtag
  • Sonstige Parteien 3,5 Prozent.
Im Landtag sind 81 Sitze zu verteilen. Bekannt ist mittlerweile, das die AfD 250.000 Menschen hinzugewinnen konnte, die aus dem Lager der Nichtwähler stammen.
HEUTE18:30 Uhr

Klüssendorf beurteilt AfD-Ergebnis als „wirklich dramatisch“

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat sich erschrocken über das starke Abschneiden der AfD gezeigt. Im ZDF sprach der SPD-Politiker von einem „wirklich dramatischen Ergebnis für die AfD“. Erleichtert zeigte er sich darüber, dass die SPD ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Landtagswahl halten konnte, auch wenn dies „jetzt kein riesiger Erfolg“ sei.
Ersten Prognosen zufolge kann die SPD mit acht bis neun Prozent rechnen. Im Magdeburger Landtag werde die SPD ihren Beitrag dazu leisten, „eine demokratische Mehrheit zu bilden gegenüber der AfD“, sagte Klüssendorf weiter. Er erwarte eine „sehr schwierige Regierungsbildung“, fügte der SPD-Politiker hinzu.
HEUTE18:30 Uhr

Grüne sind zufrieden

Die Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz hat sich nach der Wahl in Sachsen-Anhalt zufrieden zum Abschneiden ihrer Partei geäußert.
„Die Zahlen heute, die wir gerade gesehen haben, die sind natürlich für uns toll“, sagte sie am Sonntagabend im ZDF. Zugleich sei das starke Abschneiden der AfD „besorgniserregend“. Das Ergebnis ihrer Partei wertete sie als Auftrag der Zivilgesellschaft, eine Alleinregierung der AfD zu verhindern.
Ob dies gelinge, könne sie am frühen Abend zunächst noch nicht sagen. „Aber den Menschen, die Hoffnung in uns gesetzt haben, denen verspreche ich schon heute: Diese Hoffnung ist nicht umsonst“, sagte sie weiter.
HEUTE18:22 Uhr

Siegmund: „Wir haben in diesem Land Geschichte geschrieben“

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt für seine Partei als großen Erfolg gewertet und den Anspruch auf eine grundlegende Wende in dem Bundesland angemeldet. „Wir haben in diesem Land Geschichte geschrieben“, sagte Siegmund kurz nach Schließung der Wahllokale am Sonntagabend der ARD. Das Ergebnis sei „ein Zeichen, das könnte kaum deutlicher sein“.
Siegmund kündigte an, er wolle nun „allen Kräften die Hand ausstrecken, die mit uns eine grundlegende Politikwende herbeiführen wollen“. Er werde sich aber nicht „verbiegen“, um Mehrheiten zu erreichen.
Er werde sich nicht „verbiegen“, um Mehrheiten zu erreichen, sagte Siegmund weiter. „Wir werden nicht unsere Grundposition, die Deutschland gerade dahin gebracht hat, wo es ist, aufgeben für irgendwelche Machtoptionen.“ Konkret nannte er dabei die Themen Migration und Innere Sicherheit sowie „die verrückte Energiepolitik“. Das seien Themen, „die sind nicht verhandelbar“.
„Die Menschen haben ein ganz klares politisches Zeichen hier in Sachsen-Anhalt ausgesprochen“, sagte Siegmund weiter. Dies sei „auch ein Zeichen in Richtung Berlin“. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sei „ein sehr guter Wahlkämpfer“ für die AfD gewesen, spottete der Spitzenkandidat. Merz sei „jeden Tag einer zu viel im Kanzleramt“. Mit dem Wahlergebnis zeigte er sich zufrieden: „Wir haben genau das geschafft, was wir schaffen wollten.“
HEUTE18:14 Uhr

Weidel sieht Regierungsauftrag für AfD

Nach dem Wahlsieg der AfD sieht Bundesvorsitzende Alice Weidel den Regierungsauftrag bei ihrer Partei. „Das ist ein historisches Ergebnis, und es ist ein ganz klarer Regierungsauftrag“, sagte Weidel am Sonntagabend im ZDF. In welcher Form die AfD in Sachsen-Anhalt regieren werde – „durch eine Tolerierung oder durch eine Koalition, das wird sich einfach noch zeigen“, fügte sie hinzu.
„Unsere Hand ist immer ausgestreckt“, sagte Weidel in Bezug auf mögliche Regierungspartner. Der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt sei bei seiner Entscheidung „völlig unabhängig“ von der Bundespartei. „Der Landesverband hat gezeigt, dass er es kann.“
„Wir gehen hier durch die Decke, wir werden in ganz Ostdeutschland durch die Decke gehen, auch im Bund“, sagte die AfD-Chefin weiter. „Die CDU wird keine Wahl mehr gewinnen.“
Eine Neuauflage der bisher in Sachsen-Anhalt regierenden Koalition aus CDU, SPD und FDP ist mit den aktuellen Prognosen ausgeschlossen. Es war das einzige derartige Bündnis auf Landesebene.
Wahrscheinlich ist allerdings, dass die Regierung ihre Amtsgeschäfte noch eine Weile weiterführen wird, denn die Gespräche zur Bildung einer neuen Koalition dürften schwierig werden.
HEUTE18:02 Uhr

Die erste Prognose von 18:00 Uhr

Die erste Prognose der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist da: Die AfD liegt bei 44 Prozent, die Union bei 18,5 Es zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab – um 16:00 Uhr lag sie bei 65,3 Prozent. Das waren bereits mehr Bürger, als 2021 insgesamt gewählt hatten. Das ZDF rechnet mit einer Wahlbeteiligung von über 80 Prozent.
Die 18-Uhr-Prognose von ZDF ergibt für die Parteien (ohne Briefwahl):
  • AfD 44,0 Prozent. (+23,2)
  • Union 18,5 Prozent (-18,6)
  • Linke 9 Prozent (-2,0)
  • SPD 9 Prozent (+0,6)
  • BSW 4,8 Prozent (+4,8)
  • Grüne 8,5 Prozent (+2,6)
  • FDP 2,5 Prozent (-3,9)
  • Sonstige Parteien 3,7 Prozent (-6,7)
Den Prognosen zufolge erhält die AfD 39 bis 41 Sitze im Landtag (2021: 23), die CDU 16 bis 17 (40). Die Linke kommt auf 8 bis 9 Mandate (12), die SPD auf 7 bis 8 (9) und die Grünen auf 8 (6). Das BSW erhält laut ARD-Prognose 5 Mandate.
Die Wahlbeteiligung erreichte laut ZDF mit 80,0 Prozent einen historischen Höchststand in dem ostdeutschen Bundesland. Die bisherige Höchstmarke lag bei 71,1 Prozent im Jahr 1998. Bei der letzten Wahl am 6. Juni 2021 hatten 60,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.
 
HEUTE17:39 Uhr

Medieninteresse an zentraler Wahlveranstaltung ist riesig

Die zentrale Wahlveranstaltung des Landtags findet in der Messe Magdeburg statt. In einer Halle treffen sich die Fraktionen und Parteien, in einer anderen die Medien. Viele Politiker sind bereits vor Ort. 500 Medienvertreter sind akkreditiert, Journalisten haben keinen Zutritt zur Halle der Fraktionen. Im Zwischenbereich sind Interviews und Gespräche möglich.
HEUTE16:30 Uhr

Linke Demonstranten versammeln sich am Magdeburger Hauptbahnhof

Am Hauptbahnhof in Magdeburg versammeln sich die ersten linken Demonstranten. Sie hielten unter anderem Banner mit der Aufschrift „Sozialismus oder Barbarei“ oder „Faschismus bekämpfen“ hoch.
Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Demonstration ist Medienberichten zufolge nicht angemeldet.
Auf dem Domplatz versammelte sich die DGB-Jugend sowie Greenpeace; eine riesige Regenbogenfahne wurde ausgebreitet. Die Polizei sichert die Veranstaltung ab. 
Die Polizei meldet auf X: „Im Stadtgebiet von Magdeburg finden derzeit 4 Versammlungen im Zusammenhang mit der Landtagswahl statt, welche von unseren Einsatzkräften begleitet werden. Es kann zu Verkehrsbehinderungen kommen.
HEUTE16:26 Uhr

Wahlbeteiligung bisher bei über 65 Prozent

Es zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Um 16:00 Uhr am Sonntag lag sie bei 65,3 Prozent, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte.
Zum gleichen Zeitpunkt lag sie 2021 bei 41,0 Prozent, am Ende waren es 60,3 Prozent.
 
HEUTE15:17 Uhr

Polizei ist mit allen Kräften im Einsatz

Die Polizei in Sachsen-Anhalt ist mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz. Es wurde Unterstützung aus anderen Bundesländern angefordert – Einheiten aus Hamburg, Schleswig-Holstein, dem Saarland, Hessen, Bayern und Thüringen sind vor Ort.
Zum einen ist die Polizei laut Innenministerium flächendeckend präsent, um die per Grundgesetz garantierte freie und unbeeinflusste Ausübung des Wahlrechts zu garantieren. Zudem waren für den Sonntag mehrere Demonstrationen angemeldet, ab dem Nachmittag in Magdeburg beispielsweise auf dem Domplatz unter dem Motto „Sachsen-Anhalt juckt mich! Sachsen-Anhalt bleibt weltoffen!“.
Auch müssen Wahlpartys der Parteien sowie die zentrale Veranstaltung des Landtags in den Magdeburger Messehallen abgesichert werden. Für die Berichterstattung sind mehrere Hundert Medienvertreter angemeldet.
Die Polizei teilte auf X mit: „Der Wahlsonntag verläuft im Zuständigkeitsbereich der PI Magdeburg bislang ruhig. Uns liegen keine Erkenntnisse zu Störungen des Wahlgeschehens vor.

Die Polizei sichert den Landtag von Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 in Magdeburg, Deutschland.

Foto: Omer Messinger/Getty Images

HEUTE14:46 Uhr

Wahlbeteiligung um 14:00 Uhr doppelt so hoch wie 2021

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Um 14:00 Uhr am Sonntag lag sie bei 54,4 Prozent, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte.
Das war ein doppelt so hoher Wert wie bei der letzten Landtagswahl am 6. Juni 2021, als um 14:00 Uhr 27,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten.
Die Zahl beruht auf stichprobenartigen Rückmeldungen aus den repräsentativen Urnenwahlbezirken, wie die Landeswahlleiterin erklärte. Die Briefwahl ist nicht eingerechnet.
HEUTE13:52 Uhr

SPD-Kandidat wählte im Harz

SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann wählte im Harz. „Möge die Sonne auch die nächsten Jahre über Sachsen-Anhalt scheinen“, sagte der Politiker dpa anschließend. Eine Alleinregierung der AfD wäre „ein schwerer Schaden fürs Land“.
HEUTE12:25 Uhr

Deutlich höhere Wahlbeteiligung

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich zum Mittag eine deutlich höhere Wahlbeteiligung ab. Bis 12:00 Uhr am Sonntag hatten 34,72 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte. Zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2021, bei der letzten Landtagswahl, waren es nur 22,4 Prozent.
Erste Prognosen werden mit der Schließung der Wahllokale um 18:00 Uhr erwartet. Die Abstimmung in Sachsen-Anhalt könnte Signalwirkung für die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern in zwei Wochen und auch für die Bundespolitik haben.
HEUTE12:12 Uhr

Vorwahl-Daten

Die AfD wird in Wahlumfragen vor der Wahl bei bis zu 41 Prozent gesehen, das könnte im Landtag bis zu 45 Prozent der Sitze ausmachen. Laut dem ZDF-Politbarometer vom 4. September 2026 tendieren die Wähler zu: 
  • AfD 41 Prozent, 
  • Union 23 Prozent, 
  • Linke 11,5 Prozent. 
  • SPD 8,5 Prozent, 
  • BSW 4 Prozent, 
  • Grüne 6 Prozent,
  • FDP 3 Prozent,
  • Sonstige Parteien 3 Prozent.

