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Schülerproteste: Organisatoren wollen Gelbe-Westen-Bewegung mobilisieren


In Kürze:

  • Am fünften Protesttag demonstrierten laut Innenministerium 161.500 Menschen in Frankreich.
  • Es kam erneut zu Zusammenstößen mit der Polizei, Vandalismus und Verletzungen von Schulpersonal und Polizei.
  • Organisatoren hoffen, am 17. Oktober auch die Gelben Westen zu mobilisieren.
  • Die schwedische Aktivistin Greta Thunberg hatte sich zuvor an einer Schulblockade in Saint-Denis beteiligt.

 

„Es gibt nur eine Lösung: Revolution!“, skandierten die ersten Demonstranten, als sie am späten Dienstagnachmittag auf der Place Vauban eintrafen. Sie führten einen von zwei Demonstrationszügen an, die sich auf dem Platz hinter dem Hôtel des Invalides, dem historischen Militärkomplex im Zentrum von Paris, versammelten.

Es folgten die bekannten Parolen. „Nieder mit dem Staat, der Polizei und den Faschisten“, „Alle hassen die Polizei“ und die italienische Parole „Siamo tutti antifascisti“ („Wir sind alle Antifaschisten“) waren aus der Menge zu hören. Manche trugen – wie bei früheren Kundgebungen – palästinensische und kommunistische Fahnen, zusammen mit Plakaten mit Botschaften wie „Besteuert die Reichen“ und „Widerstand gegen den Faschismus“.

Besuch von Greta Thunberg

Der Dienstag, 13. Oktober, war der fünfte landesweite Protesttag, seit die Bewegung am 18. September begann, als Schüler in den Pariser Vororten Gymnasien zu blockieren anfingen. Die Unruhen haben sich seither auf die Universitäten ausgeweitet und Unterstützung von Lehrergewerkschaften sowie linken politischen Gruppen erhalten.
Eines der Ereignisse, die während der Proteste am 13. Oktober internationale Aufmerksamkeit erregten, war die Teilnahme der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg.
Demonstranten marschieren am 13. Oktober durch Paris.

Demonstranten marschieren am 13. Oktober 2026 durch Paris.

Foto: Etienne Fauchaire/Epoch Times

Sie erschien vor dem Lycée Paul-Éluard in Saint-Denis, einem Vorort im Norden von Paris mit einem großen Anteil an Einwanderern, der zu einem Zentrum der Proteste geworden war. Dort schloss sie sich mehr als hundert Demonstranten an, die sich versammelt hatten, um die Schule zu blockieren.

„Ich bin unglaublich stolz auf die französischen Schüler. Unsere Zukunft wird uns gestohlen“, sagte Thunberg gegenüber Reportern.

Ihr Besuch wurde vom Bürgermeister von Saint-Denis, Bally Bagayoko, Mitglied der linken Partei La France Insoumise (LFI), begrüßt, der den Vorort auf X als „Hauptstadt des Widerstands und Sammelpunkt der verschiedenen Kämpfe“ beschrieb.

Jean-Philippe Tanguy, Abgeordneter der rechten Partei Rassemblement National, wies Thunbergs Anwesenheit als „politischen Opportunismus schlimmster Art“ zurück.

„Die arme Frau Thunberg spricht nicht einmal Französisch. Lasst sie in Schweden bleiben“, sagte er.

Thunberg zeigte sich nur am Vormittag vor dem Gymnasium in Saint-Denis und wurde bei der großen Demonstration am Nachmittag nicht gesehen.

Regierung sieht Bewegung nachlassen

Nach Angaben des Innenministeriums gingen in ganz Frankreich am Dienstag 161.500 Menschen auf die Straße, darunter 41.500 in Paris, wo zwei separate Demonstrationszüge stattfanden. Die linksradikalen Studentenorganisationen, die hinter der Mobilisierung standen, bezifferten die landesweite Teilnehmerzahl deutlich höher, nämlich auf 480.000.
Die Zahlen der Regierung deuten auf einen Rückgang der Beteiligung im Vergleich zur Vorwoche hin, als man 266.000 Demonstranten schätzte. Auch die Anzahl der Schulen, die von Blockaden, Störungen und Zerstörungen betroffen waren, sank stark. Das Bildungsministerium berichtete, dass 94,2 Prozent der Gymnasien am Dienstag geöffnet gewesen seien. Geschlossen gewesen seien 214, gegenüber 800 eine Woche zuvor.
Ein Demonstrant mit palästinensischer Flagge trifft am 13. Oktober in Paris auf die Polizei.