Daten des ZDF-Politbarometer vom 4. September 2026 – zwei Tage vor der Wahl.

Foto: Epoch Times

Mögliche Sitzverteilung im Magdeburger Landtag lt. den Daten vom 3. September 2026.

Foto: Epoch Times

HEUTE11:15 Uhr

Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Schulze hat gewählt

Nach AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat auch Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) seine Stimme zur Landtagswahl abgegeben. Er machte sein Kreuz am Sonntagvormittag in einem Wahllokal beim AWO-Landesverband Sachsen-Anhalt.
Schulze verwies vor seiner Stimmabgabe darauf, dass eine hohe Wahlbeteiligung zu erwarten sei. Das habe die Briefwahl schon gezeigt. „Sachsen-Anhalt hat viele Aufgaben zu lösen in den nächsten Wochen“, so Schulze.
„Heute schaut jeder auf Sachsen-Anhalt, aber morgen wird nicht jeder auf Sachsen-Anhalt warten.“ Deswegen sei es ein wichtiger Tag für das ganze Bundesland, für Deutschland, und auch für Europa.
HEUTE11:00 Uhr

AfD-Spitzenkandidat Siegmund gibt Stimme in Tangermünde ab

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat am Sonntagmorgen der Spitzenkandidat der AfD, Ulrich Siegmund, seine Stimme abgegeben. Der 35-Jährige und seine Ehefrau Julia fuhren auf einer Simson vor einem Wahllokal in seiner Heimatstadt Tangermünde vor.
Die AfD liegt in den Umfragen weit vor der regierenden CDU von Ministerpräsident Sven Schulze. Siegmund hat als Wahlziel „45 Prozent plus X“ ausgerufen.
HEUTE8:00 Uhr

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Wahllokale geöffnet

In Sachsen-Anhalt haben die Wahllokale für die Landtagswahl geöffnet. Seit 8.00 Uhr können die Menschen ihre Stimme abgeben. Die Wahllokale sind bis 18:00 Uhr geöffnet. Anschließend beginnt die Auszählung. Die Landeswahlleiterin rechnet mit einem vorläufigen Endergebnis am frühen Montagmorgen.
Die erste Sitzung des neuen Landtags von Sachsen-Anhalt muss spätestens am 30. Tag nach der Wahl stattfinden, das ist der 6. Oktober. Dann enden auch die Amtszeiten der Minister und des Regierungschefs.
Sie sind laut Verfassung verpflichtet, die Geschäfte weiterzuführen, bis ihre Nachfolger übernehmen. Es gibt keine Frist, bis wann ein neuer Regierungschef gewählt sein muss, aber Fristen für mögliche weitere Wahlgänge, sollten der erste und weitere scheitern.
HEUTE7:42 Uhr

Merz: „Wohlstand für alle Generationen“

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) äußerte sich am 5. September zur Landtagswahl und zeigte sich dabei auch selbstkritisch. „Ich gebe zu, angesichts der Umfrageergebnisse und der zu befürchtenden Wahlergebnisse hat das, was wir bisher getan haben, nicht ausgereicht“, sagte er bei einer Wahlkampfveranstaltung zur nächste Woche anstehenden niedersächsischen Kommunalwahl in Langenhagen bei Hannover. Mit Blick auf die AfD sagte er: „Wir müssen die Auseinandersetzung mit dieser Partei besser führen.“
Er kündigte eine grundsätzliche Diskussion in der CDU nach der Landtagswahl an über „die Erzählung, das große Design, das Narrativ“ für Deutschland. Als Beispiel nannte er das Buch „Wohlstand für alle“ des ehemaligen Wirtschaftsministers und Kanzlers Ludwig Erhard von 1957. Erhard habe damit „die Erzählung gesetzt“, die das sogenannte Wirtschaftswunder ausgelöst habe.
Merz schlug in Anlehnung daran den Satz „Wohlstand für alle Generationen“ vor. Es gehe darum, auch der nächsten und übernächsten Generation die Chance zu geben, „in Freiheit, Frieden, Wohlstand und mit einem hohen Maß an sozialer Gerechtigkeit zu leben“, sagte er.
HEUTE7:19 Uhr

Welche Koalitionen sind denn denkbar?

Sollte die AfD keine absolute Mehrheit erreichen, wäre sie auf Bündnispartner angewiesen, um an die Regierung zu kommen. Allerdings will keine der anderen Parteien mit ihr koalieren. Siegmund wiederum hat zuletzt bekräftigt, dass er sich nur zur Wahl als Regierungschef stellt, wenn seine Partei die absolute Mehrheit holt und alleine regieren kann.
Wenn die AfD dieses Ziel verpasst, könnte eine CDU-geführte Minderheitsregierung ins Spiel kommen. Diese könnte allerdings auf Stimmen der Linken angewiesen sein – ähnlich wie in Sachsen und Thüringen.
Das Problem: Die CDU lehnt für sich in einem Parteitagsbeschluss eine Koalition und „ähnliche Formen der Zusammenarbeit“ mit den Linken ebenso ab wie mit der AfD. Ministerpräsident Sven Schulze’s (CDU) Wunschszenario einer Mehrheit für die sogenannten Parteien der Mitte – etwa für CDU, SPD und Grüne – erscheint angesichts der Umfragen sehr unwahrscheinlich.

Wahlplakate zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, September 2026.

Foto: John MacDougall/AFP via Getty Images

GESTERN17:52 Uhr

15.000 Teilnehmer bei Demokratiefestival

Am Samstag haben sich in Magdeburg mehrere tausend Menschen zu einem Demokratiefestival des Bündnisses Sachsen-Anhalt weltoffen versammelt. Sie zogen vom Hauptbahnhof zum Domplatz.
Die Polizei war wegen insgesamt acht Versammlungen im Großeinsatz. Auf dem Domplatz versammelten sich nach Angaben eines Polizeisprechers rund 8000 Menschen. Der Veranstalter teilte mit, mehr als 15.000 Menschen seien dem Aufruf gefolgt.
GESTERN8:47 Uhr

Siegmund lässt Ministerpräsidenten-Wahl offen

Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lässt offen, ob er sich im Fall einer absoluten Mehrheit zum Ministerpräsidenten wählen lassen will.
Auf die Frage, ob er bei einer Ein-Stimmen-Mehrheit im Landtag das Ministerpräsidentenamt anstrebe, sagte Siegmund der „BILD“: „Das werden wir am Montag entscheiden. Gucken wir mal, wie es ausgeht.“
Siegmund sagte, es gehe ihm um eine „stabile Mehrheit“ im Landtag. „Was mache ich, wenn mal ein oder zwei oder drei Abgeordnete im Krankenhaus sind? Soll ich die dann mit der Trage in den Landtag reintragen zum Abstimmen?“, sagte Siegmund. Es dürfe nicht so sein, dass der „Fortschritt des Landes gelähmt“ sei, „weil ein oder zwei Abgeordnete gesundheitsbedingt ausfallen“.
GESTERN7:48 Uhr

Tausende zu Kundgebungen vor Wahl in Sachsen-Anhalt erwartet

Am Wahlwochenende in Sachsen-Anhalt werden mehrere tausend Menschen zu Demonstrationen erwartet. Neben einem Dutzend Veranstaltungen in Magdeburg und Kundgebungen für Demokratie in Halle findet die größte Demo mit rund 8.000 Teilnehmern auf dem Magdeburger Domplatz statt, organisiert von Gewerkschaften und Zivilgesellschaft. Zeitgleich hält die in Umfragen führende AfD dort ihren Wahlkampfabschluss ab.

Am 5. September 2026, einen Tag vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, versammeln sich Menschen bei einem Festival der Demokratie in Magdeburg, um für eine offene, auf Solidarität basierende Gesellschaft zu demonstrieren.

Foto: John MacDougall/AFP via Getty Images

4. Sep.18:36 Uhr

Bei Wahlsieg: CDU-Politiker sieht Auftrag für Regierungsbildung bei AfD

Ein möglicher Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt sorgt in der Bundes-CDU für Diskussionen. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Sepp Müller (CDU), sah die Verantwortung für eine Regierungsbildung nach den bisherigen Umfragen bei der AfD.
Müller widersprach zudem Berichten, wonach einige CDU-Landtagsabgeordnete bereit sein könnten, den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten zu wählen. „Also ich glaube, das ist eher eine Ente“, sagte er. Die CDU-Abgeordneten würden den aktuellen Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) unterstützen.
4. Sep.17:40 Uhr

Wagenknecht sieht Manöver vor Wahl in Sachsen-Anhalt

Nach dem Austritt mehrerer Landtagsabgeordneter in Thüringen sieht BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht ein bewusstes Manöver, um ihrer Partei vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt zu schaden.
Zehn Abgeordnete der BSW-Landtagsfraktion um die bisherige Landeschefin Katja Wolf hatten am Freitag ihren Parteiaustritt erklärt und dies vor allem mit der Einmischung der Parteispitze im Wagenknecht und deren fehlender Distanz zur AfD begründet. Zuvor waren bereits drei andere BSW-Landtagsabgeordnete aus Partei und Fraktion sowie ein weiterer Abgeordneter aus der Partei ausgetreten.
 
Mit Material von Nachrichtenagenturen
Categories
deutschland ticker

TICKER Landtagswahl | Schulze gratuliert AfD zum Wahlsieg – Rücktritt gefordert | Hochrechnung AfD 44,1 Prozent, CDU 18,5 Prozent

Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt laut Prognosen und der ersten Hochrechnung mit großem Abstand vor der CDU gewonnen: Die AfD kommt auf 44 bis 44,5 Prozent der Stimmen, die CDU erreichte mit 18,5 Prozent Platz zwei.
Der aktuellen Hochrechnung zufolge erhält die AfD 39 bis 41 Sitze im Landtag (2021: 23), die CDU 16 bis 17 (40). Die Linke kommt auf 8 bis 9 Mandate (12), die SPD auf 7 bis 8 (9) und die Grünen auf 8 (6). Das BSW erhält laut ARD-Prognose 5 Mandate. Ob das BSW in den Landtag kommt, ist ungewiss.
 
 
 
HEUTE19:03 Uhr

Hochrechnung 19 Uhr

Die aktuelle Hochrechnung 19:00 ergibt laut ZDF Medien. Im Landtag sind 83 Sitze zu verteilen, 42 bedeuten die Mehrheit.
  • AfD 44,3 Prozent, 41 Sitze
  • Union 18,3 Prozent, 17 Sitze
  • Linke 9,2 Prozent, 9 Sitze
  • SPD 8,7 Prozent, 8 Sitze
  • BSW 4,8 Prozent,
  • Grüne 8,7 Prozent, 8 Sitze
  • FDP 2,4 Prozent,
  • Sonstige Parteien 3,6 Prozent.
HEUTE19:01 Uhr

CDU gegen Zusammenarbeit mit Linken

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hat eine Zusammenarbeit mit der Linken in Sachsen-Anhalt nach Schließung der Wahllokale erneut abgelehnt. Bei ihrem Unvereinbarkeitsbeschluss gehe es der CDU nicht um „Arithmetik oder Rechengrößen, sondern um wirklich fundamentale inhaltliche Fragen“, sagte sie am Sonntagabend im ZDF.
„Wie sollen wir mit einer Partei ernsthafte Gespräche führen, die ein schweres Antisemitismus-Problem hat, die ein ganz anderes Gesellschaftsmodell will als wir und die uns vorwirft, faschistische Politik zu machen?“, fragte Hoppermann. „Unsere Linien sind da klar: Es wird da keine Zusammenarbeit mit Linksextremen und Rechtsextremen geben.“
HEUTE19:00 Uhr

SPD: Kein Rücktritt von Klingbeil und Bas

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf will nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt keine Debatte über die SPD-Spitze. Die Frage, ob Lars Klingbeil und Bärbel Bas die Parteiführung abgeben sollten, „das ist wirklich gar keine Frage, die ich mir jetzt gerade stelle“, betonte Klüssendorf im Willy-Brandt-Haus.
Das Wahlergebnis der AfD bedeute eine Zäsur. Das Ergebnis der SPD werte er als „wichtiges Zeichen der Stabilität“.
HEUTE18:47 Uhr

Übersicht zu den Wahlergebnissen

Auf der Webseite der Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt sind ab jetzt die Auszählungsstände der Landtagswahl freigeschaltet.
Die Ergebnisse der 41 Wahlkreise können hier verfolgt werden: Wahlergebnisse.
HEUTE18:41 Uhr

Linke: „Schwarzer Tag für Sachsen-Anhalt“

Die Linke in Sachsen-Anhalt hat sich entsetzt über das starke Abschneiden der AfD gezeigt. Dies sei „ein schwarzer Tag für Sachsen Anhalt“, sagte die Linken-Spitzenkandidatin Eva von Angern am Sonntagabend in der ARD. Sie zeigte sich bereit, auch eine CDU-geführte Regierung zu unterstützen. Allen sei „bewusst, dass wir vor einer großen Aufgabe stehen“, sagte von Angern. Die Linke wolle „diese Demokratie verteidigen, weil sie schützt eben Minderheiten“.
Linken-Chefin Ines Schwerdtner hat die CDU aufgefordert, Konsequenzen aus dem schlechten Abschneiden in Sachsen-Anhalt zu ziehen. „Die Politik der Bundesregierung macht den Menschen Angst“, sagte Schwerdtner am Sonntag im ZDF.
„Die Menschen verlieren ihre Arbeitsplätze, können sich ihr Leben nicht mehr leisten – und die CDU wurde dafür ja auch heute abgestraft.“ Es liege nun bei der CDU zu sagen, „wer übernimmt jetzt hier Verantwortung“.
Schwerdtner nannte zudem klare Bedingungen für eine mögliche Tolerierung einer CDU-geführten Regierung in Sachsen-Anhalt. „Es muss ganz klar sein, dass es keine wechselnden Mehrheiten mit der AfD gibt. Das ist ganz eindeutig für uns.“
HEUTE18:37 Uhr

Schulze gratuliert AfD zum Wahlsieg – Rücktritt gefordert

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze hat in einer ersten Reaktion nach der klaren Niederlage seiner Partei der AfD zu ihrem klaren Wahlsieg gratuliert. „Die AfD ist jetzt stärkste Kraft im Landtag von Sachsen-Anhalt. Wir werden auch als CDU mit diesem Ergebnis umgehen müssen.“ Zu möglichen persönlichen Konsequenzen äußerte sich Schulze zunächst nicht.
Erste Rücktrittsrufe kamen aber bereits. So sagte die ehemalige Bildungsministerin und CDU-Landtagsabgeordnete Eva Feußner dem „Stern“: „Wenn ihm dieses Land am Herzen liegt, muss Sven Schulze Konsequenzen ziehen und vom Parteivorsitz zurücktreten. Das geht gar nicht anders.“
Ähnlich äußert sich der Stadtratsvorsitzende von Merseburg und langjährige Kreischef des Saalekreises, Michael Hayn, gegenüber dem „Stern“:  „Der Spitzenkandidat muss für den Wahlkampf die Verantwortung übernehmen“. Das erwarte er jetzt auch von Sven Schulze. „Er tut gut daran, in die zweite Reihe zurückzutreten und dort gegebenenfalls neue Stärke zu sammeln.“

Sven Schulze am 6. August 2026

Foto: via dts Nachrichtenagentur

HEUTE18:34 Uhr

CDU-Generalsekretärin schließt nach CDU-Pleite Debatten über Merz aus

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hat bundespolitische Konsequenzen ausgeschlossen. Es beginne nun keine Diskussion über Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und die Bundesregierung, sagte Hoppermann am Sonntag in der ARD. „Die Bundesregierung und der deutsche Bundestag sind für vier Jahre gewählt“, dies habe in Sachsen-Anhalt nicht zur Debatte gestanden.
Hoppermann räumte die Niederlage der CDU ein, die nach den ersten Prognosen ihr historisch schlechtestes Ergebnis geholt hat. „Das ist eine Niederlage insgesamt für die Christdemokraten“, sagte die CDU-Generalsekretärin.
Eine Koalition mit der AfD, die mit Abstand stärkste Kraft werden wird, schloss Hoppermann kategorisch aus. „Wir arbeiten nicht mit Extremen und vor allem Dingen nicht mit Rechtsextremen zusammen.“
Aus Sicht von Kanzleramtsministerin Nina Warken (CDU) muss die Bundesregierung trotz des schlechten Wahlergebnisses an den Reformplänen festhalten. „Wir müssen den Kurs, den wir da angefangen haben, jetzt fortsetzen“, sagte Warken.
HEUTE18:30 Uhr

Erste Hochrechnung

Die erste Hochrechnung von 18:25 Uhr ergibt laut der Forschungsgruppe Medien.
  • AfD 44,1 Prozent, 41 Sitze
  • Union 18,5 Prozent, 17 Sitze
  • Linke 9,2 Prozent, 9 Sitze
  • SPD 8,8 Prozent, 8 Sitze
  • BSW 4,8 Prozent – nicht im Landtag
  • Grüne 8,7 Prozent, 8 Sitze
  • FDP 2,4 Prozent – nicht im Landtag
  • Sonstige Parteien 3,5 Prozent.
Im Landtag sind 81 Sitze zu verteilen. Bekannt ist mittlerweile, das die AfD 250.000 Menschen hinzugewinnen konnte, die aus dem Lager der Nichtwähler stammen.
HEUTE18:30 Uhr

Klüssendorf beurteilt AfD-Ergebnis als „wirklich dramatisch“

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat sich erschrocken über das starke Abschneiden der AfD gezeigt. Im ZDF sprach der SPD-Politiker von einem „wirklich dramatischen Ergebnis für die AfD“. Erleichtert zeigte er sich darüber, dass die SPD ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Landtagswahl halten konnte, auch wenn dies „jetzt kein riesiger Erfolg“ sei.
Ersten Prognosen zufolge kann die SPD mit acht bis neun Prozent rechnen. Im Magdeburger Landtag werde die SPD ihren Beitrag dazu leisten, „eine demokratische Mehrheit zu bilden gegenüber der AfD“, sagte Klüssendorf weiter. Er erwarte eine „sehr schwierige Regierungsbildung“, fügte der SPD-Politiker hinzu.
HEUTE18:30 Uhr

Grüne sind zufrieden

Die Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz hat sich nach der Wahl in Sachsen-Anhalt zufrieden zum Abschneiden ihrer Partei geäußert.
„Die Zahlen heute, die wir gerade gesehen haben, die sind natürlich für uns toll“, sagte sie am Sonntagabend im ZDF. Zugleich sei das starke Abschneiden der AfD „besorgniserregend“. Das Ergebnis ihrer Partei wertete sie als Auftrag der Zivilgesellschaft, eine Alleinregierung der AfD zu verhindern.
Ob dies gelinge, könne sie am frühen Abend zunächst noch nicht sagen. „Aber den Menschen, die Hoffnung in uns gesetzt haben, denen verspreche ich schon heute: Diese Hoffnung ist nicht umsonst“, sagte sie weiter.
HEUTE18:22 Uhr

Siegmund: „Wir haben in diesem Land Geschichte geschrieben“

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt für seine Partei als großen Erfolg gewertet und den Anspruch auf eine grundlegende Wende in dem Bundesland angemeldet. „Wir haben in diesem Land Geschichte geschrieben“, sagte Siegmund kurz nach Schließung der Wahllokale am Sonntagabend der ARD. Das Ergebnis sei „ein Zeichen, das könnte kaum deutlicher sein“.
Siegmund kündigte an, er wolle nun „allen Kräften die Hand ausstrecken, die mit uns eine grundlegende Politikwende herbeiführen wollen“. Er werde sich aber nicht „verbiegen“, um Mehrheiten zu erreichen.
Er werde sich nicht „verbiegen“, um Mehrheiten zu erreichen, sagte Siegmund weiter. „Wir werden nicht unsere Grundposition, die Deutschland gerade dahin gebracht hat, wo es ist, aufgeben für irgendwelche Machtoptionen.“ Konkret nannte er dabei die Themen Migration und Innere Sicherheit sowie „die verrückte Energiepolitik“. Das seien Themen, „die sind nicht verhandelbar“.
„Die Menschen haben ein ganz klares politisches Zeichen hier in Sachsen-Anhalt ausgesprochen“, sagte Siegmund weiter. Dies sei „auch ein Zeichen in Richtung Berlin“. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sei „ein sehr guter Wahlkämpfer“ für die AfD gewesen, spottete der Spitzenkandidat. Merz sei „jeden Tag einer zu viel im Kanzleramt“. Mit dem Wahlergebnis zeigte er sich zufrieden: „Wir haben genau das geschafft, was wir schaffen wollten.“
HEUTE18:14 Uhr

Weidel sieht Regierungsauftrag für AfD

Nach dem Wahlsieg der AfD sieht Bundesvorsitzende Alice Weidel den Regierungsauftrag bei ihrer Partei. „Das ist ein historisches Ergebnis, und es ist ein ganz klarer Regierungsauftrag“, sagte Weidel am Sonntagabend im ZDF. In welcher Form die AfD in Sachsen-Anhalt regieren werde – „durch eine Tolerierung oder durch eine Koalition, das wird sich einfach noch zeigen“, fügte sie hinzu.
„Unsere Hand ist immer ausgestreckt“, sagte Weidel in Bezug auf mögliche Regierungspartner. Der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt sei bei seiner Entscheidung „völlig unabhängig“ von der Bundespartei. „Der Landesverband hat gezeigt, dass er es kann.“
„Wir gehen hier durch die Decke, wir werden in ganz Ostdeutschland durch die Decke gehen, auch im Bund“, sagte die AfD-Chefin weiter. „Die CDU wird keine Wahl mehr gewinnen.“
Eine Neuauflage der bisher in Sachsen-Anhalt regierenden Koalition aus CDU, SPD und FDP ist mit den aktuellen Prognosen ausgeschlossen. Es war das einzige derartige Bündnis auf Landesebene.
Wahrscheinlich ist allerdings, dass die Regierung ihre Amtsgeschäfte noch eine Weile weiterführen wird, denn die Gespräche zur Bildung einer neuen Koalition dürften schwierig werden.
HEUTE18:02 Uhr

Die erste Prognose von 18:00 Uhr

Die erste Prognose der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist da: Die AfD liegt bei 44 Prozent, die Union bei 18,5 Es zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab – um 16:00 Uhr lag sie bei 65,3 Prozent. Das waren bereits mehr Bürger, als 2021 insgesamt gewählt hatten. Das ZDF rechnet mit einer Wahlbeteiligung von über 80 Prozent.
Die 18-Uhr-Prognose von ZDF ergibt für die Parteien (ohne Briefwahl):
  • AfD 44,0 Prozent. (+23,2)
  • Union 18,5 Prozent (-18,6)
  • Linke 9 Prozent (-2,0)
  • SPD 9 Prozent (+0,6)
  • BSW 4,8 Prozent (+4,8)
  • Grüne 8,5 Prozent (+2,6)
  • FDP 2,5 Prozent (-3,9)
  • Sonstige Parteien 3,7 Prozent (-6,7)
Den Prognosen zufolge erhält die AfD 39 bis 41 Sitze im Landtag (2021: 23), die CDU 16 bis 17 (40). Die Linke kommt auf 8 bis 9 Mandate (12), die SPD auf 7 bis 8 (9) und die Grünen auf 8 (6). Das BSW erhält laut ARD-Prognose 5 Mandate.
Die Wahlbeteiligung erreichte laut ZDF mit 80,0 Prozent einen historischen Höchststand in dem ostdeutschen Bundesland. Die bisherige Höchstmarke lag bei 71,1 Prozent im Jahr 1998. Bei der letzten Wahl am 6. Juni 2021 hatten 60,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.
 