Ein Demonstrant mit palästinensischer Flagge trifft am 13. Oktober 2026 in Paris auf die Polizei.

Foto: Etienne Fauchaire/Epoch Times

Die Gewalt blieb jedoch für das Ministerium ein ernstes Problem; es beschrieb die Situation als „sehr besorgniserregend“. Allein am Montag wurden 20 Schulmitarbeiter verletzt, darunter fünf Schulleiter, sodass die Zahl der verletzten Mitarbeiter im Bildungswesen seit Beginn der Unruhen auf 147 stieg.

Ähnlich wie bei den Schätzungen der Teilnehmerzahlen gingen auch die Angaben zu den Universitäten auseinander. Die linke Studentenvertretung behauptete, 90 Prozent der Universitäten seien blockiert oder geschlossen gewesen; das Hochschulministerium meldete Störungen an 35 Prozent der Hochschulen.

Autos in Brand gesetzt, Schaufenster eingeschlagen

Am Dienstagabend erklärte Innenminister Laurent Nuñez gegenüber Reportern, dass rund 50 Polizisten in der Hauptstadt verletzt worden seien, und warnte, die Zahl könne noch steigen. Elf Polizisten seien ins Krankenhaus gebracht worden, von denen zwei hätten operiert werden müssen – Nuñez sprach von „schweren Verletzungen“.

Einige Demonstranten hätte auf der Place Vauban Pflastersteine herausgerissen und auf die Polizei geworfen. Die Polizei reagierte mit Tränengas und setzte schließlich Wasserwerfer ein, um diejenigen zu zerstreuen, die sich weigerten, den Platz zu verlassen.

Teilnehmer der Proteste zerschlugen auch Schaufenster und setzten Autos in Brand.

Laut am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Innenministeriums sind seit Beginn der Proteste am 18. September fast 900 Polizisten und Gendarmen verletzt worden. Das Justizministerium berichtete, dass über 6.800 Personen, die meisten von ihnen Minderjährige, festgenommen worden seien.

Paris war nicht die einzige Stadt, in der am Dienstag Gewalt ausbrach. In Lyon, Frankreichs drittgrößter Stadt, forderte die Polizei die Demonstranten kurz nach 13:30 Uhr auf, sich zu zerstreuen. Die regionale Präfektur berichtete, dass Teilnehmer der Demonstration Geschäfte beschädigt, eine Tankstelle angegriffen und Polizisten angegriffen hätten. Die Bereitschaftspolizei setzte auch in Nantes und Straßburg Tränengas gegen Demonstranten ein, während in Rennes im Westen Frankreichs zwei Personen festgenommen wurden.

„Bündelung sozialer Kämpfe“

An der Spitze des Demonstrationszugs vom Place d’Italie gingen mehrere Abgeordnete der LFI, darunter deren Gründer Jean-Luc Mélenchon und der nationale Koordinator Manuel Bompard. Auf X warf Mélenchon der Polizei vor, zu versuchen, „sie zu verprügeln und zu verletzen“ – gemeint waren die Jugendlichen – und schrieb, die Medien berichteten zu wenig über die Polizeigewalt gegen die Demonstranten.

Jean-Luc Mélenchon (links), Gründer der linken Partei Occupied France (LFI), und Manuel Bompard (rechts), der nationale Koordinator der Partei, marschieren am 13. Oktober mit Demonstranten in Paris.

Jean-Luc Mélenchon (l.), Gründer der Partei La France Insoumise (LFI), und Manuel Bompard, der nationale Koordinator der Partei, marschieren am 13. Oktober mit Demonstranten in Paris.

Foto: Etienne Fauchaire/ Epoch Times

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Unter den Demonstranten war Sylvie, 65, die mit einer palästinensischen Fahne gekommen war. Für sie ging es bei der Demonstration um die „Bündelung sozialer Kämpfe“.
„Die Schüler in Palästina haben keinen normalen Schulalltag“, sagte sie gegenüber Epoch Times und beschrieb den Zustand sowohl der französischen Gymnasien als auch der Krankenhäuser als „katastrophal“. „Die einzige Lösung ist, dass die LFI an die Macht kommt“, sagte sie.
Noah, ein 21-jähriger Filmstudent, trug ein Megafon mit einem antifaschistischen Symbol. Er erzählte Epoch Times, er sei vor allem gekommen, um die Gymnasiasten zu unterstützen, aber auch, um gegen die steigenden Kosten des Hochschulstudiums zu protestieren. Er sagte, er habe vor, am 17. Oktober erneut auf die Straße zu gehen, diesmal, um „gegen die Regierung und das herrschende System“ zu demonstrieren.