HEUTE17:39 Uhr

Medieninteresse an zentraler Wahlveranstaltung ist riesig

Die zentrale Wahlveranstaltung des Landtags findet in der Messe Magdeburg statt. In einer Halle treffen sich die Fraktionen und Parteien, in einer anderen die Medien. Viele Politiker sind bereits vor Ort. 500 Medienvertreter sind akkreditiert, Journalisten haben keinen Zutritt zur Halle der Fraktionen. Im Zwischenbereich sind Interviews und Gespräche möglich.
HEUTE16:30 Uhr

Linke Demonstranten versammeln sich am Magdeburger Hauptbahnhof

Am Hauptbahnhof in Magdeburg versammeln sich die ersten linken Demonstranten. Sie hielten unter anderem Banner mit der Aufschrift „Sozialismus oder Barbarei“ oder „Faschismus bekämpfen“ hoch.
Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Demonstration ist Medienberichten zufolge nicht angemeldet.
Auf dem Domplatz versammelte sich die DGB-Jugend sowie Greenpeace; eine riesige Regenbogenfahne wurde ausgebreitet. Die Polizei sichert die Veranstaltung ab. 
Die Polizei meldet auf X: „Im Stadtgebiet von Magdeburg finden derzeit 4 Versammlungen im Zusammenhang mit der Landtagswahl statt, welche von unseren Einsatzkräften begleitet werden. Es kann zu Verkehrsbehinderungen kommen.
HEUTE16:26 Uhr

Wahlbeteiligung bisher bei über 65 Prozent

Es zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Um 16:00 Uhr am Sonntag lag sie bei 65,3 Prozent, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte.
Zum gleichen Zeitpunkt lag sie 2021 bei 41,0 Prozent, am Ende waren es 60,3 Prozent.
 
HEUTE15:17 Uhr

Polizei ist mit allen Kräften im Einsatz

Die Polizei in Sachsen-Anhalt ist mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz. Es wurde Unterstützung aus anderen Bundesländern angefordert – Einheiten aus Hamburg, Schleswig-Holstein, dem Saarland, Hessen, Bayern und Thüringen sind vor Ort.
Zum einen ist die Polizei laut Innenministerium flächendeckend präsent, um die per Grundgesetz garantierte freie und unbeeinflusste Ausübung des Wahlrechts zu garantieren. Zudem waren für den Sonntag mehrere Demonstrationen angemeldet, ab dem Nachmittag in Magdeburg beispielsweise auf dem Domplatz unter dem Motto „Sachsen-Anhalt juckt mich! Sachsen-Anhalt bleibt weltoffen!“.
Auch müssen Wahlpartys der Parteien sowie die zentrale Veranstaltung des Landtags in den Magdeburger Messehallen abgesichert werden. Für die Berichterstattung sind mehrere Hundert Medienvertreter angemeldet.
Die Polizei teilte auf X mit: „Der Wahlsonntag verläuft im Zuständigkeitsbereich der PI Magdeburg bislang ruhig. Uns liegen keine Erkenntnisse zu Störungen des Wahlgeschehens vor.

Die Polizei sichert den Landtag von Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 in Magdeburg, Deutschland.

Foto: Omer Messinger/Getty Images

HEUTE14:46 Uhr

Wahlbeteiligung um 14:00 Uhr doppelt so hoch wie 2021

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Um 14:00 Uhr am Sonntag lag sie bei 54,4 Prozent, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte.
Das war ein doppelt so hoher Wert wie bei der letzten Landtagswahl am 6. Juni 2021, als um 14:00 Uhr 27,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten.
Die Zahl beruht auf stichprobenartigen Rückmeldungen aus den repräsentativen Urnenwahlbezirken, wie die Landeswahlleiterin erklärte. Die Briefwahl ist nicht eingerechnet.
HEUTE13:52 Uhr

SPD-Kandidat wählte im Harz

SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann wählte im Harz. „Möge die Sonne auch die nächsten Jahre über Sachsen-Anhalt scheinen“, sagte der Politiker dpa anschließend. Eine Alleinregierung der AfD wäre „ein schwerer Schaden fürs Land“.
HEUTE12:25 Uhr

Deutlich höhere Wahlbeteiligung

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich zum Mittag eine deutlich höhere Wahlbeteiligung ab. Bis 12:00 Uhr am Sonntag hatten 34,72 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte. Zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2021, bei der letzten Landtagswahl, waren es nur 22,4 Prozent.
Erste Prognosen werden mit der Schließung der Wahllokale um 18:00 Uhr erwartet. Die Abstimmung in Sachsen-Anhalt könnte Signalwirkung für die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern in zwei Wochen und auch für die Bundespolitik haben.
HEUTE12:12 Uhr

Vorwahl-Daten

Die AfD wird in Wahlumfragen vor der Wahl bei bis zu 41 Prozent gesehen, das könnte im Landtag bis zu 45 Prozent der Sitze ausmachen. Laut dem ZDF-Politbarometer vom 4. September 2026 tendieren die Wähler zu: 
  • AfD 41 Prozent, 
  • Union 23 Prozent, 
  • Linke 11,5 Prozent. 
  • SPD 8,5 Prozent, 
  • BSW 4 Prozent, 
  • Grüne 6 Prozent,
  • FDP 3 Prozent,
  • Sonstige Parteien 3 Prozent.

Daten des ZDF-Politbarometer vom 4. September 2026 – zwei Tage vor der Wahl.

Foto: Epoch Times

Mögliche Sitzverteilung im Magdeburger Landtag lt. den Daten vom 3. September 2026.

Foto: Epoch Times

HEUTE11:15 Uhr

Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Schulze hat gewählt

Nach AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat auch Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) seine Stimme zur Landtagswahl abgegeben. Er machte sein Kreuz am Sonntagvormittag in einem Wahllokal beim AWO-Landesverband Sachsen-Anhalt.
Schulze verwies vor seiner Stimmabgabe darauf, dass eine hohe Wahlbeteiligung zu erwarten sei. Das habe die Briefwahl schon gezeigt. „Sachsen-Anhalt hat viele Aufgaben zu lösen in den nächsten Wochen“, so Schulze.
„Heute schaut jeder auf Sachsen-Anhalt, aber morgen wird nicht jeder auf Sachsen-Anhalt warten.“ Deswegen sei es ein wichtiger Tag für das ganze Bundesland, für Deutschland, und auch für Europa.
HEUTE11:00 Uhr

AfD-Spitzenkandidat Siegmund gibt Stimme in Tangermünde ab

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat am Sonntagmorgen der Spitzenkandidat der AfD, Ulrich Siegmund, seine Stimme abgegeben. Der 35-Jährige und seine Ehefrau Julia fuhren auf einer Simson vor einem Wahllokal in seiner Heimatstadt Tangermünde vor.
Die AfD liegt in den Umfragen weit vor der regierenden CDU von Ministerpräsident Sven Schulze. Siegmund hat als Wahlziel „45 Prozent plus X“ ausgerufen.
HEUTE8:00 Uhr

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Wahllokale geöffnet

In Sachsen-Anhalt haben die Wahllokale für die Landtagswahl geöffnet. Seit 8.00 Uhr können die Menschen ihre Stimme abgeben. Die Wahllokale sind bis 18:00 Uhr geöffnet. Anschließend beginnt die Auszählung. Die Landeswahlleiterin rechnet mit einem vorläufigen Endergebnis am frühen Montagmorgen.
Die erste Sitzung des neuen Landtags von Sachsen-Anhalt muss spätestens am 30. Tag nach der Wahl stattfinden, das ist der 6. Oktober. Dann enden auch die Amtszeiten der Minister und des Regierungschefs.
Sie sind laut Verfassung verpflichtet, die Geschäfte weiterzuführen, bis ihre Nachfolger übernehmen. Es gibt keine Frist, bis wann ein neuer Regierungschef gewählt sein muss, aber Fristen für mögliche weitere Wahlgänge, sollten der erste und weitere scheitern.
HEUTE7:42 Uhr

Merz: „Wohlstand für alle Generationen“

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) äußerte sich am 5. September zur Landtagswahl und zeigte sich dabei auch selbstkritisch. „Ich gebe zu, angesichts der Umfrageergebnisse und der zu befürchtenden Wahlergebnisse hat das, was wir bisher getan haben, nicht ausgereicht“, sagte er bei einer Wahlkampfveranstaltung zur nächste Woche anstehenden niedersächsischen Kommunalwahl in Langenhagen bei Hannover. Mit Blick auf die AfD sagte er: „Wir müssen die Auseinandersetzung mit dieser Partei besser führen.“
Er kündigte eine grundsätzliche Diskussion in der CDU nach der Landtagswahl an über „die Erzählung, das große Design, das Narrativ“ für Deutschland. Als Beispiel nannte er das Buch „Wohlstand für alle“ des ehemaligen Wirtschaftsministers und Kanzlers Ludwig Erhard von 1957. Erhard habe damit „die Erzählung gesetzt“, die das sogenannte Wirtschaftswunder ausgelöst habe.
Merz schlug in Anlehnung daran den Satz „Wohlstand für alle Generationen“ vor. Es gehe darum, auch der nächsten und übernächsten Generation die Chance zu geben, „in Freiheit, Frieden, Wohlstand und mit einem hohen Maß an sozialer Gerechtigkeit zu leben“, sagte er.
HEUTE7:19 Uhr

Welche Koalitionen sind denn denkbar?

Sollte die AfD keine absolute Mehrheit erreichen, wäre sie auf Bündnispartner angewiesen, um an die Regierung zu kommen. Allerdings will keine der anderen Parteien mit ihr koalieren. Siegmund wiederum hat zuletzt bekräftigt, dass er sich nur zur Wahl als Regierungschef stellt, wenn seine Partei die absolute Mehrheit holt und alleine regieren kann.
Wenn die AfD dieses Ziel verpasst, könnte eine CDU-geführte Minderheitsregierung ins Spiel kommen. Diese könnte allerdings auf Stimmen der Linken angewiesen sein – ähnlich wie in Sachsen und Thüringen.
Das Problem: Die CDU lehnt für sich in einem Parteitagsbeschluss eine Koalition und „ähnliche Formen der Zusammenarbeit“ mit den Linken ebenso ab wie mit der AfD. Ministerpräsident Sven Schulze’s (CDU) Wunschszenario einer Mehrheit für die sogenannten Parteien der Mitte – etwa für CDU, SPD und Grüne – erscheint angesichts der Umfragen sehr unwahrscheinlich.

Wahlplakate zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, September 2026.

Foto: John MacDougall/AFP via Getty Images

GESTERN17:52 Uhr

15.000 Teilnehmer bei Demokratiefestival

Am Samstag haben sich in Magdeburg mehrere tausend Menschen zu einem Demokratiefestival des Bündnisses Sachsen-Anhalt weltoffen versammelt. Sie zogen vom Hauptbahnhof zum Domplatz.
Die Polizei war wegen insgesamt acht Versammlungen im Großeinsatz. Auf dem Domplatz versammelten sich nach Angaben eines Polizeisprechers rund 8000 Menschen. Der Veranstalter teilte mit, mehr als 15.000 Menschen seien dem Aufruf gefolgt.
GESTERN8:47 Uhr

Siegmund lässt Ministerpräsidenten-Wahl offen

Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lässt offen, ob er sich im Fall einer absoluten Mehrheit zum Ministerpräsidenten wählen lassen will.
Auf die Frage, ob er bei einer Ein-Stimmen-Mehrheit im Landtag das Ministerpräsidentenamt anstrebe, sagte Siegmund der „BILD“: „Das werden wir am Montag entscheiden. Gucken wir mal, wie es ausgeht.“
Siegmund sagte, es gehe ihm um eine „stabile Mehrheit“ im Landtag. „Was mache ich, wenn mal ein oder zwei oder drei Abgeordnete im Krankenhaus sind? Soll ich die dann mit der Trage in den Landtag reintragen zum Abstimmen?“, sagte Siegmund. Es dürfe nicht so sein, dass der „Fortschritt des Landes gelähmt“ sei, „weil ein oder zwei Abgeordnete gesundheitsbedingt ausfallen“.
GESTERN7:48 Uhr

Tausende zu Kundgebungen vor Wahl in Sachsen-Anhalt erwartet

Am Wahlwochenende in Sachsen-Anhalt werden mehrere tausend Menschen zu Demonstrationen erwartet. Neben einem Dutzend Veranstaltungen in Magdeburg und Kundgebungen für Demokratie in Halle findet die größte Demo mit rund 8.000 Teilnehmern auf dem Magdeburger Domplatz statt, organisiert von Gewerkschaften und Zivilgesellschaft. Zeitgleich hält die in Umfragen führende AfD dort ihren Wahlkampfabschluss ab.

Am 5. September 2026, einen Tag vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, versammeln sich Menschen bei einem Festival der Demokratie in Magdeburg, um für eine offene, auf Solidarität basierende Gesellschaft zu demonstrieren.

Foto: John MacDougall/AFP via Getty Images

4. Sep.18:36 Uhr

Bei Wahlsieg: CDU-Politiker sieht Auftrag für Regierungsbildung bei AfD

Ein möglicher Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt sorgt in der Bundes-CDU für Diskussionen. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Sepp Müller (CDU), sah die Verantwortung für eine Regierungsbildung nach den bisherigen Umfragen bei der AfD.
Müller widersprach zudem Berichten, wonach einige CDU-Landtagsabgeordnete bereit sein könnten, den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten zu wählen. „Also ich glaube, das ist eher eine Ente“, sagte er. Die CDU-Abgeordneten würden den aktuellen Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) unterstützen.
4. Sep.17:40 Uhr

Wagenknecht sieht Manöver vor Wahl in Sachsen-Anhalt

Nach dem Austritt mehrerer Landtagsabgeordneter in Thüringen sieht BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht ein bewusstes Manöver, um ihrer Partei vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt zu schaden.
Zehn Abgeordnete der BSW-Landtagsfraktion um die bisherige Landeschefin Katja Wolf hatten am Freitag ihren Parteiaustritt erklärt und dies vor allem mit der Einmischung der Parteispitze im Wagenknecht und deren fehlender Distanz zur AfD begründet. Zuvor waren bereits drei andere BSW-Landtagsabgeordnete aus Partei und Fraktion sowie ein weiterer Abgeordneter aus der Partei ausgetreten.
 
Mit Material von Nachrichtenagenturen
Categories
deutschland ticker

TICKER Landtagswahl | Erste Hochrechnung: AfD 44,1 Prozent, CDU 18,5 Prozent

Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt laut Prognosen und der ersten Hochrechnung mit großem Abstand vor der CDU gewonnen: Die AfD kommt auf 44 bis 44,5 Prozent der Stimmen, die CDU erreichte mit 18,5 Prozent Platz zwei.
Der ersten Hochrechnung zufolge erhält die AfD 39 bis 41 Sitze im Landtag (2021: 23), die CDU 16 bis 17 (40). Die Linke kommt auf 8 bis 9 Mandate (12), die SPD auf 7 bis 8 (9) und die Grünen auf 8 (6). Das BSW erhält laut ARD-Prognose 5 Mandate. Ob das BSW in den Landtag kommt, ist ungewisse.
Alle wichtigen Entwicklungen im Epoch-Times-Liveticker:
 
HEUTE18:37 Uhr

Schulze gratuliert AfD zum Wahlsieg

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze hat in einer ersten Reaktion nach der klaren Niederlage seiner Partei der AfD zu ihrem klaren Wahlsieg gratuliert.
„Zuallererst – wir leben in einer Demokratie – möchte ich dem Wahlsieger gratulieren“, sagte er am Sonntagabend vor CDU-Anhängern. „Die AfD ist jetzt stärkste Kraft im Landtag von Sachsen-Anhalt. Wir werden auch als CDU mit diesem Ergebnis umgehen müssen.“ Zu möglichen persönlichen Konsequenzen äußerte sich Schulze zunächst nicht.
Erste Rücktrittsrufe kamen aber bereits. So sagte die ehemalige Bildungsministerin und CDU-Landtagsabgeordnete Eva Feußner dem „Stern“: „Wenn ihm dieses Land am Herzen liegt, muss Sven Schulze Konsequenzen ziehen und vom Parteivorsitz zurücktreten. Das geht gar nicht anders.“
Ähnlich äußert sich der Stadtratsvorsitzende von Merseburg und langjährige Kreischef des Saalekreises, Michael Hayn, gegenüber dem „Stern“:  „Der Spitzenkandidat muss für den Wahlkampf die Verantwortung übernehmen“. Das erwarte er jetzt auch von Sven Schulze. „Er tut gut daran, in die zweite Reihe zurückzutreten und dort gegebenenfalls neue Stärke zu sammeln.“
HEUTE18:34 Uhr

CDU-Generalsekretärin schließt nach CDU-Pleite Debatten über Merz aus

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hat bundespolitische Konsequenzen ausgeschlossen. Es beginne nun keine Diskussion über Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und die Bundesregierung, sagte Hoppermann am Sonntag in der ARD. „Die Bundesregierung und der deutsche Bundestag sind für vier Jahre gewählt“, dies habe in Sachsen-Anhalt nicht zur Debatte gestanden.
Hoppermann räumte die Niederlage der CDU ein, die nach den ersten Prognosen ihr historisch schlechtestes Ergebnis geholt hat. „Das ist eine Niederlage insgesamt für die Christdemokraten“, sagte die CDU-Generalsekretärin.
Eine Koalition mit der AfD, die mit Abstand stärkste Kraft werden wird, schloss Hoppermann kategorisch aus. „Wir arbeiten nicht mit Extremen und vor allem Dingen nicht mit Rechtsextremen zusammen.“
Aus Sicht von Kanzleramtsministerin Nina Warken (CDU) muss die Bundesregierung trotz des schlechten Wahlergebnisses an den Reformplänen festhalten. „Wir müssen den Kurs, den wir da angefangen haben, jetzt fortsetzen“, sagte Warken.
HEUTE18:30 Uhr

Erste Hochrechnung

Die erste Hochrechnung von 18:25 Uhr ergibt laut der Forschungsgruppe Medien.
  • AfD 44,1 Prozent, 41 Sitze
  • Union 18,5 Prozent, 17 Sitze
  • Linke 9,2 Prozent, 9 Sitze
  • SPD 8,8 Prozent, 8 Sitze
  • BSW 4,8 Prozent – nicht im Landtag
  • Grüne 8,7 Prozent, 8 Sitze
  • FDP 2,4 Prozent – nicht im Landtag
  • Sonstige Parteien 3,5 Prozent.
Im Landtag sind 81 Sitze zu verteilen.
HEUTE18:30 Uhr

Klüssendorf beurteilt AfD-Ergebnis als „wirklich dramatisch“

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat sich erschrocken über das starke Abschneiden der AfD gezeigt. Im ZDF sprach der SPD-Politiker von einem „wirklich dramatischen Ergebnis für die AfD“. Erleichtert zeigte er sich darüber, dass die SPD ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Landtagswahl halten konnte, auch wenn dies „jetzt kein riesiger Erfolg“ sei.
Ersten Prognosen zufolge kann die SPD mit acht bis neun Prozent rechnen. Im Magdeburger Landtag werde die SPD ihren Beitrag dazu leisten, „eine demokratische Mehrheit zu bilden gegenüber der AfD“, sagte Klüssendorf weiter. Er erwarte eine „sehr schwierige Regierungsbildung“, fügte der SPD-Politiker hinzu.
HEUTE18:30 Uhr

Grüne sind zufrieden

Die Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz hat sich nach der Wahl in Sachsen-Anhalt zufrieden zum Abschneiden ihrer Partei geäußert.
„Die Zahlen heute, die wir gerade gesehen haben, die sind natürlich für uns toll“, sagte sie am Sonntagabend im ZDF. Zugleich sei das starke Abschneiden der AfD „besorgniserregend“. Das Ergebnis ihrer Partei wertete sie als Auftrag der Zivilgesellschaft, eine Alleinregierung der AfD zu verhindern.
Ob dies gelinge, könne sie am frühen Abend zunächst noch nicht sagen. „Aber den Menschen, die Hoffnung in uns gesetzt haben, denen verspreche ich schon heute: Diese Hoffnung ist nicht umsonst“, sagte sie weiter.
HEUTE18:22 Uhr

Siegmund: „Wir haben in diesem Land Geschichte geschrieben“

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt für seine Partei als großen Erfolg gewertet und den Anspruch auf eine grundlegende Wende in dem Bundesland angemeldet. „Wir haben in diesem Land Geschichte geschrieben“, sagte Siegmund kurz nach Schließung der Wahllokale am Sonntagabend der ARD. Das Ergebnis sei „ein Zeichen, das könnte kaum deutlicher sein“.
Siegmund kündigte an, er wolle nun „allen Kräften die Hand ausstrecken, die mit uns eine grundlegende Politikwende herbeiführen wollen“. Er werde sich aber nicht „verbiegen“, um Mehrheiten zu erreichen.
Er werde sich nicht „verbiegen“, um Mehrheiten zu erreichen, sagte Siegmund weiter. „Wir werden nicht unsere Grundposition, die Deutschland gerade dahin gebracht hat, wo es ist, aufgeben für irgendwelche Machtoptionen.“ Konkret nannte er dabei die Themen Migration und Innere Sicherheit sowie „die verrückte Energiepolitik“. Das seien Themen, „die sind nicht verhandelbar“.
„Die Menschen haben ein ganz klares politisches Zeichen hier in Sachsen-Anhalt ausgesprochen“, sagte Siegmund weiter. Dies sei „auch ein Zeichen in Richtung Berlin“. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sei „ein sehr guter Wahlkämpfer“ für die AfD gewesen, spottete der Spitzenkandidat. Merz sei „jeden Tag einer zu viel im Kanzleramt“. Mit dem Wahlergebnis zeigte er sich zufrieden: „Wir haben genau das geschafft, was wir schaffen wollten.“
HEUTE18:14 Uhr