Mobilisierung für den 17. Oktober

Ein weiterer Protesttag ist für Samstag geplant, bei dem die Organisatoren hoffen, neben Schülern und Studenten auch die Gelben Westen zu mobilisieren – eine populistische Bewegung, die 2018 mit Protesten gegen die Treibstoffpreise begann, sich aber zu einem landesweiten Aufstand gegen Einkommensunterschiede und die hohen Lebenshaltungskosten entwickelte.
Die Mobilisierung für den 17. Oktober entstand in den sozialen Medien, ohne eine formelle organisierende Instanz. Sie soll voraussichtlich Demonstrationen und Blockaden in ganz Frankreich umfassen. Das Datum fällt auch mit dem Beginn der Herbstferien zusammen.
Die CGT, eine der größten französischen Gewerkschaften, erklärte ebenfalls ihre Unterstützung für Proteste am Samstag und sagte, ihre Beteiligung werde dazu beitragen, „Übernahmeversuche durch die extreme Rechte zu verhindern“. Der Vorwurf wurde auch in die entgegengesetzte Richtung erhoben. Manche auf der rechten Seite warfen ihrerseits der Linken vor, diese Bewegung infiltriert und übernommen zu haben. Die Gelben Westen stießen anfangs auf Misstrauen vonseiten der Linken.
Die CGT-Generalsekretärin Sophie Binet, die an dem Zug am Dienstag in Paris teilnahm, hat bereits zu einem weiteren landesweiten Streiktag am 5. November aufgerufen.
Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Greta Thunberg Joins French Student Protests as Marchers Block Schools, Clash With Police“. (deutsche Bearbeitung: vm)
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Schüsse in Berngau: Behördenmitarbeiter bei Waffenkontrolle erschossen

Bei einer Waffenkontrolle in der Oberpfalz ist ein Behördenmitarbeiter erschossen worden. Eine zweite Person sei schwer verletzt worden, teilte die Polizei mit. Die beiden Beschäftigen des Landratsamtes Neumarkt sollten nach den bisherigen Erkenntnissen in Berngau einen Waffenbesitzer kontrollieren. Dieser soll daraufhin geschossen und die zwei Behördenmitarbeiter getroffen haben.
Danach verschanzte sich der mutmaßliche Schütze in einem Wohnhaus. Die Polizei umstellte das Gebäude und alarmierte Spezialkräfte. Der Einsatz lief am Abend noch. Der Mann habe sich zurückgezogen, sagte ein Polizeisprecher. Die Einsatzkräfte wollten natürlich an ihn heran. Aufgrund der taktischen Erwägungen könne solch ein Einsatz länger dauern, erklärte der Sprecher.

Polizei: Menschen in dem Ort sollen in ihren Häusern bleiben

Die Beamten baten Menschen im Ort, ihre Häuser nicht zu verlassen oder zumindest den abgesperrten Bereich um das Haus des Verdächtigen zu meiden. Wegen Schussgeräuschen waren gegen 14.00 Uhr mehrere Notrufe bei Polizei und Rettungskräften eingegangen. In der Folge fuhr ein Spezialeinsatzkommando unter anderem mit einem gepanzerten Fahrzeug nach Berngau, auch Polizeihubschrauber waren im Einsatz.
Der tödlich verletzte Behördenmitarbeiter wurde nach den Angaben der Polizei vor dem Gebäude geborgen. Die Einsatzkräfte machten keine Angaben dazu, ob sich noch weitere Personen mit dem Schützen in dem Haus befanden. Nach Angaben der Beamten handelte es sich um eine Routinekontrolle des Waffenbesitzers. Dabei werde unter anderem überprüft, ob die Waffen vorschriftsmäßig gelagert seien. (dpa/red)
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Zwei Menschen durch Schüsse im bayerischen Berngau verletzt

Im bayerischen Berngau sind am Donnerstag zwei Menschen durch Schüsse verletzt worden. Wie die Polizei in Regensburg mitteilte, fielen mehrere Schüsse.
Die Beamten riefen die Einwohner auf, unbedingt in ihren Häusern zu bleiben. Die Polizei sei im Großeinsatz und prüfe die Lage.
Gegen 14.00 Uhr waren laut Polizei mehrere Berichte über schussähnliche Geräusche aus der Gemeinde in der Oberpfalz eingegangen.
Daraufhin wurden weiträumige Absperrungen eingerichtet. Ein Polizeihubschrauber war im Einsatz, um bei der Aufklärung zu helfen. (afp/red)
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17. September: Explosionen in Frankfurt | Meloni will Kraftfahrzeugsteuer aussetzen | Kanada und die EU