Weidel sieht Regierungsauftrag für AfD

Nach dem Wahlsieg der AfD sieht Bundesvorsitzende Alice Weidel den Regierungsauftrag bei ihrer Partei. „Das ist ein historisches Ergebnis, und es ist ein ganz klarer Regierungsauftrag“, sagte Weidel am Sonntagabend im ZDF. In welcher Form die AfD in Sachsen-Anhalt regieren werde – „durch eine Tolerierung oder durch eine Koalition, das wird sich einfach noch zeigen“, fügte sie hinzu.
„Unsere Hand ist immer ausgestreckt“, sagte Weidel in Bezug auf mögliche Regierungspartner. Der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt sei bei seiner Entscheidung „völlig unabhängig“ von der Bundespartei. „Der Landesverband hat gezeigt, dass er es kann.“
„Wir gehen hier durch die Decke, wir werden in ganz Ostdeutschland durch die Decke gehen, auch im Bund“, sagte die AfD-Chefin weiter. „Die CDU wird keine Wahl mehr gewinnen.“
Eine Neuauflage der bisher in Sachsen-Anhalt regierenden Koalition aus CDU, SPD und FDP ist mit den aktuellen Prognosen ausgeschlossen. Es war das einzige derartige Bündnis auf Landesebene.
Wahrscheinlich ist allerdings, dass die Regierung ihre Amtsgeschäfte noch eine Weile weiterführen wird, denn die Gespräche zur Bildung einer neuen Koalition dürften schwierig werden.
HEUTE18:02 Uhr

Die erste Prognose von 18:00 Uhr

Die erste Prognose der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist da: Die AfD liegt bei 44 Prozent, die Union bei 18,5 Es zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab – um 16:00 Uhr lag sie bei 65,3 Prozent. Das waren bereits mehr Bürger, als 2021 insgesamt gewählt hatten. Das ZDF rechnet mit einer Wahlbeteiligung von über 80 Prozent.
Die 18-Uhr-Prognose von ZDF ergibt für die Parteien (ohne Briefwahl):
  • AfD 44,0 Prozent. (+23,2)
  • Union 18,5 Prozent (-18,6)
  • Linke 9 Prozent (-2,0)
  • SPD 9 Prozent (+0,6)
  • BSW 4,8 Prozent (+4,8)
  • Grüne 8,5 Prozent (+2,6)
  • FDP 2,5 Prozent (-3,9)
  • Sonstige Parteien 3,7 Prozent (-6,7)
Den Prognosen zufolge erhält die AfD 39 bis 41 Sitze im Landtag (2021: 23), die CDU 16 bis 17 (40). Die Linke kommt auf 8 bis 9 Mandate (12), die SPD auf 7 bis 8 (9) und die Grünen auf 8 (6). Das BSW erhält laut ARD-Prognose 5 Mandate.
Die Wahlbeteiligung erreichte laut ZDF mit 80,0 Prozent einen historischen Höchststand in dem ostdeutschen Bundesland. Die bisherige Höchstmarke lag bei 71,1 Prozent im Jahr 1998. Bei der letzten Wahl am 6. Juni 2021 hatten 60,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.
 
HEUTE17:39 Uhr

Medieninteresse an zentraler Wahlveranstaltung ist riesig

Die zentrale Wahlveranstaltung des Landtags findet in der Messe Magdeburg statt. In einer Halle treffen sich die Fraktionen und Parteien, in einer anderen die Medien. Viele Politiker sind bereits vor Ort. 500 Medienvertreter sind akkreditiert, Journalisten haben keinen Zutritt zur Halle der Fraktionen. Im Zwischenbereich sind Interviews und Gespräche möglich.
HEUTE16:30 Uhr

Linke Demonstranten versammeln sich am Magdeburger Hauptbahnhof

Am Hauptbahnhof in Magdeburg versammeln sich die ersten linken Demonstranten. Sie hielten unter anderem Banner mit der Aufschrift „Sozialismus oder Barbarei“ oder „Faschismus bekämpfen“ hoch.
Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Demonstration ist Medienberichten zufolge nicht angemeldet.
Auf dem Domplatz versammelte sich die DGB-Jugend sowie Greenpeace; eine riesige Regenbogenfahne wurde ausgebreitet. Die Polizei sichert die Veranstaltung ab. 
Die Polizei meldet auf X: „Im Stadtgebiet von Magdeburg finden derzeit 4 Versammlungen im Zusammenhang mit der Landtagswahl statt, welche von unseren Einsatzkräften begleitet werden. Es kann zu Verkehrsbehinderungen kommen.
HEUTE16:26 Uhr

Wahlbeteiligung bisher bei über 65 Prozent

Es zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Um 16:00 Uhr am Sonntag lag sie bei 65,3 Prozent, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte.
Zum gleichen Zeitpunkt lag sie 2021 bei 41,0 Prozent, am Ende waren es 60,3 Prozent.
 
HEUTE15:17 Uhr

Polizei ist mit allen Kräften im Einsatz

Die Polizei in Sachsen-Anhalt ist mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz. Es wurde Unterstützung aus anderen Bundesländern angefordert – Einheiten aus Hamburg, Schleswig-Holstein, dem Saarland, Hessen, Bayern und Thüringen sind vor Ort.
Zum einen ist die Polizei laut Innenministerium flächendeckend präsent, um die per Grundgesetz garantierte freie und unbeeinflusste Ausübung des Wahlrechts zu garantieren. Zudem waren für den Sonntag mehrere Demonstrationen angemeldet, ab dem Nachmittag in Magdeburg beispielsweise auf dem Domplatz unter dem Motto „Sachsen-Anhalt juckt mich! Sachsen-Anhalt bleibt weltoffen!“.
Auch müssen Wahlpartys der Parteien sowie die zentrale Veranstaltung des Landtags in den Magdeburger Messehallen abgesichert werden. Für die Berichterstattung sind mehrere Hundert Medienvertreter angemeldet.
Die Polizei teilte auf X mit: „Der Wahlsonntag verläuft im Zuständigkeitsbereich der PI Magdeburg bislang ruhig. Uns liegen keine Erkenntnisse zu Störungen des Wahlgeschehens vor.

Die Polizei sichert den Landtag von Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 in Magdeburg, Deutschland.

Foto: Omer Messinger/Getty Images

HEUTE14:46 Uhr

Wahlbeteiligung um 14:00 Uhr doppelt so hoch wie 2021

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Um 14:00 Uhr am Sonntag lag sie bei 54,4 Prozent, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte.
Das war ein doppelt so hoher Wert wie bei der letzten Landtagswahl am 6. Juni 2021, als um 14:00 Uhr 27,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten.
Die Zahl beruht auf stichprobenartigen Rückmeldungen aus den repräsentativen Urnenwahlbezirken, wie die Landeswahlleiterin erklärte. Die Briefwahl ist nicht eingerechnet.
HEUTE13:52 Uhr

SPD-Kandidat wählte im Harz

SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann wählte im Harz. „Möge die Sonne auch die nächsten Jahre über Sachsen-Anhalt scheinen“, sagte der Politiker dpa anschließend. Eine Alleinregierung der AfD wäre „ein schwerer Schaden fürs Land“.
HEUTE12:25 Uhr

Deutlich höhere Wahlbeteiligung

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich zum Mittag eine deutlich höhere Wahlbeteiligung ab. Bis 12:00 Uhr am Sonntag hatten 34,72 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte. Zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2021, bei der letzten Landtagswahl, waren es nur 22,4 Prozent.
Erste Prognosen werden mit der Schließung der Wahllokale um 18:00 Uhr erwartet. Die Abstimmung in Sachsen-Anhalt könnte Signalwirkung für die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern in zwei Wochen und auch für die Bundespolitik haben.
HEUTE12:12 Uhr

Vorwahl-Daten

Die AfD wird in Wahlumfragen vor der Wahl bei bis zu 41 Prozent gesehen, das könnte im Landtag bis zu 45 Prozent der Sitze ausmachen. Laut dem ZDF-Politbarometer vom 4. September 2026 tendieren die Wähler zu: 
  • AfD 41 Prozent, 
  • Union 23 Prozent, 
  • Linke 11,5 Prozent. 
  • SPD 8,5 Prozent, 
  • BSW 4 Prozent, 
  • Grüne 6 Prozent,
  • FDP 3 Prozent,
  • Sonstige Parteien 3 Prozent.

Daten des ZDF-Politbarometer vom 4. September 2026 – zwei Tage vor der Wahl.

Foto: Epoch Times

Mögliche Sitzverteilung im Magdeburger Landtag lt. den Daten vom 3. September 2026.

Foto: Epoch Times

HEUTE11:15 Uhr

Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Schulze hat gewählt

Nach AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat auch Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) seine Stimme zur Landtagswahl abgegeben. Er machte sein Kreuz am Sonntagvormittag in einem Wahllokal beim AWO-Landesverband Sachsen-Anhalt.
Schulze verwies vor seiner Stimmabgabe darauf, dass eine hohe Wahlbeteiligung zu erwarten sei. Das habe die Briefwahl schon gezeigt. „Sachsen-Anhalt hat viele Aufgaben zu lösen in den nächsten Wochen“, so Schulze.
„Heute schaut jeder auf Sachsen-Anhalt, aber morgen wird nicht jeder auf Sachsen-Anhalt warten.“ Deswegen sei es ein wichtiger Tag für das ganze Bundesland, für Deutschland, und auch für Europa.
HEUTE11:00 Uhr

AfD-Spitzenkandidat Siegmund gibt Stimme in Tangermünde ab

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat am Sonntagmorgen der Spitzenkandidat der AfD, Ulrich Siegmund, seine Stimme abgegeben. Der 35-Jährige und seine Ehefrau Julia fuhren auf einer Simson vor einem Wahllokal in seiner Heimatstadt Tangermünde vor.
Die AfD liegt in den Umfragen weit vor der regierenden CDU von Ministerpräsident Sven Schulze. Siegmund hat als Wahlziel „45 Prozent plus X“ ausgerufen.
HEUTE8:00 Uhr

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Wahllokale geöffnet

In Sachsen-Anhalt haben die Wahllokale für die Landtagswahl geöffnet. Seit 8.00 Uhr können die Menschen ihre Stimme abgeben. Die Wahllokale sind bis 18:00 Uhr geöffnet. Anschließend beginnt die Auszählung. Die Landeswahlleiterin rechnet mit einem vorläufigen Endergebnis am frühen Montagmorgen.
Die erste Sitzung des neuen Landtags von Sachsen-Anhalt muss spätestens am 30. Tag nach der Wahl stattfinden, das ist der 6. Oktober. Dann enden auch die Amtszeiten der Minister und des Regierungschefs.
Sie sind laut Verfassung verpflichtet, die Geschäfte weiterzuführen, bis ihre Nachfolger übernehmen. Es gibt keine Frist, bis wann ein neuer Regierungschef gewählt sein muss, aber Fristen für mögliche weitere Wahlgänge, sollten der erste und weitere scheitern.
HEUTE7:42 Uhr

Merz: „Wohlstand für alle Generationen“

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) äußerte sich am 5. September zur Landtagswahl und zeigte sich dabei auch selbstkritisch. „Ich gebe zu, angesichts der Umfrageergebnisse und der zu befürchtenden Wahlergebnisse hat das, was wir bisher getan haben, nicht ausgereicht“, sagte er bei einer Wahlkampfveranstaltung zur nächste Woche anstehenden niedersächsischen Kommunalwahl in Langenhagen bei Hannover. Mit Blick auf die AfD sagte er: „Wir müssen die Auseinandersetzung mit dieser Partei besser führen.“
Er kündigte eine grundsätzliche Diskussion in der CDU nach der Landtagswahl an über „die Erzählung, das große Design, das Narrativ“ für Deutschland. Als Beispiel nannte er das Buch „Wohlstand für alle“ des ehemaligen Wirtschaftsministers und Kanzlers Ludwig Erhard von 1957. Erhard habe damit „die Erzählung gesetzt“, die das sogenannte Wirtschaftswunder ausgelöst habe.
Merz schlug in Anlehnung daran den Satz „Wohlstand für alle Generationen“ vor. Es gehe darum, auch der nächsten und übernächsten Generation die Chance zu geben, „in Freiheit, Frieden, Wohlstand und mit einem hohen Maß an sozialer Gerechtigkeit zu leben“, sagte er.
HEUTE7:19 Uhr

Welche Koalitionen sind denn denkbar?