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Explosionen in Frankfurt

In Frankfurt sind am frühen Morgen zwei Sprengsätze explodiert. Zuerst vor einem Cafe im Stadtteil Nordend. Wenige Minuten später folgte eine Explosion bei einer Shisha-Bar auf der Einkaufsstraße Zeil. Beide Gebäude wurden stark beschädigt. Laut Polizeiangaben kam es zu einer Festnahme, Verletzte gab es keine. Bereits Tage zuvor hatte es ähnliche Vorfälle gegeben.

Meloni will Kraftfahrzeugsteuer aussetzen

Die weltweit nach oben schießenden Kraftstoffpreise haben in vielen Ländern teilweise heftige Proteste ausgelöst. In Italien hat derweil Ministerpräsidentin Giorgia Meloni angekündigt, die Kraftfahrzeugsteuer ab 2027 teilweise für ein Jahr auszusetzen. Laut der italienischen Nachrichtenagentur „ANSA“ sollen Fahrzeuge „mit geringer und mittlerer Motorleistung bis zu 109 PS sowie Motorräder“ betroffen sein.

Kanada und die EU

Kanada ist offen für die Idee einer Art EU-Sondermitgliedschaft. Das sagte Premierminister Mark Carney in seiner Rede vor dem EU-Parlament. Ein engeres Bündnis von Kanada und der EU sei nicht gegen andere gerichtet. Eine Allianz würde ein „Leuchtfeuer für andere Demokratien“ schaffen.“

Social-Media-Verbot für Kinder

Geht es nach der EU-Kommission, so sollen soziale Medien für Kinder unter 13 Jahren verboten sein. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat heute einen entsprechenden Gesetzentwurf namens „Kids Act“ vorgestellt. Auch für Minderjährige wird ein EU-weit einheitliches Mindestalter von 15 Jahren für die Eröffnung eines eigenen Online-Kontos festgelegt. Online-Anbieter müssen zudem nachweisen, dass ihre Dienste altersgerecht sind.

Türkei geht gegen LGBTQ-Aktivisten vor

Die Türkei geht seit dem 13. September massiv gegen LGBTQ-Aktivisten vor. Bei Razzien wurden über hundert Menschen festgenommen, bei darauf folgenden Protesten weitere. Die Behörden werfen ihnen die Verbreitung „obszöner Inhalte“ sowie „Beihilfe zur Prostitution“ vor. Außerdem wurden zahlreiche Websites und Konten in Onlinediensten gesperrt.
 
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Japan: Mindestens 13 Tote und „umfangreiche Schäden“ nach Erdbeben


In Kürze

  • Behörden heben eine Tsunamiwarnung wieder auf, Menschen sollen sich aber von der Küste fernhalten.
  • Der Flughafen Kumamoto ist nach Schäden vorläufig außer Betrieb, der Zugverkehr ist eingeschränkt.
  • Atomkraftwerke bleiben offenbar unbeschädigt.
  • Die Region war 2016 von zwei starken Beben betroffen.
  • Japan wird jährlich von etwa 1.500 Erdbeben erschüttert.

Einen Tag nach dem schweren Erdbeben im Südwesten Japans ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 13 gestiegen. Dies teilte Regierungschefin Sanae Takaichi am Mittwoch mit. Es seien zudem „umfangreiche Schäden“ gemeldet worden, darunter eingestürzte Gebäude, Brände und Schäden an Straßen. Mehr als 9.000 Menschen harrten am Mittwoch in Notunterkünften aus.
Zwei der Todesopfer wurden nach Angaben des Katastrophenschutzes in einem Einkaufszentrum in der Stadt Kashima entdeckt, in dem durch das Beben eine Etage eingestürzt war. Bei ihnen handelt es sich laut Medienberichten um zwei junge Frauen.
Es wurde befürchtet, dass die Opferzahl im Laufe des Tages noch steigt, weil vor allem in dem teilweise eingestürzten Einkaufszentrum in Kashima noch Menschen vermutet werden.
Die genaue Zahl der Vermissten sei unklar, teilte die Polizei laut dem Fernsehsender NHK mit. „Es gilt aber als sicher, dass noch Angestellte verschüttet sind.“ Ob auch Kunden noch vermisst werden, sei dagegen unklar. Rettungskräfte suchten in dem Einkaufszentrum und an vielen anderen Orten fieberhaft nach Vermissten.