Sollte die AfD keine absolute Mehrheit erreichen, wäre sie auf Bündnispartner angewiesen, um an die Regierung zu kommen. Allerdings will keine der anderen Parteien mit ihr koalieren. Siegmund wiederum hat zuletzt bekräftigt, dass er sich nur zur Wahl als Regierungschef stellt, wenn seine Partei die absolute Mehrheit holt und alleine regieren kann.
Wenn die AfD dieses Ziel verpasst, könnte eine CDU-geführte Minderheitsregierung ins Spiel kommen. Diese könnte allerdings auf Stimmen der Linken angewiesen sein – ähnlich wie in Sachsen und Thüringen.
Das Problem: Die CDU lehnt für sich in einem Parteitagsbeschluss eine Koalition und „ähnliche Formen der Zusammenarbeit“ mit den Linken ebenso ab wie mit der AfD. Ministerpräsident Sven Schulze’s (CDU) Wunschszenario einer Mehrheit für die sogenannten Parteien der Mitte – etwa für CDU, SPD und Grüne – erscheint angesichts der Umfragen sehr unwahrscheinlich.

Wahlplakate zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, September 2026.

Foto: John MacDougall/AFP via Getty Images

GESTERN17:52 Uhr

15.000 Teilnehmer bei Demokratiefestival

Am Samstag haben sich in Magdeburg mehrere tausend Menschen zu einem Demokratiefestival des Bündnisses Sachsen-Anhalt weltoffen versammelt. Sie zogen vom Hauptbahnhof zum Domplatz.
Die Polizei war wegen insgesamt acht Versammlungen im Großeinsatz. Auf dem Domplatz versammelten sich nach Angaben eines Polizeisprechers rund 8000 Menschen. Der Veranstalter teilte mit, mehr als 15.000 Menschen seien dem Aufruf gefolgt.
GESTERN8:47 Uhr

Siegmund lässt Ministerpräsidenten-Wahl offen

Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lässt offen, ob er sich im Fall einer absoluten Mehrheit zum Ministerpräsidenten wählen lassen will.
Auf die Frage, ob er bei einer Ein-Stimmen-Mehrheit im Landtag das Ministerpräsidentenamt anstrebe, sagte Siegmund der „BILD“: „Das werden wir am Montag entscheiden. Gucken wir mal, wie es ausgeht.“
Siegmund sagte, es gehe ihm um eine „stabile Mehrheit“ im Landtag. „Was mache ich, wenn mal ein oder zwei oder drei Abgeordnete im Krankenhaus sind? Soll ich die dann mit der Trage in den Landtag reintragen zum Abstimmen?“, sagte Siegmund. Es dürfe nicht so sein, dass der „Fortschritt des Landes gelähmt“ sei, „weil ein oder zwei Abgeordnete gesundheitsbedingt ausfallen“.
GESTERN7:48 Uhr

Tausende zu Kundgebungen vor Wahl in Sachsen-Anhalt erwartet

Am Wahlwochenende in Sachsen-Anhalt werden mehrere tausend Menschen zu Demonstrationen erwartet. Neben einem Dutzend Veranstaltungen in Magdeburg und Kundgebungen für Demokratie in Halle findet die größte Demo mit rund 8.000 Teilnehmern auf dem Magdeburger Domplatz statt, organisiert von Gewerkschaften und Zivilgesellschaft. Zeitgleich hält die in Umfragen führende AfD dort ihren Wahlkampfabschluss ab.

Am 5. September 2026, einen Tag vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, versammeln sich Menschen bei einem Festival der Demokratie in Magdeburg, um für eine offene, auf Solidarität basierende Gesellschaft zu demonstrieren.

Foto: John MacDougall/AFP via Getty Images

4. Sep.18:36 Uhr

Bei Wahlsieg: CDU-Politiker sieht Auftrag für Regierungsbildung bei AfD

Ein möglicher Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt sorgt in der Bundes-CDU für Diskussionen. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Sepp Müller (CDU), sah die Verantwortung für eine Regierungsbildung nach den bisherigen Umfragen bei der AfD.
Müller widersprach zudem Berichten, wonach einige CDU-Landtagsabgeordnete bereit sein könnten, den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten zu wählen. „Also ich glaube, das ist eher eine Ente“, sagte er. Die CDU-Abgeordneten würden den aktuellen Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) unterstützen.
4. Sep.17:40 Uhr

Wagenknecht sieht Manöver vor Wahl in Sachsen-Anhalt

Nach dem Austritt mehrerer Landtagsabgeordneter in Thüringen sieht BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht ein bewusstes Manöver, um ihrer Partei vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt zu schaden.
Zehn Abgeordnete der BSW-Landtagsfraktion um die bisherige Landeschefin Katja Wolf hatten am Freitag ihren Parteiaustritt erklärt und dies vor allem mit der Einmischung der Parteispitze im Wagenknecht und deren fehlender Distanz zur AfD begründet. Zuvor waren bereits drei andere BSW-Landtagsabgeordnete aus Partei und Fraktion sowie ein weiterer Abgeordneter aus der Partei ausgetreten.
 
Mit Material von Nachrichtenagenturen
Categories
deutschland ticker

TICKER Landtagswahl | AfD liegt bei 44 Prozent, CDU erreicht 18,5 Prozent

Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt laut Prognosen mit großem Abstand vor der CDU gewonnen – ob es für eine absolute Mehrheit reicht, war aber zunächst unklar. Die AfD kommt auf 44 bis 44,5 Prozent der Stimmen, die Christdemokraten von Ministerpräsident Sven Schulze erreichten mit 18,5 Prozent Platz zwei.
Auch die Linke mit 9,0 bis 9,5 Prozent, die SPD mit 8,0 bis 9,0 Prozent und die Grünen mit 8,5 bis 9,0 Prozent schafften es demnach wieder in den Magdeburger Landtag, während das BSW mit 4,8 bis 5,0 Prozent um den Einzug zittern musste und die FDP mit 2,0 bis 2,5 Prozent ausschied – bei einer Rekordwahlbeteiligung von 80,0 Prozent laut ZDF.
Alle wichtigen Entwicklungen im Epoch-Times-Liveticker:
 
HEUTE18:02 Uhr

Die erste Prognose von 18:00 Uhr

Die erste Prognose der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist da: Die AfD liegt bei 44 Prozent, die Union bei 18,5 Es zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab – um 16:00 Uhr lag sie bei 65,3 Prozent. Das waren bereits mehr Bürger, als 2021 insgesamt gewählt hatten.
Die 18-Uhr-Prognose von ZDF ergibt für die Parteien (ohne Briefwahl):
  • AfD 44,0 Prozent. (+23,2)
  • Union 18,5 Prozent (-18,6)
  • Linke 9 Prozent (-2,0)
  • SPD 9 Prozent (+0,6)
  • BSW 4,8 Prozent (+4,8)
  • Grüne 8,5 Prozent (+2,6)
  • FDP 2,5 Prozent (-3,9)
  • Sonstige Parteien 3,7 Prozent.
 
HEUTE17:39 Uhr

Medieninteresse an zentraler Wahlveranstaltung ist riesig

Die zentrale Wahlveranstaltung des Landtags findet in der Messe Magdeburg statt. In einer Halle treffen sich die Fraktionen und Parteien, in einer anderen die Medien. Viele Politiker sind bereits vor Ort. 500 Medienvertreter sind akkreditiert, Journalisten haben keinen Zutritt zur Halle der Fraktionen. Im Zwischenbereich sind Interviews und Gespräche möglich.
HEUTE16:30 Uhr

Linke Demonstranten versammeln sich am Magdeburger Hauptbahnhof

Am Hauptbahnhof in Magdeburg versammeln sich die ersten linken Demonstranten. Sie hielten unter anderem Banner mit der Aufschrift „Sozialismus oder Barbarei“ oder „Faschismus bekämpfen“ hoch.
Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Demonstration ist Medienberichten zufolge nicht angemeldet.
Auf dem Domplatz versammelte sich die DGB-Jugend sowie Greenpeace; eine riesige Regenbogenfahne wurde ausgebreitet. Die Polizei sichert die Veranstaltung ab. 
Die Polizei meldet auf X: „Im Stadtgebiet von Magdeburg finden derzeit 4 Versammlungen im Zusammenhang mit der Landtagswahl statt, welche von unseren Einsatzkräften begleitet werden. Es kann zu Verkehrsbehinderungen kommen.
HEUTE16:26 Uhr

Wahlbeteiligung bisher bei über 65 Prozent

Es zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Um 16:00 Uhr am Sonntag lag sie bei 65,3 Prozent, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte.
Zum gleichen Zeitpunkt lag sie 2021 bei 41,0 Prozent, am Ende waren es 60,3 Prozent.
 
HEUTE15:17 Uhr

Polizei ist mit allen Kräften im Einsatz

Die Polizei in Sachsen-Anhalt ist mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz. Es wurde Unterstützung aus anderen Bundesländern angefordert – Einheiten aus Hamburg, Schleswig-Holstein, dem Saarland, Hessen, Bayern und Thüringen sind vor Ort.
Zum einen ist die Polizei laut Innenministerium flächendeckend präsent, um die per Grundgesetz garantierte freie und unbeeinflusste Ausübung des Wahlrechts zu garantieren. Zudem waren für den Sonntag mehrere Demonstrationen angemeldet, ab dem Nachmittag in Magdeburg beispielsweise auf dem Domplatz unter dem Motto „Sachsen-Anhalt juckt mich! Sachsen-Anhalt bleibt weltoffen!“.
Auch müssen Wahlpartys der Parteien sowie die zentrale Veranstaltung des Landtags in den Magdeburger Messehallen abgesichert werden. Für die Berichterstattung sind mehrere Hundert Medienvertreter angemeldet.
Die Polizei teilte auf X mit: „Der Wahlsonntag verläuft im Zuständigkeitsbereich der PI Magdeburg bislang ruhig. Uns liegen keine Erkenntnisse zu Störungen des Wahlgeschehens vor.