Auf Luftaufnahmen sind enorme Schäden an einem Gebäude zu sehen.

Foto: kyodo/dpa

Offenbar keine Schäden an Atomreaktoren

Wegen Schäden an den Start- und Landebahnen ist der kleine Verkehrsflughafen der Stadt Kumamoto bis auf Weiteres geschlossen, teilt die japanische Nachrichtenagentur „Kyodo News“ mit. In einigen Gebieten sei zudem der Strom ausgefallen. Das Ausmaß der Verletzungen und Schäden werde noch ermittelt, fuhr Takaichi fort.
Das Beben erreichte der japanischen Wetterbehörde zufolge auf der japanischen Erdbebenskala ein 7,1. Eine Tsunamiwarnung wurde herausgegeben, später aber wieder aufgehoben. Laut „Kyodo News“ fordern die Behörden Menschen dennoch dazu auf, sich von Küstengebieten fernzuhalten, da es Nachbeben gibt.
Bei den Atomkraftwerken wurden der Atomaufsichtsbehörde zufolge zunächst keine Auffälligkeiten festgestellt. Nach Angaben des Energieversorgers Kyushu Electric Power hatten rund 45.000 Haushalte und Einrichtungen in der Region Kumamoto keinen Strom. Drei zu dem Zeitpunkt in der Region in Betrieb befindliche Atomreaktoren setzten demnach ihren normalen Betrieb fort.
Rund eine halbe Stunde nach dem Beben berichtete ein Mitarbeiter des Rundfunks NHK, das Beben halte an und sei so heftig, dass es schwer sei, sich auf den Beinen zu halten.
Japan liegt in einer der tektonisch aktivsten Regionen der Welt. Der Inselstaat mit 125 Millionen Einwohnern wird jedes Jahr von etwa 1500 Erdbeben erschüttert.

Region war bereits 2016 von starken Beben betroffen

Das Epizentrum des Bebens lag in der Stadt Uki, südlich der Stadt Kumamoto, in etwa 10 Kilometer Tiefe, schreibt die „Japan Times“. Ein Beamter der meteorologischen Behörde Japans sagte dazu, dass ein Beben mit einem auf dem Festland gelegenen Epizentrum in geringer Tiefe auf anhaltende seismische Aktivitäten hindeute. Zahlreiche Nachbeben seien daher möglich.
In der Stadt Kashima stürzte die zweite Etage eines Einkaufszentrums ein. Dabei wurden laut Behörden zahlreiche Besucher eingeschlossen. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet unter Berufung auf den japanischen Radiosender TBS von einer „beträchtlichen Zahl“ an Todesopfern. 200 Menschen konnten sich laut „Japan Times“ auf dem Parkplatz in Sicherheit bringen. Videoaufnahmen zeigten, dass Teile der Fassade des Einkaufszentrums offenbar zerstört wurden und Stahlträger freilagen. Nach Behördenangaben wurden in der Stadt Hikawa mindestens 50 Verletzte in Krankenhäuser gebracht.
Es war das erste Beben, das die höchste Stufe (Shindo 7) seit dem Erdbeben auf der Noto-Halbinsel im Januar 2024 erreichte. In mehreren Städten der Region erreichten die Erschütterungen Stärken von mehr als 6 auf der Messskala. Auch in benachbarten Präfekturen wie Nagasaki oder Fukuoka zeigten die Pegel noch mehr als Stärke 5 an.
Wie „Kyodo News“ schreibt, war die Region Kumamoto bereits vor zehn Jahren von zwei aufeinanderfolgenden schweren Erdbeben der Stärke 6,5 und 7,3 betroffen. Etwa 270 Menschen kamen damals ums Leben, 2800 wurden verletzt.

Nach Erdbeben im Dezember 2025 in Japan: große Schäden an Straße in Tohoku, Präfektur Aomori.

Foto: Kyodo/dpa

Das stärkste Beben löste die Katastrophe von Fukushima aus

Das stärkste, jemals in Japan gemessene Erdbeben, ereignete sich 2011 in Fukushima. Es hatte die Stärke 9,0 und löste einen gewaltigen Tsunami aus, der mehr als 18.000 Tote und Vermisste forderte. Außerdem löste es den nuklearen Unfall im dortigen Kernkraftwerk aus.
Mehr als 6.400 Tote sowie den Zusammenbruch der örtlichen Infrastruktur – so die Bilanz eines Bebens der Stärke 7,3 im Jahr 1995 in Kobe. In den japanischen Geschichtsbüchern steht auch das sogenannte „Große Kantō-Erdbeben“ der Stärke 7,9 von 1923. Dabei wurden große Teile von Japans Hauptstadt Tokio sowie Yokohama durch verheerende Brände als Folge des Bebens zerstört. Mehr als 105.000 Menschen starben.
Einen der verheerendsten Tsunamis löste das Meiji-Sanriku-Erdbeben im Jahre 1896 aus. Es erreichte eine Stärke von 8,2 und kostete etwa 22.000 Menschen das Leben.
(Mit Material der Nachrichtenagenturen)
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Starkes Erdbeben in Japan fordert Tote und Verletzte


In Kürze

  • Behörden heben eine Tsunamiwarnung wieder auf, Menschen sollen sich aber von der Küste fernhalten.
  • Der Flughafen Kumamoto ist nach Schäden vorläufig außer Betrieb, der Zugverkehr ist eingeschränkt.
  • Atomkraftwerke bleiben offenbar unbeschädigt.
  • Die Region war 2016 von zwei starken Beben betroffen.
  • Japan wird jährlich von etwa 1.500 Erdbeben erschüttert.

Ein Erdbeben der Stärke 7,1 hat den Südwesten Japans erschüttert. Es gibt Berichte über Tote und Verletzte, eingestürzte Gebäude und Brände, sagte Japans Regierungschefin Sanae Takaichi am Dienstag, 28. Juli. Auch Straßen und Brücken seien beschädigt worden, der Bahnverkehr war beeinträchtigt.

Auf Luftaufnahmen sind enorme Schäden an einem Gebäude zu sehen.

Foto: kyodo/dpa

Offenbar keine Schäden an Atomreaktoren

Wegen Schäden an den Start- und Landebahnen ist der kleine Verkehrsflughafen der Stadt Kumamoto bis auf Weiteres geschlossen, teilt die japanische Nachrichtenagentur „Kyodo News“ mit. In einigen Gebieten sei zudem der Strom ausgefallen. Das Ausmaß der Verletzungen und Schäden werde noch ermittelt, fuhr Takaichi fort.
Das Beben erreichte der japanischen Wetterbehörde zufolge auf der japanischen Erdbebenskala die höchstmögliche Stufe sieben. Eine Tsunamiwarnung wurde herausgegeben, später aber wieder aufgehoben. Laut „Kyodo News“ fordern die Behörden Menschen dennoch dazu auf, sich von Küstengebieten fernzuhalten, da es Nachbeben gibt.
Bei den Atomkraftwerken wurden der Atomaufsichtsbehörde zufolge zunächst keine Auffälligkeiten festgestellt. Nach Angaben des Energieversorgers Kyushu Electric Power hatten rund 45.000 Haushalte und Einrichtungen in der Region Kumamoto keinen Strom. Drei zu dem Zeitpunkt in der Region in Betrieb befindliche Atomreaktoren setzten demnach ihren normalen Betrieb fort.
Rund eine halbe Stunde nach dem Beben berichtete ein Mitarbeiter des Rundfunks NHK, das Beben halte an und sei so heftig, dass es schwer sei, sich auf den Beinen zu halten.
Japan liegt in einer der tektonisch aktivsten Regionen der Welt. Der Inselstaat mit 125 Millionen Einwohnern wird jedes Jahr von etwa 1500 Erdbeben erschüttert.

Region war bereits 2016 von starken Beben betroffen

Das Epizentrum des Bebens lag in der Stadt Uki, südlich der Stadt Kumamoto, in etwa zehn Kilometer Tiefe, schreibt die „Japan Times“. Ein Beamter der meteorologischen Behörde Japans sagte dazu, dass ein Beben mit einem auf dem Festland gelegenen Epizentrum in geringer Tiefe auf anhaltende seismische Aktivitäten hindeute. Zahlreiche Nachbeben seien daher möglich.
In der Stadt Kashima stürzte die zweite Etage eines Einkaufszentrums ein. Dabei wurden laut Behörden zahlreiche Besucher eingeschlossen. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet unter Berufung auf den japanischen Radiosender TBS von einer „beträchtlichen Zahl“ an Todesopfern. 200 Menschen konnten sich laut „Japan Times“ auf dem Parkplatz in Sicherheit bringen. Videoaufnahmen zeigten, dass Teile der Fassade des Einkaufszentrums offenbar zerstört wurden und Stahlträger freilagen. Nach Behördenangaben wurden in der Stadt Hikawa mindestens 50 Verletzte in Krankenhäuser gebracht.
Es war das erste Beben, das die höchste Stufe (Shindo 7) seit dem Erdbeben auf der Noto-Halbinsel im Januar 2024 erreichte. In mehreren Städten der Region erreichten die Erschütterungen Stärken von mehr als 6 auf der Messskala. Auch in benachbarten Präfekturen wie Nagasaki oder Fukuoka zeigten die Pegel noch mehr als Stärke 5 an.
Wie „Kyodo News“ schreibt, war die Region Kumamoto bereits vor zehn Jahren von zwei aufeinanderfolgenden schweren Erdbeben der Stärke 6,5 und 7,3 betroffen. Etwa 270 Menschen kamen damals ums Leben, 2800 wurden verletzt.