Die Polizei sichert den Landtag von Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 in Magdeburg, Deutschland.

Foto: Omer Messinger/Getty Images

HEUTE14:46 Uhr

Wahlbeteiligung um 14:00 Uhr doppelt so hoch wie 2021

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Um 14:00 Uhr am Sonntag lag sie bei 54,4 Prozent, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte.
Das war ein doppelt so hoher Wert wie bei der letzten Landtagswahl am 6. Juni 2021, als um 14:00 Uhr 27,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten.
Die Zahl beruht auf stichprobenartigen Rückmeldungen aus den repräsentativen Urnenwahlbezirken, wie die Landeswahlleiterin erklärte. Die Briefwahl ist nicht eingerechnet.
HEUTE13:52 Uhr

SPD-Kandidat wählte im Harz

SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann wählte im Harz. „Möge die Sonne auch die nächsten Jahre über Sachsen-Anhalt scheinen“, sagte der Politiker dpa anschließend. Eine Alleinregierung der AfD wäre „ein schwerer Schaden fürs Land“.
HEUTE12:25 Uhr

Deutlich höhere Wahlbeteiligung

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich zum Mittag eine deutlich höhere Wahlbeteiligung ab. Bis 12:00 Uhr am Sonntag hatten 34,72 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte. Zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2021, bei der letzten Landtagswahl, waren es nur 22,4 Prozent.
Erste Prognosen werden mit der Schließung der Wahllokale um 18:00 Uhr erwartet. Die Abstimmung in Sachsen-Anhalt könnte Signalwirkung für die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern in zwei Wochen und auch für die Bundespolitik haben.
HEUTE12:12 Uhr

Vorwahl-Daten

Die AfD wird in Wahlumfragen vor der Wahl bei bis zu 41 Prozent gesehen, das könnte im Landtag bis zu 45 Prozent der Sitze ausmachen. Laut dem ZDF-Politbarometer vom 4. September 2026 tendieren die Wähler zu: 
  • AfD 41 Prozent, 
  • Union 23 Prozent, 
  • Linke 11,5 Prozent. 
  • SPD 8,5 Prozent, 
  • BSW 4 Prozent, 
  • Grüne 6 Prozent,
  • FDP 3 Prozent,
  • Sonstige Parteien 3 Prozent.

Daten des ZDF-Politbarometer vom 4. September 2026 – zwei Tage vor der Wahl.

Foto: Epoch Times

Mögliche Sitzverteilung im Magdeburger Landtag lt. den Daten vom 3. September 2026.

Foto: Epoch Times

HEUTE11:15 Uhr

Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Schulze hat gewählt

Nach AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat auch Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) seine Stimme zur Landtagswahl abgegeben. Er machte sein Kreuz am Sonntagvormittag in einem Wahllokal beim AWO-Landesverband Sachsen-Anhalt.
Schulze verwies vor seiner Stimmabgabe darauf, dass eine hohe Wahlbeteiligung zu erwarten sei. Das habe die Briefwahl schon gezeigt. „Sachsen-Anhalt hat viele Aufgaben zu lösen in den nächsten Wochen“, so Schulze.
„Heute schaut jeder auf Sachsen-Anhalt, aber morgen wird nicht jeder auf Sachsen-Anhalt warten.“ Deswegen sei es ein wichtiger Tag für das ganze Bundesland, für Deutschland, und auch für Europa.
HEUTE11:00 Uhr

AfD-Spitzenkandidat Siegmund gibt Stimme in Tangermünde ab

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat am Sonntagmorgen der Spitzenkandidat der AfD, Ulrich Siegmund, seine Stimme abgegeben. Der 35-Jährige und seine Ehefrau Julia fuhren auf einer Simson vor einem Wahllokal in seiner Heimatstadt Tangermünde vor.
Die AfD liegt in den Umfragen weit vor der regierenden CDU von Ministerpräsident Sven Schulze. Siegmund hat als Wahlziel „45 Prozent plus X“ ausgerufen.
HEUTE8:00 Uhr

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Wahllokale geöffnet

In Sachsen-Anhalt haben die Wahllokale für die Landtagswahl geöffnet. Seit 8.00 Uhr können die Menschen ihre Stimme abgeben. Die Wahllokale sind bis 18:00 Uhr geöffnet. Anschließend beginnt die Auszählung. Die Landeswahlleiterin rechnet mit einem vorläufigen Endergebnis am frühen Montagmorgen.
Die erste Sitzung des neuen Landtags von Sachsen-Anhalt muss spätestens am 30. Tag nach der Wahl stattfinden, das ist der 6. Oktober. Dann enden auch die Amtszeiten der Minister und des Regierungschefs.
Sie sind laut Verfassung verpflichtet, die Geschäfte weiterzuführen, bis ihre Nachfolger übernehmen. Es gibt keine Frist, bis wann ein neuer Regierungschef gewählt sein muss, aber Fristen für mögliche weitere Wahlgänge, sollten der erste und weitere scheitern.
HEUTE7:42 Uhr

Merz: „Wohlstand für alle Generationen“

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) äußerte sich am 5. September zur Landtagswahl und zeigte sich dabei auch selbstkritisch. „Ich gebe zu, angesichts der Umfrageergebnisse und der zu befürchtenden Wahlergebnisse hat das, was wir bisher getan haben, nicht ausgereicht“, sagte er bei einer Wahlkampfveranstaltung zur nächste Woche anstehenden niedersächsischen Kommunalwahl in Langenhagen bei Hannover. Mit Blick auf die AfD sagte er: „Wir müssen die Auseinandersetzung mit dieser Partei besser führen.“
Er kündigte eine grundsätzliche Diskussion in der CDU nach der Landtagswahl an über „die Erzählung, das große Design, das Narrativ“ für Deutschland. Als Beispiel nannte er das Buch „Wohlstand für alle“ des ehemaligen Wirtschaftsministers und Kanzlers Ludwig Erhard von 1957. Erhard habe damit „die Erzählung gesetzt“, die das sogenannte Wirtschaftswunder ausgelöst habe.
Merz schlug in Anlehnung daran den Satz „Wohlstand für alle Generationen“ vor. Es gehe darum, auch der nächsten und übernächsten Generation die Chance zu geben, „in Freiheit, Frieden, Wohlstand und mit einem hohen Maß an sozialer Gerechtigkeit zu leben“, sagte er.
HEUTE7:19 Uhr

Welche Koalitionen sind denn denkbar?

Sollte die AfD keine absolute Mehrheit erreichen, wäre sie auf Bündnispartner angewiesen, um an die Regierung zu kommen. Allerdings will keine der anderen Parteien mit ihr koalieren. Siegmund wiederum hat zuletzt bekräftigt, dass er sich nur zur Wahl als Regierungschef stellt, wenn seine Partei die absolute Mehrheit holt und alleine regieren kann.
Wenn die AfD dieses Ziel verpasst, könnte eine CDU-geführte Minderheitsregierung ins Spiel kommen. Diese könnte allerdings auf Stimmen der Linken angewiesen sein – ähnlich wie in Sachsen und Thüringen.
Das Problem: Die CDU lehnt für sich in einem Parteitagsbeschluss eine Koalition und „ähnliche Formen der Zusammenarbeit“ mit den Linken ebenso ab wie mit der AfD. Ministerpräsident Sven Schulze’s (CDU) Wunschszenario einer Mehrheit für die sogenannten Parteien der Mitte – etwa für CDU, SPD und Grüne – erscheint angesichts der Umfragen sehr unwahrscheinlich.

Wahlplakate zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, September 2026.

Foto: John MacDougall/AFP via Getty Images

GESTERN17:52 Uhr

15.000 Teilnehmer bei Demokratiefestival

Am Samstag haben sich in Magdeburg mehrere tausend Menschen zu einem Demokratiefestival des Bündnisses Sachsen-Anhalt weltoffen versammelt. Sie zogen vom Hauptbahnhof zum Domplatz.
Die Polizei war wegen insgesamt acht Versammlungen im Großeinsatz. Auf dem Domplatz versammelten sich nach Angaben eines Polizeisprechers rund 8000 Menschen. Der Veranstalter teilte mit, mehr als 15.000 Menschen seien dem Aufruf gefolgt.
GESTERN8:47 Uhr

Siegmund lässt Ministerpräsidenten-Wahl offen

Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lässt offen, ob er sich im Fall einer absoluten Mehrheit zum Ministerpräsidenten wählen lassen will.
Auf die Frage, ob er bei einer Ein-Stimmen-Mehrheit im Landtag das Ministerpräsidentenamt anstrebe, sagte Siegmund der „BILD“: „Das werden wir am Montag entscheiden. Gucken wir mal, wie es ausgeht.“
Siegmund sagte, es gehe ihm um eine „stabile Mehrheit“ im Landtag. „Was mache ich, wenn mal ein oder zwei oder drei Abgeordnete im Krankenhaus sind? Soll ich die dann mit der Trage in den Landtag reintragen zum Abstimmen?“, sagte Siegmund. Es dürfe nicht so sein, dass der „Fortschritt des Landes gelähmt“ sei, „weil ein oder zwei Abgeordnete gesundheitsbedingt ausfallen“.
GESTERN7:48 Uhr

Tausende zu Kundgebungen vor Wahl in Sachsen-Anhalt erwartet

Am Wahlwochenende in Sachsen-Anhalt werden mehrere tausend Menschen zu Demonstrationen erwartet. Neben einem Dutzend Veranstaltungen in Magdeburg und Kundgebungen für Demokratie in Halle findet die größte Demo mit rund 8.000 Teilnehmern auf dem Magdeburger Domplatz statt, organisiert von Gewerkschaften und Zivilgesellschaft. Zeitgleich hält die in Umfragen führende AfD dort ihren Wahlkampfabschluss ab.

Am 5. September 2026, einen Tag vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, versammeln sich Menschen bei einem Festival der Demokratie in Magdeburg, um für eine offene, auf Solidarität basierende Gesellschaft zu demonstrieren.

Foto: John MacDougall/AFP via Getty Images

4. Sep.18:36 Uhr

Bei Wahlsieg: CDU-Politiker sieht Auftrag für Regierungsbildung bei AfD

Ein möglicher Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt sorgt in der Bundes-CDU für Diskussionen. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Sepp Müller (CDU), sah die Verantwortung für eine Regierungsbildung nach den bisherigen Umfragen bei der AfD.
Müller widersprach zudem Berichten, wonach einige CDU-Landtagsabgeordnete bereit sein könnten, den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten zu wählen. „Also ich glaube, das ist eher eine Ente“, sagte er. Die CDU-Abgeordneten würden den aktuellen Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) unterstützen.
4. Sep.17:40 Uhr

Wagenknecht sieht Manöver vor Wahl in Sachsen-Anhalt

Nach dem Austritt mehrerer Landtagsabgeordneter in Thüringen sieht BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht ein bewusstes Manöver, um ihrer Partei vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt zu schaden.
Zehn Abgeordnete der BSW-Landtagsfraktion um die bisherige Landeschefin Katja Wolf hatten am Freitag ihren Parteiaustritt erklärt und dies vor allem mit der Einmischung der Parteispitze im Wagenknecht und deren fehlender Distanz zur AfD begründet. Zuvor waren bereits drei andere BSW-Landtagsabgeordnete aus Partei und Fraktion sowie ein weiterer Abgeordneter aus der Partei ausgetreten.
 
Mit Material von Nachrichtenagenturen