Nach Erdbeben im Dezember 2025 in Japan: Große Schäden an Straße in Tohoku, Präfektur Aomori.

Foto: Kyodo/dpa

Das stärkste Beben löste die Katastrophe von Fukushima aus

Das stärkste, jemals in Japan gemessenes Erdbeben, ereignete sich 2011 in Fukushima. Es hatte die Stärke 9,0 und löste einen gewaltigen Tsunami aus, der mehr als 18.000 Tote und Vermisste forderte. Außerdem löste es den nuklearen Unfall im dortigen Kernkraftwerk aus.
Mehr als 6.400 Tote sowie den Zusammenbruch der örtlichen Infrastruktur – so die Bilanz eines Bebens der Stärke 7,3 im Jahr 1995 in Kobe. In den japanischen Geschichtsbüchern steht auch das sogenannte „Große Kantō-Erdbeben“ der Stärke 7,9 von 1923. Dabei wurden große Teile von Japans Hauptstadt Tokio sowie Yokohama durch verheerende Brände als Folge des Bebens zerstört. Mehr als 105.000 Menschen starben.
Einen der verheerendsten Tsunamis löste das Meiji-Sanriku-Erdbeben im Jahre 1896 aus. Es erreichte eine Stärke von 8,2 und kostete etwa 22.000 Menschen das Leben.
(Mit Material der Nachrichtenagenturen)
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Gewaltwelle überrollt China – Zentralregierung wirft lokalen Verwaltungen Versagen vor


In Kürze:

  • Berichte über mögliche Zunahme von Gewaltvorfällen in China
  • Vorwürfe über eingeschränkte Informationsweitergabe und Kontrolle
  • Experten verweisen auf gesellschaftlichen und strukturellen Druck

 
In China soll die Zahl der Gewalttaten Berichten zufolge stark zugenommen haben. Personen aus dem inneren Sicherheitssystem berichten von einer Vielzahl von Messerattacken und Angriffen auf Fahrzeuge. Offizielle Stellen veröffentlichen jedoch nur einen Teil solcher Vorfälle. Kritiker gehen davon aus, dass dadurch nicht alle Ereignisse öffentlich bekannt werden.

Überwachung von Personen mit „extremen Tendenzen“

Von der englischsprachigen Ausgabe der Epoch Times befragte Personen wollten aus Angst vor möglichen Repressalien anonym bleiben und nannten lediglich ihre Nachnamen. Ihre Aussagen deuten darauf hin, dass es Unterschiede zwischen den tatsächlichen Vorfällen und den offiziellen Darstellungen geben könnte. Demnach soll Peking auf die Entwicklung mit verstärkter Informationskontrolle und ausgeweiteter Überwachung reagieren.
Die Sorge vor sogenannten „Rache gegen die Gesellschaft“-Angriffen – also Gewalttaten gegen zufällig ausgewählte Personen im öffentlichen Raum – habe laut diesen Angaben zugenommen. Ein Insider namens Wei sagte gegenüber der Epoch Times: „Nach intern verfügbaren Informationen kommt es auf dem chinesischen Festland regelmäßig zu Messerangriffen. Zudem gebe es weitere Vorfälle, über die nicht öffentlich berichtet werde.“
Demnach habe die Entwicklung auch innerhalb des politisch-rechtlichen Systems der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh), das für Sicherheit und Strafverfolgung zuständig ist, Aufmerksamkeit ausgelöst. Berichten zufolge sollen zuständige Behörden interne Anweisungen herausgegeben und Untersuchungen eingeleitet haben.
Dabei sollen Behörden angewiesen worden sein, Personen zu identifizieren und zu beobachten, die als mögliche Sicherheitsrisiken gelten. Dazu zählen unter anderem Petenten, Personen, die in Konflikten mit Behörden stehen, sowie Menschen, denen „Ressentiments“ oder „extreme Tendenzen“ zugeschrieben werden.
Gleichzeitig soll die Kontrolle von Informationen verstärkt worden sein. Nach Angaben eines Insiders würden Behörden versuchen, Videos, Augenzeugenberichte und andere sensible Inhalte zu entfernen, bevor diese sich im Internet verbreiten oder auf ausländischen Plattformen erscheinen.

Tote und Verletzte bei Amokfahrten

Mehrere jüngere Vorfälle werden in diesen Berichten als Beispiele genannt. Diese würden laut Insidern ein wiederkehrendes Muster zeigen, wobei die öffentliche Informationslage teilweise begrenzt oder unterschiedlich sei.
Am 19. April kam es in der Stadt Shuitou im Verwaltungsgebiet Nan’an in der Provinz Fujian zu einem Vorfall, bei dem ein Auto in eine Menschenmenge fuhr. Laut Behörden wurden dabei zwei Menschen getötet und eine weitere Person verletzt. Der Fahrer wurde festgenommen.
In den sozialen Medien, insbesondere auf Weibo, berichteten Augenzeugen von abweichenden Angaben. Dort war teilweise von mindestens vier Todesopfern die Rede. Im Internet kursierten zudem Videos, die ein Fahrzeug zeigen sollen, das mit hoher Geschwindigkeit eine Kreuzung überquert, in den Gegenverkehr gerät, einen Straßenteiler durchbricht und mit mehreren Motorrädern kollidiert.
Ein weiterer Vorfall ereignete sich am 29. März im Pekinger Bezirk Fangshan. Dort soll ein Mann mit einem Bulldozer auf einen belebten, ländlichen Markt gefahren und in eine Menschenmenge gerast sein. Eine offizielle öffentliche Mitteilung der Behörden dazu liegt nach Angaben von Anwohnern nicht vor.
Mehrere Einwohner berichteten dennoch von dem Vorfall auf dem Dahanji-Markt. In sozialen Medien kursierten unterschiedliche Angaben zu möglichen Opferzahlen, die zwischen mindestens sieben und 13 Todesopfern sowie rund einem Dutzend Verletzten schwankten. Entsprechende Inhalte sollen Nutzern zufolge später entfernt worden sein.

Messerangriffe in Shenzhen

Auch weitere Gewaltvorfälle werden in einzelnen Berichten erwähnt. Am 26. März soll es in den Shenzhener Bezirken Luohu und Longgang zu zwei Messerangriffen gekommen sein, bei denen mehrere Menschen getötet oder verletzt wurden. In einem der Fälle habe eine Frau nach Berichten zwei Personen getötet und drei weitere verletzt, darunter einen 14-Jährigen.
Ein pensionierter Beamter aus Shenzhen erklärte, die jüngsten Vorfälle hätten das politisch-rechtliche System der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) unter Druck gesetzt. Höhere Behörden seien demnach der Ansicht, dass lokale Verwaltungen ihre Aufgaben nicht ausreichend erfüllt und zu langsam auf soziale Spannungen reagiert hätten.
Demnach seien lokale Behörden angewiesen worden, der Aufrechterhaltung der öffentlichen Stabilität Vorrang einzuräumen. Dazu gehörten auch strengere Kontrollen der Informationsweitergabe. Interne Anweisungen sollen darauf abzielen, die Verbreitung sensibler Inhalte im Ausland zu verhindern.
Ein in Europa lebender chinesischer Wissenschaftler namens Li äußerte die Einschätzung, dass die Gewalt Ausdruck eines längerfristigen gesellschaftlichen Drucks sei. Er verwies darauf, dass lokale Beamte im bestehenden System teilweise auf administrative oder wirtschaftliche Ziele fokussiert seien, während soziale Probleme weniger Beachtung fänden. Dies könne insbesondere in unteren sozialen Schichten zu wachsendem Druck führen und in Einzelfällen Gewalt begünstigen.
Li argumentierte zudem, dass solche Entwicklungen historische Parallelen hätten und einzelne Gewalttaten auf breitere gesellschaftliche Spannungen hinweisen könnten. Die aktuelle Reaktion der Behörden – verstärkte Überwachung und strengere Kontrolle von Informationen – trage seiner Einschätzung nach nicht zur Lösung der Ursachen bei.
 
Der Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel „Insider Says Hundreds of Violent Attacks Take Place Daily in China as Authorities Tighten Control“. (deutsche Bearbeitung: os)